AN/1179/2023
Jugendliche im Bezirk empowern – Youth Lead the Change
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Antrag nach § 3 (GUT/Klima BV5)
7041 Zeichen
Bezirksvertretung Nippes
Inga Feuser
Fon 01774024614
Mail: nippes@klimafreunde.koeln
Bela Schlieper
bela.schlieper@stadt-koeln.de
Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 01.06.2023
AN/1179/2023
Antrag gem. §§ 3 und 38 der Geschäftsordnung des Rates und der
Bezirksvertretungen
Gremium Datum der Sitzung
Bezirksvertretung 5 (Nippes)
Jugendliche im Bezirk empowern – Youth Lead the Change
- Änderungsantrag von GUT & Klima Freunden -
Die Bezirksvertretung Nippes möge beschließen:
Die Bezirksvertretung beauftragt die Verwaltung, ein Pilot-Jugendbeteiligungsprojekt
durchzuführen, im Rahmen dessen die Jugendlichen des Bezirkes (von 13-21 Jahren) über
einen Etat von 75000 Euro verfügen, um eigenständig Stadtverschönerungsprojekte im
Rahmen des entsprechenden städtischen Kriterienkatalogs zu entwickeln, darüber zu
entscheiden und diese gemeinsam mit der Verwaltung umzusetzen. Die eingereichten
Projekte müssen zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsentwicklungs-ziele (SDGs) beitragen.
Die Verwaltung wird beauftragt, dieses Pilotprojekt in Kooperation mit dem gemeinnützigen
Verein "Youth Lead the Change Germany e.V" und ggf. weiteren Akteuren der
Zivilgesellschaft durchzuführen und die Jugendzentren, die weiterführenden Schulen im
Bezirk sowie die Sozialraumkoordination Bilderstöckchen. Der Verein YLC hat nach dem
Vorbild der Stadt Boston ein Konzept zur Umsetzung dieses Projektes entwickelt, das auf die
individuellen Bedingungen der Stadt Köln angepasst werden kann. Der Verein steht bei der
Umsetzung beratend zur Seite und unterstützt unter anderem durch vorbereitende
Workshops an Schulen.
Für die Umsetzung der Projekte wird die BV 5 die Hälfte ihrer zur Verfügung stehenden
Stadtverschönerungsmittel bereitstellen. Die endgültige Zustimmung durch die BV und die
Freigabe durch den Finanzausschuss erfolgt, nachdem die Jugendlichen ihre
Frau Bezirksbürgermeisterin Frau Oberbürgermeisterin
Dr. Diana Siebert Henriette Reker
Neusser Str.450 Hist. Rathaus
50733 Köln 50667 Köln
Gewinnerprojekte gewählt haben. Sollten bis zur vorletzten Sitzung des Jahres 2024 die
Gewinnerprojekte noch nicht feststehen, soll die BV die Mittel für 2024 anderweitig
verwenden, um einen Verfall der Gelder auszuschließen. Die Verwirklichung der Projekte
wird dann ins folgende Kalenderjahr geschoben.
Begründung:
Die Stadt Köln ist Modellkommune für Bildung für nachhaltige Entwicklung und hat sich zum
Ziel gesetzt, in der Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Einrichtungen, BNE
stärker in der Kommune zu verankern. Dieses Projekt kann als Modellprojekt für dieses Ziel
dienen. Der Stadtbezirk Nippes kann so zum Modellbezirk für eine neue Form der
Jugendbeteiligung werden, was wiederum eine Strahlkraft auf andere Bezirke und die
gesamte Stadt haben wird. So tragen wir aktiv zur Stärkung der Demokratie bei.
