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V/0121/2012

Bericht über die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2010 und 2011

Vorlagen 03.04.2012

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gesundheitsbericht_19_schuleingangsuntersuchung10-11_Endfassung

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gesundheitsbericht_19_schuleingangsuntersuchung10-11_Endfassung

59945 Zeichen

Gesundheitsbericht Band 19 
 
Bericht über die Ergebnisse der 
Schuleingangsuntersuchungen  
2010 und 2011

Impressum 
Herausgeberin Stadt Münster 
   Gesundheitsamt 
   Kinder- und Jugendärztlicher Dienst 
Redaktion  Brigitte Kempe 
Text   Dr. Rebekka Busch 
   Dr. Axel Iseke
 
Satz und Layout Dr. Rebekka Busch 
   Dr. Axel Iseke 
Titel-Illustration elemente designagentur 
   Astrid Bowinkelmann 
Druck   Stadt Münster 
Mai 2012, 500 Exemplare

3
Inhalt 
 
Vorbemerkung .......................................................................................................................... 4 
Lebensbedingungen und Sozialressourcen.............................................................................. 5 
Zuwanderung und Migration ................................................................................................. 5 
Familiäre Lebensformen ....................................................................................................... 5 
Soziale Lebensbedingungen und kindliche Entwicklung –  Der Münsteraner 
Sozialressourcenscore.......................................................................................................... 6 
Gesundheitliche Lebensbedingungen in der Familie - Früherkennung und Impfung ............... 7 
Früherkennungsuntersuchungen .......................................................................................... 7 
Impfungen ........................................................................................................................... 11 
Körperliche Erkrankungen und Gewicht ................................................................................. 16 
Therapeutische Versorgung der Kinder im Vorschulalter ................................................... 18 
Übergewicht und Fettleibigkeit ............................................................................................ 18 
Förderung außerhalb von Kindergarten und Schule ........................................................... 20 
Sozialpädiatrisches Screening für Schuleingangsuntersuchungen .................................... 21 
Sprache............................................................................................................................... 23 
Zusammenfassung ................................................................................................................. 24 
Anhang ................................................................................................................................... 26 
Der Münsteraner Sozialressourcenscore............................................................................ 26

4 
                                                
Vorbemerkung 
Mit der Einschulung beginnt für das Kind ein neuer Lebensabschnitt. Das Kind tritt mit der 
Schulpflicht in den Verantwortungsbereich des Schulwesens ein. Um in der Schule ein 
gesundheitliches Wohlergehen sowie ein dem Entwicklungsstand angepasstes Lernen zu 
ermöglichen, sind die Sorgeberechtigten verpflichtet, ihr Kind zu einer 
Schuleingangsuntersuchung vorzustellen. 
Der Gesetzgeber hat die Gesundheitsämter
1 beauftragt, die schulärztliche Untersuchung 
durchzuführen. Die Untersuchung erstreckt sich dabei auf den Entwicklungsstand und die 
allgemeine, gesundheitlich bedingte Leistungsfähigkeit einschließlich der Sinnesorgane des 
Kindes. Sie stellt durch Ihren Charakter, als Untersuchung und Beratung am Übergang vom 
Kindergarten zur Schule und an der Schnittstelle zwischen Gesundheit, Entwicklung und 
Lebensbedingungen, eine klassische sozialpädiatrische Untersuchung
2 dar und erfüllt damit u. 
a. den Zweck einer ersten betriebsmedizinischen Untersuchung 3 für das Kind am "Arbeitsplatz 
Schule". 
Als sozialpädiatrische Untersuchung beziehen Untersuchung und Beratung daher -soweit 
möglich- alle drei Dimensionen des WHO-Gesundheitsbegriffs, die körperliche, geistig-
seelische und soziale Gesundheit mit ein. Die ärztliche Befragung zur Vorgeschichte, die 
Untersuchung und Beratung beziehen sich daher auf die bisherige gesundheitliche, die 
zukünftig schulische und die allgemeine familiäre Dimension. Auch weil die inklusive 
Beschulung in Regelschulen in den nächsten Jahren zunehmend zum Standard werden wird, 
ist eine enge Vernetzung aller Beteiligten bereits vor Schulanfang sinnvoll. 
Für jede Untersuchung erfolgt eine standardisierte Befunderhebung. Diese ist Grundlage für 
das "schulärztliche Zeugnis" an die zuständige Schule. Im Falle eines besonderen 
pädagogischen Förderbedarfs erfolgt ein ausführlicheres Gutachten. Die schulärztliche 
Untersuchung wird zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrages und nach den Standards ärztlicher 
Dokumentation für jedes einzelne Kind dokumentiert. Dabei folgt die Bewertung von 
schulrelevanten Vorläuferfähigkeiten seit dem Schuljahr 2010/2011 standardisiert mit dem 
Instrumentarium des landesweit eingeführten SOPESS
4. 
Die anonymisierten Daten sind eine wesentliche Quelle für die kommunale 
Gesundheitsberichterstattung zur Gesundheit und Entwicklung von heranwachsenden Kindern 
und ihren Familien. Ein anonymisierter Teildatensatz wird u. a. zur zentralen Erfassung und 
 
1 § 54 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Schulgesetz NRW; § 12 Abs. 2 Satz 3 Gesetz über den öffentlichen 
Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ÖGDG). 
2 Die Sozialpädiatrie ist eine Querschnittswiss enschaft in der Kinderheilkunde und Jugendmedizin 
(Pädiatrie). Sie befasst sich allgemein mit den Bedingungen für Gesundheit und Entwicklung sowie 
mit deren Störungen und Auswirkungen, die in Zusammenhang mit der sozialen, insbesondere 
familiären sowie der natürlichen Umwelt stehen. Sie beteiligt sich an der gesundheitlichen Gestaltung 
der kindlichen Lebensräume. Ein wesentlicher Be reich der Sozialpädiatrie ist der öffentliche 
Gesundheitsdienst. 
3 § 12 Abs. 2 Satz 1 ÖGDG „Die untere Gesundheitsbehörde nimmt für Gemeinschaftseinrichtungen, 
insbesondere in Tageseinrichtungen für Kinder und Schulen, betriebsmedizinische Aufgaben wahr. 
[…].“ 
4 Sozialpädiatrisches Screening für Schuleingangsuntersuchungen 
Petermann, F., Daseking, M., Oldenhage, M & Simon, K. (2009). Düsseldorf: LIGA.NRW.

Analyse an das Landeszentrum Gesundheit NRW 5 weitergegeben. Die aggregierten Impfdaten 
werden an das Robert-Koch-Institut weitergeleitet. 
Im Folgenden werden exemplarisch ausgew ählte Themenkomplexe der aktuellen 
Schuleingangsuntersuchung dargestellt. 
Lebensbedingungen und Sozialressourcen 
Zuwanderung und Migration 
Untersucht wurden zum letzten Einschuljahrgang für das Schuljahr 2010/2011 2.391 und für 
das Schuljahr 2011/2012 2.405 Kinder (Jungen 51,9%, Mädchen 48,1%). 4.588 ( 96,8%) der 
Lernanfänger/innen waren in Deutschland geboren. Dennoch stammen bei Zugrundelegung 
des Geburtslandes der Mutter 28,9 % der Kinder aus zugewanderten Familien. Berücksichtigt 
man zusätzlich auch die Herkunft des Vaters, so sind sogar knapp 37 %  der münsterschen 
Schulanfänger/innen Kinder kürzlich zugewanderter Familien. 
 
ABB. 1: ANTEIL KINDER AUS ZUWANDERUNGSFAMILIEN  
Familiäre Lebensformen 
Aus zahlreichen gesundheits- und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen und Studien ist 
bekannt, dass neben einer möglichen Zuwanderungsgeschichte auch die allgemeinen sozialen 
Lebensbedingungen des Kindes und seiner Familie, die Familienkonstellation sowie die 
strukturellen Bedingungen des unmittelbaren Lebensumfeldes (Wohnquartier) einen starken 
Einfluss auf die frühkindliche und gesundheitliche Entwicklung ausüben. Die tägliche 
schulärztliche Erfahrung sowie Berichte der Eltern zeigen auch in Münster: Die modernen 
familiären Lebensbedingungen sind bunt. Dabei reicht die Spanne der Lebensgemeinschaften 
zum Zeitpunkt der Einschulung von der Ein-Eltern-Ein-Kind-Familie über die Zwei-Eltern-
Großfamilie mit mehr als drei Kindern, bis zur Ein-Eltern-Sieben-Kinder-Familie. Der 
                                                
 
5 Das Landeszentrum Gesundheit NRW besteht seit dem 01. Januar 2012 und setzt sich zusammen aus 
dem Teil "Öffentliches Gesundheitswesen" des frü heren Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit 
Nordrhein-Westfalen (LIGA.NRW) und dem früheren Strategiezentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen. 
   5

