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V/0163/2026

Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand“ der Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster

Vorlagen 06.03.2026

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Nächste Beratung: Ausschuss für Personal, Sicherheit und Ordnung, Sitzung am 12.05.2026, TOP 3

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Anlage 1 Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand“ der Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster

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Berichtsvorlage

3732 Zeichen

V/0163/2026 
V/0163/2026 
 
 
Öffentliche  Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Handlungsempfehlungen der Projektgruppe "Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-
Stillstand" der Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster 
 
 
 
Beratungsfolge  
 
   22.04.2026 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Migration Bericht 
   12.05.2026 Ausschuss für Personal, Sicherheit und Ordnung Bericht 
 
 
Bericht: 
In Münster finden 230 Reanimationsversuche pro Jahr statt. Von diesen 230 überleben 25 (Stand 
2021). Durch Maßnahmen zur Verbesserung des Überlebens nach Herz -Kreislauf-Stillstand könnte 
die Anzahl der Überlebenden auf 50 steigen, was einer Verdopplung entspricht. In der Sitzung der 
Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) am 21.06.2023 wurde daher vereinbart, dass sich eine 
Projektgruppe mit dem Thema „Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand“ befas-
sen, Handlungsempfehlungen entwickeln und an der Umsetzung der Empfehlungen mitwirken soll. 
Die in der Projektgruppe aufbereitete Bestandsaufnahme, die daraus abgeleiteten Bedarfe sowie die 
in der Projektgruppe entwickelten Handlungsempfehlungen sind dem anliegenden Bericht „Hand-
lungsempfehlungen der Projektgruppe ´Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand´ 
der Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster“ zu entnehmen.  
Die Handlungsempfehlungen beziehen sich auf folgende Themenfelder:  
• Erste Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand 
• Ausbildung zur Reanimation in Schulen 
• App zur Alarmierung Ersthelfender 
• Öffentlich zugängliche Defibrillatoren (AED) 
• Vernetzung mit dem Ziel optimierter Rettung 
In der Sitzung der Kommunalen Gesundheitskonferenz am 04.06.2025 wurden die Handlungsemp-
fehlungen einvernehmlich verabschiedet. Im nächsten Schritt erfolgt die Umsetzung der Maßnahmen 
durch die im Bericht bei den einzelnen Maßnahmen aufgeführten Akteure.  Hierbei werden aktuelle 
Entwicklungen, die sich nach der Verabschiedung der Handlungsempfehlungen in der KGK ergeben 
haben, berücksichtigt.  
Gesundheits - und 
Veterinäramt 
 
19.03.2026  
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Frau Heitkötter  
 
Telefon: 492-5388  
Heitkoetter@stadt -
muenster.de  
 
Herr Prof. Dr. Bohn  
Telefon: 492 -8205 
BohnA@stadt -muenster.de

- 2 - 
V/0163/2026 
So gab es z. B. hinsichtlich der Handlungsempfehlung „Ausbildung zur Reanimation in Schulen“ neue 
Entwicklungen. Nordrhein-Westfalen hat inzwischen durch die Unterzeichnung einer Kooperations-
vereinbarung ein klares Zeichen gesetzt, um die Laienreanimation an Schulen zu stärken. Schulmi-
nisterin Dorothee Feller hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Stiftungen, Ärztekam-
mern, Hilfsorganisationen, ärztlichen Partnerinnen und Partnern und medizinischen Fachgesellschaf-
ten eine Initiative zur Verankerung der Laienreanimation im Schulalltag auf den Weg gebracht. Ziel 
der Kooperationsvereinbarung ist es, alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I mit dem le-
bensrettenden Schema „Prüfen – Rufen – Drücken“ vertraut zu machen. Ab dem Schuljahr 2026/27 
wird ein 90 -minütiger Reanimationsunterricht für Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I 
(Klassen 7-9) verpflichtend eingeführt. Lehrkräfte müssen sich ebenfalls regelmäßig alle zwei Jahre in 
Erster Hilfe fortbilden. Das NRW -Schulministerium verankert das Schema „Prüfen–Rufen–Drücken“ 
damit im Lehrplan, um die Rettungsfähigkeit zu fördern. 
Die Verwaltung wird ggf. für die Maßnahmenumsetzung notwendige Entscheidungen der politischen 
Gremien einholen. 
 
 
In Vertretung 
  
  
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
 
Anlage: 
 
Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-
Stillstand“ der Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster

Anlage 1 Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand“ der Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster

68253 Zeichen

Anlage zur Vorlage V/0163/2026 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Verbesserung des Überlebens  
nach Herz-Kreislauf-Stillstand 
 
 
 
 
 
 
 
 
Handlungsempfehlungen der 
Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster 
 
verabschiedet am 04.06.2025

2

3 
 
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 
Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand 
 Aufklärung der Bevölkerung über Herz-Kreislauf-Stillstand verbessern 
o Beteiligung an nationalen und internationalen Aktionstagen wie „Woche der 
Wiederbelebung“ und „World Restart a Heart Day“ 
o Angebote zur human-genetischen Beratung für familiär vom Herz-Kreislauf-
Stillstand Betroffene 
o Den Wünschen von schwerkranken und hochbetagten Menschen hinsichtlich 
einer Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand Rechnung tragen 
 
 Erste-Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand sicherstellen 
o Kurs-Angebote zum Trainieren der Wiederbelebung schaffen 
o Gruppe der „Best Ager“ gezielt zum Training der Wiederbelebung motivieren 
 
 Ausbildung zur Erste-Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand in allen Schulen 
o Umsetzung der Empfehlungen von Kultusminister-Konferenz (KMK) und 
Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW (Schulministerium) zum 
regelmäßigen Training aller Schülerinnen und Schüler 
o Vernetzung der Schulen und Optimierung der schulischen Angebote 
 
 Smartphone-App zur Alarmierung besonders qualifizierter Ersthelfender 
o Einführung einer Ersthelfer-App und Anbindung Freiwilliger 
o Sicherstellung einer dauerhaften Finanzierung und Integration in die 112 
o Betreuung der Ersthelfer-App durch eine „Koordinierungsstelle Reanimation“ 
 
 Öffentlich zugängliche Defibrillatoren (AED) erfassen und nutzbar machen 
o Einführung eines AED-Registers, mit dem Ersthelfende zum nächstgelegenen 
AED geführt werden können 
o Betreuung des AED-Registers durch eine „Koordinierungsstelle Reanimation“ 
 
 Vernetzung mit dem Ziel optimierter Rettung bei Herz-Kreislauf-Stillstand 
o Schaffung einer zentralen „Koordinationsstelle Reanimation“ für die Stadt 
Münster zur Vernetzung aller Aktivitäten 
o Aufnahme des Themenfeldes Herz-Kreislauf-Stillstand in die kommunale 
Gesundheitsberichterstattung 
o Analyse von Optimierungs-Potentialen und Vernetzung mit anderen 
Kommunen durch Teilnahme der Stadt Münster an der „Resuscitation Academy 
Deutschland“

4

5 
 
INHALT 
 
 
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN ....................................................................................... 3  
Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand ........................................... 3 
MITGLIEDER DER PROJEKTGRUPPE ............................................................................ 7  
Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand ........................................... 7 
Koordination und Redaktion ............................................................................................... 8  
 
I. EINLEITUNG .................................................................................................................. 9  
Auftrag ........................................................................................................................... 9  
Fakten zum Herz-Kreislauf-Stillstand aus Deutschland .................................................. 9 
Herz-Kreislauf-Stillstand: Situation in Münster ...............................................................12 
 
II. STATUS .......................................................................................................................15  
Aufklärung über das Phänomen plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand.............................15 
Erste-Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand .........................................................................16 
Ausbildung zur Reanimation in Schulen ........................................................................18  
Smartphone-App zur Alarmierung besonders qualifizierter Ersthelfender ......................19 
Öffentlich zugängliche Defibrillatoren (AED) ..................................................................23 
Vernetzung mit dem Ziel optimierter Rettung .................................................................26 
 
III. NOTWENDIGE MASSNAHMEN ..................................................................................28  
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Aufklärung über Herz-Kreislauf-Stillstand ......28 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Erste-Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand ........30 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Ausbildung zur Reanimation in Schulen ........31 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: App zur Alarmierung Ersthelfender ...............32 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Öffentlich zugängliche Defibrillatoren (AED) .33 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Vernetzung mit dem Ziel optimierter Rettung 34 
 
IV. FAZIT ..........................................................................................................................36

6

7 
 
MITGLIEDER DER PROJEKTGRUPPE  
Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand 
Name Institution/ Funktion 
Dr. med. Christopher Bach St.-Franziskus-Hospital 
 
Prof. Dr. med. Andreas Bohn Stadt Münster, Feuerwehr 
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst 
Dr. Simone Dirkmann Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen, 
Sozialpharmazie 
Dr. med. Matthias Döring Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe 
 
Prof. Dr. med. Bernhard Eßer FH Münster - Fachbereich Gesundheit  
Professur für Notfallmedizin  
Brigitte Feike 
 
Stadt Münster, Amt für Schule und Weiterbildung 
Koordination Arbeits- und Gesundheitsschutz 
Dirk Henning Stadtsportbund Münster 
 
Mechthild Hölscher Konferenz Alter und Pflege 
Tagespflege Friederike-Fliedner-Haus 
Dr. med. Gerhard Huhn Ärztekammer Westfalen-Lippe 
 
Brigitte Kempe Stadt Münster, Gesundheits- und Veterinäramt, 
Geschäftsstelle Kommunale Gesundheitskonferenz 
Gaby Koch Deutsches Rotes Kreuz 
 
Dr. med. Tim Kornblum Stadt Münster, Amtsleitung Gesundheits- und 
Veterinäramt (ab 01.09.2024) 
Astrid Krümpel Stadt Münster,  
Betriebsmedizinischer Dienst 
Prof. Dr. med. Pia Lebiedz Alexianer, Clemens-Hospital  
Klinik für Notfallmedizin 
 
Dr. med. Matthias Maas Fachklinik Hornheide 
 
Artur Merins Feuerwehr Münster 
 
Ute Meures Bezirksregierung Münster 
Sportdezernat und Lehrkraft 
Thomas Michel Bezirksregierung Münster 
Sportdezernat 
Markus Olbrich Stadtwerke Münster GmbH 
Umweltschutz + Arbeitssicherheit  
Prof. Dr. Thomas Prescher FH Münster - Fachbereich Gesundheit  
Professur für Didaktik in den Gesundheitsberufen  
Dr. med. Felix Rosenow UKM Internistische Intensivmedizin 
 
