BKA 0833
Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II einschließlich der Änderung der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Braunkohlenplanes Frimmersdorf Hier: Beschluss zur Erstellung eines Braunkohlenplan-Vorentwurfs
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Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II einschließlich der Änderung der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Braunkohlenplanes Frimmersdorf Hier: Beschluss zur Erstellung eines Braunkohlenplan-Vorentwurfs)
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Seite 1 von 6 Sitzungsvorlage Braunkohle- nausschuss - öffentlich - BKA 0833 Dezernat Regionalplanung, Braunkohlenplanung, Geschäftsstelle Ansprechperson Frau Susanne Brüg- gemann Telefon 0221 / 147 - 3280 BEZIRKSREGIERUNG Köln Datum 28.02.2024 Beratungsfolge Termin TOP Beratungsaktion Braunkohlenausschuss 15.03.2024 4. beschließend TOP: Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II einschließlich der Änderung der Wiedernutz- barmachung im Bereich des Braunkohlenplanes Frimmersdorf Hier: Beschluss zur Erstellung eines Braunkohlenplan-Vorentwurfs Beschlussvorschlag: 1. Der Braunkohlenausschuss nimmt die Vorhabensbeschreibung der RWE Power AG zum Abbauvorhaben Garzweiler zur Kenntnis (Schreiben der RWE Power AG vom Da- tum 18.01.2024). 2. Der Braunkohlenausschuss nimmt die Ausführungen der FUMINCO im ergänzenden Massengutachten zu dem von RWE Power AG vorgelegten flächenoptimierten und massensparenden Wiedernutzbarmachungskonzept für den Braunkohlenplan Garz- weiler II einschließlich der Flächen im Bereich Frimmersdorf unter Berücksichtigung der Rekultivierung externer Bereiche zur Kenntnis. Der Braunkohlenausschuss beschließt, dass das aufgrund der nun vorliegenden Er- gebnisse des ergänzenden Massengutachtens von RWE Power AG nunmehr beab- sichtigte Vorhaben (Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024) vereinbar mit den Vor- gaben der Leitentscheidung 2023 ist. 3. Der Braunkohlenausschuss beschließt auf dieser Grundlage und unter Berücksichti - gung der bereits vorliegenden überschlägigen Beurteilung der Umweltverträglichkeit einschließlich Umweltprüfung die Regionalplanungsbehörde Köln mit der Erarbeitung eines Vorentwurfes zur Änderung des Braunkohlenplanes Garzweiler II einschließlich der im Bereich Frimmersdorf (s. Übersichtskarte) vorzunehmenden Anpassungen zu beauftragen. Erläuterungen: 1. Beschlussempfehlung des Arbeitskreises Garzweiler II in seiner 6. Sitzung am 20.02.2024 Der Arbeitskreis Garzweiler II hat einstimmig folgenden Beschluss in seiner 6. Sitzung am 20.02.2024 gefasst: Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss BKA 0833 Seite 2 von 6 1. Der Arbeitskreis Garzweiler II empfiehlt dem Braunkohlenausschuss die Vorhabensbeschrei - bung der RWE Power AG zum Abbauvorhaben Garzweiler zur Kenntnis (Schreiben der RWE Power AG vom Datum 18.01.2024) zu nehmen. 2. Der Arbeitskreis Garzweiler II empfiehlt dem Braunkohlenausschuss die Ausführungen der FUMINCO im ergänzenden Massengutachten zu dem von RWE Power AG vorgelegten flä- chenoptimierten und massensparenden Wiedernutzbarmachungskonzept für den Braunkoh- lenplan Garzweiler II einschließlich der Flächen im Bereich Frimmersdorf unter Berücksichti- gung der Rekultivierung externer Bereiche zur Kenntnis zu nehmen. Der Arbeitskreis Garzweiler II empfiehlt dem Braunkohlenausschuss zu beschließen, dass das aufgrund der nun vorliegenden Ergebnisse des ergänzenden Massengutachtens von RWE Power AG nunmehr beabsichtigte Vorhaben (Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024) vereinbar mit den Vorgaben der Leitentscheidung 2023 ist. 3. Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung der bereits vorliegenden überschlägigen Beurteilung der Umweltverträglichkeit einschließlich Umweltprüfung empfiehlt der Arbeits- kreis Garzweiler II dem Braunkohlenausschuss die Regionalplanungsbehörde Köln mit der Erarbeitung eines Vorentwurfes zur Änderung des Braunkohlenplanes Garzweiler II ein- schließlich der im Bereich Frimmersdorf (s. Übersichtskarte) vorzunehmenden Anpassungen zu beauftragen. 2. Bisheriger Verfahrensablauf Der Braunkohlenausschuss hat in seiner 154. Sitzung am 03. März 2017 festgestellt, dass sich die energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Grundannahmen des Braunkohlenplans Garzweiler II entsprechend der Leitentscheidung der Landesregierung vom 05. Juli 2016 wesentlich geändert haben. Der Braunkohlenausschuss hält eine Planänderung für erforderlich. Am 25. November 2022 hat der Braunkohlenausschuss beschlossen, dass das von der RWE Power AG aufgrund der politischen Verständigung vom 4.10.2022 zum vorgezogenen Kohleausstieg 2030 angepasste Abbau- und Wiedernutzbarmachungskonzept gemäß Vorhabensbeschreibung Stand 24.10.2022, als Grundlage für die weiteren Planungen zur Anpassung des Braunkohlenplanes Ga - rzweiler II zu machen ist. Die bisherigen Arbeiten zur Anpassung des Braunkohlenplanes Garzweiler II an die Leitentschei - dungen 2016 und 2021 sind einzustellen. Er beauftragt die Regionalplanungsbehörde mit der Prü - fung, wie die sich auch für den räumlichen Bereich des Braunkohlenplanes Frimmersdorf ergeben - den Änderungen für die Wiedernutzbarmachung planerisch und möglichst in einem Verfahren bear- beitet werden können. Sowie zu prüfen welches Verfahren für die landesplanerische Sicherung des Seeablaufs durchgeführt werden soll. In seiner 166. Sitzung am 17.03.2023 beschließt der Braunkohlenausschuss, dass die Regionalpla- nungsbehörde die Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II und des Braunkohlenplans Frim - mersdorf in einem gemeinsamen Verfahren durch die Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II und seine Erweiterung um die Änderung der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Braunkoh - lenplanes Frimmersdorf durchführen soll. Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss BKA 0833 Seite 3 von 6 In seiner 167. Sitzung am 16.06.2023 nimmt der Braunkohlenausschuss die Angaben zur überschlä- gigen Beurteilung der Umweltverträglichkeit einschließlich Umweltprüfung zur Änderung des Braun- kohlenplans Garzweiler II 1995 einschließlich Änderungen bezüglich der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Braunkohlenplans Frimmersdorf zur Umsetzung des vorgezogenen Kohleausstiegs 2030 der RWE Power AG zur Kenntnis. Der Braunkohlenausschuss beauftragt die Regionalpla - nungsbehörde Köln auf Grundlage der Vorhabensbeschreibung der RWE Power AG vom 24.10.2022 mit der Erarbeitung eines Vorentwurfes zur Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II einschließlich der im Bereich Frimmersdorf vorzunehmenden Anpassungen zu beginnen. Der Braunkohlenausschuss beauftragt die Regionalplanungsbehörde weiterhin, die Vorhabensbeschrei- bung vom 24.10.2022 nach Vorliegen der Leitentscheidung 2023 auf deren Vereinbarkeit zu prüfen. In seiner 169. Sitzung am 03.11.2023 beschließt der Braunkohlenausschuss, dass das von der RWE Power AG auf der Grundlage der Leitentscheidung 2023 vorgelegte flächenschonende Abbaukon - zept für Garzweiler II einschließlich der Flächen im Bereich Frimmersdorf (flächenoptimiertes und massensparende Wiedernutzbarmachungskonzept unter Einschluss zu rekultivierender externer Bereiche) eine geeignete Grundlage ist, die benannten Prüfaufträge weiter zu bearbeiten. Des Weiteren beauftragt er nach der Maßgabe der Leitentscheidung 2023 ein ergänzendes Mas - sengutachten, um das von der RWE Power AG vorgelegte Wiedernutzbarmachungskonzept des Braunkohlenplans Garzweiler II einschließlich der Flächen im Bereich Frimmersdorf unter Berück - sichtigung der Rekultivierung externer Bereiche zu überprüfen. 3. Leitentscheidung 2023 und Vorhabensbeschreibung der RWE Power AG vom 18.01.2024 In der Leitentscheidung 2023 wird der Bergbautreibende beauftragt für das Braunkohlenplanände - rungsverfahren ein flächenoptimiertes und massensparendes Wiedernutzbarmachungskonzept (insbesondere bei dem Rekultivierungsbedarf für Garzweiler-externe Bereiche) vorzulegen, das ein flächenschonendes Abbaukonzept für Garzweiler II berücksichtigt. Eine auf diese Vorgaben ausge- legte Vorhabensbeschreibung legte der Bergbautreibende am 18.01.2024 vor. Im Einzelnen sind die genannten Vorgaben der Leitentscheidung 2023, auf die das Abbaukonzept auszulegen ist, erfüllt durch: 1. Gemäß Leitentscheidung 2023 werde eine Planung für einen flächenoptimierten und mas- sensparenden Rekultivierungsbedarf für Garzweiler-externe Bereiche erwartet. Der im Ab- baubereich von Garzweiler II anfallende Abraum solle im eigenen Abbaubereich und im Ab- baubereich Garzweiler I, dort vor allem zur Verfüllung des östlichen Restlochs, verwendet werden. Ein revierweiter Massenausgleich mit Abraum, Löss und Forstkies müsse so gestaltet wer- den, dass im gesamten Revier eine nachhaltige Flächennutzung möglich und die Massenbi- lanz ausgeglichen sei. ➢ Dieses Erfordernis wird nach der Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024 umgesetzt durch die Verringerung des Massenbedarfs für die restliche Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Fortuna-Garsdorf, für die Wiedernutzbarmachung der Deponie Vereinigte Ville und für die forstliche Rekultivierung des Tagebaus Hambach insgesamt um rund 25 Mio. m³ (davon rund 2 Mio. m³ Löss/Forstkies). Diese Menge kann im Tagebau Garzweiler verbleiben. Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss BKA 0833 Seite 4 von 6 2. Gemäß Leitentscheidung 2023 werde eine Planung für ein flächenoptimiertes und massen - sparendes Wiedernutzbarmachungskonzept, das ein flächenschonendes Abbaukonzept für Garzweiler II berücksichtigt, erwartet. ➢ In der Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024 legt die RWE Power AG dar, dass die Ver- ringerung der benötigten Menge an Abraum und Rekultivierungsmaterial und deren Ver - bleib im Abbaugebiet Garzweiler zu einer Verringerung der Flächeninanspruchnahme im Vorfeld des Tagebaus Garzweiler führt. Im Einzelnen durch: Die Änderungen in der Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Fortuna Garsdorf betreffen den Bereich des Bunkers Fortuna und der sogenannten Rather Schleife. Durch die geän - derte Wiedernutzbarmachung können im Tagebau Garzweiler entsprechend der Vorgabe der Leitentscheidung 2023 Massen von rund 22,5 Mio. m³ verbleiben. Die bisherige forstliche Rekultivierung der Aschedeponie Ville sah vor, dass auf die zu bepflanzenden Flächen grundsätzlich ca. 2 m Forstkies (je nach Standort mit unterschied - lichen Lössanteil von 20-60%) aufgetragen wird. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 20. September 2023 für den Deponiestandort Vereinigte Ville wurde festgelegt, dass gemäß der Deponieverordnung eine Mindestmächtigkeit von 1 m vorgesehen wird. Der Bedarf an Rekultivierungsmaterial aus dem Tagebau Garzweiler auf der noch zu rekultivierenden planfestgestellten Gesamtfläche von rund 110 ha führt zu einer Verringerung des Bedarfs an Forstkies um rund 0,5 Mio. m³. Im Bereich der forstlichen Rekultivierung des Tagebaus Hambach kann der Lössbedarf durch eine abwechslungsreiche Gestaltung der Wiedernutzbarmachung insgesamt redu - ziert werden. Durch diese Anpassung verringert sich die Menge an Löss/Forstkies, die von Garzweiler nach Hambach transportiert wird. Die Optimierung der Wiedernutzbarmachung der oben genannten Garzweiler-externer Be- triebsflächen mit der Zielsetzung eines größtmöglichen Verbleibs von Massen im Abbaube- reich Garzweiler hat zum Ergebnis, dass rund 25 Mio. m³ Abraum (davon rund 2 Mio. m³ Löss/Forstkies) bei der Wiedernutzbarmachung dieser Bereiche eingespart werden kön - nen. Aus den drei Bereichen müssen damit aus dem Abbaugebiet Garzweiler noch rund 61 Mio. m³ Massen zum Bezugsdatum Anfang 2023 (davon rund 47 Mio. m³ Löss/Forstkies) bereitgestellt werden. Gegenüber dem Vorhaben nach politischer Verständigung vom 04.10.2022, verringert sich die Abbaufläche im Bereich westlich und südlich von Keyenberg um rund 40 ha. Rund 1 Mio. t Braunkohle verbleiben in der Lagerstätte. 3. Gemäß Leitentscheidung 2023 sei die Flächeninanspruchnahme für den weiteren Gewin - nungsbetrieb auf das erforderliche Maß zu beschränken und auszurichten sowie auf die erfor- derliche Bereitstellung sowohl jährlich als auch insgesamt ausreichender Kohlemengen, einer ausgeglichenen Löss- und Abraumbilanz und die Mengen des nicht versauerungsfähigen Ab- raums für eine ordnungsgemäße Wiedernutzbarmachung. ➢ In der Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024 legt die RWE Power AG dar, dass ge- mäß dem Gesetz zur Beschleunigung des Braunkohlenausstiegs im Rheinischen Re - vier vom 19.12.2022 die marktorientierte Stromerzeugung in den letzten Braunkohle - kraftwerken am 31.03.2030 endet und die Option enthält rund 3.600 MW Kraftwerks - kapazität bis Ende 2033 in eine Reserve zu überführen. Die Entscheidung hierüber soll im Jahr 2026 durch den Bund getroffen werden. Die hierfür gegebenenfalls erforderli - che Kohlegewinnung erfolgt dann aus dem offenen Tagebaubereich und hat keine Aus- Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss BKA 0833 Seite 5 von 6 weitung des Abbaubereiches mehr zur Folge. Ebenfalls bleibt die Wiedernutzbarma - chung im Falle der Ausnutzung der Option unberührt. Unter Berücksichtigung der beschriebenen Planungen einschließlich der veränderten Wiedernutzbarmachung der externen Betriebsbereiche ist die Abraum- und Lössbilanz knapp ausgeglichen. 4. Gemäß Leitentscheidung 2023 werde eine Planung erwartet, bei der künftige Abbaugrenze einen Abstand zu den Erkelenzer Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath, den Feldhöfen Eggeratherhof, Roitzerhof und Weyerhof sowie den Ort- schaften Mönchengladbach-Wanlo und Titz-Jackerath von mindestens 400 m einzuhalten habe sowie im Fall der Ortschaft Erkelenz-Holzweiler von 500 m. ➢ In der Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024 legt die RWE Power AG dar, dass der Tagebau sich gemäß der Leitentscheidung vom 19.09.2023 in einem Abstand von 400m südlich von Keyenberg und rund 500m östlich von Holzweiler weiterentwi- ckelt. 5. Gemäß Leitentscheidung 2023 werde eine Planung erwartet, in der der Tagebausee Garzwei- ler westlich der A 44n angelegt werde, in kompakter Form, mit großer Tiefe und naturnaher Gestaltung. Der See soll einen möglichst großen Abstand zu den ungekalkten Kippen im Osten aufweisen. ➢ In der Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024 legt die RWE Power AG dar, dass auf- grund der Nicht-Inanspruchnahme des westlichen Tagebaubereichs inklusive der vor - genannten Ortschaften sich die Geometrie des Tagebaus Garzweiler II gegenüber dem in 1995 genehmigten Vorhaben deutlich verändert. Das nach Ende der Auskohlung verbleibende Restloch wird sich weiter nach Osten in den Bereich des heutigen Band- sammelpunktes erstrecken. Es entsteht somit ein zusammenhängender Tagebausee westlich der A44n, der gegenüber der im Jahr 1995 genehmigten Planung von 2.300 ha eine reduzierte Größe von rund 2.215 ha haben wird. Der Anteil, der auf den räum- lichen Geltungsbereich des Braunkohlenplans Garzweiler II fällt, beträgt dabei rd. 1.905 ha. Ein untergeordneter Teil des Tagebausees mit einer Größe von rund 310 ha sowie rund 90 ha Böschungs- und Uferbereich werden in den räumlichen Geltungsbereich des Braunkohlenplans Frimmersdorf hineinragen. 4. Ergänzendes Massengutachten Zur Verifizierung des eingesparten Flächenpotenzials hat der Braunkohlenausschuss ein ergänzen- den Massengutachten beauftragt, dass das vorgelegte Abbaukonzept bezüglich der Optimierung der Massen und den daraus resultierenden Erhalt intakter Flächen überprüfen soll. Die FUMINCO hat in ihrem ergänzenden Massengutachten detailliert berechnet und umfassend dar- gelegt, dass das von der RWE Power AG vorgelegte Abbaukonzept für Garzweiler II einschließlich der Flächen im Bereich Frimmersdorf und unter Einschluss zu rekultivierender externer Bereiche mit den zur Verfügung stehenden Massen umsetzbar ist. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Vorhabensbeschreibung der RWE Power AG für den Tagebau Garzweiler und Frimmersdorf generell schlüssig und nachvollziehbar ist. Hinweis an den Braunkohlenausschuss: in der Anlage ist zur Vervollständigung Ihrer Unterlagen das Fachgutachten der FUMINCO GmbH zur „Abraumbilanzierung und hydrogeologischer Auswirkungs- analyse im Tagebau Garzweiler“ mit Stand vom 17.11.2023 beigefügt. In diesem Gutachten wurde das Vorhaben gemäß politischer Verständigung vom 24.10.2022 betrachtet. Der Arbeitskreis Garz- weiler hat dieses Gutachten bereits in seiner Sitzung am 25.09.2023 beraten. Das ergänzende Gut- Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss BKA 0833 Seite 6 von 6 achten vom 9.02.2024 ist die Prüfung der Massen zum Abbauvorhaben gemäß Leitentscheidung 2023 und behandelt ein verändertes Abbauvorhaben mit einem anderen Bezugszeitraum. Die Daten der beiden Gutachten sind insofern nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. 5. Überschlägige Beurteilung der Umweltauswirkungen Im Rahmen des Braunkohlenplanänderungsverfahrens hat die Bergbautreibende nach § 27 Abs. 3 LPlG NRW der Regionalplanungsbehörde Köln, die für die überschlägige Beurteilung der Umwelt - verträglichkeit und der Sozialverträglichkeit erforderlichen Unterlagen vorzulegen, bevor ein Auftrag zur Erarbeitung eines Vorentwurfs gefasst werden kann. Im konkreten Änderungsverfahren stehen keine Umsiedlungen mehr an, so dass keine Unterlagen zur Prüfung der Sozialverträglichkeit vor - zulegen sind. Die Unterlagen zur überschlägigen Beurteilung der Umweltverträglichkeit einschließlich Umweltprü- fung wurden im März 2023 durch die RWE Power AG vorgelegt und gelten fort. Anlage(n): 1. Anl. 1 zu TOP 4_Niederschrift_AK GWII_20.02.2024_Final_Komplett 2. Anl. 2 zu TOP 4_Vorhabensbeschreibung RWE 3. Anl. 3 zu TOP 4_20240315_BKA_Fachgutachten-Garzweiler_04v.pptx 4. Anl. 4 zu TOP 4_Nov 2023_20231127_FG-Garzweiler-II_ahu-FUMINCO_Endversion
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 4 zu TOP 4_Nov 2023_20231127_FG-Garzweiler-II_ahu-FUMINCO_Endversion)
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ahu GmbH Wasser · Boden · Geomatik, Geschäftsführer: Axel Meßling, Frank Müller
Kirberichshofer Weg 6, 52066 Aachen, Telefon: +49 241 900011-0, Fax: +49 241 900011-9
Titel: Fachgutachten zur Abraumbilanzierung und
hydrogeologische Auswirkungsanalyse im Tagebau
Garzweiler für unterschiedliche Ausstiegsszenarien
mit Alternativen-Entwicklung
Datum: 17.11.2023
Auftraggeber: Bezirksregierung Köln
Ansprechpartner: Zentrale Vergabestelle
Auftragnehmer: ahu GmbH / FUMINCO® GmbH
Nummer/Aktenzeichen: 22253 / GARZ
Ansprechpartner: Herr Dr. M. Denneborg, Herr F. Müller (ahu GmbH)
Herr S. Fuchs (FUMINCO® GmbH)
Ausfertigung: Endversion
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- I -
Inhalt
1 ANLASS UND AUFGABENBESCHREIBUNG 1
2 AUFGABENBESCHREIBUNG DER BR KÖLN 3
3 BESCHREIBUNG DER BETRACHTETEN SZENARIEN UND VARIANTEN 5
3.1 Ausstiegsszenario 2030 5
3.1.1 Beschreibung 5
3.1.2 Braunkohlenmengen 6
3.1.3 Abraum- und Lössbilanz 7
3.1.4 Tagebaurestsee 7
3.1.5 Sonstiges 8
3.2 Ausstiegsszenario 2033 8
3.2.1 Beschreibung 8
3.2.2 Braunkohlenmengen 9
3.2.3 Abraum- und Lössbilanz 9
3.2.4 Tagebaurestsee 9
3.2.5 Sonstiges 10
3.3 Planungs- und Prüfvarianten 10
3.3.1 Verringerte Auffüllung des östlichen Restlochs 10
3.3.2 Kurzstudie im Auftrag von Europe Beyond Coal 10
3.3.3 Variantenentwicklung im Rahmen des Fachgutachtens 11
4 BESCHREIBUNG DER 3-D-MODELLE 12
4.1 Allgemeine Aspekte 12
4.2 Geologisches 3-D-Modell 13
4.3 3-D-Kippenmodell 15
4.4 Volumenmodelle für externe Standorte 17
5 MASSENANGEBOT 2030 UND 2033 18
5.1 Vorgehensweise 18
5.2 Prüfverfahren 18
5.3 Prüfgrundlage Massenangebot 19
5.3.1 Grundlage für die quantitative Prüfung (Massenangebot) 19
5.3.2 Grundlage für die qualitative Prüfung (Massenangebot) 21
5.4 Quantitative Prüfung des Massenangebots 25
5.5 Qualitative Prüfung des Massenangebots 25
5.5.1 Lössdepots im östlichen Restloch 25
5.5.2 Auftrag von Rekultivierungsmaterial im Tagebau 27
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- II -
5.5.3 Abbau- und Lössverluste 29
5.5.4 Prüfung des Massenangebots 30
5.6 Bewertung der Angebotsseite der RWE-Massenbilanz 35
5.6.1 Bewertung der Lössdepots im östlichen Restloch 35
5.6.2 Bewertung des bilanztechnischen Ausgleichspostens 35
5.6.3 Bewertung der Abbau- und Lössverluste 35
5.6.4 Bewertung der RWE-Angebotsseite 36
6 MASSENBEDARF 2030 UND 2033 38
6.1 Prüfverfahren 38
6.2 Prüfgrundlage Massenbedarf 39
6.2.1 Grundlage für die quantitative Prüfung (Massenbedarf) 39
6.2.2 Grundlage für die qualitative Prüfung (Massenbedarf) 42
6.3 Quantitative Prüfung des Massenbedarfs 46
6.3.1 Weiterentwicklung der Innenkippe 46
6.3.2 Verfüllung des östlichen Restlochs 48
6.3.3 Lössdepots im östlichen Restloch 48
6.3.4 Gestaltungsbedarf (Geotechnik/Standsicherheit) 49
6.3.5 Bilanztechnischer Ausgleichsposten 52
6.3.6 Massentransport zum Tagebau Hambach 52
6.3.7 Tagebau und Deponie Fortuna-Garsdorf 52
6.3.8 Rheinische Baustoffwerke GmbH (RBS) 53
6.3.9 Kraftwerksreststoffdeponie Garzweiler 55
6.3.10 Tagebau und Deponie Ville 57
6.4 Qualitative Prüfung des Massenbedarfs 58
6.4.1 Allgemeine Aspekte zur qualitativen Prüfung 58
6.4.2 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau Garzweiler 58
6.4.3 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau Hambach 60
6.4.4 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau Fortuna-Garsdorf 62
6.4.5 Prüfung der Flächenbilanz: KWR-Deponie Garzweiler 64
6.4.6 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau und Deponie Ville 66
6.4.7 Prüfung der Bedarfsseite der Lössbilanz 68
6.5 Bewertung der Flächenbilanz und des Massenbedarfs 74
6.5.1 Bewertung der Flächenbilanz 74
6.5.2 Bewertung des Abraumbedarfs im Tagebau Garzweiler 76
6.5.3 Bewertung des Abraumbedarfs der externen Standorte 77
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- III -
6.5.4 Bewertung des Gesamt-Abraumbedarfs 79
6.5.5 Bewertung des Lössbedarfs 80
6.5.6 Bewertung der Bedarfsseite 2030 81
6.5.7 Bewertung der Bedarfsseite 2033 82
6.6 Nachtrag KWR-Deponie Fortuna 82
6.7 Nachtrag KWR-Deponie Garzweiler 84
6.8 Nachtrag Tagebau Hambach 85
7 MASSENBILANZ 2030 UND 2033 90
7.1 Prüfverfahren 90
7.2 Prüfgrundlage RWE-Massenbilanz 90
7.3 Prüfung der RWE-Massenbilanz 91
7.3.1 Prüfung der RWE-Abraumbilanz 91
7.3.2 Prüfung der Lössbilanz 92
7.3.3 Prüfung der RWE-Braunkohlenförderzahlen 93
7.4 Bewertung der RWE-Massenbilanz 94
7.4.1 Bewertung der RWE-Abraumbilanz 94
7.4.2 Bewertung der RWE-Lössbilanz 94
7.4.3 Bewertung der RWE-Braunkohlenförderzahlen 95
7.5 Nachtrag zur Bewertung der RWE-Lössbilanz 95
8 ENTWICKLUNG UND BEWERTUNG VON PLANUNGSVARIANTEN 96
8.1 Verringerte Auffüllung des östlichen Restlochs 96
8.2 Kurzstudie im Auftrag von Europe Beyond Coal 97
8.3 Variantenentwicklung 100
8.3.1 Gewinnbare Massen nördlich und östlich von Holzweiler 101
8.3.2 Braunkohlenmengen innerhalb der HBP-Grenzen (I) 102
8.3.3 Braunkohlenmengen innerhalb der HBP-Grenzen (II) 105
8.3.4 Verwertbare Braunkohlenförderung 2022 106
8.3.5 Braunkohlenbedarf (Ausstiegsszenario 2030) 107
8.3.6 Braunkohlenbedarf (Ausstiegsszenario 2033) 108
8.3.7 Definition des Abbaufelds Garzweiler II 108
8.3.8 Massentransporte zu den externen RWE-Standorten 109
8.3.9 Massentransporte zum Tagebau Hambach 110
8.3.10 Massenbedarf der Zukunftsterrassen in Elsdorf 110
8.3.11 Anpassung des Abbaufelds Garzweiler II 110
8.3.12 Alternativen zum geplanten Abraumdepot 111
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- IV -
8.3.13 Analyse des Böschungssystems (Tagebaus Garzweiler II) 112
8.3.14 Braunkohlenmengen zwischen Keyenberg und Holzweiler 113
8.3.15 Löss-/Kiesmengen zwischen Keyenberg und Holzweiler 121
8.3.16 Braunkohlenmengen bei verändertem Tagebauendstand 123
9 BEHANDLUNG DES VERSAUERUNGSEMPFINDLICHEN ABRAUMS 128
10 HYDROGEOLOGISCHE AUSWIRKUNGSANALYSE 131
10.1 Aufbau der Böschungen 131
10.2 Numerische Modelle als Entscheidungsgrundlage 132
10.3 Vorgehensweise 133
10.4 Leitentscheidung 1991 134
10.4.1 Beschreibung 134
10.4.2 Qualität des zukünftigen Kippengrundwassers 135
10.4.3 Minimierung der Versauerung des Kippengrundwassers 136
10.4.4 Abstrom aus der Abraumkippe 136
10.4.5 Auswirkungen auf den Tagebausee 140
10.5 Leitentscheidung 2016 / 2021 141
10.5.1 Beschreibung 141
10.5.2 Qualität des zukünftigen Kippengrundwassers 143
10.5.3 Abstrom ins Grundwasser 143
10.5.4 Auswirkungen auf den Tagebausee 145
10.5.5 Fazit und Empfehlungen 146
10.6 Ausstiegsszenario 2030 (Leitentscheidung 2023) 147
10.6.1 Beschreibung 147
10.6.2 Qualität des zukünftigen Kippengrundwassers 147
10.6.3 Abstrom ins Grundwasser 147
10.6.4 Belastung des abströmenden Grundwassers 151
10.6.5 Auswirkungen auf den Tagebausee 151
10.6.6 Wasserbilanz Szenario 2030 154
10.6.7 Fazit und Empfehlungen 158
10.6.8 Zusammenfassende Bewertung eines Tagebauendstands 2030 159
10.7 Östliches Restloch 160
10.7.1 Beschreibung 160
10.7.2 Ökologische Aufwertung 161
10.7.3 Umsetzungen 162
10.7.4 Risiko der Versauerung 164
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- V -
10.7.5 Zukünftiger Wasserhaushalt im östlichen Restloch 164
10.7.6 Fazit und Empfehlungen 164
10.8 Zukünftiger Seewasserstand 165
10.8.1 Vorbemerkung 165
10.8.2 Begründung des Seeniveaus von +65 m NHN 165
10.8.3 Voreingriffszustand 166
10.8.4 Möglichkeiten und Auswirkungen höherer Seewasserstände 168
10.8.5 Fazit und Empfehlungen 170
11 ZUSAMMENFASSUNG 171
11.1 Ergebnisse der Prüfung der RWE-Massenbilanzen 171
11.1.1 Abraumbilanz 2030 171
11.1.2 Lössbilanz 2030 171
11.1.3 Abraum- und Lössbilanz 2033 173
11.1.4 Verwertbare Braunkohlenförderung 2030 bzw. 2033 173
11.1.5 Empfehlung der Gutachter 174
11.2 Hydrogeologische Auswirkungsanalyse 174
11.2.1 Zukünftige Qualität des Restsees 174
11.2.2 Östliches Restloch 175
11.2.3 Höherer Seewasserspiegel 175
11.2.4 Empfehlung der Gutachter 175
12 LITERATUR 177
13 ANHANG 180
13.1 Schematische Darstellung durch die Lagerstätte Garzweiler 180
13.2 Auswertung im geologischen 3-D-Modell (Ausstiegsszenario 2030) 185
13.3 Auswertung im geologischen 3-D-Modell (Ausstiegsszenario 2033) 186
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- VI -
ABBILDUNGEN
Abb. 1: Überblick über den geplanten Abbaubereich im Ausstiegsszenario 2035/2038
(magentafarbene Linie) gemäß der LE 2021 (Quelle: RWE Power AG) ...................... 3
Abb. 2: Geplante Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Garzweiler (Quelle: RWE,
angepasst durch die Gutachter).................................................................................... 5
Abb. 3: Titelblatt und schematische Darstellung des Berechnungsmodells der Kurzstudie
im Auftrag von Europe Beyond Coal (CoalExit 2022) ................................................ 10
Abb. 4: Tagebaustand 01/2022, Referenztagebaustand für alle Berechnungen (Quelle:
FUMINCO) .................................................................................................................. 13
Abb. 5: Beispielhafte Auswertung innerhalb des geologischen 3 -D-Modells im
Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: FUMINCO) ............................................................. 14
Abb. 6: Beispiel des Abgleichs des 3 -D-Modells anhand des geologischen Schnitts
GA_S_256 (Quelle: RWE (oben) und FUMINCO (unten)) ......................................... 15
Abb. 7: Tagebauendstand 2030 (Quelle: FUMINCO) ............................................................. 16
Abb. 8: Tagebauendstand 2033 (Quelle: FUMINCO) ............................................................. 16
Abb. 9: Lage (Position) der zwei Lössdepots im östlichen Restloch (Quelle: FUMINCO) ...... 26
Abb. 10: Lössdepot Süd - Gesamtvolumen: rot und grün, notwendige Wiederauffüllung
durch Abraum und Rekultivierungsmaterial: rot (Quelle: FUMINCO) ......................... 26
Abb. 11: Tagebauendstand des Ausstiegsszenarios 2030 mit geschnittenen
Gewinnungsböschungen von der Geländeoberkante bis zu +67 m NHN (blau,
Rekultivierung mit 4 m Forstkies) und von +67 m NHN bis +30 m NHN (rot,
Rekultivierung mit 2 m Substrat) (Quelle: FUMINCO) ................................................ 28
Abb. 12: Volumenauswertung der RWE -Planung für die Innenkippe im Rahmen des
Ausstiegsszenarios 2030 innerhalb des 3 -D-Kippenmodells der Gutachter
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................... 47
Abb. 13: Prinzip und Grundlage für die Abschätzung des Massenbedarfs für die Position
Geotechnik mittels Überschlagsrechnung durch die Gutachter: Prinzip der
Herstellung der Seeböschungen durch volumenneutrale Abschiebung (oben
links) und Vorschüttung zur Abdeckung der entsprechenden Böschungsbereiche
mit bindigen Horizonten (oben rechts); unten: Analyse des Böschungssystems -
bindige Bereiche in den Böschungen und Bermen (RWE: lila bzw. FUMINCO:
cyan) und freiliegenden Braunkohlenflözen (RWE: lila bzw. FUM INCO: rot)
(Quelle: RWE/FUMINCO) ........................................................................................... 50
Abb. 14: Volumenermittlung für die Abschätzung der Vorschüttungen in Abhängigkeit von
der Einzelböschungshöhe durch die Gutachter (RWE -Methode für den Tagebau
Hambach) (Quelle: RWE) ........................................................................................... 51
Abb. 15: Volumenauswertung der RWE -Planung für den externen Standort Tagebau
Fortuna-Garsdorf inklusive KWR -Deponie Fortuna und der Rather Schleife mit
Bunker im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 innerhalb eines lokalen 3 -D-
Modells (Quelle: FUMINCO) ....................................................................................... 53
Abb. 16: Standort der KWR-Deponie Garzweiler (oben) und Volumenprüfung im Rahmen
des Ausstiegsszenarios 2030 innerhalb eines lokalen 3 -D-Modells (unten)
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................... 56
Abb. 17: Restseegestaltung: Geländeoberkante bis +67 m NHN Rekultivierung mit
Forstkies (hell - und dunkelgrüne Flächen), innerhalb der Wellenschlagzone
kleiner +67 m NHN bis +65 m NHN mit Substrat (blau) sowie kleiner +65 m NHN
bis +30 m NHN mit Substrat (rosa - und orangefarbene Flächen) (Quelle:
FUMINCO) .................................................................................................................. 58
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- VII -
Abb. 18: Geplante Wiedernutzbarmachung der noch in Anspruch genommenen Flächen
innerhalb des Tagebaus Hambach (landwirtschaftliche Flächen: gelb; forstliche
Flächen: hellbraun und hellgrün; Sicherung der Böschungssysteme: rosa)
(Quelle: RWE) ............................................................................................................. 61
Abb. 19: Geplante Wiedernutzbarmachung der noch in Anspruch genommenen Flächen
innerhalb des Tagebaus Fortuna mit KWR -Deponie Fortuna und Rather Schleife
mit Bunkeranlagen (landwirtschaftliche Flächen: gelb und orange; forstliche
Flächen: grün) (Quelle: RWE) ..................................................................................... 63
Abb. 20: Geplante Wiedernutzbarmachung der noch in Anspruch genommenen Flächen
innerhalb der KWR-Deponie Garzweiler (landwirtschaftliche Flächen: dunkel- und
hellgelb; forstliche Flächen: dunkel- und hellgrün) (Quelle: RWE, angepasst durch
die Gutachter) ............................................................................................................. 65
Abb. 21: Geplante Wiedernutzbarmachung (forstliche Flächen) der noch in Anspruch
genommenen Flächen im Bereich des ehemaligen Tagebaus Ville (hellgrüne
Flächen) und der Deponie Ville (dunkelgrüne Flächen) (Quelle: RWE) ..................... 67
Abb. 22: Detaillierte RWE -Massenbilanz für den Tagebau Hambach im Rahmen des
Ausstiegsszenarios 2029/2030 (Quelle: RWE, Stand 08.11.2021) ............................ 85
Abb. 23: Mögliche Flächen für eine zusätzliche naturnahe Gestaltung, sogenannte
landschaftsgestaltende Anlagen (rot): Teilfläche A - Absetzbecken und Kieswerk
(27 ha), Teilfläche B - Bunker mit angrenzenden Flächen (38 ha), Teilfläche C: -
Lössdepot Süd mit angrenz enden Flächen (65 ha) (Quelle: RWE, angepasst
durch die Gutachter) ................................................................................................... 96
Abb. 24: Überprüfung der Ergebnisse der CoalExit-Kurzstudie: Tagebauendstand mit einer
Generalneigung von 1 : 5 (oben: Prüfkonzept A) bzw. konstruierter
Tagebauendstand mit Sohlen, Rampen und Anschlüssen für die
Gurtbandförderanlagen (unten: Prüfkonzept B) (Quelle: FUMINCO) ......................... 99
Abb. 25: Skizze im Rahmen der schriftlichen Anfrage an die Gutachter ................................ 101
Abb. 26: Tagebau Garzweiler II Übersichtsplan Luftbild mit HBP -Grenze 2023 - 2025
(Quelle: RWE) ........................................................................................................... 103
Abb. 27: Möglicher Tagebauendstand auf Grundlage der Hauptbetriebsplangrenze (HBP -
Grenze) und der vorliegenden RWE-Tagebauendstände (Quelle: FUMINCO) ....... 105
Abb. 28: Prinzipskizze der Ausdehnung des Massenbilanzkörpers für die Szenarien A3, A4
und A5, Aufsicht (Quelle: FUMINCO) ....................................................................... 114
Abb. 29: Geplanter Tagebauendstand 2033 (inklusive Reservebetrieb), Aufsicht (Quelle:
FUMINCO) ................................................................................................................ 124
Abb. 30: Tagebauendstand 2033 mit einer Generalneigung 1 : 5,4 (Grobkonzept), Aufsicht
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 124
Abb. 31: Geplanter Tagebauendstand 2033 (inklusive Reservebetrieb), gedrehte Ansicht,
Sicht von NO nach SW (Quelle: FUMINCO) ............................................................ 125
Abb. 32: Tagebauendstand 2033 mit einer Generalneigung 1 : 5,4 (Grobkonzept
Gutachter), gedrehte Ansicht, Sicht von NO nach SW (Quelle: FUMINCO) ............ 125
Abb. 33: Tagebauendstand 2033 mit einer Generalneigung 1 : 5,4 (Grobkonzept
Gutachter), gedrehte Ansicht, Sicht von NO nach SW, Auswertung mit geol.
Blockmodell (gelb: Abraum M1, cyan: Abraum M2, rot: Braunkohlen) (Quelle:
FUMINCO) ................................................................................................................ 126
Abb. 34: Schema der Abraumverkippung (MHB Abraumkippe) ............................................. 129
Abb. 35: Abbaufeld Garzweiler II gemäß LE 1991 und BKP Garzweiler II (1995) .................. 134
Abb. 36: West-Ost-Schnitt durch den Tagebau, Stand Anfang 2022 (Quelle: RWE) ............. 135
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- VIII -
Abb. 37: Prognostizierte Grundwasserströmungsverhältnisse im Bereich der Abraumkippe
und des Tagebausees (Quelle: PHB Garzweiler, Ausgabe 23) ............................... 137
Abb. 38: Abstrom aus der Abraumkippe in den tiefen Modellleiter (RWTH 2014) .................. 139
Abb. 39: Tagebauendstand mit Tagebausee gemäß Vorhabensbeschreibung LE 2016 ....... 141
Abb. 40: Tagebauendstand mit Tagebausee gemäß Vorhabensbeschreibung LE 2021
(Abstandsvergrößerung zu den Ortslagen) .............................................................. 142
Abb. 41: Zeitliche Entwicklung der Strömungssituation im Umfeld des Tagebau Garzweiler
nach Tagebauende auf Grundlage der LE 2016 (RWTH 2020) ............................... 143
Abb. 42: Abstrom aus der Abraumkippe in den tiefen Modellleiter mit 250 mg/L Sulfat -
Isokonze in Gelb (RWTH 2020, Ergänzung ahu GmbH) .......................................... 145
Abb. 43: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2050 .. 149
Abb. 44: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2080 .. 149
Abb. 45: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2100 .. 150
Abb. 46: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2200
bei einem Seewasserstand von +65 m NHN ............................................................ 150
Abb. 47: Wasserbilanz im WWJ 2020/2021 (Quelle: RWE).................................................... 155
Abb. 48: Lage der Sümpfungsbrunnen 2021 (Quelle: RWE) .................................................. 156
Abb. 49: Bereits entwässerte Grundwasserleiter in 2021: Aktueller Ost-West-Schnitt durch
den Tagebau (Quelle: RWE) ..................................................................................... 157
Abb. 50: Anfall von Sümpfungswasser und Bedarf an Ökowasser und notwendiger Beginn
der Rheinwasserüberleitung gemäß der LE 2021 (Stand: 18. Sitzung AG
Tagebausee, 21.04.2023) ......................................................................................... 158
Abb. 51: Östliches Restloch (Luftbild: Google Maps) .............................................................. 161
Abb. 52: Renaturierung im östlichen Restloch (RWE 12/2015) .............................................. 163
Abb. 53: Langzeitganglinie und Jahresfaktor der Grundwasserneubildung (Monitoring
Garzweiler) ................................................................................................................ 166
Abb. 54: Grundwasserhöhengleichen 1. Grundwasserstockwerk Oktober 1963
(Landesgrundwasserdienst NRW) ............................................................................ 167
Abb. 55: Grundwasserstandsdifferenzen 1955-2021 (Quelle: WebGIS Erftverband) ............ 167
Abb. 56: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2200
bei einem Seewasserstand von +70 m NHN ............................................................ 168
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- IX -
TABELLEN
Tab. 1: Meilensteine bzw. Leistungen in der Projektbearbeitung (Quelle: ahu/FUMINCO) ..... 2
Tab. 2: Ermittlung der Basis für die quantitative Prüfung des RWE-Angebotsvolumens für
den Tagebauendstand 2030 (Ausstiegsszenario 2030, Quelle: RWE/FUMINCO) .... 20
Tab. 3: Ermittlung der Basis für die quantitative Prüfung des RWE-Angebotsvolumens für
den Tagebauendstand 2033 (Ausstiegsszenario 2033, Quelle: RWE/FUMINCO) .... 21
Tab. 4: RWE-Berechnungsfaktoren für die Anpassung der ausgewiesenen
Materialvolumina in den RWE -Massenbilanzen für die Ausstiegsszenarien 2030
und 2033 (Quelle: RWE) ............................................................................................. 22
Tab. 5: Ermittlung der Basis für die qualitative Prüfung des RWE -Angebotsvolumens für
den Tagebauendstand 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) ............................................. 23
Tab. 6: Ermittlung der Basis für die qualitative Prüfung des RWE -Angebotsvolumens für
den Tagebauendstand 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO) ............................................. 24
Tab. 7: Ergebnisse der quantitativen Prüfung des RWE -Massenangebots für die
Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO) ................................. 25
Tab. 8: Ergebnisse der Prüfung der zwei Lössdepots im östlichen Restloch (Quelle:
FUMINCO) .................................................................................................................. 27
Tab. 9: Ermittlung des Volumens der zusätzlich erforderlichen Abraumgewinnung im
Rahmen der Rekultivierung der geschnittenen Böschungen durch die Gutachter
(bilanztechnischer Ausgleichsposten) (Quelle: FUMINCO) ........................................ 28
Tab. 10: Ermittlung der verwertbaren Braunkohlenmengen innerhalb des
Ausstiegsszenarios 2030 durch die Gutachter anhand der RWE -Abbauverluste
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................... 29
Tab. 11: Zusammenfassung der Ergebnisse der Materialausweisung der Gutachter (Tab.
12, Seite 32) für die Angebotsseite des Ausstiegszenarios 2030 inklusive der
Abbau- und Lössverluste sowie der beiden Sonderpositionen Lössdepots und
bilanztechnischer Ausgleichsposten (Quelle: RWE/FUMINCO) ................................. 31
Tab. 12: Materialausweisung der Gutachter für die Angebotsseite (Ausstiegsszenario
2030) auf Basis der Auswertung im geologischen 3-D-Modell inklusive der Abbau-
und Lössverluste zuzgl. der Lössdepots und des Ausgleichspostens (Quelle:
RWE/FUMINCO) ......................................................................................................... 32
Tab. 13: Zusammenfassung der Ergebnisse der Materialausweisung der Gutachter (Tab.
14, Seite 34) für die Angebotsseite des Ausstiegszenarios 2030 inklusive der
Abbau- und Lössverluste sowie der beiden Sonderpositionen Lössdepots und
bilanztechnischer Ausgleichsposten (Quelle: RWE/FUMINCO) ................................. 33
Tab. 14: Materialausweisung der Gutachter für die Angebotsseite (Ausstiegsszenario
2033) auf Basis der Auswertung im geologischen 3-D-Modell inklusive der Abbau-
und Lössverluste zuzgl. der Lössdepots und des Ausgleichspostens (Quelle:
RWE/FUMINCO) ......................................................................................................... 34
Tab. 15: Zusammenfassung der Auswertungen der Gutachter für die Angebotsseite des
Tagebaus Garzweiler II innerhalb der Ausstiegsszenarien 2030 / 2033 (Quelle:
FUMINCO) .................................................................................................................. 37
Tab. 16: Volumina der RWE -Bedarfsseite für die Bereiche innerhalb der
Genehmigungsgrenzen des Tagebaus Garzweiler für das Ausstiegsszenario
2030 (Quelle: RWE) .................................................................................................... 40
Tab. 17: Volumina der RWE -Bedarfsseite für die Bereiche außerhalb der
Genehmigungsgrenzen des Tagebaus Garzweiler (externe RWE -Standorte) für
das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE) ............................................................... 41
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- X -
Tab. 18: Gesamtvolumen der RWE-Bedarfsseite für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle:
RWE) ........................................................................................................................... 41
Tab. 19: Flächenbilanz im Rahmen der Wiedernutzbarmachung ab 01/2022 für den
Gesamtbereich Tagebau Garzweiler innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030
(Quelle: RWE) ............................................................................................................. 42
Tab. 20: Flächenbilanz im Rahmen der Wiedernutzbarmachung ab 01/2022 für Flächen
außerhalb der Genehmigungsgrenzen des Tagebaus Garzweiler mit Material aus
dem Tagebau Garzweiler II für das Ausstiegsszenario 2030 auf Grundlage der
RWE-Planungen (Quelle: RWE) ................................................................................. 43
Tab. 21: Lössbedarf des Tagebaus Garzweiler im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030
auf Grundlage der RWE-Planungen (Quelle: RWE) ................................................... 44
Tab. 22: Lössbedarf des Tagebaus Hambach im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030
auf Grundlage der RWE-Planungen (Quelle: RWE) ................................................... 44
Tab. 23: Lössbedarf der externen Rekultivierungsflächen mit Ausnahme des Tagebaus
Hambach im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 auf Grundlage der RWE -
Planungen (Quelle: RWE) ........................................................................................... 45
Tab. 24: Gesamt-Lössbedarf innerhalb der RWE -Massenbilanz im Rahmen des
Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle: RWE) .................................................................... 46
Tab. 25: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die
Weiterentwicklung der Innenkippe des Tagebaus Garzweiler II innerhalb des
Ausstiegsszenarios 2030 durch die Gutachter (Quelle: RWE/FUMINCO) ................. 47
Tab. 26: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die Verfüllung
des östlichen Restlochs innenhalb des Ausstiegsszenarios 2030 durch die
Gutachter (Quelle: RWE/FUMINCO) .......................................................................... 48
Tab. 27: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die
Rekultivierung der Flächen im Bereich der beiden Lössdepots innerhalb des
Ausstiegsszenarios 2030 durch die Gutachter (Quelle: RWE/FUMINCO) ................. 49
Tab. 28: Abschätzung des Abraumvolumens für die notwendigen Maßnahmen zur
Stabilisierung der geschnittenen Böschungen innerhalb des Ausstiegsszenarios
2030 (Gestaltungsbedarf (Geotechnik/Standsicherheit)) (Quelle:
RWE/FUMINCO) ......................................................................................................... 51
Tab. 29: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die
Rekultivierung des Tagebaus Fortuna -Garsdorf inklusive KWR -Deponie Fortuna
und Rather Schleife mit Bunker (Quelle: RWE/FUMINCO) ........................................ 52
Tab. 30: Vergleich der Angaben zu den Entnahmevolumina der Rheinischen
Baustoffwerke GmbH im Hauptbetriebsplan 2023 - 2025 mit der Bedarfsseite der
Massenbilanz der RWE und der Gutachter (Quelle: RWE/FUMINCO) ...................... 54
Tab. 31: Ascheanfall in den Kraftwerken und Aschedeponierung in den KWR -Deponien
Fortuna und Garzweiler innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle: RWE) ...... 55
Tab. 32: Auswertung des notwendigen Volumens für die Rekultivierung der KWR-Deponie
Garzweiler im Rahmen der quantitativen Prüfung durch die Gutachter (Quelle:
RWE/FUMINCO) ......................................................................................................... 57
Tab. 33: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in
Anspruch genommenen Flächen im Bereich des Tagebaus Garzweiler (aktiver
Tagebau, östliches Restloch, Verbindungsanlagen), Berechnungsbasis: 01/2022
(Quelle: RWE/FUMINCO) ........................................................................................... 59
Tab. 34: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in
Anspruch genommenen Flächen im Bereich des Tagebaus Hambach,
Berechnungsbasis: 01/2022 (Quelle: RWE/FUMINCO) ............................................. 62
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- XI -
Tab. 35: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in
Anspruch genommenen Flächen im Bereich des Tagebaus Fortuna -Garsdorf
(Rather Schleife und Bunker) inklusive KWR -Deponie, Berechnungsbasis:
01/2022 (Quelle: RWE/FUMINCO) ............................................................................. 64
Tab. 36: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in
Anspruch genommenen Flächen im Bereich der KWR -Deponie Garzweiler,
Berechnungsbasis: 01/2022 (Quelle: RWE/FUMINCO) ............................................. 66
Tab. 37: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in
Anspruch genommenen Flächen im Bereich des ehemaligen Tagebaus und der
Deponie Ville, Berechnungsbasis: 01/2022 (Quelle: RWE/FUMINCO) ...................... 67
Tab. 38: Ermittlung des notwenigen Löss - und Abraumvolumens für die geplante
Wiedernutzbarmachung der beanspruchten Flächen im Tagebau Garzweiler
durch die Gutachter (aktiver Tagebau, östliches Restloch); Betrachtungsbasis
01/2022 (Quelle: FUMINCO) ...................................................................................... 68
Tab. 39: Vergleich der Lössausweisungen für die geplante Wiedernutzbarmachung von
Flächen im Bereich des Tagebaus Garzweiler (aktiver Tagebau, östliches
Restloch) (Quelle: RWE/FUMINCO) ........................................................................... 69
Tab. 40: Ermittlung des notwenigen Löss - und Abraumvolumens für die geplante
Wiedernutzbarmachung der beanspruchten Flächen im Tagebau Hambach;
Betrachtungsbasis 01/2022 (Quelle: FUMINCO)........................................................ 70
Tab. 41: Vergleich der Lössausweisungen für die geplante Wiedernutzbarmachung von
Flächen im Bereich des Tagebaus Hambach (Quelle: RWE/FUMINCO)................... 71
Tab. 42: Vergleich der Lössausweisungen für die geplante Wiedernutzbarmachung von
Flächen im Bereich der externen RWE -Standorte Tagebau Fortuna Garsdorf,
KWR-Deponie Garzweiler, Tagebau und Deponie Ville (Quelle: RWE/FUMINCO)
.................................................................................................................................... 72
Tab. 43: Ermittlung des notwenigen Löss - und Abraumvolumens für die geplante
Wiedernutzbarmachung der externen RWE -Standorte Tagebau Fortuna
Garsdorf, KWR-Deponie Garzweiler, Tagebau und Deponie Ville inklusive AVG -
Anteil; Betrachtungsbasis 01/2022 (Quelle: FUMINCO) ............................................ 73
Tab. 44: Vergleich der Volumenauswertungen der RWE mit den Ergebnissen der
Gutachter für die Bedarfsseite der Lössbilanz (Quelle: RWE/FUMINCO) ................. 74
Tab. 45: Zusammenfassung der Flächen, die durch Material aus dem Tagebau Garzweiler
II an der Tagesoberfläche rekultiviert werden sollen, Auswertung Gutachter,
Berechnungsbasis: 01/2022 (Quelle: FUMINCO)....................................................... 75
Tab. 46: Abraumbedarf des Tagebaus Garzweiler (aktiver Tagebau und östliches
Restloch) innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) ........... 77
Tab. 47: Abraumbedarf der sogenannten externen RWE -Standorte innerhalb des
Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) .................................................. 78
Tab. 48: Gesamt-Abraumbedarf innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle:
RWE/FUMINCO) ......................................................................................................... 80
Tab. 49: Bedarfsseite der Massenbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle:
RWE/FUMINCO) ......................................................................................................... 81
Tab. 50: Ermittlung der Volumenkorrektur für die KWR -Deponie Fortuna (Quelle:
FUMINCO) .................................................................................................................. 83
Tab. 51: Materialausweisungen für die Transporte zum Tagebau Hambach gemäß der
RWE-Ausweisung (Quelle: RWE, angepasst die durch Gutachter) ........................... 86
Tab. 52: Materialausweisungen für die Transporte zum Tagebau Hambach gemäß der
Auswertung der Gutachter (Quelle: FUMINCO) ......................................................... 86
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- XII -
Tab. 53: Zusammenfassung der Materialausweisungen für die Transporte vom Tagebau
Garzweiler zum Tagebau Hambach (Quelle: RWE/FUMINCO) ................................. 87
Tab. 54: Vergleich der Bilanzierung der Massentransporte vom Tagebau Garzweiler zum
Tagebau Hambach auf Grundlage der Massenbilanzen Garzweiler (Stand:
01/2022) und Hambach (Stand: 01/2021) im Rahmen des Ausstiegsszenarios
2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) .................................................................................. 88
Tab. 55: Abraumbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) ................ 91
Tab. 56: LW-Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) ............... 92
Tab. 57: FW-Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) .............. 93
Tab. 58: Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) ..................... 93
Tab. 59: Verwertbare Braunkohlenförderung im Tagebau Garzweiler II für die
Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO) ................................. 94
Tab. 60: Lösseinsparpotenzial bei der naturnahen Gestaltung der Teilflächen A bis C im
Rahmen der Wiedernutzbarmachung von Flächen im Bereich des östlichen
Restlochs .................................................................................................................... 97
Tab. 61: Ergebnis der Berechnung der verwertbaren Braunkohlenförderung bis 2030
gemäß der CoalExit-Studie (CoalExit 2022) ............................................................... 98
Tab. 62: Gegenüberstellung der Berechnungsergebnisse für die verwertbare
Braunkohlenförderung im Tagebau Garzweiler II bis 2030 auf Basis der CoalExit-
Kurzstudie bzw. der Prüfkonzepte A und B der Gutachter (Quelle: FUMINCO) ...... 100
Tab. 63: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A1
(HBP-Grenze) (Quelle: FUMINCO) .......................................................................... 103
Tab. 64: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A1
(HBP-Grenze) (Quelle: FUMINCO) .......................................................................... 104
Tab. 65: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A2
(Oberkante Abraumböschung) (Quelle: FUMINCO) ................................................. 104
Tab. 66: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A2
(Oberkante Abraumböschung (Quelle: FUMINCO) .................................................. 104
Tab. 67: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze innerhalb des Tagebauendstands
auf Basis der HBP-Grenze 2023 - 2025 (Quelle: FUMINCO) .................................. 106
Tab. 68: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze innerhalb des Tagebauendstands
auf Basis der HBP-Grenze 2023 - 2025 (Quelle: FUMINCO) .................................. 106
Tab. 69: Materialausweisung I für die verwertbare Braunkohlenförderung für das Jahr 2022
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 107
Tab. 70: Materialausweisung II für die verwertbare Braunkohlenförderung für das Jahr
2022 (Quelle: FUMINCO) ......................................................................................... 107
Tab. 71 Beschreibung der drei Szenarien für die Ermittlung der Massenbilanzen ................ 115
Tab. 72: Massenbilanz Szenario A3 - westlich der HBP-Grenze 2023 - 2025 (Bilanzierung
mit vertikaler Bilanzierungswand) und dem Tagebauendstand 2030 bzw. 2033
zwischen Keyenberg und Holzweiler (Quelle: FUMINCO) ....................................... 116
Tab. 73: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A3
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 116
Tab. 74: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A3
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 117
Tab. 75: Lössmaterialausweisung inklusive Lössverlusten bei der Gewinnung im Rahmen
des Szenarios A3 (Quelle: FUMINCO) ..................................................................... 117
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- XIII -
Tab. 76: Massenbilanz Szenario A4 - westlich der geplanten Abraumkante 2025 (HBP
2023 - 2025, Bilanzierung mit vertikaler Bilanzierungswand) und dem
Tagebauendstand 2030 bzw. 2033 zwischen Keyenberg und Holzweiler (Quelle:
FUMINCO) ................................................................................................................ 118
Tab. 77: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A4
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 118
Tab. 78: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A4
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 119
Tab. 79: Lössmaterialausweisung inklusive Lössverlusten bei der Gewinnung im Rahmen
des Szenarios A4 (Quelle: FUMINCO) ..................................................................... 119
Tab. 80: Massenbilanz Szenario A5 - Bilanzierung auf Grundlage eines
Böschungssystems mit einer Generalneigung 1 : 5 (Basis ist die
Abraumböschung 2025) und dem Tagebauendstand 2030 bzw. 2033 zwischen
Keyenberg und Holzweiler (Quelle: FUMINCO) ....................................................... 120
Tab. 81: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A5
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 120
Tab. 82: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A5
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 121
Tab. 83: Lössmaterialausweisung inklusive Lössverlusten bei der Gewinnung im Rahmen
des Szenarios A5 (Quelle: FUMINCO) ..................................................................... 121
Tab. 84: Bilanzierung der Materialien in der Hauptterrasse im Rahmen des Szenarios A3
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 122
Tab. 85: Bilanzierung der Materialien in der Hauptterrasse im Rahmen des Szenarios A4
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 122
Tab. 86: Bilanzierung der Materialien in der Hauptterrasse im Rahmen des Szenarios A5
(Quelle: FUMINCO) .................................................................................................. 122
Tab. 87: Materialausweisung Konzept Reservebetrieb 1 : 5,4 (Quelle: FUMINCO) .............. 126
Tab. 88: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Konzepts
Reservebetrieb 1 : 5,4 (Quelle: FUMINCO) .............................................................. 127
Tab. 89: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Konzepts
Reservebetrieb 1 : 5,4 (Quelle: FUMINCO) .............................................................. 127
Tab. 90: Anteile der verschiedenen Böschungsbereiche im Szenario 2030 .......................... 131
Tab. 91: Überblick über die Bewertungsgrundlagen und Aussagen bei den einzelnen
Leitentscheidungen ................................................................................................... 133
Tab. 92: Erwartete durchschnittliche Konzentrationen im Kippenwasser (MHB
Abraumkippe) ............................................................................................................ 135
Tab. 93: Veränderung der wichtigsten Parameter des Tagebausees in den relevanten
Szenarien .................................................................................................................. 152
Tab. 94: Überblick über die Veränderungen im Tagebausee zwischen der LE 2016/LE
2021 und dem Ausstiegsszenario 2030 .................................................................... 153
Tab. 95: Vergleichende Bewertung der LE 2021 und LE 2023 .............................................. 159
Tab. 96: Abraumbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) .............. 171
Tab. 97: Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO) ................... 172
Tab. 98: Verwertbare Braunkohlenförderung im Tagebau Garzweiler II für die
Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO) ............................... 173
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- XIV -
Aktualität der Datengrundlage und Einordnung des Ergänzungsgutachtens
Die Prüfung und Bewertung der RWE-Massenbilanzen (Löss- und Abraumbilanz sowie
Braunkohlenförderung) erfolgt im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens anhand
von Daten und Informationen, die den Gutachtern zwischen September 2022 und August
2023 von der RWE Power AG übergeben wurden. Die aktuellen Planungen der RWE
Power AG auf Grundlage der Leitentscheidung 2023 sind daher nicht Bestandteil des
vorliegenden Fachgutachtens. Im Rahmen eines Nachtrags zu diesem Fachgutachten
werden die an die Leitentscheidung 2023 angepassten Planungen der RWE Power AG
geprüft und bewertet. Die Ergebnisse werden innerhalb eines ergänzenden Kurzgutach-
tens dokumentiert.
Allgemeiner Hinweis zur Darstellung von Zahlen und Werten
Die jeweils verwendete Anzahl der Nachkommastellen bei Zahlen werten repräsentiert
die Genauigkeit der entsprechenden Datenbasis.
Unstimmigkeiten im Nachkommabereich bei Rechenoperationen innerhalb von Tabellen
sind durch die notwendige Rundung von Zahlen und Werten bedingt.
Fehler in direkten Zitaten
Inhaltliche oder grammatikalische Fehler innerhalb von direkten Zitaten werden mit
„(sic!)“ gekennzeichnet. Die Richtigstellung von inhaltlichen Fehlern durch die Gutachter
erfolgt in der zum Zitat gehörenden Fußnote.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 1 -
1 ANLASS UND AUFGABENBESCHREIBUNG
Mit Schreiben vom 01.08.2022 wurde die ahu GmbH von der zentralen Vergabestelle
der Bezirksregierung (BR) Köln mit der Erstellung des Fachgutachtens zur „Abraumbi-
lanzierung und hydrogeologischer Auswirkungsanalyse im Tagebau Garzweiler für un-
terschiedliche Ausstiegsszenarien mit Alternativenentwicklung“ beauftragt (Auftrags-
nummer 2022-057).
Aufgrund der komplexen und fachübergreifenden Fragestellungen erfolgt die Bearbei-
tung durch die
• ahu GmbH Wasser · Boden · Geomatik (Auftragnehmer, im Folgenden ahu)
Kirberichshofer Weg 6, 52078 Aachen
Dr. M. Denneborg
Projektleiter
www.ahu.de
Bearbeitungsschwerpunkt: hydrogeologische Auswirkungsanalyse
(Kapitel 9 und 10)
• FUMINCO GmbH (im Unterauftrag der ahu, im Folgenden FUMINCO)
Heinrichsallee 41, 52062 Aachen
Dipl.-Ing. (Bergbau), Dipl.-Ing. (Markscheidewesen) S. Fuchs, M. Sc. (BSM)
stellv. Projektleiter
www.fuminco.com
Bearbeitungsschwerpunkt: Prüfung/Bewertung der RWE-Massenbilanz
(Kapitel 4 bis 8)
Im Folgenden wird die Bezeichnung Gutachter verwendet, wenn entweder eines oder
beide der zuvor genannten Ingenieurbüros gemeinsam gemeint sind.
Tab. 1 (Seite 2) gibt einen Überblick über die Meilensteine und Termine im Rahmen der
Projektbearbeitung.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 2 -
Tab. 1: Meilensteine bzw. Leistungen in der Projektbearbeitung (Quelle: ahu/FUMINCO)
Nr. Datum / Zeitraum Meilenstein und Termine
1 08.08.2022 Projektstartgespräch
2 bis Anfang
09/2022
Übergabe der notwendigen geologischen und lagerstättenkundli-
chen Daten , diverser Tagebaustände (z. B. Referenztagebau-
stand, vorläufige Tagebauendstände) sowie Daten für die Bear-
beitung hydrogeologischer und wasserwirtschaftlicher Fragestel-
lungen durch die RWE Power AG an die Gutachter
3 14.10.2022 Vorstellung der Ergebnisse der Überprüfung der energiewirt-
schaftlichen und energiepolitischen Notwendigkeit des Tagebaus
Garzweiler und der Braunkohlengewinnung im Bereich Lützerath
bei der BR Köln
4 bis 11/2022 Überprüfung der Daten auf Konsistenz, Plausibilität und Vollstän-
digkeit
5 04.11.2022 Ergebnispräsentation beim Arbeitskreis „Änderung des Braun-
kohlenplans Garzweiler II“: Vorstellung des vorläufigen Lagerstät-
tenmodells und Erörterung von wasserwirtschaftlichen Fragen
6 23.11.2022 Tagebaubefahrung gemeinsam mit Vertretern der B R Köln und
der RWE Power AG
7 bis 02/2023 Übergabe der Daten im Bereich Tagebauplanung (Tagebauend-
stände, Zwischenstände, Massenbilanzen etc.) durch die RWE
Power AG an die Gutachter
8 04/2023 Ergebnispräsentation (BR Köln, RWE Power AG): Szenario L12
9 08.05.2022 Ergebnispräsentation beim Arbeitskreis „Änderung des Braun-
kohlenplans Garzweiler II“: Lagerstättenmodell, vorläufige Prü-
fung der RWE-Massenbilanzen, entwickelte alternative Szenarien
und Definition wasserrechtlicher Fragestellungen
10 06/2023 Erstellung von Stellungnahmen inkl. den entsprechenden Tage-
bauplanungen auf Grundlage von Anfragen von Mitgliedern des
Arbeitskreises „Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II“
und des Wirtschaftsministeriums NRW (MWIKE NRW)
11 07/2023 Erstellung zusätzlicher Stellungnahmen inkl. den entsprechenden
Tagebauplanungen auf Grundlage von Anfragen von Mitgliedern
des Arbeitskreises „Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler
II“ und des Wirtschaftsministeriums NRW (MWIKE NRW)
12 25.09.2023 Ergebnispräsentation beim Arbeitskreis „Änderung des Braun-
kohlenplans Garzweiler II“: Ergebnisse der Prüfung und Bewer-
tung der RWE-Massenbilanzen für die Ausstiegsszenarien 2030
bzw. 2033 sowie Vorstellung der entwickelten Varianten
13 09/2023 Abschlussbericht: Entwurf/Vorabzug
14 11/2023 Abschlussbericht: Endversion
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 3 -
2 AUFGABENBESCHREIBUNG DER BR KÖLN
In der Aufgabenbeschreibung der BR Köln (Stand: Juni 2022) und der Auftragserteilung
(01.08.2022) sollte eine Tagebauplanung des Tagebaus Garzweiler gemäß der Leitent-
scheidung 2021 (LE 2021) überprüft und bewertet werden, die eine Beendigung des
Tagebaus 2035/2038 (im Folgenden Ausstiegsszenario 2035/2038) und die Umsetzung
des 3. Umsiedlungsabschnitts vorsieht. Abb. 1 gibt einen Überblick über den geplanten
Abbaubereich im Ausstiegsszenario 2035/2038. Die westliche Abbaugrenze ist als
durchgezogene magentafarbene Linie dargestellt, während der dazugehörende Sicher-
heitsabstand als begleitende gestrichelte Linie dargestellt ist.
Abb. 1: Überblick über den geplanten Abbaubereich im Ausstiegsszenario 2035/2038 (magenta-
farbene Linie) gemäß der LE 2021 (Quelle: RWE Power AG)
Mit der politischen Verständigung zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz, dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des
Landes Nordrhein-Westfalen und der RWE AG zum vorgezogenen Kohleausstieg 2030
im Rheinischen Revier (MWIKE 2022-1) ist d as Ausstiegsszenario 2035/2038 gemäß
der Leitentscheidung 2021 hinfällig geworden. Die wichtigste Vereinbarung des vorge-
zogenen Kohleausstiegs 2030 ist der Verzicht auf die Gewinnung von ca. 280 Mio. t
Braunkohlen im Westen des Tagebaus Garzweiler II. Diese Entscheidung ermöglicht
u. a. den Erhalt der fünf Dörfer Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und
Berverath. Das OVG Münster wies in seiner Entscheidung vom 28.03.2022 darauf hin,
dass die RWE Power AG die in Rede stehenden Grundstücke zur Gewinnung von
Braunkohlen in der Ortslage Lützerath abbaggern darf. Die auf dieser politischen Ver-
ständigung aufbauende Abbauplanung wird im Folgenden als Ausstiegsszenario 2030
bezeichnet.
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 4 -
Während der 3. Sitzung des Arbeitskreises „Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler
II“ (im Folgenden AK Garzweiler II) am 04.11.2022 wurde von den Gutachtern das da-
raufhin geänderte Arbeitsprogramm vorgestellt. Dies umfasst nunmehr folgende Aufga-
ben:
1. Überprüfung des Ausstiegsszenarios 2033 (inklusive des sogenannten Reservebe-
triebs) anstatt des Ausstiegsszenarios 2035/2038, das nicht mehr bearbeitet wird
2. Überprüfung de s Ausstiegsszenarios 2030 aus bergbau -/fachplanerischer Sicht
(Prüfung und Bewertung der Abraum- und Lössbilanz, Prüfung und Bewertung der
Braunkohlengewinnung, Kontrolle der geplanten Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommenen Flächen)
3. Überprüfung des Ausstiegsszenario s 2033 aus bergbau -/fachplanerischer Sicht
(Prüfung und Bewertung der Abraum- und Lössbilanz, Prüfung und Bewertung der
Braunkohlengewinnung, Kontrolle der geplanten Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommenen Flächen)
4. Entwicklung von möglichen Varianten zu den begutachteten Ausstiegsszenarien
2030 und 2033
a. verminderte Auffüllung des östlichen Restlochs und mögliche Auswirkungen auf
die Abraum- und Lössbilanz sowie Inanspruchnahme der Flächen im Westen
b. Einordnung und Bewertung der Kurzstudie, die im Auftrag von Europe Beyond
Coal im Jahr 2022 erstellt wurde (CoalExit 2022)
c. sonstige Varianten (Bergbauplanungen, Volumenanalysen und Konzeptbewer-
tungen im Rahmen von Stellungnahmen, in denen Detailfragen zum Tagebau
Garzweiler II beantwortet werden - Kapitel 8.3)
5. Bewertung der Ausstiegsszenarien und Varianten aus hydrogeologischer und was-
serwirtschaftlicher Sicht
6. Gutachtenerstellung und Dokumentation
Die Leitentscheidung 2023 ( LE 2023) bestätigt im Grundsatz das Ausstiegszenario
2030, enthält aber vielfach keine Quantifizierungen der Abbauplanungen und der Rest-
seegestaltung, so dass diese Quantifizierungen aus der LE 2016/ 2021 abgeleitet bzw.
