3068/2022
Köln Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere
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Anlage 3 Vorabauszug gem. Sondersitzung der Ausschüsse Verkehr und Klima, Umwelt und Grün am 21.03.2023
2162 Zeichen
Anlage 3 Geschäftsführung Verkehrsausschuss Frau Krause Telefon: (0221) 221-25909 Fax : (0221) 221-24447 E-Mail: angela.krause@stadt-koeln.de Datum: 23.03.2023 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der Gemeinsame Sondersitzung des Verkehrsausschusses und des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 21.03.2023 öffentlich 1.2 Köln Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere 3068/2022 Änderungsantrag der SPD-Fraktion vom 17.03.2023 AN/0524/2023 RM Achtelik schlägt vor, die Vorlage ohne Votum in den Rat zu verweisen; es bestehe noch Beratungsbedarf. Seitens der Antrag stellenden Fraktion weist RM Lorenz darauf hin, dass man in un- terschiedlichen Lagen durchaus unterschiedlich bauen könne; insbesondere wenn eine gute SPNV- oder ÖPNV-Anbindung vorhanden sei, mache es Sinn, höher zu bauen und eine Nachverdichtung vorzunehmen, hingegen in Gebieten mit schlechter Anbindung kleiner zu bauen. Der Antrag diene somit im Prinzip der Verfeinerung des Köln-Katalogs. SB Dr. Beese drückt seine grundsätzliche Sympathie für diese Intention aus. Aller- dings könne man sich die Umsetzung nicht leisten, weil es die Bebauung an verschie- denen Orten behindern oder verzögern würde. Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün verweist die Vorlage mit dem Änderungs- antrag der SPD-Fraktion AN/0524/2023, der da lautet: Der Antrag wird wie folgt ergänzt: „(3) dabei müssen sich höhere Bebauungsdichten in erster Linie an der Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr - und hier insbesondere an der Anbindung an den Schienenpersonennahverkehr - orientieren.“ ohne Votum in den Rat. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt 2 Der Verkehrsausschuss verweist die Vorlage mit dem Änderungsantrag der SPD- Fraktion AN/0524/2023, der da lautet: Der Antrag wird wie folgt ergänzt: „(3) dabei müssen sich höhere Bebauungsdichten in erster Linie an der Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr - und hier insbesondere an der Anbindung an den Schienenpersonennahverkehr - orientieren.“ ohne Votum in den Rat. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt
Anlage 2_Auszug Beschlussprotokoll Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 09.03.2023, TOP 4.1.2
735 Zeichen
Geschäftsführung Ausschuss Klima, Umwelt und Grün Frau Kleindienst Telefon: (0221) 221-23702 Fax: (0221) E-Mail: Ulrike.Kleindienst@stadt- koeln.de Datum: 10.03.2023 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 09.03.2023 öffentlich 4 Allgemeine Beschlussvorlagen 4.1.2 Köln Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere 3068/2022 Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beantragt die Erweiterung der Beratungsfol- ge um den Verkehrsausschuss und verweist die Angelegenheit in die gemeinsame Sondersitzung des Verkehrsausschusses und des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün am Dienstag, 21.03.2023. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Anlage 1_Köln-Katalog
126904 Zeichen
Köln-Katalog
Typologien für kompakte, nachhaltige
und lebenswerte Quartiere
Köln-Katalog
Typologien für kompakte, nachhaltige
und lebenswerte Quartiere
4
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ hat mit
dem Leitsatz 1 „Köln sorgt für kompakte und lebenswerte
Quartiere“ und dem damit verbundenen Ziel 1.2 „Köln geht
sorgsam mit der knappen Ressource Fläche um“ eine starke
Zielvorgabe und eine klare Richtung zur Reduzierung des
Flächenverbrauchs vorgegeben. Denn die Anforderungen an
die Kölner Flächen werden immer differenzierter und viel-
fältiger. Insbesondere der spürbare Klimawandel mahnt uns
genau zu überlegen und klug zu entscheiden, wie wir mit den
wenigen vorhandenen Flächenpotenzialen umgehen und
wie wir sie zukunftsgerichtet nutzen.
Doch wie erreichen wir dieses ambitionierte Ziel?
Mit dem Köln-Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und
lebenswerte Quartiere verfügt die Stadt über ein ambitioniertes Ins-
trument mehr bauliche Dichte, insbesondere in der Äußeren Stadt,
zu ermöglichen. Wenn wir weniger Flächen in Anspruch nehmen und
eine dauerhaft lebenswerte Stadt erhalten wollen, dann müssen wir
Dichte und Lebensqualität als sich kreativ ergänzende Anliegen ver-
stehen. Denn eine neue urbane Qualität der Stadt setzt voraus, dass
baulich verdichtete Stadtquartiere gebaut werden, die von vielfälti-
ger Mischung zeugen, unterschiedliche Nutzungen auf begrenztem
Raum ermöglichen und kurze Wege innerhalb eines Stadtquartiers
bieten.
Vorwort
5
Es bedarf guter Vorgaben, um sowohl Chancen als auch Risiken in
den Blick zu nehmen. Diese Vorgaben zeigt der Köln-Katalog, indem
er elf Strategien für qualitätvolle Dichte aufzeigt und diese in sechs
anschauliche Quartierstypologien für Köln übersetzt. Referenzpro-
jekte und exemplarische Anwendungsbeispiele auf Kölner Flächen
zeigen, dass eine dichte Bebauung nicht gleichzusetzen ist mit Groß-
wohnsiedlungen und Hochhäusern. Bauliche Dichte erzeugt Nach-
barschaft, Versorgung und Vernetzung. Kompakte und gemischte
Quartiere tragen dazu bei, dass Supermärkte, Cafés, Pflegeangebo-
te, Begegnungsorte und der öffent liche Personennahverkehr optimal
funktionieren können.
Der Köln-Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und le-
benswerte Quartiere ist ein Instrument, das durch die gute fachliche,
konstruktive und dezernatsübergreifende Zusammenarbeit entstan-
den ist. Für diese Zusammenarbeitet bedanke ich mich herzlich bei
allen, die dazu beigetragen haben.
Ihr
Andree Haack
Beigeordneter für Stadtentwicklung, Wirtschaft,
Digitalisierung und Regionales
Köln, September 2022
6
Inhaltlicher Einstieg
Im Mai 2021 stellten uns Expert*innen aus Architektur und
Städtebau beim Fachsymposium „Gebäudetypologien des
Wohnens für kompakte und lebenswerte Quartiere“ ihre
gelungenen Beispiele für verschiedene Wohnquartiere aus
dem In- und Ausland vor.
Diese Impulsbeispiele beschäftigten sich im Schwerpunkt
mit dem gemeinschaftlichen Zusammenleben unter der Prä-
misse wenig Fläche in Anspruch zu nehmen. Und sie gaben
Antworten auf die Fragen: Was müssen flächenschonende
Quartiere leisten?
Die Erfahrungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie
der vergangenen Jahre haben uns deutlich gemacht, wie
wichtig unsere Quartiere als Eckpfeiler einer robusten Stadt sind.
Die gemischten Quartiere mit ihren gut erreichbaren, dezentralen
Angeboten der Nahversorgung und sozialen Infrastruktur, den Plät-
zen, Parks und Gärten sind Dreh- und Angelpunkte für lebendige
Nachbarschaften. Doch nicht alle Kölner Veedel sind dahingehend
gleichermaßen gut ausgestattet. Im Sinne des nachhaltigen Wach-
sens müssen wir gerade in der Quartiersentwicklungen ganzheit-
liche Qualitätsstandards entwickeln und neue Ansprüche z. B. an den
Klimaschutz von Anfang an mitdenken.
7
Inhaltlicher Einstieg
Die Revitalisierung und Realisierung des Prinzips der „Stadt der
kurzen Wege“ , das neben der Nutzungsmischung mit flexiblen und
gemeinschaftlichen Räumen und flächensparenden Bauweisen auch
hochwertige öffentliche Frei- und Grünräume sowie gut erreichbare
soziale Angebote wie Schulen, Kitas, Pflege und Begegnungsorte
beinhaltet, bildet den Rahmen für zukunftsorientierte, resiliente und
nachhaltige Quartiere.
Ich freue mich daher, dass wir mit dem Köln-Katalog – Typologien
für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere nun ein ent-
sprechendes Instrument für die Kölner Stadtentwicklung erarbeitet
haben. Dieses ambitionierte Konzept kann entscheidend dazu bei-
tragen, die Quartiere weiterzuentwickeln und dabei hohe Qualitäts-
ansprüche zu definieren.
Ihre
Brigitte Scholz
Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik
Köln, September 2022
8
Zusammenfassung
Der Köln-Katalog
Der Köln-Katalog widmet sich einer der wesentlichen Herausfor-
derungen der Stadt Köln: der nachhaltigen Siedlungsflächenent-
wicklung. Die Auswirkungen des Stadtwachstums stellen den Kölner
Wohnungsmarkt trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen jetzt und
auch in den nächsten Jahrzehnten vor große Aufgaben. Die hohe
Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen und kann im Bestand
nicht gedeckt werden. Gleichzeitig verfügt Köln nur noch über weni-
ge Flächenpotenziale für den Wohnungsbau. Daher gilt es, mit den
vorhandenen Flächenpotenzialen sparsam umzugehen, flächenspa-
rende Wohnformen zu realisieren und nachhaltig zu wachsen.
Der Köln-Katalog zeigt wie kompakte und somit flächensparende
Quartiere, die sozial und funktional durchmischt sind, das Prinzip
der kurzen Wege verfolgen, ausreichend Grünflächen aufweisen und
nachhaltig sind, in Köln entwickelt werden können. Als Schlüssel-
projekt der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ vertieft und
konkretisiert der Köln-Katalog deren Leitsätze und Ziele. Er entwi-
ckelt anschauliche und flächensparende Quartierstypologien für die
Zieldichten, die in der Stadtstrategie für neue Quartiere vorgesehen
sind.
Als städtebauliches Entwicklungskonzept (§ 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB)
wird der Köln-Katalog zukünftig bei bebauungsplanrelevanten Vor-
haben berücksichtigt, dies erfolgt unter dem Aspekt der Abwägung
im Abgleich mit anderen Belangen (§ 1 Abs. 7 BauGB). So entfaltet
der Köln-Katalog eine steuernde Wirkung innerhalb und außerhalb
der Verwaltung.
9
Die Köln-DNA: Analyse
Die Analyse des Kölner Wohngebäudebestandes zeigt charakteris-
tische Stadtstrukturen, identifiziert prägende Gebäude- und Sied-
lungstypologien und untersucht diese an exemplarischen Stadtaus-
schnitten näher. Übergeordnete Analyseerkenntnisse sind:
› Die verschiedenen Gebäude- und Siedlungstypologien variieren in
ihrer baulichen Dichte und Qualität teils deutlich.
› Bauliche Dichte und Nutzungsmischung nehmen zum Stadtrand
hin deutlich ab. Dort sind häufig wenig kompakte Typologien wie
Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser vertreten und die Ziel-
dichten der Stadtstrategie werden meist nicht erreicht.
› Erschließungs- und Verkehrsflächen nehmen verhältnismäßig
große Flächenanteile ein. Insbesondere in der Äußeren Stadt ist
die Realisierung des Prinzips der „Stadt der kurzen Wege“ ein da-
her Schlüssel, um diese Flächen zu reduzieren.
› Neue Quartiersentwicklungen in der Inneren Stadt und Innenstadt
werden teils mit sehr hohen Dichten realisiert, auch eine besonde-
re Höhenentwicklung ist zu beobachten.
› Die drei Bereiche der Stadt (Äußere Stadt, Innere Stadt und In-
nenstadt) sind durch individuelle Herausforderungen geprägt.
Entsprechend sind auch individuelle Herangehensweisen und
Quartierstypologien notwendig, um die jeweiligen Zieldichten der
Stadtstrategie auf qualitätvolle Weise erreichen zu können.
10
Zusammenfassung
11 Strategien für eine qualitätvolle Dichte
Der Köln-Katalog zeigt 11 Strategien für eine qualitätvolle Dichte.
Diese beschreiben einzelne Stellschrauben, die eine kompakte Bau-
weise und gleichzeitig lebenswerte Quartiere fördern. Die Strategien
für qualitätvolle Dichte sind nach vier Themenschwerpunkten ge-
gliedert.
Vertikale Dichte: Klein und Groß Maßstabshybrid Lageorientierte
Entwicklung
Grüne Vielfalt: Nutzbare Dachflächen Grüne Erschließung Multifunktionale
Freiräume
Nutzungsvielfalt: Nutzungsmischung
und Nutzungsoffenheit
Stadt stapeln Infrastrukturen teilen
Horizontale Dichte: Tiefe Gebäude Überlagernde
Abstandsflächen
11
Gruppen bilden
Blöcke ausdifferenzieren
Vertikale entwickeln
Kontraste suchen
Raumfolgen setzen
Baufelder durchmischen
6 Quartierstypologien
Quartierstypologien für die Äußere Stadt:
Quartierstypologien für die Innere Stadt*:
Quartierstypologie für die Innenstadt*:
Die sechs Quartierstypologien bilden
den Kern des Köln-Kataloges und zei-
gen anschaulich und exemplarisch, wie
kompakte, nachhaltige und lebenswerte
Quartiere für die drei Zieldichten zukünf-
tig aussehen können. Jede der Quartiers-
typologien entsteht durch eine indivi-
duelle Kombination der 11 Strategien
und geht zusätzlich auf die speziellen
Anforderungen des Bereiches der Stadt
ein. Die Quartierstypologien werden
an Anwendungsbeispielen überprüft,
die veranschaulichen, wie sich die Ziel-
dichten der Stadtstrategie städtebaulich
und strukturell konkret vor Ort abbilden
lassen.
* sowie ausgewählte Versorgungszentren der
Äußeren Stadt beziehungsweise Inneren Stadt
(siehe Seite 22).
12
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 4
Inhaltlicher Einstieg 6
Zusammenfassung 8
Kapitel I
Einleitung –
Der Köln-Katalog 15
Der Köln-Katalog – ein Schlüsselprojekt
der „Kölner Perspektiven 2030+“ 16
Ein Glossar für den Köln-Katalog 22
Kapitel II
Die Köln-DNA
Eine Bestandsanalyse 25
Kölner Charakteristika, Gebäude-
und Siedlungstypologien 26
Dichteanalyse der Stadtausschnitte 32
Dichteanalyse aktueller Kölner
Großprojekte 48
Erkenntnisse aus der räumlichen
Analyse 51
Äußere Stadt 52
Innere Stadt 54
Innenstadt 56
Kapitel III
11 Strategien für
qualitätvolle Dichte 59
Vertikale Dichte 62
Horizontale Dichte 63
Grüne Vielfalt 64
Nutzungsvielfalt 65
13
Kapitel IV
6 Quartierstypologien
für Köln 67
Typologie 1 – Gruppen bilden 72
Referenzprojekte 74
Anwendung 76
Typologie 2 – Kontraste suchen 80
Referenzprojekte 82
Anwendung 84
Typologie 3 – Baufelder durchmischen 88
Referenzprojekte 90
Anwendung 92
Typologie 4 – Blöcke ausdifferenzieren 96
Referenzprojekte 98
Anwendung 100
Typologie 5 – Raumfolgen setzen 104
Referenzprojekte 106
Anwendung 108
Typologie 6 – Vertikale entwickeln 112
Referenzprojekte 114
Anwendung 116
Kapitel V
Implementierung
und Anwendung 121
Verhältnis zwischen Quartiersdichte
und Geschossflächenzahl 122
Steuerung, Kommunikation und
konkrete Empfehlungen 124
Impressum / Kontakt 128
14
15
Kapitel I
Einleitung –
Der Köln-Katalog
Der Köln-Katalog ist ein Schlüsselprojekt der Stadtstrategie „Kölner
Perspektiven 2030+“ und soll zukünftig als Handlungsleitfaden für
die Entwicklung von kompakten, nachhaltigen und lebenswerten
Quartieren dienen.
In diesem ersten Kapitel erfolgt eine Einordnung des Köln-Kataloges
und die Beantwortung der Fragen: Welchen Anlass gibt es für die
Erstellung des Köln-Kataloges? Wie stellt sich die Ausgangssituation
in Köln dar? Welche strategischen Zielsetzungen werden mit dem
Köln-Katalog verfolgt? Und bei welchen Vorhaben soll der Köln-Ka-
talog Anwendung finden?
Zudem werden die Inhalte, die aus der Stadtstrategie aufgegriffen
und vertieft werden, weitere Rahmenbedingungen für den Köln-Kata-
log sowie dessen Erarbeitungsprozess, Aufbau und relevante Begrif-
fe erläutert.
16
Einleitung
Der Köln-Katalog – ein Schlüsselprojekt der
„Kölner Perspektiven 2030+“
Anlass und Ausgangssituation
Mit der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ hat die Stadt Köln ihren Kompass
für eine zukunftsgerichtete, strategische
und nachhaltige Stadtentwicklung definiert.
Diese gilt es nun, für die verschiedenen The-
menfelder der Stadt weiterzuentwickeln, zu
konkretisieren und zu operationalisieren, d. h.
bezogen auf konkrete Orte und Prozesse an-
wendbar zu machen.
Eine wesentliche Herausforderung ist das
Stadtwachstum Kölns. Die derzeitige Bevöl-
kerungsprognose geht von einem Bevölke-
rungszuwachs von insgesamt 70.000 neuen
Einwohner*innen bis 2040 aus. Das bedeu-
tet zunehmende Bedarfe für Wohnen, sozia-
le Infrastruktur, Verkehr und Gewerbe, also
insgesamt eine Zunahme der Siedlungs-
fläche. Dem gegenüber stehen begrenzte
Flächenpotenziale für die Siedlungsentwick-
lung (vgl. Stadtstrategie, Zielkarte Wohnen).
Gleichzeitig werden immer noch flächen-
intensive Wohnformen, insbesondere in der
Äußeren Stadt (Definition siehe Seite 18), re-
alisiert. Ebenso steigt die durchschnittliche
Wohnfläche je Person (m²) in Köln weiter.
Zwischen 2015 und 2021 lag der Zuwachs
bei 1,7 % (Quelle: Stadt Köln, Auswertung der
Bautätigkeitsstatistik 2021).
Aufgrund der nach wie vor hohen Flächen-
inanspruchnahme hat sich die Bundesre-
gierung im Rahmen der Deutschen Nach-
haltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, bis
zum Jahr 2030 die Neuinanspruchnahme
von Flächen für Siedlungen und Verkehr auf
unter 30 Hektar pro Tag zu verringern. Die
neue NRW-Landesregierung hat sich darauf
verständigt, einen angemessenen Beitrag
zur Erreichung des Bundesziels zu leisten.
Aufgrund der bereits bestehenden Flächen-
knappheit und der steigenden Ansprüche
ist es für die Stadt Köln notwendig, mit den
knappen Flächenressourcen sparsam um-
zugehen und Wohnformen zu realisieren, die
eine adäquate bauliche Dichte aufweisen.
Weiterhin ist auch der Grundsatz „Innen- vor
Außenentwicklung“ zu berücksichtigen, dem
sich die Stadt verpflichtet hat.
Kompakte und somit flächensparende Quar-
tiere, die sozial und funktional durchmischt
sind, das Prinzip der kurzen Wege verfolgen,
ausreichend Grünflächen aufweisen und
nachhaltig sind, sehen auch die Leitsätze
und Ziele der Stadtstrategie „Kölner Pers-
pektiven 2030+“ vor. Als Schlüsselprojekt
der Stadtstrategie vertieft und konkretisiert
der Köln-Katalog diese Zielsetzungen, da-
mit zukünftig kompakte, nachhaltige und
lebenswerte Quartiere entwickelt werden
können.
