V/1049/2015
Altengerechte Quartiersentwicklung in Hiltrup Ost im Rahmen des Masterplans Altengerechte Quartiere.NRW: Vorhabenplan
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Berichtsvorlage
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V/1049/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER Sozialamt Betrifft Altengerechte Quartiersentwicklung in Hiltrup Ost im Rahmen des Masterplans Altengerechte Quartiere.NRW: Vorhabenplan Beratungsfolge 14.01.2016 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht 20.01.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Bericht 25.01.2016 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 26.01.2016 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht Bericht: 1. Beschlusslage Auf der Grundlage der Vorlage V/0128/2013 (Ratsantrag Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL A-R/0053/2012 "‘Masterplan Quartier‘: Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Un- terstützungsbedarf sichern - Infrastruktur zukunftsgerecht weiterentwickeln!") hat der Hauptaus- schuss am 13.03.2013 die Verwaltung beauftragt, eine Umsetzungskonzeption für den genann- ten „Masterplan Quartier“ auszuarbeiten. Diese wurde als Berichtsvorlage V/ 0835/2013 am 11.12.2013 dem Rat der Stadt Münster vorg e- legt; auf ihrer Grundlage hat der Rat die Verwaltung beauftragt, eine Förderung des auf drei Jah- re angelegten Projekts Masterplan Quartier nach dem Landesförderplan Alter und Pflege des neuen Alten- und Pflegegesetz (…) zu überprüfen und bei Aussicht auf eine Förderperspektive zu beantragen“. Das Projekt soll ferner kooperativ mit den relevant en Akteuren im Themenfeld wie bspw. den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege sowie weiteren in den Stadtteilen aktiven Initiativen umgesetzt werden. Der Beschluss beinhaltet auch die Entwicklung eines gesamtstädti- schen sozialraumorientierten Handlungskonzeptes zur altengerechten Quartiersentwicklung. Die- ses Vorhaben wurde zur Jahresmitte 2015 aufgenommen. Ergebnisse werden zum Ende des 1. Quartals 2016 vorliegen. Außerdem wurde ein Arbeitskreis „Älter werden in Münsters Quartieren“ mit Beteiligung der Wohlfahrtspflege gegründet, dessen Ziel es ist, für alle aktuellen und zukün f- tigen Quartier sentwicklungsvorhaben in Münster eine Plattform zu schaffen, die konzeptionelle Grundlagen stetig weiterentwickelt. Die Bezirksvertretung Münster-Hiltrup beauftragte die Verwaltung am 13.03.2014 auf Antrag der SPD-Fraktion (A-H/0002/2014) einstimmig zu prüfen, ob in Hiltrup-Ost ein Seniorenwohnprojekt sinnvoll und machbar ist. Am 08.05.2014 folgte die Bezirksvertretung ferner einstimmig dem An- Vorlagen-Nr.: V/1049/2015 Auskunft erteilt: Herr Gottwald-Kobras Ruf: 492-5057 E-Mail: Gottwald-Kobras@stadt-muenster.de Datum: 17.12.2015 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/1049/2015 trag A-H/0007/2014 "Masterplan Quartier in Hiltrup-Ost umsetzen: Selbstbestimmtes Leben für ältere Menschen im gewohnten Umfeld unterstützen - Wohnumfeldverbesserung erreichen" der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL. Der Beschluss betont in dem Zusammenhang vor allem auch Beteiligungsaspekte bei der Umsetzung des Vorhabens. 