V/0179/2018
Bundesprojekt "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte"
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Anlage 2: Zwischenbericht nach dem ersten Projektjahr
52620 Zeichen
Kommunale Koordinierung der
Bildungsangebote für
Neuzugewanderte
Sport, Sprache, Integration
Zwischenbericht
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster
Amt für Schule und Weiterbildung
März 2018, 250
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
gefördert.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für
Neuzugewanderte“ ................................ ................................ ................................ ................ 1
2. Der Projektschwerpunkt in Münster: Sport, Sprache, Integration ................................ ....... 1
2.1 Zur Verbindung von Sport, Sprache und Integration ................................ .................... 2
2.2 Die Bildungskoordinatorinnen in Münster ................................ ................................ ..... 2
2.3 Die Aufgaben der Bildungskoordinatorinnen ................................ ................................ 3
3. Status quo – Erste Schritte des Projekts ................................ ................................ ............ 4
3.1 Identifizierung und Einbindung der relevanten Bildungsakteurinnen und -akteure
innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung ................................ ........................... 4
3.2 Aufbau kommunaler Koordinierungsstrukturen und -gremien bei Nutzung und
Erweiterung ggf. bestehender Strukturen ................................ ................................ ........... 6
3.2.1 Fachübergreifende Koordination der städtischen Integrationsprojekte ................... 6
3.2.2. Ein neues Gremium: Beirat „Sport, Sprache, Integration“ ................................ ..... 8
3.2.3 Nutzung weiterer Koordinierungsstrukturen und -gremien ................................ ....10
3.3 Herstellung von Transparenz über vor Ort tätige Bildungsakteurinnen und -akteure
sowie vorhandene Bildungsangebote ................................ ................................ ...............11
3.3.1 Übersicht über Münsters Bildungsakteurinnen und -akteure aus den
Handlungsfeldern Sprache und Sport ................................ ................................ ............11
3.3.2. Arbeit in den Stadtbezirken ................................ ................................ ..................11
3.3.3 Gelingende Praxis ................................ ................................ ................................ 12
3.3.4 Projektbezogene Veranstaltung ................................ ................................ ............14
3.4 Beratung von Entscheidungsinstanzen der Kommune ................................ ................14
4. Ausblick ................................ ................................ ................................ ............................14
1
1. Das Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für
Neuzugewanderte“
Um Kreise und kreisfreie Städte bei der Integration Neuzugewanderter 1 zu unterstützen,
legte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2016 das Förderprogramm
„Kommunale Koordinierung der Bildungsan gebote für Neuzugewanderte“ auf und finanziert
damit bundesweit im Rahmen der Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen kommunale
Bildungskoordinatorinnen und -koordinatoren.
Die Förderlinien zielen auf ein verbesse rtes Koordinationsm anagement im Themengebiet
„Integration durch Bildung“ ab: Die vielfältigen Bildungsa ngebote zur Integration
Neuzugewanderter, die insbesondere seit der verstärkten Zuwanderung 2015 vermehrt
existieren, sollen besser vernetzt und auf einander abgestimmt werden.
Die Ziele der Fördermaßnahme sind
„die Bündelung der lokalen Kräfte und das gemeinschaftliche Zusa mmenwirken aller
Bildungsakteurinnen und -akteure durch systematische Einbindung der Vielzahl der vor
Ort aktiven zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure,
die Optimierung der kommunalen Koordinierung und der ressortübergreifenden
Abstimmung der zuständigen Ämter und Einrichtungen innerhalb der
Kommunalverwaltung.“2
Da diese Förderziele Bestandteile eines übergreifenden kommunalen Bildungsmanagements
sind, ist die Fördermaßnahme eingebettet in das seit Mitte 2014 laufende
Strukturförderprogramm "Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement". Die
Transferinitiative unterstützt die teilnehmenden Kommunen durch Beratung, kontinuierliche
Prozessbegleitung sowie kostenlose Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen3.
Zur Erreichung der Förderziele werden – je nach Größe der Kommune – ein bis drei
Bildungskoordinatorinnen und -koordinatoren (in Münster sind es zwei Stellen ) eingesetzt.
Die Förderdauer betrug ursprünglich zwei Jahre, die Möglichkeit zur Verlängerung des
Förderzeitraums um weitere zwei Jahre wurde durch das BMBF bereits bekannt gegeben.
Rund 320 kreisfreie Städte und Kreise nehmen bundesweit an dem Förderprogramm der
kommunalen Bildungskoordination teil, je nach kommunaler Ausrichtung mit anderen
Schwerpunkten.
2. Der Projektschwerpunkt in Münster: Sport, Sprache, Integration
In Münster wird der Schwerpunkt der kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für
Neuzugewanderte auf die Verbindung der Themen „Sport, Spra che, Integration“ gelegt.
Durch die zwei definierten Handlungsfelder „Sprache“ und „S port“ zeichnet sich die Stadt
Münster mit einem Alleinstellungsmerkmal i nnerhalb des Bundesprojekts aus: Neben den
1 Für den Begriff „Neuzugewanderte“ gibt es keine einheitliche Definition b zw. zeitliche Abgrenzung.
Grundsätzlich sind im Rahmen dieses Projekts zunächst alle Zugewanderten gemeint, die in den
letzten Jahren (insbesondere seit 2015) nach Deutschla nd eingewandert sind und unabhängig von
ihrer Nationalität, ihrem aufenthaltsrechtlichen Status und ihrer Bleibeperspektive über keine bzw.
geringe Deutschkenntnisse verfügen.
2 Siehe „Förderrichtlinie zur kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte.
Bundesanzeiger vom 22.01.2016 “ unter https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-
1135.html
3 Für mehr Informationen zur Transferagentur siehe: www.transferagenturen.de
2
Angeboten der sprachlichen Bildung werden auch Aktivitäten im Bereich des Sports als
Faktor für eine gelingende Bildung und Integration verstanden (im Folgenden ist der Sport in
diesem Sinne gemeint) und in das Aufgabenfeld der Koordination einbezogen.
In einer Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Schule und Weiterbildung , dem Sportamt
und lokalen Vertreter innen und Vertreter aus dem Handlungsfeld Sport ( Institut für
Sportwissenschaften der WWU Münster, Hochsc hulsport, Stadtsportbund (SSB) ) ist diese
Schwerpunktsetzung ausgestaltet worden. Das Projekt wurde im Amt für Schule und
Weiterbildung angesiedelt.
Münsters Schwerpunktsetzung erfolgt ganz im Sinne der Zielvereinbarung „Nr.1: Sportland
Nordrhein-Westfalen“4 zwischen der Landesregierung und dem Landessportbund NRW für
die Jahre 2018 bis 2022, die dem Sport bei der Integration Zugewanderter eine bedeutende
Rolle beimisst.
2.1 Zur Verbindung von Sport, Sprache und Integration
Durch die vermehrte Zuwanderung nach Deutschland im Jahr 2015 stellte sich ein hoher
Bedarf an Sprachförderung und Integrationsmaßnahmen für neuzugewanderte Menschen
heraus. Wenn auch die fluchtbedingten Zuzüge seit Ende 2015 stetig abnehmen, besteht
weiter Bedarf an solchen Maßnahmen — insbesondere für die Neuzugewanderten, d ie
bereits in Münster leben, aber auch für jene, die künftig zuziehen werden.
Derzeit leben in Münster 61.000 Menschen mit unterschiedlichster Herkunft, Kultur und
verschiedenen Aufenthaltsstatus5. Um der Heterogen ität gerecht zu werden und Integration
durch Bildung zu ermöglichen, bedarf es mehr als der (z.T. eingeschränkten) Möglichkeit zur
Erreichung formaler Abschlüsse an Sprachschulen, Schulen oder Universitäten. Es bedarf
zudem non-formaler und informeller Bildungsmöglichkeiten – durch alltägliche Erfahrungen
in der sozialen Umwelt.
Gerade im und durch den Sport können sowohl informelle Sprachbildungsprozesse und
lebenslanges Lernen ermögli cht sowie vorangetrieben werden als auch eine gegenseitige
Annäherung verschiedener Kulturen erfolgen. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft,
Bildungsgrad oder Sprachkompetenz kann sich jeder Mensch im Sport beteiligen und
anderen begegnen. Durch gemeinsame sportliche Aktivitäten kann die deutsche Sprache in
sozialen, ha ndlungsrelevanten und sinnvollen Zusammenhängen erlernt werden. Dies ist
besonders einprägsam und wirkt sich nicht nur positiv auf die Bewältigung der
Sprachanforderungen in Alltag, Schule und Beruf aus , sondern auch auf andere alltägliche
Herausforderungen, mit denen sich Neuzugewanderte konfrontiert sehen (z.B. unsicherer
Status, Verluste, etc.).