Übersichtskarte Dichtekategorien
Empfehlungen für Zieldichten
Äußere Stadt,
Quartiersdichte höher als 0,8
Innere Stadt und ausgewählte
Versorgungszentren der Äußeren Stadt,
Quartiersdichte höher als 1,2
Innenstadt und ausgewählte
Versorgungszentren der Inneren Stadt,
Quartiersdichte höher als 1,5
Von der Stadtstrategie zum Köln-Katalog
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ wurde am 14. Dezember 2021 als
Kompass für die zukunftsgerichtete, strate-
gische und nachhaltige Stadtentwicklung
beschlossen. Sie thematisiert die vielschich-
tigen Herausforderungen, mit denen sich
Köln in den nächsten Jahrzehnten ausei-
nandersetzen muss und stellt heraus, wo
die Akteur*innen aus Politik, Verwaltung
und Stadtgesellschaft ihre Kräfte bündeln
müssen. Dazu gehören vor allem der demo-
graphische Wandel, der Klimawandel, die
Mobilitäts-wende sowie der angespannte
Wohnungsmarkt.
Die wesentlichen Steuerungselemente sind
das Zielgerüst der „360-Grad-Perspektive” ,
die fünf Zielkarten der „Stadträumlichen
Perspektive” sowie die Vorschläge für 10
Handlungsempfehlungen, aus denen jähr-
lich Schlüsselprojekte wie der Köln-Katalog
abgeleitet werden.
Inhaltlich orientiert sich der Köln-Katalog
insbesondere am 1. Leitsatz der Stadtstrate-
gie „Köln sorgt für kompakte und lebenswer-
te Quartiere” und der Handlungsempfehlung
2 „Innere Werte” zum verantwortungsvollen
Umgang mit den begrenzten Flächenpoten-
zialen. Bezogen auf zukünftige Wohnungs-
bauentwicklungen bedeutet dies: Dichte
Quartiere, die sozial und funktional durch-
mischt sind, dem Prinzip der kurzen Wege
entsprechen und ausreichend Grünflächen
aufweisen sowie ökologisch nachhaltig sind.
Die Zielkarte „Wohnen: Realisierung von
gemischten, lebendigen und gut angebun-
denen Quartieren“ der Stadtstrategie zoniert
die Siedlungsfläche Kölns in drei Dichteka-
tegorien. Für jede der Kategorien wird eine
Zieldichte für Quartiere (Quartiersdichte)
empfohlen, die zukünftigen baulichen Ent-
wicklungen als Richtwert dienen soll. Eben-
falls werden zentrale Qualitäten und der
Mehrwert höherer Dichten benannt.
17
18
Einleitung
Zieldefinition für den Köln-Katalog
Die Ziele des Köln-Kataloges sind:
› Die abstrakten Zieldichten aus der Stadt-
strategie „Kölner Perspektiven 2030+“ in
konkrete städtebauliche Quartierstypo-
logien zu übersetzen,
› Kompakte und flächenschonende Bau-
weisen für Quartiere mit hohen ökologi-
schen und sozialen Standards aufzuzei-
gen,
› Langfristig eine effiziente und nachhalti-
ge Flächennutzung zu ermöglichen,
› Mit guten Beispielen und bildhaften Vor-
schlägen Qualitäten und Potentiale hö-
herer städtebaulicher Dichten zu veran-
schaulichen und dadurch zu einem Abbau
der „Bedenken gegenüber Verdichtung“
in der Öffentlichkeit beizutragen,
› Neue Wohnformen und flexible Raum-
angebote als Chance zur individuellen
Wohnflächenreduzierung und Flächenmi-
nimierung einzubeziehen,
› Quartierstypologien zu entwickeln, die
klare Leitplanken für Entwicklungsvor-
haben setzen und gleichzeitig viel Flexi-
bilität für die Anwendung im konkreten
städtischen Kontext bieten,
› Als städtebauliches Entwicklungskonzept
(§ 1 Abs. 6 Nr.11 BauGB) soll der Köln-Ka-
talog zukünftig bei bebauungsplanrele-
vanten Vorhaben berücksichtigt zu wer-
den, unter dem Aspekt der Abwägung im
Abgleich mit anderen Belangen (§ 1 Abs. 7
BauGB). So kann er eine steuernde Wir-
kung entfalten sowie einen transparenten
und berechenbaren Rahmen für zukünfti-
ge Projektentwicklungen darstellen.
Grundsätzlich soll der Köln-Katalog dazu
beitragen, eine adäquate Dichte in Neubau-
quartieren umzusetzen. Dabei berücksich-
tigt er bestehende Konzepte und Vorgaben
der Stadt Köln — neben der Stadtstrategie
„Kölner Perspektiven 2030+“ insbesondere
das Kooperative Baulandmodell. Der Köln-
Katalog zeigt auf, wie qualitätvolle Dichte
in Quartieren aussehen kann und welche
Stellschrauben dafür notwendig sind, um
schließlich als städtebauliches Entwick-
lungskonzept in bebauungsplanrelevanten
Vorhaben berücksichtigt zu werden. Er ist
damit keine klassische Nachverdichtungs-
strategie.
Die grundsätzliche Flächenkonkurrenz
unterschiedlicher städtischer Funktionen
wie Wohnen, Gewerbe, einer qualitativen
und quantitativen Weiterentwicklung der
Grün- und Freiräume sowie der (Mobilitäts-)
Infrastruktur kann auch der Köln-Katalog
nicht ausräumen. Er kann aber Vorschläge
für qualitative und integrierte Lösungsansät-
ze machen.
Qualitätvolle Dichte
Die Erhöhung der baulichen Dichte ist
alleine nicht ausreichend, um langfristig
kompakte, nachhaltige und lebenswerte
Quartiere für Köln zu gestalten. Attraktive
Quartiere werden durch ihren Zugang zu In-
frastruktur- und Versorgungseinrichtungen,
ihre verkehrliche Erreichbarkeit, ihre Frei-
und Grünräume, Orte der Begegnung und
des sozialen Miteinanders sowie durch ihre
architektonische und städtebauliche Gestal-
tung definiert. Zunehmend werden sie auch
an ihrer Anpassungsfähigkeit an den Klima-
wandel und Kriterien für den Klimaschutz
gemessen.
19
Daher werden folgende Aspekte für eine
qualitätvolle Dichte im Köln-Katalog zu
Grunde gelegt, wenngleich eine detaillierte
Ausgestaltung erst im konkreten Entwick-
lungsvorhaben erfolgen kann:
› Nutzungsgemischte, lebendige Quartiere
und eine Stadt der kurzen Wege,
› Gleichberechtigung aller Verkehrsträger
im öffentlichen Raum,
› Robuste, qualitative und klimaresiliente
Grünräume mit hoher stadtklimatischer
Ausgleichsfunktion,
› Verankerung von Maßnahmen für den
Klimaschutz und die Klimawandelanpas-
sung von Anfang an in den Quartiersent-
wicklungen,
› Qualität in Architektur und Städtebau,
sowohl im Material als auch der formalen
Gestaltung und Bildung von Räumen,
› Ausgewogenes Verhältnis zwischen pri-
vaten Rückzugsorten und gemeinschaft-
lich genutzten Räumen.
Erarbeitungsprozess
Einen Schwerpunkt der Diskussionen, die
im Rahmen der „Kölner Perspektiven 2030+“
geführt wurden, bildeten das Themenfeld
Wohnen und die Frage, wie auf den wenigen
verbleibenden Flächenpotenzialen ausrei-
chend Wohnraum realisiert werden kann.
Zur Weiterentwicklung, Konkretisierung und
Operationalisierung der Aussagen und Ziel-
richtungen, die dazu in der Stadtstrategie
getroffen wurden, hat der Stadtentwick-
lungsausschuss der Stadt Köln beschlossen,
ein Fachsymposium durchzuführen. Unter
dem Titel „Gebäudetypologien des Woh-
nens für kompakte und lebenswerte Quar-
tiere“ fand die digitale Veranstaltung am
5. Mai 2021 statt.
Parallel startete im Frühsommer 2021 der
Erarbeitungsprozess des Köln-Kataloges
mit der Beauftragung der Büros De Zwarte
Hond aus Köln und Duplex Architekten aus
Düsseldorf.
Der Erarbeitungsprozess wurde begleitet
von einem intensiven Austausch mit der
Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung
und dem Sachgebiet Erschließungsmanage-
ment von Flächen des Amts für Stadtent-
wicklung und Statistik sowie von insgesamt
fünf Workshops mit dem „Köln-Katalog
Team” . Dieses setzte sich dezernatsüber-
greifend zusammen aus Vertreter*innen
des Stadtplanungsamts, des Umwelt- und
Verbraucherschutzamts, des Amts für Lie-
genschaften, Vermessung und Kataster, der
Wohnungsbauleitstelle und des Amts für
Wohnungswesen. Den jeweiligen Amtslei-
tungen wurden die zentralen Ergebnisse in
einer Erörterungsrunde vorgestellt.
Darüber hinaus wurde der Köln-Katalog
auch öffentlich im Haus der Architektur Köln,
der AG Wohnungsbauforum und dem Woh-
nungsbauforum thematisiert und diskutiert.
Als Endprodukt greift der Köln-Katalog die
Impulse des Fachsymposiums sowie die
Ergebnisse der Diskussionsrunden auf und
übersetzt die abstrakten Zieldichten der
Stadtstrategie in konkrete städtebauliche
Quartierstypologien.
20
Einleitung
Aufbau des Köln-Kataloges
Bereits im Rahmen der Analyse zur Stadt-
strategie „Kölner Perspektiven 2030+“ wur-
de deutlich, dass die Bebauungsdichte von
der Innenstadt hin zum Stadtrand deutlich
abnimmt. Gleichzeitig befinden sich in der
Äußeren Stadt die meisten Entwicklungs-
flächen für Wohn- und Mischnutzung. Da-
her legt der Köln-Katalog einen räumlichen
Fokus auf die Äußere Stadt und die Heran-
gehensweise erfolgt von der Äußeren Stadt
über die Innere Stadt bis zur Innenstadt.
Der Köln-Katalog startet mit einer Analyse
der Bestandssituation. Es wird zunächst he-
rausgearbeitet, welche Gebäude- und Sied-
lungstypologien im gesamten Stadtgebiet
zu finden sind und wie sich diese im Hinblick
auf ihren Anteil an der Gesamtwohnbebau-
ung, Nutzungsmischung und Einwohner*in-
nendichte zueinander verhalten. Die identi-
fizierten Gebäude- und Siedlungstypologien
werden anschließend an exemplarischen
Stadtausschnitten näher untersucht. Als
Erkenntnisse der Analyse werden Heraus-
forderungen und Ziele für die drei Bereiche
der Stadt (Äußere Stadt, Innere Stadt und
Innenstadt) formuliert.
Aus der Analyse und den ausgewerteten
Best-Practice-Projekten werden Strategien
für eine qualitätvolle Dichte in Köln abgelei-
tet. Diese Strategien beschreiben einzelne
Stellschrauben, die dichte und gleichzeitig
lebenswerte Quartiere fördern. Die insge-
samt 11 Strategien für qualitätvolle Dichte
lassen sich zusammenfassen unter vier
Themenschwerpunkten: Vertikale Dichte,
Horizontale Dichte, Grüne Vielfalt und Nut-
zungsvielfalt.
Den Kern des Köln-Kataloges bilden die
sechs Quartierstypologien. Sie zeigen an-
schaulich und exemplarisch auf, wie kom-
pakte, nachhaltige und lebenswerte Quar-
tiere für die drei Dichtekategorien zukünftig
aussehen können. Aufgrund des höheren
Entwicklungspotentials in der Äußeren Stadt
werden drei Quartierstypologien für die Äu-
ßere, zwei für die Innere Stadt und eine für
die Innenstadt entwickelt.
Jede der Quartierstypologien entsteht
durch eine individuelle Kombination der 11
Strategien. Die Quartierstypologien werden
jeweils durch Beispielprojekte illustriert und
mit Hilfe eines Anwendungsbeispiels inner-
halb des Kölner Stadtgebietes überprüft. Die
Anwendungsbeispiele stellen exemplarisch
dar, wie sich die Zieldichten der Stadtstrate-
gie städtebaulich und strukturell konkret vor
Ort abbilden lassen.
Das Kapitel Implementierung zeigt auf, wie
der Köln-Katalog zukünftig als städtebau-
liches Entwicklungskonzept (§ 1 Abs. 6 Nr. 11
BauGB) seine Wirkung innerhalb und außer-
halb der Verwaltung entfalten wird. Gleich-
zeitig werden Anregungen für pilothafte
Anwendungen und eine Evaluierung von
Vorhaben formuliert, um aus der Umsetzung
und Realisierung von Projekten weitere Er-
kenntnisse zu gewinnen.
Fachsymposium „Gebäudetypologien des Wohnens für kompakte
und lebenswerte Quartiere“
Am 5. Mai 2021 fand das digitale Fachsymposium „Gebäudetypologien des Wohnens für
kompakte und lebenswerte Quartiere“ statt. In sechs Impulsvorträgen von Expert*innen
aus Architektur und Städtebau wurden gelungene Beispiele verschiedener Wohnungsbau-
projekte aus dem In- und Ausland vorgestellt und anschließend diskutiert. Das Fach-
symposium richtete sich an Politik, Wohnungswirtschaft, (Fach-)Öffentlichkeit und
Verwaltung.
Ziel war es, Wohnungsbauprojekte aufzuzeigen, die mit der knappen Ressource Fläche
sparsam umgehen und gleichzeitig attraktive Quartiere für unterschiedliche Zielgruppen
ermöglichen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker stellte klar:
„Es geht dabei nicht nur um rein bauliche Fragen, sondern um die Wohnqualität in
Gemeinschaften. “
Für den Köln-Katalog lassen sich folgende zentrale Erkenntnisse aus den Impuls vorträgen
ableiten:
› Gemeinschaftlich genutzte Flächen und
Räume sind der Schlüssel für lebendige
Quartiere und können zu einer Verringe-
rung der individuellen Wohnfläche bei-
tragen.
› Zusammenhängend geplante und um-
gesetzte Projektentwicklungen können
Gemeinschaftsflächen häufig besser
organisieren, beispielsweise im Genos-
senschaftsmodell.
› Insbesondere durch flexible Grundrisse
nach dem Baukastenprinzip können die
verschiedensten Bedürfnisse schnell und
kostengünstig erfüllt werden.
› Beim Entwerfen neuer kompakter Quar-
tiere ist die Auseinandersetzung mit der
Umgebung und Landschaft besonders zu
beachten.
› Klimafolgeanpassung und Klimaschutz
sind wichtige Aspekte für nachhaltige
Quartiere. Dabei schließen sich ökolo-
gische Ansprüche und dichte Quartiere
nicht aus: „Grün und dicht – das geht“
sagte dazu Helga Fassbinder, die das Pro-
jekt Biotope City Wienerberg vorstellte.
› Zu einem nachhaltigen Quartier gehört
auch das ökologische Bauen, wie bei-
spielsweise die Holzbauweise.
› Ein Umdenken in der Flächenverteilung
auf die einzelnen Nutzungen ist notwen-
dig. Durch die Neuorganisation der Mo-
bilität, insbesondere des fließenden und
ruhenden Verkehrs, können beispielswei-
se große Flächen für den MIV eingespart
und anderweitig genutzt werden.
21
22
Einleitung
Ein Glossar für den Köln-Katalog
Einwohnerdichte
Die Einwohnerdichte definiert sich über die
Anzahl der Einwohner*innen je Quadratkilo-
meter.
Geschossfläche (GF)
Die Geschossfläche ist die Summe aller
Geschosse. Eine Differenzierung in Voll-
geschosse und Staffelgeschosse findet im
Köln-Katalog nicht statt.
Geschossflächenzahl (GFZ)
Die Geschossflächenzahl beschreibt die
bauliche Dichte auf einem Grundstück. Sie
ist ein Kennwert der Ausnutzung:
GFZ =
Geschossfläche (m²)
Grundstücksfläche oder Nettobauland (m²)
Die GFZ ist eine wesentliche Kenngröße der
Gebietstypologien der Baunutzungsverord-
nung (BauNVO) und wird insbesondere in
Bebauungsplänen angewendet.
Dichtekategorien
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ definiert in ihrer Zielkarte Wohnen
drei Dichtekategorien und empfiehlt da-
für Zieldichten. Diese wurden aus der Be-
trachtung bestehender Bebauungsdichten
und der Zielstellung, künftige Quartiere
kompakter zu gestalten, hergeleitet. Die
drei Dichtekategorien orientieren sich an
der räumlichen Gliederung der Stadt in die
drei Bereiche Äußere Stadt, Innere Stadt
und Innenstadt. Ausnahmen ausgewählte
Versorgungszentren, für die aufgrund ihrer
strukturellen Merkmale jeweils die nächst
höhere Dichtekategorie empfohlen wird (vgl.
Karte Seite 17).
Zieldichte für die Äußere Stadt:
Quartiersdichte höher als 0,8
(mittlere Zieldichte)
Zieldichte für die Innere Stadt und aus-
gewählte Versorgungszentren der
Inneren Stadt: Quartiersdichte höher als
1,2 (hohe Zieldichte)
Zieldichte für die Innenstadt und aus-
gewählte Versorgungszentren der
Inneren Stadt: Quartiersdichte höher als
1,5 (höchste Zieldichte)
Quartiersdichte
Die Quartiersdichte beschreibt die bau-
liche Dichte eines gesamten Quartiers. Sie
ist rechtlich nicht festgelegt und errechnet
sich aus dem Verhältnis der Summe der ge-
bauten Geschossfläche zur Quartiersfläche.
Dazu werden auch Flächen der städtischen
Infrastruktur sowie Grün- und Freiflächen
innerhalb des Quartiers mit einbezogen.
Quartiersdichte =
Geschossfläche (m²)
Quartiersfläche (m²)
Die drei Zieldichten der Stadtstrategie sind
als Quartiersdichten definiert und geben die
zu erzielende bauliche Dichte im Verhältnis
zur Quartiersfläche an. Bei neuen Entwick-
lungen ist diese Fläche als Bezugsgröße
sinnvoll für ein gesamtes Quartier auszu-
wählen.
23
Gebäude- und Siedlungstypologien
Bebauungstrukturen und Siedlungsformen
lassen sich durch ihre unterschiedliche
Morphologie in Gebäude- und Siedlungsty-
pologien klassifizieren. Jede Typologie lässt
sich zudem mit spezifischen Charakteristika
zu Wohnform, Erschließung und Nutzungs-
mischung beschreiben.
Quartierstypologien
Die Quartierstypologien betrachten nicht die
Strukturen und Charakteristika eines Grund-
stücks, sondern eines größeren baulichen
Siedlungsbereichs. Die im Köln-Katalog ent-
wickelten Quartierstypologien beschreiben
städtische Funktionen sowie die Lebens-
qualität der Bewohner*innen. Die Typolo-
gien des Köln-Kataloges sind städtebauliche
Typologien und können unterschiedlichste
Größen, von wenigen Gebäuden bis hin zu
ganzen Quartieren, abbilden.
Nutzungsmischung
Die Nutzungsmischung beschreibt die
Integration von Wohnnutzungen und Nicht-
Wohnnutzungen wie Gewerbe, Büros sowie
soziale und infrastrukturelle Einrichtungen.
Wohneinheiten/ha (WE/ha)
Die Berechnung der Wohneinheiten pro
Hektar beruht auf der statistischen Annah-
me einer durchschnittlichen Wohnungsgrö-
ße von 90 m² .
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Für Quartiersentwicklungen in der Äuße-
ren Stadt ist eine gute ÖPNV-Versorgung
Voraussetzung. Auf die Maßnahmen in der
Stadtstrategie zur Verbesserung der ÖPNV-
Versorgung wird verwiesen.
Kooperatives Baulandmodell Stadt Köln
(KoopBLM)
Das Kooperative Baulandmodell wurde
2014 vom Rat der Stadt Köln beschlossen
und umgesetzt, um die Versorgung mit
öffentlich gefördertem Wohnungsbau si-
cher zu stellen und Investor*innen an den
infrastrukturellen Folgekosten für soziale
Einrichtungen (z. B. Kindertagesstätten),
Grün- und Spielflächen zu beteiligen. Das
KoopBLM gilt heute in der Fassung vom
10.05.2017 mit seiner Umsetzungsanwei-
sung Plus vom 05.05.2022. Das KoopBLM
ist ab einer Projektgröße von 1.800 m²
Geschossfläche Wohnen wirksam, sofern
neues Planungsrecht im Rahmen eines Be-
bauungsplanverfahrens geschaffen wird.
