2010/0333
Kenntnisnahme des Projektabschlussberichtes 'Aktiv im Alter - Alt werden in Wixhausen'
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
anlage 1
66649 Zeichen
1
Projektabschlussbericht „Aktiv im Alter“ –
„Alt werden in Wixhausen“
Projektzeitraum 1. Oktober 2008 bis 31. Dezember 2009
2
1. Auftrag .......................................................................................................................................... 3
1.1 Ausgangssituation ........................................................................................................... 3
1.2 Projektziele ...................................................................................................................... 5
1.3 Projektorganisation ......................................................................................................... 8
1.4 Projektverlauf ................................................................................................................ 10
1.5 Zielerreichung ................................................................................................................ 22
2 Entlastung Projektteam............................................................................................................. 26
3 Anhänge...................................................................................................................................... 27
4 Literatur....................................................................................................................................... 27
3
1. Auftrag
Der Projektauftrag setzt sich im Wesentlichen aus zwei Teilen zusammen: dem Beschluss
der Magistratsvorlage (Vorlage-Nr. 2008/0221) 14. Mai 2009 und dem daraus hervor ge-
henden, durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geför-
derten Projektes “Alter schafft Neues – Aktiv im Alter”.
1.1 Ausgangssituation
Am 8. November 2006 verabschiedete der Ortsbeirat Wixhausen bezüglich des Themas
„Alt werden in Wixhausen“ einen Antrag (siehe Anlage) an den Magistrat „den Bedarf für
ein seniorengerechtes Wohnen in Wixhausen zu ermitteln und ein entsprechendes Konzept
zu erarbeiten und vorzulegen“.
Hierbei soll neben der Ermittlung des Grundbedarfs für seniorengerechte Wohnungen mit
baulicher Barrierefreiheit auch die mögliche Erfordernis für Service- bzw. wahlweise
Betreuungs- und Pflegemöglichkeiten berücksichtigt werden, als Voraussetzung dafür, äl-
teren Menschen ein möglichst langes, selbstständiges Wohnen in ihrem gewohnten und
vertrauten Umfeld inmitten der Gesellschaft zu ermöglichen.
Nachdem es im Laufe des Jahres 2007 gelungen war, das städtische „Beratungs- und
ServiceZentrum für Ältere und Menschen mit Behinderung (BuS)“ personell zumindest be-
fristet aufzustocken, wurde ein Konzept für die Durchführung einer prozessbezogenen Al-
tenhilfeplanung erarbeitet, das durch den Sozialdezernenten und die damalige Sozialver-
waltung am 7.11.2007 dem Ortsbeirat in Wixhausen vorgestellt wurde. Der Sozialdezer-
nent hat dieses Konzept dann in einem Schreiben 22.11.2007 präzisiert, mit der Bitte um
Zustimmung. Am 12.3.2008 erläuterte die Sozialverwaltung noch mal die Vorstellungen
zur Altenhilfeplanung. Daraufhin äußerte sich der Ortsbeirat in einem Schreiben an den
Sozialdezernenten positiv gegenüber der beabsichtigten Planung.
Da eine formelle Entscheidung für die Umsetzung des Projekts in Wixhausen noch nicht
getroffen wurde, nutzte das „Beratungs- und Servicezentrum für Ältere und Menschen mit
Behinderung (BuS)“ die Zeit und entwickelte auf Basis und des Berichtes zur Altenhilfe-
planung (2003) und in Anlehnung an die Untersuchung „Selbstbestimmt Älter werden in
Arheilgen“ eine Projekt-Skizze mit dem Titel „Alt werden in Wixhausen“.
Diese Projektskizze enthält
• eine allgemeine Einführung in das Thema (Abschnitt 1 und 2)
• eine erste Analyse der Situation bezüglich altersgerechten Wohnens und Lebens im
Stadtteil Wixhausen (Abschnitt 3)
• allgemeine Hintergrund-Informationen zu verschiedenen Wohnformen im Alter
(Abschnitt 4)
• und den Vorschlag der Sozialverwaltung zur Umsetzung des Projekts „Alt Werden in
Wixhausen“. Dabei stehen insbesondere die Entwicklung und Etablierung partizipati-
ver Strukturen für ältere Menschen im Stadtteil im Mittelpunkt der Betrachtung (Ab-
schnitt 5).
Dabei ist zu betonen, dass es hierbei nicht um einen fertigen „Maßnahmekatalog“ geht,
der womöglich die Planung ersetzen kann und der komplett zum Einsatz kommt oder aus
dem man nur auswählen müsse. Vielmehr wird das Spektrum möglicher Themen und
Maßnahmen aufgezeigt, wie es aus Praxis und Fachliteratur bekannt ist.
Da für die Ermittlung des Bedarfs für partizipative Projekte im Bereich der Perspektiven für
ältere Menschen ein Bundesprogramm aufgelegt wurde, hatte die Wissenschaftsstadt
4
Darmstadt die Chance genutzt und die Teilnahme am Modellprogramm des Bundesministe-
riums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Aktiv im Alter“ beantragt.
Folgende Punkte waren in diesem Programm von besonderer Bedeutung:
1. Bedarfsermittlung der kommunalen Lage älterer Menschen z. B. mittels einer exem-
plarischen Befragung bzw. entsprechender Workshops.
2.
Veranstaltung eines lokalen Bürgerforums: Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
und aller relevanten Vereine, Verbände und Organisationen in Wixhausen, zur Entwick-
lung neuer Partizipationsformen älterer Menschen in der Kommune.
3. Entwicklung von Projekten mit älteren Menschen, die den Prinzipien des freiwilligen
Engagements folgen. Die Projekte sollen ältere Menschen befähigen, Konzepte selbst
zu entwickeln und durchzuführen. Dabei können Arbeitsgruppen mit verschiedenen
Schwerpunkten gebildet werden (z. B. Wohnen, Nachbarschaftshilfen, generationen-
übergreifende Angebote usw.)
4. Durchführung eines programmspezifischen Aktionstages (Mitmachtag) vor Ort.
5. Weitere mögliche Perspektiven :
• Der Einsatz von Fach-Wohnberatung vor Ort, in Anlehnung an den Handlungsleit-
faden für Kommunen „Wohnen im Alter“ (Hrsg. Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend), sodass Bürgerinnen und Bürger auch bei Beein-
trächtigungen im Alter im gewohnten Umfeld möglichst lange selbstständig leben
können.
