Geschlechterungleichheit bei der Nutzung öffentlichen Raums als Gender-Mainstreaming-Pilot
SPD Anfrage nach § 4 AN/2323/2021 vom 11.02.2022
Stand: Am 14.03.2022 im Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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SPD Anfrage nach § 4
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An die Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern Frau Teresa De Bellis-Olinger Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 03.11.2021 AN/2323/2021 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 08.11.2021 Stadtentwicklungsausschuss 10.03.2022 Geschlechterungleichheit bei der Nutzung öffentlichen Raums als Gender- Mainstreaming-Pilot Sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD -Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 08.11.2021 aufzunehmen: Bei städtebaulichen Vorhaben, Planungen und Entscheidungen werden die Bedürfnisse und Perspektiven von Frauen und Mädchen weniger beachtet als die von Männern und Jungen. Dabei müssten die Stadt sowie auch ihr öffentlicher Raum und ihre öffentlichen Einrichtungen für alle da sein. Das gilt unabhängig von Alter, Herkunft oder Behinderung, aber eben auch von Geschlecht. Beispiel 1: Freizeit und Sport Im Bereich der öffentlichen Freizeitangebote etwa profitieren Jungen gegenüber Mädchen stark von diesem verzerrten Blickwinkel. So werden Bolzplätze oder öffentliche Sportanlagen deutlich häufiger von Jungen und jungen Männern genutzt. Mädchen hingegen, das ist wissenschaftlich unterfüttert, meiden diese Orte tendenziell und mit steigendem Alter, um sich vor Beobachtungen, Kommentaren, Anfeindungen und Belästigungen zu schützen. Darum sind sie erst dann gleichberechtigt an der Nutzung von Sportanlagen beteiligt, wenn der notwendige Schutz der Frauen und Mädchen bereits bei der Planung Berücksichtigung findet. Beispiel 2: Angsträume Ähnliches ist im Bereich der öffentlichen „Angsträume“ zu beobachten: Während sich Männer häufiger in ihnen au fhalten, vermeiden Mädchen und Frauen schon ihre bloße Durchquerung, nehmen U mwege in Kauf oder weichen auf sicherere Verkehrsmittel aus. Das gilt zum Beispiel für falsch gestaltete U nterführungen, dunkle Ecken an Wegen, Parks und Parkhäusern, an schlecht oder sparsam beleuchteten Bereichen, insbesondere an Wegen zwischen Haltestellen und Wohngebieten. - 2 - In Befragungen geben Frauen und Mädchen entsprechend häufig an, dass sie aufgrund des persönlichen Sicherheitsempfindens U mwege einplanen. Beispiel 3: Radve rkehrswegeplanung Während in den Niederlanden etwa 55 Prozent der Radfahrenden Frauen sind, zeigt der Fahrrad - Monitor Deutschland 2019, dass 47 Prozent der Männer mehrmals pro Woche bis täglich das Rad nutzen, jedoch nur 40 Prozent der Frauen. Auch die Nutzung des Autos ist bei Männern höher als bei Frauen. Nur im öffentlichen Personennahverkehr überwiegt der Frauenanteil. Laut einer Auswertung der GDV-U nfalldatenbank waren trotz eines geringeren Anteils beim Rad insgesamt zwei Drittel der bei einem Abbiegeunfall verletzten Radfahrenden Frauen. Ein Grund: Eine Verkehrswegeplanung, die den risikobereiten, sportlichen und konkurrenzorientierten männlichen Radfahrer im fließenden Verkehr in den Mittelpunkt stellt. Frauen fahren demgegenüber häufig langsamer und beanspruchen weniger Verkehrsraum für sich, so dass sie mit dem schnellen Autoverkehr schlechter mithalten können. Viele Frauen geben an, dass sie eigentlich gerne mehr Rad fahren würden, jedoch davon abgeschreckt seien, weil die Wegeplanung sie oft in oder nah an den Autoverkehr zwingt. Solange die entsprechenden objektiven, wie subjektiven Kennzahlen eine Geschlechterungleichheit darstellen, liegt keine Gleichberechtigung im öffentlichen Verkehrsraum vor. Wir fragen daher die Verwaltung: 1. Sind der Verwaltung die geschilderten Probleme bekannt, und welche Maßnahmen werden in diesem Fall ergriffen, um Disparitäten wirksam zu verringern bzw. aufzuheben? 2. Wie erklärt die Verwaltung die große Zahl an weiblichen U nfallbeteiligten bzw. U nfallopfern im Fahrradverkehr, und wie will sie hier entgegenwirken? 3. Welche Angsträume hat die Verwaltung identifiziert, und wie sollen diese bis wann beseitigt wer- den? 4. Welche Methoden zur geschlechtergerechten Flächenverteilung und -nutzung, z. B. der Sport- und Verkehrsflächen, verwendet die Verwaltung in ihren Planungen? 5. Eignet sich die Problemstellung der Geschlechterverteilung in der Nutzung des öffentlichen Raums für eine Pilotierung von Gender Mainstreaming/Gender Budgeting? Mit freundlichen Grüßen gez. Mike Homann SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf
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14.03.2022 zuletzt
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 1.1, Antrag / Anfrage. Ergebnis: Kenntnis genommen
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