Grün- und Spielflächenberechnung
Die Grün- und Spielflächenbedarfe eines
Quartiers werden auf Grundlage des Koop-
BLM berechnet. Dies wurde auch bei den
Anwendungsbeispielen berücksichtigt. Die
Berechnung beruht auf der erwarteten Ein-
wohnerzahl des Quartiers.
Spielflächen: EW × 2 m²
Grünflächen: EW × 10 m²
Das KoopBLMplus ermöglicht unter be-
stimmten Voraussetzungen auch Kombiflä-
chen, welche die Funktionen von Spiel- und
Grünflächen bündeln.
Kombiflächen: EW × 5 m²
Diese Kombiflächen reduzieren den Grün-
und Spielflächennachweis erheblich. Zur
besseren Vergleichbarkeit der Quartiersty-
pologien und Anwendungsbeispiele wurde
dieser Sonderfall jedoch im Rahmen des
Köln-Kataloges nicht berücksichtigt. Die
Zulässigkeit der Kombiflächen im konkreten
Projekt richtet sich ausschließlich nach den
Anforderungen des KoopBLMplus.
24
25
Kapitel II
Die Köln-DNA
Eine Bestandsanalyse
Die Köln-DNA ist das Ergebnis einer umfassenden Bestandsanalyse
des Kölner Stadtgebietes.
In einem ersten Schritt wird der Wohngebäudebestand untersucht:
Welche räumlichen Charakteristika prägen das Stadtbild? Welches
sind die vorherrschenden Gebäude- und Siedlungstypologien in
Köln? Und wie verhalten sich diese zueinander im Hinblick auf ihre
bauliche Dichte und die Nutzungsmischung?
Die identifizierten Gebäude- und Siedlungstypologien werden im
zweiten Schritt an exemplarischen Stadtausschnitten genauer unter-
sucht und beschrieben.
Die Erkenntnisse der Analyse sind die Grundlage für die 11 Strate-
gien für qualitätsvolle Dichte: Welche Herausforderungen lassen sich
für die drei Lagetypen der Stadt aus der Analyse ableiten? Inwieweit
bilden neue Projektentwicklungen die formulierten Ansprüche an
eine qualitätsvolle Dichte ab? Welche Ansatzpunkte zur Realisierung
von kompakten, nachhaltigen und lebendigen Quartieren, die den
Zieldichten der Stadtstrategie entsprechen, gibt es?
26
Die Köln-DNA
Kölner Charakteristika, Gebäude- und
Siedlungstypologien
Räumliche Charakteristika Kölns
Aus einer übergeordneten Betrachtung des gesamten Stadtgebietes
lassen sich einige grundsätzliche Beobachtungen formulieren. Sie
helfen, die gewachsene räumliche Struktur Kölns zu verstehen und
den Status Quo einzuordnen:
Stadt der Radialen
Ausgehend von der Innenstadt entwickeln sich insbesondere im
Linksrheinischen die Stadtquartiere der Inneren Stadt entlang der
historischen radialen Ausfallstraßen.
Zwei Grüngürtel und der Rhein
Rheinufer, Innerer und Äußerer Grüngürtel strukturieren die Stadt in
hohem Maße. Diese großen zusammenhängenden Freiflächen sind
von gesamtstädtischer Bedeutung und dienen als wichtige Sport-
und Erholungsflächen sowie zur Belüftung.
Heterogene Architektur
Köln wird nicht durch eine spezifische Gebäudetypologie oder eine
einzelne architektonische Haltung geprägt. Vielmehr bestimmt eine
heterogene Architektur das Bild der Stadt. In weiten Teilen prägt eine
gemischte Nachkriegsbebauung die Quartiere.
27
Polyzentrische Struktur
Individuelle Veedel mit teilweise starker Nutzungsmischung, lokalem
Einzelhandel, und hoher Dichte an kleinen Dienstleistern und Gewer-
be prägen die bauliche Struktur Kölns.
Kontrast zwischen Innerer und Äußerer Stadt
Die bauliche Dichte nimmt von der Innenstadt zur Äußeren Stadt
deutlich ab. Gleiches gilt für die Nutzungsmischung als Indikator für
lebendige Quartiere und qualitätvolle Dichte.
Dichte, aber niedrige Innenstadt
Köln besitzt, im Verhältnis zu seinen Randbezirken, eine stark ver-
dichtete Innenstadt. Insbesondere der hohe Anteil an Gewerbe
(-Neubauten) trägt dazu bei. In den dichtesten Quartieren der Innen-
stadt werden Quartiersdichten von über 2,0 (vgl. Grundlagenkarte
Urbanes Köln, Stadtstrategie) erreicht. Dennoch ist die Höhenent-
wicklung mit durchschnittlich vier bis sechs Geschossen in den
Quartieren moderat. Ein Phänomen, was in gewachsenen Quartieren
vieler europäischer Städte beobachtet werden kann.
28
Die Köln-DNA
Nutzungsmischung
EW / ha (Dichte)
29%
<1%
12%
1%
8%
12%
2%
6%
0 260200100
6%
7%
16%
Diagramm der prozentualen Verteilung der Gebäude- und Siedlungstypologien mit Betrachtung der
Nutzungsmischung und Einwohner*innendichte sowie baulichen Dichten
Gebäude- und Siedlungstypologien in Köln
Die Gebäude mit Wohnnutzung in Köln lassen sich in elf Gebäude-
und Siedlungstypologien einteilen (siehe auch Karte Seite 30):
Dorfstrukturen
Einfamilien- und Doppelhäuser
Reihenhäuser
Zeilenstrukturen
Wohnsiedlungen
Großwohnsiedlungen
Einzelobjekt Hochhaus (Punkt)
Mehrfamilienhaus Blockstrukturen
Freistehende Mehrfamilienhäuser
Gründerzeitliche Kernstadt
Mittelalterliche Kernstadt
29
Bestandstypologien im Vergleich
Die identifizierten Gebäude- und Siedlungs-
typologien im Bestand unterscheiden sich
insbesondere bezogen auf ihre Dichte und
die Nutzungsmischung. Der Anteil der Ty-
pologien an der Gesamtstadt variiert stark
(vgl. Diagramm auf der linken Seite). Eine
Betrachtung und Untersuchung der Be-
standstypologien ist wichtig, da diese die
räumlichen Nachbarschaften für neue Quar-
tiersentwicklungen bilden.
Mit zusammen fast 30 % nehmen die Einfa-
milien- und Doppelhäuser flächenmäßig den
größten Anteil an der Wohnsiedlungsfläche
ein. Gleichzeitig verzeichnet diese Typolo-
gie den niedrigsten Anteil an Nutzungsmi-
schung sowie die geringste Bevölkerungs-
dichte pro Hektar, was auf einen hohen
Flächenverbrauch schließen lässt.
Dorfstrukturen, Reihenhäuser und freiste-
hende Mehrfamilienhäuser stehen zusam-
men für weitere 30 % der Wohnsiedlungs-
fläche. Sie sind im Hinblick auf die bauliche
Dichte und Nutzungsmischung ähnlich zu
beurteilen wie Einfamilien- und Doppel-
häuser. Zusammen mit der ersten Gruppe
stehen diesen Typologien somit für
60 % der Wohnquartiere Kölns.
Wohnsiedlungen, Zeilenstrukturen, Block-
randbebauungen und Großwohnsiedlungen
erreichen deutlich höhere Werte für die
Einwohnerdichte, aber auch hier ist der An-
teil der Nutzungsmischung nicht besonders
hoch. Dieses „Mittelfeld” macht rund 32 %
der Wohnquartiere aus.
Die gründerzeitliche Kernstadt erzielt die
höchste Bevölkerungsdichte aller elf Typo-
logien, trotz eines hohen Anteils an Nut-
zungsmischung. Die Gebäude der gründer-
zeitlichen Kernstadt nehmen eine Großteil
der Grundstücksfläche in Anspruch und
verfügen über einen vergleichsweise gerin-
gen Außenraum. Unter aktuellen Rahmenbe-
dingungen wäre eine solche Bebauung nicht
mehr zulässig.
Die mittelalterliche Kernstadt zeigt den
höchsten Anteil an Nutzungsmischung. Im
Gegenzug werden aber nur durchschnitt-
liche Werte für die Bevölkerungsdichte
erreicht. Hier dominieren Einzelhandel
und Büronutzungen. Auffallend ist der ver-
gleichsweise geringe Flächenanteil an der
Gesamtstadt, bezogen auf ihre Bedeutung
in der öffentlichen Wahrnehmung.
30
Die Köln-DNA
Gebäude- und Siedlungstypologien in Köln
Dorfstrukturen
Einfamilien- und Doppelhäuser
Reihenhäuser
Zeilenstrukturen
Wohnsiedlungen
Großwohnsiedlungen
Einzelobjekt Hochhaus (Punkt)
Mehrfamilienhaus Blockstrukturen
Freistehende Mehrfamilienhäuser
Gründerzeitliche Kernstadt
Mittelalterliche Kernstadt
31
32
Die Köln-DNA
Dichteanalyse der Stadtausschnitte
Um die Dichte in Kölner Bestandsquartieren zu analysieren, werden
500 m × 500 m große Stadtausschnitte der verschiedenen Gebäu-
de- und Siedlungstypologien exemplarisch miteinander verglichen.
Für jede Typologie (siehe Seite 28, außer Einzelobjekt Hochhaus)
wurde mindestens ein Stadtausschnitt erstellt und dafür die Quar-
tiersdichte, der Anteil an Nutzungsmischung sowie eine pauscha-
lisierte Berechnung der Wohneinheiten ermittelt (siehe auch Seite
22 f.). Über die farbliche Codierung sind die Gebäude- und Sied-
lungstypologien der gesamtstädtischen Karte (siehe Seite 28 f.)
zuzuordnen.
Die angegebenen Quartiersdichten beziehen sich auf die gesamte
Fläche der ausgewählten Stadtausschnitte (250.000 m²) unter Ein-
bezug großer öffentlicher Grün- und Gewässerflächen. Die Berech-
nung der Nutzungsmischung basiert auf den Daten der Stadt Köln
(ALKIS). Es handelt sich hierbei um Näherungswerte. Angenommen
wurde, dass bei Gebäuden mit Mischnutzung (z. B. Wohngebäude
mit Handel und Dienstleistung) nur das Erdgeschoss einer anderen
Nutzung als Wohnen vorbehalten ist. Infrastrukturelle Gebäude (z. B.
Garagen) wurden nicht mit eingerechnet.
33
Übersichtskarte Dichtekategorien
mit analysierten Stadtausschnitten
Empfehlungen für Zieldichten
Äußere Stadt,
Quartiersdichte höher als 0,8
Innere Stadt und ausgewählte
Versorgungszentren der Äußeren Stadt,
Quartiersdichte höher als 1,2
Innenstadt und ausgewählte
Versorgungszentren der Inneren Stadt,
Quartiersdichte höher als 1,5
34
Die Köln-DNA
GS PublisherVersion 359.66.66.100
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
Langel
Lage: Äußere Stadt
Quartiersdichte 0,19
WE/ha 15
Nutzungsmischung 20 %
Dorfstrukturen
Die Siedlungstypologie des Dorfs findet sich ausschließlich in der
Äußeren Stadt, teils losgelöst von anderen Siedlungsstrukturen,
teils zusammengewachsen. Die Bebauung ist durchschnittlich sehr
niedrig, auch bedingt durch den hohen Anteil an eingeschossigen
Lager- und Landwirtschaftsgebäuden sowie Garagen. Die vorherr-
schenden Wohntypologien sind Ein- und Zweifamilienhäuser, verein-
zelt mit Einliegerwohnungen. Dadurch ist der Flächenverbrauch pro
Einwohner*in sehr hoch, die Zieldichte von 0,8 (Quartiersdichte) in
der Äußeren Stadt wird im untersuchten Ausschnitt Langel mit 0,19
(Quartiersdichte) deutlich unterschritten.
Insbesondere an den Dorfrändern sind die Grundstücke großzü-
gig geschnitten. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) hat einen
großen Anteil am Flächenverbrauch in den dörflichen Wohngebie-
ten. Historisch sind die Nicht-Wohnnutzungen hier vor allem geprägt
durch die Landwirtschaft, welche nur bedingt der innerstädtischen
Belebung dient.
Zieldichte > 0,8
35
Finnensiedlung
Lage: Äußere Stadt
Quartiersdichte 0,21
WE/ha 18
Nutzungsmischung 11 %
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Einfamilien- und Doppelhäuser
Einfamilien- und Doppelhäuser sind sowohl in der Äußeren als auch
in der Inneren Stadt vertreten. Ihr Erscheinungsbild kann je nach
Art der Siedlung variieren, von Villenvierteln zu Arbeitersiedlungen.
Die Bebauung hat meist ein bis zwei Geschosse, oft mit klassischen
Dachformen. Auf dem Grundstück gelegene Garagen und PKW-
Stellplätze verdeutlichen die starke Orientierung am motorisierten
Individualverkehr. Durch die geringe Gebäudehöhe und die locke-
re Bebauung erreichen Gebiete dieser Gebäudetypologie nur sehr
geringe städtebauliche Dichten, Nutzungsmischung ist nur vereinzelt
vertreten.
Im öffentlichen Raum sind Spielflächen und teilweise kleinere park-
artige Grünstrukturen verortet.
Zieldichte > 0,8
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
36
Die Köln-DNA
GS PublisherVersion 359.66.66.100
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
Longerich
Lage: Innere Stadt
Quartiersdichte 0,21
WE/ha 40
Nutzungsmischung 16 %
Reihenhäuser
Die Gebäudetypologie der Reihenhäuser findet sich sowohl in der
Äußeren als auch in der Inneren Stadt. Die Bebauung ist meist zwei-
geschossig, ggf. mit Dachgeschoss, häufig ergänzt durch einge-
schossige Garagenhöfe. Reihenhäuser sind als Einfamilien-Wohn-
typen konzipiert, oft mit Gartenflächen vor und hinter dem Haus,
wobei die Grundstücksfläche bei neueren Entwicklungen deutlich
kleiner ist. Der Flächenverbrauch pro Einwohner ist dennoch sehr
hoch bei geringer städtebaulicher Dichte.
Die Gebiete werden überwiegend vom motorisierten Individualver-
kehr erschlossen. Die Anbindung an den öffentlichen Personennah-
verkehr ist – je nach Lage – sehr unterschiedlich. Im öffentlichen
Raum sind Spielflächen zu finden.
Zieldichte > 1,2
37
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Weiden-West
Lage: Äußere Stadt
Quartiersdichte 0,70
WE/ha 73
Nutzungsmischung 5 %
Großwohnsiedlung
Großwohnsiedlungen sind in der Äußeren, vereinzelt auch in der In-
neren Stadt vertreten. Die Gebäude dieser Typologie sind mit durch-
schnittlich mindestens sieben Geschossen meist deutlich höher als
die umgebenden Gebäudetypologien und weisen dadurch auch eine
wesentlich höhere bauliche Dichte auf. In den Stadtausschnitt wer-
den auch die umliegenden Gebäude eingerechnet, sodass sich die
bauliche Dichte hier deutlich reduziert.
Die Stellplätze werden in Tiefgaragen oder Garagenhöfen gebündelt.
Teilweise sind kleinere gewerbliche oder soziale Nutzungen im Erd-
geschoss oder in Sonderbaukörpern verortet, hauptsächlich wird
hier aber gewohnt. Der öffentliche Raum zwischen den Gebäuden
ist aufgrund der hohen Wohndichte meist multifunktional belegt mit
Parkplatzflächen sowie Spiel- und Grünbereichen.
Zieldichte > 0,8
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
38
Die Köln-DNA
GS PublisherVersion 359.66.66.100
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
Vingst
Lage: Innere Stadt
Quartiersdichte 0,75
WE/ha 74
Nutzungsmischung 10 %
Zeilenstrukturen
Die Gebäudetypologie der Zeile ist vor allem in der Inneren Stadt zu
finden und hat durchschnittlich drei bis vier Geschosse bei lockerer
Bebauung. Die meist halböffentlichen Zwischenräume sind vielfach
begrünt, werden aber von den Bewohner*innen wenig genutzt, da
eine klare Zuordnung zu den Gebäuden sowie Nutzungsmöglichkei-
ten fehlen. Die Stellplätze werden in Tiefgaragen oder Garagenhöfen
gebündelt.
Die Zieldichte der Inneren Stadt wird meistens nicht erreicht, es gibt
jedoch erkennbare Potentiale zur Nachverdichtung, insbesondere
bei zeitgleicher Ordnung des Freiraums. Zeilenstrukturen sind zu-
meist reine Wohnquartiere, anderweitige Nutzungen sind nur sehr
vereinzelt zu finden.
Zieldichte > 1,2
39
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Naumannsiedlung Riehl
Lage: Innere Stadt
Quartiersdichte 0,86
WE/ha 75
Nutzungsmischung 18 %
Wohnsiedlung
Die Typologie Wohnsiedlung beschreibt als Ensemble geplante
Quartiere, zumeist in der Inneren Stadt gelegen. Dies können Block-
randstrukturen oder Zeilen sein. Die drei- bis fünfgeschossigen Bau-
körper sind, anders als bei den Zeilenstrukturen, straßenbegleitend
gesetzt und umschließen großzügige grüne Innenhöfe mit Spiel- und
Gemeinschaftsflächen. In dieser Typologie wird fast ausschließlich
gewohnt, andere Nutzungen sind nur vereinzelt vertreten. Stellplätze
sind größtenteils oberirdisch entlang der Straßen angeordnet, ver-
einzelt in Tiefgaragen.
Durch die niedrige Gebäudehöhe im Verhältnis zu großen Frei-
flächen wird die Zieldichte der Inneren Stadt nicht erreicht.
Zieldichte > 1,2
1,2 1,5 3,0 0,0
40
Die Köln-DNA
GS PublisherVersion 359.66.66.100
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
Clouth-Quartier
Lage: Innere Stadt
Quartiersdichte 0,94
WE/ha 88
Nutzungsmischung 16 %
Freistehende Mehrfamilienhäuser
Die Typologie der freistehenden Mehrfamilienhäuser ist häufig im
Stadtbild zu finden und besonders in aktuellen Projektentwicklungen
vertreten. Durchschnittlich haben die Gebäude dieser Typologie drei
bis vier Geschosse, auch neue Projekte erreichen selten eine höhere
Geschossanzahl. Freistehende Mehrfamilienhäuser zeichnen sich
durch gemeinschaftliche und private Freiräume aus, wobei die Dach-
flächen bisher selten genutzt werden. Zusätzliche Nicht-Wohnnut-
zungen sind nur bedingt integriert. Der ruhende Verkehr wird entwe-
der auf Parkhöfen, im Straßenraum oder in Tiefgaragen organisiert.
Diese Typologie kann in der Äußeren Stadt eine angemessene Dichte
erreichen, in der Inneren Stadt bleibt sie unter der geforderten Ziel-
dichte.
Zieldichte > 1,2
41
GS PublisherVersion 359.66.66.100
* Hier gilt die Zieldichte für die Innen-
stadt, da es sich um ein Versorgungs-
zentrum handelt.
Venloer Straße
Lage: Innere Stadt*
Quartiersdichte 1,46
WE/ha 122
Nutzungsmischung 26 %
Mehrfamilienhaus Blockstrukturen
Die Typologie des Mehrfamilienhauses innerhalb einer Blockstruktur
beschreibt gewachsene Strukturen in der Inneren Stadt und Innen-
stadt. Je nach Lage und Quartiersstruktur variiert diese Typologie in
ihrem Erscheinungsbild sehr, z. B. in der Geschossigkeit. Die Innen-
höfe sind vor allem durch niedrige Gewerbebauten oder Garagen ge-
prägt und selten begrünt. Erdgeschosse sind häufig mit Nicht-Wohn-
nutzungen belegt, was die Straßen als öffentliche Räume belebt
und zu einem guten Verhältnis von Wohnen und anderen Nutzungen
beiträgt.
Die Typologie erzielt angemessene Dichten. Aufstockungen könnten
Möglichkeiten zur Nachverdichtung bieten, müssten aber mit einer
Entsiegelung der Innenhöfe einhergehen.