Dr. med. Jan Sackarnd 
 
UKM Internistische Intensivmedizin

8 
Name Institution/ Funktion 
Dr. med. Norbert Schulze Kalthoff Stadt Münster, Amtsleitung Gesundheits- und 
Veterinäramt (bis 31.08.2024) 
Benedikt Sturm Deutsches Rotes Kreuz 
für das Bündnis der Hilfsorganisationen „Gemeinsam 
für Münster“ 
Univ.-Prof. Dr. med. Hugo Van 
Aken 
ehem. Direktor der Klinik für Anästhesiologie, 
operative Intensivmedizin und Schmerztherapie UKM 
Dr. med. Katrin Waurick Bezirksregierung Münster  
Dezernat 24  
Peter Wolfgarten CDU-Ratsfraktion 
 
 
Koordination und Redaktion 
 
 
Prof. Dr. med. Andreas Bohn 
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst 
Stadt Münster 
Der Oberbürgermeister 
- Amt 37 Feuerwehr - 
York-Ring 25 
48159 Münster 
Tel.  0251/492 - 8205 
Fax. 0251/492 - 8013  
E-Mail: bohna@stadt-muenster.de

9 
I. EINLEITUNG 
 
Auftrag 
„Die Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) berät gemeinsam interessierende Fragen der 
gesundheitlichen Versorgung auf örtlicher Ebene mit dem Ziel der Koordinierung und gibt bei 
Bedarf Empfehlungen” – so lautet der gesetzliche Auftrag in § 24 des Gesetzes über den 
öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGDG). Ziel der KGK ist es somit, die 
Gesundheitsversorgung und Gesundheitsvorsorge der Münsteraner Bevölkerung dort zu 
verbessern, wo es notwendig und auf kommunaler Ebene möglich ist. 
Die KGK Münster bestimmt in ihren Sitzungen ein „Jahresthema“. Zu diesem Thema wird eine 
Projektgruppe mit Expertinnen und Experten aus dem jeweiligen Handlungsfeld gebildet, die 
Empfehlungen erarbeitet, die im Anschluss von der KGK einvernehmlich verabschiedet 
werden. Die Umsetzung erfolgt unter Selbstverpflichtung der Beteiligten. Die Empfehlungen 
werden an die relevanten politischen Fachausschüsse der Stadt Münster als Bericht 
weitergegeben. 
Bei ihrer Sitzung am 21.06.2023 hat die Kommunale Gesundheitskonferenz der Stadt Münster 
den Auftrag erteilt, in einer Projektgruppe Handlungsempfehlungen zur „Verbesserung des 
Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand“ in Münster zu erarbeiten und ihr vorzulegen. 
 
 
Fakten zum Herz-Kreislauf-Stillstand aus Deutschland 
Daten des Deutschen Rates für Wiederbelebung 1 zum Herz-Kreislauf-Stillstand in 
Deutschland: 
 > 50.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand 
 8 Minuten benötigt ein Rettungswagen um einen Patienten zu erreichen 
 Nach 3-5 Minuten ohne Reanimation wird das Gehirn dauerhaft geschädigt 
 40 % der Notfallzeugen beginnen mit einer Reanimation (Niederlande: 70 %) 
 10 % der Betroffenen überleben, derzeit ca. 5.000 Menschen 
 Experten: Durch Optimierungen der Versorgung können doppelt so viele Menschen, 
also 10.000 pro Jahr gerettet werden 
 
Weltweit gilt der plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand als dritthäufigste Todesursache. 
Entscheidend bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist der frühestmögliche Beginn von 
Wiederbelebungsmaßnahmen, da die Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff binnen 
kurzer Zeit zu massiven neurologischen Schäden führen kann. 
 
Der Rettungsdienst in Münster ist im Landes- und Bundesvergleich schnell vor Ort. Eine jüngst 
vom SWR initiierte Datenanalyse auf Basis von Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters 
zeigt, dass in Münster viele Betroffene des Herz-Kreislauf-Stillstands innerhalb von 8 Minuten 
erreicht werden2.  
 
1 Im Internet: https://www.grc-org.de/downloads/GRC-Infografik_Fakten-Reanimationsversorgung.pdf  
(Download am 23.06.2024) 
 
2 ARD-Mediathek: https://www.daserste.de/information/reportage-
dokumentation/dokus/sendung/notfall-rettung-wenn-die-hilfe-versagt-100.html Im Internet (Download 
am 23.7.2024)

10 
 
Abbildung 1: In wie viel % der Reanimationen ist der Rettungsdienst in 8 Minuten vor Ort? Quelle: SWR 2024 
In Deutschland erfolgen 50.000 Reanimations-Versuche pro Jahr. Nur 10% der Betroffenen 
(5.000 Menschen) überleben, 90% der Reanimations-Versuche bleiben erfolglos, 45.000 
Menschen sterben jährlich am plötzlichen Herztod (zum Vergleich: Verkehrsunfälle töten 
jährlich knapp 3.000 Menschen3). 
 
Nach Experten-Ansicht wäre eine Verdoppelung der erfolgreichen Reanimations-Versuche bei 
optimaler Nutzung aller Potentiale möglich. Dies entspräche einer Überlebensrate von 20% 
und 5.000 zusätzlich geretteten Leben. 
 
Die zentrale Maßnahme der Wiederbelebung besteht, neben dem Erkennen des Notfalls und 
dem Absetzen des Notrufs, aus dem Beginn einer sogenannten Herzdruckmassage. Die Zeit 
vom Kollaps bis zum Beginn der Herzdruckmassage sollte weniger als vier Minuten betragen4. 
Zusätzlich zur Herzdruckmassage sollen darin ausgebildete Ersthelfende eine Beatmung 
beginnen. 
 
Die Überlebensraten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand können durch verschiedene 
Maßnahmen verbessert werden. Hier sind einige der aus Sicht internationaler Experten des 
European Resuscitation Council5 wichtigsten Ansätze: 
 
1. Frühe Erkennung und Notruf: Sofortiges Erkennen der Anzeichen eines Herz-Kreislauf-
Stillstands und schnelle Alarmierung des Rettungsdienstes unter 112. 
 
 
3 Statistisches Bundesamt. 
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/07/PD24_261_46241.html  Im Internet 
(Download am 23.8.2024) 
 
4 Perkins GD, Gräsner JT, Semeraro F et al. Leitlinien des European Resuscitation Council 2021. 
Notfall Rettungsmedizin 2021; 24(4): 274-345 
 
5 F. Semeraro, et al., European Resuscitation Council Guidelines 2021: Systems saving lives, 
Resuscitation 2021, https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2021.02.008

11 
2. Sofortige Herz-Druck-Massage: Unverzügliche und effektive Herzdruckmassagen können 
die Blutzirkulation aufrechterhalten und die Überlebenschancen erheblich erhöhen. Laien 
sollten ermutigt und geschult werden, eine Reanimation durchzuführen. 
 
3. Verwendung von Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED): AED sind 
lebensrettende Geräte, die den Herzrhythmus analysieren und bei Bedarf einen Schock 
abgeben, um das Herz wieder in seinen normalen Rhythmus zu bringen. AED sollten an 
öffentlichen Orten verfügbar sein und die Bevölkerung sollte im Umgang damit geschult 
werden. 
 
4. Fortbildung und Training: Regelmäßige Schulungen und Auffrischungskurse für 
medizinisches Personal und Laien in Kardiopulmonaler Reanimation (CPR) und der 
Verwendung von AED sind wichtig. 
 
5. Erweiterte kardiovaskuläre Versorgung: Nach der Wiederbelebung sollte der Patient eine 
fortgeschrittene medizinische Versorgung erhalten, einschließlich Temperaturmanagement, 
Herzkatheter-Untersuchung und intensivmedizinischer Überwachung. 
 
6. Postreanimationspflege: Die Pflege und Überwachung nach erfolgreicher Reanimation 
sind entscheidend für die langfristige Genesung. Dazu gehören Maßnahmen zur Vermeidung 
von Organschäden und zur Behandlung der zugrundeliegenden Ursache des Herz-Kreislauf-
Stillstands. 
 
7. Öffentliches Bewusstsein: Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die 
Bedeutung von schneller Reaktion, Ersthelfer-Reanimation und nächstgelegenen AED können 
die Bereitschaft und Fähigkeit der Menschen erhöhen, in Notfällen zu handeln. 
 
8. Systematische Verbesserung der Rettungsketten: Effiziente und gut koordinierte 
Rettungsketten, die von der Alarmierung über die Notfallmaßnahmen vor Ort bis hin zur 
klinischen Versorgung reichen, sind essenziell. 
 
Durch die Kombination dieser Maßnahmen können die Überlebensraten nach einem Herz-
Kreislauf-Stillstand signifikant verbessert werden. Mit dem Ziel der Rettung von mehr 
Menschenleben fordert der Deutsche Rat für Wiederbelebung dringend 
Optimierungsmaßnahmen in der Notfallversorgung.  
Eine Verdoppelung der Überlebenden ist nach Experten-Ansicht bei optimaler Nutzung aller 
Potentiale möglich.

12 
Herz-Kreislauf-Stillstand: Situation in Münster 
230 Münsteranerinnen und Münsteraner erlitten im Jahr 2021 einen Herz-Kreislauf-Stillstand 
und wurden reanimiert (Wiederbelebungs-Versuch). Von den Betroffenen überlebten 25, es 
starben 205. Das entspricht einer Überlebensrate von 11%. 
 
 
Abbildung 2 Herz-Kreislauf-Stillstand in Münster – derzeitige Situation (Alle Fälle, in Weiß die Überlebenden) 
In vielen Fällen handelte es sich um zuvor gesunde Menschen, die aufgrund einer plötzlichen 
Durchblutungsstörung des Herzens (Infarkt) oder Herzrhythmusstörungen einen Herz-
Kreislauf-Stillstand erlitten. Das mittlere Alter der Betroffenen lag in Münster bei 68 Jahren. 
 
Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts schilderten überlebende Münsteranerinnen und 
Münsteraner, was ihnen passierte 6. So entstand ein beeindruckender Einblick, der hier in 
Auszügen dargestellt werden soll:  
 
„Als ich beim Schwimmen ins Koma gefallen bin, haben mich 
zwei Anwesende reanimiert und den Rettungsdienst 
alarmiert. Die Rettungskette hat tadellos funktioniert. Der 
Vorfall hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich habe im Leben 
noch viel vor…“ 
 
„In der Gaststätte, in der ich mein Herzkammerflimmern 
bekommen habe, waren Menschen, die dort an einer 
Weihnachtsfeier teilnahmen. So konnten sofort 
Reanimationsmaßnahmen durchgeführt werden. Damit es mir 
weiter so gut geht wie heute, bin ich jetzt regelmäßig beim 
Arzt.“ 
 
„Ich war mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Ich muss 
wohl einfach vom Rad gefallen sein. Gut, dass eine zufällig 
anwesende Frau sofort Reanimationsmaßnahmen 
 
6 Herzig T, Van Aken H, Lukas RP, Engel P, Bohn A. Ein Jahr danach: Lebensqualität präklinisch 
reanimierter Menschen. Anästh Intensivmed. 2013; 54:S35

13 
durchgeführt hat. Nach meinem Herz-Kreislauf-Stillstand lebe 
ich heute noch viel bewusster und treibe mehr Sport. Die 
Wiedereingliederung in meinen Beruf war unproblematisch.“ 
 
„Nach meinem ersten Herzinfarkt habe ich viel Sport 
getrieben und genau beim Sport hat sich das Ereignis 
eingestellt. Heute habe ich bewusst meine Lebensweise 
umgestellt und fahre sogar mit dem Rad zur Arbeit. Meine 
Lebensqualität ist durch das Ereignis nicht beeinträchtigt. Ich 
habe Freude am Leben.“ 
 
„Meine Frau hat mich im Bett liegend vorgefunden und schnell 
die 112 alarmiert. Der Defibrillator, der mir eingesetzt wurde, 
beeinträchtigt mich in keiner Weise, ich kann sogar schon 
wieder Fahrradfahren.“ 
 
„Ich habe alleine von Berufs wegen immer viel Sport 
getrieben. Dass ich einmal einen Herz-Kreislauf-Stillstand 
bekommen würde, hätte ich mir nie träumen lassen. Die 
Feuerwehr hat mich noch vor Ort in unserer Küche defibrilliert. 
Manchmal verspüre ich ein Herzrasen, aber ich bin ein sehr 
positiver Mensch – mir geht es gut.“ 
 
„Zuerst dachte ich, ich hätte wieder einen Asthmaanfall und 
habe mein Spray genommen. Dann jedoch fiel ich um. Mein 
Sportkollege hat sofort reagiert und 
Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt. Die Operation 
an meiner Herzklappe ist tadellos verlaufen. Heute lebe ich 
bewusster, treibe weiter Sport und trete beruflich etwas 
kürzer.“ 
 
„Ich hatte ein fürchterliches Stechen in der Brust … die 
Polizisten, die ich um Hilfe gebeten habe, haben wohl erste 
Reanimationsmaßnahmen durchgeführt. Das Erlebte war 
auch mental belastend. Nun erfreue ich mich schon an den 
kleinen Dingen des Lebens und bin froh, dass alles 
überstanden ist.“ 
 
„… hatte ja schon ein geschwächtes Herz. Nachdem die 
Feuerwehr mit dem Notarzt mich wiederbelebt hatte, lag ich 
noch acht Tage auf der Intensivstation im künstlichen Koma. 
Heute bin ich zwar nicht mehr so belastbar wie früher, aber 
mit dem wöchentlichen Reha-Sport halte ich mich körperlich 
fit und habe noch Zeit für meine ehrenamtlichen Tätigkeiten.“ 
 
„… gut, dass mein Mann in der Nähe war und das 
Rettungsteam gerufen hat. Ich erinnere mich an nichts. Nach 
dem Klinikaufenthalt geht es mir wieder so gut, dass ich mit 
meinem Mann wieder gemeinsam den Haushalt führen kann 
– wir kochen doch so gerne!“

14 
„Ich hatte zwar nie Probleme mit dem Herzen, habe zwar bis 
zu meinem 30. Lebensjahr geraucht, war aber immer sportlich 
und fit. Nach der Reanimation und der anschließenden Reha 
hatte ich zum Teil Panikattacken. Heute habe ich diese 
überwunden und habe eine sehr positive Lebenseinstellung. 
Das Arbeiten in Teilzeit ist wieder möglich.“ 
 
Trotz guter Gesundheits-Strukturen überleben nur wenig mehr als 10 % aller 
Münsteranerinnen und Münsteraner, die einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden. 
 
 
Abbildung 3 Derzeit überleben jedes Jahr 25 Menschen in Münster einen Herz-Kreislauf-Stillstand 
 
Durch Optimierung der Versorgung bei Herz-Kreislauf-Stillstand in Münster ist das Überleben 
von doppelt so vielen Menschen wie bisher (derzeit ca. 25 pro Jahr) möglich. Dies entspräche 
zusätzlich 25 Überlebenden pro Jahr in unserer Stadt. 
 
 
Abbildung 4 Durch Optimierung wären jährlich 50 Überlebende möglich 
Eine Umsetzung der vorliegenden Handlungsempfehlungen kann zur Rettung von 
jährlich doppelt so vielen Betroffenen eines Herz-Kreislauf-Stillstands führen (50 
Menschenleben, statt bisher 25)

15 
II. STATUS 
 
Aufklärung über das Phänomen plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand 
Die Aufklärung über das Phänomen des plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstands zielt in erster 
Line darauf ab, zu vermitteln, dass in vielen Fällen ein Überleben möglich ist, wenn eine 
Reanimation sofort begonnen wird. Aufklärungs-Kampagnen zur Prävention von Herz- und 
Kreislauf-Erkrankungen befinden sich bereits seit Jahrzehnten in der Umsetzung (Vermeiden 
von Rauchen, Blutdruck-Senkung, Bewegung gegen Herzerkrankungen). Über das Verhalten 
bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird aber noch nicht systematisch aufgeklärt. 
 
In der Bevölkerung ist vielfach unbekannt, dass der plötzliche Kollaps eines Menschen nicht 
schicksalhaft hingenommen werden darf, sondern sofort durch anwesende Notfallzeugen mit 
Maßnahmen der Wiederbelebung gestartet werden muss. 
Trotz zwar noch immer enttäuschend niedriger Ersthelfer-Reanimations-Raten ist 
festzustellen, dass die Situation in Deutschland in den letzten Jahren verbessert werden 
konnte7. Mehr Menschen sind heute schon bereit und in der Lage, im Falle eines Herz-
Kreislauf-Stillstands eine Reanimation durchzuführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ein 
internationaler Vergleich zeigt jedoch, dass erhebliche Verbesserungen möglich und 
erforderlich sind. 
 
Dass eine Ersthelfer-Reanimation vor Eintreffen des Rettungsdienstes einen wesentlichen 
Faktor für das Überleben eines Herz-Kreislauf-Stillstands ohne wesentliche Folgeschäden 
darstellt, kann als wissenschaftlich belegt gelten8. Zudem konnte mittlerweile gezeigt werden, 
dass Menschen, die in einem Notfall durch Ersthelfer-Reanimation helfen, unabhängig vom 
Ausgang des Ereignisses weniger durch die Geschehnisse belastet sind und diese psychisch 
besser verarbeiten können9. 
Seit Jahren finden deutschlandweite sowie weltweite Aufklärungskampagnen zum Thema 
Herz-Kreislauf-Stillstand und Ersthelfer-Reanimation statt. Hierzu zählen die „Woche der 
Wiederbelebung“ im Herbst eines jeden Jahres sowie der weltweite „World Restart a Heart 
Day“ am 16. Oktober. Lokale Beteiligungen an diesen Kampagnen in der Stadt Münster waren 
in der Vergangenheit sehr wechselhaft und nicht koordiniert.  
 
Bisher kaum wahrgenommen ist der Umstand, dass nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand im 
familiären Umfeld eine humangenetische Beratung der Familien weitere inner-familiäre 
Todesfälle durch Entdeckung vererbbarer Risikofaktoren verhindert werden können. Hierzu 
müssen betroffene Familien aufgeklärt und Blutproben der Patientinnen und Patienten 
gesichert werden 10. Dies geschieht derzeit in Münster nur in Einzelfällen, die notwendige 
 
7 Metelmann C, Metelmann B, Schneider L, Vollmer M, Fischer M, Bohn A, Hahnenkamp K, Brinkrolf P. 
(2019) Anstieg der Laienreanimationsquote von 2008 – 2017 um mehr als 50% - eine Auswertung aus 
dem deutschen Reanimationsregister. Anästh Intensivmed 60: S97–S98 
 
8 Olasveengen, T.M., Semeraro, F., Ristagno, G. et al.  Basismaßnahmen zur Wiederbelebung 
Erwachsener (Basic Life Support). Notfall Rettungsmed 24, 386–405 (2021) 
 
9 Brinkrolf P, Metelmann B, Metelmann C, Baumgarten M, Scharte C, Zarbock A, Hahnenkamp K, Bohn 
A. (2021) One out of three bystanders of out-of-hospital cardiac arrest shows signs of pathological 
processing weeks after the incident – results from structured telephone interviews. Scand J Trauma 
Resusc Emerg Med 29, 131 
 
10 Schulze-Bahr, E., Dettmeyer, R.B., Klingel, K. et al.  Postmortale molekulargenetische 
Untersuchungen (molekulare Autopsie) bei kardiovaskulären und bei ungeklärten Todesfällen. 
Kardiologe 15, 176–193 (2021). https://doi.org/10.1007/s12181-020-00438-5

16 
Asservierung der nötigen Blutprobe bei erfolgloser Reanimation durch den Rettungsdienst 
erfolgt derzeit nicht. 
 
Abzugrenzen vom plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand ist das Versterben von Menschen an 
Altersschwäche oder zum Tode führenden chronischen Erkrankungen: 
 
„Reanimation besteht nicht aus der Rettung von Herzen, die zu krank sind um zu leben, 
sondern von solchen, die zu gesund sind um zu sterben“ 
(Prof. Peter Safar, Pittsburgh, USA). 
 
Daher sollte bei Menschen, deren Wunsch es ist, keinem Wiederbelebungsversuch und 
nachfolgender intensivmedizinischer Therapie unterzogen zu werden, aktiv vermieden 
werden, dass es zu einer Reanimation kommt. Hierbei wird von „Advanced care planning“ 
gesprochen11. Derzeit finden in Münster vielfach Reanimationsversuche in Einrichtungen der 
stationären Altenpflege statt, da die Pflegepersonen unsicher sind, welche Einstellung die zu 
Pflegenden hinsichtlich einer solchen Maßnahme haben. Diese Unsicherheit kann zu großem 
Leid und vermeidbarem Ressourcenaufwand in der Gesundheitsversorgung führen. Bei 
hochbetagten oder schwer kranken Menschen sollte mit dem Hausarzt spätestens bei Beginn 
einer stationären Pflege besprochen werden, welche Wünsche hinsichtlich einer 
Notfallversorgung bestehen. Diese Wünsche sollten dann unter allen Umständen umgesetzt 
und unerwünschte bzw. sinnlose Therapieversuche unterlassen werden. 
 
