2010/0375
Bürgerpreis für soziale Verdienste 2010
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2010/0375
12854 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
14.09.2010
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Soziales und
Prävention
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
II, V, 50, 590
Vorlage-Nr. 2010/0375
Magistratsbeschluss-Nr.
Betreff: Bürgerpreis für soziale Verdienste 2010
Vorlage vom: 13.09.2010
Beschlussvorschlag:
Der Bürgerpreis für soziale Verdienste, dotiert mit 2.500 Euro, wird im Jahr 2010 folgenden
Vorgeschlagenen für ihr beispielhaftes ehrenamtliches Engagement zuerkannt:
1. der Initiative BehindART des PARITÄTISCHEN Hessen e.V., zur Förderung
des künstlerisch-kreativen Potentials von Menschen mit Behinderung
(1000 Euro)
2. den drei Hospizgruppen in Darmstadt, (jeweils 500 Euro):
• Evangelischer Hospiz- und Palliativ Verein Darmstadt e.V.,
ambulanter Palliativ- und Hospizdienst Darmstadt
• Malteser Hospizdienst des MDH
• Hospizgruppe Darmstadt e.V.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
2
...
Beschluss des Magistrats vom
3
...
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.09.2010
Die Satzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt über die Ehrung verdienter Persönlichkeiten
(Ehrungsordnung) vom 26.Mai 1989 sieht vor, alle zwei Jahre für beispielhafte Leistungen oder
Anstrengungen auf dem Gebiet der ehrenamtlichen Sozialarbeit einen „Bürgerpreis für soziale
Verdienste“ zu verleihen.
Am 28.06.2010 fand die Sitzung der Jury zur Verleihung des Bürgerpreises 2010 unter dem Vorsitz
des Sozialdezernenten Stadtrat Jochen Partsch statt.
Teilnehmende Jury-Mitglieder waren Frau Schneider, Caritasverband Darmstadt e.V., Frau Franz,
Paritätischer Wohlfahrtsverband, Herr Siebel, Vorsitzender Arbeiterwohlfahrt Darmstadt e.V. und
Sprecher der Liga Freier Wohlfahrtsverbände.
Als Vorschläge für die diesjährige Preisverleihung wurden eingebracht:
1. BehindART des Paritätischen Hessen e.V. – Förderung des künstlerisch-kreativen
Potentials von Menschen mit Behinderung.
2. Ehrenamtlicher Besuchsdienst für Seniorinnen und Senioren des Diakonischen Werkes und
Amt für Soziales und Prävention – Beratungs- und Servicezentrum für Ältere und Menschen
mit Behinderung
3. Verein „Weiterleben e.V.“ – Verein für psychosoziale Krebsberatung
4. Frau Dr. Cornelia Hinrichsen – engagiert sich in der Frauengesundheitsbildung
5. Frau Hannelore Schmidt-Teske – engagiert sich im Sportbereich
6. Nachwanderer Eberstadt – Unterstützung von Jugendlichen und Vermittlung von Sicherheit
im Stadtteil Eberstadt-Süd
7. Hospizgruppen Darmstadt:
Evangelischer Hospiz- und Palliativ Verein Darmstadt e.V., ambulanter Palliativ- und
Hospizdienst Darmstadt
Ökumenische Hospizgruppe Darmstadt e.V.
Malteser Hospizdienst des MDH
Nach ausführlicher Diskussion hielt die Jury fest, dass das Engagement von allen sehr zu schätzen
und für das Gemeinwesen der Wissenschaftsstadt Darmstadt von großer Bedeutung ist.
Die Jury einigte sich einstimmig für die Verleihung des Bürgerpreis 2010
• die Initiative BehindART des PARITÄTISCHEN Hessen e.V., zur Förderung des
künstlerisch-kreativen Potentials von Menschen mit Behinderung
mit einem Preisgeld von 1.000 Euro
sowie die drei Hospizgruppen in Darmstadt:
• Evangelischer Hospiz- und Palliativ Verein Darmstadt e.V.,
ambulanter Palliativ- und Hospizdienst Darmstadt
• Hospizgruppe Darmstadt e.V.
• Malteser Hospizdienst des MDH
mit einem Preisgeld von jeweils 500,00 Euro
vorzuschlagen.
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...
Projektbeschreibung BehindART
Bei der Ausstellungsreihe BehindART handelt es sich um eine Kunstausstellungsreihe mit
Bildern und Skulpturen, gemalt und angefertigt von Menschen mit einer körperlichen
und/oder geistigen Behinderung.
Die künstlerisch tätigen behinderten Menschen werden von Einrichtungen der
Behindertenhilfe ambulant betreut oder leben in stationären Einrichtungen. Manchmal haben
die Einrichtungen ein Kunstprojekt, einen Kreativkurs oder Malworkshop etc. in ihre Arbeit
integriert.
