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V/0129/2005

Bericht zur Umsetzung des PCB-Sanierungsprogramms 2000 - 2003

Vorlage 14.02.2005

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen, Sitzung am 26.04.2005, TOP 5.7

Anlage 1: Kostenübersicht PCB Sanierungen

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Anlage 2: Inforamtion zu PCB

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Ansehen

Berichtsvorlage

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Ansehen

Anlage 1: Kostenübersicht PCB Sanierungen

2326 Zeichen

Anlage  1 zur Vorlage
PCB-Sanierungsprogramm 2000-2004
Schätzung Kosten
1. Priorität DM Euro Euro, ca. Ausführung
Friedhof Hohe Ward, Hiltrup Am Waldfriedhof     160.000 81.807 13.360 2000
Hallenbad Handorf Heriburgstraße      110.000 56.242 83.687 2001
Hallenbad Roxel Tilbecker Straße    140.000 71.581 30.797 2000
Eichendorffschule Angelmodde, Turnh. Eichendorffstraße   390.000 199.404 227.768 2000
Wartburgschule "Hauptschule" Von-Esmarch-Straße  195.000 99.702 127.001 2000
995.000 508.735 482.613
2.Priorität
Idaschule Vörnste Esch        270.000 138.049 131.939 2001
Fürstin-von-Gallitzin-Schule Manfr-v-Richthofen-S 200.000 102.258 193.141 2002-2004
Anne-Frank-Schule Manfr-v-Richthofen-S 190.000 97.145 32.074 2001
660.000 337.453 357.154
3.Priorität
Gertrudenschule Pastorsesch         150.000 76.694 39.071 2002
Waldschule Kinderhaus Große Wiese         140.000 71.581 138.704 2003-2004
Ludgerusschule  Hiltrup An der Alten Kirche 130.000 66.468 54.992 2002
Melanchtonschule Königsberger Straße 120.000 61.355 162.385 2002
Freiherr vom Stein Gymnasium Hindenburgplatz     140.000 71.581 3.763 keine San. erfolgt
680.000 347.678 398.915
4.Priorität
Clemensschule Unckelstraße        140.000 71.581 34.000 2002
Kreuzschule, Turnhalle Kampstraße          130.000 66.468 77.447 2004
Feuerwache III / Notdienst Hiltrup Friedhofstraße      150.000 76.694 92.979 2003
Freibad Hiltrup Zum Hiltruper See   130.000 66.468 31.510 2003
Hallenbad Hiltrup Westfalenstraße     115.000 58.799 29.558 2003
665.000 340.009 265.494
3.000.000 1.533.876 1.504.176
gerundet 1.534.000 1.534.000
Maßnahmen ausserhalb des Programms
Pascal-Gymnasium Uppenkampstiege 65.110 58.974 1999
Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup Am Klosterwald 30 255.645 255.623 1999
Augustin-Wibbelt-Schule Auf dem Dorn 14 350.478 341.876 1999
Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup Am Klosterwald 30 207.500 208.574 2002 1. BA Sondertrakt
Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup Am Klosterwald 30 175.000 169.435 2003 2. BA Sondertrakt
Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup Am Klosterwald 30 350.000 421.016 2004 1. BA Klassen + Aula
350.000 2005 geschätzt
310.000 2006 geschätzt
100.000 2007 geschätzt
1.455.498
PCB-Erhebungen, Untersuchungen, 
Raumluftmessungen
99.707 1998
256.591 1999
36.905 2000
25.666 2001
22.393 2002
10.543 2003
7.516 2004
459.321
Seite 1