• Der mögliche Einsatz gezielter Fachberatung zur Realisierung alternativer Wohn-
formen. Fachkundige Moderation der Planungsprozesse kann die Etablierung
neuer, erforderlicher Wohnformen wesentlich fördern und unterstützen.
Das Projekt „Alt Werden in Wixhausen“ passte aus Sicht der städtischen Altenhilfeplanung
exakt in das Profil des Bundesprogramms.
5
1.2 Projektziele
Den folgenden drei Punkten des Beschlussvorschlages, der Magistratsvorlage (Vorlage-Nr.
2008/0221) vom 7. Mai 2009, wurde am 14. Mai 2009 zugestimmt:
1. Es wird eine prozessbezogene Altenhilfeplanung in Wixhausen durchgeführt. Die Steue-
rung des Projektes liegt im Sozialdezernat. Das Projekt läuft unter der Bezeichnung „Alt
werden in Wixhausen“.
2. Die beigefügte Projektskizze wird zur Kenntnis genommen.
3. Das Projekt wird als Antrag für das Programm des Bundesministeriums für Familie, Se-
nioren, Frauen und Jugend „Alter schafft Neues - Aktiv im Alter - Wie wollen wir morgen
leben?“ eingereicht.
Am 22. September 2009 hat das Bundesverwaltungsamt die Fördermittel in Höhe von bis
zu 10.000.- € zur Förderung des Projektes „Lokale Foren“ im Rahmen des Programms „Al-
ter schafft Neues - Aktiv im Alter“ für den Zeitraum 1. Oktober 2008 bis 31. Dezember 2009
bewilligt.
Ergänzend zu dem o. g. Antrag des Ortsbeirates Wixhausen vom 8. November 2006 wurden
die dem Bundesprojekt im Memorandum (BAGSO, 2008) zu Grunde gelegten Ziele und Er-
gebnisse beauftragt und festgelegt.
Ein wesentlicher Bestandteil des Programms “Aktiv im Alter” sind dabei die lokalen Bürger-
foren, die unter dem Motto “Wie wollen wir morgen leben” stehen.
Die wichtigsten Ziele im Memorandum hinsichtlich des Projektes “Alt werden in Wixhausen”
lauten dabei:
1. Die Kommunen und die das Gemeinwesen mitgestaltenden Partner wie Kirchen, Initiati-
ven und Verbände erkennen die Chance, die in dem Potenzial älterer Menschen liegt, und
werden diesem neuen Raum geben. Sie fördern das Engagement in den bestehenden Struk-
turen und unterstützen die Übernahme neuer Tätigkeiten in Selbstorganisation älterer Bür-
gerinnen und Bürger. Sie schaffen erweiterte Gestaltungsspielräume innerhalb ihrer Institu-
tionen und Organisationen.
2. Ältere Menschen werden ebenso wie andere Altersgruppen in die Entscheidungsfindung
bei Trägern und Kommunen einbezogen und sind in Gremien und Räten vertreten. Die viel-
fältigen Verfahren der Bürgerbeteiligung werden weiterhin attraktiv gestaltet. Unter den Be-
dingungen des demografischen Wandels wächst die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Parti-
zipation, denn sie verbessert den Zusammenhalt aller Altersgruppen und hebt in besonderer
Weise die Lebensqualität.
3. Damit ältere Menschen mitgestalten und mitentscheiden können, brauchen sie Informati-
onen, Transparenz sowie offene Kommunikationsstrukturen, die dialogorientiert, bürgernah
und barrierefrei sind.
4. Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, damit allen Menschen unabhängig vom Bil-
dungs- und Einkommensstand, von Geschlecht und der ethnischen Herkunft Teilhabe er-
möglicht wird. Für ältere Migrantinnen und Migranten und sozial Benachteiligte sollen neue
Formen des Zugangs zum Ehrenamt gefunden und unterstützt werden.
5. Mitgestalten und Mitentscheiden bedürfen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von
freiwillig engagierten Menschen und Hauptamtlichen bei Trägern, Institutionen und kom-
6
munalen Verwaltungen. Weiterbildungsangebote sind deshalb auch für Hauptamtliche er-
forderlich. Die Qualifizierung von Engagierten erhöht ihre Wirkungsmöglichkeiten
und ist eine Form gesellschaftlicher Anerkennung.
6. Die Kommunen sehen in der Förderung von aktiver Teilhabe, von Mitgestalten und Mit-
entscheiden der Bürgerinnen und Bürger im Gemeinwesen eine besondere Aufgabe. Sie
schaffen erweiterte und neue Ermöglichungsstrukturen für das Engagement älterer Men-
schen.
7. Durch eine beteiligungsfreundliche, bedarfsgerecht ausgebaute Infrastruktur erschließen
die Kommunen neue Engagementpotenziale. Bürgerschaftliches Engagement wird in der
Kommune als Querschnittsaufgabe verstanden, die träger-, institutionen- und bereichsüber-
greifende Kooperation erfordert. Um die Koordination und den Erfahrungsaustausch mög-
lichst vieler Akteure zu ermöglichen und Synergien zu fördern, werden kommunale Informa-
tions- und Kooperationsplattformen und interkommunale Kooperationen geschaffen.
8. Nachhaltiges freiwilliges Engagement erfordert Verlässlichkeit. Zu den aktivierenden
Rahmenbedingungen gehören klare Regeln und eindeutige Mitbestimmungsrechte. Das er-
höht die Bereitschaft älterer Menschen, ihr Wissen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung
gemäß einzubringen.
9. Bürgerschaftliches Engagement ist eine Investition zum Nutzen des Gemeinwohls und er-
bringt eine hohe Wertschöpfung. Seine Ausweitung erfordert eine angemessene Finanzaus-
stattung bei Trägern und Kommunen, die Innovationsfähigkeit wie auch Nachhaltigkeit er-
möglicht.
10. Eine zukunftsgerichtete Kommune gibt dem Alter eine aktive, sinnerfüllte Rolle. Das
entspricht den Anforderungen des demografischen Wandels und stärkt ein realistisches Al-
tersbild.
