1348/2018
Antrag auf Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Freya-von-Moltke-Platz
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Beschlussvorlage Bezirksvertretung
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle III/23/235/1 235/1-Go Vorlagen-Nummer 1348/2018 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Antrag auf Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Freya-von-Moltke-Platz Beschlussorgan Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung Innenstadt bedankt sich bei dem Petenten. Sie spricht sich gegen das Anliegen aus, den Bahnhofsvorplatz nach Freya von Moltke zu benennen. Einzelheiten dafür ergeben sich aus der Begründung. Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 21.06.2018 2 Begründung: Mit Schreiben vom 03.01.2017 an die Bezirksvertretung Innenstadt stellt der Petent den Antrag, den bisherigen Bahnhofsvorplatz in Freya-von-Moltke-Platz umzubenennen. Begründet wird der Antrag u.a. damit, dass die bedeutende Widerstandskämpferin Freya von Moltke am 29.03.1911 im Haus Trankgasse 9, unmittelbar am heutigen Bahnhofsvorplatz, geboren wurde. Des Weiteren wurde mit ihrer Hilfe nach 1990 das ehemalige Familiengut in Kreisau, heute Krzyzowa in Polen, zu einer internationalen Begegnungsstätte ausgebaut. Der Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Freya-von-Moltke-Platz stehen folgende Argumente entgegen: - Die historisch gewachsene Bezeichnung Die Bezeichnung Bahnhofsvorplatz erscheint erstmals in der Chronik des Jahres 1894 in Gre- ven’s Adressbuch im Zusammenhang mit der Eröffnung des neuen Bahnhofs, als offizielle An- schrift dann ab 1955. Sie ist daher als historisch etabliert anzusehen. - Umbenennung nur in besonderen Ausnahmefällen Aufgrund Punkt 4.1 der Richtlinien des Rates werden Straßen nur in besonderen Ausnahmefällen umbenannt, insbesondere nur dann, wenn für die Anwohnerinnen und Anwohner keine unzumut- baren Kosten entstehen. Ein solcher besonderer Ausnahmefall liegt hier nicht vor. Es sind zurzeit ca. 22 Gewerbebetriebe und 3 Privatpersonen unter der Anschrift „Bahnhofsvor- platz“ gemeldet. Der überwiegende Teil der im Deichmannhaus ansässigen gewerblichen Anlieger ist aufgrund des Aufwands und der zu erwartenden Kosten gegen eine Umbenennung. In der Vergangenheit wurden bereits mehrfach Anträge auf Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes gestellt. Die Verwaltung empfahl der Bezirksvertretung in allen Fällen aus oben genannten Gründen von einer Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes abzusehen. Aufgrund der aufgeführten Argumente haben Politik und Verwaltung nach einer Möglichkeit gesucht, einen anderen Platz oder eine andere Straße nach Freya von Moltke zu benennen. Schließlich hat die Bezirksvertretung Innenstadt am 07.12.2017 beschlossen, eine Straße im neu entstehenden Areal der Messe City Köln nach Freya von Moltke zu benennen. Anlage Übersichtsplan Eingabe
Eingabe Bahnhofsvorplatz
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RWWA Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln Bangeve at Le gem Y270274 A FR C (Lau ve Aıı Erektne? Suftung Rneinisch-Westlälisches Wirschaftsarchiv zu Köln 37 Zeichen l Ihre Nachricht vom P. A IHK Kon. 50806 Köln en Herrn een U ichen |An: Andreas Hupke Iinser Zeichen |Ansprechpartner Bezirksrathaus Innenstadt | |; Ludwigstr. 8 = 8: Köln E-Mail 50667 Köln er Eingang -$, Jan, 2017 Telefon | Fax 0221 1640991 0221 Gun Der Bezirksbürgermeister Datum Bezirksrathaus Innenstadt 3. Januar 2017 Neubenennung Freya von Moltke-Platz Antrag zur Umbenennung des bisherigen Bahnhofsvorplatzes Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, hiermit stelle ich den Antrag, den bisherigen „Bahnhofsvorplatz“, 50667 Köln, in „Freya-von-Moltke- Platz‘ umzubenennen und bitte die Bezirksvertretung Innenstadt um eine entsprechende Beschlussfassung. Begründung: Freya von Moltke wurde am 29. März 1911 im Haus Trankgasse 9, vis-a-vis des Domes und unmittelbar am heutigen Bahnhofsvorplatz, als Tochter des Bankiers Carl Theodor Deichmann und seiner Frau Ada, geb. Schnitzler, geboren. Die Familie zog 1913 zum Waidmarkt wegen des Neubaus des Deichmannhauses um. Freya Deichmann besuchte zunächst in Köln die Liebfrauenschule, nach der Mittleren Reife eine Hauswirtschaftsschule in Thüringen und bestand 1930 an der Kaiserin- Augusta-Schule in Köln die Abiturprüfung. Anschließend studierte sie an der Universität Köln Rechtswissenschaften. 1935 wurde sie an der Universität Berlin zum Dr. jür. promoviert. 1931 heiratete Freya Deichmann Helmuth James Graf von Moltke (1907-1945). Mit ihm und dem befreundeten Ehepaar Peter und Marion Yorck von Wartenburg gründete sie.den nach dem Familiensitz der Moltkes benannten „Kreisauer Kreis“, der die Umgestaltung der deutschen Gesellschaft nach Ende des nationalsozialistischen Terrorregimes plante. Freya von Moltke organisierte mehrere Treffen in Kreisau. Ihr Mann wurde im Januar 1944 verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 ermordet. Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln Postanschrift: Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln | Besucheranschrift: Gereonstr. 5-11, 50670 Köln Internet: www.rwwa.de Öffnungszeiten: Montag — Donnerstag 9:00 Uhr - 16:30 Uhr | Freitag 9:00 Uhr — 15:30 Uhr 3. Januar 2017 | Seite 2 Freya von Moltke lebte nach dem Kriegsende in Südafrika, wo ihre beiden Söhne (1937 und 1941 geboren) aufwuchsen. 1960 siedelte sie in die USA über. Nach 1990 wurde das ehemalige Familiengut in Kreisau, heute Krzyzowa in Polen, mit ihrer Hilfe zu einer internationalen Begegnungsstätte zur deutsch-polnischen und zur europäischen Verständigung ausgebaut. Trägerin dieser Begegnungsstätte ist die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, deren Ehrenstiftungsratsvorsitzende Freya von Moltke war. 2004 wurde in Berlin eine Bürgerstiftung unter dem Namen „Freya-von-Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau“ gegründet, die die Sicherung der Begegnungsstätte und deren Arbeit dort zum Inhalt hat. Mitglieder des Kuratoriums sind u. a. bekannte deutsche Persönlichkeiten. Freya von Moltke starb am 1. Januar 2010 in Norwich, Vermont (USA). Ihr Engagement als aktive Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus sowie als Befürworterin von Frieden und Völkerverständigung hat ihr internationale Beachtung und Bewunderung eingebracht. Der Briefwechsel mit ihrem inhaftierten Ehemann ist in Buchform veröffentlicht und bezeugt ihre geistige Haltung im Kampf gegen Terror und staatliche Willkür. Am 11. März 2011, an ihrem 100ten Geburtstag, fanden in Köln unter Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten mehrere Veranstaltungen zu Ehren von Freya von Moltke statt. Im darauffolgenden Jahr wurde am Bahnhofsvorplatz an ihrem Geburtshaus eine Gedenktafel aufgestellt. Ein neuer Name für den Bahnhofsvorplatz ist absolut gerechtfertigt. Der Platz selbst, an Silvester 2015 zu einer negativen Berühmtheit geworden, wird durch die Benennung nach einer international bekannten Persönlichkeit, die auch noch in Köln geboren wurde, aufgewertet. Unmittelbar neben dem Wahrzeichen der Stadt, dem Kölner Dom, gelegen, verdient er dringend eine solche Qualitätssteigerung. Der bisherige Name ist einer Millionenstadt, die jährlich von Millionen Touristen ‚aus aller Welt aufgesucht wird, völlig unwürdig. Durch eine Neubenennung würde zudem die Verwechslungsgefahr mit dem Bahnhofplatz in Köln- Porz entfallen. Eine Verwechslungsgefahr mit der Moltkestraße, benannt nach dem preußischen General Hellmuth Graf von Moltke (1880-1891) besteht durch die Hinzuname des Vornamens Freya nicht. Im Gegensatz zu anderen Straßen sind an der heutigen Adresse nur sehr wenige Anlieger betroffen. Unter anderem sitzt dort der renommierte Kiepenheuer & Witsch-Verlag, zu dessen Ausrichtung eine solche Neubenennung sicher passen wird. Ich bin davon überzeugt, dass mit der Umbenennung das Image Kölns national und international eine enorme Verbesserung erfahren wird. Die Widmung eines prominenten Platzes in mitten der rheinischen Metropole nach einer so berühmten und polyglotten Bürgerin der Stadt zeigt auch die Bedeutung, die Köln der Weltoffenheit, der Toleranz und der Völkerverständigung widmet. Eine solche Aufwertung würde national und international positive Aufmerksamkeit erregen. Hinzu käme, dass mit der Gedenktafel am Ort schon seit 2012 ein Bezug hergestellt ist, der erst recht die Benennung nach dieser bedeutenden Frau rechtfertigt. Auch der Umgang mit der eigenen Geschichte spräche dafür, da die Kölner Familie Deichmann im 19. und 20. Jahrhundert viel für die Stadt geleistet hat. 3. Januar 2017 | Seite 3 Besonders hilfreich wäre ein Beschluss vor dem 29. März 2017, da zu dem diesjährigen Geburtstag von Freya von Moltke wieder Erinnerungsveranstaltungen in Köln anstehen. Die Bezirksvertretung Innenstadt hätte somit ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung gesetzt. In der Hoffnung, dass sich die Bezirksvertretung Innenstadt dieser Argumentation anschließt, verbleibe ich mit den besten Wünschen zum neuen Jahr, Mit freundlichen Grüßen f heinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln
Plan Bahnhofsvorplatz
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Übersichtsplan Bahnhofsvorplatz
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (8)
- Ludwigstraße 8
- Gereonstraße 5
- Moltkestraße
- Bahnhofsvorplatz
- Bahnhofplatz
- Unter Sachsenhausen 10
- Trankgasse 9
- Waidmarkt
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Details
- Aktenzeichen
- 1348/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 08.06.2018
- Erstellt
- 24.04.2018 12:07