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V/1049/2015

Altengerechte Quartiersentwicklung in Hiltrup Ost im Rahmen des Masterplans Altengerechte Quartiere.NRW: Vorhabenplan

Vorlagen 17.12.2015

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Nächste Beratung: Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen, Sitzung am 26.01.2016, TOP 5

Berichtsvorlage

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Ansehen

Anlage 1

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Ansehen

Berichtsvorlage

14653 Zeichen

V/1049/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Sozialamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Altengerechte Quartiersentwicklung in Hiltrup Ost im Rahmen des Masterplans Altengerechte 
Quartiere.NRW: Vorhabenplan 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
14.01.2016 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht 
20.01.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz  
und Arbeitsförderung Bericht 
25.01.2016 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 
26.01.2016 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 
 
 
Bericht: 
 
1. Beschlusslage 
 
Auf der Grundlage der Vorlage V/0128/2013 (Ratsantrag Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL 
A-R/0053/2012 "‘Masterplan Quartier‘: Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Un-
terstützungsbedarf sichern - Infrastruktur zukunftsgerecht weiterentwickeln!") hat der Hauptaus-
schuss am 13.03.2013 die Verwaltung beauftragt, eine Umsetzungskonzeption für den genann-
ten „Masterplan Quartier“ auszuarbeiten.  
 
Diese wurde als Berichtsvorlage V/ 0835/2013 am 11.12.2013 dem Rat der Stadt Münster vorg e-
legt; auf ihrer Grundlage hat der Rat die Verwaltung beauftragt, eine Förderung des auf drei Jah-
re angelegten Projekts Masterplan Quartier nach dem Landesförderplan Alter und Pflege des 
neuen Alten- und Pflegegesetz (…) zu überprüfen und bei Aussicht auf eine Förderperspektive 
zu beantragen“. Das Projekt soll ferner kooperativ mit den relevant en Akteuren im Themenfeld 
wie bspw. den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege sowie weiteren in den Stadtteilen aktiven 
Initiativen umgesetzt werden. Der Beschluss beinhaltet auch die Entwicklung eines gesamtstädti-
schen sozialraumorientierten Handlungskonzeptes zur altengerechten Quartiersentwicklung. Die-
ses Vorhaben wurde zur Jahresmitte 2015 aufgenommen. Ergebnisse werden zum Ende des 1. 
Quartals 2016 vorliegen. Außerdem wurde ein Arbeitskreis „Älter werden in Münsters Quartieren“ 
mit Beteiligung der Wohlfahrtspflege gegründet, dessen Ziel es ist, für alle aktuellen und zukün f-
tigen Quartier sentwicklungsvorhaben in Münster eine Plattform zu schaffen, die konzeptionelle 
Grundlagen stetig weiterentwickelt.  
 
Die Bezirksvertretung Münster-Hiltrup beauftragte die Verwaltung am 13.03.2014 auf Antrag der 
SPD-Fraktion (A-H/0002/2014) einstimmig zu prüfen, ob in Hiltrup-Ost ein Seniorenwohnprojekt 
sinnvoll und machbar ist. Am 08.05.2014 folgte die Bezirksvertretung ferner einstimmig dem An-
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/1049/2015 
Auskunft erteilt: 
Herr Gottwald-Kobras 
Ruf: 
492-5057 
E-Mail: 
Gottwald-Kobras@stadt-muenster.de 
Datum: 
17.12.2015 
Öffentliche Berichtsvorlage

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trag A-H/0007/2014 "Masterplan Quartier in Hiltrup-Ost umsetzen: Selbstbestimmtes Leben für 
ältere Menschen im gewohnten Umfeld unterstützen - Wohnumfeldverbesserung erreichen" der 
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL. Der Beschluss betont in dem Zusammenhang vor allem 
auch Beteiligungsaspekte bei der Umsetzung des Vorhabens. 
 
