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2743/2022

Sachstandsbericht zum Projekt "Relocating a Structure"

Mitteilung Ausschuss 29.08.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 30.08.2022, TOP 8.6

Mitteilung Ausschuss

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Anlage 1 Sachstandsbericht

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Mitteilung Ausschuss

1250 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/4511 
 
Vorlagen-Nummer  29.08.2022 
 2743/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 30.08.2022 
 
Sachstandsbericht zum Projekt „Maria Eichhorn Relocating a Structure“, 
Deutscher Pavillon 2022, 59. Internationale Kunstausstellung La Biennale di Venezia, 
kuratiert von Yilmaz Dziewior im Auftrag des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik 
Deutschland in Kooperation mit dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) 
Für den deutschen Beitrag auf der 59. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia hat 
Kurator Yilmaz Dziewior die Künstlerin Maria Eichhorn eingeladen.  
Maria Eichhorn setzt sich in ihrem Projekt „Relocating a Structure", Deutscher Pavillon 2022, 59. In-
ternationale Kunstausstellung – La Biennale di Venezia mit der wechselvollen Geschichte des Deut-
schen Pavillons seit den Anfängen der Biennale und mit der widerständigen Rolle der Kunst bei der 
Situierung gesellschaftlicher Verhältnisse auseinander. 
 
Einen umfangreichen Sachstandsbericht finden Sie als Anlage. 
 
Den Katalog Maria Eichhorn "Relocating a Structure" können Sie unter  
https://www.deutscher-pavillon.org/de/publikation/ herunterladen. 
 
 
Gez. Charles

Anlage 1 Sachstandsbericht

11461 Zeichen

Deutscher Pavillon 2022 59. Internationale Kunstausstellung  La Biennale di Venezia Künstlerin: Maria Eichhorn Kurator: Yilmaz Dziewior 
Deutscher Pavillon 2022 Im Auftrag des In Kooperation mit dem www.deutscher-pavillon.org Auswärtigen Amts ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)  der Bundesrepublik Deutschland 
SACHSTAND zum Projekt   Maria Eichhorn  Relocating a Structure  Deutscher Pavillon 2022 59. Internationale Kunstausstellung La Biennale di Venezia kuratiert von Yilmaz Dziewior 23. April – 27. November 2022  
  Inhalt  1. Detaillierte Projektbeschreibung 2. Relocating a Structure 3. Stadtführungen  4. Publikationen 5. Künstlerin 6. Kurator

Deutscher Pavillon 2022 59. Internationale Kunstausstellung  La Biennale di Venezia Künstlerin: Maria Eichhorn Kurator: Yilmaz Dziewior  
www.deutscher-pavillon.org 
1. Detaillierte Projektbeschreibung Relocating a Structure  Für den deutschen Beitrag auf der 59. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia hat Kurator Yilmaz Dziewior die Künstlerin Maria Eichhorn eingeladen.  Maria Eichhorn setzt sich in ihrem Projekt Relocating a Structure. Deutscher Pavillon 2022, 59. Internationale Kunstausstellung – La Biennale di Venezia mit der wechselvollen Geschichte des Deutschen Pavillons seit den Anfängen der Biennale und mit der widerständigen Rolle der Kunst bei der Situierung gesellschaftlicher Verhältnisse auseinander.  Das Projekt besteht aus mehreren Bestandteilen, die im Zusammenspiel den künstlerischen Beitrag für Venedig bilden. Die Künstlerin entwickelte zunächst die Idee, den Deutschen Pavillon für die Laufzeit der Biennale zu translozieren und originalgetreu an gleicher Stelle wieder aufzustellen. Die temporäre Versetzung des Gebäudes impliziert die Abwesenheit des Deutschen Pavillons, den leeren Platz, die Erweiterung des unbebauten Raums der ursprünglich als öffentlicher Park angelegten Giardini sowie des visuellen und räumlichen Umfelds der angrenzenden Pavillons und schafft auf diese Weise Raum für Bewegung, Reflexion und Auseinandersetzung mit den Bedingungen, welchen die Kunst im Kontext der Biennale mit ihren nationalen Pavillons ausgesetzt ist.   Der Deutsche Pavillon stellt für Künstler*innen eine Herausforderung dar, auf mehreren und ganz unterschiedlichen Ebenen. Bei jedem Dekonstruktionsversuch wird man darauf zurückgeworfen. Ich betrachte den Deutschen Pavillon nicht isoliert, sondern im Ensemble und Wechselspiel mit anderen Pavillons und Länderbeteiligungen in Bezug auf staatlich-territoriale und geopolitische, globale ökonomische und ökologische Entwicklungen. – Maria Eichhorn  Die Überlegungen zur Trans- und Relozierung des Deutschen Pavillons gingen einher mit einer Analyse der spezifischen Gebäudestruktur des Pavillons, der im Grunde aus zwei Gebäuden besteht: dem 1909 errichteten Bayerischen Pavillon und dem Nazi-Erweiterungsbau von 1938 in heutiger Gestalt. Wo befindet sich der ursprüngliche Baukörper, wo setzt der Um- und Anbau an?  Maria Eichhorn ließ Gebäudefundamente ausgraben und Putzschichten von Wänden abtragen, um die Nahtstellen zwischen den verschiedenen Gebäudeteilen freizulegen. Um eine unmittelbar nachvollziehbare Vorstellung von den fundamentalen Um- und Erweiterungsbauten zu erlangen, wurden

