Mandari Insight

A-W/0003/2021

Wanderweg entlang der Aa vom Aasee durch den Westen

Antrag an die BV West 08.01.2021

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-West, Sitzung am 19.10.2023, TOP 8.2

Originalantrag

· application/pdf

Ansehen

Stellungnahme der Verwaltung vom 06.09.2023

· application/pdf

Ansehen

Originalantrag

2001 Zeichen

Fraktion in der 
Bezirksvertretung 
Münster-West 
 
Mitglieder der SPD-Fraktion: 
Beate Kretzschmar, Vorsitzende 
Alexander Bliefernich 
Stephan Brinktrine 
 
 
 
 
Herrn 
Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Münster-West   A-W/0003/2021 
Jörg Nathaus 
Pantaleonplatz 7 
48161 Münster 
 
 
 
Münster, 07.01.2021 
 
 
Wanderweg entlang der Aa vom Aasee durch den Westen 
 
 
Die Bezirksvertretung Münster-West möge beschließen: 
 
1. Der Westen Münsters erhält einen neuen Wanderweg entlang der Münsterschen Aa, der 
von Haus Kump hinter dem Aasee weitergeführt wird durch das Aatal zwischen Roxel 
und Gievenbeck bis zur Stadtgrenze oder in Zusammenarbeit mit dem Kreis Coesfeld bis 
Burg Hülshoff. 
 
2. Der Weg wird angebunden an bestehende Spazierwege, etwa in Gievenbeck an den 
Küchenbusch, so dass Rundgänge in den Stadtbezirken ermöglicht werden. 
 
Begründung: 
 
1. Im Osten und Süden der Stadt gibt es viele beliebte Wanderwege, so etwa den Weg ent-
lang der Werse oder den Wanderweg X100 rund um Münster, der auch den Aasee im 
Westen einbezieht. Weiterhin führt der X4 von der Burg Hül shoff über Haus Vögeding 
und das Rüschhaus in die Innenstadt. Zwischen Burg Hülshof f und Rüschhaus soll im 
Juni 2021 der Lyrikweg der Droste-Landschaft eröffnet werden. Mit diesen Wegen könnte 
der neue Aaweg ebenfalls verbunden werden. 
 
2. Es gibt bereits kurze Wegabschnitte entlang der Aa, etwa vom Aasee bis Haus Kump 
und in Gievenbeck, wo e in Radweg über die Aa geführt wird. Hier sind bereits Trampel-
pfade durch Wiesen entstanden, damit ein Rundgang mit einem Abschnitt entlang der Aa 
möglich ist. 
 
3. Das Aatal ist landschaftlich sehr schön, allerdings kaum zugänglich und sollte deshalb für 
Spaziergänger erschlossen werden. Auch für Touristen wäre eine Wanderung entlang 
des Aasees und der Aa bis Burg Hülshoff ein Highlight.  Belange des Natur - und Land-
schaftsschutzes sollen dabei berücksichtigt werden. 
 