2. Förderhintergrund Aktuell ist im Bereich der Altenhilfe und Pflege ein Paradigmenwechsel zu beobachten – hin zu einer Neubewertung und Stärkung ambulanter Formen der Unterstützung und neuer Wohn - und Pflegearrangements, die zukünftige Bedarfe der Bewohner/innen möglichst frühzeitig im Blick haben. Auch die Bedeutung sozialer Beziehungen und freiwilligen Engagements, vor allem im Wohnumfeld, erfährt eine neue Wertschätzung. Das Erste Pflegestärkungsgesetz des Bundes vom 17.12.2014 erleichtert und unterstützt bspw. die Gründung von Wohngruppen durch und für Menschen mit leichtem Unterstützungsbedarf („Pflegestufe 0“) und erweitert den Kreis der B e- rechtigten, die durch sog. Alltagsbegleiter assistiert werden können. Das Land Nordrhein-Westfalen hat mit dem Wohn- und Teilhabegesetz vom 18. November 2008 das Heimrecht für seinen Bereich auf eine neue Grundlage gestellt. Dabei stellt die s oziale Teil- habe Unterstützungsbedürftiger ein zentrales Ziel dar. In der aktuellen Novellierung heißt es: „Dabei soll es insbesondere kleinere Wohn- und Betreuungsangebote fördern und eine quartiers- nahe Versorgung mit Betreuungsleistungen ermöglichen“ (§ 1). Das neue Gesetz zur Entwic k- lung und Stärkung einer demographiefesten, teilhabeo rientierten Infrastruktur und zur Weiteren t- wicklung und Sicherung der Qualität von Wohn - und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen (GEPA NRW) vom 2. Oktober 2014 sieht einen Landesförderplan „Alter und Pfl ege“ vor, der unter anderem „ die Förderung von Maßna h- men zur Implementierung von altengerechten Quartiersstrukturen“ beinhaltet. Dieses Förderel e- ment wurde frühzeitig umgesetzt mit Einrichtung des Programms „Masterplan Altengerechte Quartiere.NRW“ (s. www.aq-nrw.de). Dieses setzt einen eher weiten Rahmen, indem es Proje k- tideen vorschlägt und das Erfahrungslernen der teilnehmenden Kommunen fördert, z.B. in rege l- mäßigen Austauschtreffen der Quartiersentwickler/innen. Es sieht eine angemessene Entwic k- lung altengerechter Quartiere in diesen vier Handlungsfeldern vor: Gemeinschaft erleben, Sich versorgen, Wohnen, Sich einbringen. Alle Kreise und kreisfreien Städte Nordrhein -Westfalens sind hier mit jeweils einem Quartier för- derungsberechtigt. Die Verwaltung hat, dem o.g. Beschluss des Rates vom 11.12.2013 folgend, eine Förderung angestrebt und hierzu ein Modellquartier ausgewählt. Maßgebliche Kriterien w a- ren ein hoher Anteil alter Menschen in diesem Stadtbereich, ein unterdurchschnittliches infr a- strukturelles Angebot im Bereich Altenhilfe, Pflege und Begegnung sowie ein mutmaßlich für das Vorhaben unterstützendes bürgerschaftliches Stadtteilleben. Die Wahl ist dabei auf den Stadtteil Hiltrup-Ost gefallen, der mit 34 % über-60-jähriger den höchsten Anteil dieser Bevölkerungsgrup- pe unter allen Stadtteilen aufweist. Zugleich sind bislang keine Pflegeeinrichtungen oder , von einzelnen Angeboten abgesehen, Seniorenbegegnungsstätten vorhanden. Raumstrukturell ist er durch eine Insellage im Stadtbezirk (Barrierewirkung des Dortmund-Ems-Kanals und des Bah n- hofsbereichs) sowie lange Wege zu Versorgungseinrichtungen und eine verbesserungswürdige ÖPNV-Anbindung in den vom Osttor weiter entfernten Bereichen gekennzeichnet. Damit folgt die Verwaltung der Feststellung der BV Hiltru p, dass in Hiltrup-Ost – auch in einer stadtweiten Pe r- spektive – besonderer Handlungsbedarf für eine Altengerechte Quartiersentwicklung besteht. Das Vorhaben Altengerechte Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost konnte zum 01.10.2015 aufg e- nommen werden. Gefördert durch das Land NRW werden die Stelle einer Quartiersentwicklerin sowie Sach- und Veranstaltungskosten bis zum 28.02.2018. Die Stadt Münster ergänzt die Fi- nanzierung aus Eigenmitteln. 