V/0481/2006
Kanalsanierung - Erneuerung der Druckrohrleitung des Abwasserpumpwerks Lindberghweg
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Beschlussvorlage
4931 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER Tiefbauamt Betrifft Kanalsanierung - Erneuerung der Druckrohrleitung des Abwasserpumpwerks Lindberghweg Beratungsfolge 20.06.2006 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Entscheidung Beschlussvorschlag: Der Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen stimmt dem vom Tiefbauamt aufgestellten Ent- wurf für die/und der Erneuerung der schadhaften Druckrohrleitung des Abwasserpumpwerks Lindberghweg zu. Kosten/Folgekosten Die Baukosten werden auf 500.000,00 € geschätzt. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die Kanalbaumaßnahme wird laut Haushaltsplan 2006 (Invest.-Plan 2005 – 2009) aus der Haus- haltsstelle 7007.950.0520.X mit der Bezeichnung „Baukosten Verbesserung von Kanä- len/Hausanschlüssen“ bestritten: 2006 = 2.150.000,00 Euro Begründung: Anlass: Am 25.05.2006 kam es zu einem Bruch der 1135 m langen Druckrohrleitung DN 700 mm, die das Pumpwerk Lindberghweg mit der Freigefällekanalisation in der Schillerstraße verbindet. Der Scha- den ist östlich des Dükers Dortmund-Ems-Kanal, am Hochpunkt der Druckrohrleitung an der Ein- mündung August-Schepers-Straße / Lütkenbecker Weg, entstanden. Nach dem o. g. Rohrbruch wurde zunächst eine „fliegende Leitung“ DN 100 verlegt, darüber hin- aus wurde mittels Schlammsaug- bzw. Tankwagen Abwasser am Pumpwerk Lindberghweg abge- fahren. Zur Vermeidung von längeren Zeiträumen des Abwassertransports wurde am 31.05.2006 Vorlagen-Nr.: V/0481/2006 Auskunft erteilt: Herr Grimm Ruf: 492 66 00 E-Mail: Michael.Grimm@stadt-muenster.de Datum: 06.06.2006 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - eine Behelfsdruckrohrleitung DN 280 mm in Betrieb genommen. Die rd. 410 m lange Leitung aus Polyethylen beginnt in Höhe der Kleingartenanlage Flora und führt über die Brücke DEK bis zum Anschlusskanal in der Schillerstraße. Die Zustandsuntersuchung der Druckrohrleitung ergab eine substanzielle Zerstörung des Spann- beton-Druckrohres auf rd. 80 m Länge. Ursache ist eine Schwefelwasserstoff-Korrosion, die in dem Betriebszeitraum von 28 Jahren den teilwei se kompletten Abbau der Betonsubstanz im obe- ren Rohrquerschnitt bewirkte. Die Korrosion fand nur in dem Leitungsabschnitt statt, der durch die höhere Sohllage gegenüber dem Auslauf leer laufen konnte. Unter diesen Bedingungen konnten sich Schwefelwasserstoff und eine schwefelige Säure bilden. Die Druckrohrleitung wurde 1978 in Erwartung von starken Wasserverbräuchen in den vorhande- nen und geplanten Gewerbegebieten sehr großzügig ausgelegt und gebaut. Es zeigte sich in den letzten Jahren zunehmend als gravierender Nachteil, dass die sehr lange Aufenthaltszeit des Ab- wassers in der großen Druckrohrleitung zu Faulprozessen führt. Die Anwohner der Schillerstraße und des Hansaringes beklagten wiederholt eine Geruchsbelästigung durch austretende Faulgase aus den weiterführenden Kanälen. Langfristig ist darüber hinaus mit einem erheblichen und sich beschleunigenden Substanzverlust bei den Betonkanälen Schillerstraße / Hansaring / Hauptsammler III zu rechnen. Bereits heute zei- gen sich einige Schachtinnenwände aufgerauht in einem „Waschbetoneffekt“. Eine Verbesserung der Abwasserqualität durch Verkleinerung des Rohrquerschnitts der Druckrohr- leitung von 700 mm auf 400 mm war deshalb mittelfristig geplant. Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen Aus Gründen der Kosteneinsparung liegt es nahe, die zu einem Stück zusammengeschweißte Behelfsdruckrohrleitung bei der Sanierung der gesamten Druckrohrleitung als Provisorium zur zeitweisen Überleitung weiter zu verwenden. Daher soll die Maßnahme jetzt kurzfristig umgesetzt werden. Zunächst wird bis Ende Juni 2006 der 40 m lange stark abgängige Abschnitt vom Düker DEK bis zum Hochpunkt der Leitung an der August-Schepers-Straße in offener Bauweise erneuert. Sodann kann die Kfz-Durchfahrt der August-Schepers-Straße wieder freigegeben werden. Ab dem Hochpunkt bis zum Pumpwerk Lindberghweg 105 ist die Sanierung der 1020 m Reststre- cke mittels Einziehen der neuen Polyethylen-Druckrohrleitung DN 400 möglich. Die Behelfs- Druckrohrleitung DN 280 wird dann jeweils um die zu relinenden Teilabschnitte versetzt und be- trieben. Aufgrund der Dringlichkeit der sich direkt anzuschließenden Arbeiten des Relinings erfolgt nach der Angebotseinholung auf der Grundlage eines vom Tiefbauamt aufzustellenden LVs und der Zustimmung des Vergabeausschusses kurzfristig die Vergabe des Bauauftrages. Es wird mit einer Bauzeit von 4 Monaten gerechnet. Die Anhörung der Bezirksvertretung Münster-Südost könnte aufgrund der Dringlichkeit und der nächsten planmäßigen Sitzung der Bezirksvertret ung Münster-Südost im August nur im Rahmen einer Sondersitzung erfolgen. In Abstimmung mit dem Bezirksvorsteher, Herrn Lewe, wird darauf verzichtet. Zur Information wird diese Vorlage an alle Mitglieder der BV-Südost verschickt. I. V. Joksch
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (5)
- Schillerstraße
- August-Schepers-Straße
- Lindberghweg 105
- Lütkenbecker Weg
- Hansaring
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0481/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 06.06.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37