AN/1015/2022
Armut in Köln: Köln-Pass nötiger denn je
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SPD Anfrage nach § 4
3559 Zeichen
An den Vorsitzenden des Ausschusses
für Soziales, Seniorinnen und Senioren
Herrn Daniel Bauer-Dahm
Frau Oberbürgermeisterin
Henriette Reker
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Köln
Rathaus, Spanischer Bau
50667 Köln
fon 0221. 221 259 50
fax 0221. 221 246 57
mail fraktion@koelnspd.de
web www.koelnspd.de
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 09.05.2022
AN/1015/2022
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 12.05.2022
Armut in Köln: Köln-Pass nötiger denn je
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
die SPD-Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung am 12.05.2022 aufzu-
nehmen:
Der Rat der Stadt Köln hat auf Initiative der SPD-Fraktion die Verwaltung beauftragt, den
Köln-Pass zu digitalisieren. Hintergrund sind die Integration verschiedener Leistungen in ein
digitales Angebot, Erwägungen zum Abbau von Stigmatisierung etwa im Nahverkehr und bei
Bildungsleistungen für Kinder und Jugendliche sowie Vereinfachungen und Kostenersparnis-
se bei Veränderungen in den einzelnen Leistungsberechtigungen, bei der Weiterbewilligung
und beim Ende des Bezugs.
Nun stellen die rasant steigende Inflationsrate und die Verteuerungen alltäglicher Lebensmit-
tel und Kosten, etwa bei Gas und Strom, für die bereits jetzt von Armut betroffenen Men-
schen eine große Bedrohung dar. Dies wird zu einem erhöhten Bedarf an Hilfestellungen
führen, und dadurch dürfte der Köln-Pass als kommunales Instrument der Sicherung gesell-
schaftlicher Teilhabe in seiner Bedeutung steigen.
Seit 2017 wird der mit dem Köln-Pass vergleichbare Düsselpass automatisch an SGB-II-
Leistungsbeziehende versandt. Es ist kein gesonderter Antrag nötig. In Köln geschieht dies
nur im Bereich der Sozialhilfe, der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, bei
Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Zahlen zeigen immer wieder, dass etwa ein Drittel der SGB-II-Beziehenden nicht über einen
Köln-Pass verfügt. Laut Antwort einer Anfrage aus dem Jahr 2017 im Rat kann der Köln-
Pass nicht automatisch an ALG-II-Bezieher*innen ausgestellt werden. Diese müssten beim
- 2 -
Antrag auf Leistungen entsprechende Daten hinterlegen und die Weitergabe bewilligen. Das
Düsseldorfer Beispiel zeigt jedoch, dass es prinzipiell möglich ist. 1
Wir möchten daher von der Verwaltung wissen:
1.) Wie weit ist der Prozess der Digitalisierung des Köln-Passes fortgeschritten, und wann
kann mit der Eröffnung des digitalen Angebots gerechnet werden?
2.) Was denkt die Verwaltung angesichts der steigenden Lebenskosten und der Inflation
über eine Erweiterung des Berechtigtenkreises des Köln-Passes?
3.) Rechnet die Verwaltung mit einer steigenden Anzahl an Anträgen auf Ausstellung eines
Köln-Passes, und wurde eventuell bereits zusätzliches Personal zur Bearbeitung abge-
stellt?
4.) Wie hat sich die Zahl der Anträge und Bewilligungen auf Ausstellung eines Köln-Passes
seit 2021 entwickelt?
5.) Wie hoch ist gegenwärtig der Anteil der Beziehenden des Köln-Passes im Vergleich zur
Zahl der Berechtigten? (Bitte prozentual und in absoluten Zahlen aufgeschlüsselt nach
den Berechtigtenkreisen der Köln-Pass-Inhaberinnen und -Inhaber.)
Mit freundlichen Grüßen
gez. Mike Homann
SPD-Fraktionsgeschäftsführer
1 https://service.duesseldorf.de/suche/ -/egov-bis -detail/dienstleistung/5252/show
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1015/2022
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 09.05.2022
- Erstellt
- 09.05.2022 13:00