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ferner die Umrisse und Fugen von Fensteröffnungen und Wanddurchgängen von 1909 freigelegt. So konnte das verborgene ursprüngliche Gebäude sichtbar und erfahrbar gemacht werden.  Die freigelegten Stellen werden durch erläuternde Wandbeschriftungen in englischer, deutscher und italienischer Sprache ergänzt. Die Wandtexte wurden mittels Schriftschablonen in feinen Bleistiftumrissen auf die Wand gezeichnet und in weißer Farbe mit dem Pinsel direkt auf die Wand gemalt.  Nicht nur die Übergangslinien zwischen der ursprünglichen Architektur und dem An- und Umbau werden erkennbar, sondern auch die unterschiedlichen Raumvolumina. Während der Bayerische Pavillon in seinen Proportionen das menschliche Maß berücksichtigte, wirken die 1938 vorgenommenen Erweiterungen der Seitenräume und des Hauptraums sowie vor allem die Fassade einschüchternd und lassen den Menschen klein erscheinen. Weitere Bestandteile des künstlerischen Beitrags für den Deutschen Pavillon sind eine umfangreiche Publikation sowie Stadtführungen zu Orten des Widerstands und der Erinnerung in Venedig, die zweimal wöchentlich während der Laufzeit der Biennale stattfinden. Die Publikation versammelt Essays und Studien zur Biennale von Venedig und zum Deutschen Pavillon sowie zu weiterführenden kunsthistorischen, philosophischen, stadtsoziologischen und politischen Fragestellungen. Als Sonderdruck erscheint eine Broschüre anlässlich der Führungen zu Orten, die an den antifaschistischen Widerstand sowie an die Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung unter der deutschen Besatzung von 1943 bis 1945 erinnern. Die Künstlerin kooperiert dabei mit dem Istituto veneziano per la storia della Resistenza e della società contemporanea (Iveser).  Der Titel des künstlerischen Projekts von Maria Eichhorn – Relocating a Structure – kann im übertragenen Sinn gedeutet werden. Denn das „Verrücken von Strukturen“ in neue Zusammenhänge stellt nicht nur einen Bezug zur Architektur und zur Geschichte des Pavillons her, sondern verweist auch auf grundlegende Fragen menschlicher Existenz und ethischer Verantwortung.  – Yilmaz Dziewior  Der deutsche Beitrag zur 59. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia entsteht im Auftrag des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland und wird realisiert in Zusammenarbeit mit dem ifa – Institut für Auslandsbeziehungen.  Maria Eichhorn, Relocating a Structure. Deutscher Pavillon 2022,

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59. Internationale Kunstausstellung – La Biennale di Venezia

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2. Stadtführungen  Als Teil des künstlerischen Beitrags von Maria Eichhorn werden während der Laufzeit der Biennale zweimal wöchentlich Führungen zu Denkmälern und Orten in Venedig angeboten, die an Aktivitäten des antifaschistischen Widerstands sowie an die Deportation der jüdischen Bevölkerung erinnern.  Die erste Führung fand am 28. April 2022 statt, anlässlich des 77. Jahrestags der Befreiung Venedigs von der deutschen Besatzung durch die Alliierten am 28. April 1945. Die Stadttouren werden in Zusammenarbeit mit dem Istituto veneziano per la storia della Resistenza e della societá contemporanea (Iveser) durchgeführt und von Giulio Bobbo und Luisella Romeo begleitet. Eine Tour ist dem Besuch des Jüdischen Ghetto gewidmet. Eine weitere führt vom Bahnhof Santa Lucia über das Gefängnis Santa Maria Maggiore zur Stazione Marittima (dem Übersee-Hafen). Eine dritte nimmt ihren Ausgangspunkt am Arsenale und führt weiter zur Riva dei Sette Martiri, über Leoncillos Denkmal für die Partisanin Venetiens sowie das Denkmal für die italienischen Militärinternierten und Kriegsgefangenen bis zum Denkmal für die Partisanin von Augusto Murer.  
   Riva dei Sette Martiri            Bahnhof Santa Lucia