Zieldichte > 1,5
1,2 1,5 3,0 0,0
42
Die Köln-DNA
GS PublisherVersion 359.66.66.100
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
Belgisches Viertel
Lage: Innenstadt
Quartiersdichte 1,87
WE/ha 154
Nutzungsmischung 25 %
Gründerzeitliche Kernstadt
Diese Siedlungstypologie ist vor allem in der Innenstadt vertreten
und zeichnet sich durch eine geschlossene Bauweise mit hoher
Dichte aus. Die straßenbegleitende Bebauung ist meist fünf- bis
sechsgeschossig und wird durch Hinterhäuser und niedrigere Hof-
bebauung ergänzt. Private Grünflächen sind nur in geringem Maße
vorhanden und auch öffentliche Freiflächen sind begrenzt.
Ein hoher Anteil von Nutzungsmischung prägt diesen Typ und macht
ihn trotz hoher Dichte und wenig Freiraum zu lebenswerten und sehr
beliebten Quartieren. In geringem Umfang sind PKW-Stellplätze in
Innenhöfen und entlang der Straße zu finden, im Gegenzug ist die
Anbindung und Erreichbarkeit des öffentlichen Personennahver-
kehrs sehr gut.
Zieldichte > 1,5
43
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Apostelnviertel
Lage: Innenstadt
Quartiersdichte 2,62
WE/ha 108
Nutzungsmischung 63 %
Mittelalterliche Kernstadt
In der Mittelalterlichen Kernstadt wurde dicht und eng gebaut, aber
auch hier sind Gebäude mit mehr als sechs Geschossen selten. Die
hohe Quartiersdichte ist durch die fast flächendeckende Bebau-
ung der Blockinnenbereiche und teilweise sehr tiefe Gebäude mit
Gewerbenutzung zu begründen. Der sehr hohe Anteil an Nutzungs-
mischung dieser Siedlungstypologie bedingt, dass es kaum Wohn-
nutzungen gibt und so auch wenig urbanes Leben außerhalb der
Geschäftszeiten stattfindet.
Kleinere öffentliche Freiflächen und Spielplätze sind ab und zu und
meistens an Straßenkreuzungen zu finden. Für den ruhenden Ver-
kehr stehen zahlreiche Tief- und Parkgaragen zur Verfügung. Die An-
bindung und Erreichbarkeit des öffentlichen Personennahverkehrs
ist sehr gut.
Zieldichte > 1,5
1,2 1,5 3,0 0,0
44
Die Köln-DNA
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Ergänzend zu den je Gebäude- und Siedlungstypologie vorgestellten
Stadtausschnitten folgt eine Übersicht über weitere Analysen, um
das Spektrum der Gebäudetypologien und Dichten in Köln abzu-
runden.
0,8 1,2 1,5 3,0 0,0
Einfamilien- und Doppelhäuser
Lövenich
Lage: Äußere Stadt
Quartiersdichte 0,26
WE/ha 24
Nutzungsmischung 3 %
Zieldichte > 0,8
45
GS PublisherVersion 359.66.66.100
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Zieldichte > 1,2
Zieldichte > 0,8
1,2
1,2
1,5
1,5
3,0
3,0
0,0
0,0
Zeilenstrukturen
Ostheim
Lage: Äußere Stadt
Quartiersdichte 0,50
WE/ha 49
Nutzungsmischung 8 %
Wohnsiedlungen
Höhenberg
Lage: Innere Stadt
Quartiersdichte 0,59
WE/ha 59
Nutzungsmischung 7 %
46
Die Köln-DNA
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Zieldichte > 1,5
Zieldichte > 1,2
0,8 1,2
1,2
1,5
1,5
3,0
3,0
0,0
0,0
Mehrfamilienhaus Blockstrukturen
Klettenberg
Lage: Innere Stadt
Quartiersdichte 0,84
WE/ha 84
Nutzungsmischung 9 %
Mehrfamilienhaus Blockstrukturen
Griechenmarkt
Lage: Innenstadt
Quartiersdichte 1,60
WE/ha 89
Nutzungsmischung 44 %
GS PublisherVersion 359.66.66.100
47
GS PublisherVersion 359.66.66.100
GS PublisherVersion 359.66.66.100
Zieldichte > 1,5
Zieldichte > 1,5
0,8
0,8
1,2
1,2
1,5
1,5
3,0
3,0
0,0
0,0
Gründerzeitliche Kernstadt
Agnesviertel
Lage: Innenstadt
Quartiersdichte 1,87
WE/ha 159
Nutzungsmischung 24 %
Gründerzeitliche Kernstadt
Südstadt
Lage: Innenstadt
Quartiersdichte 1,93
WE/ha 153
Nutzungsmischung 28 %
48
Die Köln-DNA
Neben der Untersuchung der älteren Be-
standsquartiere ist auch eine Auseinan-
dersetzung mit neueren Kölner Quartiers-
entwicklungen wichtig. So entsteht ein
Gesamteindruck der Kölner Gebäude- und
Siedlungstypologien, in den Entwicklungen
unter aktuellen Rahmenbedingungen einbe-
zogen werden.
Die vier aktuellen Großprojekte Rondorf
Nord-West, Kreuzfeld, Parkstadt Süd und
Deutzer Hafen wurden im Hinblick auf ihre
Quartiersdichte, die sich aus den aktuellen
Planungsständen ergibt, genauer unter-
sucht. Die rechnerisch ermittelten Quar-
tiersdichten werden den empfohlenen
Zieldichten der Stadtstrategie „Kölner Per-
spektiven 2030+“ gegenübergestellt und
kurz eingeordnet.
Im Gegensatz zur Bestandsanalyse wur-
den hier keine Stadtausschnitte, sondern
die neuen Quartiersplanungen als Ganzes
betrachtet. Auf Grundlage der integrierten
Pläne und den dazugehörigen Kennwerten
konnten jeweils die Quartiersdichten er-
mittelt werden. Dafür musste zunächst die
Quartiersfläche (auch städtebaulicher Pe-
rimeter) bestimmt werden. Sie beinhaltet
neben dem Nettobauland auch die im Quar-
tier enthaltenen Verkehrs- und Freiflächen.
Damit entspricht die Quartiersfläche meis-
tens dem Bruttobauland. Darüber hinaus
werden die Bedarfe an Grün- und Spielflä-
chen gemäß Kooperativem Baulandmodell
zur Quartiersfläche hinzugerechnet, soweit
nicht im Quartier enthalten. Übergeordnete
Verkehrs-, Freiraum- und Grünstrukturen
wie beispielsweise die Grüngürtel sind nicht
teil der Quartiersfläche.
Grundsätzlich muss in jedem Projekt die
Quartiersdichte individuell ermittelt, im
jeweiligen Kontext betrachtet, eingeordnet
und im Planungsprozess abgewogen wer-
den (siehe auch Kapitel V).
Berechnung der Quartiersdichte (siehe auch
Glossar):
Quartiersdichte =
Geschossfläche (m²)
Quartiersfläche (m²)
Dichteanalyse aktueller Kölner
Großprojekte
* Im Bereich des neuen zentralen Versorgungs-
bereiches gilt die Zieldichte für die Innere Stadt > 1,2
** Im Bereich des neuen zentralen Versorgungs-
bereiches gilt die Zieldichte für die Innenstadt > 1,5
49
Kölner
Großprojekt
Quartiers-
dichte
Zieldichte der
Stadtstrategie
Einordnung
Rondorf
Nord-West
ca. 0,5 Äußere Stadt
> 0,8*
› Die Quartiersdichte der aktuellen
Planungen zu Ronndorf Nord-West
bleiben deutlich unter der Zieldichte
von > 0,8.
› Im Quartier werden auch Schulen
mitgeplant, die sich aus den Bedar-
fen der benachbarten Bestands-
quartiere ergeben.
› Die Planungen sehen einen ver-
hältnismäßig hohen Anteil an wenig
kompakten Gebäudetypologien vor,
die nicht durch kompaktere Typolo-
gien ausgeglichen werden.
› Viele klassische Erschließungsflä-
chen sind geplant, die teilweise nur
wenige Wohneinheiten erschließen.
Kreuzfeld ca. 1,1 Äußere Stadt
> 0,8*
› Mit den aktuellen Planungen für
Kreuzfeld wird die empfohlene Ziel-
dichte von > 0,8 erreicht.
› Die einzelnen Quartiersteile wer-
den von der Lage in der Landschaft
profitieren.
Parkstadt Süd ca. 1,3 Innere Stadt
> 1,2**
› Mit den aktuellen Planungen für die
Parkstadt Süd wie die empfohlene
Zieldichte von > 1,2 erreicht. Das
Quartier profitiert von der Lage am
erweiterten Inneren Grüngürtel als
übergeordnete Grünfläche
› Entsprechend variiert die GFZ
einzelner Baufelder zwischen 0,98
und 15.
Deutzer Hafen ca. 1,7 Innenstadt
> 1,5
› Die aktuellen Planungen für das
Quartier Deutzer Hafen erreichen
und übersteigen die Zieldichte
der Stadtstrategie von > 1,5. Das
Quartier profitiert von der Lage am
Wasser und den umliegenden Über-
schwemmungsgebieten als überge-
ordnete Grünflächen.
› Entsprechend hoch fällt die gemit-
telte GFZ mit 4,1 aus.
50
Die Köln-DNA
Die Analyse der vier Großprojekte sowie
weiterer aktueller Entwicklungen lässt fol-
gende Beobachtungen zu:
› Die aktuell erzielten Dichten in der Äuße-
ren Stadt liegen deutlich unter den Ziel-
dichten der Stadtstrategie.
› Höhere bauliche Dichten werden insbe-
sondere in der Äußeren Stadt durch einen
größeren Flächenverbrauch erreicht. Die
Entwicklung in die dritte Dimension /
Höhe, um Flächen wieder „freizuspielen” ,
ist wenig zu beobachten.
› Vorherrschende Typologien sind Reihen-
häuser und Mehrfamilienhäuser.
› Die Nutzungsmischung innerhalb von
Gebäuden beschränkt sich häufig auf die
Integration einer Kita oder von Laden-
und Gewerbeflächen in den Erdgeschos-
sen. Eine strukturierte Stapelung und
Mischung unterschiedlicher Nutzungen
oder nutzungsoffener Strukturen sind
wenig zu finden. Auch gemeinschaftliche
Nutzungen sind selten integriert.
› In der Inneren Stadt und Innenstadt ent-
stehen hingegen teilweise Quartiere mit
sehr hohen Dichten. Die zusätzliche Bau-
masse beinhaltet große Anteile an Nicht-
Wohnnutzungen.
Unter Berücksichtigung des Kooperativen
Baulandmodells ergibt sich für neue Bauvor-
haben eine maximale Dichte: Die Schaffung
neuer Wohnungen führt auch zu einem An-
stieg der Einwohner*innen, dadurch werden
beispielsweise zusätzliche Flächenbedarf an
Grünflächen ausgelöst. Die maximal erziel-
bare Dichte für Wohnquartiere tendiert so in
Köln gegen einen theoretischen Grenzwert.
Durch die Ergänzung von Mischnutzungen
kann die Baumasse bei gleichbleibenden
Freiflächenbedarfen erhöht werden.
51
Erkenntnisse aus der räumlichen Analyse
Die Analyse zeigt, dass jede der drei Dichte-
kategorien durch individuelle Herausfor-
derungen geprägt ist, die unterschiedliche
Strategien erfordern, um auf qualitätvolle
Weise erreicht zu werden.
Insbesondere bezogen auf Mobilität, Nut-
zungsmischung, Gebäudetypologien und
den Umgang mit den Folgen des Klima-
wandels unterscheiden sich die Heraus-
forderungen erheblich. Zukünftig sollte die
Äußere Stadt mehr wie die innerstädtischen
Quartiere funktionieren: Dichter, nutzungs-
gemischter, weniger abhängig vom privaten
PKW und mit höherwertigen Freiräumen
ausgestattet. Die Innere Stadt und insbe-
sondere die Innenstadt müssen hingegen
grüner und lebenswerter werden.
Äußere Stadt, Innere Stadt und Innenstadt
treten damit nicht in eine neue Konkurrenz.
Es geht darum, zu verstehen, dass sich
Effekte gegenseitig positiv verstärken.
Die Realisierung des Prinzips der Stadt der
kurzen Wege in der Äußeren Stadt ist der
Schlüssel zur Mobilitätswende. Dadurch
kann langfristig das Verkehrsaufkommen
in der gesamten Stadt reduziert und somit
auch der Druck auf die innerstädtischen
Quartiere genommen werden. So entstehen
in der Inneren Stadt und Innenstadt Poten-
tiale zum Umbau von lebenswerten Frei-
und Straßenräume.
Die hierfür nötige Nutzungsmischung inner-
halb der Quartiere der Äußeren Stadt bildet
keine Konkurrenz zu den Einzelhandels-
flächen der Innenstadt. Vielmehr bedeutet
sie eine Abkehr von den autozentrierten
Shoppingcentern am Stadtrand und stärkt
letztlich somit die Innenstadt als Ort des
Einkaufens und der Freizeitgestaltung.
Nur wenn mit höheren Dichten auch ein
messbarer Zugewinn an sozialer und Ver-
sorgungsinfrastruktur einhergeht, kann mit
Akzeptanz gerechnet werden.
Mobilitätswende und Nutzungsmischung
sind auch Voraussetzung für Klimaschutz
und eine erfolgreiche Anpassung an den
Klimawandel. Denn hierfür werden in allen
Teilen der Stadt zusätzliche Flächen be-
nötigt, beispielsweise Flächen für die grün-
blaue Infrastruktur und kompaktere Typo-
logien.
Die Zieldichten der Stadtstrategie und die
damit verbundenen Ansprüche an eine
qualitätvolle Dichte können nicht auf dem
Maßstab des einzelnen Gebäudes realisiert
werden. Vielmehr ist die Betrachtung des
Quartiers als Ganzes dafür notwendig.
52
Die Köln-DNA
› Im Bestand liegen die Dichtewerte teils
deutlich unter dem Zielwert der Stadt-
strategie, die für die Äußere Stadt eine
Quartiersdichte von mindestens 0,8
vorsieht. Um die baulichen Dichten in der
Äußeren Stadt zu erhöhen, ist bei der Ent-
wicklung neuer Quartiere ein wesentlich
höherer Anteil an Mehrfamilienhäusern
im Geschosswohnungsbau erforderlich.
Die Entwurfsherausforderung liegt hier
in der Kombination von klassischen Ge-
bäudetypologien der Äußeren Stadt, wie
Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern,
mit deutlich dichteren Typologien. Die
Integration dichterer Typologien erfordert
besondere architektonische und entwurf-
liche Qualitäten. Wichtig erscheint aus
städtebaulicher Sicht eine harmonische,
quartiersbezogene Abstimmung unter-
schiedlicher Gebäudestrukturen und
-dichten im Sinne eines Gesamtgefüges.
Hochpunkte dürfen nicht störend als
„Ausreißer“ wahrgenommen werden.
› Der Anteil an Nicht-Wohnnutzungen ist in
der Äußeren Stadt sehr gering. Mindes-
tens 15 % Nutzungsmischung sollten hier
bei neuen Entwicklungen angestrebt wer-
den, um dem Prinzip der Stadt der kurzen
Wege gerecht zu werden und Urbanität –
als Voraussetzung für die Akzeptanz
höherer Dichten – entstehen zu lassen.
Die Entwicklung von nutzungsoffenen
Gebäuden oder Räumen, die sowohl
gewerblich als auch zum Wohnen genutzt
werden können, sind ein Ansatz, um wirt-
schaftliche Vorbehalte auszuräumen.
› In den Quartieren der Äußeren Stadt
haben private PKW einen hohen Flächen-
bedarf und mindern häufig die Freiraum-
und Aufenthaltsqualitäten. Um die Ab-
hängigkeit vom privaten PKW weiter zu
reduzieren, ist der Anschluss an den öf-
fentlichen Personennahverkehr Vorraus-
setzung. Sharingbasierte Mobilitätsstra-
tegien in neuen Entwicklungsgebieten
können unterstützend integriert werden.
› In den Freiräumen der Äußeren Stadt
überlagern sich die Belange von Infra-
struktur, Ökologie, Erholung und Mobilität
zu dem komplexen Gebilde des städti-
schen Raumes. Die Herausforderungen
liegen darin, diese Belange in qualitätvoll
ausgestalteten Freiräumen unterzubrin-
gen und dabei möglichst wenige Flächen
zu versiegeln. Dies kann beispielsweise
durch die Entwicklung von neuen quali-
tätvollen öffentlichen Erschließungs-
räumen und multifunktionalen Flächen
abseits der klassischen Straße gelingen.
› Die Folgen des Klimawandels erfordern
Anpassungen im Umgang mit Grünstruk-
turen. Die Kühlungsmöglichkeiten durch
Grün und Verschattung müssen ausge-
baut werden. Dach- und Fassadenflächen
müssen, auch in Kombination mit Photo-
voltaik, begrünt werden. Niederschlags-
wasser sollte versickert, gesammelt
und so verantwortungsbewusst genutzt
werden.
Äußere Stadt
53
Übersichtskarte Dichtekategorie
Äußere Stadt
Zieldichte für die Äußere Stadt:
Quartiersdichte höher als 0,8
54
Die Köln-DNA
› In den Bestandsquartieren der Inneren
Stadt sowie den ausgewählten Versor-
gungszentren der Äußeren Stadt wird die
Zieldichte der Stadtstrategie (Quartiers-
dichte höher als 1,2) meist nicht erreicht.
Bei neueren Entwicklungen, insbesonde-
re in der Nähe der belebten Ausfallstraßen
und zentralen Versorgungsbereiche, ist
jedoch eine Tendenz zu dichteren Quar-
tieren erkennbar. Die Entwurfsheraus-
forderungen liegen gleichermaßen in der
Erhöhung sowie der qualitätvollen Ausge-
staltung der baulichen Dichte.
› Für die Innere Stadt ist ein Nicht-Wohn-
anteil von mindestens 25% der Ge-
schossfläche anzustreben. Vertikale Nut-
zungsmischung (Stapelung) zum Beispiel
von Wohnen und Gewerbe kann hier be-
sonders helfen. Innerhalb von Gebäuden
können zudem Gemeinschaftsräume und
flexibel nutzbare Zimmer einen positiven
Effekt auf das Miteinander haben. Auf
Quartiersebene können diese Funktionen
durch Gemeinschaftsgärten und -werk-
stätten ergänzt werden, insbesondere
in Situationen, in denen sich die Erdge-
schosse nur noch bedingt zum Wohnen
eignen. Im Idealfall sind auch öffentliche
Funktionen wie Schulen und Kitas sowie
Pflegeangebote und Begegnungsorte
keine eigenständigen Gebäude mehr,
sondern Nutzungseinheiten in kompakten
und gemischten Blöcken und Strukturen.
› In der Inneren Stadt besteht überwiegend
eine gute bis sehr gute Anbindung an den
öffentlichen Personennahverkehr. Sha-
ring- und Mobilitätsstrategien sollten das
Angebot ergänzen und Anreize schaffen,
vollständig auf ein privates Kraftfahrzeug
zu verzichten.
› Durch minimierte Abstandsflächen zwi-
schen Gebäuden, die sich gegenseitig
auch substantiell verschatten, werden im
Sommer Temperaturspitzen abgedämpft.
Ergänzt werden muss diese Strategie
durch einen die Kaltluftströme begünsti-
genden Städtebau sowie klimaangepass-
te Grün- und Freiflächen. Neben einer ex-
tensiven Dachnutzung durch Begrünung,
auch in Kombination mit Photovoltaik,
wird die intensive Dachflächennutzung
als gemeinschaftliche oder private Frei-
räume in der Inneren Stadt zunehmend
wichtig. Darüber hinaus ist auch ein
verantwortungsbewusster Umgang mit
Niederschlagswasser mitzudenken.
› Bei aktuellen Neubauprojekten werden
zunehmend sowohl Grün- und Spiel-
flächen als auch die Erschließung über
private Frei- und Erschließungsräume
nachgewiesen, obwohl es sich hierbei um
öffentliche Funktionen handelt. Durch die
Entwicklung von neuen öffentlichen mul-
ticodierten Raumtypologien können neue
Freiraumqualitäten mit Erschließungs-
funktion entstehen.