 
Erste-Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand  
Wie dargestellt, ist im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands eine sofortige Wiederbelebung 
häufig lebensrettend. Jede Verzögerung des Beginns einer Ersten Hilfe führt zu einem 
dramatischen Absinken der Wahrscheinlichkeit eines Überlebens der Situation.  
Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland hinsichtlich der sogenannten Ersthelfer-
Reanimation enttäuschend ab. Zwar haben sich in den vergangenen Jahren die Ergebnisse 
verbessert, weiterhin sind jedoch die hohen Ersthelfer-Reanimations-Quoten in den 
Niederlanden oder den skandinavischen Ländern für Deutschland unerreicht. 
Nach übereinstimmender Experten-Ansicht ist die Sicherstellung von sofortiger Erster Hilfe 
(Wiederbelebungsmaßnahmen, Reanimation) der Schlüssel zur Verbesserung des 
Überlebens. 
 
Einen wesentlichen Beitrag zur Reanimation leisten die Mitarbeitenden der Leitstellen durch 
telefonische Anleitung der Anrufenden. Die sogenannte „Telefonreanimation“ ist ein 
Instrument, um den sich in der Regel vor Ort befindlichen Notrufmeldenden mittels eines festen 
Schemas zur Reanimation anzuleiten und über Handlungsanweisungen zu steuern. In 
Münster wurde in den vergangenen Jahren das Verfahren der Telefonreanimation etabliert, 
sodass derzeit Notfallzeugen in 25 % der gemeldeten Fälle telefonisch zur Reanimation 
angeleitet werden. Diese Quote liegt im Bundesvergleich im oberen Drittel. In dreiviertel der 
Fälle erfolgt keine Anleitung, z.B., weil die Notfallsituation nicht erkannt wird oder weil 
Anrufende sich nicht in der Lage sehen, zu helfen. 
 
 
11 Günther A, Schildmann J, in der Schmitten J, Schmid S, Weidlich-Wichmann U, Fischer M: 
Opportunities and risks of resuscitation attempts in nursing homes—facts for nursing home residents 
and caregivers. Deutsches Ärzteblatt 2020; 117: 757–63

17 
 
Abbildung 5: Entwicklung der Telefon-Anleitung zur Reanimation durch die Leitstelle 2012 – 2021 in Prozent 
(hell/gelb: Münster, dunkel/blau: Alle Rettungsdienste in Deutschland). Quelle: Deutsches Reanimationsregister 
 
Das Durchführen von Wiederbelebungsmaßnahmen muss, zumindest in seinen wesentlichen 
Elementen, erlernt werden. Hierzu gehört die Fähigkeit einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu 
erkennen, einen Notruf abzusetzen und Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten. Ohne eine 
vorausgehende Schulung ist selbst das Durchführen von sehr einfachen Maßnahmen wie der 
Herz-Druck-Massage (Thoraxkompression) schwierig, da Helfende häufig keine Vorstellung 
von anatomischen Wegmarken und notwendigem auszuübenden Druck bzw. 
aufrechtzuerhaltender Frequenz der Herzmassage haben. 
 
Der „klassische“ Erste-Hilfe-Kurs beinhaltet nicht nur die Versorgung bei Herz-Kreislauf-
Stillstand, sondern eine Vielzahl anderer Not-Situationen. Zudem nehmen bevorzugt 
Menschen an Erste-Hilfe-Kursen teil, die den Bedarf haben, eine Bescheinigung über eine 
Erste-Hilfe-Schulung zu erlangen. Insbesondere die Motivation, einen Erste-Hilfe-Kurs zu 
wiederholen, ohne dass es hierzu einen notwendigen Grund gibt (beruflich oder im 
ehrenamtlichen Engagement liegend), ist nach Angaben von Hilfsorganisationen, nur sehr 
begrenzt. 
70-80 % aller Herz-Kreislauf-Stillstände ereignen sich im häuslichen Umfeld. Die Opfer eines 
Herz-Kreislauf-Stillstands sind im Mittel 68 Jahre alt. Das Szenario eines Herz-Kreislauf-
Stillstands im häuslichen Umfeld, bei dem in der Regel nur der eigene Lebenspartner oder ein 
anderer enger Verwandter anwesend ist, um zu helfen, ist bisher nicht ausreichend mit dem 
Bild der Ersten Hilfe verbunden. Daraus ergibt sich ein Adressaten-Problem. 
 
Eine Auswertung von Münsteraner Daten zur Wiederbelebung konnte 2015 die Folgen dieser 
Situation aufzeigen 12: Mittels computergestützter Telefoninterviews wurden über 2.000 
Bürgerinnen und Bürger Münsters zu Wiederbelebungsmaßnahmen befragt. Die Stichprobe 
basierte auf einer repräsentativen Zufallsauswahl von Münsteraner Telefonanschlüssen. Bei 
der Befragung wurde deutlich, dass ältere Befragte im Themenfeld Wiederbelebung über 
deutlich weniger Wissen verfügten als jüngere. 
So nannten 85% der Teilnehmenden bis 65 Jahre, jedoch nur 73% der Teilnehmenden über 
65 Jahre die 112 als Notrufnummer. Bei der korrekten Auswahl der bei einem Herz-Kreislauf-
Stillstand notwendigen Maßnahme nannten 68% der Befragten bis 65 Jahre die 
Thoraxkompression, diese Antwort gaben nur 51% der über 65-jährigen.  
Große Unterschiede zeigen sich auch in der Selbsteinschätzung der interviewten Personen: 
In der Altersgruppe bis 35 Jahre waren 58% der Meinung, einen Herz-Kreislauf-Stillstand 
erkennen zu können, während sich dies von den über 65-jährigen Teilnehmenden nur 44% 
zutrauten. Befragt zu ihrer Bereitschaft, eine Reanimation durchzuführen, gaben 11% der über 
65-jährigen an, dies wahrscheinlich oder sicher nicht zu tun. Bei den Teilnehmenden bis 65 
Jahre lag dieser Anteil bei lediglich 4%.  
 
Die Auswertung von Daten aus dem Deutschen Reanimationsregister zu 1.361 Reanimationen 
in Münster zeigte entsprechend, dass bei Patientinnen und Patienten unter 65 Jahren (n=512) 
 
12 Brinkrolf P et al. Anästh Intensivmed 2015; 56: S36-S57

18 
in 35%, bei älteren Patientinnen und Patienten (n=849) jedoch nur in 22% der Fälle eine 
Laienreanimation durchgeführt wurde. Das Wissen, die Selbsteinschätzung sowie die 
Bereitschaft, eine Laienreanimation durchzuführen, sind bei älteren Personen geringer 
ausgeprägt als bei jüngeren. Gleichzeitig werden ältere Personen seltener durch Laien 
reanimiert. 
Da die Wahrscheinlichkeit eines Herz-Kreislauf-Stillstands aber ab 65 Jahren deutlich ansteigt, 
ist festzustellen, dass die betroffene Altersgruppe am wenigsten über die notwendigen 
Maßnahmen weiß und sich am wenigsten Hilfe zutraut. 
 
 
Ausbildung zur Reanimation in Schulen 
Es kann nach zahlreichen, unter anderem in Münster durchgeführten, Studien als bewiesen 
gelten, dass Kinder ab einem Alter von ca. zwölf Jahren dazu in der Lage sind, 
Wiederbelebungsmaßnahmen zu erlernen13. 
 
Die Befähigung zur Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand bleibt zudem länger 
erhalten, wenn die Reanimationsmaßnahmen im Schulalter gelernt und im Verlauf des 
Schulbesuches regelmäßig wiederholt werden. Dies steht in deutlichem Kontrast zu 
Ergebnissen von Erste-Hilfe-Kursen im Erwachsenenalter. Hier konnte gezeigt werden, dass 
die vermittelten Fähigkeiten bereits nach wenigen Monaten nicht mehr reproduzierbar sind 14. 
Schülerinnen und Schüler, die eine Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand gelernt haben, 
entwickeln sich also zu Erwachsenen, die im Ernstfall wissen, was zu tun ist. 
 
Für die Durchführung von Reanimationstrainings sind keine Spezialistinnen und Spezialisten 
erforderlich. Vielmehr wurde wissenschaftlich belegt, dass der Unterrichtsinhalt 
„Wiederbelebung“ in Theorie und Praxis durch Lehrerinnen und Lehrer vermittelt werden kann. 
Hindernisse, die der Einführung eines regelmäßigen Reanimations-Trainings in Schulen in der 
Vergangenheit im Weg standen, wurden durch die KMK und das NRW-Schulministerium in 
den vergangenen Jahren aus dem Weg geräumt15 16. 
 
 
13 Bohn A, Van Aken HK, Möllhoff T, Wienzek H, Kimmeyer P, Wild E, Döpker S, Lukas RP, Weber TP. 
Teaching resuscitation in schools: annual tuition by trained teachers is effective starting at age 10. A 
four-year prospective cohort study. Resuscitation. 2012 May; 83(5): 619-25 
 
14 Lukas RP, Van Aken H, Mölhoff T, Weber T, Rammert M, Wild E, Bohn A. Kids save lives: a six-year 
longitudinal study of schoolchildren learning cardiopulmonary resuscitation: Who should do the teaching 
and will the effects last? Resuscitation. 2016 Apr; 101: 35-40 
 
15 Mitteilung des Vorsitzenden des Schulausschusses der ständigen Konferenz der Kultusminister der 
Länder in der Bundesrepublik Deutschland anlässlich der Initiative Pflichtunterricht Wiederbelebung in 
Deutschland im 395. Schulausschuss der Kultusministerkonferenz am 5./6. Juni 2014 in Düsseldorf. 
Schreiben vom 30. Juni 2014 
 
16 Rund-Erlass des Ministeriums für Schule und Bildung „Aus- und Fortbildung von Lehr- und 
Fachkräften in Schulen in Erster Hilfe und Laienreanimation, vom 03.05.2021 (ABl. NRW. 06/21; 18-24 
Nr. 1.1)

19 
 
Abbildung 6: Virtueller Klassenraum „Schüler retten Leben“ der Bezirksregierung Münster 
 
Es gilt derzeit die Empfehlung des Ministeriums, in allen Schulen der Sekundarstufe die 
Maßnahmen der Ersthelfer-Reanimation zu vermitteln. Eine Verpflichtung der Schulen besteht 
jedoch nicht, die Umsetzung erfolgt freiwillig. 
 