übernommen werden. Die auf Basis der LE 2023 angepasste Bergbauplanung der RWE
wird im Rahmen eines Nachtrags zum vorliegenden Fachgutachten geprüft und bewer-
tet.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 5 -
3 BESCHREIBUNG DER BETRACHTETEN SZENARIEN UND VARIANTEN
Im Folgenden werden die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 sowie die durch die Gut-
achter entwickelten Varianten kurz beschrieben. Eine ausführliche Beschreibung der im
vorliegenden Fachgutachten verwendeten 3-D-Modelle, die Prüfung und Bewertung der
dazugehörenden RWE-Massenbilanzen sowie die Entwicklung und Bewertung von Va-
rianten erfolgen in den Kapiteln 4 bis 8. Die entsprechenden hydrogeologischen Aspekte
werden in den Kapiteln 9 und 10 beschrieben und bewertet.
3.1 Ausstiegsszenario 2030
3.1.1 Beschreibung
Das Ausstiegsszenario 2030 folgt der Vorhabensbeschreibung (RWE 2022) der RWE
Power AG (im Folgenden RWE oder Bergbautreibende), die in der 3. Sitzung des AK
Garzweiler II am 04.11.2022 vorgestellt wurde. Die Vorhabensbeschreibung beruht auf
der politischen Verständigung vom 04.10.2022 (MWIKE 2022-1).
Abb. 2: Geplante Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Gar zweiler (Quelle: RWE, angepasst
durch die Gutachter)
Das Wiedernutzbarmachungskonzept der Ausstiegsszenarien 2030 bzw. 2033 ist in
Abb. 2 dargestellt. Die Kernpunkte des Ausstiegszenarios 2030 sind nachfolgend gelistet
und beziehen sich auf den Referenztagebaustand 01/2022 als Kalkulationsbasis:
I
II
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 6 -
• keine Inanspruchnahme des 3. Umsiedlungsabschnitts mit den fünf Dörfern Keyen-
berg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath und den drei Feldhöfen
Eggerather Hof, Roitzerhof und Weyerhof (RWE 2022)
• Einhaltung eines Abstands zu Ortschaften des 3. Umsiedlungsabschnitts und zu den
Feldhöfen von rund 400 m und zu Holzweiler von rund 500 m (RWE 2022)
• Verkleinerung des Abbaubereichs Garzweiler II von ursprünglich rund 4.800 ha ge-
mäß Braunkohlenplan II 1995 auf rund 2.470 ha (RWE 2022)
• Verkleinerung der Seefläche (Abb. 2, Seite 5: blaue Fläche) auf rund 2.258 ha (Ni-
veau Wasserspiegel: +65 m NHN)
• Flächengröße für landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung (Abb. 2: gelbe Flä-
chen) von rund 1.018 ha mit mindestens 2 m Lössauftrag
• Flächengröße für forstliche Wiedernutzbarmachung (Seeböschung und östliches
Restloch, Abb. 2: dunkelgrüne Flächen) von rund 392 ha
• Schaffung von Flächen mit einer naturnahen Gestaltung (landschaftsgestaltende An-
lagen) mit einer Gesamtgröße von 56 ha
• Anlage einer rund 105 ha großen landwirtschaftlichen Fläche mit einem reduzierten
Lössauftrag in Höhe von einem Meter 1 am nordöstlichen Uferbereich als Terrasse
(Abb. 2: gelb-schwarz schraffierte Fläche „I“) auf einer Höhe zwischen +73 m NHN
im Süden und +84 m NHN im Norden mit 1 m Lössauftrag
• Anlage einer weiteren ca. 20 ha großen landwirtschaftlichen Fläche mit einem redu-
zierten Lössauftrag in Höhe von einem Meter (Abb. 2: gelb-schwarz schraffierte Flä-
che „II“) mit 1 m Lössauftrag im Eingangsbereich der Verbindungsbandanlage
• Erhalt des Bereichs der Verbindungsbandanlage und des Braunkohlenbunkers/der
Tagesanlagen als Sonderfläche für Strukturwandelprojekte („sonstige Flächen“) mit
einer Fläche von rund 200 ha (Abb. 2: braune Fläche)
3.1.2 Braunkohlenmengen
Gemäß der angepassten RWE-Vorhabenbeschreibung vom 24.10.2022 „beträgt der ge-
winnbare Kohleinhalt der Lagerstätte noch rund 280 Mio. t (Anfang 2022 bis zum Tage-
bauende). Der Zeitpunkt der vollständigen Auskohlung der Lagerstätte gemäß
1 In der angepassten Vorhabensbeschreibung vom 24.10.2022 sind diese Flächen aufgrund des reduzierten
Lössauftrages von 1 m als Grün- und Weideland ausgewiesen. Gemäß Abschnitt 4 der Richtlinien der
Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie in NRW, für die landwirtschaftliche Wie-
dernutzbarmachung von Braunkohletagebauen vom 2012 muss die Mächtigkeit des Lössauftrags (für die
landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung ) im gesetzten Zustand grundsätzlich mindestens 2 m betra-
gen. Dennoch wurde diese Flächen nach Angaben der RWE Power AG im Januar 2023 nach Rücksprache
mit Vertretern der Bezirksregierung Arnsberg in landwirtschaftliche Flächen (1 m Lössauftrag) umbenannt.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 7 -
politischer Verständigung vom 04.11.2022 steht in direkter Abhängigkeit des Kohlebe-
darfs der Kraftwerke und der Veredelungsbetriebe“ (RWE 2022).
Im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens wurden den Gutachtern durch die Berg-
bautreibende zwei Tagebauendstände zur Verfügung gestellt : ein RWE-Tagebauend-
stand 2030 (Ausstiegsszenario 2030 ) mit einer verwertbaren Braunkohlenmenge von
rund 229 Mio. t sowie ein RWE -Tagebauendstand 2033 (Ausstiegsszenario 2033 ) mit
einer verwertbaren Braunkohlenmenge von rund 268 bis 269 Mio. t. Dies entspricht ei-
nem Reservebetrieb in Höhe von ca. 39 bis 40 Mio. t. Die Braunkohlenförderung im Ta-
gebau Garzweiler II erfolgt in den drei Braunkohlenflözen Garzweiler, Frimmersdorf und
Morken.
3.1.3 Abraum- und Lössbilanz
Gemäß der angepassten Vorhabensbeschreibung der Bergbautreibenden ist die Ab-
raumbilanz im Ausstiegsszenario 2030 ausgeglichen, das heißt, die für die Umsetzung
von standsicheren Böschungen erforderlichen Abraummengen stehen in der geforderten
Quantität und Qualität zur Verfügung.
Einschränkungen gibt es bei der Rekultivierung der Sonderflächen für Strukturwandel-
projekte. Diese 200 ha große Sonderflächen (200 ha / Abb. 2, Seite 5: braune Fläche),
werden nicht verfüllt. Zudem wird im Bereich des Ostufers des geplanten Tagebaurest-
sees ein 105 ha breiter Landstreifen (Abb. 2: gelb-schwarz gestreifte Fläche „I“) nicht bis
zur Tagesoberfläche (Erdoberfläche, Geländeoberkante (GOK)) verfüllt. Hier erfolgt auf
einer abgesenkten Terrasse ein reduzierter Lössauftrag von 1 m Mächtigkeit2.
3.1.4 Tagebaurestsee
Der Beginn der Befüllung ist laut RWE -Aussagen für das Jahr 2036 geplant. Der ge-
plante finale Wasserspiegel liegt bei +65 m NHN. Durch die geplanten Rekultivierungs-
maßnahmen wird eine flache, 100 m breite Wellenschlagzone mit einer Steigung von
1 : 25 entstehen. Die Seefläche wird bei einer Uferlänge von insgesamt 20,9 Kilometern
ca. 2.258 ha umfassen. Das Volumen des Tagebaurestsees wird rund 1,55 Mrd. m³ be-
tragen.
Große Bereiche des Böschungssystems des Tagebaurestsees werden mit einer Gene-
ralneigung von 1 : 5 von der Wellenschlagzone abwärts erstellt. Dabei handelt es sich
auf der Gewinnungsseite um durch Schaufelradbagger geschnittene Böschungen. Hier-
von ausgenommen sind Vorschüttungen aus standsicherheitstechnischen Gründen, wie
z. B. die Sicherung der freiliegenden Braunkohlenflöze durch Überschüttung mit stand-
festem Material.
Bei den früheren Planungsansätzen für den Tagebau Garzweiler II (z. B.: LE 1991) wur-
den die Böschungen im Tagebau zunächst mit einer steileren Generalneigung als 1 : 5
2 Anmerkung zum reduziertem Lössauftrag: Fußnote 1 im Kapitel 3.1.2
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 8 -
erstellt, um auch die im Böschungssystem gewinnbaren Braunkohlenmengen noch hin-
eingewinnen zu können. Anschließend sollten die Böschungssysteme durch das Vor-
schütten von Abraummassen auf eine Generalneigung von 1 : 5 abgeflacht werden.
Analog zu diesem Vorgehen erfolgt die Herstellung der Tagebauendböschung im Tage-
bau Hambach vor der Ortschaft Elsdorf (FG Hambach 2022). In diesem Bereich wird das
aktuell vorhandene Böschungssystem mit einer Generalneigung von rund 1 : 3 durch
eine Vorschüttung auf 1 : 5 abgeflacht. Diese Vorgehensweise kann für den Tagebau
Garzweiler II i m Rahmen des Ausstiegsszenario s 2030 nicht angewendet werden, da
die für eine derartige maximale Ausbeute der Lagerstätte benötigten Abraummassen
fehlen.
3.1.5 Sonstiges
Gemäß der angepassten RWE-Vorhabensbeschreibung vom 24.10.2022 verändert sich
aufgrund der Nicht -Inanspruchnahme der Ortschaften des 3. Umsiedlungsabschnitts
„zwangsläufig die Lage und Form des Tagebausees so sehr, dass die Autobahn 61 zwi-
schen der Anschlussstelle (AS) Wanlo und dem Autobahndreieck (AD), später Auto-
bahnkreuz (AK) Jackerath nach erfolgter Wiedernutzbarmachung als A61n nicht wieder
errichtet werden kann . Die Herstellung einer leistungsfähigen Ersatztrasse östlich des
späteren Sees ist aber grundsätzlich möglich“ (RWE 2022).
Für die Erfüllung aller Wiedernutzbarmachungsverpflichtungen, z. B. im Rahmen der Re-
kultivierung in den Tagebauen Hambach und Fortuna, muss nach RWE-Konzepten ein
Abraumdepot zur Zwischenspeicherung von ca. 120 bis 125 Mio. m³ auf den untersten
Innenkippensohlen erst errichtet und dann bis zum Start der Seebefüllung im Jahr 2036
wieder zurückgebaut werden.
3.2 Ausstiegsszenario 2033
Das Ausstiegsszenario 2033 schließt sich nahtlos an das Ausstieg sszenario 2030 an .
Es beinhaltet zusätzlich noch die Braunkohlenmengen für den sogenannten Reservebe-
trieb zwischen 2030 und 2033 , die gemäß dem RWE-Tagebauendstand 2033 im Süd-
westen des Abbaubereichs östlich von Holzweiler liegen.
3.2.1 Beschreibung
Der mögliche Reservebetrieb der drei modernen BoA3 -Böcke ist im Detail im Gesetz zur
Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung (KVBG)4 geregelt. Gemäß § 47
Abs. 4 KVBG wird die Bundesregierung spätestens im Rahmen der nach § 54 KVBG
zum 15. August 2026 vorzunehmenden Überprüfung prüfen, ob und in welchem Umfang
die Braunkohlenanlagen Niederaußem K (BoA 1), Neurath F (BoA 2) und Neurath G
(BoA 3) am 1. April 2030 in eine Reserve bis längstens zum 31. Dezember 2033
3 Braunkohlekraftwerke mit optimierter Anlagentechnik
4 Kohleverstromungsbeendigungsgesetz - KVBG vom 8. August 2020 (BGBl. I S. 1818), zuletzt geändert
durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. Dezember 2022 (BGBl. I S. 2479)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 9 -
überführt werden sollen. Die Turbinen der zuvor genannten Kraftwerksblöcke erbringen
insgesamt eine Netto-Leistung (elektrisch) von rund 3. 100 Megawatt (MW)5 bzw. eine
Brutto-Leistung (elektrisch) von rund 3.600 MW.
Falls diese Prüfung positiv ausfallen sollte, kommt die Wiederinbetriebnahme von Re-
servekraftwerken laut Aussage des Ministerium s für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz
und Energie des Landes Nordrhein -Westfalen grundsätzlich nur dann in Frage, „wenn
ab 2030 eine energiewirtschaftlich angespannte Situation vorliegt und die Versorgungs-
sicherheit nicht durch andere Maßnahmen gewährleistet werden kann“ (MWIKE 2023).
Die Entscheidung über den Reservebetrieb wird somit auch von der Ausbaugeschwin-
digkeit der erneuerbaren Energien sowie von der ausreichenden Verfügbarkeit von Er-
satzbrennstoffen (z. B. Wasserstoff) abhängen.
3.2.2 Braunkohlenmengen
Sofern der sogenannte Reservebetrieb bis 2033 tatsächlich energiewirtschaftlich not-
wendig wird, kann die Bergbautreibende laut den Vereinbarungen einen Bedarf von bis
zu 50 Mio. t Braunkohlen im Abbaufeld zwischen 2030 bis 2033 decken (MWIKE 2023).
Der Tagebau wird hierzu nicht mehr in der Fläche erweitert, es handelt sich vielmehr um
die Gewinnung von Braunkohlen in allen drei Flözen durch Steilstellung des Seebö-
schungssystems im Südwesten des Abbaufeldes östlich der Ortschaft Holzweiler.
Gegenüber RWE-Tagebauendstand 2030 beinhaltet der RWE-Tagebauendstand 2033
zusätzliche Braunkohlenreserven in Höhe von rund 39 bis 40 Mio. t (Kapitel 3.1.2).
3.2.3 Abraum- und Lössbilanz
Die Abraum- und Lössbilanz ist im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2033 ausgeglichen.
Da sich die Abbaugrenze und auch die geförderte Lössmenge zwischen 2030 und 2033
nicht mehr ändert , ist die Lössbilanz des Ausstiegsszenarios 2033 identisch mit der
Lössbilanz des Ausstiegsszenarios 2030.
3.2.4 Tagebaurestsee
Sollte die Braunkohlenreserve des Reservebetriebs vollständig in Anspruch genommen
werden, erhöht sich das Volumen des Tagebaurestsees durch die Gewinnung der
Braunkohlen um etwa 34,0 bis 34,8 Mio. m³. Die Uferlänge ändert sich gegenüber der
Uferlänge des Tagebaurestsees im Ausstiegsszenario 2030 nicht. Eine signifikante Än-
derung erfährt nur das südwestliche Böschungssystem unterhalb der Wasserlinie vor
der Ortschaft Holzweiler. Der zusätzliche Abraum wird in die unteren Sohlen der Innen-
kippe unterhalb des Zielwasserspiegels eingebaut.
5 Netto-Leistungen elektrisch: Niederaußem K 944 MW; Neurath F und Neurath G jeweils 1.060 MW
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 10 -
3.2.5 Sonstiges
Die verlängerte Laufzeit des Tagebaus Garzweiler II bis Ende 2033 hat gemäß den ak-
tuellen Planungen der Bergbautreibenden keinen Einfluss auf das Abraumdepot oder
den Start der Seebefüllung im Jahr 2036.
3.3 Planungs- und Prüfvarianten
3.3.1 Verringerte Auffüllung des östlichen Restlochs
In der derzeitigen Planung wird von einer vollständigen Verfüllung des östlichen Rest-
lochs und der Wiederherstellung landwirtschaftlicher Flächen ausgegangen. Bei einer
verringerten Auffüllung des östlichen Restlochs sowie der Schaffung offener, nährstoff-
armer Lebensräume bzw. Magerwiesen im Rahmen der Steigerung der Biodiversität
kann der Abraum- und Lössbedarf für die Wiedernutzbarmachung dieses Bereichs sig-
nifikant verringert werden. Durch diese Maßnahme würden sich neue Optionen für die
Rekultivierung anderer Bereiche, wie z. B. im Bereich der Verbindungsbandanlage zwi-
schen dem Tagebau Garzweiler und dem östlichen Restloch, ergeben.
3.3.2 Kurzstudie im Auftrag von Europe Beyond Coal
In der Kurzstudie im Auftrag von Europe Beyond Coal (Abb. 3) (CoalExit 2022) wird eine
gewinnbare Braunkohlenmenge in Höhe von 190 Mio. t durch Steilerstellen der Gewin-
nungsböschung bei gleichzeitigem Erhalt des Ortsteils Lützerath prognostiziert.
Abb. 3: Titelblatt und schematische Darstellung des Berechnungsmodells der Kurzstudie im Auf-
trag von Europe Beyond Coal (CoalExit 2022)
© Europe Beyond Coal © Europe Beyond Coal
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 11 -
Eine Bewertung der Ergebnisse und der Methoden dieser Kurzstudie erfolgt in Kapitel 8.
3.3.3 Variantenentwicklung im Rahmen des Fachgutachtens
Im Rahmen von Anfragen der Mitglieder des AK Garzweiler II und aus dem Ministerium
für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen wer-
den zahlreiche Tagebauvarianten entwickelt, ausgewertet und abschließend bewertet.
Die Anfragen und die dazugehörigen Ergebnisse der entsprechenden Stellungnahmen
sind in Kapitel 8.3 zusammengefasst.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 12 -
4 BESCHREIBUNG DER 3-D-MODELLE
4.1 Allgemeine Aspekte
Grundlage für die Prüfung und Bewertung der Massen- bzw. Volumenbilanzen, die durch
die Bergbautreibende im Rahmen der angepassten Vorhabensbeschreibung zur Verfü-
gung gestellt wurden, sind entsprechende durch die Gutachter entwickelte 3-D-Modelle.
Für die Prüfung der Angebotsseite der Bilanz wird auf Basis der geologischen Schichten
und Informationen ein geologisches 3-D-Modell (auch 3-D-Lagerstättenmodell) entwi-
ckelt, um die RWE-Daten der Gewinnung zu bewerten. Dieses geologische 3-D-Modell
dient auch als Basis für die Tagebauplanungen, die im Rahmen der Variantenentwick-
lung und für die Beantwortung von Fragen seitens des AK Garzweiler II und des Wirt-
schaftsministeriums NRW durchgeführt werden.
Die Prüfung und Bewertung der Bedarfsseite erfolgt innerhalb der Genehmigungsgren-
zen des Tagebaus Garzweiler mithilfe eines 3-D-Kippenmodells, das den östlichen Be-
reich des aktiven Tagebaus (Innenkippe) sowie das östliche Restloch umfasst. Aufgrund
der vorhandenen geologischen Verhältnisse in der Lagerstätte entfällt die in der Planung
für den Tagebau Hambach so wichtige Unterscheidung zwischen standfestem Abraum-
material (z. B. Sand und Kies als aufbaufähiges Material) und nicht standfestem Abraum-
material (z. B. Ton und Schluff als nicht aufbaufähiges Material). Bei dem im Jahr 2021
durch die Bergbautreibende vorgelegten Tagebauendstand 2029/2030 für den Tagebau
Hambach lag der Anteil an nicht standfestem Material im noch zu fördernden Gesamt-
volumen (ohne den Löss- und Braunkohlenanteil) bei rund 26 % (FG Hambach 2022).
Der entsprechende Anteil bei dem geplanten Tagebauendstand 2030 im Tagebau Garz-
weiler II beträgt hingegen nur etwa 4 %. Zudem treten die Ton- bzw. Schluffhorizonte im
angepassten Abbaugebiet des Tagebaus Garzweiler II abweichend von denen der
Braunkohlenlagerstätte Tagebau Hambach in geringerer Anzahl, mit einer kleineren
Mächtigkeit und in größeren horizontalen Abständen auf.
Die Prüfung der Flächenbilanzen für die beanspruchten Flächen im Bereich der geplan-
ten Wiedernutzbarmachung (Rekultivierung) erfolgt mittels der Überprüfung der überge-
benen Pläne mit einer CAD-Software und dem Abgleich dieser Ergebnisse mit den ent-
sprechenden RWE-Angaben innerhalb der Abraum- und Lössbilanzen. Um die durch
RWE ausgewiesenen notwendigen Volumina für die Wiedernutzbarmachungsverpflich-
tungen außerhalb der Genehmigungsgrenzen des Tagebaus Garzweiler (externe Mas-
senströme), wie z. B. im Rahmen der Rekultivierung des Tagebaus Fortuna, zu überprü-
fen, werden separate 3-D-Modelle verwendet. Für die Bewertung der Massen, die zum
Tagebau Hambach transportiert werden sollen, wird auf die Daten und Information en
aus dem Fachgutachten „ Überprüfung der Abraumbilanzierung und geplante Bö-
schungssysteme der RWE AG im Tagebau Hambach und Erfordernis der Inanspruch-
nahme der Manheimer Bucht“ (FG Hambach 2022) zurückgegriffen . Falls vorhanden,
wurden aktuellere Datensätze für die Prüfung verwendet. Die im Rahmen des vorliegen-
den Fachgutachtens verwendeten Tagebau(end)stände und die dazugehörigen Mas-
sen- und Flächenbilanzen sind den Gutachtern von der Bergbautreibenden im Zeitraum
zwischen August 2022 und Mai 2023 übergeben worden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 13 -
4.2 Geologisches 3-D-Modell
Das zuvor genannte geologische 3 -D-Modell (3-D-Lagerstättenmodell) gehört zu der
Gruppe der sogenannten 3 -D-Blockmodelle. Die verwendete Software GEOVIA Sur-
pac™ basiert auf der Definition von Blöcken als kleinste Einheit, deren Kantenlänge und
Orientierung frei wählbar sind. Im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens wird die
Blockgröße aufgrund der Größe der zu bewertenden Volumina und des Vorhandenseins
geringmächtig anstehender Schichten auf 25 m x 25 m x 0,25 m festgelegt. Somit erfol-
gen alle nachfolgenden Berechnungen auf Grundlage der kleinsten Blockeinheit mit dem
Volumen von 156,25 m³. Das geologische 3-D-Modell des zuvor genannten Fachgutach-
tens Hambach (F G Hambach 2022) basiert auf einer Blockgröße von 20 m x 20 m
x 0,25 m. Mit der Wahl der größeren Blockeinheit (minimale Blockgröße) für das geolo-
gische 3-D-Modell wird auf den größeren Planungsraum bzw. auf das höhere Massen-
angebot innerhalb der Abbaugrenzen des Tagebaus Garzweiler II gegenüber den Pla-
nungsvorgaben für den Tagebau Hambach reagiert.
Grundlage für die Erstellung und Aktualisierung von 3 -D-Blockmodellen sind 3-D-Flä-
chen auf Basis der sogenannten Dreiecksvermaschung. Diese 3-D-Flächen bilden z. B.
die Tagesoberfläche (auch Geländeoberkante (GOK) genannt), einen bestimmten Pla-
nungsstand oder die Ober- bzw. Untergrenze einer geologischen Schicht ab. Abb. 4 zeigt
beispielhaft den Tagebaustand 01/2022 des Tagebaus Garzweiler II, der als Basis (Re-
ferenztagebaustand) für alle Berechnung innerhalb der Massen - und Flächenbilanzen
dient, in Aufsicht als Flächenmodell bzw. 3-D-Modell.
Abb. 4: Tagebaustand 01/2022, Referenztagebaustand für alle Berechnungen (Quelle:
FUMINCO)
Die Angebotsseite beschreibt die Herkunft der Volumina (Massen). Das für die Bewer-
tung der Angebotsseite erstellte geologische 3-D-Modell besteht aus über 60 geologi-
schen Schichten und umfasst den Bereich der aktuellen Gewinnungsböschung (Tage-
baustand 01/2022) sowie den Untergrund östlich der Ortschaft Holzweiler und zwischen
den Ortschaften Ho lzweiler und Keyenberg. Das geologische 3-D-Modell umfasst den
Holzweiler
Keyenberg
Kuckum
AK Jackerath © FUMINCO
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 14 -
geologischen Aufbau des Untergrunds von der Geländeoberkante (GOK) bis zu den drei
Braunkohlenflözen Garzweiler, Frimmersdorf und Morken. In der Tiefe (bergmännisch:
Teufe) wird das geologisches 3-D-Modell zum größten Teil durch die untere Grenzfläche
des Flözes Morken, der sogenannten Liegendfläche des Flözes, begrenzt.
Ausgehend von den geologischen Schichtgrenzen wird auf Grundlage der übergebenen
Daten und Informationen jede geologische Schicht petrografisch zugeordnet (z. B. „Löss
landwirtschaftlich gut geeignet“ (988), „Ton und Schluff (760)“ oder „Sand und Kies
(712)“) und durch mehrere Attribute klassifiziert. Zu diesen Attributen zählt neben strati-
grafischen Zuordnungen (z. B. Niederterrasse, Tegelen-Schichten, Hauptkiesserie etc.)
auch die Einteilung in standfeste bzw. nicht standfeste Materialien. Beispielsweise wer-
den Kies- und Sandhorizonte standfesten Materialien zugeordnet, während Tone und
Schluffe als nicht standfeste Materialien klassifiziert werden. Das detaillierte Schichten-
verzeichnis inklusive der Petrografie der Lagerstätte, das bei der Erstellung des geolo-
gischen 3-D-Modells umgesetzt wurde, befindet sich im Anhang. Abb. 5 stellt bespielhaft
das Ergebnis der Auswertung des Ausstiegsszenarios 2030 auf Basis des RWE -Tage-
bauendstands 2030 innerhalb des entwickelten geologischen 3-D-Modells dar.
Abb. 5: Beispielhafte Auswertung innerhalb des geologischen 3-D-Modells im Ausstiegsszenario
2030 (Quelle: FUMINCO)
Die im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens verwendeten geologischen Daten
sind den Gutachtern von der Bergbautreibenden übergeben worden. Eine tiefergehende
Überprüfung und Bewertung der Datengrundlage des geologischen Modells der RWE,
die eine Analyse der geologischen Schichtgrenzen, ihre Lage zueinander und einzelne
Schichtmächtigkeiten (Schichtdicken) beinhaltet, ist nicht Bestandteil des vorliegenden
Fachgutachtens. Das geologische Modell des Tagebaus Garzweiler II basiert auf hun-
derten von Einzelbohrungen, deren Interpolation bzw. Int erpretation in den Raum und
auf Anpassungen und Nachtragungen.
© FUMINCO
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 15 -
Das geologische 3 -D-Modell der Gutachter ist nach der Implementierung der geologi-
schen Schichtdaten der Bergbautreibenden einer Plausibilitätsprüfung unterzogen wor-
den. Anhand von neun übergebenen geologischen Schnitten der RWE durch die Braun-
kohlenlagerstätte ist sowohl der vorgenommene Datentransfer in das entwickelte geolo-
gische 3-D-Modell als auch die softwaretechnische Datenaufbereitung überprüft worden.
Hierfür wurden die übermittelten neun geologischen Originalschnitte der Bergbautrei-
benden in einem ersten Prüfschritt anhand der sogenannten Profillinien im geologischen
3-D-Modell nachgebildet. In einem nächsten Schritt erfolgte eine Auswertung der ent-
sprechenden Flächen für Löss, Terrassenkies, Abraum sowie für die einzelnen Braun-
kohlenflöze. Abschließend erfolgte ein Vergleich mit den entsprechenden übergebenen
Profilen.
Abb. 6: Beispiel des Abgleichs des 3-D-Modells anhand des geologischen Schnitts GA_S_256
(Quelle: RWE (oben) und FUMINCO (unten))
Der Abgleich zwischen den von der Bergbautreibenden übergebenen geologischen Pro-
filen und den Profilauswertungen in dem von den Gutachtern entwickelten geologischen
3-D-Modell wird beispielhaft am geologischen Schnitt GA_S_2566 in Abb. 6 dargestellt.
Die Abweichung für die zuvor genannten vorkommenden Materialien beträgt je nach
Material zwischen 0,2 % und 3,2 %. Da es sich dabei nicht nur um stichprobenartige,
sondern auch um linienhafte Kontrollen des Lagerstättenmodells handelt, zeigen diese
Ergebnisse trotz der aus geostatischer Sicht geringen Größe der Stichprobe7 ein hohes
Maß an Übereinstimmung zwischen dem geologischen 3-D-Modell, das im Rahmen des
vorliegenden Fachgutachtens erstellt wurde, und dem Modell der Bergbautreibenden.
4.3 3-D-Kippenmodell
Das 3-D-Kippenmodell umfasst die Bereiche, in denen gemäß der angepassten RWE -
Vorhabensbeschreibung vom 24.10.2022 (RWE 2022) zukünftig Massen verkippt wer-
den sollen (Innenkippe auf der östlichen Seite des aktiven Tagebaus). Somit beschreibt
6 Startkoordinaten der Schnittlinie (SW): R 25 29589,38/H 56 57667,97;
Endkoordinaten der Schnittlinie (NO): R 25 31611,21/H 56 60000,00
7 insgesamt wurden neun Kontrollprofile mit unterschiedlichen Längen ausgewertet
© FUMINCO
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 16 -
das 3-D-Kippenmodell die sogenannte Bedarfsseite des Tagebaus Garzweiler. Dieses
3-D-Modell beinhaltet neben dem zukünftigen Innenkippenbereich auch den Bereich des
sogenannten östlichen Restlochs (ehemaliger Tagebau Garzweiler I).
Abb. 7: Tagebauendstand 2030 (Quelle: FUMINCO)
Basis für die Dimensionierung und Prüfung der Massenbilanz (Angebots - und Bedarfs-
seite) ist der Referenztagebaustand 01/2022 (Abb. 4, Seite 13) sowie die beiden Tage-
bauendstände 2030 (Abb. 7) und 2033 (Abb. 8). Damit bei der Prüfung der RWE -Mas-
senbilanz statistisch bedingte Abweichungen aufgrund verschiedener Blockgrößen in
den Modellen vermieden werden, hat das 3-D-Kippenmodell - analog zum geologischen
3-D-Modell - eine Blockgröße von 25 m x 25 m x 0,25 m.
Abb. 8: Tagebauendstand 2033 (Quelle: FUMINCO)
Da das 3 -D-Kippenmodell ausschließlich zur Kontrolle der Volumina dient, beinhalten
die einzelnen Blöcke - im Gegensatz zum geologischen 3 -D-Modell - keine Klassifi-
Holzweiler
Keyenberg
Kuckum
AK Jackerath
Holzweiler
Keyenberg
Kuckum
AK Jackerath
© FUMINCO
© FUMINCO
N
N
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 17 -
zierungen oder Attribute. Aufgrund der Lage der Innenkippe und des östlichen Restlochs
ist das 3-D-Kippenmodell bei gleicher Blockgröße größer als das geologische 3 -D-Mo-
dell, das für die Bewertung der Angebotsseite verwendet wird.
4.4 Volumenmodelle für externe Standorte
Mit den externen Standorten werden im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens die
Flächen beschrieben, für die seitens der Bergbautreibenden eine Pflicht zur Wiedernutz-
barmachung (Rekultivierung) besteht und für die ein entsprechender Materialtransport
aus dem Tagebau Garzweiler II notwendig ist. Zu diesen externen Standorten gehören:
der Tagebau Hambach, der ehemalige Tagebau Fortuna-Garsdorf, die Kraftwerksrest-
stoffdeponien Garzweiler und Fortuna, der Bunker Fortuna/Rather Schleife sowie der
Tagebau und die Deponie Ville. Für die Prüfung und Bewertung der RWE-Massenbilanz
sind für die zuvor genannten Rekultivierungsflächen 3 -D-Modelle analog zum 3 -D-Kip-
penmodell des Tagebaus Garzweiler II erstellt worden. Die Deckung des Materialbedarfs
der Rheinischen Baustoffwerke GmbH kann nicht separat ausgewiesen werden. Dieser
Bedarf wir jedoch bei der Volumenausweisung im geologischen 3-D-Modell berücksich-
tigt.
Obwohl die Betriebsgelände der Kraftwerksreststoffdeponie Garzweiler (KWR-Deponie)
und der Rheinischen Baustoffwerke GmbH innerhalb der Genehmigungsgrenzen des
Tagebaus Garzweiler liegen, werden diese durch die RWE als externe Standorte geführt.
Um die Vergleichbarkeit zu Daten und Veröffentlichungen der RWE zu gewährleisten ,
wird diese Aufteilung im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens beibehalten.
Die Prüfung und Bewertung der Massenbilanz in Zusammenhang mit dem geplanten
Massentransport zum Tagebau Hambach erfolgt anhand der bereits vorhandenen Mo-
delle und Erfahrungen aus dem Fachgutachten Hambach aus dem Jahr 2022 (FG Ham-
bach 2022). Für diesen Bereich wird kein neues 3-D-Kippenmodell erstellt.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 18 -
5 MASSENANGEBOT 2030 UND 2033
5.1 Vorgehensweise
Im Folgenden wird die Methodik und die technische Vorgehensweise bei der Prüfung
und Bewertung der Angebotsseite der RWE -Massenbilanz im Kapitel 5.2 beschrieben.
Kapitel 5.3 stellt den Prüfgegenstand und ggf. wichtige RWE -Planungsparameter an-
hand der Daten und Informationen der Bergbautreibenden, die im Rahmen des vorlie-
genden Fachgutachtens geprüft und bewertet werden sollen , dar. Daten, die den Gut-
achtern nicht vorliegen, werden auf Grundlage der vorhandenen Daten und Informatio-
nen der Bergbautreibenden abgeleitet. Die quantitative und qualitative Prüfung der
RWE-Daten und abgeleiteter Werte erfolgt mithilfe der entwickelten 3-D-Modelle sowie
anhand von Massen- und Flächenbilanzen der Gutachter in den Kapiteln 5.4 und 5.5.
Die abschließende Bewertung der Prüfergebnisse erfolgt in Kapitel 5.6. Analog zur be-
schriebenen Vorgehensweise bei der Prüfung und Bewertung der Angebotsseite der
RWE-Massenbilanz erfolgt auch die Prüfung und Bewertung der Bedarfsseite der RWE-
Massenbilanz in Kapitel 6.
5.2 Prüfverfahren
Grundlage für die Prüfung und Bewertung des Massenangebots ist das entwickelte ge-
ologische 3 -D-Modell ( Kapitel 4.2). Durch die Verschneidung dieses 3 -D-Modells mit
verschiedenen als 3-D-Flächen vorliegenden Tagebauständen wird die Materialgewin-
nung in den entsprechenden Zeiträumen berechnet. Wird beispielsweise der Referenz-
tagebaustand 01/2022 mit dem Tagebauendstand 203 0 im geologischen 3 -D-Modell
verschnitten, kann dadurch die Gesamtförderung im Zeitraum von 2022 bis 2030 ermit-
telt werden. Weitere Volumenberechnungen, die im Rahmen des vorliegenden Fachgut-
achtens konstruiert werden (z. B. für den Tagebauendstand 2033 od er für Zwischen-
stände bzw. Varianten-Tagebaustände), erfolgen analog zur beschriebenen Vorgehens-
weise.
Formal werden bei der Verschneidung definierte Volumenkörper aus dem geologischen
3-D-Modell geschnitten. Diese Volumenkörper entsprechen - in Abhängigkeit von den
verwendeten 3-D-Flächen - der Gewinnung in dem durch die Wahl der benutzten 3 -D-
Flächen definierten Zeitraum. Die herausgeschnittenen Volumenkörper werden dann
mithilfe von Materialklassifikationen und Materialattributen, die in jedem Block des geo-
logischen 3-D-Modells gespeichert sind, über die Auswertungswerkzeuge der Bergbau-
spezialsoftware analysiert. Abschließend erfolgt die Bilanzierung und Prüfung der Ange-
botsvolumina bzw. Angebotsmassen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 19 -
5.3 Prüfgrundlage Massenangebot
5.3.1 Grundlage für die quantitative Prüfung (Massenangebot)
Auf der Angebotsseite der RWE -Massenbilanz (ohne Berücksichtigung der Abbauver-
luste) werden mit Bezug auf den Gewinnungszeitraum vom Referenztagebaustand
(01/2022) bis zum Tagebauendstand 2030 insgesamt 990,34 Mio. m³ Abraum inklusive
Löss sowie 245,93 Mio. t Braunkohlen gelistet (Tab. 2, Seite 20). Mit einer durchschnitt-
lichen Dichte der Braunkohlen in Höhe von 1,15 t/m³ (RWE-Angabe für die Lagerstätte)
ergibt sich ein Braunkohlen-Volumen von 213,85 Mio. m³.
Die RWE-Angebotsseite beinhaltet zwei Positionen, die im Rahmen der quantitativen
Prüfung mit dem entwickelten geologischen 3-D-Modell nicht direkt geprüft werden kön-
nen: zwei große Lössdepots, die für die Zwischenlagerung von Löss im Bereich des öst-
lichen Restlochs angelegt wurden , sowie einen bilanztechnischen Ausgleichsposten,
den RWE verwendet, um die Gewinnung von Abraummaterial in den von Schaufelrad-
baggern geschnittenen Böschungen im Rahmen der Rekultivierung zu simulieren.
Die beiden Lössdepots befinden sich im Süden bzw. Osten des östlichen Restlochs und
somit außerhalb der Grenzen des geologischen 3-D-Modells. Insgesamt sollen die bei-
den Lössdepots nach Angaben der Bergbautreibenden 8,00 Mio. m³ Löss enthalten
(Tab. 2). Im Rahmen der qualitativen Bewertung im Kapitel 5.5.1 werden diese eingela-
gerten Volumina überprüft.
Die von der RWE übergebenen Tagebauendstände stellen den geplanten Endstand der
Böschungssysteme dar. Somit beinhalten diese Tagebauendstände bereits den Auftrag
von Forstkies und Substrat als Grundlage für die Rekultivierung auch auf der Gewin-
nungsseite (geschnittene Böschungen). Allerdings wird gemäß RWE bei der zukünftigen
Umsetzung der Planungen im Tagebaubetrieb mehr Material aus den Gewinnungsbö-
schungen entnommen als im Tagebauendstand dargestellt, um in diesen Bereichen an-
schließend wieder Forstkies und Substrat aufzutragen. Da die Gewinnung dieser zusätz-
lichen Massen im aktuellen Planungsstadium noch nicht in entsprechenden Tagebau-
ständen dargestellt ist, sind diese Volumina auch nicht anhand des geologischen 3 -D-
Modells überprüfbar. Um diese Massen dennoch in der Massenbilanz berücksichtigen
zu können , beinhaltet die Angebotsseite der RWE -Massenbilanz einen bilanztechni-
schen Ausgleichsposten in Höhe von 7,30 Mio. m³ (Position: „Abraum Gewinnung See-
mulde“). Im Rahmen der qualitativen Bewertung im Kapitel 5.5.2 werden die Volumina
der zusätzlich gewonnenen Massen überprüft.
Das Gesamtvolumen der RWE-Angebotsseite für das Ausstiegsszenario 2030 in Höhe
von 1.188,89 Mio. m³ wird in Tab. 2 darstellt. Die beiden zuvor beschriebenen Positio-
nen, die im Rahmen einer quantitativen Prüfung durch das geologische 3-D-Modell nicht
überprüft werden können, werden von dem Gesamtvolumen der RWE -Angebotsseite
abgezogen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 20 -
Tab. 2: Ermittlung der Basis für die quantitative Prüfung des RWE -Angebotsvolumens für den
Tagebauendstand 2030 (Ausstiegsszenario 2030, Quelle: RWE/FUMINCO)
Angebotsposition Volumen
Bemerkung Gutachter
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³]
Abraum und Löss (ohne Abbauverluste) 990,34 RWE-Angebotsseite
Lössdepots -8,00
im Bereich des östl. Restlochs, nicht
im geologischen 3 -D-Modell abge-
bildet
Abraumgewinnung in der Seemulde -7,30
bilanztechnischer Ausgleichsposten
im Rahmen der Darstellung der Re-
kultivierung der geschnittenen Bö-
schungen im Tagebau
Zwischensumme (Abraum und Löss) 975,04
Braunkohlen 213,85 245,93 Mio. t / Dichte: 1,15 t/m³
Gesamtvolumen (Gewinnung bis 2030) 1.188,89 Basis für die quantitative Prüfung
Die Angebotsseite der RWE-Massenbilanz, die den Gewinnungszeitraum zwischen dem
Referenztagebaustand (01/2022) und dem Tagebauendstand 2033 beschreibt, listet ins-
gesamt 1.075,31 Mio. m³ Abraum inklusive Löss sowie 286,96 Mio. t Braunkohlen auf
Tab. 3 (Seite 21). Mit einer durchschnittlichen Dichte der Braunkohlen in Höhe von
1,15 t/m³ ergibt sich ein Braunkohlen-Volumen von 249,53 Mio. m³. Die beiden Positio-
nen, die nicht mit dem geologischen 3 -D-Modell überprüfbar sind, werden aus der
Summe der überprüfbaren Angebotsvolumina abgezogen.
Analog zur Tab. 2 listet Tab. 3 (Seite 21) das Gesamtvolumen der Angebotsseite für das
Ausstiegsszenario 2033 in Höhe von 1.309,54 Mio. m³, das im Rahmen einer quantitati-
ven Prüfung durch das geologische 3-D-Modell geprüft werden kann.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Tab. 3: Ermittlung der Basis für die quantitative Prüfung des RWE -Angebotsvolumens für den
Tagebauendstand 2033 (Ausstiegsszenario 2033, Quelle: RWE/FUMINCO)
Angebotsposition Volumen
Bemerkung Gutachter
Ausstiegsszenario 2033 [Mio. m³]
Abraum und Löss (ohne Abbauverluste) 1.075,31 RWE-Angebotsseite
Lössdepots -8,00
im Bereich des östl. Restlochs, nicht
im geologischen 3 -D-Modell abge-
bildet
Abraumgewinnung in der Seemulde -7,30
bilanztechnischer Ausgleichsposten
im Rahmen der Darstellung der Re-
kultivierung der geschnittenen Bö-
schungen im Tagebau
Zwischensumme (Abraum und Löss) 1.060,01
Braunkohlen 249,53 286,96 Mio. t / Dichte: 1,15 t/m³
Gesamtvolumen (Gewinnung bis 2033) 1.309,54 Basis für die quantitative Prüfung
5.3.2 Grundlage für die qualitative Prüfung (Massenangebot)
Im Rahmen der qualitativen Prüfung der Angebotsseite der RWE -Massenbilanzen für
beide Ausstiegsszenarien müssen neben den durch RWE ausgewiesenen Volumina
bzw. Tonnagen auch die verwendeten RWE -Berechnungsfaktoren berücksichtigt wer-
den. Zu diesen RWE -internen Planungsparametern gehören die prozentualen Abbau-
verluste im Rahmen der Braunkohlengewinnung in den einzelnen Flözen sowie die Ab-
bau- bzw. Qualitätsverluste in Zusammenhang mit der Gewinnung einzelne r Lösshori-
zonte. Diese betrieblichen Planungsparamete r, die für die Bewertung der RWE -Volu-
menbilanz relevant sind, werden in Tab. 4 (Seite 22) gelistet.
Um die betriebliche Realität in Zusammenhang mit der Gewinnung von Massen durch
Großgeräte im Planungsprozess besser abbilden zu können, werden in einem ersten
Planungsschritt die Volumina für die Materialklassen Löss, Abraum und Braunkohlen
durch die Verschneidung von 3-D-Flächen im geologischen 3-D-Modell ermittelt. Da es
bei der Gewinnung von Braunkohlen durch die Schaufelradbagger im Bereich der zahl-
reichen Schichtgrenzen in den Braunkoh lenflözen zur Vermischung von Materialien
kommt, können die im geologischen 3-D-Modell ermittelten Volumina für die gewinnba-
ren Braunkohlen nicht ohne Modifikationen als Grundlage für die weiteren Planungs-
schritte dienen. Durch den Einsatz der in Tab. 4 gelisteten Abbauverluste werden die
Braunkohlenvolumina reduziert. So wird den Umständen des Großgeräteeinsatzes
Rechnung getragen. Zudem können Flözpartien mit einer Mächtigkeit von kleiner drei
Meter nicht separat durch die Großgeräte gewonnen werden. Diese Flözpartien werden
dem Abraum zugeordnet. Das so reduzierte Braunkohlenvolumen entspricht dann der
sogenannten verwertbaren Braunkohlenförderung.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 22 -
Tab. 4: RWE-Berechnungsfaktoren für die Anpassung der ausgewiesenen Materialvolumina in
den RWE-Massenbilanzen für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 (Quelle: RWE)
Faktor Anwendung Faktor
Abbauverlust
Flöz Garzweiler 12 %
Flöz Frimmersdorf 7 %
Flöz Morken 2 %
Lössverlust
Lösshorizonte für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung 1) 30 %
Lösshorizonte für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung 2) 30 %
1) Klassifikation: „landwirtschaftl.“ in Tab. 5, Seite 23
2) Klassifikation: „mäßig geeignet“ in Tab. 5, Seite 23
Da bei der Erstellung eines geologischen 3-D-Modells auf Basis von Kernbohrungen und
geophysikalischen Messungen entsprechende geostatistische Methoden Anwendung
finden, beinhaltet jedes geologische Modell eine gewisse Unschärfe. Die endgültige
Klassifizierung der teilweise sehr geringmächtigen Lösshorizonte in die Materialklassen
Löss für forstliche bzw. landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung , für Rekultivierung
landwirtschaftlicher Flächen nur mäßig geeigneter Löss sowie verunreinigter Löss ist mit
einer bestimmten Fehlerspannweite behaftet. Um die Gewinnung des Lösses auf der
obersten Sohle durch Schaufelradbagger der Realität entsprechend abbilden zu können,
beinhaltet die RWE-Angebotsseite einen abbaubedingten Lössverlust für Lösshorizonte
für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung in Höhe von 30 %. Dieser Lössver-
lustfaktor wird für die Materialklassen für landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung ge-
eigneter Löss und für die Rekultivierung landwirtschaftlicher Flächen nur mäßig geeig-
neter Löss verwendet.
Tab. 5 (Seite 23) listet die Daten und Korrekturen der detaillierten RWE -Angebotsseite
für das Ausstiegsszenario 2030 auf, die als Grundlage für die qualitative Prüfung und
Bewertung dienen.
Bei der Erstellung der abschließenden (vollständigen) Angebotsseite innerhalb der Mas-
senbilanz wird zunächst der Referenztagebaustand (01/2022) mit dem Tagebauend-
stand 2030 verschnitten, die Volumina für diesen Gewinnungszeitraum ermittelt und in
Materialklassen klassifiziert. Anschließend werden die ermittelten Volumina auf Grund-
lage der zuvor beschriebenen RWE-internen Planungsparameter für die Abbauverluste
in den Braunkohlenflözen bzw. Lössverluste in den verschiedenen Lösshorizonten nach
unten korrigiert. Damit das Gesamtvolumen der Angebotsseite trotz der Volumenkorrek-
turen unverändert bleibt, werden die kalkulierten Lössverluste und die Abbauverluste der
Materialklasse Braunkohlen der Materialklasse Abraum zugerechnet. Diese volumen-
neutrale Korrektur wird in der mittleren Spalte der Tab. 5 (Spalte: Abbau- und Qualitäts-
verluste) dokumentiert.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 23 -
Tab. 5: Ermittlung der Basis für die qualitative Prüfung des RWE-Angebotsvolumens für den Ta-
gebauendstand 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Material-
klasse Material/Ort
vorläufiger Wert Einsatz von Faktoren für die endgültiger Wert
RWE-Modell Abbau- und Qualitätsverluste Angebotsseite
[Mio. m³] [Mio. t] Faktor [Mio. m³] [Mio. t] [Mio. m³] [Mio. t]
Löss
forstlich 11,07 0 % 0,00 11,07
landwirtschaftlich 31,36 -30 % -9,41 21,95
mäßig geeignet 1) 20,45 -30 % -6,14 14,32
verunreinigt 3,16 -100 % -3,16 0,00
Depotinhalt 8,00 0 % 0,00 8,00
Zwischenergebnis 74,04 -18,70 55,34
Abraum
Gewinnung 909,00 0 % 33,18 942,18
in der Seemulde 7,30 0 % 0,00 7,30
Zwischenergebnis 916,30 33,19 949,48
Zwischenergebnis Löss/Abraum 990,34 14,48 1.004,82
Braun-
kohlen 2)
Fl. Garzweiler 61,59 70,83 -12 % -7,39 -8,50 54,20 62,33
Fl. Frimmersdorf 80,91 93,05 -7 % -5,66 -6,51 75,25 86,53
Fl. Morken 71,36 82,06 -2 % -1,43 -1,64 69,93 80,42
Zwischenergebnis 213,85 245,93 -14,48 -16,65 199,38 229,28
Gesamtergebnis 1.204,20 0,00 1.204,20
1) für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung nur mäßig geeignetes Lössmaterial
2) mittlere Dichte der Braunkohlen: 1,15 t/m³
Die detaillierte RWE -Angebotsseite für das Ausstiegsszenario 2030 umfasst ein Ge-
samtvolumen von 1.204,20 Mio. m³. Nach den zuvor beschriebenen notwenigen Korrek-
turen werden 55,34 Mio. m³ Löss, 949,48 Mio. m³ Abraum sowie 229,28 Mio. t verwert-
bare Braunkohlen ausgewiesen. Die Angebotsseite beinhaltet zudem die in Kapitel 5.3.1
beschriebenen beiden Lössdepots im östlichen Restloch (8,00 Mio. m³) sowie den bi-
lanztechnischen Ausgleichsposten (7,30 Mio. m³). Der in den beiden Depots gelagerte
Löss kann gemäß der Dokumentation von RWE für die Wiedernutzbarmachung von
landwirtschaftlichen Flächen verwendet werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 24 -
Tab. 6: Ermittlung der Basis für die qualitative Prüfung des RWE-Angebotsvolumens für den Ta-
gebauendstand 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Material-
klasse Material/Ort
vorläufig Wert Einsatz von Faktoren für die endgültig Wert
RWE-Modell Abbau- und Qualitätsverluste Angebotsseite
[Mio. m³] [Mio. t] Faktor [Mio. m³] [Mio. t] [Mio. m³] [Mio. t]
Löss
forstlich 11,07 0 % 0,00 11,07
landwirtschaftlich 31,36 -30 % -9,41 21,95
mäßig geeignet 1) 20,45 -30 % -6,14 14,31
verunreinigt 3,16 -100 % -3,16 0,00
Depotinhalt 8,00 0 % 0,00 8,00
Zwischenergebnis 74,04 -18,70 55,34
Abraum
Gewinnung 993,97 0 % 35,05 1.029,02
in der Seemulde 7,30 0 % 0,00 7,30
Zwischenergebnis 1.001,27 35,05 1.036,32
Zwischenergebnis Löss/Abraum 1.075,31 16,35 1.091,66
Braun-
kohlen 2)
Fl. Garzweiler 63,34 72,84 -12 % -7,60 -8,74 55,74 64,10
Fl. Frimmersdorf 100,49 115,56 -7 % -7,03 -8,09 93,45 107,47
Fl. Morken 85,70 98,56 -2 % -1,71 -1,97 83,99 96,59
Zwischenergebnis 249,53 286,96 -16,35 -18,80 233,18 268,16
Gesamtergebnis 1.324,84 0,00 1.324,84
1) für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung nur mäßig geeignetes Lössmaterial
2) mittlere Dichte der Braunkohlen: 1,15 t/m³
Die RWE-Angebotsseite für das Ausstiegsszenario 2033 weist ein Gesamtvolumen in
Höhe von 1.324,84 Mio. m³ aus. Für den Zeitraum vom Referenztagebaustand 01/2022
bis zum Jahr 2033 ist geplant, 55,34 Mio. m³ Löss und 1.036,32 Mio. m³ Abraum sowie
268,16 Mio. t verwertbare Braunkohlen zu fördern. Die detaillierte Auflistung der Ange-
botsseite der RWE-Massenbilanz 2033 kann Tab. 6 entnommen werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 25 -
5.4 Quantitative Prüfung des Massenangebots
Die Auswertung und Prüfung des RWE-Massenangebots im Rahmen der quantitativen
Prüfung der Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 erfolgt im geologischen 3 -D-Modell
durch die Verschneidung des Referenztagebaustands 01/2022 mit den übermittelten Ta-
gebauendständen 2030 bzw. 2033. Im Abgleich der Ergebnisse der Gesamtvolumina
ergibt sich eine Abweichung in Höhe von 0,1 0 % für das Ausstiegsszenario 2030 und
0,01 % für das Ausstiegsszenario 2033.
Tab. 7: Ergebnisse der quantitativen Prüfung des RWE -Massenangebots für die Ausstiegssze-
narien 2030 und 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Ausstiegsszenario
Ausweisung Gesamtvolumen Abweichung
FUMINCO RWE 1) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
2030 1.190,02 1.188,89 1,13 0,10
2033 1.309,61 1.309,54 0,08 0,01
1) Prüfgrundlage gemäß Tab. 2 (Seite 20) und Tab. 3 (Seite 21)
Tab. 7 listet die Ergebnisse im Rahmen der quantitativen Prüfung der Angebotsseite
innerhalb der RWE-Massenbilanz für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 auf.
5.5 Qualitative Prüfung des Massenangebots
5.5.1 Lössdepots im östlichen Restloch
Um alle Verpflichtungen zur Wiedernutzbarmachung der in Anspruch genommenen Flä-
chen seitens der Bergbautreibenden erfüllen zu können, sind zwei große Lössdepots im
Bereich des östlichen Restlochs angelegt worden. Die Lage der beiden Lössdepots ist
in Abb. 9 (Seite 26) dargestellt. Das Lössdepot Süd befindet sich am Knickpunkt der in
Südwest-Nordost-Richtung verlaufenden Verbindungsanlagen. Das Lössdepot Nord
wurde im mittleren Bereich des östlichen Restlochs auf dessen Ostflanke angelegt.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 26 -
Abb. 9: Lage (Position) der zwei Lössdepots im östlichen Restloch (Quelle: FUMINCO)
Die beiden Lössdepots liegen teilweise unterhalb des Höhenniveaus, das im Rahmen
der geplanten Rekultivierung im Bereich des östlichen Restlochs final durch Aufschüt-
tung entstehen soll. Um die Entstehung von Senken im Bereich der heutigen Lössdepots
zu verhindern, müssen nach der Entnahme des Lösses die Bereiche, die danach unter-
halb des angestrebten finalen Höhenniveaus liegen würden, wieder durch Abraum und
Rekultivierungsmaterial verfüllt werden.
Abb. 10: Lössdepot Süd - Gesamtvolumen: rot und grün, notwendige Wiederauffüllung durch
Abraum und Rekultivierungsmaterial: rot (Quelle: FUMINCO)
Abb. 10 zeigt das Modell des Lössdepots Süd im Rahmen der Volumenanalyse in einem
lokalen 3 -D-Modell mit einer Blockgröße 1 m x 1 m x 1 m. Das Gesamtvolumen des
Lössdepots Süd beträgt rund 4,12 Mio. m³ Löss (Abb. 10: rote und grüne Bereiche). Um
das Niveau der zukünftigen Rekultivierung zu erreichen, muss dieser Bereich nach dem
Entfernen des Lösses wieder mit rund 1,75 Mio. m³ Abraum und Rekultivierungsmaterial
Lössdepot Nord
Lössdepot Süd
© FUMINCO
N
© FUMINCO
N
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 27 -
(Abb. 10, Seite 26: nur rote Bereiche) verfüllt werden. Die Auswertung des Lössdepots
Nord erfolgt analog zur Auswertung des Lössdepots Süd.
Tab. 8: Ergebnisse der Prüfung der zwei Lössdepots im östlichen Restloch (Quelle: FUMINCO)
Lössdepot
gelagerter notwendiges Abraum- und
Löss zum 01/2022 Rekultivierungsmaterial für die Verfüllung
[Mio. m³] [Mio. m³]
Süd 4,12 1,75
Nord 4,11 2,70
Gesamtvolumen 8,24 4,45
Tab. 8 listet die Auswertungsergebnisse der beiden Lössdepots hinsichtlich des Gesamt-
volumens und des Ausgleichsvolumens, das zum Niveauausgleich für die Rekultivierung
notwendig ist, auf. Insgesamt sind in beiden Lössdepots 8,24 Mio. m³ Löss gespeichert.
Für di e abschließenden Rekultivierungsmaßnahmen werden nach der Komplettent-
nahme des Lösses ca. 4,45 Mio. m³ Abraum und Rekultivierungsmaterial benötigt.
5.5.2 Auftrag von Rekultivierungsmaterial im Tagebau
Der in Kapitel 5.3.1 beschriebene bilanztechnische Ausgleichsposten in Höhe von rund
7,30 Mio. m³ für die Berücksichtigung der Rekultivierungsmassen auf der Gewinnungs-
seite des Tagebaus wird anhand einer Flächenanalyse des Tagebauendstands 2030
geprüft. Innerhalb des Tagebauendstands 2030 befinden sich ca. 79 ha geschnittene
Böschungen zwischen der jeweiligen Geländeoberkante bis zu Beginn der Wellen-
schlagzone bei einem Niveau von +67 m NHN. Diese Böschungen sollen gemäß RWE-
Angaben mit einer vier Meter mächtigen Forstkiesschicht rekultiviert werden. Das an-
schließende Böschungssystem mit einer Höhe von +67 m NHN bis +30 m NHN und ei-
ner Fläche von rund 206 ha, das bei vollständiger Befüllung des Tagebaurestsees bis
auf ein Niveau von +65 m NHN von Wasser überflutet sein wird, soll mit einer zwei Meter
mächtigen Substratschicht bedeckt werden.
Das Substrat und der sich darauf zukünftig entwickelnde Bewuchs sollen das Bö-
schungssystem bis zur endgültigen Befüllung des Tagebaurestsees vor Erosion durch
Regen und Wind, der aufgrund der immer größer werdenden Seefläche fortwährend
stärker das Böschungssystem beaufschlagen wird, schützen. Gemäß den Aussagen der
RWE8 dient das Substrat, wenn es sich unter Wasser befindet, aufgrund seiner Kornzu-
sammensetzung (der sogenannten Sieblinie) auch als Schutz vor Abtragung durch das
Seewasser. Das Substrat beinhaltet einen Lössanteil in Höhe von 20 %. Der Forstkies
besteht aus einer Mischung aus Abraum mit Löss, wobei der Lössanteil je nach Neigung
8 gestützt durch entsprechende Forschungsergebnisse der TU Dresden
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 28 -
der zu rekultivierenden Fläche von 25 % (stark geneigte Bereiche) bis zu 40 % (horizon-
tale Flächen) variiert. Für die Planungen in Bereichen die Böschungssysteme bzw. ge-
neigte Flächen umfassen wird für den Lössanteil ein Mittelwert in Höhe von 33 % ver-
wendet. Der jeweilige Rest der beiden Rekultivierungsmischungen besteht aus geförder-
tem Abraum.
Abb. 11: Tagebauendstand des Ausstiegsszenarios 2030 mit geschnittenen Gewinnungsbö-
schungen von der Geländeoberkante bis zu +67 m NHN (blau, Rekultivierung mit 4 m
Forstkies) und von +67 m NHN bis +30 m NHN (rot, Rekultivierung mit 2 m Substrat)
(Quelle: FUMINCO)
Tab. 9: Ermittlung des Volumens der zusätzlich erforderlichen Abraumgewinnung im Rahmen
der Rekultivierung der geschnittenen Böschungen durch die Gutachter (bilanztechni-
scher Ausgleichsposten) (Quelle: FUMINCO)
Bereich
Rekultivie-
rungsmaterial Fläche Mächtigkeit
Auftrag
zusätzliche Ab-
raumgewinnung
[ha] [m] [Mio. m³]
GOK bis +67 m NHN
(Abb. 11, blau) Forstkies 79,33 4,00 3,17
von +67 bis +30 m NHN
(Abb. 11, rot) Substrat 205,68 2,00 4,11
Gesamtergebnis 285,00 7,29
GOK: Geländeoberkante
Die Gesamtfläche der in Abb. 11 dargestellten Teilflächen für die Rekultivierung mit
Forstkies (blaue Flächen) und Substrat (rote Flächen), die als Grundlage für die Volu-
menausweisung des bilanztechnischen Ausgleichspostens dienen, beträgt rund 285 ha
(79 ha + 206 ha). Da hier ein Auftra g mit Rekultivierungsmaterial erfolgen soll, kann
© FUMINCO
N
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 29 -
mithilfe der vorgegebenen Mächtigkeiten für den Materialauftrag das Volumen berechnet
werden, das über den Tagebauendstand hinaus gefördert werden muss, um Raum für
das im Anschluss aufzubringende Rekultivierungsmaterial zu schaffen.
In Tab. 9 (Seite 28) werden die Volumina der beiden unterschiedlich zu behandelnden
Rekultivierungsbereiche dargestellt. Insgesamt müssen gemäß den Auswertungen der
Gutachter innerhalb der geschnittenen Böschungen 7,29 Mio. m³ mehr Abraum geför-
dert werden, um anschließend da s geplante Rekultivierungsmaterial einbauen zu kön-
nen. Davon werden 3,17 Mio. m³ der zusätzlichen Abraumgewinnung für die Schaffung
des Freiraums für das Rekultivierungsmaterial im Bereich von Geländeoberkante bis
+67 m NHN und 4,11 Mio. m³ im Bereich zwischen +67 m NHN und +30 m NHN benö-
tigt.
5.5.3 Abbau- und Lössverluste
Im Rahmen der qualitativen Prüfung der RWE-Angebotsseite werden innerhalb des Aus-
stiegsszenarios 2030 insgesamt 229,2 8 Mio. t an verwertbarer Braunkohlenmenge er-
mittelt. Diese RWE-Materialausweisung erfolgt mithilfe der mittleren Dichte für die Braun-
kohlen in Höhe von 1,15 t/m³ und der in Tab. 4 (Seite 22) gelisteten flözspezifischen
Abbauverluste. Mit diesen Planungsparametern werden die Abbauverluste, die aufgrund
der Arbeitsweise der Schaufelradbagger und der Größe der einzelnen Schaufeln inner-
halb der drei Flöze entstehen, abgeschätzt. Diese Abbauverluste, die im Ausstiegssze-
nario 2030 ein Volumen in Höhe von 14,48 Mio. m³ aufweisen, müssen innerhalb der
Angebotsseite abschließend dem Abraum zugerechnet werden (Tab. 10: zusätzliche Ab-
raumvolumina).
Tab. 10: Ermittlung der verwertbaren Braunkohlenmengen innerhalb des Ausstiegsszenarios
2030 durch die Gutachter anhand der RWE-Abbauverluste (Quelle: FUMINCO)
Flöz 1)
Braunkohlen-
vorkommen 2)
Abbau-
verluste
verwertbare
Braunkohlen
zusätzliche
Abraumvolumina 3)
[Mio. t] [%] [Mio. t] [Mio. m³]
Garzweiler 70,83 12,00 62,33 7,39
Frimmersdorf 93,05 7,00 86,53 5,66
Morken 82,06 2,00 80,42 1,43
Gesamtergebnis 245,93 7,00 229,28 14,48
1) mittlere Dichte der Braunkohlen: 1,15 t/m³
2) auf Basis der RWE-Zahlen für die Braunkohlenförderung (Tab. 5, Seite 23)
3) Volumen des Abbauverlustes als Differenz zwischen Braunkohlenvorkommen und verwertbaren Braunkohlen
Um die betriebliche Realität in Zusammenhang mit der Ausweisung der verwertbaren
Braunkohlenförderung besser abbilden zu können, müssen im Rahmen der
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 30 -
Massenbilanzierung weitere Volumina innerhalb der Braunkohlenflöze als nicht verwert-
bar deklariert werden. Dabei handelt es sich um Braunkohlen-Flözpartien, deren Mäch-
tigkeit geringer ist als drei Meter ist. Solche schmalen Braunkohlenhorizonte können aus
technischen Gründen nicht separat mit den Schaufelradbaggern gewonnen werden. Zu-
dem existieren in vielen Bereichen der Lagerstätte Garzweiler zwischen den einzelnen
Braunkohlenhorizonten Zwischenmittel aus Sand und Ton (sogenannte Bergemittel)
bzw. verunreinigte oder versandete Teile des Braunkohlenflözes (geologische Gründe),
die ebenfalls das Volumen der verwertbaren Braunkohlenförderung verringern.
Gemäß der Auswertung der Gutachter auf Basis des geologischen 3 -D-Modells inner-
halb des Tagebauendstands 2030 ergibt sich für die zuvor genannten Bereiche (techni-
sche und geologische Gründe), die innerhalb der Angebotsseite aufgrund der Mächtig-
keit (< 3 m) oder Verunreinigungen/Versandungen dem Abraum zugerechnet werden
müssen, ein Volumen von rund 42,20 Mio. m³ (Tab. 12, Seite 32: Bergemittel). Zusam-
men mit den in Tab. 10 (Seite 29) ermittelten Abbauverlusten in Höhe von 14,48 Mio. m³
ergibt sich daraus ein Gesamtvolumen für die notwendige Reduzierung des verwertba-
ren Braunkohlenvolumens in Höhe von 56,68 Mio. m³. Somit verringert sich das im geo-
logischen 3-D-Modell ausgewiesene Braunkohlenvolumen in Höhe von rund 255,91
Mio. m³ (abgeleiteter Wert )9 um die Abbauverluste und Bergemittel auf die tatsächlich
verwertbare Braunkohlenförderung von 199,23 Mio. m³ (Tab. 12). Ausgehend von dem
Basisvolumen von 255,91 Mio. m³ entspricht der Reduktionsanteil in Höhe von
56,68 Mio. m³ rund 22,15 %. Die entsprechende Reduzierung des Volumens aus dem
geologischen 3-D-Modell für das Ausstiegsszenario 2033 beträgt rund 21,16 %10.
Die Verluste bei der Gewinnung von Löss werden von der RWE auf 30 % für alle Lössho-
rizonte, die für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung geeignet sind , angege-
ben. Dieser Lössverlust enthält neben einer technischen Komponente (Gewinnung mit
dem Schaufelradbagger) auch einen Sicherheitsfaktor für die geostatische Ungenauig-
keit der geologischen Daten bei der Beschreibung der teilweise sehr geringmächtigen
Lösshorizonte bzw. der Verunreinigung durch Abraum.
5.5.4 Prüfung des Massenangebots
Im Rahmen der qualitativen Auswertung des Ausstiegsszenario s 2030 kann durch die
Gutachter für die Angebotsseite ein Gesamtvolumen in Höhe von 1.205,55 Mio. m³ (Tab.
11, Seite 31) ausgewiesen werden. Dieses Gesamtvolumen setzt sich aus dem Gesamt-
volumen der quantitativen Auswertung in Höhe von 1.190,02 Mio. m³ (Tab. 7, Seite 25)
und zwei Positionen, die nicht über das geologische 3 -D-Modell ermittelt werden
(Lössdepots im östlichen Restloch und bilanztechnischer Ausgleichsposten, Kapi-
tel 5.3.1), zusammen. Der bilanztechnische Ausgleichsposten für die Simulation der Re-
kultivierung von geschnittenen Böschungen im Tagebau umfasst ein Volumen von
9 Tab. 12 (Seite 31): 213,71 Mio. m³ + 42,20 Mio. m³
10 Tab. 14 (Seite 33): (46,30 Mio. m³+ 16,40 Mio. m³) / (250,00 Mio. m³ + 46,30 Mio. m³)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 31 -
7,29 Mio. m³ (Kapitel 5.5.2), während die beiden Lössdepots im östlichen Restloch ein
Lössvolumen von 8,24 Mio. m³ aufweisen (Kapitel 5.5.1).
Tab. 11 stellt die zusammengefassten Ergebnisse der qualitative n Prüfung der RWE -
Angebotsseite für das Ausstiegsszenario 2030 dar. Die RWE-Planungsparameter für die
Abbau- und Lössverluste sowie die beiden Sonderpositionen bilanztechnischer Aus-
gleichsposten (Erhöhung des Abraumvolumens auf der Angebotsseite) und der Inhalt
der beiden Lössdepots im östlichen Restloch (Erhöhung des Lössvolumens auf der An-
gebotsseite) werden bei den Berechnungen berücksichtigt.
Tab. 11: Zusammenfassung der Ergebnisse der Materialausweisung der Gutachter (Tab. 12,
Seite 32) für die Angebotsseite des Ausstiegszenario s 2030 inklusive der Abbau- und
Lössverluste sowie de r beiden Sonderpositionen Lössdepots und bilanztechnischer
Ausgleichsposten (Quelle: RWE/FUMINCO)
Materialklasse
Angebotsseite
Abweichung
Ausstiegsszenario 2030
FUMINCO 1) RWE 2) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Löss 56,00 55,34 0,66 1,17
- LW-Löss 3) 44,93 44,27 0,66 1,47
- FW-Löss 4) 11,07 11,07 0,00 0,02
Abraum 950,33 949,48 0,85 0,09
Braunkohlen 199,23 199,38 -0,15 -0,07
Gesamtergebnis 1.205,55 1.204,20 1,35 0,11
Umrechnung 5) [Mio. t] [Mio. t] [Mio. t] [%]
Braunkohlen 229,11 229,28 -0,17 -0,07
1) Basis: Gesamtergebnis (Tab. 12, Seite 32)
2) Basis: Tab. 5 (Seite 23)
3) LW-Löss: für die landwirtschaftliche Rekultivierung geeigneter Löss
4) FW-Löss: für die forstliche Rekultivierung geeigneter Löss
5) mittlere Dichte Braunkohlen: 1,15 t/m³
Der Vergleich der durch die Abbau - und Lössverluste korrigierten übergebenen RWE -
Daten für die Angebotsseite 2030 zeigt eine Abweichung zu den Daten der Gutachter
für die Materialklasse Löss von 1,17 %, für die Materialklasse Abraum von 0,09 % sowie
für die Materialklasse Braunkohlen von -0,07 %. Eine detailliere Darstellung der Auswer-
tung auf Basis des geologischen 3 -D-Modells unter Berücksichtigung der Abbau - und
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 32 -
Lössverluste und die Aufschlüsselung der einzelnen Materialklassen bzw. einzelnen Ma-
terialien kann Tab. 12 entnommen werden.
