A-W/0003/2021
Wanderweg entlang der Aa vom Aasee durch den Westen
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Originalantrag
2001 Zeichen
Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-West Mitglieder der SPD-Fraktion: Beate Kretzschmar, Vorsitzende Alexander Bliefernich Stephan Brinktrine Herrn Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Münster-West A-W/0003/2021 Jörg Nathaus Pantaleonplatz 7 48161 Münster Münster, 07.01.2021 Wanderweg entlang der Aa vom Aasee durch den Westen Die Bezirksvertretung Münster-West möge beschließen: 1. Der Westen Münsters erhält einen neuen Wanderweg entlang der Münsterschen Aa, der von Haus Kump hinter dem Aasee weitergeführt wird durch das Aatal zwischen Roxel und Gievenbeck bis zur Stadtgrenze oder in Zusammenarbeit mit dem Kreis Coesfeld bis Burg Hülshoff. 2. Der Weg wird angebunden an bestehende Spazierwege, etwa in Gievenbeck an den Küchenbusch, so dass Rundgänge in den Stadtbezirken ermöglicht werden. Begründung: 1. Im Osten und Süden der Stadt gibt es viele beliebte Wanderwege, so etwa den Weg ent- lang der Werse oder den Wanderweg X100 rund um Münster, der auch den Aasee im Westen einbezieht. Weiterhin führt der X4 von der Burg Hül shoff über Haus Vögeding und das Rüschhaus in die Innenstadt. Zwischen Burg Hülshof f und Rüschhaus soll im Juni 2021 der Lyrikweg der Droste-Landschaft eröffnet werden. Mit diesen Wegen könnte der neue Aaweg ebenfalls verbunden werden. 2. Es gibt bereits kurze Wegabschnitte entlang der Aa, etwa vom Aasee bis Haus Kump und in Gievenbeck, wo e in Radweg über die Aa geführt wird. Hier sind bereits Trampel- pfade durch Wiesen entstanden, damit ein Rundgang mit einem Abschnitt entlang der Aa möglich ist. 3. Das Aatal ist landschaftlich sehr schön, allerdings kaum zugänglich und sollte deshalb für Spaziergänger erschlossen werden. Auch für Touristen wäre eine Wanderung entlang des Aasees und der Aa bis Burg Hülshoff ein Highlight. Belange des Natur - und Land- schaftsschutzes sollen dabei berücksichtigt werden. Gez. Beate Kretzschmar Alexander Bliefernich Stephan Brinktrine
Stellungnahme der Verwaltung vom 06.09.2023
17254 Zeichen
67.20.0335
Herr Dreier
STADT MÜNSTER
\ ~ -2. OKT. 2023
Amt für Bürger- u. Ratssarvlce
Bezirksverwaltung Weat . ,
A-'vJ/ 00031102 ~
06.09.2023
67 27
Antrag lfd. Nr. A-W/0003/2021 der SPO-BV West in der Bezirksvertre-
tung Münster-West .
„Wanderweg entlang der Aa vom Aasee durch den Westen" vom 07.01.2021
Die Realisie,rbarkeit des Antrages wurde vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
geprüft (s. auch Mitteilung vom 19.01.2021 für die Sitzung am 28.01,2021).
Ergebnis
Die Verwaltung schlägt vor den Antrag nicht weiter zu verfolgen.
Begründung
• Entlang ·der Aa oberhalb des Aasees befindet sich durchgängig das Naturschutzqebiet
,,Aa-Aue" (155,4 ha), daran angrenzend das Landschaftsschutzgebiet „Schonet;,eck,
Rüschenfeld und Alvingheide". Einige Gewässerab~chnitte wurden mit großen finanziel
len Mitteln und Fördergeldern renaturiert. Ferner befinden· sich dort verscniedene.qroßffä
chige Ausgleichsmaßnahmen u. a. von der Stadt Münster und der Autobahn GmbH .
. Das Aatal ist aufgrund der teilweise fehlenden Erschließung ein wichtiger Rast- und Rück
zugsraum für die Tierwelt. Durch eine Erschließung würde es zu einer erheblichen Stö
rung dieses Raumes kommen.