Die Bezirksregierung Münster unterstützt die Umsetzung durch das Angebot von Lerninhalten, 
Videos und Präsentationen in einem virtuellen Klassenraum17 sowie durch in wiederkehrenden 
Zeiträumen stattfindende Lehrerinnen- und Lehrerqualifikationen, die in Kooperation mit dem 
UKM durchgeführt werden. 
 
 
Smartphone-App zur Alarmierung besonders qualifizierter Ersthelfender 
Seit einigen Jahren gibt es technische Möglichkeiten, registrierte Ersthelfende über ihr 
Smartphone zu orten und zu alarmieren. Diese Programme werden „Ersthelfer-Apps“ 
(Kurzform des Wortes „Applikation“; fachsprachlich für Computerprogramm) genannt18.  
 
Befinden sich bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand registrierte Ersthelfende in der Nähe des 
Notfallortes, so können diese unter Umständen mehrere Minuten vor dem Rettungsdienst bei 
Patientinnen und Patienten eintreffen und so Leben retten.  
  
 
17 Sammlung von Lehr-Unterlagen der Bezirksregierung Münster https://brms-
fobi.taskcards.app/#/board/96bb4fed-6ebd-49ca-a839-c46edf59f966/view?token=45bb61e2-67e6-
4cbe-b993-9d4c76ab6e45 . Im Internet (Download am 12.6.2024) 
18 Fachverband Leitstellen und ADAC-Stiftung: Fachempfehlung Smartphone-basierte 
Ersthelferalarmierungssysteme (2024) https://www.fvlst.de/wp-
content/uploads/2024/07/Fachempfehlung_Smartphone-basierte_Ersthelferalarmierungssysteme-
2.pdf Im Internet (Download am 25.08.2024)

20 
Abbildung 7: Ein Notruf wird ausgelöst. Der Rettungsdienst macht sich auf den Weg. Quelle: SWR 2024 
 
 
Abbildung 8: Die Ersthelfer-App sucht automatisch nach Ersthelfenden, die sich in der Nähe befinden. Quelle: SWR 
2024

21 
 
Abbildung 9: Person 1 befindet sich am nächsten zur betroffenen Person, wird von der Ersthelfer-App über 
Mobiltelefon verständigt und läuft zum Notfall-Ort. Quelle: SWR 2024 
 
Der grundsätzliche Nutzen von „App-Helfer-Systemen“ kann als belegt gelten. Beispielhaft sei 
hier genannt: 
 Schweiz: Durch den Einsatz der Helfenden verkürzt sich das Reanimations-freie 
Intervall19. 
 Dänemark: Ein App-Helfer-System steigert deutlich die Rate an vor Eintreffen des 
Rettungsdienstes gestarteten Laienreanimationen20. 
 Kreis Gütersloh: Der Aufbau eines App-Helfer-Systems in Gütersloh gelang und führt 
zu gesteigerten Laienreanimationsraten und mehr Überlebenden ohne neurologische 
Schäden21 22. 
 
Ersthelfer-Apps sind in NRW kein gesetzlicher Bestandteil des Rettungsdienstes und stellen 
auch keinen Ersatz für den flächendeckenden Versorgungsauftrag nach Rettungsgesetz NRW 
dar. Sie sind weder Bestandteil des öffentlichen Rettungsdienstes noch dessen Ersatz, 
sondern dienen der Unterstützung. Die Kosten einer Ersthelfer-App stellen somit auch keine 
anerkannten gebührenrelevanten Aufwendungen gemäß Rettungsgesetz NRW dar. 
Bundesweit sind verschiedene „Ersthelfer-App-Systeme“ in Betrieb. Hierbei sind teilweise 
ganze Bundesländer an ein System angeschlossen, vielfach gibt es Einzellösungen 
unterschiedlicher Hersteller. Eine Kompatibilität der Systeme wird angestrebt, besteht derzeit 
aber noch nicht. 
 
19 Lay persons alerted by mobile application system initiate earlier cardio-pulmonary resuscitation: A 
comparison with SMS-based system notification. Resuscitation, Mai 2017 
http://www.resuscitationjournal.com/article/S0300-9572(17)30103-X/fulltext  
 
20 Mobile-Phone Dispatch of Laypersons for CPR in Out-of-Hospital Cardiac Arrest. The New England 
Journal of Medicine, Juni 2015 http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406038 
 
21 "Smartphone-basierte First-Responder-Alarmierung „Mobile Retter“" Notarzt, 2015 
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0035-1552700  
 
22 „Mobile phone-based alerting of CPR-trained volunteers simultaneously with the ambulance can 
reduce the resuscitation-free interval and improve outcome after out-of-hospital cardiac arrest: A 
German, population-based cohort study“ Resuscitation, 2019 
https://www.resuscitationjournal.com/action/showPdf?pii=S0300-9572%2819%2930735-X

22 
 
 
Abbildung 10: Ersthelfer-Apps im NRW. Quelle: SWR 2024 
 
Abbildung 11: Ersthelfer-Apps mit Typen-Bezeichnung im Bundesgebiet. Quelle: SWR 2024

23 
Eine bundesweite Regelung zur Einführung derartiger Systeme fehlt ebenso wie eine 
einheitliche Finanzierung.  
 
In NRW sind derzeit 13 Gebietskörperschaften mit „App-Helfer-Systemen“ ausgestattet. Ein 
Großteil der Gebietskörperschaften in NRW gab gegenüber dem SWR im Sommer 2024 an, 
eine Einführung solcher Ersthelfer-Apps sei geplant. Die Stadt Münster verfügt derzeit nicht 
über eine Ersthelfer-App und plant auch keine Einführung. 
 
Gerade in Münster wären viele Menschen dazu in der Lage, bei einem Notfall in ihrer 
unmittelbaren Umgebung eine lebenswichtige Reanimation durchzuführen. Nicht nur 
Pflegende, Rettungsdienstmitarbeitende, Medizinstudierende, Ärztinnen und Ärzte sowie 
andere im Gesundheitswesen und der Pflege tätige Menschen sind in den Maßnahmen der 
Reanimation ausgebildet, auch Feuerwehr und Hilfsorganisationen verfügen über viele gut 
ausgebildete Mitglieder. 
Die Einschränkung des Helfenden-Kreises auf professionalisierte und/oder institutionalisierte 
Helfende birgt neben einer regelmäßig aktualisierten Erste-Hilfe-Qualifikation den Vorteil, dass 
die Helfenden grundsätzlich mit den Herausforderungen der „Hilfe in Not“ vertraut sind, weil 
sie im Beruf oder als Teil einer „Notfall-Struktur“ mehr oder weniger regelmäßig damit 
konfrontiert werden. Eine Überforderung und mögliche emotionale Belastung durch 
Alarmierungen wird damit unwahrscheinlicher. 
Die Ansprache („Werbung“) für die Teilnahme („Registrierung in der App“) ist zudem einfacher, 
wenn nur professionalisierte und/oder institutionalisierte Helfende eingeschlossen werden. 
Hierzu können die Berufs- und/oder Organisations-Strukturen genutzt werden.  
Sollte die Einschränkung auf professionalisierte und/oder institutionalisierte Helfende eine 
ausreichend gute Flächenabdeckung des App-Systems verhindern (zu wenige Helfende 
können gewonnen werden), müsste in einem nachfolgenden Schritt geprüft werden, wie die 
Teilnahme für größere Kreise geöffnet werden kann. 
 
 
Öffentlich zugängliche Defibrillatoren (AED) 
Ein Defibrillator kann durch gezielte Stromstöße Herz-Rhythmus-Störungen beenden, die zu 
einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen. Hierbei handelt es sich um Kammerflimmern und 
Kammerflattern sowie ventrikuläre Tachykardien. Eine Defibrillation wird in der Regel durch 
ausgebildetes Fachpersonal z.B. auf Intensivstationen, in Operationssälen, in Notaufnahmen 
sowie in Fahrzeugen des Rettungsdienstes durchgeführt. 
Automatische Externe Defibrillatoren (AED) sind in der Anwendung einfach. Sie bestehen aus 
einem Defibrillator und zwei Flächenelektroden. Bei den meisten Geräten werden dem Nutzer 
alle durchzuführenden Schritte durch eine Sprachansage mitgeteilt. Bei Anwendung von AED 
ist es entscheidend, dass es nicht zu Unterbrechungen der Herz-Druck-Massage von mehr als 
10 Sekunden kommt, da ansonsten der Kreislauf in Stillstand gerät. Der AED führt nach 
Anbringen der Flächenelektroden eine EKG-Analyse durch. Anschließend wird bei Vorliegen 
von Kammerflimmern ein Stromstoß ausgelöst. Automatische Externe Defibrillatoren (AED) 
sind auch durch einen gut geschulten Laien sicher bedienbar, da die kleinen Geräte 
automatisiert eine Analyse der Herz-Rhythmen durchführen. 
 
AED können öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies wird von internationalen und 
nationalen medizinischen Fachgesellschaften an Orten empfohlen, an denen mit einer hohen 
Wahrscheinlichkeit Herz-Kreislauf-Stillstände auftreten können. Sofern AED in öffentlich 
zugänglichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Orten mit hohem

24 
Personenaufkommen für eine Anwendung durch medizinische Laien bereitgestellt werden, so 
spricht man von „Public-Access AED“. 
In den letzten Jahrzehnten wurden AED international in großem Umfang für die Öffentlichkeit 
zugänglich gemacht. Die Nutzungsrate für öffentlich zugängliche AED ist äußerst gering und 
wird auf 1 pro 100 Defibrillator-Jahre geschätzt23.  
In den meisten Ländern und Regionen gibt es keine mit der Installation von AED 
festgeschriebenen Pläne für deren Wartung (anders als bei Feuerlöschern). Ohne 
regelmäßige Wartung ist aber die Funktion des Defibrillators selbst als auch seiner Batterien 
und Elektroden nicht sichergestellt. In Frankreich entsprachen von ca. 6.000 öffentlichen AED 
über 3.500 (60%) nicht den erwarteten Standards 24. Auch in Deutschland werden viele 
Defibrillatoren überhaupt nicht gewartet. 
 