Tab. 12: Materialausweisung der Gutachter für die Angebotsseite (Ausstiegsszenario 2030) auf
Basis der Auswertung im geologischen 3 -D-Modell inklusive der Abbau - und Lössver-
luste zuzgl. der Lössdepots und des Ausgleichspostens (Quelle: RWE/FUMINCO)
Material-
klasse Material / Ort
Position Aufschlüsselung der Position Abweichung 1)
FUMINCO Löss Abraum Braun-
kohlen FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. t] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Löss
forstlich 11,07 11,07 1) 0,00 0,00 0,00 0,02
landwirtschaftlich 31,52 22,07 1) 9,46 0,00 0,12 0,53
mäßig geeignet 2) 20,89 14,62 1) 6,27 0,00 0,31 2,13
verunreinigt 3,11 0,00 1) 3,11 0,00 0,00 0,00
Depotinhalt 8,24 8,24 1) 0,00 0,00 0,24 2,86
Zwischenergebnis 74,83 56,00 1) 18,83 0,00 0,66 1,17
Abraum
Gewinnung 867,52 0,00 867,52 1) 0,00
0,73 0,08
Bergemittel (Flöz) 3) 42,20 0,00 42,20 1) 0,00
Ausgleichsposten 7,29 0,00 7,29 1) 0,00 -0,01 -0,18
Zwischenergebnis 917,01 0,00 917,01 1) 0,00 0,71 0,08
Zwischenergebnis Löss/Abraum 991,84 56,00 935,84 1) 0,00 1,50 0,15
Braun-
kohlen 4)
Fl. Garzweiler 61,54 70,77 0,00 7,38 54,15 1) -0,05 -0,09
Fl. Frimmersdorf 81,07 93,23 0,00 5,67 75,40 1) 0,15 0,20
Fl. Morken 71,10 81,77 0,00 1,42 69,68 1) -0,25 -0,36
Zwischenergebnis 213,71 245,77 0,00 14,48 199,23 1) -0,15 -0,07
Gesamtergebnis 1.205,55 245,77 56,00 950,33 199,23
1) markierte Positionen sind Prüfgegenstand der letzten Spalten, Prüfgrundlage: RWE-Daten aus Tab. 5 (Seite 23)
2) für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung nur mäßig geeignetes Lössmaterial
3) beinhaltet Verunreinigungen/Versandungen innerhalb der Flöze sowie Flöze mit einer Mächtigkeit < 3 m
4) mittlere Dichte Braunkohlen: 1,15 t/m³
Die detaillierte Auflistung in Tab. 12 zeigt, dass alle Abweichungen - mit Ausnahme der
Abweichungen im Rahmen der Lössausweisungen - unterhalb von einem Prozent lie-
gen. Die größten Abweichungen zwischen den Daten der RWE und denen der Gutachter
bestehen im Ausstiegsszenario 2030 bei der Volum enausweisung für die
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 33 -
landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung nur mäßig geeigneter Lösshorizonte (Abwei-
chung: 0,31 Mio. m³ / 2,13 %) und für die beiden Lössdepots (Abweichung: 0,24 Mio. m³
/ 2,86 %).
Die konkreten Auswertungsdaten des geologischen 3 -D-Modells im Rahmen der Ana-
lyse für das Ausstiegsszenario 2030 befinden sich im Anhang.
Analog zu der Prüfung und Auswertung für das Ausstiegsszenario 2030 erfolgt die Prü-
fung und Auswertung der Angebotsseite für das Ausstiegsszenario 2033. Für dieses
Ausstiegsszenario kann ein Gesamtvolumen der Angebotsseite in Höhe von
1.325,14 Mio. m³ (Tab. 13) durch die Gutachter ausgewiesen werden. Dieses Gesamt-
volumen setzt sich aus dem Gesamtvolumen der quantitativen Auswertung in Höhe von
1.309,61 Mio. m³ (Tab. 7, Seite 25) und den beiden Positionen, die nicht über das geo-
logische 3-D-Modell ermittelt werden, zusammen. Wie in der Auswertung für das Aus-
stiegsszenario 2030 umfassen diese beiden Positi onen den bilanztechnischen Aus-
gleichsposten für die Simulation der Rekultivierung von geschnittenen Böschungen im
Tagebau mit einem Volumen von 7,29 Mio. m³ (Kapitel 5.5.2) und die beiden Lössdepots
im östlichen Restloch mit einem Volumen von 8,24 Mio. m³ (Kapitel 5.5.1).
Tab. 13: Zusammenfassung der Ergebnisse der Materialausweisung der Gutachter ( Tab. 14,
Seite 34) für die Angebotsseite des Ausstiegszenarios 2030 inklusive der Abbau - und
Lössverluste sowie der beiden Sonderpositionen Lössdepots und bilanztechnischer
Ausgleichsposten (Quelle: RWE/FUMINCO)
Materialklasse
Angebotsseite
Abweichung
Ausstiegsszenario 2033
FUMINCO 1) RWE 2) Basis: FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Löss 56,19 55,34 0,85 1,51
- LW-Löss 3) 45,07 44,27 0,80 1,78
- FW-Löss 4) 11,12 11,07 0,05 0,42
Abraum 1.035,36 1.036,32 -0,96 -0,09
Braunkohlen 233,60 233,18 0,41 0,18
Gesamtergebnis 1.325,14 1.324,84 0,30 0,02
Umrechnung [Mio. t] [Mio. t] [Mio. t] [%]
Braunkohlen 5) 268,64 268,16 0,48 0,18
1) Basis: Gesamtergebnis (Tab. 14, Seite 34, mittlere Dichte Braunkohlen: 1,15 t/m³)
2) Basis: Tab. 6 (Seite 24)
3) LW-Löss: für die landwirtschaftliche Rekultivierung geeigneter Löss
4) FW-Löss: für die forstliche Rekultivierung geeigneter Löss
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 34 -
Tab. 13 (Seite 33) stellt die zusammengefassten Ergebnisse der qualitativen Prüfung
der RWE-Angebotsseite für das Ausstiegsszenario 2033 dar. Die RWE -Planungspara-
meter für die Abbau- und Lössverluste sowie die beiden Sonderpositionen bilanztechni-
scher Ausgleichsposten (Erhöhung des Abraumvolumens auf der Angebotsseite) und
der Inhalt der beiden Lössdepots im östlichen Restloch (Erhöhung des Lössvolumens
auf der Angebotsseite) werden bei den Berechnungen berücksichtigt.
Tab. 14: Materialausweisung der Gutachter für die Angebotsseite (Ausstiegsszenario 2033) auf
Basis der Auswertung im geologischen 3 -D-Modell inklusive der Abbau - und Lössver-
luste zuzgl. der Lössdepots und des Ausgleichspostens (Quelle: RWE/FUMINCO)
Materi-
alklasse Material / Ort
Position Aufschlüsselung der Position Abweichung 1)
FUMINCO Löss Abraum Braun-
kohlen FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. t] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Löss
forstlich 11,12 11,12 1) 0,00 0,00 0,05 0,42
landwirtschaftliche 31,64 22,15 1) 9,49 0,00 0,20 0,89
mäßig geeignet 2) 20,98 14,69 1) 6,29 0,00 0,38 2,57
verunreinigt 3,11 0,00 1) 3,11 0,00 0,00 0,00
Depotinhalt 8,24 8,24 1) 0,00 0,00 0,24 2,86
Zwischenergebnis 75,09 56,19 1) 18,90 0,00 0,85 1,51
Abraum
Gewinnung 946,47 0,00 946,47 1) 0,00
-1,20 -0,12
Bergemittel (Flöz) 3) 46,30 0,00 46,30 1) 0,00
Ausgleichsposten 7,29 0,00 7,29 1) 0,00 -0,01 -0,18
Zwischenergebnis 1000,06 0,00 1.000,06 1) 0,00 -1,21 -0,12
Zwischenergebnis Löss/Abraum 1075,14 56,19 1.018,96 1) 0,00 -0,17 -0,02
Braun-
kohlen
Fl. Garzweiler 63,52 73,04 0,00 7,62 55,89 1) 0,15 0,28
Fl. Frimmersdorf 101,02 116,17 0,00 7,07 93,95 1) 0,49 0,53
Fl. Morken 85,47 98,29 0,00 1,71 83,76 1) -0,23 -0,28
Zwischenergebnis 250,00 287,50 0,00 16,40 233,60 1) 0,41 0,18
Gesamtergebnis 1.325,14 287,50 56,19 1.035,36 233,60
1) markierte Positionen sind Prüfgegenstand der letzten Spalten, Prüfgrundlage: RWE-Daten aus Tab. 6 (Seite 24)
2) für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung nur mäßig geeignetes Lössmaterial
3) beinhaltet Verunreinigungen/Versandungen innerhalb der Flöze sowie Flöze mit einer Mächtigkeit < 3 m
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 35 -
Der Vergleich der durch die Abbau - und Lössverluste korrigierten übergebenen RWE -
Daten für die Angebotsseite 2033 zeigt eine Abweichung zu den Daten der Gutachter
für die Materialklasse Löss von 1,51 %, für die Materialklasse Abraum von -0,12 % sowie
für die Materialklasse Braunkohlen von 0,18 %.
Eine detaillierte Darstellung der Auswertung auf Basis des geologischen 3 -D-Modells
unter Beachtung der Abbau- und Lössverluste sowie mit Aufschlüsselung der einzelnen
Materialklassen bzw. einzelnen Materialien kann Tab. 14 (Seite 34) entnommen werden.
Die Auflistung zeigt, dass alle Abweichungen - mit Ausnahme der Abweichungen im
Rahmen der Lössausweisung - unter einem Prozent liegen. Die größten Abweichungen
zwischen den Daten der RWE und denen der Gutachter im Ausstiegsszenario 2033 be-
stehen auch hier bei der Volumenausweisung für die landwirtschaftliche Wiedernutzbar-
machung nur mäßig geeigneter Lösshorizonte (Abweichung: 0,38 Mio. m³ / 2,57 %) und
für die beiden Lössdepots (Abweichung: 0,24 Mio. m³ / 2,86 %).
Die konkreten Auswertungsdaten des geologischen 3 -D-Modells im Rahmen der Ana-
lyse für das Ausstiegsszenario 2033 befinden sich im Anhang.
5.6 Bewertung der Angebotsseite der RWE-Massenbilanz
5.6.1 Bewertung der Lössdepots im östlichen Restloch
Die Abweichung von 2,86 % bzw. von 0,24 Mio. m³ in Zusammenhang mit der Ermittlung
des Gesamtvolumens der zwei Lössdepots im östlichen Restloch (FUMINCO:
8,24 Mio. m³, RWE: 8,00 Mio. m³) liegt innerhalb der für Bergbauplanungen üblichen To-
leranz (F G Hambach 2022). Für die Angebotsseite der Massenbilanz für beide Aus-
stiegsszenarien bedeutet dies, dass mehr Löss vorhanden ist, als die RWE bilanziert
hat. Somit erhöht sich die Belastbarkeit der Bilanz für dieses für die Wiedernutzbarma-
chung in besonderen Maße bedeutende Material.
5.6.2 Bewertung des bilanztechnischen Ausgleichspostens
Die Verwendung eines bilanztechnischen Ausgleichspostens im Zusammenhang mit der
Rekultivierung der geschnittenen Böschungen im Tagebau Garzweiler II ist nach Ein-
schätzung der Gutachter notwendig, um die Massenströme und somit die Angebotsseite
für beide Ausstiegsszenarien richtig abbilden zu können. Die Volumenermittlung dieses
bilanztechnischen Ausgleichspostens (FUMINCO: 7,29 Mio. m³, RWE: 7,3 Mio. m³) ist
nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt worden.
5.6.3 Bewertung der Abbau- und Lössverluste
Da es sich bei den Abbauverlusten um einen lagerstättenspezifischen Wert handelt und
zudem nur sehr wenige Veröffentlichungen mit konkreten Zahlen zu diesem Thema exis-
tieren, muss für das vorliegende Fachgutachten in einer ersten Näherung auf Erfah-
rungswerte der FUMINCO zurückgegriffen werden. Der berechnete Mittelwert der Ab-
bauverluste für alle drei Braunkohlenflöze im Bereich der Tagebauendstände beträgt
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 36 -
rund sieben Prozent (z. B. Tab. 10, Seite 29). Der angegebene Wert lieg im unteren
Drittel der Werte für projektspezifische Abbauverluste (nicht gewinnbare Bereiche in Flö-
zen zuzüglich Zuschnittverluste) innerhalb von bisherigen Tagebau -Planungsprojekten
der FUMINCO (Spannweite von ca. 5 % bis 15 %).
Im Rahmen einer gutachterlichen Stellungnahme von Herrn Professor Niemann -Delius
(Niemann-Delius 2019) werden Informationen über die Bergemittel innerhalb der Flöze
und verwendete weitere Abzüge (Reduzierungen der Braunkohlenmengen) thematisiert.
Hierbei wird ein Abbaufeld mit Erhalt der Orte des 3. Umsiedlungsabschnittes betrachtet.
Diese Stellungnahme wurde vom Geologischen Dienst NRW im April 2020 mit folgen-
dem Ergebnis geprüft:
„In dem Gutachten von Herrn Professor Niemann-Delius wurde für die Tagebaugrenzen
gemäß Leitentscheidung 2016 eine Bruttokohlenmenge von 857 Mio. t ermittelt. Durch
Abzüge von 80 Mio. t nicht bauwürdigem Flöz und zusätzlich 10 Prozent pauschal (Er-
kundungsdichte, technische Verluste etc. = Zuschnittsverluste) ergab sich ein Braunkoh-
lenvorrat von 700 Mio. t netto. Die Abzüge von 80 Mio. t (ca. 9 Prozent) setzten sich da-
bei überwiegend durch vertaubte Bereiche (Bergemittel) sowie nicht abbaubare Flöz-
mächtigkeiten (kleiner als 3 Meter) zusammen. Dem Geologischen Dienst NRW wurden
3-D-Daten zu den entsprechenden nicht bauwürdigen Partien zur Verfügung gestellt und
durch diesen anhand von Bohrungsdaten überprüft. Die Angaben und Ergebnisse des
Gutachtens wurden durch den Geologischen Die nst NRW als plausibel eingestuft. Die
zusammengenommen rund 18 Prozent an Abschlägen wurden vom Geologischen
Dienstes NRW plausibilisiert und konnten bei Berücksichtigung eines konservativen An-
satzes nachvollzogen werden“ (FUMINCO 2022).
Nach Auswertung aller Daten liegen die Abschläge bei der Ermittlung der verwertbaren
Braunkohlengesamtförderung, also inklusive der Abbauverluste und unter Berücksichti-
gung des Abzugs der Bergemittel, in beiden Ausstiegsszenarien bei ca. 21 % bzw. 22 %
(Kapitel 5.5.3). Aufgrund der Größenordnung der ermittelten Abschläge bewerten die
Gutachter die von der Bergbautreibenden verwendeten Abbauverluste als nachvollzieh-
bar und plausibel.
Die angenommenen Lössverluste in Höhe von 30 % für die Lösshorizonte, die Material
für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung liefern, scheinen aufgrund geostati-
scher Unschärfen in den geologischen Daten und den teilweise geringen Mächtigkeiten
dieser Lösshorizonte in ihrer Größenordnung nachvollziehbar und plausibel. Es handelt
sich dabei um einen konservativen Planungsansatz, der aufgrund der signifikanten Be-
deutung des Lössmaterials für die Wiedernutzbarmachung der beanspruchten Flächen
angemessen ist.
5.6.4 Bewertung der RWE-Angebotsseite
Die Prüfung der Angebotsseiten der Ausstiegsszenarien 2030 bzw. 2033 weist keine
signifikanten Abweichungen oder Fehler zu den Auswertungen, die im Rahmen des vor-
liegenden Fachgutachtens durchgeführt werden, aus. Die Daten der Angebotsseiten für
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 37 -
beide Ausstiegsszenarien sind nachvollziehbar und plausibel. Die Ausweisung aller Ma-
terialklassen ist fachlich korrekt durchgeführt worden.
Nach den Berechnungen im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens fallen für das
Ausstiegsszenario 2030 bei einer verwertbaren Braunkohlenförderung in Höhe von
229,11 Mio. t insgesamt 56,00 Mio. m³ Löss und 950,33 Mio. m³ Abraum an (Tab. 11,
Seite 31). Innerhalb des Ausstiegsszenarios 2033 werden bei einer verwertbaren Braun-
kohlenförderung in Höhe von 268, 64 Mio. t insgesamt 56,19 Mio. m³ Löss sowie
1.035,36 Mio. m³ Abraum anfallen (Tab. 13, Seite 33).
Da im Zeitraum zwischen 2030 und 2033 keine weiteren Flächen an der Tagesoberflä-
che durch den Tagebau Garzweiler II in Anspruch genommen werden, ist das Vorhan-
densein einer Abweichung in den Löss ausweisungen der beiden Ausstiegsszenarien
softwarebedingt. Aus den Daten der Ausstiegsszenarien ergibt sich für den sogenannten
Reservetrieb zwischen 2030 und 2033 ein Umfang von 39,53 Mio. t verwertbarer Braun-
kohlengewinnung bei gleichzeitiger Abraumförderung in Höhe von 85,03 Mio. m³.
Tab. 15 stellt die Volumina bzw. Massen der Angebotsseite für die Ausstiegsszenarien
2030 und 2033 zusammen.
Tab. 15: Zusammenfassung der Auswertungen der Gutachter für die Angebotsseite des Tage-
baus Garzweiler II innerhalb der Ausstiegsszenarien 2030 / 2033 (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Ausstiegsszenario 2030 1) Ausstiegsszenario 2033 2)
[Mio. m³] [Mio. m³] 2)
Löss 56,00 56,19
- LW Löss 3) 44,93 45,07
- FW Löss 4) 11,07 11,12
Abraum 950,33 1.035,36
Volumen Löss und Abraum 1.006,33 1.091,55
[Mio. t] [Mio. t]
Braunkohlenförderung 5) 229,11 268,64
1) Basis: Tab. 11 (Seite 31)
2) Basis: Tab. 13 (Seite 33)
3) LW-Löss: für die landwirtschaftliche Rekultivierung geeigneter Löss
4) FW-Löss: für die forstliche Rekultivierung geeigneter Löss
5) verwertbare Braunkohlenförderung / mittlere Dichte Braunkohlen: 1,15 t/m³
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 38 -
6 MASSENBEDARF 2030 UND 2033
6.1 Prüfverfahren
Die Prüfverfahren, die als Grundlage für die Prüfung und Bewertung der von RWE über-
gebenen Daten und Informationen dienen, werden nachfolgend beschrieben. In Kapi-
tel 6.2 wird die Prüfgrundlage, das heißt die für die Prüfung relevanten Daten, Informati-
onen und Planungsparameter der Bergbautreibenden, vorgestellt. Die quantitative und
qualitative Prüfung dieser RWE -Daten anhand der entwickelten 3 -D-Modelle der Gut-
achter bzw. mithilfe von Lageplänen und die Vorstellung der Prüfergebnisse erfolgen in
den Kapiteln 6.3 und 6.4. Abschließend wird die Bedarfsseite der RWE -Massenbilanz
für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 auf Grundlage der Prüfergebnisse in den Ka-
piteln 6.5 und 6.8 bewertet.
Analog zum Vorgehen bei der Ermittlung der Volumina im Rahmen der Prüfung der An-
gebotsseite werden auch bei der nachfolgenden Prüfung der Bedarfsseite entspre-
chende 3-D-Modelle verwendet. Für die Volumenkontrolle der geplanten Löss- und Ab-
raumarbeiten im Bereich der Innenkippe und des östlichen Restlochs kommt nicht das
geologische 3-D-Modell, sondern das 3-D-Kippenmodell (Kapitel 4.3) zum Einsatz. Die
Prüfung der für die Rekultivierung von Flächen außerhalb der Genehmigungsgrenzen
des Tagebaus Garzweiler notwendigen Volumina erfolgt mithilfe von separat erstellten
lokalen 3-D-Modellen. Diese außerhalb der Genehmigungsgrenzen befindlichen Stand-
orte werden im Folgenden als externe Standorte bzw. Flächen bezeichnet.
Die Prüfung von Flächenbilanzen erfolgt anhand von 2-D-Plänen der Bergbautreibenden
mithilfe von CAD-Software (Flächenkontrolle) und Tabellenkalkulationsprogrammen (Bi-
lanzprüfung).
Im Rahmen der quantitativen Prüfung erfolgt die Kontrolle der Volumina, deren Umlage-
rung und Verkippung für eine geordnete Beendigung des Tagebaus Garzweiler II und
zur Erfüllung der Verpflichtungen zur Wiedernutzbarmachung der beanspruchten Flä-
chen notwendig ist. Innerhalb der qualitativen Prüfung liegt der Fokus auf der Material-
flussanalyse des Lössmaterials, da dieses für die Rekultivierung von Flächen zwingend
notwendige Material der limitierende Faktor auf der Bedarfsseite ist (Lössbilanz). Eine
Auswertung im Kontext von standfestem (aufbaufähigem) bzw. nicht standfestem Mate-
rial, die im Rahmen der Bilanzprüfung für den Tagebau Hambach aufgrund des petro-
grafischen Aufbaus der Lagerstätte von entscheidender Bedeutung war (FG Hambach
2022), entfällt bei der Analyse der Verkippung mit Material aus der Lagerstätte Garzwei-
ler II (Kapitel 4.1). Zum qualitativen Prüfungsumfang gehört auch die Kontrolle der Aus-
weisung der rekultivierten Flächen, wie z. B. Flächen für die forst liche oder landwirt-
schaftliche Nachnutzung (Flächenbilanz).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 39 -
6.2 Prüfgrundlage Massenbedarf
6.2.1 Grundlage für die quantitative Prüfung (Massenbedarf)
Innerhalb des Tagebaus Garzweiler liegen zwei Gebiete, in denen Abraum aus betrieb-
lichen Gründen und aufgrund der Verpflichtungen der Bergbautreibenden zur Wie-
dernutzbarmachung der beanspruchten Flächen verkippt werden muss. Es handelt sich
dabei zum einem um die Innenkippe auf der östlichen Flanke des Tagebaus Garzweiler
II und zum anderen um das sogenannte östliche Restloch, das im Rahmen der geplanten
Rekultivierung komplett verfüllt werden soll.
Die Bedarfsseite für den Tagebau Garzweiler II beinhaltet noch drei weitere Positionen,
die in Zusammenhang mit Verfüllungstätigkeiten mit Abraum stehen: die beiden Lössde-
pots im östlichen Restloch (Kapitel 5.5.1), der bilanztechnische Ausgleichposten (Kapi-
tel 5.5.2) und ein e Position in Zusammenhang mit der Schaffung bzw. Erhöhung de r
Standsicherheit.
Die beiden Lössdepots müssen vor der vollständigen Verfüllung zunächst aufgelöst und
anschließend teilweise mit Abraum und Löss verfüllt werden. Zudem müssen für die Si-
cherung der geschnittenen Böschungssysteme in Zusammenhang mit der Standsicher-
heit bestimmte Bereiche der Böschungen, z. B. die anstehenden Braunkohlenflöze oder
Horizonte mit bindigem Material (Ton, Schluff), nach Beendigung der Gewinnung durch
eine Vorschüttung geschützt werden. Unterhalb der zukünftigen Wasseroberfläche des
geplanten Tagebaurestsees (Niveau Wasserspiegel: +65 m NHN) besteht die Gefahr,
dass diese bindigen Horizonte bzw. die Braunkohlenflöze mit dem Seewasser reagieren
und über die Zeit ausgewaschen werden können. Durch die Auswaschung dieser Bö-
schungsbereiche kann es zu Destabilisierung des gesamten Gewinnungsböschungssys-
tems kommen. Aus diesem Grund müssen die betroffenen Böschungs - und Sohlenab-
schnitte durch entsprechende Abraum-Abdeckungen geschützt werden. Die RWE hat
für die Herstellung dieser Abdeckung en die Position „Gestaltungsbedarf (Geotech-
nik/Standsicherheit)“ mit einem Volumen von 35 Mio. m³ in die Bedarfsseite ihrer Mas-
sebilanz aufgenommen.
Tab. 16 (Seite 40) listet die für die zuvor genannten Bereiche innerhalb des Tagebaus
Garzweiler II notwendigen Volumina zur Herstellung des Tagebauendstands 2030 bzw.
zur Rekultivierung des östlichen Restlochs gemäß den RWE-Planungen auf. Insgesamt
werden im Bereich des Tagebaus Garzweiler Löss - und Abraumvolumina in Höhe von
880 Mio. m³ gebraucht, um die geplanten Endstände für den aktiven Tagebau und das
östliche Restloch zu erreichen.
Um die Einlagerung großer Abraummassen mit Großgeräten innerhalb der Tagebaupla-
nung realistischer abbilden zu können, verwendet die RWE-Planungsabteilung als Pla-
nungsparameter einen Auflockerungsfaktor (Kippenauflockerung) in Höhe von drei Pro-
zent.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 40 -
Tab. 16: Volumina der RWE-Bedarfsseite für die Bereiche innerhalb der Genehmigungsgrenzen
des Tagebaus Garzweiler für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE)
Verfüllungsbereich Volumen
innerhalb des Tagebaus Garzweiler II (Löss und Abraum)
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [Mio. m³]
Innenkippe 442
- Bereich östliches Ufer 249
- Bereich nördliches Ufer 167
- Bereich südliches Ufer und Bandsammelpunkt 25
östliches Restloch (ohne Lössdepots) 392
Lössdepots (im östlichen Restloch) 4
Gestaltungsbedarf (Geotechnik/Standsicherheit) 35
bilanztechnischer Ausgleichsposten 7
Gesamtvolumen 880
Im Rahmen der Planungen für das Ausstiegsszenario 2033 wurde seitens der RWE bis
zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Fachgutachtens kein eigenständiger Ta-
gebauendstand für die Verkippung erstellt (Stand: 08/2023). Die Bedarfsseite eines sol-
chen für das Ausstiegsszenario 2033 angepassten Tagebauendstands würde sich nur
in wenigen Punkten von der Bedarfsseite des Ausstiegsszenarios 2030 unterscheiden.
Der sogenannte Reservebetrieb zwischen 2030 bis 2033 beinhaltet keine weitere Löss-
gewinnung, somit kann auch keine zusätzliche Rekultivierung von Flächen stattfinden.
Die gewinnungstechnisch notwendige Erhöhung des Abraumvolumens auf der Ange-
botsseite des Ausstiegsszenarios 2033 soll nach Aussagen von RWE durch eine Ver-
größerung der Innenkippe auf den unteren Abraumsohlen unterhalb des Zielwasserspie-
gels kompensiert werden.
Der Tagebau Garzweiler II ist der letzte Großtagebau im Rheinischen Revier, der die
notwendigen Löss- und Abraummassen für die Erfüllung der Verpflichtungen der RWE
zur Wiedernutzbarmachung der beanspruchten Flächen liefern kann. Neben der Be-
darfsdeckung des für die Rekultivierung der Tagebaue Hambach und Garzweiler benö-
tigten Lösses und Abraums muss der Tagebau Garzweiler II zusätzliches Rekultivie-
rungs- und Abraummaterial für weitere RWE -Standorte bereitstellen. Die Zielorte und
Volumina für Materialtrans porte außerhalb der Genehmigungsgrenzen des Tagebaus
Garzweiler sowie die der durch RWE als extern geführten Standorten innerhalb der Ge-
nehmigungsgrenzen werden in Tab. 17 (Seite 41) aufgeführt.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 41 -
Tab. 17: Volumina der RWE -Bedarfsseite für die Bereiche außerhalb der Genehmigungsgren-
zen des Tagebaus Garzweiler (externe RWE -Standorte) für das Ausstiegsszenario
2030 (Quelle: RWE)
Zielort für Volumen
Materialtransporte zu externen RWE-Standorten (Löss und Abraum)
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [Mio. m³]
Tagebau Hambach 50,0
Tagebau Fortuna-Garsdorf 37,0
Rheinische Baustoffwerke GmbH (RBS) 1) 20,0
KWR-Deponie Garzweiler 1) 2) 7,9
KWR-Deponie Fortuna und Rather Schleife/Bunker 2) 5,5
Tagebau und Deponie Ville inklusive AVG-Anteil 3) 4,4
Gesamtvolumen 124,8
1) liegt innerhalb der Genehmigungsgrenzen, wird durch RWE jedoch als externer Standort geführt
2) KWR-Deponie: Kraftwerksreststoffdeponie
3) AVG: Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH (RWE Verpflichtung: Lösslieferung 0,4 Mio. m³)
Um alle Rekultivierungsverpflichtungen der Bergbautreibenden an die externen bzw. als
extern geführten Standorte erfüllen zu können, muss der Tagebau Garzweiler Löss- und
Abraummassen mit einem Gesamtvolumen von rund 124,8 Mio. m³ liefern. Dabei wird
der Löss etwa zur Hälfte als Bestandteil von Materialgemischen (Forstkies und Substrat)
und zur anderen Hälfte als reiner Löss für die Wiedernutzbarmachung von landwirt-
schaftlichen Flächen zu den externen Standorten transportiert (Tab. 24, Seite 46).
Tab. 18: Gesamtvolumen der RWE-Bedarfsseite für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE)
Bedarfsseite Volumen
Tagebau Garzweiler und externe Standorte (Löss und Abraum)
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [Mio. m³]
Tagebau Garzweiler 1) 880,0
externe RWE-Standorte 2) 124,8
Gesamtvolumen 1.004,8
1) Basis: Tab. 16 (Seite 40)
2) Basis: Tab. 17
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 42 -
Der Gesamtbedarf an Löss und Abraum für das Ausstiegsszenario 2030 beträgt
1.004,8 Mio. m³ (Tab. 18, Seite 41). Dieser setzt sich einerseits aus den für die Deckung
der externen Bedarfe ( Tab. 17, Seite 41) notwendigen Volumina und andererseits aus
dem internen Materialbedarf des Tagebaus Garzweiler zusammen. Zu dem internen Ma-
terialbedarf zählen die für die Erstellung der Innenkippe im Tagebau Garzweiler II und
für die Verfüllung des östlichen Restlochs no twendigen Volumina sowie andere interne
Bedarfe (Tab. 16, Seite 40).
6.2.2 Grundlage für die qualitative Prüfung (Massenbedarf)
Im Rahmen der qualitativen Prüfung wird aufgrund der Bedeutung des Lössmaterials für
die Wiedernutzbarmachung explizit die Lössbilanz sowie die damit verknüpfte Flächen-
bilanz geprüft. Innerhalb der Flächenbilanz werden die zu rekultivierenden Flächen ihrer
Folgenutzung zugewiesen, z. B. forst liche oder landwirtschaftliche N achnutzung. An-
schließend wird das Vorhandensein des notwendigen Lössmaterials, das in Form von
reinem Löss, Forstkies und Substrat in unterschiedlichen Zusammensetzung en zu den
verschiedenen Standorten transportiert werden soll, geprüft.
Tab. 19: Flächenbilanz im Rahmen der Wiedernutzbarmachung ab 01/2022 für den Gesamtbe-
reich Tagebau Garzweiler innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle: RWE)
Art der Wiedernutzbarmachung
Fläche
Tagebau Garzweiler / östliches Restloch
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [ha]
Landwirtschaft 1.143
- Ackerfläche mit mindestens 2 m Lössauftrag 1.018
- Ackerfläche mit reduziertem Lössauftrag von 1 m 125
Forstwirtschaft bzw. forstliche Wiedernutzbarmachung 392
landschaftsgestaltende Anlagen 56
Tagebaurestsee 2.258
sonstige Flächen (Bunker, Straßen) 207
- Verbindungsanlagen, Bunker etc. 200
- Straßen 7
Gesamtfläche 4.056
Basierend auf dem Referenztagebaustand 01/2022 muss im Rahmen der Ausstiegssze-
narien 2030 bzw. 2033 noch eine Fläche von 4.056 ha innerhalb der Genehmigungs-
grenzen des Tagebaus Garzweiler einer entsprechenden Wiedernutzung zugeführt wer-
den. Nach Tagebauend e wird etwas mehr als die Hälfte dieser Fläche vom
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 43 -
Tagebaurestsee mit einer Fläche von rund 2.258 ha in Anspruch genommen werden. In
Tab. 19 (Seite 42) wird die Flächenbilanz im Rahmen der Wiedernutzbarmachung ab
01/2022 für das Ausstiegsszenario 2030 für den Tagebau Garzweiler dargestellt.
Im Bereich der Innenkippe bzw. des östlichen Restlochs sollen 1.143 ha landwirtschaft-
lich nutzbare Flächen entstehen, davon 1.018 ha Ackerland mit mindestens 2 m
Lössauftrag und 125 ha Ackerfläche mit einem reduzierten Lössauftrag von 1 m. Eine
Fläche von 392 ha soll aufgeforstet werden. Auf dem Gebiet des östlichen Restlochs
sollen zwischen den landwirtschaftlich und forstlich genutzten Flächen auch Flächen für
die naturnahe Gestaltung in Zusammenhang mit dem Elsbach entstehen. Diese als land-
schaftsgestaltende Anlagen bezeichneten Flächen sollen 56 ha umfassen. Sonstige Flä-
chen, wie z. B. Bunker und die Verbindungsanlagen zum östlichen Restloch, mit einer
Fläche von 200 ha, werden im Rahmen der Wiedernutzbarmachung gesondert behan-
delt. Zu sonstigen Flächen gehören auch die neu anzulegenden Straßen auf der Innen-
kippe mit einer Gesamtfläche von 7 ha.
Im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen von Flächen an externen Standorten sollen
bis zur Beendigung des Tagebaus Garzweiler II insgesamt 2. 377,0 ha mit Material aus
dem Tagebau Garzweiler II rekultiviert werden. Dabei sollen Flächen von 1.790,3 ha für
die forstliche Nachnutzung und 586,7 ha für die Landwirtschaft wiedernutzbar gemacht
werden. Größtes Rekultivierungsprojekt außerhalb des Tagebaus Garzweiler ist die Flä-
chenwiedernutzbarmachung im Bereich des Tagebaus Hambach mit insgesamt
1.772,0 ha. In Tab. 20 werden die externen Rekultivierungsflächen detailliert aufgelistet.
Tab. 20: Flächenbilanz im Rahmen der Wiedernutzbarmachung ab 01/2022 für Flächen außer-
halb der Genehmigungsgrenzen des Tagebaus Garzweiler mit Material aus dem Tage-
bau Garzweiler II für das Ausstiegsszenario 2030 auf Grundlage der RWE -Planungen
(Quelle: RWE)
Flächenbilanz Wiedernutzbarmachung ab 01/2022
Rekultivierung mit Material aus Garzweiler II landwirtschaftl. forstl. Summe
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [ha] [ha] [ha]
Tagebau Hambach 232,0 1.540,0 1.772,0
Rheinische Baustoffwerke GmbH (RBS) 1) 0,0 0,0 0,0
KWR-Deponie Garzweiler 1) 2) 146,9 31,7 178,6
KWR-Deponie Fortuna & Rather Schleife/Bunker 2) 207,8 22,1 229,9
Tagebau und Deponie Ville inklusive AVG-Anteil 3) 0,0 196,5 196,5
Gesamtfläche 586,7 1.790,3 2.377,0
1) liegt innerhalb der Genehmigungsgrenzen, wird durch RWE jedoch als externer Standort geführt
2) KWR-Deponie: Kraftwerksreststoffdeponie
3) AVG: Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 44 -
Für die Wiedernutzbarmachung der in Tab. 19 (Seite 42) und Tab. 20 (Seite 43) geliste-
ten Flächen muss das Lössmaterial aus dem Tagebau Garzweiler zur Verfügung gestellt
werden. Im Rahmen einer Lössbilanz werden die dazu benötigten Lössvolumina ermit-
telt. Der Lössbedarf des Tagebaus Garzweiler wird in Tab. 21 dargestellt, während Tab.
22 den Lössbedarf des Tagebaus Hambach wiedergibt.
Tab. 21: Lössbedarf des Tagebaus Garzweiler im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 auf
Grundlage der RWE-Planungen (Quelle: RWE)
Lössart Lössbedarf
Tagebau Garzweiler und östliches Restloch landwirtschaftlich forstlich
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [Mio. m³] [Mio. m³]
landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung
(Mindestauftrag Löss: 2,0 m, Sicherheitsfaktor 10 %) 22,4
forstliche Wiedernutzbarmachung
(33 % Lössanteil, 3,5 m Auftrag) 2,1
landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung
(reduzierter Lössauftrag von 1 m) 1,3
Forst im Restloch > +67 m NHN
(25 % Lössanteil, 4,0 m Auftrag) 1,6
Zwischennutzung im Restloch
(20 % Lössanteil, 2,0 m Auftrag) 1,6
Gesamtvolumen 23,7 5,3
Tab. 22: Lössbedarf des Tagebaus Hambach im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 auf
Grundlage der RWE-Planungen (Quelle: RWE)
Lössart Lössbedarf
Tagebau Hambach landwirtschaftlich forstlich
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [Mio. m³] [Mio. m³]
landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung
(Mindestauftrag Löss: 2,0 m, Sicherheitsfaktor 10 %) 5,1
forstliche Wiedernutzbarmachung
(33 % Lössanteil, 3,5 m Auftrag) 6,1
Zwischennutzung im Restloch > +67 m NHN
(33 % Lössanteil, 3,5 m Auftrag) 5,4
Zwischennutzung im Restloch < +67 m NHN
(20 % Lössanteil, 2,0 m Auftrag) 2,2
abzüglich Eigenanteil -1,7
Gesamtvolumen 5,1 12,0
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 45 -
Für die Wiedernutzbarmachung der Flächen im Bereich des Tagebaus Garzweiler wer-
den 23,7 Mio. m³ Löss für die landwirtschaftliche Rekultivierung und 5,3 Mio. m³ für die
forstliche Rekultivierung benötigt. Im Tagebau Hambach werden 5,1 Mio. m³ Löss für die
landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung sowie 12,0 Mio. m³ für die forstliche Wie-
dernutzbarmachtung aus dem Tagebau Garzweiler benötigt.
Tab. 23: Lössbedarf der externen Rekultivierungsflächen mit Ausnahme des Tagebaus Ham-
bach im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 auf Grundlage der RWE -Planungen
(Quelle: RWE)
Lössart Lössbedarf
externer Standort (Rekultivierungsfläche) landwirtschaftlich forstlich
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) [Mio. m³] [Mio. m³]
Rheinische Baustoffwerke GmbH (RBS) 1) 0 0
KWR-Deponie Garzweiler 1) 2) 3,2 0,3
- landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung
(Mindestauftrag Löss: 2,0 m, Sicherheitsfaktor 10 %) 3,2
- forstliche Wiedernutzbarmachung
(25 % Lössanteil, 4,0 m Auftrag) 0,3
KWR-Deponie Fortuna und Rather Schleife/Bunker 2) 4,6 0,2
- landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung
(Mindestauftrag Löss: 2,0 m, Sicherheitsfaktor 10 %) 4,6
- forstliche Wiedernutzbarmachung
(25 % Lössanteil, 4,0 m Auftrag) 0,2
Tagebau und Deponie Ville inklusive AVG-Anteil 3) 0,4 1,3
- Wiedernutzbarmachung (AVG) 0,4
- forstliche Wiedernutzbarmachung
(33 % Lössanteil, 2,0 m Auftrag) 1,3
Gesamtvolumen 8,2 1,8
1) liegt innerhalb der Genehmigungsgrenzen, wird durch RWE jedoch als externer Standort geführt
2) KWR-Deponie: Kraftwerksreststoffdeponie
3) AVG: Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH
Tab. 23 listet den Lössbedarf für die Rekultivierung der externen RWE -Standorte (aus-
genommen des Tagebaus Hambach) auf. Die Angaben in Zusammenhang mit den not-
wendigen Materialtransporten für den Tagebau Fortuna-Garsdorf werden gemäß RWE-
Zusammenstellung unterteilt in eine Position für Abraumtransporte ( Tab. 17, Seite 41:
37 Mio. m³) sowie in eine Position für das notwendige Rekultivierungsmaterial für den
gesamten Standort (Tab. 23: KWR-Deponie Fortuna und Rather Schleife/Bunker). Für
den Massen - bzw. Volumenausgleich in Zusammenhang mit der Produktion der
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 46 -
Rheinischen Baustoffwerke GmbH (RBS) werden nur Abraummassen benötigt. Inner-
halb des Ausstiegsszenarios 2030 müssen laut den RWE -Planungen im Rahmen der
Erfüllung aller noch ausstehenden Verpflichtungen zur Rekultivierung von RWE in An-
spruch genommenen Flä chen insgesamt 37,0 Mio. m³ Löss für die landwirtschaftliche
und 19,1 Mio. m³ Löss für die forstliche Wiedernutzbarmachung durch den Tagebau
Garzweiler II zur Verfügung gestellt werden (Tab. 24).
Tab. 24: Gesamt-Lössbedarf innerhalb der RWE -Massenbilanz im Rahmen des Ausstiegssze-
narios 2030 (Quelle: RWE)
Ort Lössbedarf
Ausstiegsszenario 2030 (RWE) landwirtschaftl. forstlich
[Mio. m³] [Mio. m³]
Tagebau Garzweiler 23,7 5,3
externe RWE-Standorte inklusive Tagebau Hambach 13,3 13,8
Gesamtvolumen 37,0 19,1
Wie in Ka pitel 6.2.1 beschrieben, müssen im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2033
keine zusätzlichen Flächen rekultiviert werden, so dass der Lössbedarf innerhalb der
Lössbilanz identisch mit dem Lössbedarf des Ausstiegsszenarios 2030 ist.
6.3 Quantitative Prüfung des Massenbedarfs
6.3.1 Weiterentwicklung der Innenkippe
Für die quantitative Prüfung der Gesamtvolumina, die im Rahmen der Weiterentwicklung
der Innenkippe und der Verfüllung des östlichen Restlochs auf der Bedarfsseite durch
RWE ausgewiesen werden, wird das 3-D-Kippenmodell (Kapitel 4.3) verwendet.
Um das Volumen, das für das Erreichen der Innenkippen -Geometrie des RWE -Tage-
bauendstands 2030 notwendig ist, möglichst realitätsnah ermitteln zu können, muss ein
entsprechender Auflockerungsfaktor bei der Modellierung berücksichtigt werden. Dieser
Faktor beschreibt die verbleibende (endgültige) Auflockerung des Materials von der Ge-
winnung (Auflockerung) über den Transport des Materials per Gurtbandförderanlagen
und Bandsammelpunkt (Auflockerung) bis zur Verkippung mit einem Absetzer (Verdich-
tung). Der RWE -Planungsparameter „Kippenauflockerung“ beträgt für diesen Prozess
drei Prozent.
Zur Ermittlung des notwendigen Materialvolumens für den Aufbau der Innenkippe muss
zunächst das Modellvolumen der Innenkippe durch die Verschneidung des Referenzta-
gebaustands 01/2022 mit dem Tagbauendstand 2030 im 3 -D-Kippenmodell ermittelt
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 47 -
werden. Dieses beträgt 456,0 Mio. m³. Mithilfe des Auflockerungsfaktors11 wird anschlie-
ßend der tatsächliche Materialbedarf berechnet (Tab. 25, Spalte 3: Bedarf).
Tab. 25: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die Weiterentwick-
lung der Innenkippe des Tagebaus Garzweiler II innerhalb des Ausstiegsszenarios
2030 durch die Gutachter (Quelle: RWE/FUMINCO)
FUMINCO RWE 1) Abweichung
Modell Auflockerungsfaktor Bedarf 2) Bedarf 2) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
456,0 3,0 442,8 442,0 0,8 0,2
1) Tab. 16 (Seite 40) inklusive des Auflockerungsfaktors in Höhe von 3 %
2) Löss und Abraum
Die bilanztechnische Prüfung der Weiterentwicklung der Innenkippe ergibt eine Differenz
zwischen dem berechneten Bedarf der Gutachter und dem RWE -Innenkippenbedarf in
Höhe von 0,8 Mio. m³. Das entspricht einer Abweichung von 0,2 % vom Gesamtvolumen
der Innenkippe in Höhe von 442,8 Mio. m³. Tab. 25 fasst die Ergebnisse der quantitati-
ven Prüfung des notwendigen Volumens für die Weiterentwicklung der Innenkippe zu-
sammen.
Abb. 12: Volumenauswertung der RWE-Planung für die Innenkippe im Rahmen des Ausstiegs-
szenarios 2030 innerhalb des 3-D-Kippenmodells der Gutachter (Quelle: FUMINCO)
11 RWE-Planungsparameter: Kippenauflockerung
© FUMINCO
Innenkippenstand bis 2030
Volumen: 456.034.375 m³
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 48 -
Der ermittelte Bedarf setzt sich aus Abraum - und Lössmassen zusammen. Abb. 12
(Seite 47) stellt den Endstand der I nnenkippe im Ausstiegsszenario 2030 im 3 -D-Kip-
penmodell dar.
6.3.2 Verfüllung des östlichen Restlochs
Analog zur quantitativen Prüfung des Bedarfs für die Weiterentwicklung der Innenkippe
erfolgt die quantitative Prüfung im Rahmen der Verfüllung der östlichen Restlochs.
Tab. 26: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die Verfüllung des
östlichen Restlochs innenhalb des Ausstiegsszenarios 2030 durch die Gutachter
(Quelle: RWE/FUMINCO)
FUMINCO RWE 1) Abweichung
Modell Auflockerungsfaktor Bedarf 2) Bedarf 2) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
404,0 3,0 392,3 392,0 0,3 0,1
1) Tab. 16 (Seite 40)
2) Löss und Abraum
Die bilanztechnische Prüfung des Verfüllungsvolumens des östlichen Restlochs ergibt
eine Differenz zwischen dem berechneten Bedarf der Gutachter und dem RWE -Verfül-
lungsbedarf in Höhe von 0,3 Mio. m³. Das entspricht einer Abweichung von 0,1 % vom
Gesamtvolumen für die Verfüllung des östlichen Restlochs in Höhe von 392,3 Mio. m³.
Tab. 26 fasst die Ergebnisse der quantitativen Prüfung der Verfüllung des östlichen Rest-
lochs zusammen. Der ermittelte Bedarf setzt sich aus Abraum- und Lössmassen zusam-
men.
6.3.3 Lössdepots im östlichen Restloch
Die qualitative Bedarfsprüfung der beiden Lössdepots im östlichen Restloch erfolgt im
Rahmen des Kapitels 5.5.1 (Tab. 8, Seite 27). Die Prüfung der Volumina für die notwen-
dige Rekultivierung ergibt eine Differenz zwischen dem berechneten Bedarf der Gutach-
ter und dem RWE-Verfüllungsbedarf in Höhe von 0,45 Mio. m³. Das entspricht einer Ab-
weichung von 11,27 % vom Gesamtvolumen für die notwendige Rekultivierung der lee-
ren Lössdepots im östlichen Restloch in Höhe von 4,45 Mio. m³.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 49 -
Tab. 27: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die Rekultivierung
der Flächen im Bereich der beiden Lössdepots innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030
durch die Gutachter (Quelle: RWE/FUMINCO)
FUMINCO 1) RWE 2) Abweichung
Bedarf 3) Bedarf 3) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
4,45 4,00 0,45 11,27
1) Tab. 8 (Seite 27)
2) Tab. 16 (Seite 40)
3) Löss und Abraum
Tab. 27 stellt die Ergebnisse der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für
die Rekultivierung der beiden Lössdepots im östlichen Restloch innerhalb des Ausstiegs-
szenarios 2030 dar.
6.3.4 Gestaltungsbedarf (Geotechnik/Standsicherheit)
Die Gewinnungsböschung unterscheidet sich von den zukünftigen Böschungssystemen
der Innenkippe darin, dass sie eine durch Schaufelradbagger geschnittene Böschung
ist. Das bedeutet, innerhalb der Böschungen liegen neben Sand - und Kieshorizonten
auch bindige Horizonte (z. B. Tone und Schluffe ) sowie die drei Braunkohlenflöze frei.
Unterhalb der Wasseroberfläche des geplanten Tagebaurestsees auf einem Niveau von
+65 m NHN könnten diese bindigen Horizonte und die Braunkohlenflöze mit dem See-
wasser reagieren und über die Zeit ausgewaschen werden.
Diese Gefährdung der bindigen Horizonte und der Braunkohlenflöze durch das anstei-
gende Wasser und den Wellenschlag besteht auch während der Auffüllungsphase des
Tagebaurestlochs. Durch die Auswaschung dieser Horizonte kann es zu Destabilisie-
rung der gesamten Gewinnungsböschung kommen. Aus diesem Grund müssen die be-
troffenen Böschungs - und Sohlenabschnitte durch entsprechende Abdeckungen ge-
schützt werden. Bei der Position Gestaltungsbedarf (Geotechnik/Standsicherheit) inner-
halb der RWE -Massenbilanz (Tab. 16, Seite 40) handelt es sich um das durch RWE
abschätzte Volumen des Materials, das für diese Abdeckungen vorgesehen ist. Da Ober-
fläche der Innenkippe nicht ausschließlich aus bindigen Horizonten und freiliegenden
Braunkohlenflözen besteht, handelt es sich bei den Materialabdeckungen nicht um eine
durchgehende Struktur, sondern um lokal begrenzte Abdeckungen bzw. Vorschüttun-
gen.
Die Abschätzung der notwendigen Massen für die zuvor beschriebenen Sicherungsmaß-
nahmen sind durch die Gutachter auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Fachgutach-
ten Hambach abgeschätzt worden (FG Hambach 2022). Nach Beendigung der Gewin-
nung im Tagebau Garzweiler II werden unter dieser Annahme zur Erstellung der späte-
ren Seeböschungen in einem ersten Schritt die gesamten Einzelböschungen, die durch
die Schaufelradbagger erstellt worden sind (Böschungssteigung ca. 1 : 1,3), durch
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 50 -
Hilfsgeräte volumenneutral auf eine Steigung von 1 : 2,5 abgeflacht (Prinzipskizze, Abb.
13, oben links).
Abb. 13: Prinzip und Grundlage für die Abschätzung des Massenbedarfs für die Position Geo-
technik mittels Überschlagsrechnung durch die Gutachter : Prinzip der Herstellung der
Seeböschungen durch volumenneutrale Abschiebung ( oben links ) und Vorschüttung
zur Abdeckung der entsprechenden Böschungsbereiche mit bindigen Horizonten (oben
rechts); unten: Analyse des Böschungssystems - bindige Bereiche in den Böschungen
und Bermen (RWE: lila bzw. FUMINCO: cyan) und freiliegende n Braunkohlenflözen
(RWE: lila bzw. FUMINCO: rot) (Quelle: RWE/FUMINCO)
Bereiche, in denen nach der Böschungsabflachung immer noch bindige Horizonte frei-
liegen (Flächen in lila bzw. cyan, Abb. 13 unten), müssen durch Vorschüttungen eines
lokalen Materialkeils (Abb. 13: Prinzipskizze, oben rechts) geschützt werden. Der Schutz
gegen Materialabtrag durch das zukünftige Seewasser erfolgt auf horizontalen Flächen
durch eine Materialabdeckung. Nach RWE-Angaben soll diese Schutzschicht fünf Meter
mächtig sein. Die Vorschüttungen sind gegenwärtig mit einer Böschungsneigung von
1 : 4,5 geplant.
Auf der Grundlage des zuvor beschriebenen Rekultivierungskonzepts und unter Einbe-
ziehung des ermittelten Volumen-Vorschüttungsfaktors für Einzelböschungen mit Höhen
von 20 m, 30 m und 40 m wurde durch die Gutachter ein Volumen für die Vorschüttun-
gen pro laufenden Meter (lm) abgeschätzt. Für eine Böschungshöhe von 20 m beträgt
der Vorschüttungsfaktor 400 m³/lm, für 30 m Böschungshöhe entspricht er 900 m³/lm
und für eine Böschungshöhe von 40 m werden 1.600 m³/lm abgeschätzt (Abb. 14). Für
volumenneutrale
Abschiebung
© FUMINCO © RWE Power AG
freiliegende bindige Horizonte und Braunkohlenflöze
(in der Böschung bzw. auf horizontaler Fläche)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 51 -
die Böschungshöhen 50 m und 60 m werden die durch Gutachter berechneten Werte
2.500 m³/lm und 3.600 m³/lm verwendet.
Abb. 14: Volumenermittlung für die Abschätzung der Vorschüttungen in Abhängigkeit von der
Einzelböschungshöhe durch die Gutachter (RWE-Methode für den Tagebau Hambach)
(Quelle: RWE)
Die Spannweite der Höhen der Einzelböschungen auf der Gewinnungsseite liegt zwi-
schen rund 10 m bis ca. 6 0 m. Für die horizontalen Flächen (Bermen) wird eine pau-
schale Aufschüttung mit einer Mächtigkeit von 5 m angenommen. Das auf Basis dieser
Methode für die Sicherungsmaßnahmen abgeschätzte Gesamtvolumen durch die Gut-
achter beträgt 37,1 Mio. m³. RWE schätzt das Gesamtvolumen für die Vorschüttungen
bzw. Abdeckungen auf insgesamt 37 Mio. m³ (im Detail: 36,6 Mio. m³) ab.
Die Abschätzung des Abraumvolumens für die notwendigen Maßnahmen zur Stabilisie-
rung der geschnittenen Böschungen erfolgt seitens der Gutachter auf Grundlage einer
Auswertung im geologischen 3-D-Modell und einer Abschätzungskalkulation mithilfe der
zuvor genannten Planungsparameter. Das ermittelte Volumen für die Materialkeile vor
den entsprechenden Böschungen beträgt 13,9 Mio. m³, während das für die Abdeckun-
gen auf den entsprechen Flächen notwendige Volumen 23,1 Mio. m³ beträgt.
Tab. 28: Abschätzung des Abraumvolumens für die notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung
der geschnittenen Böschungen innerhalb des Ausstiegsszenario s 2030 (Gestaltungs-
bedarf (Geotechnik/Standsicherheit)) (Quelle: RWE/FUMINCO)
Position
Abschätzung Abweichung
FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
horizontale Flächen (Bermen) 13,9 15,6 -1,6 -11,8
innerhalb der Böschung 23,1 21,0 2,1 9,2
Gesamtergebnis 37,1 36,6 0,5 1,3
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 52 -
Tab. 28 (Seite 51) listet die Ergebnisse der Abschätzung des Abraumvolumens für die
notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der geschnittenen Böschungen der Position
Gestaltungsbedarf (Geotechnik/Standsicherheit) auf. Für das Gesamtvolumen ergibt
sich eine Abweichung zwisch en der Abschätzung der Gutachter und der RWE -Über-
schlagsrechnung in Höhe von 0,5 Mio. m³. Dies entspricht einer Abweichung von 1,3 %.
6.3.5 Bilanztechnischer Ausgleichsposten
Die Verwendung des bilanztechnischen Ausgleichspostens wird in den Kapiteln 5.3.1
und 5.6.2 beschrieben. Für die Simulierung des Materialaushubs, der für die Rekultivie-
rung der geschnittenen Böschungen im Tagebau Garzweiler II notwendig ist und der
innerhalb der aktuellen RWE-Planungsunterlagen noch nicht berücksichtigt wurde, wird
durch die Bergbautreibende auf der Angebotsseite ein Volumen in Höhe von 7,3 Mio. m³
und auf der Bedarfsseite in Höhe von 7,0 Mio. m³ eingeplant (FUMINCO auf beiden Bi-
lanzseiten: 7,29 Mio. m³). Im jetzigen Planungsstadium , kurz vor der Finalisierung der
Antragsunterlagen im Rahmen der Vorhaben sbeschreibung und der Änderung des
Braunkohlenplans Garzweiler II, ist die Verwendung eines bilanztechnischen Ausgleich-
spostens im Bereich der Bergbauplanung üblich und allgemein anerkannt.
6.3.6 Massentransport zum Tagebau Hambach
Im Rahmen der RWE-Planung soll vom Tagebau Garzweiler II zum Tagebau Hambach
nur Material für die Rekultivierung transportiert werden. Das heißt, es werden nur Löss
bzw. Mischungen aus Löss und Abraum in Form von Forstkies und Substrat zum Tage-
bau Hambach geliefert. Aus diesem Grund werden die RWE-Bedarfsangaben für diese
Massentransporte innerhalb der qualitativen Prüfung (Kapitel 6.4) anhand der Löss- und
Flächenbilanzen überprüft und bewertet.
6.3.7 Tagebau und Deponie Fortuna-Garsdorf
Im Rahmen der quantitativen Prüfung w ird die Position Tagebau Fortuna-Garsdorf mit
der Position KWR-Deponie Fortuna und Rather Schleife/Bunker aus Tab. 17 (Seite 41)
zusammengefasst. Tab. 29 listet das Ergebnis der quantitativen Prüfung der RWE -Vo-
lumenausweisung in den entsprechenden Plänen für diesen gemeinsam behandelten
externen Standort auf.
Tab. 29: Ergebnis der quantitativen Prüfung des notwendigen Volumens für die Rekultivierung
des Tagebaus Fortuna-Garsdorf inklusive KWR -Deponie Fortuna und Rather Schleife
mit Bunker (Quelle: RWE/FUMINCO)
FUMINCO RWE Abweichung
Bedarf 1) Bedarf 1) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
41.9 42,5 -0,6 -1,5
1) Abraum und Löss
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 53 -
Abb. 15: Volumenauswertung der RWE -Planung für den externen Standort Tagebau Fortuna -
Garsdorf inklusive KWR-Deponie Fortuna und der Rather Schleife mit Bunker im Rah-
men des Ausstiegsszenarios 2030 innerhalb eines lokalen 3 -D-Modells (Quelle:
FUMINCO)
Insgesamt umfasst der Materialtransport, der auf der Bedarfsseite der RWE -Massenbi-
lanz für diesen externen Standort gelistet ist, ein Gesamtvolumen in Höhe von
42,5 Mio. m³ (37,0 Mio. m³ + 5,5 Mio. m³).
Die Prüfung des Gesamtvolumens für die Verfüllung und Rekultivierung des Tagebaus
Fortuna-Garsdorf inklusive der KWR-Deponie Fortuna und der Rather Schleife mit Bun-
ker ergibt eine Differenz von -0,6 Mio. m³ zwischen dem berechneten Bedarf der Gut-
achter und dem RWE -Verfüllungsbedarf. Das entspricht einer Abweichung von -1,5 %
vom notwendigen Verfüllungsvolumen für diesen Standort in Höhe von 41,9 Mio. m³.
Das Gesamtvolumen, das mithilfe eines separaten lokalen 3-D-Modells mit einer Block-
größe von 1 m x 1 m x 1 m ermittelt wurde, ist in Abb. 15 dargestellt.
Die KWR -Deponie Fortuna hat nach Angaben der Bergbautreibenden zum Stand
01/2022 ein Restvolumen von rund 5,7 Mio. m³, in dem die Asche der Kraftwerke einge-
lagert werden kann. Die Ascheeinlagerung soll bis 2030 abgeschlossen sein.
6.3.8 Rheinische Baustoffwerke GmbH (RBS)
Als Rechteinhaberin gewinnt d ie Rheinische Baustoffwerke GmbH (RBS) gemäß dem
Hauptbetriebsplan für den Tagebau Garzweiler einschließlich revierweitem Bahnbetrieb
und Bahninfrastruktur für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis 31.12.2025 (HBP
2023 - 2025) an verschiedenen Betriebspunkten (Roh-)Kies. Diese Betriebspunkte sind:
© FUMINCO
N
Volumen:
41.863.465 m³
N
Ausgangsstand 01/2022
© FUMINCO
Planung 2030
KWR-
Deponie
KWR-
Deponie
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 54 -
• Kieswerk Garzweiler
• semimobile Kiesaufbereitungsanlagen im östlichen Restloch nahe Jüchen sowie auf
der Kippe im Hauptfeld nahe Wanlo
• Kiesverladestellen im östlichen Restloch nahe Jüchen sowie auf der Kippe im Haupt-
feld nahe Wanlo
• Annahmestellen nahe Jüchen, nahe Wanlo und nahe des Kieswerks Garzweiler
• Kippstellen Engelbert, Benzelrath und Fischbach
Zusätzlich zu dem entnommenen Kies erhält die RBS von der RWE gemäß HBP
2023 - 2025 Löss und Lehm zur Abgabe an Dritte. Die maximalen Entnahmevolumina
sind in Tab. 30 aufgeführt.
Tab. 30: Vergleich der Angaben zu den Entnahmevolumina der Rheinischen Baustoffwerke
GmbH im Hauptbetriebsplan 2023 - 2025 mit der Bedarfsseite der Massenbilanz der
RWE und der Gutachter (Quelle: RWE/FUMINCO)
Hauptbetriebsplan 2023 - 2025 Materialausweisung bis 2030
(Antrag HBP-Kapitel 3.2.4.) Bedarfsseite (8 Jahre bis 2030)
Material max. Entnahme
FUMINCO RWE
Löss Abraum Löss Abraum
[Mio. m³/a] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
(Roh-)Kies bis zu 2,5 0,0 20,0 0,0 20,0
Löss bis zu 0,2 1,6 0,0 0,0 0,0
Lehm bis zu 0,1 0,0 0,8 0,0 0,0
Gesamtvolumen 1,6 20,8 0 20,0
Entsprechend den Angaben im HBP 2023 - 2025 für den Tagebau Garzweiler enthalten
die in Tab. 30 gelisteten Volumina auch Löss - und Forstkieslieferungen, die über die
Nord-Süd Bahn zur Kippstelle Fischbach transportiert und zur Abdeckung des Ablage-
rungsbereichs des Martinswerkes verwendet werden. Innerhalb der Bedarfsseite der
RWE-Massenbilanz für das Ausstiegszenario 2030 werden diese Volumina nicht berück-
sichtigt und für die RBS wird nur ein Abraumvolumen in Höhe von 20,0 Mio. m³ ausge-
wiesen.
Im Rahmen der gutachterlichen Bilanzierung für die quantitative Prüfung w ird für Ent-
nahmevolumen der RBS bis zum Erreichen des Tagebauendstands 2030 ein Abraum-
volumen in Höhe von 20,8 Mio. m³ und ein Lössvolumen von 1,6 Mio. m³ angenommen.
Unter diesen Annahmen besteht zwischen den Abschätzungen der Gutachter und den
Angaben innerhalb der RWE-Massenbilanz bis zum Jahr 2030 eine Abweichung in Höhe
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 55 -
von 0,8 Mio. m³ (3,8 %) für den Abraum und eine Abweichung von 1,6 Mio. m³ für das
Lössmaterial. Die RWE bilanziert für die Position RBS keinen Lössbedarf.
6.3.9 Kraftwerksreststoffdeponie Garzweiler
In die KWR-Deponie Garzwei ler muss zum Stand 01/2022 nach Berechnungen der
Bergbautreibenden noch mindestens 18,0 Mio. m³ Füllmaterial bis zum Erreichen des
zukünftigen Grundwasserspiegels auf ein Niveau von +61 m NHN verkippt werden. In
diesem Füllvolumen soll nach Planung der RWE zum größten Teil die Asche der Kraft-
werke eingelagert werden.
Tab. 31: Ascheanfall in den Kraftwerken und Aschedeponierung in den KWR-Deponien Fortuna
und Garzweiler innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle: RWE)
Tagebau
Braunkohlenmenge Asche 1) Aschedeponierung
[Mio. t] [Mio. m³] KWR-Deponie [Mio. m³]
Hambach 110,00 6,60 Fortuna 5,70
Garzweiler II 229,00 13,74 Garzweiler 14,64
Summe 339,00 20,34 20,34
1) durchschnittlicher Aschegehalt: 6 % / Schüttdichte Asche: 1,0 t/m³
Tab. 31 listet - ausgehend von der geplanten Braunkohlenförderung (verwertbare För-
derung) der beiden Tagebaue Garzweiler II und Hambach - die anfallenden Aschemen-
gen und deren Aufteilung für die Einlagerung auf die KWR-Deponien Fortuna und Garz-
weiler auf. Die Ermittlung des notwendigen Deponievolumens erfolgt mit den RWE-Pla-
nungsparametern für den durchschnittlichen Aschegehalt in Höhe von 6 % sowie für die
Schüttdichte der Asche von 1,0 t/m³. Insgesamt fällt innerhalb des Ausstiegsszenarios
2030 eine Aschemenge in Höhe von 20,34 Mio. m³ (notwendiges Deponievolumen) an.
Aufgrund des Restvolumens der KWR -Deponie Fortuna von 5,70 Mio. m³ muss der
größte Teil der anfallenden Asche in der südöstlich des östlichen Restlochs gelegenen
KWR-Deponie Garzweiler (Abb. 16, Seite 56) deponiert werden.
Im Rahmen der quantitativen Prüfung wird in einem separaten 3-D-Modell der Referenz-
tagebaustand 01/2022 mit dem geplanten Endstand der KWR-Deponie Garzweiler ver-
schnitten. Das 3-D-Modell hat eine Blockgröße von 1 m x 1 m x 1 m. In diesen externen
Standort muss ein Volumen von 65,7 Mio. m³ eingelagert werden, um den Endstand der
KWR-Deponie Garzweiler so herzustellen, wie dieser in den Planungsdokumenten für
die Wiedernutzbarmachung dieses Standorts dargestellt ist ( Tab. 32, Seite 57: Pla-
nungsschritt 2).
Um ein entsprechendes Rekultivierungsvolumen für die KWR-Deponie Garzweiler inner-
halb der Bedarfsseite in der Massenbilanz ausweisen zu können, kalkuliert die Bergbau-
treibende ein Restvolumen von 18,0 Mio. m³ bis zum Erreichen des zukünftigen
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 56 -
Grundwasserspiegels (Tab. 32: Planungsschritt 1, +61 m NHN). Die Auffüllung erfolgt
zunächst durch die Einlagerung von Asche. Nach Beendigung der Ascheeinlagerung soll
anschließend Abraum verkippt werden und abschließend die Deponie durch den Einbau
eines Horizonts aus Ton bzw. tonigem Material abdichtet werden.
Abb. 16: Standort der KWR-Deponie Garzweiler (oben) und Volumen prüfung im Rahmen des
Ausstiegsszenarios 2030 innerhalb eines lokalen 3 -D-Modells (unten) (Quelle:
FUMINCO)
Das notwendige Abraumvolumen zur Auffüllung bis +61 m NHN ergibt sich aus dem De-
ponie-Restvolumen von 18,00 Mio. m³ abzüglich des geplanten Einlagerungsvolumens
der Kraftwerksasche in Höhe von 14,64 Mio. m³ (Tab. 31, Seite 55). Das dafür notwen-
dige Abraumvolumen beträgt somit 3,34 Mio. m³.
Für die Herstellung der geplanten landwirtschaftlichen und forstlichen Flächen (Löss und
Forstkies) plant die RWE auf der Bedarfsseite ein Materialvolumen in Höhe von
4,5 Mio. m³ ein. Das Gesamtvolumen der Bedarfsseite für die KWR-Deponie Garzweiler
beläuft sich somit auf 7,9 Mio. m³ (3,4 Mio. m³ + 4,5 Mio. m³).
© FUMINCO
N
Kraftwerksreststoffdeponie
Garzweiler
Ausgangsstand 01/2022
© FUMINCO
Planung 2030
N
N
© FUMINCO
Volumen:
65.722.071 m³
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 57 -
Tab. 32: Auswertung des notwendigen Volumens für die Rekultivierung der KWR-Deponie Garz-
weiler im Rahmen der quantitativen Prüfung durch die Gutachter (Quelle:
RWE/FUMINCO)
Planungsschritt
Bedarf Abweichung
FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
1 Aschedeponie Stand 01/2022
bis +61 m NHN 1) 18,0 2) 18,0 2) 0,0 0,0
2 Restverfüllung +61 m NHN 1)
bis Endstand 47,7 3) 4,5 4) 43,2 90,6
Gesamtergebnis 65,7 22,5 43,2 65,8
1) Höhe des bzukünftigen Grundwasserspiegels in diesem Bereich
2) 14,64 Mio. m³ Asche + 3,36 Mio. m³ Abraum (Abdichtung)
3) 43,2 Mio. m³ Abraum (Verfüllung) + 4,5 Mio. m³ Rekultivierungsmaterial (Löss und Abraum)
4) 4,5 Mio. m³ Rekultivierungsmaterial (Löss und Abraum)
Im Vergleich zu dem im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens ermittelten Gesamt-
volumen für diesen externen Standort in Höhe von 65,7 Mio. m³ ergibt sich eine Abwei-
chung zu dem RWE-Gesamtvolumen in Höhe von 43,2 Mio. m³. Das bedeutet, dass bis
zum Erreichen der Geländeoberfläche, wie sie in Abb. 20 (Seite 65) im Wiedernutzbar-
machungskonzept dargestellt wird, noch 43,2 Mio. m³ Füllmaterial notwendig ist. Tab.
32 fasst die Ergebnisse der quantitativen Prüfung der Verfüllungs- bzw. Rekultivierungs-
volumina auf Basis der den Gutachtern vorliegenden Daten für die beiden zuvor be-
schriebenen Planungsschritte zusammen. Die signifikante Abweichung im Rahmen des
Planungsschritts 2 wird im Kapitel 6.7 diskutiert. Aufgrund der möglichen Weiternutzung
des Standorts als Erdaushubdeponie (Kapitel 6.4.5) wird das berechnete Volumen von
43,2 Mio. m³ nicht auf der Bedarfsseite der Massenbilanz berücksichtigt.
6.3.10 Tagebau und Deponie Ville
Gemäß der RWE-Planung soll vom Tagebau Garzweiler II zum ehemaligen Tagebau
Ville nur Material für die Rekultivierung transportiert werden. Das heißt, es wird nur Löss
bzw. Mischungen aus Löss und Abraum in Form von Forstkies zu diesem externen
Standort geliefert. Aus diesem Grund werden die RWE-Bedarfsangaben für diese Mas-
sentransporte innerhalb der qualitativen Prüfung (Kapitel 6.4) anhand der Löss- und Flä-
chenbilanzen überprüft und bewertet.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 58 -
6.4 Qualitative Prüfung des Massenbedarfs
6.4.1 Allgemeine Aspekte zur qualitativen Prüfung
Im Rahmen der qualitativen Prüfung wird zunächst auf Grundlage der RWE-Rekultivie-
rungspläne für den Tagebau Garzweiler bzw. für die externen Standorte eine soge-
nannte Flächenbilanz für die Wiedernutzbarmachung aufgestellt. Diese wird anschlie-
ßend mit den entsprechenden RWE-Daten abgeglichen. Die Flächenbilanz ist auch Ba-
sis für die abschließende Prüfung des Lössbedarfs. Hierbei wird geprüft, ob die potenziell
verfügbare Menge des vorhandenen Lösses ausreicht, um die geplante Wiedernutzbar-
machung der in Anspruch genommenen Flächen in Abhängigkeit von der Löss qualität
umzusetzen. Die Prüfung der Flächen- und Lössbilanzen wird innerhalb des Ausstiegs-
szenarios 2030 durchgeführt. Im Rahmen des Ausstiegsszenario s 2033 wird kein zu-
sätzlicher Löss gefördert bzw. werden keine zusätzlichen Flächen rekultiviert, so dass
die Prüfung der Flächen- und Lössbilanzen für beide Ausstiegszenarien identisch ist.
Im Rahmen des Kapitels 6.5 werden zunächst die Teilergebnisse der Einzelprüfungen
der nachfolgenden Kapitel bewertetet und anschließend zur einer nach Abraum - bzw.
