3944/2023
Beantwortung der Anfrage „Antisemitismus, Rassismus und Extremismus“ AN/1994/2023
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Pressemitteilung Jahresbericht Antisemitismus
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Alle Presse-Informationen auch tagesaktuell unter www.stadt-koeln.de/presse Presse-Information Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Obenmarspforten 21, 50667 Köln E-Mail: presseamt@stadt-koeln.de Redaktionsbüro +49 (0) 221 221-26456 Rufbereitschaft: +49 (0) 221 / 221-26487 Alexander Vogel (av) 221-26487 Pressesprecher Simone Winkelhog (sw) 221-25942 stv. Pressesprecherin Robert Baumanns (rob) 221-32176 Maximilian Daum (md) 221-35982 Jutta Doppke-Metz (dom) 221-26489 Katja Reuter (reu) 221-31155 Sabine Wotzlaw (wot) 221-25399 12.06.2024 - 498 Zahl antisemitischer Vorfälle in Köln hat sich 2023 verdoppelt Dritter Jahresbericht der Meldestelle für antisemitische Vorfälle des NS-DOK Die Fachstelle gegen Antisemitismus im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln hat im Jahr 2023 einen massiven Anstieg antisemitischer Vorfälle in Köln im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Wurden im Jahr 2022 noch 83 Vorfälle dokumentiert, so hat sich die Zahl im ver- gangenen Jahr mit 176 Vorfällen mehr als verdoppelt (plus 112 Prozent). Dieser sprunghafte Anstieg steht in einem deutlichen Zusammenhang mit dem 7. Oktober 2023, dem Tag, an dem in Israel der größte Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Schoa verübt wurde. Die im Jahresbericht dokumentierten Vorfälle reichen von antisemitischen Anfeindungen und Übergriffen auf Kölner Jüdinnen und Juden, über antisemitische Schmierereien im öffentlichen Raum und beschmierte Stolpersteine, bis hin zu antisemitischen Äußerungen auf Demonstra- tionen. Da sich fast zwei Drittel aller 2023 in Köln registrierten Vorfälle nach dem 7. Oktober 2023 ereigneten, widmet der Jahresbericht diesem Thema ein eigenes Kapitel. Die Analyse der Vorfälle zeigt, dass die 2023 dokumentierten Vorfälle nicht nur quantitativ zu- genommen haben, sondern auch deutlich gewalttätiger waren als im Vorjahr. Dies zeigt sich insbesondere in der Zunahme der Kategorien „Angriffe“ (von drei auf acht) und „Drohungen“ (von zwei auf sieben). Der überwiegende Teil der 2023 dokumentierten Vorfälle ereignete sich in Form von sogenanntem „verletzendem Verhalten“ (152 Fälle). Darunter fallen auch die ins- gesamt 27 Demonstrationen im Kölner Stadtgebiet, bei denen antisemitische Äußerungen do- kumentiert wurden. Die Kontexte und Orte, an denen antisemitische Vorfälle dokumentiert wurden, sind äußerst vielfältig. Besonders einschneidend für Betroffene sind jedoch Vorfälle, die sich im persönlichen Nahbereich, zum Beispiel in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Wohnumfeld, ereignet haben. Der Jahresbericht soll dazu beitragen, das Problem des Antisemitismus auf lokaler Ebene sichtbar zu machen, für die verschiedenen Ausdrucks- und Erscheinungsformen des Antise- mitismus zu sensibilisieren und zum Handeln gegen Antisemitismus aufzurufen. Wie schwierig es sein kann, Courage zu zeigen, zeigen auch immer wieder Meldungen, die die Meldestelle erreichen. Nachdem im Oktober ein Mann in einer U-Bahn andere Fahrgäste antisemitisch be- leidigt hatte, meldete ein Zeuge den Vorfall und schrieb dazu: „Ich selbst war mit der Situation - 2 - sehr überfordert und [...] völlig handlungsunfähig. Ich hätte gerne mehr Stellung bezogen und mich mit dem anderen Fahrgast solidarisiert.“ Hinweise an die Redaktionen: Der Jahresbericht kann unter www.antisemitismus-melden.koeln/aktuelles kostenlos herunter- geladen werden. Auf Anfrage können die im Jahresbericht enthaltenen Grafiken zur Verfü- gung gestellt werden (in den Formaten PNG, JPG oder EPS). Es wird darum gebeten, die URL-Adresse in Presseberichten zu verlinken. Für inhaltliche Rückfragen steht der für die Meldestelle zuständige NS-DOK-Mitarbeiter, Daniel Vymyslicky, zur Verfügung. E-Mail: da- niel.vymyslicky@stadt-koeln.de, Telefon 0221/221-31648. -wot-