Der Bereich oberhalb von Haus Kump soll zu einem ~iebitz-Hotspot entwickelt werden,
um dort zukünftige städtische Ausgleichsbedarfe realisieren zu können.
• Der Weg stieß bei den Naturschutzverbänden (NABU-Stadtverband Münster und BUND
Münster) sowie bei der Jägerschaft u. a. aus den oben genannten Gründen auf Ablehnung
(Stellungnahmen siehe Anlage).
• Die Stadt Münster ist nur in Teilbereichen Flächeneigentümer (vor allen südlich Sentruper
Straße, südlich Hülshofstraße). Es gibt zahlreiche private Eigentümer und Anlieger. Diese
haben in Gesprächen mit der unteren Naturschutzöehörde und in Presseverlautbarungen
($. Anlagen) deutlich gemacht, dass sie einen Wanderweg ablehnen,
• Zunehmende Konflikte mit Spaziergängern und freilaufenden Hunden führten im März
2023 dazu, dass ein bestehender Trampelpfad durch private Grünlandflächen im Natur
schutzgebiet „Aa-Aue" in Höhe Ramertsweg 2023 durch den Eigentümer gesperrt wurde.
gez.
Driesch
Anlagen
SEITE 23 1 DONNERSTAG 23. MÄRZ 2023
Zu viele Spaziergänger und freilaufende Hunde: Landwirte zäunen
Flächen an der Aa ein
,,Ni~ht mehr tolerlerbare Ausmaße"
Blick wm Rame.-.twes Uber die Jetzt elngezllunt.en Flächen In ll.lchtun11 A:,., (kok/prlvat)
Von Michael Schwakenberg
MÜNSTER-GIEVENBECK. manch ein Spa-
, ziergänger mag sich In den vergangenen Ta
gen gewundert haben: Einige Felder und
Wiesen zwischen Ramerstweg und Aa sind
plötzlich eingezäunt. Einer der Flächenelgen
türner ist Landwirt Norbert Kreuzheck. Er
und vier weitere Eigentümer sahen nach sei
ner Aussage keine, andere Möglichkeit mehr, .
dem Treiben auf den Flächen Einhalt zu
gebieten.
;Für viele Hundehalter scheint der Leinen
zwang am Ramerstweg aufzuhören.«
Landwirt Norbert Kreuzheck „An vielen Ta
gen sind hier 50 bis 100 Leute unterwegs.
Am Wochenende auch noch deutlich mehr",
berichtet Kreuzheck im Gespräch mit der Re
daktlon, Die blieben längst nl.cht alle auf den
Wegen. Und vlele Hundehalter ließen ihre
Vierbeiner freilaufen. ,,Für die scheint der
Leinenzwang am Ramerst weg aufzuhören."
Müll und Hundekot fänden ,sich später im
Heu wieder, das als Viehfutter diene und zum
Tei I auch vermarktet werde. Vereinzelte An
feindungen von Hundehaltern habe er auch
sehen erlebt, obwohl er lmation habe das
Fass mer um eine sachliche An- Übe~l,aufen
gebracht: ,,Als die spräche bemüht sei. Aa vor
14 Tagen Hpchwasser Kreuzheck hat schon
seit hatte, sind Leute mit Gelänl angen den
Eindruck, dass derädern kreuz und quer auf
die Flächen zwischen Ra- den vom Wasser
gesättigten merstweg und Aa als Verlän- Bö
den herumgefahren. So etgerung des soge- .
,nannten was zusehen, tut schon weh:' ,,Grü
nen Fingers" wahrge- Dass dle Fläc;hen zur
Herstelnommen werden. Zugespitzt lung von
Futter- und Lebenshabe sich die Situation, .
seit mitteln benötigt werden, daim vergange-
nen Jahr die in- rüber machten sich solche
zwischen demontierte Fuß- Zeitgenossen wohl keine Gegängerbrücke über die Aa ge- danken.
sperrt wurde. Kreuzheck: An den Zäunen haben die uSeitdem ist das elneSackgas- Landwirte
Schilder aufgeSo s.e. Und wer geht schon gern denselben Weg zurück, den er gekommen ist?"