Lössbilanz gegliederten Gesamtbilanz für die Bedarfsseite zusammengefasst.
6.4.2 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau Garzweiler
Die geplante Wiedernutzbarmachung der noch in Anspruch genommenen Flächen (Be-
trachtungsbasis 01/2022) ist in Abb. 2 (Seite 5) dargestellt. Ergänzt wird diese Darstel-
lung durch die in Abb. 17 dargestellten Flächen, die sich unterhalb des zukünftigen Ni-
veaus des Wasserspiegels von +65 m NHN befinden (rosa - und orange farbene Flä-
chen).
Abb. 17: Restseegestaltung: Geländeoberkante bis +67 m NHN Rekultivierung mit Forstkies
(hell- und dunkelgrüne Flächen), innerhalb der Wellenschlagzone kleiner +67 m NHN
bis +65 m NHN mit Substrat (blau) sowie kleiner +65 m NHN bis +30 m NHN mit Sub-
strat (rosa- und orangefarbene Flächen) (Quelle: FUMINCO)
© FUMINCO
Auftrag Forstkies
Innenkippe
(81,5 ha)
Auftrag Forstkies
Gewinnungsseite
(79,3 ha)
Auftrag Substrat
Gewinnungsseite
(149,0 ha)
Auftrag Substrat
(Innenkippe)
(148,8 ha)
Auftrag Substrat
65 bis 67 m NHN
(107,4 ha)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 59 -
Tab. 33: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommenen Flächen im Bereich des Tagebaus Garzweiler (aktiver Tagebau,
östliches Restloch, Verbindungsanlagen), Berechnungsbasis: 01/2022 (Quelle:
RWE/FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung (Material und Flächenausweisung) Abweichung
Fläche / Nutzung Auftrag Lössanteil FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[m] [%] [ha] [ha] [ha] [%]
Tagebaurestsee 2.257,6 2.258,0 -0,4 -0,02
Landwirtschaft 1.143,1 1.143,0 0,1 0,01
- Ackerfläche 1) 2,0 100,0 1.017,9 1.018,0 -0,1 -0,01
- Ackerfläche 2) 1,0 100,0 125,3 125,0 0,3 0,20
forstl. Rekultivierung 448,8 448,0 0,5 0,10
- Forst 3) 3,5 33,0 124,9 124,0 0,9 0,75
- Forst 4) 4,0 25,0 160,8 160,0 0,8 0,52
- Wellenschlagzone 5) 2,0 20,0 107,4 108,0 -0,6 -0,60
- naturnahe Gestaltung 3) 3,5 33,0 55,3 56,0 -0,7 -1,21
Sonstige Flächen 206,4 207,0 -0,6 -0,31
- Straßen 0,0 0,0 6,9 7,0 -0,1 -1,21
- Verbindungsanlagen 0,0 0,0 199,4 200,0 -0,6 -0,28
Zwischenergebnis 4.055,5 4.056,0 -0,5 -0,01
Böschungssystem 297,8 297,0 0,8 0,27
- +67 m bis +30 m NHN 5) 2,0 20,0 297,8 297,0 0,8 0,27
Gesamtergebnis 4.353,3 4.353,0 0,3 0,01
1) Mindestauftrag von 2 m Löss
2) reduzierter Lössauftrag von 1 m
3) Auftrag von Forstkies
4) Auftrag von Forstkies (geneigte Bereiche)
5) Auftrag von Substrat, Position Zwischennutzung in Tab. 21 (Seite 43)
Nach RWE-Angaben beträgt die noch zu rekultivierende Fläche im Bereich des Tage-
baus Garzweiler insgesamt 4.056 ha (aktiver Tagebau, östliches Restloch inklusive Ver-
bindungsanlagen). Die flächenmäßig größte Einzelfläche bei der Wiedernutzbarma-
chung wird die zukünftige Restseeoberfläche bei einem Niveau von +65 m NHN mit
2.258 ha sein. Die Wiedernutzbarmachung von landwirtschaftlichen Flächen (Acker- und
Wiesenflächen) wird 1.143 ha umfassen, während die Gesamtfläche von forstlichen
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 60 -
Flächen zusammen mit den Flächen zur naturnahen Gestaltung insgesamt 448 ha be-
tragen wird. Flächen, für deren Wiedernutzbarmachung kein Löss verwendet werden
soll, haben eine Größe von 207 ha. Zu diesen sonstigen Flächen gehören die Straßen
auf der Innenkippe (7 ha) sowie die Verbindungsanlagen und Bunker zwischen dem Ta-
gebau Garzweiler II und dem östlichen Restloch (Abb. 2, Seite 5, braune Flächen, Größe
200 ha). Zu der für die Wiedernutzbarmachung geplante Fläche von 4.056 ha kommen
noch rund 298 ha, die im Rahmen der temporären Böschungssicherung im Tagebau
Garzweiler II im Bereich zwischen +65 m NHN und +30 m NHN mit dem Auftrag von
Substrat rekultiviert werden sollen.
Tab. 33 (Seite 59) listet neben den Flächenausweisungen der Bergbautreibenden und
denen der Gutachter auch die Art der Wiedernutzbarmachung (Materialauftrag und Lös-
santeil im Materialauftrag). Die berechnete Abweichung innerhalb der Flächenauswei-
sungen beträgt -0,5 ha für die Wiedernutzbarmachung ohne Böschungssicherung bzw.
0,3 ha für die Gesamtfläche (Wiedernutzungsmachung und Böschungssicherung). Das
entspricht einer Abweichung von -0,01 % bzw. 0,01 %.
Die beiden größten Einzelabweichungen mit -1,21 % treten bei den Flächenausweisun-
gen für die Wiedernutzbarmachung von forstlichen Flächen im Bereich der naturnahen
Gestaltung und für Straßen auf. Alle anderen Abweichungen zwischen den Flächenaus-
weisungen der RWE und denen der Gutachter liegen unter einem Prozent. Keine der
gelisteten Abweichungen zwischen den korrespondierenden Flächenausweisungen liegt
oberhalb einer Flächengröße von einem Hektar.
Eine mögliche Erklärung für die Abweichungen der Zahlenwerte könnte der Genauig-
keitsgrad der übermittelten Daten liefern. Die RWE -Flächenausweisungen sind in den
übermittelten Tabellen auf ganze Zahlenwerte gerundet, während die Flächenauswei-
sungen der Gutachter auf Basis der übergebenen Lagepläne mithilfe von CAD-Software
mit einer Auswertungsgenauigkeit von vier Kommastellen (gerundet auf eine Komma-
stelle) erfolgen.
6.4.3 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau Hambach
Der Tagebau Garzweiler II muss für die Wiedernutzbarmachung der im Tagebau Ham-
bach in Anspruch genommenen Flächen gemäß den Planungen der Bergbautreibenden
insgesamt 50 Mio. m³ an Material liefern. Im Rahmen dieser Maßnahme werden bis zum
Betriebsende des Tagebaus Garzweiler II Löss, Forstkies und Substrat vom Tagebau
Garzweiler zum Tagebau Hambach über die Grubenanschlussbahn Nord-Süd-Bahn und
über die Hambachbahn transportiert. D a Forstkies und Substrat Mischungen aus Löss
und Abraum in unterschi edlichen Verhältnissen sind, bedeutet das , dass zusätzlich zu
dem Lössanteil auch Abraum in der entsprechenden Beimischung geliefert wird.
Nach RWE-Angaben müssen im Rahmen der Wiedernutzbarmachung innerhalb des Ta-
gebaus Hambach insgesamt noch 1.772 ha rekultiviert werden. Die landwirtschaftliche
Wiedernutzbarmachung umfasst 232 ha (Abb. 18, Seite 61: gelbe Flächen). Für eine
Fläche von 526 ha ist forstliche Rekultivierung im Bereich der überhöhten Innenkippe
(Abb. 18: hellbraune Flächen) sowie 465 ha im Tagebau Hambach oberhalb von
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 61 -
+67 m NHN (Abb. 18: hellgrüne Flächen) vorgesehenen. Unterhalb von +67 m NHN wird
das Böschungssystem durch den Auftrag von Substrat auf einer Fläche von 549 ha (Abb.
18: rosafarbene Flächen) im Rahmen einer sogenannten Zwischennutzung vor Wind -
und Wassererosion gesichert.
Abb. 18: Geplante Wiedernutzbarmachung der noch in Anspruch genommenen Flächen inner-
halb des Tagebaus Hambach (landwirtschaftliche Flächen: gelb; forstliche Flächen:
hellbraun und hellgrün; Sicherung der Böschungssysteme: rosa) (Quelle: RWE)
Tab. 34 (Seite 62) listet die Ergebnisse der Prüfung der Flächenbilanz für den Tagebau
Hambach auf. Insgesamt weichen die Ergebnisse der Gutachter nur minimal von den
RWE-Flächenausweisungen ab. Dies gilt für alle drei Flächenklassen (Land wirtschaft
und forstliche Nachnutzung sowie Zwischennutzung). Die maximale Einzelabweichung
liegt unter einem Hektar für die Ausweisung von Flächen im Bereich der forstlichen Wie-
dernutzbarmachung innerhalb des Tagebauendstands Hambach im Böschungsbereich
oberhalb von +67 m NHN und beträgt 0,96 ha. Dies entspricht einer Abweichung von
0,21 %.
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 62 -
Tab. 34: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommenen Flächen im Bereich des Tagebaus Hambach, Berechnungsbasis:
01/2022 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung (Material und Flächenausweisung) Abweichung
Fläche / Nutzung Auftrag Lössanteil FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[m] [%] [ha] [ha] [ha] [%]
Landwirtschaft 231,5 232,0 -0,54 -0,23
- Ackerfläche 1) 2,0 100,0 231,5 232,0 -0,54 -0,23
forstl. Rekultivierung 991,4 991,0 0,43 0,04
- Forst 2) 3,5 33,0 525,5 526,0 -0,53 -0,10
- Forst 3) 3,5 33,0 466,0 465,0 0,96 0,21
Zwischennutzung 549,4 549,0 0,35 0,06
- Substratauftrag 4) 2,0 20,0 549,4 549,0 0,35 0,06
Gesamtergebnis 1.772,2 1.772,0 0,24 0,01
1) Mindestauftrag von 2 m Löss
2) im Bereich der überhöhten Innenkippe (Norden)
3) im Bereich der Böschung des Tagebaus Hambach oberhalb von +67 m NHN
4) im Bereich der Böschung des Tagebaus Hambach unterhalb von +67 m NHN
Die Abweichung der Ausweisungen für die Gesamtfläche, die auf Basis des Referenz-
zeitpunkts 01/2022 noch zu rekultivieren ist, liegt bei 0,24 ha. Dies entspricht einer Ab-
weichung von 0,01 %.
6.4.4 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau Fortuna-Garsdorf
Der Tagebau Fortuna -Garsdorf umfasst die sogenannte Rather Schleife inklusive des
Bunkers und die aktive Kraftwerksreststoffdeponie Fortuna (KWR -Deponie Fortuna).
Abb. 19 (Seite 63) stellt die beiden Bereiche Rather Schleife ( gelbe und angrenzende
grüne Flächen innerhalb der blauen Umgrenzungslinie ) und die aktive KWR-Deponie
Fortuna (orangefarbene und angrenzende grüne Flächen außerhalb der blauen Umgren-
zungslinie) dar. Die geplante Wiedernutzbarmachung dieses externen Standorts um-
fasst die Rekultivierung von 207,8 ha land- und 22,1 ha forstlichen Flächen. Insgesamt
müssen 229,9 ha rekultiviert werden (Tab. 35, Seite 64).
Die KWR-Deponie Fortuna hat zum Stand 01/2022 nach RWE-Daten ein Restvolumen
von rund 5,7 Mio. m³, in dem die Asche der Kraftwerke eingelagert werden k ann. Die
Ascheeinlagerung soll nach Angaben der Bergbautreibenden bis 2030 abgeschlossen
sein.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 63 -
Abb. 19: Geplante Wiedernutzbarmachung der noch in Anspruch genommenen Flächen inner-
halb des Tagebaus Fortuna mit KWR-Deponie Fortuna und Rather Schleife mit Bunker-
anlagen (landwirtschaftliche Flächen: gelb und orange; forstliche Flächen: grün)
(Quelle: RWE)
Tab. 35 (Seite 64) listet die Ergebnisse der Prüfung der RWE-Flächenausweisungen auf.
Die Ergebnisse der Prüfung der RWE -Flächenausweisungen weisen minimale Abwei-
chungen auf. Die Gesamtabweichung beträgt -0,05 ha bzw. -0,02 %. Unter Berücksich-
tigung der unterschiedlichen Softwares, die bei der RWE und den Gutachtern zum Ein-
satz kommen, kann diese Abweichung aufgrund ihrer Größenordnung als unerheblich
eingestuft und vernachlässigt werden.
Rather Schleife
KWR-Deponie
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 64 -
Tab. 35: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommen en Flächen im Bereich des Tagebaus Fortuna -Garsdorf (Rather
Schleife und Bunker) inklusive KWR -Deponie, Berechnungsbasis: 01/2022 (Quelle:
RWE/FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung (Material und Flächenausweisung) Abweichung
Fläche / Nutzung Auftrag Lössanteil FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[m] [%] [ha] [ha] [ha] [%]
Landwirtschaft 207,8 207,8 -0,02 -0,01
- Ackerfläche 1) 2) 2,0 100,0 139,3 139,3 -0,02 -0,01
- Ackerfläche 1) 3) 2,0 100,0 68,5 68,5 -0,01 -0,01
forstl. Rekultivierung 22,1 22,1 -0,02 -0,10
- Forst 2) 4,0 25,0 7,9 7,9 0,00 -0,03
- Forst 3) 4,0 25,0 14,2 14,2 -0,02 -0,14
Gesamtergebnis 229,9 229,9 -0,05 -0,02
1) Mindestauftrag von 2 m Löss
2) Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife und Bunker)
3) KWR-Deponie Fortuna
6.4.5 Prüfung der Flächenbilanz: KWR-Deponie Garzweiler
Die KWR-Deponie Garzweiler befindet sich südöstlich des östlichen Restlochs (Abb. 16,
Seite 56, oben ). Nach RWE-Angaben werden zum Stand 01/2022 noch rund
18,0 Mio. m³ Füllmaterial benötigt, damit im Bereich der KWR-Deponie eine Oberfläche
(Tagesoberfläche) oberhalb des zukünftigen Grundwasserspiegels (Niveau +61 m NHN)
erstellt werden kann. In diesem Füllvolumen soll nach Planung der RWE zum größten
Teil die Asche der Kraftwerke eingelagert werden.
Die geplante Wiedernutzbarmachung für diesen Standort wird in Abb. 20 (Seite 65) dar-
gestellt. Im Rahmen der Rekultivierungsmaßnahmen für die KWR-Deponie Garzweiler
sollen gemäß RWE -Planung 158,6 ha Fläche für die landwirtschaftliche Nutzung und
38,9 ha für die forstliche Nutzung wieder zur Verfügung gestellt werden. Von der Ge-
samtfläche der geplanten Wiedernutzbarmachung in Höhe von 197,6 ha ist zum Zeit-
punkt 01/2022 bereits rund 9,6 % rekultiviert: die Fläche von 11,7 ha wurde landwirt-
schaftlicher und 7,2 ha forstlicher Folgenutzung zugeführt.
Damit die in Abb. 20 dargestellte geplante Rekultivierung der landwirtschaftlichen Flä-
chen umgesetzt werden kann, muss das in Tab. 32 (Seite 57) ausgewiesene Volumen
in Höhe von 43,2 Mio. m³ im Bereich von +61 m NHN bis zur geplanten Geländeober-
kante aufgefüllt werden. Erst danach kann damit begonnen werden, das Rekultivierungs-
material in Höhe von 4,5 Mio. m³ aufzutragen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 65 -
Abb. 20: Geplante Wiedernutzbarmachung der noch in Anspruch genommenen Flächen inner-
halb der KWR-Deponie Garzweiler (landwirtschaftliche Flächen: dunkel - und hellgelb;
forstliche Flächen: dunkel- und hellgrün) (Quelle: RWE, angepasst durch die Gutachter)
Gemäß den Angaben der Bergbautreibenden soll der Deponiestandort auch nach der
Beendigung der Stromerzeugung in den Braunkohlenkraftwerken beibehalten werden.
Es ist geplant, eine entsprechende Genehmigung für die zukünftige Nutzung des Stand-
orts als Erdaushubdeponie bei den zuständigen Behörden zu beantragen. Hierbei soll
bereits rekultiviert
© RWE Power AG
+103 m NHN
+89 m NHN
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 66 -
die geplante Deckelabdichtung aus Ton als Basisabdeckung der zukünftigen Erdaus-
hubdeponie dienen. In diesem Fall wird es nach Einschätzung der Gutachter noch meh-
rere Jahrzehnte dauern, bis mit der Wiedernutzbarmachung der geplanten landwirt-
schaftlichen Flächen begonnen werden kann.
Tab. 36: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommenen Flächen im Bereich der KWR-Deponie Garzweiler, Berechnungs-
basis: 01/2022 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung (Material und Flächenausweisung) Abweichung
Fläche / Nutzung Auftrag Lössanteil FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[m] [%] [ha] [ha] [ha] [%]
Landwirtschaft 158,7 158,6 0,05 0,03
- Ackerfläche 1) 2) 2,0 100,0 146,9 146,9 0,05 0,03
- Ackerfläche 3) 2,0 100,0 11,7 11,7 0,00 0,00
forstl. Rekultivierung 38,9 38,9 -0,02 -0,05
- Forst 2) 4,0 25,0 31,7 31,7 -0,02 -0,06
- Forst 3) 4,0 25,0 7,2 7,2 0,00 0,00
Gesamtergebnis 197,6 197,6 0,03 0,01
1) Mindestauftrag von 2 m Löss
2) Flächen für die geplante Wiedernutzbarmachung
3) bereits rekultiviert (FUMINCO-Auswertung auf Grundlage des RWE-Lageplans)
Tab. 36 stellt die Ergebnisse der Prüfung der RWE-Flächenausweisungen für die KWR-
Deponie Garzweiler dar. Die Ergebnisse der Prüfung weisen minimale Abweichungen
zwischen den Flächenausweisungen der Gutachter von denen der Bergbautreibenden
auf. Die Abweichung für die Ausweisung der Gesamtfläche der Wiedernutzbarmachung
beläuft sich auf 0,03 ha. Dies entspricht einer Abweichung i n Höhe von 0,01 %. Unter
Berücksichtigung der unterschiedlichen Softwares, die bei der RWE und den Gutachtern
zum Einsatz kommen, kann diese Abweichung aufgrund ihrer Größenordnung als uner-
heblich eingestuft und vernachlässigt werden.
6.4.6 Prüfung der Flächenbilanz: Tagebau und Deponie Ville
Die geplanten Rekultivierungsmaßnahmen im Bereich des ehemaligen Tagebaus Ville
bzw. der Deponie Ville umfassen zwei Positionen: zum einen die noch aufzuforstende
Fläche von 196,5 ha und zum anderen eine Lösslieferung an die Abfallentsorgungs- und
Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG) in Höhe von 0,4 Mio. m³. In einem Vertrag
zwischen der RWE und der AVG aus dem Jahr 2015 verpflichtet sich die RWE gegen-
über der AVG zu einer Lösslieferung in Höhe von 0,4 Mio. m³ für die Rekultivierung von
nicht genauer bezeichneten AVG-Deponiestandorten. Die Qualität des Lössmaterials
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 67 -
soll für die Wiedernutzbarmachung von landwirtschaftlichen Flächen ausreichen. Abb.
21 stellt die Flächen für die geplante forstliche Wiedernutzbarmachung dar.
Tab. 37: Prüfung der RWE -Flächenbilanz für die geplante Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommenen Flächen im Bereich des ehemaligen Tagebaus und der Deponie
Ville, Berechnungsbasis: 01/2022 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung (Material und Flächenausweisung) Abweichung
Fläche / Nutzung Auftrag Lössanteil FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[m] [%] [ha] [ha] [ha] [%]
forstl. Rekultivierung 196,5 196,5 0,0 0,0
- Forst (Deponie Ville) 2,0 33,0 106,1 106,0 0,1 0,0
- Forst (Ville/Berrenrath) 2,0 33,0 90,4 90,5 -0,1 0,0
Gesamtergebnis 196,5 196,5 0,0 0,0
Abb. 21: Geplante Wiedernutzbarmachung (forstliche Flächen) der noch in Anspruch genomme-
nen Flächen im Bereich des ehemaligen Tagebaus Ville (hellgrüne Flächen) und der
Deponie Ville (dunkelgrüne Flächen) (Quelle: RWE)
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 68 -
Tab. 37 (Seite 67) listet die Ergebnisse der Überprüfung der RWE -Flächenausweisun-
gen für die Wiedernutzbarmachung der in Anspruch genommenen Flächen im Bereich
des ehemaligen Tagebaus und der Deponie Ville auf. Die Flächenausweisungen der
RWE und der Gutachter sind trotz minimaler Abweichungen in Flächengrößen einzelner
Bereiche in der Gesamtsumme identisch.
6.4.7 Prüfung der Bedarfsseite der Lössbilanz
Im Rahmen der Überprüfung der Bedarfsseite der Lössbilanz wird anhand der Ergeb-
nisse der Flächenbilanzprüfung en aus den Kapiteln 6.4.2 bis 6.4.6 sowie mithilfe der
geplanten Rekultivierungsmaßnahmen ( Auftragsmächtigkeit in Kombination mit dem
entsprechenden Lössanteil) das notwendige Lössvolumen und die Lössqualität (land-
wirtschaftliche bzw. forstliche Rekultivierung) ermittelt und abschließend mit den RWE-
Angaben abgeglichen. Beim Einsatz von Forstkies bzw. Substrat bei der Rekultivierung
wird zudem das Abraumvolumen berechnet, das zur Herstellung des entsprechenden
Rekultivierungsmaterials notwendig ist.
Tab. 38: Ermittlung des notwenigen Löss - und Abraumvolumens für die geplante Wiedernutz-
barmachung der beanspruchten Flächen im Tagebau Garzweiler durch die Gutachter
(aktiver Tagebau, östliches Restloch); Betrachtungsbasis 01/2022 (Quelle: FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung Tagebau Garzweiler Forstkies und Substrat Gesamt-
volumen
Kategorie Fläche 1) Auftrag Lössanteil LW-Löss 2) FW-Löss 3) Abraum 4)
[ha] [m] [%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
Ackerland 5) 1.017,9 2,2 100,0 22,4 0,0 0,0 22,4
Ackerland 6) 125,3 1,0 100,0 1,3 0,0 0,0 1,3
Forst 7) 124,9 3,5 33,0 0,0 1,4 2,9 4,4
Forst 8) 160,8 4,0 25,0 0,0 1,6 4,8 6,4
Wellenschlagzone 9) 107,4 2,0 20,0 0,0 0,4 1,7 2,1
naturnahe Gestalt. 7) 55,3 3,5 33,0 0,0 0,6 1,3 1,9
Böschungssystem 9) 297,8 2,0 20,0 0,0 1,2 4,8 6,0
Gesamtergebnis 1.889,4 23,6 5,3 15,5 44,5
1) Basis: Tab. 33 (Seite 59), Flächenausweisung FUMINCO
2) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
3) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
4) notwendiger Abraum zur Herstellung des Forstkieses bzw. Substrats
5) Mindestauftrag 2,0 m + 10 % Sicherheitszuschlag = 2,2 m Löss
6) reduzierter Lössauftrag von 1 m
7) Auftrag von Forstkies
8) Auftrag von Forstkies (geneigte Bereiche)
9) Auftrag von Substrat, Position Zwischennutzung in Tab. 21 (Seite 44)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 69 -
Tab. 38 (Seite 68) zeigt die für die geplante Wiedernutzbarmachung von Flächen im
Bereich des Tagebaus Garzweiler notwendigen Löss- und Abraumvolumina auf Basis
der Auswertung der Gutachter . Grundlage sind die in Tab. 33 (Seite 59) überprüften
Flächen. Von der in Tab. 33 ausgewiesenen Gesamtfläche von 4.353,3 ha müssen die
Restseefläche (2.257,6 ha) und die sonstigen Flächen (206,4 ha) abgezogen werden,
da für diese Flächen keine Rekultivierungsmaterial erforderlich und somit auch nicht ein-
geplant ist. Die Volumina in Tab. 38 sind in drei Rekultivierungsmaterialien eingeteilt:
Volumina für Löss, die für die Wiedernutzbarmachung landwirtschaftlicher Flächen ge-
eignet sind (LW-Löss), Volumina für Löss, die für die Rekultivierung von forstlichen Flä-
chen benutzt werden können (FW -Löss) und Abraum. Forstkies und Substrat werden
grundsätzlich als Mischungen aus FW-Löss und Abraum in unterschiedlichsten Verhält-
nissen hergestellt.
Die Positionen der Angebotsseite (Tab. 12, Seite 32 und Tab. 14, Seite 34) „landwirt-
schaftl.“ und „mäßig geeignet“ sowie der Inhalt der beiden Lössdepots sind dem LW-
Löss zuzuordnen, während mit dem Begriff FW-Löss die Volumina unter der Kategorie
„forstlich“ umfasst werden. Im Rahmen der Planungen für die Wiedernutzbarmachung
von Ackerflächen verwendet die RWE einen Sicherheitsfaktor in Höhe von zehn Prozent.
Um einen Mindestauftrag von 2,0 m Löss auf Ackerflächen zu gewährleisten, wird inner-
halb der RWE-Lössbilanzen (Bedarfsseite) für diese Flächen somit ein Auftrag von 2,2 m
eingeplant.
Tab. 39: Vergleich der Lössausweisungen für die geplante Wiedernutzbarmachung von Flächen
im Bereich des Tagebaus Garzweiler ( aktiver Tagebau, östliches Restloch ) (Quelle:
RWE/FUMINCO)
Lössausweisung für den Tagebau Garzweiler Abweichung
Lössart FUMINCO 1) RWE 2) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
LW-Löss 3) 23,6 23,7 -0,05 -0,23
FW-Löss 4) 5,3 5,3 0,01 0,21
Gesamtergebnis 29,0 29,0 -0,04 -0,15
1) Basis: Tab. 38 (Seite 68)
2) Basis: Tab. 21 (Seite 44)
3) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
4) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
Für die geplante Wiedernutzbarmachung der in Anspruch genommenen Flächen im Be-
reich des Tagebaus Garzweiler (aktiver Tagebau, östliches Restloch) müssen insgesamt
29,0 Mio. m³ Löss eingesetzt werden. Für die Herstellung von Forstkies und Substrat
werden zusätzlich 15,5 Mio. m³ Abraum ( Tab. 38, Seite 68) als Beimischung benötigt.
Der Vergleich zwischen den Volumenausweisungen der Gutachter und denen der RWE
in Tab. 39 weist eine Abweichung des Gesamtvolumens des berechneten Lössbedarfs
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 70 -
für die Rekultivierung innerhalb des Tagebaus Garzweiler von insgesamt -0,04 Mio. m³
auf. Dies entspricht einer Abweichung von -0,15 %.
Im Rahmen der Beschreibung des Änderungsvorhabens Tagebau Hambach („Änderung
des Braunkohlenplans Teilplan 12/1 Tagebau Hambach aus Anlass der Leitentschei-
dung der Landesregierung NRW vom 23.03.2021“ , Stand: 30.06.2021) werden für die
Wiedernutzbarmachung zur Deckung des Defizits „ca. 50 Mio. m³ Löss / Substrat / Forst-
kies aus dem Tagebau Garzweiler benötigt“ (RWE 2021). Dieses Volumen wird nachfol-
gend anhand der Flächenanalyse für die geplante Wiedernutzbarmachung des Tage-
baus Hambach (Tab. 34, Seite 62) und der entsprechenden Rekultivierungsparameter
überprüft. Insgesamt müssen gemäß der Auswertung der Gutachter 5,1 Mio. m³ Löss für
die landwirtschaftliche Rekultivierung sowie 11,9 Mio. m³ Löss bzw. 28,6 Mio. m³ Ab-
raum in Form von Forstkies und Substrat zum Tagebau Hambach transportiert werden.
Die Herleitung der einzelnen Volumina kann Tab. 40 entnommen werden.
Tab. 40: Ermittlung des notwenigen Löss - und Abraumvolumens für die geplante Wiedernutz-
barmachung der beanspruchten Flächen im Tagebau Hambach ; Betrachtungsbasis
01/2022 (Quelle: FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung Tagebau Hambach Forstkies und Substrat Gesamt-
volumen Kategorie Fläche 1) Auftrag Lössanteil LW-Löss 2) FW-Löss 3) Abraum 4)
[ha] [m] [%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
Ackerland 231,5 2,2 100,0 5,1 0,0 0,0 5,1
Forst 5) 525,5 3,5 33,0 0,0 6,1 12,3 18,4
Forst 6) 466,0 3,5 33,0 0,0 5,4 10,9 16,3
Substrat 7) 549,4 2,0 20,0 0,0 2,2 8,8 11,0
Eigenanteil 8) 3,5 33,0 0,0 -1,7 -3,5 -5,2
Gesamtergebnis 1.772,2 5,1 11,9 28,6 45,6
1) Basis: Tab. 34 (Seite 62)
2) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
3) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
4) notwendiger Abraum zur Herstellung von Forstkies bzw. Rekultivierungssubstrat
5) im Bereich der überhöhten Innenkippe (Norden)
6) im Bereich der Böschung des Tagebaus Hambach oberhalb von +67 m NHN
7) im Bereich der Böschung des Tagebaus Hambach unterhalb von +67 m NHN
8) Forstkiesförderung im Bereich der Manheimer Bucht
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 71 -
Gemäß den Auswertungen der Gutachter in Tab. 40 (Seite 70) müssen insgesamt
45,6 Mio. m³ Rekultivierungsmaterial vom Tagebau Garzweiler zum Tagebau Hambach
transportiert werden, um alle Verpflichtungen der RWE zur Wiedernutzbarmachung in-
nerhalb der Betriebsgrenzen des Tagebaus Hambach erfüllen zu können. Beim Ver-
gleich zwischen den entsprechenden Lössausweisungen der RWE und denen der Gut-
achter ergeben sich Abweichungen unter einem Prozent (Tab. 41).
Tab. 41: Vergleich der Lössausweisungen für die geplante Wiedernutzbarmachung von Flächen
im Bereich des Tagebaus Hambach (Quelle: RWE/FUMINCO)
Lössausweisung für den Tagebau Hambach Abweichung
Lössart FUMINCO 1) RWE 2) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
LW-Löss 3) 5,1 5,1 -0,01 -0,16
FW-Löss 4) 11,9 12,0 -0,05 -0,43
Gesamtergebnis 17,0 17,1 -0,06 -0,35
1) Basis: Tab. 40 (Seite 70)
2) Basis: Tab. 21 (Seite 44)
3) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
4) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
Bei der Überprüfung des Gesamtvolumens aller notwendigen Materialtransporte vom
Tagebau Garzweiler zum Tagebau Hambach tritt eine Abweichung zwischen den Aus-
wertungen der Bergbautreibenden und denen der Gutachter in Höhe von -4,4 Mio. m³
(FUMINCO: 45,6 Mio. m³, RWE: 50 Mio. m³) auf. Dies entspricht einer Abweichung von
8,7 % (Basis: 50 Mio. m³).
Für die anderen externen RWE-Standorte (ohne den Tagebau Hambach) und die durch
RWE als externen Standort geführte KWR-Deponie Garzweiler, für die Verpflichtungen
zur Wiedernutzbarmachung von Flächen bestehen, werden insgesamt 10,0 Mio. m³
Löss benötigt (Tab. 42, Seite 72).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 72 -
Tab. 42: Vergleich der Lössausweisungen für die geplante Wiedernutzbarmachung von Flächen
im Bereich der externen RWE -Standorte Tagebau Fortuna Garsdorf, KWR -Deponie
Garzweiler, Tagebau und Deponie Ville (Quelle: RWE/FUMINCO)
Lössausweisung externe RWE-Standorte Abweichung
Lössart FUMINCO 1) RWE 2) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
LW-Löss 3) 8,2 8,2 0,00 0,05
FW-Löss 4) 1,8 1,8 0,03 1,88
Gesamtergebnis 10,0 10,0 0,04 0,38
1) Basis: Tab. 43 (Seite 73)
2) Basis: Tab. 23 (Seite 45)
3) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
4) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
Dieses Volumen setzt sich aus 8,2 Mio. m³ Löss für die Rekultivierung von landwirt-
schaftlichen Flächen sowie 1,8 Mio. m³ Löss für die Wiederaufforstung zusammen.
Die Abweichungen zwischen den einzelnen Lössausweisungen der RWE und denen der
Gutachter liegen unter zwei Prozent. Das berechnete Gesamtvolumen unterscheidet
sich innerhalb dieser Lössausweisungen um 0,04 Mio. m³. Dies entspricht einer Abwei-
chung in Höhe von 0,38 %. Tab. 43 (Seite 73) listet das notwendige Löss- und Abraum-
volumen für die geplante Wiedernutzbarmachung der in Anspruch genommenen Flä-
chen auf. Untergliedert ist diese Auflistung in die notwendigen Volumina für die externen
RWE-Standorte Tagebau Fortuna-Garsdorf, KWR-Deponie Garzweiler sowie Tagebau
und Deponie Ville inklusive dem AVG-Anteil.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 73 -
Tab. 43: Ermittlung des notwenigen Löss - und Abraumvolumens für die geplante Wiedernutz-
barmachung der externen RWE -Standorte Tagebau Fortuna Garsdorf, KWR -Deponie
Garzweiler, Tagebau und Deponie Ville inklusive AVG -Anteil; Betrachtungsbasis
01/2022 (Quelle: FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung externe RWE-Standorte Forstkies Gesamt-
volumen Kategorie Fläche 1) Auftrag Lössanteil LW-Löss 2) FW-Löss 3) Abraum 4)
[ha]) [m] [%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife und Bunker) inklusive KWR-Deponie
- Ackerfläche 5) 207,8 2,2 100,0 4,6 0,0 0,0 4,6
- Forst 22,1 4,0 25,0 0,0 0,2 0,7 0,9
Kraftwerksreststoffdeponie (KWR-Deponie) Garzweiler
- Ackerfläche 146,9 2,2 100,0 3,2 0,0 0,0 3,2
- Forst 31,7 4,0 25,0 0,0 0,3 1,0 1,3
Tagebau und Deponie Ville inklusive AVG-Anteil
- AVG 6) 0,4 0,0 0,0 0,4
- Forst 196,5 2,0 33,0 0,0 1,3 2,6 3,9
Gesamtergebnis 605,0 8,2 1,8 4,2 14,3
1) Basis: Tab. 35 (Seite 64), Tab. 36 (Seite 66), Tab. 37 (Seite 67)
2) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
3) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
4) notwendiger Abraum zur Herstellung von Forstkiese bzw. Rekultivierungssubstrat
5) Mindestauftrag 2,0 m + 10 % Sicherheitszuschlag = 2,2 m Löss
6) vertragliche Verpflichtung zur Lieferung von Löss zur Rekultivierung von AVG-Deponiestandorten
Insgesamt werden nach RWE-Angaben zur Erfüllung aller noch offenen Verpflichtungen
zur Wiedernutzbarmachung von in Anspruch genommenen Flächen 37,0 Mio. m³ Löss,
der für die Rekultivierung von landwirtschaftlichen Flächen verwendet werden kann (LW-
Löss) und 19,1 Mio. m³ Lö ss für die Wiederaufforstung (FW -Löss) benötigt (Tab. 24,
Seite 46). Das notwendige Lössgesamtvolumen auf der Bedarfsseite der RWE-Massen-
bilanz beträgt somit 56,1 Mio. m³.
Der größte Einzelempfänger von Material für die Wiedernutzbarmachung ist der Tage-
bau Hambach mit 5,1 Mio. m³ LW-Löss (FUMINCO: 5,1 Mio. m³) und 12,0 Mio. m³ FW-
Löss (FUMINCO: 11,9 Mio. m³), der in Form von Forstkies und Substrat vom Tagebau
Garzweiler geliefert werden soll. Für die Herstellung des Forstkieses bzw. Substrats wird
zudem 32,9 Mio. m³ (FUMINCO: 28,6 Mio. m³) Abraum benötigt. Somit summieren sich
die Materialtransporte aus dem Tagebau Garzweiler zum Tagebau Hambach nach
RWE-Angaben auf 50,0 Mio. m³ (FUMINCO: 45,6 Mio. m³).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 74 -
Tab. 44: Vergleich der Volumenauswertungen der RWE mit den Ergebnissen der Gutachter für
die Bedarfsseite der Lössbilanz (Quelle: RWE/FUMINCO)
Materialbedarf LW-Löss 1) FW-Löss 2)
für die Wiedernutzbarmachung FUMINCO RWE Abw. 3) FUMINCO RWE Abw. 3)
von RWE-Standorten [Mio. m³] [Mio. m³] [%] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Tagebau Garzweiler 4) 23,6 23,7 -0,23 5,3 5,3 0,21
Tagebau Hambach 5) 5,1 5,1 -0,16 11,9 12,0 -0,43
externe RWE-Standorte 6) 7) 8,2 8,2 0,05 1,8 1,8 1,88
Gesamtergebnis 36,9 37,0 -0,16 19,1 19,1 -0,03
1) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
2) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
3) Abweichung FUMINCO-RWE
4) Basis: Tab. 39 (Seite 69)
5) Basis: Tab. 41 (Seite 71)
6) Tagebau Fortuna-Garsdorf, KWR-Deponien Fortuna und Garzweiler, Tagebau und Deponie Ville inkl. AVG-Anteil
7) Basis: Tab. 42 (Seite 72)
Tab. 44 fasst die Ergebnisse der Berechnungen und Auswertungen des vorliegenden
Fachgutachtens in Zusammenhang mit der Bedarfsseite der Lössbilanz zusammen. Die
Volumenausweisungen der Lösslieferungen erfolgen gegliedert nach RWE -Standorten
Tagebau Garzweiler, Tagebau Hambach und den weiteren externen Standorten (Tage-
bau Fortuna -Garsdorf (Rather Schleife und Bunker), KWR -Deponien Garzweiler und
Fortuna und Tagebau und Deponie Ville inklusive des AVG-Anteils).
Die Prüfung des notwendigen Gesamtvolumens an LW -Löss und FW -Löss weist eine
Abweichung zwischen den Berechnungen der Bergbautreibenden und denen der Gut-
achter von -0,16 % für LW-Löss bzw. -0,03 % für FW-Löss auf. Diese Auswertung bein-
haltet nicht die im Rahmen des Hauptbetriebsplans für den Tagebau Garzweiler ( HBP
2023 - 2025) erteilte Genehmigung der Rheinischen Baustoffwerke GmbH (RBS), jähr-
lich 0,2 Mio. m³ Löss und Forstkies an Dritte zu liefern.
6.5 Bewertung der Flächenbilanz und des Massenbedarfs
6.5.1 Bewertung der Flächenbilanz
Die RWE -Flächenausweisungen für die geplante Wiedernutzbarmachung der in An-
spruch genommenen Flächen auf den Betriebsgeländen der zurzeit noch aktiven Tage-
baue Garzweiler und Hambach, des Tagebaus Fortuna -Garsdorf (Rather Schleife,
KWR-Deponie Fortuna), der KWR-Deponien Garzweiler und Fortuna sowie des Tage-
baus und Deponie Ville sind nachvollziehbar und plausibel bzw. fachlich korrekt durch-
geführt worden. Die Flächen lassen sich in drei Flächenkategorien unterteilen:
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 75 -
• Flächen, die für die dauerhafte Nachnutzung an der Tagesoberfläche rekultiviert wer-
den (Tab. 45), wie z. B. Acker- und Forstflächen
• Flächen, deren Nutzung nur auf Zeit angelegt ist, wie z. B. Böschungssicherung un-
terhalb der zukünftigen Niveaus der Tagebaurestseen
• Flächen, für die kein Rekultivierungsmaterial benötigt wird (Tagebaurestseen, Stra-
ßen) bzw. Flächen, für die kein Rekultivierungsmaterial vorhanden ist (Verbindungs-
anlagen im Tagebau Garzweiler)
Tab. 45: Zusammenfassung der Flächen, die durch Material aus dem Tagebau Garzweiler II an
der Tagesoberfläche rekultiviert werden sollen, Auswertung Gutachter, Berechnungs-
basis: 01/2022 (Quelle: FUMINCO)
Wiedernutzbarmachung
Flächenausweisung Fläche
Tagebau Garzweiler 1) und externe RWE-Standorte 2) [ha]
Landwirtschaft 1.729,3
- Ackerfläche 1.604,1
- Ackerfläche mit reduziertem Lössauftrag von 1 m 125,3
Forstwirtschaft und forstliche Rekultivierung 3) 1.634,8
naturnahe Gestaltung (z. B. Elsbach) 55,3
Gesamtfläche 3.419,5
1) Tagebau Garzweiler II und östliches Restloch
2) Tagebau Hambach, Tagebau Fortuna-Garsdorf, KWR-Deponien Fortuna und Garzweiler, Tagebau und Deponie
Ville
3) inklusive geplante Uferzonen (Wellenschlagzonen)
geplante Seewasserspiegel: Tagebau Garzweiler: +65m NHN und Tagebau Hambach: +67m NHN
Die Wiedernutzbarmachung der landwirtschaftlichen und forstlichen Flächen der KWR-
Deponie Garzweiler in einer Gesamtgröße von 197,6 ha (Tab. 36, Seite 66) kann erst
abgeschlossen werden, wenn das Volumen oberhalb +61 m NHN von 43,2 Mio. m³ ver-
füllt wurde (Tab. 32, Seite 57). Erst nach der Verfüllung können die noch offenen Rekul-
tivierungsmaßnahmen auf den zurzeit in Anspruch genommenen Flächen von 178,6 ha
(146,9 ha + 31,7 ha) durchgeführt werden. Nach Einschätzung der Gutachter kann es
noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis mit der geplanten Wiedernutzbarmachung der
landwirtschaftlichen Flächen im Bereich der KWR -Deponie Garzweiler begonnen wer-
den kann (Kapitel 6.4.5).
Die Folgenutzung der sogenannten Verbindungsanlagen (sonstige Flächen , RWE:
200 ha, FUMINCO 199,4 ha) sollte aufgrund der geplanten Wiedernutzbarmachung
ohne den Einsatz von Lössmaterial von den Behörden kritisch begleitet werden. Zwar
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 76 -
konnte im Rahmen der Befahrung des Tagebaus Garzweiler im November 2022 durch
die Gutachter beobachtet werden, dass dieser Bereich auch ohne einen entsprechenden
Lössauftrag bereits von vielen Pionierpflanzen und -hölzern besiedelt wurde, aber die
Möglichkeiten für eine Folgenutzung dieser Flächen sind dennoch sehr eingeschränkt.
Eine nachträgliche Änderung der Nutzungsart ist nur unter bestimmten, sehr limitieren-
den Bedingungen möglich.
6.5.2 Bewertung des Abraumbedarfs im Tagebau Garzweiler
Die Berechnung bzw. Ausweisung des notwendigen Abraumbedarfs für das Ausstiegs-
szenario 2030 durch die Bergbautreibende ist nachvollziehbar, plausibel und fachlich
korrekt durchgeführt worden. Der RWE -Planungsparameter „Kippenauflockerung“ in
Höhe von drei Prozent zur Definition der verbleibenden Materialauflockerung beim Ein-
bau in die Innenkippe bzw. bei der Verfüllung des östlichen Restloch s ist auf Basis der
Erfahrungen der Gutachter ebenfalls nachvollziehbar und plausibel.
Die Volumenausweisungen für die Auffüllung der leeren Lössdepots im östlichen Rest-
loch sowie die Abschätzung für die Sicherungsmaßnahmen der geschnittenen Böschun-
gen sind nachvollziehbar und plausibel bzw. fachlich korrekt durchgeführt worden. Die
Verwendung des in Kapitel 5.3.1 beschriebenen bilanztechnischen Ausgleichspostens
für die Planung des zukünftigen Einbaus von Rekultivierungsmaterial in die geschnitte-
nen Böschungen ist nachvollziehbar. Dessen Einsatz ist üblich in dem Planungsstadium,
in dem sich die Planungen der RWE zurzeit befinden.
Für die Herstellung des geplanten Tagebauendstands 2030 wird gemäß den RWE-Pla-
nungen insgesamt ein Abraumvolumen in Höhe von 851,0 Mio. m³ benötigt (FUMINCO:
854,9 Mio. m³). Die Abweichung zwischen den Berechnungen der Bergbautreibenden
und denen der Gutachter für das Gesamtvolumen des notwenigen Abraums beläuft sich
auf 3,9 Mio. m³. Dies entspricht einer Abweichung von 0,5 % (Tab. 46, Seite 77).
Die größere Abweichung bei der Volumenausweisung für die beiden Lössdepots in Höhe
von 11,27 % (Tab. 27, Seite 49) basiert wahrscheinlich darauf, dass der Stand der 3-D-
Daten, den die Gutachter verwendet haben, aktueller ist als derjenige Datensatz, auf
dem die RWE-Planungen für die Lössdepots basieren.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Tab. 46: Abraumbedarf des Tagebaus Garzweiler (aktiver Tagebau und östliches Restloch) in-
nerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Abraumposition Abraum Abweichung
Tagebau Garzweiler FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Innenkippe 1)
810,5 809,0 1,5 0,2 östliches Restloch 1)
Lössdepots im östl. Restloch 1)
Geotechnik/Standsicherheit 2) 37,1 35,0 2,1 5,5
bilanztechnischer Ausgleichsposten 3) 7,3 7,0 0,3 3,9
Gesamtergebnis 854,9 851,0 3,9 0,5
1) FUMINCO und RWE:
Basis: Volumen (Tab. 25 bis Tab. 27, Seite 47 bis 49) abzgl. Gesamtvolumen Löss (Tab. 39, Seite 69)
2) FUMINCO:
Basis: Tab. 28 (Seite 51)
2) RWE:
Basis: Tab. 16 (Seite 40)
3) FUMINCO:
Basis: Tab. 9 (Seite 28)
RWE:
Basis: Tab. 16 (Seite 40)
Für die Abschätzung der notwendigen Volumina für die Sicherung der geschnittenen
Böschungen wird das im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens entwickelte geolo-
gische 3-D-Modell und die Planungsparameter, die in Kapitel 6.3.4 beschrieben werden,
verwendet. Somit sind die geologischen Grundlagen und das grundsätzliche Vorgehen
für diese Volumenabschätzung identisch mit denen der RWE. Die konkrete Umsetzung
der Böschungsanalyse und die eingesetzten informationstechnischen Werkze uge sind
bei der Abschätzung durch die RWE und durch die Gutachter jedoch unterschiedlich.
6.5.3 Bewertung des Abraumbedarfs der externen Standorte
Obwohl die Betriebsgelände der KWR-Deponie Garzweiler und der Rheinischen Bau-
stoffwerke GmbH innerhalb der Genehmigungsgrenzen des Tagebau s Garzweiler lie-
gen, werden diese durch die RWE als externe Standorte geführt. Um die Vergleichbar-
keit zu Daten und Veröffentlichungen der RWE zu gewährleisten , wird diese Aufteilung
im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens beibehalten . Der Abraumbedarf der ex-
ternen Standorte Tagebau Hambach sowie Tagebau und Deponie Ville resultiert aus-
schließlich aus den Lieferungen von Forstkies bzw. Substrat, die Abraum in unterschied-
lichen Mengenverhältnissen beinhalten. Eine Lieferung von reinem Abraum ist für diese
Standorte nicht geplant. Die Massentransporte zu den externen RWE-Standorten Tage-
bau Fortuna-Garsdorf und KWR-Deponie Garzweiler bestehen zum Teil aus Lieferungen
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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von Material zur Wiedernutzbarmachung der in Anspruch genommenen Flächen in Form
von Löss und Forstkies (mit Abraum als Bestandteil). Zudem werden zum Erreichen der
geplanten neuen Tagesoberfläche zusätzliche Abraummassen benötigt. Im Rahmen der
Rekultivierung des Tagebaus Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife, Bunker und KWR-De-
ponie Fortuna) müssen nach RWE-Angaben 37,7 Mio. m³ Abraum transportiert werden.
Zur Auffüllung der KWR-Deponie Garzweiler auf ein Niveau von +61 m NHN sind gemäß
RWE-Planung 3,36 Mio. m³ Abraum notwendig.
Tab. 47: Abraumbedarf der sogenannten externen RWE-Standorte innerhalb des Ausstiegssze-
narios 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Abraumposition Abraum Abweichung
externer Standort FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Tagebau Hambach 1) 28,6 32,9 -4,3 -15,1
Tagebau Fortuna-Garsdorf 2) 37,1 37,7 -0,6 -1,7
Rheinische Baustoffwerke GmbH 3) 20,8 20,0 0,8 3,8
KWR-Deponie Garzweiler 4) 4,3 4,4 -0,1 -2,1
Tagebau und Deponie Ville 5) 2,6 2,7 -0,1 -2,5
Gesamtergebnis 93,4 97,7 -4,3 -4,6
1) FUMINCO:
Basis: Tab. 40 (Seite 70): notwendiger Abraum zur Herstellung des Forstkieses bzw. Rekultivierungssubstrats
RWE:
Basis: Volumen (Tab. 17, Seite 41) abzgl. Gesamtvolumen Löss (Tab. 41, Seite 71)
2) FUMINCO:
Basis: Volumen (Tab. 29, Seite 52) abzgl. Gesamtvolumen Löss (Tab. 43, Seite 73)
RWE:
Basis: Abraum (Tab. 17, Seite 41: 37 Mio. m³ + 5,5 Mio. m³) abzgl. Gesamtvolumen Löss (Tab. 23, Seite 45)
3) FUMINCO
Basis: Gesamtvolumen Abraum inkl. Lehm (Tab. 30, Seite 54)
RWE
Basis: Volumen Abraum (Tab. 17, Seite 41)
4) FUMINCO
Basis: Volumen bis +61 m NHN (Tab. 32, Seite 57) abzgl. Volumen Asche (Tab. 31, Seite 55) und
zzgl. des notwendigen Abraums zur Herstellung des Forstkieses bzw. Rekultivierungssubstrats (Tab. 43, Seite 73)
RWE:
Basis: Abraum (Tab. 17, Seite 41) abzgl. Gesamtvolumen Löss (Tab. 23, Seite 45)
5) FUMINCO
Basis: Tab. 43 (Seite 73): notwendiger Abraum zur Herstellung des Forstkieses
RWE
Basis: Volumen Abraum (Tab. 17, Seite 41) abzgl. Gesamtvolumen Löss (Tab. 23, Seite 45)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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In Tab. 47 (Seite 78) ist der Massenbedarf der externen RWE-Standorte, der durch den
Tagebau Garzweiler II im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 gedeckt werden muss,
aufgelistet. Insgesamt umfasst dieser Bedarf nach Berechnungen der Bergbautreiben-
den 97,7 Mio. m³ (FUMINCO: 93,4 Mio. m³). Die Abweichung zwischen den Berechnun-
gen der Bergbautreibenden und denen der Gutachter für das Gesamtvolumen des not-
wenigen Abraums beläuft sich auf -4,3 Mio. m³. Dies entspricht einer Abweichung in
Höhe von -4,6 %.
Die Berechnung bzw. Ausweisung des notwendigen Abraumbedarfs für die externen
RWE-Standorte innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 durch die Bergbautreibende
sind grundsätzlich nachvollziehbar, plausibel und mit Ausnahme einer Position fachlich
korrekt durchgeführt worden. Im Rahmen der Bilanzierung der Eigenleistung des Tage-
baus Hambach im Zusammenhang mit der Gewinnung von Forstkies in der Manheimer
Bucht wird der Abraumanteil der Forstkiesförderung in Höhe von 3,5 Mio. m³ durch die
RWE nicht beachtet.
Im Rahmen der Rekultivierungsplanungen der KWR-Deponien Fortuna und Garzweiler
wird die Einlagerung der Asche aus den Kraftwerken mit einem Gesamtvolumen in Höhe
von 20,34 Mio. m³ (Tab. 31, Seite 55) berücksichtigt. Innerhalb dieser Planungen wird
durch die RWE ein durchschnittlicher Aschegehalt von 6,0 % und eine Schüttdichte der
Asche von 1,0 t/m³ angenommen. Gemäß einem Statistikfaltblatt des Deutschen Braun-
kohlen-Industrie-Vereins e. V. (DEBRIV 2022) liegt der Aschegehalt der Braunkohlen im
Rheinischen Revier zwischen 2,5 % und 8,0 %. Die Bezirksregierung Arnsberg gibt 5 %
als prozentualen Anteil der „Asche“ als chemischen Bestandteil der Rohbraunkohle an
(BR Arnsberg 2023). Der RWE-Planungsparameter „Aschegehalt“ ist im Rahmen der
Ermittlung des notwendigen Deponievolumens nachvollziehbar und plausibel. Die
Schüttdichte in Höhe von 1,0 t/m³ ist auf Basis der Erfahrungen der Gutachter ebenfalls
nachvollziehbar und plausibel.
6.5.4 Bewertung des Gesamt-Abraumbedarfs
Insgesamt beläuft sich der Abraumbedarf innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 nach
Berechnungen der RWE auf 948,7 Mio. m³ (FUMINCO: 948,3 Mio. m³). Die Abweichung
zwischen den Berechnungen der Bergbautreibenden und denen der Gutachter für das
Gesamtvolumen des notwenigen Abraums beläuft sich auf -0,4 Mio. m³. Dies entspricht
einer Abweichung von 0, 05 % (Tab. 48, Seite 80). Die Berechnung bzw. Ausweisung
dieses notwendigen Gesamt-Abraumbedarfs für das Ausstiegsszenario 2030 durch die
Bergbautreibende wird aufgrund dieser Prüfergebnisse als nachvollziehbar, plausibel
und fachlich korrekt eingestuft.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Tab. 48: Gesamt-Abraumbedarf innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 (Quelle:
RWE/FUMINCO)
Abraumbedarf Abraum Abweichung
Position FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Tagebau Garzweiler 1) 854,9 851,0 3,9 0,5
externe RWE-Standorte 2) 93,4 97,7 -4,3 -4,6
Gesamtergebnis 948,3 948,7 -0,4 0,0
1) Basis: Tab. 46 (Seite 77)
2) Basis: Tab. 47 (Seite 78)
Im Rahmen der Abraumbilanz muss allerdings festgestellt werden, dass das notwendige
Verfüllungsvolumen für die Herstellung der Oberfläche des externen RWE -Standorts
KWR-Deponie Garzweiler, wie sie in Abb. 20 (Seite 65) abgebildet wird, nicht durch die
bis 2030 bzw. 2033 noch stattfindenden Aschelieferungen vollständig erreicht werden
kann. Die Umsetzung des zur Begutachtung vorgelegten Wiedernutzbarmachungskon-
zepts ist erst nach der Materialeinlagerung weiterer 43,2 Mio. m³ oberhalb von
+61 m NHN möglich (Tab. 32, Seite 57). Dies betrifft insgesamt 178,6 ha an landwirt-
schaftlicher und forstlicher Fläche (Tab. 36, Seite 66).
Gemäß den Angaben der Bergbautreibenden soll der Deponiestandort auch nach der
Beendigung der Stromerzeugung in den Braunkohlenkraftwerken beibehalten werden.
Es ist geplant, eine entsprechende Genehmigung für die zukünftige Nutzung des Stand-
orts als Erdaushubdeponie bei den zuständigen Behörde n zu beantragen. Hierbei soll
die geplante Deckelabdichtung aus Ton als Basisabdeckung der zukünftigen Erdaus-
hubdeponie dienen. In diesem Fall wird es nach Einschätzung der Gutachter noch meh-
rere Jahrzehnte dauern, bi s mit der Wiedernutzbarmachung der geplanten landwirt-
schaftlichen Flächen begonnen werden kann.
Das für die Wiedernutzbarmachung (geplant: landwirtschaftliche Flächen) der durch die
KWR-Deponie Garzweiler in Anspruch genommenen Flächen notwendige Lössmaterial
müsste nach RWE -Angaben zwischengelagert werden. Eine Möglichkeit für die Lage-
rung dieses Materials mit einem Volumen in Höhe von 3,2 Mio. m³ (Tab. 43, Seite 73)
wäre das Lössdepot Süd im östlichen Restloch.
6.5.5 Bewertung des Lössbedarfs
Insgesamt werden für die Erfüllung aller Verpflichtungen zur Wiedernutzbarmachung der
in Anspruch genommenen Flächen nach den RWE -Berechnungen 37,0 Mio. m³ Löss
(FUMINCO: 36,9 Mio. m³), der für die landwirtschaftliche Rekultivierung geeignet ist, und
19,1 Mio. m³ Löss (FUMINCO: 19,1 Mio. m³), der für die Wiederaufforstung verwendet
wird, benötigt (Tab. 44, Seite 74).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Die Abweichung zwischen den Berechnungen der Bergbautreibenden und denen der
Gutachter für das Gesamtvolumen des notwenigen Lössmaterials beläuft sich auf -0,2 %
für den Löss für die landwirtschaftliche Rekultivierung und auf -0,03 % für den Löss für
die forstliche Rekultivierung. Die Berechnung en und die Ausweisung der entsprechen-
den Volumina des Lössbedarfs für das Ausstiegsszenario 2030 durch die Bergbautrei-
bende werden aufgrund dieser Prüfergebnisse als nachvollziehbar, plausibel und fach-
lich korrekt eingestuft. Aus der Sicht der Gutachter ist das im Hauptbetriebsplan für den
Tagebau Garzweiler einschließlich revierweitem Bahnbetrieb und Bahninfrastruktur für
den Zeitraum vom 01.01.2023 bis 31.12.2025 (HBP 2023 - 2025) verbriefte Recht der
Rheinischen Baustoffwerke GmbH (RBS), bis zu 0,2 Mio. m³ Löss pro Jahr an Dritte ab-
geben zu dürfen, als kritisch zu bewerten. Ausgehend vom Referenzstand 01/2022 um-
fasst dieses Förder- und Abgaberecht hochgerechnet auf den verbleibenden Zeitraum
von 8 Jahren bis zum Jahr 2030 rund 1,6 Mio. m³ Löss.
6.5.6 Bewertung der Bedarfsseite 2030
Tab. 49 listet das Gesamtvolumen der Bedarfsseite sowie die Einzelpositionen Löss und
Abraum für den Tagebau Garzweiler und für die externen RWE -Standorte auf. Zusam-
mengefasst ergibt sich für das Ausstiegsszenario 2030 auf der Bedarfsseite der RWE -
Massenbilanz ein Volumen in Höhe von 1.004,8 Mio. m³ (FUMINCO: 1.004,3 Mio. m³).
Tab. 49: Bedarfsseite der Massenbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle:
RWE/FUMINCO)
Bedarfsseite Bedarf Abweichung
Position FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Tagebau Garzweiler 1) 883,5 880,0 3,8 0,4
- Löss 2) 3) 29,0 29,0 0,0 -0,1
- Abraum 4) 854,6 851,0 3,9 0,5
externe RWE-Standorte 5) 120,5 124,8 -4,3 -3,6
- Löss 6) 27,1 27,1 0,0 -0,1
- Abraum 7) 93,4 97,7 -4,3 -4,6
Gesamtergebnis 1.004,3 1.004,8 -0,5 -0,1
1) Tagebau Garzweiler II / östliches Restloch
2) ohne das Förder- und Abgaberecht der RBS in Höhe von 1,6 Mio. m³
3) Basis: Tab. 39 (Seite 69)
4) Basis: Tab. 46 (Seite 77)
5) Tagebau Hambach, Tagebau Fortuna-Garsdorf, KWR-Deponien Fortuna und Garzweiler, Tagebau und Deponie
Ville inkl. AVG-Anteil
6) Basis: Tab. 41 (Seite 71) + Tab. 42 (Seite 72)
7) Basis: Tab. 47 (Seite 78)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Die Abweichung zwischen den Berechnungen der Bergbautreibenden und denen der
Gutachter für die Bedarfsseite der Massenbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 beläuft
sich auf -0,5 Mio. m³ Abraum und Löss. Dies entspricht einer Abweichung in Höhe von
0,1 %. Die Berechnungen sowie die Ausweisung der Volumina innerhalb der gesamten
Bedarfsseite für das Ausstiegsszenario 2030 durch die Bergbautreibende werden auf-
grund dieser Prüfergebnisse als nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt einge-
stuft.
6.5.7 Bewertung der Bedarfsseite 2033
Im Vergleich zum Ausstiegsszenario 2030 wird im Rahmen des Ausstiegszenarios 2033
kein zusätzliches Lössmaterial gefördert . Allerdings müssen auch nicht mehr Flächen
rekultiviert werden als im Ausstiegsszenario 2030. Im Zeitraum zwischen 2030 bis 2033
werden im Tagebau Garzweiler II ausschließlich Braunkohlen (39,53 Mio. t) und Abraum
(85,03 Mio. m³) gefördert. Die zusätzlichen Abraummassen sollen nach Aussagen der
RWE in den unteren Abraumraumsohlen der Innenkippe unterhalb des zukünftigen See-
wasserspiegels eingelagert werden. Eine konkrete Planung für den Tagebauendstand
2033 liegt in dem aktuellen Stadium, in dem sich die RWE -Planungen befinden, noch
nicht vor (Stand: 08/2023). Zusätzliche Flächen an der Tagesoberfläche können auf-
grund des fehlenden zusätzlichen Lössmaterials nicht rekultiviert werden. Die Angaben
der Bergbautreibenden in Zusammenhang mit der Bedarfsseite für das Ausstiegsszena-
rio 2033 sind nachvollziehbar und plausibel.
Im Verlauf des Reservebetriebs fallen zwischen 2030 und 2033 zusätzlich 2,38 Mio. m³
Asche an. Innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 sollen 3,36 Mio. m³ Abraum zur KWR-
Deponie Garzweiler für Auffüllung bis zu einem Niveau von +61 m NHN (Grundwasser-
spiegel) geliefert werden. Dieses Abraumvolumen wird im Aufstiegsszenario 2033 teil-
weise durch die zusätzlich anfallende Asche ersetzt.
6.6 Nachtrag KWR-Deponie Fortuna
Im Rahmen von Maßnahmen zur Qualitätssicherung am Ende der Bearbeitungszeit (Au-
gust 2023) wurde festgestellt, dass im Zusammenhang mit der Prüfung und Bewertung
der KWR-Deponie Fortuna bei der Datenübergabe im Oktober 2022 die Dateibezeich-
nung des Stands 01/2022 für die KWR-Deponie nicht korrekt war. In der Datei war zwar
der Stand 01/2022 des Tagebaus Fortuna-Garsdorf mit den Bereichen Rather Schleife
und Bunker gespeichert , die KWR -Deponie Fortuna wurde allerdings im Endzustand
2030 und nicht zum Stand 01/2022 dargestellt . Das führte bei der Bearbeitung dieses
externen Standorts zwangsweise zu einer Fehlinterpretation der Datengrundlage. Im Be-
reich der KWR-Deponie Fortuna konnte mit den übergebenen Daten kein Deponievolu-
men berechnet werden, obwohl nach Angaben der Bergbautreibenden in dieser KWR -
Deponie noch 5,7 Mio. m³ Asche eingelag ert und anschließend Abdichtungs -, Verfül-
lungs- und Rekultivierungsmaterial aufgetragen werden soll. Das Fehlen des Volumens
im Bereich der KWR-Deponie ist in Abb. 15 (Seite 53, rechts) ersichtlich: im Bereich der
KWR-Deponie Fortuna konnte innerhalb des lokalen 3 -D-Modells aufgrund der fehlen-
den Daten zwischen dem Ausgangsstand 01/2022 und dem Planungsstand 2030 kein
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Volumen ermittelt werden. Deshalb wurden die entsprechenden 3-D-Daten nachträglich
Mitte August 2023 angefordert und umgehend von der RWE an die Gutachter überge-
ben. Die Auswertung des neuen Ausgangsstands 01/2022 weist eine Volumendifferenz
in Höhe von 10,4 Mio. m³ im Vergleich zu den vorhandenen Volumenberechnungen der
Gutachter auf.
Wahrscheinlich beinhaltet die ermittelte Volumendifferenz nicht nur das zuvor genannte
Rest-Depotvolumen in Höhe von 5,7 Mio. m³ und das Volumen für das Rekultivierungs-
material, sondern auch noch die entsprechenden Volumina für die seitlichen Abdich-
tungsdämme zum ehemaligen Tagebau sowie Volumina für die zukünftigen Abdich-
tungs- und Überdeckungsmassen (z. B. Deckelabdichtung aus Ton, Drainageschicht
aus Kies und Ausgleichsschicht aus Sand).
Tab. 50: Ermittlung der Volumenkorrektur für die KWR-Deponie Fortuna (Quelle: FUMINCO)
Verfüllung bis zur geplanten Tagesoberfläche Volumen
Tagebau Fortuna-Garsdorf inklusive KWR-Deponie Fortuna [Mio. m³]
Gesamtbedarf (externer Standort) aus dem lokalen 3-D-Model 1) -51,88
Abraumlieferung (Tagebau Fortuna-Garsdorf) 2) 37,00
Abraumanteil Rekultivierungsmaterial 3) 0,70
Lössanteil Rekultivierungsmaterial 4) 4,80
Einlagerung von Asche 5) 5,70
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 6) -3,68
1) Volumenberechnung mit dem neuen 3-D-Datensatz (neuer Ausgangsstand 01/2022) (Quelle: RWE/FUMINCO)
2) Basis: Tab. 17 (Seite 41) (Quelle: RWE)
3) Basis: Tab. 43 (Seite 73) (Quelle: RWE)
4) Basis: Tab. 43 (Seite 73) (Quelle: RWE)
5) Basis: Tab. 31 (Seite 55) (Quelle RWE)
6) Korrekturwert für die Bedarfsseite der Abraumbilanz
Auf Grundlage des zuvor beschriebenen neuen Ausgangsstands (Berechnungsbasis) ist
der Bedarf für diesen externen Standort einer erneuten Prüfung unterzogen worden. Um
dabei mögliche Fehlerquellen auszuschließen, die bei einer Teilbilanzierung eines
Standorts in Zusammenhang mit der dafür notwendigen Festlegung von Bilanzierungs-
grenzen entstehen können, ist für die erneute Prüfung der gesamte Bereich des Tage-
baus Fortuna-Garsdorf inklusive der KWR-Deponie Fortuna als Prüfgrundlage festgelegt
worden. Bei der in Tab. 50 aufgeführten Unterdeckung handelt es sich um Abraumvolu-
men, das zusätzlich zu diesem externen RWE-Standort transportiert werden muss. Auf-
grund dieses Ergebnisses muss die Bedarfsseite der Abraumbilanz korrigiert werden.
Die in Kapitel 6.5.6 zusammengestellte Bedarfsseite der Massenbilanz für das Aus-
stiegsszenario 2030 erhöht sich somit um 3,68 Mio. m³.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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6.7 Nachtrag KWR-Deponie Garzweiler
Im Rahmen der Abschlussdiskussion nach der Präsentation der Prüfergebnisse des vor-
liegenden Fachgutachtens wurde von der Bergbautreibenden dargelegt, dass für die
KWR-Deponie Garzweiler neben der in Abb. 20 (Seite 65) dargestellten Wiedernutzbar-
machung (nach RWE-Angaben: Option 2) ein weiteres Wiederherstellungskonzept exis-
tiert. Das zweite Wiederherstellungskonzept (nach RWE-Angaben: Option 1) beinhaltet
die Verfüllung des Bereichs bis zum Erreichen des zukünftigen Grundwasserspiegels
auf einem Niveau von +61 m NHN zuzüglich eines Lössauftrags in Höhe von 2,2 m.
Innerhalb der Option 1 kann die KWR-Deponie Garzweiler direkt nach Beendigung der
Ascheablagerung wiedernutzbar gemacht werden. Im Vergleich zu dem Höhenniveau
des Umlands würde in dieser Option auf dem Gebiet der KWR-Deponie Garzweiler eine
Senke entstehen. Die in Abb. 20 dargestellten landwirtschaftlichen Rekultivierungsflä-
chen der Option 2 befinden sich in einem Höhenbereich von +103 m NHN bis
+89 m NHN.
Die Massenbedarfe für die Option 1 wurden den Gutachtern von der RWE übermittelt.
Die Berechnungen der Bedarfsseite für die KWR -Deponie für diese Option werden in
Tab. 32 (Seite 57) innerhalb des Planungsschritts 1 dokumentiert und sind durch RWE
nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt worden. Eine korrespondie-
rende Wiedernutzbarmachungsplanung für diesen externen Stand ort im Rahmen de r
Option 1 liegt den Gutachtern allerdings nicht vor.
Die Wiedernutzbarmachungsplanung für die Option 2 liegt den Gutachtern hingegen vor
(Abb. 20). Die RWE -Angaben zu Flächen- und Lössbilanz für die Wiedernutzbarma-
chung im Rahmen dieser Option sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt be-
rechnet worden (Kapitel 6.5.1).
Auf Grundlage der Rekultivierungsplanung der Option 2 konnte der entsprechende Mas-
senbedarf zur Umsetzung der Wiedernutzbarmachung der Fläche durch die Gutachter
ermittelt werden. Eine dazugehörende RWE-Bedarfsberechnung liegt den Gutachtern
nicht vor, die Größenordnung des notwendigen Verfüllungsvolumens für Option 2 wurde
allerdings in der zuvor genannten Abschlussdiskussion durch RWE bestätigt.
Die signifikante Abweichung zwischen der Berechnung der Bergbautreibenden und der
der Gutachter für den Planungsschritt 2 in Tab. 32 (Seite 57) lässt sich damit erklären,
dass die übermittelten Daten eine Vermengung aus Datensätzen der beiden zuvor be-
schriebenen Optionen sind. Für die Gutachter war nicht ersichtlich, dass sich die durch
RWE übermittelten Massenbedarfe (Asche, Abraum, Löss) für die KWR-Deponie Garz-
weiler auf die Option 1 (Verfüllung auf +61 m NHN) und die Daten des Wiedernutzbar-
machungskonzepts auf die Option 2 beziehen. Die fehlenden korrespondierenden Da-
tensätze (Massenbedarf für Option 2 bzw. Wiedernutzbarmachungsplanung für Option
1) liegen den Gutachtern nicht vor. Aufgrund der möglichen Weiternutzung des Stand-
orts als Erdaushubdeponie (Kapitel 6.4.5) wird das berechnete Fehlvolumen in Höhe von
43,2 Mio. m³ nicht auf der Bedarfsseite der Massenbilanz berücksichtigt.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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6.8 Nachtrag Tagebau Hambach
Im Rahmen des Fachgutachtens „Überprüfung der Abraumbilanzierung und geplante
Böschungssysteme der RWE AG im Tagebau Hambach und Erfordernis der Inanspruch-
nahme der Manheimer Bucht“ (FG Hambach 2022) wurde die RWE -Abraumbilanz für
den Tagebau Hambach im Auftrag der Bezirksregierung Köln innerhalb eines Ausstiegs-
szenarios 2029/2030 geprüft. Diese RWE -Massenbilanz (Stand 01.01.2021) beinhaltet
auf der Angebotsseite Materialtransporte aus dem Tagebau Garzweiler in Höhe von
50 Mio. m³. D as Volumen setzt sich aus 5 Mio. m³ Löss, 25 Mio. m³ Forstkies und
20 Mio. m³ Substrat zusammen. Abb. 22 stellt die Angebots- und Bedarfsseite sowie die
entsprechenden Materialflüsse der RWE -Massenbilanz für den Tagebau Hambach für
den geplanten Tagebauendstand 2029/2030 dar. Innerhalb der RWE-Massenbilanz für
den Tagebau Gar zweiler für das Ausstiegsszenario 2030 werden ebenfalls Massen-
transporte zum Tagebau Hambach in Höhe von 50 Mio. m³ bilanziert. Auf Grundlage der
Abraum- und Lössbilanz kann d ieses bilanzierte Transportvolumen in rund 5 Mio. m³
Löss, 34 Mio. m³ Forstkies sowie 11 Mio. m³ Substrat aufgeteilt werden.