überwiegende Anteil der Kinder ( 87 % ) wächst zum Zeitpunkt der Untersuchung mit (mind.) 
zwei Erwachsenen im Haushalt auf. Davon allein 45 %  in einer Zwei-Eltern-Zwei-Kind 
Konstellation. 13 % der Kinder dagegen wachsen in einem Haushalt mit nur einem 
Erwachsenen auf. Letzteres stellt für die Familie besonders dann eine besondere 
Herausforderung dar, wenn dieser eine Erwachsene drei oder mehr Kinder alleine zu betreuen / 
erziehen hat. Diese Situation betrifft etwa 3 % der Kinder. 
Soziale Lebensbedingungen und kindliche Entwicklung –  
Der Münsteraner Sozialressourcenscore 
Die möglichst umfassende Kenntnis der allgemeinen und sozialen Lebens- und 
Gesundheitsbedingungen im Quartier ist eine wesentliche Voraussetzung für eine vernetzte, 
effiziente und nachhaltige Gesundheitsförderung und Gesundheitshilfe. Der Entwicklungsstand 
eines Kindes wird immer durch die vielfältigen Lebensbedingungen und Einzelfaktoren 
beeinflusst. Letztere können sich auf die kindliche Gesundheit und Entwicklung grundsätzlich 
fördernd aber auch hemmend auswirken. Auch können sich einzelne Faktoren gegenseitig 
verstärken oder schwächen. So können auch hemmende Faktoren in ihrer Wirkung durch 
fördernde Faktoren ausgeglichen werden. Aus diesem Grunde greift die Betrachtung und 
Berücksichtigung einzelner Bedingungs-Faktoren wie "Migration" oder "Familienkonstellation" 
für die Beschreibung der Lebensbedingungen eines Kindes in der Regel zu kurz. Es wird daher 
- soweit möglich - eine mehrdimensionale Betrachtungsweise gewählt. 
Für die Schuleingangsuntersuchungen in Münster wurde hierfür der "Münsteraner 
Sozialressourcenscore"
6 entwickelt. Dieser Indikator vereinigt mögliche vorschulische 
Ressourcen und Risikofaktoren und eignet sich daher bei der gruppierten Betrachtungsweise 
als Suchindikator für die vorschulischen Lebensbedingungen der Kinder in Münster. Der 
theoretische Hintergrund des Indikators legt nahe, dass ein geringer Wert an vorschulischen 
Sozialressourcen eher für einen allgemeinen Förder- und Unterstützungsbedarf spricht. Die 
Verteilung der sozialen Ressourcen auf die münsterschen Bezirke spricht für diese Vermutung. 
 
ABB. 2: VERTEILUNG DER SOZIALRESSOURCEN NACH BEZIRK 
                                                 
6 Siehe Anhang. 
   6

7
                                                
Gesundheitliche Lebensbedingungen in der Familie - 
Früherkennung und Impfung 
Durch die allgemein guten Lebens- und Hygienebedingungen sowie das gut ausgebaute 
medizinische Versorgungssystem sind di e Kinder zu Schulanfang überwiegend "gesund". 
Auffallend ist jedoch, dass nicht von allen Familien die Angebote des Vorsorgesystems 
umfänglich genutzt werden. Dabei machen eingehende Analysen deutlich, dass es den 
Familien offenbar ausgehend von ihren allgemeinen sozialen Lebensbedingungen 
unterschiedlich gut gelingt, die gesundheitlichen Angebote aber auch Angebote zur allgemeinen 
sozialen Integration für sich und ihre Kinder zu nutzen. Dies betrifft jedoch nicht nur und nicht in 
erster Linie zugewanderte Familien. Auch in Familien ohne Zuwanderungsgeschichte zeigen 
sich bisweilen deutliche Hinweise auf Einschränkungen in gesundheitlicher Vorsorge und 
sozialer Vernetzung / Integration. Diese Bedingungen führen auch zu unterschiedlichen 
Gesundheitsbedingungen bei den einzelnen Kindern. 
Früherkennungsuntersuchungen 
Die Teilnahme an den ärztlich angebotenen "Vorsorge"-Untersuchungen vom Säuglings- bis 
zum Einschulalter ist grundsätzlich freiwill ig. Ausnahme: „Bei der Aufnahme in die 
Tageseinrichtung ist der Nachweis über eine altersentsprechend durchgeführte 
Gesundheitsvorsorgeuntersuchung des Kindes durch Vorlage des 
Vorsorgeuntersuchungsheftes für Kinder oder einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung 
zu erbringen
7“.  "Vorsorge"-Untersuchungen ermöglichen bei jedem Kind die Früherkennung 
von relevanten Erkrankungen und Entwicklungsauffälligkeiten. Wenn auch 
Entwicklungsdiagnostik, Prävention und Gesu ndheitsberatung nicht zum klassischen Auftrag 
dieser Untersuchungen gehören, ermöglicht die Regelmäßigkeit der mittlerweile 10 etablierten 
„U's“ eine Betreuung und Begleitung der Familien auch über die reine Krankheitsfrüherkennung 
und Versorgung mit Impfungen hinaus.  
Die ersten beiden Untersuchungen erfolgen unmittelbar nach der Geburt bzw. in den ersten 
Lebenstagen. Sie erfolgen zumeist in der Geburtsklinik und werden daher in annähernd 100% 
durch die Eltern wahrgenommen. Die Teilnahme an den Untersuchungen ist in den ersten 
Lebensjahren sehr hoch. Im gleichen Maße, wie die betreuerische Sicherheit der Eltern steigt, 
kommt es aber etwa ab dem 3. Lebensjahr zu einem zwar geringen aber doch merklichen 
Rückgang der Teilnahmequoten an den altersgemäßen Untersuchungen
8. Lücken im Katalog 
der Früherkennungsteilnahme weisen also nicht automatisch auf familiäre Defizite oder 
Versorgungslücken beim Kind hin. In Einzelfällen kann eine Nicht-Teilnahme aber auf belastete 
familiäre Lebensbedingungen, eine mangelnde elterliche Fürsorge oder gar eine 
Kindeswohlgefährdung hinweisen. Dies gilt  umso mehr, wenn mehrere Vorsorgeangebote 
versäumt werden. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass auch ein vollständiger 
gesundheitlicher Vorsorgestatus kein Garant für gesunde, das Kindeswohl fördernde 
Lebensbedingungen ist.  
Höchstmögliche Früherkennungsquoten sowie eine Sensibilisierung und Vernetzung der 
Akteure in der Gesundheits-, Familien- und Jugendhilfe sind ein erklärtes Ziel der 
Gesundheitspolitik in Bund und NRW. Seit 2009 werden daher die Eltern zentral an 
ausstehende Untersuchungen erinnert, sofern einer der Termine im üblichen Zeitfenster 
versäumt wurde. Hier handelt das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien in Münster mit 
einem Erinnerungsschreiben. 
 
7 Kinderbildungsgesetz § 10 Absatz 1 Gesundheitsvorsorge 
8 Die Inanspruchnahme einzelner Kinderfrüherkennungsuntersuchungen (U1 bis U9) bleibt bis zur U7 
über der 90 %-Grenze und geht bei der U8 auf 89,0 % zurück, um dann bei der U9 auf 86,4 % zu 
fallen“ (Ergebnisse der Kinder- und Jugendge sundheitsstudie KIGGS - Zusammenfassung von 
Beiträgen im Bundesgesundheitsblatt Mai/Juni 2007).

Die Früherkennungsquoten lassen sich nur dann sicher bestimmen, wenn die Eltern das 
entsprechende originale "gelbe Heft" bei der Schuleingangsuntersuchung vorlegen. Erfreulicher 
Weise kamen in den letzten beiden Einschuljahrgängen 93,8% der Eltern der Bitte um Vorlage 
des Heftes nach 9. Der schulärztliche Einblick in das Heft erleichtert die Einschätzung der 
bisherigen Entwicklung des Kindes und erlaubt im Einzelfall gezielte Beratungen bei 
vorliegenden Besonderheiten. Für eine statistisch exakte Bewertung der 
Früherkennungsquoten ist es zudem sinnvoll, nur Kinder zu berücksichtigen, die in Deutschland 
geboren wurden. Nur in diesen Fällen ist sicher gestellt, dass die Familien von Geburt an in das 
Vorsorgeangebot eingebunden sind. Nur in diesem Fall lassen sich fehlende Untersuchungen 
auch als "tatsächliche Lücken" werten. Zum dritten erfolgt die letzte vorschulische 
Früherkennungsuntersuchung um den fünften Geburtstag. Bedingt durch das in den letzten 
Jahren vorgezogene Einschulungsalter und die schulärztliche Schuleingangsuntersuchung 
bereits im letzten Kindergartenjahr haben einige Kinder das "U9-Alter" zum Zeitpunkt der 
schulärztlichen Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Bei diesen Kindern kann zum 
Zeitpunkt der Untersuchung also noch keine "Früherkennungsbilanz" gezogen werden. In den 
statistischen Analysen der Früherkennungsquoten der Schulanfänger/innen in Münster werden 
die Daten aus den genannten Gründen standardisiert, d. h. um die genannten möglichen 
Fehlerquellen bereinigt. Nur dies ermöglicht einen exakten Vergleich auch über die Jahre. 
Aus den Analysen wird deutlich: die münsterschen Eltern nehmen die 
Früherkennungsuntersuchungen sehr ernst. Bund, Land und Kommune sowie das medizinische 
Versorgungssystem unterstützen Maßnahmen um die Früherkennungsquoten insbesondere 
nach dem ersten Geburtstag weiter zu steigern. Die bereits traditionell hohen 
Früherkennungsraten in den ersten Lebensjahren machen jedoch deutlich, dass wesentliche 
Steigerungen der Teilnahme durch Erinnerungssysteme und aufsuchende Angebote der 
Jugend- und Gesundheitshilfe kaum zu erwarten sind. Ein Ziel aller Maßnahmen ist es daher, 
unter den "säumigen" Familien diejenigen zu identifizieren, bei denen Lücken im 
Früherkennungsstatus auf einen erhöhten Hilfebedarf hinweisen könnten. Das Schließen von 
"Vorsorgelücken" soll in diesen Fällen also mit einer Verbesserung der Integration der Familie 
ins Versorgungs- und Hilfesystem einhergehen. 
 
