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Szenebericht Kulturelle Teilhabe
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Anlage 1, Szenebericht Kulturelle Teilhabe
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1 Szenebericht Kulturelle Teilhabe erstellt durch das KulturNetzKöln (KNK) Diversität und Inklusion in den Sparten der freien Szene In allen Sparten der freien Szene, die sich auch in der Struktur des KulturNetzKöln spiegeln, spielen Bemühungen um die Stärkung von Diversität, Inklusion und kultureller Teilhabe eine immer größere Rolle. Dies betrifft nicht nur künstlerische Prozesse und Inhalte, sondern auch Strukturen und Teams, diversitätsorientierte Publikumsentwicklung sowie den Abbau von Zugangsbarrieren. Diese Bemühungen verteilen sich dabei auf fördertechnisch ganz unterschiedlich gerahmte Aktivitäten und gehen weit über die Projekte hinaus, die direkt vom Referat Freie Szene als Akteur der Stadtgesellschaft / Kulturelle Teilhabe unterstützt werden. Jede Sparte hat dabei unterschiedliche Ressourcen und steht bei der Entwicklung von Diversität in folgenden Bereichen vor unterschiedlichen Herausforderungen: ● Diversität der Programme: Repräsentieren das Kunst- und Kulturangebot und seine mediale Abbildung die Vielfalt von Kunst, Kultur und Gesellschaft angemessen? ● Diversität von Produktion und Förderung: Gibt es in einer postmigrantischen Gesellschaft künstlerische Inhalte, die von Förderungen und der Teilhabe an guten Produktionsbedingungen ausgeschlossen sind? ● Diversität der Kunstproduzent:innen und Kulturschaffenden: Welche Zugangsbarrieren für welche Personen und Gruppen gibt es zu entscheidenden Ressourcen wie Ausbildung, Erwerbsmöglichkeiten, Förderung, Produktionsmöglichkeiten, Publikum etc. ● Diversität der Gatekeeper und Teams in Kulturinstitutionen: Bildet sich die Vielfalt der Gesellschaft bei Kulturinstitutionen und Gatekeepern angemessen ab? ● Diversität des Publikums: Wird das Kunst- und Kulturangebot von allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten wahrgenommen? Mit den folgenden Beispielen wollen wir Einblicke in entsprechende Formate, Interessen und Kompetenzen in der freien Szene geben. Die Absätze wurden von den jeweiligen Sparten zur Verfügung gestellt. Bildende Kunst Photoszene Festival 2023: Im Rahmen des Vermittlungsprogramms konnten sechs Führungen in DGS angeboten werden. Für das Jahr 2024 unterstützt uns das Referat für Kulturelle Teilhabe, um das Thema Leichte Sprache anzugehen. Geplant sind Flyer und die sukzessive Übertragung der Inhalte der Webseite und Social Media in Leichte Sprache. ADHS is POWER 9.2023 @Odonien +Kunstausstellung +Performances +DanceAbility-Workshop Das Leitmotiv ADHS is power beschreibt eindrücklich, wie Betroffene das Stigma einer Diagnose und das Defizit in ihrem alltäglichen Lebenskampf empfinden und zugleich durch eine künstlerische Auseinandersetzung in Potential und Wirkkraft umwandeln. Eingebettet in eine Kunstausstellung mit Malerei, Skulptur, Fotografie, Videokunst und Multimedia, wird der Dialog darüber im Rahmen von Philosophischen Gesprächen „Auf Augenhöhe“ vertieft. Auch Performances und ein DanceAbility Workshop bieten Möglichkeiten der Teilhabe. Der Verein club68köln e.V. unterstützt Künstler:innen mit und ohne Behinderung in Kunst- und Kulturprojekten und intensiviert auch dadurch seine Wirksamkeit. Ziel ist es barrierefreie Räume für Kunst und Kultur als offenes Angebot und Begegnung von Künstler:innen mit und ohne Behinderung zu schaffen. 