V/0069/2022
Eine Mobilitätsplattform für Münster: Sachstandsbericht
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Anlage A
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Anlage A zur V/0069/2022 Kurzüberblick Es wird über den aktuellen Sachstand zur Einführung einer Mobilitätsplattform durch die Stadtwerke Münster berichtet. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Mobilitätsplattform verfolgt das Ziel, umweltfreundliche Mobilität digital möglichst einfach zugänglich zu machen. Damit werden folgende Leitorientierungen aus dem ISM-Prozess verfolgt: - Weitere Verbesserung des Wohnwerts, der Familienfreundlichkeit und der sozialen Balance in der Stadtgesellschaft durch Ausbau von öffentlichen Mobilitätsangeboten - Entwicklung der Stadt Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität durch Verringerung von verkehrsbedingten Lärm- und Schadstoffemissionen sowie Reduzierung des Flächenverbrauchs durch den ruhenden Verkehr - Ausbau der oberzentralen Funktionen der Stadt Münster als bedeutender Wirtschafts-, Arbeitsplatz und Bildungsstandort durch Sicherstellung der Erreichbarkeit von Angeboten Finanzierung Produktgruppe: Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Mobilitätsplattform will umweltfreundliche Mobilität stärken. Dies ist ein Beitrag zum Klimaschutz.
Berichtsvorlage
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V/0069/2022 V/0069/2022 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Eine Mobilitätsplattform für Münster: Sachstandsbericht Beratungsfolge 01.06.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Bericht Bericht: Mit dieser Berichtsvorlage wird ein kurzer Überblick über die geplante Mobilitätsplattform der Stadtwerke Münster gegeben. Dabei werden sowohl der aktuelle Sachstand als auch die geplanten Entwicklungsschritte erläutert. Diese Vorlage ist auch als erste Bearbeitung der Punkte 3 und 4 des Ratsantrags A-R/0007/2022 („Weiterentwicklung des Münsteraner Nahverkehrssystems“), des Punktes 3 des Ratsantrags A-R/0010/2021 („Den Strukturwandel in der Innenstadt smart gestalten“) sowie als „Einrichtung einer Mobilitäts-App für eine Smart Moving City“ (vgl. V/0897/2021, Zwischenbericht Masterplan Mobilität, S. 79 u. 111) zu verstehen. Kurzbeschreibung des Projektvorhabens Die Stadtwerke Münster (SWMS) planen den Betrieb einer neuartigen MaaS-Plattform (Mobility-as-a- Service-Plattform), die es einem registrierten Kunden ermöglicht, über eine App eine intermodale Route seinem Reiseziel entsprechend zu ermitteln, entlang dieser geführt zu werden und die genutzten Mobilitätsprodukte in einem Gesamtpreis über die App zu bezahlen. Die Plattform verknüpft mehrere Aspekte der Bereitstellung von digitalen Mobilitätsdienstleistungen wie Planen, Buchen, Bezahlen und Anpassen von Fahrten basierend auf Echtzeitinformationen. Die Mobilitätsplattform bedient ausschließlich den neuen e-T arifeezy.nrw. Die münster:app bleibt parallel bestehen und bedient weiterhin das klassische Ticketing. Der innovative eT arifund das damit verbundene Check-In-Be-Out (CiBo) System (s. https://eezy.nrw) haben die SWMS von Anfang an überzeugt, so dass sie dies in Münster als Kernprodukt der zukünftigen T arifausrichtungumsetzen möchten. Diese Innovation wollen die SWMS mit multimodalen Erweiterungen für die Kunden in einer neuen Mobilitätsplattform bündeln, die Kunden begeistern und die Mobilitätswende durch einfache Zugänge zum ÖPNV-System unterstützen. Indem unterschiedliche Mobilitätsangebote und ihre Kombination intelligent und digital verknüpft werden, ist die MaaS-Plattform zudem ein wichtiger Baustein für eine Smart City Münster. Dezernat III/Smart City 20.05.