U 1 U2 U3 U4 U5 U6 U7 U8 U9 
Geburt 3.-10. Tag 4.- 6. 
Woche 3 Monate 6 Monate 12 Monate 2 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 
99,2% 99,0 % 98,6% 97,7 % 96,5 % 96,9 % 94,8 % 92,3 % 93,4 % 
TABELLE 1: TEILNAHME AN FRÜHERKENNUNGSUNTERSUCHUNGEN, SEU 2010 - 2011 
Mögliche Erfolge der genannten "Erinnerungsmaßnahmen" bei säumigen 
Früherkennungsuntersuchungen können sich bisher in den Daten der 
Schuleingangsuntersuchungen kaum niederschlagen, da Kinder, die unter die Neuregelung 
fallen, erst allmählich zur Einschulung anstehen. Es bleibt daher abzuwarten, ob der 
"Steigerungstrend" bei der U9 als Folge des Erinnerungssystems betrachtet werden kann und 
ob sich vergleichbare Steigerungen auch bei den übrigen Untersuchungen einstellen werden. 
Wenn auch die Früherkennungsuntersuchungen allgemein gut etabliert sind, so ist es doch 
bemerkenswert, dass neu eingeführte Untersuchungen - wie etwa die 2008 neueingeführte U7a 
- nur zögerlich in den Untersuchungskanon einfließen. Während von den Kindern 2010 nur rund 
   8 
                                                 
9 Anders als § 10 Abs. 1 KiBiz schreibt das SchulG die Vorlage nicht vor.

7%, diese Untersuchung nachweisen konnten, betrug die Quote 2011 auch "nur" 22 % obwohl 
das Untersuchungsangebot mittlerweile für alle Kinder bestanden hat. Ähnliche Beobachtungen 
mit einer verzögerten Umsetzung neuer Präventionsleistungen können mit neu eingeführten 
Impfungen gemacht werden (Siehe Abschnitt Impfungen).  
Neben der individuellen Untersuchung und Beratung der Eltern bei jedem Einschulkind stellt die 
Schuleingangsuntersuchung daher immer auch eine Art "Bilanz" bisheriger Früherkennungs- 
und Vorsorgemaßnahmen dar. Die entsprechenden Beratungen können also dazu führen, dass 
bestehende Impflücken ausgeglichen und aktuell noch ausstehende 
Früherkennungsuntersuchungen nachgeholt werden.  
 
 
ABB. 3: TEILNAHME AN DEN FRÜHERKENNUNGSUNTERSUCHUNGEN IM VERGLEICH 
SEU 2005 UND 201110 
Erkenntnisse aus Versorgungsstudien sowie auch die allgemeine ärztliche und schulärztliche 
Erfahrung zeigen deutlich, dass insbesondere größere Lücken im Früherkennungskalender in 
einem engen Zusammenhang mit den sozialen Lebensbedingungen der Familien stehen. Es 
bietet sich also an, bei jedem Kind eine "Gesamtbilanz Früherkennung" zu ziehen: Legt man 
den Vorsorgekanon mit 9 Untersuchungen (ohne die "neue" U7a) bis zum 5. Geburtstag 
zugrunde, so haben in Münster 91,4% der Schulanfänger an wenigstens 8 von 9 
Untersuchungen teilgenommen. Dagegen weisen 8,6% der Kinder zu Schulanfang zwei oder 
mehr fehlende Vorsorgen auf
11. Jedes Jahr fallen in Münster je etwa 100 Mädchen und 100 
Jungen in diese Gruppe. Weitere Analysen zeigen deutlich, dass sich in der Gruppe mit 
größeren Vorsorgelücken deutlich mehr Kinder aus zugewanderten Familien finden. Ebenso 
findet sich dieser Befund deutlich häufiger bei Kindern aus Familien mit allgemein geringeren 
sozialen Ressourcen. 
                                                
 
10 Daten standardisiert: Nur Kinder berücksichtigt mit im Vorsorgeheft dokumentierter Geburt sowie zum      
Untersuchungszeitpunkt älter als 64 Monate (Zeitpunkt der 'U9'). 
11 Vergleichbare Auswertungen aus den Landesdaten zur Schuleingangsuntersuchung liegen leider nicht 
vor. 
   9

10 
Exemplarisch sei dies an bedingenden Faktoren für die Teilnahme an der U8 (4 Jahre) 
aufgeführt.12  
Inanspruchnahme der U8 in Münster: 
(43. bis 48. Lebensmonat) 
Gesamt: 92,0 % 
Jungen: 92,1 % 
Mädchen: 91,7 % 
Niedrige Sozialressourcen: 83,0 % 
Hohe Sozialressourcen: 94,5 % 
Kinder mit MV: 86,3 % 
Kinder ohne MV: 94,0 % 
 
TEXTBOX 1: TEILNAHME U 8; GESCHLECHT; SOZIALRESSOURCEN; MIGRATION; SEU 2011-2012 
Bei einer Betrachtung auf der Ebene der Stadtteile zeigt sich noch deutlicher, dass die 
Früherkennungsangebote, trotz des für alle geltenden Angebotes, nach wie vor in 
unterschiedlichem Umfang angenommen werden. Der Anteil von Kindern, die mit größeren 
Vorsorgelücken aufwachsen (an weniger als 8 von 9 möglichen Untersuchungen 
teilgenommen) ist zwischen den Stadtteilen über die Jahre unterschiedlich. In der folgenden 
Abbildung ist jeweils die Quote von Kindern pro Stadtteil abgebildet, die weniger als 8 
Vorsorgen nachweisen können: 
                                                
 
12 Gemäß den Auswertungen des LIGA NRW (jetzt: Landeszentrum Gesundheit NRW) nahmen zum 
Einschuljahr 2009/2010 89,4% der Kinder in NRW an der U8 teil.

ABBILDUNG 4: TEILNAHMEQUOTE FRÜHERKENNUNGSUNTERSUCHUNGEN NACH STADTTEILEN 
Anteil der Schulanfänger mit 
weniger als 8 von 9 
Vorsorgeuntersuchungen 
  weniger als 2,5 % 
   bis 5,5% 
   bis 7,5 %  
   mehr als 7,5% 
Impfungen 
Für die Bevölkerungsgesundheit wichtige Daten liefert die jährliche Schuleingangsuntersuchung 
auch für den Infektionsschutz. Die vorgelegten Impfbücher stellen die einzig verfügbare Quelle 
als Beleg für die Qualität des Impfschutzes der Bevölkerung dar. Erfreulicherweise liegen in den 
letzten Jahren stets bei rund 97% der Schulanfängeruntersuchungen die Impfdokumente vor, 
so dass hier eine nahezu vollständige Informationslage vorliegt. Alle im Impfkalender 
empfohlenen Impfungen führen zur Verhinderung der entsprechenden Krankheiten beim 
geimpften Kind. Ausreichend hohe Impfquoten führen zudem zu einem Bevölkerungsschutz, da 
sich ansteckende Krankheiten nicht mehr bzw. nicht mehr ungehindert ausbreiten können. 
Damit entsteht auch ein umfassender Schutz für besonders infektionsgefährdete Personen 
sowie Kinder / Erwachsene, die aus bestimmten Gründen nicht geimpft werden können oder 
sollen. 
Vollständigkeit des Impfschutzes 
Auch nach Zurückdrängung schwerer Infektionskrankheiten (z. B. Kinderlähmung, Diphtherie, 
Masern) muss die hohe Impfquote jedoch gehalten werden, da ein Rückgang der 
Impfbereitschaft rasch zu einer Wiederkehr verdrängter "Kinderkrankheiten" führen kann. 
Erfreulicherweise ist die Akzeptanz für Impf ungen bei den münsterschen Eltern traditionell 
grundsätzlich hoch und in den letzten Jahren stetig gestiegen. Auch durch die meisten 
betreuenden Ärztinnen und Ärzte in Münster wird heute für einen möglichst umfassenden 
Impfschutz geworben. Dies zeigt überzeugend di e Betrachtung des 9fach-Impfkalenders mit 
Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, HiB, Polio, Hep. B, Masern, Mumps, Röteln. 
Mittlerweile verfügen 88 % aller Kinder zu Schulanfang über einen kompletten, umfangreichen 
Schutz. Erfreulich ist, dass dieser Schutz auch weitgehend unabhängig von den sozialen 
Lebensbedingungen für alle Kinder gilt. Insbesondere konnten in den letzten Jahren auch bei 
zugewanderten Kindern Impflücken geschlossen werden. Eine erhebliche Rolle spielten hierbei 
aufsuchende Impfangebote durch das Gesundheitsamt - vor allem bei Flüchtlingskindern aus 
   11

dem ehemaligen Jugoslawien (siehe Abbildung 6). Auch die Erstellung mehrsprachiger 
Impfaufklärungsunterlagen hat zu einer Zunahm e des Impfgeschehens in den Impfpraxen 
geführt. In der Folge sind Kinder mit Zuwanderungsgeschichte heute sogar tendenziell besser 
geimpft als Kinder deutscher Herkunft. 
 