Anlage 2: Inforamtion zu PCB

8777 Zeichen

Anlage 2 zur Vorlage
Polychlorierte Biphenyle - PBC - Was ist das ?
Polychlorierte Biphenyle gehören zu der Gruppe der chlorierten aromatisierten
Kohlenwasserstoffe. Das Ausgangsprodukt stellt das Biphenyl dar, an welches 1 bis 10
Chloratome gebunden sind. Insgesamt gibt es 209 verschiedene Verbindungen der PCB. Die
Beschaffenheit des technischen Gemisches, welches seit 1929 industriell hergestellt wird, reicht
von farbloser, öliger Flüssigkeit bis hin zum hellgelben Weichharz. Die Chlorgehalte bestimmen
die Dichte, Zähigkeit sowie Löslichkeit.
Eigenschaften von PCB
- mittel - bis schwerflüchtig (je nach Chlorgehalt), kann noch Jahre später ausdifundieren
- nichtbrennbar
- hitze- und kältebeständig
- gute elektrische Isolation
- chemisch stabil gegen Säuren und Basen
- erweicht Kunststoffe
Verwendung von PCB
Aufgrund der vielfältigen Eigenschaften wurden PCB sowohl in geschlossenen als auch in
offenen Systemen verwendet.
In geschlossenen Systemen wurden PCB z.B. als Zusatzdielektrikum für
Starkstromkondensatoren, als Isolier- und Kühlflüssigkeit für Transformatoren, Kondensatoren
und Gleichrichter sowie als hydraulische Flüssigkeit eingesetzt.
In offenen Systemen wurden PCB z.B. als Weichmacher für Lacke, Harze und Kunststoffe, in
Klebstoffen, in Imprägnier- und Flammschutzmitteln sowie als Zusatz von Kitten, Spachtel-,
Dichtungs- und Vergussmassen eingesetzt.
Hierbei ist hervorzuheben, dass der überwiegende Teil der offenen PCB-Verwendungen in den
Bereich der Zusatzmittel für Dichtungs- und Vergussmassen fällt.
PCB wurden z.B. als Weichmacher für Fugendichtmittel auf Polysulfid-Kautschuk-Basis vor Ort
auf der Baustelle beigemischt ( mit bis zu 40 Vol.%), um hiermit Bauwerksfugen,
Dehnungsfugen, Bauteilanschlussfugen o.ä. zu versiegeln. Insbesondere bei diesen
Verwendungen treten heute sehr hohe Belastungswerte auf.
Die in offener Anwendung verarbeiteten PCB können noch Jahre nach der Verarbeitung zu
Raumluftbelastungen führen. Die Höhe der Belastungen hängt jedoch stark von der Menge im
jeweiligen Baustoff, von der Menge und Beschaffenheit im Raum sowie von den klimatischen
Bedingungen (bei höheren Temperaturen ist mit höheren Belastungen zu rechnen) des
Raumes ab.
Die Raumluftbelastungen gehen zunächst vom belasteten Baustoff (Primärquelle) selbst aus,
jedoch lagern sich PCB auch nach dem Ausgasen z.B. an Staubpartikel in der Luft, an
Wandoberflächen oder Bodenbelägen (Sekundärquellen) an, was in der Regel zu weiteren
Raumluftbelastungen führt.
Eine Verwendung von PCB-haltigen Baustoffen oder Bauteilen in Gebäuden ist insbesondere
bei Gebäuden zu befürchten, die bis zum Ende der 70er Jahre erbaut (neu- oder umgebaut,
modernisiert etc.) wurden. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist eine offene Anwendung von
PCB bei Gebäuden, die nach 1980 erbaut wurden, nicht zu erwarten.