In den lokalen Foren „Wie wollen wir morgen leben?“ wird zunächst in den Kommunen, die
an „Aktiv im Alter“ teilnehmen, der Bedarf ermittelt und analysiert. Dabei werden auch die
bestehenden Angebote, Einrichtungen und Dienstleistungen mit einbezogen. In einem weite-
ren Schritt wird die konkrete Umsetzung von Projekten mithilfe der lokalen Bürgerforen
„Wie wollen wir morgen leben?“ geplant. (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend)
Projektplanung
Bedarfsermittlung Befragung durch die TU
Darmstadt, Institut für Sozio-
logie
Januar 2009, bis Mai
2009
Lokale Bürgerforen „Experten/ -innenrunde“
möglicher Kooperationspart-
ner/-innen
29. Oktober 2008
Lokale Bürgerforen „Auftakt-Veranstaltung“ und
Markt der Möglichkeiten
18. November 2008
„Start der Projekte“ Projekte starten und umset-
zen.
11.Dezember 2008
„Mitmachtag“ Projekte präsentieren sich
16. Mai 2009
Offizieller Projektabschluss 3. Februar 2010
Präsentation der Befragungser-
gebnisse
4. März 2010
7
Finanzierungsplanung
Projektphase 01.10. bis 31.12.2008:
Projektabschnitt Soll Ist (zum 01.02.2010)
• Bedarfsermittlung mittels Be-
fragung älterer Menschen;
• Insgesamt 1.000.- €
(Sachkosten: Arbeits-
materialien; Öffentlich-
keitsarbeit)
• In dieser Phase ent-
standen für diesen
Projektabschnitt kei-
ne Ausgaben
• Lokale Bürgerforen:
• „Expertenrunde“
• „Auftakt-
Veranstaltung“ im
Stadtteil mit dem Ziel
der Bürger/-
innenbeteiligung
• „Start der Projekte“
• Insgesamt 1.500.- €
(Sachkosten: Arbeits-
materialien, Bewir-
tungskosten; Öffentlich-
keitsarbeit; Honorarkos-
ten für Referenten/-in/
u. Moderatorinnen)
• Ausgaben in diesen
Projektabschnitten
insgesamt
3.269,10.-
€ davon 2.500.- €
Bundeszuwendung
aus Kapitel 1702, Ti-
tel 68421 und
769,10.- € aus städti-
schen Haushaltsmit-
teln (siehe zahlenmä-
ßige Nachweise).
Projektphase 01.01. bis 31.12.2009:
Projektabschnitt Soll Ist (zum 01.02.2010)
• Netzwerkarbeit und Projektie-
rung: Arbeitsgruppen zur E-
tablierung partizipativer
Strukturen; Kooperation mit
lokalen Trägern bürgerschaft-
lichen Engagements wie z. B.,
Kirchengemeinden, Träger der
freien Wohlfahrtspflege, pri-
vat-gewerblichen Trägern
• Insgesamt 5.000.- €
(Sachkosten: Arbeits-
materialien, Bewir-
tungskosten; Öffentlich-
keitsarbeit; Honorarkos-
ten für Moderatorinnen)
• Etablierung erforderlicher Un-
terstützungsstrukturen für äl-
tere Menschen im Stadtteil
• Insgesamt 2.000.- €
(Sachkosten: Öffentlich-
keitsarbeit, Miete Ver-
anstaltungstechnik, Ho-
norarkosten für Modera-
torinnen)
• Begleitung und Fortbildung
bürgerschaftlich engagierter
Bürgerinnen und Bürger
• Insgesamt 500.- €
(Sachkosten: Honorar-
kosten für Moderatorin-
nen;)
• Ausgaben in diesen
Projektabschnitten
insgesamt
15.366,03.-€ davon
7.500.- €
Bundeszu-
wendung aus Kapitel
1702, Titel 68421
und
7.866,03.- € aus
städtischen Haus-
haltsmitteln (siehe
zahlenmäßige Nach-
weise).
8
Die Zielsetzung war somit neben der im o. g. Antrag des Ortsbeirates Wixhausen vorgese-
henen Bedarfserhebung, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern und zu unterstützen.
Hierzu war beabsichtigt, dass sich interessierte Bürgerinnen und Bürger in lokalen Foren,
mit ihnen für sie wichtigen Themen auseinandersetzen und auf dieser Basis Einzelprojekte
bilden, die für sie unter den gegebenen Bedingungen im Stadtteil umsetzbar erscheinen.
Da es sich um ein prozesshaftes Vorgehen handelte und der Zeitraum des Bundesprojektes
knapp bemessen war, wurden die Projekte im Sinne eines ergebnisoffenen Ansatzes gestal-
tet.
Um hierzu zunächst eine Struktur und mögliche Zielorientierung zu erzeugen, wurde hin-
sichtlich eines Steuerungscharakters die Begleitung der Gruppen durch jeweils eine Mode-
ratorin vereinbart.
Einen bedeutenden Abschnitt im Projekt, vergleichbar mit einem Meilenstein, bildete der
Mitmachtag. Ziel dieser Veranstaltung war es insbesondere, dass die Projektgruppen ihren
bis dahin erreichten Stand einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren konnten und wei-
tere “Mitstreitende” dazu gewonnen werden sollten.
Hinsichtlich der Bedarfserhebung war das Ziel, die Ergebnisse der Befragung idealerweise
im Bundesprojektzeitraum zu präsentieren.
Für die Projektgruppen war beabsichtigt, diese zunächst ein halbes Jahr über den offiziellen
Projektzeitraum hinaus durch die Moderatorinnen zu begleiten.
1.3 Projektorganisation
Mit dem Beschluss Magistratsvorlage (Vorlage-Nr. 2008/0221) am 14. Mai 2008, wurde
durch das Dezernat V, Herrn Stadtrat Partsch, die zuständige Fachabteilung Altenhilfe und
Grundsicherung, Sachgebiete Beratungs- und Servicezentrum für Ältere und Menschen mit
Behinderung beauftragt einen Altenhilfeplanungsprozess im Stadtteil Wixhausen durchzu-
führen.
