AN/0689/2026
Awareness-Konzept für öffentliche Plätze sowie kommerzielle und nicht kommerzielle Veranstaltungen im öffentlichen Raum, Antrag B90/Die Grünen
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Antrag nach § 3 (Grüne BV1)
4489 Zeichen
www.gruenekoeln.de Frau Bezirksbürgermeisterin Julie Cazier Herrn Bürgeramtsleiter Dr. Ulrich Höver Herrn Oberbürgermeister Torsten Burmester Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: AN/0689/2026 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 07.05.2026 Awareness-Konzept für öffentliche Plätze sowie kommerzielle und nicht kommerzielle Veranstaltungen im öffentlichen Raum, Antrag B90/Die Grünen Sehr geehrter Frau Bezirksbürgermeisterin, Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der anstehenden Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt zu setzen: Beschluss Die Bezirksvertretung beschließt: 1. Die Verwaltung entwickelt ein Awareness-Konzept für öffentliche Plätze im Be- zirk Innenstadt sowie kommerzielle und nicht kommerzielle Veranstaltungen im öffentlichen Raum des Bezirks Innenstadt mit angemessenen Schutzmaß- nahmen für alle Menschen – insbesondere für Frauen* und Mädchen*, FLINTA*, queere Menschen, Menschen mit Behinderung sowie Personen mit Diskriminierungserfahrungen. Das Konzept soll veranstaltungsspezifische Maßnahmen sowie Mindestanforderungen enthalten, die künftig als verbindli- che Genehmigungsvoraussetzung aufgenommen werden. 2. Das Konzept umfasst auch präventive Maßnahmen zur Ansprache potenziel- ler Täter*innen und Mitwisser*innen, um z. B. Übergriffe und Diskriminierung bereits im Vorfeld zu verhindern. Das Konzept berücksichtigt außerdem alle Beteiligten – sowohl Besucher*innen der Veranstaltung als auch sämtliches Bezirksvertretung Innenstadt Ludwigstraße 8 50667 Köln Tel. 0221 / 221 -91309 Reinhold Goss Fraktionsvorsitzender Reinhold.Goss@stadt -koeln.de Karin Roggenbrodt stellv. Fraktionsvorsitzende Karin.Roggenbrodt@stadt - koeln.de Personal. 3. Im Rahmen der Konzeptentwicklung prüft die Verwaltung, inwiefern Schulun- gen für eingesetzte private Sicherheits- und Ordnungskräfte im Umgang mit vulnerablen Gruppen sinnvoll und umsetzbar sind. 4. Die Verwaltung wird beauftragt, das Konzept – in enger Zusammenarbeit mit relevanten Dienststellen, der Zivilgesellschaft, der Polizei sowie einschlägigen Expert*innen zu entwickeln. Begründung „Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind Orte des gesellschaftlichen Zusammen- kommens und der Vielfalt. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu diskriminieren- dem, antisemitischem oder übergriffigem Verhalten – insbesondere gegenüber FLINTA*, queeren Menschen und anderen vulnerablen Gruppen. Mit diesem Antrag beauftragt der Ausschuss die Verwaltung, verbindliche Richtlinien zu entwickeln, auf deren Grundlage Veranstalter*innen ein eigenes Awareness-Konzept für ihre Veran- staltung aufstellen müssen. So entsteht kein Einheitskonzept, sondern ein flexibler, veranstaltungsspezifischer Rahmen mit klaren Mindestanforderungen. Das Konzept berücksichtigt auch die Mehrsprachigkeit von Informationsmaterialien und Hinweisen, um alle Beteiligten barrierefrei zu erreichen. Rechtlich sind öffentliche Stellen durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und das Grundgesetz zum aktiven Schutz vor Diskriminierung verpflichtet – verbindliche Awareness-Anforderungen bei der Veranstaltungsvergabe sind ein kon- kretes Instrument, dieser Verpflichtung nachzukommen. Gleichzeitig sind einmalige Maßnahmen nicht ausreichend: Verbindliche Richtlinien verankern Awareness strukturell im Veranstal- tungswesen – nachhaltig und unabhängig von Einzelpersonen oder politischen Kon- junkturen. Sie sind damit keine Zusatzleistung, sondern gelebte Gleichstellungspolitik – sie schützen Betroffene, stärken solidarisches Handeln und fördern eine Kultur des Hinschauens statt des Wegschauens. Köln hat die Chance, eine Vorreiterinnenrolle einzunehmen und verbindliche Kriterien in die Veranstaltungsvergabe zu integrieren. Was heute Pionierarbeit ist, wird morgen selbstverständlicher Standard – für alle, die in unserer Stadt leben und feiern. Wir begrüßen es daher ausdrücklich, dass in Kürze auch der Gleichstellungsaus- schuss voraussichtlich einen themenverwandten Antrag für gesamtstädtische Leitli- nien beraten wird. Da der Bezirk Innenstadt mit seiner immensen Dichte an öffentli- chen Plätzen und Events der zentrale Veranstaltungsort der Stadt ist, möchten wir mit diesem Antrag als Bezirksvertretung vorangehen. Reinhold Goss Sabine Keller Fraktionsvorsitzender Mitglied B90/Die Grünen
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Ludwigstraße 8
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Details
- Aktenzeichen
- AN/0689/2026
- Typ
- Antrag nach § 3 BV1 (Grüne)
- Datum
- 24.04.2026
- Erstellt
- 24.04.2026 11:08