V/0036/2017
Jahresbericht zum Kundenreaktionsmanagement (KRM) 2016 des Jobcenters Münster / Ergebnisse der Kundenbefragung (Messwellen 2016) des Jobcenters Münster
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Berichtsvorlage
13450 Zeichen
V/0036/2017
DER OBERBÜRGERMEISTER
Jobcenter
Betrifft
Jahresbericht zum Kundenreaktionsmanagement (KRM) 2016 des Jobcenters Münster /
Ergebnisse der Kundenbefragung (Messwellen 2016) des Jobcenters Münster
Beratungsfolge
08.03.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und
Arbeitsförderung Bericht
Bericht:
I. Jahresbericht zum Kundenreaktionsmanagement (KRM) 2016 des Jobcenters Münster
Das KRM ist zum 01.09.2009 in der damaligen „Arbeitsgemeinschaft Münster“ eingerichtet wor-
den und hat sich seitdem als wichtiges Mittel der Kundenorientierung und der Qualititätssiche-
rung im Jobcenter etabliert. Auch nach dem Übergang des Jobcenters in die kommunale Träger-
schaft der Stadt Münster zum 01.01.2012 ist das KRM beibehalten worden. Im Oktober 2012
wurde zudem die Ombudsstelle eingerichtet. Über deren Arbeit und die Ergebnisse der dortigen
Kundenreaktionen wird gesondert berichtet1.
1. Auswertung und wesentliche Erkenntnisse
Nachdem sich die absolute Zahl der Kundenreaktionen in den letzten Jahren schon auf
einem niedrigen Niveau stabilisiert hat, ist für den Berichtszeitraum erneut ein Rückgang
der Kundenreaktionen zu verzeichnen. So lagen in den vergangenen drei Jahren durch-
schnittlich immer etwa 80 Kundenreaktionen (2013: 79 Reaktionen; 2014: 82 Reaktionen;
2015: 86 Reaktionen) vor, 2016 waren es insgesamt nur 64 Reaktionen. Zwar wurden mit
21 Loben auch 7 Lobe weniger, als im Vorjahr ausgesprochen – angesichts der dauerhaft
angespannten Personalsituation und dadurch bedingt erhöhten Arbeitsbelastung ist das
Ergebnis dennoch erfreulich.
Auch die Anzahl der Bürger, die sich an das KRM gewandt haben, war – dem Trend der
Reaktionsanzahl folgend – entsprechend rückläufig. Während sich 2014 noch 72 und
2015 noch 80 Menschen an das KRM wandten, waren es 2016 nur 62 Personen, 53 von
ihnen wandten sich erstmalig an das KRM – die übrigen 9 waren bereits aus den Vorjah-
ren bekannt.
1 Vorlage V/0150/2017 „Jahresbericht 2016 der Ombudsstelle für das Jobcenter der Stadt Münster“.
Vorlagen-Nr.:
V/0036/2017
Auskunft erteilt:
Frau Nilles
Ruf:
492-9002
E-Mail:
Nilles@stadt-muenster.de
Datum:
17.02.2017
Öffentliche Berichtsvorlage
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Gemessen an den rund 11.000 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt etwa 21.000 Leis-
tungsberechtigten liegen die Anzahl der Kundenreaktionen und die Anzahl der Menschen,
die sich an das KRM gewandt haben, im Promillebereich.
2. Besonderheiten im Berichtszeitraum
a. Unberechtigte, teilweise berechtigte bzw. vollumfänglich berechtigte Kundenreaktio-
nen
Insgesamt waren 35 aller Reaktionen (etwa 55 %) nicht berechtigt. In drei Fällen (etwa
5 %) war die Kritik teilweise berechtigt – das heißt, dass dem Anliegen des Bürgers
zum Teil entsprochen wurde. Insgesamt waren 26 der Reaktionen (etwa 40 %) voll-
umfänglich berechtigt, darunter aber auch die 21 positiven Reaktionen (Lobe). Im Er-
gebnis bleiben somit nur noch fünf (etwa 8 %) berechtigte, kritische Kundenreaktio-
nen, vier davon betrafen eine überlange Bearbeitungsdauer. Zweifelsohne resultieren
diese vier Beschwerden aus der bereits geschilderten, prekären Personalsituation.
