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V/0287/2005

Sanierungskonzept Aasee 2005

Vorlage 13.04.2005

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen, Sitzung am 21.06.2005, TOP 4.10

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

18062 Zeichen

DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Sanierungskonzept Aasee 2005 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.04.2005 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Einbringung 
03.05.2005 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
24.05.2005 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 
21.06.2005 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
Sachentscheidung 
 
1. Der Bericht über das Aaseemonitoring 2004 wird zur Kenntnis genommen. 
 
2. Der Bericht über die Vorplanung und die Laborversuche zur Sanierung des Aasees wird zur 
Kenntnis genommen. 
 
3. Dem Sanierungskonzept Aasee 2005 wird zugestimmt. 
 
 
Kosten/Folgekosten 
 
Die Kosten für die zwei Freilandversuche und die Abfischung werden auf insgesamt 100.000,- € 
geschätzt. Folgekosten fallen nicht an. 
Die Kosten für das begleitende Monitoring-Programm liegen bei ca. 20.000,- €. 
 
Mittelbereitstellung/Finanzierung 
 
Mittel zur Sanierung des Aasees stehen im Haushaltsplan 2005 unter der HHSt 6900.960.1520.X 
„Baukosten Aasee inkl. Oberlauf“ mit 120.000 € zur Verfügung: 
 
Mittel für das Monitoring-Programm stehen im Haushaltsplan 2005 unter der HHSt 
1200.601.9000.1 „Ökologische Verbesserung der Tageserholungsanlage Aasee“ mit 20.000 € zur 
Verfügung: 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0287/2005 
Auskunft erteilt: 
Herr  Hirschmann 
Herr Reloe 
Ruf: 
492 67 93, 492 6930 
E-Mail: 
Lutz.Hirschmann@stadt-muenster.de 
Datum: 
13.04.2005 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
Begründung: 
 
1.  Ergebnisse des Aaseemonitorings 2004 
 
Im Untersuchungszeitraum zwischen Mai und Oktober 2004 findet sich fast durchgängig eine ab-
solute Dominanz von Cyanobakterien. Diese ist erstmals so stark, dass Vertreter anderen pflanzli-
chen Planktons im mikroskopischen Bild nicht oder nur in ganz geringen Mengen zu finden sind. 
Entsprechend hoch ist auch die Konzentration an Chlorophyll-a. Im alten Aasee wird bereits ab 
Mitte Mai der erste„Warnwert“ von 40 µg/l überschritten. Der höchste gemessene Wert liegt Mitte 
August im alten Aasee bei 256 µg/l. Das Erscheinungsbild des Aasees (Trübung) ist über die ge-
samte Messperiode hin entsprechend schlecht. Schon Anfang Mai liegt die Sichttiefe unter 25 cm, 
Mitte August sind es dann nur noch 15 cm. Analog dazu folgen in 2004 die Konzentrationen von 
Microcystin bis August denen des Chlorophylls, haben dann aber zusätzlich Mitte September bis 
Mitte Oktober einen weiteren absoluten Höhepunkt mit um 3 mg/l, in Aufschäumungen sogar bis in 
den Bereich um 10 mg/l.  
 
Die Nährstoff-Konzentrationen (Nitrat und Phosphat), die die Grundlage der extremen Eutrophie-
rung darstellen, werden in Aa und Aasee im Vergleich zu 2003 in ähnlicher Höhe vorgefunden. Die 
Photosynthese betreibenden Mikroorganismen sind damit immer im Übermaß versorgt. Für Am-
monium und Nitrit gilt gleiches wie für 2003, vor allem das fisch-toxische Nitrit liegt häufig wieder 
deutlich über dem EU-Grenzwert für Fischgewässer. 
 
Bedenklich niedrig sind 2004 die Sauerstoffgehalte am Übergang der renaturierten Aa zum neuen 
Aasee. Mit Ausnahme der Tage, an denen stärkerer Ost- und Nordostwind das Wasser vom neuen 
Aasee in den Bereich der renaturierten Aa zurück drückt, weist dieser Bereich erheblich größere 
Sauerstoffdefizite auf als die Aa bei Haus Kump. Der renaturierte Aa-Bereich erfüllt damit nicht die 
Erwartungen, die ursprünglich bei dessen Renaturierung bzgl. Selbstreinigung und Wasserquali-
tätsverbesserung in ihn gesetzt wurden.  
 