Gez.  
Beate Kretzschmar 
Alexander Bliefernich 
Stephan Brinktrine

Stellungnahme der Verwaltung vom 06.09.2023

17254 Zeichen

67.20.0335 
Herr Dreier 
STADT MÜNSTER 
\ ~ -2. OKT. 2023 
Amt für Bürger- u. Ratssarvlce 
Bezirksverwaltung Weat . , 
A-'vJ/ 00031102 ~ 
06.09.2023 
67 27 
Antrag lfd. Nr. A-W/0003/2021 der SPO-BV West in der Bezirksvertre- 
tung Münster-West . 
„Wanderweg entlang der Aa vom Aasee durch den Westen" vom 07.01.2021 
Die Realisie,rbarkeit des Antrages wurde vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit 
geprüft (s. auch Mitteilung vom 19.01.2021 für die Sitzung am 28.01,2021). 
Ergebnis 
Die Verwaltung schlägt vor den Antrag nicht weiter zu verfolgen. 
Begründung 
• Entlang ·der Aa oberhalb des Aasees befindet sich durchgängig das Naturschutzqebiet 
,,Aa-Aue" (155,4 ha), daran angrenzend das Landschaftsschutzgebiet „Schonet;,eck, 
Rüschenfeld und Alvingheide". Einige Gewässerab~chnitte wurden mit großen finanziel­ 
len Mitteln und Fördergeldern renaturiert. Ferner befinden· sich dort verscniedene.qroßffä­ 
chige Ausgleichsmaßnahmen u. a. von der Stadt Münster und der Autobahn GmbH . 
. Das Aatal ist aufgrund der teilweise fehlenden Erschließung ein wichtiger Rast- und Rück­ 
zugsraum für die Tierwelt. Durch eine Erschließung würde es zu einer erheblichen Stö­ 
rung dieses Raumes kommen. 
Der Bereich oberhalb von Haus Kump soll zu einem ~iebitz-Hotspot entwickelt werden, 
um dort zukünftige städtische Ausgleichsbedarfe realisieren zu können. 
• Der Weg stieß bei den Naturschutzverbänden (NABU-Stadtverband Münster und BUND 
Münster) sowie bei der Jägerschaft u. a. aus den oben genannten Gründen auf Ablehnung 
(Stellungnahmen siehe Anlage). 
• Die Stadt Münster ist nur in Teilbereichen Flächeneigentümer (vor allen südlich Sentruper 
Straße, südlich Hülshofstraße). Es gibt zahlreiche private Eigentümer und Anlieger. Diese 
haben in Gesprächen mit der unteren Naturschutzöehörde und in Presseverlautbarungen 
($. Anlagen) deutlich gemacht, dass sie einen Wanderweg ablehnen, 
• Zunehmende Konflikte mit Spaziergängern und freilaufenden Hunden führten im März 
2023 dazu, dass ein bestehender Trampelpfad durch private Grünlandflächen im Natur­ 
schutzgebiet „Aa-Aue" in Höhe Ramertsweg 2023 durch den Eigentümer gesperrt wurde. 
gez. 
Driesch 
Anlagen

SEITE 23 1 DONNERSTAG 23. MÄRZ 2023 
Zu viele Spaziergänger und freilaufende Hunde: Landwirte zäunen 
Flächen an der Aa ein 
,,Ni~ht mehr tolerlerbare Ausmaße" 
Blick wm Rame.-.twes Uber die Jetzt elngezllunt.en Flächen In ll.lchtun11 A:,., (kok/prlvat) 
Von Michael Schwakenberg 
MÜNSTER-GIEVENBECK. manch ein Spa- 
, ziergänger mag sich In den vergangenen Ta­ 
gen gewundert haben: Einige Felder und 
Wiesen zwischen Ramerstweg und Aa sind 
plötzlich eingezäunt. Einer der Flächenelgen­ 
türner ist Landwirt Norbert Kreuzheck. Er 
und vier weitere Eigentümer sahen nach sei­ 
ner Aussage keine, andere Möglichkeit mehr, . 
dem Treiben auf den Flächen Einhalt zu 
gebieten. 
;Für viele Hundehalter scheint der Leinen­ 
zwang am Ramerstweg aufzuhören.«