Also suchten sich viele Spaziergänger eine eigene Route, die dann auch schon mal über seinen
Hof oder durch seinen Garten führe. Auf den, Feldern 'hätten sich schon regelrechte Trampel
pfade gebildet.
Betreten
des Grundstücks
verboten!
Eltern hatten für ihre
Kinder!
Eine Bewohnerin des benachbarten Baugebietes berichtet zudem vom_ .,Picknickern im Natur
schutzgebiet". und „wild angelnden Kindern", deren Schnüre sich samt Haken im Unterholz ver-
heddern und eine Gefahr für: Tiere darstellten. ·
Kreuzheck macht sich nicht nur Sorgen um seine Böden, sondern auch um die Natur im Bereich
des Flussbetts .• Für die Tiere ist es auch nicht gut, wenn da zu viele Menschen unterwegs sind.
Das Wild muss auch zur Ruhe kommen können:' Eine Situzum hängt, auf denen sie i~re Beweg
gründe für die Maßnahme darlegen. Bislang, so Kreuzheck, sei er auf wenig Kritik, dafür umso
mehr auf Verständnis gestoßen. Das ist ihm wichtig, nicht nur als Direktvermarkter, sondern
auch als bekennender Gievenbecker. .Jn unserem Stadtteil wohnen 23.000 Menschen, die ich als
meine Nachbarn betrachte:Wir wollen niemanden ausgrenzen. Aber das hat Ausmaße ange
nommen, die nicht mehr tolerierbar sind:'
Rechtlich sieht er sich und Fotos: die anderen Betroffenen auf der sicheren Seite. Im Nachhinein
müsse er sic.h sogar die Frage stellen, worum er nicht schon viel eher von seinem Recht Ge·
brauch gemacht habe, seine Anbauflächen einzuzäunen und somit zu schützen.
~
NABU Stadtwrband Mümitw-
Rastgebiet für ziehende Watvogelarten
NABU Münster lehnt Wanderweg entlang der Aa ab
Bekassine Bild: NABU / Kathy Büscher
Einen Wanderweg entlang der Münsterschen Aa zwischen Haus Kump und Hülshoffstraße anzulegen, wie von der
SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung West Mitte Januar 2021 vorgeschlagen, ist für den NABU Münster aus Gründen
des Natur- und Umweltschutzes unvertretbar.
Mit Kartierungen nachgewiesene, zur zugzett' rastende Watvogelarte~ wie Waldwasserläufer, Kampfläufer,
Bruchwasserläufer, Dunkler Wasserläufer, Bekassinen und seltene Zwergschnepfen bestätigen eindrucksvoll den
Wert der renaturierten Uferbereiche, oft Kompe,nsationsflächen der Stadt, mit denen Eingriffe in die Natur an
anderer Stelle ausgeglichen werden sollen. Beeinträchtigungen, wie sie ein Wanderweg mit seinen Benutzern
unvermeidbar verursacht, würden die Ziele von Kompensationsflächen und Naturschutzgebiet konterkarieren und
die Investitionen entwerten. Auch Brutvorkommen des in Münster selten gewordenen Kiebitzes (in 2020 59
Brutpaare, in 2003 noch 346 Bruten) auf angrenzenden Flächen würden durch einen Wanderweg gefährdet.
Und schließlich gilt es zu bedenken, dass auch die Entscheidung über den Bau eines derartigen Wanderweges den
Vorbehalten aus den Ratsentscheiden zu Klimanotstand und Klimaentscheid unterliegen. Begrüßen würde der NABU
Münster einen bislang vermissten, konsequenten Einsatz der münsterschen Politik, idealerweise in Zusammenarbeit
mit dem Kreis Coesfeld,.für eine gute Wasserqualität der Aa (und natürlich auch aller anderen Gewässer) im Sinne
der EU-Wasserrahmenrichtlinie, wonach bis 2027 alle Gewässer einen guten Zustand haben sollen.
Adresse und Kontakt
NABU Stadtverband Münster
Zumsandestraße 15
48145 Münster
)
c!
buero@nabu-muenster.de
Tel.: 0251-1360-07
(während der Sprechzeiten, sonst Anrufbeantwort er)
Info & Service
NABU-TV·
NABU-Sbop
Top Themen.