2. Ergebnisse der Vorplanung und Laborversuche zur Sanierung des Aasees 
 
Auf der Grundlage der Projektstudie zur Sanierung des Aasees (AUB-Vorlage Nr. 1060/2003) wur-
de vom Büro für Boden- und Gewässerschutz eine Vorplanung für eine Zuflussentphosphatung am 
Aasee erstellt. Im Ergebnis zeigte sich, dass die favorisierte Mündungsentphosphatung an Aa und 
Gievenbach mit Investitionskosten von rund 500.000,- € deutlich über der ersten Kostenschätzung 
der Projektstudie mit 75.000,- € lag. Vor diesem Hintergrund und im Zusammenhang mit nicht ge-
sicherten Erfolgsaussichten (z. B. Problem der Rücklösung von Phosphat aus dem Sediment) wird 
diese Lösung vorerst nicht weiter verfolgt.  
 
Die Verwaltung hat die Problematik mehrfach mit dem Auftragnehmer erörtert. Das Auftragsver-
hältnis wurde einvernehmlich beendet. Die bislang erarbeiteten Grundsätze für die Sanierung gel-
ten jedoch weiterhin. So wird an der Phosphatfällung als ad hoc-Therapie und der schrittweisen 
Entlastung des Zuflusses (Aa) von Düngemittelrückständen als Langzeittherapie festgehalten. Die 
komplexe Struktur der Einflüsse von außen (Veränderung der Zuflüsse), der vielfältigen Wechsel-
wirkungen im See (Einwirkungen der Fische auf das  Sediment) und der möglichen Nebenwirkun-
gen von Eingriffen (Wirkung von Fällungsmitteln auf Fische) lassen keine Patentrezepte zu. Um 
teure Irrtümer auszuschließen sind Versuche und Erprobungen erforderlich, möglichst auf einem 
low-budget-Niveau, bevor dauerhafte Maßnahmen erfolgreich in die Tat umgesetzt werden kön-
nen. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, das Jahr 2005 für unterschiedliche Feldversuche und 
Tests vor Ort zu nutzen. Das bisherige Stadium der Laborversuche kann damit abgeschlossen 
werden. 
 
Die begleitenden Laborversuche von Prof. Dr. Surholt und Prof. Dr. Mathys vom Institut für Hygie-
ne der Uni Münster hatten das Ziel, durch umfangreiche Simulationen und Analysen im Labor aus 
einer Vielzahl von potenziell geeigneten Fällungsmitteln dasjenige zu bestimmen, welches für den 
Einsatz in Aa und Aasee am besten geeignet erscheint und in Freilandversuchen weiter getestet

- 3 - 
werden soll. Ein wichtiges Ergebnis ist, dass als Fällungsmittel besonders Eisen-III-Chlorid in Be-
tracht kommt. Auf den Einsatz von Mitteln auf Aluminium-Basis kann daher verzichtet werden. Bei 
den letztgenannten Mitteln ist bei bestimmten Bedingungen eine Gefährdung der aquatischen Or-
ganismen nicht auszuschließen.  
 
 
3. Sanierungskonzept Aasee 2005 
 
Aus den o.g. Entwicklungen und neueren Erkenntnissen hat die Verwaltung in Abstimmung mit 
den Gutachtern ein alternatives Sanierungskonzept aufgestellt, das nicht auf einer großtechni-
schen Basis beruht, sondern mehrere, zum Teil „handwerkliche“ Maßnahmen miteinander kombi-
niert. Neben geringerer Kosten liegt der Vorteil dieses Verfahrens auch darin, dass weder von der 
Methode noch vom Standort eine dauerhafte Bindung vorliegt und somit jederzeit auf neue Er-
kenntnisse und Erfordernisse flexibel reagiert werden kann. Zudem bleibt keine wie bei der ur-
sprünglich angedachten Mündungsentphosphatung vorgesehene teure Anlagentechnik zurück, 
sollten die Maßnahmen zu keinem akzeptablen Ergebnis führen. 
 
An dieser Stelle darf auch nicht der Hinweis fehlen, dass Untersuchungen zur Verbreitung Toxin 
bildender Cyanobakterien an 88 stehenden Gewässern in Baden-Württemberg gezeigt haben, 
dass selbst bei P-Konzentrationen zwischen 0,02 – 0,20 mg/l noch Dominanzbestände von Cya-
nobakterien auftreten. Sollte es also tatsächlich gelingen, den Zielwert von 0,03 mg/l Gesamt-P zu 
erreichen, so ist damit noch nicht automatisch der Rückgang der Cyanobakterien gewährleistet. 
Zudem gelten die Blaualgen auch als Indikatoren einer Klimaerwärmung, da sie über Ausbreitung 
nach Norden mittlerweile Lebensräume besiedeln, die vormals zu kühl gewesen sind. Schlimms-
tenfalls reichen die vergleichsweise hohen Wassertemperaturen im Aasee bei gleichzeitig minima-
ler P-Versorgung schon für die Massenentwicklung von Cyanobakterien aus. Auch aus diesen 
Gründen sollte nach einfachen und kostengünstigeren Lösungen gesucht werden, zumal der Aa-
see zurzeit kein Badegewässer ist und auch nicht der Trinkwassergewinnung dient.  
 