Gleichwohl ist eine Zahl von lediglich fünf berechtigten Beschwerden angesichts der
Anzahl der Bedarfsgemeinschaften und Leistungsberechtigten ein anerkennenswertes
Ergebnis und zeugt von hoher Arbeitsqualität.
b. Gründe für Kundenreaktionen
Fünf Reaktionen (sämtlich Lobe) stammten von Arbeitgebern. Alle anderen Reaktio-
nen wurden von Kundinnen und Kunden eingebracht.
35 der Reaktionen (etwa 55 %) betrafen Fachaufgaben, 21 (etwa 33 %) das Verhalten
von Mitarbeitenden und fünf die Bearbeitungsdauer.
Im vergangenen Jahr wurden vier Dienstaufsichtsbeschwerden (6 %), also gegen ein
falsches, persönliches Verhalten von Mitarbeitenden erhoben (Vorjahr: 8%). Sämtliche
Beschwerden wurden als unberechtigt zurück gewiesen.
Fünf der Reaktionen erreichten das Jobcenter über das Büro des Oberbürgermeisters.
Anders, als in den Vorjahren, wandte sich aber kein Bürger und keine Bürgerin mit
Beschwerden an das zuständige Ministerium (MAIS).
Die Bearbeitungsdauer einer Kundenreaktion betrug 2016, wie etwa schon in den Vor-
jahren 13 Kalendertage.
3. Abschließende Jahresstatistik
a. Gesamtstatistik
Neue Fälle 64
Bearbeitete Fälle 64
- Davon fristgerecht bearbeitet 38
- Durchschnittliche Bearbeitungsdauer (in Tagen) 13
Bearbeitete Fälle mit 14-Tage-Bearbeitungsfrist 57
- Davon fristgerecht bearbeitet 31
- Durchschnittliche Bearbeitungsdauer (in Tagen) 12
b. Reaktionen nach Kundenart
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Kundenart Anzahl Prozent
Arbeitgeber 6 9 %
Leistungsbeziehende/r 58 91 %
c. Reaktionen nach Geschlecht
Geschlecht Anzahl Prozent
Weiblich 34 53 %
Männlich 30 47 %
d. Reaktionsarten
Reaktionsart Anzahl Prozent
Lob / Anregung 21 33 %
Fachaufsichtsbeschwerde 36 56 %
Dienstaufsichtsbeschwerde 4 6 %
Petition / Eingabe - -
Sonstiges 3 5 %
e. Reaktionen nach betroffenen Bereichen (Mehrfachnennungen möglich)
Bereich Anzahl Prozent
Kundenzentrum 2 3 %
Antragsannahme 5 8 %
Neukunden 1 2 %
Leistungssachbearbeitung 27 42 %
Selbständige 6 9 %
Arbeitsvermittlung Ü25 8 13 %
Arbeitsvermittlung U25 2 3 %
Arbeitsvermittlung Ü50 2 3 %
Reha /SB 2 3 %
Arbeitgeber-/Träger-Team 2 3 %
Arbeitgeberservice 5 8 %
Fachstelle Recht 2 3 %
f. Reaktionen nach Grund der Eingabe
Grund Anzahl Prozent
Fachaufgaben 35 55 %
Mitarbeiterverhalten 21 33 %
Bearbeitungsdauer 5 6 %
Sonstiges 3 5 %
g. Reaktionen nach Beurteilung
Beurteilung Anzahl Prozent
Berechtigt 26 41 %
Teilweise berechtigt 3 5 %
Unberechtigt 35 55 %
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II. Ergebnisse der Kundenbefragungen (Messwellen 2016) des Jobcenters Münster
Das Jobcenter hat im Jahr 2016 erneut Kundenbefragungen veranlasst. Durch das beauftragte
Unternehmen wur den zwei Messwellen durchgeführt (jeweils 2. bzw. 4. Quartal 2016). Pro
Messwelle wurden jeweils 100 zufällig ausgewählte Kundinnen und Kunden gebeten,
verschiedene Aspekte mittels eines Schulnotensystems (Notenskala eins bis sechs) zu bewerten.
