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1348/2018

Antrag auf Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Freya-von-Moltke-Platz

Beschlussvorlage Bezirksvertretung 08.06.2018

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 1 (Innenstadt), Sitzung am 21.06.2018, TOP 4.2

Beschlussvorlage Bezirksvertretung

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Beschlussvorlage Bezirksvertretung

2788 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
III/23/235/1 
235/1-Go 
Vorlagen-Nummer 
 1348/2018 
Freigabedatum 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Antrag auf Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Freya-von-Moltke-Platz 
Beschlussorgan 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Die Bezirksvertretung Innenstadt bedankt sich bei dem Petenten.  
Sie spricht sich gegen das Anliegen aus, den Bahnhofsvorplatz nach Freya von Moltke zu benennen.  
Einzelheiten dafür ergeben sich aus der Begründung. 
 
 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 21.06.2018

2 
Begründung: 
 
Mit Schreiben vom 03.01.2017 an die Bezirksvertretung Innenstadt stellt der Petent den Antrag, den 
bisherigen Bahnhofsvorplatz in Freya-von-Moltke-Platz umzubenennen. 
Begründet wird der Antrag u.a. damit, dass die bedeutende Widerstandskämpferin Freya von Moltke 
am 29.03.1911 im Haus Trankgasse 9, unmittelbar am heutigen Bahnhofsvorplatz, geboren wurde.  
Des Weiteren wurde mit ihrer Hilfe nach 1990 das ehemalige Familiengut in Kreisau, heute Krzyzowa 
in Polen, zu einer internationalen Begegnungsstätte ausgebaut. 
 
Der Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Freya-von-Moltke-Platz stehen folgende Argumente 
entgegen: 
 
- Die historisch gewachsene Bezeichnung 
 
Die Bezeichnung Bahnhofsvorplatz erscheint erstmals  in der Chronik des Jahres 1894 in Gre-
ven’s Adressbuch im Zusammenhang mit der Eröffnung des neuen Bahnhofs, als offizielle An-
schrift dann ab 1955. Sie ist daher als historisch etabliert anzusehen. 
 
- Umbenennung nur in besonderen Ausnahmefällen 
 
Aufgrund Punkt 4.1 der Richtlinien des Rates werden Straßen nur in besonderen Ausnahmefällen 
umbenannt, insbesondere nur dann, wenn für die Anwohnerinnen und Anwohner keine unzumut-
baren Kosten entstehen. Ein solcher besonderer Ausnahmefall liegt hier nicht vor. 
Es sind zurzeit ca. 22 Gewerbebetriebe und 3 Privatpersonen unter der Anschrift „Bahnhofsvor-
platz“ gemeldet. 
 
Der überwiegende Teil der im Deichmannhaus ansässigen gewerblichen Anlieger ist aufgrund des 
Aufwands und der zu erwartenden Kosten gegen eine Umbenennung. 
 
In der Vergangenheit wurden bereits mehrfach Anträge auf Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes 
gestellt. Die Verwaltung empfahl der Bezirksvertretung in allen Fällen aus oben genannten Gründen 
von einer Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes abzusehen. 
 
Aufgrund der aufgeführten Argumente haben Politik und Verwaltung nach einer Möglichkeit gesucht, 
einen anderen Platz oder eine andere Straße nach Freya von Moltke zu benennen. Schließlich hat 
die Bezirksvertretung Innenstadt am 07.12.2017 beschlossen, eine Straße im neu entstehenden Areal 
der Messe City Köln nach Freya von Moltke zu benennen.  
 
 
 
 
 
 
Anlage 
Übersichtsplan 
Eingabe

Eingabe Bahnhofsvorplatz

6132 Zeichen

RWWA Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv

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Andreas Hupke Iinser Zeichen |Ansprechpartner

Bezirksrathaus Innenstadt | |;
Ludwigstr. 8 = 8: Köln E-Mail
50667 Köln er
Eingang -$, Jan, 2017 Telefon | Fax
0221 1640991 0221 Gun
Der Bezirksbürgermeister Datum
Bezirksrathaus Innenstadt 3. Januar 2017

Neubenennung Freya von Moltke-Platz
Antrag zur Umbenennung des bisherigen Bahnhofsvorplatzes

Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister,

hiermit stelle ich den Antrag, den bisherigen „Bahnhofsvorplatz“, 50667 Köln, in „Freya-von-Moltke-
Platz‘ umzubenennen und bitte die Bezirksvertretung Innenstadt um eine entsprechende
Beschlussfassung.

Begründung:

Freya von Moltke wurde am 29. März 1911 im Haus Trankgasse 9, vis-a-vis des Domes und
unmittelbar am heutigen Bahnhofsvorplatz, als Tochter des Bankiers Carl Theodor Deichmann und
seiner Frau Ada, geb. Schnitzler, geboren. Die Familie zog 1913 zum Waidmarkt wegen des Neubaus
des Deichmannhauses um. Freya Deichmann besuchte zunächst in Köln die Liebfrauenschule, nach
der Mittleren Reife eine Hauswirtschaftsschule in Thüringen und bestand 1930 an der Kaiserin-
Augusta-Schule in Köln die Abiturprüfung. Anschließend studierte sie an der Universität Köln
Rechtswissenschaften. 1935 wurde sie an der Universität Berlin zum Dr. jür. promoviert.

1931 heiratete Freya Deichmann Helmuth James Graf von Moltke (1907-1945). Mit ihm und dem
befreundeten Ehepaar Peter und Marion Yorck von Wartenburg gründete sie.den nach dem
Familiensitz der Moltkes benannten „Kreisauer Kreis“, der die Umgestaltung der deutschen
Gesellschaft nach Ende des nationalsozialistischen Terrorregimes plante. Freya von Moltke
organisierte mehrere Treffen in Kreisau. Ihr Mann wurde im Januar 1944 verhaftet, vom
Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 ermordet.

Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln

Postanschrift: Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln | Besucheranschrift: Gereonstr. 5-11, 50670 Köln
Internet: www.rwwa.de

Öffnungszeiten: Montag — Donnerstag 9:00 Uhr - 16:30 Uhr | Freitag 9:00 Uhr — 15:30 Uhr

3. Januar 2017 | Seite 2

Freya von Moltke lebte nach dem Kriegsende in Südafrika, wo ihre beiden Söhne (1937 und 1941
geboren) aufwuchsen. 1960 siedelte sie in die USA über. Nach 1990 wurde das ehemalige
Familiengut in Kreisau, heute Krzyzowa in Polen, mit ihrer Hilfe zu einer internationalen
Begegnungsstätte zur deutsch-polnischen und zur europäischen Verständigung ausgebaut. Trägerin
dieser Begegnungsstätte ist die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, deren
Ehrenstiftungsratsvorsitzende Freya von Moltke war. 2004 wurde in Berlin eine Bürgerstiftung unter
dem Namen „Freya-von-Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau“ gegründet, die die Sicherung der
Begegnungsstätte und deren Arbeit dort zum Inhalt hat. Mitglieder des Kuratoriums sind u. a.
bekannte deutsche Persönlichkeiten.

Freya von Moltke starb am 1. Januar 2010 in Norwich, Vermont (USA). Ihr Engagement als aktive
Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus sowie als Befürworterin von Frieden und
Völkerverständigung hat ihr internationale Beachtung und Bewunderung eingebracht. Der
Briefwechsel mit ihrem inhaftierten Ehemann ist in Buchform veröffentlicht und bezeugt ihre geistige
Haltung im Kampf gegen Terror und staatliche Willkür.

Am 11. März 2011, an ihrem 100ten Geburtstag, fanden in Köln unter Anwesenheit des damaligen
Bundespräsidenten mehrere Veranstaltungen zu Ehren von Freya von Moltke statt. Im
darauffolgenden Jahr wurde am Bahnhofsvorplatz an ihrem Geburtshaus eine Gedenktafel aufgestellt.

Ein neuer Name für den Bahnhofsvorplatz ist absolut gerechtfertigt. Der Platz selbst, an Silvester
2015 zu einer negativen Berühmtheit geworden, wird durch die Benennung nach einer international
bekannten Persönlichkeit, die auch noch in Köln geboren wurde, aufgewertet. Unmittelbar neben dem
Wahrzeichen der Stadt, dem Kölner Dom, gelegen, verdient er dringend eine solche
Qualitätssteigerung. Der bisherige Name ist einer Millionenstadt, die jährlich von Millionen Touristen
‚aus aller Welt aufgesucht wird, völlig unwürdig.

Durch eine Neubenennung würde zudem die Verwechslungsgefahr mit dem Bahnhofplatz in Köln-
Porz entfallen. Eine Verwechslungsgefahr mit der Moltkestraße, benannt nach dem preußischen
General Hellmuth Graf von Moltke (1880-1891) besteht durch die Hinzuname des Vornamens Freya
nicht. Im Gegensatz zu anderen Straßen sind an der heutigen Adresse nur sehr wenige Anlieger
betroffen. Unter anderem sitzt dort der renommierte Kiepenheuer & Witsch-Verlag, zu dessen
Ausrichtung eine solche Neubenennung sicher passen wird.

Ich bin davon überzeugt, dass mit der Umbenennung das Image Kölns national und international eine
enorme Verbesserung erfahren wird. Die Widmung eines prominenten Platzes in mitten der
rheinischen Metropole nach einer so berühmten und polyglotten Bürgerin der Stadt zeigt auch die
Bedeutung, die Köln der Weltoffenheit, der Toleranz und der Völkerverständigung widmet. Eine solche
Aufwertung würde national und international positive Aufmerksamkeit erregen. Hinzu käme, dass mit
der Gedenktafel am Ort schon seit 2012 ein Bezug hergestellt ist, der erst recht die Benennung nach
dieser bedeutenden Frau rechtfertigt. Auch der Umgang mit der eigenen Geschichte spräche dafür, da
die Kölner Familie Deichmann im 19. und 20. Jahrhundert viel für die Stadt geleistet hat.

3. Januar 2017 | Seite 3

Besonders hilfreich wäre ein Beschluss vor dem 29. März 2017, da zu dem diesjährigen Geburtstag
von Freya von Moltke wieder Erinnerungsveranstaltungen in Köln anstehen. Die Bezirksvertretung
Innenstadt hätte somit ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung gesetzt.

In der Hoffnung, dass sich die Bezirksvertretung Innenstadt dieser Argumentation anschließt,
verbleibe ich mit den besten Wünschen zum neuen Jahr,

Mit freundlichen Grüßen
f heinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln

Plan Bahnhofsvorplatz

31 Zeichen

Übersichtsplan Bahnhofsvorplatz

Beratungsverlauf (1)

21.06.2018 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 4.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (8)

  • Ludwigstraße 8
  • Gereonstraße 5
  • Moltkestraße
  • Bahnhofsvorplatz
  • Bahnhofplatz
  • Unter Sachsenhausen 10
  • Trankgasse 9
  • Waidmarkt

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Details

Aktenzeichen
1348/2018
Typ
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
Datum
08.06.2018
Erstellt
24.04.2018 12:07