2. Förderhintergrund 
 
Aktuell ist im Bereich der Altenhilfe und Pflege ein Paradigmenwechsel zu beobachten – hin zu 
einer Neubewertung und Stärkung ambulanter Formen der Unterstützung und neuer Wohn - und 
Pflegearrangements, die zukünftige Bedarfe der Bewohner/innen möglichst frühzeitig im Blick 
haben. Auch die Bedeutung sozialer Beziehungen und freiwilligen Engagements, vor allem im 
Wohnumfeld, erfährt eine neue Wertschätzung. Das Erste Pflegestärkungsgesetz des Bundes  
vom 17.12.2014 erleichtert und unterstützt bspw. die Gründung von Wohngruppen durch und für 
Menschen mit leichtem Unterstützungsbedarf („Pflegestufe 0“) und erweitert den Kreis der B e-
rechtigten, die durch sog. Alltagsbegleiter assistiert werden können.  
 
Das Land Nordrhein-Westfalen hat mit dem Wohn- und Teilhabegesetz  vom 18. November 2008 
das Heimrecht für seinen Bereich auf eine neue Grundlage gestellt. Dabei stellt die s oziale Teil-
habe Unterstützungsbedürftiger ein zentrales Ziel dar. In der aktuellen  Novellierung heißt es: 
„Dabei soll es insbesondere kleinere Wohn- und Betreuungsangebote fördern und eine quartiers-
nahe Versorgung mit Betreuungsleistungen ermöglichen“ (§ 1). Das neue Gesetz zur Entwic k-
lung und Stärkung einer demographiefesten, teilhabeo rientierten Infrastruktur und zur Weiteren t-
wicklung und Sicherung der Qualität von Wohn - und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, 
Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen (GEPA NRW) vom 2. Oktober 2014 sieht 
einen Landesförderplan „Alter und Pfl ege“ vor, der unter anderem „ die Förderung von Maßna h-
men zur Implementierung von altengerechten Quartiersstrukturen“ beinhaltet. Dieses Förderel e-
ment wurde frühzeitig umgesetzt mit Einrichtung des Programms „Masterplan Altengerechte 
Quartiere.NRW“ (s. www.aq-nrw.de). Dieses setzt einen eher weiten Rahmen, indem es Proje k-
tideen vorschlägt und das Erfahrungslernen der teilnehmenden Kommunen fördert, z.B. in rege l-
mäßigen Austauschtreffen der Quartiersentwickler/innen. Es sieht eine angemessene Entwic k-
lung altengerechter Quartiere in diesen vier Handlungsfeldern vor: 
 Gemeinschaft erleben, 
 Sich versorgen, 
 Wohnen, 
 Sich einbringen. 
 
Alle Kreise und kreisfreien Städte Nordrhein -Westfalens sind hier mit jeweils einem Quartier för-
derungsberechtigt. Die Verwaltung hat, dem o.g. Beschluss des Rates vom 11.12.2013 folgend, 
eine Förderung angestrebt und hierzu ein Modellquartier ausgewählt. Maßgebliche Kriterien w a-
ren ein hoher Anteil alter Menschen in diesem Stadtbereich, ein unterdurchschnittliches infr a-
strukturelles Angebot im Bereich Altenhilfe, Pflege und Begegnung sowie ein mutmaßlich für das 
Vorhaben unterstützendes bürgerschaftliches Stadtteilleben. Die Wahl ist dabei auf den Stadtteil 
Hiltrup-Ost gefallen, der mit 34 % über-60-jähriger den höchsten Anteil dieser Bevölkerungsgrup-
pe unter allen Stadtteilen aufweist. Zugleich sind bislang keine Pflegeeinrichtungen oder , von 
einzelnen Angeboten abgesehen, Seniorenbegegnungsstätten vorhanden. Raumstrukturell ist er 
durch eine Insellage im Stadtbezirk (Barrierewirkung des  Dortmund-Ems-Kanals und des Bah n-
hofsbereichs) sowie lange Wege zu Versorgungseinrichtungen und eine verbesserungswürdige 
ÖPNV-Anbindung in den vom Osttor weiter entfernten Bereichen gekennzeichnet. Damit folgt die 
Verwaltung der Feststellung der BV Hiltru p, dass in Hiltrup-Ost – auch in einer stadtweiten Pe r-
spektive – besonderer Handlungsbedarf für eine Altengerechte Quartiersentwicklung besteht.  
 
Das Vorhaben Altengerechte Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost konnte zum 01.10.2015 aufg e-
nommen werden. Gefördert durch das Land NRW werden die Stelle einer Quartiersentwicklerin 
sowie Sach- und Veranstaltungskosten bis zum 28.02.2018. Die Stadt Münster ergänzt die Fi-
nanzierung aus Eigenmitteln.