2.2 Die Bildungskoordinatorinnen in Münster
Aufgrund einer Einwohnerzahl von damals 306.000 (heute knapp 310.000) finanzierte das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) der Stadt Münster zwei Stellen für die
kommunale Bildungskoordinat ion. Im März 2017 ist das Projekt mit der Besetzung einer
dieser Stellen durch Frau Simone Willnath gestartet. Im Mai 2017 hat Frau Elisabeth König
4 Siehe Zielvereinbarung „Nr. 1 Sportland Nordrhein -Westfalen“ unter
https://www.land.nrw/sites/default/files/asset/document/nrw_zielvereinbarung_k07_web.pdf
5 „In Münster leben ca. 61.000 Frauen, Männer, Mädchen und Jungen mit Migrationsvorgeschichte.
Sie oder ihre Eltern wurden in einem anderen Land geboren. Das sind über 23% aller
Münsteranerinnen und Müns teraner. Sie kommen aus mehr als 140 unterschiedlichen Ländern“.
Siehe: http://www.stadt-muenster.de/zuwanderung/startseite.html
3
ihre Tätigkeit aufgenommen. Seitdem läuft das Projekt mit voller personeller Besetzung und
wird vorerst bis März 2019 aktiv sein.
In Orientierung an Münsters Projektausrichtung „Sport, Sprache, Integration“ wurden die
Stellen der Bildungskoordination dementsprechend besetzt:
Simone Willnath, Germanistin und Fremdsprachenpädagogin und
Elisabeth König, Motologin und Sportwissenschaftlerin
Simone Willnath
Amt für Schule und
Weiterbildung
0251 – 492 4032
WillnathS@stadt-
muenster.de
Elisabeth König
Amt für Schule und
Weiterbildung
0251 – 492 4022
KoenigE@stadt-
muenster.de
2.3 Die Aufgaben der Bildungskoordinatorinnen
Das BMBF sieht für die Erreichung der Förderziele vier übergeordnete Aufgabenfelder vor,
die je nach kommunalem Schwerpunkt ausgestaltet werden. Mit Münsters Schwerpunkt auf
die Bereiche „Sport, Sprache, Integration“ werden diese in den Handlungsfeldern „Sprache“
und „Sport“ wie folgt ausdifferenziert.
Identifizierung und Einbindung der relevanten Bildungsakteurinnen und -akteure
innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung
Aufbau kommunaler Koordinierungsstrukturen und -gremien bei Nutzung und
Erweiterung ggf. bestehender Strukturen
Herstellung von Transparenz über vor Ort tätige Bildungsakteurinnen und -akteure sowie
vorhandene Bildungsangebote durch
Schaffung eines zentralen Überblicks über Angebote zur Sprachbildung und zur
sportlichen Bildung in Münster6
Schaffung eines Überblicks über Angebotslücken und ggf. dysfunktionale
Angebotsstrukturen im Bereich der Sprachbildung sowie der sportlichen Bildung
Recherche zu möglichen Hinderungsgründen für Neuzugewanderte, bestehende
Sportangebote in Vereinen wahrzunehmen
Recherche, ob es mit den Neuzugewanderten einen veränderten Bedarf an
bestimmten, im hiesigen Kulturkreis wenig praktizierten Sportarten gibt
6 Unter Bildungsangeboten werden solche gefasst, die sich durch die Handlungsfelder Sprache und
Sport sowohl direkt als auch indirekt an Neuzugewanderte richten. Gemeint ist, dass b eispielsweise
eine Qualifizierungsreihe für Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die Neuzugewanderte unterrichten,
ebenso als Bildungsangebot zu verstehen ist wie ein Sprachkurs, in dem Neuzugewanderte die
deutsche Sprache lernen. Kategorisiert werden die Bildungsangebote dann nach „indirekt“ (z.B.
Qualifizierungsreihe) und „direkt“ (z.B. Sprachkurs), wobei sich im direkten Bildungskontext „formale“,
„non-formale“ und „informelle“ Bildung vollziehen kann:
Formal: Bezieht sich auf das staatliche Bildungssys tem; von der Grundschule bis zur
Ausbildung/Universität
Non-formal: Außerschulische Bildung, sowohl persönlich als auch sozial, durch geplante und das
Curriculum ergänzende Programme
Informell: Lebenslange Lernprozesse durch Einflüsse aus der Umgebung und täglichen Erfahrungen
4
Recherche, ob im schulischen Kontext nachgefragte Angebote, wie z.B.
Schwimmkurse für Kinder flächendeckend und unkompliziert vorgehalten werden
Beratung von Entscheidungsinstanzen der Kommune zur
Entwicklung differenzierterer Sprachbildungsangebote bezüglich der individ uellen
Lernvoraussetzungen und -ziele
Versorgung jener Zielgruppen, die nicht in Bildungseinrichtungen (Schulen,
Hochschulen) oder am Arbeitsmarkt durch Sprachkurse gefördert werden
Schließung von Angebotslücken sowie die Schaffung neuer Angebote und
veränderter Strukturen im Sport
Entwicklung und Förderung von sportbezogenen Angeboten, die auch sprachbildend
wirken7
3. Status quo – Erste Schritte des Projekts
Zu Begi nn der Projektlaufzeit wurde das Projekt verwaltungsintern bekannt gemacht und
erste Koordinierungsstrukturen aufgebaut. In den Handlungsfeldern der sprachlichen Bildung
und des Sports sind die Bildungskoordinatorinnen fortlaufend in den Stadtteilen Münsters
aktiv und verfolgen im Besonderen die Identifizierung externer Bildungsakteurinnen und -
akteure, den Ausbau von Koordinierungsstrukturen sowie die Herstellung von Transparenz
über vorhandene Bildungsakteurinnen und -akteure und ihre Angebote.
In Anlehnung an die Förderrichtlinien werden im Folgenden der bisherige Stand des
Projektes skizziert und noch geplante Aufgaben beschrieben.
3.1 Identifizierung und Einbindung der relevanten Bildungsakteurinnen und -akteure
innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung
Münster als Universitätsstadt verfügt bereits über eine ausgeprägte Bildungslandschaft und
breit aufgestellte Netzwerke an Bildungsakteurinnen und -akteure sowie Bildungsangeboten,
die lebenslanges Lernen unterstützen. Besonders für Neuzugewandert e gestalten sich
jedoch lebenslange Bildungsprozesse aufgrund der hohen Sprachanforderungen schwierig.
Die Übergänge KiTa -Grundschule und vor allem Schule-Beruf bringen einige Hürden mit
sich. Durch die Identifizierung und Einbindung relevanter Bildungsakteurinnen und -akteure
sollen Möglichkeiten geschaffen werden, die sich sprachbedingten Bedarfen
Neuzugewanderter widmen.
Besonders steht hierbei die Vernetzung von Verwaltung und zivilgesel lschaftlichen
Institutionen und Initiativen im Fokus der Tätigkeit der Bildungskoordinatorinnen. Im Hinblick
auf Integrationsprozesse, arbeiten bereits 46 Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher
Verbände, Einrichtungen, Gremien und städtischen Ämter unter der Geschäftsführung des
Sozialamts im „Stadtweiten Netzwerk: Integration für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“
an verschiedensten Themen der Integration zusammen.
Um Netzwerke und Koordinierungsstrukturen in den Handlungsfeldern "Sprache" und "Sport"
aufzubauen, zu stärken und Transparenz über die entsprechenden Bildungsakteurinnen und
-akteure herzustellen, galt es zunächst relevante Akteur innen und Akteure in diesen beiden
Feldern zu identifizieren und sie ggf. im Anschluss in das Projektvorhaben einzubinden.
7 Siehe Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte, Sport, Sprache,
Integration - Antrag der Stadt Münster — Vorlage an den Rat der Stadt Münster: V/0656/2016,
Anlage.
5
Folgende Grafik stellt die Einbeziehung dieser Akteurinnen und Akteure dar (siehe Abb. 1, S.