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3. Publikationen  
 
 
  
Maria Eichhorn: Relocating a Structure. Deutscher Pavillon 2022, 59. Internationale Kunstausstellung – La Biennale di Venezia, hrsg. v. Yilmaz Dziewior, Köln: Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, 2022. Mit Beiträgen von Dana Andrei, Marco Baravalle, Giulio Bobbo, Yilmaz Dziewior, Maria Eichhorn, Hans Haacke, Adrian Iordăchescu, Arno Löbbecke, Vittoria Martini, Anh-Linh Ngo und Leonie Radine Englisch / deutsch / italienisch, 372 Seiten, 29,80 Euro ISBN: 978-3-7533-0223-2  Broschüre zu den Stadtführungen:  Giulio Bobbo: Orte der Erinnerung und des Widerstands, hrsg. v. Yilmaz Dziewior,  Englisch / deutsch / italienisch, 30 Seiten

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4. Maria Eichhorn  
  Maria Eichhorn, D. S. B. D. S. D. S. B. D. U. D. U. B. D. U. D. U. B. D. S. / Löwe im leeren Raum, 1990, Ausstellungsansicht, So oder so, Künstlerhaus Bethanien, Berlin 
Maria Eichhorn, Rose Valland Institut, 2017, Detail: Unrechtmäßig aus jüdischem Eigentum erworbene Bücher, Ausstellungsansicht, documenta 14, Neue Galerie, Kassel 
  Maria Eichhorn, Maria Eichhorn Aktiengesellschaft, 2002, Details, Ausstellungsansichten, Kunsthaus Bregenz  
  Maria Eichhorn, Arbeitsvertrag zwischen der Stadt Köln, vertreten durch die Oberbürgermeisterin, und Frau Maria Eichhorn, 2016 Ausstellungsansicht, Wir nennen es Ludwig. Das Museum wird 40! , Museum Ludwig, Köln

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Die Berliner Künstlerin Maria Eichhorn (*1962 in Bamberg) studierte zwischen 1984 und 1990 an der Hochschule der Künste Berlin bei Karl Horst Hödicke. Seit 1999 lehrt sie als Professorin, zunächst als Gastprofessorin am California Institute of the Arts in Valencia, seit 2003 an der Zürcher Hochschule der Künste. Neben ihren documenta-Teilnahmen 2002 in Kassel und 2017 in Athen und Kassel nahm Maria Eichhorn mehrmals an der Biennale di Venezia (2015, 2001, 1993), zahlreichen weiteren internationalen Biennalen wie etwa in Guangzhou (2008), Berlin (2008, 2004), Sevilla (2006), Istanbul (2005, 1995), Łódź (2004), Yokohama (2001) sowie an Skulptur. Projekte in Münster 1997 teil. Seit 1986 stellt sie in namhaften Institutionen aus. Einzelausstellungen fanden u.a. im Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich (2018), in der Chisenhale Gallery in London (2016), in der Morris and Helen Belkin Art Gallery in Vancouver (2015), im Kunsthaus Bregenz (2014), im Van Abbemuseum in Eindhoven (2007–2010), im Lenbachhaus in München (2003), in der Kunsthalle Bern (2001), im Portikus in Frankfurt am Main (1999) und im Kunsthaus Zürich (1997) statt. Sie brachte zahlreiche Publikationen heraus und wurde unter anderem mit dem George-Maciunas-Preis (1992), dem Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel (2002) und dem Premio Paolo Bozzi per l’Ontologia der Universität Turin (2018) ausgezeichnet. Von 2018 bis 2020 war sie Georg-Simmel-Stipendiatin und Fellow am Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ der Universität Bonn. Aktuell ist sie Forschungsstipendiatin des Berliner Förderprogramms Künstlerische Forschung. 2021 erhält sie den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste in Berlin.   5. Yilmaz Dziewior Seit Februar 2015 ist der promovierte Kunsthistoriker Yilmaz Dziewior (*1964 in Bonn) Direktor des Museum Ludwig in Köln. Von 2009 bis 2015 leitete er das Kunsthaus Bregenz. Für die 56. Biennale Arte in Venedig 2015 kuratierte er als Kommissär den Beitrag von Heimo Zobernig im Österreichischen Pavillon. Vor seiner Tätigkeit in Bregenz war Dziewior acht Jahre Direktor des Kunstvereins in Hamburg und lehrte parallel als Professor für Kunsttheorie an der HFBK.

Beratungsverlauf (1)

30.08.2022 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 8.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
2743/2022
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
29.08.2022
Erstellt
23.08.2022 13:10