ABB. 5: IMPFSCHUTZ DER KINDER ZU SCHULANFANG NACH ART DER IMPFLÜCKEN  
 
ABB. 6: IMPFSCHUTZ ZUGEWANDERTER KINDER ZU SCHULANFANG, HERKUNFT AUS DEM 
EHEM. JUGOSLAWIEN 
   12

ABB. 7: IMPFSCHUTZ DER KINDER ZU SCHULANFANG.  
KINDER MIT UND OHNE ZUWANDERUNGSGESCHICHTE 
 
Vollständige Impfungen 
Geimpft für Tetanus, Diphtherie, 
Pertussis, HiB, Polio, Hep. B, 
Masern, Mumps, Röteln 
Gesamt:   88,2 % 
Jungen:   88,2 % 
Mädchen:   88,2 % 
Niedrige Sozialressourcen: 91,9 % 
Hohe Sozialressourcen: 87,3 % 
Kinder mit MV:  91,6 % 
Kinder ohne MV :  85,9 % 
TEXTBOX 2: IMPFUNGEN, GESCHLECHT;  SOZIALRESSOURCEN; MIGRATION; 
SEU 2010/11 UND 2011/12 
Diese Impfquoten führen dazu, dass klassische meldepflichtige "Kinder"-Krankheiten in Münster 
in den letzten Jahren nicht mehr oder kaum noch auftreten. Die Einführung der 
Windpockenimpfung vor rund 10 Jahren hat zu einem drastischen Rückgang entsprechender 
Erkrankungsfälle vor allem in den Kindergärten geführt. Auch wenn dieser erfreuliche Trend 
nicht unwesentlich zu einer Verbesserung der Gesundheit der münsterschen Bürger führt, so 
darf nicht übersehen werden, dass es noch umschriebene Verbesserungsbedarfe gibt. 
Masern 
Durch Änderungen der Impfempfehlungen sind die Impfzahlen für Masern in den letzten Jahren 
in Münster erheblich angestiegen. 89,6% der Kinder weisen mittlerweile einen vollständigen  
(= zweimaligen) Masernschutz auf, weitere 5,8%  sind einmalig gegen Masern geimpft. Damit 
liegt die Quote der gegen Masern Ungeschützten in den letzten Jahren relativ konstant bei etwa 
   13

14 
5%. Damit liegen in Münster Masernimpfraten vor, die erneute größere Ausbrüche der 
Erkrankung unwahrscheinlich machen. Dies wird auch dadurch deutlich, dass sich in den 
letzten fünf Jahren kein Kind und Jugendlicher mehr in Münster mit den Masern angesteckt hat. 
Vereinzelte Fälle 'importierter' Masern und Masernfälle bei jungen Erwachsenen haben sich im 
gleichen Zeitraum nicht mehr in der Bevölkerung ausgebreitet. Dennoch werden bis auf 
Weiteres beim Auftreten von Masernfällen in Münster erhebliche Anstrengungen des 
Gesundheitsamtes erforderlich sein, bis die hohen Impfraten auch ältere Jugendliche und junge 
Erwachsene betreffen. Ein erneutes "Aufflackern" der Masern ist insbesondere auch dann 
denkbar, wenn Masernerkrankungen innerhalb von Teilbevölkerungen mit geringeren 
Impfquoten auftreten. So haben in den vergangenen Jahren in Deutschland mehrere größere 
Masernausbrüche im Umfeld von Waldorf schulen und/oder anthroposophisch ausgerichteten 
Arztpraxen stattgefunden. 
Hepatitis B 
Eine etwas größere Impfzurückhaltung zeigt sich bei der infektiösen Gelbsucht Typ B. Diese 
Impfung ist aus gutem Grund Teil des frühkindlichen Impfkalenders. Zwar wird die Infektion vor 
allem durch intensiven Körperkontakt übertragen, wie er ab dem jugendlichen und jungen 
Erwachsenenalter üblich ist. Dennoch ist die Gefahr einer chronischen und letztendlich 
schweren Lebererkrankung besonders hoch, wenn eine Infektion bereits im Kindesalter erfolgt. 
Zuletzt weisen zu Schulanfang rund 10%  der Kinder keinen Hepatitis-B-Schutz auf. Der Ansatz 
vieler Eltern, gegen Gelbsucht erst zu impfen wenn das "Risikoalter" bevorsteht, bedingt eine 
andauernde Gefährdung im frühen Kindesalter und macht ein aktives Nachimpfen in einem 
Alter erforderlich, in dem ein regelmäßiges Vorsorgesystem nicht etabliert ist. Das letztendlich 
ungewollte Überdauern von Impflücken auch bis ins Erwachsenenalter ist daher nicht 
unwahrscheinlich. 
SEU Impfheft  vorgelegt Keine MasernImpfung Keine Hepatitis B- Impfung 
2011/12  97,8 % 4,9 % 9,8 % 
2010/11  96,6 % 4,2 % 7,0 % 
TABELLE 2: FEHLENDE IMPFUNGEN; SEU 2010 - 2011 
Windpocken 
Interessante Aspekte zeigen sich in diesem Zusammenhang bei den Windpocken. Diese 
Impfung ist seit August 2004 für alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr empfohlen. Die zögerliche 
Umsetzung dieser Empfehlung hat bei dieser hoch ansteckenden Erkrankung dazu geführt, 
dass die Zahl von Erkrankungsfällen in den Kindergärten nur zögerlich aber dennoch stetig 
zurückgegangen ist. Der zwischenzeitige Rückgang der Erkrankungsrate bei insgesamt noch 
niedrigen Impfraten hat zwischenzeitlich sogar dazu geführt, dass tendenziell mehr Kinder mit 
fehlendem Windpockenschutz eingeschult wurden als in der Vor-Impfära. Um dabei 
Komplikationen im späteren Alter zu vermeiden, besteht neben der elterlichen Beratung ein 
regelmäßiger Informationsfluss des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes zu den 
Kinderärzten über die Analyse der Impfmuster , um sinnvolle Nachholimpfungen beispielsweise 
für Windpocken aber auch für die Meningokokkenimpfung (STIKO Empfehlung seit Juli 2006) 
zu initiieren.

ABB. 8: WINDPOCKENSCHUTZ DER KINDER ZU SCHULANFANG VON SEU 2007 - 2011 
Meningokokken („Hirnhautentzündung“) 
Wie bereits bei der Neueinführung von Früherkennungsuntersuchungen zeigt sich bei der 
Umsetzung der Impfempfehlung gegen Meningokokken (seit Juli 2006 für alle Kinder ab dem 
Beginn des 2. Lebensjahres empfohlen) ein deutlicher Verzögerungseffekt: Während etablierte 
Impfungen / Untersuchungen in hohem Maße umgesetzt werden, benötigt das 
Regelversorgungssystem mehrere Jahre, neu angebotene Impfungen umfassend zu etablieren. 
Hier entstehen also vermeidbare Lücken zwis chen dem grundsätzlich möglichen finanzierten 
und dem tatsächlich erreichten Individual- und Bevölkerungsschutz. 
Fehlende Impfungen im allgemeinen Impfkalender sind den Eltern häufig nicht bewusst. 
Impflücken stellen daher eine der häufigsten Gründe dar, dass ein Kind nach der 
Schuleingangsuntersuchung noch einmal im gesundheitlichen Regelversorgungssystem 
vorgestellt wird. 
SEU Meningokokkenimpfung erfolgt 
2011/12 80,1 % 
2010/11 72,2 % 
TABELLE 3: MENINGOKOKKENIMPFUNG, SEU 2010 - 2011 
   15

16 
Körperliche Erkrankungen und Gewicht 
Neben der Beratung zu Impfvorsorge und Prävention dient die Schuleingangsuntersuchung 
dazu, durch Befragung, Testung und Untersuchung relevante Erkrankungen festzustellen und 
diese im Hinblick auf Schulrelevanz zu bewerten. Auch nutzen viele Eltern die 
Schuleingangsuntersuchung für eine ärztliche Einschätzung und Beratung im Hinblick auf 
Vorerkrankungen oder bestehende gesundheitliche Risikofaktoren. 
Münster verfügt über ein gut ausgebautes ambulantes und klinisches Netz an Fachärzten für 
die Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Es stellt daher eher die Ausnahme dar, dass 
bedeutsame Befunde oder Erkrankungen im Rahmen der schulärztlichen Untersuchung 
erstmalig diagnostiziert und dann dem Regelversorgungssystem zugeführt werden. Häufiger 
finden sich medizinische oder gesundheitliche Befunde wegen derer - vor allem auch in Bezug 
auf die bevorstehende Schulpflicht - erweiterte Beratung, weitere Untersuchungen oder 
Behandlungsoptionen zu empfehlen sind. Auch aus diesem Grund stellt die 
Schuleingangsuntersuchung eine wichtige ärztliche Untersuchung zu Beginn der Schulpflicht 
dar. Letztendlich kann im Rahmen der Untersuchung gemeinsam mit den Eltern gesundheitlich 
"Bilanz gezogen werden". Anschließend können den Eltern gezielte Empfehlungen in Richtung 
Schule, medizinischer Grundversorgung oder für die häusliche bzw. familiäre Lebenssituation 
gegeben werden. 
Am häufigsten werden im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung auffällige Befunde im 
Bereich der Sinnesorgane (Augen / Ohren) erhoben. Ein besonderes Augenmerk gilt der 
frühkindlichen Weitsichtigkeit (Hyperopie). Diese macht im Alltag in der Regel keine 
Beschwerden und fällt daher ohne Untersuchung kaum auf. Zugleich geht eine unentdeckte 
Hyperopie jedoch mit dem Risiko des Verlustes der Sehfähigkeit eines Auges einher. Jährlich 
werden bei rund 14%  der Kinder entsprechend kontrollbedürftige Befunde 
(Hyperopie/Stereosehen/Schielen/Farbsinnschwäche) erhoben. Eine Behandlungs-
notwendigkeit kann erst eine anschließende augenärztliche Überprüfung ergeben. Etwa jedes 
zweite dieser Kinder erhält nach der Schuleingangsuntersuchung eine Brille verordnet. 
Hörstörungen im Kindesalter sind dagegen in den seltensten Fällen dauerhaft. Es überwiegen 
passagere oder wiederkehrende ein- oder beidseitige Hörstörungen durch Mittelohrergüsse 
oder -entzündungen. Im schulischen Alltag können Hörstörungen jedoch auch wenn sie nicht 
dauerhaft sind, zu nicht unwesentlichen Lernstörungen führen. So finden sich jährlich 
vorschulisch bei rund 4 - 5 % der Kinder relevante Befunde im Bereich des Hörens und es wird 
eine Vorstellung / Kontrolluntersuchung beim betreuenden Arzt oder HNO-Arzt empfohlen. 
Rund 21 % der Kinder weisen zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung eine chronische 
oder relevante akute Erkrankung auf oder sie haben in der Vergangenheit eine Erkrankung 
durchgemacht, die möglicherweise schulrelevant ist.