5):
Abbildung 1: Projektrelevante verwaltungsinterne sowie -externe Akteurinnen und Akteure
Die Einbindung der identifizierten Akteur innen und Akteure ist ein fortlaufender Prozess und
erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise: Mit dem Ziel der Herstellung von Transpar enz
werden grundsätzlich alle aufgeführten Bildungsakteurinnen und -akteure aufgesucht, um
über das Projekt und seinen Verlauf informiert zu werd en, gemeinsam Angebote,
Schnittstellen und Bedarfe zu sichten und ggf. bereits Vernetzungen herzustellen . ( für
genauere Informationen zur Arbeit in den Stadtbezirken siehe 3.3.2).
Verwaltungsinterne Akteurinnen und Akteure mit angrenzenden Projekten oder elementaren
Schnittstellen w erden in Form von Jour fixe eingebunden, um den Informationstransfer
aktueller Entwicklungen in der Bildungslandschaft und im Projekt fortwährend zu
gewährleisten. So findet z.B. ein regelmäßiger Austausch mit der Abteilung „Integration,
Bildungsberatung, Schulsozialarbeit“ des Amts für Schule und Weiterbildung sowie mit dem
Bildungsmanager des Projekts „Bildung Integriert“, verortet im Dezernat IV , statt. Des
Weiteren werden alle verwaltungsinternen Akteur innen und Akteure , die in Projekten des
Themenkomplexes Integration von Zugewanderten tätig sind , durch die „Fachübergreifende
Koordination der Integrationsprojekte“ (für genaue Informationen zu diesem Gremium siehe
3.2.1) über den Stand des P rojekts informiert. Ebenfalls fand mit den Federführenden der
städtischen Integrationsprojekte eine Sichtung von Schnittstellen statt.
6
Während die Identifizierung und Einbindung relevanter, verwaltungsinterner Akteurinnen und
Akteure bereits abgeschlossen ist und ggf. lediglich die Kooperationen intensiviert werden ,
ist die Identifizierung und Einbindung relevante r, externer Akteurinnen und Akteure ein
fortlaufender Prozess, der voraussichtlich auch nach Ablauf der zweijährigen Projektlaufzeit
aufgrund der Größe der Stadt Münster und der Vielzahl ihrer Bildungsakteurinnen und -
akteure noch nicht abgeschlossen sein kann.
Eine erste konkrete Einbeziehung externer Akteurinnen und Akteure erfolgt in dem eigens
gegründeten Beirat "Sport, Sprache, Integration". Mit dem Ziel , erfassten Angebotslücken in
den Handlungsfeldern "Sprache" und "Sport" zu begegnen und veränderte Strukturen im
Sport zu schaffen (z.B. Sportangebote, die auch sprachbildend wirken) , wurde eine Vielzahl
von Fachleuten verschiedenster Disziplinen zur Zusammenarbeit an einen Tisch gebracht.
(für genaue Details zu dieser Zusammenarbeit, siehe 3.2.2 Beirat).
Im Rahmen eines Studienprojekts der Fachhochschule für öffent liche Verwaltung (FHöV)
wird ge meinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum und mit Beteiligung des
Sportamtes und des Stadtsportbundes die Wirksamkeit von Verwaltung in Zusamme narbeit
mit Trägern (Stadtsport bund, Vereine…) für die Integration durch Sport untersucht. Von
diesen Ergebnissen erhofft man sich weiteren Aufschluss über Nachfrage, Wahrnehmung,
Motivation, Rahmenbedingungen und Handlungsempfehlungen.
Schließlich ist zukünftig die verstärkte Einbindun g lokale r Stiftungen geplant, um bei
finanziellen und personellen Bedarfen zielgerichtet vermittelnd tätig werden zu können.
3.2 Aufbau kommunaler Koordinierungsstrukturen und -gremien bei Nutzung und
Erweiterung ggf. bestehender Strukturen
Um dem Netzwerkcharakter des Projekts und auch dem Ziel der Nachhaltigkeit gerecht zu
werden, werden sowohl neue kommunale Koordinierungsstrukturen besonders in Form von
Gremien oder in der Zusammenarbeit von Projekten aufgebaut als auch bestehende
Strukturen wie Netzwerke und Arbeitskreise genutzt. Beim Aufbau neuer Strukturen w erden
vor allem die innerstädtische Zusammen arbeit wie auch die Zusammenführung
verwaltungsinterner und -externer Akteurinnen und Akteure fokussiert. Dies wird unter 3.2.1
und 3.2.2 beschrieben. Daran anschließend , unter 3.2.3, wird die Nutzung bereits
vorhandener Systeme skizziert, welche sich in vielfältiger Art und Weise ausgestaltet.
3.2.1 Fachübergreifende Koordination der städtischen Integrationsprojekte
Zur Optimierung kommunaler Koordinierungsstrukturen und einer ressortübergreifenden
Abstimmung der Ämter und Einrichtungen , die sich innerhalb der Kommunalverwaltung mit
dem Themengebiet der Integration befassen, richtete die Bildungskoordination in
Zusammenarbeit mit den Federführenden folgender Projekte ab März 2017 die AG
„Koordination der Integrationsprojekte“ ein:
Einwanderung gestalten NRW (Die Federführung liegt mit einer Koordinationsstelle (1
VZÄ) beim Sozialamt. Die zweite Koordinationsstelle (0,5 VZÄ) sowie eine Stelle für die
Administration (0,5 VZÄ) sind der Ausländerbehörde zugeordnet): Das Projekt ist im
Dezernat für Soziales, Integration, Kultur und Sport der Stadt Münster verortet, hat eine
Laufzeit von zw ei Jahren und ist im Mai 2017 gestartet. Zielgruppe des Projektes sind
Familien mit minderjährigen Kindern, die bereits seit mehreren Jahren mit
Duldungsstatus in kommunalen Unterbringungseinrichtungen in Münster leben. Durch die
verstärkte ämterübergreife nde Zusammenarbeit und die Einführung eines Case
Managements sollen die Familien gezielt bei der Integration, im Bereich Bildung
(Erfolgreicher Schulbesuch; Übergang Schule -Beruf) und bei der Integration in
Erwerbstätigkeit unterstützt werden. Diese Integr ationsleistungen bilden die
7
Voraussetzung für ein dauerhaftes Bleiberecht und der damit verbundenen Absicherung
der Lebenssituation in Münster.
Ankommen in Deutschland – Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten vor Ort
(Federführung im Jobcenter ; keine zusätzlichen personellen R essourcen): Während der
Projektlaufzeit von 12 Monaten (seit Mai 2017) wird ein Case Management entwickelt,
das ein zielorientiertes, rechtskreisübergreifendes Zusammenspiel von Akteurinnen und
Akteuren der Integrationsförderung für Geflüchtete — am Beispiel der Zielgruppe
„geflüchtete Frauen/Mütter“ — ermöglicht. Dieses soll nachhaltig verfestigt werden.
Integrationsstelle für kommunale Koordinierung (besetzt durch eine Stelle im Amt für
Schule und Weiterbildung ): In diesem Projekt geht es um die Erschließung und
Schaffung von Organisations- und Netzwerkstrukturen zur Unterstützung der Schulen bei
der potenzialorientierten Beschulung von zugewanderten Kindern und Jugendlichen in
Regelschulen. Es läuft für drei Jahre und ist seit Februar 2016 aktiv.
Bildung Integriert (besetzt durch drei Stellen: jeweils eine 0,5 Stelle „Bildungsmonitoring“
im Amt für Schule und Weiterbildung und im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
sowie eine volle Stelle „Bildungsmanagement“, verortet im Dezernat IV): Ausgehend von
einem ganzheitlichen Bildungsverständnis, das Lernen entlang der Lebensbiografie
versteht und formales, non -formales sowie informelles Lernen umfasst, ist das
übergeordnete Ziel des Projektes die Implementierung einer integrierten Jugendhilfe und
Schulentwicklungsplanung, die die (Bildungs -) Bedürfnisse eines jeden Kindes und
Jugendlichen stärker als bisher in den Fokus setzt und damit gelingende
Bildungsbiografien und Bildungsteilhabe unterstützt. Ein Schwerpunkt l iegt in der
Einbeziehung von kleinräumigen Netzwerken und Stadtteilarbeitskreise n bei der
„Feinjustierung“ der Bedarfe nach pädagogischer Unterstützung der
Bildungseinrichtungen im Stadtteil. Im Rahmen des Projektes wird ein kommunales
Bildungsmonitoring a ufgebaut und eine Bildungsberichterstattung eingeführt. Das
Bildungsmonitoring verdeutlicht übergreifende Problemlagen, bietet eine empirische
Fundierung der Informationen durch eine gesicherte, kontinuierlich nutzbare Datenbasis.
