2855/2019
Darstellung der Sparten
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Anlage 1 (Szenebericht 2019 Literaturfestivals)
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Anlage 1 Szenebericht Literatur 2019 / Kulturausschuss am 17. September 2019 Vorbemerkung: Im Mittelpunkt des diesjährigen Szeneberichts stehen Literaturfestivals und literarische Großformate, ein Bereich der Literaturszene, der sich in den letzten Jahren besonders positiv und anregend entwickelt hat. Die Entwicklung mag man analog zur stetig gewachsenen Beliebtheit von Serien im Bereich Film sehen: Serielles Erzählen ist en vogue! Serielle Rezeptionsformen bereichern die Vermittlungsformate. Der Bericht stellt 1. kurz die Entwicklung vor, macht 2. Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Situation der beteiligten Akteur*innen und bietet 3. eine Liste derzeitiger „serieller“ Literaturangebote. Bei Punkt 2 greift der Bericht zum Teil auf frühere Vorschläge zurück, ist sich aber der in der KEP formulierten Ideen bewusst. Entwicklung & Zustandsbeschreibung: Die Literatur in Köln hat sich in den letzten Jahren maßgeblich belebt, hat neue Angebote fürs Kölner Publikum und für die Akteur*innen der Literaturszene geschaffen. Auch früher gab es Literaturangebote, die über Einzellesungen hinauswiesen: Formate der Zentralbibliothek und des LIK- Archivs, Länderschwerpunkte in Kooperation mit Kulturinstituten, die „Interlit“ (internationales Literaturfestival im Jahr 1982 mit gut 200 Autor*innen), der Kölner Bücherherbst brachte Kölner Akteur*innen mit dem Publikum ins Gespräch, der „Atlas der neuen Poesie“ (Kooperation Buchhandlung Bittner & Literaturhaus) bot ein erstes Lyrikfestival. Vor allem aber waren 1996 die Gründung des Literaturhauses und 2001 die 1. lit.COLOGNE eine wesentliche Belebung im Bereich literarischer Veranstaltungen. Die lit.COLOGNE setzte mit ihrem Start im Jahr 2001 neue Festivalstandards. Aber erst seit 2010 gibt es mit der Entwicklung neuer Festivals verstärkt Angebote, die Literatur zum Ereignis machen, Schwerpunkte setzen und Austausch und Vernetzung fördern. Die Festival-Parameter lauten: Einzigartigkeit, Episodenhaftigkeit und Gemeinschaftlichkeit. Die lit.COLOGNE präsentiert Literatur vor allem in ihrer Breite. Die neueren Festivals setzen auf thematische Schwerpunkte und inhaltliche Konzentration – ob für Comic, Lyrik, die Situation von Autorinnen, Krimi oder Kinder- und Jugendbuch. Sie schaffen Gesprächsräume und Workshopformate sowie Vernetzungs-und Austauschmöglichkeiten – auch mit Akteur*innen weiterer Künste. Damit nehmen gerade interdisziplinäre Literaturfestivals die gewachsene Medienkonkurrenz ernst und treten – in der Medienhauptstadt Köln – mit ihr in den produktiven Austausch. Ein Gutteil der neueren Formate wird in der jüngeren Szene entwickelt und zum Teil ehrenamtlich auf die Beine gestellt. Anregungen/Ideen & Wünsche: • Weitere Aufwertung der Literatur im Kulturetat der Stadt Köln! Die Literaturszene wünscht sich eine weitere Erhöhung ihres Etats (Ziel: 10 % des Kulturetats), um die positive Entwicklung, Belebung und Vielfalt der letzten Jahre zu sichern und weiterhin zu stärken! Der Zuwachs an interessanten Festivals und die stetige Belebung der Szene werden mehr Bedarf mit sich bringen und dürfen im Aufschwung (der auch eine verstärkte Ansiedlung von Schreibenden mit sich bringt) nicht gehemmt werden. • Stärkung von Literaturfestivals: Eine Stärkung der Festivals, die in den letzten Jahren entstanden sind und derzeit in der Szene und beim Publikum für Anregung und Austausch sorgen, sollte eingeplant werden. • Mehrjährige Förderung von Projekten schafft Perspektive: Die Entwicklung von Festival- Projekten und -Perspektiven ist aufwändig, da diese sich als Marke längerfristig etablieren und häufig in Mehrjahresplanung ein Profil entwickeln müssen. Die Szene begrüßt dabei den Vertrauensvorschuss, den sie bei der Planung neuer Projekte seitens des Kulturamts genießt. Wenn