Abb. 22: Detaillierte RWE-Massenbilanz für den Tagebau Hambach im Rahmen des Ausstiegs-
szenarios 2029/2030 (Quelle: RWE, Stand 08.11.2021)
Die Herleitung dieser Volumina erfolgt mithilfe des Lössanteils im Rekultivierungsmate-
rial. Eine Zusammenstellung der Materialausweisungen für die Transporte vom Tagebau
Garzweiler zum Tagebau Hambach basiert auf modifizierte n RWE-Daten und wird in
Tab. 51 dargestellt. Die Daten der RWE berücksichtigen auch die eigene Gewinnung
von Rekultivierungsmaterial durch den Tagebau Hambach in der Manheimer Bucht.
Dazu werden in der Lössbilanz 1,7 Mio. m³ FW-Löss von dem notwendigen Transport-
löss nach Hambach abgezogen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Tab. 51: Materialausweisungen für die Transporte zum Tagebau Hambach gemäß der RWE -
Ausweisung (Quelle: RWE, angepasst die durch Gutachter)
Material Lössanteil 1) LW-Löss 2)
Forstkies und Substrat Gesamt-
volumen FW-Löss 3) Abraum 4)
[%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
LW-Löss 100,0 5,1 0,0 0,0 5,1
Forstkies 5) 33,0 0,0 9,8 24,1 33,9
Substrat 20,0 0,0 2,2 8,8 11,0
Volumen 5,1 12,0 32,9 50,0
1) Basis: Tab. 40 (Seite 70)
2) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung / Basis: Tab. 22 (Seite 44)
3) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung / Basis: Tab. 22 (Seite 44)
4) notwendiger Abraum zur Herstellung des Forstkieses bzw. Rekultivierungssubstrats
5) abzüglich Eigenanteil Tagebau Hambach (Rekultivierungsmaterial): 1,7 Mio. m³ FW-Löss
Aus Sicht der Gutachter muss allerdings bei der Berechnung der notwendigen Trans-
portvolumina vom Tagebau Garzweiler zum Tagebau Hambach nicht nur die Gewinnung
des reinen FW -Lösses, sondern auch der gleichzeitig mitgewonnene Abraum berück-
sichtigt werden.
Tab. 52: Materialausweisungen für die Transporte zum Tagebau Hambach gemäß der Auswer-
tung der Gutachter (Quelle: FUMINCO)
Material Lössanteil 1) LW-Löss 2)
Forstkies und Substrat Gesamt-
volumen FW-Löss 3) Abraum 4)
[%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
LW-Löss 100,0 5,1 0,0 0,0 5,1
Forstkies 5) 33,0 0,0 9,8 19,8 29,5
Substrat 20,0 0,0 2,2 8,8 11,0
Volumen 5,1 11,9 28,6 45,6
1) Basis: Tab. 40 (Seite 70)
2) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung / Basis: Tab. 40 (Seite 70)
3) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung / Basis: Tab. 40 (Seite 70)
4) notwendiger Abraum zur Herstellung des Forstkieses bzw. Rekultivierungssubstrats
5) abzüglich Eigenanteil Tagebau Hambach (Forstkies): 1,7 Mio. m³ FW-Löss und 3,5 Mio. m³ Abraum
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 87 -
Die Lösshorizonte in der Manheimer Bucht sind so geringmächtig, dass diese nicht se-
parat durch den Schaufelradbagger hereingewonnen werden können. Es kommt bereits
bei der Gewinnung des Lösses zu einer Vermischung mit den darunter liegenden Sand-
und Kiesschichten und somit bereits am Gewinnungsstoß zur Herstellung von Forstkies.
Aus diesem Grund wird im Rahmen der Bilanzierung der Transportvolumina bei den
Gutachtern nicht nur 1,7 Mio. m³ Löss, sondern zusätzlich auch 3,5 Mio. m³ Abraum ab-
gezogen (Tab. 40, Seite 70). Tab. 52 (Seite 86) stellt die Transportbilanz zum Tagebau
Hambach unter Berücksichtigung der tatsächlichen Forstkiesgewinnung im Tagebau
Hambach aus Sicht der Gutachter dar.
Die Differenz zwischen den von der RWE und den Gutachter bilanzierten Transportvo-
lumina zum Tagebau Hambach in Höhe von 4,4 Mio. m³ resultiert insbesondere aus un-
terschiedlichen Bewertungen des Eigenanteils des Tagebaus Hambach im Zusammen-
hang mit der Gewi nnung von Rekultivierungsmaterial. Die detaillierten Materialauswei-
sungen für die Transporte vom Tagebau Garzweiler zum Tagebau Hambach im Rahmen
des Ausstiegsszenario 2030 werden in Tab. 53 gelistet.
Tab. 53: Zusammenfassung der Materialausweisungen für die Transporte vom Tagebau Garz-
weiler zum Tagebau Hambach (Quelle: RWE/FUMINCO)
Transportvolumen Abweichung
Material FUMINCO 1) RWE 2) FUMINCO-RWE
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
LW-Löss 3) 5,1 5,1 0,0 -0,2
Forstkies 29,5 33,9 -4,4 -14,9
Substrat 11,0 11,0 0,0 -0,1
Gesamtergebnis 45,6 50,0 -4,4 -9,7
1) Basis: Tab. 52, Seite 86
2) Basis: Tab. 51, Seite 86
3) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
Abschließend werden die verschiedenen Bilanzierungen der Transportmassen der RWE
und der Gutachter in Tab. 54 (Seite 88) gegenübergestellt. Neben den Differenzen in
den Werten der Volumenberechnungen der RWE und denen der Gutachter innerhalb
der Massenbilanz Garzweiler (Stand: 01/2022), bestehen auch Differenzen zu den Wer-
ten der Massebilanz des Tagebaus Hambach (Stand: 01/2021). Diese Differenzen sind
nicht nur auf die unterschiedlichen Werte zwischen der RWE und denen der Gutachter
beschränkt, sondern betreffen auch die RWE-internen Werte.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 88 -
Tab. 54: Vergleich der Bilanzierung der Massentransporte vom Tagebau Garzweiler zum Tage-
bau Hambach auf Grundlage der Massenbilanz en Garzweiler (Stand: 01/2022) und
Hambach (Stand: 01/2021) im Rahmen des Ausstiegsszenario s 2030 (Quelle:
RWE/FUMINCO)
Massenbilanz Garzweiler Massenbilanz Hambach
Material FUMINCO 1) RWE 1) RWE 2)
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
LW-Löss 3) 5,1 5,1 5,0
Forstkies 29,5 33,9 25,0
Substrat 11,0 11,0 20,0
Gesamtergebnis 45,6 50,0 50,0
1) Basis: Tab. 53, Stand: 01/2022
2) Basis: Abb. 22, Seite 85, Stand: 01/2021
3) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
Aufgrund der fortlaufenden Anpassungen der Planungen für die Großtagebaue im Rhei-
nischen Revier (gesellschaftliche, politische etc. Gründe) wird von den Gutachtern emp-
fohlen, die RWE -Planungen der beiden Tagebaue Hambach und Garzweiler nach der
Leitentscheidung 2023 (LE 2023) bzw. nach den daraus ggf. resultierenden notwendigen
Anpassungen und Aktualisierungen erneut gutachterlich zu prüfen . Diese Überprüfung
sollte auch die widersprüchlichen Angaben 12 der Bergbautreibenden zu den Material-
transporten vom Tagebau Garzweiler II zum Tagebau Hambach innerhalb de r RWE-
Massenbilanzen der beiden Tagebaue umfassen.
Neben der Überprüfung sollten nicht nur die Massenbilanzen der einzelnen Tagebaue,
sondern auch die daraus resultierende revierweite Abschlussplanung geprüft werden
(tagebauübergreifende Bilanzierung von Massen) . Zudem könnten im Rahmen der
Überprüfung in enger Zusammenarbeit mit der Bergbautreibenden, Behörden und poli-
tischen Institutionen (Braunkohlenausschuss, Arbeitskreis Garzweiler II etc.) Löss- und
Abraum-Einsparpotenziale identifiziert sowie mögliche Maßnahmen zur Reduzierung
des Löss- und Abraumbedarfs entwickelt werden. Ein Beispiel für eine solche Reduzie-
rung des Lössbedarfs stellt die innerhalb des vorliegenden Gutachtens vorgestellte An-
passung der Gestaltung des östlichen Restlochs dar (Kapitel 8.1).
Auch im Hinblick auf die Entscheidungen gemäß § 47 Abs. 4 KVBG (Ausstiegsszenario
2033, inklusive Reservebetrieb) im Jahr 2025 bzw. 2026 sowie zur Steigerung der Trans-
parenz in den Planungs- und Entscheidungsprozessen sollte ein kontinuierliches Moni-
toring der beiden aktiven Großtagebaue sowie der externen Rekultivierungsstandorte
12 Angaben Tagebau Hambach: Stand 11/2021; Angaben Garzweiler: Stand: 10/2022
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 89 -
bis zum Jahr 2030 bzw. 2033 für die Entscheidungsträger und die begleitenden Institu-
tionen installiert werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 90 -
7 MASSENBILANZ 2030 UND 2033
7.1 Prüfverfahren
In den folgenden Kapiteln wird die Abraum- und Lössbilanz für den Tagebau Garzweiler
im Rahmen des Ausstiegszenarios 2030 aufgestellt und geprüft. Dies geschieht anhand
einer Gegenüberstellung der entsprechenden Angebots- und Bedarfsseiten. Da es sich
bei den nachfolgenden Prüfungen um einen reinen bilanztechnischen Vorgang handelt,
kommen nur Tabellenkalkulationsprogramme zum Einsatz. Die Bilanzierung erfolgt an-
hand des Ausstiegsszenarios 2030, für das alle notwendigen Pläne und Werte vorliegen.
Für das Ausstiegsszenario 2033 liegt kein explizierter Tagebauendstand mit ausmodel-
lierter Innenkippe vor. Im Vergleich zum Ausstiegsszenario 2030 wird im Rahmen des
Ausstiegszenarios 2033 kein zusätzliches Lössmaterial gefördert. Allerdings müssen
auch nicht mehr Flächen rekultiviert werden als im Ausstiegsszenario 2030 vorgesehen.
Im Zeitraum zwischen 2030 bis 2033 werden im Tagebau Garzweiler II ausschließlich
Braunkohlen (39,53 Mio. t) und Abraum (85,03 Mio. m³) gefördert. Die zusätzlichen Ab-
raummassen sollen nach Aussagen der RWE in den unteren Abraumraumsohlen der
Innenkippe eingelagert werden. Eine konkrete Planung für den Tagebauendstand 2033
liegt in dem aktuellen Stadium, in dem sich die RWE-Planungen befinden, noch nicht vor
(Stand: 08/2023).
7.2 Prüfgrundlage RWE-Massenbilanz
Grundlage für die Erstellung der Massenbilanz der Gutachter bzw. für die Prüfung der
RWE-Massenbilanz sind die Ergebnisse der Einzelprüfungen aus den Kapiteln 5 und 6.
Für die Zusammenstellung der Angebotsseiten werden die Daten aus Tab. 11 (Seite 31,
Ausstiegsszenario 2030) bzw. Tab. 13 (Seite 33, Ausstiegsszenario 2033) verwendet.
Als Basis für die Auswertungen auf den Bedarfsseiten dient Tab. 49 (Seite 81, Ausstiegs-
szenario 2030).
Die RWE-Massenbilanzen für die Ausstiegsszenarien 2030 bzw. 2033 umfassen Volu-
mina in Höhe von über einer Mrd. m³ Abraum- und Lössmaterial. Im Rahmen des Aus-
stiegsszenarios 2030 werden nach Auswertung der Gutachter 229,11 Mio. t
(199,23 Mio. m³) verwertbare Braunkohlen gefördert. Die verwertbare Braunkohlenge-
winnung für das Ausstiegszenario 2033 beträgt 268,64 Mio. t (233,60 Mio. m³).
Im Rahmen der Prüfungen und Bewertung en der Bedarfsseite der RWE-Massenbilanz
sind zwei Positionen innerhalb der Planungsdaten durch die Gutachter identifiziert wor-
den, die Grundlage für eine notwendige Korrektur der RWE-Bedarfsseite darstellen: ein
zusätzliches Abraumvolumen in Zusammenhang mit der KWR-Deponie Fortuna in Höhe
von 3,68 Mio. m³ (Tab. 50, Seite 83, im Folgenden Korrektur A) und das verbriefte Recht
der Rheinischen Baustoffwerke GmbH (RBS) , bis zu 0,2 Mio. m³ Löss (und Forstkies)
pro Jahr an Dritte abgeben zu dürfen (im Folgenden Korrektur B). Hochgerechnet auf
den verbleibenden Zeitraum von 8 Jahren bis zum Jahr 2030 umfasst dieses Förder -
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 91 -
und Abgaberecht rund 1,6 Mio. m³ Löss und sollte in der Lössbilanz berücksichtigt wer-
den.
7.3 Prüfung der RWE-Massenbilanz
7.3.1 Prüfung der RWE-Abraumbilanz
Innerhalb der RWE -Abraumbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 steh t einem Abrau-
mangebot von 949,48 Mio. m³ ein Bedarf in Höhe von 94 8,70 Mio. m³ gegenüber. Dar-
aus ergibt sich eine Abraum-Überdeckung von 0,78 Mio. m³. Dies entspricht 0,08 % des
RWE-Abraumangebots.
Die Auswertungen der Gutachter weisen eine Überdeckung in Höhe von 2,07 Mio. m³
Abraum aus. Dies entspricht 0,22 % des Abraumangebots. Tab. 55 stellt die Abraumbi-
lanz der Gutachter für das Ausstiegsszenario 2030 der entsprechenden RWE-Abraum-
bilanz gegenüber.
Tab. 55: Abraumbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Abraumbilanz Abraum 1) Abweichung
Position FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Abraumangebot Garzweiler II 2) 950,33 949,48 0,85 0,09
Abraumbedarf 3) -948,25 -948,70 0,45 0,05
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 2,07 0,78
Korrektur A (KWR-Deponie Fortuna) 4) -3,68 -3,68
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) -1,61 -2,90
1) Abraumangebot (+), Abraumbedarf (-)
2) Tab. 11, Seite 31
3) Tab. 48, Seite 80
4) Tab. 50, Seite 83
Auf Grundlage der Prüfungsergebnisse für die KWR-Deponie Fortuna muss der Abraum-
bedarf um 3,68 Mio. m³ korrigiert werden ( Tab. 55: Korrektur A). Daraus resultiert eine
abschließende Unterdeckung innerhalb der Abraumbilanz von -1,61 Mio. m³ (korrigierter
RWE-Wert: -2,90 Mio. m³). Dies entspricht 0,17 % (korrigierter RWE-Wert: 0,31 %) des
Abraumangebots.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 92 -
7.3.2 Prüfung der Lössbilanz
Im Rahmen der Zusammenstellung und Prüfung der Lössbilanz müssen die Material-
klassen LW-Löss (geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung) und FW-Löss (ge-
eignet für die forst liche Rekultivierung) unterschieden werden. Die unterschiedlichen
Lössarten sind nur bedingt austauschbar. Zwar kann LW -Löss auch für die Wiederauf-
forstung genutzt werden, er kann jedoch aufgrund der geochemischen und mineralogi-
schen Zusammensetzung nicht durch FW-Löss ersetzt werden.
Die LW-Lössbilanz der RWE-Massenbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 umfasst ein
LW-Lössangebot von 44,27 Mio. m³ bei einem gleichzeitigen Bedarf in Höhe von
37,00 Mio. m³. Dies ergibt eine LW -Lössüberdeckung von 7, 27 Mio. m³ (FUMINCO:
7,99 Mio. m³). Tab. 56 stellt die LW -Lössbilanz der Gutachter der LW-Lössbilanz der
RWE gegenüber.
Tab. 56: LW-Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
LW-Lössbilanz LW-Löss 1) Abweichung
Position FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
LW-Lössangebot Garzweiler II 2) 44,93 44,27 0,66 1,47
LW-Löss Bedarf 3) -36,94 -37,00 0,06 -0,16
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 7,99 7,27
Korrektur B (RBS) 4) -1,60 -1,60
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 6,39 5,67
1) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung / Lössangebot (+), Lössbedarf (-)
2) Tab. 11, Seite 31
3) Tab. 44, Seite 74
4) Tab. 30, Seite 54
Die beiden LW-Lössbilanzen müssen aus Sicht der Gutachter auf Grundlage der Ergeb-
nisse aus Kapitel 7.2 in Zusammenhang mit einer möglichen Lössabgabe der Rheini-
schen Baustoffwerke GmbH an Dritte korrigiert werden (Kapitel 7.2, Korrektur B) . Die
LW-Lössbilanz der Gutachter weist nach der Korrektur eine Überdeckung in Höhe von
6,39 Mio. m³ LW-Löss (korrigierter RWE-Wert: 5,67 Mio. m³) aus.
Die FW-Lössbilanz der RWE-Massenbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 umfasst bei
einem Angebot von 11,07 Mio. m³ einen Bedarf in Höhe von 19,10 Mio. m³ (FUMINCO:
19,09 Mio. m³). Daraus resultiert eine FW -Lössunterdeckung von -8,03 Mio. m³
(FUMINCO: -8,02 Mio. m³). Der Vergleich der Ergebnisse der Auswertung im Rahmen
der Überprüfung der FW-Lössbilanz wird in Tab. 57 (Seite 93) dargestellt.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 93 -
Tab. 57: FW-Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
FW-Lössbilanz FW-Löss 1) Abweichung
Position FUMINCO RWE 2) FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
FW-Lössangebot Garzweiler II 3) 11,07 11,07 0,00 0,02
FW-Lössbedarf 4) -19,09 -19,10 0,01 0,03
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) -8,02 -8,03
1) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung / Lössangebot (+), Lössbedarf (-)
2) durch die Gutachter korrigiert
3) Tab. 11, Seite 31
4) Tab. 44, Seite 74
Da LW-Löss mögliche FW-Lössdefizite in der Lössbilanz ausgleichen kann, besteht ins-
gesamt ein Lössdefizit bzw. eine Lössunterdeckung.
Tab. 58: Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Lössbilanz Löss
Position FUMINCO RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³]
LW-Lössbilanz 1) 6,39 5,67 2)
FW-Lössbilanz 3) -8,02 -8,03
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) -1,64 -2,36
1) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung / (-)Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)
2) durch die Gutachter korrigiert: 7,27 Mio. m³ - 1,60 Mio. m³ (Korrektur B) = 5,67 Mio. m³
3) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung / (-)Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)
Unter Berücksichtigung der zuvor beschriebenen Korrektur en beträgt die Lössunterde-
ckung gemäß Tab. 58 insgesamt -2,36 Mio. m³ (FUMINCO: -1,64 Mio. m³).
7.3.3 Prüfung der RWE-Braunkohlenförderzahlen
Im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 werden nach RWE -Planungen 229,28 Mio. t
verwertbare Braunkohlen (FUMINCO: 229,11 Mio. t) gefördert. Die verwertbare Braun-
kohlenförderung für das Ausstiegsszenario 2033 beläuft sich nach Angaben der Berg-
bautreibenden auf 268,16 Mio. t (FUMINCO: 268,64 Mio. t).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 94 -
Tab. 59: Verwertbare Braunkohlenförderung im Tagebau Garzweiler II für die Ausstiegsszena-
rien 2030 und 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Ausstiegsszenario
Braunkohlenförderung Abweichung
FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[Mio. t] [Mio. t] [Mio. t] [%]
Ausstiegsszenario 2030 1) 229,11 229,28 -0,17 -0,07
Ausstiegsszenario 2033 2) 268,64 268,16 0,48 0,18
1) Basis: Tab. 11 (Seite 31)
2) Basis: Tab. 13 (Seite 33)
Im direkten Vergleich der bilanzierten Werte der Gutachter für die verwertbare Braun-
kohlenförderung mit denen der RWE besteht eine Abweichung von -0,17 Mio. t (-0,07 %)
für das Ausstiegsszenario 2030 bzw. 0,48 Mio. t (0,18 %) für das Ausstiegsszenario
2033 (Tab. 59).
7.4 Bewertung der RWE-Massenbilanz
7.4.1 Bewertung der RWE-Abraumbilanz
Im Rahmen der Abraumbilanz weisen sowohl die RWE-Auswertungen als auch die Er-
gebnisse des vorliegenden Fachgutachtens eine geringe Über - bzw. Unterdeckung im
Vergleich zum gesamten Abraumangebot bzw. dem Volumen der Innenkippe auf. Die
aufgezeigte Unterdeckung von Abraum nach der Korrektur der RWE -Abraumbilanz in
Höhe von -3,95 Mio. m³ (FUMINCO: -2,66 Mio. m³) kann durch eine marginale Anpas-
sung der Planung der Innenkippe ausgeglichen werden. Diese Abraum-Unterdeckung
entspricht -0,42 % des RWE-Abraumangebots (FUMINCO: -0,28 %). Die Berechnungen
sowie die Ausweisung der Volumina in der Abraumbilanz für das Ausstiegsszenario 2030
durch die Bergbautreibende werden aufgrund dieser Prüfergebnisse als nachvollziehbar,
plausibel und fachlich korrekt eingestuft.
7.4.2 Bewertung der RWE-Lössbilanz
In Zusammenhang mit der Lössbilanz weis t die RWE-Massenbilanz wie auch die Aus-
wertung der Gutachter für das Ausstiegsszenario 2030 nach der Korrektur (Kapitel 7.2)
eine Unterdeckung auf (FUMINCO: -1,64 Mio. m³ bzw. RWE: -2,36 Mio. m³). Grundsätz-
lich sind die RWE-Berechnungen im Rahmen der Lössbilanz nachvollziehbar, plausibel
und fachlich korrekt durchgeführt worden. Aufgrund der Wichtigkeit des Löss materials
für die Wiedernutzbarmachung der durch den Bergbau in Anspruch genommenen Flä-
chen ist aus Sicht der Gutachter das Recht der Rheinischen Baustoffwerke GmbH zur
Abgabe von Löss und Forstkies an Dritte in Höhe von 0,2 Mio. m³ pro Jahr kritisch zu
hinterfragen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 95 -
7.4.3 Bewertung der RWE-Braunkohlenförderzahlen
Innerhalb des Ausstiegsszenarios 2030 werden nach RWE -Planungen 229,28 Mio. t
verwertbare Braunkohlen (FUMINCO: 229,11 Mio. t) gefördert. Die verwertbare Braun-
kohlenförderung für das Ausstiegsszenario 2033 beläuft sich nach Angaben der Berg-
bautreibenden auf 268,16 Mio. t (FUMINCO: 268,64 Mio. t). Die Berechnung bzw. Aus-
weisung der verwertbaren Braunkohlenförderung für die beiden Ausstiegsszenarien
2030 und 2033 durch die Bergbautreibende wird aufgrund der Prüfergebnisse aus Kapi-
tel 7.3.3 als nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt eingestuft.
7.5 Nachtrag zur Bewertung der RWE-Lössbilanz
Als Reaktion auf die Prüfergebnisse der Gutachter und deren Vorstellung hat die RWE
mit einem Schreiben vom 29.09.2023 an die Bezirksregierung Arnsberg einen entspre-
chenden Antrag auf Verlängerung der bis zum 31.12.2023 befristeten Ausnahme gemäß
§ 42 BVOBr zur Unterbringung des Abraums gestellt, in dem die Kritik der Gutachter in
Zusammenhang mit der Lössbilanz berücksichtigt wird. Die neue Verlängerung soll bis
zum 31.12.2030 gelten und unter der Maßgabe erfolgen, dass die Versorgung der Re-
gion mit Kiesen und Sanden aus dem Tagebau Garzweiler nur dann erfolgen kann, wenn
die Gesamtmassenbilanz im Rheinischen Revier unter Berücksichtigung der Sicherstel-
lung der Oberflächengestaltung und Wiedernutzbarmachung nicht gefährdet ist. Dabei
soll der Tagebau Garzweiler vorrangig behandelt werden. Eine Materialabgabe soll nur
dann erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass für den Betrieb des Tagebaus Garzweiler
jederzeit ausreichende Mengen für betriebliche Zwecke zu Verfügung stehen. Ein be-
sonderer Augenmerk soll dabei auf die ordnungsgemäße Wiedernutzbarmachung der
bergbaulich in Anspruch genommenen Flächen gemäß den zugelassenen Abschlussbe-
triebsplänen gelegt werden.
Da Löss als ein für die Rekultivierung von Flächen zwingend notwendiges Material der
limitierende Faktor für die Wiedernutzbarmachung ist, führt die für dem Zeitraum bis
Ende 2030 beantragte Reduzierung der zukünftigen jährlichen Abgabemengen für Löss
und Lehm auf 10% des bisherigen Volumens zu einer signifikanten Verbesserung der
Lössbilanz. Die Reduzierung der jährlichen Abgabemengen für Löss und Lehm auf 10 %
des bisherigen Volumens (bis zu 0,02 Mio. m³ /a Löss und bis zu 0,01 Mio. m³ /a Lehm)
hat eine starke Minderung der Korrektur B (Tab. 56, Seite 92) zur Folge. Diese beträgt
statt bisher 1,6 Mio. m³ lediglich nur noch 0,16 Mio. m³ und kann deshalb aufgrund deren
Größenordnung innerhalb der Lössbilanz vernachlässigt werden. Somit ist die Lössbi-
lanz der Gutachter unter Berücksichtigung des Antrags ausgeglichen und die der RWE
weist nur noch eine Lössunterdeckung in Höhe von 0,76 Mio. m³ aus.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 96 -
8 ENTWICKLUNG UND BEWERTUNG VON PLANUNGSVARIANTEN
8.1 Verringerte Auffüllung des östlichen Restlochs
Die Planungsvariante mit einer verringerten Auffüllung des östlichen Restlochs und de-
ren Auswirkungen werden in Kapitel 10.7 im Rahmen der hydrogeologisch en Auswir-
kungsanalyse beschrieben. Eine Alternative zur verringerten Auffüllung wäre eine voll-
ständige Verfüllung des östlichen Restlochs bei gleichzeitiger naturnaher Ausgestaltung
von drei weiteren Bereichen, um die Biodiversität in diesem Gebiet zu sichern bzw. zu
steigern. Neben der naturnahen Gestaltung des Elsbachs könnten neben dem Absetz-
becken und Kieswerk (Teilfläche A: 27 ha), die Bunker mit angrenzenden Flächen (Teil-
fläche B: 38 ha) sowie das Lössdepot Süd mit angrenzenden Flächen (Teilfläche C:
65 ha) Flächenpotenziale für die Schaffung ökologisch wertvoller Landschaften bieten
(Ökosystemverbund). Alle drei Flä chen sind aufgrund Ihrer Lage grundwassernah ge-
staltbar, so dass diese Gebiete als wechselfeuchte Standorte entwickelbar sind. Abb. 23
stellt die drei zuvor genannten Teilflächen dar.
Abb. 23: Mögliche Flächen für eine zusätzliche naturnahe Gestaltung, sogenannte landschafts-
gestaltende Anlagen (rot): Teilfläche A - Absetzbecken und Kieswerk (27 ha), Teilfläche
B - Bunker mit angrenzenden Flächen (38 ha), Teilfläche C: - Lössdepot Süd mit an-
grenzenden Flächen (65 ha) (Quelle: RWE, angepasst durch die Gutachter)
Für die Teilflächen A und C ist gegenwärtig eine landwirtschaftliche Wiedernutzbarma-
chung mit mindestens zwei Meter Lössauftrag geplant (2,2 m Lössauftrag inklusive Si-
cherheitszuschlag in Höhe von 10 %). Sollten die drei Teilflächen A bis C analog zum
Elsbach im Rahmen der Wiedernutzbarmachung naturnah gestaltet werden (land -
schaftsgestaltende Anlagen), kann auf den 130 ha eine signifikante Menge an Lössma-
terial bei der Rekultivierung eingespart werden.
© RWE Power AG
A
B
C
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 97 -
Tab. 60: Lösseinsparpotenzial bei der naturnahen Gestaltung der Teilflächen A bis C im Rahmen
der Wiedernutzbarmachung von Flächen im Bereich des östlichen Restlochs
Naturnahe Gestaltung der Teilflächen A bis C Forstkies und Substrat Gesamt-
volumen Fläche / Nutzung Fläche Auftrag Lössanteil LW-Löss 1) FW-Löss 2) Abraum 3)
(Teilfläche) [ha] [m] [%] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
Ackerland (A) 4) 27 2,2 100,0 -0,6 0,0 0,0 -0,6
Verbindungsanl. (B) 4) 38 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Ackerland (C) 4) 65 2,2 100,0 -1,4 0,0 0,0 -1,4
naturnahe Gestalt. 5) 130 3,5 33,0 0,0 1,5 3,0 4,6
Ergebnis -2,0 1,5 3,0 2,5
1) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung
2) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung
3) notwendiger Abraum zur Herstellung des Forstkieses bzw. Rekultivierungssubstrats
4) Umgestaltung der Fläche (Löss- und Abraumeinsparung)
5) Ersatzmaßnahme auf den Flächen A bis C (Löss- und Abraummehrbedarf)
Tab. 60 listet das Lösseinsparpotenzial bei der naturnahen Gestaltung der Teilflächen A
bis C im Rahmen der Wiedernutzbarmachung dieser Flächen auf. Da LW-Löss mögliche
FW-Lössdefizite in der Lössbilanz ausgleichen kann, besteht im Rahmen dieses Szena-
rios ein Lössüberschuss in Höhe von 0,5 Mio. m³. Durch diese Materialeinsparung
könnte das Defizit innerhalb der Lössbilanz unter Einbeziehung der Planungsschärfe der
vorliegenden Bergbauplanung reduziert (Kapitel 7.3.2: mit Korrektur A) bzw. ausgegli-
chen (Kapitel 7.3.2: ohne Korrektur A) werden. Im Rahmen der naturnahen Gestaltung
der Teilflächen A bis C würde der Abraumbedarf geringfügig um 3,0 Mio. m³ steigen.
Weiterhin ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass im Lössdepot Süd bis zur
vollständigen Wiedernutzbarmachung der KWR-Deponie Garzweiler wahrscheinlich ein
Volumen von rund 3,2 Mio. m³ Löss zwischengelagert werden muss. Dadurch kann mit
der Rekultivierung dieser Fläche (33 % von Teilfläche C bzw. 21,7 ha) erst nach der
Entnahme des kompletten Lösses angefangen werden.
8.2 Kurzstudie im Auftrag von Europe Beyond Coal
Der Prüfauftrag des vorliegenden Fachgutachtens umfasst auch die Prüfung und Bewer-
tung der Ergebnisse der sogenannten CoalExit-Studie (CoalExit 2022).
Im August 2022 wurde innerhalb der Kurzstudie (CoalExit 2022) im Auftrag von Europe
Beyond Coal im Rahmen der politischen Diskussion über den Ausstieg aus der Braun-
kohlenverstromung und der damit verbundenen Gestaltung des Tagebaus Garzweile r
prognostiziert, dass der maximal anzunehmende Braunkohlenbedarf bis 2030 auch
ohne die Inanspruchnahme von Lützerath, einem Ortsteil von Erkelenz, durch die RWE
gedeckt werden kann. Die Kurzstudie kommt nach eigenen Berechnungen zu dem Er-
gebnis, dass die „gesamte noch zu fördernde Kohlemenge im Tagebau Garzweiler II
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 98 -
innerhalb der Grenzen des aktuellen Hauptbetriebsplans (HBP) 2022 - 2022 (sic!) ohne
Inanspruchnahme von Lützerath (…) zum Stand 01/2022 bei ca. 190 Mio. t“13 liegt.
Grundlage für die Berechnung der verwertbaren Braunkohlenförderung bis 2030 ist in
dieser Kurzstudie die Festlegung einer mittleren Mächtigkeit für jedes der drei Braunkoh-
lenflöze Garzweiler, Frimmersdorf und Morken, eine r Rohdichte der Braunkohlen in
Höhe von 1,15 t/m³ sowie eine r Generalneigung innerhalb des Tagebauendstands von
1 : 5. Anhand einer entsprechenden Flächenauswertung (Abb. 3, Seite 10, rechte Seite)
wurde abschließend die verwertbare Braunkohlenförderung bis 2030 ermittelt (Tab. 61).
Tab. 61: Ergebnis der Berechnung der verwertbaren Braunkohlenförderung bis 2030 gemäß der
CoalExit-Studie (CoalExit 2022)
Flöz
Gewinnungsfläche Flözmächtigkeit Kohlevorräte
[km²] [m] [Mio. t]
Garzweiler 3,2 12,0 44,0
Frimmersdorf 4,0 13,0 60,0
Morken 5,0 15,0 86,0
in Summe, rund 40,0 190,0
Im Rahmen der Überprüfung und Bewertung der Ergebnisse der Kurzstudie werden zwei
Prüfkonzepte entwickelt. Beim Prüfkonzept A wird das zuvor beschriebene Vorgehen
innerhalb der CoalExit-Studie auf Grundlage des geologischen 3-D-Modells und des Ta-
gebaustands 01/2022 mit einer Generalneigung von 1 : 5 nachvollzogen. Beim Prüfkon-
zept B wird der Tagebauendstand auf Grundlage der skizzierten Abbaugrenze der
CoalExit-Studie unter Berücksichtigung der technischen Umsetzbarkeit der Planung in
Form von Abbausohlen, Anschluss der Gurtbandförderanlagen, Bandsammelpunkt etc.
konstruiert.
Abb. 24 (Seite 99) stellt die beiden Prüfkonzepte A und B dar. Der Tagebauendstand auf
Basis einer Generalneigung von 1 : 5 (blaue Geometrie in Abb. 24, Seite 99, oben) dient
als Grundlage für das Prüfkonzept A. Zur besseren Orientierung ist bei de r Darstellung
des Prüfkonzeptes A der Referenztagebaustand 01/2022 unterlegt.
Das Prüfkonzept B basiert auf einem konstruierten Tagebauendstand, der zum einen
den Ortsteil Lützerath nicht in Anspruch nimmt und zum anderen die grundsätzliche tech-
nische Umsetzbarkeit der Tagebauplanung in Form von separaten Gewinnungssohlen,
Rampen, Anschlüssen für die Gurtbandförderanlagen und Bandsammelpunkt berück-
sichtigt (Abb. 24, unten).
13 Anmerkung der Gutachter: der Hauptbetriebsplan (HBP) gilt für den Zeitraum 2022 - 2025
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 99 -
Abb. 24: Überprüfung der Ergebnisse der CoalExit -Kurzstudie: Tagebauendstand mit einer Ge-
neralneigung von 1 : 5 (oben: Prüfkonzept A) bzw. konstruierter Tagebauendstand mit
Sohlen, Rampen und Anschlüssen für die Gurtbandförderanlagen (unten: Prüfkonzept
B) (Quelle: FUMINCO)
Tab. 62 (Seite 100) stellt die Ergebnisse der CoalExit-Studie und die Resultate der Gut-
achter auf Grundlage der Prüfkonzepte A und B gegenüber. Die Ergebnisse zeigen, dass
innerhalb eines Tagebauendstands, der den Ortsteil Lützerath nicht in Anspruch nimmt,
eine verwertbare Braunkohlenmenge in Höhe von nur 131 Mio. t gefördert werden kann
(Prüfkonzept B) statt den in der Kurzstudie prognostizierten 190 Mio. t. Das Ergebnis der
Gutachter, das 153 Mio. t an verwertbaren Braunkohlen für das Prüfkonzept A mit der
Vorratsabschätzung mittels eines Tagebauendstands mit einer Generalneigung von 1 : 5
ausweist, wurde durch den Geologischen Dienst NRW im Rahmen des Ergebnisberichts
„Braunkohleausstieg 2030 in Nordrhein-Westfalen“ (MWIKE 2022-2) bestätigt.
© FUMINCO
© FUMINCO
Holzweiler
Lützerath
Keyenberg
Kuckum
Holzweiler
Lützerath
Keyenberg
Kuckum
Prüfkonzept A
Prüfkonzept B
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 100 -
Tab. 62: Gegenüberstellung der Berechnungsergebnisse für die verwertbare Braunkohlenförde-
rung im Tagebau Garzweiler II bis 2030 auf Basis der CoalExit -Kurzstudie bzw. der
Prüfkonzepte A und B der Gutachter (Quelle: FUMINCO)
verwertbare Braunkohlenförderung im Tagebau Garzweiler bis 2030 [Mio. t]
Kurzstudie Prüfkonzept A Prüfkonzept B
CoalExit Research Group Generalneigung 1 : 5 planerischer Ansatz
190 1) 153 2) 131
1) (CoalExit 2022)
2) bestätigt durch den Geologischen Dienst (MWIKE 2022-2)
Folgende Aspekte werden im Rahmen der Erstellung der CoalExit -Studie nicht berück-
sichtigt und führten zur Ausweisung eines deutlich zu hohen verwertbaren Braunkohlen-
vorrats bzw. einer zu hohen möglichen Braunkohlenförderung bis 2030:
• ein Planungsansatz mit Generalneigung eignet sich nur für ein vorläufiges Grobkon-
zept und muss mit entsprechenden Abschlägen modifiziert werden
• Bergemittel innerhalb der Braunkohlenflöze bzw. verunreinigte oder versandete Teile
der Braunkohlenflöze werden bei der Ausweisung des verwertbaren Braunkohlen-
vorrats ignoriert (z. B. Flözversandungen, Störungssituationen, schwankende Flöz-
mächtigkeiten)
• technische Abbauverluste bei der Gewinnung der Braunkohlen durch die Großgeräte
(Schaufelradbagger) werden nicht beachtet.
Die Berechnungen und Volumen - bzw. Massenausweisungen der CoalExit-Kurzstudie
sind zu ungenau, um auf deren Basis politische oder betriebliche Entscheidungen treffen
zu können.
8.3 Variantenentwicklung
Im Verlauf der Arbeiten an dem vorliegenden Fachgutachten wurde eine Vielzahl an An-
fragen von Mitgliedern des AK Garzweiler II und aus dem Ministerium für Wirtschaft,
Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein -Westfalen an die Gutachter
gerichtet. Als Grundlage für die Bearbeitung dieser Anfragen wurden zahlreiche Tage-
bauvarianten entwickelt, ausgewertet und abschließend im Rahmen von entsprechen-
den Stellungnahmen dokumentiert. Nachfolgend werden diese Stellungnahmen, even-
tuell aktualisiert dur ch neuere Daten (z. B. Berücksichtigung der Löss abbauverluste,
Tab. 4, Seite 22) und Verweise zu entsprechenden Kapiteln/Tabellen/Abbildungen in
diesem Fachgutachten, zusammen mit den jeweiligen Anfragen an die Gutachter (kur-
sive Schriftart) wiedergegeben.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 101 -
8.3.1 Gewinnbare Massen nördlich und östlich von Holzweiler
Gemäß der übersendeten Abbildung ( Abb. 25, Seite 101) wurden auf Grundlage be-
stimmter Flächen (gelbe Umgrenzungen) entsprechende Flächen- und Volumenauswer-
tungen angefragt. Konkret geht es um die Zusammensetzung der Massen in den folgen-
den Flächen:
• Fläche A („Berverather Nase“):
Bereiche westlich der Abbaugrenze gemäß Hauptbetriebsplan 2023 - 2025 bis zur
von RWE geplanten, neuen Abbaugrenze
• Fläche B („Kraftwerks-Reservefläche“):
Bereiche südlich der Abbaugrenze gemäß Hauptbetriebsplan 2023 - 2025 bis zur
von RWE geplanten neuen Abbaugrenze
Abb. 25: Skizze im Rahmen der schriftlichen Anfrage an die Gutachter
Zu den jeweiligen Flächen stellt sich neben der einfachen Frage der jeweiligen Flächen-
größe (in ha) die Frage nach den dort konkreten gewinnbaren Massen / Materialklassen
(in Mio. t und Mio. m³) separiert nach
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 102 -
• Löss
• Abraum (ggf. aufgeschlüsselt nach Klassen)
• Braunkohlen
gestellt.
Die Fläche A umfasst 136,5 ha, die Fläche B 215,1 ha. Die Fläche B wird für die Ermitt-
lung der angefragten Volumenausweisung im östlichen Bereich leicht modifiziert, um sie
an den Tagebauendstand anzupassen.
Die Fläche A beinhaltet auf Basis des Tagebauendstands 2030 inklusive einer konstru-
ierten Böschung zum Tagebau hin mit einer Generalneigung von 1 : 5 insgesamt
11,2 Mio. t verwertbare Braunkohlen, 2,6 Mio. m³ Löss und 99, 8 Mio. m³ Abraum. Da
sich die Tagebauendstände 2030 und 2033 im Bereich der Fläche A nicht voneinander
unterscheiden, gelten die zuvor gelisteten Massen bzw. Volumina auch für den Tage-
bauendstand 2033.
Für die Fläche B werden auf Basis des Tagebauendstands 2030 inklusive einer konstru-
ierten Böschung zum Tagebau hin mit einer Generalneigung von 1 : 5 rund 6,0 Mio. t
verwertbare Braunkohlen, 13,3 Mio. m³ Löss und 1 14,1 Mio. m³ Abraum ausgewiesen.
Im Bereich B unterscheiden sich die Tagebauendstände 2030 und 2033. Die Fläche B
beinhaltet auf Basis des Tagebauendstands 2033 inklusive einer konstruierten Bö-
schung zum Tagebau hin mit einer Generalneigung von 1 : 5 insgesamt 11,2 Mio. t
Braunkohlen, 13,4 Mio. m³ Löss und 128,4 Mio. m³ Abraum. Da während des Reserve-
betriebs zwischen 2030 bis 2033 keine Löss gewinnung geplant ist, ist die geringe Ab-
weichung in den Lössausweisungen softwarebedingt.
8.3.2 Braunkohlenmengen innerhalb der HBP-Grenzen (I)
Welcher Kohlevorrat liegt noch in dem Gebiet, das durch den genehmigten räumlichen
Gültigkeitsbereich des Hauptbetriebsplans 2025 begrenzt ist (ab Berechnungsbasis
01/2022, bei idealisierten senkrechten Böschungen also 90° Böschungen ohne Schrä-
gen)?
Im Hinblick auf die von dieser Fragestellung berührten bergbauplanerischen Aspekte
sind im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens zwei Szenarien für die Ermittlung der
entsprechenden Massenbilanzen definiert worden. Der Verlauf der geplanten Hauptbe-
triebsplangrenze 2023 - 2025 (HBP -Grenze, Szenario A1) sowie der der geplanten
Oberkante der Abraumböschung (Szenario A2) sind Abb. 26 (Seite 103) zu entnehmen.
Auf Grundlage dieser Grenzen bzw. Planungen sowie der entsprechenden Tagebauend-
stände wird der angefragte Kohlenvorrat (verwertbare Fördermenge) mit vertikalen Bi-
lanzierungsgrenzen ermittelt und in Tab. 63 (Seite 103) bis Tab. 66 (Seite 104) doku-
mentiert.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 103 -
Abb. 26: Tagebau Garzweiler II Übersichtsplan Luftbild mit HBP-Grenze 2023 - 2025 (Quelle:
RWE)
Tab. 63: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A1 (HBP -
Grenze) (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 73 1,15 84
Frimmersdorf 167 1,15 192
Morken 178 1,15 205
Gesamtsumme 418 481
© RWE Power AG
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 104 -
Tab. 64: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A1 (HBP -
Grenze) (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 84 12 74
Frimmersdorf 192 7 178
Morken 205 2 201
Gesamtsumme 481 453
1) Basis: Tab. 63 (Seite 103)
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
technische Abbauverluste in Höhe von 28 Mio. t (rund 24 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
Tab. 65: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A2 (Ober-
kante Abraumböschung) (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 70 1,15 80
Frimmersdorf 136 1,15 157
Morken 155 1,15 178
Gesamtsumme 361 416
Tab. 66: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A2 (Ober-
kante Abraumböschung (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 80 12 71
Frimmersdorf 157 7 146
Morken 178 2 175
Gesamtsumme 416 391
1) Basis: Tab. 65
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
technische Abbauverluste in Höhe von 24 Mio. t (rund 21 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 105 -
8.3.3 Braunkohlenmengen innerhalb der HBP-Grenzen (II)
Welche Kohlemenge ist unter maximal steilen Böschungen innerhalb der räumlichen
Grenzen des genehmigten Gültigkeitsbereich des Hauptbetriebsplans 2025 gewinnbar
(ab Berechnungsbasis 01/2022)?
Im Rahmen de s vorliegenden Fachgutachtens wird auf Grundlage der vorliegenden
RWE-Tagebauendstände und der HBP -Grenze ein Tagebauendstand mit einem mög-
lichst steilen Böschungssystem konstruiert. Die maximale Generalböschungsneigung,
gemessen von der Wellenschlagzone bis zum Tagebautiefsten, beträgt dabei 1 : 5.
Im Süden des Tagebauendstands (östlich von Holzweiler) berücksichtigt der Tagebau-
endstand die dort vorherrschende schwierige geologische Situation. Das Böschungssys-
tem liegt aufgrund der neuen Geometrie des Abbaufeldes teilweise im Bereich des Ja-
ckerather Horstes. Innerhalb dieser geologischen Störung kommt es mehrfach zu einem
Höhenversatz der einzelnen Flöze. Im Bereich des möglichen Reservebetriebs östlich
von Holzweiler und den angrenzenden Flächen befinden sich bis zu sechs Sprungsys-
teme. Das Flöz Garzweiler existiert in diesem Bereich nicht.
Die Planungen des Tagebauendstands berücksichtigen diese geologische Situation
durch ein flacheres Böschungssystem im Süden des Abbaufeldes (1 : 5,4). Abb. 27 zeigt
den im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens konstruierten Tagebauendstand auf
Grundlage der HBP-Grenze 2023 - 2025.
Abb. 27: Möglicher Tagebauendstand auf Grundlage der Hauptbetriebsplangrenze (HBP -
Grenze) und der vorliegenden RWE-Tagebauendstände (Quelle: FUMINCO)
Die Planungen des in Abb. 27 dargestellten Tagebauendstands berücksichtigen die In-
formationen des geologischen Modells sowie die HBP -Grenze als begrenzendes Ele-
ment. Um die Planungen zu konkretisieren und um die Umsetzbarkeit der Planungen zu
bewerten, muss in einem weiteren Schritt eine Leistungsbetrachtung des so limitierten
Tagebaus durchgeführt werden. Hierbei werden die jährlichen Leistungskennzahlen der
© FUMINCO
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 106 -
Großgeräte mit den ermittelten Braunkohlenbedarfen abgeglichen, um die jährliche
Breitstellung von Braunkohlen zu prüfen.
Tab. 67: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze innerhalb des Tagebauendstands auf
Basis der HBP-Grenze 2023 - 2025 (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 61 1,15 70
Frimmersdorf 97 1,15 112
Morken 87 1,15 101
Gesamtsumme 246 283
Tab. 68: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze innerhalb des Tagebauendstands auf
Basis der HBP-Grenze 2023 - 2025 (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 70 12 62
Frimmersdorf 112 7 104
Morken 101 2 99
Gesamtsumme 283 264
1) Basis: Tab. 67
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
technische Abbauverluste in Höhe von 18 Mio. t (rund 16 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
Der angefragte Kohlenvorrat (verwertbare Fördermenge) wird auf Grundlage des mögli-
chen Tagebauendstands (Abb. 27, Seite 105) ermittelt und in Tab. 67 und Tab. 68 do-
kumentiert.
8.3.4 Verwertbare Braunkohlenförderung 2022
Welche Kohlemenge ist im Jahr 2022 aus dem Tagebau Garzweiler / Garzweiler II ge-
fördert worden (01/2022 - 12/2022)?
Die Grundlage für die Ermittlung der Braunkohlenförderung im Tagebau Garzweiler II für
das Jahr 2022 sind die Tagebaustände 01/2022 und 01/2023. Die ermittelte verwertba-
ren Jahresförderung für das Jahr 2022 wird in Tab. 69 (Seite 107) und Tab. 70 (Seite
107) aufgezeigt.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 107 -
Tab. 69: Materialausweisung I für die verwertbare Braunkohlenförderung für das Jahr 2022
(Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 4,0 1,15 4,5
Frimmersdorf 10,2 1,15 11,7
Morken 7,0 1,15 8,1
Gesamtsumme 21,2 24,4
Tab. 70: Materialausweisung II für die verwertbare Braunkohlenförderung für das Jahr 2022
(Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 4,5 12,0 4,0
Frimmersdorf 11,7 7,0 10,9
Morken 8,1 2,0 7,9
Gesamtsumme 24,4 22,9
1) Basis: Tab. 69
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
technische Abbauverluste in Höhe von 1,5 Mio. t (rund 1,3 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
8.3.5 Braunkohlenbedarf (Ausstiegsszenario 2030)
Welche Kohlemenge ist von 01/2023 bis 04/2030 aus dem Tagebau Garzweiler erfor-
derlich, um den Kohlebedarf für den geplanten Ausstiegspfad bis 2030 zu bedienen
(ohne Kohlereserve)?
Der konkrete Kohlenbedarf für die Jahre 2023 bis 2030 fällt laut Aussagen der RWE
unter das Betriebs- bzw. Geschäftsgeheimnis. Die den Gutachtern aktuell vorliegenden
Bedarfsplanungen der Tagebaue Hambach und Garzweiler dürfen somit zurzeit nicht
veröffentlicht werden.
Auf Grundlage der Veröffentlichung „Kurzgutachten zur Ermittlung des Braunkohlebe-
darfs bei einem Kohleausstieg bis 2030 im rheinischen Revier“ vom 21.09.2022 (BET
2022), die von BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH und
NRW.Energy4Climate im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz
und Energie des Landes NRW erstellt wurde, kann auf folgende Daten hingewiesen wer-
den, die die ak tuellen RWE-Bedarfsplanungen in ihrer Größenordnung widerspiegeln:
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 108 -
im sogenannten Moleküle-Szenario der BET liegt der ermittelte Bedarf (2022 bis 2030)
bei insgesamt 348 Mio. t Braunkohlen, die anteilig im Tagebau Hambach (110 Mio. t,
fester Planungsparameter) und im Tagebau Garzweiler (238 Mio. t, abgeleitet) gefördert
werden.
8.3.6 Braunkohlenbedarf (Ausstiegsszenario 2033)
Welche Kohlemenge ist von 01/2023 bis 2033 erforderlich, um den Kohlebedarf für den
geplanten Ausstiegspfad inklusive Kohlereserve / Sicherheitsbereitschaft 2.0 bis 2033
zu bedienen?
Der konkret geplante Braunkohlenbedarf für die Jahre 2030 bis 2033 fällt laut Aussagen
der RWE unter das Betriebs- bzw. Geschäftsgeheimnis. Für die Bereitstellung der mög-
licherweise im Reservebetrieb notwenigen Braunkohlen ist in der entsprechenden RWE-
Tagebauplanung zwischen 2030 und 2033 eine Braunkohlenförderung in Höhe von
39,53 Mio. t vorgesehen (Kapitel 5.6.4).
8.3.7 Definition des Abbaufelds Garzweiler II
Ergibt sich die Definition des Abbaufelds durch den Kohlebedarf, durch Lössbedarf oder
durch den Bedarf an weiteren Massen?
Seit Jahrzenten betreibt die RWE Power AG die drei Großtagebaue Inden, Hambach
und Garzweiler sowie zurzeit zahlreiche Infrastrukturprojekte wie die Nord -Süd-Bahn
und noch zu rekultivierende Flächen wie z. B. de n ehemaligen Tagebau Fortuna oder
diverse Deponien. Basis dieser Großprojekte sind die betrieblichen Langzeit-, Mittel- und
Kurzfristplanungen bis hin zu den entsprechenden operativen Detailplanungen. Die
Braunkohlen- und Hauptbetriebspläne bilden die genehmigungsrechtlichen Grundlagen
der aktuellen und zukünftigen (bergbau-)technischen und organisatorischen Planungen
der Bergbautreibenden.
Die neuen Vorgaben und Zielsetzungen der Leitentscheidungen (2016, 2021) führten zu
einer wesentlichen Veränderung der Grundannahmen gegenüber der vorhandenen Ta-
gebauplanung für den Tagebau Garzweiler II. Signifikante Eingriffe in den Verlauf der
Abbaugrenze und somit auch in die Tagebauplanung stellen vor allem die neu definier-
ten einzuhaltenden Abstände zu den angrenzenden Gemeinden dar.
Mit der Einigung des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des
Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
und der RWE AG, den Kohleausstieg um acht Jahre auf 2030 vorzuziehen, haben sich
erneut die Randparameter für den Tagebau Garzweiler II erheblich geändert (MWIKE
2022-1). Die fünf Dörfer des dritten Umsiedlungsabschnitts (Keyenberg, Kuckum, Ober-
westrich, Unterwestrich und Berverath) wie auch die Holzweiler Höfe (Eggerather Hof,
Roitzerhof und Weyerhof) bleiben aufgrund dieser Übereinkunft erhalten. Gemäß dem
Wirtschaftsministerium NRW wird durch den Kohleausstieg im Jahr 2030 nur noch die
Hälfte der Fläche des ursprünglich vorgesehenen Abbaufeldes im Tagebau Garzweiler
II in Anspruch genommen (MWIKE 2022-1).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 109 -
Auf Grundlage der vorhandenen Tagebauplanungen und den aus der politischen Eini-
gung erzielten Bedingungen (Ausstiegszenarien, Abstände zu Gemeinden etc.) wurde
im laufenden Planungsprozess ein generalisierter Tagebauendstand mit maximaler Aus-
dehnung konstr uiert. Aus diesem ersten Konzept konnte die maximal verwertbare
Braunkohlenmenge ermittelt und mit den innerbetrieblichen Kraftwerksbedarfsprogno-
sen abgeglichen werden. Dabei spielt neben der Gesamtmenge an gewinnbaren (ver-
wertbaren) Braunkohlen insbesondere die zeitliche Verfügbarkeit der Braunkohlen eine
wesentliche Rolle. In einem zweiten Schritt wurde die Angebotsseite (Angebotsvolumina
für Braunkohlen, Abraum, Löss) sowohl mit den internen Rekultivierungsverpflichtungen
(Innenkippe, östliches Restloch) als auch mit den externen Rekultivierungsverpflichtun-
gen (z. B. ehemaliger Tagebau Fortuna) in Relation gesetzt und das entsprechende
Massenüberangebot bzw. die Massendefizite bewertet.
Die anschließenden Planungen bis zur vorliegenden Vorhabensbeschreibung im Rah-
men des Tagebauendstands 2030 bzw. des Tagebauendstands 2033 erfolgten - wie bei
jeder Tagebauplanung - iterativ mit mehreren Planungsdurchläufen. Die Schwerpunkte
der Planungen für den Tagebau Garzweiler II lagen bzw. liegen neben der verwertbaren
Braunkohlenförderung vor allem auf einer ausgeglichenen Lössbilanz. Kernelement der
internen Bedarfsplanung (Rekultivierung) ist die Verfüllung des östlichen Restlochs so-
wie die Herstel lung eines standsicheren Böschungssystems für das Tagebaurestloch.
Im Zusammenhang mit der Verfüllung des östlichen Restlochs spielt die Breitstellung
einer entsprechenden Menge an nicht versauerungsfähigem Material, das im Tagebau
Garzweiler II aus den oberen zwei Sohlen (B1 bzw. B2, pyritfreier Abraum) unterhalb
des Lösshorizontes gewonnen wird, eine weitere wichtige Rolle bei der Definition des
Abbaufeldes. Dieses Material trägt entscheidend zur Verminderung der Entstehung von
saurem Kippenwasser sowie z ur Vermeidung des Stoffaustrags aus der Abraumkippe
(östliches Restloch). Genehmigungsrechtliche Grundlage hierfür ist der Sonderbetriebs-
plan GS 11/98 für den Tagebau Garzweiler vom 19. Juni 1998 und die wasserrechtliche
Erlaubnis zur Verkippung vom 30. Juni 2004.
Somit basiert die Definition des Abbaufeldes und der damit einhergehenden Landinan-
spruchnahme durch den Tagebau im Kern auf zwei Planungsparametern: den verwert-
baren Braunkohlenmengen sowie dem Lössbedarf (intern und extern). Die Erfüllung des
Braukohlen- und Lössbedarfs hat nach RWE-Angaben bei der Planung höchste Priorität
und wird gleichrangig behandelt. Der Abraumbedarf für die Erfüllung der internen und
externen Rekultivierungsverpflichtungen ist ebenfalls ein wichtiger Bewertungsparame-
ter, der allerdi ngs aufgrund des vorhandenen Abraum -Massenangebots im Tagebau
Garzweiler II eine untergeordnete Rolle spielt.
8.3.8 Massentransporte zu den externen RWE-Standorten
Wie setzen sich die von anderen Tagebauen benötigten Massen im Einzelnen zusam-
men (Löss, Forstkies, andere Massen) und wie verteilen sich die Bedarfe (genaue tabel-
larische Darstellung was, wohin gehen soll)?
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 110 -
Im Rahmen der Prüfung und Bewertung der Flächen-, Löss- und Abraumbilanz innerhalb
des Kapitels 6 werden die entsprechenden Auswertungen durchgeführt und dokumen-
tiert.
8.3.9 Massentransporte zum Tagebau Hambach
Für welche Bereiche im Tagebau Hambach werden die Massen benötigt?
Die geplante Wiedernutzbarmachung wird in Kapitel 6.4.3 beschrieben und in Abb. 18
(Seite 61) dargestellt. In Kapitel 6.8 werden die notwendigen Massentransporte aus dem
Tagebau Garzweiler zum Tagebau Hambach analysiert.
8.3.10 Massenbedarf der Zukunftsterrassen in Elsdorf
Verursachen die geplanten „Zukunftsterrassen“ in Elsdorf einen erhöhten Massenbedarf,
den Garzweiler kompensieren muss?
Die Umgestaltung des östlichen Restseeufers in Höhe von Elsdorf zu den sogenannten
„Zukunftsterrassen“ in Elsdorf erfolgt laut Aussagen der Bergbautreibenden weitgehend
massenneutral. Grundsätzlich erfolgt die Umplanung des Seeufers in diese m Bereich
durch Anpassung der Wellenschlagzone und der anschließenden Uferböschung (FG
Hambach). Die Detailplanung erfolgt durch das interdisziplinäre Büro MUST Städtebau
GmbH im Auftrag der Stadt Elsdorf.
Die geplanten „Zukunftsterrassen“ in Elsdorf verursachen laut Aussagen der Bergbau-
treibenden einen erhöhten Massenbedarf in Höhe von unter 1 Mio. m³, der durch die
Abraumgewinnung im Tagebau Hambach gedeckt wird. Aus dem Tagebau Garzweiler
II werden keine Abraummassen für die Kompensation eines Abraumdefizites des Tage-
baus Hambach geliefert.
8.3.11 Anpassung des Abbaufelds Garzweiler II
Wie würde das Abbaufeld in Garzweiler II aussehen, wenn keine Massen in andere Ta-
gebaubereiche verbracht, bzw., wie im jetzigen Braunkohlenplan vorgesehen, nur Löss
„soweit dies möglich und vertretbar ist“ (geltender Braunkohlenplan, S. 256) in andere
Tagebaue verbracht würde?
Insgesamt werden aus dem Tagebau Garzweiler II gemäß den RWE -Planungen rund
97,7 Mio. m³ Abraum (FUMINCO: 93,4 Mio. m³) und 27,1 Mio. m³ Löss (FUMINCO:
27,1 Mio. m³) in andere Tagebau- bzw. Rekultivierungsbereiche transportiert ( Tab. 49,
Seite 81). Falls nur die Lössmassen aus dem Tagebau Garzweiler II zu den Rekultivie-
rungsflächen transportiert werden, würden die vermeintlich zusätzlichen Abraummassen
im Tagebau Garzweiler II verbleiben und könnten aufgrund des fehlenden Lössmaterials
nur in den unteren Bereichen der Innenkippe eingebaut werden. Für die Rekultivierung
zusätzlicher Flächen würde das notwendige Lössmaterial fehlen. Das Böschungssystem
der Innenkippe wäre dadurch flacher als in den aktuellen RWE -Planung vorgesehen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 111 -
Das Abbaufeld und das Böschungssystem des Tagebauendstands im Norden, Westen
und Süden würden sich nicht verändern.
Als Konsequenz aus einer Nichtlieferung von Abraummaterial in andere Tagebau- bzw.
Rekultivierungsbereiche könnten große Fläche im gesamten Rheinischen Revier nicht -
wie geplant - forstlich rekultiviert werden. Zur Disposition stehen rund 1.800 ha forstlicher
Wiedernutzbarmachung. Die Wiedernutzbarmachung von landwirtschaftlich genutzten
Flächen würde nicht beeinträchtigt werden, da im Gegensatz zur Wiederaufforstung hier-
für ausschließlich Löss notwendig ist.
Das genehmigte Wiedernutzbarmachungskonzept des Tagebaus Fortuna kann ohne die
Abraummassen aus dem Tagebau Garzweiler II nicht umgesetzt werden. Aktuell liegen
noch große Teile der Flächen innerhalb des Tagebaus Fortuna unterhalb des zukünfti-
gen Grundwasserspiegels, so dass diese Bereiche nach Grundwasseranstieg unkontrol-
liert geflutet werden würden. Mögliche Konsequenzen des Nichtumsetzens des geneh-
migten Rekultivierungskonzeptes für den Tagebau Fortuna könnten Böschungsbrüche
und eine Verschlechterung der Grundwasserqualität sein. Eine mögliche Änderung des
Wiedernutzbarmachungskonzepts für den Tagebau Fortuna bedarf langjähriger Pla-
nungsprozesse und gutachterlicher Überprüfungen.
Die bisherige Tagebauplanung und somit die Gestaltung des Abbaufeldes (Gewinnungs-
seite) erfolgte im Hinblick auf die Erfüllung der Braunkohlenbedarfsplanung und der Re-
kultivierungsverpflichtungen der Tagebaubetreiberin, d . h., mit dem Schwerpunkt der
Planung auf der Gewinnung von Braunkohlen, Löss und nicht versauerungsfähigem Ma-
terial. Die Förderung eines bestimmten Mindestvolumens an Abraum war nur ein nach-
rangiges Planungsziel, da die Abraumbilanz des Tagebaus Garzweiler II aufgrund der
geologischen Situation innerhalb der verschiedenen umsetzbaren Planungsszenarien
immer ausgeglichen bzw. positiv (Abraumüberschuss) war (Kapitel 7.3.1).
Eine Zulieferung der entsprechenden Abraummassen zur Herstellung von Forstkies und
Rekultivierungssubtrat bzw. für die Verfüllung der entsprechenden Tagebaubereiche aus
Kiesgruben der Region würde eine zusätzliche große Flächeninanspruchnahme durch
den Bergbau zur Folge haben. Es müssten zusätzlich große Gebiete von gegenwärtig
land- bzw. fortwirtschaftlich genutzten Flächen für die Gewinnung der rund 9 3 Mio. m³
bis 98 Mio. m³ Abraum (Sand und Kies) in Anspruch genommen werden.
8.3.12 Alternativen zum geplanten Abraumdepot
Gibt es eine Möglichkeit, auf das Abraumdepot im Tagebau zu verzichten bzw. eine an-
dere Lösung zu finden?
Die Zwischenlagerung von Abraummassen in Höhe von rund 120 bis 125 Mio. m³ (RWE-
Abschätzung) ist aus bergbautechnischen bzw. -planerischen Gründen notwendig, weil
die Infrastruktur, die für die Materialgewinnung und den Materialtransport notwendig ist
(z. B. der Bandsammelpunkt), in vielen Bereichen vor der Rekultivierung zurückgebaut
werden muss. Um das Abraumdepot so klein wie möglich zu halten, soll die Abraumge-
winnung nach Planungen (Konzeptstadium) auch noch nach der Beendigung der Braun-
kohlenförderung erfolgen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 112 -
Ein Verzicht auf ein Abraumdepot ist nicht möglich. Das Anlegen eines Abraumdepots
bzw. mehrerer Lössdepots für die abschließende Rekultivierung sind übliche Bestand-
teile einer Tagebauplanung, falls - wie im Fall des Tagebaus Garzweiler II - wichtige
Infrastrukturbauten, wie z. B. der Bandsammelpunkt oder Fördertrassen, erst nach der
Einstellung der Gewinnung rekultiviert werden können. Im Tagebau Hambach dient die
Manheimer Bucht als Abraum- und Forstkies-Depot.
Eine Alternative zum Abraumdepot innerhalb der untersten Innenkippensohle des Tage-
baus Garzweiler II wäre die Aufschüttung von 120 bis 125 Mio. m³ Abraum im Bereich
des östlichen Restlochs nach dessen vollständiger Verfüllung und vor der geplanten Re-
kultivierung. Durch diese Maßnahme würden große für die landwirtschaftliche Nutzung
vorgesehene Flächen auch nach der geplanten Verfüllung des östlichen Restlochs im
Jahr 2030 durch den Bergbau blockiert werden.
Trotz Ausbau der Infrastruktur zwischen dem aktiven Tagebau und dem östlichen Rest-
loch ist die jährliche Transportkapazität auf rund 50 Mio. m³ Abraum limitiert. Dieser Vo-
lumenstrom ist von der Bergbautreibenden darauf ausgelegt, das östliche Restloch bis
2030 vollständig zu verfüllen. Die Zwischenlagerung von einem zusätzlichen Abraumvo-
lumen in Höhe von 120 bis 125 Mio. m³ in Form einer Außenhalde im Bereich des östli-
chen Restlochs würde nicht nur zu Verzögerungen der abschließenden Rekultivierung
des östlichen Restlochs und der Übergabe der entsprechenden Flächen an Dritte führen,
sondern auch die Arbeiten bis zum Start der Seebefüllung deutlich verlängern. Eine Al-
ternative zu einer Außenhalde im Bereich des östlichen Restlochs wäre die Aufschüttung
einer Außenhalde auf bereits rekultivierten Flächen oder externen Flächen. Dies würde
jedoch zu einer weiteren bzw. erneuten Landinanspruchnahme durch den Bergbau füh-
ren. Hierfür müsste die für die Aufschüttung und anschließende Abtragung der Massen
notwendige Infrastruktur geplant, genehmigt und installiert werden. Diese zusätzlichen
Arbeiten würden den Abschluss der bergbaulichen Tätigkeit im Tagebau Garzweiler II
und somit auch den Start der Seebefüllung um mehrere Jahre verzögern.
Die Zwischenspeicherung der Abraummassen in einem Abraumdepot innerhalb der un-
tersten Innenkippensohle wird nach Aussagen der Bergbautreibenden zu keiner Verzö-
gerung des Starts der Seebefüllung im Jahr 2036 führen. Der Startzeitpunkt der Seebe-
füllung wird von anderen Faktoren beeinflusst. Auf Basis des ersten Abschlusskonzepts
für den Tagebau Garzweiler II müssen die mit dem Schaufelradbagger ges chnittenen
Böschungen aus geotechnischen Gründen nach Beendigung des Gewinnungsbetriebs
flachgestellt und mit Abraum abgedeckt werden (Kapitel 6.3.4). Das Einleitbauwerk zur
Befüllung des Sees kann erst nach dem vollständigen Rückbau der Tagebauinfrastruktur
im sogenannten Bandeinschnitt (Verbindung zwischen dem Tagebau und dem östlichen
Restloch) sowie im Böschungssystem im Bereich des Bandsammelpunkt es errichtet
werden. Der Rückbau des Abraumdepots erfolgt teilweise noch durch Großgeräte und
abschließend durch Hilfsgeräte (Raupen, Bagger und Lkw bzw. Dumper).
8.3.13 Analyse des Böschungssystems (Tagebaus Garzweiler II)
Wie begründen sich die unterschiedlichen Generalneigungen der Böschungen?
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 113 -
Im Norden (vor Keyenberg) und Westen (Linie Keyenberg - Holzweiler) der Gewinnungs-
böschung beträgt die Generalneigung unterhalb der Wellenschlagzone überall 1 : 5. Die
unterschiedlichen Generalneigungen, gemessen von dem untersten Böschungsfuß bis
zum oberen Tagebaurand, entstehen in diesen Bereichen durch die unterschiedliche
Gestaltung der Wellenschlagzone. Insbesondere im Norden ist diese sehr flach geneigte
Fläche erheblich breiter als im übrigen Tagebau. Durch die frühzeitige Beendigung der
Gewinnung vor Keyenberg ist eine Korrektur innerhalb dieses Bereichs des Böschungs-
systems aufgrund der fehlenden Infrastruktur (Bandanlagen etc.) nicht mehr möglich.
Im Süden des Abbaufeldes (vor Holzweiler) wurden durch die Bergbautreibende zwei
Böschungssysteme geplant. Das flacher gestaltete Böschungssystem des Tagebauend-
stands 2030 mit seinen Generalneigungen zwischen 1 : 7 und 1 : 12 berücksichtigt den
Reservebetrieb bis 2033 in einer Höhe von 39,53 Mio. t verwertbare Braunkohlen. Diese
Braunkohlen könnten zwischen 2030 und 2033 gefördert werden, ohne dass die oberste
Gewinnungssohle in diesem Bereich weiter vorangetrieben werden muss. Das südliche
Böschungssystem des Tagebauendstands 2033 wurde mit einer Generalneigung von
1 : 6 bis 1 : 8 geplant. Die Planungen berücksichtigen die komp lexe geologische Situa-
tion in diesem Bereich. Der Reservebetrieb liegt aufgrund der neuen Geometrie des Ab-
baufeldes teilweise im Bereich des Jackerather Horstes. Innerhalb dieser geologischen
Störung kommt es mehrfach zu einem Höhenversatz der einzelnen Flöze. Im Bereich
des möglichen Reservebetriebs und der angrenzenden Flächen befinden sich bis zu
sechs Sprungsysteme. Das Flöz Garzweiler existiert in diesem Bereich nicht. Die Pla-
nungen der Bergbautreibenden berücksichtigen diese geologische Situation durch ein
flacheres Böschungssystem im Süden des Abbaufeldes.