Braunkehlchen: Vogel des Jahres 2023
Spenden
Für den NABU-Stadtverband Münster:
Volksbank Münsterland Nord eG
IBAN DE95 4036 1906 7216 4637 00
BIC GENODEMl lBB
Iur da'> NABU Obstwiesenprojekt:
Volksbank MLinstedand Nord eG
IBAN DE68 4036 .1906 7216 4637 01
BIC GENODEMllBB
Impressum I Datenschutz] Sitemap
Anmelden
..
MUNSTER SEITE 23 ! DONNERSTAG 11. MÄRZ 2021
Bund lehnt SPD-Anregung ab
Klares Nein. zum Aatal-Wanderweg /
((' ~
-~ ·
Eine Erschließung von Wegen entlang der Münsterschen Aa - hier der Mündungsbereich Krummer Bach - lehnt die münsterischen ·
Bund-Gruppe entschieden ab. (Bund)
Von Thomas Schubert
MÜNSTER-WEST Die Kritik am Vorschlag der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung
Münster-West, einen Wanderweg entlang der Münsterschen Aa anzulegen (wir be
richteten), ebbt nicht ab: Auch die Kreisgruppe Münster des- Bund (Bund für Umwelt
und Naturschutz in Deutschland) hat sich nun zu Wort gemeldet. Sie lehnt „jede Pla
nung eines Wanderweges entlang der Aa" ganz entschieden ab.
Eine von den Sozialdemokraten angeregte Wegeerschließung von Haus Kump bis zur
Burg Hülshoff werde im Falle des Falles alle Bemühungen der vergangenen Jahr
zehnte, die Aa sowie die Relikte des angrenzenden Ai.Jenlebensraums und die lebens
raumtypischen Arten zu schützen und zu entwickeln, zunichte machen; warnen die
Naturschützer in einer detaillierten Stellungnahme. Dies allein schon aufgrund zu
sätzlicher Beunruhigungen, die mit einer möglichen Wegeverbindung entlang der
Münsterschen Aa verbunden seien.
Das betreffende Areal entlang der Aa befinde sich in einem Landschaftsschutzgebiet,
und das Gewässer wie auch die angrenzenden Auenflächen seien durch den 'Land
schaft splan Roxeler Riedel als Naturschutzgebiet geschützt, Besagter Schutz um
fasse sowohl den Erhalt als auch die Wiederherstellung und Entwicklung des Natur- . ,
raumes mit den dazugehörigen Lebensgemeinschaften, stellt die Bund-Gruppe klar .
. Ihrer Ansicht nach verbietet sich jedwede Planung, da ein Wanderweg zu einer Zu
nahme an Nutzungen, Störungen und Beunruhigungen im Bereich der Gewässer- und
Auenle_bensräume führen könne. Der Schutz der Natur habe absoluten Vorrang: ,,Ein
Weg entlang der Aa oder in der Au_e würde den Schutzzielen zuwiderlaufen:'
In ihrer Stellungnahme weisen die Naturschützer zudem darauf hin, dass Freizeit
und Erholungsaktivitäten lrn Umfeld siedlungsriaher Naturschutzgebiete stets pro
blematisch· seien, wie Beispiele im Bereich Gievenbeck und Roxel zeigten. Dort seien.
Trampelpfade abseits offizieller Wege entstanden. Und ein als Ausgleichsmaßnahme
angelegter Kleinweiher werde unter Missachtung von Hinweisschildern für Freizeit
zwecke genutzt. Das habe zur Folge, dass das Gewässer seiner Bestimmung als Le
bensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen kaum noch gerecht werden könne.
„Ein erweitertes Wegeangebot und damit einhergehend die Erschließung bislang . ' .
verborgener Areale würde zu Beeinträchtigungen im gesamten Verlauf des Fließge-
wässers führen", heißt es in der Bund-Stellungnahme weiter. Rückzugs- und Regene
rationsräume, die wildlebende Tiere und Pflanzen dringend zum überleben und zur
Fortpflanzung benötigten, gingen unter dem zunehmenden Nutzungsdruck verloren.