Gefährdungen durch PCB
Wegen des weltweiten Einsatzes und der hohen Beständigkeit von PCB sind Spuren dieser
Chemikalie heute praktisch allgegenwärtig. Hierdurch begründet können PCB sowohl über die
Atemwege als auch über die Nahrungskette vom Menschen aufgenommen werden und sich im
Organismus, und hier insbesondere in der Leber, der Niere und den Fortpflanzungsorganen,
anreichern.
Bei einer chronischen PBC-Belastung können Schädigungen am Nerven- und Immunsystem
sowie Unfruchtbarkeit auftreten. Weiterhin besteht der Verdacht, daß PCB Krebs auslösen
kann.
Aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf mögliche Gesundheits-
gefährdungen wurden PCB in der offenen Anwendung 1978 vom Gesetzgeber verboten. Seit
1989 gilt die PCB-, PCT-, VC-Verbotsverordnung, wonach Zubereitungen generell nicht mehr
als 50 mg/kg PCB enthalten dürfen.
Zudem wurden PCB durch die MAK-Kommision (MAK = maximale Arbeitsplatzkonzentration)
vorläufig in die MAK-Wert-Liste, Gruppe III B - Verdacht auf krebserzeugendes Potential -
eingestuft. Nach der Gefahrstoff-Verordnung wird PCB als mindergiftig bewertet.
Aufgrund der chemischen Zusammensetzung ist im Brandfall die Bildung von Dioxinen und
Furanen nicht auszuschließen.
In Fachkreisen gilt als gesichert, dass bei Nutzern PCB-belasteter Gebäude mit akuten
Gesundheitsgefährdungen durch Aufnahme von PCB über die Raumluft nicht zu rechnen ist.
Gleichwohl ist unter Vorsorgegesichtspunkten die tägliche Aufnahme von PCB auf ein
tolerierbares Maß zu reduzieren.
PCB-Richtlinie NRW
Das Land Nordrhein-Westfalen hat eine PCB-Richtlinie als Technische Baubestimmung
bauaufsichtlich eingeführt (RdErl. d. Ministeriums für Bauen und  Wohnen vom 03.07.1996 - II B
4-476.101).
Die Richtlinie für die Bewertung und Sanierung PCB-belasteter Baustoffe und Bauteile in
Gebäuden (PCB-Richtlinie NRW) enthält  vom Aufbau und Inhalt her, analog einer
Musterrichtlinie der ARGEBAU, Angaben zu Konzentrationsgrenzen zur Bewertung der PCB-
Belastung in Räumen und der Dringlichkeit von Sanierungsmaßnahmen, weiterhin technische
und organisatorische Empfehlungen für die Sanierung einschl. Entsorgung sowie Angaben zur
Erfolgskontrolle im Anschluss an Sanierungsmaßnahmen.
Bewertungen nach  der PCB-Richtlinie NRW:
- Raumluftkonzentrationen unter 300 ng PCB / m3 Luft sind als langfristig tolerabel
anzustreben (Vorsorgewert)
- Bei Raumluftkonzentrationen zwischen  300 ng PCB / m3 und  3000 ng PCB / m3
Luft ist die Quelle der Raumluftverunreinigung aufzuspüren und unter Beachtung
der Verhältnismäßigkeit mittelfristig zu beseitigen.
Zwischenzeitlich ist durch regelmäßiges Lüften sowie gründliche Reinigung und
Entstaubung der Räume eine Verminderung der PCB-Konzentration anzustreben. Der
Zielwert liegt bei weniger als 300 ng PCB / m3  Luft (Sanierungsleitwert)
- Bei Raumluftkonzentrationen oberhalb von 3000 ng PCB / m3 Luft sind 
akute Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen (Interventionswert für 
Sofortmaßnahmen).