3 V/1049/2015 3. Ausgangslage Hiltrup-Ost Bereits im Vorfeld der Altengerechten Quart iersentwicklung war Hiltrup-Ost für Projektvorhaben interessant. Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung , Verkehrsplanung führte im Jahr 2014 gemeinsam mit Architektur-Studierenden der Fachhochschule Münster ein Vorhaben zur Wohn- standortentwicklung in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung durch. Der in dem Rahmen zugrun- de gelegte städtebauliche Ansatz orientierte sich im Wesentlichen an den infrastrukturellen En t- wicklungspotentialen des Stadtteils und an einer barrierefreien Umgestaltung der Häuser. So konnten gemeinsam mit Bewohnern und Bewohnerinnen in einer „Zukunftswerkstatt“ Modelle für einen barrierefreien Umbau erarbeitet werden. Die Kernpunkte der Wohnstandortentwicklung gibt die Vorlage V/0129/2015 mit einem Erfahrungs- und Ergebnisbericht wieder. Die Katholische Hochschule Münster (KatHo) hat in Hiltrup (gesamt) das Forschungsprojekt S o- PHiA durchgeführt (bis Ende 2015). SoPHiA steht für Sozialraumorientierte, kommunale Planung von Hilfe - und Unterstützungsarrangements für Menschen mit und ohne le benslange Behinde- rung im Alter. Ziel des Projektes ist die Erstellung eines Manuals für die praktische Umsetzung inklusiver kommunaler Sozialplanung für das Alter(n). Mit den Akteuren beider Projekte fanden zu Beginn des Vorhabens ‚Altengerechte Quartier sent- wicklung in Hiltrup-Ost‘ Austauschgespräche statt. Wichtige für das Vorhaben relevante Elemen- te aus den bisherigen Erhebungen und Aktivitäten werden in den weiteren Planungen der alte n- gerechten Quartiersentwicklung berücksichtigt. Aktuell gibt es ke inerlei Maßstäbe dessen, woran sich eine Altengerechte Quartiersentwicklung festmachen lässt. Im Rahmen des Masterplans und der modellhaften Erprobung im Ortsteil Hiltrup-Ost soll sich dieser Fragestellung qualitativ angenähert werden. Mit seiner Bevölke rungszahl von insgesamt 25.515 Einwohnern ist Hiltrup der größte Stadtteil Münsters außerhalb der Innenstadt . Laut dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Ve r- kehrsplanung in Münster wird das Wohnquartier Hiltrup-Ost derzeit von 6 .350 Menschen b e- wohnt. Davon ist mehr als ein Drittel älter als 60 Jahre. Knapp drei Viertel der Bevölkerung in Hiltrup-Ost lebt in 1- oder 2-Personen-Haushalten. Bei den 1-Personen-Haushalten ist die Alters- gruppe der über 60jährigen mit fast 50 Prozent vertreten. Auch bei de n 2-Personen-Haushalten sind über ein Drittel 60 Jahre und älter. Hiltrup wird unterteilt in die Ortsteile Mitte, West und Ost. Hiltrup-Mitte bietet eine Vielzahl an Ein- kaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, Freizeit - und Erholungsangeboten und ist insges amt mit einer guten Infrastruktur ausgestattet. Im westlichen Teil Hiltrups ist in den letzten Jahren ein großes Neubaugebiet mit einem integrierten Einkaufszentrum entstanden, welches auch von den Bewohnern und Bewohnerinnen der umliegenden Gebiete genutzt wird. In Hiltrup-Ost findet sich im Vergleich zu den beiden anderen Teilen eine geringere Angebotsviel- falt wieder. Der Zugang zum Gebiet ist durch eine Bahnunterführung und zwei Brücken möglich (Prinzbrücke