Innere Stadt und ausgewählte Versorgungszentren der Äußeren Stadt
55
Übersichtskarte Dichtekategorie
Innere Stadt
Zieldichte für die Innere Stadt und ausge-
wählte Versorgungszentren der Äußeren
Stadt: Quartiersdichte höher als 1,2
56
Die Köln-DNA
› In den Bestandsquartieren der Innenstadt
sowie den ausgewählten Versorgungs-
zentren der Inneren Stadt wird die Ziel-
dichte der Stadtstrategie von mindestens
1,5 (Quartiersdichte) meist erreicht. Eine
hohe bis sehr hohe Ausnutzung der vor-
handenen Flächen ist auch bei neueren
Entwicklungen gegeben. Die größte Ent-
wurfsherausforderung in der Innenstadt
besteht darin, eine qualitätvolle Dichte
sicherzustellen.
› Für die Innenstadt ist minimal ein Nicht-
Wohnanteil von 35 % der Geschossfläche
anzustreben. Nur bei einer starken Nut-
zungsmischung können städtebaulich
und räumlich gute Quartiere entwickelt
werden. Mehrgeschossige Sockelzonen
sind generell weniger zum Wohnen geeig-
net und Grün- und Freiflächennachweise
werden mit steigender Dichte immer
schwieriger. Die Transformation des Ein-
zelhandels führt zu einem sinkenden Be-
darf an großen Einzelhandelsflächen für
zentrumsrelevante Sortimente. Die ver-
tikale Nutzungsmischung und Stapelung
von öffentlichen Einrichtungen (Bildung,
Spiel- und Sportflächen) wird zum zent-
ralen Baustein für die Nutzungsmischung
der Innenstadt. Die Nutzung der Dachflä-
chen für Schulhöfe, Kitafreiflächen, pri-
vate Gärten oder öffentlich zugängliche
Dachterrassen wird immer wichtiger.
› Die Qualität des öffentlichen Raums ist
von zentraler Bedeutung. Die sehr gute
ÖPNV-Anbindung ermöglicht die um-
fassende Verlagerung von Stellplätzen an
zentrale Sammelpunkte im Tiefgeschoss
oder in Quartiersgaragen. Qualitätvolle
Grün- und Freiräume können dadurch auf
nicht mehr benötigten Verkehrsflächen
realisiert werden.
› Die Grünversorgung muss in der Innen-
stadt zusehends auch in die Vertikale
gedacht werden. Die gegenseitige Ver-
schattung von Gebäuden, unter Berück-
sichtigung einer ausreichenden Belich-
tung, kann besonders in der Innenstadt
Temperaturspitzen abdämpfen. Ergänzt
werden muss diese Strategie durch
klimaangepasste Grün- und Freiflächen
sowie mit einem nutzungsorientieren Um-
gang mit Niederschlagswasser.
› Eine Entwicklung in die Höhe kann zur
Steigerung der Quartiersdichten beitra-
gen, muss aber mit einer qualitätvollen
Ausgestaltung der Dichte einhergehen.
Zudem greift in diesem Zusammenhang
das Höhenkonzept der Stadt Köln und
Hochpunkte können nur außerhalb des
Geltungsbereiches berücksichtigt wer-
den.
Innenstadt und ausgewählte Versorgungszentren der Inneren Stadt
57
Übersichtskarte Dichtekategorie
Innenstadt
Zieldichte für die Innenstadt und ausge-
wählte Versorgungszentren der inneren
Stadt: Quartiersdichte höher als 1,5
58
59
Kapitel III
11 Strategien für
qualitätvolle Dichte
Aus den Erkenntnissen der Analyse und den ausgewerteten Best-
Practice-Projekten wurden Strategien für eine qualitätvolle Dichte
abgeleitet. Diese Strategien beschreiben einzelne Stellschrauben,
die eine kompakte Bauweise und gleichzeitig lebenswerte Quartiere
fördern.
Die insgesamt 11 Strategien für qualitätvolle Dichte gruppieren sich
zu vier Themenschwerpunkten: Vertikale Dichte, Horizontale Dichte,
Grüne Vielfalt und Nutzungsvielfalt.
Die Strategien werden in den Quartierstypologien konkret angewen-
det und dort individuellen kombiniert und verschnitten.
60
11 Strategien für qualitätvolle Dichte
Horizontale Dichte
Die Strategien der „Horizontalen Dichte“ beschreiben Ansätze zur
horizontalen Ausdehnung der Baumasse und zur Setzung der
Volumen und Gebäude zueinander.
11 Strategien für qualitätvolle Dichte
Vertikale Dichte
Die unter „Vertikale Dichte” aufgezeigten Strategien beschäftigen
sich mit der Höhenentwicklung der Gebäude und deren Zusammen-
spiel. Die Kombination verschiedener Gebäudetypologien mit unter-
schiedlicher Höhe ermöglicht die Erhöhung der baulichen Dichte,
gegebenenfalls auch nur punktuell, aber mit Auswirkung auf das
ganze Entwicklungsgebiet.
Klein und Groß Maßstabshybrid Lageorientierte
Entwicklung
Tiefe Gebäude Überlagernde
Abstandsflächen
61
Nutzungsvielfalt
Die „Nutzungsvielfalt” trägt indirekt zu einer höheren Dichte bei, da
durch Nutzungsmischung andere Gebäudetypologien und -tiefen
möglich werden. Ebenfalls lösen Nicht-Wohnnutzungen (nach dem
KoopBLM) keine weiteren Flächenbedarfe für Grün- und Spielflä-
chen aus. Vielfältige Nutzungsangebote und geteilte Infrastrukturen
steigern zudem die Qualität eines Viertels maßgeblich und helfen
so, dichte Quartiere lebenswert zu gestalten. Zusätzlich hat die
Nutzungsmischung einen positiven Effekt auf die Tragfähigkeit von
Infrastruktur und Erschließung.
Grüne Vielfalt
Die Strategien der „Grünen Vielfalt” erhöhen die Dichte nicht direkt
durch mehr Baumasse, sondern beeinflussen sie durch alternative
Möglichkeiten der Erschließung, Freiraumgestaltung und des Grün-
nachweises.
Nutzbare
Dachflächen
Grüne
Erschließung
Multifunktionale
Freiräume
Nutzungsmischung
und Nutzungs-
offenheit
Stadt stapeln Infrastrukturen teilen
62
11 Strategien für qualitätvolle Dichte
Vertikale Dichte
Klein und Groß
› Hochpunkte als
Dichteausgleich für
kleinmaßstäblichere
Gebäudetypologien
› Unterschiedliche
Zielgruppen und
Wohnwünsche an
einem Ort
› Identitäts- und
Zentrumsbildung
Maßstabshybrid
› Gebäude mit
unterschiedlichen Höhen
und Maßstäben
› Starker Bezug zum
öffentlichen oder
gemeinschaftlichen
Freiraum
› Verbindendes Glied in
heterogenem Umfeld
› Urbanitäts- und
Identitätsbildung
Lageorientierte Entwicklung
› Höhere Dichten an
öffentlichen Freiräumen
› Gezielte Nutzung von
Übergänge zur Landschaft
› Besondere Potentiale an
Wasserflächen
Herstructurering Groeseind,
Tilburg, De Zwarte Hond
© Janssen-de-Jong
MO*TOWN track 8 –
Kavel O Sloterdijk, Amsterdam,
De Zwarte Hond
Renderings: plomp
Pandion Le Grand, Düsseldorf,
HPP Architekten
© PANDION AG / Simon Büttner
63
Horizontale Dichte
Tiefe Gebäude
› Förderung innovativer
Grundrisse und alter-
nativer Wohnkonzepte
› Optimierung des
Fassaden-zu-
Volumen-Verhältnisses
(Wirtschaftlichkeit,
Energieeffizienz)
Überlagernde Abstands-
flächen
› Flächenersparnis durch
Überlagerung von
Abstandsflächen
› Vorbeugung von Über-
hitzung durch Verschattung
› Große Frei- oder Wasser-
fläche als Dichteausgleich
Hunziker Areal Zürich, Duplex
Architekten
© Johannes Marburg
Little C Coolhaven, Rotterdam,
CULD
© Ossip van Duivenbode,
Rene de Wit und Martin Bekker
64
11 Strategien für qualitätvolle Dichte
Grüne Vielfalt
Nutzbare Dachflächen
› Intensivere Nutzung
von Dachflächen
› Alternative zu Privat-
gärten
› Beitrag zur Klima-
anpassung
› Zusätzliche
Retentionsvolumen
Grüne Erschließung
› Einsparung von Flächen
durch Überlagerung der
Erschließungsfunktion
mit grüner Aufenthalts-
qualität
› Beitrag zur Vermeidung
von Hitzeinseln
› Zusätzliche Retentions-
flächen und erdgebun-
dene Bepflanzungen
(großkronige Bäume)
Multifunktionale Freiräume
› Multifunktionale Nutzung
von Freiräume innerhalb
und außerhalb des
Projektgebietes
› Entwicklung von qualitativ
hochwertigen Freiräumen
wagnis4, München,
FreiRaumArchitekten
© Bernhard Rohnke
Grünnmatt, Zürich, GraberPulver
© Philip Heckhausen
Park am Gleisdreieck, Berlin,
Atelier Loidl
© Julien Lanoo
65
Nutzungsvielfalt
Nutzungsmischung und
Nutzungsoffenheit
› Flexibilität und nieder-
schwellige Integration von
Nicht-Wohnnutzungen
in Wohngebäuden
(z. B. ein gemeinsames
Arbeitszimmer)
› Integration von gewerb-
lichen Nutzungen
(Erdgeschosszonen)
Stadt stapeln
› Stapelung von Wohnen,
öffentlichen und sozialen
Nutzungen (z. B. Kitas,
Schulen, Pflege, Sport,
Gemeindezentren,
Jugendeinrichtungen,
Begegnungsorte) sowie
produktivem Gewerbe
Infrastrukturen teilen
› Flächenersparnis
durch Sharing
› Minimierung privater
Wohnflächen
› Stärkung der Nachbar-
schaft
(N)ouverture van Twentse Schouw-
burg, Enschede, De Zwarte Hond
© René Post
Pasteurstraße „pa1925“ , Berlin,
zanderrotharchitekten
© Simon Menges
Hunziker Areal Zürich, Duplex
Architekten
© Johannes Marburg
66
67
Kapitel IV
6 Quartierstypologien
für Köln
Die Quartierstypologien bilden den Kern des Köln-Kataloges. Sie
wurden aus den Erkenntnissen der Analyse, den Best-Practice-
Projekten sowie den „11 Strategien für qualitätvolle Dichte“ als
Prototypen für neue Kölner Quartiere entwickelt. Es wird dargestellt,
wie kompakte, nachhaltige und lebendige Quartiere für die drei Ziel-
dichten der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ idealerweise
aussehen können.
68
6 Quartierstypologien für Köln
6 Quartierstypologien als Prototypen
Dem räumlichen Fokus des Köln-Kataloges gemäß werden drei
städtebauliche Quartierstypologien für die Äußere Stadt, zwei für die
Innere Stadt und eine für die Innenstadt aufgezeigt. Die Quartiersty-
pologien für die Innere Stadt und die Innenstadt können jeweils auch
für die ausgewählten Versorgungsbereiche der Äußeren Stadt bezie-
hungsweise Inneren Stadt angewandt werden. Durch eine gezielte
Auswahl und Kombination von Gebäudetypologien entstehen Proto-
typen für Quartiere, die den Zieldichten der Stadtstrategie „Kölner
Perspektiven 2030+“ entsprechen.
Jede der Quartierstypologien wird dabei auf vier Doppelseiten an-
hand folgender Elemente vorgestellt und erläutert:
Radar-Diagramm
In einem Radar-Diagramm sind alle Strategien für qualitätvolle
Dichte aufgeführt. Durch einen entsprechenden Ausschlag des Dia-
gramms wird dargestellt, welche Strategien in der jeweiligen Quar-
tierstypologie Anwendung finden. Für jede Quartierstypologie wurde
eine individuelle Zusammenstellung an Strategien verwendet. Idea-
lerweise gibt es immer mindestens einen Ausschlag zu jedem der
vier Themenschwerpunkte.
Darstellung der Quartierstypologie
In einer isometrischen Darstellung wird die jeweilige Quartierstypo-
logie als Prototyp abgebildet. Sie wird zunächst kontextlos und als
Ausschnitt eines Quartiers dargestellt, um das Prinzip und die Wir-
kungsweise zu veranschaulichen. Die angewandten Strategien für
qualitätvolle Dichte sind farbig hervorgehoben.
Referenzprojekte
Die Funktionsweise der Quartierstypologie wird an zwei Referenzen
realisierter Projekte in Europa veranschaulicht. Die Projekte können
dabei nicht alle Aspekte der Quartierstypologien aufzeigen, ebenso
erfüllen sie nicht die in Köln geltenden Anforderungen an z. B. das
KoopBLM. Bei den angegebenen Werten für die Quartiersdichte und
Wohneinheiten pro Hektar handelt es sich um Annäherungs werte.
69
Übersichtskarte Dichtekategorien
Empfehlungen für Zieldichten
Äußere Stadt,
Quartiersdichte höher als 0,8
Innere Stadt und ausgewählte
Versorgungszentren der Äußeren Stadt,
Quartiersdichte höher als 1,2
Innenstadt und ausgewählte
Versorgungszentren der Inneren Stadt,
Quartiersdichte höher als 1,5
Anwendungsbeispiel
Auf einer möglichen Kölner Entwicklungsfläche wird der Prototyp der
Quartierstypologie in den Entwurf eines Quartiers überführt. Dieses
Anwendungsbeispiel dient jeweils der Überprüfung und Veranschau-
lichung der Quartierstypologie in einem konkreten Kontext. Das
Anwendungsbeispiel berücksichtigt die ausgewählten Strategien,
die wesentlichen Potenziale und Restriktionen der Fläche sowie das
Kooperative Baulandmodell hinsichtlich des Grün- und Spielflächen-
bedarfs. Die konsequente Anwendung der Grundidee für die Quar-
tierstypologie steht hier im Vordergrund, daher ist das Anwendungs-
beispiel nicht als fertig abgestimmter und konkreter Entwurf für den
entsprechenden Ort zu verstehen. Der Berechnungsperimeter zur
Ermittlung der Quartiersdichte wurde jeweils bis zur Straßenmitte
der angrenzenden Erschließungswege gewählt.
70
6 Quartierstypologien für Köln
Gruppen bilden
Blöcke ausdifferenzieren
Vertikale entwickeln
Straße
Quartierstypologien für die Dichtekategorie Äußere Stadt
Quartierstypologien für die Dichtekategorie Innere Stadt*
Quartierstypologien für die Dichtekategorie Innenstadt*
Systematische Übersicht der Quartierstypologien
Ziel: Quartiersdichte höher als 0,8
Ziel: Quartiersdichte höher als 1,2
Ziel: Quartiersdichte höher als 1,5
71
Kontraste suchen
Raumfolgen setzen
Baufelder durchmischen
Fläche
Eine räumliche Kategorisierung der Quartierstypologien erfolgt an-
hand unterschiedlicher Ansätze für die Art und Ausgestaltung des
öffentlichen Raums: „Straße” und „Fläche” . Das Prinzip der Erschlie-
ßung über die Straße bietet dabei den Vorteil, dass Bestands- und
Neubaustrukturen leicht miteinander verknüpft werden können.
Durch das Prinzip der flächigen Erschließung ist das Potenzial für
eine konsequente Umorganisation der Mobilität immanent. Freiwer-
dende Verkehrsflächen kommen der Gemeinschaft zu gute.
* Dazu gehören jeweils auch ausgewählte Versorgungszentren der Äußeren Stadt
beziehungsweise Inneren Stadt.
72
6 Quartierstypologien für Köln
Die Quartierstypologie 1 „Gruppen bilden“
basiert auf einem heterogenen Neben-
einander verschiedener Gebäudetypen in
„sortenreinen“ Baufeldern: von klassischen
Gebäudetypologien der Äußeren Stadt, wie
Reihen- und freistehenden Mehrfamilien-
häusern über dichtere Typen, wie gestapelte
Reihenhäuser und größere Gebäudestruk-
turen mit tiefen Gebäudegrundrissen und
intensiv genutzten Dachflächen.
› Groß und Klein
› Maßstabshybrid
› Lageorientierte
Entwicklung
› Nutzbare Dachflächen
› Grüne Erschließung
› Multifunktionale
Freiräume
› Nutzungsmischung
und Nutzungsoffenheit
› Stadt stapeln
› Infrastrukturelles Teilen
› Überlagernde Abstands-
flächen
› Tiefe Gebäude
Vertikale Dichte
Horizontale Dichte
Grüne Vielfalt
Nutzungsvielfalt
Typologie 1 – Gruppen bilden
Eine Quartierstypologie für die Äußere Stadt
Durch die Gruppierung der Gebäude kann
differenziert auf die Umgebung mit den Be-
standsbebauungen eingegangen werden.
Außerdem öffnet die Vielfalt das Quartier für
viele Nutzer*innengruppen bei Erhalt einer
„engen” Nachbarschaft innerhalb der Bau-
felder.
73
Quartierstypologie 1 – Gruppen bilden
Die Fortführung des klassischen Straßen-
prinzips ermöglicht eine einfache Anbin-
dung des neuen Quartiers an den Bestand.
Jedes Baufeld hat seine eigene, für die Ge-
bäudetypologie angemessene, Lösung für
den ruhenden Verkehr.
Nicht-Wohnnutzungen können individuell
in die jeweiligen Gebäudetypologien integ-
riert werden. Zusätzlich können miteinander
teilbare Infrastrukturen auf den jeweiligen
Baufeldern organisiert werden.
Plätze und Parks vermitteln zwischen den
Gebäudetypologien und sorgen für eine
ausreichende Versorgung mit Freiflächen.
Dachflächen werden in Abhängigkeit der
Gebäudetypologie intensiv als Gärten, als
Retentionsflächen oder zur Energiegewin-
nung genutzt.
74
6 Quartierstypologien für Köln
Referenzprojekte
Villa Industria in Hilversum (NL)
Mecanoo
1,28 Quartiersdichte
62 WE/ha
Der Masterplan sieht eine Nach-
barschaft mit Einfamilien-, Rei-
hen- und Mehrfamilienhäusern
sowie kleinen Gewerbe- und
Sporteinrichtungen vor. Im öf-
fentliche Raum haben Fuß- und
Radverkehr vorrang. PKW-Stell-
plätze werden in Parkdecks
untergebracht, sodass mehr
Raum für öffentliche Grünflä-
chen zur Verfügung steht.
© Mecanoo
© OpenStreetMap contributors
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
75
Spoorzone Brinklaan in
Bussum (NL)
LEVS architecten
0,7 Quartiersdichte
54 WE/ha
Das Projekt mit Wohn- und
einem Bürogebäude ist auf
einem öffentlich durchwegten
Grundstück in dörflichem Kon-
text situiert. Gebäude dienen als
Schallpuffer zu einer Bahntrasse.
Eine abwechslungsreiche Woh-
nungs- und Nutzungsmischung
öffnet das Quartier für viele Be-
wohner*innengruppen. Der MIV
ist in einer Tiefgarage unter dem
gesamten Quartier gebündelt.
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
© LEVS architecten
© OpenStreetMap contributors
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0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
76
6 Quartierstypologien für Köln
Die betrachtete Entwicklungsfläche in Meschenich im Stadtbezirk
Rodenkirchen umfasst eine Fläche von ca. 7,1 Hektar und befindet
sich in einem dörflich geprägten Kontext, der im Kontrast zur be-
nachbarten Großwohnsiedlung „Auf dem Kölnberg“ steht. Die nörd-
lich angrenzenden Ackerflächen sind im Regionalplan als Siedlungs-
flächen ausgewiesen.
Meschenich soll perspektivisch an das Stadtbahnnetz angeschlos-
sen werden. Ein neuer Haltepunkt entsteht dann in direkter Nach-
barschaft zu der Entwicklungsfläche. Derzeit bestehen Busver-
bindungen zum Bahnhof Hürth Kalscheuren und Richtung Kölner
Hauptbahnhof.