 
Das Sanierungskonzept 2005 umfasst folgende Maßnahmen: 
 
3.1 Phosphat-Fällung auf dem See von einem Boot aus
 
 
Diese insitu-Maßnahme wird in der Seentherapie häufig angewandt. Durch die gleichmäßige Aus-
breitung über den gesamten See werden die absinkenden Fällungsmittel auch eine Bindung des 
Phosphors im Seesediment bewirken und somit die Phosphor-Rücklösung weitgehend unterbinden 
(Sedimentkonditionierung). Damit wird das gesamte Seevolumen für die Fällungsprodukte genutzt 
und es kommt nicht zu einer lokalen Anhäufung im Mündungsbereich (ca. 200 m) von Aa und Gie-
venbach. Es entstehen vergleichsweise geringe Kosten, da keine dauerhafte Anlagentechnik er-
forderlich ist. Es handelt sich nach übereinstimmender Meinung aller Fachleute um eine sehr wirk-
same ad-hoc-Maßnahme bei hoher Belastung. Der Erfolg der Fällung im gesamten See kann in 7 - 
10 Tagen sichtbar erreicht werden. Das bezieht si ch nicht nur auf die Eliminierung von Phosphor, 
sondern auch auf die direkte Beseitigung der Cyanobakterien und der Microcystine. In der Folge 
wird mit einer deutlich verbesserten Sichttiefe gerechnet.  
 
Die Fällung von einem Boot aus soll als Freilandversuch im Juni 2005 auf dem Aasee durchgeführt 
werden. 
  
 
3.2 Bachentphosphatung in der Aa an der Roxeler Straße
 
 
Die vorhandene Infrastruktur am Abwasserpumpwerk Roxeler Straße kann genutzt werden. Das 
Fällungsmittel kann ohne aufwändige Pumpentechnologie durch Ausnutzung des Gefälles zum 
Gewässer über eine Schlauchleitung in die Aa eingebracht werden. Die Fließenergie des Wassers 
reicht aus, um die Fällungsprozesse einzuleiten. Die Fließstrecke bis Haus Kump beträgt 2.500 m

- 4 - 
und zum Beginn des Aasees 3.300 m, so dass für die Fällung sehr viel Raum zur Verfügung steht. 
Trotz dessen muss die Maßnahme möglicherweise ergänzt werden (bei Dauerbetrieb) durch die 
Anlage eines Sedimentationsbeckens bei Haus Kump zur gezielten Absetzung und Entnahme der 
Fällungsprodukte. 
 
Diese Maßnahme wird von Juli bis September 2005 als Freilandversuch durchgeführt. 
 
 
3.3 Einsatz des Pelicon-Anlage 
 
 
Die Versuche im Sommer 2004 auf dem Aasee haben sich als äußerst effektiv erwiesen. Phosphor 
wie auch Cyanobakterien/Microcystine wurden um den Faktor 10 verringert. Der Einsatz der Anla-
ge über die gesamte Seefläche kann zu einer Reduzierung der P-Rücklösung aus dem Sediment-
vorrat führen, da nicht nur das freie Wasser, sondern auch der seegrundnahe Schlamm abgesaugt 
und behandelt wird. Zudem werden die Fällungsmittel nicht in ein offenes Gewässer eingebracht.  
 
Wegen der vergleichsweise hohen Kosten ist der Einsatz dieser Anlage nur als eine Option für 
2006 vorgesehen (Kosten: ca. 140.000,- €). 
 
 
3.4 Biomanipulation der seeinternen Nahrungskette durch Abfischung
 
 
Ansatzpunkt für diese Maßnahme ist die Fischpopulation im See. Nach Aussage des fischereibio-
logischen Gutachtens von Dr. H. Späth (Juli 2004) ist der Anteil der Raubfische im Aasee insge-
samt noch zu gering. Das Ziel ist ein ausgewogenes Artenspektrum und Verhältnis von Raubfi-
schen zu Friedfischen (Weißfische) von 30 % zu 70 %. Die Abfischung der in zu großer Anzahl 
vorhandenen Zooplankton fressenden Weißfische (vor allem Brassen, Güster) bei gleichzeitiger 
Besatzerhöhung mit Raubfischen (Zander, Hecht) fördert das wichtige Vorkommen großer 
Zooplankter (vor allem Wasserflöhe der Gattung Daphnia > 1 mm). Das Zooplankton hat überwie-
gend das Phytoplankton (wie Algen) als Nahrungsgrundlage und filtriert dieses effektiv aus dem 
Wasser. 
 