Landwirt Norbert Kreuzheck „An vielen Ta­ 
gen sind hier 50 bis 100 Leute unterwegs. 
Am Wochenende auch noch deutlich mehr", 
berichtet Kreuzheck im Gespräch mit der Re­ 
daktlon, Die blieben längst nl.cht alle auf den 
Wegen. Und vlele Hundehalter ließen ihre 
Vierbeiner freilaufen. ,,Für die scheint der 
Leinenzwang am Ramerst weg aufzuhören." 
Müll und Hundekot fänden ,sich später im 
Heu wieder, das als Viehfutter diene und zum 
Tei I auch vermarktet werde. Vereinzelte An­ 
feindungen von Hundehaltern habe er auch 
sehen erlebt, obwohl er lmation habe das 
Fass mer um eine sachliche An- Übe~l,aufen 
gebracht: ,,Als die spräche bemüht sei. Aa vor 
14 Tagen Hpchwasser Kreuzheck hat schon 
seit hatte, sind Leute mit Gelänl angen den 
Eindruck, dass derädern kreuz und quer auf 
die Flächen zwischen Ra- den vom Wasser 
gesättigten merstweg und Aa als Verlän- Bö­ 
den herumgefahren. So etgerung des soge- . 
,nannten was zusehen, tut schon weh:' ,,Grü­ 
nen Fingers" wahrge- Dass dle Fläc;hen zur 
Herstelnommen werden. Zugespitzt lung von 
Futter- und Lebenshabe sich die Situation, . 
seit mitteln benötigt werden, daim vergange- 
nen Jahr die in- rüber machten sich solche 
zwischen demontierte Fuß- Zeitgenossen wohl keine Gegängerbrücke über die Aa ge- danken. 
sperrt wurde. Kreuzheck: An den Zäunen haben die uSeitdem ist das elneSackgas- Landwirte 
Schilder aufgeSo s.e. Und wer geht schon gern denselben Weg zurück, den er gekommen ist?" 
Also suchten sich viele Spaziergänger eine eigene Route, die dann auch schon mal über seinen 
Hof oder durch seinen Garten führe. Auf den, Feldern 'hätten sich schon regelrechte Trampel­ 
pfade gebildet. 
Betreten 
des Grundstücks 
verboten! 
Eltern hatten für ihre 
Kinder! 
Eine Bewohnerin des benachbarten Baugebietes berichtet zudem vom_ .,Picknickern im Natur­ 
schutzgebiet". und „wild angelnden Kindern", deren Schnüre sich samt Haken im Unterholz ver- 
heddern und eine Gefahr für: Tiere darstellten. · 
Kreuzheck macht sich nicht nur Sorgen um seine Böden, sondern auch um die Natur im Bereich 
des Flussbetts .• Für die Tiere ist es auch nicht gut, wenn da zu viele Menschen unterwegs sind. 
Das Wild muss auch zur Ruhe kommen können:' Eine Situzum hängt, auf denen sie i~re Beweg­ 
gründe für die Maßnahme darlegen. Bislang, so Kreuzheck, sei er auf wenig Kritik, dafür umso 
mehr auf Verständnis gestoßen. Das ist ihm wichtig, nicht nur als Direktvermarkter, sondern 
auch als bekennender Gievenbecker. .Jn unserem Stadtteil wohnen 23.000 Menschen, die ich als 
meine Nachbarn betrachte:Wir wollen niemanden ausgrenzen. Aber das hat Ausmaße ange­ 
nommen, die nicht mehr tolerierbar sind:' 
Rechtlich sieht er sich und Fotos: die anderen Betroffenen auf der sicheren Seite. Im Nachhinein 
müsse er sic.h sogar die Frage stellen, worum er nicht schon viel eher von seinem Recht Ge· 
brauch gemacht habe, seine Anbauflächen einzuzäunen und somit zu schützen.

~ 
NABU Stadtwrband Mümitw- 
Rastgebiet für ziehende Watvogelarten 
NABU Münster lehnt Wanderweg entlang der Aa ab 
Bekassine Bild: NABU / Kathy Büscher 
Einen Wanderweg entlang der Münsterschen Aa zwischen Haus Kump und Hülshoffstraße anzulegen, wie von der 
SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung West Mitte Januar 2021 vorgeschlagen, ist für den NABU Münster aus Gründen 
des Natur- und Umweltschutzes unvertretbar. 
Mit Kartierungen nachgewiesene, zur zugzett' rastende Watvogelarte~ wie Waldwasserläufer, Kampfläufer, 
Bruchwasserläufer, Dunkler Wasserläufer, Bekassinen und seltene Zwergschnepfen bestätigen eindrucksvoll den 
Wert der renaturierten Uferbereiche, oft Kompe,nsationsflächen der Stadt, mit denen Eingriffe in die Natur an 
anderer Stelle ausgeglichen werden sollen. Beeinträchtigungen, wie sie ein Wanderweg mit seinen Benutzern 
unvermeidbar verursacht, würden die Ziele von Kompensationsflächen und Naturschutzgebiet konterkarieren und 
die Investitionen entwerten. Auch Brutvorkommen des in Münster selten gewordenen Kiebitzes (in 2020 59 
Brutpaare, in 2003 noch 346 Bruten) auf angrenzenden Flächen würden durch einen Wanderweg gefährdet. 
Und schließlich gilt es zu bedenken, dass auch die Entscheidung über den Bau eines derartigen Wanderweges den 
Vorbehalten aus den Ratsentscheiden zu Klimanotstand und Klimaentscheid unterliegen. Begrüßen würde der NABU 
Münster einen bislang vermissten, konsequenten Einsatz der münsterschen Politik, idealerweise in Zusammenarbeit 
mit dem Kreis Coesfeld,.für eine gute Wasserqualität der Aa (und natürlich auch aller anderen Gewässer) im Sinne 
der EU-Wasserrahmenrichtlinie, wonach bis 2027 alle Gewässer einen guten Zustand haben sollen.