Gemeinsam mit dem Ortsbeirat wurde vereinbart eine Steuergruppe zu bilden, die das Pro-
jekt inhaltlich begleiten, unterstützen und fördern sollte. Mitglieder dieses Gremiums waren
zu Beginn Fr. Dr. Mohr, ehemalige Leiterin der Sozialverwaltung (bis 15.12.2008), danach
Frau Akdeniz, Leiterin Amt für Soziales und Prävention, Hr. Schmitz, Ortsvorsteher, Hr. Rö-
der, SPD-Fraktionsvorsitzender, Hr. Hirschmann CDU-Fraktionsvorsitzender, Hr. Henske,
Bezirksverwalter, Hr. Koller zunächst Amt für Soziales und Prävention, später Bauverein AG,
Hr. Linck, Amt für Soziales und Prävention, Abtlg. Altenhilfe und Grundsicherung, Bera-
tungs- und Servicezentrum für Ältere und Menschen mit Behinderung.
Die Projektleitung lag bei Fr. Dr. Mohr bzw. Fr. Akdeniz und bei Hr. Linck. Unmittelbarer
Projektmitarbeiter war Hr. Koller.
Frau Baumgärtner und Frau Müller wurden als Moderatorinnen für die o. g. Projektgruppen
als Honorarkräfte beauftragt. Diese vier Personen bildeten das Projektteam.
Externe Beteiligte waren insbesondere Frau Ploner und Frau Peter von der „Aumühle“, Mis-
sion Leben, Jugend- und Behindertenhilfe GmbH.
9
Die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Gruppentreffen und deren Moderation waren:
– Die Moderatorinnen werden durch die Gesamt-Projektleitung und deren Stellver-
tretung in ihrer Arbeit begleitet.
– Die Häufigkeit der Projekttreffen orientiert sich an den Fördermitteln des Bundes.
– Die Treffen sollten ausschließlich im Stadtteil Wixhausen stattfinden.
– Die Projekttreffen werden jeweils durch maximal drei Studierende der TU, FB So-
ziologie, begleitet.
– Die Gruppentreffen werden protokolliert und es findet ein regelmäßiger Aus-
tausch mit der Projektleitung sowie der Steuergruppe statt.
In der Steuergruppe gab es zu Beginn des Projektes „Aktiv im Alter“ Kritik einzelner Mit-
glieder hinsichtlich des Vorgehens, bereits zu Beginn eine direkte Bürger/ -innenbeteiligung
zu ermöglichen. Hintergrund war die dem Antrag des Ortsbeirates zu Grunde gelegte Vor-
gehensweise, zunächst eine Bedarfserhebung und dann darauf aufbauend eine entspre-
chende Planung zu entwickeln. So sollte im weiteren Ablauf dann die Bürger/ -
innenbeteiligung erfolgen.
Durch das Bundesprojekt wurde jedoch die Zielsetzung, direkt von Beginn an mit den und
für die Bürger/ -innen in Wixhausen einen Planungsprozess zu beginnen, verfolgt und ent-
sprach somit nicht einem idealtypischen Verlauf.
Dieses Vorgehen wurde jedoch dann in der Folge zu einem breiten Konsens.
Die Projektkoordinatoren nahmen während der Laufzeit des Bundesprojektes an den Regio-
naltreffen in Gersfeld, Köln und Leipzig teil.
10
1.4 Projektverlauf
Kick-off-Veranstaltung – Berlin – 1. Oktober 2008
Der Projektstart war mit der Kick-off-Veranstaltung des Bundesministeriums genau auf den
1. Oktober 2008 terminiert. An diesem zweitägigen Treffen in Berlin nahmen Vertretende
aus den 50 für das Projekt “Aktiv im Alter” ausgewählten Kommunen der 1. Welle teil. Ne-
ben der Präsentation der Vorhaben bzw. bereits vorhandener Konzepte und Projekte wurden
den Projektverantwortlichen und -mitarbeitenden Informationen und Grundlagen zu dem
Bundesprojekt mitgeteilt.
Wie die anderen teilnehmenden Kommunen präsentierte die Wissenschaftsstadt Darmstadt
(Hr. Koller und Hr. Linck) die Rahmenbedingungen und Strukturdaten zum Projekt-Ortsteil
Wixhausen.
Eine wesentliche Grundlage des Projektes war die Bedarfserhebung hinsichtlich der Situati-
on der älteren Menschen in Wixhausen. Durch einen Kontakt zur Technischen Universität
Darmstadt (TUD), Hr. Dr. Engfer, Institut für Soziologie, über die „Darmstädter Runde“ der
Schader-Stiftung, entstand schon Anfang 2008 die Idee eine Kooperation für ein entspre-
chendes Untersuchungsprojekt einzugehen.
Die Befragung für ältere Menschen in Wixhausen wurde auf Grundlage des o. g. Antrages
des Ortsbeirates Wixhausen, dann bereits im Frühjahr 2008 im Rahmen eines Lehrfor-
schungsprojektes der TUD im Hauptstudium, für zwei Semester, konzipiert und verortet. Mit
der Magistratsvorlage vom 22.09.2008 wurde die Befragung durch den Magistrat geneh-
migt.
Nach der Antragsstellung für das Bundesprojekt „Aktiv im Alter“ durch das Fachamt, erfolg-
te im September 2008 die positive Bescheidmitteilung vom Bundesverwaltungsamt und
somit die Teilnahme der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Zu diesem Zeitpunkt war bereits
die Stichprobe der zu befragenden Personen im Wixhausen (über 65-Jährige) durch die zu-
ständigen Ämter genehmigt.
Unmittelbar nach der Kick-off-Veranstaltung wurde durch die Sozialverwaltung die Projekt-
planung weiter ausgearbeitet und detailliert sowie die Projektabschnitte geplant und vorbe-
reitet.
Expertenrunde – Bürgermeister-Pohl-Haus - 29. Oktober 2008
In der Steuergruppe wurden die relevanten Ansprechpartner /-innen für diese Veranstaltung
benannt und festgelegt. Die Einladung hierzu erfolgte schriftlich.
Die Durchführung der Expertenrunde war der erste Projektabschnitt. Ziel dieses Treffens, an
dem viele Gewerbetreibende, der Ortsgewerbeverein, Vereine, Anbieter sozialer Dienstleis-
tungen, Kirchengemeinden, die niedergelassenen Ärzte und Mitglieder des Arbeiter-
wohlfahrt-Seniorentreffs, Dr. Engfer und Studierende der TUD sowie die Mitglieder der Steu-
ergruppe (siehe oben) teilnahmen war, erste Hinweise, Erkenntnisse und Anhaltspunkte hin-
sichtlich der Situation und des möglichen Bedarfs älter Menschen in Wixhausen zu bekom-
men. Des Weiteren war es vorgesehen, auf diesem Wege möglichst umfassend Multiplikato-
ren/ -innen in Wixhausen für das Projekt zu gewinnen.
