2705/2024
Beantwortung der mündlichen Anfragen aus der JHA-Sitzung vom 18.06.2024 zu Vorlage 1401/2024 "Kriminalitätsbericht 2023"
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Anlage 1 Auszug aus der Niederschrift zum JHA vom 18.06.2024 TOP 8.3.1 Vorlage 1401-2024
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Geschäftsführung Jugendhilfeausschuss Frau Wolf Telefon: (0221) 221 24954 E-Mail: karin.wolf1@stadt-koeln.de Datum: 03.09.2024 Auszug aus der Niederschrift der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 18.06.2024 öffentlich 8.3.1 Kriminalitätsbericht 2023 1401/2024 Herr Rudolph hinterfragt, ob die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen tatsächlich an- steige oder ob der Schweregrad der Gewalttaten zugenommen habe. Frau Schalla bittet um eine kurze generelle Einordnung des Berichts, um auch Dritten gegenüber sprechfähig zu sein. Sie beschreibt den sehr starken Anstieg, der in vielen Deliktsbereichen sogar deutlich über dem Niveau der Jahre 2018 und 2019 liege. Die- ser lasse sich nicht allein durch die Auswirkungen der Pandemie erklären. Sie fragt nach Erklärungsansätzen für den stärkeren Anstieg der Tatverdächtigen unter 21 Jah- ren (circa 5 Prozent) im Vergleich zu den erwachsenen Tatverdächtigen (circa 2 Pro- zent). Sie ist sich unsicher, ob aufgrund der Corona-Pandemie die Entwicklung der Zahlen in den Folgejahren abgewartet werden solle. Des Weiteren weist sie darauf hin, dass die Zahlen der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung nach wie vor hoch seien. Sie fragt nach einer Aufschlüsselung wel- che Straftaten hier besonders relevant seien, und ob es immer noch einen Schwer- punkt bei der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte innerhalb der jugendlichen Peer-Gruppen gebe. Sie möchte abschließend wissen, ob aufgrund der gesetzlichen Änderungen von einer sinkenden Anzahl Taten/Tatverdächtiger ausgegangen werden könne. Herr Reuther erklärt, dass ein Teil der Fragen bereits im Vorwort beantwortet worden sei und beschreibt, dass die Zahlen sich sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Ju- gendlichen auf dem Vor-Corona-Niveau eingependelt hätten. Er sagt zu, sich mit Frau Schalla hinsichtlich ihrer Fragen in Verbindung zu setzen und weist anschließend auf einen redaktionellen Fehler hin. Auf Seite 2, sollten die Sätze „Der Trend lässt sich alleine mit den polizeilichen Ansätzen weder erklären, noch stop- pen.“ und „ Die Einschränkungen durch Corona dürften einen wesentlichen Beitrag zu den rückläufigen Zahlen in den letzten beiden Jahren beigetragen haben. Der nun sehr starke Anstieg – das Niveau liegt in vielen Deliktsbereichen sogar deutlich über dem der Jahre 2018 und 2019 -lässt sich mit den Auswirkungen der Pandemie aber nicht alleine erklären.“ eigentlich gestrichen sein. Herr Gümüs hinterfragt ebenfalls die Zahlen der Delikte gegen die sexuelle Selbstbe- stimmung wie auch die der Straßenkriminalität.