Insbesondere werden Entwi cklungen im Bildungswesen in einer Zeitreihe oder im
Vergleich sichtbar und vergrößern die Transparenz des Bildungsgeschehens durch die
Schaffung einer verlässlichen Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen. Die
Projektlaufzeit beträgt drei Jahre und endet im Sommer 2019.
Während der Sitzungen der AG „Koordination der Integrationsprojekte“ wurden Schnittstellen
ausfindig gemacht und Arbeitsprozesse abgestimmt, die anschließend in einer Übersicht
transparent gemacht wurden.
Aufbauend auf der AG „Ko ordination der Integrationsprojekte“ wurde das dezernats- und
amtsübergreifende Gremium „Fachübergreifende Koordination der Integrationsprojekte“
eingerichtet (Gremienstruktur der Koordination der städtischen Integrationsprojekte siehe
Abb. 2, S.8). Dieses wird von den Federführenden der Integrationsprojekte vorbereite t und
tagt in einem Turnus von einem Jahr . Die erste Sitzung am 15.05.2017 diente dazu,
Schnittstellen der Integrationsprojekte innerhalb der Kommunalverwaltung und auf
Leitungsebene zu erfass en und transparent zu machen. Die zweite Sitzung mit einer
Aktualisierung dieser Abstimmungsprozesse ist für das Frühjahr 2018 in Planung und wird
u.a. durch die Bildungskoordinatorinnen vorbereitet.
8
Fachübergreifende Koordination der Integrationsprojekte
Teilnehmerkreis: IV, V, 36, 40, 50, 51, 52, 59, KI
Turnus: ca. 1 x jährlich
Aufgabe: Austausch und Herstellung von Transparenz über städtische Integrationsprojekte
Einwanderung gestalten NRW
Komm. Koordinierung der
Bildungsangebote für
Neuzugewanderte
Ankommen in Deutschland
Bildung integriert
AG „Koordination der Integrationsprojekte“
Teilnehmerkreis: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Federführung von Integrationsprojekten
Turnus: ca. alle 4 Monate
Aufgabe: Austausch und Vorbereitung der Sitzung „Fachübergreifende Koordination der Integrationsprojekte“
Federführung:
Amt 50: Herr Scholz
Amt 36: Frau Nienhaus
Federführung:
Amt 40: Frau König und Frau Willnath
Federführung:
Amt 59: Frau Jürgensmeier
Federführung:
Dezernat IV: Herr Luttmer
Lenkungsgruppe BiKo
„Sport und Sprache“
Teilnehmerkreis:
Amtsleiterebene: 40, 52, KI
Turnus: 2-3 x jährlich
Aufgabe: Austausch, Abstimmung der
Themen für den Beirat
Beirat Sport, Sprache,
Integration
Teilnehmerkreis: Hochschulsport,
Stadtsportbund, Sprach- und
Sportwissenschaften WWU, FH Münster,
Integrationsrat, Bezirksregierung, MSOs,
KI, Schulaufsicht, 40, 52
Lenkungsgruppe
„Einwanderung gestalten
NRW“
Teilnehmerkreis: 36, 40, 50, 51, KI,
Integrationsrat, Katho NRW, BA
Turnus: nach Bedarf
Aufgabe: Beobachtung des
Projektverlaufs, strategische
Entscheidungen zur Projektgestaltung
Kernteam
„BiKo Sport & Sprache“
Teilnehmerkreis: Frau König, Frau
Willnath, Frau Terfort, Integrationsstelle
für kommunale Koordinierung (NN),
Herr Imsieke, Herr Luttmer
Aufgabe: Austausch und Vernetzung,
führt Sport und Sprache zusammen
Projektgruppen
Arbeitsfelder und Teilnehmerkreise:
Erfolgreicher Schulbesuch:
40, 50, 51, Schulen
Übergang Schule – Beruf:
40, 50, 51, BA, Projekt MAMBA
Integration in Erwerbsarbeit:
36, 50, 59, BA, Projekt MAMBA
Stützende und hemmende Faktoren in
der zielgruppenbezogenen Arbeit:
50, 51, 53, KI, VSE; AWO, GGUA,
Integrationsagenturen
Lenkungsgruppe
„Bildung Integriert“
Teilnehmerkreis: IV, 40, 51, Team
„Bildung Integriert“
Turnus: alle 6 Wochen
Aufgabe: Themenfestlegung,
Arbeitsaufträge, Ergebnisse, Bericht,
Steuerung
AG Bildungsmonitoring
Teilnehmerkreis: Herr Luttmer, Frau
Peters, Frau Thesing, Fachplanung,
Controlling 40/ 51
(themenbezogen auch
dezernatsübergreifend)
Lenkungsgruppe
„Ankommen in Deutschland“
Teilnehmerkreis: 40, 50, 51, 59, KI
Agentur für Arbeit, Projekt MAMBA
Turnus: nach Bedarf
Aufgabe: Austausch, Beobachtung
des Projektverlaufs, strategische
Entscheidungen zur
Projektgestaltung
Arbeitsgruppe:
Teilnehmerkreis: 40, 50, 51, 59,
Agentur für Arbeit,
Projekt MAMBA
Abbildung 2: Gremienstruktur der Koordination der städtischen Integrationsprojekte
3.2.2. Ein neues Gremium: Beirat „Sport, Sprache, Integration“
Um eine nachhaltige Kooperation und Netzwerkbildung zwischen Verwaltung und
zivilgesellschaftlichen Bildungsakteurinnen und -akteuren im Kontext der Integration und der
sprachlichen wie sportlichen Bildung von Neuzugewanderten zu stärken, wurde im Juli 2017
ergänzend ein Beirat „Sport, Sprache, Integration“ ins Leben gerufen. Der Beirat fokussiert
lebenslanges Lernen und setzt sich themenbezogen aus Fachleuten der Handlungsfelder
Sport, Sprache, Integration zusammen: Schulaufsicht, Kommunales Integrationszentrum,
Sportamt, Bezirksregierung, Integrationsrat, M igrantenselbstorganisationen, Sprach- und
Sportwissenschaften der WWU Münster, Fachbereich Sozialwesen der FH Münster ,
Hochschulsport, Stadtsportbund , Amt für Schule und Weiterbildung (Bild ungsberatung,
Schulpsychologie).
9
Maßgebliches operatives Steuerungsgremium des Beirats ist die Lenkungsgruppe „Sprache
und Sport“, in der neben der Leitung des Amts für Schule und Weiterbildung, die Leitung en
des Sportamts und des Kommunalen Integrationszentrums vertreten sind . Hier werden die
Themen sowie die methodische Gestaltung der Beiratssitzu ngen verabschiedet, die auf
Arbeitsebene im Kernteam vorbereitet werden (Prozesshaftigkeit der Gremienstruktur und –
aufgaben des Beirats siehe Abb. 3, S. 9):
Abbildung 3: Prozesshaftigkeit der Gremienstruktur und –aufgaben zum neuen Gremium: Beirat "Sport,
Sprache, Integration"
Aufgabe des Beirats ist es , lösungsorientiert an Konzepten und Maßnahmen zur Deckung
von B ildungsbedarfen Neuzugewanderter zu arbeiten . Die Bildungskoordinatorinnen
informieren in den Beiratssitzungen auf Basis ihrer Arbeit in den Stadtbezirken (für genauere
Informationen zur Arbeit in den Stadtbezirken siehe 3.3.2) über konkrete Zielgruppen, die in
Münster nicht ausreichend in Bildungseinrichtungen oder am Arbeitsmarkt durch
Sprachkurse erre icht bzw. versorgt werden. In jeder Sitzung liefern sie entsprechende
Impulse und begleiten Entwicklungs prozesse sowohl innerhalb als auch außerhalb des
Beirats. Die Beiratsmitglieder arbeiten zwischen den Sitzungen, je nach eigenem Ermessen,
weiter an Ideen und Konzepten zur Deckung von Bedarfen und informieren die
Bildungskoordinatorinnen über eben diese Entwicklungen.