Insgesamt sind in der Initiative BehindART inzwischen über 100 Künstler/innen
unterschiedlichen Alters mit unterschiedlich geistigen, körperlichen und psychischen
Behinderungen aktiv. Ihr künstlerisches Arbeiten findet teilweise in der Freizeit, teilweise in
Kunstgruppen oder im Rahmen arbeitsbegleitender Maßnahmen in den Werkstätten für
behinderte Menschen statt.
25 Organisationen haben sich dem Bündnis angeschlossen, um unter der Regie
des PARITÄTISCHEN zahlreiche Projekte und Aktionen durchzuführen. Auftakt bildete die
Eröffnungsfeier der Kunstausstellung BehindART im Hessischen Staatsarchiv.
Da die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern sehr positiv war, führte der
PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hessen die Ausstellungsreihe auch in den kommenden
Jahren weiter. So entstand mit den Jahren eine Kunstausstellungsreihe, die in Darmstadt
zwischenzeitlich zu einer festen Größe geworden ist.
Die ehrenamtliche Arbeit der Kunstassistenten und Kunstassistentinnen
Kunstassistenten und Kunstassistentinnen begleiten die künstlerische Arbeit von Menschen mit
Behinderung in den Einrichtungen der Behindertenhilfe. Hierzu gehört zum einen die praktische
Unterstützung des künstlerischen Arbeitens. Zum anderen sind sie Vertreter/innen der Menschen mit
Behinderung in der Öffentlichkeit und im BehindART-Arbeitskreis.
Die Kunstassistenten und Kunstassistentinnen verbinden ihr ehrenamtliches Engagement für die
künstlerische Arbeit von Menschen mit Behinderung mit ihrer hauptamtlichen Arbeit. Hierzu werden
ihnen in den verschiedenen Einrichtungen unterschiedliche Freiräume ermöglicht. Neben ihrer
besonderen Arbeit für Künstlerinnen und Künstler, bei der sie wiederum von ihren Leitungen und
Teams unterstützt werden, sind sie in der Regel in der normalen Sozialarbeit der Einrichtungen
eingebunden.
Die Tätigkeiten der Kunstassistenten und Kunstassistentinnen im BehindART-Projekt finden
überwiegend außerhalb der üblichen, bezahlten hauptamtlichen Arbeitszeiten statt. Die
Kunstassistenten und Kunstassistentinnen haben das persönliche Ziel, das künstlerische
Schaffen der von ihnen betreuten Menschen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu
machen. Dies ist für sie Motivation für einen bemerkenswerten ehrenamtlichen Einsatz, den
es zu würdigen gilt.
Evangelischer Hospiz- und Palliativ-Verein Darmstadt e.V.,
2003 gegründet als Evang. Hospizverein Darmstadt e.V..
Jährlich werden seitdem 10 bis 20 Menschen für die ehrenamtliche Arbeit qualifiziert.
Zu den vier Modulen der Ausbildung in sieben Monaten gehören acht Samstage mit den
Themenbereichen Kommunikation, ethische Fragestellungen, Altern, Spiritualität, Krankheit, Sterben,
Trauer. Wöchentlich vorgesehen ist eine Stunde Zeit für Besuche im Altenpflegeheim und drei
Stunden zum Austausch und zur Praxisreflektion.
Eine feierliche Segnung und Sendung in einem Gottesdienst bildet den Abschluss und ist gleichzeitig
der Beginn der aktiven Arbeit in der ambulanten Hospizarbeit.
Zurzeit gibt es rund 50 Ehrenamtliche, die bereit sind, schwerstkranke und sterbende Menschen zu
Hause, im Altenheim oder im Krankenhaus auf der Palliativstation in den letzten Monaten, Wochen,
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...
Tagen, Stunden ihres Lebens zu begleiten. Gespräche mit Partnern oder Partnerinnen, Kindern,
Angehörigen und weiteren Personen im Umfeld können ebenfalls zu ihren Aufgaben gehören.
Die Hospizbegleiter/innen kommen aus allen Berufs- und Altersgruppen, wer berufstätig ist, nimmt
sich am Wochenende oder am Abend Zeit für Besuche.
Pro Jahr werden bis zu 120 Begleitungen angefragt. Manchmal dauert der Einsatz nur ein paar
Stunden, oft engagieren sich die Ehrenamtlichen viele Stunden über einen längeren Zeitraum. Das
Ganze geschieht unentgeltlich, lediglich Fahrtkosten können ersetzt werden.
Einmal im Monat bietet der Hospizverein angeleitete Treffen sowohl zum Austausch, als auch zur
Supervision und zur Fortbildung. Anerkennende Worte in Dankesbriefen oder eine abschließende
Einladung von Angehörigen nach Begleitungen sind symbolischer Ausdruck der Anerkennung für die
wertvolle Arbeit, die hier geleistet wird.
Ein hoher zeitlicher Aufwand ist mit diesem Dienst verbunden, ebenso eine großartige persönliche
Leistung aller Beteiligten, die immer öfter angefragt wird.