Anwendung Typologie 1 – Gruppen bilden
Meschenich, Stadtbezirk Rodenkirchen
7,1 ha Entwicklungsfläche
Ziel: Quartiersdichte höher 0,8
Verortung Entwicklungs-
fläche: Äußere Stadt
77
Ausgangssituation Entwicklungsfläche Meschenich
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
Die Wohnbebauung im direkten Umfeld besteht auf der einen Seite
aus Einfamilienhäusern, auf der anderen Seite aus dem Großwohn-
siedlungskomplex „Auf dem Kölnberg“ .
In unmittelbarer Nähe, an der Brühler Landstraße, befindet sich ein
Discounter. Das Umfeld bietet noch Potential für eine Stärkung des
Nahversorgungszentrums.
Grün- und Sportflächen sind im Süden bereits vorhanden und sollten
angebunden und weiterausgebaut werden.
78
6 Quartierstypologien für Köln
Die Grundstruktur des Anwendungsbeispiels entwickelt sich aus
Anschlusspunkten und Gegebenheiten in der Umgebung. Bestehen-
de Straßen und Verbindungen werden, wo möglich, weitergeführt.
Jedes der Baufelder zeigt eine andere Gebäudetypologie, die sich an
der Landschaft oder dem Bestand orientiert. Einfamilienhaustypo-
logien in Form von Reihenhäusern finden genauso Anwendung wie
vielgeschossige Hybridgebäude, die Wohn- und Nicht-Wohnnutzun-
tiefe Gebäude
als Hochpunkt zu
öffentlicher Fläche
Vernetzung über
Grünstrukturen
und Wege
Grünflächen auf
Dachflächen
Nutzungsmischung im
Erdgeschoss zur Stärkung des
Nahversorgungszentrums
Anwendungsbeispiel Meschenich
Maßstabshybrid
vermittelt zwischen
Bestand und Neubau
Anknüpfungspunkte
für zukünftige
Entwicklungen
79
bebaute
Flächen
23%
Grün- und
Spielflächen
21%
Erschließungs-
und
Platzflächen
42%
Öffentliche
Flächen
14%
0,8
1,50 63
Kennwerte Anwendungsbeispiel Meschenich
Zieldichte > 0,8
14 % Nutzungsmischung
Entwicklungsfläche in ha 7,1
Wohneinheiten je ha / insg. 86 / 608
GFZ
Quartiersdichte
gen kombinieren. Die baufeldorientierte Strukturierung bildet einen
klar definierten Übergang zur Landschaft, ermöglicht aber gleichzei-
tig eine spätere Entwicklung der angrenzenden Flächen
Die bestehenden Freiraumstrukturen werden aufgenommen und
erweitert. Im Norden kommen neue Grünflächen hinzu, die im Zuge
einer späteren Weiterentwicklung weitergeführt werden können.
Flächenanteile
80
6 Quartierstypologien für Köln
Diese Quartierstypologie zeichnet sich
durch einen starken Kontrast zweier Gebäu-
detypologien aus: Niedrige Reihenhäuser in
Kombination mit größeren Quartiersgaragen
oder großen und höheren, gemischt genutz-
ten Mehrfamilienwohnhäusern.
Der motorisierte Individualverkehr wird in
zentralen Quartiersgaragen an den Quar-
tierseingängen gebündelt, sodass die Ver-
› Groß und Klein
› Maßstabshybrid
› Lageorientierte
Entwicklung
› Nutzbare Dachflächen
› Grüne Erschließung
› Multifunktionale
Freiräume
› Nutzungsmischung
und Nutzungsoffenheit
› Stadt stapeln
› Infrastrukturelles Teilen
› Überlagernde Abstands-
flächen
› Tiefe Gebäude
Vertikale Dichte
Horizontale Dichte
Grüne Vielfalt
Nutzungsvielfalt
Typologie 2 – Kontraste suchen
Eine Quartierstypologie für die Äußere Stadt
kehrsflächen dem Fuß- und Radverkehr
vorbehalten sind und sich somit zusätzliche
Freiraumqualitäten entwickeln können.
Die Quartiersgaragen als Solitäre stapeln
Funktionen der Infrastruktur (Quartiersga-
ragen, Mobility Hubs), der Versorgung (Nah-
versorger, Drogerie, etc.), soziale Funktionen
(Schule, Kita, Pflege, Begegnungsorte, etc.)
und in untergeordnetem Maße auch Wohnen.
81
Abbildung: Quartierstypologie 2 – Kontraste suchen
Hier finden sich auch gemeinschaftliche
nutzbare Angebote für das ganze Quartier.
So entstehen urbane Ort mit angemesse-
ner Dicht und guter Nutzungsmischung, die
dem Prinzip der „Stadt der kurze Wege“ ent-
sprechen.
Die „Grüne Erschließung“ führt zu großen
zusammenhängenden Grün- und Freiflä-
chen, die auch infrastrukturelle Funktionen
für Rettungs-, Ver- und Entsorgungsfahrzeu-
ge übernehmen. Vorrangig dienen sie jedoch
der Retention, Erholung und Begegnung.
Dieser hohe Grad an grünen Erschließungs-
flächen führt zu einem geringen Grad an
Versiegelung. Die Dachflächen der Reihen-
häuser dienen der Energiegewinnung. Die
Nutzung der Dachflächen der Solitäre ergibt
sich aus der Nutzungsmischung des Gebäu-
des.
82
6 Quartierstypologien für Köln
Referenzprojekte
Sonnenschiff und Solar-
siedlung in Freiburg (DE)
Rolf Disch SolarArchitektur
0,95 Quartiersdichte
113 WE/ha
Die autofreie Solarsiedlung be-
steht aus fünf Reihenhauszeilen
in Holzbauweise und Passiv-
hausstandard. Straßenbeglei-
tend übernimmt das Solarschiff
mit Gewerbe- und Büroflächen
die verdichtende Funktion.
Auf dessen Dach sind weitere
Reihenhäuser untergebracht.
Die gesamte Dachfläche ist mit
Photovoltaik belegt.
© Rolf Disch SolarArchitektur
© OpenStreetMap contributors
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0 10 20 50 200
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100 500
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1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
83
Borneo Sporenburg in
Amsterdam (NL)
West 8
1,1 Quartiersdichte
117 WE/ha
Zwei Halbinseln werden durch
schmale Straßen erschlossen
und durch lange Zeilen von inno-
vativen und vielfältigen dreige-
schossigen Patiohäusern ge-
prägt. Unterbrochen durch drei
Mehrfamilienhausblöcke, wel-
che die bauliche Dichte heben
und dem Ort einen besonderen
Charakter verleihen. Auf der
Nordinsel gibt es einen Park, der
sich in die städtebauliche Form
schneidet.
© Jeroen Musch
© Jeroen Musch
© West 8
© OpenStreetMap contributors
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1:5000
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1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
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1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
84
6 Quartierstypologien für Köln
Die betrachtete Entwicklungsfläche in Esch / Auweiler im Stadtbe-
zirk Chorweiler umfasst eine Fläche von ca. 12,8 Hektar und befindet
sich in einem dörflichen Kontext.
Die nächstgelegenen SPNV-Verbindungen befinden sich ca. 5 km
entfernt in Longerich oder Pulheim. Entlang der Auweilerstraße, etwa
500 m von der Entwicklungsfläche entfernt, verkehren Busverbin-
dungen.
Die Wohnbebauung im direkten Umfeld besteht in weiten Teilen aus
Einfamilien- und Reihenhäusern. Im Dorfzentrum sind identitätsstif-
tende Gehöfte zu finden.
Anwendung Typologie 2 – Kontraste suchen
Esch / Auweiler, Stadtbezirk Chorweiler
12,8 ha Entwicklungsfläche
Ziel: Quartiersdichte höher 0,8
Verortung Entwicklungs-
fläche: Äußere Stadt
85
Abbildung: Ausgangssituation Entwicklungsfläche Esch / Auweiler
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0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
Kleinere Einzelhandelsangebote und Gastronomie sichern eine mi-
nimale Grundversorgung im Dorf. In Esch und Pesch ist ein breiteres
Angebot vorhanden.
Der Platz in der Dorfmitte und mehrere Spielplätze bieten Flächen
zur Begegnung und Erholung, der Escher See und der Pescher See
sind in wenigen Minuten zu erreichen.
86
6 Quartierstypologien für Köln
Das Anwendungsbeispiel spielt mit dem Kontrast zwischen ortstypi-
schen Reihenhaustypologien und Solitären mit großem Gebäudevo-
lumen, die als Verdichter fungieren. In diesen wird der MIV an zentra-
len Stellen gebündelt, das Quartier bleibt weitestgehend autofrei.
Die Wohnnutzungen sind in zwei- bis viergeschossigen Reihenhäu-
sern untergebracht, die unterschiedliche Wohnungstypen anbieten
und sich in die Umgebungsbebauung einfügen. Straßeneinmündun-
gen werden weitergeführt und binden die Entwicklung an den Be-
stand an.
Abbildung: Anwendungsbeispiel Esch / Auweiler
Begegnungorte in
zusammenhängenden
Grünflächen
Verbindung zur
Landschaft
MIV gebündelt
in MobilityHubs
autofreie
Erschließungsstraßen
Nutzungsmischung
den zentralen Freiflächen
zugewandt
87
bebaute
Flächen
27%
Grün- und
Spielflächen
16%
Erschließungs-
und
Platzflächen
55%
Öffentliche
Flächen
2%
0,8
1,40 63
Kennwerte Anwendungsbeispiel Esch / Auweiler
Zieldichte > 0,8
14 % Nutzungsmischung
Entwicklungsfläche in ha 12,8
Wohneinheiten je ha / insg. 75 / 966
GFZ
Quartiersdichte
Die Erschließung im Quartier funktioniert über grüne Straßen, die
ebenfalls die Funktion von Spielflächen und Begegnungsorten erfül-
len. Zentrale zusammenhängende Grünflächen ergänzen das frei-
räumliche Angebot. Nicht-Wohnnutzungen orientieren sich zu den
Grünflächen und stärken die Grundversorgung des Quartiers sowie
des Dorfes.
Flächenanteile
88
6 Quartierstypologien für Köln
Eine Kombination verschiedener Gebäude-
typen formt heterogene Baufelder mit räum-
lichen Schwerpunktsetzungen über große,
gemischt genutzte Gebäude. Durch die zum
Teil bewusst reduzierten Abstände großer
Gebäude zur kleinen Nachbarbebauung
gelingt es, die Dichte auf ein angemessenes
Niveau für die Äußere Stadt zu erhöhen.
› Groß und Klein
› Maßstabshybrid
› Lageorientierte
Entwicklung
› Nutzbare Dachflächen
› Grüne Erschließung
› Multifunktionale
Freiräume
› Nutzungsmischung
und Nutzungsoffenheit
› Stadt stapeln
› Infrastrukturelles Teilen
› Überlagernde Abstands-
flächen
› Tiefe Gebäude
Vertikale Dichte
Horizontale Dichte
Grüne Vielfalt
Nutzungsvielfalt
Typologie 3 – Baufelder durchmischen
Eine Quartierstypologie für die Äußere Stadt
Das besondere Merkmal dieser Quartiersty-
pologie ist das Verhältnis der Gebäude zum
Grünraum, welcher sowohl Erschließungs-
funktionen für den Fuß- und Radverkehr
übernimmt als auch die Gemeinschaftsflä-
che ist. In den Baufeldinnenbereichen be-
finden sich private Gärten und der ruhende
Verkehr. Dieser wird baufeldweise und damit
typologieübergreifend organisiert, ebenso
wie weitere geteilte Infrastrukturen.
89
Abbildung: Quartierstypologie 3 – Baufelder durchmischen
Durch Stapelung und Integration von Nicht-
Wohnnutzungen in die größeren Gebäude-
körper gelingt eine gute Nutzungsmischung.
Die Kombination unterschiedlicher Gebäu-
detypologien in einem Baufeld ermöglicht
eine gute soziale Durchmischung. Dazu
können soziale Angebote wie Gemein-
schaftsräume, Nachbarschaftstreffs, Pflege,
Begegnungsorte und und weitere teilbare
Infrastrukturen (Werkstätten, zuschaltbare
Zimmer) kommen.
Die begrünten und mit Photovoltaik beleg-
ten Dachflächen dienen primär dem Klima-
schutz. Regenwasser kann in den Grünflä-
chen versickern.
90
6 Quartierstypologien für Köln
Referenzprojekte
Wohnquartier Prinz-Eugen-Park
in München (DE)
GSP Architekten,
Architektur Werkstatt Vallentin
0,6 Quartiersdichte
60 WE/ha
Verschiedene Gebäudetypo-
logien wie Mehrfamilienhäuser,
Zeilenbau und Einfamilienhäuser
stehen in Clustern angeord-
net, umgeben von großzügigen
Grünflächen. Den Schwellenbe-
reichen zwischen den sehr unter-
schiedlichen Wohnformen wurde
große entwurfliche Aufmerk-
samkeit gewidmet. Daswirkt sich
positiv auf das gemeinschaft-
liche Neben- und Miteinander im
Quartier auswirkt.
© Architektur Werkstatt Vallentin
© OpenStreetMap contributors
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
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0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
91
Herstructurering wijk Holten-
broek in Zwolle (NL)
De Zwarte Hond
0,7 Quartiersdichte
81 WE/ha
Alle Gebäude haben ihre Adres se
an den verbindenden grünen Ach-
sen. Das kontrastreiche, trotzdem
harmonische Nebeneinander von
großen und kleinen Gebäuden
unterschiedlicher Typologien ver-
leiht dem Quartier eine besondere
Qualität und angemessene Dich-
te. Die Unterbringung der PKW
erfolgt konsequent in den privaten
Baufeldinnenbereichen. Auf teure
Stellplatzlösungen konnte daher
vollständig verzichtet werden.
© Scagliola & Brakkee
© OpenStreetMap contributors
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
92
6 Quartierstypologien für Köln
Die betrachtete Entwicklungsfläche in Porz-Elsdorf im Stadtbezirk
Porz umfasst eine Fläche von ca. 14,6 Hektar und ist durch eine
sehr heterogene Umgebung geprägt. Im Norden und Osten grenzt
die Fläche an die bestehenden Siedlungsstrukturen in Urbach und
Elsdorf, im Westen schließen sich die Ausläufer des Gewerbe- und
Industriegebiets Porz an.
Die nächstgelegene SPNV-Haltestelle Porz ist ca. 1,2 km entfernt.
Im direkten Umfeld der Entwicklungsfläche verkehren mehrere
Bus linien, die Strecke entlang der Frankfurter Straße soll zukünftig
weiter ausgebaut werden.
Anwendung Typologie 3 – Baufelder durchmischen
Porz-Elsdorf, Stadtbezirk Porz
14,6 ha Entwicklungsfläche
Ziel: Quartiersdichte höher 0,8
Verortung Entwicklungs-
fläche: Äußere Stadt
93
Ausgangssituation Entwicklungsfläche Porz-Elsdorf
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
Die angrenzende Wohnbebauung setzt sich aus vielen Typologien
zusammen: dreigeschossige Zeilenbauten neben Einfamilien- und
Reihenhäusern, neuere Mehrfamilienhausprojekte und im Osten bis
zu achtgeschossige Solitärbauten. Der nördliche Teil der Entwick-
lungsfläche ist durch Sportanlagen belegt, Spielplätze sind an meh-
reren Stellen in der Umgebung vorhanden.
Durch die Grundschule Kupfergasse, mehrere Kindergärten sowie
Einzelhandelsangebote entlang der Kaiserstraße und Frankfurter
Straße ist eine gute Versorgung für das Quartier vorhanden, welche
durch Zusatzangebote (z. B. Begegnungsorte und Pflege) der neuen
Bebauung weiter ausgebaut werden kann.
94
6 Quartierstypologien für Köln
Erhalt der
Sportflächen
Grüne Straßen als
Erschließung und
gemeinschaftliche Freifläche
Bewuste
Reduzierung der
Abstandsflächen
Bündelung des MIV
in den Innenhöfen
Kombinierte
Wohn- und
Mischnutzungen
Kombination von
große und kleine
Gebäudetypologien
Das Anwendungsbeispiel unterteilt die Entwicklungsfläche in meh-
rere Baufelder, die jeweils mit einer Mischung aus Typologien beplant
sind. Die Gebäude gruppieren sich um Innenhöfe, in denen sowohl
private und gemeinschaftliche Grünflächen Platz finden, als auch die
motorisierte Erschließung gebündelt wird. Zwischen den Baufeldern
dienen grüne Straßen der Erschließung und als gemeinschaftliche
Freifläche. Ergänzend werden die Dachflächen der großen Gebäude-
volumen als gemeinschaftliche Grünflächen aktiviert.
Anwendungsbeispiel Porz-Elsdorf
95
bebaute
Flächen
18%
Grün- und
Spielflächen
25%
Erschließungs-
und
Platzflächen
57%
Öffentliche
Flächen
0%
0,8
1,90 63
Kennwerte Anwendungsbeispiel Porz-Elsdorf
Zieldichte > 0,8
15 % Nutzungsmischung
Entwicklungsfläche in ha 14,6
Wohneinheiten je ha / insg. 75 / 1.098
GFZ
Quartiersdichte
Die Kombination von zwei- bis viergeschossigen Reihenhäusern mit
vier- bis sechsgeschossigen Mehrfamilienhäusern erzeugt eine ad-
äquate Dichte. Nicht-Wohnnutzungen im Sockel zum Quartiersplatz
sowie Richtung Gewerbegebiet unterstützen die Verdichtung und
beleben das Quartier.
Flächenanteile
96
6 Quartierstypologien für Köln
Der klassische Blockrand wird mit variab-
len Höhen und zusätzlichen besonderen
Nutzungen in den Sockelgeschossen inten-
siviert und diversifiziert. Die neue Block-
randbebauung kann aus unterschiedlichen
Gebäudetypologien, wie z.B. Mehrfamilien-
häusern und gestapelten Reihenhäusern
gebildet werden.
› Groß und Klein
› Maßstabshybrid
› Lageorientierte
Entwicklung
› Nutzbare Dachflächen
› Grüne Erschließung
› Multifunktionale
Freiräume
› Nutzungsmischung
und Nutzungsoffenheit
› Stadt stapeln
› Infrastrukturelles Teilen
› Überlagernde Abstands-
flächen
› Tiefe Gebäude
Vertikale Dichte
Horizontale Dichte
Grüne Vielfalt
Nutzungsvielfalt
Typologie 4 – Blöcke ausdifferenzieren
Eine Quartierstypologie für die Innere Stadt sowie ausgewählte
Versorgungszentren der Äußeren Stadt
Der motorisierte Individualverkehr wird zu
großen Teilen an strategischen Punkten ab-
gefangen und in Tiefgaragen untergebracht.
So können große Bereiche der quartiersin-
ternen Erschließung dem Rad- und Fußver-
kehr vorbehalten bleiben.
97
Quartierstypologie 4 – Blöcke ausdifferenzieren
Durch Vorgartenbereiche und gezielt ge-
setzte gewerblich genutzte Erdgeschoss-
zonen werden die Straßenräume belebt.
Öffentliche und soziale Einrichtungen wie
Kitas, Schulen, Pflege und Begegnungsorte,
die in den Block integriert sind, beleben zu-
sätzlich das Quartier.
Die Gemeinschafts- und Grünbereiche tei-
len sich in öffentliche Parkflächen und priva-
te Gärten in den großzügigen Höfen auf. Die
ausdifferenzierte Höhenentwicklung erlaubt
eine intensive Dachnutzung für private und
gemeinschaftliche Zwecke.
Eine hochwertige und grüne Gestaltung der
Höfe, ergänzt durch bodengebundene Fas-
sadenbegrünung und begrünte, mit Photo-
voltaik belegte Dachflächen, können einen
guten Beitrag für die klimagerechte Stadt
leisten. Private Dachterrassen sind zusätz-
lich wichtige persönliche Rückzugsräume.