Nach der Präsentation der Rahmenbedingungen und Zielsetzungen des Bundesprojektes
durch die Projektleitung wurden in einer Diskussionsrunde verschiedene Themen erarbeitet,
die anschließend analog zu den Handlungsfeldern des Memorandums in einzelnen Berei-
chen zusammengefasst worden sind.
Dies waren:
11
Wohnen und Umfeld
- Räumlichkeit für Arbeiter-wohlfahrt-Seniorentreff
- Beratung zu Wohnformen für Menschen mit Demenz
- (Um)Gestaltung der eigenen Wohnung
Bewegung / Gesundheit
- Sturzprävention – Raum-Kooperation DRK/ Aumühle
- Bewegungsangebote für Hochaltrige
- TSG Sport-Angebote
- Kooperation des DemenzForumDarmstadt e.V. (DFD) mit den Hausärzten vor Ort
- Seniorennachmittage für Menschen mit Demenz und deren Angehörige
- Infoveranstaltungen zum Thema Demenz
Dienstleistung
- Bedarf an Einkaufsmöglichkeiten
- Mobilität
- Seniorenfreundliches Einkaufen (Qualitätssiegel)
- Beratung des DFD e.V. in Wixhausen, 2 x monatlich 3 Stunden, für Angehörige von Men-
schen mit Demenz
- Schulung über den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen (Arzthelferinnen, Friseure,
Einzelhandel, Nachbarn, Pflege, Hausnotruf, usw.)
- Entlastungs-/Betreuungsangebote zu Hause durch Pflegedienste
- Mahlzeitendienst/Mittagstisch
Sonstiges
- Gesprächskreis für Angehörige von Menschen mit Demenz
- Hausbesuchsdienst und Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz
- Seminare und Schulungen für Angehörige, professionell Pflegende, Interessierte und Ehren-
amtliche
Diese Ergebnisse dienten als Orientierung und Grundlage für die Auftakt-Veranstaltung im
Stadtteil.
An dieser Veranstaltung haben insgesamt 27 Personen (inkl. Hr. Dr. Engfer und Studierende,
TUD) teilgenommen.
12
Auftakt-Veranstaltung – Bürgermeister-Pohl-Haus 18. November 2008
Für Donnerstag, den 18. November 2008 luden Sozialdezernent Stadtrat Jochen Partsch
und der Ortsvorsteher von Wixhausen, Peter Schmitz, von 17 Uhr bis 20 Uhr zur „Auftakt-
veranstaltung - Alt werden in Wixhausen" ins Bürgermeister-Pohl-Haus in Wixhausen ein.
Das Amt für Soziales und Prävention, das Sozialdezernat sowie die Steuergruppe legten
gemeinsam den Verteiler für die Einladung zu dieser Veranstaltung fest. Die Einladung hier-
zu erfolgte schriftlich.
Die „Auftakt-Veranstaltung“ wurde zudem vorher in der Presse angekündigt. Des Weiteren
wurden dazu DIN-A3-Plakate sowie Einladungsflyer entworfen und hergestellt. Diese sind als
Beilage einer lokalen Zeitung (“Arheilger Post“, auch für den Stadtteil Wixhausen) an über
2.500 Haushalte verteilt worden. An der Veranstaltung nahm die örtliche Presse teil.
Die „Auftaktveranstaltung“ wurde als offizieller Start des Projektes konzipiert und diente in
erster Linie dazu, mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Stadtteil während der Veranstal-
tung in offenen Gesprächen Handlungsfelder in Wixhausen ausfindig zu machen, z.B. etwa
Nachbarschaftshilfe oder Wohnen im Alter, sowie diese Themen gemeinsam zu diskutieren.
Bei den Diskussionen sollte unter anderem geklärt werden, welche Angebote, Einrichtungen
und Dienstleistungen bestehen, ob diese den Wünschen und Bedürfnissen der älteren Men-
schen entsprechen, und welche Gestaltungsmöglichkeiten die Bürgerinnen und Bürger ha-
ben (siehe unten).
Des Weiteren hatte Dr. Uwe Engfer von der geplanten Bürger/ -innenbefragung berichtet,
die vom Fachbereich Soziologie der Technischen Universität Darmstadt geleitet und ausge-
wertet werden sollte.
Im Anschluss wurden die Arbeitsergebnisse, aus den durch Mitarbeitende der Verwaltung
moderierten Gruppen vorgestellt und die nächsten Schritte festgelegt.
Während der gesamten Veranstaltung informierte zudem ein ‚Markt der Möglichkeiten’ über
Angebote verschiedenster Institutionen aus dem Bereich der Altenhilfe.
Die Veranstaltung wurde von kulturellen Beiträgen der Akademie 55plus e.V. eingerahmt.
Alle Teilnehmenden wurden mit kalten Getränken bewirtet. Insgesamt nahmen ca. 120 Per-
sonen teil (inkl. Studierende der TUD Moderatoren/ -innen, Ortsbeirat und Steuergruppe
und Mitarbeitende der Verwaltung).
Ablauf der Veranstaltung
Thema verantwortlich Zeit
Begrüßung Ortsvorsteher Peter Schmitz 17.00 – 17.05
Vorstellung des Projekts Stadtrat Jochen Partsch 17 .05 – 17.15
Akademie 55 + e.V. Theaterstück 17.15 – 17.30
Offene Gespräche, Vorstellung der Vorge-
hensweise; Handlungsfelder
Dr. Wilma Mohr 17.30 – 17.35
OWOG Workshop Vorstellung Frau Schäfer-Wagner 17.35 - 17.40
Moderierte Offene Gespräche:
Handlungsfelder nach 5 Themengruppen +
OWOG Schnupperkurs
Moderator/ -innen 17.40 - 19.00
Pause 19.00 - 19.10
Präsentation der geplanten Bürgerbefra-
gung
19.10
Dr. Engfer, TUD 19.10 - 19.20
Vorstellung der Arbeitsergebnisse + Festle-
gung der nächsten Schritte (Ausblick Ver-
anstaltung „Start der Projekte“)
Moderatorinnen + Dr. Mohr,
Hr. Linck
19.25 - 19.50
Ausklang Mit Liederkranz 19.50 – 20.00
13
Ergebnisse der Veranstaltung:
In je einem der fünf folgenden Handlungsfelder konnten interessierte Teilnehmende der Ver-
anstaltung an jeweils einem offenen, moderierten Gruppengespräch teilnehmen:
1. Wohnen und Wohnumfeld
2. Bewegung und Gesundheit
3. Dienstleistungen und Infrastruktur
4. Nachbarschaftshilfen und Bürger/ -innen-Engagement
5. Offene Gruppe (z.B. Bildung und Kultur)
Zudem wurde ein Schnupperkurs zu OWOG angeboten. OWOG heißt: "Über das Wohnen mit
Älteren sprechen" (niederländisch: Over Wonen von Ouderen Gesproken) und ist eine Modera-
tionsmethode aus den Niederlanden. Mittels OWOG beschäftigen sich Menschen gemeinsam
mit ihren Wohnwünschen, ihren Wohnbedürfnissen und ihrer Wohnwirklichkeit. Dabei wer-
den sie von geschulten Moderatorinnen unterstützt. Ziel ist es, ältere Menschen zu ermuti-
gen, aktiv die eigene Wohnsituation zu gestalten.
