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AN/0972/2019

Kein stadteigenes Frischezentrum; Klarheit schaffen

FW Änderungsantrag nach § 13 07.10.2019

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 07.11.2019

Freie Wähler Änderungsantrag nach § 13

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Freie Wähler Änderungsantrag nach § 13

5144 Zeichen

im Rat der Stadt Köln 
 
 
  FWK Walter Wortmann  
  Rathaus Spanischer Bau,  
  Raum A 205 
  50667 Köln 
 
 
 
Tel. 0221 / 221-23840  
Fax 0221 / 221-28770  
E-Mail  Walter.Wortmann @stadt - 
 koeln.de  
 
 
An die  
Vorsitzende des Rates der Stadt Köln 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker 
 
 
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 27.06.2019 
AN/0972/2019 
Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Rat 
09.07.2019 
26.09.2019 
07.11.2019 
 
Kein stadteigenes Frischezentrum; Klarheit schaffen 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
 
Präambel 
 
Das Prinzip Großmarkt muss für Köln sowie die Entwicklungen des Standortes Köln-
Raderberg isoliert von anderen Standorten in deutschen Großstädten betrachtet werden.  
 
Um es vorweg zu sagen; aus unserer Sicht wäre die Neuansiedlung eines Raderberg-
ähnlichen, stadt-eigenen Logistikzentrums in Marsdorf keine Lösung, denn sie würde den 
Anforderungen des Marktes und damit den Bedarfen der Händler und deren Kunden nicht 
mehr entsprechen. 
 
Die seit 30 Jahren anhaltenden Veränderungen im deutschen Lebensmittelhandel (Gesund-
schrumpfung, Filialisierung, Zentralisierung) haben auch am Großmarkt Raderberg zu erheb-
lichen Veränderungen geführt. Umschlagvolumen, Klientel, Ablaufprozesse, Betriebszeiten 
und damit auch die Fluktuation bei der Händlerschaft sind klare Indikatoren. Man kann sa-
gen, dass der Kölner Großmarkt seine frühere, führende Position in der Frischwaren-
Versorgung verloren hat und sich mittlerweile der bedeutende Anteil des Volumens dort auf 
deutlich weniger Betriebe verteilt. Die innerhalb des Großmarktgeländes im Wettbewerb mit-
einander operierenden, vielzähligen Unternehmen und auch die Wirtschaftsförderung der 
Stadt Köln haben es versäumt, diesen Trend als Herausforderung anzunehmen und gemein-
sam Konzepte zu entwickeln, um am Standort Raderberg zu neuen Angebots- und Betriebs-

- 2 - 
 
formen zu finden. 
 
Die Liegenschaftsverwaltung und weitere am Unterhalt des Geländes beteiligte Fachberei-
che der Stadt-Verwaltung haben mit Hinblick auf die geplante „Umwidmung“ des Geländes 
und seit Beginn der weitestgehend abgeschlossenen Grundstücksübernahmen die Instand-
haltung und Optimierung des Gelände und der Infrastruktur systematisch heruntergefahren, 
besser gesagt; vernachlässigt.  
 
Für eine uns derzeit nicht bekannte Anzahl Unternehmen auf dem Gelände wurden Pacht-
verträge abgeschlossen und teilweise bis zum Jahr 2023 verlängert, andere Unternehmen 
müssen vorzeitig ihre Standorte verlassen. Eine aktualisierte Übersicht über die Pächter, 
Pachtverhältnisse und Kleingewerbebetreiber und Untermieter liegt nicht vor. Zu einer Ver-
besserung der Transparenz und zu einer Organisationsoptimierung hat auch der Wechsel in 
der Amtsleitung des Marktamtes wenig beigetragen.  
 
Für die Nutzung der denkmalgeschützten Großmarkthalle im Context der Parkstadt-Süd gibt 
es derzeit noch kein (diskutables) Konzept. 
 
Dennoch hat sich am Standort Raderberg eine Gruppierung von ca. 30 bedeutenden Händ-
lern zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen (IG Großmarkt), um ihre Ge-
schäfte an einen neuen Standort zu verlegen.  
 
Nach Aussage der Sprecher der Gemeinschaft ist allerdings seitens der Stadt bisher kein 
Schritt unternommen worden, um mit diesen Unternehmen über ein Konzept – unabhängig 
vom Standort – zu sprechen und damit diesen Unternehmen eine Perspektive und die Pla-
nungssicherheit zu geben. 
 
Beschluss 
 
Daher stellen die Freien Wähler Köln folgenden Ersetzungsantrag,  
 
1. das Vorhaben eines stadt-eigenen, neuen Logistikzentrums für Köln und für den 
Standort Köln-Marsdorf (Beschluss 1905/2012, Änderung Flächennutzungsplan; 
StEA 13.12.12/19.3.12) wird eingestellt und die Beschlüsse aufgehoben. 
2. Die Verwaltung und die Wirtschaftsförderung (CologneBusinessWirtschaftsförderung 
GmbH) werden gebeten mit der IG Großmarkt Verbindung aufzunehmen, um mit den 
Sprechern und Initiatoren über ein mögliches eigenfinanziertes Modell „Großmarkt“ 
zu sprechen. Das Ziel kann nur ein privat betriebenes Geschäftsmodell sein, bei dem 
die Stadt Köln unter den Aspekten Services, Arbeitsplatzsicherung sowie Gewerbe-
steuereinnahmen unterstützende tätig wird.  
3. Die Verwaltung wird gebeten, umgehend einen Statusbericht „Großmarktgelände“ zu 
erheben. Hierzu zählen die Angaben über die derzeit am Standort Raderberg tätigen 
Händler und Dienstleister, über alle bestehenden Pachtverträge (für die stadteigenen 
und hinzuzukaufenden Flächen) mit Angabe der Laufzeiten und möglichen Optionen 
einschl. Angaben über die Untermietverhältnisse einzelner Pächter. Dieser Bericht 
wird den Ausschüssen Finanzen; Wirtschaft sowie dem Liegenschaften vorgelegt.  
4. Die Kämmerei wird gebeten, zum Standort des Frischezentrums/Großmarktgelände 
Raderberg eine Darstellung der Gewerbesteuereinnahmen von den Jahren 2010-
2017 (Schätzung 2018) anzufertigen und ebenfalls den o.g. Ausschüssen zur Verfü-
gung zu stellen.   
 
 
Begründung 
 
Erfolgt mündlich

- 3 - 
 
 
 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Walter Wortmann 
Freie Wähler Köln

Beratungsverlauf (1)

07.11.2019 Rat
Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Übergang zum nächsten Tagesordnungspunkt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0972/2019
Typ
FW Änderungsantrag nach § 13
Datum
07.10.2019
Erstellt
27.06.2019 10:49