Beantwortung einer mündlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Wirtschaftsausschusses vom 27.04.2017 betreffend TOP 11.1: Arbeitsmarkt Köln - Rückblick 2016 und bisherige Entwicklung 2017 (Mitteilung 1268/2017)
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 2680/2017 vom 28.09.2017
Stand: Am 09.10.2017 im Wirtschaftsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/153 153/1 28.09.2017 Vorlagen-Nummer 2680/2017 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 09.10.2017 Beantwortung einer mündlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Wirtschaftsausschusses vom 27.04.2017 betreffend TOP 11.1: Arbeitsmarkt Köln - Rückblick 2016 und bisherige Entwicklung 2017 (Mitteilung 1268/2017) Text der Anfrage:: Herr van Geffen fragt nach Informationen zum Lohngefüge der neuen Beschäftigungsverhältnisse. Stellungnahme der Verwaltung: Zu dieser Frage gibt es bundesweite, aber keine regionalen Daten. So enthält die Statistik der Bundesagentur für Arbeit Daten zu den Bruttomonatsverdiensten der soz i- alversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten nach Branchen für Deutschland. Diese Werte kann man für Köln umrechnen, indem die Mediane 1 der einzelnen Branchen für Deutschland auf Köln a n- teilsmäßig übertragen werden. Zur Abschätzung von Branchenwerten für Kreise und kreisfreie Städte wird der Wert des Lohnniveaus auf Bundesebene (3.084 €) mit den auf Ebene der Kreise und krei sfreien Städte vorliegenden Ge- samtwerten in Beziehung gesetzt: Der Wert des Lohnniveaus für Kö ln liegt mit 3 .553 € ungefähr 15 Prozent über dem für ganz Deutschland. Die b undesseitig, aber nicht für Köln vorliegenden Werte für die einzelnen Branchen wurden daher mit dem Umrechnungsfaktor von 1,15 multipliziert. In Köln gab es zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 per Saldo eine Zunahme der sozialversich e- rungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse um 14.600 auf 536.800 (+2,8 %). Diese Beschäftigung s- zunahme vollzog sich aussc hließlich im Dienstleistungssektor, wo es im Vergleichszeitraum den höchsten absoluten Beschäftigtenzuwachs bei den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+6.100 Arbeitsplätze) gab. Mit einem Beschäftigungsplus von 3.000 Arbeitsplätzen folgt an zweiter Stelle das Gesundheits- und Sozialwesen . Auch der Logistikbereich Verkehr und Lagerei (+1.100 Arbeitsplätze) konnte zulegen. Die folgende Grafik weist die umgerechneten Medianwerte des Lohnniveaus für Köln aus. Gleichze i- tig ist die Zahl der im vergangenen Jahr hinzugekommenen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 1 Ergebnisse zu den Bruttomonatsentgelten liegen klassiert in 100-Euro-Schritten vor. Ein geeignetes Mittel, um die Streuung der Entgelte zu charakterisieren, sind Quantile. Der Median ist das 50%-Quantil, also der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt (Zentralwert). Gegenüber dem arithmetischen Mittel hat er vor allem den Vorteil, dass er gegenüber sogenannten Ausreißern unempfindlich ist, also gegenüber Werten, die extrem von anderen Werten abweichen. Siehe auch unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Statistische-Analysen/Statistische- Sonderberichte/Generische-Publikationen/Entgeltstatistik.pdf, aufgerufen am 01.06.2017 2 dargestellt. Somit entsteht ein erster, grober Eindruck, wie Beschäftigungszuwachs und Lohnniveau zusammenhängen. Hierbei wird erkennbar, dass 38 Prozent des gesamten Beschäftigungszuwachses (1 4.660) zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 auf Wirtschaftszweige mit einem höheren Bruttomonatsverdienst von mehr als 3.500 Euro entfielen. Zu nennen sind hier insbesondere die Unternehmensführung, -verwaltung und -beratung ( +2.847 Arbeitsplätze bzw. 5.095 €), Erziehung und Unterricht (+1.033 Arbeitsplätze bzw. 4.008 €), Grundstücks- und Wohnungswesen (+485 Arbeitsplätze bzw. 3.545 €) und Öffentliche Verwaltung (+357 Arbeitsplätze bzw. 3.955 €). Etwa jeder fünfte hinzugekommene Arbeitsplatz (21 %) kommt demnach aus Wirtschaftszweigen mit einem geringeren monatlichen Bruttoeinkommen von weniger als 2.500 Euro. Diese zusätzlichen B e- schäftigungsverhältnisse stammen überwiegend aus der Gastronomie (+863 Arbeitsplätze bzw. 1.963 €), Zeitarbeit (+838 Arbeitsplä tze bzw. 2.022 €), Gebäudebetreuung, Garten und Landschaftsbau (+723 Arbeitsplätze bzw. 2.420 €) sowie Wach- und Sicherheitsdienste, Detekteien (+445 Arbeitsplät- ze bzw. 2.409 €). Da auf Bundesseite kein Durchschnittswert, sondern der sog. Medianwert veröffentlich wurde, ist d a- mit auch sichtbar, dass in der Hälfte der Beschäftigungsfälle das Lohnniveau unterhalb des Media n- wertes liegt. Wenn man diese Beziehung auf die Zahl der in Köln tätigen Branchenbeschäftigten a n- wendet, erhält man für Köln eine gro be Schätzung darüber, wie viele der Branchenbeschäftigten im Lohniveau unter dem zentralen Medianwert liegen, denn beim Medianwert ist die eine Hälfte der Fälle kleiner, die andere größer als dieser. Die folgende Tabelle zeigt, wie viele der in den Branche n Beschäftigten weniger als der angegebene Medianwert verdienen: Etwa drei Viertel (10.700) des gesamten Zuwachses an sozialversicherung s- pflichtig Beschäftigten (14.600) vollzog sich in Branchen, die unterhalb des Medianwerts für alle Branchen (3.553 €) lagen. 3 Branche Beschäftigungszuwachs Verdienst in € (Median) Sonstige persönliche Dienstleistungen 192 1.923 Gastronomie 863 1.963 Zeitarbeit 838 2.022 Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien 445 2.409 Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau 723 2.420 Sonstige Dienstleistungen 1.652 2.629 Einzelhandel (ohne KFZ-Handel) 1.017 2.709 Landverkehr und Transport in Pipelines 537 2.735 Post-, Kurier- und Expressdienste 380 2.941 Sozialwesen (ohne Heime) 1.194 3.088 Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 960 3.221 Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung 280 3.312 Gesundheitswesen 819 3.443 Werbung und Marktforschung 334 3.482 Grundstücks- und Wohnungswesen 485 3.545 Branchen unterhalb des Medians 10.719 Branchen insgesamt 14.562 3.553 Quelle: Bundesagentur für Arbeit Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Eigene Berechnungen Die hier vorgelegte Schätzung kann aufgrund der jetzigen Datenlage nur einen ungefähren Überblick bieten. Für exakte Werte müsste der Versuch unternommen w erden, eine (kostenpflichtige) Sonder- auswertung der Bundesagentur für Arbeit zu erhalten. gez. Blome
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