Zu den o. g. Handlungsfeldern werden exemplarisch einige Aussagen der teilnehmenden
Bürgerinnen und Bürger dargestellt.
1. Wohnen und Wohnumfeld
- Viele ältere Menschen, viel Wohnraum, der leer steht
- Eine Person in einem Haus, Überforderung mit der Wohnung
Wohnung verlassen ist schwer, jeder ist irgendwann hilflos in seiner Wohnung.
- Ostteil Wixhausen: guter Lebensmittelversorger mit Bäcker u. Supermarkt fehlt
- Westteil Wixhausen: nur noch Metzger und Bäcker, Apotheken in beiden Hälften (Ost und
West)
- Es gibt kein Zentrum, eine Ortsmitte wird gewünscht
- Gewünscht: Tagesstätte
- Altenpflegeheim
- Was machen Leute bei der täglichen Versorgung ohne Auto?
- Großer Familienzusammenhalt in WX, mehrere Generationen wohnen in einem Haus.
- Barrierefreiheit und Bewegungsfreiheit durch den vorherrschenden Baubestand schwer
umsetzbar; wird jetzt durch Stufen von Eingangsniveau der Kirche aus barrierefrei zu-
gänglich.
2. Bewegung und Gesundheit
Bedarf Lösungen
Ausreichende Übungsleiter/ -innen/ Gutausgebildete Ü-
bungsleiter/ -innen, spez. für Ältere/ Mehr Gruppen bei
der TSG
Ausreichende Mittel stellen/ Selbst
Trainerausbildung anstreben/ Ehren-
amtlich Verantwortung übernehmen
Spezielle Sportgruppen (z.B. Herzsport)
Präventionssport
Öffentlichkeitsarbeit Vereinsöffnung/Transparenz „Tag der
offenen Tür“
Angebote für Nichtmitglieder/Kursangebote Neue Finanzierungsmodelle
Transportmöglichkeit ins nächste Schwimmbad Shuttle organisieren
14
Rollator gerechte Wege
Zugang zu Sportstätten für Ältere sichern Auf- und Abgänge einrichten
Ernährung und Bewegung kombinieren (genug trinken –
informieren
3. Dienstleistungen und Infrastruktur
- Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten, vor allem im alten Ortsteil.
- Verbesserte Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel.
- eventuell preiswerter Mittagstisch für Senioren/ -innen
- ein Angebot an haushaltsnahen Dienstleistungen und Einkaufsdienst, ärztliche Versor-
gung, ein Netzwerk.
Umsetzung
Zusammenfassung der Moderatorin: Es besteht eine große Bereitschaft zur Mitarbeit in
Form von Nachbarschaftshilfen, eines Generationentreffs und der Einrichtung eines Bürger-
forums. Es sei durchaus die Bereitschaft da, Zeit einzubringen. Es besteht jedoch Unklarheit
darüber, wie man z.B. den Bürgertreff organisieren könnte.
Wie könnte die Umsetzung aussehen?
Planung von Hilfsprojekten: Gründung sei erforderlich, zudem eine zentrale Kartei für den
Hilfebedarf und die Angebote. Eventuell könne dies über einen Internetauftritt geschehen,
Darüber hinaus sei die Kontaktaufnahme zu den Kirchengemeinden wichtig. Es lässt sich
feststellen, dass die Bereitschaft Hilfe zu geben, recht groß ist. Bürgerinnen und Bürger wis-
sen nicht so recht, wie alles umzusetzen ist. Wenn die bestehenden Möglichkeiten genutzt
werden, besteht große Hilfsbereitschaft.
4. Nachbarschaftshilfen und Bürger/ -innen-Engagement
Was fehlt denn im Stadtteil?
Es gibt viele Rentner, die handwerklich begabt sind, z. B. wenn der Wasserhahn tropft; kann
dieser repariert werden, ohne gleich einen Installateur einzuschalten? Es sollte sich eine
Gruppe bilden, denen es nicht schwer fällt, mal eine Glühbirne zu wechseln oder eine Dich-
tung vom Wasserhahn auszutauschen. Also kleine bzw. kostenfreie, handwerkliche Dienste
dieser Art. Das ist eine Idee für ein Projekt.
5. Offene Gruppe (z. B. Bildung und Kultur)
Zu diesem Thema hatte sich niemand der Teilnehmenden zugeordnet.
OWOG
Es sollen konkrete Projekte entwickelt werden um diese umzusetzen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten sich vielfältig informieren welche Lösungen indivi-
duell gewünscht werden. Zuhause bleiben und umbauen? Verschiedene Wohnprojekte könn-
ten besichtigt werden. Welche Unternehmen gibt es, welche Lösungen werden da angeboten?
(z. B. Aufzüge)
Nach der Teilnahme an den Moderationsgruppen haben sich 17 Personen per Unterschrift
bereit erklärt, zukünftig zu unterschiedlichen (o. g.) Handlungsfeldern in moderierten Pro-
jektgruppen ihre Ideen, Bedürfnisse und Wünsche weiter zu konkretisieren und diese kurz-
bis mittelfristig gemeinsam umzusetzen. Der nächste Schritt hierzu war die Veranstaltung
“Start der Projekte”.