Da der Verlauf der Tagebauoberkante durch die Gewinnung der für die Rekultivierung
notwendigen Lössmassen und nicht versauerungsfähigen Materialmassen definiert wird,
hängt die Generalneigung im Bereich des Reservebetriebs ausschließlich von der
Menge der geförderten Braunkohlen ab. Die konkrete Generalneigung im südlichen Be-
reich des Tagebaus wird erst in der Endphase des Tagebaus (2030 bzw. 2033) exakt
ermittelt werden können.
8.3.14 Braunkohlenmengen zwischen Keyenberg und Holzweiler
Wieviel Mio. t Braunkohlen werden unter den nach den Plänen von RWE Power westlich
der derzeit gültigen Hauptbetriebsplangrenze zwischen Keyenberg und Holzweiler gele-
genen Tagebauflächen (Aufschluss ist nach 2026 vorgesehen) vermutet?
Im Hinblick auf die von dieser Fragestellung berührten bergbauplanerischen Aspekte
sind im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens drei Szenarien für die Ermittlung der
entsprechenden Massenbilanzen erstellt worden. In Abb. 28 (Seite 114) werden Prin-
zipskizzen der Ausdehnung des Massenbilanzkörpers für die drei Szenarien dargestellt.
Der in Abb. 26 (Seite 103) dargestellte Verlauf der Hauptbetriebsplangrenze 2023 - 2025
(durchgehende rot Linie) bzw. der abgebildete Verlauf der Oberkante der durch die Berg-
bautreibende geplanten Abraumböschung 2025 (gestrichelte pinkfarbene Linie) ist die
Grundlage dieser Szenarien. Die Szenarien A3 und A4 basieren auf einer vertikalen Bi-
lanzierungswand, die von der Geländeoberfläche (GOK) aus senkrecht nach unten
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 114 -
verläuft. Im Szenario A5 wird statt einer vertikalen Bilanzierungswand ein Böschungs-
system mit einer Generalneigung von 1 : 5 verwendet.
Abb. 28: Prinzipskizze der Ausdehnung des Massenbilanzkörpers für die Szenarien A3, A4 und
A5, Aufsicht (Quelle: FUMINCO)
Szenario A3
Szenario A4
Szenario A5
Keyenberg
Keyenberg
Keyenberg
Holzweiler
Holzweiler
Holzweiler
Bilanzierungsgrenze:
HBP-Grenze 2023-2025
(vertikale Wand)
Bilanzierungsgrenze:
Abraumböschung 2025
(vertikale Wand)
Bilanzierungsgrenze:
Abraumböschung 2025
(B: Generalneigung 1 : 5)
B
Bilanzierungsgrenze:
Oberkante
Tagebauendstand
(Generalneigung 1 : 5)
Bilanzierungsgrenze:
Oberkante
Tagebauendstand
(Generalneigung 1 : 5)
Bilanzierungsgrenze:
Oberkante
Tagebauendstand
(Generalneigung 1 : 5)
© FUMINCO
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 115 -
Die nördliche, westliche und südliche Flanke des in der Massenbilanz betrachteten Kör-
pers wird im Rahmen aller Szenarien durch den Tagebauendstand 2033 definiert und
hat eine Generalböschungsneigung von 1 : 5. Die Tagebauendstände 2030 und 2033
sind für den Bereich zwischen Keyenberg und Holzweiler identisch.
Auf der östlichen Seite wird der Körper entweder durch eine vertikale Bilanzierungs-
grenze basierend auf der HBP-Grenze 2023 - 2025 (Szenario A3), durch eine vertikale
Bilanzierungsgrenze basierend auf der Oberkante der Abraumböschung 2025 (Szenario
A4) oder durch ein Böschungssystem mit einer Generalneigung von 1 : 5 begrenzt (Sze-
nario A5, Abb. 28, Seite 114: Bereich B). Tab. 71 fasst die Grundlage für drei Szenarien
A3 bis A5 Für zusammen.
Tab. 71 Beschreibung der drei Szenarien für die Ermittlung der Massenbilanzen
Szenario Beschreibung
A3
Massenbilanz auf Grundlage des geplanten Tagebauendstands 2033 1) zwi-
schen Keyenberg und Holzweiler mit einer vertikalen Bilanzierungswand, die auf
dem Verlauf der Hauptbetriebsplangrenze basiert (HBP-Grenze 2023 - 2025, in
Abb. 26 (Seite 103) als rote Linie dargestellt)
A4
Massenbilanz auf Grundlage des geplanten Tagebauendstands 2033 1) zwi-
schen Keyenberg und Holzweiler mit einer vertikalen Bilanzierungswand, die auf
dem Verlauf der Oberkante der Abraumböschung basiert (Abraumböschung
2025, Abb. 26 (Seite 103) als gestrichelte pinkfarbene Linie dargestellt)
A5
Massenbilanz auf Grundlage des Szenarios A4, das durch ein Böschungssys-
tem zum Tagebau hin unter der Verwendung einer Generalböschungsneigung
von 1 : 5 (in Abb. 28 (Seite 114) als Bereich B gekennzeichnet) erweitert wird
1) Tagebauendstände 2030 und 2033 sind für den Bereich zwischen Keyenberg und Holzweiler identisch
Szenario A3 (HBP-Grenze 2023 - 2025, Bilanzierung mit vertikaler Bilanzierungswand)
Gemäß Abb. 26 (Seite 103) liegt die HBP-Grenze 2023 - 2025 des Tagebaus Garzweiler
II im Bereich zwischen Keyenberg und Holzweiler weiter westlich als die geplante Ab-
raumkante des Tagebaus 2025. Wird die Fläche zwischen der in Abb. 28 (Seite 114)
dargestellten HBP-Grenze (Bilanzierung mit vertikaler Bilanzierungswand) und dem Ta-
gebauendstand 2030 bzw. 2033 zwischen Keyenberg und Holzweiler bilanziert, können
die in den Tab. 72 (Seite 116) bis Tab. 75 (Seite 117) gelisteten Volumina und Massen
auf Grundlage des geologischen 3-D-Modells ausgewiesen werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 116 -
Tab. 72: Massenbilanz Szenario A3 - westlich der HBP -Grenze 2023 - 2025 (Bilanzierung mit
vertikaler Bilanzierungswand) und dem Tagebauendstand 2030 bzw. 2033 zwischen
Keyenberg und Holzweiler (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Volumen aus dem geologischen 3-D-Modell
[Mio. m³]
Löss 2,31
Terrassenkies
27,93
Abraum M1
Abraum M2
Bergemittel (Braunkohlenflöze)
Summe (Löss und Abraum) 30,22
Braunkohlen 0,24
Gesamtsumme 30,29
Tab. 73: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A3 ( Quelle:
FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 0,23 1,15 0,27
Frimmersdorf 0,01 1,15 0,01
Morken 0,00 1,15 0,00
Gesamtsumme 0,24 0,28
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 117 -
Tab. 74: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A3 ( Quelle:
FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 0,27 12,00 0,24
Frimmersdorf 0,01 7,00 0,01
Morken 0,00 2,00 0,00
Gesamtsumme 0,28 0,24
1) Basis: Tab. 73 (Seite 116)
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
technische Abbauverluste in Höhe von 0,03 Mio. t (0,03 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
Tab. 75: Lössmaterialausweisung inklusive Lössverlusten bei der Gewinnung im Rahmen des
Szenarios A3 (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Volumen
[Mio. m³]
LW-Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung 1,11
FW-Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung 0,72
Gesamtsumme 1,83
Szenario A4 (Abraumböschung 2025, Bilanzierung mit vertikaler Bilanzierungswand)
Für die Fläche zwischen dem Tagebaustand 2025 (geplante Abraumböschung Ende
2025, Oberkante, Abb. 25 (Seite 101)) unter der Annahme einer vertikalen Bilanzie-
rungswand und dem geplanten Tagebauendstand 2030 bzw. 2033 zwischen Keyenberg
und Holzweiler können die in Tab. 76 (Seite 118) bis Tab. 79 (Seite 119) gelisteten Vo-
lumina und Massen ausgewiesen werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 118 -
Tab. 76: Massenbilanz Szenario A4 - westlich der geplanten Abraumkante 2025 (HBP
2023 - 2025, Bilanzierung mit vertikaler Bilanzierungswand) und dem Tagebauend-
stand 2030 bzw. 2033 zwischen Keyenberg und Holzweiler (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Volumen aus dem geologischen 3-D-Modell
[Mio. m³]
Löss 3,41
Terrassenkies
54,24
Abraum M1
Abraum M2
Bergemittel (Braunkohlenflöze)
Summe (Löss und Abraum) 57,65
Braunkohlen 2,13
Gesamtsumme 59,78
Tab. 77: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A4 (Quelle:
FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 1,56 1,15 1,80
Frimmersdorf 0,57 1,15 0,65
Morken 0,00 1,15 0,00
Gesamtsumme 2,13 2,45
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 119 -
Tab. 78: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A4 ( Quelle:
FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 1,80 12,00 1,58
Frimmersdorf 0,65 7,00 0,61
Morken 0,00 2,00 0,00
Gesamtsumme 2,45 2,19
1) Basis: Tab. 77 (Seite 118)
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
2) technische Abbauverluste in Höhe von 0,26 Mio. t (0,23 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
Tab. 79: Lössmaterialausweisung inklusive Lössverlusten bei der Gewinnung im Rahmen des
Szenarios A4 (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Volumen
[Mio. m³]
LW-Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung 1,55
FW-Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung 1,07
Gesamtsumme 2,63
Szenario A5 (HBP-Grenze 2023 - 2025, Bilanzierungsgrenze: Generalneigung 1 : 5)
Realitätsnaher als die Bilanzierung mit einer vertikalen Bilanzierungswand ist eine Bilan-
zierung auf Grundlage der Abraumböschung des Tagebaus Garzweiler II (Abraumbö-
schung 2025, Oberkante, Abb. 26 (Seite 103)), bei der statt mit einer vertikalen Bilanzie-
rungswand ein Böschungssystem unter der Verwendung einer Generalneigung von 1 : 5
im Bereich B (Abb. 25, Seite 101) gewählt wird. Durch diese modifizierte Bilanzierungs-
grenze können zum geplanten Tagebauendstand 2030 bzw. 2033 zwischen Keyenberg
und Holzweiler die in Tab. 80 (Seite 120) bis Tab. 83 (Seite 121) gelisteten Volumina
und Massen ausgewiesen werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Tab. 80: Massenbilanz Szenario A5 - Bilanzierung auf Grundlage eines Böschungssystems mit
einer Generalneigung 1 : 5 (Basis ist die Abraumböschung 2025) und dem Tagebau-
endstand 2030 bzw. 2033 zwischen Keyenberg und Holzweiler (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Volumen aus dem geologischen 3-D-Modell
[Mio. m³]
Löss 3,43
Terrassenkies
98,20
Abraum M1
Abraum M2
Bergemittel (Braunkohlenflöze)
Summe (Löss und Abraum) 101,63
Braunkohlen 10,61
Gesamtsumme 112,25
Tab. 81: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A5 ( Quelle:
FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 3,44 1,15 3,95
Frimmersdorf 5,52 1,15 6,35
Morken 1,66 1,15 1,90
Gesamtsumme 10,61 12,20
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Tab. 82: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Szenarios A5 ( Quelle:
FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 3,95 12,00 3,48
Frimmersdorf 6,35 7,00 5,90
Morken 1,90 2,00 1,87
Gesamtsumme 12,20 11,25
1) Basis: Tab. 81 (Seite 120)
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
technische Abbauverluste in Höhe von 0,96 Mio. t (0,83 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
Tab. 83: Lössmaterialausweisung inklusive Lössverlusten bei der Gewinnung im Rahmen des
Szenarios A5 (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Volumen
[Mio. m³]
LW-Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung 1,56
FW-Löss, geeignet für die forsttliche Rekultivierung 1,08
Gesamtsumme 2,64
8.3.15 Löss-/Kiesmengen zwischen Keyenberg und Holzweiler
Wieviel Löss und Kies werden unter den nach den Plänen von RWE Power westlich der
derzeit gültigen Hauptbetriebsplangrenze zwischen Keyenberg und Holzweiler gelege-
nen Tagebauflächen (Aufschluss ist nach 2026 vorgesehen) vermutet?
Für die zuvor beschriebenen drei Szenarien erfolgt die Lössmaterialausweisung in Tab.
75 (Seite 117), Tab. 79 (Seite 119) und Tab. 83. Ergänzend zur genannten Lössmateri-
alausweisung sind die Volumina, die unterhalb des Löss horizontes (Niederterrasse) in
der Hauptterrasse verlaufen, nach den geologischen Schichten Jüngere Hauptterrasse,
Tegelen-Schichten und Ältere Hauptterrasse eingeteilt und in Tab. 84 (Seite 122) bis
Tab. 86 (Seite 122) für die drei Szenarien gelistet.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Tab. 84: Bilanzierung der Materialien in der Hauptterrasse im Rahmen des Szenarios A3 (Quelle:
FUMINCO)
Schichtbezeichnung
Sand und Kies Ton und Schluff Gesamtvolumen
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
Jüngere Hauptterrasse 2,10 0,00 2,10
Tegelen-Schichten 0,00 0,13 0,13
Ältere Hauptterrasse 13,59 0,00 13,59
Gesamtsumme 15,69 0,13 15,82
Tab. 85: Bilanzierung der Materialien in der Hauptterrasse im Rahmen des Szenarios A4 (Quelle:
FUMINCO)
Schichtbezeichnung
Sand und Kies Ton und Schluff Gesamtvolumen
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
Jüngere Hauptterrasse 3,28 0,00 3,28
Tegelen-Schichten 0,00 0,17 0,17
Ältere Hauptterrasse 20,38 0,00 20,38
Gesamtsumme 23,66 0,17 23,83
Tab. 86: Bilanzierung der Materialien in der Hauptterrasse im Rahmen des Szenarios A5 (Quelle:
FUMINCO)
Schichtbezeichnung
Sand und Kies Ton und Schluff Gesamtvolumen
[Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³]
Jüngere Hauptterrasse 3,37 0,00 3,37
Tegelen-Schichten 0,00 0,19 0,19
Ältere Hauptterrasse 22,57 0,00 22,57
Gesamtsumme 25,94 0,19 26,13
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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8.3.16 Braunkohlenmengen bei verändertem Tagebauendstand
Wieviel Kohle wird nach einer Inanspruchnahme der Kohlereserve 2030 - 2033 unter
den südlich von Holzweiler verbleibenden Böschungen im Verhältnis 1 : 8 bzw. 1 : 6 ver-
mutet, wenn diese Böschungen auf die Generalböschungsneigung von 1 : 5 verändert
würden?
Im Süden des Abbaufeldes (östlich Holzweiler) wurden durch die Bergbautreibende zwei
Böschungssysteme geplant. Das flacher gestaltete Böschungssystem des Tagebauend-
stands 2030 mit seinen Generalneigungen zwischen 1 : 7 und 1 : 12 berücksichtigt den
Reservebetrieb bis 2033 in einer Höhe von rund 39,53 Mio. t verwertbarer Braunkohlen.
Diese Braunkohlen könnten zwischen 2030 und 2033 gefördert werden, ohne dass die
oberste Gewinnungssohle in diesem Bereich weiter vorangetrieben werden muss. Das
südliche Böschungssystem des Tagebauendstands 2033 wurde mit einer Generalnei-
gung von 1 : 6 bis 1 : 8 geplant. Die Planungen berücksichtigen die kompl exe geologi-
sche Situation in diesem Bereich. Der Reservebetrieb liegt aufgrund der neuen Geomet-
rie des Abbaufeldes teilweise im Bereich des Jackerather Horstes. Innerhalb dieser ge-
ologischen Störung kommt es mehrfach zu einem Höhenversatz der einzelnen Flöze. Im
Bereich des möglichen Reservebetriebs und der angrenzenden Flächen befinden sich
bis zu sechs Sprungsysteme. Das Flöz Garzweiler existiert in diesem Bereich nicht. Die
Planungen der Bergbautreibenden berücksichtigen diese geologische Situation durch
ein flacheres Böschungssystem im Süden des Abbaufeldes.
Da der Verlauf der Tagebauoberkante durch die Gewinnung der für die Rekultivierung
notwendigen Lössmassen und nicht versauerungsfähigen Materialmassen definiert wird,
hängt die Generalneigung im Bereich des Reservebetriebs ausschließlich von der
Menge der geförderten Braunkohlen ab. Die konkrete Generalneigung im südlichen Be-
reich des Tagebaus wird erst in der Endphase des Tagebaus (2030 bzw. 2033) exakt
ermittelt werden können.
Abb. 29 (Seite 124) bis Abb. 33 (Seite 126) zeigen das auf Grundlage der vorliegenden
Anfrage entwickelte Grobkonzept eines Tagebauendstands mit einer Generalneigung
von gerundet 1 : 5,4 (gemessen von der Wellenschlagzone bis zum Böschungsfuß). Die
Wahrscheinlichkeit für die Realisierbarkeit einer noch steileren Generalneigung in die-
sem Bereich ist unter der Berücksichtigung der notwendigen bergbautechnischen Infra-
struktur sehr gering. Das vorliegende Grobkonzept berücksichtigt zudem noch nicht die
schwierige geologische Situation, die das Hereingewinnen der anstehenden Braunkoh-
len signifikant erschweren bzw. teilweise verhindern könnte, da die eingesetzten Groß-
geräte den Braunkohlenflözen in den Störungsbereichen in einem so kleinen Planungs-
gebiet (Endphase des Tagebaus) vielleicht nicht folgen können.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 124 -
Abb. 29: Geplanter Tagebauendstand 2033 ( inklusive Reservebetrieb), Aufsicht (Quelle:
FUMINCO)
Abb. 30: Tagebauendstand 2033 mit einer Generalneigung 1 : 5,4 (Grobkonzept ), Aufsicht
(Quelle: FUMINCO)
© FUMINCO
© FUMINCO
Holzweiler
Holzweiler
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 125 -
Abb. 31: Geplanter Tagebauendstand 2033 ( inklusive Reservebetrieb), gedrehte Ansicht, Sicht
von NO nach SW (Quelle: FUMINCO)
Abb. 32: Tagebauendstand 2033 mit einer Generalneigung 1 : 5,4 (Grobkonzept Gutachter), ge-
drehte Ansicht, Sicht von NO nach SW (Quelle: FUMINCO)
© FUMINCO
© FUMINCO
Holzweiler
Holzweiler
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 126 -
Abb. 33: Tagebauendstand 2033 mit einer Generalneigung 1 : 5,4 (Grobkonzept Gutachter), ge-
drehte Ansicht, Sicht von NO nach SW, Auswertung mit geol. Blockmodell (gelb: Ab-
raum M1, cyan: Abraum M2, rot: Braunkohlen) (Quelle: FUMINCO)
Auf Basis des zuvor genannten Grobkonzepts können die in Tab. 87 bis Tab. 89 (Seite
127) gelisteten Volumina und Massen ausgewiesen werden.
Tab. 87: Materialausweisung Konzept Reservebetrieb 1 : 5,4 (Quelle: FUMINCO)
Materialklasse
Volumen aus dem geologischen 3-D-Modell
[Mio. m³]
Löss 0,00
Terrassenkies
28,80
Abraum M1
Abraum M2
Bergemittel (Braunkohlenflöze)
Summe (Löss und Abraum) 28,08
Braunkohlen 3,47
Gesamtsumme 32,27
© FUMINCO
Holzweiler
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 127 -
Tab. 88: Materialausweisung I für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Konzepts Reservebe-
trieb 1 : 5,4 (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Volumen Dichte Masse
[Mio. m³] [t/m³] [Mio. t]
Garzweiler 0,00 1,15 0,00
Frimmersdorf 0,25 1,15 0,29
Morken 3,22 1,15 3,70
Gesamtsumme 3,47 3,99
Tab. 89: Materialausweisung II für die Braunkohlenflöze im Rahmen des Konzepts Reservebe-
trieb 1 : 5,4 (Quelle: FUMINCO)
Braunkohlenflöz
Masse 1) RWE-Abbauverluste 2) verwertbare Förderung
[Mio. t] [%] [Mio. t]
Garzweiler 0,00 12,00 0,00
Frimmersdorf 0,29 7,00 0,27
Morken 3,70 2,00 3,63
Gesamtsumme 3,99 3,90
1) Basis: Tab. 88
2) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern, Tab. 4 (Seite 22)
technische Abbauverluste in Höhe von 0,09 Mio. t (0,08 Mio. m³) müssen der Abraumseite zugeordnet werden
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 128 -
9 BEHANDLUNG DES VERSAUERUNGSEMPFINDLICHEN ABRAUMS
Im Ablagerungsraum von Garzweiler wurden - im Gegensatz zu Hambach - mächtige
marine Feinsande abgelagert, die auf Grund des eingelagerten, fein verteilten Pyrit (Ei-
sen(II)-disulfid, FeS2) bei Sauerstoffzutritt versauerungsfähig sind. In der Folge treten
pH-Wert Absenkungen, erhöhte Sulfat- und Schwermetallgehalte im Grundwasser auf.
Während bei Garzweiler I diesem Thema noch keine besondere Aufmerksamkeit ge-
schenkt wurde, wurden im Vorfeld von Garzweiler II verschiedene Maßnahmen zur Re-
duzierung der Säurefreisetzung geprüft (Obermann et al. 1993) und dann im BKP (1995)
verankert.
Die A1- und A2-Maßnahmen des BKP sieht am Nordrand vor, bestimmte Verkippungs-
geometrien einzuhalten, da hier nach Anstieg der Grundwasserstände in der Abraum-
kippe wieder ein Grundwasserabstrom nach Norden in die intensiv genutzten Grundwas-
serleiter erfolgen wird (Abb. 34, Seite 129). Der obere Teil der Kippe wird aus selektiv
gewonnenem und weitgehend versauerungs unempfindlichem Material aufgebaut. Die-
ses Material ist in der Regel durchlässiger als das versauerungsempfindliche Material
und soll damit bewirken, dass nach Wiederanstieg des Kippenwassers im oberen Be-
reich der Kippe qualitativ gutes Grundwasser nach Norden und in die oberen Zonen des
Tagebausees abströmt. Hierzu müssen die vereinbarte selektive Gewinnung des ver-
sauerungsempfindlichen Materials (A1-Maßnahme) und Verkippungsgeometrien einge-
halten werden (A2-Maßnahme), die im Monitoring Garzweiler II regelmäßig überwacht
werden14:
• Die Basis des versauerungsunempfindlichen Abraums am Nordrand des Tagebaus
soll bei ca. +50 m NHN liegen. Auf Basis von Modellrechnungen durch die RWE
wurde abgeleitet, dass das neugebildete Grundwasser innerhalb des 500 m Saumes
oberhalb des Ton 11c in das unverritzte Gebirge (Horizont 16/11D) abströmt, ohne
mit den Pyritverwitterungsprodukten in Kontakt zu kommen (hellblauer Pfeil). West-
lich der A44 und östlich der A44 muss der Saum 1.000 m betragen.
• Das außerhalb der 500 -1.000 m-Zone versickernde Grundwasser wird höher mine-
ralisiert sein und soll dann unterhalb des Ton 11C (Grundwasserstauer) in die tiefe-
ren Grundwasserleiter abströmen (dunkelblauer / roter Pfeil).
14 Bei der Überprüfung der RWE-Tagebauplanung durch die FUMINCO wurde auch das Angebot an pyrit-
freiem (< 0,01 Gew. -%) bzw. an nicht versauerungsfähigem Material (< 0,1 Gew. -%) sowie der entspre-
chende Bedarf dieser Materialien bei der Verkippung überprüft und als nachvollziehbar eingestuft:
300 Mio. m³ (Angebot) - 291 Mio. m³ (Bedarf) = + 9 Mio. m³ (genügend pyritfreies bzw. nicht versauerungs-
fähiges Material vorhanden)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 129 -
Abb. 34: Schema der Abraumverkippung (MHB Abraumkippe)
Die A6-Maßnahme beinhaltet die Zugabe von gemahlenem Kalk (CaCO3), um den ver-
sauerungsfähigen Abraum zu puffern. Vor der Verfüllung wird der notwendige Kalkzu-
schlag für den versauerungsfähige Abraum ermittelt und kontinuierlich zugegeben. Der
gekalkte Abraum wird dann im unteren Bereich der Kippe eingelagert gemäß der Vorge-
hensweise im Projekthandbuch und Methodenhandbuch des Monitorings Garzweiler II.
Die Kalkmengen liegen in den letzten Jahren ca. 250.000 t jährlich. Über die Einhaltung
(Zielerfüllung) der Auflagen wird auch im Monitoring Tagebau Garzweiler II in den Jah-
resberichten regelmäßig berichtet (BR Köln 2022).
Der Kalk wird in Wülfrath gebrochen, gemahlen, per LKW in den Tagebau Garzweiler II
transportiert am Bandsammelpunkt zugemischt.
Die Kalkung zielt darauf ab, nach dem Wasseranstieg die Säuremenge zu puffern, die
im Abraum am Ort der Kalkung entsteht (Berechnungsgrundlagen: Oxidationsgrad, Py-
ritmenge, sedimenteigenes Puffervermögen), um den pH -Wert stabil zu halten und
dadurch die Freisetzung von Eisen und der Schwermetalle zu begrenzen.
Dabei handelt es sich nicht um eine mehrjährig dimensionierte oder auf die insgesamt
entstehende Säuremenge ausgerichtete Kalkung und ebenso wenig um eine Vorrats -
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 130 -
oder Überkalkung mit dem Ziel, überschüssige Säuremengen aus den ungekalkten Kip-
penbereichen aus Garzweiler I zu neutralisieren.
Im Rahmen des vorliegenden Fachgutachtens erfolgt keine Bewertung oder Über-
arbeitung der hier beschriebenen Vorgehensweise. Dies wird im Monitoring Garz-
weiler II regelmäßig überprüft und angepasst. Die Gutachter gehen davon aus,
dass das gekalkte Material zukünftig weiter nach denselben Kriterien wie in der
Vergangenheit eingebaut werden kann.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 131 -
10 HYDROGEOLOGISCHE AUSWIRKUNGSANALYSE
Bei der hydrogeologisch -wasserwirtschaftlichen Auswirkungsanalyse werden folgende
Themen beschrieben und bewertet:
• Szenario 2030
- Abstrom aus der Abraumkippe
- Entwicklung des Tagebausees und Abstrom aus dem Tagebausee
- Wasserbilanzen (Infiltrationswasser, Rheinwasser)
• Abgesenktes östliches Restloch
- Risiko der Versauerung
- Wasserhaushalt im östlichen Restloch
• Finaler Seewasserstand
- Begründung des Seeniveaus von +65 m NHN
- Mögliche Auswirkungen
- Möglichkeiten und Auswirkungen höherer Seewasserstände
Die veränderten Abstände zu den Dörfern haben keine relevanten hydrogeologisch-was-
serwirtschaftlichen Auswirkungen.
Die Kurzstudie im Auftrag von Europe Beyond Coal (CoalExit 2022) ist aufgrund der zu
geringen gewinnbaren Kohlenmengen und der nicht ausgeglichen Abraumbilanz nicht
umsetzbar (Zusammenfassung in Kapitel 11) und wird nicht weiter hinsichtlich der hyd-
rogeologisch-wasserwirtschaftlichen Auswirkungen betrachtet.
10.1 Aufbau der Böschungen
Den Aufbau der Böschungen im Detail zeigt die Tab. 90. Die gesamte Seelänge ergibt
sich hiernach zu ca. 20,9 km, da die Kippenschürze im Norden auch in den Bereich „A1
Maßnahme mit Verbreitung Horizont 11c“ fällt.
Tab. 90: Anteile der verschiedenen Böschungsbereiche im Szenario 2030
Böschung km Anteile [%]
Kippenschürzen (Nord und Süd) 2,4 11
Innenkippe (i.w. gekalkt) 7,4 35
Geschnitten (unverritztes Gebirge) 11,1 53
Summe 20,9 100
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 132 -
In Kapitel 10.6 wird im Einzelnen bewertet, welche qualitativen Auswirkungen eine
Durchströmung der einzelnen Böschungen auf das Grundwasser und den Tagebausee
haben kann.
10.2 Numerische Modelle als Entscheidungsgrundlage
Im Rahmen einer Tagebauplanung und als Grundlage für die Bewertung der Auswirkun-
gen dieses Eingriffs in den Natur - und Wasserhaushalt werden im Rheinischen Revier
verschiedene numerische Modelle eingesetzt, die aufeinander aufbauend die erforderli-
chen Auswirkungsprognosen und darauf basierenden Entscheidungen ermöglichen.
Auf Basis der geologischen Daten werden ein 3-D-Lagerstättenmodell und ein 3-D-Kip-
penmodell aufgebaut. Diese Modelle ermöglichen die Bergbauplanung, unter anderem
mit Aussagen über die abgebauten Materialien und deren Klassifizierung (Bodenschatz,
Abraum, standfest bzw. nicht standfest, versauerungsempfindlich etc.), die Ausgestal-
tung des Tagebausees (inklusive des Böschungssystems) und den Aufbau von Kippen
und Halden.
Auf Grundlage des 3-D-Lagerstättenmodells, des 3-D-Kippenmodells sowie der Endform
des Tagebausees und der Kippen wurden die schollenübergreifenden Grundwassermo-
delle (Reviermodell von RWE Power AG, Grundwassermodell des Erftverbandes,
Grundwassermodell de s LANUV) aufgebaut und regelmäßig gemäß Erkenntnisfort-
schritt im geologischen Aufbau und der Bergbauplanung aktualisiert. Diese Grundwas-
sermodelle ermöglichen Aussagen über Kippenwasserstände, zeitweise und finale
Abstrombereiche des Grundwassers aus den Kippen Garzweiler I und Garzweiler II, die
zukünftig zur Verfügung stehenden Sümpfungswassermengen und die Wechselwirkung
mit der Infiltration (z. B. Ausbreitung des Infiltrationswassers). Hieraus lassen sich auch
die Höhe und die Zeitpunkte der Wasserdefiz ite ableiten, die dann durch Rheinwasser
ausgeglichen werden müssen.
Die zu erwartende Kippenwasserqualität wurde im Jahr 1994 über umfangreiche Con-
tainerversuche abgeschätzt (Obermann et al. 1993) und im Jahr 2014 nochmals über-
prüft (RWTH 2014, Abschn. 2.2). Auf Basis der zu erwartenden Kippenwasserqualität
und der Abstromrichtungen sowie der Form des Tagebausees wurden die Langzeitaus-
sagen über die Beeinflussung des Grundwasserleiters (z. B. maximale Ausbreitung Sul-
fat), mögliche Beeinträchtigungen der Trinkwassergewinnung und Gegenmaßnahmen
(Abfangbrunnen) getroffen sowie Langzeitaussagen über die zukünftige Seewasserqua-
lität abgeleitet. Grundlage war das Reviermodell der RWE AG (Grundwasserströmung
und Transport).
Diese oben beschriebenen numerischen Modelle und Gutachten liegen für das Szenario
2030 (noch) nicht vor bzw. befinden sich in Bearbeitung. Die hier angewandte Vorge-
hensweise, um auch ohne Grundwassermodell zu einer Bewertung zu gelangen, wird
im Folgenden beschrieben.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 133 -
10.3 Vorgehensweise
Da es keine aktuellen Bewertungsgrundlagen für das Ausstiegsszenario 2030 und der
LE 2023 gibt, werden im Folgenden die verschiedenen Planungen des Tagebaus Garz-
weiler II anhand der drei Leitentscheidungen LE 1991, 2016 und LE 202115 nachgezeich-
net und die entsprechenden Bewertungen der Kippenwasserqualität, des Abstroms aus
der Kippe in Grundwasser und Tagebausee und der Tagebauseeentwicklung dargestellt.
Dann wird geprüft, welche Bewertungen nach wie vor aktuell sind bzw. auch ohne Mo-
delle weiterentwickelt werden können. Einen Überblick gibt die Tab. 91. Nicht dargestellt
sind die jeweiligen Bergbauplanungen und die darauf beruhenden Berechnungen mit
dem Reviermodell der RWE AG.
Tab. 91: Überblick über die Bewertungsgrundlagen und Aussagen bei den einzelnen Leitent-
scheidungen
LE Qualität Kippeng-
rundwasser
Qualität Tagebausee Abstrom ins Grundwasser
aus der Abraumkippe
LE1991
Hoch mineralisiert
(Tab. 92, Seite 135)
Obermann (1993)
Ausbildung Chemokline
Hamm (1991),
Hutter (1993)
Reviermodell
(Abb. 37, Seite 137)
A6-Maßnahme zur
Minimierung der Mi-
neralisation
Obermann (1993)
BKP 1995
Ausbildung Chemokline
Hamm (1991),
Hutter (1993)
Reviermodell
(Abb. 37)
Geringere Minerali-
sation
RWTH (2014)
Keine Ausbildung einer
Chemokline
RWTH (2014)
Kopplung Bahnlinien Revier-
modell mit PHREEQC:
Ausbreitung konservative
Tracer und reaktive Inhalte:
Sulfat, Schwermetalle
RWTH (2014)
LE2016
LE2021
Geringere Minerali-
sation
RWTH (2014)
Leßmann et al.
(2020)
Keine Chemokline
RWTH (2014)
vielfältiger Tagebausee
möglich
Leßmann et al (2020) Ent-
wurf nicht öffentlich
Aktualisierung RWTH (2014)
in RWTH (2020)
Kopplung Bahnlinien Revier-
modell (Abb. 41, Seite 143)
mit PHREEQC: Verschiebun-
gen gegenüber 2014
LE2023
Geringere Minerali-
sation RWTH
(2014)
(Bewertung: ahu
2023)
Keine relevanten Verände-
rungen (Bewertung: ahu
2023): vielfältiger Tagebau-
see möglich
Qualitativer Bewertung ahu
(2023)
15 (LE 1991), (LE 2016), (LE 2021)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 134 -
10.4 Leitentscheidung 1991
10.4.1 Beschreibung
Die Vorgaben der LE 1991 wurden im BKP 1995 und dem Rahmenbetriebsplan umge-
setzt. Die Flächeninanspruchnahme für den Tagebau Garzweiler II gemäß BKP 1995
und Rahmenbetriebsplan / Leitentscheidung 1991 zeigt die Abb. 35.
Östlich der A 44 liegt der Tagebau Garzweiler I (BKP Frimmersdorf). Die Lage der A 44n
ist ebenfalls dargestellt. Die Abraumkippe von Garzweiler I wurde nicht gekalkt und hätte
im Norden an den Tagebausee gegrenzt. Nach Süden wäre eine zunehmend mächtigere
gekalkte Innenkippe zwischen Tagebausee und der ungekalkten Kippe aufgebaut wor-
den. Es hätte sich bei Realisierung der LE 1991 vorwiegend um Kippenschürzen und die
Innenkippe im Osten gehandelt.
Abb. 35: Abbaufeld Garzweiler II gemäß LE 1991 und BKP Garzweiler II (1995)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 135 -
10.4.2 Qualität des zukünftigen Kippengrundwassers
Da das Grundwasser bislang in der Kippe noch nicht weit genug angestiegen ist ( Abb.
36, rechte Seite), kann die spätere Kippenwasserqualität auch heute noch nicht reprä-
sentativ gemessen werden.
Gemäß Monitoringhandbuch (MHB) (Ausgabe 5/2016, Tab E.7 -1) wird die in Tab. 92
dargestellte durchschnittliche Konzentration im Kippenwasser erwartet. Dies beruht v. a.
auf umfangreichen Containerversuchen (Obermann et al. 1993) und den ersten Messun-
gen und Erfahrungen aus vergleichbaren Abraumkippen (z. B. in der Ville).
Abb. 36: West-Ost-Schnitt durch den Tagebau, Stand Anfang 2022 (Quelle: RWE)
Tab. 92: Erwartete durchschnittliche Konzentrationen im Kippenwasser (MHB Abraumkippe)
Parameter Container-
ergebnisse
erwarteter Kippenwasser-
durchschnitt nach
A6-Maßnahme
RWTH (2014)
pH 6,7 6,5 ≥ 6
Leitfähigkeit µS/cm 3600 4000
SO4 mg/L 1900 2100 max 2.600 mg/L (Sättigung)
Fe mg/L 300 330 max. 800 - 10er mg/L Bereich
Ca mg/L 550 600 max. 580 mg/l
Mg mg/L 40 50
Al mg/L 0,4 0,6
Si mg/L 11 16
Ni mg/L 0,03 0,05 10er µg-Bereich
Co mg/L 0,0006 0,001
Zn mg/L 0,543 0,8
Cr mg/L 0,0019 0,003
Cu mg/L 0,0015 0,003
As mg/l 0,0062 0,01 einstelliger µg-Bereich
Pb mg/l 0,001 0,001
Cd mg/l 0,001 0,001
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 136 -
10.4.3 Minimierung der Versauerung des Kippengrundwassers
Die erwarteten Kippenwasserqualitäten führten zu der Konzeption der A1-, A2- und A6-
Maßnahmen (Obermann et al. 1993), die im BKP (1995) verankert wurden, um die Ver-
sauerung zu minimieren.
10.4.4 Abstrom aus der Abraumkippe
10.4.4.1 Erwarteter Abstrom aus der Abraumkippe gemäß BKP 1995
Es wurde erwartet, dass sich der Hochpunkt im Grundwasser später in den Bereich der
ungekalkten Kippe von Garzweiler I verlagern würde (Abb. 37, Seite 137). Spätestens
ab dem Jahr 2100 würde dann mineralisiertes Grundwasser aus der ungekalkten Kippe
in den See abströmen. Um diesen Zustrom zu minimieren, sollte der Tagebausee auch
auf ca. zwei Drittel des Ufers von unverritztem Gebirge umgeben sein, was den Zustrom
aus der ungekalkten Innenkippe minimiert hätte.
Die Auswirkungen der Abraumkippe auf das Grundwasser und den Tagebausee gemäß
dieser Planung wurden durch RWE mit Hilfe des Grundwassermodells (Reviermodell)
ermittelt.
Die Abb. 37 (Seite 137) zeigt dies in verschiedenen charakteristischen Zeitschritten. Dies
ist bis Stand 10/2023 der aktuelle Stand der Bewertung im Monitoring Garzweiler II und
entsprechend im PHB und im MHB beschrieben.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 137 -
Abb. 37: Prognostizierte Grundwasserströmungsverhältnisse im Bereich der Abraumkippe und
des Tagebausees (Quelle: PHB Garzweiler, Ausgabe 23)
Im Folgenden folgt eine kurze Einordung der einzelnen Zeitschritte.
2025
• Durchströmung der ungekalkten Kippe Garzweiler I und der gekalkten Kippe Garz-
weiler II von Osten nach Westen zu den Sümpfungsbrunnen. Der Kippenwasser-
stand liegt bei ca. -40 m NHN im Zentrum.
• Ein zweiter Abstrom wird wahrscheinlich aus der ungekalkten Kippe Garzweiler I
nach Süden erfolgen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 138 -
2050
• Langsamer Aufbau eines Kippenwasserstands (ca. +10 m NHN im Zentrum) in der
Kippe und weiterer Abstrom nach Westen in den sich langsam füllenden Tagebausee
und nach Süden.
• Abstrom aus dem Tagebausee nach Süden.
2070
• Der Kippenwasserstand liegt bei ca. +55 m NHN im Zentrum.
• Abstrom nach Süden aus dem Kippenzentrum.
• Abstrom aus dem Tagebausee nach Westen.
2080
• Der Kippenwasserstand liegt bei ca. +70 m NHN im Zentrum.
• Radialer Abstrom aus der Kippe.
2100 Endzustand
• Der Wasserstand des Tagebausees soll durch den Niersablauf dauerhaft bei ca.
+65 m NHN gehalten werden. Dadurch wird erreicht, dass aus dem Tagebausee kein
höher mineralisiertes Grundwasser in die Grundwasserleiter nach Norden und Wes-
ten abströmt.
• Der Kippenwasserstand liegt bei ca. +75 m NHN im Zentrum. Der dauerhafte radiale
Abstrom aus der gekalkten Kippe Garzweiler II kann ohne Maßnahmen nicht verhin-
dert werden.
10.4.4.2 Abstrom aus der Abraumkippe ins Grundwasser (RWTH 2014)
Für den Tagebausee gemäß der LE 1991 wurde der Abstrom aus der Abraumkippe ins
Grundwasser durch RWTH (2014) abgeschätzt. Die Abschätzungen basierten auf den
Grundwassermodellberechnungen (Bahnlinien16) der RWE mit dem Grundwasserströ-
mungsmodell gemäß Tagebauendstand nach LE2021 und den Sulfatkonzentrationen
des Jahres 2100 als Startzeitpunkt auf Basis des Stofftransportmodells von RWE.
Bis zur Befüllung des Tagebausees im Jahr 2080 wird die Kippe von Nordosten in Rich-
tung Tagebausee durchströmt. Nach vollständiger Befüllung des Tagebausees erfolgt
eine Umkehr der Strömungsrichtung nach Nordosten. Bis zum Erreichen eines stationä-
ren Endzustands im Jahr 2200 erfolgt ein Austrag aus der Kippe. Ab dem Jahr 2200 wird
dann der Abstrom nur noch in nördliche bis nordöstliche Richtung ins unverritzte Gebirge
erfolgen ( Abb. 34, Seite 129). Die Zielvorstellung ist, dass das mineralisierte
16 Bahnlinien verlaufen senkrecht zum (Grundwasser)gefälle und geben die Grundwasserfließrichtung an.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 139 -
Grundwasser aus der Kippe unterhalb des Horizonts 11c nach Norden in die tieferen
Grundwasserleiter abströmt.
Den Grundwasserabstrom aus der Kippe in den tiefen Modellleiter, der für die Wasser-
gewinnung wichtig ist, zeigt die Abb. 38 (Seite 139). Die Grundwassergleichen sind in
blass-blauer Farbe dargestellt. Entlang einzelner Bahnlinien (rosa Linien in Abb. 38) wur-
den für Sulfat (konservativer Tracer) und für ausgewählte Schwermetalle die hydroche-
mischen Reaktionen im Grundwasser abgeschätzt. Hierzu wurde das Programm
PHREEQC verwandt. Ein Ergebnis, die Ausbreitung der 250 mg/L -Isokonze für Sulfat,
ist in Abb. 38 dargestellt.
Abb. 38: Abstrom aus der Abraumkippe in den tiefen Modellleiter (RWTH 2014)
Die Prognose der Sulfatausbreitung der RWE AG und auch von RWTH (2014) beruht
auf verschiedenen vereinfachten Ansätzen im Grundwassermodell der RWE AG, die zu
zu hohen Sulfatwerten im Grundwasser führen (RWTH 2014, Seite 38 und RWTH 2020,
Seite 49):
• Es gibt keine obere Grenzkonzentration der Sulfatlöslichkeit. Gem. Tab. 92 (Seite
135) liegt diese jedoch bei max. 2.600 mg/L bzw. 2.700 mg/L.
• Die Überpufferung der Kippe wurde nicht berücksichtigt. Dies führt zu einer Gipsfäl-
lung und Wiederfestlegung bei hohen Sulfatgehalten beim Übergang aus der unge-
kalkten in die gekalkte Kippe. Die Gipsfällung führt zu einer Reduktion von Sulfat im
weiteren Abstrom, so dass es auch nicht zu einer weiteren Westverlagerung von
Sulfat kommen kann (RWTH 2020, Seite 49).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 140 -
10.4.5 Auswirkungen auf den Tagebausee
In der damaligen Erwartung eines Abstroms höher mineralisierten Grundwassers aus
der Abraumkippe wurde im BKP Garzweiler II (1995) für diesen Tagebausee festgelegt,
gefordert bzw. erwartet:
• Der Seewasserspiegel liegt bei +6517 m NHN.
• Der Tagebausee grenzt weitgehend an das unverritzte18 Gebirge an.
• Der Nährstoffeintrag durch Rheinwasser führt zu einem oligothrophen 19 bis me-
sothrophen See.
• Durch die große Tiefe des Tagebausees kommt es zu einem Absinken der Pflanzen-
nährstoffe und für einen langen Zeitraum zu einer stabilen Schichtung.
• Durch Kalkung der Kippe von Garzweiler II entsteht neutrales Kippengrundwasser
und es stellt sich ein pH-Wert von 6 im oberen Seewasser ein.
• Das zuströmende Kippenwasser wird sich unter das unbelastete Seewasser schich-
ten.
• Handlungsoptionen, falls unerwartete oder unerwünschte Entwicklungen eintreten,
sind:
- tiefenspezifische Zuführung des Einleitungswassers aus dem Rhein (zur „Auf-
lösung“ der Tiefenschichtung),
- Tiefenwasserentnahme nach der Befüllung (und Aufbereitung).
Grundgedanke im BKP Garzweiler II (1995) war noch, dass die Ausbildung eines mög-
lichst tiefen und kompakten Tagebausees weit im Westen erforderlich bzw. wünschens-
wert ist, damit sich eine stabile Chemokline ausbilden kann (Gutachten von Hamm
(1991), Hutter (1993)).
17 Der Seewasserstand liegt damit im Bereich der späteren Niersquelle ca. 10 m unter dem Ausgangswas-
serstand von Oktober 1963 und ist somit ein (gewünschter) lokaler Tiefpunkt im regionalen Grundwasser-
fließsystem, der radial - und vor allem aus der Abraumkippe - angeströmt wird. Das Niveau von 65 m NN
soll durch den entsprechend tief angelegten Niersablauf geregelt werden.
18 Die zur maximalen Ausbeutung der Lagerstätte steil geschnittenen Böschungen (ca. 1 : 2,3) wäre im
Norden, Westen und Sünden mit einer Kippenschürze (Vorschüttung) versehen und auf ca. 1 : 5 abgeflacht
worden. Im Osten hätte die Innenkippe gelegen. Die Bös chungen des späteren Tagebausees wären damit
rundherum aus mehr oder weniger mächtigen Schüttungen von gekalktem Abraum aufgebaut gewesen.
19 nährstoffarm
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 141 -
10.5 Leitentscheidung 2016 / 2021
10.5.1 Beschreibung
Mit der LE 2016 wurde erstmals (Abb. 39, Seite 142) und mit der LE 2021 dann endgültig
der Tagebau verkleinert und die Ortslage Holzweiler ausgespart (Abb. 40).
Abb. 39: Tagebauendstand mit Tagebausee gemäß Vorhabensbeschreibung LE 2016
Bei der LE 2021 wurde gegenüber der LE 2016 der Abstand auf die Ortslagen auf 400
bzw. 500 m vergrößert (Abb. 40, Seite 142) und der Tagebausee im Südosten, im Be-
reich des Bandsammelpunktes, erweitert.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 142 -
Abb. 40: Tagebauendstand mit Tagebausee gemäß Vorhabensbeschreibung LE 2021 (Ab-
standsvergrößerung zu den Ortslagen)
Dies war nach Angaben von RWE aus folgenden Gründen erforderlich (Mail vom
20.01.2023):
„Das Verkippen des Bereichs des Bandsammelpunktes im Südosten des Tagebaus
Garzweiler hätte eine vorherige Verlegung des Bandsammelpunktes erforderlich ge-
macht. Dieser aufwendige über mehrere Jahre andauernde Prozess, hätte in der Phase
des Umschlusses der Gewinnungs- und Verkippungsförderwege zu Leistungseinbußen
und damit zu einer geringeren Kohleförderung geführt.
Mit dem durch den vorgezogenen Kohleausstieg verbundenen Erhalt des Hambacher
Forstes geht die Kohleförderleistung des Tagebaus Hambach erheblich zurück. Die
Kraftwerke an der Nord-Süd-Bahn hätten dann bei den mit der Bandsammelpunktverle-
gung im Tagebau Garzweiler verbundenen Leistungseinbußen nicht mehr ausreichend
versorgt werden können. Daher konnte eine Bandsammelpunktverlegung im Tagebau
Garzweiler während des aktiven Tagebaubetriebs nicht mehr durchgeführt werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 143 -
Die Möglichkeit einer Verkippung des Bandsammelpunktes nach Beendigung der Koh-
leförderung im Tagebau Garzweiler hätte die Anlage eines mehrere hundert Millionen
Kubikmeter großen Abraumdepots erforderlich gemacht. Die Entnahme und Verkippung
hierfür hätten gegenüber der Planung LE16 mehrere Jahre in Anspruch genommen, in
der eine weitere Trockenhaltung der Tagebauseemulde erforderlich gewesen wäre“.
(RWE, 20.01.2023)
10.5.2 Qualität des zukünftigen Kippengrundwassers
Es gibt keine Aktualisierung der Prognose der Kippenwasserqualität gegen über RWTH
(2014). Die Tab. 92 (Seite 135) ist nach wie vor gültig.
10.5.3 Abstrom ins Grundwasser
Aufgrund des geänderten Tagebauendstands in der LE 2016 mit einem Tagebauende
2038 wurde die Abschätzung aus RWTH (2014), die sich noch auf die LE 1991 bezog,
gemäß der LE2016 aktualisiert (RWTH 2020).
Abb. 41: Zeitliche Entwicklung der Strömungssituation im Umfeld des Tagebau Garzweiler
nach Tagebauende auf Grundlage der LE 2016 (RWTH 2020)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 144 -
Die Abb. 41 (Seite 143) zeigt die zeitliche Entwicklung der Strömungssituation im Umfeld
des Tagebau Garzweiler nach Tagebauende auf Grundlage der LE 2016.
Gegenüber einem Tagebausee und einer Abraumkippe gemäß der LE 1991 ergeben
sich für die LE2016 auf Basis des aktualisierten Grundwassermodells der RWE AG fol-
gende Unterschiede20:
• Die Wasserscheide in der ungekalkten Kippe verschiebt sich während des Wieder-
anstiegs deutlich nach Westen in Richtung des Absenkungsschwerpunktes Tage-
bausee.
• Dadurch wird der östliche Teil der ungekalkten Kippe von Grundwasser aus Nordos-
ten bogenförmig nach Südsüdost durchströmt und insgesamt weniger Stoffinventar
(v. a. Sulfat) aus der ungekalkten Kippe nach Westen verlagert.
• Nach einer Tagebauseefüllung bis ca. +55 m NHN, ungefähr ab dem Jahr 2075, wird
die Abraumkippe von Nordosten in Richtung des Tagebausees von Grundwasser
von außerhalb der Kippe durchströmt. Da das abgelagerte Kippenvolumen gegen-
über der LE 1991 kleiner ist, besteht auch generell ein geringere s Sulfatinventar in
der Kippe.
• Ca. 10 Jahre später (ab ca. 2085) kommt es nach vollständiger Befüllung des Rest-
lochs und ansteigendem Grundwasserniveau der umgebenden Kippen- und Grund-
wasserkörper zu einer Umkehr der Strömung aus dem Tagebausee in Richtung
Nordosten.
• Erst zwischen 2100 und 2200 stellt sich großräumig ein stationärer Strömungszu-
stand im Grundwasserraum ein, der dann - abgesehen von anderweitigen anthropo-
genen Einflüssen - nur noch von der Grundwasserneubildung beeinflusst wird.
• Ab dem Jahr 2100 wird aus der gesamten Kippe ein dauerhafter Abstrom des Kip-
pengrundwassers in nördlicher bis nordöstlicher Richtung ins unverritzte Gebirge er-
folgen (zunächst noch instationär, ab dem Jahr 2200 dann stationär).
Die Abb. 42 (Seite 145) zeigt den Abstrom aus der Abraumkippe in den tiefen Modelllei-
ter, die für die Wasserversorgung relevant sind.
20 Auch wenn die Grundwasserströmungsverhältnisse der LE 2023 von der LE 2021 abweichen, erfolgt
dennoch eine Darstellung der Unterschiede zwischen der LE 1991 und der LE 2021.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 145 -
Abb. 42: Abstrom aus der Abraumkippe in den tiefen Modellleiter mit 250 mg/L Sulfat-Isokonze
in Gelb (RWTH 2020, Ergänzung ahu GmbH)
Aufgrund einer verbesserten Modellrechnung (RWTH 2020, Seite 38) gegenüber der
LE 1991 (Kapitel 10.4.4.2) ergeben sich auch für die Stoffausbreitung relevante Unter-
schiede. So ist die Ausbreitungsfront (gemessen an der 250 mg/L -Isokonze in Gelb)
quasi stationär. Es erfolgt zwar eine anhand der Fließpfeile angezeigte Grundwas-
serströmung nach Nordwesten, aber durch die Konzentrationsverdünnung infolge der
Grundwasserneubildung verschiebt sich die 250 mg/L-Isokonze nicht weiter nach Nord-
westen, so dass der Eindruck einer Stationarität entstehen könnte. Die Ergebnisse von
RWE AG und RWTH 2020 stimmen weitgehend überein. Bei den „Sulfat-Inseln“ handelt
es sich um Artefakte des Grundwassermodells.
Gegenüber der Sulfatausbreitung (Isokonze 250 mg/L) gemäß Abb. 38 (Seite 139, rote
Linie) ist dies eine deutliche Verminderung, zumal die maximale Ausbreitung aufgrund
der oben beschriebenen Verdünnung durch die Grundwasserneubildung auch quasista-
tionär ist.
10.5.4 Auswirkungen auf den Tagebausee
RWTH (2014) verweist darauf, dass sich wahrscheinlich keine Chemokline bildet, weil
der Kippenwasserabstrom nicht so hoch mineralisiert ist wie ursprünglich angenommen.
Diese Aussage ist nach wie vor gültig.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 146 -
Die Beurteilung der zeitlichen Entwicklung der Wasserqualität im Tagebausee wurde in
einem Gutachten der BTU Cottbus unter Beteilung der RWTH Aachen erarbeitet (Leß-
mann et al. 2020).
Grundlage sind die Ergebnisse der Grundwassermodellierungen der RWE (Strömung
und Transport) und der RWTH (RWTH 2020, Abb. 41, Seite 143), basierend auf den
Planungen gemäß der LE 2016.
Es wurden zwei Varianten bewertet:
• Flutungsvariante I: Rheinwasser + Sümpfungswasser
• Flutungsvariante II: nur Rheinwasser
Für beide Varianten ergibt sich die Einschätzung, dass sich mit dem Tagebausee ein
ökologisch wertvolles Gewässer entwickeln wird.21
10.5.5 Fazit und Empfehlungen
In den aktuellen Bewertungen der Gutachter (RWTH 2020 und Leßmann et al. 2020)
wird noch ein Tagebauendstand gemäß der LE 2016 bewertet. Allerdings betreffen die
wesentlichen Veränderungen der LE 2021 gegenüber der LE 2016 mit den vergrößerten
Abständen zu den Ortslagen im Westen und keine bewertungsrelevanten Sachverhalte
wie Kippenwasserabstrom in den Tagebausee und die Grundwasserleiter und die Tage-
bausee-entwicklung22, so dass diese Bewertungen - bis auf eine Ausnahme - nach der-
zeitigem Kenntnisstand auch für einen Tagebauendstand gemäß LE2021 gültig sind.
Es wird in RWTH (2020) nicht bewertet, inwieweit sich das Grundwasser oder Seewas-
ser verhält (verschlechtert), wenn es einmal oder mehrfach (bei der Seebefüllung) eine
Kippenschürze23 durchströmt. Dies betrifft auch die Erweiterung des Tagebausees im
Südosten (ehemaliger Bandsammelpunkt) in größerer Nähe zur ungekalkten Kippe von
Garzweiler I.
Da bei den Böschungen gemäß der LE 2016/2021 außerhalb der Innenkippe von einer
durchgehenden Kippenschürze ausgegangen wurde, die entweder vom See- oder vom
Grundwasser durchströmt wird, ist dies möglicherweise eine relevante Beeinflussung
21 Aufgrund der zeitlich parallel erfolgten LE 2021 wurden die beiden Gutachten RWTH (2020) und Leßmann
(2021) in Fachkreisen diskutiert, die angemerkten Ergänzungen und eine Aktualisierung gemäß der LE 2021
wurden jedoch nicht mehr eingearbeitet und die Gutachten dementsprechend auch nicht veröffentlicht.
22 Gegenüber einem Tagebauendstand gemäß LE 1991 sind die Änderungen und Bewertungen jedoch er-
heblich, da v.a. die Kippenwasserqualität und damit auch die Auswirkungen auf Tagebausee und Grund-
wasserleiter als wesentlich unkritischer bewertet werden.
23 Als Kippenschürze (oder Kippenkeil) wird eine Vorschüttung aus gekalktem Abraum vor einer Böschung
im unverritzten Gebirge bezeichnet. Dies ist immer dann der Fall, wenn eine steil geschnittene Böschung
nach der Kohlengewinnung (z.B. 1 : 2,3) auf 1 : 5 abgeflacht wird, um dauerhaft standfest zu sein.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 147 -
der späteren See- bzw. Grundwasserqualität. Dies wird im Detail in Kapitel 10.6.2 be-
trachtet (Abb. 43 (Seite 149) bis Abb. 46 (Seite 150)).
10.6 Ausstiegsszenario 2030 (Leitentscheidung 2023)
10.6.1 Beschreibung
Eine ausführliche Beschreibung des Tagebauendstands im Ausstiegsszenario 2030 ist
in Kapitel 3.1.1 enthalten.
10.6.2 Qualität des zukünftigen Kippengrundwassers
Es gibt keine Aktualisierung der Prognose der Kippenwasserqualität gegen über RWTH
(2014) und RWTH (2020). Die Tab. 92 (Seite 135) ist nach wie vor gültig.
Repräsentative Grundwasseranalysen aus der Abraumkippe werden in den nächsten
Jahren erwartet.
10.6.3 Abstrom ins Grundwasser
Analog der Beschreibung der Veränderung im Grundwasserfließsystem zwischen der
LE 1991 und LE 2021 werden im Folgenden die Veränderungen gegenüber der LE 2021
und des erwarteten Ausstiegsszenario 2030 abgeschätzt. Da noch kein aktualisiertes
Grundwasserströmungsmodell der RWE (oder des LANUV) vorliegt, das die LE 2023
berücksichtigt, ist dies nur eine erste qualitative Abschätzung der ahu GmbH, die auch
auf älteren Modellberechnungen beruht. Die Abb. 43 bis Abb. 46 zeigen in einer Ab-
schätzung die prognostizierten Strömungsverhältnisse im Bereich des Tagebausees und
die Fälle mit einer Durchströmung der Kippenschürze. Die gestrichelten und als GW -
Gleichen alt bezeichneten Grundwassergleichen wurden aus der Abb. 41 und RWTH
2020 übernommen.
Die Zeitpunkte der Darstellungen wurden übernommen, verschieben sich aber aufgrund
des nunmehr 8 Jahre früheren Ausstiegs aus der Kohlengewinnung wahrscheinlich
ebenfalls nach vorne.
Gegenüber einem Tagebausee und einer Abraumkippe gemäß der LE 1991 ( Abb. 37,
Seite 137) und der LE 2016 / LE2021 ergeben sich in der Entwicklung des Strömungs-
bildes für das Ausstiegsszenario 2030 wahrscheinlich folgende Unterschiede:
• Die Wasserscheide in der ungekalkten Kippe von Garzweiler I verschiebt sich wäh-
rend des Wiederanstiegs nochmals weiter nach Osten, weil der Absenkungsschwer-
punkt noch näher an die Abraumkippe Garzweiler I heranrückt (Abb. 43, Seite 149).
• Dadurch verstärkt sich auch der Abstrom aus der ungekalkten Kippe von Garzweiler I
weiter nach Südsüdosten und es wird insgesamt weniger Stoffinventar aus der un-
gekalkten Kippe von Garzweiler I nach Westen verlagert (Abb. 43).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 148 -
• Nach einer vollständigen Tagebauseefüllung ungefähr ab dem Jahr 2080 dreht sich
die Grundwasserfließrichtung und die Abraumkippe wird in Richtung Nordosten
durchströmt. Da das abgelagerte Kippenvolumen gegenüber der LE 2016/2021 um
ca. 1.670 Mio. m3 kleiner ist, besteht auch generell ein deutlich geringeres Sulfatin-
ventar in der gekalkten Kippe von Garzweiler II. Allerdings reicht der Tagebausee im
Süden auch sehr nahe an die ungekalkte Kippe von Garzweiler I heran. Die Kippen-
schürze im Süden wird in Richtung Tagebausee durchströmt, falls das Grundwasser
im Jackerather Horst dann bereits auf ausreichende Höhe angestiegen ist. Die Kip-
penschürze im Norden wird aus dem Tagebausee heraus durchströmt. Die Auswir-
kungen dieser durchströmten Kippenschürze wurden bis lang noch nicht bewertet
(Abb. 44). Allerdings ist das Volumen der Kippenschürzen gegenüber der LE
2016/2021 erheblich kleiner, so dass auch geringere Auswirkungen zu erwarten sind.
• Erst zwischen ca. 2100 und ca. 2200 stellt sich großräumig ein stationärer Strö-
mungszustand im Grundwasserraum ein, der dann - abgesehen von anderweitigen
anthropogenen Einflüssen - nur noch von der Grundwasserneubildung beeinflusst
wird. Die zunehmende Stationarität drückt sich durch steigende Kippenwasserstände
und eine Abnahme des Grundwassergefälles nach Osten aus.
Ab ca. 2100 wird aus der gesamten Kippe (Garzweiler I / II) ein Abstrom des Kippen-
grundwassers in nördlicher bis nordöstlicher Richtung ins unverritzte Gebirge erfolgen
(Abb. 45, Seite 150). In der Abb. 34 (Seite 129) werden die Anforderungen an die Ver-
kippung des versauerungsempfindlichen und des versauerungsunempfindlichen Materi-
als beschrieben, damit das Grundwasser aus der Abraumkippe unterhalb der Stau-
schicht an der Basis des Terrassen-Grundwasserleiter (Hauptterrasse, Horizont 16/11D)
in dem unteren Grundwasserleiter (marine Feinsande 11B/6D) abströmt (Abb. 46, Seite
150).
RWTH (2020, Seite 6 -7) weist daraufhin, dass es in den Bereichen ohne Verbreitung
des Grundwasserstauers (11C) aufgrund der geringen Durchlässigkeit der unteren
Grundwasserleiter zu einer - bislang nicht berücksichtigten - aufsteigenden vertikalen
Strömungskomponente und zu einem Abstrom von Kippengrundwasser im Terrassen -
Grundwasserleiter kommen wird (Abb. 45, Seite 150). Dies würde die Wirksamkeit der
A1-Maßnahme in den Bereichen ohne Verbreitung des Grundwasserstauers (11C) in
Frage stellen.
Aus hydraulischer Sicht ist diese Einschätzung u. E. jedoch nicht nachvollziehbar. Der
Abstrom in den marinen Feinsanden nach Norden und Nordosten ist von der Durchläs-
sigkeit, dem Querschnitt und dem Grundwassergefälle der marinen Feinsanden abhän-
gig (Abb. 34, Seite 129). Alle diese drei Parameter ändern sich nicht durch Wegfall des
Grundwasserstauers, so dass eine vertikale Strömungskomponente und ein Teilabstrom
des mineralisiertem Kippengrundwasser in der Hauptterrasse nicht plausibel erscheinen.
Dieser Aspekt ist bei weiteren Untersuchungen mit dem aktualisierten Grundwassermo-
dell zu bewerten.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 149 -
Abb. 43: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2050
Abb. 44: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2080
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 150 -
Abb. 45: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2100
Abb. 46: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2200 bei
einem Seewasserstand von +65 m NHN
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 151 -
10.6.4 Belastung des abströmenden Grundwassers
Die Reduzierung der abgelagerten Abraummenge und eine kürzere Betriebsdauer be-
deuten, dass weniger pyrithaltiges Sediment dem Luftsauerstoff ausgesetzt wird,
wodurch sich u. a. die in der Kippe entstehende Sulfatmenge (der Vorrat) verringert. Auf
die Konzentration des Sulfats im Kippengrundwasser hat das keine Auswirkungen. Die
Ausfällung von Gips (CaSO 4) begrenzt die maximal möglich auftretenden Sulfat - und
Calciumwerte im Grundwasser auf ca. 2.600 mg/L Sulfat (Tab. 92, Seite 135). Durch die
Kalkung wird zudem der pH-Wert stabilisiert, wodurch auch die maximale Eisenkonzent-
ration und die Mobilität der sonstigen Schwermetalle im Kippengrundwasser vorgegeben
sind (Abb. 38, Seite 139).
In den Abb. 44 (Seite 149) bis Abb. 46 (Seite 150) sind die durchströmten Kippenschür-
zen dargestellt (im Süden aus dem Grundwasser in den See, im Norden aus dem See
in das Grundwasser). Weiterhin wird es einen Abstrom aus dem Tagebausee in die un-
gekalkte Kippe Garzweiler I geben.
Alle die in den beiden letzten Kapiteln beschriebenen Zusammenhänge und möglichen
qualitativen Auswirkungen können nur durch Berechnungen mit dem aktualisierten
Grundwassermodell quantifiziert werden. Es ist jedoch auch ohne Modellierungen si-
cher, dass sich die Gefährdungspotentiale (geringeres Kippenvolumen, verkleinerte Kip-
penschürzen) erheblich verringern.
10.6.5 Auswirkungen auf den Tagebausee
Die Tab. 93 zeigt die Veränderung der wichtigsten Parameter des Tagebausees in den
relevanten Szenarien, die für Beurteilung der späteren Seewasserqualität wahrschein-
lich relevant sind. Ein wesentlicher Punkt bei den Böschungen ist die deutliche Zunahme
der geschnittenen Böschungen im unverritzten Gebirge gegenüber den Kippenschürzen,
da bei den früheren LE erhöhte (maximale) Kohlenförderungen im Vordergrund standen,
die steilere Böschungen und abschließende Kippenkeile erforderte.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 152 -
Tab. 93: Veränderung der wichtigsten Parameter des Tagebausees in den relevanten Szenarien
Leitent-
schei-
dung
Kohle-
menge
Fläche
Mio. m2
Volumen
Mrd. m3
Max.
Tiefe
Chemo-
kline Aufbau der Böschungen
LE 1991
(BKP
1995)
710 23,0 2,0 190 ja keine geschnittenen Böschungen.
Im Osten Innenkippe, ansonsten
Kippenschürzen
LE 2016/
2021
460 21,8 1,9 190 nein Innenkippe:
mehrere Kippenschürzen:
Geschnittene Böschungen unter-
geordnet
Aus-
stiegsze-
nario
2030
(LE
2023)
280 22,6 1,5 165 nein Im Osten Innenkippe:
2 Kippenschürzen: ansonsten ge-
schnittene Böschungen
Fazit: je höher der Anteil der geschnittenen Böschungen im unverritzten Gebirge ist,
desto geringer sind die qualitativen Auswirkungen auf Tagebausee und Grundwasser.
Die Beurteilung der zeitlichen Entwicklung der Wasserqualität im Tagebausee wurde in
einem Gutachten der BTU Cottbus unter Beteilung der RWTH Aachen erarbeitet (Leß-
mann et al. 2020). Grundlage sind die Ergebnisse der Grundwassermodellierungen der
RWE (Strömung und Transport) und der RWTH (RWTH 2020) basierend auf den Pla-
nungen gemäß der LE 2016.
Es wurden zwei Varianten bewertet:
• Flutungsvariante I: Rheinwasser + Sümpfungswasser
• Flutungsvariante II: nur Rheinwasser
Die Ergebnisse des limnologischen Gutachtens zum Tagebausee gemäß der LE 2016
beziehen sich auf eine Reihe von Aspekten. Einige dieser Aspekte verändern sich im
Ausstiegsszenario 2030 (LE 2023). Andere Aspekte sind hiervon jedoch nicht betroffen.
Die Tab. 94 gibt einen Überblick.
Zusammenfassend ergibt sich mit dem derzeitigen Kenntnisstand die Einschätzung,
dass die Unterschiede zwischen einem Tagebausee gemäß der LE 2016 / LE 2021
und gemäß dem Ausstiegsszenario 2030 (LE 2023) hinsichtlich des erwarteten
Entwicklungspotentials eines ökologisch wertvollen Gewässers minimal sind.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 153 -
Tab. 94: Überblick über die Veränderungen im Tagebausee zwischen der LE 2016/LE 2021 und
dem Ausstiegsszenario 2030
Aspekt LE 2016/2021 Ausstiegsszenario
2030 (LE 2023)
Erläuterung
Veränderungen LE 2016/2021 - Ausstiegsszenario 2030 (LE 2023)
Seevolumen
Seefläche
max. Seetiefe
1,9/1,65 Mrd. m3
22,4 km2
190 m
1,5 Mrd. m3
22,6 km2
165 m
Aufgrund der geringeren
Tiefe verringert sich das
Volumen trotz größerer
Fläche.
Füllzeit 2039-2082 2036-2075
Anteile bei vollstän-
diger Füllung
Rheinwasser: 38 %
Grundwasser: 62 %
Auffüllung GWL: 28 %
noch nicht quantifiziert
Seewasser 33.000 t Eisen bis 2200 noch nicht quantifiziert
Phosphatfällung durch Eisen
max. Konzentration 13 µg/L
oligotroph - schwach mesotroph
nimmt ab positiv für die Nährstoff-
belastung,
negativ für Erwerbsfi-
scherei (min. 10 µg/L)
Keine Veränderungen LE 2016/2021 - Ausstiegsszenario 2030
Fördervariante II
Rheinwasserent-
nahme
*
Durchschnitt 2,2 bis 2,7 m3/s
max. 4,2 m3/s
min. 1,8 m3/s
**
max. 18 m3/s24
min. 1,8 m3/s
* nur Garzweiler
** Garzweiler und Ham-
bach
Rheinwasserqualität Grundsätzlich geeignet bei beiden Flutungsvarianten
bei Hochwasser Trübung und erhöhter Schadstoff- und Nähr-
stoff-eintrag möglich
50 bis 150 µg/L Gesamt-Phosphor
1,5 bis 4,3 mg/L Gesamt Stickstoff
pH-Wert neutral, gut gepuffert, geringe Sulfat- und Eisengehalte
Kippengrundwasser mäßig mineralisiert
alkalisches Calcium-Eisen-Mangan-Stickstoff Wasser
Seewasserqualität Ausfallen der Metalle durch Oxidation und Hydrolyse
Bildung von cm-Dezimeter Eisenocker am Seeboden
33.000 t Eisenausfällung bis 2200
See Holomiktischer See
Tiefenlage Thermokline: 8,5 - 12,4 m
gut gepufferter Hartwassersee
neutraler pH-Wert
mäßige Mineralisation
geringe bergbauspezifische Belastungen
ausgeglichener Sauerstoffhaushalt - keine anaeroben Stof-
fumsetzungen
gute abiotische Bedingungen für eine artenreiche Fischzönose
und Entwicklung zu einem ökologisch wertvollen Gewässer
+ 20 % Mineralisation
bei Flutungsvariante 1
(RW + GW)
Noch unsicher / nicht quantifizierbare Veränderungen
Fördervariante II 2039 - 2082 Reicht das Sümpfungs-
wasser in Menge und
Qualität?