Im kommenden Jahr, wenn das stationäre „Elisabethen-Hospiz“ in Betrieb geht, werden weit mehr
Ehrenamtliche gebraucht.
Malteser Hospizdienst Darmstadt
Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst
Aktuell besteht der Malteser Hospizdienst aus 45 ehrenamtlichen und vier hauptamtlichen
Mitarbeiter/innen. Die ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen sind Frauen und Männer aus
unterschiedlichen Berufen, Altersgruppen und Konfessionen, die sich mit Krankheit, Sterben und
Trauer intensiv befasst haben.
Vorrangiges Ziel ist es, Menschen in ihrem Wunsch zu unterstützen, ihre letzte Lebensphase in
vertrauter Umgebung zu verbringen; möglichst schmerzfrei, bewusst und selbst bestimmt. Darüber
hinaus will der Hospizdienst dazu beitragen, dass Sterben, Tod und Trauer wieder als wichtige
Bestandteile des Lebens verstanden werden und diese schwierige Zeit tragbar wird.
Für diese Aufgabe sind die Mitarbeiter/innen sorgfältig vorbereitet und ausgebildet. Die
hauptamtlichen Koordinatorinnen mit Palliative-Care-Fachweiterbildung koordinieren und unterstützen
die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter/innen.
Sie unterliegen der Schweigepflicht und der Dienst ist kostenfrei.
Konkrete Angebote:
Begleitung, Unterstützung und Beratung schwerkranker und alter Menschen in ihrer letzten
Lebensphase und in der Umgebung ihrer Wahl: Zu Hause, im Alten- bzw. Pflegeheim, im
Krankenhaus oder im stationären Hospiz. Dabei richtet sich die Begleitung ganz nach den Wünschen
der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
• Begleitung, Unterstützung und Beratung von Angehörigen
• Trauerbegleitung
• Vorträge und öffentliche Veranstaltungen
• Aus- und Fortbildungen von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen
Die Hospizgruppe Darmstadt e.V.
wurde 1992 gegründet und ist ein gemeinnützig anerkannter Verein, konfessionell ungebunden und
bietet seine Leistungen unentgeltlich an.
Ehrenamtliche Hospizbegleiter/innen haben eine halbjährige Ausbildung absolviert und sind
umfassend auf ihre Aufgaben vorbereitet.
Viele der aktiven Mitglieder sind schon lange Jahre in der Hospizbewegung tätig und möchten diese
Arbeit nicht mehr missen: Sie kostet Zeit und Energie, gibt dafür aber viele menschliche, intensive und
glückliche Momente zurück. Kontinuierliche Fortbildung, Helfertreffen und professionelle Supervision
begleiten und unterstützen sie in ihrer Arbeit.
Zum Team der Hospizgruppe gehören derzeit 22 aktive Hospizbegleiter und -begleiterinnen. Alle sind
für diese Aufgabe qualifiziert, jede/r bringt sich nach eigenem Ermessen, mit der ganz persönlichen
Art in dieses Ehrenamt ein. Und manche übernehmen auch noch weitere Aufgaben innerhalb der
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Hospizgruppe Darmstadt: Koordination, Buchhaltung, Kommunikation – was eben innerhalb einer
Gruppe bzw. eines Vereins zu tun ist.
Der Hospizgedanke lebt vom Miteinander: Die Hospizgruppe arbeitet zusammen mit Altenheimen,
Krankenhäusern und Sozialstationen, mit Ärzten und Kirchengemeinden – und möchte mit ihrem
Einsatz das vorhandene Netz ergänzen. Gemäß den Vorgaben für Palliativ-Medizin kooperiert sie
auch mit Schmerz-Medizinern und ambulanten Pflegediensten.
Die Begleiterinnen und Begleiter kommen ins Krankenhaus, ins Altenheim oder zu den Menschen
nach Hause. Dabei bestimmt die begleitete Person, wie diese gemeinsame Zeit gestaltet wird, ihre
Wünsche stehen im Mittelpunkt.
Zur Hospizbegleitung gehört dazu, die Angehörigen zu unterstützen und zu entlasten, Trauernden
dabei zu helfen, den Abschied zu bewältigen. Die Begleitung geschieht in Absprache mit dem sozialen
Umfeld.
Information und Beratung findet statt im persönlichen Gespräch, am Telefon, aber auch durch
Vorträge und Infoveranstaltungen, in Schulen und Institutionen. Darüber hinaus informiert die Gruppe
zu den Themen - Palliativpflege - Stationäre Hospize - Patienten- und Betreuungsverfügung und bietet
Schulungen und Fortbildungen an für Pflegepersonal in stationären Einrichtungen des
Gesundheitswesens.
Die Verleihung des Bürgerpreises wird am Donnerstag, den 28.10.2010 von 16:00 – 17:00 Uhr im
Magistratssaal „Graz“ stattfinden.
Darmstadt, 13.09.2010
We/Ak
Dezernat V
Jochen Partsch
Stadtrat
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2010/0375
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 13.09.2010
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00