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V/0069/2022

Eine Mobilitätsplattform für Münster: Sachstandsbericht

Vorlagen 12.05.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss für Verkehr und Mobilität, Sitzung am 01.06.2022, TOP 9

Anlage A

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Anlage A

1655 Zeichen

Anlage A zur V/0069/2022
Kurzüberblick
Es wird über den aktuellen Sachstand zur Einführung einer Mobilitätsplattform durch die
Stadtwerke Münster berichtet.
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Die Mobilitätsplattform verfolgt das Ziel, umweltfreundliche Mobilität digital möglichst einfach
zugänglich zu machen. Damit werden folgende Leitorientierungen aus dem ISM-Prozess verfolgt:
- Weitere Verbesserung des Wohnwerts, der Familienfreundlichkeit und der sozialen
Balance in der Stadtgesellschaft durch Ausbau von öffentlichen Mobilitätsangeboten
- Entwicklung der Stadt Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität
durch Verringerung von verkehrsbedingten Lärm- und Schadstoffemissionen sowie
Reduzierung des Flächenverbrauchs durch den ruhenden Verkehr
- Ausbau der oberzentralen Funktionen der Stadt Münster als bedeutender Wirtschafts-,
Arbeitsplatz und Bildungsstandort durch Sicherstellung der Erreichbarkeit von Angeboten
Finanzierung
Produktgruppe:
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein
Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw.
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw.
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein
Bereits veranschlagt? Ja X Nein
Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung ist vollständig
pflichtig
überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
X vollständig
freiwillig
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Die Mobilitätsplattform will umweltfreundliche Mobilität stärken. Dies ist ein Beitrag zum
Klimaschutz.

Berichtsvorlage

9851 Zeichen

V/0069/2022
V/0069/2022
Öffentliche Berichtsvorlage
Betrifft
Eine Mobilitätsplattform für Münster: Sachstandsbericht
Beratungsfolge
01.06.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Bericht
Bericht:
Mit dieser Berichtsvorlage wird ein kurzer Überblick über die geplante Mobilitätsplattform der
Stadtwerke Münster gegeben. Dabei werden sowohl der aktuelle Sachstand als auch die geplanten
Entwicklungsschritte erläutert. Diese Vorlage ist auch als erste Bearbeitung der Punkte 3 und 4 des
Ratsantrags A-R/0007/2022 („Weiterentwicklung des Münsteraner Nahverkehrssystems“), des
Punktes 3 des Ratsantrags A-R/0010/2021 („Den Strukturwandel in der Innenstadt smart gestalten“)
sowie als „Einrichtung einer Mobilitäts-App für eine Smart Moving City“ (vgl. V/0897/2021,
Zwischenbericht Masterplan Mobilität, S. 79 u. 111) zu verstehen.
Kurzbeschreibung des Projektvorhabens
Die Stadtwerke Münster (SWMS) planen den Betrieb einer neuartigen MaaS-Plattform (Mobility-as-a-
Service-Plattform), die es einem registrierten Kunden ermöglicht, über eine App eine intermodale
Route seinem Reiseziel entsprechend zu ermitteln, entlang dieser geführt zu werden und die
genutzten Mobilitätsprodukte in einem Gesamtpreis über die App zu bezahlen. Die Plattform verknüpft
mehrere Aspekte der Bereitstellung von digitalen Mobilitätsdienstleistungen wie Planen, Buchen,
Bezahlen und Anpassen von Fahrten basierend auf Echtzeitinformationen. Die Mobilitätsplattform
bedient ausschließlich den neuen e-T arifeezy.nrw. Die münster:app bleibt parallel bestehen und
bedient weiterhin das klassische Ticketing.
Der innovative eT arifund das damit verbundene Check-In-Be-Out (CiBo) System (s. https://eezy.nrw)
haben die SWMS von Anfang an überzeugt, so dass sie dies in Münster als Kernprodukt der
zukünftigen T arifausrichtungumsetzen möchten. Diese Innovation wollen die SWMS mit multimodalen
Erweiterungen für die Kunden in einer neuen Mobilitätsplattform bündeln, die Kunden begeistern und
die Mobilitätswende durch einfache Zugänge zum ÖPNV-System unterstützen. Indem
unterschiedliche Mobilitätsangebote und ihre Kombination intelligent und digital verknüpft werden, ist
die MaaS-Plattform zudem ein wichtiger Baustein für eine Smart City Münster.
Dezernat III/Smart City
20.05.2022
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Dr. Wolf
T elefon:492-7074
wolf@stadt-muenster.de