Die Generation Z ist eine Generation, die sich politisch einbringen und aktiv sein möchte,
aber zu wenig Möglichkeiten dafür hat: „Die Unzufriedenheit mit der Politik geht bei jungen
Menschen in Deutschland weit über die Tagespolitik hinaus.“ Das belegt zum Beispiel eine
Studie der Vodafone Stiftung Deutschland: „Obwohl die Mehrheit der jungen Menschen (66
Prozent) ihre Generation als eine wahrnimmt, die politisch etwas verändern möchte, hat
weniger als ein Drittel (29 Prozent) das Gefühl, Politik beeinflussen zu können. Drei Viertel
(75 Prozent) erleben die deutsche Demokratie als zu schwerfällig, um aktuelle und
zukünftige Herausforderungen zu lösen. Entsprechend pessimistisch blicken junge
Menschen nach vorne: 86 Prozent machen sich Sorgen um ihre Zukunft. (…) Weniger als
ein Drittel der 14- bis 24-Jährigen (29 Prozent) hat das Gefühl, Politik beeinflussen zu
können.“1
Dadurch entstehen Frustration und Politikverdrossenheit unter Jugendlichen, was die
wachsende Demokratiekrise verstärkt. Um dem entgegen zu wirken, hat der Verein „Youth
Lead the Change Germany e.V.“ unter der Schirmherrschaft von Elke Büdenbender nach
dem erfolgreichen Vorbild der Stadt Boston (USA) dieses Projekt entwickelt. Es gibt den
Jugendlichen, die aufgrund ihres Alters teilweise noch nicht einmal durch Wahlen Politik
beeinflussen können, die Möglichkeit direkter Partizipation und aktiver Mitgestaltung. Dies
fördert im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung wichtige Zukunftskompetenzen
und die Selbstwirksamkeitserwartung junger Menschen.
Auch die UNESCO sieht in der Roadmap zu ihrem aktuellen Programm „Bildung für
Nachhaltige Entwicklung 2030“ die „Stärkung und Mobilisierung der Jugend“ als eines der
prioritären Handlungsfelder2:
„Junge Menschen in aller Welt, sowohl Zielgruppe als auch treibende Kraft dieses
Handlungsfeldes, sind kreative und aktive gesellschaftliche Innovationskräfte sowie
Unternehmer:innen, die den Wandel für eine nachhaltige Zukunft anführen können.“
„Von Jugendlichen geführte und auf Jugendliche ausgerichtete Gruppen,
Organisationen und Netzwerke sollten Kontakte schaffen, um junge Menschen zu
vernetzen, zu mobilisieren und zu motivieren, damit sie sich stärker an Maßnahmen für
eine nachhaltige Entwicklung beteiligen. (…) Dazu gehören auch von Jugendlichen
selbst geleitete Kampagnen, die zeigen, wie die Nachhaltigkeitsziele mit den Bedarfen
und Forderungen der jungen Menschen in ihren Communities zusammenhängen.
Entscheidungstragende und Mitglieder öffentlicher und privater Institutionen müssen junge
Menschen bei allen Bemühungen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung als
wichtige Schlüsselpersonen anerkennen.“
1https://www.vodafone-stiftung.de/jugendstudie -2022/
2Roadmap zum UNESCO-Programm BNE 2030: https://www.unesco.de/sites/default/files/2022 -
02/DUK_BNE_ESD_Roadmap_DE_barrierefrei_web -final-barrierefrei.pdf
Das von YLC entwickelte Projekt entspricht genau diesen Forderungen der UNESCO. Junge
Menschen im Stadtbezirk werden „empowert“ (befähigt und ermächtigt), den notwendigen
Wandel selbst zu gestalten und gewinnen durch die Selbstwirksamkeitserfahrung auch neue
Hoffnung.
Ablauf des Projektes
In Zusammenarbeit mit dem Verein werden über Schulen und Jugendzentren
jugendliche „Change Agents“ mobilisiert, die sich aktiv in die Gestaltung des
Projektes einbringen wollen. Diese rufen gemeinsam mit der Stadtverwaltung alle
Jugendlichen im Bezirk dazu auf, Ideen zur Stadtverschönerung und Verwirklichung
der SDGs einzureichen. Durch Workshops an Schulen und Jugendzentren befähigt
der Verein die Jugendlichen dazu.
Aus allen eingereichten Ideen entwickeln die Change Agents gemeinsam mit der
Stadtverwaltung machbare und finanzierbare Konzepte innerhalb der SDGs.
Alle Jugendlichen im Bezirk sind dazu aufgerufen, digital oder analog über die
vorgestellten Projekte abzustimmen.
Die von den Jugendlichen favorisierten Projekte werden von der Stadtverwaltung
mithilfe der Stadtverschönerungsmittel umgesetzt.
gez. Feuser
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1179/2023
- Typ
- Antrag nach § 3 BV5 (GUT/Klima)
- Datum
- 26.05.2023
- Erstellt
- 01.06.2023 13:39