2324/2023
Aktualisierung des Konzeptes zur Ausschreibung des Else-Falk Preises
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Überarbeitung Konzept 2023
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1 ANLAGE KONZEPT ZUR AUSSCHREIBUNG EINES FRAUENPREISES IN KÖLN Die Gleichstellung der Geschlechter im Alltag ist trotz zahlreicher Fortschritte noch nicht erreicht. Nach wie vor sind Frauen und Mädchen in vielen Lebensbereichen gegenüber Männern und Jungen benachteiligt. Noch immer bestehen gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ungleichheiten. So erhalten beispielsweise Frauen immer noch weniger Gehalt als Männer und sie sind auf vielen Entscheidungsebenen in Politik und Wirtschaft unterrepräsentiert. Zudem sind sie häufiger von Gewalt betroffen. 2 Für die viertgrößte Stadt Deutschlands ist es daher angemessen, einen Preis auszuloben, der Frauen auszeichnet, die sich um die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern bzw. Mädchen und Jungen in Köln in besonderem Maße verdient gemacht haben. Dies ist auch ausdrücklicher Wunsch des Arbeitskreises Kölner Frauenvereinigungen (AKF), einem überparteilichen und überkonfessionellen Zusammenschluss von mehr als vierzig Frauenorganisationen in Köln. Der Frauenpreis ist ein Preis der Stadt Köln, der durch einen Ratsbeschluss installiert wird. Der Kölner Frauenpreis trägt den Namen ELSE-FALK-Preis. ELSE FALK (1872 – 1956) - Ein Auszug aus ihrem Engagement: Während des 1. Weltkriegs Schatzmeisterin der KÖLNER NATIONALEN FRAUENGEMEINSCHAFT, 1918 – 1933 Vorsitzende des STADTVERBANDES KÖLNER FRAUENVEREINE (heute AKF Köln), Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der STADTVERBÄNDE von Rheinland und Westfalen, Vorsitzende des KÖLNER VEREINS FÜNFTER WOHLFAHRTSVERBAND und Vorstandsmitglied des Landesverbandes (heute Der Paritätische Köln / NRW), Gründung und Leitung des VEREINS MÜTTERERHOLUNG UND MÜTTER- SCHULUNG, Initiierung von vier Rentnerinnenheimen für durch Krieg und Inflation verarmte Frauen, Begründung der städtischen Blindenbibliothek, Mitwirkung im Vorstand der Kölner GEDOK. 1930 wurde das Haus für berufstätige Frauen nach ihr benannt. Ein Jahr später war sie als Jüdin gezwungen, alle Ämter niederzulegen. Nach der Zerstörung der Wohnung der Falks in der Reichspogromnacht 1938 verließ die Familie das Land. Vgl. Irene Franken: Frauen in Köln. Der historische Stadtführer. Köln 2008, S. 265ff 3 Ziele Die Öffentlichkeit soll für das Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ sensibilisiert werden. Zudem soll die Bereitschaft gestärkt werden, selbst für die Gleichstellung von Frauen und Männern bzw. Mädchen und Jungen aktiv zu werden. Vorbilder sollen in der Öffentlichkeit gezeigt werden und zur Nachahmung animieren. Leistungen, die eine tatsächliche Gleichstellung bewirken, ungleiche Lebenslagen von Frauen und Männern verändern bzw. gleiche Chancen für Frauen und Männern in allen Lebensbereichen herstellen, sollen honoriert werden. Mit dem Frauenpreis soll das herausragende Engagement in Frauenprojekten ausgezeichnet werden und verdeutlichen, wie gesellschaftlich wichtig die Gleichstellung und der respektvolle Umgang miteinander sind Verdienste von Frauen sollen nicht in Vergessenheit geraten und werden durch den Else-Falk-Preis nachhaltig weitergetragen. Zielgruppen Der Else-Falk-Preis wird an eine weibliche Persönlichkeit vergeben. Die Bewerberin kann sich selbst bewerben oder von Vereinen, Projektteams, Initiativen, gewerblichen Betrieben und Institutionen vorgeschlagen werden. Inhalte Die Bewerberinnen für den Preis sollen eine Vorbildfunktion erfüllen und durch ihr Engagement in herausragender Weise für Geschlechtergerechtigkeit gewirkt haben. Besonders gefragt sind zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Beiträge. 4 Beispiele Frauen- und Mädchenförderung Vorbildliche Projekte zur Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens Projekte zur Förderung der Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung Politisches oder gesellschaftliches frauenbezogenes Engagement journalistische Arbeiten und Publikationen, die Frauen in ihrer Vielfalt oder als aktiv Handelnde darstellen oder Lebenszusammenhänge von Frauen in besonderer Weise kritisch beleuchten Engagement auf dem Feld der Gleichstellungspolitik in Vereinen, Institutionen, politischen Parteien Entwicklung und Umsetzung eines erfolgreichen und innovativen Gleichstellungsprojekts, zur Sensibilisierung für gleichstellungsrelevante Themen Einsatz für interkulturelle Verständigung und Integration von Migrant*innen Stadtentwicklung und Städtebau Engagement und Mitwirkung in städtebaulichen Planungen und Stadtentwicklungsprojekten, die insbesondere die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen berücksichtigen 5 Wirtschaft und Arbeitswelt im Rahmen der eigenen beruflichen Tätigkeit (Ausnahme Gleichstellungsbeauftragte und Mandatsträgerinnen) Frauen in Führung Stärkung des Einflusses von Frauen in der Wirtschaft Förderung von Gründerinnen und Selbstständigkeit von Frauen gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit Wissenschaft, Forschung oder Kultur herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die geschlechterrelevante Fragestellungen erörtern mit neuen, kreativen Lösungsmöglichkeiten herausragende künstlerische Leistungen, die sich mit der gesellschaftlichen Situation von Frauen auseinandersetzen Engagement zur Frauengesundheit Eine Bewerberin oder Beworbene kann sich in den folgenden Preisverfahren nochmal bewerben oder vorgeschlagen werden (Preisträgerinnen sind davon ausgenommen). Der Kölner Else-Falk-Preis wird ausschließlich an eine in Köln wirkende Frau vergeben. 