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3. Ausgangslage Hiltrup-Ost 
 
Bereits im Vorfeld der Altengerechten Quart iersentwicklung war Hiltrup-Ost für Projektvorhaben 
interessant. Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung , Verkehrsplanung führte im Jahr 2014 
gemeinsam mit Architektur-Studierenden der Fachhochschule Münster ein Vorhaben zur Wohn-
standortentwicklung in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung durch. Der in dem Rahmen zugrun-
de gelegte städtebauliche Ansatz orientierte sich im Wesentlichen an den infrastrukturellen En t-
wicklungspotentialen des Stadtteils und an einer barrierefreien Umgestaltung der Häuser. So 
konnten gemeinsam mit Bewohnern und Bewohnerinnen in einer „Zukunftswerkstatt“ Modelle für 
einen barrierefreien Umbau erarbeitet werden. Die Kernpunkte der Wohnstandortentwicklung gibt 
die Vorlage V/0129/2015 mit einem Erfahrungs- und Ergebnisbericht wieder.  
 
Die Katholische Hochschule Münster (KatHo) hat in Hiltrup (gesamt) das Forschungsprojekt S o-
PHiA durchgeführt (bis Ende 2015). SoPHiA steht für Sozialraumorientierte, kommunale Planung 
von Hilfe - und Unterstützungsarrangements für Menschen mit und ohne le benslange Behinde-
rung im Alter. Ziel des Projektes ist die Erstellung eines Manuals für die praktische Umsetzung 
inklusiver kommunaler Sozialplanung für das Alter(n).  
 
Mit den Akteuren beider Projekte fanden zu Beginn des Vorhabens ‚Altengerechte Quartier sent-
wicklung in Hiltrup-Ost‘ Austauschgespräche statt. Wichtige für das Vorhaben relevante Elemen-
te aus den bisherigen Erhebungen und Aktivitäten werden in den weiteren Planungen der alte n-
gerechten Quartiersentwicklung  berücksichtigt.  
 
Aktuell gibt es ke inerlei Maßstäbe dessen, woran sich eine Altengerechte Quartiersentwicklung 
festmachen lässt. Im Rahmen des Masterplans und der modellhaften Erprobung im Ortsteil 
Hiltrup-Ost soll sich dieser Fragestellung qualitativ angenähert werden.  
 
Mit seiner Bevölke rungszahl von insgesamt 25.515 Einwohnern ist Hiltrup der größte Stadtteil 
Münsters außerhalb der Innenstadt . Laut dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Ve r-
kehrsplanung in Münster wird das Wohnquartier Hiltrup-Ost derzeit von 6 .350 Menschen b e-
wohnt. Davon ist mehr als ein Drittel älter als 60 Jahre. Knapp drei Viertel der Bevölkerung in 
Hiltrup-Ost lebt in 1- oder 2-Personen-Haushalten. Bei den 1-Personen-Haushalten ist die Alters-
gruppe der über 60jährigen mit fast 50 Prozent vertreten. Auch bei de n 2-Personen-Haushalten 
sind über ein Drittel 60 Jahre und älter.  
 
Hiltrup wird unterteilt in die Ortsteile Mitte, West und Ost. Hiltrup-Mitte bietet eine Vielzahl an Ein-
kaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, Freizeit - und Erholungsangeboten und ist insges amt mit 
einer guten Infrastruktur ausgestattet.  Im westlichen Teil Hiltrups ist in den letzten Jahren ein 
großes Neubaugebiet mit einem integrierten Einkaufszentrum entstanden, welches auch von den 
Bewohnern und Bewohnerinnen der umliegenden Gebiete genutzt wird.  
 