ABB. 9: BEDEUTSAME ODER CHRONISCHE ERKRANKUNGEN DER KINDER  
So liegt bei etwa 7 % der Kinder eine relevante Erkrankung der Atemwege (z. B. Asthma) vor. 
Bei jeweils insgesamt rund 6 % bestehen Erkrankungen im Bereich des zentralen 
Nervensystems (z. B. Krampfleiden), der Herz-Kreislauforgane oder der Haut. Darüber hinaus 
weisen rund 10 %  der Kinder Hinweise für eine relevante Allergie auf. Diese Erkrankungen 
machen meist eine spezifische schulbezogene Beratung der Eltern und der zuständigen 
Grundschule erforderlich. In Einzelfällen, insbesondere bei Kindern mit relevanten 
Behinderungen wird infolge der vorliegenden Erkrankungen eine regelmäßige schulärztliche 
Betreuung für die Schulzeit angeboten bzw. eingerichtet. 
Gravierende Entwicklungsstörungen oder Behinderungen finden sich bei ca. 4-5 % der Kinder 
eines Jahrgangs, zumindest deutliche Beeinträchtigungen bei zusätzlich ca. 6 % der Kinder. 
 
ABB. 10: ENTWICKLUNGSBEEINTRÄCHTIGUNGEN / BEHINDERUNGEN DER KINDER  
   17

Therapeutische Versorgung der Kinder im Vorschulalter 
Trotz der allgemein guten gesundheitlichen Situation wurde bei rund 40 % aller Kinder bis zum 
Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung bereits wenigstens einmal ein Heilmittel (z. B. 
Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie) verordnet. Rund 6 % der Eltern geben an, dass ihr 
Kind im Kindergarten integrativ gefördert wird bzw. dass eine solche Förderung in Kürze 
beginnen soll. 
Während bei den meisten der Kinder die Heilmittelverordnung spätestens bis zum Schulanfang 
abgeschlossen ist, stellt sich bei den Kindern mit vorschulischer Integration die Frage nach dem 
Fortbestand dieser zusätzlichen Förderung auch nach der Einschulung. In diesen Fällen erfolgt 
eine umfassende schulärztliche Beratung. Etwa bei jedem 10. Kind erfolgt die schulärztliche 
Empfehlung an die Eltern, einen aktuellen Heilmittelbedarf über den behandelnden Kinderarzt 
abklären zu lassen. 
 
ABB. 11: ANTEIL DER KINDER, DIE IM VORSCHULALTER BEREITS MINDESTENS EINE HEILMITTEL-
VERSORGUNG ERHALTEN HABEN (PHYSIOTHERAPIE, LOGOPÄDIE, ERGOTHERAPIE) 
Übergewicht und Fettleibigkeit 
Einen körperlichen Befund von besonderer Relevanz stellen die kindlichen Körpermaße bzw. 
ein Übergewicht oder gar eine Fettleibigkeit dar. Zur Beurteilung des Körpergewichtes wird bei 
Kindern und Erwachsenen das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße, der so genannte 
Body-Maß-Index (BMI) herangezogen. Im Kindesalter wird der errechnete Wert in Abhängigkeit 
vom Lebensalter und Geschlecht mit Normwerten (Percentilen) verglichen. Dabei gilt ein BMI 
oberhalb der 90. Percentile der Altersnorm als Übergewicht, ein Wert oberhalb der 97. 
Percentile als Fettleibigkeit (Adipositas). 
Rund 6 % der Kinder im Stadtgebiet sind zu Schulanfang übergewichtig und ca. 4 % adipös. 
Wie auch in vergleichbaren Längsschnittsuntersuchungen zeigte sich in Münster in der 
langjährigen Sichtweise die Tendenz einer Zu nahme von Übergewicht und Fettleibigkeit. Die 
Betrachtung der letzten drei Jahrgänge zeigt weitgehend konstante Zahlen. Die Ergebnisse 
entsprechen in etwa dem Landesdurchschnitt
13. 
                                                 
13 Gemäß dem LIGA (jetzt: Landeszentrum Gesu ndheit NRW) waren in NRW zum Einschuljahr 
2009/2010 durchschnittlich 6,2 % der Kinder übergewichtig und 4,5 % adipös. 
   18

Kindliches Übergewicht und Fettleibigkeit gehen mit hohen Gesundheitsrisiken für die gesamte 
weitere Lebensspanne einher. Besorgnis erregend sind auch bei diesem gesundheitsrelevanten 
Befund deutlich höhere Quoten bei Kindern aus Familien mit eher geringen sozialen 
Ressourcen. Dabei sind die Ursachen für die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas bei 
Kindern und Jugendlichen komplex. Das Ernährungsverhalten ist offensichtlich auch deutlich 
sozioökonomisch geprägt. Bei der Betrachtung der Adipositas unter dem Blickwinkel der 
Zuwanderung zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Hier scheinen sich auch heterogene „Ideale“ 
der Ethnien widerzuspiegeln. Tatsache ist jedoch auch in Münster: Ein mit entscheidender 
Faktor für kindliches Übergewicht ist Übergewic ht der Eltern. Hier können also Maßnahmen für 
Kinder alleine schlecht greifen. 
 
ABB. 12: FETTLEIBIGKEIT (ADIPOSITAS) UND ÜBERGEWICHT DER KINDER  
 
Übergewicht /Adipositas 
 
Gesamt:     6,3% / 4,1 % 
Jungen:    6,4% / 4,6 % 
Mädchen:    6,3 % /  3,7 % 
Niedrige Sozialressourcen :  9,3 % / 8,2 % 
Hohe Sozialressourcen:  5,2 % / 2,4 % 
Kinder mit MV:  8,5 %  / 6,8 % 
Kinder ohne MV :   5,3 %  / 3,0 % 
TEXTBOX 3: ÜBERGEWICHT UND ADIPOSITAS, GESCHLECHT; SOZIALRESSOURCEN; 
MIGRATION; SEU 2010 - 2011 
   19

20 
Förderung außerhalb von Kindergarten und Schule 
Zahlreiche Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, wie wichtig für eine 
gesunde körperliche, seelische und soziale Gesundheit eine altersgerechte Anregung durch 
Bewegung, Sport und Spiel ist. Körperliche Bewegung ist dabei nicht nur eine notwendige 
Voraussetzung für die organische und motorische Entwicklung, sie spielt auch bei der 
Bewältigung altersspezifischer Entwicklungsaufgaben und der Ausbildung sozialer 
Kompetenzen eine Rolle. Nicht nur Kinderärzte werden zunehmend mit Bewegungsmangel und 
daraus resultierenden Entwicklungsfolgen von Krankheitswert konfrontiert. Diese sogenannten 
"neuen Morbiditäten" stellen neben dem System der Gesundheitsversorgung und 
Krankenbehandlung nicht zuletzt auch das Bildungs- und Erziehungssystem vor große 
Herausforderungen. 
Erfreulicher Weise erhalten rund 60% der Kinder vorschulisch eine regelmäßige sportliche 
Förderung oder haben eine solche Anregung früher einmal regelmäßig erhalten. Zugleich 
haben etwa 50 %  bereits einen Schwimmkurs absolviert und teilweise schon ein 
Schwimmabzeichen erworben. Allerdings haben auch knapp ¼ keine derartigen Angebote 
erhalten. 
Auch hier zeigt sich eine erhebliche Ungleichverteilung: Kinder ohne vorschulische regelmäßige 
sportliche Förderung leben besonders häufig in sozial schwierigeren Verhältnissen bzw. in 
Stadtbezirken mit allgemein bekannt erhöhten Problemlagen. Auch Kinder aus zugewanderten 
Familien sind seltener bei entsprechenden sportlichen Anregungen zu finden. Hier besteht also 
ein Zeitfenster, in dem zahlreiche Gruppen von Kindern angesprochen und angeregt werden 
können. Das Potential von Sport und körperlicher Bewegung für die gesellschaftliche 
Integration sollte intensiver genutzt werden. Anzunehmen ist, dass nicht nur fehlende finanzielle 
Mittel, sondern auch ein mangelnd ausgeprägtes Bewusstsein für die Wichtigkeit solcher 
Angebote ausschlaggebend sind. 
Sport   
 
Gesamt:  59,2 % 
Jungen:  55,6 % 
Mädchen:  63,0 % 
Kinder mit MV:  35,1 % 
Kinder ohne MV :  69,9 % 
Schwimmen Nein Nein: 44,2 % 
Kinder mit MV:  73,0 % 
Kinder ohne MV :  31,5 %  
Schwimmen (Seepferdchen) Ja  
 
 
Schwimmkurs aber kein Seepferdchen: 
22,1 % 
Ja: 33,7 % 
Kinder mit MV:  14,6 % 
Kinder ohne MV :  42,2 %  
TEXTBOX 4: SPORT UND SCHWIMMEN; SEU 2010  - 2011