2 Darstellende Künste (Theater, Tanz, Zeitgenössischer Zirkus) Im Bereich der darstellenden Künste spielen Diversität, Inklusion und kulturelle Teilhabe seit etlichen Jahren eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Projekte, der Themen, der beteiligten Akteur:innen und der Planung und Durchführung aller Arbeiten. Neben den Vorreitern der Szene wie DIN A 13, Un-Label und zum Beispiel Sommerblut haben weitere Festivals, Häuser und Gruppen ihre Arbeit in diesen Bereichen verstärkt. Die Studiobühne hat bei ihrem Festival theaterszene Europa einen Schwerpunkt auf barrierearme Maßnahmen gesetzt. Das Orangerie Theater ist mitten im Umbau mit dem Ziel, das erste bundesweit barrierefreie Theaterhaus zu werden. Die COMEDIA hat neben kompletter Zugänglichkeit der Proben- und Veranstaltungsräume für Rollstuhlfahrer:innen auch ein erstes Projekt für taube (und hörende) Kinder zur Premiere gebracht sowie in der 510Comedia in Köln Mülheim das Community Theater in ihrem Kerngeschäft verankert. Am Kölner Künstler:innen Theater (KKT) fand in der Spielzeit 2023/24 ein Festival zu den Themen Diversität und Inklusion für junges Publikum statt. Kulturelle Teilhabe im Zeitgenössischen Zirkus in Köln ist auf unterschiedlichen Ebenen präsent: Zeitgenössischer Zirkus als solcher ist, meist nicht sprachbasiert und zugänglich für alle Menschen. Ob etwas in einem Zelt oder in einem Theater stattfindet, spricht auch automatisch andere Menschen an. Wir stellen uns genau diesen Fragen, warum sich auf Theaterbühnen nicht alle eingeladen fühlen? Das aktuell entstehende CCCC / Creation Center Contemporary Circus / Kreationszentrum Zeitgenössischer Zirkus in Köln Kalk hat von Anfang an im Konzept verankert, schon in der Entstehung allen Menschen aus der Szene und auch im Stadtteil Teilhabe zu ermöglichen. Viele Maßnahmen, die wir gerne umsetzen würden, wie z.B. Audiodeskription sind aufgrund der fehlenden Mittel nicht umsetzbar. Film Die allermeisten Kinos, in denen filmkulturelle Veranstaltungen stattfinden, sind rollstuhlgerecht und die meisten internationalen Filme sind untertitelt. Zwei Beispiele für inklusionsorientierte Projekte: edimotion 2023 zum Themenschwerpunkt „Teilhabe“ mit drei verschiedenen Aspekten mit Panels und in Filmgesprächen: Wie erzählt man dokumentarische Geschichten über Menschen, die marginalisierten Gruppen angehören? Wie kann man als Ally helfen, dass aus den Communities heraus Geschichten selbst erzählt werden, und wie funktioniert die Kommunikation im Team angesichts kulturell und existenziell divergierender Erfahrungswelten? Wie können wir Berührungsängste, Vorurteile und Achtlosigkeiten abbauen, Perspektiven wechseln? Wie kann genau dieser Dialog die gemeinsame Arbeit bereichern, die Kommunikation respektvoller machen und breitere Teilhabe an filmischen Werken ermöglichen? Das Filmprogramm KFFK+ des Kurzfilmfestivals verfügten über Untertitel, Live- Audiodeskriptionen und Live-Verdolmetschung in Gebärdensprache. Zudem erfolgte der Zugang zu dem Programm auf Spendenbasis um weitere Barrieren in Bezug auf digitales Bezahlen oder ökonomische Möglichkeiten abzubauen. Das Programm wurde über die digitalen Kanäle des KFFK/Kurzfilmfestival beworben und angekündigt. Dafür wurde ein eigenes Ankündigungsvideo mit Gebärdensprache erstellt. Zudem wurde das Programm auf der Website des KFFK in einer speziell barrierearmen Fassung der Internetseite, sowie als Audioversion und in leichter Sprache angekündigt. Eine Mitarbeiterin stand als