Beantwortung einer Anfrage (BV)
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Dezernat, Dienststelle VII/4520 Vorlagen-Nummer 3944/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 7 (Porz) 20.06.2024 Beantwortung der Anfrage „Antisemitismus, Rassismus und Extremismus„ AN/1994/2023 Die im September 2020 eingerichtete Meldestelle für antisemitische Vorfälle mit Sitz im NS - Dokumentationszentrum der Stadt Köln dokumentiert (ausschließlich) antisemitische Vorfälle im Kölner Stadtgebiet. Die Meldestelle verfolgt das Ziel, das Dunkelfeld im Bereich Antisemitis- mus zu erhellen, für das Problem Antisemitismus als reales Problem der Gegenwart zu sensi- bilisieren und Betroffene zu unterstützen. Letzteres erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Betroffene von Antisemitismus, die ihren Sitz ebenfalls im NS-Dokumenta- tionszentrum hat. Im Jahr 2022 wurden der Meldestelle vier antisemitische Vorfälle aus Porz gemeldet. In drei Fällen wurden Jüdinnen und Juden, die aufgrund jüdischer Symbolik als solche zu erkennen waren, bzw. Personen, die als jüdisch adressiert wurden, im öffentlichen Raum antisemitisch angefeindet, bedroht oder beleidigt. Der vierte Fall bezieht sich auf ein antisemitisches Graffiti in Porz-Wahn. Die überwiegende Mehrheit der 2022 in Köln dokumentierten Vorfälle betrifft allerdings den Stadtbezirk Innenstadt (51 von 83 Vorfällen). Mit Blick auf den Stadtbezirk Porz sind der Meldestelle bislang keine Vereine, Organisationen, Institutionen oder andere Einrich- tungen bekannt, die durch antisemitische Äußerungen und Handlungen aufgefallen wären. Möglicherweise verfügt das Präventionsprogramm „Wegweiser“ über weitere Hintergründe zu problematischen Akteuren in der Umgebung. Seit dem Massaker der Hamas an der israelischen Zivilbevölkerung vom 7. Oktober 2023 und dem Beginn der israelischen Gegenoffensive ist in Köln ein drastischer Anstieg von dokumen- tierten antisemitischen Vorfällen zu verzeichnen. Allein vom 7. Oktober bis zum 7. November sind der Meldestelle 33 antisemitische Vorfälle im Kölner Stadtgebiet gemeldet worden (+450% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Am 30. Oktober wurde beispielsweise in Porz-Poll eine Israelflagge, die ein Mieter nach dem Massaker der Hamas aus Solidarität zum jüdischen Staat an seinen Balkon platziert hatte, mit Eiern beworfen. In einem anderen Fall wurden in einer Porzer Schulklasse wenige Tage nach dem 9. November positive Äußerungen mit Blick auf die Judenverfolgung im Nationalsozialismus getroffen. Insgesamt ist weiterhin von einer hohen Dunkelziffer antisemitischer Vorfälle in Köln auszuge- hen. Vor diesem Hintergrund ist es von besonderer Bedeutung, insbesondere in äußeren Stadt- bezirken wie Porz, den Bekanntheitsgrad der Meldestelle zu fördern. Wir bedauern, dass wir Ihnen diese bereits im November 2023 formulierte Antwort aufgrund eines Anwenderfehlers in Session erst jetzt zur Verfügung stellen. Ergänzend fügen wir die aktuelle Pressemitteilung zur Vorstellung des Jahresberichts vom 12.06.2024 an. 2 Für inhaltliche Rückfragen steht Daniel Vymyslicky von der Meldestelle für antisemitische Vor- fälle per Mail (daniel.vymyslicky@stadt-koeln.de) od er telefonisch (0221/221-31648) zur Ver- fügung.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3944/2023
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 14.06.2024
- Erstellt
- 27.11.2023 14:23