Daten aus Münster und anderen Orten zeigen, dass sich 70-80% aller Herz-Kreislauf-
Stillstände zu Hause ereignen und nur 15% an öffentlichen Plätzen. Dies begründet, warum 
die öffentliche Stationierung von AED bislang hinsichtlich ihres Nutzens enttäuscht hat. 
 
So hat die Stadt Bochum im Jahr 2003 ein Projekt zur Stationierung von AED im öffentlichen 
Raum gestartet. Die 10-Jahres-Ergebnisse dieses Projekts wurden in einem medizinischen 
Fachjournal veröffentlicht: Insgesamt 175 AED wurden an Orten mit hohem 
Personenaufkommen angebracht. Geschult in der Anwendung der AED und den Maßnahmen 
der Reanimation wurden ca. 15.000 Personen, die sich häufig in unmittelbarer Nähe der AED 
Standorte aufhielten bzw. dort arbeiteten. Im Zeitraum der Datenerfassung (2004 – 2013) kam 
es insgesamt nur zu 11 Anwendungen von AED (Defibrillation). 
Die Autoren der Untersuchung in Bochum zeigten sich insgesamt enttäuscht über die geringe 
Wirksamkeit des AED-Programms, die sie auf den oben beschriebenen geringen Anteil an 
Herz-Kreislauf-Stillständen in der Öffentlichkeit zurückführten. Sie schlussfolgerten, dass die 
Ausbildung von Laien in den einfachen Maßnahmen der Reanimation wesentlich für die 
Verbesserung des Überlebens bei Herz-Kreislaufstillstand ist. Die Gesamtkosten des AED-
Projektes in Bochum lagen bei über 1.000.000 €25. Auch in internationalen Untersuchungen 
zeigte sich ein enttäuschend geringer Nutzen von AED, so kamen in einer britischen 
Untersuchung bei 98 % aller Herz-Kreislauf-Stillstände trotz flächendeckender Vorhaltung von 
Geräten keine AED zum Einsatz26. 
 
Neuartig ist die Möglichkeit zur Kombination einer Standort-Erfassung von AED mit einer 
Ersthelfer-App. Durch diese Kombination kann von deutlich besserer Wirksamkeit 
ausgegangen werden.  
In einer ländlichen Region in Dänemark konnten App-Nutzende nach Alarmierung automatisch 
zum nächsten AED gelotst werden, diesen zum Patienten bringen und früher eine Defibrillation 
auslösen als dies der Rettungsdienst gekonnt hätte27. 
 
23 Shah JS, Maisel WH. Recalls and safety alerts affecting automated external defibrillators. JAMA. 2006 
Aug 9; 296(6):655-60. doi: 10.1001/jama.296.6.655. PMID: 16896108. 
 
24 B. Thomas-Lamotte, N. Benameur, T. Petrovic, J-L. et al.(2024) Public Access Defibrillators: Urgent 
Need to Keep them Alive, Resuscitation, doi: https://doi.org/10.1016/ j.resuscitation.2024.110333 
 
25 Hanefeld C et al. Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 2015; 110: 150-155 
 
26 Deakin CD, Shewry E, Gray HH. Heart 2014; 100: 619–623 
 
27 FirstAED emergency dispatch, global positioning of community first responders with distinct roles – a 
solution to reduce the response times and ensuring an AED to early defibrillation in the rural area 
Langeland. International Journal of Networking and Virtual Organisations, 2016 
http://www.inderscience.com/info/inarticle.php?artid=75131 (Im Internet: Abruf am 23.02.2024)

25 
 
 
Abbildung 12: Ein Notruf wird ausgelöst. Der Rettungsdienst macht sich auf den Weg. Die App sucht automatisch 
nach Ersthelfern, die sich in der Nähe befinden. Person 1 befindet sich am nächsten zur betroffenen Person, wird 
über Mobiltelefon verständigt und läuft zum Notfall-Ort. Quelle: SWR 2024 
 
Abbildung 13: . Person 1 ist bei der betroffenen Person. Person 2 ist in der Nähe eines AED. Die App weist den 
Weg zum AED. Person 2 nimmt den AED mit und läuft zum Notfall-Ort. Quelle: SWR 2024 
Da es heute in Münster eine unbekannte, vermutlich aber nicht geringe Zahl von AED gibt, die 
von Firmen z.B. im Foyer des Firmensitzes oder in Verkaufsräumen vorgehalten werden, 
erscheint es sehr sinnvoll, diese Geräte im Rahmen eines AED-Katasters zu erfassen. Ein 
derartiges AED-Kataster muss allerdings regelmäßig gepflegt werden. 
 
Verschiedene Studien zeigen, dass verbesserte Überlebensraten bei Herz-Kreislauf-Stillstand 
im Wesentlichen nicht von der Verfügbarkeit von AED, sondern von der Verfügbarkeit von 
Menschen abhängig sind, die in einer Notfallsituation helfen. Ausgestattet mit einem AED 
erhöht sich die Wirksamkeit der Ersten Hilfe allerdings sehr deutlich. Eine Kombination eines 
AED-Katasters mit einer Ersthelfer-App erscheint daher geeignet, um die Überlebensraten zu 
erhöhen.

26 
Eine Erfassung von in der Region vorhandenen Defibrillatoren wurde durch den Verein 
„definetz.Online“ vorgenommen und wird auf der App „Gut versorgt in…“ zur Verfügung 
gestellt. Basis dieser Angaben sind freiwillige Meldungen von Defibrillator-Standorten. 
Aktualität und Stand der Verfügbarkeit der Geräte können der App derzeit nicht entnommen 
werden. Der Stand der Erfassung ist unklar. Eine Anbindung an das System der Leitstelle 
Münster ist derzeit nicht umgesetzt. 
 
 
Vernetzung mit dem Ziel optimierter Rettung 
Das Ziel der Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand kann nicht durch 
singuläre Maßnahmen, z.B. im Bereich des Rettungsdienstes oder im Krankenhaus erreicht 
werden. Vielmehr müssen, um das Überleben von Betroffenen zu sichern, Notfallzeugen 
(Laien), Rettungsdienst, Krankenhäuser und auch Systeme der Rehabilitation Hand-in-Hand 
arbeiten. Diese Zusammenarbeit erfordert zudem hohen zeitlichen Druck, da Sekunden über 
die Rettung des Menschenlebens entscheiden können. 
 
Um die Notwendigkeit eines kettenartigen Ineinander-Greifens verschiedener Elemente der 
Hilfe zu verdeutlichen, entstand das Bild der „Überlebenskette“ (Abbildung 14)28. 
 
 
Abbildung 14: Überlebenskette bei Herz-Kreislauf-Stillstand 
Alle Handlungen, die Betroffenen eines Kreislaufstillstands das Überleben sichern, werden als 
Überlebenskette bezeichnet. Nur wenn alle Glieder der Überlebenskette fest miteinander 
verbunden sind, gelingt das Ziel der Rettung von mehr Menschen, die vom Herz-Kreislauf-
Stillstand betroffen sind. 
 
Die Leitlinien des European Resuscitation Council fordern, dass Einrichtungen des 
Rettungsdienstes und die weiterversorgenden Krankenhäuser gemeinsam ihre Reanimations-
Ergebnisse regelmäßig mit dem Ziel auswerten, ihre Leistungen zu verbessern29. Diese Daten 
sollen auch überregional verglichen und „best practice“-Erfahrungen anderer Regionen 
umgesetzt werden.  
 
28 Perkins GD, Gräsner JT, Semeraro F et al. Leitlinien des European Resuscitation Council 2021. 
Notfall Rettungsmedizin 2021; 24(4): 274-345 
 
29 Perkins GD, Gräsner JT, Semeraro F et al. Leitlinien des European Resuscitation Council 2021. 
Notfall Rettungsmedizin 2021; 24(4): 274-345

27 
Hierzu existiert in Deutschland ein nationales „Deutsches Reanimationsregister“30, an dem 227 
Rettungsdienste sowie 231 Krankenhäuser teilnehmen und eine Vergleichbarkeit von 
Ergebnissen ermöglichen. 
  
 
30 Deutsches Reanimationsregister – German Resuscitation Registry (GRR) - Datenbank für die 
Erhebung, Auswertung und Beurteilung von Reanimationen in Rettungsdienst und Klinik. Deutsche 
Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI). Im Internet: 
https://www.reanimationsregister.de (Download am 11.07.2024)

28 
III. NOTWENDIGE MASSNAHMEN  
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Aufklärung über Herz-Kreislauf-
Stillstand 
Eine regelmäßige jährliche Beteiligung der Stadt Münster, der ortsansässigen 
Hilfsorganisationen, Krankenhäuser, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie anderer 
Organisationen an der „Woche der Wiederbelebung“31 und dem „World Restart a Heart Day“32 
schafft eine größere Wahrnehmung des Phänomens plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand. 
Regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit hilft, die Maßnahmen der Ersten Hilfe in Erinnerung zu 
rufen. Zur Koordination der Öffentlichkeitsarbeit ist eine zentrale Anlaufstelle zu benennen. 
 
Für die Umsetzung von Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Herz-Kreislauf-Stillstand konnten in 
der Projektgruppe der Gesundheitskonferenz zahlreiche beispielhaft genannte Ideen 
gesammelt werden: 
 Beklebung von Stadtwerke-Bussen 
 Angebot eines „Statusbildes“ zum Thema, das während der Woche der 
Wiederbelebung angezeigt werden kann 
 Presse-Veröffentlichung von Erfolgsgeschichten, die „Retter und Gerettete“ 
zeigen und den Erfolg von Erster Hilfe verdeutlichen 
 Einsatz des „Innovations-Truck“ der Fachhochschule 
 Telefon-Warteschleife mit Hinweisen 
 Plakate zur Aufklärung in Praxen und Apotheken 
 Anzeigen zur Aufklärung auf Monitoren der Stadthäuser 
 Einbindung von Münster Marketing und dem Quartiersmanagement 
 
Durch die Konzentration der Kampagnen auf deutschlandweite bzw. weltweite Aktionstage ist 
von einer deutlich stärkeren Wahrnehmung auszugehen. 
 
Zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Möglichkeit von genetischen Untersuchungen soll 
bei Notärztinnen und Notärzten sowie in den Krankenhäusern informiert werden. Die 
Abstimmung eines Verfahrensweges mit entsprechend qualifizierten Einrichtungen (z.B. UKM) 
ist erforderlich, damit genetische Untersuchungen und die Beratung von betroffenen Familien 
erfolgen können. 
Zur Vermeidung von nicht gewünschten Reanimationsmaßnahmen sollen Hausärztinnen und 
Hausärzte im Sinne einer Notfallplanung die Wünsche von hochbetagten und schwer 
Erkrankten hinsichtlich einer Reanimation im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands erfragen, 
diese niederschreiben und insbesondere im Bereich der ambulanten und stationären Pflege 
den Pflegepersonen zur Kenntnis geben. Ziel muss es sein, unerwünschte und nicht sinnvolle 
Reanimationsversuche zu verhindern. Hierzu ist ein enger Austausch mit der KVWL, den 
Verbänden der Hausärzte sowie der Pflegekonferenz notwendig. 
 