Nachfolgend werden die Jahresergebnisse für das Jahr 2016 2 im Vergleich zu den Vorjahren
vorgestellt und erläutert.
1. Ergebnisse
a. Abteilung Markt und Integration
Abbildung 1: Ergebnisse Abteilung Markt und Integration
In der ersten Abbildung wird zum Themenbereic h Markt und Integration widergespiegelt, wie
zufrieden die befragten Kundinnen und Kunden mit den Vermittlungs - und Beratungstätigkeiten
sind. Die Bewertungen im Jahr 2016 sind im Vergleich zu den beiden Vorjahren durchweg
positiver.
Besonders deutlich ze igt sich dies hinsichtlich der Zufriedenheit der Befragten mit den von den
Jobcoaches offerierten Stellenangeboten. Die Befragungen des Jahres 2016 zeigen eine
Steigerung in der Bewertung, es ergibt sich eine Durchschnittsnote von 2,3. Das entsprechende
Stellenportfolio konnte durch die Jobcoaches im Jahr 2016 somit noch passgenauer für die
befragten Kundinnen und Kunden zugeschnitten werden.
Hervorzuheben ist zudem die Bewertung in Bezug auf die Beratung zu den persönlichen
Lebensumständen (Durchschnittsn ote 1,9). Dieses Ergebnis reflektiert den ganzheitlichen
Betreuungsansatz des Jobcenters. Die Beratungsgespräche konzentrieren sich vordergründig
auf die Stabilisierung und die Befähigung der Kundinnen und Kunden. Diese Sichtweise stellt die
Berücksichtigung der persönlichen Rahmenbedingungen automatisch in den Mittelpunkt der
2 Die Jahreswerte errechnen sich aus den beiden jeweils im Jahr durchgeführten Messwellen.
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Potenzialanalyse. Insofern findet sich auch die strategische Ausrichtung der Vermittlungstätigkeit
in dem positiven Ergebnis der Befragung wieder.
b. Abteilung Leistung
Abbildung 2: Ergebnisse Abteilung Leistung
Innerhalb dieses Themenbereichs wurden die Kundinnen und Kunden zu ihrer Zufriedenheit zu
den verschiedenen Aspekten der Leistungsgewährung befragt. Im Ergebnis sind auch hier
überwiegend positivere bzw. gleichgelagerte Benotu ngen im Diskurs mit den Vorjahren
festzustellen.
Die Verständlichkeit der Antragsunterlagen wurde durch die Befragten durchschnittlich mit der
Note 2,2 bewertet. Ebenso die hilfreiche Beratung und Begleitung des Prozesses durch die
Mitarbeiterinnen und Mi tarbeiter. Konform hierzu wurde auch besser bewertet, inwieweit die
Erklärungen zu Bescheiden hilfreich und verständlich waren und offene Fragen geklärt werden
konnten (Schulnote 2,7).
Die Benotung zur Zufriedenheit mit der Bearbeitungsdauer zeigt sich, w ie in den Vorjahren mit
einem Wert von 2,2 gefestigt.
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c. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
Abbildung 3: Ergebnisse Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Dieser Themenbereich wird durch die Befragten mit einem Schulnotenbereich von 1,7 bis 2,3
bewertet. Hinsich tlich ihrer Freundlichkeit und Kompetenz werden die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beider Fachbereiche überdurchschnittlich gut eingeschätzt, insbesondere die
Zufriedenheit mit dem Jobcoach in Bezug auf Freundlichkeit sticht mit der Note 1,7 heraus.
Für die Gesamtheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fallen die Ergebnisse der Befragung
ebenfalls solide aus, die Bewertungen der Vorjahre wurden übertroffen. Insbesondere ist
hervorzuheben, dass es den Ansprechpartnern des Jobcenters noch stärker gelunge n ist, eine
für die Befragten notwendige Vertrauensbasis zu schaffen (Note 2,3).