Bei entsprechenden Befunden sollen unverzüglich Kontrollanalysen durch geführt
werden. Bei Bestätigung des Wertes sind in Abhängigkeit von der Belastung zur
Vermeidung gesundheitlicher Risiken in diesen Räumen unverzüglich Maßnahmen
zur Verringerung der Raumluftkonzentrationen von PCB zu ergreifen. Der Zielwert liegt
auch hier bei weniger als 300 ng PCB / m3 Luft (Sanierungsleitwert). 
In Abweichung zu der ARGEBAU-Musterrichtlinie werden für die notwendigen messtechnischen
Erfolgskontrollen sommerliche Witterungsbedingungen (Außen- und Innentemperaturen > 23 /
C ) als Rahmenbedingung vorgegeben, d.h. bei Sanierungsmaßnahmen können endgültige
Erfolgskontrollen u.U. erst sehr zeitverzögert durchgeführt werden und der Sanierungserfolg ist
für den Zwischenzeitraum nicht abschließend feststellbar.
In der PCB-Richtlinie wird zur Abgrenzung der Untersuchungserfordernisse weiterhin
dargestellt, dass einzuleitende Untersuchungen sich auf alle Gebäude, Gebäudeteile bzw.
Bauabschnitte von Gebäuden beziehen, die bis 1980 erbaut, d.h. errichtet, umgebaut,
modernisiert oder instandgesetzt wurden, da hierbei eine Verwendung PCB-haltiger Materialien
zu befürchten ist und nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden kann. Nach 1980 ist bei
baulichen Maßnahmen an Gebäuden eine PCB-Verwendung nicht zu erwarten.
Rechtliche Beurteilung der  PCB-Richtlinie NRW
Mit der Veröffentlichung im Ministerialblatt NRW vom 09.08.1996 wurde die PCB-Richtlinie über
den Einführungserlass des Ministeriums für Bauen und Wohnen vom 03.07.1996 nach § 3 Abs.
3 der Landesbauordnung als Technische Baubestimmung bauaufsichtlich eingeführt.
In dem Einführungserlass ist dargestellt, dass in bestehenden Gebäuden  PCB von belasteten
Baustoffen und Bauteilen in die Atemluft freigesetzt werden und beim Menschen
Gesundheitsschädigungen auslösen können. Die Verantwortung für die Durchführung der
erforderlichen Untersuchungen und Sanierungsmaßnahmen obliegt dem jeweiligen Eigentümer
bzw. Verfügungsberechtigten der betroffenen Gebäude.
Eine rechtliche Beurteilung hat ergeben, dass sich für die Stadt Münster allein aus der
Tatsache, dass sie Eigentümerin von Gebäuden ist, noch keine unmittelbare Rechtswirkung
aus der PCB-Richtlinie ergibt.
Jedoch ist bei Abbruch, Nutzungsänderung sowie bei der Instandhaltung oder baulicher
Änderung von Gebäuden das entsprechende Regelwerk durch die Eigentümer bzw. deren
Fachplaner zu beachten.
Hierzu könnte die zuständige Bauaufsichtsbehörde im Rahmen eines Baugenehmigungs-
verfahrens auch die Erfüllung entsprechender Auflagen fordern.
Konsequenzen für die Stadt Münster
Obwohl die PCB-Richtlinie keine unmittelbare Rechtswirkung zur Stadt Münster als
Eigentümerin von Gebäuden entfaltet, sollte im Sinne der Gesundheitsfürsorge  dennoch ein
Konzept zur Ermittlung PCB-belasteter Gebäude entwickelt werden und soweit erforderlich
auch Sanierungen konzipiert und unter Beachtung der PCB-Richtlinie eingeleitet und
durchgeführt werden.
(PCB-Allgemein/Vorlagen-2005-Anlage2.doc)

Berichtsvorlage

13062 Zeichen

DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Gebäudemanagement 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Bericht zur Umsetzung des PCB-Sanierungsprogramms 2000 - 2003 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
05.04.2005 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht 
 
 
Bericht: 
 
 
Bericht zum Stand der Abwicklung von PCB-Sanierungen in städt. Gebäuden 
 
1. 
PCB-Sanierungsprogramm 2000 – 2003 
2. Sonstige PCB Sanierungen seit 1999 
3. Fazit, Ausblick, weitere Maßnahmen 
 
Einleitung: 
 
Vorbeugender Gesundheitsschutz für die Nutzer städtischer Gebäude ist ebenso wie vorbeugen-
de Unfallverhütung und auch vorbeugender Brandschutz ein hoher Anspruch, den sich das Amt 
für Gebäudemanagement der Stadt Münster im Sinne einer Bürger- und Kundenorientierung 
selbst als Ziel gesteckt hat. 
 
Im konkreten Fall haben Luftbelastungen durch PCB die Landesregierung veranlasst, 1996 eine 
PCB Richtlinie NRW einzuführen. In der Richtlinie sind Grenzwerte und Handlungsanweisungen 
bei vorh. PCB Luftbelastungen aufgeführt. Eine rechtliche Verpflichtung zur Untersuchung von 
Gebäuden besteht jedoch nicht.  
 