24 Begrenzt durch die Leitungskapazität und ab einem Pegelstand von GIW+211 cm, Absenkung: 2,4 cm
(18. Sitzung AG Tagebausee, 21.04.2023).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 154 -
Aspekt LE 2016/2021 Ausstiegsszenario
2030 (LE 2023)
Erläuterung
Veränderungen LE 2016/2021 - Ausstiegsszenario 2030 (LE 2023)
Abfluss Niers ca. 6 Mio. m3/a aus Grundwasserein-
zugsgebiet
Verkleinerung des
Grundwassereinzugsge-
bietes, Veränderung der
Grundwasserneubildung
10.6.6 Wasserbilanz Szenario 2030
Unter der Wasserbilanz werden die verfügbaren jährlichen Sümpfungswassermengen
und -qualitäten verstanden.
10.6.6.1 Hintergrund
Während des Tagbaubetriebs kann der Bedarf an Wasser für Infiltration und Direktein-
leitung fast über den gesamten Zeitraum aus dem Sümpfungswasser gedeckt werden.
Im Monitoring Garzweiler II wird regelmäßig die Verwendung des Sümpfungswassers
geprüft und in den Jahresberichten dargestellt (BR Köln 2022).
Als ein Beispiel zeigt die Abb. 47 (Seite 155) die Wasserbilanz für das WWJ 2021/ 2020,
dass die Bilanz bisher ausgeglichen ist und der Anteil an „Ökowasser“ mit ca. 80 Mio.
m3 den mit Abstand größten Teil ausmacht. Unter Ökowasser wird das Wasser verstan-
den, dass direkt in Gewässer und Feuchtgebiete eingeleitet wird und über Infiltrations-
anlagen versickert wird. Damit die Grundwasserstände in diesen Feuchtgebieten gehal-
ten werden, wurden im Wasserwirtschaftsjahr 2021 insgesamt ca. 92 Mio. m³ Wasser
eingeleitet und versickert. Der Großteil des eingeleiteten Wassers kommt hierbei direkt
aus dem Tagebau Garzweiler, ca. 14 Mio. m³ stammen aus an deren Quellen wie z. B.
separaten Wasserversorgungsbrunnen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 155 -
Abb. 47: Wasserbilanz im WWJ 2020/2021 (Quelle: RWE)
Insgesamt wurde für die Aufbereitung und Verteilung des Ökowassers eine aufwändige
Infrastruktur aufgebaut, die bei einem sich dem Schwalm -Nette-Naturpark nähernden
Tagebau auch noch ständig erweitert wird.
Stand 2021:
2 Wasserwerke Jüchen und Wanlo zur Aufbereitung
160 km Rohrleitungen
13 km Sickergräben
75 Direkteinleitstellen
90 Sickerschlitze
232 Sickerbrunnen + Lanzeninfiltrationsanlagen
Ca. 20 Mio. m 3/a aus dem Sümpfungswasser Garzweiler konnte den Kraftwerken zur
Verfügung gestellt werden. Der zukünftige Bedarf wird dann durch andere Quellen ge-
deckt und ist langfristig von der Laufzeit der Kraftwerke abhängig.
In einem voranschreitenden Tagebau konzentriert sich die Entwässerung auf das Tage-
bauvorfeld und die Böschungen. Die Abb. 48 (Seite 156) zeigt, dass beim Tagebau Garz-
weiler II hauptsächlich im Vorfeld der Abbaufront und am Nordrand des Tagebaus ge-
sümpft wird (Stand 2021). Die Sümpfungswassermengen, die den wesentlichen Teil des
Dargebots ausmachen, lagen im WWJ 2020 bei 113 Mio. m3 und im WWJ 2021 bei 108
Mio. m3.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 156 -
Abb. 48: Lage der Sümpfungsbrunnen 2021 (Quelle: RWE)
Bei einem stehenden Tagebau gehen die Sümpfungsmengen zurück, da in dem Tage-
bauvorfeld die Grundwasserstände bereits weitgehend abgesenkt worden sind, keine
„neuen“ Bereiche mit hohen Grundwasserständen dazukommen und damit die Spei-
cherentleerung wegfällt und auch die Druckentspannung der tiefen Stockwerke geringer
ausfallen kann.
Die Abb. 49 (Seite 157) zeigt, dass die Grundwasserstände auf der Gewinnungsseite in
den einzelnen Grundwasserleitern (6B, 6D1, 6D2, 2-5) im Jahr 2021 schon weitgehend
abgesenkt sind. Die Bereiche mit noch hoher Grundwassermächtigkeit im Westen sollen
weitgehend nicht mehr abgebaut (und damit gesümpft) werden. Auch bei einem stehen-
den Tagebau muss weiterhin das zuströmende Grundwasser abgefangen werden.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 157 -
Abb. 49: Bereits entwässerte Grundwasserleiter in 2021: Aktueller Ost-West-Schnitt durch den
Tagebau (Quelle: RWE)
Zur Sicherung der Böschungen werden nach Beendigung des Abbaubetriebs radial um
den späteren Tagebausee Sümpfungsbrunnen errichtet werden. Über die Brunnen wird
der Grundwasserstand immer tiefer als der Seewasserstand gehalten, so dass die Bö-
schungen nicht durch eine auf den Tagebausee gerichtete Strömung statisch belastet
werden. Das geförderte Wasser wird - ggf. nach einer Aufbereitung - wieder in den sich
füllenden Tagebausee eingeleitet oder zur Wasserversorgung des Nordraums verwen-
det, wenn man den Anteil an Rheinwasser bei bestimmten Wassergewinnungsanlagen
minimieren oder begrenzen will. Die Brunnen fördern dann, je nach Lage, eine Mischung
aus unbelastetem Grundwasser, Kippenwasser und Seewasser. Durch eine solche
„Kreislaufförderung“ wird sich die Grundwasserqualität durch eine Aufmineralisation zu-
nehmend verschlechtern:
• Durch die Kreislaufführung werden Kippenschürzen und Innenkippe (Abb. 43, Seite
149) mehrfach durchströmt.
• Es fehlt zunehmend die Verdünnung mit „unbelastetem“ Grundwasser.
• Der Anteil an Kippengrundwasser wird zunehmen.
• Positiv könnte sich der zunehmende Anteil an Seewasser (Rheinwasser) auswirken.
Je höher der Seewasserstand ansteigt, desto mehr Sümpfungsbrunnen können, begin-
nend mit den unteren Grundwasserleitern, abgeschaltet werden. Eine Quantifizierung
dieser Prozesse ist nur durch Grundwassermodell möglich (instationäres Stofftransport-
modell).
10.6.6.2 Zukünftige Wasserbilanz und Qualitäten des Sümpfungswassers
Bereits beim geplanten Abbauende 2038 (LE 2021) hätte wahrscheinlich ab ca. 2030
die zurückgehende Sümpfungswassermenge nicht mehr ausgereicht ( Abb. 50, Seite
158), um den Bedarf zu decken (Eigenbedarf, Ersatzwasser, Ökowasser). Mit Beginn
der Füllung des Tagebausees, der möglichst zügig zu befüllen ist, wäre der Wasserbe-
darf für Ökowasser und Tagebausee auf ein Maximum von über 110 Mio. m³/a gestie-
gen.
Das Infiltrationswasser wird voraussichtlich bis zum Beginn der Seefüllung (2036) - wie
auch heute schon - aus aufbereitetem Sümpfungswasser bestehen. Danach wird es für
die Füllung des Sees, den Erhalt der Oberflächengewässer und Feuchtgebiete sowie zur
Stützung des Grundwassers und der Wasserversorgung notwendig sein, zusätzlich
Wasser aus dem Rhein zu verwenden. Unklar ist derzeit noch, ob man das Sümpfungs-
wasser und das Rheinwasser in beliebigen Verhältnissen (v. a. in Rohrleitungen) mi-
schen kann. Hierbei sind über die Jahre hinweg verschiedene Mengen - und Qualitäts-
anforderungen ( Korrosivität der Wässer, mögliche Ausfällungen) zu berücksichtigen
(Protokoll der Sitzung der Entscheidungsgruppe Monitoring vom 10.11.2022).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 158 -
Die fehlenden Mengen müssen durch Zufuhr von Fremdwasser, also direkte Wasserent-
nahme aus dem Rhein und gegebenenfalls Uferfiltrat ausgeglichen werden (BKP Garz-
weiler II, Kapitel 2.5, S. 131-132, Erläuterung zum Ziel 1). Dies entspricht in der Abb. 50
der Differenz zwischen den beiden Ganglinien, also max. 40 Mio. m3/a bei der LE 2021.
Es wird derzeit davon ausgegangen, dass die Rheinwasserüberleitung spätestens bis
zum Jahr 2030 fertiggestellt werden kann und die zusätzlichen Bedarfsmengen aus der
Rheinwasserüberleitung zur Verfügung gestellt werden können. Gemäß der
LE 2016/2021 wäre das ungefähr ab dem Jahr 2038 der Fall gewesen (Abb. 50), da ab
dann der Anfall an Sümpfungswasser geringer als der Bedarf an Ökowasser gewesen
wäre.
Bei einer um ca. 2 Jahre vorgezogenen Beginn der Befüllung des Tagebausees ist mit
einem früheren und ggf. höheren Defizit an Infiltrationswasser zu rechnen, auch wenn
das Tagebauseevolumen im Szenario 2030 um ca. 400 Mio. m 3 kleiner sein wird, als
zuvor angenommen.
Dies ist mit dem aktualisierten Grundwassermodell näher zu quantifizieren.
Abb. 50: Anfall von Sümpfungswasser und Bedarf an Ökowasser und notwendiger Beginn der
Rheinwasserüberleitung gemäß der LE 2021 (Stand: 18. Sitzung AG Tagebausee,
21.04.2023)
10.6.7 Fazit und Empfehlungen
Für das Szenario 2030 wird ein erheblicher Anteil der Böschungen direkt in der erforder-
lichen Endneigung - ohne Kippenschürzen - geschnitten. Die geschnittenen Böschungen
weisen - gegenüber den in den LE 1991 und LE 2016/2012 geplanten Böschungen mit
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 159 -
Kippenschürze - ein deutlich geringeres Potential einer qualitativen Beeinträchtigung bei
einer Durchströmung auf.
Somit kann die vorgenommene Bewertung der RWTH (2020), bei der ja keine Kippen-
schürzen berücksichtigt wurden, auch auf die geschnittenen Böschungen gemäß Sze-
nario 2030 übertragen werden. Für die beiden vergleichsweise kleinen Kippenschürzen
im Süden und Norden steht eine Bewertung noch aus.
Der Abstrom des Kippengrundwasser in den Tagebausee und in das Grundwasser und
die oben beschriebenen Zusammenhänge können nur durch Berechnungen mit dem ak-
tualisierten Grundwassermodell quantifiziert werden.
10.6.8 Zusammenfassende Bewertung eines Tagebauendstands 2030
Eine qualitative Bewertung der LE 2021 gegenüber dem Ausstiegsszenario 2030
(LE 2023) kommt zu dem Ergebnis, dass sich die wesentlichen Risiken für die Wasser-
qualität des Tagebausees erheblich verringern, da der Anteil der geschnittenen Bö-
schungen deutlich zunimmt und eine Verringerung des Zustroms an mineralisiertem Kip-
penwassers zu erwarten ist.
Tab. 95: Vergleichende Bewertung der LE 2021 und LE 2023
Auswirkungen LE 2021 Veränderung Ausstiegsszenario
2030 (LE 2023)
Bewertung
Risiko
Tagebausee Tagebausee liegt weiter
im Westen
Das nördliche Ostufer rückt ca.
2,5 km näher an die Kippe von
Garzweiler I. Im Süden gibt es
keine Veränderungen der östli-
chen Uferlinie.
Das Seetiefste verschiebt sich ca.
2 km nach Osten.
keine Verän-
derung, da
ausreichende
Abraumpuffe-
rung
Seeböschungen *Innenkippe:
(8,8 km; 35 %)
Kippenschürzen:
(11,6 km, 47 %)
Böschungen geschnitten:
(4,5 km, 18 %)
*+Innenkippe:
(7,4 km; 35 %)
Kippenschürzen:
(2,4 km, 11 %)
Böschungen geschnitten
(11,1 km, 53 %)
erhebliche
Verringerung
GwStrömungsver-
hältnisse Kippe -
Tagebausee
Abstrom mineralisierter
Wässer aus der Kippe
Garzweiler II in den Ta-
gebausee
Verlagerung der Wasserscheide
in der Kippe GII nach Osten
Verringerung Abstrom minerali-
sierter Wässer aus der Kippe
Garzweiler II in den Tagebausee
Verringerung
GwStrömungsver-
hältnisse Tagebau-
see - GwLeiter Nord
Abstrom aus Tagebau-
see
Verkürzung Abstromfront Verringerung
GwStrömungsver-
hältnisse Tagebau-
see - GwLeiter Ost
Kein direkter Kontakt
Kippe Garzweiler I zum
Tagebausee
Abstrom mineralisierter Wässer
aus der Kippe Garzweiler I bis
2080 in den Tagebausee möglich
(Abb. 43, Seite 149)
Geringe Zu-
nahme
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 160 -
Auswirkungen LE 2021 Veränderung Ausstiegsszenario
2030 (LE 2023)
Bewertung
Risiko
Mineralisation des
Kippengrundwas-
sers
keine
„Vorrat / Gesamtfracht“ an versau-
erungsfähig/versauerungsemp-
findlichem Abraum wird geringer
gleichbleibend
Verringerung
Wasserbilanz früheres aber wahrscheinlich ge-
ringeres Defizit, da sich der Öko-
wasserbedarf nicht weiter steigert,
der Umfang der nachlaufender
Sümpfung aber gleich bleibt
ggf. Erhöhung
* Angaben RWE, + Überprüfung FUMINCO
10.7 Östliches Restloch
10.7.1 Beschreibung
In der derzeitigen Planung wird von einer vollständigen Verfüllung des östlichen Rest-
lochs und der Wiederherstellung landwirtschaftlicher Flächen ausgegangen. Der Mas-
senbedarf zur Verfüllung des östlichen Restlochs wird bei Tudeshki (2022) noch mit
390 Mio. m 3 Abraum angegeben (Stand 01.01.2020). Jährlich werden ca. 50 Mio. m 3
Abraum verbracht. Hierfür wird zzt. eine dritte Bandanlage aufgebaut.
Die Fläche des östlichen Restlochs beträgt gemäß Abb. 51 (Seite 161) überschlägig ca.
6,8 km2. RWE gibt die Fläche des östlichen Restlochs mit ca. 7 km2 an. Die Böschungs-
länge, wie durch die ahu GmbH abgegrenzt, liegt bei 14,5 km.
Die Geländehöhen außerhalb des Restlochs liegen gemäß der digitalen topografischen
Karte NRW überschlägig bei ca. +105 m NHN im Süden und ca. +95 m NHN im Norden.
Der spätere Grundwasserstand dürfte etwas höher als der derzeit geplante Seewasser-
stand des Tagebausees von +65 m NHN liegen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 161 -
Abb. 51: Östliches Restloch (Luftbild: Google Maps)
10.7.2 Ökologische Aufwertung
Der Verlust der Biodiversität ist neben dem Klimawandel die größte ökologische Heraus-
forderung auf unserem Planeten. Dementsprechend ist die Erhaltung der Arten- und Le-
bensraumvielfalt wildlebender Organismen die weltweit wichtigste Aufgabe des Natur-
schutzes. Sie ist aber keine Aufgabe des Naturschutzes allein, sondern eine gesamtge-
sellschaftliche Aufgabe, bei der auch anderen Bereichen wie der Land - und Forstwirt-
schaft aber auch der Rohstoffgewinnung und Energieversorgung eine wesentliche Rolle
zukommt.
Die Artenverluste sind besonders dramatisch bei Arten offener, nährstoffarmer, feuchter
bzw. trockener Lebensräume (MKULNV 2015). In der Rekultivierung der Tagebaue
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 162 -
ergibt sich eine einmalige Chance eine „Arche Noah“ zur Erhaltung dieser bedrohter
Offenlandarten zu „bauen“. Diese „Arche“ könnte beispielsweise Arten von Pionierstand-
orten, Magerrasen, Heiden, Seggenrieden und der Feldflur aufnehmen. Diese Zielset-
zung ist auch kompatibel mit der Biodiversitätsstrategie der RWE (RWE 2018) und der
LE 202325.
So verweist die LE 2023 in den Entscheidungssätzen 2, 3 und 4 auf die Berücksichtigung
des Naturschutzes und die Bedeutung eines Ökoverbundsystems bei der Rekultivierung.
Nach § 35 des Landesnaturschutzgesetzes für Nordrhein -Westfalen soll dieser Bio-
topverbund auf 15 % der Landesfläche erfolgen.
Hierzu kann eine entsprechend große Fläche im östlichen Restloch mit verschiedenen,
teils sogar kulturfeindlichen Substraten (Ton, Sand, Kies, tertiäre Substrate) verfüllt wer-
den, die nährstoffarm und frei von typischen oberflächennahen Belastungen (Nähr- und
Schadstoffe) sind. Durch die Modellierung des Geländes (und des späteren Grundwas-
serstands) würde ein Mosaik aus Flachwasserbereichen, feucht - nassen Flächen und
trockenen Standorten unterschiedlicher Exposition mit sehr hohem naturschutzfachli-
chem Wert (Biodiversität) entstehen.
Da die Lössbilanz nicht ausgeglichen ist, würde eine verminderte Verfüllung auch zu
Entlastungen bei der Bilanz führen. Eine verringerte Inanspruchnahme von Flächen im
Westen ergibt sich dadurch nicht.
10.7.3 Umsetzungen
Aus naturschutzfachlicher Sicht (Förderung der Biodiversität) wäre eine möglichst große
Fläche - wie das gesamte östlichen Restloch (ca. 7 km 2) - wünschenswert. Allerdings
widerspricht dies den bisherigen Vereinbarungen und Festlegungen zur Wiedernutzbar-
machung.
25 „Im Rheinischen Revier soll mit Gewässern, Offen- und Halboffenland sowie Waldbereichen ein Ökosys-
temverbund entstehen.“
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 163 -
Es sind jedoch auch Lösungen in kleineren Teilbereichen denkbar, die im Einzelnen
noch ausgestaltet werden müssen, um unter Berücksichtigung der bisherigen Planungen
(Infrastruktur, Verkehrsanbindungen, „Strukturwandelprojekte“) möglichst hochwertige
und vernetzte Strukturen zu schaffen.
Die Abb. 52 (Seite 163) zeigt den bisherigen Planungsstand des Abschlussbetriebsplans
Garzweiler I / II im Bereich des östlichen Restlochs, wobei auch bisher bereits natur-
schutzfachliche Aspekte in den Planungen der RWE eine Rolle spielten26.
Abb. 52: Renaturierung im östlichen Restloch (RWE 12/2015)
26 26 Forschungsstelle Rekultivierung: Rekultivierung als Chance
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 164 -
Nach Kenntnis der Gutachter sind naturschutzfachlich wertvolle Lösungen in drei Berei-
chen realistisch:
1. Zukünftiger Auenbereich von Elsbach und Jüchener Bach (Die Bäche werden wahr-
scheinlich sommertrocken sein.)
2. Absetzbecken und Kieswerk (ca. 27 ha) und Kohlebunker und angrenzende Flächen
(ca. 38 ha)
3. Lössdepot (ca. 65 ha). Dies hätte jedoch den Verlust landwirtschaftlicher Flächen
zur Folge.
10.7.4 Risiko der Versauerung
Bei abgelagertem, versauerungsfähigem, ungekalktem Abraum oberhalb der Grundwas-
seroberfläche entwickelt sich im Lauf der Jahre eine Oxidations- und Versauerungsfront,
die 5 m in den Abraum hineinreicht. Deswegen wurde der Abraum im östlichen Restloch,
der sonst längere Zeit der Oxidation ausgesetzt wäre, mit 7 m nicht versauerungsfähigen
Materials überkippt. Im Monitoring wurde nachgewiesen, dass dadurch die Oxidations-
front den versauerungsfähigen Abraum nicht mehr erreicht hat. Dies ist im Methoden-
handbuch Monitoring Garzweiler II, Teil E: Abraumkippe detailliert beschrieben.
In dem oben vorgeschlagenen Konzept würden der Flurabstand und damit die Mächtig-
keit des potentiell versauerungsfähigen Abraums, nur 1 bis 3 m betragen. Da auf eine
(nährstoffreiche) Lössabdeckung im Wesentlichen verzichtet werden soll, würde sich die
Oxidationsfront in dem gut durchlässigen Material bis zur Grundwasseroberfläche bzw.
in den Grundwasserschwankungsbereich entwickeln können.
Um dies zu verhindern, sollte die Verfüllung im östlichen Restloch unterhalb der Grund-
wasseroberfläche wie geplant mit gekalktem Abraum erfolgen. Der Schwankungsbe-
reich im Grundwasser und die ungesättigte Zone können entweder höher gekalkt werden
oder sie werden aus nicht versauerungsfähigem Material (Hauptterrasse) aufgebaut.
Hierdurch würde keine Verschlechterung der Grundwasserqualität gegenüber der ur-
sprünglichen Planung erfolgen (Methodenhandbuch Abraumkippe).
10.7.5 Zukünftiger Wasserhaushalt im östlichen Restloch
Der Flurabstand nach einem späteren Grundwasseranstieg läge immer noch bei einigen
Metern. Aufgrund der hohen Durchlässigkeit des verkippten Abraums ohne Lössabde-
ckung) wird nicht von der Notwendigkeit einer aktiven Entwässerung ausgegangen. Das
Entstehen von Flachwasserbereichen und/oder temporären Vernässungsflächen ist aus
naturschutzfachlicher Sicht sehr positiv zu bewerten.
10.7.6 Fazit und Empfehlungen
Diese Lösung würde auf der einen Seite die einmalige Chance bieten, in der ausgeräum-
ten Landschaft ein arten - und naturschutzfachliches nationales Leuchtturmprojekt zu
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 165 -
realisieren, würde aber auf der anderen Seite den Wiedernutzbarmachungsvereinbarun-
gen gemäß BKP widersprechen.
• landesplanerische Grundsatzentscheidung über eine vollständige oder teilweise ver-
ringerte Verfüllung,
• Bilanzierung der Abraumvolumina inkl. Böschungsgestaltung,
• landschaftsökologisches Konzept,
• Überprüfung des zukünftigen Wasserhaushalts / Notwendigkeit einer aktiven Ent-
wässerung.
10.8 Zukünftiger Seewasserstand
10.8.1 Vorbemerkung
Nach Erstellung des Gutachtens hat am 09.11.2023 die Entscheidungsgruppe des Mo-
nitorings Tagebau Garzweiler II eine Empfehlung für einen Seewasserstand von +65 m
NHN ausgesprochen. Höhere Seewasserstände wurden ebenfalls geprüft. Diese hätten
zwar eine geringere, wenn auch nicht vollständige Kompensation der Restabsenkung im
Grundwasser zur Folge, müssten aber dauerhaft durch Wassereinspeisungen gestützt
werden, da sich bei Umsetzung der unterirdische Abfluss zur Erft verstärken würde.
Auch ein Seewasserstand von +66 m + NHN löst nicht alle Probleme und Fragen wie
z. B. eine dauerhafte Wasserbespannung der oberen Niers und der Gewässer im jetzt
verbleibenden 3. Umsiedlungsabschnitt sowie die Lage und Ausführung der Niersanbin-
dung an den Tagebausee. Hierzu liegt ein Entwurf einer Machbarkeitsstudie im Auftrag
der RWE AG vor, die jedoch noch nicht die LE 2023 berücksichtigt hat und deswegen
noch ergänzt wird. Die weiteren Planungen und Festlegungen werden dann in dem lau-
fenden Braunkohlenplanänderungsverfahren abgearbeitet.
10.8.2 Begründung des Seeniveaus von +65 m NHN
In der bisherigen Planung ist das Niveau des Tagebausees auf +65 m NHN festgelegt.
Die Begründung ergibt sich nach unserem Kenntnisstand vor allem aus der Risikoein-
schätzung im BKP 1995 hinsichtlich der Ausbreitung hochmineralisierter Kippengrund-
wässer aus der ungekalkten Kippe von Garzweiler I. Der Tagebausee sollte der regio-
nale Vorfluter für die hoch mineralisierten Kippengrundwässer im Westen sein. Die Vor-
stellung war, dass sich die Kippengrundwässer langfristig in den tiefsten Bereichen des
zunächst mit Rheinwasser gefüllten Tagebausees „einschichten“ und zur Bildung einer
Chemokline führen würden, die möglichst lange stabil bleiben würde. Um dies zu erfül-
len, sollte der Tagebausee u. a. möglichst tief sein und musste der tiefste Punkt im regi-
onalen Grundwasserfließsystem werden. Hierzu ist es erforderlich, den Seewasserspie-
gel tiefer als das umgebende Grundwasser zu halten (Abb. 37, Seite 137: Stand im Jahr
2100).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 166 -
Abb. 53: Langzeitganglinie und Jahresfaktor der Grundwasserneubildung (Monitoring Garzwei-
ler)
Ein weiterer Aspekt war die dauerhafte Beeinflussung der Feuchtgebiete des Schwalm-
Nette-Naturparks. Die aktuelle Grundwasserabsenkung durch den Tagebau Garzwei-
ler II wird im Westen durch die Infiltrationsanlagen begrenzt. Bei einem Seewasserstand
von +65 m NHN und einem Tagebausee gemäß LE 1991 wurden im Bereich der nahe-
gelegensten Feuchtgebiete im Schwalm-Nette-Naturpark (Mühlenbach, Knippertzbach)
Grundwasserstände wie 1983 prognostiziert, was langjährig mittleren Grundwasserstän-
den entsprechen würde (Abb. 53), die jedoch seit 2002 nicht mehr erreicht wurden. Unter
diesem Aspekt würde ein höherer Seewasserstand sehr wahrscheinlich (langfristig)
auch zu höheren Grundwasserständen in den Feuchtgebieten führen.
10.8.3 Voreingriffszustand
Wie die Abb. 54 (Seite 167) zeigt, lagen die Grundwasserstände im Vor-Eingriffszustand
im Bereich des geplanten Tagebausees am Westufer bei ca. +75 m NHN, im Norden bei
ca. +69 m NHN und am Ostufer bei ca. +70 m NHN und waren 1963 bereits auf den
Tagebau Garzweiler I gerichtet.
Gegenüber dem geplanten Seewasserstand von +65 m NHN und bezogen auf die
Grundwasserstände von 1963 bedeutet dies im Bereich des geplanten Niersauslasses
(spätere Niersquelle) eine Absenkung der Grundwasserstände von ca. 4 m.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 167 -
Abb. 54: Grundwasserhöhengleichen 1. Grundwasserstockwerk Oktober 1963 (Landesgrund-
wasserdienst NRW)
Es ist auf Basis der vorliegenden Daten nicht zu beurteilen, ob 1963 bereits eine Absen-
kung durch den Tagebau Garzweiler I erfolgt ist. Hierzu werden in der Regel die Grund-
wassergleichen von 1955 herangezogen. Die Abb. 55 zeigt die Differenz zwischen den
Grundwassergleichen 2021 und 1955 und damit ungefähr auch die aktuelle Absenkung
durch den Tagebau Garzweiler II. Im Bereich Holzweiler - Erkelenz - Wanlo scheinen für
das Jahr 1955 nicht ausreichend Daten für eine Differenzdarstellung vorhanden zu sein.
Abb. 55: Grundwasserstandsdifferenzen 1955-2021 (Quelle: WebGIS Erftverband)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 168 -
10.8.4 Möglichkeiten und Auswirkungen höherer Seewasserstände
Wie in Kapitel 10.8.2 dargestellt, besteht die Notwendigkeit eines tiefen Tagebausees
als regionaler Vorfluter für die Kippengrundwässer nicht mehr, da die ursprünglich ange-
nommene hohe Mineralisierung gemäß RWTH (2020) so nicht eintreten wird.
Mögliche nachteilige Auswirkungen eines Seewasserstands von +65 m NHN sind:
• Da die Geländehöhen im Bereich eines möglichen Niersauslasses bei ca.
+80 m NHN liegen, muss hier ein anfangs ca. 15 m tiefer und entsprechend breiter
Geländeeinschnitt erstellt werden. Der Einschnitt verringert sich im Weiteren schnell,
würde jedoch aufgrund des geringen Gefälles bis zur A 46 reichen. Bei einer 30 m
breiten Flußaue und Uferböschungen mit einem Gefälle 1 : 2 ergäbe sich eine Breite
von bis zu ca. 100 m.
Die Strömungsverhältnisse aus einem Teil der Abraumkippe im Südosten auf den Tage-
bausee zu verändern sich dadurch nicht (Abb. 46, Seite 150).
Die Abb. 56 zeigt das abgeschätzte stationäre Strömungsbild bei einem Seewasser-
stand von ca. +70 m NHN.
Abb. 56: Abschätzung der Grundwasserströmungsverhältnisse für den Zeitraum um 2200 bei
einem Seewasserstand von +70 m NHN
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 169 -
Gegenüber einem Seewasserstand von +65 m NHN ergeben sich bei einem höheren
stationären Seewasserstand wahrscheinlich folgende Auswirkungen:
• Es gibt keinen Grundwasserabstrom mehr aus der Abraumkippe in den Tagebausee.
Der See wird - ähnlich wie bei einem Wasserstand von +65 m NHN - nur noch von
Süden aus dem Jackerather Horst angeströmt.
• Der gesamte Grundwasserabstrom aus der Abraumkippe erfolgt - ähnlich wie bei
einem Wasserstand von +65 m NHN - nach Norden, Nordosten und Osten. Hierbei
wird zunächst die gekalkte und dann die ungekalkte Kippe durchströmt.
• Das Auslassbauwerk und die Ableitungsstrecke (Niersmündung) könnten kleiner di-
mensioniert werden.
• Das Seevolumen würde von 1,550 auf 1,663 Mrd. m3 steigen (2.258 ha x 5 m = +
113 Mio. m3). Die Befüllzeit würde dann um einige Jahre zunehmen.
• Ein höherer Seewasserstand würde auch zu einem höheren Gefälle und Abfluss-
mengen durch die Abraumkippe in Abstromrichtung nach Nordosten und Osten füh-
ren. Allerdings beträgt die Fließstrecke durch die Abraumkippe auf dem kürzesten
Weg nach Nordosten ca. 4 km und auf der Fließstrecke nach Osten ca. 8 km ( Abb.
56, Seite 168). Ein um 5 m höherer Seewasserstand würde das Gefälle (und damit
auch die Fließmengen) auf den gesamten Fließstrecke nur um ca. 0,125 % bzw.
0,063 % erhöhen.
• Die Sonderflächen (Abb. 2, Seite 5: braune Flächen), die nicht mit Abraum verfüllt
werden, würden einige Meter unter Wasser liegen und müssten noch zum Teil verfüllt
werden.
Insgesamt sind diese Veränderungen aus wasserwirtschaftlicher Sicht positiv zu
bewerten.
Unsicherheiten bestehen allerdings in der Frage, ob ein deutlich höherer Seewasser-
spiegel durch einen ausreichenden Grundwasserzustrom erreicht und dauerhaft gehal-
ten werden kann und damit auch für die Niers ein ausreichend großer Abfluss vorhanden
ist. Der Seewasserspiegel muss zur jetzt modellierten Wellenschlagzone und zum ge-
planten Niersablauf passen. 27
27 Wie die Grundwassermodellberechnungen der AG Tagebausee im November 2023 gezeigt haben, wäre
der unterirdische Abstrom aus dem See in Richtung Erft größer als der Zustrom aus dem Westen und Süden,
so dass eine dauerhafte Stützung mit Rheinwasser erforderl ich wäre und der Niersabfluss sich verringern
würde.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 170 -
10.8.5 Fazit und Empfehlungen
• Da die Wellenschlagzonen (1 : 25) bereichsweise schon erstellt werden, sollte eine
Entscheidung schnell erfolgen.
• Anhand des aktualisierten Grundwassermodells sollten die Entwicklung der Grund-
wasserströmungsverhältnisse und die finalen stationären Endzustände geprüft wer-
den.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 171 -
11 ZUSAMMENFASSUNG
11.1 Ergebnisse der Prüfung der RWE-Massenbilanzen
11.1.1 Abraumbilanz 2030
Im Rahmen der Abraumbilanz weisen sowohl die Auswertungen der Bergbautreibenden
als auch die Ergebnisse des vorliegenden Fachgutachtens eine geringe Über- bzw. Un-
terdeckung im Vergleich zum gesamten Abraumangebot bzw. dem Volumen der Innen-
kippe auf. Die aufgezeigte Unterdeckung von Abraum in Höhe von -2,90 Mio. m³
(FUMINCO: -1,61 Mio. m³) nach der Korrektur in Zusammenhang mit der Neubewertung
der Kraftwerksrestdeponie Fortuna (Tab. 96) kann durch eine marginale Anpassung der
Planung für die Innenkippen ausgeglichen werden. Diese Abraum-Unterdeckung ent-
spricht -0,31 % des RWE-Abraumangebots (FUMINCO: -0,17 %).
Tab. 96: Abraumbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Abraumbilanz Abraum 1) Abweichung
Position FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³] [Mio. m³] [%]
Abraumangebot Garzweiler II 2) 950,33 949,48 0,85 0,09
Abraumbedarf 3) -948,25 -948,70 0,45 0,05
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 2,07 0,78
Korrektur A (KWR-Deponie Fortuna) 4) -3,68 -3,68
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) -1,61 -2,90
1) Abraumangebot (+), Abraumbedarf (-)
2) Tab. 11, Seite 31
3) Tab. 48, Seite 80
4) Tab. 50, Seite 83
Die Berechnungen sowie die Ausweisung der Volumina in der Abraumbilanz für das
Ausstiegsszenario 2030 durch die Bergbautreibende werden aufgrund dieser Prüfergeb-
nisse als nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt eingestuft.
11.1.2 Lössbilanz 2030
In Zusammenhang mit der Lössbilanz weist die RWE -Massenbilanz wie auch die Aus-
wertung der Gutachter für das Ausstiegsszenario 2030 nach der Korrektur in Zusam-
menhang mit der erlaubten Lössabgabe an die Rheinischen Baustoffwerke GmbH (RBS)
eine Unterdeckung auf (FUMINCO: -1,64 Mio. m³ bzw. RWE: -2,36 Mio. m³). Grundsätz-
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 172 -
lich sind die RWE-Berechnungen im Rahmen der Lössbilanz nachvollziehbar, plausibel
und fachlich korrekt durchgeführt worden.
Tab. 97: Lössbilanz für das Ausstiegsszenario 2030 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Lössbilanz Löss
Position FUMINCO RWE
Ausstiegsszenario 2030 [Mio. m³] [Mio. m³]
LW-Lössbilanz 1) 6,39 5,67 2)
FW-Lössbilanz 3) -8,02 -8,03
Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) -1,64 -2,36
1) LW-Löss: Löss, geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung / (-)Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)
2) durch die Gutachter korrigiert: 7,27 Mio. m³ - 1,60 Mio. m³ (Korrektur B) = 5,67 Mio. m³
3) FW-Löss: Löss, geeignet für die forstliche Rekultivierung / (-)Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)
Bei der Betrachtung der Lössbilanz spielt neben der Menge auch der Aspekt der Qualität
des Lösses eine entscheidende Rolle. Die Materialklasse LW -Löss (geeignet für die
landwirtschaftliche Rekultivierung) ist nicht durch die Materialklasse FW-Löss (geeignet
für die forstliche Rekultivierung) ersetzbar. LW-Löss kann zwar auch für die Wiederauf-
forstung genutzt werden (Tab. 97), er kann jedoch aufgrund der geochemischen und
mineralogischen Zusammensetzung nicht durch FW-Löss ersetzt werden.
Aufgrund der Wichtigkeit des Lössmaterials für die Wiedernutzbarmachung der durch
den Bergbau in Anspruch genommenen Flächen ist aus Sicht der Gutachter das Recht
der Rheinischen Baustoffwerke GmbH zur Abgabe von Löss und Forstkies an Dritte in
Höhe von 0,2 Mio. m³ pro Jahr kritisch zu hinterfragen.
Als Reaktion auf die Prüfergebnisse der Gutachter und deren Vorstellung hat die RWE
mit einem Schreiben vom 29.09.2023 an die Bezirksregierung Arnsberg einen entspre-
chenden Antrag auf Verlängerung der bis zum 31.12.2023 befristeten Ausnahme gemäß
§ 42 BVOBr zur Unterbringung des Abraums gestellt, in dem die Kritik der Gutachter in
Zusammenhang mit der Lössbilanz berücksichtigt wird. Die neue Verlängerung soll bis
zum 31.12.2030 gelten und unter der Maßgabe erfolgen, dass die Versorgung der Re-
gion mit Kiesen und Sanden aus dem Tagebau Garzweiler nur dann erfolgen kann, wenn
die Gesamtmassenbilanz im Rheinischen Revier unter Berücksichtigung der Sicherstel-
lung der Oberflächengestaltung und Wiedernutzbarmachung nicht gefährdet ist. Dabei
soll der Tagebau Garzweiler vorrangig behandelt werden. Eine Materialabgabe soll nur
dann erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass für den Betrieb des Tagebaus Garzweiler
jederzeit ausreichende Mengen für betriebliche Zwecke zu Verfügung stehen.
Da Löss als ein für die Rekultivierung von Flächen zwingend notwendiges Material der
limitierende Faktor für die Wiedernutzbarmachung ist, führt die für dem Zeitraum bis
Ende 2030 beantragte Reduzierung der zukünftigen jährlichen Abgabemengen für Löss
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 173 -
und Lehm auf 10% des bisherigen Volumens zu einer signifikanten Verbesserung der
Lössbilanz. Die Lössbilanz der Gutachter ist unter Berücksichtigung des zuvor genann-
ten Antrags ausgeglichen und die der RWE weist nur noch eine Lössunterdeckung in
Höhe von -0,76 Mio. m³ aus.
11.1.3 Abraum- und Lössbilanz 2033
Im Zeitraum zwischen 2030 bis 2033 werden im Tagebau Garzweiler II ausschließlich
Braunkohlen (FUMINCO: 39,53 Mio. t bzw. RWE: 38,88 Mio. t) und Abraum (FUMINCO:
85,03 Mio. m³ bzw. RWE: 86,84 Mio. m³) gefördert. Die zusätzlichen Abraummassen
sollen nach Aussagen der RWE in den unteren Abraumraumsohlen der Innenkippe ein-
gelagert werden. Eine konkrete Planung für den Tagebauendstand 2033 liegt in dem
aktuellen Stadium, in dem sich die RWE -Planungen befinden, noch nicht vor (Stand:
08/2023).
Im Vergleich zum Ausstiegsszenario 2030 wird im Rahmen des Ausstiegszenarios 2033
kein zusätzliches Lössmaterial gefördert. Allerdings müssen auch nicht mehr Flächen
rekultiviert werden als im Ausstiegsszenario 2030. Somit ist die Lössbilanz des Aus-
stiegsszenarios 2033 identisch mit der Lössbilanz des Ausstiegsszenarios 2030. Zusätz-
liche Flächen an der Tagesoberfläche können aufgrund des fehlenden zusätzlichen
Lössmaterials nicht rekultiviert werden.
Die Angaben der Bergbautreibenden in Zusammenhang mit der Bedarfsseite für das
Ausstiegsszenario 2033 sind nachvollziehbar und plausibel.
11.1.4 Verwertbare Braunkohlenförderung 2030 bzw. 2033
Im Rahmen des Ausstiegsszenarios 2030 werden nach RWE -Planungen 229,28 Mio. t
verwertbare Braunkohlen (FUMINCO: 229,11 Mio. t) gefördert. Die verwertbare Braun-
kohlenförderung für das Ausstiegsszenario 2033 beläuft sich nach Angaben der Berg-
bautreibenden auf 268,16 Mio. t (FUMINCO: 268,64 Mio. t).
Tab. 98: Verwertbare Braunkohlenförderung im Tagebau Garzweiler II für die Ausstiegsszena-
rien 2030 und 2033 (Quelle: RWE/FUMINCO)
Ausstiegsszenario
Braunkohlenförderung Abweichung
FUMINCO RWE FUMINCO-RWE
[Mio. t] [Mio. t] [Mio. t] [%]
Ausstiegsszenario 2030 1) 229,11 229,28 -0,17 -0,07
Ausstiegsszenario 2033 2) 268,64 268,16 0,48 0,18
1) Basis: Tab. 11 (Seite 31)
2) Basis: Tab. 13 (Seite 33)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 174 -
Im direkten Vergleich der bilanzierten Werte der Gutachter mit denen der RWE besteht
eine Abweichung von -0,17 Mio. t ( -0,07 %) für das Ausstiegsszenario 2030 bzw.
0,48 Mio. t (0,18 %) für das Ausstiegsszenario 2033 (Tab. 98, Seite 173).
Die Berechnung bzw. Ausweisung der verwertbaren Braunkohlenförderung für die bei-
den Ausstiegsszenarien durch die Bergbautreibende wird aufgrund dieser Prüfergeb-
nisse als nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt eingestuft.
11.1.5 Empfehlung der Gutachter
Aufgrund der fortlaufenden Anpassungen der Planungen für die Großtagebaue im Rhei-
nischen Revier (gesellschaftliche, politische etc. Gründe) wird von den Gutachtern emp-
fohlen, die RWE -Planungen der beiden Tagebaue Hambach und Garzweiler nach der
Leitentscheidung 2023 (LE 2023) bzw. nach den daraus ggf. resultierenden notwendigen
Anpassungen und Aktualisierungen erneut gutachtlich zu prüfen. Diese Überprüfung
sollte auch die widersprüchlichen Angaben der Bergbautreibenden zu den Materialtrans-
porten vom Tagebau Garzweiler II zum Tagebau Hambach innerhalb der RWE-Massen-
bilanzen der beiden Tagebaue umfassen.
Neben der Überprüfung sollten nicht nur die Massenbilanzen der einzelnen Tagebaue,
sondern auch die daraus resultierende revierweite Abschlussplanung geprüft werden
(tagebauübergreifende Bilanzierung von Massen). Zudem könnten im Rahmen der
Überprüfung in enger Zusammenarbeit mit der Bergbautreibenden, Behörden und poli-
tischen Institutionen (Braunkohlenausschuss, Arbeitskreis „Änderung des Braunkohlen-
plans Garzweiler II“ etc.) Löss- und Abraum-Einsparpotenziale identifiziert sowie mögli-
che Maßnahmen zur Reduzierung des Löss- und Abraumbedarfs entwickelt werden. Ein
Beispiel für eine solche Reduzierung des Lössbedarfs stellt die innerhalb des vorliegen-
den Gutachtens vorgestellte Anpassung der Gestaltung des östlichen Restlochs dar.
Auch im Hinblick auf die Entscheidungen gemäß § 47 Abs. 4 KVBG (Ausstiegsszenario
2033, inklusive Reservebetrieb) im Jahr 2025 bzw. 2026 sowie zur Steigerung der Trans-
parenz in den Planungs- und Entscheidungsprozessen sollte ein kontinuierliches Moni-
toring der beiden aktiven Großtagebaue sowie der externen Rekultivierungsstandorte
bis zum Jahr 2030 bzw. 2033 für die Entscheidungsträger und die begleitenden Institu-
tionen installiert werden.
11.2 Hydrogeologische Auswirkungsanalyse
11.2.1 Zukünftige Qualität des Restsees
Eine qualitative Bewertung der Leitentscheidung 2021 gegenüber dem Ausstiegsszena-
rio 2030 kommt zu dem Ergebnis, dass sich die wesentlichen Risiken für die Wasser-
qualität des Tagebausees erheblich verringern, da der Anteil der geschnittenen Bö-
schungen erheblich zunimmt und eine Verringerung des Zustroms an mineralisiertem
Kippenwassers zu erwarten ist.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 175 -
Eine quantitative Bewertung kann erst nach Vorlage der Berechnungen mit dem Grund-
wasserströmungs- und Transportmodell erfolgen.
11.2.2 Östliches Restloch
Eine naturschutzfachliche Vorranglösung im östlichen Restloch würde auf der einen
Seite die einmalige Chance bieten, in der ausgeräumten Landschaft ein arten - und na-
turschutzfachliches nationales „Leuchtturmprojekt“ zu realisieren, würde aber auf der an-
deren Seite den Wiedernutzbarmachungsvereinbarungen gemäß BKP widersprechen.
11.2.3 Höherer Seewasserspiegel
Ein höherer Seewasserstand als die seinerzeit festgelegten +65 m NHN hätte eine Reihe
von wasserwirtschaftlichen Vorteilen.
Am 09.11.2023 hat die Entscheidungsgruppe des Monitorings Tagebau Garzweiler II
eine Empfehlung für einen Seewasserstand von +65 m NHN ausgesprochen. Höhere
Seewasserstände wurden ebenfalls geprüft. Diese hätten zwar eine geringere, wenn
auch nicht vollständige Kompensation der Restabsenkung im Grundwasser zur Folge,
müssten aber dauerhaft durch Wassereinspeisungen gestützt werden, da sich bei Um-
setzung der unterirdische Abfluss zur Erft verstärken würde. Auch ein Seewasserstand
von +66 m + NHN löst nicht a lle Probleme und Fragen wie z. B. eine dauerhafte Was-
serbespannung der oberen Niers und der Gewässer im jetzt verbleibenden 3. Umsied-
lungsabschnitt sowie die Lage und Ausführung der Niersanbindung an den Tagebausee.
Hierzu liegt ein Entwurf einer Machbarkeitsstudie im Auftrag der RWE AG vor, die jedoch
noch nicht die Leitentscheidung E 2023 berücksichtigt hat und deswegen noch ergänzt
wird. Die weiteren Planungen und Festlegungen werden dann in dem laufenden Braun-
kohlenplanänderungsverfahren abgearbeitet.
11.2.4 Empfehlung der Gutachter
Alle zukünftigen quantifizierten Aussagen werden auf dem aktualisierten Grundwasser-
modell der RWE AG (Reviermodell) beruhen. Ggf. können die Angaben über das Grund-
wassermodell des LANUV überprüft werden. Allerdings beruht auch das Grundwasser-
modell des LANUV in entscheidenden Parametern und Randbedingungen auf dem Re-
viermodell.
Bei anderen wichtigen Entscheidungen bei der Bewertung der Tagebaue und wasser-
wirtschaftlichen Fragen im Monitoring kann auch auf mehrere Bewertungsgrundlagen
zurückgegriffen werden:
• Es gibt ein unabhängiges Energiemarktmodell (BET) und ein unabhängiges Tage-
baumodell (FUMINCO).
• Im Monitoring werden zwei unterschiedliche Verfahren zur Überprüfung der Zieler-
reichung eingesetzt: Wiener-Filter-Verfahren (Erftverband) und Bardossy-Verfahren
(LANUV).
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 176 -
Vor dem Hintergrund der Bedeutung der Fragestellungen, insbesondere die Frage nach
den „Ewigkeitslasten“ empfehlen die Gutachter den Aufbau eines unabhängigen Grund-
wassermodells. Mit diesem Modell könnten auch Fragen besser beantwortet werden, die
mit dem bestehenden Reviermodell nicht oder nur unzureichend beantwortet werden
können. Hierzu zählen insbesondere:
• echtes, schollenübergreifendes kalibriertes 3-D-Strömungsmodell,
• Plausibilitätskontrolle bei Aufbau und Kalibrierung,
• Aussagen zur Modellsensitivität und Modellunsicherheiten,
• Integration Strömung und Transport (ein reaktives Transportmodell, das neben Sulfat
auch die Ausbreitung und chemische Umsetzung der anderen von der Kippe ins un-
verritzte Gebirge abströmenden Stoffe simuliert, liegt bislang nicht vor),
• Integration instationärer Grundwasserneubildung, Gewässerabflüsse (Trockenfallen
von Gewässern) und Berücksichtigung des Wasserhaushaltes der ungesättigten Bo-
denzone, insbesondere in den Feuchtgebieten,
• Stofffreisetzung in der ungesättigten Zone und Mobilisierung bei der Wiedervernäs-
sung (Qualität der Sümpfungswässer),
• Berücksichtigung der horizontalen Abflüsse aus schwebenden Grundwasserstock-
werken,
• Beantwortung zukünftiger Fragestellungen / Übernahme von Aufgaben im Monitoring
- Höhe des Erftabflusses
- Grundwasserstände in der Erftaue
- Gewässerabflüsse
- Wiederanstieg des oberen Grundwasserleiters
- Möglicher Einfluss des Klimawandels / Veränderungen des Bodenwasserhaus-
haltes und der Grundwasserneubildung
- Einzugsgebietsermittlungen.
Aachen, November 2023
i.V. i.V.
Dr. M. Denneborg S. Fuchs
(ahu GmbH) (FUMINCO® GmbH)
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 177 -
12 LITERATUR
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https://www.wirtschaft.nrw/system/files/media/document/file/anlagen_ergebnisbe-
richt_02_0.pdf (Abrufdatum: 06.09.2023)
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Arnsberg (2023): Braunkohlegewinnung. URL: https:// www.bra.nrw.de/energie -berg-
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BR Köln 1995: Braunkohlenplan (BKP) Garzweiler II. Text und Erläuterungsbericht.
BR Köln 2022: Jahresberichte zum Monitoring Tagebau Garzweiler II 1999 - 2022.
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Auswirkungen auf die Auslastung der Braunkohlekraftwerke und den Erhalt von Lüt-
zerath. Kurzstudie im Auftrag von Europe Beyond Coal. URL: https://vpro0190.proser-
ver.punkt.de/s/K43yiKR4Yz3Xxeg (Abrufdatum: 06.09.2023)
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Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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LE 2021: Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes
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LE 2023: Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes
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MWIKE 2023: Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes
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https://wirtschaft.nrw/hintergrundinformationen-kohleausstieg2030-luetzerath (Abrufda-
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Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Nieman-Delius 2019: Niemann-Delius, Ch. (2019): Gutachterliche Stellungnahme zur
gewinnbaren Kohlemenge im Tagebaue Garzweiler bei Erhalt der Orte des 3. Umsied-
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Obermann, P. et al. 1993: Auswirkungen von Braunkohlenabraumkippen auf die
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Abfall NRW (LWA).
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gestaltung und Wiedernutzbarmachung bis 2025. Entwurf.
RWE Power AG 2018: Konzeption einer Biodiversitätsstrategie für die Rekultivierung
im Rheinischen Braunkohlenrevier.
RWE 2021: RWE Power AG (30. Juni 2021): Änderung des Braunkohlenplans Teilplan
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vom 23.03.2021. URL: https://www.rwe.com/ -/media/RWE/documents/01-der-kon-
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06.09.2023)
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https://bezreg-koeln.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZSS-
GIE3s-JJe4IYs7_4ayl7ejdrmxvTqngo4N_dhpWFf/Scan22102508330.pdf (Abrufdatum:
06.09.2023)
RWTH Aachen 2014: Gutachterliche Prognose über die zukünftig zu erwartende
Grundwassergüte im Abstrombereich der Kippe und wasserwirtschaftliche Auswirkun-
gen auf die im Einflussbereich gelegenen Oberflächengewässer sowie den geplanten
Restsee. - LuFG Hydrogeologie RWTH Aachen University, Aachen, Februar 2014.
RWTH 2020: Gutachterliche Prognose über die zukünftig zu erwartende Grundwasser-
güte im Abstrombereich der Kippe Garzweiler. LuFG Hydrogeologie RWTH Aachen
University, Aachen, Juni 2020. Unveröffentlichter Entwurf.
Tudeshki, H. 2022: Gutachterliche Stellungnahme Bewertung der Auswirkungen und
Konsequenzen für den Tagebau Garzweiler bei Nicht-Inanspruchnahme der ehemaligen
Ortslage Lützerath, bearb. v. H. Tudeshki und T. Tudeshki, MTC - Mining Technology
Consulting GmbH, im Auftrag der RWE Power AG, Aachen.
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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13 ANHANG
13.1 Schematische Darstellung durch die Lagerstätte Garzweiler
Klassifizierung Horizont
(inkl. Hangend- und Liegendschicht) Petrografie Schichtbezeichnungen
20A000 0 Geländeoberfläche
19I999 / 19H700
19I999
990
LOELE VERU
Niederterrasse
19H700 Lössbasis verunreinigt
19H699 / 19H600
19H699
988
LOELE *LA
19H600 Löß landwirtsch. gut geeignet
19H599 / 19H500
19H599
982
LOELE
19H500 Löß landwirtsch. mäßig geeignet
19H499 / 19H000
19H499
989
LOELE *FO
19H000 Lössbasis forstwirtsch.