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V/0069/2022
Erwartete Ergebnisse
Die geplante Mobilitätsplattform soll den Bürgerinnen und Bürgern einen zentralen Zugang zur
Mobilität mit folgenden Effekten bieten:
 Einfache Mobilität: Informieren, Buchen, Nutzen und Abrechnen aus einer Hand. Die Kunden
nutzen hierzu ein System (App) und müssen sich nur einmal registrieren. Dies reduziert
bestehende Zugangshürden bei der Nutzung des ÖPNVs sowie insbesondere bei der Nutzung
intermodaler Wegeketten.
 Die Einfachheit der Nutzung sowie die Transparenz der Produkte (Preis/Leistung) und
Leistungen erhöht die Bereitschaft, einen ggf. vorhandenen eigenen PKW stehen zu lassen
oder auf einen PKW zu verzichten.
 Über das System können sowohl Gelegenheitskunden als auch Stammkundengruppen
abgebildet und erreicht werden.
 Verschiedene neue Mobilitätsservices können auch zukünftig in die Plattform integriert
werden, was für diesen neuen Service sofort einen potenziellen Nutzerkreis erschließt. Die
Tragfähigkeit neuer Services lässt sich damit schneller erreichen.
 Die Umsetzung neuer Produkte ermöglichen z.B. intermodales Reisen durch die Verknüpfung
von Angeboten und Bestpreis-Lösungen.
 Eröffnung neuer Möglichkeiten für das betriebliche Mobilitätsmanagement durch
Zuschussprodukte wie z.B. Mobilitätsguthaben, die in einem zentralen Firmenaccount
verwaltet werden können
Mit der Mobilitätsplattform soll Einfluss auf bestehende Aktivitätsmuster der Bürgerinnen und Bürger
genommen werden, um folgende Ziele zu unterstützen:
 Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs auf ein stadtverträgliches Maß
 Steigerung der Anzahl der mit dem Rad zurückgelegten Fahrten durch Einbindung privater
und geteilter Fahrräder in das Routing multimodaler Wegeketten
 Steigerung der Anzahl der mit dem ÖPNV beförderten Menschen
 dadurch insgesamt Verringerung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor und somit ein
Beitrag zur angestrebten Klimaneutralität 2030
Durch die kundenorientierte Gestaltung der Informations-, Buchungs- und Abrechnungsprozesse wird
den Kunden ein nahtloser Zugang und Übergang in eine intermodale Welt ermöglicht. Durch die
Anbindung von eezy.nrw und der Schnittstelle „elektronische Fahrplanauskunft“ (EFA) ist die Plattform
von Anfang an nicht auf Münster begrenzt und kann auch für den ÖPNV im Umland genutzt werden.
Aktueller Status
Die SWMS führten ein Vergabeverfahren mit vorgeschaltetem T eilnahmewettbewerbdurch, der es
ermöglichte, den wirtschaftlich besten Dienstleister für das beschriebene Projektvorhaben zu finden.
Im ersten Quartal des Jahres 2022 wurde das Vergabeverfahren beendet und der Dienstleister highQ
Computerlösungen GmbH mit Sitz in Freiburg ausgewählt. Mit Beginn des zweiten Quartals konnte
somit das Projekt entsprechend des untenstehenden Projektplans beginnen.
Parallel zum Vergabeverfahren bewarben sich die SWMS auf das Förderprogramm „Mobility-as-a-
Service in Nordrhein-Westfalen“ des Ministeriums für Verkehr des Landes NRW und erhielten hierfür
einen positiven Zuwendungsbescheid in Höhe von 844.000 Euro.
Projektplanung
Grundsätzlich soll die Entwicklung der Mobilitätsplattform agil umgesetzt werden. Das agile Vorgehen
ermöglicht es den SWMS auf veränderte Kundenanforderungen aber auch auf Veränderungen in der
Politik, der Wirtschaft oder der Rechtslage schnell reagieren zu können. In der Projektphase, die 2
Jahre betragen wird, ist es das Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern möglichst schnell einen möglichst
großen Mehrwert zu bieten. Dabei werden im Verlauf der Projektphase die Kundengruppen immer
mehr erweitert, sodass nach zwei Jahren jeder in Münster einen Mehrwert durch die Plattform erfährt.