In Hiltrup-Ost findet sich im Vergleich zu den beiden anderen Teilen eine geringere Angebotsviel-
falt wieder. Der Zugang zum Gebiet ist durch eine Bahnunterführung und zwei Brücken möglich 
(Prinzbrücke und Hochbrücke am Osttor). Durch die Erweiterung des Dortmund-Ems-Kanals wird 
die Prinzbrücke zukünftig einer neuen Lösung weichen müssen. Das Osttor mit seiner Hochbr ü-
cke ist eine stark befahrene Straße, die größtenteils dem Durchgangsverkehr in die östlich gele-
genen Stadtteile (Gremmendorf, Angelmo dde und Wolbeck) dient. Entlang des Osttors haben 
sich verschiedene Dienstleister, Einzelhandel, Ärzte und eine Apotheke angesiedelt. Die Verso r-
gung durch Güter des täglichen Bedarfs wird von zwei Discountern abgedeckt. Die hausärztliche 
Versorgung wird derzeit von 2 Praxen mit insgesamt 4 Allgemeinmedizinern bzw. Internisten s i-
chergestellt. In den ortsa nsässigen Sportvereinen TUS Hiltrup e. V., der DJK Eintracht Hiltrup 
1964 e. V. und dem Schützenverein „Dicke Eiche“ Hiltrup-Ost werden zum Teil generationsüber-
greifende Freizeitangebote g emacht. Weitere Möglichkeiten für Kontakt und Begegnung sowie 
Beratungsangebote zum Leben im Alter finden sich in de r Kirchengemeinde St. Marien , außer-
halb von Hiltrup -Ost ferner im Altenhilfezentrum St. Clemens und der Meyer-Suhrheinrich-
Stiftung sowie in der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup -Amelsbüren (Seniorenforum G e-

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V/1049/2015 
 
meindediakonie Hiltrup e. V., Projekt „Von Mensch zu Mensch“). An den Wochenenden sind Ve r-
anstaltungsangebote für die älteren Bewohner und Bewohnerinnen eher die Ausnahme. Die A n-
bindung an den Öffentlichen Personennahve rkehr ist am Osttor und im südlichen Teil gegeben. 
Im nördlichen Teil, der Ringstraßen - und Heerdesiedlung,  kann aufgrund der größeren Entfe r-
nungen zum Osttor ein Taxibus telefonisch angefordert werden. In Hiltrup-Ost gibt es aktuell kein 
Wohnraumangebot, welches sich speziell an den Bedürfnissen älterer Menschen orientiert.  
 
Auf einer Freifläche in unmittelbarer Nähe zur Anlage des TUS Hiltrup e. v. entsteht derzeit eine 
Container-Wohnanlage, die ab Anfang 2016 Flüchtlingen für zunächst 3 Jahre eine Unterkunft 
bietet. 
 
Im Masterplan „Altengerechte Quartiere NRW“ wird eine Orientierung am Bedarf der älter we r-
denden Bevölkerung formuliert. Es ist davon auszugehen, dass von den Vorzügen eines altenge-
rechten Quartiers auch andere Bevölkerungsgruppen profitieren werden. Ungeachtet des ve r-
gleichsweise hohen Anteils Älterer ist Hiltrup -Ost ein Mehrgenerationenstadtteil. Auch die Int e-
ressen und Bedarfe von Menschen mit Behinderung, von Menschen mit Migrationsvorgeschichte 
und Familien mit Kindern werden gleichermaßen durch eine gute soziale Infrastruktur, Barrier e-
freiheit und Nahversorgung in ihrem Wohnumfeld bedient. Wünschenswert wäre auch, wenn 
hierdurch eine neue Form von Identifikation mit dem Lebensumfeld erreicht werden könnte. 
 
4. Die Entwicklung von Hiltrup-Ost zum altengerechten Quartier 
 
Im Rahmen des Vorhabens wird die Bewohnerschaft am Quartiersentwicklungsprozess durch 
Einsatz geeigneter Methoden beteiligt. Um eine hohe Akzeptanz bei der Bewohnerschaft erzielen 
zu können, ist ihre Einbindung in die Planung und Umsetzung von Anfang an wichtige Voraus-
setzung. Ein selbstbestimmtes Leben zu führen und möglichst lange in der häuslichen Umg e-
bung wohnen bleiben zu können , wird dabei das zentral zu bearbeitende Element sein. Es geht 
darum, klei nräumige, gemeinwesenorientierte Alternativen zur stationären Versorgung älterer 
Menschen zu entwickeln und neue Formen des sozialen Miteinanders zu schaffen. 
 