und Hochbrücke am Osttor). Durch die Erweiterung des Dortmund-Ems-Kanals wird die Prinzbrücke zukünftig einer neuen Lösung weichen müssen. Das Osttor mit seiner Hochbr ü- cke ist eine stark befahrene Straße, die größtenteils dem Durchgangsverkehr in die östlich gele- genen Stadtteile (Gremmendorf, Angelmo dde und Wolbeck) dient. Entlang des Osttors haben sich verschiedene Dienstleister, Einzelhandel, Ärzte und eine Apotheke angesiedelt. Die Verso r- gung durch Güter des täglichen Bedarfs wird von zwei Discountern abgedeckt. Die hausärztliche Versorgung wird derzeit von 2 Praxen mit insgesamt 4 Allgemeinmedizinern bzw. Internisten s i- chergestellt. In den ortsa nsässigen Sportvereinen TUS Hiltrup e. V., der DJK Eintracht Hiltrup 1964 e. V. und dem Schützenverein „Dicke Eiche“ Hiltrup-Ost werden zum Teil generationsüber- greifende Freizeitangebote g emacht. Weitere Möglichkeiten für Kontakt und Begegnung sowie Beratungsangebote zum Leben im Alter finden sich in de r Kirchengemeinde St. Marien , außer- halb von Hiltrup -Ost ferner im Altenhilfezentrum St. Clemens und der Meyer-Suhrheinrich- Stiftung sowie in der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup -Amelsbüren (Seniorenforum G e- 4 V/1049/2015 meindediakonie Hiltrup e. V., Projekt „Von Mensch zu Mensch“). An den Wochenenden sind Ve r- anstaltungsangebote für die älteren Bewohner und Bewohnerinnen eher die Ausnahme. Die A n- bindung an den Öffentlichen Personennahve rkehr ist am Osttor und im südlichen Teil gegeben. Im nördlichen Teil, der Ringstraßen - und Heerdesiedlung, kann aufgrund der größeren Entfe r- nungen zum Osttor ein Taxibus telefonisch angefordert werden. In Hiltrup-Ost gibt es aktuell kein Wohnraumangebot, welches sich speziell an den Bedürfnissen älterer Menschen orientiert. Auf einer Freifläche in unmittelbarer Nähe zur Anlage des TUS Hiltrup e. v. entsteht derzeit eine Container-Wohnanlage, die ab Anfang 2016 Flüchtlingen für zunächst 3 Jahre eine Unterkunft bietet. Im Masterplan „Altengerechte Quartiere NRW“ wird eine Orientierung am Bedarf der älter we r- denden Bevölkerung formuliert. Es ist davon auszugehen, dass von den Vorzügen eines altenge- rechten Quartiers auch andere Bevölkerungsgruppen profitieren werden. Ungeachtet des ve r- gleichsweise hohen Anteils Älterer ist Hiltrup -Ost ein Mehrgenerationenstadtteil. Auch die Int e- ressen und Bedarfe von Menschen mit Behinderung, von Menschen mit Migrationsvorgeschichte und Familien mit Kindern werden gleichermaßen durch eine gute soziale Infrastruktur, Barrier e- freiheit und Nahversorgung in ihrem Wohnumfeld bedient. Wünschenswert wäre auch, wenn hierdurch eine neue Form von Identifikation mit dem Lebensumfeld erreicht werden könnte. 4. Die Entwicklung von Hiltrup-Ost zum altengerechten Quartier Im Rahmen des Vorhabens wird die Bewohnerschaft am Quartiersentwicklungsprozess durch Einsatz geeigneter Methoden beteiligt. Um eine hohe Akzeptanz bei der Bewohnerschaft erzielen zu können, ist ihre Einbindung in die Planung und Umsetzung von Anfang an wichtige Voraus- setzung. Ein selbstbestimmtes Leben zu führen und möglichst lange in der häuslichen Umg e- bung wohnen bleiben zu können , wird dabei das zentral zu bearbeitende Element sein. Es geht darum, klei nräumige, gemeinwesenorientierte Alternativen zur stationären Versorgung älterer Menschen zu entwickeln und neue Formen des sozialen