Der Beirat tagte am 19. September 2017 zum ersten Mal und konzentrierte sich auf vier der
identifizierten Angebotslücken, an deren Schließung im Laufe der Projektlaufz eit
schwerpunktmäßig gearbeitet werden soll:
Qualifizierung für und durch Geflüchtete
Fortbildungen zu einem traumasensiblen Sprach- und Sportunterricht
Angebote, die Sprache und Sport verbinden
Angebote für (junge) Männer
10
Ein Ergebnis der ersten Sitzung ist ein durch den Stadtsportbund ( SSB) organisierter
Fachvortrag für Übungsleiter innen und -leiter zum Thema „ Umgang mit Traumata“, dessen
Durchführung voraussichtlich im Sommer oder Herbst 2018 erfolgen wird. Die Entwicklung
einer Übungsleiter-C-Ausbildung mit integriertem Sprachkurs für Neuzugewanderte sowie
eine intensivere Behandlung des Bedarfs „Angebote, die Sprache und Sport verbinden“ sind
beispielsweise durch die zweite Sitzung am 25.01.2018 weiter vora ngetrieben worden.
Konkrete Ergebnisse zur Ausbildung und damit zur Qualifizierung und Partizipation von
Neuzugewanderten sowie eine Behandlung weiterer Bedarfe bezüglich der Verbindung von
Sprache und Sport werden dem gesamten Beirat in der dritten Sitzung im Mai 2018
vorgestellt.
In Anlehnung an die Bearbeitung des Bedarfs „Angebote für (junge) Männer“ fungierte die
zweite Beiratssitzung auch als Plattform zur Vernetzung kommunaler Akteurinnen und
Akteure: Der Sozialdienst für Flüchtlinge des Sozialamte s wurde eingeladen, um sein
Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begle itung für
alleinstehende männliche Flüchtlinge8 vorzustellen. Hintergrund dieses Vortrags war u.a. die
Suche nach geeigneten Kooperationspartnerinnen und -partnern, um die teilnehmenden,
neuzugewanderten Männer in bereits bestehende Sportangebote zu vermitteln. Das
Sportamt und der Stadtsportbund boten dem Sozialamt ihre Unterstützung an.
Ziel der Bildungskoordination ist es, in dem zweijährigen Projektz eitraum, in dem insgesamt
fünf Beiratssitzungen vorgesehen sind, eine Grundlage zur möglichen Verstetigung des
Beirats zu schaffen. Durch die hier bereits aufgebauten Netzwerkstrukturen zwischen
Sprach- und Sportakteurinnen und -akteure aus Verwaltung und Zivilgesellschaft ergibt sich
die Chance auf eine nachhaltige und effiziente Bearbeitung weiterer Bildungsbedarfe
Neuzugewanderter.
3.2.3 Nutzung weiterer Koordinierungsstrukturen und -gremien
Neben dem Aufbau und der Verstetigung neuer kommunaler Koordi nierungsstrukturen
werden vor allem auch bereits bestehende Strukturen und Netzwerke genutzt, um Angebote
zu erfa ssen, Schnittstellen zu sichten, sich abzustimmen und um kommunalen Bedarfen
hinsichtlich der Integration von neuzugewanderten Menschen gerecht zu werden . So finden
regelmäßige Absprachen in einem Jour fixe mit der Bildungsberatung ( Amt für Schule und
Weiterbildung, Abteilung 40.5) sowie mit „Bildung int egriert“ (Bildungsmanagement und -
monitoring, Dezernat IV) statt. Im Besonderen wird die enge Zusammenarbeit mit dem
Bildungsmanagement von „Bildung integriert“ dazu genutzt, Informatio nen aus den
Stadtteilen (Coerde; Südviertel) auszutauschen und Kontakte zur Vernetzung
weiterzugeben. Zu einem späteren Zeitpunkt ist auch eine intensivere Zusammenarbeit mit
dem Bildungsmonitoring zur Prüfung, Aufbereitung und ggf. Erhebung von Daten geplant .
Um erweiterte Aussagen über die Angebotsstruktur in einem Stadtteil zu konstatieren, sollten
die qualitativen Daten, die die Bildungskoordination ermittelt, mit den quantitativen Daten des
Monitorings abgeglichen werden.
Als mittlerweile stetiges Mitglied des „Stadtweiten Netzwerks: Integration für Menschen mit
Migrationsvorgeschichte“9 können aktuelle Neuigkeit en und Sachverhalte mitverfolgt und
auch gesammelte Informationen kompakt mit eingebracht werden . Geplant sind zudem
8 Siehe Maßnahmen aufgrund s teigender Flüchtlingszahlen; Übergangslösung in Pavillonbau -weise,
Erweiterung der Einrichtung Warendorfer Straße, Anp assen der Personalsituation und Mo dellprojekt
zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung — Vorlage an den Rat der Sta dt
Münster: V/0267/2015/1.
9 Im Stadtweites Netzwerk „Integration für Menschen mit Migrationsvorgeschichte “ arbeiten 46
Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Verbände, Einrichtungen, Gremien und städtisc her
Ämter zu verschiedenen Themen der Integration unter der Geschäftsführung des Sozialamts
zusammen.
11
Vorstellungen in weiteren Arbeitskreisen der Stadtgebiete, der Wohlfahrtsverbände sowie
der Flüchtlingsinitiativen wie auch anderer (städtischer) Gremien.
Ein stetiger Austausch innerhalb Münsters Vereinslandschaft findet zudem mit der Fachkraft
für Integration des Stadtsportbundes statt, um bestehende Strukturen in der
Vereinslandschaft zu nutzen und zu ergänzen. In ihrer Funktion a ls Ansprechpartnerin für
Sportvereine, die sich besonders für Neuzugewanderte engagieren, ist die Fachkraft für
Integration des Stadtsportbundes zudem Mitglied des Beirats „Sport, Sprache, Integration“.
Ferner beteiligt sich die Bildungskoordination an den Gesprächen zur Abstimmung der
Sprachkurskapazitäten zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ( BAMF)10
und den Sprachkursträgern aus Münster , um von aktuellen Entwicklungen in Bezug auf
Angebot und Nachfrage und aktuellen Bedarfen zu erfahren. Bereits in den ersten Sitzungen
zeigte sich, dass es Nachsteuerungsbedarf in der Kommunikation zwischen dem BAMF und
Münsters Sprachkursträgern gibt. Ebenso finden unter den Sprachkursträgern w enige
Abstimmungen statt, die eine sich ergänzende Angebotsstruktur in Münster möglich machen
und Ressourcen schonen würden. Um hier dem BAMF und den Sprachkursträgern
Unterstützung anbieten zu können , wird derzeit geprüft, ob und wie eine entsprechende
Abstimmung koordiniert werden könnte.
Des Weiteren findet ein Austausch mit anderen Kommunen statt, in dem sich über Angebots-
und Netzwerkstrukturen in den jeweiligen Kommunen informiert und über die Umsetzung
neuer Maßnahmen diskutiert wird. Hier gilt es sicherzustellen, ob diese auch für Münster
relevant und umsetzbar sind 11 und/oder ob Münster diesbezüglich ein gutes Beispiel für
andere Kommunen sein kann.
3.3 Herstellung von Transparenz über vor Ort tätige Bildungsakteur innen und -
akteure sowie vorhandene Bildungsangebote
3.3.1 Übersicht über Münsters Bildungsakteurinnen und -akteure aus den Handlungsfeldern
Sprache und Sport
Zur Herstellung von Transparenz wird auf Basis der Arbeit in den Stadtbezirken (für
genauere Informationen hierzu siehe 3.3.2) an einer Übersicht über lokale
Bildungsakteurinnen und -akteure gearbeitet, die formale und non-formale Sprachförderung
sowie sportliche Aktivitäten für Neuzugewanderte fokussieren. Die Übersicht soll zum Ende
der Projektlaufzeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
3.3.2. Arbeit in den Stadtbezirken
Während der Arbeit in den Stadtbezirken gehen die Bildungskoordinatorinnen jeweils in die
einzelnen Stadtteile Münsters und suchen Bildungsakteurinnen und -akteure vor Ort auf, dies
sind insbesondere Sprachschulen, Begegnungszentren, Flüchtlingsinitiativen, Wohlfahrts -
verbände, Kinder - und Jugendzentren , Migrantenselbstorganisationen und Sportvereine.