Da im Rahmen einzelner städtischer Bausanierungen vereinzelt PCB-Schadstoffe festgestellt 
wurden, hat das Amt für Gebäudemanagement im Interesse der Tausenden von Nutzern städti-
scher Schulen und sonstiger Gebäude 1998 vor geschlagen, alle in Frage kommenden Gebäude 
auf entsprechende Schadstoffe untersuchen zu lassen. Es wurden umfassende Kataster erstellt, 
aus denen das nachfolgend beschriebenen Sanierungsprogramm resultierte.  
 
Durch diese Aktivitäten der Stadt Münster wurde das Schadstoffproblem auch überregional in-
tensiver diskutiert, viele Nachbarkommunen fragten nach und baten um Austausch zum erwor-
benen Know How.  
 
Das Engagement und erworbene Fachwissen wurde bis hin zu den kommunalen Spitzenverbän-
den zur Kenntnis genommen, so dass die Stadt Münster – hier das Amt für Gebäudemanage-
Vorlagen-Nr.: 
V/0129/2005 
Auskunft erteilt: 
Herr  Heitmann 
Ruf: 
492 65 59 
E-Mail: 
HeitmA@stadt-muenster.de 
Datum: 
14.02.2005 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
ment - als Vertreter des Deutschen Städtetages in die in NRW initiierte  PCB-Arbeitsgruppe im 
Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entsendet wur-
de, um die Belange der Kommunen zu vertreten.            
 
Zu 1) PCB-Sanierungsprogramm 2000 – 2003 
 
Mit der Vorlage 1359/99 hat der Rat der Stadt Münster am 29.03.2000 beschlossen, in insgesamt 
18 städt. Gebäuden PCB Sanierungen durchführen zu lassen. Hierzu wurde von der Verwaltung 
ein nach Prioritäten gestaffeltes PCB-Sanierungsprogramm vorbereitet. Als Zeitraum für die 
Durchführung dieser 18 Maßnahmen waren die Jahre 2000 – 2003 vorgesehen.  
 
In den Jahren 2000 bis 2004 wurden aus dem Sanierungsprogramm in 17 Objekten PCB Sanie-
rungen durchgeführt, lediglich im Gebäude des Freiherr vom Stein Gymnasiums wurde die Sa-
nierung zunächst auf Grund der später offenen Nutzung zurückgestellt.  
 
Bei allen Sanierungen belegten Kontrollmessungen den erwarteten Rückgang der Raumluftbe-
lastungen.  
 
Hierzu ist anzumerken, dass sich der endgültige Sanierungserfolg spätestens 2 Jahre nach der 
Sanierung einstellen soll. Dies hängt damit zusammen, dass PCB nie zu 100 % aus den Gebäu-
den entfernt werden kann, die Luftbelastungen nach einer Sanierung nicht immer schlagartig 
sinken. Dieses Phänomen ist wissenschaftlich nachgewiesen und in der PCB-Richtlinie NRW 
entsprechend berücksichtigt.  
 
Hieraus ergibt sich für das PCB-Sanierungsprogramm, dass nach derzeitigem Sachstand (Mess-
reihe vom Sommer 2004) insgesamt 11 Sanierungen als erfolgreich betrachtet werden können. 
Bei den Kontrollmessungen wurden jeweils keine
 Messwerte oberhalb des in der PCB-Richtlinie 
NRW festgelegten Sanierungszielwertes in Höhe von 300 ng PCB/cbm Luft festgestellt. In der 
nachfolgenden Tabelle sind diese 11 Objekte aufgeführt und es wird die Tendenz der Messer-
gebnisse beschrieben.     
 