Miteinanders zu schaffen. Im ersten Projektabschnitt (Oktober -Dezember 2015) wurde eine erste Bestandsanalyse in Hiltrup-Ost durchgeführt. Im Rahmen dessen fanden Experteninterviews mit einer größeren Rei- he von Akteuren bzw. Schlüsselpersonen vor Ort statt. Für 2016 sind Befragungen der Bewohner und Bewohnerinnen sowie Quartiersbe gehungen und verschiedene Aktionen und Veranstaltu n- gen geplant. Ende Januar wird es eine erste Auftaktsitzung des neu gebildeten Arbeitskreises „Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost“ geben. Auf der Grundlage der oben genannten vier Han d- lungsfelder des Masterplans „Altengerechte Quartiere NRW“ sollen hierzu Umsetzungsstrategien erarbeitet werden. Eine Übersicht über das Vorhaben Hiltrup -Ost findet sich im Anhang in der Projektskizze. 5. Weiteres Verfahren Über den weiteren Verlauf des Vorhabens in Hiltrup-Ost wird die Verwaltung die Bezirksvertre- tung Münster-Hiltrup sowie den Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucher- schutz und Arbeitsförderung unterrichten; einen ersten Umsetzungsbericht wird die Verwaltung im 4. Quartal 2016 vorlegen. In Vertretung gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlage: Projektskizze zur altengerechten Quartiersentwicklung in Münster, Hiltrup Ost
Anlage 1
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Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 1 Projekttitel: Altengerechte Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost Fördergeber: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, NRW Ansprechpartner: Landesbüro Altengerechte Quartiere NRW, Herr Bölting Beginn: 01.10.2015 Ende: 28.02.2018 Themenfeld: Altengerechte Quartiere Institution: Stadt Münster, Sozialamt, Stabstelle Sozialplanung, Quartiersentwicklung Projektleitung: Yvonne von Kegler Anschrift: Hafenstr. 8, 48153 Münster Telefon: 0251-4925940 Email: vonkegler@stadt-muenster.de Internet: www.stadt-muenster.de Projektmitarbeiter: - Kurzbeschreibung Die Stadt Münster beabsichtigt, einen Masterplan fü r eine altengerechten Quartiersent- wicklung zu erstellen. Geplant ist eine Optimierung der vorhandenen Versorgungsstruktu- ren durch Kooperation und Vernetzung vorhandener An gebotsformen sowie deren be- darfsgerechte Planung, Umsetzung und Weiterentwickl ung. Den Bewohnern und Bewoh- nerinnen soll durch quartiersbezogene Wohn- und Pfl egeangebote möglichst lebenslang ein selbstbestimmtes Wohnen in ihrem gewohnten Umfeld möglich sein. Das Vorhaben Masterplan Altengerechte Quartiere in Münster basiert auf einem Ratsbe- schluss (V/0835/2013 vom 11.12.2013). Vorgesehen ist zum einen, ein gesamtstädtisches Rahmenkonzept zu erstellen, zum anderen die Erprobung in einem Pilotprojekt. Altengerechte Quartiersentwicklung für Münster soll im Stadtteil Hiltrup-Ost in der Praxis erarbeitet und durchgeführt werden. Die hieraus gew onnenen Ergebnisse und Erfahrun- gen sollen zukünftig in den Handlungsrahmen für Kon zeption, Planung und Umsetzung von Quartiersprozessen in anderen Teilräumen mit einfließen. Ausgangssituation Für die modellhafte Erprobung einer Altengerechten Quartiersentwicklung in Hiltrup-Ost erhielt die Stadt Münster vom Ministerium für Gesun dheit, Emanzipation, Pflege und Alter in NRW die Förderzusage aus dem Landesprogramm „Alt engerechte Quartiere.NRW“. Im Projektzeitraum von Oktober 2015 bis Februar 2018 wird ein Bedarfsplan erstellt sowie ein Beteiligungs- und Handlungskonzept erarbeitet und umgesetzt. Der Stadtteil Hiltrup wurde im Jahr 1975 im Zuge de r Kommunalreform nach Münster ein- gemeindet und ist mit seinen 25.515 Einwohnern der größte Stadtteil. Er ist aufgeteilt in die Stadtteile Hiltrup–West, –Mitte und -Ost. Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 2 Hiltrups Mitte bietet den Bewohnerinnen und Bewohne rn entlang der dortigen Einkaufs- straße „Marktallee“ eine Vielzahl an Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten sowie ver- schiedene Service- und Dienstleistungsanbieter. Im westlichen Teil Hiltrups wurde in den letzten Ja hren verstärkt auf die Errichtung neuer Baugebiete gesetzt, was zu einer erheblichen Verjüngung der Bevölkerungsstruktur in die- sem Bereich beitrug. Eine gute Basisinfrastruktur i st hier durch das dezentrale Einkaufs- zentrum an der Meesenstiege in besonderem Maße gegeben. In Hiltrup-Ost hingegen findet sich nur ein geringer Teil dessen, was man an Angebotsviel- falt im Ortsteil West und Mitte als Bewohner und Bewohnerin zur Verfügung hat. Das für die Quartiersentwicklung ausgewählte Quarti er „Hiltrup-Ost“ ist sozialräumlich von den anderen beiden Teilen Hiltrups durch den Dortmu nd-Ems-Kanal bzw. die Bahnstrecke in Richtung Münster und Hamm getrennt. Das östliche Gebiet Hiltrups erschließt sich über eine Bahnunterführung und zwei Brücken – Hochbrücke am Osttor- und historische Prinz- brücke. Erstere ist stark verkehrsbelastet, letztere zwar verkehrsberuhigt, jedoch nur durch eine Unterführung unter den Bahngleisen in einem we nig belebten Bereich zu erreichen. Aufgrund der EU Richtlinien zum Ausbau des Dortmund -Ems-Kanals wird die Prinzbrücke in naher Zukunft durch eine neue Brücke ersetzt werden. Im nördlichen Teil von Hiltrup-Ost befindet sich da s Wohngebiet Ringstraße und Heerde- siedlung. Die Häuser in der Ringstraße entstanden i n den 50er Jahren. Den damaligen Flüchtlingen und Vertriebenen wurden große Baufläch en kostengünstig zur Errichtung von Wohnhäusern angeboten. Der Versorgungsaspekt nahm h ierbei eine wichtige Rolle ein. Die Bewohner und Bewohnerinnen sollten sich durch T ierhaltung und Obst- und Gemüse- anbau eigenständig versorgen können. Die aus heutig er Sicht außergewöhnliche Größe der dort vorzufindenden Häuser und Grundstücksfläch en sind eine der Besonderheiten in diesem Stadtteil. Die Heerdesiedlung entstand in de n 60er bis in die 70er Jahre und auch hier sind vor allen Dingen groß angelegte Häuser und Grundstücke vorzufinden. Die Bebauung im südlichen Teil gestaltet sich durch mischt: Neben größeren Einfamilien- häusern mit großen Grundstücken im älteren Siedlung steil, finden sich hier auch kleinere Eigenheime und Mehrfamilienhäuser, die vor allem in den 60er bis 90er Jahren entstan- den sind. Die bauliche Dichte ist hier durch Bungal ows, Hausreihen und Geschosswoh- nungsbau höher. Ein für die 1960er/70er Jahre typis ches Straßenlayout mit ‚organisch‘ geführten Ringstraßen erschwert die Orientierung; e benso ein sekundäres Netz von Fuß- und Radwegen durch dahinterliegende Grünflächen, di e aber auch Aufenthaltsqualitäten haben. Im zeitgenössischen kleinen Einkaufszentrum Am Roggenkamp befinden sich nur noch ein Discounter und Schnellimbiss. Die Haupteinkaufsmöglichkeiten des Stadtteils (primär ein weiterer Discounter mit Bäcker), die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie Apotheke und Ärzte sind überwie- gend entlang des Osttors angesiedelt. Insgesamt ist der Bestand an öffentlich geförderten Wohnraum (Sozialwohnungen) eher gering. Zum jetzigen Zeitpunkt werden keine Wohnung en mit seniorengerechter oder be- hindertengerechter Ausstattung angeboten. Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 3 Stadtplanausschnitt Hiltrup-Ost Quelle: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt, 2015 Die Bewohner und Bewohnerinnen im Quartier Die Gesamtbevölkerungszahl in Hiltrup-Ost beläuft sich zum 31.12.2014 auf insgesamt 6350 wohnberechtigten Personen. Der Anteil der Bewohner und Bewohnerinnen im Ruhest andsalter liegt im stadtweiten Ver- gleich am höchsten. In diesem Zusammenhang ist auch der hohe Anteil an 1-Personen und 2-Personen-Haushalten besonders nennenswert. Un ter den 1- Personen-Haushalten ist die Altersgruppe der 60 bis 80 jährigen und Ält eren am stärksten vertreten. Es ist da- von auszugehen, dass diese Tendenz anhält und zukün ftig immer mehr ältere Menschen in Hiltrup-Ost alleine oder zu zweit über verhältni smäßig großen Wohnraum verfügen wer- den. (siehe Übersicht zur Bevölkerungsstruktur, Seite 4) Die aus dieser Situation resultierenden Problematik en verlangen nach einem nachhaltigen Lösungskonzept, welches eine quartiersbezogene Vers orgung und gesellschaftliche Teil- habe von älteren und pflegebedürftigen Menschen in allen Lebenslagen sicherstellt. Der hohe Altersdurchschnitt und der damit verbunden e hohe Anteil an 1-Personen- Haushalten, als auch die ausbaufähige Basisinfrast ruktur sind u.a. Kriterien, die bei der Auswahl des Standortes Hiltrup-Ost für eine alteng erechte Quartiersentwicklung ent- scheidend waren. Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 4 Bevölkerungsstruktur im Stadtteil Hiltrup-Ost Gesamtbevölkerung (wohnberechtigte Bevölkerung) 6.350 weibliche und männliche Wohnberechtigte Bevölkerung Gesamt Anteil an der Gesamtbevölkerung Frauen 3.306 52% Männer 3.044 48% Altersgruppen Gesamt Anteil an der Gesamtbevölkerung 0 – 19 Jahre 1.086 17% 20 – 39 Jahre 1.183 19% 40 – 59 Jahre 1.931 30% 60 – 79 Jahre 1.788 28% 34 % 80 Jahre und älter 362 6% Anzahl der Haushalte der Wohnberechtigten Bevölkerung 3014 Haushalte Gesamt Anteil an den Haushalten 1-Personen -Haushalte 1.045 35% 2-Personen -Haushalte 1.141 38% 3-Personen -Haushalte 423 14% 4-Personen -Haushalte 296 10% 5-Personen -Haushalte und mehr 109 4% 1-Personen -Haushalte in der Altersgruppe von 60-80 Jahren und älter Gesamt Anteil an den 1-Personen- Haushalten 469 45 % 2-Personen -Haushalte in der Altersgruppe von 60-80 Jahren und älter Gesamt Anteil an den 2-Personen- Haushalten 775 68% Durchschnittliche Haushaltsgröße 2,11 Personen Menschen mit Migrationsvorgeschichte Gesamt Anteil an der Gesamtbevölkerung Frauen 552 9 % Männer 521 8 % 60 – 79 Jahre 256 4 % 80 Jahre und älter 60 1 % Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2.244 35 % Quelle: Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Statistik für Münsters Stadtteile, 2014 , zum Teil eigene Berechnungen, Abweichungen ergeben sich durch Rundungen Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 5 Ziele Grundlage für die Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost sind die im Folgenden aufgeführten Handlungsfelder des Masterplans Altengerechte Quartiere NRW: /square4 Versorgungssicherheit