An der Umsetzung Beteiligte: 
 Alexianer - Clemens-Hospital 
 Ärztekammer Westfalen-Lippe 
 Bündnis der Hilfsorganisationen - -Gemeinsam für Münster 
 Fachhochschule Münster - Fachbereich Gesundheit  
 
31 Internet-Auftritt der Aktion: Woche der Wiederbelebung https://www.einlebenretten.de/ . Im Internet 
(Download am 23.7.2024) 
32 Internet-Auftritt der Aktion: World Restart a Heart Day https://www.erc.edu/about/restart Im Internet 
(Download am 23.7.2024)

29 
 Fachklinik Hornheide 
 Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe  
 Kommunale Konferenz Alter und Pflege - Münster 
 Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen- Sozialpharmazie 
 St.-Franziskus-Hospital 
 Stadt Münster - Betriebsmedizinischer Dienst 
 Stadt Münster - Feuerwehr 
 Stadt Münster - Gesundheits- und Veterinäramt 
 Stadtsportbund Münster 
 Stadtwerke Münster GmbH - Umweltschutz und Arbeitssicherheit  
 Universitätsklinikum Münster

30 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Erste-Hilfe bei Herz-Kreislauf-
Stillstand  
Die Gruppe der sogenannten „Best Ager“ im Alter von 55-70 Jahren (Zielgruppe) muss 
gezielter zur Teilnahme an Erste-Hilfe-Schulungen mit dem Fokus auf 
Wiederbelebungsmaßnahmen motiviert werden. 
Hierbei muss der Zielgruppe vermittelt werden, dass die höchste Wahrscheinlichkeit für die 
Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Herz-Kreislauf-Stillstand im häuslichen Umfeld 
besteht und dass es am wahrscheinlichsten ist, dass Lebenspartner oder andere 
nahestehende Personen wiederbelebt werden müssen (frei nach Goethe: „Lerne zu retten, 
wer Dir lieb ist!“). 
 
Die Münsteraner Hilfsorganisation planen bereits, Kursangebote zu schaffen, die bewusst das 
Lernen der Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand fokussieren („Herzensretter“). Dies 
wird von den Teilnehmenden der Projektgruppe ausdrücklich begrüßt. Es ist anzustreben, 
dass Hilfsorganisationen ein ausreichend kurzes (ca. 1,5 Stunden) und günstiges (< 25 €) 
Kursangebot schaffen, um die Schwelle zur Teilnahme niedrig zu halten. 
Die Inhalte eines solchen „Wiederbelebungskurses“ sollten bei allen Hilfsorganisationen 
identisch sein. Ein gemeinsamer Kurstitel (zum Beispiel „Münster-Retter“) ist anzustreben. 
Eine gezielte Ansprache der Adressaten soll verfolgt werden, hierzu bieten sich an: 
 Arbeitgeber (Veranstaltung von Gesundheitstagen) 
 Hausärzte (Werbung für die Kurse in Praxisräumen) 
 Apotheken (Werbung für die Kurse in öffentlichen Apotheken) 
 Vereine (Veranstaltung von Kursen in Kooperation mit Hilfsorganisationen) 
 App „Gut versorgt in…“ 
 Krankenkassen 
 Quartiersmanagement 
 VHS 
 Teilnahme der Stadt Münster an der jährlichen „Woche der Wiederbelebung“ 
 
Zielgruppe der Kurse sollen gezielt die Angehörigen der sogenannten „Best Ager“, „Generation 
55plus“ sein. Als Motivation zur Teilnahme soll vermittelt werden, dass es typischerweise der 
eigene Lebenspartner ist, der von Wiederbelebungsmaßnahmen profitiert. Es sollte auch 
bildlich auf Flyern und Plakaten dargestellt werden, dass Wiederbelebung zumeist dem 
eigenen Lebenspartner zugutekommt. 
 
An der Umsetzung Beteiligte: 
 Ärztekammer Westfalen-Lippe 
 Bezirksregierung Münster - Dezernat 24  
 Bezirksregierung Münster - Sportdezernat 
 Bündnis der Hilfsorganisationen - -Gemeinsam für Münster 
 Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe  
 Kommunale Konferenz Alter und Pflege - Münster 
 Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen- Sozialpharmazie 
 Stadt Münster - Betriebsmedizinischer Dienst 
 Stadtsportbund Münster

31 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Ausbildung zur Reanimation in 
Schulen 
Eine Umsetzung des Rund-Erlasses „Aus- und Fortbildung von Schülerinnen und Schülern in 
Erster Hilfe und Laienreanimation“ des Ministeriums für Schule und Bildung NRW vom 
03.05.202133 ist in Münster bisher nicht flächendeckend zu erkennen. Lediglich einzelne 
Schulen haben den regelmäßigen Unterricht in Wiederbelebung umgesetzt. Das Ziel, allen 
Münsteraner Schülerinnen und Schülern Kenntnisse der Ersten Hilfe, hier insbesondere der 
Wiederbelebung zu vermitteln ist somit bisher noch nicht erreicht. Es ist daher zu fordern, dass 
in einer Neufassung des ministeriellen Rund-Erlasses „Aus- und Fortbildung von Lehr- und 
Fachkräften in Schulen in Erster Hilfe und Laienreanimation“ eine Verpflichtung der Schulen 
zur Umsetzung ausgesprochen wird. 
 
Es ist weiter zu fordern, dass in allen Münsteraner Schulen eine regelmäßige Ausbildung in 
Maßnahmen der Wiederbelebung erfolgt. Probleme bei der Umsetzung müssen analysiert und 
abgestellt werden. Hierzu sollen gezielt die bestehenden Abstimmungsformate genutzt 
werden wie zum Beispiel die „Schulleiter Dienstbesprechung“ oder die 
„Schulformsprecherrunde“ (Die Schulformsprecherrunde ist die zentrale Schnittstelle für 
Informationen aller Schulen durch die Schulformsprecherinnen und Schulformsprecher und 
der Verwaltung im Beisein des Dezernenten für Bildung, Jugend, Familie und Sport).  
Voraussetzend dafür ist aber eine eingebettete Stelle bei der Bezirksregierung Münster sowie 
allen Bezirksregierungen in NRW, die Aus- und Fortbildungen in Maßnahmen der 
Laienreanimation koordinieren und durchführen und über Fördermaßnahmen informieren (z.B. 
Bereitstellung von Reanimations-Puppen). Dadurch kann eine Verbindlichkeit in der Schulung 
von Schülerinnen und Schülern generiert werden, die einen enormen Mehrwert in der 
Umsetzung von Wiederbelebungsmaßnahmen erreichen würde. 
Die Bezirksregierung Münster, insbesondere das Sportdezernat, hat alle dafür erforderlichen 
Maßnahmen ergriffen, um diese Fortbildungen regelmäßig und flächendeckend durchführen 
zu können. Es fehlt lediglich die erlassliche Verbindlichkeit für alle Schulen. 
 
Eine Vernetzung der Schulen auf lokaler Ebene ist notwendig, um die Umsetzungen zu 
erleichtern. Im Jahr 2024 fand auf Initiative und Einladung des Hansa-Berufskollegs erstmals 
ein Treffen von sieben Münsteraner Schulen statt, die das Thema Reanimation in den 
Unterricht integriert haben oder dies planen. Hierbei konnten zahlreiche „Best-Practice“ 
Beispiele herausgearbeitet werden wie zum Beispiel die Terminierung von Reanimationstagen 
in der Woche vor den Sommerferien, in der planerisch kaum sonstiger curricularer Unterricht 
stattfinden kann. Solcher Austausch soll regelmäßig fortgesetzt werden. 
 
An der Umsetzung Beteiligte: 
 Bezirksregierung Münster - Dezernat 24  
 Bezirksregierung Münster - Sportdezernat 
 Bündnis der Hilfsorganisationen - -Gemeinsam für Münster 
 Stadt Münster - Amt für Schule und Weiterbildung - Koordination Arbeits- und 
Gesundheitsschutz 
 Universitätsklinikum Münster 
 
  
 
33 Rund-Erlass des Ministeriums für Schule und Bildung „Aus- und Fortbildung von Schülerinnen und 
Schülern in Erster Hilfe und Laienreanimation, vom 03.05.2021 (ABl. NRW. 06/21; 18-24 Nr. 1.2)

32 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Smartphone-App zur Alarmierung 
qualifizierter Ersthelfender 
Für die Umsetzung einer Ersthelfer-App ist die Beschaffung eines geeigneten 
Alarmierungssystems (in der Regel Internet-basierte Software) notwendig, die in das Einsatz-
Leitsystem der Leitstelle Münster integriert werden muss. Diese Software soll auch dazu in der 
Lage sein, mehrere Helfende mit verschiedenen Aufgaben zu betrauen (Durchführen der 
Wiederbelebung, Heranführen eines Automatischen Externen Defibrillators (AED) von einem 
bekannten Ort). Moderne App-Systeme können diese Anforderung erfüllen. 
 
Die Kosten für die Beschaffung einer Ersthelfer-App liegen nach Angaben eines angefragten 
Betreibers bei ca. 20 ct./ Einwohner/ Jahr (damit für Münster bei ca. = 60.000 € p.a.). Dies 
beinhaltet sowohl die Alarmierungssoftware als auch die Kosten für Betreuung des Systems, 
Versicherung und Beratung. 
 