Übersicht der erfolgreichen Sanierungen 
 
Objekt Strasse Tendenz Anzahl 
Messungen
davon Aufenthalts-
raum 
Nebenraum Zeitraum 
   gesamt <  300 >  300 >  300  
Eichendorffschule An-
gelmodde, Turnh. 
Eichendorffstra-
ße    
gleich 4 4 0 0 2000 
Anne-Frank-Schule Manfr-v-
Richthofen-S 
fallend 13 13 0 0 2001 
Fürstin-von-Gallitzin-
Schule 
Manfr-v-
Richthofen-S 
fallend 5 5 0 0 2001-2003 
Idaschule Vörnste Esch      gleich 5 5 0 0 2001 
Melanchtonschule Königsberger 
Straße  
fallend 8 8 0 0 2002 
Gertrudenschule Pastorsesch        fallend 5 5 0 0 2002 
Ludgerusschule  
Hiltrup 
An der Alten 
Kirche  
fallend 5 5 0 0 2002 
Clemensschule Unckelstraße       fallend 5 5 0 0 2002 
Waldschule Kinder-
haus 
Große Wiese       fallend 3 3 0 0 2003-2004 
Feuerwehrgerätehaus 
Hiltrup 
Friedhofstraße    fallend 4 4 0 0 2003 
Kreuzschule, Turnhal-
le 
Kampstraße        fallend 7 7 0 0 2004

3 
 
 
 
 
Bei den weiteren 6 Objekten ist das Sanierungsziel – Unterschreitung des Zielwertes – noch nicht 
abschließend erreicht. Hier gilt es jedoch zu differenzieren. In der nachfolgenden Tabelle sind 
diese 6 Objekte aufgeführt und es wird die Tendenz der Messergebnisse beschrieben.     
 
Übersicht der noch nicht abschließend erfolgreichen Sanierungen 
 
Objekt Strasse Tendenz Anzahl 
Messungen
davon Aufenthalts-
raum 
Nebenraum Zeitraum 
   gesamt <  300 >  300 >  300  
Hallenbad Roxel Tilbecker Straße fallend 8 7 0 1 2000 
Hallenbad Hiltrup Westfalenstraße  fallend 11 7 0 4 2003 
        
Friedhof Hohe Ward, 
Hiltrup 
Am Waldfriedhof fallend 5 0 1 4 2000 
Freibad Hiltrup Zum Hiltruper 
See    
fallend 7 6 1 0 2003 
        
Hallenbad Handorf Heriburgstraße    gleich 6 0 4 1 2001 
        
Wartburgschule 
"Hauptschule" 
Von-Esmarch-
Straße   
stei-
gend 
6 2 3 1 2000 
        
Freiherr vom Stein 
Gymnasium 
Hindenburgplatz gleich 14 8 6 0 Sanierung 
offen 
 
Bei den beiden erstgenannten Objekten - Hallenbad Roxel und Hallenbad Hiltrup – liegen die 
Belastungen in Nebenräumen. 
 
Im Friedhofsgebäude Hohe Ward, Hiltrup und im Freibad Hiltrup liegt jeweils noch ein Messwert 
im Bereich von Aufenthaltsräumen, diese werden nur  tageszeitlich bzw. saisonal, also nicht dau-
erhaft genutzt.    
 
Im Hallenbad Handorf liegen noch insgesamt 4 Messwerte (Schwimmhalle, Umkleidebereich, 
Personalraum und im Kassenbereich, 360 – 560 ng/cbm) oberhalb des Sanierungszielwertes. 
Auch diese Räume werden nur tageszeitlich bzw. saisonal, also nicht dauerhaft genutzt. 
 
Unklar ist derzeit noch die Entwicklung der Messwerte in der Wartburgschule – Hauptschule. 
Nach anfänglichem Absinken der Messwerte ist in 2004 ein Anstieg (420 – 695 ng/cbm) festzu-
stellen
.  
 
Grundsätzlich gilt hier anzumerken, dass in der PCB-Richtlinie NRW u.a. von nachfolgend aufge-
führten Rahmenbedingungen auszugehen ist: 
 
- Zur Festlegung der Grenzwerte (Zielwert <
 300 ng/cbm, Interventionswert >  3.000 ng/cbm) 
wird von einer 24-stündigen Nutzung der Räume ausgegangen. Die betroffenen städt. Ge-
bäude werden regelmäßig nicht rund um die Uhr genutzt. Dieser Umstand ist in NRW bei der 
Gefährdungsbeurteilung formell nicht zu berücksichtigen, relativiert aber die tatsächlichen Be-
lastungen erheblich. Würde in der PCB-Richtlinie NRW analog zu anderen Bundesländern 
verfahren, dürfte der tatsächliche Nutzungszeitraum der städt. Gebäude – in der Regel max. 
8 Std. pro Tag – als Korrekturfaktor berücksichtigt werden. Dies würde im Ergebnis zu einer 
Verdreifachung der Grenzwerte (dann Zielwert <
 900 ng/cbm, Interventionswert >  9.000 
ng/cbm) führen.