Im ersten Projektabschnitt (Oktober -Dezember 2015)  wurde eine erste Bestandsanalyse in 
Hiltrup-Ost durchgeführt. Im Rahmen dessen fanden Experteninterviews mit einer größeren Rei-
he von Akteuren bzw. Schlüsselpersonen vor Ort statt. Für 2016 sind Befragungen der Bewohner 
und Bewohnerinnen sowie Quartiersbe gehungen und verschiedene Aktionen und  Veranstaltu n-
gen geplant. Ende Januar wird es eine erste Auftaktsitzung des neu gebildeten Arbeitskreises 
„Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost“ geben. Auf der Grundlage der oben genannten vier Han d-
lungsfelder des Masterplans „Altengerechte Quartiere NRW“ sollen hierzu Umsetzungsstrategien 
erarbeitet werden. Eine Übersicht über das Vorhaben Hiltrup -Ost findet sich im Anhang in der 
Projektskizze. 
 
5. Weiteres Verfahren 
 
Über den weiteren Verlauf des Vorhabens in Hiltrup-Ost wird die Verwaltung die Bezirksvertre-
tung Münster-Hiltrup sowie den Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucher-
schutz und Arbeitsförderung unterrichten; einen ersten Umsetzungsbericht wird die Verwaltung 
im 4. Quartal 2016 vorlegen. 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlage:  
Projektskizze zur altengerechten Quartiersentwicklung in Münster, Hiltrup Ost

Anlage 1

12681 Zeichen

Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost 
 
 
 Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 1 
Projekttitel:  Altengerechte Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost 
Fördergeber:  Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, NRW 
Ansprechpartner:  Landesbüro Altengerechte Quartiere NRW, Herr Bölting 
Beginn:  01.10.2015 
Ende:  28.02.2018 
Themenfeld:  Altengerechte Quartiere 
Institution:  Stadt Münster, Sozialamt, 
Stabstelle Sozialplanung, Quartiersentwicklung 
Projektleitung:  Yvonne von Kegler 
Anschrift:  Hafenstr. 8, 48153 Münster 
Telefon:  0251-4925940 
Email:  vonkegler@stadt-muenster.de  
Internet:  www.stadt-muenster.de 
Projektmitarbeiter:  - 
 
 
Kurzbeschreibung  
 
Die Stadt Münster beabsichtigt, einen Masterplan fü r eine altengerechten Quartiersent- 
wicklung zu erstellen. Geplant ist eine Optimierung  der vorhandenen Versorgungsstruktu- 
ren durch Kooperation und Vernetzung vorhandener An gebotsformen sowie deren be- 
darfsgerechte Planung, Umsetzung und Weiterentwickl ung. Den Bewohnern und Bewoh- 
nerinnen soll durch quartiersbezogene Wohn- und Pfl egeangebote möglichst lebenslang 
ein selbstbestimmtes Wohnen in ihrem gewohnten Umfeld möglich sein. 
Das Vorhaben Masterplan Altengerechte Quartiere in Münster basiert auf einem Ratsbe- 
schluss (V/0835/2013 vom 11.12.2013). Vorgesehen ist zum einen, ein gesamtstädtisches 
Rahmenkonzept zu erstellen, zum anderen die Erprobung in einem Pilotprojekt. 
 
Altengerechte Quartiersentwicklung für Münster soll  im Stadtteil Hiltrup-Ost in der Praxis 
erarbeitet und durchgeführt werden. Die hieraus gew onnenen Ergebnisse und Erfahrun- 
gen sollen zukünftig in den Handlungsrahmen für Kon zeption, Planung und Umsetzung 
von Quartiersprozessen in anderen Teilräumen mit einfließen.  
 
 
Ausgangssituation 
 
Für die modellhafte Erprobung einer Altengerechten Quartiersentwicklung in Hiltrup-Ost 
erhielt die Stadt Münster vom Ministerium für Gesun dheit, Emanzipation, Pflege und Alter 
in NRW die Förderzusage aus dem Landesprogramm „Alt engerechte Quartiere.NRW“. Im 
Projektzeitraum von Oktober 2015 bis Februar 2018 wird ein Bedarfsplan erstellt sowie ein 
Beteiligungs- und Handlungskonzept erarbeitet und umgesetzt. 
 
Der Stadtteil Hiltrup wurde im Jahr 1975 im Zuge de r Kommunalreform nach Münster ein- 
gemeindet und ist mit seinen 25.515 Einwohnern der größte Stadtteil. Er ist aufgeteilt in 
die Stadtteile Hiltrup–West, –Mitte und -Ost.

Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost 
 
 
 Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 2 
Hiltrups Mitte bietet den Bewohnerinnen und Bewohne rn entlang der dortigen Einkaufs- 
straße „Marktallee“ eine Vielzahl an Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten sowie ver- 
schiedene Service- und Dienstleistungsanbieter. 
Im westlichen Teil Hiltrups wurde in den letzten Ja hren verstärkt auf die Errichtung neuer 
Baugebiete gesetzt, was zu einer erheblichen Verjüngung der Bevölkerungsstruktur in die- 
sem Bereich beitrug. Eine gute Basisinfrastruktur i st hier durch das dezentrale Einkaufs- 
zentrum an der Meesenstiege in besonderem Maße gegeben.  
In Hiltrup-Ost hingegen findet sich nur ein geringer Teil dessen, was man an Angebotsviel- 
falt im Ortsteil West und Mitte als Bewohner und Bewohnerin zur Verfügung hat. 
Das für die Quartiersentwicklung ausgewählte Quarti er „Hiltrup-Ost“ ist sozialräumlich von 
den anderen beiden Teilen Hiltrups durch den Dortmu nd-Ems-Kanal bzw. die Bahnstrecke 
in Richtung Münster und Hamm getrennt. Das östliche  Gebiet Hiltrups erschließt sich über 
eine Bahnunterführung und zwei Brücken – Hochbrücke  am Osttor- und historische Prinz- 
brücke. Erstere ist stark verkehrsbelastet, letztere zwar verkehrsberuhigt, jedoch nur durch 
eine Unterführung unter den Bahngleisen in einem we nig belebten Bereich zu erreichen. 
Aufgrund der EU Richtlinien zum Ausbau des Dortmund -Ems-Kanals wird die Prinzbrücke 
in naher Zukunft durch eine neue Brücke ersetzt werden.  
 
Im nördlichen Teil von Hiltrup-Ost befindet sich da s Wohngebiet Ringstraße und Heerde- 
siedlung. Die Häuser in der Ringstraße entstanden i n den 50er Jahren. Den damaligen 
Flüchtlingen und Vertriebenen wurden große Baufläch en kostengünstig zur Errichtung von 
Wohnhäusern angeboten. Der Versorgungsaspekt nahm h ierbei eine wichtige Rolle ein. 
Die Bewohner und Bewohnerinnen sollten sich durch T ierhaltung und Obst- und Gemüse- 
anbau eigenständig versorgen können. Die aus heutig er Sicht außergewöhnliche Größe 
der dort vorzufindenden Häuser und Grundstücksfläch en sind eine der Besonderheiten in 
diesem Stadtteil. Die Heerdesiedlung entstand in de n 60er bis in die 70er Jahre und auch 
hier sind vor allen Dingen groß angelegte Häuser und Grundstücke vorzufinden. 
 
Die Bebauung im südlichen Teil gestaltet sich durch mischt: Neben größeren Einfamilien- 
häusern mit großen Grundstücken im älteren Siedlung steil, finden sich hier auch kleinere 
Eigenheime und Mehrfamilienhäuser, die vor allem in  den 60er bis 90er Jahren entstan- 
den sind. Die bauliche Dichte ist hier durch Bungal ows, Hausreihen und Geschosswoh- 
nungsbau höher. Ein für die 1960er/70er Jahre typis ches Straßenlayout mit ‚organisch‘ 
geführten Ringstraßen erschwert die Orientierung; e benso ein sekundäres Netz von Fuß- 
und Radwegen durch dahinterliegende Grünflächen, di e aber auch Aufenthaltsqualitäten 
haben. Im zeitgenössischen kleinen Einkaufszentrum Am Roggenkamp befinden sich nur 
noch ein Discounter und Schnellimbiss.  
Die Haupteinkaufsmöglichkeiten des Stadtteils (primär ein weiterer Discounter mit Bäcker), 
die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie Apotheke und Ärzte sind überwie- 
gend entlang des Osttors angesiedelt. 
Insgesamt ist der Bestand an öffentlich geförderten  Wohnraum (Sozialwohnungen) eher 
gering. Zum jetzigen Zeitpunkt werden keine Wohnung en mit seniorengerechter oder be- 
hindertengerechter Ausstattung angeboten.

Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost 
 
 
 Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 3 
Stadtplanausschnitt Hiltrup-Ost 
 
Quelle: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt, 2015 
 
 
 
 
Die Bewohner und Bewohnerinnen im Quartier 
 
Die Gesamtbevölkerungszahl in Hiltrup-Ost  beläuft sich zum 31.12.2014 auf insgesamt 
6350 wohnberechtigten Personen. 
Der Anteil der Bewohner und Bewohnerinnen im Ruhest andsalter liegt im stadtweiten Ver- 
gleich am höchsten. In diesem Zusammenhang ist auch  der hohe Anteil an 1-Personen 
und 2-Personen-Haushalten besonders nennenswert. Un ter den 1- Personen-Haushalten 
ist die Altersgruppe der 60 bis 80 jährigen und Ält eren am stärksten vertreten.  Es ist da- 
von auszugehen, dass diese Tendenz anhält und zukün ftig immer mehr ältere Menschen 
in Hiltrup-Ost alleine oder zu zweit über verhältni smäßig großen Wohnraum verfügen wer- 
den. 
(siehe Übersicht zur Bevölkerungsstruktur, Seite 4) 
Die aus dieser Situation resultierenden Problematik en verlangen nach einem nachhaltigen 
Lösungskonzept, welches eine quartiersbezogene Vers orgung und gesellschaftliche Teil- 
habe von älteren und pflegebedürftigen Menschen in allen Lebenslagen sicherstellt.  
Der hohe Altersdurchschnitt und der damit verbunden e hohe Anteil an 1-Personen-
Haushalten,  als auch die ausbaufähige Basisinfrast ruktur sind u.a. Kriterien, die bei der 
Auswahl des Standortes Hiltrup-Ost für  eine alteng erechte Quartiersentwicklung ent- 
scheidend waren.

Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost 
 
 
 Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 4 
Bevölkerungsstruktur im Stadtteil Hiltrup-Ost 
 
Gesamtbevölkerung  
(wohnberechtigte Bevölkerung) 
6.350  
 
weibliche und männliche  
Wohnberechtigte Bevölkerung 
Gesamt  Anteil an der  
Gesamtbevölkerung 
Frauen  3.306 52% 
 
Männer  3.044 48% 
 
Altersgruppen  Gesamt  Anteil an der  
Gesamtbevölkerung 
  0 – 19 Jahre  1.086 17% 
20 – 39 Jahre  1.183 19% 
40 – 59 Jahre  1.931 30% 
60 – 79 Jahre  1.788 28%      34 % 
80 Jahre und älter    362   6% 
 
Anzahl der Haushalte der  
Wohnberechtigten Bevölkerung 
 
3014 
Haushalte  Gesamt  Anteil an den  
Haushalten 
1-Personen -Haushalte  1.045 35% 
2-Personen -Haushalte  1.141 38% 
3-Personen -Haushalte    423 14% 
4-Personen -Haushalte    296 10% 
5-Personen -Haushalte und mehr    109   4% 
 
1-Personen -Haushalte in der  
Altersgruppe von  
60-80 Jahren und älter 
Gesamt  Anteil an den  
1-Personen-
Haushalten 
  469 45 % 
2-Personen -Haushalte in der  
Altersgruppe von  
60-80 Jahren und älter 
Gesamt  Anteil an den  
2-Personen-
Haushalten 
  775 68%  
Durchschnittliche Haushaltsgröße  2,11 Personen  
 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte  Gesamt  Anteil an der  
Gesamtbevölkerung 
Frauen    552 9 % 
Männer    521 8 % 
60 – 79 Jahre    256 4 % 
80 Jahre und älter      60 1 % 
Sozialversicherungspflichtig  
Beschäftigte 
 
2.244 35 % 
Quelle: Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Statistik für Münsters Stadtteile, 2014 ,  
zum Teil eigene Berechnungen, Abweichungen ergeben sich durch Rundungen

Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost 
 
 
 Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 5 
 
Ziele 
 
Grundlage für die Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost sind die im Folgenden aufgeführten 
Handlungsfelder des Masterplans Altengerechte Quartiere NRW:  
 
/square4 Versorgungssicherheit im Nahbereich 
/square4 Wohnen 
/square4 Netzwerke 
/square4 gesellschaftliches Engagement und Beteiligung 
 
Wesentliche Aspekte für Hiltrup-Ost werden daher die Sicherung und Optimierung der 
vorhandene Infrastruktur sein sowie die Etablierung neuer solidarischer Netzwerke, gene- 
rationenübergreifender Begegnungsangebote und Unterstützungssysteme. Der weitere 
Bedarf ergibt sich aus den angewandten Beteiligungsformen und Kooperationen mit den 
Bewohnern und Bewohnerinnen sowie den Akteuren vor Ort. Der Quartiersentwicklungs- 
prozess soll bis Februar 2018 verstetigt werden. 
 