Adresse und Kontakt 
NABU Stadtverband Münster 
Zumsandestraße 15 
48145 Münster 
) 
c! 
buero@nabu-muenster.de 
Tel.: 0251-1360-07 
(während der Sprechzeiten, sonst Anrufbeantwort er) 
Info & Service 
NABU-TV· 
NABU-Sbop 
Top Themen. 
Braunkehlchen: Vogel des Jahres 2023 
Spenden 
Für den NABU-Stadtverband Münster: 
Volksbank Münsterland Nord eG 
IBAN DE95 4036 1906 7216 4637 00 
BIC GENODEMl lBB 
Iur da'> NABU Obstwiesenprojekt: 
Volksbank MLinstedand Nord eG 
IBAN DE68 4036 .1906 7216 4637 01 
BIC GENODEMllBB 
Impressum I Datenschutz] Sitemap 
Anmelden 
..

MUNSTER SEITE 23 ! DONNERSTAG 11. MÄRZ 2021 
Bund lehnt SPD-Anregung ab 
Klares Nein. zum Aatal-Wanderweg / 
((' ~ 
-~ · 
Eine Erschließung von Wegen entlang der Münsterschen Aa - hier der Mündungsbereich Krummer Bach - lehnt die münsterischen · 
Bund-Gruppe entschieden ab. (Bund) 
Von Thomas Schubert 
MÜNSTER-WEST Die Kritik am Vorschlag der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung 
Münster-West, einen Wanderweg entlang der Münsterschen Aa anzulegen (wir be­ 
richteten), ebbt nicht ab: Auch die Kreisgruppe Münster des- Bund (Bund für Umwelt 
und Naturschutz in Deutschland) hat sich nun zu Wort gemeldet. Sie lehnt „jede Pla­ 
nung eines Wanderweges entlang der Aa" ganz entschieden ab. 
Eine von den Sozialdemokraten angeregte Wegeerschließung von Haus Kump bis zur 
Burg Hülshoff werde im Falle des Falles alle Bemühungen der vergangenen Jahr­ 
zehnte, die Aa sowie die Relikte des angrenzenden Ai.Jenlebensraums und die lebens­ 
raumtypischen Arten zu schützen und zu entwickeln, zunichte machen; warnen die 
Naturschützer in einer detaillierten Stellungnahme. Dies allein schon aufgrund zu­ 
sätzlicher Beunruhigungen, die mit einer möglichen Wegeverbindung entlang der 
Münsterschen Aa verbunden seien.

Das betreffende Areal entlang der Aa befinde sich in einem Landschaftsschutzgebiet, 
und das Gewässer wie auch die angrenzenden Auenflächen seien durch den 'Land­ 
schaft splan Roxeler Riedel als Naturschutzgebiet geschützt, Besagter Schutz um­ 
fasse sowohl den Erhalt als auch die Wiederherstellung und Entwicklung des Natur- . , 
raumes mit den dazugehörigen Lebensgemeinschaften, stellt die Bund-Gruppe klar . 
. Ihrer Ansicht nach verbietet sich jedwede Planung, da ein Wanderweg zu einer Zu­ 
nahme an Nutzungen, Störungen und Beunruhigungen im Bereich der Gewässer- und 
Auenle_bensräume führen könne. Der Schutz der Natur habe absoluten Vorrang: ,,Ein 
Weg entlang der Aa oder in der Au_e würde den Schutzzielen zuwiderlaufen:' 
In ihrer Stellungnahme weisen die Naturschützer zudem darauf hin, dass Freizeit­ 
und Erholungsaktivitäten lrn Umfeld siedlungsriaher Naturschutzgebiete stets pro­ 
blematisch· seien, wie Beispiele im Bereich Gievenbeck und Roxel zeigten. Dort seien. 
Trampelpfade abseits offizieller Wege entstanden. Und ein als Ausgleichsmaßnahme 
angelegter Kleinweiher werde unter Missachtung von Hinweisschildern für Freizeit­ 
zwecke genutzt. Das habe zur Folge, dass das Gewässer seiner Bestimmung als Le­ 
bensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen kaum noch gerecht werden könne. 
„Ein erweitertes Wegeangebot und damit einhergehend die Erschließung bislang . ' . 
verborgener Areale würde zu Beeinträchtigungen im gesamten Verlauf des Fließge- 
wässers führen", heißt es in der Bund-Stellungnahme weiter. Rückzugs- und Regene­ 
rationsräume, die wildlebende Tiere und Pflanzen dringend zum überleben und zur 
Fortpflanzung benötigten, gingen unter dem zunehmenden Nutzungsdruck verloren. 
Dem Ökosystem und seinen bedrohten Arten drohe eine Katastrophe. . 
Das Kompensationskataster der Stadt Münster weise entlang der Aa viele Flächen 
aus. Das Auenband an beiden Seiten des Gewässers könne bei entsprechender Ent­ 
wicklung dem erforderlichen Ausgleich von Schäden am Naturhaushalt dienen. Es sei 
für die ökologische Bilanz innerhalb des münsterischen Stadtgebietes von großer Be­ 
deutung, unterstreichen die Naturschützer. · 
Die massiven Einbußen, die die Natur durch neue, Wohn- und Gewerbegebiete, Stra­ 
ßenbau, Verkehr und die Intensivierung der Landwirtschaft hinnehmen müsse, ver­ 
pflichteten die Gesellschaft zu verstärkter Rücksichtnahme und Verantwortungsbe­ 
wusstsein. Der"Bund begrüße es, wenn den Menschen heimische Natur erfahrbar ge­ 
macht werde. Dies biete sich in der Aa-Aue allerdings keineswegs an.