Die Einrichtung einer dauerhaft besetzten Geschäftsstelle ist notwendig. Hier wird die 
Betreuung von bestehenden Helfenden übernommen und Interessierte werden hinsichtlich 
ihrer Qualifikation überprüft und in das System aufgenommen. Auch ergeben sich im 
laufenden Betrieb Notwendigkeiten zur Kommunikation, in einzelnen Fällen auch die 
Notwendigkeit zur Betreuung nach belastenden Einsatzsituationen. Auch wenn hierbei 
weitestgehend automatisiert gearbeitet werden soll, erscheint eine personelle Besetzung 
unabdingbar. Der zeitliche Aufwand kann mit etwa 20 Wochenstunden beziffert werden. Basis 
dieser Einordnung sind Erfahrungen aus Bielefeld und dem Kreis Mettmann. 
Die Kosten einer Geschäftsstelle sind von der gewählten Organisationsform abhängig. Die 
Personalkosten lägen nach heutiger Einschätzung bei etwa 27.000 € für dauerhaft 0,5 
Stellenanteile. Hinzu kämen Kosten für den Arbeitsplatz (nach KGSt ermittelter 
Durchschnittswert für einen Büroarbeitsplatz: 9.700 € pro Jahr) sowie der jeweilige Büroraum. 
Alternativ könnten für die Etablierung einer Geschäftsstelle die Hilfsorganisationen in Münster 
gewonnen werden, die eine große thematische Nähe zum Thema (Erste-Hilfe und 
Wiederbelebung) aufweisen. 
 
Eine Finanzierung von App-Systemen durch Rettungsdienst-Gebühren der Stadt Münster ist 
nicht möglich, da solche Systeme nicht zu den gesetzlichen (finanzierten) Aufgaben eines 
Rettungsdienst-Trägers gehören. Eine Spendenfinanzierung erscheint gut vorstellbar, da ein 
hohes Sozialprestige des Themas vorliegt. Die Hilfsorganisationen verfügen über eine hohe 
Expertise im Umgang mit spendenfinanzierten Projekten, sodass die Kooperation mit den 
Hilfsorganisationen auch aus diesem Aspekt heraus zielführend erscheint. 
 
An der Umsetzung Beteiligte: 
 Alexianer - Clemens-Hospital 
 Bündnis der Hilfsorganisationen - -Gemeinsam für Münster 
 Fachhochschule Münster - Fachbereich Gesundheit  
 Fachklinik Hornheide 
 Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe 
 St.-Franziskus-Hospital 
 Stadt Münster - Feuerwehr 
 Stadt Münster - Gesundheits- und Veterinäramt 
 Universitätsklinikum Münster

33 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Öffentlich zugängliche Defibrillatoren 
(AED) 
Ein AED-Register soll für Münster eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht 
werden, um das Bewusstsein für AED-Standorte zu erhöhen. Zudem soll das AED-Register 
der Leitstelle ermöglichen, Anrufer bei einem Notfall zum nächstgelegenen zugänglichen AED 
zu führen. 
 
Einrichtungen (Betriebe, Geschäfte u.ä.), die in ihren Räumlichkeiten AED verfügbar halten, 
sollen ermutigt werden, diese AED im Register erfassen zu lassen. AED sollten rund um die 
Uhr zugänglich sein. Ist dies nicht der Fall, muss das AED-Register dies entsprechend 
ausweisen. Für einen stabilen Betrieb des AED-Registers ist eine Struktur zu etablieren 
(Geschäftsstelle). 
 
Herz-Kreislauf-Stillstände in Münster sollen mit Hilfe von geografischen Informationssystemen 
oder anderen Modellen unter Verwendung demografischer Daten analysiert werden. Wenn 
hierbei Hochrisikobereiche identifiziert werden, soll die Verfügbarkeit von AED an diesen Orten 
geprüft und notwendigenfalls eine Ausstattung mit AED durch die Stadt Münster veranlasst 
werden.  
 
Eine Ausstattung mit AED auf Kosten der Allgemeinheit soll allerdings auf Hochrisikobereiche 
beschränkt bleiben, um unnötige Kosten zu vermeiden. Ein AED-Standort ist mit Kosten von 
etwa 1.500 € pro Gerät verbunden. Da die Batterie und Elektroden in den AED eine begrenzte 
Haltbarkeit haben, ist nach fünf bis zehn Jahren mit weiteren ca. 300 € für die 
Ersatzbeschaffung zu rechnen. Ferner ist eine Wandhalterung (ca. 200 € pro Gerät) 
vorzusehen, wenn die Geräte im (halb-) öffentlichen Raum zugänglich platziert werden sollen. 
Aufgrund von Diebstahl oder Vandalismus ist mit regelmäßiger Neubeschaffung von Geräten 
auszugehen. 
 
Durch die Kombination mit einer noch zu etablierenden Ersthelfer-App, die in der Lage ist, in 
der Nähe der Notfallstelle gelegene AED anzuzeigen und die Entsendung von Ersthelfenden 
zu einem AED zu ermöglichen, wird der Nutzwert der vorhandenen AED vervielfacht. In Notfall 
ist sofort klar, wo der nächste AED zu finden ist. 
 
An der Umsetzung Beteiligte: 
 Bündnis der Hilfsorganisationen - -Gemeinsam für Münster 
 Stadt Münster - Feuerwehr 
 Stadt Münster - Gesundheits- und Veterinäramt

34 
Handlungsempfehlung zum Themenfeld: Vernetzung mit dem Ziel optimierter 
Rettung 
Statistische Daten sowie Angaben zur Ergebnisqualität von Wiederbelebungsversuchen nach 
Herz-Kreislauf-Stillstand in der Stadt Münster sollen durch Rettungsdienst und versorgende 
Krankenhäuser im nationalen „Deutschen Reanimationsregister“34 erfasst, mit anderen 
Regionen verglichen und regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies kann 
im Rahmen der Kommunalen Gesundheitsberichterstattung oder anderer geeigneter Weise 
erfolgen. Die Effekte von Maßnahmen zur Verbesserung des Überlebens sollen abgebildet 
und über diesen Weg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 
 
Um zu ermitteln, durch welche Maßnahmen eine Verbesserung des Überlebens nach Herz-
Kreislauf-Stillstand erreicht werden kann und welche Defizite dabei bestehen, soll die Stadt 
Münster an der „Resuscitation Academy Deutschland“ des Instituts für Rettungs- und 
Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein teilnehmen35. Nach ursprünglich 
US-amerikanischem Vorbild verfolgt die Resuscitation Academy Deutschland (RAD) das Ziel, 
die Überlebens-Ergebnisse nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand systematisch und nachhaltig 
zu verbessern. 
 
Abbildung 15: Programm der Resucitation Academy Deutschland (RAD) 
 
Seit 2020 haben u.a. die Rettungsdienste Berlin, Kiel, Rostock, Kaiserslautern, Koblenz, 
Ludwigshafen, Trier, Mainz, Kreis Montabaur, Kreis Südpfalz, Kreis Vorpommern-Greifswald 
und in NRW die Kreise Borken, Heinsberg, Hochsauerlandkreis sowie die Städte Dortmund 
und Mönchengladbach an dem 24-monatigen strukturierten Prozess teilgenommen. 
 
Zur Stärkung der „Überlebenskette“ soll - soweit gesetzlich möglich - eine Vernetzung von 
Ersthelfenden, dem Rettungsdienst und den weiterversorgenden Krankenhäusern erreicht 
 
34 Deutsches Reanimationsregister – German Resuscitation Registry (GRR) - Datenbank für die 
Erhebung, Auswertung und Beurteilung von Reanimationen in Rettungsdienst und Klinik. Deutsche 
Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI). Im Internet: 
https://www.reanimationsregister.de (Download am 11.07.2024) 
 
35 Resuscitation Academy Deutschland - Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des 
Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Im Internet: https://www.uksh.de/notfallmedizin/rad.html 
(Download am 11.07.2024)

35 
werden. Hierbei soll auch das Ziel verfolgt werden, Ersthelfende nach einer Wiederbelebung 
über das Ergebnis der Weiterversorgung zu informieren („Was wurde aus dem Menschen, bei 
dem ich Erste Hilfe geleistet habe?“). Derzeit bleiben Ersthelfende häufig mit ihren Fragen 
allein. Neben einem gemeinsamen Berichtswesen zu Reanimations-Ergebnissen in Münster 
ist hierzu ein regelmäßiges Treffen („Reanimations-Konferenz“) zu etablieren, bei dem sich 
alle Beteiligten wie zum Beispiel Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, Krankenhäuser sowie 
Vertreterinnen und Vertretern der Ärzteschaft austauschen können. 
 
Eine Vernetzung aller an der Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand 
Beteiligten erfordert die Schaffung einer zentralen „Koordinierungsstelle Reanimation“ in 
Münster. Da diese Notwendigkeit auch für andere Maßnahmen zur Verbesserung der 
Reanimations-Ergebnisse gesehen wurde, ist eine Zusammenfassung der erforderlichen 
Koordinations-Maßnahmen an einer Stelle naheliegend. Wie bereits in anderen Workshops 
dargestellt, bieten sich für die Etablierung einer solchen Geschäftsstelle die Strukturen der 
Hilfsorganisationen in Münster an. Diese verfügen zudem über eine thematische Nähe zur 
Ersten-Hilfe und Wiederbelebung. Alternativ müssen hierzu andere Strukturen genutzt bzw. 
entwickelt werden. 
 
An der Umsetzung Beteiligte: 
 Alexianer - Clemens-Hospital 
 Ärztekammer Westfalen-Lippe 
 Bezirksregierung Münster - Dezernat 24  
 Bündnis der Hilfsorganisationen - -Gemeinsam für Münster 
 Fachhochschule Münster - Fachbereich Gesundheit 
 Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe  
 St.-Franziskus-Hospital 
 Stadt Münster - Feuerwehr 
 Stadt Münster - Gesundheits- und Veterinäramt 
 Universitätsklinikum Münster

36 
IV. FAZIT 
 
Die Projektgruppe „Verbesserung des Überlebens nach Herz-Kreislauf-Stillstand“ der 
Kommunalen Gesundheitskonferenz hat in diesen Handlungsempfehlungen konkrete 
Maßnahmen zur Rettung von Menschen vor dem plötzlichen Herztod vorgelegt. 
 
Lokale Expertinnen und Experten haben hierzu aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse 
hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit in der Stadt Münster geprüft und gewichtet. 
 
Auf Basis dieser Erkenntnisse kann bei Umsetzung der vorliegenden Handlungsempfehlungen 
davon ausgegangen werden, dass jährlich doppelt so viele Menschen in Münster einen Herz-
Kreislauf-Stillstand überleben: 
 
 
Das bedeutet jährlich  50 gerettete Menschenleben, statt derzeit 25. 
 
 
 
Abbildung 16 Perspektivische Verdoppelung der Anzahl an Überlebenden in Münster

Beratungsverlauf (2)

22.04.2026 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Migration
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
12.05.2026 Ausschuss für Personal, Sicherheit und Ordnung
TOP 3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • York-Ring 25

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Details

Aktenzeichen
V/0163/2026
Typ
Vorlagen
Datum
06.03.2026
Erstellt
27.02.2026 13:31