4 
- Bei Raumluftbelastungen über dem Sanierungszielwert 300 ng/cbm aber unterhalb des Inter-
ventionswertes 3.000 ng/cbm sind gem. der PCB Richtlinie NRW die Quellen zu ermitteln und 
unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit mittelfristig zu beseitigt. 
- Die Erfolgskontrollmessungen sollen bei sommerlichen Verhältnissen (Außen- und Innentem-
peraturen > 23° C) durchgeführt werden. Unter diesen Temperaturbedingungen sind die 
höchsten Raumluftbelastungen zu erwarten (sog. Worst Case). Fakt ist aber, dass die klima-
tischen Bedingungen hier diese Temperaturbedingungen immer nur an einigen Tagen pro 
Jahr zutreffen. Insofern relativieren sich die Messergebnisse in Bezug auf dauerhafte Raum-
luftbelastungen.      
 
Im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium werden derzeit nur Status Quo Messungen durchgeführt, 
dass heißt der jeweilige Zustand gemessen und die Entwicklung tendenziell bewertet. Von den 
14 Messwerten liegen 6 Messungen oberhalb des Sanierungszielwertes (434 – 944 ng/cbm). 
Damit ist eine Nutzung der Räume ohne Einschränkungen möglich. Ob, und in welchem Umfang 
eine Sanierung hier erforderlich wird, ist abhängig von der weiteren Nutzung des Gebäudes.  
 
Bei den übrigen Gebäuden werden weiterhin Kontrollmessungen durchgeführt, Quellen ermittelt 
und Folgemaßnahmen im Rahmen der PCB-Richtlinie eingeleitet. 
  
 
Zu 2) Sonstige PCB Sanierungen seit 1998 
 
Des Weiteren wurden bereits ab 1999 unabhängig von dem o.g. Ratsbeschluss zum PCB Pro-
gramm 2000-2003 separate PCB-Einzelsanierungen für die Augustin-Wibbelt-Schule (Vorl. Nr. 
457/99), das Pascal-Gymnasium (Vorl. Nr. 78/99) und die Johannes-Gutenberg-Realschule 
Hiltrup (Vorl. Nr. 77/99) beschlossen. 
 
Die Sanierung in der Augustin-Wibbelt-Schule ist nach den vorliegenden regelmäßigen Kon-
trollmessungen erfolgreich gewesen, hier liegen alle Messwerte unter 300 ng/cbm. 
 
Im Pascal-Gymnasium ist jedoch in 4 Aufenthaltsräumen wieder ein leichter Anstieg der Mess-
werte auf 381 – 638 ng/cbm zu verzeichnen. Auch hier werden die möglichen Quellen derzeit 
gesucht. 
 
In der Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup werden nach der ersten Sanierung in 1999 seit 
2002 nun weitere Sekundärquellen (u.a. Decken und Fußböden der Räume, Fenster und Fugen 
der Fassade) beseitigt.  
Dies war erforderlich, da bei der ersten Sanierung die belasteten Anstriche beschichtet wurden. 
Dies stellte eine sehr wirtschaftliche Lösung dar, führte aber im Ergebnis trotz positiver Grund-
einschätzung auch des Fachberaters  nicht zum Sanierungsziel. 
Dies hängt damit zusammen, dass Ende der 90er Jahre die Wechselwirkungen insbesondere 
von primär- und sekundärbelasteten Bauteilen (Primärquellen sind Materialien mit direkter PCB-
Belastung, Sekundärquellen sind Materialien, die erst über die Zeit PCB aus der Luft aufgenom-
men haben) noch nicht umfassend bekannt waren und für die damals vorgeschlagene Sanie-
rungsmethode zur Abkapselung  (Sperranstriche, Beplankungen) noch keine Langzeiterfahrun-
gen vorlagen. Im aktuellen Sanierungskonzept werden nicht nur die Primärquellen, sondern auch 
die Sekundärquellen berücksichtigt. 
Die Sanierung erfolgt unter Berücksichtigung der möglichen und machbaren Bauabschnittsbil-
dung jeweils in den Sommerferien und soll nach den derzeitigen Planungen bis einschl. 2007 
erfolgen. Die Finanzierung ist über den Finanz- und Investitionsplan zum Haushalsplan sicherge-
stellt.  
In allen bisher sanierten Bereichen (Sonderklassentrakt, Eingangshalle und 2.OG Klassentrakt) 
sind die Sanierungszielwerte unterschritten worden.