Begonnen wurde mit dem Stadtteil Kinderhaus, darauf folgten Sprakel und Coerde. Parallel
10 Das BAMF ist u.a. zuständig für die Finanzierung und Durchführung von Sprachkursen.
11 Beispielsweise erscheint das Sprach - und Bewegungszentrum der Elbinse ln in Ham burg-
Wilhelmsburg als interessantes Beispiel für Angebote, die durch Bewegung , Spracherwerb und
Sprachförderung forcieren. Ein solches Zentrum als Ort, an dem Sprache und sportliche Aktivitäten
miteinander verknüpft und über diese Verknüpfung beso nders gefördert werden, muss nicht
zwangsläufig genauso in Münster umgesetzt werden. Es könnte jedoch im Kleinen mit seiner
Grundidee weiter gedacht und an Sprachschulen und/oder Sportvereine zur Durchführung
bewegungsorientierter Angebote mit sprachlichem Fokus weitergeben und passgenau gestaltet
werden.
12
dazu wurden Angebote im Stadtbezirk Münster Mitte gesichtet. Zurzeit beschäftigen sich die
Bildungskoordinatorinnen mit Gelmer und Handorf. Deutlich wurde bereits beim Aufsuchen
dieser Stadtteile, dass sich die Gegebenheiten für Maßnahmen und Netzwerkstrukturen in
den einzelnen Stadtgebieten , teilweise stark, voneinander unterscheiden. Das bedeutet vor
allem, diese Unterschiede festzuhalten und genau auf jeden Stadtteil mit seinen
Besonderheiten einzugehen. Für Coerde zeigte sich z.B., dass dieser Stadtteil bereits über
eine ausgeprägte Netzwerk- und Angebotsstruktur verfügt, insbesondere in der offenen und
aufsuchenden Kinder - und Jugendarbeit , was in den letzten zwei Jahren auf die
neuzugewanderten Kinder und Jugendlichen ausgeweitet wurde . Zusätzlich besteht jedoch
noch ein hoher Bedarf an Sprachfördermaßnahmen für Frauen mit Kinderbetreuung sowie
die Notwen digkeit der Wiederaufnahme eines „Nationworkers“ (Kulturmittlers vor Ort),
aufgrund der vielen unterschiedlichen Kulturen und Nationalitäten , die geballt in Coerde
leben. Sprakel als ein kleiner Stadtteil Münsters verzeichnet einen deutlich geringeren Anteil
an Menschen mit Migrationsvorgeschichte und auch Neuzugewanderten und musste hier
erstmal neue Strukturen entwickeln, beispielsweise durch den dortigen Arbeitskreis, der sich
insbesondere um die Integration von Neuzugewanderten kümmern sollte. Nach letzten
Informationen besteht dieser Arbeitskreis nicht mehr.
Zudem konnten auch stadtteilübergreifende Angebotslücken im Bereich der Sprachförderung
und des S port ausgemacht werden. Dazu gehören beispielsweise Angebote der
Sprachförderung für Mütter mit Kinderbetreuung, Sprachförderung für Menschen mit
Duldungsstatus, aber auch Angebote im Bereich des Sports , wie Schwimmkurse für
muslimische Kinder und Frauen s owie Sportangebote für (junge) geflüchtete Männer.
Vermehrt wurde außerdem ein Bedarf an Begegnungsmöglichkeiten Neuzugewanderter mit
Einheimischen formuliert. In Sportangeboten sowie in der Verbindung von Sprach - und
Sportangeboten besteht eine wesentliche Chance , diesem Bedarf zu begegnen — hierzu
sollen auch vor allem die Sitzungen des projektbegleitenden Beirats genutzt werden (für
genauere Informationen zum Beirat siehe 3.2.2.).
Im Hinblick auf Bildungsangebote, die weiter ausdifferenz iert werden können, konnte
festgestellt werden, dass besonders die Vermittlung geeigneter Kooperationspartner innen
und -partner und die Verzahnung verschiedener Maßnahmen gewinnbringen d sein kann:
Durch Impulse der Bildungskoordination vernetzten sich z.B. die Stadtbücherei und der DRK
Kreisverband Münster, um einen durch Landesmittel unterstützten Sprachlernraum der
Stadtbücherei (für Neuzugewanderte, mit Computerzugang) auch für Neuzugewanderte im
Rahmen des Wohnlotsenprojekts „Zuhause finden“ des DRK zug änglich zu machen. Das
DRK war zuvor auf der Suche nach Räumlichkeiten mit Computer - und Internetzugang. Die
Zusammenarbeit wird voraussichtlich in der zweiten Märzhälfte beginnen.
3.3.3 Gelingende Praxis
Neben bestehenden Angebotslücken und der erweiterten Ausrichtung von
Bildungsangeboten stellten sich im Stadtgebiet auch Angebote gut gelingender Praxis
heraus, von deren Konzept, Kooperationen und Erfahrungen weitere Bildungsakteurinnen
und -akteure in Münster profitieren können. So z.B. die Qualifizierungsreihe „Sport und
Sprache“ des Kommunalen Integrationszentrums und des Stadtsportbund es12, der
internationale Sprach- und Kulturaustausch „Parlana“13, Tandemangebote wie „Im Tandem
12 Die Qualifizierungsreihe wendet sich an Ehrenamtl iche und Übungsleiterinnen und -leiter, die mit
ihren Bewegungsangeboten den Spracherwerb von Neuzugewanderten fördern. Zu den
Teilnehmenden gehören auch Neuzugewanderte.
13 „Parlana“ ist ein Sprach- und Kulturaustauschevent im Café SpecOps, bei dem jede/r Teilnehmende
bei Ankunft Fähnchen zum Ankleben erhält, die kenntlich machen , welche Sprachen beherrscht
werden oder geübt werden möchten.
13
Sprache lernen“14, oder das „Sportpaten-Projekt“15, Schwimmkurse für muslimische Frauen16
und Schwimmkurse kombiniert mit Nachhilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge 17
sowie Veranstaltungen zur Einführung Zugewanderter in die deutsche Sportvereinskultur wie
„Understanding Germany – a birds eye’s view“ 18. Im Vordergrund vieler gut angenommener
Angebote, wie auch dem der „Leinwandbegegnungen“19, des Theaterstücks
„zeit.punkt.neu“20 oder dem Sportangebot „Integration of Women in Sport“ 21 steht vor allem
der Beziehungsaspekt: Menschen, die Neuzugewanderte in dies e Angebote gebracht haben
und als stetige Ansprechpartnerinnen und -partner mit am Angebot teilnehmen. Hingegen
zeigt eine Ansprac he, die rein auf Schriftlichkeit — wie bei einem Flyer — beruht, wenig
Wirkung. Im Besonderen die Tatsache, dass die deutsche Sportvereinsstruktur mit ihrer
bürokratischen Ausrichtung in anderen Kulturen eher unbekannt ist und ggf. befremdlich
wirkt, verlangt nach einem Umdenken der hiesigen Strukturen ; eben wie Neuzugewanderte
Zugang zu Sportverei nen bekommen und deren Angebote langfristig wahrnehmen. 22 Im
Hinblick auf Kinder und Jugendliche böte sich hier z.B. eine intensivere Kooperation
zwischen Schule und Sportvereinen mit erweiterten Tandem-Projekten an.
Die stadtbezirks- und stadtteilübergreifende Arbeit als fortlaufender Prozess (und damit zu
diesem Zeitpunkt kein Anspruch auf Vollständigkeit) , in dem zudem Push- und Pull -
14 „Im Tandem Sprache lernen“ ist ein Vermittlungsangebot des DRK Landesverband Westfalen -Lippe,
das Menschen, die Interesse am sprachlichen und kulturellen Austausch haben, mit Geflüchteten
zusammenbringt.
15 Das Sportpatenprojekt ist ein Angebot der WWU Münster, be i dem Sportstudierende jüngere
Schülerinnen und Schüler mit ungünstigen Entwicklungschancen durch sportliche Aktivitäten in ihrer
motorischen, sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung fördern und mit positiven Erfahrungen
im Sport den Selbstwert de r Kinder stärken (siehe: https://www.uni-muenster.de/imperia/md/
content/sportwissenschaft/aktuelles/050613_sportpaten_verlinkung.pdf ).