98
6 Quartierstypologien für Köln
Referenzprojekte
Drei Höfe in München (DE)
bogevischs buero
1,5 Quartiersdichte
99 WE/ha
Die genossenschaftliche Wohn-
anlage „Drei Höfe“ ist ein Bei-
spiel für verdichtetes Wohnen:
Innerhalb der bestehenden
Blockrandstruktur wurde der
Bestand rückgebaut und durch
die Neubebauung zusätzlicher,
hochwertiger Wohnraum mit
Gemeinschaftsräumen, Gewer-
beeinheiten sowie ausreichend
Stellplätzen geschaffen.
© bogevischs buero / Julia Knop
© OpenStreetMap contributors
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
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0 10 20 50 200
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100
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0 25 50 200
1:7500
100 500
99
Herstructurering Grunobuurt
in Groningen (NL)
De Zwarte Hond
1,6 Quartiersdichte
183 WE/ha
Mit einem breiten Spektrum
an Wohnungstypen bietet das
Quartier Grunobuurt Wohnmög-
lichkeiten für alle. Im gesamten
Viertel werden im Erdgeschoss
liegende Wohnungen direkt
von der Straße aus erschlossen
und beleben so das Umfeld.
Variable Gebäudehöhen von 3
bis 7 Geschossen ermöglichen
eine intensive Dachnutzung und
Maßstabssprünge im Quartier.
© De Zwarte Hond © Harry Cock
© Gerard van Beek
© OpenStreetMap contributors
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
100
6 Quartierstypologien für Köln
Die betrachtete Entwicklungsfläche in Humboldt-Gremberg im
Stadtbezirk Kalk umfasst eine Fläche von ca. 3,5 Hektar und befindet
sich in einem sehr heterogenen Bauumfeld. Die umliegenden Flä-
chen sollen langfristig zu einem Gründungs- und Innovationszent-
rum ausgebaut werden.
Die nächstgelegene S-Bahn-Haltestelle Trimbornstraße liegt in ca.
800 m Entfernung, entlang der Gremberger Straße im Süden ver-
kehren mehrere Busverbindungen.
Anwendung Typologie 4 – Blöcke ausdifferenzieren
Humboldt-Gremberg, Stadtbezirk Kalk
3,5 ha Entwicklungsfläche
Ziel: Quartiersdichte höher 1,2
Verortung Entwicklungs-
fläche: Innere Stadt
101
Ausgangssituation Entwicklungsfläche Humboldt-Gremberg
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
Die Wohnbebauung im direkten Umfeld besteht in weiten Teilen aus
drei- bis viergeschossigem Zeilenbau, ein achtgeschossiges Wohn-
gebäude bietet einen Orientierungspunkt.
Durch die Gemeinschaftsgrundschule Lohmarer Straße, das Ju-
gendzentrum Gremberg sowie Einzelhandelsangebote entlang der
Gremberger Straße ist eine Grundversorgung für das Quartier vor-
handen, welche durch Zusatzangebote (z. B. Begegnungsorte und
Pflege) der neuen Bebauung ergänzt werden kann.
Öffentliche Grün- und Sportflächen sind durch den Park an der Len-
zwiese mit Bike-Trail sowie einigen Spielplätzen bereits vorhanden
und können angebunden oder weiterentwickelt werden.
102
6 Quartierstypologien für Köln
Begegnungorte in
zusammenhängenden
Grünflächen
Vernetzung über Grün-
strukturen und Wegenetz
Grünflächen im
Blockinnenbereich und
auf Dachflächen
Nutzungsmischung im
Erdgeschoss und als
Lärmschutzriegel
MIV gebündelt
tiefes Gebäude
als Hochpunkt zu
öffentlichen Flächen
Das Anwendungsbeispiel besteht aus drei polygonalen Blockrand-
strukturen. Die bestehenden Straßen werden weitergeführt und
vernetzten das Quartier mit der Bestandsbebauung. Die Staffelung
der Gebäudehöhen von vier bis sechs Geschossen unterstützt diese
Vernetzung. Zu den Gleisen und an stadträumlich markanten Stel-
len erhöht sich die Geschosszahl, sodass mehr Dichte geschaffen
wird. Ein Hochpunkt stiftet zusätzlich Identität und erhöht die Dichte
weiter.
Anwendungsbeispiel Humboldt-Gremberg
103
bebaute
Flächen
28%
Grün- und
Spielflächen
32%
Erschließungs-
und
Platzflächen
36%
Öffentliche
Flächen
4%
1,4
2,30 63
Kennwerte Anwendungsbeispiel Humboldt-Gremberg
Zieldichte > 1,2
26 % Nutzungsmischung
Entwicklungsfläche in ha 3,5
Wohneinheiten je ha / insg. 117 / 413
GFZ
Quartiersdichte
Herausfordernde Gebäudelagen, z.B. entlang der Bahnstrecke und
im Erdgeschoss der autofreien Quartiersstraße, werden zur Bele-
bung und weiteren Verdichtung mit Nicht-Wohnnutzungen und einer
größeren Gebäudetiefe ausgebildet.
Der MIV wird in Tiefgaragen gebündelt, sodass weite Teile der Ent-
wicklungsfläche autofrei erschlossen und intensiv durchgrünt wer-
den können.
Die Dachflächen und Höfe im Blockinneren enthalten private und
gemeinschaftliche Grünflächen, zwei zentrale öffentliche Grünflä-
chen dienen dem Quartier als Erholungsfläche.
Flächenanteile
104
6 Quartierstypologien für Köln
Tiefe Baukörper, die von allen Seiten er-
schlossen werden, gliedern durch ihre be-
sondere Setzung den Stadtraum. Die tiefen
Baukörper eignen sich gut für ein vielfältiges
und innovatives Angebot von Wohnungs-
typen.
Der öffentliche Raum ist überwiegend dem
Fuß- und Radverkehr vorbehalten. Der MIV
wird am Quartierseingang abgefangen und
in Tiefgaragen geleitet.
› Groß und Klein
› Maßstabshybrid
› Lageorientierte
Entwicklung
› Nutzbare Dachflächen
› Grüne Erschließung
› Multifunktionale
Freiräume
› Nutzungsmischung
und Nutzungsoffenheit
› Stadt stapeln
› Infrastrukturelles Teilen
› Überlagernde Abstands-
flächen
› Tiefe Gebäude
Vertikale Dichte
Horizontale Dichte
Grüne Vielfalt
Nutzungsvielfalt
Typologie 5 – Raumfolgen setzen
Eine Quartierstypologie für die Innere Stadt sowie ausgewählte
Versorgungszentren der Äußeren Stadt
Das Quartier wird durch gewerbliche Erd-
geschossnutzungen, insbesondere an den
Plätzen, bespielt und dient der Nachbar-
schaft als Treffpunkt. So ergibt sich eine
kleinteilige Nutzungsmischung.
Ergänzende untereinander teilbare Infra-
strukturen gibt es auf Quartiersebene sowie
innerhalb der Gebäude.
105
Quartierstypologie 5 – Raumfolgen setzen
Durch einen Fokus auf Gemeinschaftsflä-
chen kann der Flächenverbrauch je Bewoh-
ner*in reduziert werden.
Im direkten Wohnumfeld befinden sich
großzügige Grün- und Freiflächen, die als
urbane Freiräume zu verstehen sind. Außer-
dem werden Teile der Dachflächen als ge-
meinschaftliche Gärten genutzt.
Die Aktivierung der Dachflächen als Gärten,
Retentionsflächen oder zur Energiegewin-
nung sowie bodengebundene Fassadenbe-
grünungen können „Urban Heat“ entgegen
wirken. Durch geringe Abstandsflächen
entstehenden zudem eine zusätzliche Ver-
schattung.
106
6 Quartierstypologien für Köln
Referenzprojekte
Wohnquartier Ludlstraße
in München (DE)
AllesWirdGut Architektur
1,6 Quartiersdichte
107 WE/ha
Frei zueinander stehende
Punkthäuser werden zur nahen
Autobahn hin durch eine Wand
aus zusammengezogenen
Punkthäuser abgegrenzt. Die
polygonalen Formen bieten viel-
fältige Wohnformen und werden
durch ein Familienzentrum und
eine Kita ergänzt. Der Freiraum
strukturiert das Quartier und
wird durch einzelne Erdge-
schossnutzungen bespielt.
© AllesWirdGut Architektur
© OpenStreetMap contributors
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107
Mehr als Wohnen in Zürich (CH)
Duplex Architekten
1,9 Quartiersdichte
110 WE/ha
In Clustern angeordnete Solitä-
re bilden ein System von Wegen,
Plätzen und Freiräumen und
ermöglichen gemeinschaftli-
ches und nutzungsgemischtes
Wohnen. Vielfältige Wohnfor-
men und Grundrisse stellen das
Miteinander ins Zentrum. Große,
tageslichthelle Treppenhäuser
in den tiefen Gebäudekörpern
dienen der Belichtung und als
Gemeinschaftsräume.
© Johannes Marburg
© OpenStreetMap contributors
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100 500
108
6 Quartierstypologien für Köln
Die betrachtete Entwicklungsfläche in Weidenpesch im Stadtbezirk
Nippes umfasst eine Fläche von ca. 3,1 Hektar und befindet sich an
einer städtischen „Rückseite“ . Die umliegenden Flächen sind auf der
einen Seite durch großzügige Sportflächen geprägt, auf der anderen
Seite durch eine stellenweise durchbrochene Blockrandbebauung
mit teilweise gewerblich genutzten Höfen.
Die Straßenbahn-Anbindung entlang der Neusser Straße ist sehr gut.
Die nächstgelegene S-Bahn-Haltestelle Geldernstraße / Parkgürtel
liegt südlich in ca. 2,5 km Entfernung.
Anwendung Typologie 5 – Raumfolgen setzen
Weidenpesch, Stadtbezirk Nippes
3,1 ha Entwicklungsfläche
Ziel: Quartiersdichte höher 1,2
Verortung Entwicklungs-
fläche: Innere Stadt
109
Ausgangssituation Entwicklungsfläche Weidenpesch
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100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
Die Wohnbebauung im direkten Umfeld besteht in weiten Teilen aus
einer vier- bis fünfgeschossigen Blockrandbebauung, die vereinzelt
durch zehngeschossige Wohnhäuser oder flächigen Einzelhandel
durchbrochen wird. Die angrenzenden Rückseiten sind durch private
Gärten und kleinteilige gewerbliche Nutzungen geprägt.
Durch eine Schule und Kitas in der näheren Umgebung und durch
das Bezirkszentrum entlang der Neusser Straße verfügt das Quartier
über eine gute Versorgung.
Öffentliche Frei- und Sportflächen sind durch die Bezirkssportanlage
Weidenpesch sowie einige Spielplätze bereits vorhanden und kön-
nen an das Quartier angebunden werden.
110
6 Quartierstypologien für Köln
Grünfläche für Erholung
und Anknüpfung an
Sportangebot
Durchwegung
zu Quartier und
Sportflächen
Potential für
Erweiterung des
Quartiers
private und
gemeinschaftliche
Dachgärten
Nutzungsmischung
im EG belebt die
öffentlichen Räume
tiefes Gebäude
Hochpunkt zu
öffentlichen
Flächen
Das Anwendungsbeispiel besteht aus tiefen, locker gesetzen Gebäu-
dekörpern, die vom Außenraum umschlossen sind. So ergeben sich
spannende Plätze sowie Grünraumsituationen und -abfolgen. Eine
homogene Gebäudehöhe beruhigt den heterogenen Bestand und
schafft eine klare, aber dennoch offene Kante zu den Sportplätzen.
Erdgeschossige Nicht-Wohnnutzungen wie zum Beispiel Kitas,
Schulen, Pflege, Begegnungsorte oder Gewerbe beleben das Quar-
tier und führen zu einer angemessenen Verdichtung.
Anwendungsbeispiel Weidenpesch
111
bebaute
Flächen
40%
Grün- und
Spielflächen
45%
Erschließungs-
und
Platzflächen
15%
Öffentliche
Flächen
0%
1,3
2,20 63
Kennwerte Anwendungsbeispiel Weidenpesch
Zieldichte > 1,2
Flächenanteile
7 % Nutzungsmischung
Entwicklungsfläche in ha 3,1
Wohneinheiten je ha / insg. 139 / 434
GFZ
Quartiersdichte
Der MIV wird in Tiefgaragen gebündelt, sodass weite Teile der Ent-
wicklungsfläche autofrei erschlossen und intensiv durchgrünt wer-
den können.
Die Dachflächen enthalten private und gemeinschaftliche Grün-
flächen, eine zentrale öffentliche Grünfläche dient dem Quartier als
Naherholungsfläche.
Der modulare Aufbau des Quartiers bietet vielfältige Anschluss-
punkte für eine Weiterführung des städtebaulichen Prinzips auf den
angrenzenden privaten Grundstücken.
112
6 Quartierstypologien für Köln
Ausgangspunkt dieser Quartierstypologie ist
die in der Innenstadt häufig vorkommende
Blockrandbebauung. Die Dichte wird durch
vereinzelt gesetzte Hochpunkte* (40 – 60 m)
deutlich erhöht. Dieses System kann auf ein
gesamtes Quartier über mehrere Baufelder
angewendet werden, funktioniert aber auch
auf kleineren Entwicklungsflächen, wie sie in
der Innenstadt häufig vorkommen.
Durch die sehr gute ÖPNV-Anbindung der
Innenstadtlagen können die Stellplätze
› Groß und Klein
› Maßstabshybrid
› Lageorientierte
Entwicklung
› Nutzbare Dachflächen
› Grüne Erschließung
› Multifunktionale
Freiräume
› Nutzungsmischung
und Nutzungsoffenheit
› Stadt stapeln
› Infrastrukturelles Teilen
› Überlagernde Abstands-
flächen
› Tiefe Gebäude
Vertikale Dichte
Horizontale Dichte
Grüne Vielfalt
Nutzungsvielfalt
Typologie 6 – Vertikale entwickeln
Eine Quartierstypologie für die Innenstadt sowie ausgewählte
Versorgungszentren der Äußeren Stadt
reduziert und die wertvolle Fläche effizient
genutzt werden. Der ruhende Verkehr wird
in öffentlichen Tiefgaragen untergebracht,
um Mehrfachbelegungen der Stellplätze zu
ermöglichen.
In die Gebäude integrierte und gestapelte
Nutzungen generieren eine Nutzungsmi-
schung in jedem Baufeld, so entsteht eine
sehr urbane Typologie mit belebten Erdge-
schossen. Nutzungsmischung ist hier aus-
drücklich auch in der Vertikalen möglich.
*nur im Zusammenhang/unter Beachtung des Höhenkonzeptes/Höhenentwicklungskonzeptes
113
Quartierstypologie 6 – Vertikale entwickeln
Öffentliche Funktionen sind ebenfalls
gleichwertig in die Blockstrukturen, meist in
den Erdgeschosszonen, integriert und mit
Wohnnutzungen überbaut.
In den Innenhöfen der Blöcke befinden sich
gemeinschaftliche Grünflächen, in Quar-
tiersparks findet sich öffentliches Grün.
Diese verdichteten, intensiv genutzten
Grünflächen werden zu zentralen Begeg-
nungsorten. Auf den Dächern gibt es ergän-
zend gemeinschaftliche und private Freiflä-
chen.
Der hohe Grad an Verschattung, intensiv ge-
nutzte Dachflächen und blockinterne Gär-
ten wirken aktiv gegen sommerliche Hitze.
114
6 Quartierstypologien für Köln
Referenzprojekte
Löwenbräu-Areal in Zürich (CH)
Gigon/Guyer Architekten
3,33 Quartiersdichte
40 WE/ha
Das Projekt resultiert aus einer
Umnutzung eines gewerblichen
Komplexes. Dieser wurde durch
Hochpunkten mit Wohn-, Büro-
und Ausstellungsnutzungen er-
gänzt. Der denkmalpflegerische
Erhalt der Bausubstanz bildet
dabei eine wichtige Maßnahme
für die Identität des ehemaligen
Industriequartiers und belässt
ein wichtiges Kapitel der Stadt-
geschichte lesbar.
© Thies Wachter
© Roman Keller
© Thies Wachter
© OpenStreetMap contributors
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100
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1:7500
100 500
115
Falkenried in Hamburg (DE)
BOLLES+WILSON
2,65 Quartiersdichte
284 WE/ha
Auf dem Gelände der Straßen-
bahnwerkstätten Falkenried
ist ein neuer multifunktionaler
Stadtteil entstanden. Ein zen-
traler Baustein ist der Bürokom-
plex mit Wohnhochhaus, das die
öffentliche Piazza und das Ge-
samtgebiet überschaut und den
städtebaulichen Bezugspunkt
des Viertels setzt. Im Quartier
finden sich weitere Geschäfte
und Gastronomie.
© Christian Richters
© OpenStreetMap contributors
GSPublisherVersion 515.39.39.100
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1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
116
6 Quartierstypologien für Köln
Die betrachtete Entwicklungsfläche in Deutz im Stadtbezirk Innen-
stadt umfasst eine Fläche von ca. 0,74 Hektar und befindet sich in
einer Umgebung geprägt durch die Bahntrasse und große gewerb-
lich genutzte Gebäude, wie der Lanxess Arena, Bürogebäuden sowie
einigen großen Wohnhäusern. Südlich der Entwicklungsfläche liegt
der Pyramidenpark.
Die SPNV-Verbindung ist sehr gut ausgebaut. Der nächstgelegene
Bahnhof Köln Messe/Deutz liegt in nur ca. 1,5 km Entfernung, ent-
lang der Gummersbacher Straße verkehren Busverbindungen.
Anwendung Typologie 6 – Vertikale entwickeln
Deutz, Stadtbezirk Innenstadt
0,74 ha Entwicklungsfläche
Ziel: Quartiersdichte höher 1,5
Verortung Entwicklungs-
fläche: Innenstadt
117
Ausgangssituation Entwicklungsfläche Deutz
GSPublisherVersion 515.39.39.100
0 10 20 50 200
1:5000
0 25 50 100 200
1:10000
100
500
0 25 50 200
1:7500
100 500
Die Wohnbebauung im direkten Umfeld besteht in weiten Teilen aus
sechsgeschossigem Zeilenbau, ein 14-geschossiges Wohngebäude
bietet einen Orientierungspunkt.
Das fußläufig erreichbare Einkaufzentrum Köln Aracaden in Köln
Kalk, mehrere Schulen und Berufskollegien, sowie die Technische
Hochschule Deutz bieten eine ausreichende Grundversorgung für
das Quartier, welche durch Zusatzangebote (z. B. Begegnungsorte
und Pflege) der neuen Bebauung ergänzt werden kann.
Öffentliche Grün- und Sportflächen sind durch den Pyramidenpark
bereits vorhanden.
Die geringe Größe der Entwicklungsfläche ist typisch für die Poten-
tialflächen in der Innenstadt.
118
6 Quartierstypologien für Köln
Gründächer und
Dachterrassen
Erholungsfläche knüpft
an öffentliches Grün an
gezielte Hochpunkte
sorgen für hohe Dichte
hoher Anteil
an Nutzungs-
mischung im
Sockel
Das Anwendungsbeispiel besteht aus zwei Gebäudekomplexen
entlang der Gummersbacher Straße und ist somit direkt mit dem
Bestand vernetzt.
Die Gebäudekörper haben einen hohen gewerblichen Sockel und
werden jeweils durch deutlich höhere Aufbauten mit Wohnfunktion
ergänzt. Starke Gebäudevolumen schützen die Bewohner*innen vor
Lärmbelastung.
Anwendungsbeispiel Deutz
119
bebaute
Flächen
36%
Grün- und
Spielflächen
29%
Erschließungs-
und
Platzflächen
15%
Öffentliche
Flächen
20%
2,1
4,20 63
Kennwerte Anwendungsbeispiel Deutz
Zieldichte > 1,5
Flächenanteile
50 % Nutzungsmischung
Entwicklungsfläche in ha 0,74
Wohneinheiten je ha / insg. 145 / 107
GFZ
Quartiersdichte
Der kleine Park zwischen den Gebäuden dient dem Ensemble als
Erholungsfläche und Grünflächennachweis.
Die Dachflächen werden als Gründach, Gärten oder energetisch
durch Photovoltaik genutzt.