5 
Zu 3) Fazit, Ausblick, weitere Maßnahmen 
 
Fazit: 
Das PCB-Sanierungspr
ogramm 2000-2003 ist im wesentlichen erfolgreich abgeschlossen. 
 
Die bisher durchgeführten 17 Sanierungen aus dem PCB-Sanierungsprogramm wurden im Rah-
men der bereit gestellten Mittel, rd. 1.53 Mio. €, abgewickelt, die Mittel entsprechend in den Jah-
ren 2000 bis 2004 verausgabt.  
 
Ausblick: 
Bei den Gebäuden, in denen noch erhöhte Messwerte in Aufenthaltsbereichen vorliegen, sind 
weitere Analysen zu den möglichen Quellen veranlasst. Es ist nicht auszuschließen, dass hier 
nach wie vor Quellen im Gebäude vorhanden sind, oder aber außenliegende Quellen als Verur-
sacher (Eintrag ins Gebäude über Luftverbindungen) vorliegen. 
 
Ob zusätzliche Haushaltsmittel für ggf. erforderliche weitergehende Sanierungen erforderlich 
werden, ist derzeit nicht absehbar. Hierzu würde zu gegebener Zeit eine Anmeldung zum Haus-
halt erfolgen.  
 
Weitere Maßnahmen: 
Abgesehen von den bereits vor genannten Maßnahmen ergibt sich möglicherweise an der 
Hauptschule Hiltrup einen weiteren Handlungsbedarf. 
 
Dies Objekt wurde, da es vom Baujahr und von der Konstruktion her mit der benachbarten Jo-
hannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup vergleichbar is t, seit einigen Jahren als unkritisches Refe-
renzobjekt in Bezug auf Raumluftmessungen herangezogen. Beide Objekte weisen demnach 
vergleichbar belastete Außenfugen auf, es befinden sich jedoch in der Hauptschule keine PCB-
Primärquellen. In 2004 wurden nunmehr erstmals mehrere Raumluftmesswerte mit Belastungen 
über 300 ng/cbm nachgewiesen, so dass hier ebenfalls ein weiterer Untersuchungsbedarf be-
steht.  
 
Die noch durchzuführenden Untersuchungen und Sanierungen erfolgen in enger Abstimmung mit 
den jeweiligen Gebäudenutzern (Schulen, Bäderabteilung des Sportamtes etc.).  
 
In allen sanierten Gebäuden werden nach wie vor regelmäßige Kontrollmessungen durchgeführt.  
 
I.V. 
 
 
gez. 
Joksch 
 
 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1: Kostenübersicht PCB Sanierungen 
Anlage 2: Information zur PCB

Beratungsverlauf (1)

26.04.2005 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 5.7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (20)

  • Friedhofstraße 150
  • Kampstraße 130
  • Eichendorffstraße 390
  • Von-Esmarch-Straße 195
  • Am Waldfriedhof 160
  • An der Alten Kirche 130
  • Zum Hiltruper See 130
  • Am Klosterwald 30
  • Auf dem Dorn 14
  • Königsberger Straße 120
  • Tilbecker Straße 140
  • Westfalenstraße 115
  • Heriburgstraße 110
  • Uppenkampstiege 65
  • Vörnste Esch 270
  • Pastorsesch 150
  • Unckelstraße 140
  • Große Wiese 140
  • Hohe Ward
  • Kinderhaus

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0129/2005
Typ
Vorlage
Datum
14.02.2005
Erstellt
06.10.2020 14:37