16 In Kinderhaus bietet der Stadtsportbund, im Besonderen das Bildungswerk des Landessportbund,
schon seit über 15 Jahren ein kultursensibles Schwimmangebot für muslimische Frauen und deren
Kinder im Schwimmbad der Regenbogenschule an. Dort können die Frauen hinter verhängten
Fenstern im Badeanzug jeglicher Art von sportlicher Betätigung im Wasser nachgehen.
17 Der Verein Wasser + Freizeit e.V. bietet allei nreisenden Jugendlichen und Männern (16-20 Jahre)
Schwimmkurse im städtischen Hallenbad Wolbeck und im Bürgerbad Handorf an. Die Geflüchteten
werden über die Schwimmkurse hinaus bei Bedarf auch mit Nachhilfe (z .B. zur Erreichung des
Schulabschlusses) unterstützt.
18 “Understanding Germany – a birds eye’s view” war eine Veranstaltungsreihe der Brücke/ des
International Office der WWU Münster, die Neuzugewanderte über die Verankerung bestimmter
Fachbereiche in der d eutschen Gesellschaft aufklärte. In einer der Ringvorlesungen wurde speziell
über die hiesige Sportvereinskultur informiert.
19 „Leinwandbegegnungen“ ist eine Filmreihe, die durch eine Kooperation zwischen der studentischen
Initiative „Welcome Münster“ und dem „Cinema Münster & Kurbelkiste“ entstanden ist. Sie richtet sich
gezielt an geflüchtete Menschen sowie an alle, die Interesse an kulturellem Austausch haben. Nach
der Filmvorführung werden alle Besuche rinnen und Besucher dazu eingeladen, sich im „neben* an“
über das Thema des Films und Weiteres auszutauschen.
20 Das Theaterstück entstand in einem Schulterschluss des Theater Scintialla und Cactus Junges
Theater aus Münster. An dem Theaterstück arbeiteten insgesamt acht junge Erwachsene (sechs
Geflüchtete aus unterschiedlichsten Bereichen (Schule, Berufsschule, Arbeit) und unterschiedlicher
Herkunft (Syrien, dem Iran) und zwei deutsche Studierende) mit, um in verschiedenen Szenen zur
positiven Diskussion über u.a. das Fremdsein anzuregen. Durch die theaterspezifische Arbeit mit
vielen Sprach- und Bewegungselementen wurde dieses Angebot auch zu einem informellen
Sprachangebot, Angebot zum Aufbau von Selbstwert, Angebot der Begegnung mit Einheimischen und
Angebot zur Stressreduktion durch Bewegung für die jungen Geflüchteten.
21 „Integration of Women in Sports“ („Iowis“) ist ein Fitness - und Entspannungskurs des
Frauensportvereins Münster e.V. (FSV Münster), der speziell auf die Bedarfe geflüchteter Frauen
eingeht. Das Angebot findet in einer sichtgeschützten Sp orthalle in der Marienschule (Bischöfliches
Mädchengymnasium) statt und umfasst die Möglichkeit zur Kinderbetreuung.
22 Manche Sportvereine haben ihre Mitgliederbeiträge für Geflüchtete angepass t bzw. keine Beiträge
berechnet. Da dies nicht auf Dauer möglic h ist, wird zu überlegen sein, wie Geflüchtete weiter im
Sportverein aktiv sein können.
14
Faktoren23 ermittelt werden, deutete derzeitig schon daraufhin, dass es in Münster sowohl im
Handlungsfeld „Sprache“ als auch „Sport“ Ne tzwerkstrukturen und eine Vielzahl von
Angeboten für Neuzugewanderte gibt. Diese gilt es allerdings — neben der Schließung von
eindeutigen Angebotslücken — weiterzuentwickeln und zugänglich zu machen.
3.3.4 Projektbezogene Veranstaltung
Um Münsters Bildungsakteurinnen und -akteure aus den Bereichen Sprache und Sport eine
Plattform zum persönlichen Austausch zu bieten, ist eine Veranstaltung am 31.10.2018 im
Rathaus und Stadtweinhaus in Planung . Es wird Fachvorträge zu den Themengebieten
sprachliche und sportliche Förd erung von Neuzugewanderten geben. Ebenso sind
Workshops u.a. zur Verbindung von Sport und Sprache sowie Beispiele guter Praxis
vorgesehen.
Die an der Veranstaltung teilnehmenden Bildungsakteurinnen und -akteure werden auch in
die geplante Übersicht über Münsters Bildungsakteurinnen und -akteure (siehe 3.3.1)
aufgenommen.
3.4 Beratung von Entscheidungsinstanzen der Kommune
Im Hinblick auf die Beratung von Entscheidungsinstanzen beispielsweise zur Versorgung
jener Zielgruppen, die nicht in Bildungseinrichtungen oder am Arbeitsmarkt durch
Sprachkurse gefördert werden, kann die Bildungs koordination zum derzeitigen
Projektzeitpunkt noch nicht intensiv tätig sein. Dennoch ni mmt sie bereits dysfunktionale
Strukturen auf, klärt über Bedarfe auf und leitet Informationen weiter . Um jedoch eine
umfassende Beratung und eine Veränderung gegebener Strukturen gewährleisten zu
können, bedarf es weiterer, aufsuchender Arbe it von Bildungsakteur innen und -akteuren in
den einzelnen Stadtbezi rken sowie eines daran anschließenden, umfassenden Überblicks
über die Bildungslandschaft für Neuzugewanderte in den beiden Handlungsfeldern “Sport“
und “Sprache“.
Daraus resultierend ist eine umfassende Beratungstätigkeit von Ent scheidungsinstanzen,
auch in politischen Gremien der Stadt Münster, zum Ende der Projektlaufzeit vorgesehen.
4. Ausblick
Mit Blick auf die bisherige Projektlaufzeit lässt sich festhalten, dass das Projekt "Kommunale
Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte" in Münster gut angelaufen ist.
Das Projekt wurde mit seiner spezifischen Schwerpunktsetzung auf die Koordinierung in den
Handlungsfeldern "Sprache" und "Sport" verwaltungsintern bekannt gemacht, interne und
erste externe Akteurinnen und Akteure wurden in das Vorhaben eingebunden. Dafür wurden
bereits bestehende Strukturen und Netzwerke aus Verwaltung und Zivilgesellschaft genutzt
(z.B. das Stadtweite Netzwerk für Menschen mit Migrationsvorgeschichte, Arbeitskreise,
Zusammenschlüsse der Flüchtlingshilfe, Migrantenselbstorganisationen etc.). Die
Einbindung weiterer externer Akteurinnen und Akteure ist in Planung.
23 Diese sollen zu einem späteren Zeitpunkt mit quantitativen Daten aus Studien der Ethnologie für
Schule und Erwachsenenbildung (ESE) und einem Projekt zu Annahme von Sportangeboten von
Neuzugewanderten der Fachhochschule Münster zur interkulturellen Öffnung der Verwaltung
abgeglichen werden.
15
Des Weiteren wurden verwaltungsinterne und -externe Koordinierungsstrukturen und -
gremien z.B. zur Abstimmung der kommunalen In tegrationsprojekte sowie der neue und
eigenständige Beirat „Sport, Sprache, Integration“ auf gebaut. Im Beirat sind vor allem auc h
zivilgesellschaftliche Akteur innen und Akteure vertreten (WWU Münster,
Migrantenselbstorganisationen, Integrationsrat), die auf konzeptioneller Ebene an der
Schließung von Angebotslücken arbeite n (z.B. an Qualifizierungsmaßnahmen für die
Teilgruppe der Geflüchteten). Die erarbeiteten Strukturen und Konzepte aus dem Beirat
werden zeitnah an die operative Ebene weitergegeben und umgesetzt.
Zur Herstellung von Transparenz über Münsters Bildungslandschaft für Neuzugewanderte im
Bereich "Sprache" und "Sport" werden stetig Bildungsakteur innen und -akteure in den
Stadtbezirken aufgesucht, Schnittstellen gesichtet und zur Vernetzung der Akteurinnen und
Akteure angeregt. Aufgrund der Vielzahl an Angeboten in Münster sowie der Pionierarbeit im
Hinblick auf die Verbindung der Handlungsfelder "Sprache und Sport" lässt sich zum jetzigen
Zeitpunkt des Projekts bereits festhalten, dass der Projektzeitraum von zwei Jahren zu kurz
ist. Insbesondere in Bezug auf die Herstellung von Transparenz und Etablierung nachhaltiger
Vernetzungsstrukturen sowie der Erfassung von informellen und non -formalen
Bildungsmöglichkeiten des lebenslangen Lernens , bedarf es zur Zielerreichung eines
längeren Projektzeitraums. Dies hat auch bereits dazu geführt, dass seitens des Bundes
eine Verlängerung des Förderprogramms angekündigt wurde. Die Verlängerung des Projekts
wird daher angestrebt.