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Dr. Wolf T elefon:492-7074 wolf@stadt-muenster.de - 2 - V/0069/2022 Erwartete Ergebnisse Die geplante Mobilitätsplattform soll den Bürgerinnen und Bürgern einen zentralen Zugang zur Mobilität mit folgenden Effekten bieten: Einfache Mobilität: Informieren, Buchen, Nutzen und Abrechnen aus einer Hand. Die Kunden nutzen hierzu ein System (App) und müssen sich nur einmal registrieren. Dies reduziert bestehende Zugangshürden bei der Nutzung des ÖPNVs sowie insbesondere bei der Nutzung intermodaler Wegeketten. Die Einfachheit der Nutzung sowie die Transparenz der Produkte (Preis/Leistung) und Leistungen erhöht die Bereitschaft, einen ggf. vorhandenen eigenen PKW stehen zu lassen oder auf einen PKW zu verzichten. Über das System können sowohl Gelegenheitskunden als auch Stammkundengruppen abgebildet und erreicht werden. Verschiedene neue Mobilitätsservices können auch zukünftig in die Plattform integriert werden, was für diesen neuen Service sofort einen potenziellen Nutzerkreis erschließt. Die Tragfähigkeit neuer Services lässt sich damit schneller erreichen. Die Umsetzung neuer Produkte ermöglichen z.B. intermodales Reisen durch die Verknüpfung von Angeboten und Bestpreis-Lösungen. Eröffnung neuer Möglichkeiten für das betriebliche Mobilitätsmanagement durch Zuschussprodukte wie z.B. Mobilitätsguthaben, die in einem zentralen Firmenaccount verwaltet werden können Mit der Mobilitätsplattform soll Einfluss auf bestehende Aktivitätsmuster der Bürgerinnen und Bürger genommen werden, um folgende Ziele zu unterstützen: Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs auf ein stadtverträgliches Maß Steigerung der Anzahl der mit dem Rad zurückgelegten Fahrten durch Einbindung privater und geteilter Fahrräder in das Routing multimodaler Wegeketten Steigerung der Anzahl der mit dem ÖPNV beförderten Menschen dadurch insgesamt Verringerung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor und somit ein Beitrag zur angestrebten Klimaneutralität 2030 Durch die kundenorientierte Gestaltung der Informations-, Buchungs- und Abrechnungsprozesse wird den Kunden ein nahtloser Zugang und Übergang in eine intermodale Welt ermöglicht. Durch die Anbindung von eezy.nrw und der Schnittstelle „elektronische Fahrplanauskunft“ (EFA) ist die Plattform von Anfang an nicht auf Münster begrenzt und kann auch für den ÖPNV im Umland genutzt werden. Aktueller Status Die SWMS führten ein Vergabeverfahren mit vorgeschaltetem T eilnahmewettbewerbdurch, der es ermöglichte, den wirtschaftlich besten Dienstleister für das beschriebene Projektvorhaben zu finden. Im ersten Quartal des Jahres 2022 wurde das Vergabeverfahren beendet und der Dienstleister highQ Computerlösungen GmbH mit Sitz in Freiburg ausgewählt. Mit Beginn des zweiten Quartals konnte somit das Projekt entsprechend des untenstehenden Projektplans beginnen. Parallel zum Vergabeverfahren bewarben sich die SWMS auf das Förderprogramm „Mobility-as-a- Service in Nordrhein-Westfalen“ des Ministeriums für Verkehr des Landes NRW und erhielten hierfür einen positiven Zuwendungsbescheid in Höhe von 844.000 Euro. Projektplanung Grundsätzlich soll die Entwicklung der Mobilitätsplattform agil umgesetzt werden. Das agile Vorgehen ermöglicht es den SWMS auf veränderte Kundenanforderungen aber auch auf Veränderungen in der Politik, der Wirtschaft oder der Rechtslage schnell reagieren zu können. In der Projektphase, die 2 Jahre betragen wird, ist es das Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern möglichst schnell einen möglichst großen Mehrwert zu bieten. Dabei werden im Verlauf der Projektphase die Kundengruppen immer mehr erweitert, sodass nach zwei Jahren jeder in Münster einen Mehrwert durch die Plattform erfährt. - 3 - V/0069/2022 Die SWMS streben bei allen Integrationen eine sogenannte Tiefenintegration an. Das bedeutet, dass bei der Nutzung eines Mobilitätsdienstes keinerlei Absprünge in andere