Die Biomanipulation ist eine wirkungsvolle Ergänzungsmaßnahme und ein wichtiger ökologisch 
orientierter Ansatz zur Sanierung stehender Gewässer. Durch gezielte Eingriffe in die Nahrungs-
kette Fisch – Zooplankton – Phytoplankton kann das unerwünschte Algenbiovolumen bereits im 
Gewässer reduziert werden. Ferner werden durch diese Ökosystemsteuerung gewässerinterne 
Selbstreinigungsprozesse initiiert und somi t auch die Wirkmechanismen anderer Maßnahmen er-
höht. 
 
Realisiert wird der Eingriff durch eine Abfischung des Sees. Die Zugnetzbefischung wird im No-
vember 2005 mit Begleitung der Landesfischereians talt und dem Verein „Frühauf Münster“ durch 
einen Berufsfischer durchgeführt. 
 
 
3.5 Umgestaltung des renaturierten Bereichs zwischen Haus Kump und neuem Aasee
 
 
Die 1996 abgeschlossenen Renaturierung der M ünsterschen Aa zwischen dem neuen Aasee und 
„Haus Kump“ sollte anstelle des begradigten, künstlich verbauten Flussbetts eine naturnahe Fluss-
/Auenlandschaft entstehen lassen mit Gewässeraufweitungen, Flachwasserzonen und Flutmulden 
mit  mäandrierender Linienführung, wechselnden Böschungsneigungen, standortgerechter 
Bepflanzung und neuen Lebensräumen, insbesondere für Fische. Nach nunmehr 8 Jahren 
Entwicklungs- und Beobachtungszeitraum ist festzustellen, dass die natürliche Sukzession und 
Entwicklung nicht in allen Punkten den Zielvorstellungen gerecht geworden ist. Zweifelsohne ist für 
zahlreiche Pflanzen- und Tierar ten ein neuer Lebensraum entstand en, eine wichtige Pufferzone 
zwischen vom Mensch intensiver genutzte Bereiche und der freien Landschaft des oberen Aatals 
sowie ein Raum für Naturerleben und Erholung.

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Allerdings ist die erwartete Verbesserung der Gewässergüte und Nährstoffsituation nicht eingetre-
ten. Im Gegenteil: Die Vergrößerung der Wasserfläche, die immerhin etwa 1/10 der Fläche des 
Aasees beträgt, hat auch zu einer Reduzierung der Fließgeschwindigkeit, der Schleppspannung 
und damit auch der Eigendynamik geführt. Es ist ein 50 – 100 m breiter Stillgewässerbereich ent-
standen, der aufgrund noch geringerer Wassertiefen (te ilweise nur 0,20 m) als im Aasee dieselben 
Probleme hervorruft. Auffällig sind erhöhte Wassertemperaturen, die über den Werten des Aasees 
liegen, hohe Nitritwerte sowie die Massenentwicklung von Cyanobakterien. Ferner wurden im Ge-
gensatz zur Aa und zum Aasee deutlich weniger Fischarten in geringen Populationsdichten nach-
gewiesen. Ein weiteres Indiz für die schlechte Wasserqualität ist auch das hohe Vorkommen von 
Zuckmücken-Larven (Chironomiden) und Schlammröhrenwürmern (Tubifex) in der Gewässersoh-
le, die der Gewässergüteklasse IV (= sehr stark verschmutzt) zugeordnet werden. Hier besteht 
auch ein direkter Zusammenhang mit der fehlenden Fließgewässerdynamik. 
 
Da die natürliche Entwicklung nicht in allen Punkten zufrieden stellend verlaufen ist, sind folglich 
lenkende Eingriffe erforderlich und im Sinne einer gesamtökologischen Betrachtung auch durchaus 
legitim. Zu diesen Fragen müssen noch entsprechende Untersuchungen und Gespräche mit den 
Aufsichtsbehörden durchgeführt werden. Aus gegenwärtiger Sicht können folgende Maßnahmen 
geeignet sein, den Zustand im Sinne der Ausbauplanung dauerhaft zu verbessern: 
 
ƒ Gestaltung der Aa in diesem Bereich mit einem klar definierten Profil als Fließgewässer 
(Profilbreite ca. 10 – 15 m) und mäandrierender Linienführung (wie ursprünglich auch 
vorgesehen war) 
 
ƒ Entwicklung einer naturnahen Gewässeraue als Überschwemmungsgebietsflächen, die nicht 
ständig, sondern ca. 30 – 60 mal im Jahr überflutet werden (Verzahnung und Vermischung von 
Fließgewässer und Aue) 
 
ƒ Anpflanzung von Ufer-, Röhricht- und Wasservegetation. 
 