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d. Jobcenter insgesamt
Abbildung 4: Ergebnisse gesamt
Die Befragten stellen dem Jobcenter Münster insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Die
Rahmenbedingungen wurden durch die Ku ndinnen und Kunden auf gleich hohem Niveau
eingeschätzt wie im Vorjahr. Hinsichtlich der Zufriedenheit mit dem Jobcenter insgesamt und
auch zum Aspekt der Meinung vom Jobcenter wurde durchschnittlich die Note 2,4 vergeben.
Bei der Zufriedenheit mit der telefonischen Erreichbarkeit (Steigerung auf die Note 2,8) ist in der
Bewertung eine leichte Verbesserung auszumachen. Gleichwohl bleibt hier Optimierungsbedarf.
Gleichzeitig gaben die Befragten vermehrt an, dass Ihr Anliegen am Telefon gut erledigt werden
konnte und bewerteten diesen Aspekt mit einer Note von 2,2. Dies verstärkt den Ansatz der
durch den Or ganisationsentwicklungsprozess beabsichtigten stärkeren unmittelbaren
Kommunikation zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Kund innen und Kunden .
Insbesondere vor dem Hintergrund der nicht zufriedenstellenden Benotung im Jahr 2015 ist diese
positive Entwickung erfreulich.
2. Gesamtbetrachtung
Die personellen Rahmenbedingungen für die Arbeit des Jobcenters gestalteten sich im Jahr 2016
alles andere als günstig. Die anhaltend hohe Fluktuation bedeutete eine große Zusatzbelastung
für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vakante Stellen und zusätzlich die Einarbeitung neuer
Fachkräfte banden Ressourcen. Darüber hinaus hatte auch der starke Zulauf von gefl üchteten
Menschen große Auswirkungen. Hier mussten zielgruppenorientierte Prozesse und Konzepte
implementiert werden, eine neue Fachstelle wurde eingerichtet.
Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass das Jobcenter im Jahr 2016 nicht seine vollen Potenzi a-
le ausschöpfen konnte - insbesondere konnten die mit dem Land Nordrhein-Westfalen vereinbar-
ten Zielwerte zur Integrationsarbeit nicht vollständig erreicht werden.
Aus den Ergebnissen der Kundenbefragungen im Jahr 2016 lässt sich nun ein durchweg posit i-
ves Fazit ziehen. Die Notenskala aller Bewertungen bewegt sich zwischen 1,7 bis 2,8. Das
Feedback der Kundinnen und Kunden spiegelt trotz der geschilderten Unwägbarkeiten eine gute
Akzeptanz und eine weitgehende Zufriedenheit wider.
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Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters haben es im Rahmen der direkten Kontakte
trotz der Zusatzbelastungen geschafft, bei der Mehrzahl der Befragten ein Vertrauensverhältnis
als Grundlage der Zusammenarbeit auf - und durch geeignete Hilfestellung bei konkreten Anli e-
gen auch auszubauen.
3. Ausblick
Im Rahmen der Umsetzung des Organisationsentwicklungsprozesses im Jahr 2017 soll durch die
sozialräumliche Ausrichtung des Jobcenters mit weniger Ansprechpartnern und reduzierten
Schnittstellen eine noch stärkere Kundennähe und engere Verzahnung hergestellt werden.
Die multifunktionale Anlaufstelle „job_aktuell“ (vormals Joboffice bzw. Kundenzentrum) dient
nach den inzwischen realisierten Erweiterungs - und Umbaumaßnahmen durch ein optimiertes
Konzept sowohl den Arbeitgebenden al s auch allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zur
Kontaktaufnahme und Präsentation.
Damit sich die Kundinnen und Kunden zukünftig noch gezielter eigenständig über
Stellenangebote informieren können, wird in Kürze eine Online -Stellenbörse implementiert, di e
den gesamten regionalen Stellenmarkt tagesaktuell darstellt.
Auch im Jahr 2017 wird das Jobcenter den internen kontinuierlichen Verbesserungsprozess we i-
ter fortsetzen, um den Anforderungen und Erwartungshaltungen der Kundinnen und Kunden
auch zukünftig gerecht zu werden.
Die beschriebene Optimierung der Angebotspalette steht dabei im besonders im Fokus.
In Vertretung
Gez.
Cornelia Wilkens
Stadträtin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0036/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.01.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37