MUNSTER SEITE 25 1 DIENSTAG 26.JANUAR 2021 
Landwirte kritisieren SPD-Vorschlag 
,,Einen Wanderweg lehnen wir ab" 
LEER AA AB: Hermann-Josef Richter 
sch MÜNSTER-WEST Die Kritik am Vorschlag der Stadtbezirks-SPE>, einen Wander­ 
weg entlang der münsterischen Aa anzulegen, reißt nicht ab: Jetzt meldet sich auch 
Hermann-Josef Richter, Vorsitzender der l andwirtschaftlichen Ortsverbands Roxel­ 
Albachten, zu Wort: ,,Auch von Seiten der Landwirt schaft lehnen wir einen Wander­ 
weg entlang der Aa ab:' 
Durch den Landschaftsplan Roxeler Rledel, der seit dem Jahr 2014 rechtskräfti g sei, 
seien rund 100 Hektar entlang der Aa im münsterischen Stadtgebiet unter Natur­ 
schutz gestellt worden. In diesem Gebiet gehe es darum, den Schutz von Natur und 
Landschaft in ihrer Ganzheit, die Erhaltung, Entwicklung oder Wied~rherstellung 
von Lebensstätt en, Biotopen und Lebensgemeinschaft en bestimmter wildlebender 
Tiere und Pflanzenart en zu fördern. 
Für die Landwirte und Flächeneigentümer bringe dies eine erhebliche Einschränkung 
bei der landwirtschaft lichen Nutzung mit sich, für die es keinen finanziellen Aus­ 
gleich gebe. Gleichwohl freue man sich, dass dort die Natur „wieder ins Gleichge­ 
wicht komme'.', und wolle dies durch einen Wanderweg keinesfalls gefährdet sehen, 
betont Richter. · 
r ' 
.,-

/ 
Ein weiterer Einwand gegen einen Wanderweg sei, dass durch herumlaufende Hunde 
die Gefahr bestehe, dass diese auf den Gr-ünlandflächen Kot hinterließen: ,.Im Hun­ 
dekot sind Parasiten, Neospora Caninum, die dann bei' der Futterbergung von diesen 
Fächen ins_ Erntegut kommen und dort eine Gefahr für tragende Rinder sind", warnt 
der Vorsitzende der landwirtschaftlichen Ortsverbands. 
Neospora Caninum sei ein einzelliger Parasit, der bei Rindern im fünften bis sechsten 1
Trächtigkeitsmonat Aborte verursache.