16I999 /16A000
16I999
712
SD U *KI
Jüngere Hauptterrasse
16A000 Sand und Kies
13E999 / 13A000
13E999
760
T U *SCHL
Tegelen-Schichten
13A000 Ton und Schluff
12A999 / 12A000
12A999
712
SD U *KI
Ältere Hauptterrasse
12A000-
11D000 Sand und Kies
11C999 / 11C000
11C999
760
T U *SCHL
Reuverton B
11C000 Ton und Schluff
11B999 / 10A000
11B999
712
SD U *KI
Reuversand
10A000 Sand und Kies
9C999 / 9C000
9C999
760
T U *SCHL
Oberer Rotton
9C000 Ton und Schluff
9B999 / 8A000
9B999
712
SD U *KI
Hauptkiesserie
8A000 Sand und Kies
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
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Klassifizierung Horizont
(inkl. Hangend- und Liegendschicht) Petrografie Schichtbezeichnungen
7F999 / 7A000
7F999
710
SD U *T
Inden-Schichten
7A000 Sand und Ton
6E999/ 6E960
6E999
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Hangendes
Flöz Garzweiler
6E960 Sand und Kohle
6E959/ 6E918
6E959 1 K Kohle
6E918 25 Kohle < 3m
6E917/ 6E910
6E917
716
SD U *T
Bergemittel C
6E910 Sand und Ton
6E909/ 6E838
6E909 1 K Kohle
6E838 25 Kohle < 3m
6E837/ 6E830
6E837
716
SD U *T
Bergemittel B
6E830 Sand und Ton
6E829/ 6E740
6E829 1 K Kohle
6E740 25 Kohle < 3m
6E739/ 6E720
6E739
716
SD U *T
Bergemittel A
6E720 Sand und Ton
6E719/ 6E640
6E719 1 K Kohle
6E640 25 Kohle < 3m
6E639/ 6E600
6E639
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Liegendes 6E600 Sand und Kohle
6D999/6D200
6D999
100
SD
Neurather Sand
Flöz Frimmersdorf
6D200 Sand
6D199/6D160
6D199
710
SD U *T
6D160 Sand und Ton
6D159/6D140
6D159
922
SCHL T SD
6D140 Schluff tonig sandig
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 182 -
Klassifizierung Horizont
(inkl. Hangend- und Liegendschicht) Petrografie Schichtbezeichnungen
6D139/6D100
6D139
710
SD U *T
Neurather Sand
Flöz Frimmersdorf
6D100 Sand und Ton
6D099/6D000
6D099
100
SD
6D000 Sand
6C999/6C960
6C999
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Hangendes 6C960 Sand und Kohle
6C959/ 6C900
6C959 1 K Kohle
6C900 25 Kohle < 3m
6C899/ 6C880
6C899
716
SD U *T
Bergemittel G
6C880 Sand und Ton
6C879/ 6C620
6C879 1 K Kohle
6C620 25 Kohle < 3m
6C619/6C600
6C619
716
SD U *T
Bergemittel D
6C600 Sand und Ton
6C599/ 6C500
6C599 1 K Kohle
6C500 25 Kohle < 3m
6C499 /6C400
6C499
716
SD U *T
Bergemittel C
6C400 Sand und Ton
6C399/6C220
6C399 1 K Kohle
6C220 25 Kohle < 3m
6C219/6C180
6C219
716
SD U *T
Bergemittel B
6C180 Sand und Ton
6C179/6C040
6C179 1 K Kohle
6C040 25 Kohle < 3m
6C039/ 6C000 6C039
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Liegendes 6C000 Sand und Kohle
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 183 -
Klassifizierung Horizont
(inkl. Hangend- und Liegendschicht) Petrografie Schichtbezeichnungen
6B999/6B900
6B999
754
T SCHL
Frimmersdorfer Sand
6B900 Ton schluffig
6B899 /6B850
6B899
717
SD GSI-Sand
6B850 Sand für KAUK-Anlage
6B849/6B100
6B849
100
SD
6B100 Sand
6B099/ 6B000
6B099
710
SD U *T
6B000 Sand und Ton
6A999/ 6A960
6A999
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Hangendes
Flöz Morken l
6A960 Sand und Kohle
6A959/6A860
6A959
25 Kohle < 3m
6A860
6A859 / 6A820
6A859
716
SD U *T
Bergemittel C
6A820 Sand und Ton
6A819/6A760
6A819 1 K Kohle
6A760 25 Kohle < 3m
6A759/ 6A740
6A759
716
SD U *T
Bergemittel B
6A740 Sand und Ton
6A739/6A680
6A739 1 K Kohle
6A680 25 Kohle < 3m
6A679/6A640
6A679
716
SD U *T
Bergemittel A
6A640 Sand und Ton
6A639/ 6A540
6A639 1 K Kohle
6A540 25 Kohle < 3m
6A539/6A500 6A539
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Liegendes 6A500 Sand und Kohle
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 184 -
Klassifizierung Horizont
(inkl. Hangend- und Liegendschicht) Petrografie Schichtbezeichnungen
6A499 /6A400
6A499
100
SD
6A400 Sand
6A399/6A360
6A399
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Hangendes
Flöz Morken lI
6A360 Sand und Kohle
6A359/6A040
6A359
25
Kohle < 3m
6A040
6A039/6A000
6A039
667
SD U *K Unbauwürdigkeit
Liegendes 6A000 Sand und Kohle
5I999/5I970
5I999
100
SD
5I970 Sand
5I969 /5I960
5I969
914
SCHL T
5I960 Schluff tonig
5I959/5I956
5I959
100
SD
5I956 Sand
5I955/5I954
5I955
7
K T
5I954 Kohle tonig
5I953/ 5I950
5I953
100
SD
5I950 Sand
5I949/5I940
5I949
914
SCHL T
5I940 Schluff tonig
5I939/5I900
5I939
710
SD U *T
5I900 Sand und Ton
5I899
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 185 -
13.2 Auswertung im geologischen 3-D-Modell (Ausstiegsszenario 2030)
Analyse Massenbilanz (Angebot), Basis: Tagebauendstand 2030
Materialklasse Klassifizierung 1) FUMINCO
[m³]
0 nicht klassifiziert
nicht abbauwürdig 0
abbauwürdig 0
1 Luft
nicht abbauwürdig 0
abbauwürdig 0
2 Löss
nicht abbauwürdig 66.590.625
abbauwürdig 0
3 Terrassenkies
nicht abbauwürdig 167.313.281
abbauwürdig 0
4 Abraum M1
nicht abbauwürdig 665.954.844
abbauwürdig 0
5 Abraum M2
nicht abbauwürdig 34.254.844
abbauwürdig 0
6 Braunkohlen
nicht abbauwürdig 42.203.438
abbauwürdig 213.710.000
Teilsumme
nicht abbauwürdig 976.317.032
abbauwürdig 213.710.000
Gesamtsumme 1.190.027.032
1) in Zusammenhang mit der Verwendung von Braunkohlen
Fachgutachten Abraumbilanzierung und hydrogeologische Auswirkungsanalyse Garzweiler II
- 186 -
13.3 Auswertung im geologischen 3-D-Modell (Ausstiegsszenario 2033)
Analyse Massenbilanz (Angebot), Basis: Tagebauendstand mit Reservebetrieb
Materialklasse Klassifizierung 1) FUMINCO
[m³]
0 nicht klassifiziert
nicht abbauwürdig 0
abbauwürdig 0
1 Luft
nicht abbauwürdig 0
abbauwürdig 0
2 Löss
nicht abbauwürdig 66.849.688
abbauwürdig 0
3 Terrassenkies
nicht abbauwürdig 168.343.438
abbauwürdig 0
4 Abraum M1
nicht abbauwürdig 740.799.375
abbauwürdig 0
5 Abraum M2
nicht abbauwürdig 37.325.781
abbauwürdig 0
6 Braunkohlen
nicht abbauwürdig 46.303.750
abbauwürdig 249.999.219
Teilsummen
nicht abbauwürdig 1.059.622.032
abbauwürdig 249.999.219
Gesamtsumme 1.309.621.251
1) in Zusammenhang mit der Verwendung von Braunkohlen
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 3 zu TOP 4_20240315_BKA_Fachgutachten-Garzweiler_04v.pptx)
21416 Zeichen
Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 1 Fachgutachten zur Abraumbilanzierung und hydrogeologischer Auswirkungsanalyse im Tagebau Garzweiler für unterschiedliche Ausstiegsszenarien mit Alternativen-Entwicklung(Ergänzungsgutachten)Stefan Fuchs15.03.2024(171. Sitzung des Braunkohlenausschusses)1 AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)215.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 2 Prüfung der RWE-Massenbilanz - Prüfgrundlage3Prüfgrundlage–angepasste RWE-Vorhabensbeschreibung als Folge der Leitentscheidung 2023 (RWE: 18.01.2024) –3-D-Geodaten der RWE Power AG (Übergabe 11/2023 bis 01/2024)–tabellarische Massenbilanzen der RWE Power AG (Übergabe 11/2023 bis 01/2024)–Berechnungsbasis (Referenztagebaustand):angepasste Vorhabensbeschreibung: Tagebaustand Garzweiler 01/2023 (18.01.2023)RWE-Planungen 2022/2023 (Hauptgutachten: 17.11.2023): Tagebaustand Garzweiler 01/2022allgemeiner Hinweis zur Darstellung von Zahlen und Werten–Unstimmigkeiten im Nachkommabereich bei Rechenoperationen innerhalb von Tabellen und sonstigen Summen sind durch die notwendige Rundung von Zahlen und Werten bedingt15.03.2024 Prüfung der RWE-Massenbilanz - Prüfgrundlage4Jahresförderung 2022 (Tagebau Garzweiler)–112,26 Mio. m³ Abraum–6,00 Mio. m³ Löss–22,69 Mio. t Braunkohlen HolzweilerKeyenbergKuckumLössTerrassenkiesAbraum M1Abraum M2Braunkohlen15.03.2024© FUMINCO GmbH Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 3 AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)515.03.2024 Prüfung der RWE-Massenbilanz6Anmerkung zu den Folien 7 bis 21–die Folien dokumentieren die Prüfergebnisse der Angebots- und Bedarfsseite der RWE-Massenbilanz–die Folien sind nicht Bestandteil des Vortrags–selbstverständlich können die vorgestellten Prüfergebnisse nach dem Vortrag am 15.03.2024Bestandteil von Fragen an die Gutachter sein15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 4 AbweichungVolumen [Mio. m³]Materialklasse(Gewinnung)RWEFUMINCO0,56 %56,656,9Löss-0,06 %778,7137,0Terrassenkies574,0Abraum M128,6Abraum M238,6Bergemittel (Braunkohlenflöze)-0,02 %835,4835,2Summe (nur Abraum)Prüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 7 0,03 %191,8191,8Braunkohlen-0,01 %1 027,11 027,0Gesamtsumme Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Volumen aus dem geol. Modell AbweichungVolumen [Mio. m³]Löss-Materialklasse(Gewinnung)RWEFUMINCO-1,89 %2,82,8Lössbasis verunreinigt0,00 %9,69,6Lössbasis forstlich0,36 %25,825,9Löss landwirtschaftl. gut geeignet1,49 %18,318,6Löss landwirtschaftl. mäßig geeignet 0,56 %56,656,9GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung815.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 5 AbweichungVolumen [Mio. m³]Löss-Materialklasse(verwertbar)RWEFUMINCO0,00 %0,00,0Lössbasis verunreinigt0,00 %9,69,6Lössbasis forstlich0,36 %18,118,1Löss landwirtschaftl. gut geeignet1,49 %12,813,0Löss landwirtschaftl. mäßig geeignet -0,05 %11,111,1Lössdepots (östl. Restloch)0,50 %51,651,9GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 9 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Korrektur durch den Faktor Abbauverluste AbweichungVolumen [Mio. m³]Löss-Materialklasse(verwertbar)RWEFUMINCO0,62 %42,042,3LW-Löss0,00 %9,69,6FW-Löss0,50 %51,651,9GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 10 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Korrektur durch den Faktor AbbauverlusteLW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung FW-Löss: Löss - geeignet für die forstwirtschaftliche Rekultivierung Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 6 AbweichungRWEFUMINCOBraunkohlenflözMasse[Mio. t]Masse [Mio. t]Dichte[t/m³]Volumen [Mio. m³]-0,05 %66,166,11,1557,5Garzweiler0,39 %80,580,81,1570,3Frimmersdorf-0,29 %73,973,71,1564,1Morken0,03 %220,5220,6191,8GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 11 Volumen aus dem geol. ModellUmrechnung mittels Dichte in Tonnage Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 RWEBraunkohlenflözverwertbare Förderung[Mio. t]Abbauverluste 1)Masse[Mio. t]58,212 %66,1Garzweiler74,97 %80,5Frimmersdorf72,42 %73,9Morken205,5220,5GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 12 1) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern inkl. technischer Restriktionen, Lagerstättenzuschnitt etc. Korrektur durch den Faktor AbbauverlusteModellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 7 AbweichungVolumen [Mio. m³]Abraum(verwertbar)RWEFUMINCO0,04 %812,5739,6Abraum (Gewinnung)16,1Abbauverluste Löss13,1Abbauverluste Braunkohlen38,6Bergemittel (Braunkohlenflöze)4,6bilanztechnischer Ausgleichsposten0,04 %812,5812,1GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 13 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 AbweichungBedarf [Mio. m³]Abraum(Tagebau Garzweiler)RWEFUMINCO-0,09 %387,3386,9Innenkippe0,00 %356,5356,5östliches Restloch0,01 %-27,7-27,7Korrekturwert Innenkippe/Restloch (Löss)-2,59 %5,35,2Lössdepots östl. Restloch1)5,55 %35,037,1Gestaltungsbedarf (Geotechnik)0,93 %6,06,1Gewinnung Wiedernutzbarmachung0,21 %762,4764,1Gesamtsumme 1)Prüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 14 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung1)im Rahmen von QS-Maßnahmen korrigierter Wert (im Vergleich zur Vorstellung der Prüfergebnisse im AK Garzweiler am 20.02.2024)15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 8 Bedarfexterner Standort (Zielort)MaterialartLöss, Forstkies, SubstratTagebau HambachLöss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)Abraum zur Verfüllung Löss, ForstkiesKWR-Deponie FortunaDeckelabdichtungLöss, ForstkiesKWR-Deponie GarzweilerAbraum zur VerfüllungKiesBaustoffversorgung (RBS)Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVGPrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 15Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Abraumbedarf [Mio. m³]Bedarfexterner Standort (Zielort)AbweichungRWEFUMINCOMaterialart0,80 %24,324,5Löss, Forstkies, SubstratTagebau Hambach-2,83 %1,61,6Löss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)5,74 %13,814,6Abraum zur Verfüllung 3,51 %0,60,6Löss, ForstkiesKWR-Deponie Fortuna0,00 %2,12,1Deckelabdichtung-5,22 %1,01,0Löss, ForstkiesKWR-Deponie Garzweiler-1,17 %3,43,4Abraum zur Verfüllung0,00 %6,46,4KiesBaustoffversorgung (RBS)-0,97 %2,32,3Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVG1,60 %55,356,4GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 16 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 9 Lössbedarf [Mio. m³]Bedarfexterner Standort (Zielort)AbweichungRWEFUMINCOMaterialart-0,48 %14,714,6Löss, Forstkies, SubstratTagebau Hambach-1,50 %2,62,6Löss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)0,00 %0,00,0Abraum zur Verfüllung -2,19 %1,81,8Löss, ForstkiesKWR-Deponie Fortuna0,00 %0,00,0Deckelabdichtung-1,42 %3,63,5Löss, ForstkiesKWR-Deponie Garzweiler0,00 %0,00,0Abraum zur Verfüllung0,00 %0,00,0KiesBaustoffversorgung (RBS)1,44 %1,51,5Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVG-0,73 %24,124,0GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 17 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Gesamtbedarf [Mio. m³]Bedarfexterner Standort (Zielort)AbweichungRWEFUMINCOMaterialart0,32 %39,039,1Löss, Forstkies, SubstratTagebau Hambach0,43 %4,14,1Löss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)5,74 %13,814,6Abraum zur Verfüllung -0,70 %2,42,4Löss, ForstkiesKWR-Deponie Fortuna0,00 %2,12,1Deckelabdichtung0,00 %4,54,5Löss, ForstkiesKWR-Deponie Garzweiler-1,17 %3,43,4Abraum zur Verfüllung0,00 %6,46,4KiesBaustoffversorgung (RBS)0,00 %3,83,8Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVG1,15 %79,480,4GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 18 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 10 AbweichungAbraumbedarf [Mio. m³]ZielortRWEFUMINCO0,21 %762,4764,1Verkippung im Tagebau Garzweiler 1)1,60 %55,356,4Externe Standorte3,02 %25,726,5- Abraum (Verkippung)0,34 %29,829,9- Abraum im Forstkies bzw. Substrat0,33 %817,7820,5Gesamtsumme 1)Prüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 19 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.20241)im Rahmen von QS-Maßnahmen korrigierter Wert (im Vergleich zur Vorstellung der Prüfergebnisse im AK Garzweiler am 20.02.2024) AbweichungLössbedarf [Mio. m³]ZielortRWEFUMINCO0,01 %27,727,7Rekultivierung Tagebau Garzweiler0,01 %22,222,2- LW-Löss-0,02 %5,45,4- FW-Löss-0,23 %24,124,0Externe Standorte0,09 %12,412,4- LW-Löss-0,58 %11,711,6- FW-Löss-0,11 %51,751,7GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 20 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der QualitätssicherungLW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung FW-Löss: Löss - geeignet für die forstwirtschaftliche Rekultivierung 15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 11 AbweichungLössbedarf [Mio. m³]MaterialartRWEFUMINCO0,04 %34,634,7LW-Löss-0,40 %17,117,0FW-Löss-0,11 %51,751,7GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 21 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der QualitätssicherungLW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung FW-Löss: Löss - geeignet für die forstwirtschaftliche Rekultivierung 15.03.2024 AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)2215.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 12 Prüfung der RWE-Massenbilanz (Abraumbilanz, Ausstiegsszenario 2030) 23AbweichungAbraumPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]-0,04 %-0,4812,5812,1Abraumangebot Garzweiler0,33 %-2,7-817,7-820,5Abraumbedarf 1)-3,1-5,3-8,4Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 1)0,3Korrektur A (Tagebau Hambach)-3,4-5,0-8,4Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 1)-0,6 %-1,0 %Anteil am Abraumangebot 1) Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung 15.03.20241)im Rahmen von QS-Maßnahmen korrigierter Wert (im Vergleich zur Vorstellung der Prüfergebnisse im AK Garzweiler am 20.02.2024) Prüfung der RWE-Massenbilanz (LW-Lössbilanz, Ausstiegsszenario 2030) 24AbweichungLW-LössPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]0,62 %0,342,042,3LW-Lössangebot Garzweiler0,04 %0,0-34,6-34,7LW-Lössbedarf 0,27,47,6Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der QualitätssicherungLW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung 15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 13 Prüfung der RWE-Massenbilanz (FW-Lössbilanz, Ausstiegsszenario 2030) 25AbweichungFW-LössPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]0,00 %0,09,69,6FW-Lössangebot Garzweiler-0,40 %0,1-17,1-17,0FW-Lössbedarf 0,1-7,5-7,4Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)0,1Korrektur A (Tagebau Hambach)0,0-7,4-7,4Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung FW-Löss: Löss - geeignet für die forstliche Rekultivierung 15.03.2024 Prüfung der RWE-Massenbilanz (Lössbilanz, Ausstiegsszenario 2030) LW-Löss kann mögliche FW-Löss-Defizite in der Lössbilanz ausgleichen26AbweichungLössPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]3,24 %0,27,47,6LW-Lössbilanz0,02 %0,0-7,4-7,4FW-Lössbilanz0,20,00,2Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) LW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche RekultivierungFW-Löss: Löss - geeignet für die forstliche Rekultivierung Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 14 Prüfung der RWE-Massenbilanz (Ausstiegsszenario 2033) Lössbilanz 2033–identisch mit der Lössbilanz 2030–kein zusätzlicher Löss, somit auch keine zusätzliche Wiedernutzbarmachung von Flächen möglichAbraumbilanz 2033–zusätzlich 87,8 Mio. m³ Abraum (FUMINCO: 87,2 Mio. m³) gegenüber dem Ausstiegsszenario 2030–Verkippung des zusätzlichen Abraums in den untersten Innenkippensohlen27Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Prüfung der RWE-Massenbilanz (Braunkohlengewinnung) 28Abweichungverwertbare FörderungAusstiegsszenario 2030(Basis: 18.01.2023)FUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. t][Mio. t][Mio. t]0,03 %0,1205,5205,5Braunkohlengewinnung Abweichungverwertbare FörderungAusstiegsszenario 2033(Basis: 18.01.2023)FUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. t][Mio. t][Mio. t]0,48 %1,2246,6247,8Braunkohlengewinnung Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 15 AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)2915.03.2024 Anmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzPrüfgrundlage bzw. Prüfzeitraum–die Planungen im Rahmen der Wiedernutzbarmachung basieren auf dem Referenztagebaustand 01/2023 (18.01.2023)–aus diesem Grund bilanzieren die Gutachter auf der Angebotsseite (Gewinnung) ebenfalls auf der Basis des Referenztagebaustands 01/2023–die RWE-Angebotsseite (Basis: 01.01.2023) wird im Rahmen des Gutachtens mithilfe RWE-internen Dokumentationen (Ist-Werte) entsprechend auf den Stichtag 18.01.2023 angepasst 3015.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 16 Anmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzKorrektur A (Tagebau Hambach)–im Rahmen der Flächenberechnungen für die Wiedernutzbarmachung im Tagebau Hambach weist RWE aus Sicht der Gutachter 17,6 ha zu viel aus (Doppelbilanzierung)–betroffene Rekultivierungsart: Zwischennutzung im Restloch <68 m NHN (Auftrag: 2 m, Lössanteil: 20 %)–Folge: Reduzierung der Massentransporte zum Tagebau Hambach0,07 Mio. m³ FW-Löss 0,28 Mio. m³ Abraum3115.03.2024 AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)3215.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 17 Flächenanalyse Tagebauendstand mit Sicherheitsbereitschaft33Legendenicht in Anspruch genommene Fläche zusätzliche Flächeninanspruchnahme Tagebauentwicklung2023 bis 2030/2033 33,4 ha8,5 haVerringerung der Abbaufläche: 33,4 ha + 8,5 ha + 1,6 ha= 43,4 ha© FUMINCO GmbH Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung © FUMINCO GmbH1,6 haDreieckJackerath15.03.2024 Masseneinsparung durch geringere Flächeninanspruchnahme34HolzweilerKeyenbergKuckumLössTerrassenkiesAbraum M1Abraum M2Braunkohlen© FUMINCO GmbHMasseneinsparung–24,1 Mio. m³ Abraum–1,0 Mio. m³ Löss(1,6 bis 1,8 Mio. m³ Löss/Forstkies)–1,1 Mio. t BraunkohlenZahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung15.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 18 AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)3515.03.2024 Zusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)Abraumbilanz–die Abraumbilanzierung für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 istaus Sicht der Gutachter nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt wordenLössbilanz–die RWE-Berechnungen im Rahmen der Lössbilanz für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 sindaus Sicht der Gutachter nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt worden3615.03.2024 Ergänzungsgutachten Garzweiler 26.02.2024 FUMINCO GmbH / ahu GmbH 19 Zusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)Braunkohlengewinnung–die Berechnungen der (möglichen) verwertbaren Braunkohlengewinnung für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 sind aus Sicht der Gutachter nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt worden37 15.03.2024© FUMINCO GmbH 3815.03.2024 © FUMINCO GmbH
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 2 zu TOP 4_Vorhabensbeschreibung RWE)
29061 Zeichen
RWE RWE Power AG I Auenheimer Stralle 27150129 Bergheim Bezirksregierung Köln Dezernat32 Regionalentwicklung, Braunkohle Frau Vera Müller, Frau Susanne Brüggemann Scheidtweiler Str. 4 50933 Köln Köln, 18. Januar 2024 Tagebauplanung Ihre Zeichen Ihre Nachricht Unsere Zeichen POB-T /Hil Name Claudia Hillebrecht Telefon 02271- 751 22877 E-Mail claudia .hillebrecht@rwe.com Braunkohlenplanänderungsverfahren Tagebau Garzweiler - angepasste Vorhabensbeschreibung als Folge der" Leitentscheidung 2023: Meilen stein für den Klimaschutz, Stärkung der Versorgungssicherheit und Klar heit für die Menschen in der Region" der Landesregierung NRW vom 19.09.2023 Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrte Frau Brüggemann, sehr geehrte Damen und Herren, mit Schreiben vom 22.10.2022 hatte _n wir Ihnen unsere angepasste Vorha bensbeschreibung zur Abbau- und Wiedernutzbarmachungsplanung des Ta gebaus Garzweiler zur Verfügung gestellt. Diese basierte auf der politischen Verständigung zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klima schutz, dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und der RWE AG vom 04. Oktober 2022, in der der Kohleausstieg im Jahr 2030 vereinbart worden ist. Die raum bedeutsamen Aspekte der politischen Verständigung hat die Landesregierung NRW nun in einer neuen Leitentscheidung umgesetzt. In Bezug auf das Abbauvorhaben, zu dem der Braunkohlenausschuss in seiner Sitzung am 16.06.2022 bereits den Vorentwurfsbeschluss gefasst hat, sind die grundlegenden Aspekte nahezu unverändert geblieben: Weder die Ortschaften des dritten Umsiedlungsabschnitts im Stadtgebiet Er kelenz noch die drei Hofstellen im Vorfeld des Tagebaus werden bergbaulich in Anspruch genommen. Der Tagebau entwickelt sich gemä~ der Leitentschei dung vom 19.09.2023 in einem Abstand von 400m südlich von Keyenberg und rund 500m östlich von Holzweiler weiter. Die Autobahn 61 wird aufgrund der veränderten Geometrie und Lage des Tagebausees nicht wiederherge stellt. Mit dem Ziel, die Inanspruchnahme der Flächen im Vorfeld des Tagebaus Garzweiler so klein wie möglich zu halten, enthält die Leitentscheidung darüber hinaus den Auftrag, den Bedarf von Massen aus dem Tagebau Garzweiler, die zur Wiedernutzbarmachung externer Betriebsbereiche benötigt werden, zu RWE Power Aktiengesellschaft Betriebsstätte Auenheimer Straße 27 50129 Bergheim T +49 2271 751 -0 F +49 2271 751-1 414 1 www.rwe.com Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Michael Müller Vorstand: Dr. Frank Weigand (Vorsitzender-) Steffen Kanitz Dr. Lars Kulik Kemal Razanica Sitz der Gesellschaft: Essen Eingetragen beim Amtsgericht Essen HRB17420 Bankverbindung: Commerzbank Köln BIC COBADEFF370 IBAN: DE72 3704 0044 0500149000 Gläubiger-ldNr. DE37ZZZ00000130738 USt-IdNr. DE 8112 23 345 St-Nr. 112/5717 /1032 Seite 2 überprüfen und nach Möglichkeit zu verringern. Diesem Auftrag sind wir nach- gekommen mit dem Ergebnis , dass der Massenbedarf für die restliche Wie- dernutzbarmachung des Tagebaus Fortuna-Garsdorf, für die Wiedernutzbar- machung der Deponie Vereinigte Ville und für die forstliche Rekultivierung des Tagebaus Hambach insgesamt um rund 25 Mio. m³ , davon rund 2 Mio. m³ Löss/Forstkies, verringert werden und diese Menge im Tagebau Garzweiler verbleiben kann. Unsere genehmigungsrechtliche, technische und umwelt- fachliche Bewertung der Reduzierung der Massenbedarfe in diesen Betriebs- bereichen haben wir in einem separaten Dokument vorgenommen, welches diesem Schreiben als Anlage 1 beiliegt. Aus unserer Sicht ist die Machbarkeit damit hinreichend belegt, um nun in einem Vorentwurf zum Braunkohlenplan Garzweiler die finale Abbaugrenze bestimmen zu können. Die Verringerung der benötigten Menge an Abraum und Rekultivierungsmate- rial und deren Verbleib im Abbaugebiet Garzweiler führt zu einer Verringerung der Flächeninanspruchnahme im Vorfeld des Tagebaus Garzweiler. Gegen- über dem Vorhaben nach politischer Verständigung vom 04.10.2022, zu dem der Braunkohlenausschuss am 16.06.2023 den bisherigen Vorentwurfsbe- schluss gefasst hat, verringert sich die Abbaufläche um rund 4 0 ha. Rund 1 Mio. t Braunkohle zusätzlich verbleiben ungenutzt in der Lagerstätte. Abb. 1: Darstellung der Verringerung der Abbaufläche Diese in der Abbildung 1 dargestellte Abbaugrenze legen wir unserer aktuali- sierten Vorhabenbeschreibung zugrunde. Durch die geplante Verkleinerung des Abbaufeldes Garzweiler II 1995 beträgt der gewinnbare Kohleinhalt der Lagerstätte noch rund 255 Mio. t ( Anfang 2023 bis zum Tagebauende). Der Zeitpunkt der vollständigen Auskohlung der Lagerstätte gemäß Leitentscheidung 2023 steht in direkter Abhängigkeit des RWE RWE Seite 3 Kohlebedarfs der Kraftwerke und der Veredlungsbetriebe. Dabei war und ist auch die aktuelle energiepolitische Lage zu berücksichtigen. In der Leitent scheidung 2023 wird auf das Gesetz zur Beschleunigung des Braunkohlenaus stiegs im Rheinischen Revier vom 19.12.2022 hingewiesen, in dem festge schrieben ist, dass die marktorientierte Stromerzeugung in den letzten Braun kohlekraftwerken am 31.03.2030 endet. Das Gesetz enthält für den Bund die Option, rund 3.600 MW Kraftwerkskapazität bis Ende 2033 in eine Reserve zu überführen. Die Entscheidung hierüber soll im Jahr 2026 durch den Bund ge troffen werden. Die hierfür gegebenenfalls erforderliche Kohlegewinnung er folgt dann aus dem offenen Tagebaubereich und hat keine Ausweitung des Abbaubereiches mehr zur Folge. Ebenfalls bleibt die Wiedernutzbarmachung im Falle der Ausnutzung der Option unberührt. Nach Beendigung der Kohlegewinnung erfolgt der Rückbau des Bandsammel punktes und eine Teilverkippung dieses Bereichs aus einem vorher im ausge kohlten Abbaubereich anzulegenden Abraumdepot, um auch hier die erforder lichen Böschungsneigungen für ein Tagebauseeböschungssystem herzustel len. Aufgrund der mit dem Vorhaben gemäß Leitentscheidung 2023 einherge henden erheblichen Verkleinerung des Abbaubereichs gegenüber der in 1995 genehmigten Planung des Tagebaus steht weniger Abraummaterial und weni ger Löss zur Verfügung. Unter Berücksichtigung nachstehender Planungen einschließlich der für die gemäß Anlage 1 veränderte Wiedernutzbarmachung der noch zu rekultivierenden externen Betriebsbereiche ist die Abraum- und Lössbilanz knapp ausgeglichen. Der Bereich des heutigen Bandsammel punktes kann nicht wie im Braunkohlenplan Frimmersdorf vorgesehen verfüllt werden, sondern wird Teil des Tagebausees. Dies betrifft insgesamt eine Flä che von rund 400 ha im räumlichen Geltungsbereich des Braunkohlenplans Frimmersdorf, der sich insgesamt über etwa 5.550 ha erstreckt. Von den rund 400 ha werden rund 310 ha als Wasserfläche und rund 90 ha als begrünte Böschungs- und Uferbereiche angelegt. Weiter ist im Sinne der möglichst ge ringen Flächeninanspruchnahme vorgesehen, den Einschnitt der Bandanlage sowie den Bereich des Kohlebunkers und der Tagesanlagen im Geltungsbe reich des Braunkohlenplans Frimmersdorf nicht zu verfüllen sondern teilweise als Biotopverbundfläche herzustellen und teilweise als Sonderfläche für Zukunftsprojekte zur Förderung des Strukturwandels vorzusehen. Entlang des östlichen Seeufers und am Übergang des Bereichs der Bandan lage zum späteren See ist eine etwa 120 ha große landwirtschaftliche Fläche mit nur lm Lössauftrag vorgesehen, die etwa 10 - 15 m tiefer als die an grenzende landwirtschaftliche Fläche liegt und somit den späteren Seezugang erleichtert. Nachfolgend finden Sie eine Abbildung mit Darstellung des Vorhabens mit der westlich geplanten finalen Abbaugrenze sowie der geplanten Wiedernutzbar machung. Seite 4 ·c::::::i-~~~(•111~ .. - ''"'~ .... ~t~r-~-- .. ~· L .. l__,.,_ RWE l..__jw _ _,., 1 - ---- ·--+--+---+---+---=--+-----1~---::1,;::...,;;~~..-F---+--+::r::...-,t-"'"~ •M ~~..-.~ . .., ~~ ;;.;;........,,.....,,~..,,..~ Abb. 2: Vorhaben gemäß Leitentscheidung 2023 - Wiedernutzbarmachung (Stand 11.01.2024) Das Änderungsvorhaben ist damit in Umsetzung der Vorgaben aus der Leit entscheidung 2023 insgesamt durch die folgenden Eckpunkte gekennzeich net (Stand 03.01.2024). a) Der Abbaubereich Garzweiler II wird von ursprünglich rund 4.800 ha (gern. Braunkohlenplan Garzweiler 111995) auf rund 2.430 ha verkleinert. b) Die Verkleinerung gegenüber dem in 1995 genehmigten Vorhaben findet im westlichen Tagebaubereich durch die Aussparung der Ortschaften Holzweiler, Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath sowie der drei Feldhöfe Weyerhof, Eggerather Hof und Roitzer Hof statt. c) Der Tagebau hält einen Abstand von mindestens 500m zu der Ortschaft Holzweiler und - seit Bekanntgabe der Leitentscheidung 2023 - einen Ab stand von mindestens 400m zu den Ortschaften des ehemaligen 3. Um siedlungsabschnitts und den drei Feldhöfen ein. d) Aufgrund der Nicht-Inanspruchnahme der Ortschaften des ehemaligen 3. Umsiedlungsabschnitts verändert sich zwangsläufig die Lage und Form des Tagebausees so sehr, dass die Autobahn 61 zwischen der Anschluss stelle Wanlo und dem Autobahndreieck bzw. Autobahnkreuz Jackerath nach erfolgter Wiedernutzbarmachung als A 61n nicht wieder errichtet werden kann. Die Herstellung einer leistungsfähigen Strar.,e östlich des späteren Sees ist grundsätzlich möglich. e) Aufgrund der Nicht-Inanspruchnahme des westlichen Tagebaubereichs inklusive der vorgenannten Ortschaften verändert sich die Geometrie des Tagebaus Garzweiler II gegenüber dem in 1995 genehmigten Vorhaben deutlich. Das nach Ende der Auskehlung verbleibende Restloch wird sich RWE Seite 5 weiter nach Osten in den Bereich des heutigen Bandsammelpunktes er strecken. Es entsteht somit ein zusammenhängender Tagebausee west lich der A44n, der gegenüber der im Jahr 1995 genehmigten Planung von 2.300 ha eine reduzierte Größe von rund 2.215 ha haben wird. Der Anteil, der auf den räumlichen Geltungsbereich des Braunkohlenplans Garzweiler II fällt. beträgt dabei rd. 1.905 ha. Ein untergeordneter Teil des Tagebau sees mit einer Größe von rund 310 ha sowie rund 90 ha Böschungs- und Uferbereich werden in den räumlichen Geltungsbereich des Braunkohlen plans Frimmersdorf hineinragen. f) Der Einschnitt der Bandanlage sowie der Bereich des Kohlebunkers und der Tagesanlagen im Geltungsbereich des Braunkohlenplans Frimmers dorf werden nicht verfüllt, sondern teilweise als Biotopverbundfläche und teilweise als Sonderfläche für Zukunftsprojekte im Sinne des Strukturwan dels vorgesehen. g) Entlang des östlichen Seeufers und am Übergang des Bereichs der Bandanlage zum späteren See ist eine etwa 120 ha große landwirtschaft liche Fläche mit nur lm Lössauftrag vorgesehen, die etwa 10 - 15 m tiefer als die angrenzende landwirtschaftliche Fläche liegt. h) Aus Standsicherheitsgründen wird die unterhalb der Wasserlinie liegende Tagebauseeböschung mit einer Generalneigung von 1:5 oder flacher ge plant und hergestellt werden. Wir regen an, diese zur Umsetzung der Leitentscheidung 2023 aktualisierte Vorhabensbeschreibung dem Auftrag zur Erstellung eines Vorentwurfes zur Änderung des Braunkohlenplanes Garzweiler II einschließlich Änderungen be züglich der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Braunkohlenplans Frimmersdorf zugrunde zu legen. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen und Glückauf RWE Power Aktiengesellschaft ppa. i.V. cfa , ,f ✓ Veffe; (Eyll-Vetter) Seite 1 von 8 Anlage 1 RWE Power Aktiengesellschaft 18. Januar 2024 Genehmigungsrechtliche, technische und umweltfachliche Bewertung der Reduzierung der Massenbedarfe in den Garzweiler-externen Betriebsbereichen a) restliche Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Fortuna-Garsdorf Genehmigungsrechtliche Bewertung: Der Braunkohlenplan Fortuna-Garsdorf ist durch Erlass vom 19.09.1984 durch das Land NRW genehmigt worden. Der darin zeichnerisch dargestellte Abbaubereich umfasst eine Fläche von rund 2.220 ha. Im Kapitel 1.3 Massendisposition ist als Ziel formuliert, dass „das durch die Auskohlung entstehende Massendefizit durch Verbringung von Abraummassen aus anderen Tagebauen auszugleichen ist. Die Bergbautätigkeit ist darauf auszurichten, dass die vollständige Verfüllung des Abbaubereichs spätestens 1997 abgeschlossen ist.“ Die Verfüllung ist weitgehend wie geplant erfolgt und die Wiedernutzbarmachung entspricht den in Kapitel 3 des Braunkohlenplans aufgeführten Grundzügen der Oberflächengestaltung und Wiedernutzbarmachung des Abbaubereichs. Seite 2 von 8 Abb. 1: Zeichnerische Darstellung Braunkohlenplan Fortuna-Garsdorf Für den Großteil der rekultivierten Fläche ist die Bergaufsicht bereits beendet und der Braunkohlenplan damit erledigt. Unter Bergaufsicht befinden sich aktuell nur die Fläche der Deponie (siehe Abb. 1, blaue Umrandung) und die Fläche des Bunkers Fortuna und der sogenannten Rather Schleife (siehe Abb. 1, magentafarbene Umrandung). Die Deponie ist planfestgestellt und wird dementsprechend rekultiviert. Der vorgenannte Bereich des Kohlebunkers, der Beladeanlage und der Grubenausfahrt (siehe magentafarbene Umrandung) wird gemäß Kapitel 3 des Braunkohlenplans für die Zeit der Auskohlung der Tagebaue Fortuna-Garsdorf und Hambach noch betrieblich benötigt und kann erst danach rekultiviert werden. Hier ist laut Braunkohlenplan zu etwa 2 Dritteln landwirtschaftliche Fläche herzustellen und zu etwa einem Drittel ein Wald- und Erholungsbereich anzulegen. Die hier zum Zwecke der Masseneinsparung gemäß Leitentscheidung 2023 beschriebenen Änderungen in der Wiedernutzbarmachung betreffen somit nur den magentafarben umrandeten Bereich des Bunkers Fortuna und der sogenannten Rather Schleife. Seite 3 von 8 Abb. 2: Luftbild (Befliegung aus Mai und Oktober 2023) mit Umrandung des ehem. Tagebaus Fortuna-Garsdorf Ausweislich des Luftbildes (Abb. 2) aus Mai/Oktober 2023 ist die Wiedernutzbarmachung des rund 2.220 ha großen Abbaubereichs des Tagebaus Fortuna-Garsdorf nahezu abgeschlossen und entspricht den Grundzügen der Oberflächengestaltung gemäß Braunkohlenplan. Durch die Leitentscheidung der Landesregierung vom 19.09.2023 ist die noch ausstehende geplante weitere Rekultivierung (innerhalb des in Abb. 1 magentafarben umrandeten Bereichs) zu überprüfen. Im Entscheidungssatz 2 der Leitentscheidung ist festgehalten, dass im Sinne eines optimierten Abbaukonzeptes für den Tagebau Garzweiler der Bedarf an Rekultivierungsmaterial für Garzweiler-externe Bereiche zu überprüfen ist. Explizit genannt ist hier der „Bereich des früheren Tagebaus Fortuna“. Das Konzept der Oberflächengestaltung sah für den in Abb. 1 magentafarben umrandeten Bereich auf einer Fläche von rund 152 ha die Herstellung von rund 138 ha landwirt- schaftlicher Fläche und rund 14 ha forstlicher Fläche auf einem mittleren Höhenniveau von 90 m NHN vor, welches durch die erforderliche Neigung der landwirtschaftlichen Fläche Richtung Niederaußem abfällt und hier niveaugleich anschließt (s. Abb. 3). Das angrenzende Gelände im Osten (Ortschaft Niederaußem) liegt auf etwa 80 m NHN. Eine Anpassung der Wiedernutzbarmachungsplanung mit dem Ziel der Masseneinsparung kann durch eine Rekultivierung in Tieflage (ohne niveaugleichen Anschluss an das umliegende Seite 4 von 8 Gelände) erfolgen (s. Abb. 4). Durch die Absenkung des mittleren Höhenniveaus um rund 20 m (von 90 m NHN auf 70 m NHN) kann der erforderliche Massenbedarf zur Verfüllung und Wiedernutzbarmachung des Bunkerbereichs und der Rather Schleife um rund 22,5 Mio. m³ verringert werden. Dabei verringert sich der Anteil der landwirtschaftlichen Wiedernutzbarmachung in diesem Bereich um ca. 1/3 oder 45 ha zugunsten der forstlichen Wiedernutzbarmachung, da durch die Tieflage zusätzliche Böschungsbereiche entstehen. In Bezug auf die Fläche des gesamten Geltungsbereichs des Braunkohlenplans Fortuna- Garsdorf (rund 2.220 ha) sind das etwa 2%. Abb. 3: Darstellung der zwischenzeitlichen Planung der Wiedernutzbarmachung der Fläche Bunker Fortuna und Rather Schleife Abb. 4: Darstellung der alternativen Planung der Wiedernutzbarmachung der Fläche Bunker Fortuna und Rather Schleife Seite 5 von 8 Das Wiedernutzbarmachungskonzept des Braunkohlenplanes ist unter Berücksichtigung der dort eingeräumten Toleranzen in den Grundzügen unverändert. Eine im Vergleich zum gesamten Abbaubereich und der Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Fortuna-Garsdorf geringfügige Nutzungsänderung ergäbe sich zu Lasten der Landwirtschaft. Die detaillierte Planung (z.B. Zugänglichkeit der landwirtschaftlichen Flächen) erfolgt im nachfolgenden Abschlussbetriebsplan. Technische und umweltfachliche Bewertung: Der Bereich des Bunkers Fortuna und der sogenannten Rather Schleife liegt aktuell auf einem Höhenniveau, welches nach Beendigung der Sümpfungsmaßnahmen und des Grundwasserwiederanstiegs weitestgehend im Grundwasser liegen wird. Aus den aktuellen Modellberechnungen wird für den Bereich ein Grundwasserspiegel von +63m NHN im stationären Endzustand prognostiziert. Ausgehend von diesem Höhenniveau wurde als tiefster Punkt der zu rekultivierenden Fläche daher eine Höhenlage +67m NHN (Niveau Grundwasserspiegel +2m für Entwässerungsschicht und 2m Lössauftrag) gewählt. Unter Berücksichtigung der Rekultivierungsrichtlinie für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung und der hierin geforderten Neigungen in den landwirtschaftlichen Flächen ergibt sich somit ein mittleres Niveau von etwa +70m NHN und damit rund 20m niedriger als im Ansatz gemäß Braunkohlenplan. Mit Blick auf den sich einstellenden Grundwasserspiegel ist eine weitere Absenkung der Rekultivierung nicht möglich. Im Zuge einer zum Zwecke der Masseneinsparung geplanten Rekultivierung in Tieflage ist ein Retentionsraum zu schaffen, der im tiefsten Punkt dieser Fläche die anfallenden Oberflächenwässer fasst und in dem diese versickern können. Die durch die Rekultivierung in Tieflage entstehenden zusätzlichen Böschungsanteile sind für eine forstliche Wiedernutzbarmachung vorgesehen. Die Detailplanung erfolgt im Abschlussbetriebsplanverfahren. Die (lediglich) in ihrem Höhenniveau angepasste, in ihrer Nutzung soweit möglich unveränderte Rekultivierung hat keine nachteiligen Auswirkungen auf umweltrelevante Schutzgüter. Es ist nicht erkennbar, dass etwa Aspekte des Natur- und Artenschutzes oder des Wasserhaushaltes oder der Wasserqualität nachteilig betroffen würden. Zur Umsetzung dieses Wiedernutzbarmachungskonzeptes ist es notwendig, zunächst den benötigen Abraum über das Schienennetz der RWE Power aus dem Tagebau Garzweiler heranzutransportieren. Dieses ist aufgrund der betrieblichen Erforderlichkeit des Bunkers Fortuna für die Kohleversorgung des Kraftwerks Niederaußem in Abhängigkeit von dem Ende der Kohleverstromung frühestens ab 2030 möglich. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es zwingend erforderlich, die vorhandene Kohleinfrastruktur aufrecht zu erhalten. Während eines Anlagenrückbaus beginnend ab 2030 kann damit begonnen werden, den Abraum anzutransportieren und mittels Shovel&Truck-Betrieb einzubauen. Zur Auffüllung des Bereichs bis unterhalb der Rekultivierungsschicht werden hierfür rund 14 Mio. m³ Abraum benötigt. Zur Rekultivierung der forstlichen Böschungsbereiche sowie der landwirtschaftlichen Flächen werden weitere rund 4 Mio. m³ Löss- und Forstkiesmengen ebenfalls mit Abraumzügen aus dem Tagebau Garzweiler antransportiert und im Sonderbetrieb eingebaut. Die erforderlichen Mengen an Abraum und Löss- und Kiesmengen stehen im Tagebau Garzweiler in der erforderlichen Qualität und Quantität zur Verfügung und werden in entsprechenden Depots vorgehalten. Durch die geänderte Wiedernutzbarmachung des Bunkerbereichs und der Seite 6 von 8 Rather Schleife können im Tagebau Garzweiler entsprechend der Vorgabe der Leitentscheidung 2023 Massen von rund 22,5 Mio. m³ verbleiben. Die Teilverfüllung der Bereiche sowie die abschließende Wiedernutzbarmachung sind bis 2035 abzuschließen, da wegen der sich ab 2036 anschließenden Seebefüllung nur bis dann die Materialbereitstellung aus dem Tagebau Garzweiler möglich ist. b) Deponie Ville Bei der bisher vorgesehenen forstlichen Rekultivierung der Aschedeponie war vorgesehen, dass auf zu bepflanzende Flächen grundsätzlich ca. 2 m Forstkies (je nach Standort mit unterschiedlichen Lössanteil von 20-60%) aufgetragen wird. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 20. September 2023 für den Deponiestandort Vereinigte Ville wurde festgelegt, dass für die Rekultivierungsschicht die Mindestanforderungen der Deponieverordnung gelten, die eine Mindestmächtigkeit von 1 m vorsieht. Lediglich die Oberflächenabdichtungen in den DK I-Bereichen, die eine rein mineralische Abdichtung erhalten, benötigen zum Schutz der Abdichtung eine Mächtigkeit der Rekultivierungsschicht von ≥ 1,5 m. Gemäß Rekultivierungsplanung sind lokal inselförmig Gebüsch- und Strauchgruppen vorgesehen. In diesen Bereichen ist die Mächtigkeit der Rekultivierungsschicht entsprechend der Wurzeltiefe der gewählten Pflanzen auf 2 bis 2,5m zu erhöhen. Die Prüfung dieser Anpassung der Mächtigkeit der Rekultivierungsschicht und der damit verbundenen Reduzierung des Bedarfs an Rekultivierungsmaterial aus dem Tagebau Garzweiler auf der noch zu rekultivierenden planfestgestellten Gesamtfläche von rund 110 ha führt zu einer Verringerung des Bedarfs an Forstkies um rund 0,5 Mio. m³. c) Rekultivierung des Tagebaus Hambach Planung zur Reduzierung des Lössbedarfs in der Rekultivierung des Tagebaus Hambach In der weiteren Rekultivierung des Tagebaus Hambach ist neben der Herstellung des Tagebausees u.a. auch die Realisierung weiterer landwirtschaftlicher Flächen mit insgesamt rund 230 ha (Gesamtfläche 275 ha) sowie eine weitere forstliche Rekultivierung auf einer Fläche von insgesamt rund 1.100 ha (Gesamtfläche rund 2.745 ha) vorgesehen. Die landwirtschaftliche Rekultivierung soll dabei weiterhin richtlinienkonform mit einer Lössmächtigkeit von 2m (im gesetzten Zustand) erfolgen, so dass das Flächenziel von mindestens 1.000 ha Landwirtschaft im ursprünglichen Abbaubereich des Braunkohlenplans Teilplan 12/1 für den Tagebau Hambach weiterhin erfüllt wird. In diesem Bereich sind keine Optimierungen hinsichtlich des Lössbedarfs möglich. In der Leitentscheidung 2023 heißt es auf Seite 18: „ Für den Tagebau Hambach sind weitgehende Änderungen aufgrund der dortigen Massensituation nicht zielführend. Im Rahmen der revierweiten Optimierung der Rekultivierungsziele ist aber auch im Tagebau Hambach zu prüfen, inwieweit geringere Lössanteile bei der forstlichen Rekultivierung in Frage kämen“. Im Bereich der forstlichen Rekultivierung besteht tatsächlich die Option, den Lössbedarf durch eine abwechslungsreiche Gestaltung der Wiedernutzbarmachung insgesamt zu reduzieren. So soll die Goldene Aue, die als sehr artenreiche Heidelandschaft auf der Sophienhöhe bekannt ist, im weiteren Rekultivierungsfortschritt in Richtung Tagebausee erweitert werden. Dies ist konform mit der Rahmenplanung der Neuland Hambach GmbH, steigert die Biodiversität der Seite 7 von 8 Rekultivierung und sichert als Sichtachse langfristig einen Ausblick von der Sophienhöhe auf den Tagebausee. Die Goldene Aue ist als eine Halboffenlandschaft geplant, die nur mit wenigen vereinzelten Gehölzen sowie ansonsten mit Heidevegetation durchsetzt ist und somit weniger stark durchwurzelt wird. Aus diesem Grund konnte sie mit einer geringeren Mächtigkeit an Forstkies realisiert werden. Im Anschluss an die Goldene Aue sollen weitere Sonderbiotope entstehen. Im Sinne des Natur- und Artenschutzes sowie der Biodiversität werden damit weitere Lebensräume für Offenlandarten geschaffen, die durch einen mageren Boden (quartäres und tertiäres Material) und den Verzicht auf Forstkies sowie eine gelenkte Sukzession auch mittel- bis langfristig von durchgehendem Vegetationsaufwuchs freigehalten werden. Um die Landschaft möglichst abwechslungsreich zu gestalten, sollen die Sonderbiotope mit vereinzelten Gehölzinseln auf Forstkies aufgelockert werden. Unter Berücksichtigung der weiteren geplanten Halboffenland- und OffenIandflächen im Bereich der Goldenen Aue wird die Fläche der Sonderbiotope mit Prozessschutz (unbeeinflusste Sukzession) und gelenkter Sukzession insgesamt rund 10 % der forstlichen Rekultivierung des Tagebaus Hambach einnehmen. Dieser Anteil entspricht den Zielen der RWE-Biodiversitätsstrategie sowie auch den Zielen von Wald und Holz. Durch diese Anpassung der Landschaftsgestaltung verringert sich die Menge an Löss/Forstkies, die nach Hambach transportiert wird, um rund2 Mio. m³. Genehmigungsrechtliche Bewertung: Der Braunkohlenplan Teilplan 12/1 für den Tagebau Hambach wird derzeit in einem Braunkohlenplanänderungsverfahren auf Grundlage des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes und unter Berücksichtigung der NRW- Leitentscheidungen aus 2021 und 2023 sowie dem öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen RWE und der Bundesregierung vom 10.02.2021 angepasst. Der Aufstellungsbeschluss des geänderten Braunkohlenplans wurde am 27.10.2023 im Braunkohlenausschuss gefasst. Darin werden die Ziele der Oberflächengestaltung nach Beendigung der Kohlegewinnung für den Tagebau Hambach festgelegt. Neben der Herstellung des Tagebausees, der landwirtschaftliche Rekultivierung und einer Entwicklungsfläche für den Strukturwandel ist für den Tagebau Hambach überwiegend eine forstliche Rekultivierung vorgesehen (rund 2.745 ha), die gemäß dem Braunkohlenplanentwurf auch Offenland-, Halboffenlandflächen und Sonderbiotope beinhalten sollen. Eine Erweiterung der Goldenen Aue sowie die Realisierung weiterer Sonderbiotope werden im Braunkohlenplanentwurf bereits explizit genannt: „Die schon bestehende Goldene Aue soll als Heidelandschaft ebenfalls in Richtung Seeufer entwickelt werden. Zusätzlich sind lokal weitere Offenland- bzw. Halboffenlandflächen und Sonderbiotope in der Rekultivierung anzulegen, um im Sinne der Biodiversität vielfältige Standorte zu schaffen.“ Da die zeichnerische Darstellung des Braunkohlenplanentwurfs lediglich zwischen der Herstellung des Tagebausees, der forstlichen und landwirtschaftlichen Rekultivierung und einer Entwicklungsfläche für den Strukturwandel unterscheidet, sind die Besonderheiten der forstlichen Rekultivierung im Plan nicht dargestellt. Die konkrete Gestaltung der Rekultivierung wird und kann, wie bisher auch, unter Beachtung der Vorgaben des Braunkohlenplanes im Dialog mit den Trägern Öffentlicher Belange sowie den Anrainerkommunen auf Basis des in 2024 vorgesehenen Abschlussbetriebsplanantrages für den Tagebau Hambach erfolgen. Aufbauend auf den bereits zugelassenen Abschlussbetriebsplänen für den Tagebau Hambach werden derzeit die Antragsunterlagen für einen Abschlussbetriebsplan mit einem Gesamtkonzept für die Rekultivierung der weiteren Flächen im Tagebau Hambach erarbeitet. Darin erfolgt eine konkrete Planung sowie Beschreibung der Wiedernutzbarmachung aller Seite 8 von 8 noch ausstehender Betriebsflächen unter Bergaufsicht, inklusive der Uferbereiche des Tagebausees und der Flächen der Innenkippe, soweit sie über die bisherigen Abschlussbetriebspläne bislang nicht geregelt sind. Zu diesen Flächen zählt auch die Erweiterung der Goldenen Aue sowie die Umsetzung der geplanten Sonderbiotope. Die entsprechenden Maßnahmen können im weiteren Abschlussbetriebsplan somit entsprechend berücksichtigt werden und stehen in keinem Widerspruch zum Braunkohlenplanentwurf sowie bestehenden Zulassungen und Genehmigungen. Technische und umweltfachliche Bewertung: Die Ergänzung weiterer Offenland-/Halboffenlandflächen und Sonderbiotope in der Rekultivierung des Tagebaus Hambach ist aus naturschutzfachlicher Sicht positiv zu bewerten und bringt keine umweltfachlichen Nachteile mit sich. Technisch ist die Verringerung der Mächtigkeiten an Forstkies im Verkippungsbetrieb problemlos möglich. Nachteilige Auswirkungen sind nicht zu erwarten. Möglichen Immissionen durch Staub, die im Umfeld der vegetationsarmen tertiären Sonderbiotope bei Windeinflüssen denkbar wären, wird durch die Realisierung von Gehölzinseln innerhalb der Flächen entgegengewirkt Massenbereitstellung: Die vorstehende Prüfung und Optimierung der Wiedernutzbarmachung der oben genannten Garzweiler-externer Betriebsflächen mit der Zielsetzung eines größtmöglichen Verbleibs von Massen im Abbaubereich Garzweiler hat zum Ergebnis, dass rund 25 Mio. m³ Abraum (davon rund 2 Mio. m³ Löss/Forstkies) bei der Herstellung einer ordnungsgemäßen und massenorientierten Wiedernutzbarmachung dieser Bereiche eingespart werden können. Für die Wiedernutzbarmachung der drei zuvor genannten Bereiche müssen damit aus dem Abbaugebiet Garzweiler noch rund 61 Mio. m³ Massen zum Bezugsdatum Anfang 2023 (davon rund 47 Mio. m³ Löss/Forstkies) bereitgestellt werden.
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 1 zu TOP 4_Niederschrift_AK GWII_20.02.2024_Final_Komplett)
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Sachgebiet Drucksache Seite Niederschrift der 6. Sitzung des AK Änderung des Braunkoh- lenplans Garzweiler II am 20.02.2024 AK ÄBGII 014 1 Bezirksregierung Köln - Geschäftsstelle des Braunkohlenausschusses - 32/64.1-3.9 (14) Köln, 20.02.2024 N i e d e r s c h r i f t über die in der 6. Sitzung des Arbeitskreises Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II am 20.02.2024 gefassten Beschlüsse Beginn der Sitzung: 10:00 Uhr Ende der Sitzung: 11:25 Uhr Vorsitz: Herr Harald Zillikens Anlagen: - 3 - TOP 1: Feststellung der Tagesordnung Vorsitzender Harald Zillikens eröffnet die Sitzung des Arbeitskreises Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II und begrüßt die Teilnehmenden im Plenarsaal der Be- zirksregierung Köln. Er weist darauf hin, dass die Sitzungen der Arbeitskreise unter Ausschluss der Öffent- lichkeit stattfinden und vertraulich zu behandeln sind. Weiter stellt er die form- und fristgerecht ergangene Einladung und die Beschlussfähigkeit des Arbeitskreises fest. Sachgebiet Drucksache Seite Niederschrift der 6. Sitzung des AK Änderung des Braunkoh- lenplans Garzweiler II am 20.02.2024 AK ÄBGII 014 2 TOP 2: Genehmigung der Niederschrift über die in der 5. Sitzung des Arbeits- kreises Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II am 25.09.2023 gefassten Beschlüsse (digital) Drucksache Nr. AK ÄBGII 013 Der Arbeitskreis Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II genehmigt einstimmig die Niederschrift. TOP 3: Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II einschließlich der Ände- rung der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Braunkohlenplanes Frimmersdorf Hier: Empfehlung zum Beschluss zur Erstellung eines Braunkohlenplan-Vor- entwurfs gemäß Leitentscheidung 2023 Drucksache Nr. AK ÄBGII 015 1. Herr Eyll-Vetter (RWE) stellt die angepasste Vorhabenbeschreibung gemäß Lei- tentscheidung inklusive der Änderung der Wiedernutzbarmachung in den exter- nen Betriebsbereichen vor (Anlage 1) 2. Herr Fuchs (FUMINCO) trägt zum ergänzenden Massengutachten zum Vorha- ben gemäß Leitentscheidung 2023 einschließlich der Wiedernutzbarmachung ex- terner Betriebsflächen (und der forstlichen Wiedernutzbarmachung Hambach) vor (Anlage 2) Der Arbeitskreis Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II fasst einstimmig folgen- den Beschluss: 1. Der Arbeitskreis Garzweiler II empfiehlt dem Braunkohlenausschuss die Vorhabensbeschreibung der RWE Power AG zum Abbauvorhaben Garz- weiler zur Kenntnis zu nehmen. Sachgebiet Drucksache Seite Niederschrift der 6. Sitzung des AK Änderung des Braunkoh- lenplans Garzweiler II am 20.02.2024 AK ÄBGII 014 3 2. Der Arbeitskreis Garzweiler II empfiehlt dem Braunkohlenausschuss die Ausführungen der FUMINCO im ergänzenden Massengutachten zu dem von RWE Power AG vorgelegten flächenoptimierten und massensparen- den Wiedernutzbarmachungskonzept für den Braunkohlenplan Garzwei- ler II einschließlich der Flächen im Bereich Frimmersdorf unter Berück- sichtigung der Rekultivierung externer Bereiche zur Kenntnis zu neh- men. Der Arbeitskreis Garzweiler II empfiehlt dem Braunkohlenausschuss zu beschließen, dass das aufgrund der nun vorliegenden Ergebnisse des ergänzenden Massengutachtens von RWE Power AG nunmehr beab- sichtigte Vorhaben (Vorhabensbeschreibung vom 18.01.2024) vereinbar mit den Vorgaben der Leitentscheidung 2023 ist. 3. Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung der bereits vorliegen- den überschlägigen Beurteilung der Umweltverträglichkeit einschließ- lich Umweltprüfung empfiehlt der Arbeitskreis Garzweiler II dem Braun- kohlenausschuss die Regionalplanungsbehörde Köln mit der Erarbei- tung eines Vorentwurfes zur Änderung des Braunkohlenplanes Garzwei- ler II einschließlich der im Bereich Frimmersdorf (s. Übersichtskarte) vorzunehmenden Anpassungen zu beauftragen. TOP 4: Bericht des Zweckverbandes LandFolge Garzweiler zum Straßen - und Radwegenetz Herr Mielchen (LandFolge Garzweiler) hält den in Anlage 3 angefügten Vortrag. Kenntnisnahme Sachgebiet Drucksache Seite Niederschrift der 6. Sitzung des AK Änderung des Braunkoh- lenplans Garzweiler II am 20.02.2024 AK ÄBGII 014 4 Der Vorsitzende schließt die Sitzung um 11:25 Uhr. Der Vorsitzende Der stellvertretende Vorsitzende gez. Zillikens gez. Dederichs Bezirksregierung Köln Im Auftrag gez. Wigger Arbeitskreis Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II Vorhaben gemäß Leitentscheidung 2023 Michael Eyll-Vetter, 20.02.2024 Vorhaben nach politischer Verständigung vom 04.10.2022 und Vorentwurfsbeschluss BKA vom 16.06.2023 Rahmendaten • Keine Inanspruchnahme des 3. Umsiedlungsabschnitts und der drei Feldhöfe • Abstand zu Ortschaften des 3. Umsiedlungs- abschnitts, den Feldhöfen, zu Jackerath rund 400m, zu Holzweiler rund 500m und zu Wanlo rund 600m • Seefläche rund 2.260 ha • Landwirtschaftliche Fläche rund 225 ha • Landwirtschaftliche Fläche mit 1m Lössauftrag rund 120 ha • Forstwirtschaftliche Fläche (Seeböschung und Böschung Kohlebunker/T agesanlagen) rund 350 ha • Sonderfläche für Strukturwandelprojekte (Kohlebunker/T agesanlagen/ Bandtrasse) rund 200 ha Seite 2 Leitentscheidung 2023 – Vorgaben für Tagebau Garzweiler Ziel: Massen- und flächenschonende Planung • Überprüfung der Wiedernutzbarmachungskonzepte in den externen Bereichen mit dem Ziel, die dortigen Massenbedarfe (insbesondere Löss) zu reduzieren. • Daraus Ableitung eines möglichen Flächeneinsparpotentials auf der Abbauseite des T agebaus Garzweiler. Seite 3 Tagebau Fortuna-Garsdorf (Bunker Fortuna/Rather Schleife) Standort Ville Berrenrath (Deponie Vereinigte Ville) Tagebau Hambach (Rekultivierung) Anpassung der Bedarfe für die Wiedernutzbarmachung in Hambach, Fortuna und Ville ermöglicht Reduzierung der Massentransporte in externe Bereiche1) Tagebau Fortuna-Garsdorf (Bunker Fortuna & Rather Schleife2)) Bisheriges Konzept: Abraum 40,5 Mio. m³ davon Löss/Forstkies 3,5 Mio. m³ optimiertes Konzept: Abraum 18 Mio. m³ davon Löss/Forstkies 4 Mio. m³ Reduzierung Bedarf - 22,5 Mio. m³ 1) Zahlenbasis auf Anfang 2023 bezogen, Massenabgabe an Kieswirtschaft nicht enthalten, alle Zahlenangaben auf halbe Mio. gerund et Ergebnis: Auch nach den Anpassungen ist der Massenbedarf weiterhin ausgeglichen. Die Massenabgabe aus Garzweiler konnte um rd. 25 Mio. m³ reduziert werden, davon rd. 2 Mio. m³ Löss/Forstkies. Standort Ville - Berrenrath Bisheriges Konzept: Abraum 4,5 Mio. m³ davon Forstkies 4,5 Mio. m³ optimiertes Konzept: Abraum 4 Mio. m³ davon Forstkies 4 Mio. m³ Reduzierung Bedarf - 0,5 Mio. m³ Tagebau Hambach Bisheriges Konzept: Abraum 41 Mio. m³ davon Löss/Forstkies 41 Mio. m³ optimiertes Konzept: Abraum 39 Mio. m³ davon Löss/Forstkies 39 Mio. m³ Reduzierung Bedarf -2 Mio. m³ Tagebau Garzweiler Bisheriges Konzept: Externe Massentransporte 86 Mio. m³ davon Löss/Forstkies 49 Mio. m³ optimiertes Konzept: Externe Massentransporte 61 Mio. m³ davon Löss/Forstkies 47 Mio. m³ Geringere Abgabe 25 Mio. m³ Seite 4 2) ohne KWR-Deponie Fortuna Reduzierung der Massenabgabe aus Garzweiler führt zur Anpassung des Abbauvorhabens gemäß Leitentscheidung 2023 • Durch Änderung der Wiedernutzbarmachung in externen Betriebsbereichen konnte Massenbedarf reduziert werden. • Verringerung des Bedarfs ermöglicht Verringerung des Massenangebots und damit der Abbaufläche. • Rund 9 ha können östlich von Keyenberg erhalten werden und weitere rund 33 ha können im Bereich zwischen Ortschaften des 3. Umsiedlungsabschnitts und Holzweiler stehen bleiben. Fläche rund 33 ha Fläche rund 9 ha Seite 5 Tagebau Garzweiler - Vorhaben gemäß Leitentscheidung 2023 • Keine Inanspruchnahme des 3. Umsiedlungsabschnitts und der drei Feldhöfe • Abstand zu Ortschaften des 3. Umsiedlungsabschnitts, den Feldhöfen, zu Jackerath rund 400m, zu Holzweiler rund 500m und zu Wanlo rund 600m • Seefläche rund 2.215 ha • Landwirtschaftliche Fläche rund 225 ha • Landwirtschaftliche Fläche mit 1m Lössauftrag rund 120 ha • Forstwirtschaftliche Fläche (Seeböschung und Böschung Kohlebunker/ Tagesanlagen) rund 345 ha • Biotopverbundfläche rund 80 ha • Sonderfläche für Strukturwandelprojekte (Kohlebunker/Tagesanlagen/ Bandtrasse) rund 150 ha Seite 6 Glückauf! Veränderung Biotopverbundflächen (als T eil der Braunkohlenplanänderung) Seite 1 Klausurtagungvom03.11.2023 • rd. 110 ha BiotopverbundflächealsT eil der Braunkohlenplanänderung Vorhabensbeschreibungvom18.01.2024 • rd. 80 ha Biotopverbundflächeals T eil der Braunkohlenplanänderung geplante Biotopverbundflächen (Braunkohlenplanänderung und Abschlussbetriebsplan) Seite 2 Insgesamt rd. 106 ha Biotopverbundfläche (zusätzlich zu bereits geplanten Grünflächen) gem. Vorschlag Zweckverband Landfolge Garzweiler, z.B. als 10 m Streifen entlang von Straßen oder als Verbindung zwischen Fläche Lössdepot und Elsbachtal Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 1ahu GmbH / FUMINCO GmbH Fachgutachten zur Abraumbilanzierung und hydrogeologischer Auswirkungsanalyse im Tagebau Garzweiler für unterschiedliche Ausstiegsszenarien mit Alternativen-Entwicklung(Ergänzungsgutachten)Stefan Fuchs20.02.2024(6. Sitzung des Arbeitskreises Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II)1 AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)220.02.2024 Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 2ahu GmbH / FUMINCO GmbH Prüfung der RWE-Massenbilanz - Prüfgrundlage320.02.2024Prüfgrundlage–angepasste RWE-Vorhabensbeschreibung als Folge der Leitentscheidung 2023 (RWE: 18.01.2024) –3-D-Geodaten der RWE Power AG (Übergabe 11/2023 bis 01/2024)–tabellarische Massenbilanzen der RWE Power AG (Übergabe 11/2023 bis 01/2024)–Berechnungsbasis:angepasste Vorhabensbeschreibung: Tagebaustand Garzweiler 01/2023 (18.01.2023)RWE-Planungen 2022/2023 (Hauptgutachten: 17.11.2023): Tagebaustand Garzweiler 01/2022–allgemeiner Hinweis zur Darstellung von Zahlen und WertenUnstimmigkeiten im Nachkommabereich bei Rechenoperationen innerhalb von Tabellen sind durch die notwendige Rundung von Zahlen und Werten bedingt Prüfung der RWE-Massenbilanz - Prüfgrundlage420.02.2024Jahresförderung 2022 (Tagebau Garzweiler)–112,26 Mio. m³ Abraum–6,00 Mio. m³ Löss–22,69 Mio. t Braunkohlen HolzweilerKeyenbergKuckumLössTerrassenkiesAbraum M1Abraum M2Braunkohlen Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 3ahu GmbH / FUMINCO GmbH AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)520.02.2024 AbweichungVolumen [Mio. m³]Materialklasse(Gewinnung)RWEFUMINCO0,56 %56,656,9Löss-0,06 %778,7137,0Terrassenkies574,0Abraum M128,6Abraum M238,6Bergemittel (Braunkohlenflöze)-0,02 %835,4835,2Summe (nur Abraum)Prüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 6 0,03 %191,8191,8Braunkohlen-0,01 %1 027,11 027,0Gesamtsumme 20.02.2024Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 4ahu GmbH / FUMINCO GmbH AbweichungVolumen [Mio. m³]Löss-Materialklasse(Gewinnung)RWEFUMINCO-1,89 %2,82,8Lössbasis verunreinigt0,00 %9,69,6Lössbasis forstlich0,36 %25,825,9Löss landwirtschaftl. gut geeignet1,49 %18,318,6Löss landwirtschaftl. mäßig geeignet 0,56 %56,656,9GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 7 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt 20.02.2024Volumen aus dem geol. ModellKorrektur durch den Faktor AbbauverlusteZahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung AbweichungVolumen [Mio. m³]Löss-Materialklasse(verwertbar)RWEFUMINCO0,00 %0,00,0Lössbasis verunreinigt0,00 %9,69,6Lössbasis forstlich0,36 %18,118,1Löss landwirtschaftl. gut geeignet1,49 %12,813,0Löss landwirtschaftl. mäßig geeignet -0,05 %11,111,1Lössdepots (östl. Restloch)0,50 %51,651,9GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 8 20.02.2024Volumen aus dem geol. ModellKorrektur durch den Faktor Abbauverluste Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 5ahu GmbH / FUMINCO GmbH AbweichungVolumen [Mio. m³]Löss-Materialklasse(verwertbar)RWEFUMINCO0,62 %42,042,3LW-Löss0,00 %9,69,6FW-Löss0,50 %51,651,9GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 9 20.02.2024Volumen aus dem geol. ModellKorrektur durch den Faktor AbbauverlusteModellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung AbweichungRWEFUMINCOBraunkohlenflözMasse[Mio. t]Masse [Mio. t]Dichte[t/m³]Volumen [Mio. m³]-0,05 %66,166,11,1557,5Garzweiler0,39 %80,580,81,1570,3Frimmersdorf-0,29 %73,973,71,1564,1Morken0,03 %220,5220,6191,8GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 10 Volumen aus dem geol. ModellUmrechnung mittels Dichte in TonnageKorrektur durch den Faktor Abbauverluste20.02.2024Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 6ahu GmbH / FUMINCO GmbH verwertbare FörderungRWE-Abbauverluste 1)RWEBraunkohlenflözMasse[Mio. t]Masse[Mio. t]58,212 %66,1Garzweiler74,97 %80,5Frimmersdorf72,42 %73,9Morken205,5220,5GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 11 1) technische Abbauverluste durch die Verwendung von Schaufelradbaggern inkl. technischer Restriktionen, Lagerstättenzuschnitt etc.Volumen aus dem geol. ModellUmrechnung mittels Dichte in TonnageKorrektur durch den Faktor Abbauverluste20.02.2024Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung AbweichungVolumen [Mio. m³]Abraum(verwertbar)RWEFUMINCO0,04 %812,5739,6Abraum (Gewinnung)16,1Abbauverluste Löss13,1Abbauverluste Braunkohlen38,6Bergemittel (Braunkohlenflöze)4,6bilanztechnischer Ausgleichsposten0,04 %812,5812,1GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Angebotsseite, Tagebauendstand 2030) 1220.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 7ahu GmbH / FUMINCO GmbH AbweichungBedarf [Mio. m³]Abraum(Tagebau Garzweiler)RWEFUMINCO-0,09 %387,3386,9Innenkippe0,00 %356,5356,5östliches Restloch0,01 %-27,7-27,7Korrekturwert Innenkippe/Restloch (Löss)10,48 %5,35,9Lössdepots östl. Restloch5,55 %35,037,1Gestaltungsbedarf (Geotechnik)0,93 %6,06,1Gewinnung Wiedernutzbarmachung0,31 %762,4764,8GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 13 20.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Bedarfexterner Standort (Zielort)MaterialartLöss, Forstkies, SubstratTagebau HambachLöss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)Abraum zur Verfüllung Löss, ForstkiesKWR-Deponie FortunaDeckelabdichtungLöss, ForstkiesKWR-Deponie GarzweilerAbraum zur VerfüllungKiesBaustoffversorgung (RBS)Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVGPrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 1420.02.2024 Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 8ahu GmbH / FUMINCO GmbH Abraumbedarf [Mio. m³]Bedarfexterner Standort (Zielort)AbweichungRWEFUMINCOMaterialart0,80 %24,324,5Löss, Forstkies, SubstratTagebau Hambach-2,83 %1,61,6Löss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)5,74 %13,814,6Abraum zur Verfüllung 3,51 %0,60,6Löss, ForstkiesKWR-Deponie Fortuna0,00 %2,12,1Deckelabdichtung-5,22 %1,01,0Löss, ForstkiesKWR-Deponie Garzweiler-1,17 %3,43,4Abraum zur Verfüllung0,00 %6,46,4KiesBaustoffversorgung (RBS)-0,97 %2,32,3Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVG1,60 %55,356,4GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 1520.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Lössbedarf [Mio. m³]Bedarfexterner Standort (Zielort)AbweichungRWEFUMINCOMaterialart-0,48 %14,714,6Löss, Forstkies, SubstratTagebau Hambach-1,50 %2,62,6Löss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)0,00 %0,00,0Abraum zur Verfüllung -2,19 %1,81,8Löss, ForstkiesKWR-Deponie Fortuna0,00 %0,00,0Deckelabdichtung-1,42 %3,63,5Löss, ForstkiesKWR-Deponie Garzweiler0,00 %0,00,0Abraum zur Verfüllung0,00 %0,00,0KiesBaustoffversorgung (RBS)1,44 %1,51,5Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVG-0,73 %24,124,0GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 1620.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 9ahu GmbH / FUMINCO GmbH Gesamtbedarf [Mio. m³]Bedarfexterner Standort (Zielort)AbweichungRWEFUMINCOMaterialart0,32 %39,039,1Löss, Forstkies, SubstratTagebau Hambach0,43 %4,14,1Löss, Forstkies Tagebau Fortuna-Garsdorf (Rather Schleife)5,74 %13,814,6Abraum zur Verfüllung -0,70 %2,42,4Löss, ForstkiesKWR-Deponie Fortuna0,00 %2,12,1Deckelabdichtung0,00 %4,54,5Löss, ForstkiesKWR-Deponie Garzweiler-1,17 %3,43,4Abraum zur Verfüllung0,00 %6,46,4KiesBaustoffversorgung (RBS)0,00 %3,83,8Löss, ForstkiesTagebau/Deponie Vereinigte Ville inkl. AVG1,15 %79,480,4GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 1720.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung AbweichungAbraumbedarf [Mio. m³]ZielortRWEFUMINCO0,31 %762,4764,8Verkippung im Tagebau Garzweiler1,60 %55,356,4Externe Standorte3,02 %25,726,5- Abraum (Verkippung)0,34 %29,829,9- Abraum im Forstkies bzw. Substrat0,42 %817,7821,2GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 1820.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 10ahu GmbH / FUMINCO GmbH AbweichungLössbedarf [Mio. m³]ZielortRWEFUMINCO0,01 %27,727,7Rekultivierung Tagebau Garzweiler0,01 %22,222,2- LW-Löss-0,02 %5,45,4- FW-Löss-0,23 %24,124,0Externe Standorte0,09 %12,412,4- LW-Löss-0,58 %11,711,6- FW-Löss-0,11 %51,751,7GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 1920.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der QualitätssicherungLW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung FW-Löss: Löss - geeignet für die forstwirtschaftliche Rekultivierung AbweichungLössbedarf [Mio. m³]MaterialartRWEFUMINCO0,04 %34,634,7LW-Löss-0,40 %17,117,0FW-Löss-0,11 %51,751,7GesamtsummePrüfung der RWE-Massenbilanz (Bedarfsseite, Tagebauendstand 2030) 2020.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der QualitätssicherungLW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung FW-Löss: Löss - geeignet für die forstwirtschaftliche Rekultivierung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 11ahu GmbH / FUMINCO GmbH AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)2120.02.2024 Prüfung der RWE-Massenbilanz (Abraumbilanz, Ausstiegsszenario 2030) 22AbweichungAbraumPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]-0,04 %-0,4812,5812,1Abraumangebot Garzweiler0,42 %-3,5-817,7-821,2Abraumbedarf -3,8-5,3-9,1Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 0,3Korrektur A (Tagebau Hambach)-4,1-5,0-9,1Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)-0,6 %-1,1 %Anteil am Abraumangebot20.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 12ahu GmbH / FUMINCO GmbH Prüfung der RWE-Massenbilanz (LW-Lössbilanz, Ausstiegsszenario 2030) 23AbweichungLW-LössPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]0,62 %0,342,042,3LW-Lössangebot Garzweiler0,04 %0,0-34,6-34,7LW-Lössbedarf 0,27,47,6Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 20.02.2024Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der QualitätssicherungLW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche Rekultivierung Prüfung der RWE-Massenbilanz (FW-Lössbilanz, Ausstiegsszenario 2030) 24AbweichungFW-LössPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]0,00 %0,09,69,6FW-Lössangebot Garzweiler-0,40 %0,1-17,1-17,0FW-Lössbedarf 0,1-7,5-7,4Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) 0,1Korrektur A (Tagebau Hambach)0,0-7,4-7,4Unterdeckung (-) / Überdeckung (+)20.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung FW-Löss: Löss - geeignet für die forstliche Rekultivierung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 13ahu GmbH / FUMINCO GmbH Prüfung der RWE-Massenbilanz (Lössbilanz, Ausstiegsszenario 2030) LW-Löss kann mögliche FW-Löss-Defizite in der Lössbilanz ausgleichen2520.02.2024AbweichungLössPositionFUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. m³][Mio. m³][Mio. m³]3,24 %0,27,47,6LW-Lössbilanz0,02 %0,0-7,4-7,4FW-Lössbilanz0,20,00,2Unterdeckung (-) / Überdeckung (+) LW-Löss: Löss - geeignet für die landwirtschaftliche RekultivierungFW-Löss: Löss - geeignet für die forstliche Rekultivierung Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Prüfung der RWE-Massenbilanz (Ausstiegsszenario 2033) Lössbilanz 2033–identisch mit der Lössbilanz 2030–kein zusätzlicher Löss, somit auch keine zusätzliche Wiedernutzbarmachung von Flächen möglichAbraumbilanz 2033–zusätzlich 87,8 Mio. m³ Abraum (FUMINCO: 87,2 Mio. m³) gegenüber dem Ausstiegsszenario 2030–Verkippung des zusätzlichen Abraums in den untersten Innenkippensohlen2620.02.2024Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 14ahu GmbH / FUMINCO GmbH Prüfung der RWE-Massenbilanz (Braunkohlengewinnung) 27Abweichungverwertbare FörderungAusstiegsszenario 2030(Basis: 18.01.2023)FUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. t][Mio. t][Mio. t]0,03 %0,1205,5205,5Braunkohlengewinnung Abweichungverwertbare FörderungAusstiegsszenario 2033(Basis: 18.01.2023)FUMINCO - RWERWEFUMINCO[Mio. t][Mio. t][Mio. t]0,48 %1,2246,6247,8Braunkohlengewinnung 20.02.2024 Modellierungs-/Berechnungsmethoden bzw. Volumina sind nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt angewandt bzw. ermittelt Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)2820.02.2024 Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 15ahu GmbH / FUMINCO GmbH Anmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzPrüfgrundlage bzw. Prüfzeitraum–die Planungen im Rahmen der Wiedernutzbarmachung basieren auf dem Referenztagebaustand 01/2023 (18.01.2023)–aus diesem Grund bilanzieren die Gutachter auf der Angebotsseite (Gewinnung) ebenfalls auf der Basis des Referenztagebaustands 01/2023–die RWE-Angebotsseite (Basis: 01.01.2023) wird im Rahmen des Gutachtens mithilfe RWE-internen Dokumentationen (Ist-Werte) entsprechend auf den Stichtag 18.01.2023 angepasst 2920.02.2024 Anmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzKorrektur A (Tagebau Hambach)–im Rahmen der Flächenberechnungen für die Wiedernutzbarmachung im Tagebau Hambach weist RWE aus Sicht der Gutachter 17,6 ha zu viel aus (Doppelbilanzierung)–Rekultivierungsart: Zwischennutzung im Restloch <68 m NHN (Auftrag: 2 m, Lössanteil: 20 %)–Reduzierung der Massentransporte zum Tagebau Hambach0,07 Mio. m³ FW-Löss 0,28 Mio. m³ Abraum3020.02.2024 Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 16ahu GmbH / FUMINCO GmbH AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)3120.02.2024 Flächenanalyse Tagebauendstand mit Sicherheitsbereitschaft32Legendenicht in Anspruch genommene Fläche zusätzliche Flächeninanspruchnahme Tagebauentwicklung2023 bis 2030/2033 33 ha9 ha1 haVerringerung der Abbaufläche: 33 ha + 9 ha - 1 ha = 41 ha20.02.2024© FUMINCO GmbHx42 hax Zahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherungx Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 17ahu GmbH / FUMINCO GmbH Masseneinsparung durch geringere Flächeninanspruchnahme3320.02.2024HolzweilerKeyenbergKuckumLössTerrassenkiesAbraum M1Abraum M2Braunkohlen© FUMINCO GmbHMasseneinsparung–24 Mio. m³ Abraum–1 Mio. m³ Löss(1,6 bis 1,8 Mio. m³ Löss/Forstkies)–1 Mio. t BraunkohlenZahlenwerte vorbehaltlich der abschließenden internen und externen Prüfung im Rahmen der Qualitätssicherung AgendaPrüfung der RWE-Massenbilanz 2030 und 2033 (angepasste Vorhabensbeschreibung)–Prüfgrundlage–Angebots- und Bedarfsseite–Abraum- und Lössbilanz / BraunkohlengewinnungAnmerkungen der Gutachter zur RWE-MassenbilanzFlächeninanspruchnahme und MasseneinsparungZusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)3420.02.2024 Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 18ahu GmbH / FUMINCO GmbH Zusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)Abraumbilanz–die Abraumbilanzierung für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 istaus Sicht der Gutachter nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt wordenLössbilanz–die RWE-Berechnungen im Rahmen der Lössbilanz für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 sindaus Sicht der Gutachter nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt worden3520.02.2024 Zusammenfassung der Prüfergebnisse (angepasste Planung)Braunkohlengewinnung–die Berechnungen der (möglichen) verwertbaren Braunkohlengewinnung für die Ausstiegsszenarien 2030 und 2033 sind aus Sicht der Gutachter nachvollziehbar, plausibel und fachlich korrekt durchgeführt worden36 20.02.2024 Ergänzungsgutachten GarzweilerAK Garzweiler20.02.2024 19ahu GmbH / FUMINCO GmbH 37 20.02.2024Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit&Glückauf Arbeitskreis Garzweiler II20. Februar 2024 Grobkonzept StraßenverkehrsnetzGrobkonzept dient der Positionierung des Zweckverbandsund seiner Mitgliedskommunen in der politischen Diskussion und im weiteren PlanungsprozessZwangsläufig ist das zukünftige Nutzungskonzept für die (ehem.) Tagebauflächen das Zweckverbandsgebiet in Teilen noch vage ausformuliert Struktur des Straßennetzesmuss robust genug sein, um auf Veränderungen reagieren zu können - möglichst ohne bis dahin getätigte Investitionen in Frage zu stellen Grobkonzept Straßenverkehrsnetz•Einfrüheres Abschlussdatum würde insbesondere die Gestaltung des Restsees sowie die Wiederherstellung einer leistungsfähigen übergeordneten Verkehrsinfrastruktur betreffen•Die Wiederherstellung einer leistungsfähigen verkehrlichen Verbindung der Anschlussstellen MG-Wanlo und Titz-Jackerath soll im östlichen Seebereich mit anschließenden Flächen auch den Ansprüchen an eine qualitativ hochwertige Raumentwicklung und landschaftsorientierte Erholung gerecht werden•In Folge der geänderten Geometrie des Restsees erscheinen heute wederdie damals vorgesehene Wiederherstellung der A 61 in ungefähr alter Trassenlage nochdie zuletzt angedachte Variante eines nach Osten erweiterten Trassenkorridors umsetzbar•Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen sollen einer Verlärmung des östlichen Seeufers entgegenwirken, eine Verbindung zwischen den Rekultivierungsbereichendurch Querungen soll möglich sein Leitentscheidung: Verkehr Grobkonzept Straßenverkehrsnetz Grobkonzept Straßenverkehrsnetz Grobkonzept Straßenverkehrsnetz•Klärung "innere" Erschließung•Wieviel "Rummel" (Straßenlärm) und wieviel Ruhe (Erholungsfunktion) braucht das Land?•Wieviel landwirtschaftlich und wieviel baulich genutzte Flächen braucht das Land? Grobkonzept Straßenverkehrsnetz Leitentscheidung: Verkehr Arbeitskreis Verkehr - 11.12.2023 Leitentscheidung: Verkehr•Ertüchtigung und Optimierung vorhanden BAB und Kreuze•Leistungsfähige Erschließung des Raums•Verbesserter Immissionsschutz•Verantwortlich für Umsetzung: Autobahn GmbH mit RWE•Land wird sich einsetzen für:•Verwendung der Ersatzverpflichtungsmittel von RWE im Raum•Beachtung der kommunalen Ziele bei Bedarfsplanung•Zeitnahe Überprüfung und Anpassung der Braunkohlenplanung•Leistungsfähiges untergeordnetes Straßennetz•Neuanlage von Straßen soll Raumentwicklung und Strukturwandel unterstützen •Beachtung Konzept ZV LANDFOLGE Strukturplan - Stand 2022 Überlagerung•Verkehr Aufgaben überregionales Netz•Verkehr Bedarfsbezogener, leistungsfähiger Ausbau der A46 (Kreuz Wanlo/Abfahrt Jüchen) sowie der Kreuze Wanlo, Holz, Jackerath und der Abfahrt Jüchen Verbesserung des Immissionsschutzes A 46 und Kreuze) sowie des Windschutzes (A44n) am AutobahnnetzSicherung Anschlussstelle an A44n für Anbindung der gewerblichen Entwicklungsstandorte (Elsbachtal, Kohlebunker) Beispiel: Kreuz Jackerath Machbarkeitsstudie „Solarautobahn“ Aufgaben regionales Netz•Verkehr Anbindung neuer StadtteilJüchen-Süd Laufendes Planungsverfahren:Linienbestimmung L 277n miterweitertem Untersuchungsraum (bedarfsbezogene Ausbaustandards und landschaftliche Einbindung sowie begleitender Radweg) Ortsumfahrung Kirchherten Genaue Trassierung mit bedarfsbezogenen Ausbaustandards und landschaftlicher Einbindung in späterem Planverfahren sowie begleitendem Radweg Betriebsstraße Tagebauvorfeld (Holzweiler/Keyenberg) Dörfer 3. UA: Neuklassifizierung und bedarfsbezogener Umbau Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Volker MielchenZweckverband LANDFOLGE GarzweilerIn Kuckum 68a41812 ErkelenzTelefon: 02164 / 703 66 0 E-Mail: info@landfolge.dewww.landfolge.de www.radverkehrsrevier.de
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- BKA 0833
- Typ
- Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss
- Datum
- 15.03.2024
- Erstellt
- 28.02.2024 11:37