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IV/51 Vorlagen-Nummer 05.09.2024 2705/2024 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 17.09.2024 Beantwortung der mündlichen Anfragen aus der JHA-Sitzung vom 18.06.2024 zu Vorlage 1401/2024 "Kriminalitätsbericht 2023" Frau Schalla bittet um eine kurze generelle Einordnung des Berichts, um auch Dritten gegen- über sprechfähig zu sein. Sie beschreibt den sehr starken Anstieg, der in vielen Deliktsberei- chen sogar deutlich über dem Niveau der Jahre 2018 und 2019 liege. Dieser lasse sich nicht allein durch die Auswirkungen der Pandemie erklären. Sie fragt nach Erklärungsansätzen für den stärkeren Anstieg der Tatverdächtigen unter 21 Jahren (circa 5 Prozent) im Vergleich zu den erwachsenen Tatverdächtigen (circa 2 Prozent). Sie ist sich unsicher, ob aufgrund der Corona-Pandemie die Entwicklung der Zahlen in den Folgejahren abgewartet werden solle. Des Weiteren weist sie darauf hin, dass die Zahlen der Delikte gegen die sexuelle Selbstbe- stimmung nach wie vor hoch seien. Sie fragt nach einer Aufschlüsselung welche Straftaten hier besonders relevant seien, und ob es immer noch einen Schwerpunkt bei der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte innerhalb der jugendlichen Peer-Gruppen gebe. Sie möchte abschließend wissen, ob aufgrund der gesetzlichen Änderungen von einer sinken- den Anzahl Taten/Tatverdächtiger ausgegangen werden könne. Die Polizei NRW antwortet wie folgt: Der vom Polizeipräsidium Köln jährlich erstellte Jugendkriminalitätsbericht für Köln und Lever- kusen stellt bereits veröffentlichte Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik in einem Kon- text zusammen, der dem Adressatenkreis – hier dem Jugendhilfeausschuss – die eigene Be- wertung und ggf.- Analyse ermöglichen soll. Die Zusammenstellung wird dabei auf Wunsch von Mitgliedern oder Institutionen aus dem Adressatenkreis angepasst. Im Vorwort werden seitens der Polizei einige wenige Erläuterungen zum Bericht gegeben. Hierbei handelt es sich weitgehend um anerkannte Erkenntnisse zu Merkmalen der Jugendkri- minalität aus der Kriminologie. Eine weitergehende kriminologische Bewertung der Zahlen oder fundierte Prognosen hierzu sollten aufgrund der besonderen Fachlichkeit durch die kriminologische und soziologische Forschung erfolgen. Zur Identifizierung von Ursachen der Jugendgewalt sowie geeigneten Präventionsmaßnahmen hat die Landesregierung NRW bereits eine Studie in Auftrag gege- ben, welche durch das Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität zu Köln durchgeführt wird. Diese Studie wird dem Jugendhilfeausschuss zu gegebener Zeit zur Verfü- gung gestellt. Studie Freundschaft und Gewalt im Jugendalter: Freundschaft und Gewalt im Jugendalter 2024 (fugj-studie.de) Gez. Voigtsberger Anlage
Anlage 2 Tabelle zu Anzahl der Tatverdächtigen
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2019 2020 2021 2022 2023 2019 2020 2021 2022 2023 892000 Gewaltkriminalität 5.355 4.879 4.541 5.160 5.156 100000 Sexualdelikte 1.031 1.094 1.297 1.671 1.967 < 21 gesamt 1.466 1.303 1.249 1.546 1.555 < 21 gesamt 239 224 351 513 603 Kinder 218 137 178 245 264 Kinder 37 46 84 141 167 Jugendliche 635 603 573 732 749 Jugendliche 119 110 167 251 293 Heranwachsende 613 563 498 569 542 Heranwachsende 83 68 100 121 143 davon davon 892500 Mord und Totschlag 35 33 22 21 38 131000 Sexueller Missbrauch von Kindern §§ 176-176e StGB 174 165 180 174 207 < 21 gesamt 2 1 1 6 12 < 21 gesamt 68 52 58 71 68 Kinder Kinder 19 14 22 18 26 Jugendliche 1 1 8 Jugendliche 38 29 23 33 29 Heranwachsende 1 1 1 5 4 Heranwachsende 11 9 13 20 13 111000 Vergewaltigung, sexuelle Nötigung…... 