L 
MÜNSTER 
Hegering lehnt Aa-Wanderweg ab 
SEITE 23 1 FREITAG 22. JANUAR 2021 
\ 
Spaziergänger sind nicht erwünscht 
Blick Irr die derzeit reichlich Wasser führende Münstersche Aa. Geht es nach den Vorstellungen des Hegerings Münster-West und des­ 
sen Leiter Markus von Diepenbroick•Grüter (sch) . 
Von Thomas Schubert 
sch MÜNSTER-WEST „Finger weg von diesem Gebiet!" Geht es nach den Vorstellun­ 
gen von Markus von Diepenbroick-Grüter und seinen Kollegen vom Hegering Müns­ 
ter-West, dann darf der von der SPD in Münsters W.esten angeregte Wanderweg 
entlang der Münsterschen Aa von Haus Kump bis zur Burg Hülshoff auf keinen Fall 
verwirklicht werden. Das hob der Vorsitzende des Hegerings im Gespräch mit unse­ 
rer Zeitung mehr oder minder deutlich hervor. 
Bei dem zum Landschaftsplan „Roxeler Riedel" zählendem Areal, das durch die Aa ge­ 
prägt sei, handele es sich u~ ein seltenes und wertvolles Rückzugsgebiet für die hei­ 
mische Tier- und Pflanzenwelt, sagt von Diepenbroick-Grüter. Es sei erst vor einigen 
Jahren erfolgreich renaturiert worden, gehöre im Uferbereich der Aa zum Natur­ 
schutzgebiet Aa-Tal und dürfe auf keinen Fall von einem Wanderweg durchschnitten 
werden. Sollten derartiges Pläne vertolgt werden, dann werde dies „auf massiven Wi­ 
derstand von Jägern und Naturschützern" stoßen, warnt der Vorsitzende des 
Hegerings.

\ 
Wolfgang Dieckmann, Jäger, Biologe und Vorstandsmitglied des Rings, hat einen 
Großteil des für den angeregten Wanderweg ins Visier genommenen Gebiets ent­ 
lang der Aa in Augenschein genommen und dort eine „natürliche Vogel-Wiederan_. 
siedlung mit teilweise sehr sensiblen Arten" festgestellt. Von Eisvögeln, Flussuterläu­ 
fern, Krickenten, Graureihern, Silberreihern, Habichten, Sperbern, Turmfalken und 
jeder Menge anderer Vogelarten weiß er zu berichten. 
Hinzu kommen nach Feststellurig des Fachmanns Insekten, Weichtiere, Strudel-, Sei­ 
ten- und Ringelwürmer, Egel und Gliedertiere sowie nicht zuletzt auch eine umfang­ 
. reiche Pflanzenwelt sowohl in der Aa als auch außerhalb des Gewässers: Röhricht­ 
und Hochstaudenfluren; Weich- und Hartholzauengesellschaften. 
,,Eine Selbstentwicklung und ungestörte Entwicklung der beiden im Beobachtungs­ 
gebiet besonders betroffenen Pflanzengesellschaften und des gefährdeten Artenbe- , 
standes wildlebender Tiere sollte an dieser betroffenen Stelle durch menschliche Be- 
suchergruppen vermJeden werden", stellt Oleckmann in einem kurzen Expose klar. 
Die mlte normern finanziellen Aufi.Nandvon der Stadt Münster errichteten Rückzugs­ 
räume im Beobachtungsgebiet am linken, östlichen Aa-Uferstrelfen wurden durch 
menschliche Besucher „massiv beeinträchtigt". Somit werde im Falle des Falles ein 
wesentliches Entwicklungsziel des Renaturierungsprojekts der Stadt Münster, der 
Schutz vom Aussterben bedrohter Arten, nicht erreicht, gibt das Hegerlngsmitglied 
zu bedenken. 
„Einen Wariderweg können wir in keinster Weise befürworten", hebt Hegerings-Chef 
von Diepenbroick-Grüter deutlich hervor. Auch Jägers elen Naturschützer. Es könne· 
nlcht sein, dass künftig Jung und Alt, schlim~stei1falls sogar noch frei laufende 
· · Hunde im Aa-Tal-Refugium auf Achse seien. Vergessen dürfe man auch nicht, dass es 
sich um ein Überschwemmungsgebiet handele, in dem Wanderwege nur schwerlich 
zu erhalten seien. Obendrein sei davon auszugehen, das private Grundstückseigen­ 
tümer im Bereich der Münsterschen Aa mit der Anlage eines Wanderwegs slcherll­ 
che alles andere als einverstanden seien.

Beratungsverlauf (1)

19.10.2023 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 8.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: Stellungnahme zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (9)

  • Zumsandestraße 15
  • Trampelpfad
  • Sentruper Straße
  • Hülshoffstraße
  • Haus Vögeding
  • Alvingheide
  • Ramertsweg 2023
  • In der Au
  • Werse

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
A-W/0003/2021
Typ
Antrag an die BV West
Datum
08.01.2021
Erstellt
08.01.2021 09:10