6 Preis und Finanzierung Der Preis der Stadt Köln ist dotiert mit 5.000 Euro, der Else-Falk Trophäe designt von Ayla Gillessen und einer Urkunde. Die Preisverleihung findet in einem Festakt im Rathaus statt. Auf Initiative der Politik wird der Preis alle zwei Jahre mit 25.000 Euro gefördert. Die Gelder sind für die Ausrichtung der Preisverleihung, die Produktion der Trophäe und das Preisgeld vorgesehen. Ausschreibung Der Preis wird für 3 Monate ausgeschrieben. Die Ausschreibung erfolgt durch einen Flyer oder Postkarte und wird auf der Homepage www.frauenpreis.koeln sowie auf Social Medias und in der lokalen Presse angekündigt. Der Bewerbungsbogen steht auf der Homepage zur Verfügung. Ihm sollte eine ausführliche Begründung mit der Beschreibung der Verdienste beigefügt werden. Auch digitale Medien, Fotos und Dokumentationen sowie wissenschaftliche Arbeiten können als Anlage beigefügt werden. Die Bewerbungen werden beim Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln eingereicht. Adressat sind dem Flyer und den Ankündigungen zu entnehmen. Jury Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Jury gehören an: der*die Oberbürgermeister*in der Stadt Köln die städtische Gleichstellungsbeauftragte 7 die*der Vorsitzende* des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln Vertreter*innen der stimmberechtigten Fraktionen des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln ein*e Arbeitgebervertreter*in (z.B. der IHK oder Handwerkskammer) ein*e Gewerkschaftsvertreter*in ein*e Vertreter*in einer Hochschule in Köln ein*e Vertreter*in der Liga der Wohlfahrtsverbände ein*e Vertreter*in des Arbeitskreises Kölner Frauenvereinigungen (AKF) ein*e Vertreter*in von LILA in Köln die letztmalige Frauenpreisträgerin Die Jury muss mindestens paritätisch mit Frauen besetzt sein. Sie wird geleitet von der Oberbürgermeisterin/dem Oberbürgermeister der Stadt Köln. Bewerberinnen oder Beworbene können kein Mitglied der Jury sein. Die Jury tagt nicht öffentlich. Sie ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend sind. Zur Annahme eines Vorschlages genügt die einfache Stimmenmehrheit. Eine mögliche Befangenheit eines Jurymitgliedes wird am Anfang der Jurysitzung angezeigt. Das Jurymitglied enthält sich bei der Abstimmung. Über den Beschluss der Jury wird ein Protokoll gefertigt, das von der*dem Vorsitzend*en zu unterzeichnen ist. In diesem Protokoll ist die Entscheidung der Jury zu begründen. Eine Aufteilung des Preises ist nicht vorgesehen.
Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle II/03 Vorlagen-Nummer 2324/2023 Freigabedatum 26.07.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Aktualisierung des Konzeptes zur Ausschreibung des Else-Falk Preises Beschlussorgan Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern beschließt die Aktualisierung des Konzeptes zur Ausschreibung des Else-Falk-Preisverfahrens. Das Konzept ist als Anlage beigefügt. Finanzierung: Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. In dem Jahr der Preisverleihung werden 25.000,- € zur Verfügung gestellt. Die Mittel sind im Haushaltsplan 2023/2024 im Teilplan 0111 „sonstige innere Verwaltung“, bei Teilplanzeile 16 „sonstige ordentliche Aufwendungen“ für das Haushaltsjahr 2024 veran- schlagt. Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 04.09.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 25.000 € alle zwei Jahre € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Zur Verbesserung des organisatorischen Ablaufes des Else Falk Preisverfahrens und in Be- zug auf die Erweiterung der Jury wurde das Konzept überarbeitet und aktualisiert. Um den Fokus auf den Preis zu erhöhen und den Aufwand zu entzerren, ist es sinnvoll, die Veranstaltung zukünftig losgelöst von den Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag, die rund um den 8. März eines jeden Jahres stattfinden, zu organisieren. Für die Preisverleihung wird ein Termin Mitte des Jahres favorisiert. Der Preis wird von der Oberbürgermeisterin persönlich überreicht. Die im Vorfeld stattfindende Ausschreibung und die Jurysitzung zur Auswahl der Preisträgerin orientiert sich an diesem Termin und sollte von der Verwaltung flexibel organisiert werden können. Termine und der zuvor genannte Ausschreibungszeitraum wurden dementsprechend aus dem Konzept gestrichen. Die Jury wird erweitert um die*den Vorsitzende*n des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern und die letztjährige Preisträgerin. Anlage
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2324/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 26.07.2023
- Erstellt
- 20.07.2023 10:57