213 184 201 236 299 143200 Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornographischer Inhalte gemäß § 184b StGB 137 208 387 527 636 < 21 gesamt 33 40 41 48 64 < 21 gesamt 51 52 160 244 305 Kinder 1 3 1 2 5 Kinder 7 16 46 99 117 Jugendliche 15 17 16 24 31 Jugendliche 31 22 74 111 138 Heranwachsende 17 20 24 22 28 Heranwachsende 13 14 40 34 50 210000 Raub,räuberische Erpressung…… 686 724 634 938 975 143100 Verbreitung pornografischer Inhalte (Erzeugnisse) an Personen unter 18 Jahren § 184 Abs. 1 Nr. 1, 2, 5 StGB 7 14 14 14 15 < 21 gesamt 295 282 275 418 450 < 21 gesamt 4 9 7 8 10 Kinder 36 23 18 67 78 Kinder 2 1 2 5 Jugendliche 161 163 158 223 265 Jugendliche 1 6 5 3 3 Heranwachsende 98 96 99 128 107 Heranwachsende 1 2 2 3 2 222000 Gefährliche und schwere KV 4.574 4.061 3.846 4.188 4.064 < 21 gesamt 1.223 1.034 1.011 1.189 1.146 Kinder 191 117 164 198 199 Jugendliche 511 459 447 553 520 Heranwachsende 521 458 400 438 427 2019 2020 2021 2022 2023 2019 2020 2021 2022 2023 899000 Straßenkriminalität 5.601 5.042 4.686 5.425 5.780 *26.00 Ladendiebstahl 6.688 5.476 4.407 6.489 8.045 < 21 gesamt 1.821 1.647 1.542 1.746 1.744 < 21 gesamt 2.408 1.514 1.429 2.493 2.966 Kinder 252 169 246 286 256 Kinder 606 327 356 588 686 Jugendliche 806 798 716 828 846 Jugendliche 1.304 810 806 1.432 1.570 Heranwachsende 763 680 580 632 642 Heranwachsende 498 377 267 473 710 davon 114000 Sexuelle Belästigung 257 229 180 315 376 < 21 gesamt 47 32 20 57 61 Kinder 3 7 3 13 8 Jugendliche 18 14 10 26 35 Heranwachsende 26 11 7 18 18 132000 Exhibitionistische Handlungen 140 145 140 159 139 < 21 gesamt 9 3 9 7 7 Kinder 1 Jugendliche 2 2 2 1 5 Heranwachsende 7 1 7 5 2 216000 Handtaschenraub 28 15 10 21 12 < 21 gesamt 12 10 5 8 8 Kinder 1 1 1 3 Jugendliche 9 9 2 7 3 Heranwachsende 2 2 1 2 217000 Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen 339 327 325 440 477 < 21 gesamt 190 187 189 258 288 Kinder 27 17 13 59 57 Jugendliche 108 123 117 131 183 Heranwachsende 55 47 59 68 48 222100 Gefährliche und schwere KV auf Straßen, Wegen oder Plätzen 2.514 1.909 1.837 1.977 2.260 < 21 gesamt 824 620 658 679 756 Kinder 117 61 109 94 107 Jugendliche 339 277 302 322 365 Heranwachsende 368 282 247 263 284 *50.00 Diebstahl an/ aus Kfz 344 337 401 467 412 < 21 gesamt 95 101 127 110 85 Kinder 4 4 13 6 8 Jugendliche 41 53 61 59 43 Heranwachsende 50 44 53 45 34 *90.00 Taschendiebstahl 330 317 288 430 626 < 21 gesamt 114 108 96 154 198 Kinder 12 3 3 14 8 Jugendliche 47 49 48 85 102 Heranwachsende 55 56 45 55 88 *..100 Diebstahl von Kraftwagen 142 117 127 149 152 < 21 gesamt 53 39 42 36 41 Kinder 2 5 1 Jugendliche 37 20 19 15 19 Heranwachsende 14 19 18 21 21 *..200 Diebstahl von Mopeds und Krafträdern 110 81 86 98 192 < 21 gesamt 71 47 40 52 125 Kinder 5 2 3 6 14 Jugendliche 50 33 27 34 93 Heranwachsende 16 12 10 12 18 *..300 Diebstahl von Fahrrädern 516 544 405 426 433 < 21 gesamt 189 206 108 134 100 Kinder 15 33 10 25 18 Jugendliche 109 111 56 75 52 Heranwachsende 65 62 42 34 30 *..700 Diebstahl von/ aus Automaten 44 32 30 18 12 < 21 gesamt 10 7 17 11 3 Kinder 4 3 Jugendliche 7 4 8 7 2 Heranwachsende 3 3 5 1 1 674100 Sachbeschädigung an Kfz 599 601 573 639 583 < 21 gesamt 171 192 143 135 103 Kinder 39 22 34 17 18 Jugendliche 64 81 64 45 42 Heranwachsende 68 89 45 73 43 674300 Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen 855 882 851 973 771 < 21 gesamt 308 307 323 346 212 Kinder 64 37 78 82 48 Jugendliche 126 140 146 170 74 Heranwachsende 118 130 99 94 90 Anzahl der Tatverdächtigen- Tabelle 102 Quelle: PKS NRW / PP Köln KK 41
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2705/2024
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 05.09.2024
- Erstellt
- 03.09.2024 14:59