gesonderte Ansprechperson bei Fragen zur Zugänglichkeit und möglichen Barrieren zur Verfügung. Literatur Das feministische Literatur-Festival Insert Female Artist hat von Beginn an auf die Öffnung von Themen und Zugängen geachtet. Die Initiatorinnen Svenja Reiner und Son Lewandowski haben eine Forschung begonnen, die die Teilhabemöglichkeiten von Schreibenden an der literarischen Szene untersucht: Begleitet wird dieser Prozess von Austauschrunden zu diversen Themen wie auch von Veranstaltungen – wie zuletzt „stoff aus luft“ zur künstlerisch integrierten Audiodeskriptionen im Juni 2024. Der Verein Land in Sicht hat im Jahr 2023 mit einer Lesereihe zum Thema „Klassismus“ 3 begonnen, in der gezielt Autor:innen eingeladen werden, die über Herkunftsfragen schreiben. Die Literaturplattform [Ohne Pronomen] bringt queer-feministische und intersektionale Themen auf die Bühne. Das Literaturhaus Köln betreibt Das andere Café (früher Café fremdwOrte), das 2015 geflüchteten Autor:innen einen Ort für ihr Schreiben geöffnet hat. Im Jungen Literaturhaus wurde mit „Raus!“ ein inklusives Literatur-Sommercamp realisiert. In Formaten wie Take away, Literaturlabor oder dem Offenen Literaturhaus hat das Literaturhaus immer wieder Angebote zum niedrigschwelligen Teilen von Wissen und Ressourcen gemacht. Nur wenige Akteur:innen der freien Literaturszene verfügen über eigene Orte; das Bemühen, möglichst barrierefreie Orte für die Austragung von Veranstaltungen zu wählen, hat deutlich zugenommen. Auch das – verhältnismäßig gut zugängliche – Literaturhaus bemüht sich, weitere Barrieren abzubauen. Musik Die freie Musikszene zeichnet sich vor allem im Großen, vielschichtigen und vitalen Bereich der “Globalen Musik” durch eine besonders hohe kulturelle Diversität von Akteur*innen und musikalischen Ausdrucksformen sowie durch eine lebendige Verankerung in den migrantischen Communities aus. Die Szene der Globalen Musik verfügt über ein hohes künstlerisches Potential in Breite und Spitze und originelle und innovative Veranstaltungsformate, aber der Reichtum der Szene könnte deutlich besser kommuniziert, gefördert und in Kulturinstitutionen, Spielstätten und Ausbildung integriert werden. (Vgl. auch Spartenbericht des ifm e.V.) Seit Herbst 2022 erarbeitet der Thinktank Musikalische Diversität der Initiative Freie Musik IFM e.V. zusammen mit der Migrationsforscherin Rose Campion (Universität zu Köln), Vertreter*innen der Szene und internationalen Expert*innen eine Analyse zur Stärkung der kulturellen Diversität in der freien Musikszene. In Arbeitssessions, Hintergrundgesprächen, Interviews und einer breit angelegten Umfrage entwickeln Musiker*innen, Veranstalter*innen, Programmmacher*innen, Interessenvertretungen und postmigrantischen Plattformen förderpolitische Empfehlungen in den Bereichen Beratung und Mentoring, Öffentlichkeitsarbeit & Sichtbarkeit, Spielstätten, Festival & Veranstaltungsformate, Publikumsentwicklung sowie Förderung & Jurys. Geplante Veröffentlichung im Herbst 2024. In der Musik finden immer wieder Veranstaltungen statt, die die Inklusion von Künstler*innen und Menschen aus marginalisierten Gruppen realisieren und thematisieren. Zwei Beispiele: In einer Veranstaltung von Mama Afrika e.V. im Rautenstrauch-Joest Museum (5.3.2023) spielte die bekannte senegalesische Albino-Aktivistin Lady Maah Keita ein Konzert mit anschließender Podiumsdiskussion mit Aktivist:innen und Vertreter:innen einer Albino-Selbsthilfeorganisation. Menschen, die unter der Erbkrankheit Albinismus