Festivalideen/-strukturen sich als tragfähig und produktiv erweisen (z.B. nach dreimaliger Durchführung), wäre eine Zusage auf mehrjährige Projektförderung sehr wünschenswert. Sie ermöglicht die kontinuierliche und professionelle Vermittlungsarbeit der freien Literaturszene. • Literaturveranstalter*innen stärken: Literaturveranstaltungen bilden häufig die Basis der Einkommens von Autor*innen. Literaturveranstaltungen zu stärken, bedeutet die Schreibenden zu stärken und die Literaturakteur*innen in den Austausch zu bringen. a) Viele Veranstalter*innen wünschen sich mehr Know How-Transfer, um über die Breite der Möglichkeiten informiert zu sein und sich zu professionalisieren. b) Veranstalter*innen von Festivals wenden sich häufig an mehrere Förderträger; ein Problem entsteht durch die unterschiedlichen Zeitpunkte für die Förderzusagen (eine allgemeine Problematik). Späte Zusagen können zur Folge haben, das wichtige Autor*innen nicht mehr gebucht werden können. c) Freie Literaturveranstalter*innen arbeiten häufig an der Grenze zur Selbstausbeutung. Sie wünschen sich eine Orientierungshilfe bei der Bezifferung von angemessener Honorierung für eine haltbare Kalkulation. • Förderung von Netzwerkstrukturen: Netzwerke sind das Kapital für Schreibende und die Akteur*innen der Literaturszene. Neben dem jährlichen Saisonauftakt der Literaturszene von Literaturhaus und Kulturamt oder der Literaturnacht, vom Verein Literaturszene Köln ins Leben gerufen, sollten weitere Formate entwickelt werden. Eine Tagung zur „idealen Veranstaltung“ im Austausch mit Veranstaltern anderer Einrichtungen (auch interdisziplinär) wäre eine sinnvolle Ergänzung. Anregungen durch „best practice“-Beispiele fördern auch Transparenz und ermutigen Literaturakteur*innen. • Fortsetzung der Kölner Literaturnacht: Die 1. Kölner Literaturnacht wurde von Autor*innen und Veranstalter*innen als Möglichkeit, die hiesige Literaturszene zu präsentieren, erfolgreich genutzt. Als Instrument der Bekanntmachung und Vernetzung hat sie sehr gut funktioniert. Eine Fortsetzung ist geplant und die öffentliche Förderung wünschenswert, wobei sich der Verein Literaturszene Köln auch um weitere Förderer bemüht. • Transparenz & Offenheit: Eine Darstellung der geförderten Projekte, der man die Funktionsweise der Veranstaltungen entnehmen kann, könnte in Beispielen vom Verein Literaturszene Köln geleistet werden und für mehr Transparenz und Austausch sorgen und eine Ermutigung für noch wenig erfahrene Veranstalter*innen mit guten Ideen bewirken. • Interdisziplinarität: Insbesondere die jüngere Szene hat ein verstärktes Interesse an interdisziplinären Formaten, möchte mit anderen Künsten in den Dialog treten und Literatur neben andere Kreativbereiche stellen. Eine Erleichterung der spartenübergreifenden Förderung und verstärkte Offenheit gegenüber interdisziplinären Projekten ist wünschenswert. • Honorarförderung nach Vorbild der „Werkproben“ (Kultursekretariats NRW in Wuppertal): Öffentliche Literaturveranstalter*innen und Schulen erhalten die Möglichkeit, Kölner Autor*innen zu Festivalteilnahme vergünstigt einzuladen. Diese Förderung kann zur Folge haben, dass eine Teilhabe von Kölner Autor*innen befördert wird. • Matchmaker: Die Kulturpaten sind eine großartige Vermittlung zwischen der Kultur und anderen Praxisbereichen. Eine Einrichtung, die als Matchmaker zwischen der förderwilligen Wirtschaft oder Privatpersonen und förderwürdigen Kulturveranstalter*innen dienen würde, wäre eine großartige Sache! Literaturfestivals in Köln (Auswahl) • Auftakt Festival (2017): Dreitägiges Festival rund um szenische Texte, bei dem gemeinsam an Texten gearbeitet wird, um sie abschließend in der Tanzfaktur vor Publikum zu präsentieren. • Crime Cologne: Krimifestival, das seit 2011 jährlich stattfindet. Mit Lesungen, kriminalistischen Stadtführungen, interaktive Verbrecherjagden oder Detektivkursen für Kinder. • Europäisches Literaturfestival Köln/Kalk (2019): Das Europäische