Um eine hohe Dichte bei gleichzeitig angemessener Grünflächen-
versorgung zu gewährleisten, ist der Anteil der Nicht-Wohnnutzung
mit 50 % innenstadttypsich sehr hoch.
120
121
Kapitel V
Implementierung
und Anwendung
Der Köln-Katalog wird als verwaltungsinternes Steuerungsinstru-
ment in laufenden und zukünftigen Projektentwicklungen einge-
setzt , um die Zielsetzungen der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ umzusetzen.
Mit seinen Darstellungen von Typologien und Referenzen dient der
Köln zusätzlich als Kommunikationsmedium bei der Veranschauli-
chung der genannten Zielsetzungen.
Anhand Pilothafter Anwendungen werden laufende und zukünftige
Projekte auf die Zielsetzungen des Köln-Katalogs hin evaluiert.
122
6 Quartierstypologien für Köln
Nettobauland
und Gebäude
Projektgebiet
Städtebaulicher
Perimeter
Für zukünftige Flächenentwicklungen ist der
Zusammenhang zwischen Quartiersdichte und
GFZ relevant, da Letztere insbesondere in Be-
bauungsplanverfahren verwendet wird. Anhand
von Testentwürfen kann frühzeitig die Quartiers-
dichte für die geplante GFZ überprüft werden.
Dafür ist der Bezugsrahmen (städtebauliche
Perimeter) zu definieren. Er umfasst das Projekt-
gebiet (Bruttobauland) sowie zumeist angren-
zenden Flächen (z.B. Verkehrsflächen einer an-
grenzenden Bestandsstraße bis zu ihrer Mitte).
Die Auswertung der Anwendungsbeispiele zeigt,
dass sich beispielsweise für die Zieldichte der
Äußeren Stadt (0,8 Quartiersdichte) eine durch-
schnittliche GFZ von ca. 1,5 – 2,0 ergibt*.
Rechnerisch besteht folgende Abhängigkeit:
Durchschnittliche GFZ =
(Quartiersdichte × Städtebaulicher Perimeter)
Netto-Bauland
Die Stadtstrategie gibt die Zieldichten immer als
eine Quartiersdichte für das gesamte Quartier
an. In der konkreten Flächenentwicklung sind
innerhalb des Quartiers Differenzierungen in
der GFZ für die jeweiligen Baufelder vorzuneh-
men, wie auch die Anwendungsbeispiele zeigen.
Zudem variieren die Größen der Entwicklungs-
fläche teils stark, daher ist letztlich immer eine
individuelle Betrachtung notwendig.
> 15 %
Nicht-Wohnen**
40–60 %
Netto-Bauland*
Netto-Bauland
und Gebäude
Äußere Stadt
Quartiersdichte von > 0,8 entspricht
ca. einer GFZ von > 1,4*
StädtebaulicherPerimeter
Brutto-Bauland
Verhältnis zwischen Quartiersdichte
und Geschossflächenzahl
Erkenntnisse aus den Anwendungsbeispielen
Nettobauland
und Gebäude
Projektgebiet
Städtebaulicher
Perimeter
123
Darstellung des Verhältnisses zwischen Quartiersdichte und GFZ sowie der Flächen-
verhältnisse auf Grundlage der ausgewerteten Anwendungsbeispiele
Nettobauland
und Gebäude
Projektgebiet
Städtebaulicher
Perimeter
Nettobauland
und Gebäude
Projektgebiet
Städtebaulicher
Perimeter
> 25 %
Nicht-Wohnen**
> 35 %
Nicht-Wohnen**
35–55 %
Netto-Bauland*
30–50 %
Netto-Bauland*
Innere Stadt sowie ausgewählte Ver-
sorgungszentren der Äußeren Stadt
Quartiersdichte von > 1,2 entspricht
ca. einer GFZ von > 2,0*
Innenstadt sowie ausgewählte Ver-
sorgungszentren der Inneren Stadt
Quartiersdichte von > 1,5 entspricht
ca. einer GFZ von > 2,8*
* Bei den Werten handelt es sich um grobe Annäherungen und
Abschätzungen auf Basis der untersuchten Anwendungsbeispiele.
In der Rechnung wird nur die oberirdische Geschossfläche berück-
sichtigt, Tiefgaragen nicht. Flächen für oberirdische MobilityHubs
werden ebenfalls nicht eingerechnet.
** Empfehlungswerte gemäß Kapitel II.
Nettobauland
und Gebäude
Projektgebiet
Städtebaulicher
Perimeter
Nettobauland
und Gebäude
Projektgebiet
Städtebaulicher
Perimeter
124
6 Quartierstypologien für Köln
Kräftefeld verschiedener Akteur*innen, in dem neue Vorhaben entstehen
Rechtliche Grundlagen
BauGB / BauNVO
BauOrdnung NRW
Förderrichtlinien
Umweltrecht
Räumlicher
Kontext
Höhe
Dichte
Typologie
Mischung
Funktionaler Kontext
ÖPNV / Erschließung
Lärm
etc.
Städtische Satzungen / Selbstbindung
Kooperatives Baulandmodell, Flächennut-
zungsplan, Bebauungsplan, Klimaleitlinien,
Geförderter Wohnungsbau, Stellplatzsat-
zung, Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ , Höhenkonzept etc.
Verwaltung
Ämter, Dezernate,
Gestaltungsbeirat
und Politik
Rat, Bezirksvertretungen,
Ausschüsse
Projektträger*in
Entwickler*in
Eigentümer*in
Investor*in
Nachbarschaftliche Fragen
Bürgerinitiativen
Planschaden
etc.
PROJEKTSPEZIFISCH
KÖLNSPEZIFISCH
ANWENDUNGSHINWEISE UND BEISPIELE SELBSTBINDUNG
BERATUNG
VISUALISIERUNG
Steuerung, Kommunikation und
Konkrete Empfehlungen
125
Kräftefeld
Neue Vorhaben entstehen in einem Kräftefeld aus verschiedenen
Akteursgruppen, aus rechtlichen und formalen Rahmenbedingen
und in einem spezifischen funktionalen und räumlichen Kontext.
Das einzelne realisierte Projekt ist das Ergebnis eines individuellen
Abstimmungs- und Abwägungsprozesses, bei dem die Verwaltung
zukünftig mit dem Köln-Katalog ein weiteres Instrument zur Einfluss-
nahme zur Verfügung hat.
Steuerung
Durch den Beschluss als städtebauliches Entwicklungskonzept nach
§ 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB wird der Köln-Katalog zukünftig als verwal-
tungsinternes Steuerungsinstrument eingesetzt und als zu beach-
tendes Fachkonzept in der Bauleitplanung berücksichtigt. Die Be-
rücksichtigung erfolgt unter dem Aspekt der Abwägung im Abgleich
mit anderen Belangen (§ 1 Abs. 7 BauGB).
Mit dem Beschluss der Stadtstrategie im Dezember 2021 werden
die Zieldichten der Stadtstrategie für neue Projekte bindend. Der
Köln-Katalog betrachtet die Zieldichten der Stadtstrategie des-
halb als „Soll-Werte“ für neue Projekte, die nach dem Beschluss der
Stadtstrategie angelaufen sind und als „Richt-Werte“ für Projekte in
bereits länger laufenden Verfahren.
Da in der Anfangsphase einer Projektentwicklung die Möglichkeit zur
Einflussnahme auf Dichte und Qualität am höchsten und zeitgleich
der Abstimmungs- und Koordinierungsaufwand am geringsten ist,
wird der Köln-Katalog hier in Zukunft steuernd eingesetzt.
Im Zuge der ersten Sondierungsphase zwischen Stadt und Vorha-
benträger*innen gilt es auch, den exakten Perimeter bzw. Umgriff
des Projekts für den Nachweis der städtebaulichen Zieldichte zu
definieren.
In den weiteren Prozessschritten bis hin zum Bebauungsplanver-
fahren werden sowohl bereits etablierte Anforderungen (z. B. des
Kooperativen Baulandmodells) als auch die Aspekte des Köln-Kata-
loges fortlaufend aufgerufen und die sich entwickelnden Planstände
daraufhin geprüft.
126
6 Quartierstypologien für Köln
Dazu kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, die Vorhabenträger*in-
nen zur Erstellung von Testentwürfen unter Berücksichtigung der im
Köln-Katalog vorgestellten städtebaulichen Typologien anzuhalten.
Auf dieser Grundlage können dann auch Planerfordernisse oder die
Art des Qualifizierungsverfahrens festgelegt werden.
Die Steuerung von Dichte als ein Aspekt wird im Qualifizierungsver-
fahren um gesellschaftliche, soziale, ökologische oder klimatische
Belange und insbesondere auch baukulturelle Aspekte qualitativ
ergänzt.
Kommunikation
Zusätzlich zu seiner Aufgabe als Steuerungsinstrument kann der
Köln-Katalog mit seinen anschaulichen Darstellungen zur Kommu-
nikation und Vermittlung genutzt werden. Für Fachpublikum bietet
der Köln-Katalog Inspiration und Anregung und kann für das Thema
Dichte sensibilisieren. Die in der Stadtstrategie benannten Zieldich-
ten erhalten durch die sechs Quartierstypologien und Anwendungs-
beispiele ein „Gesicht“ , die elf Dichtestrategien können auch indivi-
duell neue Lösungen bieten.
Mit dem Fachsymposium im Mai 2021 wurde in Sachen Kommunika-
tion bereits ein erster wichtiger Schritt geleistet. Für eine Weiterfüh-
rung könnten unterschiedliche Formate zum Tragen kommen, zum
Beispiel weitere Symposien, Vortragsreihen oder Ausstellungen.
Sondierung Konkretisierung
Einflussnahme auf
Dichte und Qualität
Abstimmungsaufwand
Abbildung: Verhältnis von Einflussnahme auf Dichte und Qualität im
Vergleich zum Abstimmungsaufwand
RealisierungQualifizierung
127
Konkrete Empfehlungen
Pilothafte Anwendung
In seiner jetzigen Betrachtungstiefe kann der Köln-Katalog mit sei-
nen Quartierstypologien nicht alle Rahmenbedingungen und Anfor-
derungen, die von unterschiedlichen Fachstellen und Akteur*innen
in eine Projektentwicklung eingebracht werden, beachten. Zahlrei-
che Detailaspekte können erst auf Ebene der Bauleitplanung gelöst
werden, beispielsweise die Verkehrsplanung, Fragen des Ordnungs-
rechts und der Pflege von öffentlichen Räumen, die konkrete Be-
rücksichtigung von Flächen für Feuerwehr und Entsorgungsbetriebe,
standortspezifische Integration sozialer (städtischer) Infrastrukturen
und Klimaschutzmaßnahmen. Diese haben aber einen nicht zu un-
terschätzenden Einfluss auf die Umsetzung der Quartierstypologien.
Die Entwicklung einer dichten, grünen und besonders lebenswerten
Stadt erfordert von allen Fachstellen und Akteur*innen, ihre Vorga-
ben und Haltungen zu überdenken, Neues zu probieren, von anderen
Städten und Ländern zu lernen und so einen Beitrag zu einer integ-
rierten, nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten.
Um den Köln-Katalog, seine Typologien und den Anwendungspro-
zess zu testen und zu überprüfen, sollten parallel zum Beschluss des
Köln-Kataloges pilothaft Projekte (laufende und zukünftige Projek-
te), vor allem in der Äußeren Stadt, angedacht und erprobt werden.
Hierzu eignen sich insbesondere Projekte, die in der Regie oder in
Kooperation mit erfahrenen Partner*innen entwickelt werden. Die
pilothafte Begleitung der Projekte dient dem Erkenntnisgewinn, bei
welchen Themenfeldern und Prozessschritten besondere Hürden
zur Realisierung von qualitätvollen Dichten bestehen. Hierauf kann
durch entsprechende vertiefende Studien oder stadtinterne dezer-
natsübergreifende Abstimmungen reagiert werden.
Evaluierung
Während des Realisierungsprozesses und nach Fertigstellung sollten
die Projekte fortwährend evaluiert werden, um die Wirkweise des
Köln-Kataloges zu überprüfen.
Die Projekte sollten zudem dokumentiert und veröffentlicht werden,
um als „Next Practice” für weitere Kölner Standorte dienen zu kön-
nen.
128
Projektverantwortung
Brigitte Scholz, Leiterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Projektteam beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Stephanie Dormann, Stabstelle Strategische Stadtentwicklung
Inga Hoffmann, Stabstelle Strategische Stadtentwicklung
Stephanie Nourney-Waldmann, Sachgebiet Erschließungsmanagement von Flächen
Nina Kristin Sieberns, Sachgebiet Erschließungsmanagement von Flächen
Ämterübergreifende Zusammenarbeit
Köln-Katalog T eam
Marita Hey, Umwelt- und Verbraucherschutzamt
Olaf May, Amt für Wohnungswesen
Olaf Nobis, Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster
Oliver Rickling, Wohnungsbauleitstelle
Wolfgang Tuch, Stadtplanungsamt
Caroline Wagner, Stadtplanungsamt
Lukas Wirtz, Stadtplanungsamt
Inhalt und Basisgestaltung
De Zwarte Hond Duplex Architekten
Matthias Rottmann Sarah Escher
Lennart Senger Sissil Bollig
Impressum
129
Kontakt
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Stadthaus Deutz – Westgebäude
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Stephanie Dormann
Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung
Telefon 0221 221-24673
Impressum
Die Oberbürgermeisterin
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Satz
rheinsatz, Köln
Druck
xxx
13-US/15/xx/10.2022
Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle IX/15 Vorlagen-Nummer 3068/2022 Freigabedatum 17.01.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Köln Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln (1) beschließt den Köln-Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere als städtebauliches Entwicklungskonzept nach § 1 Abs. 6 Nr.11 Baugesetzbuch. (2) beauftragt die Verwaltung, den Köln-Katalog bei allen zukünftigen bebauungsplanrelevanten Vorhaben als städtebauliches Entwicklungskonzept zu berücksichtigen. Stadtentwicklungsausschuss 02.02.2023 Unterausschuss Wohnen 27.02.2023 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 09.03.2023 Rat 23.03.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Hintergrund: Als Schlüsselprojekt der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“, die am 14. Dezember 2021 als Kompass für die zukunftsgerichtete, strategische und nachhaltige Stadtentwicklung Kölns beschlossen wurde, vertieft und konkretisiert der Köln-Katalog deren Leitsätze und Ziele. Dabei widmet sich der Köln- Katalog einer der wesentlichen Herausforderungen der Stadt Köln: der nachhaltigen Siedlungsflächen- entwicklung. Die Auswirkungen des Stadtwachstums stellen den Kölner Wohnungsmarkt jetzt und auch in den nächsten Jahrzehnten vor große Aufgaben. Die hohe Nachfrage an Wohnraum ist trotz derzeit rückläufiger Bevölkerungszahlen ungebrochen und kann im Bestand nicht gedeckt werden. Gleichzeitig verfügt Köln nur noch über wenige Flächenpotenziale für den Wohnungsbau. Daher gilt es, mit den vor- handenen Flächenpotenzialen sparsam umzugehen, flächensparende Wohnformen zu realisieren und nachhaltig zu wachsen. Inhalte: Inhaltlich orientiert sich der Köln-Katalog insbesondere am 1. Leitsatz der Stadtstrategie „Köln sorgt für kompakte und lebenswerte Quartiere”, der Handlungsempfehlung 2 „Innere Werte” zum verantwortungs- vollen Umgang mit den begrenzten Flächenpotenzialen sowie der Zielkarte „Wohnen: Realisierung von gemischten, lebendigen und gut angebundenen Quartieren“. Letztere zoniert die Siedlungsfläche Kölns in drei Dichtekategorien, für die jeweils eine Quartiersdichte als Ziel empfohlen wird. Demnach wird für die Innenstadt sowie ausgewählte Versorgungszentren der Inneren Stadt eine Quartiersdichte von höher als 1,5, für die Innere Stadt sowie ausgewählte Versorgungszentren der Äußeren Stadt eine Quartiers- dichte höher als 1,2 und für die Äußere Stadt höher als 0,8 festgesetzt. Der Köln-Katalog übersetzt und verbildlicht diese abstrakten Zieldichten. Über eine Bestandsanalyse, die Auswertung von Best-Practice-Beispielen und die Entwicklung von 11 Strategien für eine qualitätvolle Dichte wurden sechs Quartierstypologien als Prototypen für neue Kölner Quartiere entwickelt. Die sechs Quartierstypologien bilden den Kern des Köln-Kataloges und zeigen anschaulich, wie kompakte, nach- haltige und lebenswerte Quartiere für die drei Dichtekategorien der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ zukünftig aussehen können. An exemplarischen Anwendungsbeispielen werden die Quartiersty- pologien in einem konkreten Kölner Kontext überprüft Der Köln-Katalog baut auf den Flächenvorgaben des Kooperativen Baulandmodells auf. Konkret werden im Köln-Katalog Quartierstypologien entwickelt, die den Zieldichten der Stadtstrategie „Kölner Perspekti- ven 2030+“ entsprechen und gleichzeitig die Grün- und Spielflächenbedarfe gem. KoopBLM aufweisen. Die Orientierungswerte für die Bestimmung des Maßes der baulichen Nutzung gemäß § 17 BauNVO werden berücksichtigt, da die Ziele der Stadtstrategie - gut angebundene, gemischte und kompakte Quartiere zu entwickeln – die Art der baulichen Nutzung beeinflussen soll. Dies kann insbesondere in der Äußeren Stadt eine Abweichung von der bisheriger Praxis bedeuten, da einige Arten der baulichen Nutzung die Ansprüche an eine stärkere Nutzungsmischung und kompaktere Quartiere nicht abbilden können. Strategisches Ziel ist es, kompakte und somit flächensparende Quartiere, die sozial und funktional durchmischt sind, das Prinzip der kurzen Wege verfolgen, ausreichend Grünflächen aufweisen und nachhaltig sind, in Köln zu realisieren. Anwendung: Als städtebauliches Entwicklungskonzept (§ 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB) wird der Köln-Katalog zukünftig bei 3 bebauungsplanrelevanten Vorhaben berücksichtigt, dies erfolgt unter dem Aspekt der Abwägung im Abgleich mit anderen Belangen (§ 1 Abs. 7 BauGB). So entfaltet der Köln-Katalog eine steuernde Wir- kung innerhalb und außerhalb der Verwaltung. Ziel ist es, die Quartiersdichten der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ in den neuen Quartieren zu erreichen. Ausblick: Für die verwaltungsinterne Anwendung wird auf Basis des Köln-Katalogs eine Handreichung erstellt, die die Anwendungsbereiche und Anwendungsmöglichkeiten konkretisiert. Zudem prüft die Verwaltung, in- wieweit der Köln-Katalog bei bereits laufenden Bebauungsplanverfahren noch berücksichtigt werden kann. Für die quantitative und qualitative Evaluation der Wirkung des Köln-Katalogs ist eine Verschneidung mit dem Wohnungsbauprogramm vorgesehen. Positive Auswirkungen auf den Klimaschutz: Der Köln-Katalog soll dazu beitragen, neue Quartiere flächensparender zu entwickeln und somit auch der Versiegelung von Flächen entgegenwirken. Gleichzeitig sind im Köln-Katalog Qualitäten für kompak- te Quartiere hinterlegt, die auf strategischer Ebene die Verankerung von Maßnahmen für den Klima- schutz und die Klimawandelanpassung von Anfang an in den Quartiersentwicklungen vorsehen. Finanzierung: Der Beschluss verursacht keine unmittelbaren zusätzlichen haushaltsmäßigen Auswirkungen. Die Be- rücksichtigung des Köln-Kataloges als städtebauliches Entwicklungskonzept erfolgt im Rahmen der Bau- leitplanverfahren. Anlagen: Anlage 1_Köln Katalog_20221115 (digital) Die Anlage dieser Beschlussvorlage wird aus Gründen der Ressourcenschonung nur digital im Ratsin- formationssystem bereitgestellt.
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IX/15 Vorlagen-Nummer 3068/2022 Stand: 13.01.2026 Sachstandsbericht Köln Katalog – Typologien für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3068/2022
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 17.01.2023
- Erstellt
- 16.09.2022 13:52