im Nahbereich /square4 Wohnen /square4 Netzwerke /square4 gesellschaftliches Engagement und Beteiligung Wesentliche Aspekte für Hiltrup-Ost werden daher die Sicherung und Optimierung der vorhandene Infrastruktur sein sowie die Etablierung neuer solidarischer Netzwerke, gene- rationenübergreifender Begegnungsangebote und Unterstützungssysteme. Der weitere Bedarf ergibt sich aus den angewandten Beteiligungsformen und Kooperationen mit den Bewohnern und Bewohnerinnen sowie den Akteuren vor Ort. Der Quartiersentwicklungs- prozess soll bis Februar 2018 verstetigt werden. Aufgaben und Umsetzung Die Aufgabenstellungen innerhalb von Quartiersentwi cklungsprozessen sind vielfältig ver- anlagt. So braucht es eine durchgehende Struktur, d ie dem Projektvorhaben während des gesamten Zeitraumes zugrunde liegt. Das Schaubild wurde entwickelt, um die allgemeinen Anforderungen bzw. Aufgabenfelder in graphischer Fo rm darzustellen und um Projektbe- teiligten und Interessierten einen Überblick zum ak tuellen Stand im Prozessablauf geben zu können. © Stadt Münster, Sozialamt Stabstelle Sozialplanung, Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost, Yvonne von Kegler Aufgaben der Quartiersentwicklung Bestandsanalyse des Quartiers Vernetzung mit Akteuren im Quartier und mit Externen Interne, ressortübergreifende Vernetzung auf kommunalpolitischer- und Verwaltungsebene Planung und Durchführung von prozessbegleitenden Moderations- und Kooperationsformen Fortlaufende Entwicklung eines integrierten Handlungskonzepts Aktivierung und Durchführung von Beteiligungsverfahren zur Bedarfserhebung Entwicklung von Standards zur Qualitätssicherung der Arbeit Evaluation und Verstetigung Akquise und Verwaltung von Finanzen Initiierung passgenauer Angebotsformen Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 6 Zu Beginn des Projektes steht eine Analyse des Bestands der vorhandenen Angebote und Angebotsstrukturen in Hiltrup-Ost mit Bezug zur Zie lrichtung altengerechter Quartiersent- wicklung. Hierbei ist die Frage entscheidend, wer d ie relevanten Akteure und Akteurinnen vor Ort sind und welche tragende Funktion sie für d as Quartier haben. In Expertengesprä- chen wird neben einer Abfrage zur Situation in Hilt rup-Ost gleichzeitig die Bereitschaft zur Kooperation und Netzwerkarbeit erhoben. Nach Auswer tung der Gespräche wird gemein- sam mit den Akteuren eine zielführende Kommunikatio ns- und Kooperationsform ent- schieden. Eine wichtige und zentrale Rolle für den weiteren Quartiersentwicklungsprozess wird hierbei die konzeptionelle Entwicklung von Bet eiligung der Bewohner und Bewohne- rinnen sein. Vor dem Hintergrund der Fragestellung, welche konkreten Bedarfe diese ha- ben, werden anhand der 4 Handlungsfelder des Master plans Altengerechte Quartie- re.NRW die Beteiligungsformen festgelegt. Die in di esem Zusammenhang zu überlegende Weiterentwicklung der bestehenden Ressourcen und An gebotsstrukturen in Hiltrup-Ost wird als eines der Hauptthemen in die Erstellung ei nes integrierten Handlungskonzepts einfließen.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (6)
- Hafenstraße 8
- Marktallee
- Am Roggenkamp
- Meesenstiege
- Ringstraße
- Osttor
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Details
- Aktenzeichen
- V/1049/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 17.12.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37