Literaturfestival bringt in Kalk Autor*innen aus dem europäischen Ausland und aus Köln zusammen. • Hörspielwiese (2018): Auf der Hörspielwiese werden an drei Tagen im August Klassiker, Kinderhörspiele, Live-Hörspiele und Klangkunst im öffentlichen Raum präsentiert. • INSERT FEMALE ARTIST (2019): Schriftsteller*innen, Filmemacher*innen, Performance- & Audio- künstler*innen, Wissenschaftler*innen befassen sich mit weiblicher Autor- & Künstlerschaft. • Kölner Comic Festival: Seit 2016 (alle zwei Jahre) vom Literaturhaus Köln organisiertes Comicfestival mit Autor*innengesprächen, Podiumsdiskussionen und Comiclesungen. • Kölner Literaturnacht: Auf Initiative des Literaturszene Köln e.V. erstmals am 4. Mai 2019 mit 150 Literaturakteur*innen präsentierter Auftritt der Literaturszene Kölns. • Kölner Literaturtage des VS: Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) vom Bezirk Köln organisiert jährlich Kölner Literaturtage mit Autor*innen aus Köln & Umgebung. • Leseclub Festival NRW (ab 2020): Die Idee der Lesekreise wird in eine größere Form überführt & ermöglicht den Austausch über Bücher in größerem Rahmen (Projekt von strass & stein) • lit.COLOGNE: Seit 2001 findet in Köln jeweils im März jährlich eines der größten Literaturfestivals Europas mit rund 100.000 Besucher*innen statt. • lit.COLOGNE SPEZIAL: Seit 2011 gibt es zusätzlich zur lit.COLOGNE die lit.COLOGNE SPEZIAL, die mit gut zehn Lesungen internationaler und nationaler Autor*innen im Oktober vorstellt. • Literatur in den Häusern der Stadt: Festival des Kunstsalons, bei dem in einer Woche im Früh- sommer in zahlreichen Häusern, z.T. auch Privathäusern, Literaturveranstaltungen stattfinden. • Poetica: Seit 2015 jährlich stattfindendes internationales Festival der Universität zu Köln mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung & Partnern – im Mittelpunkt steht die Poesie. • Satelliten. Interdisziplinäres Lyrikfestival: Lyrikfestival des Literaturhauses präsentiert alle 2 Jahre Lyriker*innen gemeinsam mit Künstler*innen und eigens entwickelten Performances. Literaturaktionen • Buch für die Stadt (2003)/Junges Buch für die Stadt (2017): Leseaktion vom Kölner Stadt-Anzeiger & Literaturhaus sowie Stadtbibliothek mit einem ausgewählten „Buch für die Stadt“ bzw. „Jungen Buch für die Stadt“ und zahlreichen Mitveranstalter*innen. • TransLit: Jährliche Poetikvorlesung des Instituts für Deutsche Sprache und Literatur I der Universität, die Autor*innen mit Interesse an anderen medialen Formen in den Fokus stellt. Kinder- und Jugendliteratur • Heimspiel: Auf Initiative der Autorin und Journalistin Ute Wegmann lesen am Weltkindertag (20.11.) Kinder- und Jugendbuchautor*innen ihre Texte an verschiedenen Schulen Kölns. • Kinder- und Jugendbuchwochen: Die SK Stiftung Kultur lädt seit 1996 jährlich Kinder- und Jugendbuchautor*innen eines anderen Landes zu Lesungen an Kölner Schulen ein. • lit.kid.COLOGNE: Zur lit.COLOGNE kam 2011 die lit.kid.COLOGNE hinzu, ein Angebot für Kinder & Jugendliche, das z.B. mit den „Klasselesungen“ ein umfangreiches Angebot für Schulen bietet. Dieser Bericht ist im Austausch zwischen Bettina Fischer, Dominic Hettgen (schriftlich) Kevin Kader, Sonja Lewandowski, Rainer Osnowski und Dorian Steinhoff (schriftlich) entstanden.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41 Vorlagen-Nummer 05.09.2019 2855/2019 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 17.09.2019 Darstellung der Sparten hier: Szenebericht Literatur In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei- ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. Der Szenebericht der Sparte Literatur ist als Anlage 1 beigefügt. Für Rückfragen im Ausschuss für Kunst und Kultur stehen Frau Sonja Lewandowski (Insert Female Artist) und Frau Bettina Fischer (Literaturhaus Köln) zur Verfügung. Gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2855/2019
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 05.09.2019
- Erstellt
- 19.08.2019 14:08