AN/0152/2021
gem. Änderungsantrag - Steigerung der Aufenthaltsqualität und Nahmobilität durch Neuordnung der Verkehre im Bereich Breite Straße / Ehrenstraße-gem. Änderungsantrag Grüne, SPD, Linke, KlimaFreunde, FDP, Die Partei
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Gem. Änderungsantrag (Grüne BV1)
9112 Zeichen
B90/Grüne
SPD-Fraktion
Fraktion Die Linke
KlimaFreunde
FDP
DIE PARTEI
Herrn Bezirksbürgermeister
Andreas Hupke
Herrn Bürgeramtsleiter
Dr. Ulrich Höver
Frau Oberbürgermeisterin
Henriette Reker
Eingang beim Bezirksbürgermeister:
AN/0152/2021
Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 21.01.2021
Steigerung der Aufenthaltsqualität und Nahmobilität durch Neuordnung der Verkehre
im Bereich Breite Straße / Ehrenstraße
Änderungsantrag zu
5.1.8 Steigerung der Aufenthaltsqualität und Nahmobilität durch Neuordnung der Verkehre
im Bereich Breite Straße/Ehrenstraße, gemeinsamer Antrag Grüne, Die Linke, KlimaFreunde
und Die Partei AN/1336/2020
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, Sehr geehrte Herren,
wir bitten Sie, folgenden Änderungsantrag in die Tagesordnung der Sitzung der Bezirksver-
tretung Innenstadt am 21.01.2021 aufzunehmen.
Steigerung der Aufenthaltsqualität und Nahmobilität durch Neuordnung der Verkehre
im Bereich Breite Straße / Ehrenstraße
1. Die Ehrenstraße und die Breite Straße sollen kurzfristig vom Autoverkehr befreit und
mittelfristig niveaugleich umgestaltet werden, um die Aufenthaltsqualität zu steigern
und die Nahmobilität im Bereich zu fördern. Dies betrifft auch die Querungsverkehre.
2. Hierfür sind die folgenden Maßnahmen zeitnah, d.h. bis Ende März 2021 umzuset-
zen:
- 2 -
a. Die Breite Straße wird im Abschnitt Auf dem Berlich / Richmodstraße und Al-
bertusstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt. Lieferverkehr auch von
Anwohner*innen soll von 6:00 bis 11:00 Uhr zugelassen werden.
b. Die Ehrenstraße wird zeitnah im Abschnitt Albertusstraße bis Friesenwall für
den motorisierten Verkehr gesperrt. Lieferverkehr auch von Anwohnern soll
von 6:00 bis 11:00 Uhr zugelassen werden. Die Auto-Parkplätze fallen weg,
es wird zusätzliches Radparken eingerichtet.
c. Für die jeweiligen Fahrbahnen bitten wir die Verwaltung, eine Widmung als
Fahrradstraße und als Fußgängerzone / Fahrrad frei zu prüfen und darzustel-
len.
d. Die Albertusstraße verbleibt zur Einfahrt und die Sankt-Apern-Straße zur Aus-
fahrt für den MIV aus nördlicher Richtung. Eine Durchfahrt für den motorisier-
ten Verkehr von der Albertusstraße über die Achse Breite Straße / Ehrenstra-
ße hinweg soll nicht möglich sein.
e. Die Alte Wallgasse verbleibt als Sackgasse zwischen Gerhard-Winkler-Hof
und Ehrenstraße. Für die Dauer der Baustelle in der Alten Wallgasse verbleibt
die aktuelle Verkehrsführung für Anlieger (Einfahrt über Pfeilstraße, Ausfahrt
über Benesisstraße).
f. Die Pfleilstraße verbleibt zur Einfahrt, die Benesisstraße zur Ausfahrt Richtung
Süden. Eine Durchfahrt von der Alten Wallgasse zur Benesisstraße für den
motorisierten Verkehr soll nicht möglich sein.