15
Für die Veranstaltenden wurde durch die TU Darmstadt eine Befragung (Fragebogen siehe
Anhang) der teilnehmenden Personen an der Auftaktveranstaltung vorgenommen:
„An der schriftlichen Befragung haben sich 52 Personen beteiligt, davon 29 Frauen (56%)
und 32 Männer (44%). Die Befragten waren im arithmetischen Mittel 66,6 Jahre alt. Insge-
samt sind aber 92% der Besucherinnen und Besucher aus DA-Wixhausen, auch diejenigen,
die an der Veranstaltung teilnahmen, um andere zu informieren.
Vier von fünf Besucherinnen und Besucher der Auftaktveranstaltung suchen Informationen
für sich selbst. Je älter sie sind, desto stärker tritt dieses Besuchsmotiv in den Vordergrund.
16% aller Befragten wollten sich für ihre Angehörigen informieren. Bei den 60jährigen und
Jüngeren ist dieses Teilnahmemotiv besonders ausgeprägt. Fast zwei Drittel dieser jüngeren
Teilnehmenden sind allerdings gekommen, um (auch) Informationen an andere Besucher/ -
innen weiter zu geben. Insgesamt sind also rund ein Drittel der Befragten „Aktivisten“, die
einen Beitrag zur Veranstaltung leisten wollten, und zwei Drittel der Befragten sind „Publi-
kum“ im engeren Sinn.
Auf die Frage „Wie finden Sie das Projekt ‚Alt werden in Wixhausen‘ insgesamt?“ antwortete
niemand mit den abwertenden Antwortmöglichkeiten ‚weniger gut‘ oder ‚schlecht‘. Alle Be-
fragten fanden das Projekt entweder‚ gut (38%) oder sogar sehr gut (62%). Die Männer wa-
ren dabei etwas kritischer eingestellt als die Frauen.“
Start der Projekte am 11. Dezember 2008
Hierzu wurden alle Personen schriftlich eingeladen, die sich zuvor bei der „Auftakt-
Veranstaltung“ dazu in ausliegende Listen eingetragen hatten.
An dieser Veranstaltung im Multifunktionsraum Aumühle, Mission Leben, in Wixhausen
nahmen zudem Hr. Dr. Engfer und den Studierenden der TU Darmstadt teil.
Ziel der Veranstaltung war es, mit den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam
die Ergebnisse der Moderatoren/ -innenrunden der Auftaktveranstaltung am 18. November
2008 zu besprechen, zu bewerten und dann Teilprojektgruppen zu bilden.
Nach der Vorstellung der Ergebnisse aus der Auftaktveranstaltung erfolgte nochmals eine
kurze Einführung in das Bundesprojekt. Des Weiteren wurden die möglichen Rahmenbedin-
gungen für die Konzipierung einzelner Projekte vorgestellt. Demnach war seitens der Fach-
verwaltung vorgesehen, dass im Zusammenhang mit den Fördermitteln des Bundes externe
Moderatorinnen engagiert werden und in der Folge die Projektgruppen begleiten. Die Häu-
figkeit der Treffen sollte sich dabei am Interesse der Bürgerinnen und Bürger sowie am Pro-
zess der Projektentwicklungen und den finanziellen Fördermitteln orientieren.
Als externe Moderatorinnen stellten sich vor: Fr. Müller, Dipl. Sozialpädagogin (FH) und Fr.
Baumgärtner, Dipl. Pflegewirtin (FH).
In Ergänzung zu den genannten Handlungsfeldern wurden folgende Themen diskutiert:
• Hilfen für Angehörige/ gegenseitige Hilfen
• Angebote von Hausmeister- und andere Tätigkeiten, sonstige Dienstleistungen
• Wohnen
• Beschäftigungsangebote
Danach ordneten sich die anwesenden Bürgerinnen und Bürger diesen zwei Gruppen zu:
1. Gruppe : Wohnen, Wohnumfeld, Wohnmöglichkeiten (Arbeitstitel)
16
2. Gruppe : Dienstleistungen, Handwerken, Tauschbörse (Arbeitstitel)
Hr. Lutz, der Vorsitzende der Turn- und Sportgemeinde Wixhausen e.V. (TSG) hatte zugesagt
das Thema Bewegung und Gesundheit im Verein zu diskutieren und zu prüfen, ob weitere
mögliche, seniorenorientierte Kurse zukünftig angeboten werden können. Herr Lutz und Herr
Klatt, Sportberater der Wissenschaftsstadt Darmstadt hatten hierzu einen Austausch vorge-
nommen.
Um die Projekte im Rahmen von den an diesem Abend gebildeten Kleingruppen zu konkre-
tisieren, wurden die o. g. Moderatorinnen gebeten, vorab jeweils ein Treffen mit den interes-
sierten Bürger/ -innen zu vereinbaren. Hierzu erhielten Frau Müller und Frau Baumgärtner
zunächst den Auftrag für jeweils eine Moderationseinheit.
Die ersten Termine waren am 23. und am 31. Januar 2009. In der Folge gab es drei Pro-
jektgruppen: die Gruppen „Wohnen, Wohnumfeld, Wohnmöglichkeiten“, „Bürgerhilfe“ und
„Begegnungsstätte“. Die Gruppen haben sich bis zum Schluss des offiziellen Projektes im
Februar 2010 jeweils 13-mal zu moderierten Sitzungen getroffen und zusätzlich bei selbst
organisierten Terminen ausgetauscht.
Mitmachtag am 16. Mai 2009
Zum Mitmachtag am 16. Mai 2009 von 14.00 bis 17.30 Uhr in der "Aumühle", Mission Le-
ben, Jugend- und Behindertenhilfe GmbH, hatte Hr. Sozialdezernent Stadtrat Partsch und
der Ortsvorsteher von Wixhausen, Peter Schmitz, alle interessierten Bürgerinnen und Bürger
aus Wixhausen eingeladen, sich sowohl über das Projekt “Alt werden in Wixhausen” als auch
die ersten Befragungsergebnisse der TU Darmstadt zu informieren. Daneben war das Ziel
dieser Veranstaltung als lokales Bürgerforum, weitere Interessierte für die aktive Teilnahme
am Projekt bzw. den Einzelprojekten zu gewinnen.