Dem Ökosystem und seinen bedrohten Arten drohe eine Katastrophe. .
Das Kompensationskataster der Stadt Münster weise entlang der Aa viele Flächen
aus. Das Auenband an beiden Seiten des Gewässers könne bei entsprechender Ent
wicklung dem erforderlichen Ausgleich von Schäden am Naturhaushalt dienen. Es sei
für die ökologische Bilanz innerhalb des münsterischen Stadtgebietes von großer Be
deutung, unterstreichen die Naturschützer. ·
Die massiven Einbußen, die die Natur durch neue, Wohn- und Gewerbegebiete, Stra
ßenbau, Verkehr und die Intensivierung der Landwirtschaft hinnehmen müsse, ver
pflichteten die Gesellschaft zu verstärkter Rücksichtnahme und Verantwortungsbe
wusstsein. Der"Bund begrüße es, wenn den Menschen heimische Natur erfahrbar ge
macht werde. Dies biete sich in der Aa-Aue allerdings keineswegs an.
MUNSTER SEITE 25 1 DIENSTAG 26.JANUAR 2021
Landwirte kritisieren SPD-Vorschlag
,,Einen Wanderweg lehnen wir ab"
LEER AA AB: Hermann-Josef Richter
sch MÜNSTER-WEST Die Kritik am Vorschlag der Stadtbezirks-SPE>, einen Wander
weg entlang der münsterischen Aa anzulegen, reißt nicht ab: Jetzt meldet sich auch
Hermann-Josef Richter, Vorsitzender der l andwirtschaftlichen Ortsverbands Roxel
Albachten, zu Wort: ,,Auch von Seiten der Landwirt schaft lehnen wir einen Wander
weg entlang der Aa ab:'
Durch den Landschaftsplan Roxeler Rledel, der seit dem Jahr 2014 rechtskräfti g sei,
seien rund 100 Hektar entlang der Aa im münsterischen Stadtgebiet unter Natur
schutz gestellt worden. In diesem Gebiet gehe es darum, den Schutz von Natur und
Landschaft in ihrer Ganzheit, die Erhaltung, Entwicklung oder Wied~rherstellung
von Lebensstätt en, Biotopen und Lebensgemeinschaft en bestimmter wildlebender
Tiere und Pflanzenart en zu fördern.
Für die Landwirte und Flächeneigentümer bringe dies eine erhebliche Einschränkung
bei der landwirtschaft lichen Nutzung mit sich, für die es keinen finanziellen Aus
gleich gebe. Gleichwohl freue man sich, dass dort die Natur „wieder ins Gleichge
wicht komme'.', und wolle dies durch einen Wanderweg keinesfalls gefährdet sehen,
betont Richter. ·
r '
.,-
/
Ein weiterer Einwand gegen einen Wanderweg sei, dass durch herumlaufende Hunde
die Gefahr bestehe, dass diese auf den Gr-ünlandflächen Kot hinterließen: ,.Im Hun
dekot sind Parasiten, Neospora Caninum, die dann bei' der Futterbergung von diesen
Fächen ins_ Erntegut kommen und dort eine Gefahr für tragende Rinder sind", warnt
der Vorsitzende der landwirtschaftlichen Ortsverbands.
Neospora Caninum sei ein einzelliger Parasit, der bei Rindern im fünften bis sechsten 1
Trächtigkeitsmonat Aborte verursache.
L
MÜNSTER
Hegering lehnt Aa-Wanderweg ab
SEITE 23 1 FREITAG 22. JANUAR 2021
\
Spaziergänger sind nicht erwünscht
Blick Irr die derzeit reichlich Wasser führende Münstersche Aa. Geht es nach den Vorstellungen des Hegerings Münster-West und des
sen Leiter Markus von Diepenbroick•Grüter (sch) .