g. Die Apostelnstraße verbleibt zur Einfahrt und die Gertrudenstraße zur Aus-
fahrt aus südlicher Richtung. Hierfür wird die Fahrtrichtung in der Gertruden-
straße zwischen Willy-Millowitsch-Platz und Wolfsstraße angepasst. Der Ver-
kehr zwischen den beiden Straßen wird über den südlichen Willy Millowitsch-
Platz geführt.
h. Der Willy Millowitsch-Platz
wird an den westlichen und östlichen Seite mit Durchfahrtssperren für den mo-
torisierten Verkehr gesperrt.
i. Die in der Ehrenstraße befindlichen Lade- und Lieferzonen werden in beste-
hende Parkbuchten in den Seitenstraßen verlagert.
j. Bei der Umsetzung soll sicher gestellt werden, dass auch große LKW die Sei-
tenstraßen weiter beliefern können. Sollten diese über das im Antrag vorge-
schlagene Netz nicht ein- und ausfahren können (insb. Querung Südseite Mil-
lowitsch-Platz) sollen alternative Lösungen wie insb. eine "Schlüssellösung"
für die Durchfahrt in Richtung Sankt-Apern-Straße oder eine temporäre, mobi-
le Absperrung in der Anfangs- / Gewöhnungszeit in Abstimmung mit dem An-
liegern erarbeitet und umgesetzt werden.
3. Es sind Quartiers-Plätze anzulegen, die als Ruhe-und Erlebnisort dienen können.
Hierzu ist die Platzfläche der Kreuzung Ehrenstraße/Benesisstraße/Pfeilstraße zu
vergrößern und durch einen Brunnen bzw. eine Brunnenskulptur aufzuwerten. Für
den derzeitigen „Durchgangsraum“ der Mittelstraße am Konrad-Adenauer-Denkmal
ist Platzqualität zu schaffen. Rudolfplatz und Willy-Millowitsch-Platz sind entspre-
chend qualitativ zu überarbeiten. Hierbei sind die Vorgaben des „Gestaltungshand-
buchs der Stadt Köln“ sind zu beachten
- 3 -
4. Teil der Quartiersplanung soll ein Grünkonzept sein, dass durch weitere Anpflanzun-
gen, Gebäudebegründungen und Flächenentsiegelungen Wohn-, Aufenthaltsqualität
und Klimasituation deutlich verbessert.
5. Die verkehrlichen Auswirkungen der Maßnahmen soll ausgewertet und in den zu-
ständigen Gremien vorgestellt werden.
6. Für das gesamte Quartier zwischen Auf dem Berlich / Richmodstraße, Magnusstraße,
Ringe und Hahnenstraße zwischen wird im Nachlauf zu den verkehrlichen Maßnah-
men ein niveaugleicher Ausbau (nach Modell Severinstraße) angestrebt. Für die Eh-
renstraße soll dies zeitnah nach Einrichtung der Fußgängerzone in Rücksprache mit
den Anwohnenden umgesetzt werden. Hierbei sind auch die Anlage von Bäumen /
Beeten und die Einrichtung zusätzlichen Fahrradparkens zu prüfen. Das MIV-Parken
soll langfristig ausschließlich in Parkhäusern erfolgen. Hierfür ist ggf. ein Modellver-
such Quartiersgarage / Anwohner*innenparken im Parkhaus zu entwickeln. Beim
Ausbau ist zu prüfen, wie eine Umlage der Kosten auf die Privatanlieger vermieden
werden kann, da die Maßnahme grundsätzlich her über den Kreis der Anlieger hinaus
relevant ist.
7. Zur Umgestaltung der Apostelnstraße soll wie im Haushaltsplan vorgesehen ein Ge-
staltungswettbewerb durchgeführt werden. Hierbei soll auch ein Verkehrskonzept er-
stellt werden, dass ggf. einen Sperrung der Apostelnstraße ab Große Brinkgasse er-
möglicht.
8. Die genannten Maßnahmen sollen allen Beteiligten, wie Anwohner*innen, Händ-
ler*innen und Verwaltung in angemessener Form vorgestellt werden, die den Aus-
tausch ermöglicht und Raum für Anregungen herstellt.