Anlage A
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Anlage A zur V/0179/2018 Kurzüberblick Zwischenbericht über das Bundesprojekt "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte - Sport, Sprache, Integration". Status Quo nach einem Jahr Projektlaufzeit. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel „Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ ver- folgt. Teilziele lauten: 1) Aufbau kommunaler Koordinierungsstrukturen und -gremien bei Nutzung und Erweiterung ggf. bestehender Strukturen 2) Identifizierung und Einbindung der relevanten Bildungsakteurinnen und -akteure 3) Herstellung von Transparenz über vor Ort tätige Bildungsakteurinnen und -akteure sowie vor- handene Bildungsangebote 4) Beratung von Entscheidungsinstanzen der Kommune Zielerreichung: In dem ersten von zwei Jahren Projektlaufzeit wurden Koordinierungsstrukturen aufgebaut und relevante Bildungsakteurinnen und -akteure innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung eingebunden. Stetig werden weitere in den Stadtbezirken erfasst und ggf. miteinander vernetzt. Zurzeit wird an einer Übersicht zur Herstellung von Transparenz über die Bildungsakteurinnen und -akteure aus den Handlungsfeldern „Sprache“ und „Sport“ gearbeitet. Durch die Vielzahl der bislang erfassten Akteurinnen und Akteure lässt sich bereits erkennen, dass für die Erreichung dieses Teilziels – speziell im Hinblick auf die Berücksichtigung formaler, non-formaler und infor- meller Angebote – eine längere Projektlaufzeit sinnvoll wäre. Erste Beratungsprozesse in Form der Weitergabe von Informationen über erfasste Bedarfe finden in den Koordinierungsgremien bereits statt, die Beratung von Entscheidungsinstanzen, auch in politischen Gremien der Stadt, ist zum Ende der Projektlaufzeit vorgesehen. Nach heutigem Stand wird das Projekt bis März 2019 laufen. Die Finanzierung der zwei tätigen Bildungskoordinatorinnen erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG 0301 Bezeichnung der PG: Zentrale Mittel für die Schulen Auswirkungen auf den Ergebnis- plan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-) Haushaltsplan 2018 enthalten X Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-) Haushaltsplan 2018 enthalten Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH- Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Insgesamt sind für den Zeitraum 2018/2019 bei Erträgen und Aufwand 158.600 Euro veranschlagt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig frei- willig Grundlage dieses Projektes: Ratsbeschluss am 28.09.2016, vgl. Vorlage V/065672016 „Kommuna- le Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte, Sport, Sprache, Integration – Antrag der Stadt Münster“. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Der Zwischenbericht zur Berichtsvorlage macht Aussagen zu den Querschnittsthemen „Migration“ und „Gleichstellung“. Er beschreibt, dass trotz der Abnahme fluchtbedingter Zuzüge weiterhin Bedarf an Integrations- maßnahmen besteht (siehe Zwischenbericht: 2.1 Zur Verbindung von Sport, Sprache und Integra- tion, S. 2) und stellt dar, welche Angebotslücken im Bereich der Sprachförderung und des Sports für bestimmte Zielgruppen Neuzugewanderter in Münster zum derzeitigen Projektzeitpunkt zu verzeichnen sind. So ist beispielsweise ein Bedarf an Sprachförderung für Mütter mit Kinderbe- treuung festzustellen (siehe Zwischenbericht: 3.3.2. Arbeit in den Stadtbezirken, S. 12).
Berichtsvorlage
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V/0179/2018 V/0179/2018 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Bundesprojekt "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte - Sport, Sprache, Integration" Zwischenbericht nach dem ersten Projektjahr Beratungsfolge 18.04.2018 Integrationsrat Bericht 24.04.2018 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 02.05.2018 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 02.05.2018 Sportausschuss Bericht 09.05.2018 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrauche r- schutz und Arbeitsförderung Bericht Bericht: Mit der in den Jahren 2015 und 2016 verstärkten Zuwanderung hat das Bundesministerium für Bi l- dung und Forschung (BMBF) 2015 das Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsa n- gebote für Neuzugewanderte“ aufgelegt. Die Stadt Münster beantragte die Förderung für zwei Vol l- zeitstellen für zwei Jahre (vgl. Vorlage V/ 0656/2016). Das Projekt wurde im Dezember 2016 gene h- migt, konnte bereits im März 2017 starten und wird zunächst bis März 2019 arbeiten. In Münster wird der Schwerpunkt der kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzu- gewanderte auf die Verbindung der Themen „Sport, Sprache, Integration“ gelegt. Durch die zwei def i- nierten Handlungsfelder „Sprache“ und „Sport“ zeichnet sich die Stadt Münster mit einem Alleinste l- lungsmerkmal innerhalb des Bundesprojekts aus. Bei de Felder bereichern sich gegenseitig und m a- chen Integrationsbemühungen erfolgreicher. Das Projektkonzept sieht die folgenden Ziele vor: 1) Aufbau kommunale r Koordinierungsstrukturen und -gremien bei Nutzung und Erweiterung ggf. bestehender Strukturen 2) Identifizierung und Einbindun g der relevanten Bildungsakteurinnen und -akteure innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung 3) Herstellung von Transparenz über vor Ort tätige Bildungsakteurinnen und -akteure sowie vorhan- dene Bildungsangebote 4) Beratung von Entscheidungsinstanzen der Kommune Amt für Schule und Weiterbildung 19.03.2018 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau König, Frau Willnath Telefon: 492-4022 /492-4032 Bildungskoordination@stadt- muenster.de - 2 - V/0179/2018 Nach nunmehr 12 Monaten Projektarbeit wird der Zwischenstand vorgestellt. Das Projekt ist gut a n- gelaufen und bereits verwaltungsintern bekannt. Stetig wird es verwaltungsextern weiter vorgestellt (work in progress). Erste Koordinierungsstrukturen (u.a. in Form einer fachübergreifenden Koordini e- rungsgruppe der städtischen Integrationsprojekte auf Dezernatsebene) wurden aufgebaut. Fortla u- fend werden Bildungsakteurinnen und -akteure mit ihren formalen, non -formalen und informellen An- geboten in den einzelnen Stadtbezirken Münsters erfasst und ggf. miteinander vernetzt. Eine Übe r- sicht über die Bildungsakteurinnen und -akteure wird zurzeit erarbeitet. Diese soll zu Projektende der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zudem wurde bereits der Beirat „Sport, Sprache, Integrati- on“ gegründet. Dieser hat sich zur Aufgabe gemacht, die aus den jeweiligen Stadtbezirken und auch die bezirksübergreifend erfassten Bildungsbedarfe Neuzugewanderter im Rahmen der Möglichkeiten zu decken und das Potenzial eines interdisziplinären Austausches seiner Mitglieder aus Verwaltung und Stadtgesellschaft dafür zu nutzen. Derzeit arbeitet der Beirat konkret an der Schließung von iden- tifizierten Angebotslücken und wird voraussichtlich im Herbst 2018 erst e Ergebnisse liefern. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Beirats finden erste Beratungsprozesse von Entscheidungsinsta n- zen statt, die im weiteren Projektverlauf intensiviert werden. Ausblick: Das BMBF hat das Förderprogramm zwischenzeitlich um zwei weitere Jahre verlängert. Danach könnte das Projekt bis 2021 arbeiten und in einer deutlich größeren Tiefe und Breite Bildungskoord i- nation realisieren. Es gibt im Sommer 2018 die Möglichkeit der Antragsstellung zur Verlängerung. Die Verwaltung wird hierzu für die erste Beratungskette nach der Sommerpause eine Beschlussvorlage für den Rat erstellen. I.V. gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: - Anlage 1: Anlage A zur V/0179/2018 - Anlage 2: Zwischenbericht nach dem ersten Projektjahr
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (2)
- Warendorfer Straße
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0179/2018
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 12.03.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37