leiden, die u.a. mit einer Sehbehinderung einhergeht, werden weiterhin in vielen Ländern Afrikas diskriminiert und teilweise sogar mit dem Tod bedroht. Das Festival für aktuelles Musiktheater "Orbit" brachte mit A SINGTHING (15.4.2024) ein Stück für hörende und gehörlose Menschen auf die Bühne der Oper Köln im StaatenHaus. Der vielsinnliche Arienabend wurde in deutscher Schrift- und Lautsprache sowie deutscher Gebärdensprache inszeniert und durch eine deutschsprachige Audiodeskription, eine Tastführung sowie eine Einführung durch die Künstler*innen begleitet. " Aktivitäten des KulturNetzKöln Das KulturNetzKöln arbeitet als spartenübergreifende Interessenvertretung aktuell an einer inklusiveren Außenkommunikation. Bisherige Schwerpunkte sind die Implementierung einer Screenreader-freundliche Website (2023) sowie das Aufgreifen von Teilhabe-Themen in den KNK- Podcasts (z.B. Mitwirkung der Stadtbevölkerung an der Entwicklung von städtischen Räumen am Beispiel, Osthof / Gespräch mit Tina Sander vom Mittendrin e.V. zur Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen an Veranstaltungen der freien Szene). 4 Zudem sind im KulturNetzKöln zwei Foren zu Teilhabe-Themen entstanden: Eine von der Diversitätsbeauftragten des KNK, Elissavet Hasse, initiierte Gesprächsreihe mit Künstler:innen soll Bedarfe ermitteln und neue Verbindungen schaffen. Das erste Tischgespräch hat mit viel positiver Resonanz Anfang Mai in der Wohngemeinschaft stattgefunden. Weitere Termine werden noch in diesem Jahr folgen. Darüber hinaus hat die Offene Sektion des KulturNetzKöln eine AG Inklusion ins Leben gerufen, deren Bericht zu Status Quo und Entwicklungsmöglichkeiten der inklusiven Kulturszene in Köln als Anhang beigefügt ist. Herausforderungen und Perspektiven Es ist sichtbar etwas in Gang gekommen - aber trotz all dieser vielfältigen Aktivitäten bedarf die ernsthafte und tiefgreifende Auseinandersetzung mit Teilhabe und Diversität in der freien Szene weiterhin konsequenter Unterstützung, Rückenwind und eigener Finanzierungen. Im Praktischen bedeutet dies, Maßnahmen in folgenden Bereichen zu implementieren: Vernetzung und Austausch, Beratung und Förderung, mehr Sichtbarkeit - und mehr Geld. Noch immer gibt es zahlreiche Künstler:innen, Initiativen und kulturelle Aktivitäten - oft aus marginalisierten Gruppen -, die durch das Raster des Fördersystems fallen oder aufgrund mangelnder Kenntnis keine Förderanträge stellen. Sie leisten, von der Stadtgesellschaft kaum anerkannt und oft völlig unterfinanziert, wertvolle künstlerische, gesellschaftliche und politische Arbeit. Auch sie sollten im Sinne der gleichberechtigten Teilhabe und Teilgabe die gleichen Chancen bekommen und durch niederschwellige Strukturen und Zugänge unterstützt werden. Um die Anliegen von Diversität, Teilhabe und Inklusion partizipativ voranzutreiben, braucht es kraftvolle spartenübergreifende Interessenvertretungsarbeit mit Verankerung auf allen Ebenen der Kultur- und Förderlandschaft, klare Ansprechpartner*innen für das Referat Kulturelle Teilhabe sowie Beratungsstrukturen für die freie Szene. 5 Bericht der AG Inklusion (der Offenen Sektion des KulturNetzKöln) Inklusion in der Kölner Kunst- und Kulturszene In der Kölner Kunst- und Kulturszene haben sich - neben großen und kleinen Einzelprojekten - etliche Akteur*innen erfolgreich und mit überregionaler Strahlkraft auf eine inklusive Orientierung spezialisiert. Engagierte Organisationen unterstützen professionelle künstlerische und kulturelle Aktivitäten für und von Menschen mit Behinderung. Zudem beherbergt die Stadt renommierte mixed-abled Kompanien von internationalem Rang. Die Szene ist sehr dynamisch und gut vernetzt. Dank dynamischer und vielfältiger inklusiver Aktivitäten und Projekte mit überregionaler Ausstrahlung hat sich Köln - neben Berlin und Hamburg - als eine der führenden und aktivsten Städte im inklusiven Kunst- und Kulturbereich etabliert. Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die renommiertesten Organisationen und Kompanien der Stadt. Die DIN A 13 tanzcompany ist ein international agierendes Tanzensemble, dessen Mitglieder sich aus Tänzer*innen mit unterschiedlichen Körperlichkeiten zusammensetzen. Durch die kontinuierliche künstlerische und konzeptuelle Entwicklung ihrer Produktionen gehört DIN A 13 seit fast 30 Jahren zu einem der führenden mixed-abled Tanzensembles weltweit. Das KUNSTHAUS KAT18 ist ein Kunstraum mit Ateliers, einem Projektraum und einer Galerie. Es fördert künstlerische und kulturelle Prozesse, mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der in der Ateliergemeinschaft zusammenkommenden Künstler:innen mit Behinderung in der Gesellschaft zu verbessern. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen und Kultureinrichtungen sind fester Bestandteil. Regelmäßig finden große Projekte und Ausstellungen mit bundesweiten Kooperationspartner:innen und renommierten Museen statt. Das kaethe:k ist ein Kunsthaus für Kulturschaffende mit Behinderung. Seit 2020 haben hier vierzehn Künstler:innen einen Atelierplatz in den Bereichen Malerei, Plastik, Grafik, Neue und Interdisziplinäre Medien. Im Kunsthaus werden die Voraussetzungen für künstlerisches Arbeiten sowie Zugänge in Kultur- und Bildungsinstitutionen geschaffen, die für eine selbstbestimmte Professionalisierung von Künstler:innen mit Behinderung notwendig sind. Das Sommerblut Festival versteht sich als inklusives Kulturfestival, welches unterschiedliche gesellschaftliche, soziale und politische Standpunkte und Identitäten miteinander verbindet. Das Festival lud in diesem Jahr zum 23. Mal zu einem Perspektivwechsel, in Richtung einer grenzüberschreitenden, mutigen Kunst und Kultur ein. Die Organisation Un-Label hat den Fokus auf eigene mixed-abled Tanz, Theater und Musikproduktionen, Beratung für Kulturakteur:innen und Förderer:innen, nationale und internationale Netzwerkarbeit sowie die künstlerische Qualifizierung von Menschen mit Behinderung. Mit dem NRW-Modellprojekt „Access Maker“ unterstützte Un-Label beispielsweise die letzten drei Jahre Kulturinstitutionen, ihre Angebote barrierearm zu gestalten und hat sich dadurch ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet, weshalb das Programm ab Juli 2024 bundesweit ausgebaut wird. In Köln wurde das Comedia Theater intensiv begleitet und hat dadurch in allen Ps von Kultur (Programm, Personal, Publikum, PR und Partner*innen) inklusive Zugänge geschaffen. Im Oktober 2023 eröffnete mit dem Projekt “L.I.K. – Labor für inklusive Kultur” in Köln das Un-Label Studio (einer von zwei barrierefreien Proberäumen in der Stadt) und ermöglicht einen bedeutenden Schritt für die freie Szene der darstellenden Kunst, da es bundesweit einer der ersten Orte ist, an dem die Szene inklusive und intersektionale Kunst und Kultur erproben, erlernen und entwickeln kann. Außerdem ist zu erwähnen, dass durch die Schauspielschule der Keller, dem an das Schauspielhaus angedockte Projekt des BühnenKunstSalon Köln e.V. „NEXT GENERATION“ und durch das Tanztraining