Begründung:
Sowohl die Breite Straße als auch die Ehrenstraße sind vielfältige, lebendige Innenstadtla-
gen mit einer hohen Frequenz an Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Die gegenwärtige
Infrastruktur wird den gestiegenen Frequenzen und den aktuellen Anforderungen an Aufent-
haltsqualität hier nicht mehr gerecht.
Für Fußgänger*innen erhöht sich mit den vorgeschlagenen Maßnahmen Sicherheit und Auf-
enthaltsqualität deutlich. Dies gilt sowohl für Kunden der anliegenden Geschäfte als auch für
Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg zur Königin-Luise-Schule. Die Sperrung der Que-
rungen in Nord-Süd-Richtung soll hier einen durchgängig erfahrbaren autofreien Raum
schaffen.
Für den Radverkehr verspricht das Vorhaben eine deutliche Qualitätssteigerung. Dies betrifft
sowohl den Durchgangsverkehr als den Ziel- und Quellverkehr. Hier kommt es aktuell insbe-
sondere im Begegnungsfall zu Gefährdungssituationen. Die Verbesserung gilt auch und ins-
besondere für die Anfahrt zur Königin-Luise-Schule. Die Maßnahme ergänzt die Umwidmung
von Fahrspuren auf der Magnusstraße, die eher den Pendelverkehren dient.
- 4 -
Für die Führung des Radverkehrs wird ein differenzierter Ansatz gewählt - mit eine Fußgän-
ger*innenzone mit Fahrrad Frei auf der Ehrenstraße und einer Fahrradstraße auf der Breite
Straße, die den unterschiedlichen Straßenschnitten gerecht wird.
Die Sperrung für den motorisierten Verkehr entspricht der Zielsetzung von Köln Mobil 2025
und dem Ansatz, Parken im öffentlichen Raum schrittweise zu reduzieren in insbesondere in
der Innenstadt in die Parkhäuser zu verlagern. Auch hier ist das Gebiet mit mehreren Park-
häusern im direkten Umfeld gut erschlossen. Zudem liegt das Gebiet zentral zwischen dem
Rudolfplatz, dem Friesenplatz, dem Neumarkt und dem Appellhofplatz und ist damit eines
der vom ÖPNV am besten erschlossenen Gebiete in Köln.
Die Verlagerung der Lade- und Lieferzonen ist notwendig, damit diese über den Zeitraum
von 6-11 Uhr hinaus zugänglich sind und von Kunden der Geschäfte sowie von Anwoh-
ner*innen genutzt werden können.
Das gewählte zweischrittige Vorgehen von kurzfristiger Sperrung und mittelfristigem Umbau
entspricht dem von der Verwaltung an der Zülpicher Straße erfolgreich erprobten Verfahren
das erlaubt, Aufenthaltsqualität schnell und merkbar zu erhöhen, die Veränderungen auszu-
werten und mittelfristig in eine bauliche Lösung zu überführen.
Die von der Verwaltung per Pressemeldung vom 3. November 2020 angekündigte Planung
zur Neuaufteilung der Verkehrsflächen soll anhand der oben dargestellten Verkehrsführun-
gen erfolgen1.
Mit freundlichen Grüßen,
Antje Kosubek Tim Cremer Michael Scheffer Christian Nüsser
B90 / Die Grünen SPD Die Linke FDP
Lea Horch Sabine Kader
KlimaFreunde Die PARTEI
Lageplan:
1 https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/22604/index.html
- 5 -
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (22)
- Ehrenstraße 1
- Breite Straße
- Richmodstraße
- Albertusstraße
- Pfeilstraße
- Benesisstraße
- Gertrudenstraße
- Mittelstraße
- Magnusstraße
- Große Brinkgasse
- Zülpicher Straße
- Rudolfplatz
- Friesenplatz
- Appellhofplatz
- Auf dem Berlich
- Gerhard-Winkler-Hof
- Apostelnstraße
- Hahnenstraße
- Severinstraße
- Wolfsstraße
- Friesenwall
- Neumarkt
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- AN/0152/2021
- Typ
- Antrag nach § 3 BV1 (Grüne)
- Datum
- 03.03.2022
- Erstellt
- 18.01.2021 19:02