 
3.6  Renaturierung der Aa zwischen Sentruper Straße und Haus Kump
 
 
Die Flächen beidseitig der Aa zwischen der Brücke Sentruper Straße und Haus Kump befinden sich 
im Eigentum der Stadt Münster. Auf dieser Grundlage kann in diesem Bereich eine naturnahe 
Umgestaltung der Aa angestrebt werden mit mäandrierender Linienführung, Uferabflachungen und –
gehölzen sowie Anlage von Uferrandstreifen. Die naturnahe Umgestaltung wird sich positiv auf die 
Wasserqualität auswirken, da ein höherer Grad an Naturnähe auch eine höhere 
Selbstreinigungskraft im Wasser bewirkt kann. 
 
 
3.7 Umgestaltung der Aasee-Ufer
 
 
In den vergangenen Jahren wurden an verschiedenen Stellen (westlich der Freitreppe, südlich 
Torminbrücke, beidseits des Zoo-Kanals) das Ufer abgeflacht und auf den so entstandenen 
Flachwasserzonen breite Röhrichtstreifen angelegt und bepflanzt. An einigen Stellen des Nord-
ufers (vor allem am neuen Aasee) können in dies er Form noch weitere Uferbereiche umgestaltet 
werden. Eine Möglichkeit besteht insbesondere dann, wenn Fuß- und Radwege saniert werden 
müssen und im diesem Zuge auch verlegt werden können.  
 
3.8 Fischpass am Wehr Badestraße
 
 
Die EU-Wasserrahmenrichtlinie beschreibt die Wiederherstellung der biologischen Durchgängig-
keit von Fließgewässern als ein zukünftiges Hauptziel. In dieser Hinsicht stellt das Wehr an der 
Badestraße ein großes Problem für die Fische und Kleinorganismen da, die zwar den Aasee in

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Richtung Innenstadt verlassen können, aber durch das Wehr darin gehindert werden, wieder zu-
rück in den Aasee zu gelangen.  
 
Auf Grund der beengten Flächenverfügbarkeit ist die Anlage eines naturnahen Umgehungsgerin-
nes (wie an der Werse) nicht möglich. Daher bietet sich nur der Einbau eines zwar naturfernen 
Fischpasses an, der sich allerdings durch ei ne hohe Wirksamkeit hinsichtlich Fisch- und Organis-
menwanderung auszeichnet. Die Planung ist für 2006 vorgesehen. 
 
 
3.9 Maßnahmen im Einzugsgebiet
 
 
Nach der Aufstellung des Pflege- und Entwicklungskonzept Münstersche Aa (2004) und dem 
Landschaftsplan „Roxeler Riedel“ sollen die dort genannten Maßnahmen durch den Unterhal-
tungsverband Havixbeck-Roxel und durch das städtische Tiefbauamt je nach Verfügbarkeit der 
Flächen sukzessive umgesetzt werden. In erster Linie handelt es sich dabei um: 
 
ƒ Extensivierung der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzung 
 
ƒ Reaktivierung von Überflutungsflächen und Altarmen 
 
ƒ Anlage von Uferrandstreifen 
 
ƒ Verbesserungen in der Sohle und am Ufer 
 
ƒ Gehölzanpflanzungen.  
 
 
3.10 Freilandversuche und Maßnahmen in 2005 
 
 
In 2005 sind folgende Versuche und Maßnahmen am Aasee geplant: 
 
1. Interne Fällung auf dem See mit einem Boot     Kosten ca. 45.000,- € 
                                               
2. Bachentphosphatung  in der Aa an der Roxeler Straße  Kosten ca. 40.000,- € 
                   
3. Netzbefischung 
Auftragsvergabe an einen Berufsfischer mit der entsprechenden                 Kosten ca. 15.000,- € 
Erfahrung und Ausrüstung 
 
 
 
I. V. 
 
gez. 
Joksch 
Stadtbaurat

Beratungsverlauf (4)

26.04.2005 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 5.5 Einbringung Entscheidung

Beschluss: eingebracht

Zur Sitzung
03.05.2005 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.4 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.05.2005 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 6.6 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
21.06.2005 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 4.10 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Roxeler Straße
  • Sentruper Straße
  • Badestraße
  • Werse

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0287/2005
Typ
Vorlage
Datum
13.04.2005
Erstellt
06.10.2020 14:37