 
Aufgaben und Umsetzung  
 
Die Aufgabenstellungen innerhalb von Quartiersentwi cklungsprozessen sind vielfältig ver- 
anlagt. So braucht es eine durchgehende Struktur, d ie dem Projektvorhaben während des 
gesamten Zeitraumes zugrunde liegt. Das Schaubild wurde entwickelt, um die allgemeinen 
Anforderungen bzw. Aufgabenfelder in graphischer Fo rm darzustellen und um Projektbe- 
teiligten und Interessierten einen Überblick zum ak tuellen Stand im Prozessablauf geben 
zu können.  
 
 
© Stadt Münster, Sozialamt Stabstelle Sozialplanung, Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost, Yvonne von Kegler 
Aufgaben 
der 
Quartiersentwicklung 
Bestandsanalyse des 
Quartiers 
Vernetzung mit Akteuren 
im Quartier und 
mit Externen 
Interne, 
ressortübergreifende 
Vernetzung auf 
kommunalpolitischer-
und Verwaltungsebene 
Planung und 
Durchführung von 
prozessbegleitenden 
Moderations- und 
Kooperationsformen 
Fortlaufende Entwicklung 
eines integrierten 
Handlungskonzepts 
Aktivierung und 
Durchführung von 
Beteiligungsverfahren 
zur Bedarfserhebung 
Entwicklung 
von Standards 
zur Qualitätssicherung 
der Arbeit 
Evaluation  
und Verstetigung 
Akquise  
und Verwaltung von 
Finanzen 
Initiierung  
passgenauer  
Angebotsformen

Projektskizze zur Quartiersentwicklung in Münster Hiltrup-Ost 
 
 
 Sozialamt, Hafenstraße 8, 48153 Münster, Yvonne von Kegler Seite 6 
 
Zu Beginn des Projektes steht eine Analyse des Bestands der vorhandenen Angebote und 
Angebotsstrukturen in Hiltrup-Ost mit Bezug zur Zie lrichtung altengerechter Quartiersent- 
wicklung. Hierbei ist die Frage entscheidend, wer d ie relevanten Akteure und Akteurinnen 
vor Ort sind und welche tragende Funktion sie für d as Quartier haben. In Expertengesprä- 
chen wird neben einer Abfrage zur Situation in Hilt rup-Ost gleichzeitig die Bereitschaft zur 
Kooperation und Netzwerkarbeit erhoben. Nach Auswer tung der Gespräche wird gemein- 
sam mit den Akteuren eine zielführende Kommunikatio ns- und Kooperationsform ent- 
schieden. Eine wichtige und zentrale Rolle für den weiteren Quartiersentwicklungsprozess 
wird hierbei die konzeptionelle Entwicklung von Bet eiligung der Bewohner und Bewohne- 
rinnen sein. Vor dem Hintergrund der Fragestellung,  welche konkreten Bedarfe diese ha- 
ben, werden anhand der 4 Handlungsfelder des Master plans Altengerechte Quartie- 
re.NRW die Beteiligungsformen festgelegt. Die in di esem Zusammenhang zu überlegende 
Weiterentwicklung der bestehenden Ressourcen und An gebotsstrukturen in Hiltrup-Ost 
wird als eines der Hauptthemen in die Erstellung ei nes integrierten Handlungskonzepts 
einfließen.

Beratungsverlauf (4)

14.01.2016 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 3.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.01.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
25.01.2016 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
26.01.2016 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (6)

  • Hafenstraße 8
  • Marktallee
  • Am Roggenkamp
  • Meesenstiege
  • Ringstraße
  • Osttor

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/1049/2015
Typ
Vorlagen
Datum
17.12.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37