Von Thomas Schubert
sch MÜNSTER-WEST „Finger weg von diesem Gebiet!" Geht es nach den Vorstellun
gen von Markus von Diepenbroick-Grüter und seinen Kollegen vom Hegering Müns
ter-West, dann darf der von der SPD in Münsters W.esten angeregte Wanderweg
entlang der Münsterschen Aa von Haus Kump bis zur Burg Hülshoff auf keinen Fall
verwirklicht werden. Das hob der Vorsitzende des Hegerings im Gespräch mit unse
rer Zeitung mehr oder minder deutlich hervor.
Bei dem zum Landschaftsplan „Roxeler Riedel" zählendem Areal, das durch die Aa ge
prägt sei, handele es sich u~ ein seltenes und wertvolles Rückzugsgebiet für die hei
mische Tier- und Pflanzenwelt, sagt von Diepenbroick-Grüter. Es sei erst vor einigen
Jahren erfolgreich renaturiert worden, gehöre im Uferbereich der Aa zum Natur
schutzgebiet Aa-Tal und dürfe auf keinen Fall von einem Wanderweg durchschnitten
werden. Sollten derartiges Pläne vertolgt werden, dann werde dies „auf massiven Wi
derstand von Jägern und Naturschützern" stoßen, warnt der Vorsitzende des
Hegerings.
\
Wolfgang Dieckmann, Jäger, Biologe und Vorstandsmitglied des Rings, hat einen
Großteil des für den angeregten Wanderweg ins Visier genommenen Gebiets ent
lang der Aa in Augenschein genommen und dort eine „natürliche Vogel-Wiederan_.
siedlung mit teilweise sehr sensiblen Arten" festgestellt. Von Eisvögeln, Flussuterläu
fern, Krickenten, Graureihern, Silberreihern, Habichten, Sperbern, Turmfalken und
jeder Menge anderer Vogelarten weiß er zu berichten.
Hinzu kommen nach Feststellurig des Fachmanns Insekten, Weichtiere, Strudel-, Sei
ten- und Ringelwürmer, Egel und Gliedertiere sowie nicht zuletzt auch eine umfang
. reiche Pflanzenwelt sowohl in der Aa als auch außerhalb des Gewässers: Röhricht
und Hochstaudenfluren; Weich- und Hartholzauengesellschaften.
,,Eine Selbstentwicklung und ungestörte Entwicklung der beiden im Beobachtungs
gebiet besonders betroffenen Pflanzengesellschaften und des gefährdeten Artenbe- ,
standes wildlebender Tiere sollte an dieser betroffenen Stelle durch menschliche Be-
suchergruppen vermJeden werden", stellt Oleckmann in einem kurzen Expose klar.
Die mlte normern finanziellen Aufi.Nandvon der Stadt Münster errichteten Rückzugs
räume im Beobachtungsgebiet am linken, östlichen Aa-Uferstrelfen wurden durch
menschliche Besucher „massiv beeinträchtigt". Somit werde im Falle des Falles ein
wesentliches Entwicklungsziel des Renaturierungsprojekts der Stadt Münster, der
Schutz vom Aussterben bedrohter Arten, nicht erreicht, gibt das Hegerlngsmitglied
zu bedenken.
„Einen Wariderweg können wir in keinster Weise befürworten", hebt Hegerings-Chef
von Diepenbroick-Grüter deutlich hervor. Auch Jägers elen Naturschützer. Es könne·
nlcht sein, dass künftig Jung und Alt, schlim~stei1falls sogar noch frei laufende
· · Hunde im Aa-Tal-Refugium auf Achse seien. Vergessen dürfe man auch nicht, dass es
sich um ein Überschwemmungsgebiet handele, in dem Wanderwege nur schwerlich
zu erhalten seien. Obendrein sei davon auszugehen, das private Grundstückseigen
tümer im Bereich der Münsterschen Aa mit der Anlage eines Wanderwegs slcherll
che alles andere als einverstanden seien.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Stellungnahme zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (9)
- Zumsandestraße 15
- Trampelpfad
- Sentruper Straße
- Hülshoffstraße
- Haus Vögeding
- Alvingheide
- Ramertsweg 2023
- In der Au
- Werse
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- A-W/0003/2021
- Typ
- Antrag an die BV West
- Datum
- 08.01.2021
- Erstellt
- 08.01.2021 09:10