von cie.nomoreless Möglichkeiten der Professionalisierung von Künstler:innen mit Behinderungen in Köln hinzugekommen sind. 6 In Köln gibt es seit 2022 darüberhinaus ein dauerhaftes Beratungsangebot für die Freie Kulturszene zur inklusiven Öffnung, das vom mittendrin e.V. bereitgestellt wird. Bislang wurden in den offenen Workshops und Einzelberatungen rund 120 Akteur:innen der Szene erreicht, die bislang noch wenig Berührung mit dem Thema hatten, rund 30 Menschen mit Behinderungen sind regelmäßig in die Beratungen eingebunden. Darüber hinaus haben verschiedene übergreifende Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der Kulturverwaltung sowie mit Akteur:innen der Freien Szene stattgefunden: Das Referat „Kultur als Akteurin der Stadtgesellschaft - kulturelle Teilhabe“ hat eine Abfrage zu den ergriffenen Maßnahmen im Bereich der Barrierefreiheit (BF) entwickelt, die alle Fördernehmer:innen aktuell aufgefordert sind, auszufüllen. Außerdem ist derzeit noch ein Icon-Set in Arbeit, das künftig der ganzen Szene kostenfrei zur Verfügung stehen soll, um die ergriffenen Maßnahmen einheitlich darstellen zu können. mittendrin e.V. hat Qultor bei der Entwicklung eines Abfragerasters zur BF der dort gelisteten Veranstaltungen sowie der Darstellung der ergriffenen Maßnahmen über Icons auf der Webseite beraten. Das wurde von Qultor umgesetzt. Hier wurden bisher insgesamt 463 Veranstaltungen sowie 66 (von 375) Veranstaltungsorten mit Barriereangaben eingetragen. Dieser Ansatz einer transparenten Kommunikation von Barriereangaben könnte weiterentwickelt und auch auf andere Plattformen übertragen werden, wenn entsprechende Redaktionsressourcen zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist eine Evaluation mit Kultur-Nutzer:innen mit Behinderung und eine daraus folgende Anpassung des Angebots sinnvoll. Diese Maßnahmen tragen zu einer größeren Sichtbarkeit und einem erhöhten Bewusstsein für die Relevanz des Themas bei und haben bei einem Teil der Szene Impulse zum aktiven Einstieg in die Umsetzung gesetzt. Hier sind u.a. das Projekt Avengers von Barnes Crossing und der barrierefreie Umbau des Orangerie Theaters zu erwähnen. Um den Kulturakteur:innen gegenüber glaubhaft vertreten zu können, dass dieser Weg nicht nur gewünscht, sondern auch durch eine inklusive Kulturpolitik gefördert wird, ist es unerlässlich, dass im kommenden Haushalt ein zweckgebundenes Budget für die Planung und Umsetzung für Maßnahmen zur Barrierefreiheit als Mittelzusetzung für die Freie Szene bereitgestellt wird. Dies sollte aktiv und transparent gegenüber der Szene kommuniziert werden. Beim letzten Staatenbericht zur Überprüfung der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN BRK) 1 im August 2023 hat Deutschland eine harsche Rüge vom UN-Fachausschuss erhalten. Dieser machte deutlich, dass noch erhebliche Mängel in Bezug auf Inklusion und Barrierefreiheit bestehen. Es ist Aufgabe des staatlichen Handelns, Strategien zum Abbau dieser Barrieren umzusetzen. Dazu beschloss auch bereits die nordrhein-westfälische Landesregierung im April 2022 den Aktionsplan NRW inklusiv2, um die UN-Behindertenrechtskonvention strategisch umzusetzen. Köln betont mit dem Referat "Kultur als Akteur der Stadtgesellschaft – kulturelle Teilhabe" die Bedeutung Kultureller Teilhabe für die Stadtentwicklung und verstärkt das Thema Inklusion im kulturellen Kontext. Es bedarf weiterer Anstrengungen, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung nachhaltig zu verbessern und eine inklusivere