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V/0069/2022
Die SWMS streben bei allen Integrationen eine sogenannte Tiefenintegration an. Das bedeutet, dass
bei der Nutzung eines Mobilitätsdienstes keinerlei Absprünge in andere Apps benötigt werden. Dabei
wird neben den Erstinformationen zum Mobilitätsdienst, die Routengenerierung, die Buchung und
zum Schluss die Abrechnung komplett in einer App, der Mobilitätsplattform, vollzogen.
Wie zu Beginn bereits erwähnt, haben die SWMS ein großes Interesse am innovativen eT arifmit der
Check-in-Be-Out-Funktion. Aus diesem Grund ist die Einbindung von eezy.nrw für die erste Version
entscheidend. Damit soll ein neues und vor allem einfaches ÖPNV-Erlebnis entstehen. Eezy.nrw
unterstreicht somit von Beginn an den Zweck der Mobilitätsplattform: Mobilität soll einfach sein!
Ergänzt wird das Angebot durch die Anbindung des erfolgreichen On-Demand-Shuttlebus-Systems
LOOP-münster, welches tariflich bereits komplett integriert ist. Als drittes Mobilitätsangebot soll in der
ersten Version ein Scooter-Anbieter integriert werden. Damit wird auch die „letzte Meile“ bis zum Ziel
abgedeckt.
Für das Zusammenspiel der verschiedenen Mobilitätsprodukte wird von Anfang an ein intermodales
Routing die Basis bilden. Dadurch erhalten die Nutzer zum ersten Mal in Münster die Möglichkeit
verschiedene Mobilitätsprodukte in einer Route zu kombinieren. Ein einheitliches Kundenkonto sowie
die zentrale Abrechnung für alle angebotenen Dienste runden das Gesamtbild der einfachen Mobilität
in der ersten Version der Mobilitätsplattform ab.
Im Hintergrund haben die Mitarbeiter der SWMS die Möglichkeit, über ein bestehendes Serviceportal
des Plattformanbieters Kundenanfragen zu bearbeiten. Die Bündelung verschiedener
Mobilitätsprodukte bringt neue Erfahrungen mit sich. Deshalb ist die Auswertung dieser neuerlangten
Informationen ab dem Moment des öffentlichen Starts ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Der
öffentliche Start der ersten Version ist noch in diesem Jahr geplant.
Im weiteren Verlauf der Projektphase wird die App stets weiterentwickelt. Neben der Anbindung
weiterer Mobilitätsdienste aus den Bereichen des Car-, Scooter- und Bikesharings, werden auch
weitere Funktionen, wie eine Aboverwaltung, T eildes Projektes. Dadurch haben auch
Abonutzer:innen die Möglichkeit ihr Abo in der App zu pflegen und die Plattform vollumfänglich zu
nutzen.
In der gesamten Projektphase wird großer Wert auf die Qualität gelegt. So wird die Plattform stets
anhand des Kundenfeedbacks optimiert. So können stets Anpassungen bei der Routengenerierung,
im Serviceportal oder auch in anderen T eilender Plattform erfolgen.
Die Schaffung eines Betrieblichen Mobilitätsmanagements zum Ende der Projektphase rundet das
Gesamtpaket Mobilitätsplattform ab. Damit stellen die SWMS mit der Plattform Unternehmen ein T ool
zu Verfügung, mit dem sie ihren Mitarbeitern Mobilitätspakete bereitstellen können.
Allgemeines
Natürlich steht die Entwicklung nach der Projektphase nicht still. So wird die Plattform stets
weiterentwickelt und optimiert, um klimafreundliche und stadtverträgliche Mobilität auch in der Zukunft
so einfach wie möglich zu gestalten. Unter anderem soll eine Einbindung von weiteren Echtzeitdaten
(z. B. Auslastung Busse, Standorte Busse) geprüft werden.
Die Mobilitätsplattform soll spätestens nach Abschluss der Projektphase, idealerweise bereits davor,
für alle Mobilitätsanbieter, die auf der Plattform vertreten sein möchten, offenstehen. Dies stellt sicher,
dass die Mobilitätsplattform relevant bleibt, da sich perspektivisch alle übrigen digitalen Mobilitäts-
dienstleistungen erübrigen könnten. Ein automatisierter, anonymisierter Zugriff auf die anfallenden
Verkehrsdaten wird sowohl für die Verwaltung als auch für die Öffentlichkeit über das Open-Data-
Portal der Stadt Münster angestrebt.

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V/0069/2022
i.V.
gez.
Denstorff
Stadtbaurat
Anlagen:
Anlage A

Beratungsverlauf (1)

01.06.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0069/2022
Typ
Vorlagen
Datum
12.05.2022
Erstellt
26.01.2022 12:45