ABB.13: VORSCHULISCHE FÖRDERUNG DURCH SPORT NACH BEZIRK 
Sozialpädiatrisches Screening für Schuleingangsuntersuchungen 
Schulisches Lernen baut wesentlich auf vorschulisch erworbenen Grundfähigkeiten auf. So 
weisen zahlreiche Untersuchungen der vergangenen Jahre darauf hin, dass verschiedene, 
teilweise relativ eng umschriebene Vorläuferfähigkeiten entscheidend für das spätere Erlernen 
von Lesen, Schreiben und Rechnen sind. Die seit Jahren etablierten Screeningverfahren 
(Bielefelder Screening, DELFIN-Verfahren etc.) sowie Förderansätze, wie das flächendeckende 
bedarfsgesteuerte Sprachförderprogramm im Kindergartenalter, bauen auf diesen 
Erkenntnissen auf. 
Das neu entwickelte und landesweit eingesetzte schulärztliche "So zialpädiatrische Screening 
für Schuleingangsuntersuchungen" (SOPESS) ist in Verbindung mit der schulärztlichen 
Beurteilung der Ergebnisse ein wichtiger Baustein in dieser Übergangsphase. Der Schularzt 
kann mit SOPESS auch, in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit der 
Schuleingangsuntersuchung, einen Eindruck über den Entwicklungsstand eines Kindes 
gewinnen. Die Wertigkeit der Vorhersagen aus diesem Verfahren konnte jüngst in einer 
Verlaufsstudie des Landesinstitutes für Gesundheit und Arbeit (LIGA) untermauert werden. 
Kinder, die bei dieser Untersuchung keine Auffälligkeiten aufweisen, werden in der 
Schuleingangsphase aller Voraussicht nach keinen besonderen Förderbedarf oder 
Entwicklungsprobleme in den schulischen Fertigkeiten zeigen. 
Andererseits wird nicht jedes Kind, welches im schulärztlich bewerteten Screening 
Auffälligkeiten zeigt, später Schwierigkeiten bei den schulischen Fertigkeiten entwickeln. Hier ist 
es Aufgabe des Schularztes, der Schulärztin, die Befunde in eigener Kenntnis des Kindes 
sowie nach einem Beratungsgespräch mit den Eltern zu bewerten. Die Ergebnisse dieser 
Bewertung fließen in das "Schulärztliche Zeugnis“ ein, welches auf Grundlage des 
Schulgesetzes unter Beachtung des Datenschutzes der Schulleitung der zuständigen 
Grundschule zugeleitet wird. In einigen Fällen ergibt sich aus der schulärztlichen Gesamtschau 
auch die Empfehlung, das Kind noch einmal im gesundheitlichen Regelversorgungssystem 
vorzustellen, um ggfs. Befunde mit möglichem Krankheitsbefund bzw. einen Heilmittelbedarf 
abklären zu lassen. Bei elterlichem Einverständnis kann außerdem eine Beratung der für das 
Kind zuständigen Erzieherin im Kindergarten erfolgen, so dass diese bestimmte Auffälligkeiten 
weiter beobachten oder die vorschulische Förderung in besonderer Weise auf die 
Screeningergebnisse ausrichten kann. Auch aus dieser Perspektive heraus hat es sich 
bewährt, dass die Schulärztinnen / Schulärzte insbesondere in Kindertagesstätten, bei denen 
   21

bereits in der Vergangenheit häufiger Kinder mit besonderem Förder- und Beratungsbedarf 
aufgefallen waren, die Schuluntersuchungen frühzeitig im letzten Kindergartenjahr im Beisein 
eines Elternteils in den Einrichtungen durchführen. Dies unterstützt die oft schon laufenden 
Förder- und Integrationsbemühungen der Einrichtungen in besonderer Weise. Die Ergebnisse 
des Screenings werden in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Vergleichszahlen 
(Landesdurchschnitt) des Landeszentrums Gesundheit NRW sind noch nicht publiziert. In 
Einzelfällen war über die Rückmeldung an Eltern, Kita und Schule hinaus eine Zuweisung zum 
Kinderarzt erforderlich, zwecks Einleitung von Diagnostik und ggf. Therapie vor Aufnahme in 
die Schule. 
 
ABB. 14: SCHULÄRZTLICHE BEWERTUNG DER SCREENINGBEFUNDE SOPESS, SEU 2010 - 2011 
 
Wie bei anderen Befunden der Schulanfänger (Vorsorgehäufigkeit, Übergewicht, vorschulische 
Förderung etc.) zeigen sich auch bei den SOPESS-Ergebnissen erhebliche Unterschiede 
zwischen verschiedenen Teilgruppen der Schulanfänger. Der aktuellen Sozial- und 
Gesundheitsforschung folgend kann davon ausgegangen werden, dass auch diese 
Unterschiede nicht, oder nicht ausschließlich, in anlagebedingten Ursachen der Kinder zu 
suchen sind, sondern wesentlich durch die sozialen Lebensbedingungen der Kinder mitgeprägt 
sind. 
   22

ABB. 15: SCHULÄRZTLICHE BEWERTUNG DER SCREENINGERGEBNISSE NACH 
SOZIALRESSOURCEN 
Sprache 
Sprach- und Sprechfähigkeit sind eine wesentliche Voraussetzung für eine altersgerechte 
Teilnahme am schulischen Unterricht. Die Einschätzung von Sprach- und Sprechfähigkeit ist 
damit ein wesentlicher Teil des schulärztlichen Untersuchungsauftrages. Trotz der 
Anstrengungen bei vorschulischen Diagnostik- und Förderprogrammen, wird weiterhin zum 
Schulanfang bei vielen Kindern ein Sprachförderbedarf gesehen. Dabei fällt auf, dass dieser 
Förderbedarf nicht nur für Kinder mit einer anderen Familiensprache als Deutsch, sondern auch 
für Kinder aus rein Deutsch sprechenden Elternhäusern besteht. Die flächendeckenden 
Sprachtests aller Vierjährigen sowie ggfs. verpflichtende Sprachkurse in NRW sind seit einigen 
Jahren Standard. Während diese Entwicklung zunächst der Zunahme von Menschen mit 
Zuwanderungsgeschichte in den Kommunen geschuldet war, zeigte sich rasch, dass 
flächendeckende Sprachtestungen und -förderungen auch für die Kinder deutschsprachiger 
Eltern erforderlich sind. Derzeit stammen je nach Definition ca. 30-38% der Kinder von 
zugewanderten Eltern ab. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren jährlich um 1-2% gestiegen. 
Etwa 30 %  dieser Kinder zeigten nach Einschätzung des Schularztes noch deutliche 
Sprachdefizite, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Sprachförderbedarf auch nach 
Einschulung bedingen. Alleine durch die anteilmäßige Zunahme von Kindern mit 
Zuwanderungsvorgeschichte ist ein Rückgang an Sprachförderbedarf bei Schulbeginn bisher 
nicht zu verzeichnen. Hier besteht ein unverändert hoher Handlungsbedarf. 
Jedes Kind mit Sprachauffälligkeiten kann ohne großen Zeitaufschub und ohne unzumutbare 
Wege heute Anschluss an die entsprechenden etablierten Systeme erhalten. Angebote für 
Sprachdiagnostik, Logopädie und Sprachförderung auf dem Gebiet der Stadt Münster sind 
ausreichend und grundsätzlich für Jedermann offen. Familien, die oft aus sozial bedingten 
Gründen nicht in der Lage sind, diesem Bedarf nachzugehen, werden durch die beschriebenen 
Systeme offenbar nicht im erforderlichen Umfa nge erreicht. Andauernde Sprachauffälligkeiten 
in Zeiten allgemein etablierter Sprachdiagnostik, -förderung und -therapie ist immer ein 
Warnsymptom für eine übermäßige soziale Belastung der Familie. Dies legte nahe, die 
bisherigen Mittel für die Sprachheilambulanz in der Fachstelle Frühe Hilfen am Gesundheitsamt 
aufgehen zu lassen. Die Erfahrungen mit der früheren Sprachheilambulanz zeigen, dass eine 
isolierte Förderung im Sprachbereich bei vielen Kindern nicht ausreicht oder offensichtlich nicht 
zielführend ist. Die Anbindung einer Logopädin an die Beratungsstelle Frühe Hilfen soll helfen, 
   23