Apps benötigt werden. Dabei wird neben den Erstinformationen zum Mobilitätsdienst, die Routengenerierung, die Buchung und zum Schluss die Abrechnung komplett in einer App, der Mobilitätsplattform, vollzogen. Wie zu Beginn bereits erwähnt, haben die SWMS ein großes Interesse am innovativen eT arifmit der Check-in-Be-Out-Funktion. Aus diesem Grund ist die Einbindung von eezy.nrw für die erste Version entscheidend. Damit soll ein neues und vor allem einfaches ÖPNV-Erlebnis entstehen. Eezy.nrw unterstreicht somit von Beginn an den Zweck der Mobilitätsplattform: Mobilität soll einfach sein! Ergänzt wird das Angebot durch die Anbindung des erfolgreichen On-Demand-Shuttlebus-Systems LOOP-münster, welches tariflich bereits komplett integriert ist. Als drittes Mobilitätsangebot soll in der ersten Version ein Scooter-Anbieter integriert werden. Damit wird auch die „letzte Meile“ bis zum Ziel abgedeckt. Für das Zusammenspiel der verschiedenen Mobilitätsprodukte wird von Anfang an ein intermodales Routing die Basis bilden. Dadurch erhalten die Nutzer zum ersten Mal in Münster die Möglichkeit verschiedene Mobilitätsprodukte in einer Route zu kombinieren. Ein einheitliches Kundenkonto sowie die zentrale Abrechnung für alle angebotenen Dienste runden das Gesamtbild der einfachen Mobilität in der ersten Version der Mobilitätsplattform ab. Im Hintergrund haben die Mitarbeiter der SWMS die Möglichkeit, über ein bestehendes Serviceportal des Plattformanbieters Kundenanfragen zu bearbeiten. Die Bündelung verschiedener Mobilitätsprodukte bringt neue Erfahrungen mit sich. Deshalb ist die Auswertung dieser neuerlangten Informationen ab dem Moment des öffentlichen Starts ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Der öffentliche Start der ersten Version ist noch in diesem Jahr geplant. Im weiteren Verlauf der Projektphase wird die App stets weiterentwickelt. Neben der Anbindung weiterer Mobilitätsdienste aus den Bereichen des Car-, Scooter- und Bikesharings, werden auch weitere Funktionen, wie eine Aboverwaltung, T eildes Projektes. Dadurch haben auch Abonutzer:innen die Möglichkeit ihr Abo in der App zu pflegen und die Plattform vollumfänglich zu nutzen. In der gesamten Projektphase wird großer Wert auf die Qualität gelegt. So wird die Plattform stets anhand des Kundenfeedbacks optimiert. So können stets Anpassungen bei der Routengenerierung, im Serviceportal oder auch in anderen T eilender Plattform erfolgen. Die Schaffung eines Betrieblichen Mobilitätsmanagements zum Ende der Projektphase rundet das Gesamtpaket Mobilitätsplattform ab. Damit stellen die SWMS mit der Plattform Unternehmen ein T ool zu Verfügung, mit dem sie ihren Mitarbeitern Mobilitätspakete bereitstellen können. Allgemeines Natürlich steht die Entwicklung nach der Projektphase nicht still. So wird die Plattform stets weiterentwickelt und optimiert, um klimafreundliche und stadtverträgliche Mobilität auch in der Zukunft so einfach wie möglich zu gestalten. Unter anderem soll eine Einbindung von weiteren Echtzeitdaten (z. B. Auslastung Busse, Standorte Busse) geprüft werden. Die Mobilitätsplattform soll spätestens nach Abschluss der Projektphase, idealerweise bereits davor, für alle Mobilitätsanbieter, die auf der Plattform vertreten sein möchten, offenstehen. Dies stellt sicher, dass die Mobilitätsplattform relevant bleibt, da sich perspektivisch alle übrigen digitalen Mobilitäts- dienstleistungen erübrigen könnten. Ein automatisierter, anonymisierter Zugriff auf die anfallenden Verkehrsdaten wird sowohl für die Verwaltung als auch für die Öffentlichkeit über das Open-Data- Portal der Stadt Münster angestrebt. - 4 - V/0069/2022 i.V. gez. Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0069/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 12.05.2022
- Erstellt
- 26.01.2022 12:45