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3973/2018

Kleine Maßnahmen gegen Plastikmüll: Leihsystem mit wiederverwertbaren Behältnissen für Lieferdienste einführen?

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 03.12.2018

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Nächste Beratung: Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln, Sitzung am 17.12.2018, TOP 1.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

4210 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/V-6 
 
Vorlagen-Nummer  03.12.2018 
 3973/2018 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 17.12.2018 
 
Kleine Maßnahmen gegen Plastikmüll: Leihsystem mit wiederverwertbaren Behältnissen für 
Lieferdienste einführen? 
Von der Ratsgruppe Bunt wurden folgende Fragen gestellt: 
 
 
1. Hat sich die „Initiative Coffee to go für Köln“ weiterhin positiv entwickelt, wie zuletzt in der Mittei-
lung (Vorlagen-Nr. 0879/2018) berichtet? 
 
2. Wie beurteilt die Stadtverwaltung die Erfolgsaussichten einer Initiative zur Reduzierung von Ver-
packungsmüll der Essens-Lieferdienste durch ein Mehrweg-Pfandsystem mit wiederverwertbaren 
Behältnissen? 
 
3. Hat die Stadtverwaltung Kenntnisse über das Müllaufkommen durch Wegwerfbehälter von Liefer-
diensten, und wenn ja: welche?  
 
 
 
Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung: 
 
 
Zu 1.: Die Initiative Coffee to go für Köln hat sich auch weiterhin positiv entwickelt. Zwischenzeitlich 
wurde die Website noch einmal überarbeitet und somit für die Nutzer weiter optimiert. Insbe-
sondere wurde die Karte und damit verbunden die verschiedenen Kartenfunktionen erweitert 
und für den Anwender verbessert. Die Karte, mit den verschiedenen Ausgabestellen für Kaf-
fee in Mehrwegbechern ist das Herzstück der Website. Bislang gab es 6.300 Besucher der 
Website und mehr als 20.000 Klicks.  
 
Mit der neuen Website erweitert sich natürlich auch der Bekanntheitsgrad. Aus diesem 
Grunde gab es auch weitere Informationsgespräche mit anderen Städten wie bspw. mit Bonn 
und Darmstadt oder mit Ökopol aus Hamburg, die für Berlin eine Studie zum Thema Mehr-
wegbecher durchführen.  
 
Am 6. Dezember findet zum Thema Coffee to go und dem Einsatz von Mehrwegbechern ei-
ne Informationsveranstaltung bei der IHK statt, wo sich die Betreiber von Kaffeeausgabestel-
len über das Angebot von Mehrwegbechersystemen/-Anbietern informieren können. 
 
Um den Bekanntheitsgrad der Website weiter zu steigern und die Nutzer von Einwegbechern 
für das Thema Mehrwegsysteme zu sensibilisieren, wird zurzeit eine Werbekampagne vor-
bereitet. An allen bekannten Kaffeeausgabestellen werden demnächst Plakate, Schaufens-
teraufkleber, Postkarten und Wobbler ausgegeben bzw. aufgestellt.

2 
 
 
Zu 2.: Die Einführung eines Mehrweg-Pfandsystems für Essenslieferdienste ist jedoch im Vergleich 
zur Initiative Coffee to go um ein vielfaches schwieriger und komplexer.  
 
Es müssten sich viele unterschiedliche Anbieter und Lieferdienste an dem System beteiligen. 
Die Zahl der Restaurants, Imbisse und Märkte ist sehr viel größer als die Zahl der Kaffeeaus-
gabestellen. 
 
 Im aktuellen Abfallwirtschaftskonzept wird explizit auf die Vermeidung von Abfällen, insbeson-
dere auf Verpackungen hingewiesen. Sinnvolle und zielgerichtete Maßnahmen zur Abfallver-
meidung werden zukünftig noch stärker unterstützt. Beispielsweise sollen durch gezielte 
Kommunikationsmaßnahmen Fast-Food Konsumenten und Nutzer von to go-Verpackungen 
noch stärker sensibilisiert werden. Hierbei wird auch das Thema Mehrweg-Pfandsysteme be-
rücksichtigt. 
 
 
Zu 3.: Das Verpackungsaufkommen hat sich in den letzten Jahren erheblich vergrößert. In 2016 be-
trug das Aufkommen 220,5 kg/ Einwohner und Jahr (UBA), aktuell liegt es bereits bei rund 223 
kg /EW und Jahr. Von 1994 – 2017 ist das Aufkommen an Einweg-Tellern, Boxen und 
Schachteln um 173% angestiegen. Laut einer aktuellen Untersuchung (s. Müll und Abfall, Ok-
tober 2018 (S. 532-538) beträgt das Abfallaufkommen an Einweggeschirr und to go Verpa-
ckungen in Deutschland rund 350.000 Tonnen pro Jahr. Hiervon entstehen rund 81% im Au-
ßer-Haus-Verzehr. Hier sind die Lieferdienste mit eingeschlossen.  
 
In Bezug auf Einwegteller, Snackboxen und Schalen für Speisen betrug die Abfallmenge in 
2017 rund 116.000 t für Papier, Pappe, Karton (PPK) und 39.000 t für Kunststoff-
Verpackungen. Die Abfallmenge an Pizzakartons liegt bei rund 50.000t. Insgesamt also eine 
sehr große Menge mit steigender Tendenz, aufgrund sich verändernder Gewohnheiten, Ange-
bote und Konsumverhalten. 
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

17.12.2018 Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln
TOP 1.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3973/2018
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
03.12.2018
Erstellt
29.11.2018 11:46