24 
Versorgungslücken zu schließen. In enger Kooperation mit den Kindertageseinrichtungen ist 
geplant, sprachauffällige Kinder in der Beratungsstelle Frühe Hilfen zu untersuchen, den 
tatsächlichen Förderbedarf zu klären und die Familien bei der Umsetzung dieser Förderung im 
Regelsystem zu unterstützen. 
Neben der sog. Sprachheilambulanz, die nun in die Beratungsstelle Frühe Hilfen integriert 
wurde, führt das Gesundheitsamt seit 2007 mit Unterstützung des Vereins für Mototherapie und 
psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. (VMPE) in sechs nach Datenlage des 
Gesundheitsamtes ausgesuchten Kindertagesstätten das "Pfiff-Projekt" 
(Psychomotoriknetzwerk für integrierte Frühprävention und Förderung) durch. Die beteiligten 
Kitas (Tagesstätten 1x in Coerde, 1x Kinderhaus, 2x Berg Fidel, 1x Angelmodde und 1x 
Gievenbeck) betreuen traditionell zahlreiche Kinder aus Familien in den verschiedensten 
Problemlagen. Diese Kinder weisen im Kindergartenalter oft „diffuse“ Auffälligkeiten auf, die 
jedoch nicht einen Förderbedarf im Sinne einer Heilmittelverordnung oder einer 
Eingliederungshilfe begründen: Ein wesentliches Ziel des Pfiff-Projektes ist es, die 
Erzieherinnen der Einrichtungen zu befähigen, Gesundheitszustand und allgemeine 
Entwicklung der Kinder differenzierter in den B lick zu nehmen und zeitlich zu verfolgen. Durch 
Schulungen sollen Elternarbeit und -beratung zielgenauer erfolgen, damit die Eltern ihre Kinder 
angemessen fördern können. Im Bedarfsfalle sollen Kinder zielgenauer und gut begründet in 
Förder- oder Therapiesysteme eingebunden werden. Damit profitiert die Einrichtung als 
gesamte von dem Angebot. Bei einem Greifen dieses theoretischen Ansatzes sollte daher eine 
schrittweise Verbesserung des schulrelevanten Entwicklungsstandes der Gesamtheit aller 
Schulanfänger der Pfiff-Kitas erkennbar werden. Erfolge sollten vor allem dann sichtbar werden, 
wenn Kinder in die Grundschule entlassen werden, die vom Beginn ihrer Kitazeit an unter der 
Pfiff-Förderung stehen. Eine Evaluation des Projektes gestaltet sich grundsätzlich schwierig, da 
auch viele andere Einflussfaktoren den Entwicklungsstand der Kinder beeinflussen. Es wurde 
daher der Evaluationsansatz über eine Kontrollgruppe gewählt. Hierfür wurde eine Gruppe von 
Kontroll-Kitas ausgewählt, die bezüglich der betreuten Familien und ihrer strukturellen 
Bedingungen den Pfiff-Kitas vergleichbar sind, die jedoch keine Pfiff-Intervention erhalten 
haben. 
Die schulärztliche Einschätzung der Kinder der Kontroll-Kitas wird bei diesem Ansatz als 
„Zielwert“ gesetzt, den die Pfiff-Kitas ohne Intervention etwa erreichen sollten. Eine 
zunehmende Annäherung an diesen Zielwert oder gar dessen Überschreitung spricht für eine 
überdurchschnittliche Verbesserung der Kinder in den Pfiff-Kitas und deutet damit auf eine 
Wirksamkeit dieser Gesundheitsförderung hin. 
Zusammenfassung 
Die SEU ermöglicht jährlich eine Quer schnittsbeschreibung zum Gesundheits- und 
Entwicklungszustand der Kinder im Vorschulalter in Münster. Dadurch, dass alle schulpflichtig 
werdenden Kinder zur Untersuchung vorgestellt werden, ist eine differenzierte und 
vergleichende Betrachtung möglich. 
Die ärztliche Schuleingangsuntersuchung eines jeden Kindes vor dem Eintritt in die Schule 
stellt sicher, dass wesentliche und schulrelevante gesundheitliche oder 
Entwicklungsbesonderheiten bei der Erfüllung der Schulpflicht Berücksichtigung finden können. 
Bei vielen Kindern und ihren Eltern besteht ein besonderer Untersuchungs- oder 
Beratungsbedarf in dieser Übergangssituation im Leben des Kindes. Zeigte sich bereits in den 
vergangen Jahren durch die schulrechtlichen Änderungen, insbesondere aufgrund der früheren 
Einschulung, ein erhöhter Beratungsbedarf, so ist davon auszugehen, dass die Bedeutung 
dieser Untersuchung im Rahmen des gesamtgesellschaftlichen Auftrags der Inklusion nicht 
geringer werden wird. Die Integration chronisch kranker oder beeinträchtigter oder behinderter 
Kinder in den Schulalltag, die Vermeidung von Über- und Unterforderung bzw. ein Anpassen 
der Förderbedingungen, und die Weiterentwicklung zu einer tatsächlich inklusiven Schule 
stellen eine große Herausforderung dar. Es wird zukünftig - noch mehr als derzeit - darum

25
gehen, Eltern und Schule in dem Bemühen zu unterstützen, angemessene schulische 
Rahmenbedingungen bei Schuleintritt für die Förderung zu schaffen. 
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst überprüft jährlich, welche Daten der 
Schuleingangsuntersuchungen sich unter Wahrung des Datenschutzes eignen, um relevante 
Fragestellungen zur Kinder- und Familiengesundheit in Münster klären zu helfen. Neben einem 
jährlichen Standarddatensatz zu Impfungen, Vorsorgen, Gewicht und Screening werden so 
Zusatzangaben erhoben und fachlich für die Gesundheitsberichterstattung aufbereitet. Dabei 
erlaubt die Untersuchung eines Jahrganges durch die Schuleingangsuntersuchungen relevante 
Darstellungen von "Ist-Zuständen"; damit ergeben sich auch ohne komplexe 
Stichprobenziehung oder umfangreiche statistische Rechenvorgänge wertvolle Planungsdaten. 
Seit Jahren fließen Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Untersuchungen nicht nur intensiv in 
die eigene Ressourcenplanung des Gesundheitsamtes ein, auch andere Verwaltungseinheiten 
nutzen kleinräumig vergleichende Daten für die Ressourcenplanung. Die Weiterentwicklung der 
Angebote früher Hilfen durch das Gesundheitsamt, die Unterstützung der Begrüßungsbesuche 
des Jugendamtes durch Hebammen und die Gesundheitsförderprojekte des Gesundheitsamtes 
(u. a. das Projekt "Gesund Aufwachsen") wurden wesentlich durch Schuleingangsdaten 
modelliert. Auch wenn sich Erfolge vieler Einzelprojekte und Ansätze im Detail kurzfristig oft nur 
schwer nachweisen lassen, eignen sich die Schuleingangsuntersuchungen doch dazu, Ansätze 
in ihrer Wirksamkeit abzubilden. 
Die Neuausrichtung und Weiterentwicklung der Beratungsstelle für Entwicklungsfragen im 
Kindesalter in die "Beratungsstelle Frühe Hilfen im Gesundheitsamt" stellt eine umfassende 
Neuausrichtung der frühen Hilfen des Gesundheitsamtes dar. Hiermit und auch mit dem Pfiff-
Projekt wird der Bogen vom Einschulalter zurück in die frühe Familienwerdung gespannt. Damit 
stellt sich das Gesundheitsamt wesentlich den neuen Herausforderungen, die das 
gesamtgesellschaftliche Ziel der bestmöglichen Inklusion aller Menschen in die Mitte der 
Gesellschaft auch für das öffentliche Gesundheitswesen mit sich bringt. 
Neben einer Gesamtsicht auf die einzelnen Schuleingangsjahrgänge erlauben die Daten der 
Schuleingangsuntersuchungen auch einen spezifischen Blick auf einzelne Bevölkerungs-
gruppen. So zeigen sich teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen 
Stadtteilen und Bezirken. Auch lassen sich spezifische Bedarfe bei Kindern aus kürzlich 
zugewanderten Familien darstellen. Deutlich wird, dass sich auch innerhalb der nicht 
zugewanderten Familien teilweise sehr unterschiedliche Bedarfslagen darstellen lassen, die 
alleine aus dem medizinischen Blickwinkel mit Gesundheits- oder Entwicklungsgeschichte nicht 
erklärbar oder „behandelbar“ sind. Hier zeigt sich in Münster wie letztendlich auch weltweit ein 
zunehmender Zusammenhang zwischen Gesundheit, Entwicklung und Bildungschancen. Die 
Stadt Münster hat mit ihrem Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armutsprävention 
wichtige vernetzte Angebote der Jugend- und Gesundheitshilfe für insbesondere benachteiligte 
Kinder bereitgestellt und ausgebaut.

26 
                                                
Anhang 
Der Münsteraner Sozialressourcenscore 
Einleitung 
In der aktuellen Gesundheits- und Sozialforschung gilt unumstritten, dass die sozialen 
Lebensbedingungen einen wesentlichen Einfluss darauf haben, ob ein Mensch seine ihm 
angeborenen Fähigkeiten umfassend nutzen kann um gesund und gut gebildet aufwachsen zu 
können. Diese "sozialen Lebensbedingungen" entziehen sich jedoch der unmittelbaren 
Messbarkeit. Daher ist es für epidemiologische Untersuchungen
14 erforderlich, bestimmte 
Faktoren zu bestimmen, mit deren Hilfe sich Aussagen zu diesen Lebensbedingungen machen 
lassen.  
Für Erwachsene sind beispielsweise mit Schulabschluss, beruflichem Status und Einkommen 
solche Indikatoren beschrieben. Für Kinder sind solche Indikatoren in der Fachliteratur bisher 
nicht allgemeingültig beschrieben. Um die sozialen Lebensbedingungen von Kindern zu 
beschreiben, ist man daher als Hilfskonstruktion auf die Sozialfaktoren der Eltern angewiesen. 
Alternativ ist es möglich, Faktoren (Ressourcen und Risiken) beim Kind zu beschreiben, die 
sich nur mittelbar von den elterlichen Faktoren ableiten lassen. Der letztgenannte Weg bietet 
sich bei der Schuleingangsuntersuchung auch insofern besonders an, als dass das Erheben 
von Sozialdaten der Eltern allenfalls auf fr eiwilliger Basis möglich ist. Dagegen ergeben sich 
aus den für die Einschulung erforderlichen Angaben und Untersuchungsergebnisse zum Kind 
im Einzelnen Fakten, die geeignet sind, einzelne Facetten sozialer Lebensbedingungen 
abzubilden. Durch eine Kombination mehrerer solcher Facetten ist es möglich, ähnlich wie im 
Erwachsenenalter aus Ressourcen und Risiken einen Gesamtindikator zu gewinnen, der die 
sozialen Lebensbedingungen des Kindes orientierend abzubilden in der Lage ist. 
Wie auch bei anderen Indikatorenmodellen ist stets zu beachten, dass ein solcher Indikator nur 
begrenzt dazu in der Lage ist, eine einzelne Person in ihren Fähigkeiten, Ressourcen und 
Risiken umfassend zu beschreiben. Die Stärke von Indikatoren liegt in der gruppierten und 
anonymisierten epidemiologischen Auswertung. Über Indikatoren lassen sich aus einer 
größeren Gruppe von Menschen Teilgruppen differenzieren, die dann bezüglich bestimmter 
Ergebnisse mit einander verglichen werden können. 
Der "Münsteraner Sozialressourcen-Score" hat sich in den letzten Jahren für die 
Gesundheitsberichterstattung der Schuleingangsuntersuchung als sehr hilfreich und 
aussagekräftig herausgestellt. Er setzt sich aus vier Dimensionen zusammen und fasst 
Facetten aus verschiedenen relevanten Teilbereichen der Lebensbedingungen des Kindes 
zusammen: 
• Elterliche vorschulische Förderung des Kindes (durch Sport, Schwimmen oder Musik) 
• Familienkonstellation (Anzahl der im Haushalt lebenden Erwachsenen) 
• Migrationsvorgeschichte und Deutschkenntnisse 
• Sozialgefüge des Wohnbezirkes (gemessen an der Sozialhilfequote
15 des Wohnbezirks). 
Für jeden dieser Teilindikatoren wurden Definitionen erstellt und für verschiedene 
Ausprägungen der Teilindikatoren Punktwerte vergeben (Anhang Tabelle 1). Da der elterlichen 
vorschulischen Förderung für die allgemeine und soziale Kindesentwicklung ein besonderer 
Stellenwert zukommt, geht dieser Faktor mit einer höheren Gewichtung in die Gesamtsumme 
 