Gesellschaft zu ermöglichen. Eine gesicherte Finanzierung und Förderung konzeptioneller Innovationen sind hierbei entscheidend. Als in Köln ansässige, inklusiv agierende Kulturakteur:innen tragen wir maßgeblich dazu bei, die UN BRK in die Praxis umzusetzen, indem wir Wege entwickeln, um die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Unser Ziel ist es, dass sich Köln zu einem bundesweiten Vorreiter in Sachen Inklusion und Kultur entwickelt und Strukturen etabliert werden, die die Situation der inklusiven Kulturakteur:innen, Künstler:innen sowie des Publikums mit Behinderung nachhaltig verbessern. Dafür brauchen wir auch in Zukunft und auch bei angespannter Haushaltslage die politische Unterstützung. 1 https://www.aktion-mensch.de/inklusion/recht/hintergrundwissen/umsetzung-unbrk-internationaler-vergleich 2 https://www.mags.nrw/system/files/media/document/file/mags_aktionsplan_220428.pdf
Anlage 2, Vorabauszug aus der Niederschrift des Ausschusses Kunst und Kultur 18.06.2024 TOP 2.1
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Geschäftsführung Ausschuss Kunst und Kultur Herr Weis Telefon: (0221) 221-23657 Fax: (0221) 221-24141 E-Mail: DEZVII-Session@STADT- KOELN.DE Datum: 19.06.2024 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 25. Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur vom 18.06.2024 öffentlich 2.1 Szenebericht Kulturelle Teilhabe: Diversität und Inklusion in den Spar- ten der freien Szene 1728/2024 Frau Werrmann regt an, die Gremienfolge der Mitteilung um die Stadtarbeitsgemein- schaft Behindertenpolitik zu erweitern. Der Ausschuss für Kunst und Kultur nimmt die Mitteilung zur Kenntnis.
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/41/41/25 Vorlagen-Nummer 11.06.2024 1728/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 18.06.2024 Szenebericht Kulturelle Teilhabe Diversität und Inklusion in den Sparten der freien Szene In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Ausschuss Kunst und Kultur die Verwaltung beauftragt, den Sparten Musik, Darstellende Kunst (Theater und Tanz), Bildende Kunst (inkl. Fotografie), Medien (Film, Literatur) und Kulturelle Teilhabe (Diversität und Interkultur) die Möglichkeit zu geben, „regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Ar- beit zu berichten“. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jeweiligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Die Berichte sollen dem Ausschuss Kunst und Kultur in Form eines schriftlichen Berichts (ma- ximal drei Seiten) und einer Erläuterung in der Sitzung sowie ggf. ergänzt durch eine ca. 5- minütige PowerPoint-Präsentation oder Videobotschaft vorgestellt werden. Da der Themenbereich „Kulturelle Teilhabe“ und auch das Referat für Kulturelle Teilhabe im Kulturamt spartenübergreifend angelegt sind, sind hier für jede Kultursparte Beispiele und Prozesse zur Förderung von Diversität und Inklusion zu beschreiben. Der Szenebericht „Kul- turelle Teilhabe“ überschreitet daher die vorgegebene Länge ausnahmsweise deutlich. Die Verwaltung bittet um Verständnis. Für die Sparte „Kulturelle Teilhabe“ werden Frau Lale Konuk (Vorstand Kulturnetz Köln) und Frau Charlott Dahmen (Projektmanagerin Un-Label e.V.) in der Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur für Fragen zur Verfügung stehen. Gez. Charles Anlage: Szenebericht Kulturelle Teilhabe 2024
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1728/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.06.2024
- Erstellt
- 28.05.2024 16:04