14 Epidemiologie: Wissenschaftszweig der Gesund heits- und Sozialforschung. Sie untersucht die 
Verteilung bestimmter Faktoren in der Bevölkerung und die Auswirkung dieser Verteilungsmuster auf die 
unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. 
15 gemessen an der Sozialhilfequote bzw. Quote von Bedarfsgemeinschaften in Grundsicherung

des Indikators ein. Die Punktsumme legt letztendlich fest, welcher der drei Gruppen sozialer 
Ressourcen das Kind zugerechnet werden kann (Anhang Tabelle 2). 
Wie bereits oben erwähnt, kann aus einem epidemiologischen Sozialindikator für das einzelne 
Kind nicht unmittelbar eine Relevanz oder gar eine "Bewertung" abgeleitet werden. Für die 
Betrachtung der einzelnen Person ist immer eine individuelle Betrachtung der einzelnen 
Faktoren und Leistungen erforderlich. Der Müns teraner Sozialressourcenindikator hat demnach 
für die unmittelbare schulärztliche Aufgabe in der Schuleingangsuntersuchung keine Relevanz. 
Die Vorteile des Indikators ergeben sich erst aus der epidemiologischen Betrachtung. Die grobe 
Einteilung aller Kinder in eine der drei "Ressourcengruppen" erlaubt bei den Schulanfängern, 
die Relevanz sozialer Faktoren für Gesundheit, Entwicklung und schulrelevantem 
Fähigkeitenprofil abzuschätzen.  
Der Münsteraner Sozialressourcenindikator hat sich in den vergangenen Jahren als hilfreiches 
Werkzeug erwiesen, besondere Problemlagen in der vorschulischen Gesundheit und 
Entwicklung kleinräumig abzubilden. Dabei erweist es sich als besondere Stärke, dass sich der 
Gesamtwert aus verschiedenen Ressourcen und Risiken zusammensetzt. Damit bildet der 
Indikator eine größere Lebensnähe ab, da auch im richtigen Leben niemals einzelne Faktoren 
wie "Zuwanderungsgeschichte", "Familienkonstellation" oder Wohnbezirk alleine für 
Gesundheits- und Entwicklungschancen verantwortlich sind. 
 
 3 Punkte 1 Punkt 0 Punkte 
Elterliche 
Förderung 
Schwimmen  oder 
Sportverein oder 
- kein 
Schwimmen 
Migration und 
Deutschkenntnisse 
- kein 
Migrationshintergrund 
oder 
Migrationshintergrund, 
gute
 Deutschkenntnisse 
Migrationshintergrund, 
Deutschförderung 
erforderlich 
Anzahl Erwachsene 
im Haushalt 
- Zwei oder mehr 
Erwachsene 
Ein Erwachsener 
Sozialhilfeschlüssel 
des Wohnbezirks 
- Sozialhilfequote niedrig 
bis mittel 
Sozialhilfequote hoch 
TABELLE 1: MÜNSTERANER SOZIALRESSOURCENSCORE. ZUSAMMENSETZUNG UND WICHTUNG DER 
EINZELFAKTOREN 
Punktzahl und Ressourcenklasse 
0 - 2 Punkte = Gering 
3 - 4 Punkte = Mittel 
5 - 6 Punkte = Hoch 
 
 
 
 
 
 
TABELLE 2: MÜNSTERANER SOZIALRESSOURCENSCORE. EINTEILUNG DER RESSOURCENKLASSEN 
   27

Berichtsvorlage

4098 Zeichen

V/0121/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Gesundheitsamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Bericht über die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2010 und 2011 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
12.06.2012 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 
13.06.2012 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 
14.06.2012 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
20.06.2012 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
20.06.2012 Integrationsrat Bericht 
 
 
Bericht: 
Die schulärztlichen Eingangsuntersuchungen stellen als Recht  und Verpflichtung  eines jeden 
zukünftigen Schulkindes sicher, dass individuelle Gesundheits- oder Entwicklungsbesonderheiten 
aller Schulkinder in Münster vom Schulanfang an ausreichend berücksichtigt werden können. Die 
standardisierten Untersuchungs- und Dokumentationsabläufe durch Fachärzte/ Fachärztinnen für 
Kinder- und Jugendheilkunde und medizinisc he Fachangestellte sowie der Einsatz des wisse n-
schaftlich evaluierten Landes -Untersuchungsprogramms SOPESS (Sozialpädiatrisches Scre e-
ning für Schuleingangsuntersuchungen , siehe Anlage) gewährleisten die erforderlichen strukt u-
rellen Qualitätsvoraussetzungen. 
 
Das einzelne Kind steht künftig auch im Rahmen einer integrativen  und zunehmend inklusiven 
Pädagogik weiter im Fokus der Betrachtung. Bedeutung und Wichtigkeit der Schuleingangsu n-
tersuchung werden daher durch die bevorstehende Diversifizierung von Fördermöglichkeiten und 
Förderorten im Rahmen gelebter Inklusion zunehmen. Der Schularzt bietet z usammen mit den 
niedergelassenen Ärzten und Therapeuten im Übergang zur Schule das medizinische Beratungs- 
und Unterstützungsangebot für Kinder, Kindertagesstätte, Eltern und Lehrer. 
 
Die Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse zum Entwicklungsstand und zur gesundheitl i-
chen Lage der Kinder in Münster. Die anonymisierten Daten sind eine wesentliche Quelle für die 
kommunale Gesundheitsberichterstattung zur Gesundh eit und Entwicklung von heranwachse n-
den Kindern. Erkenntnisse aus den Schuleingangsuntersuchungen der vergangenen Jahre h a-
ben sich in verschiedenen Bereichen als geeignetes Steuerinstrument für ein bedarfsgerechtes 
kommunales Verwaltungshandeln erwiesen. Fachlich interpretierte Erkenntnisse und Ergebnisse 
der Untersuchungen werden regelmäßig auf interdisziplinären Fachebenen der Gesundheit, J u-
gendhilfe und Bildung in der Stadt Münster vorgestellt und diskutiert. Ein anonymisierter Teild a-
tensatz wird außerdem zur zentralen Erfassung und Analyse an das Landeszentrum Gesundheit 
NRW weitergegeben. Die aggregierten Impfdaten werden von dort an das Robert -Koch-Institut in 
Berlin weitergeleitet. 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0121/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Dr. Iseke 
Ruf: 
492-5417 
E-Mail: 
Iseke@stadt-muenster.de 
Datum: 
23.05.2012 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0121/2012 
 
 
 
Die gute kinderärztliche Versorgung der Stadt bildet sich in den Erg ebnissen der Schuleingangs-
untersuchung ab. Die jahrzehntelang etablierten Früherkennungsuntersuchungen und die "kla s-
sischen" Impfungen werden in hohem Umfang wahrgenommen. Dagegen gelingt es dem medizi-
nischen Regelversorgungssystem beispielsweise nur mit d eutlicher zeitlicher Verzögerung, neu 
eingeführte Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen umfassend zu etablieren. Hier arbei-
tet der schulärztliche Dienst eng mit dem medizinischen Regelversorgungssystem zusammen, 
um die Kinder der notwendigen Versorgung zuzuführen. 
 
Nach zweijährigem Einsatz des neuen SOPESS -Verfahrens werden in der Anlage exemplarisch 
ausgewählte Themenkomplexe der aktuellen Schuleingangsuntersuchungen dargestellt. Die Auf-
bereitung der Daten erfolgt auf einem hohen fachlichen Niveau un d wird nicht von allen komm u-
nalen Gesundheitsämtern durchgeführt. Die zahlreich aufbereiteten Daten bieten Planungs- und 
Handlungsanregungen sowohl für Akteure im kommunalen Raum als auch außerhalb der med i-
zinischen Versorgung. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
Anlagen: 
Gesundheitsbericht Band 19: Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2010 und 2011

Beratungsverlauf (5)

12.06.2012 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
13.06.2012 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 8 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.06.2012 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.06.2012 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.06.2012 Integrationsrat
TOP 2.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Kinderhaus

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0121/2012
Typ
Vorlagen
Datum
03.04.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37