Das Amt für Soziales und Prävention, das Sozialdezernat sowie die Steuergruppe legten
gemeinsam den Verteiler für die Einladung zu dieser Veranstaltung fest. Die Einladung hier-
zu erfolgte schriftlich. Der „Mitmach-Tag“ wurde zuvor in der Presse angekündigt. An der
Veranstaltung nahm die örtliche Presse teil.
Die einzelnen Projektgruppen haben ihre bisherigen Ergebnisse vorgestellt (siehe Anlage).
Teilgenommen haben neben den Projektmitgliedern, Vertretende des Ortsbeirates Wixhau-
sen, der Bezirksverwalter, Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde und der TSG, die
Leiterin des Amtes für Soziales und Prävention, die Moderatorinnen der Gruppen sowie die
Projektkoordination und ein Vertreter der Wohnberatungsstelle des Amtes für Wohnungswe-
sen.
Insgesamt waren dies ca. 80 Personen (inkl. Studierende der TUD, Moderatoren/ -innen,
Ortsbeirat und Steuergruppe, Mitarbeitende der Verwaltung).
Während der Veranstaltung und in den Pausen hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit
sich an den Info-Ständen der einzelnen Projektgruppe (siehe oben) über deren Konzepte,
Zielsetzungen und Arbeitsstand zu informieren
sowie sich vom Wohnberater beraten zu las-
sen.
Die Veranstaltung wurde von zwei kleinen kulturellen Programmpunkten eingerahmt.
Den Abschluss bildete eine Gesprächsrunde an der die oben genannten Personen teilnah-
men.
17
Ablauf der Veranstaltung
Theatergruppe der Akademie 55+ Überraschung am Anfang 14.00 Uhr
Begrüßung:
• Aumühle‚ (Fr. Ploner)
• Ortbeirat von Wixhausen (Herr Schmitz)
• Moderation (Fr. Akdeniz)
14.15 Uhr
Darmstädter Altenhilfeplanung und das Bundesprojekt „Alt werden in Wix-
hausen“ (Herr Linck)
14.30 Uhr
Vorstellung der Ergebnisse durch die Arbeitsgruppen:
• AG Wohnen, Wohnumfeld, Frau Baumgärtner/Teilnehmende Arbeits-
gruppe
• AG Dienstleistungen, Infrastruktur und Nachbarschaftshilfe, Frau Mül-
ler/Teilnehmende Arbeitsgruppe
• AG Tauschbörse und Begegnungsstätte, Teilnehmende Arbeitsgruppe
14.45 Uhr
Die Arbeitsgruppen präsentieren ihre Stände im Veranstaltungsraum 15.30 Uhr
Ergebnispräsentation der Bürgerbefragung durch die TU Darmstadt (Herr Dr.
Engfer/Studierende)
15.45 Uhr
Kultureller Beitrag der Wixhäuser Landfrauen 16.15 Uhr
Gesprächsrunde (Mitglieder des Ortsbeirates, Mitarbeitende des Amtes für
Soziales und Prävention, Mitglieder der verschiedenen Arbeitsgruppen
16.30 Uhr
Akademie 55+ besinnlicher Ausklang des Mitmachtages 17.00 Uhr
In der Gesprächsrunde haben die anwesenden Bürgerinnen und Bürger aus Wixhausen ins-
besondere Fragen hinsichtlich der weiteren inhaltlichen und finanziellen Unterstützung für
das Projekt „Aktiv im Alter“ gestellt. Die politischen Vertreterinnen und Vertreter bedankten
sich sehr für das große Engagement und die Unterstützung der Aumühle. Darüber hinaus
stellten sie die große Bedeutung dieses Beteiligungsprozesses für die Mitmacherinnen und
Mitmacher sowie den Stadtteil Wixhausen heraus und sagten die weitere Unterstützung zu.
Diese Veranstaltung stellte daher einen wichtigen Meilenstein im Projekt dar.
Abschlusstreffen des Projektes „Alt werden in Wixhausen“
Um gemeinsam einen Blick zurück in das Gesamtprojekt zu werfen und in die Zukunft der
entwickelten Projekte zu schauen, fand am 3. März 2010, 18.00 bis 19.30 Uhr im Speise-
saal der Aumühle ein gemeinsames Treffen statt.
Teilgenommen haben insgesamt etwa 25 Personen, darunter die Herren Partsch, Linck und
Koller als Vertreter der Stadt Darmstadt, die Herren Schmitz, Hirschmann und Röder vom
Ortsbeirat, Frau Baumgärtner und Frau Müller als Moderatorinnen,
eine Studentin, die das Projekt begleitet hat sowie die Gruppenmitglieder und Hr. Dr. Engfer
von der TU Darmstadt sowie zwei Studierende.
Ablauf der Veranstaltung:
• Begrüßung durch Hr. Stadtrat Partsch
• Rückblick der Projektverantwortlichen, Hr. Linck und Hr. Koller
• Rück- und Ausblick der Steuergruppe, Hr. Hirschmann
• Resümee der Moderatorinnen, Frau Baumgärtner
• Die Projektgruppen berichten aus ihrer Entwicklung
• Abschließende Diskussion
Herr Partsch eröffnete die Veranstaltung und gab einen kurzen Rückblick auf das Projekt, in
dessen Rahmen es bisher fünf große Veranstaltungen, 33 moderierte Treffen und zahlreiche
18
nicht moderierte Treffen gegeben hat. Außerdem hat sich die Steuerungsgruppe immer wie-
der um die Belange des Projektes reflektiert und die weiteren Schritte initiiert. Er bedankte
sich bei den Anwesenden für ihr Engagement im Projekt „Aktiv alt werden in Wixhausen“.
Zudem stellte Herr Partsch die schwierige Haushaltslage der Wissenschaftsstadt Darmstadt
dar. Von den harten Sparmassnahmen seien viele Leistungen des Sozialdezernates betrof-
fen. Die geringeren Haushaltsmittel haben Einfluss auf die weiteren Aktivitäten der Arbeits-
gruppen in Wixhausen. So können die Gruppen keine weitere finanzielle Unterstützung für
die Moderation sowie für weitere Ausgaben erhalten. Herr Partsch werde sich dennoch be-
mühen alternative Zuschussmöglichkeiten zu finden.
Im weiteren Austausch teilten die Mitglieder der Gruppen deutlich mit, wie wichtig es Ihnen
und für das Projekt sei, dass eine weitere politische Unterstützung erfolge.
Dies wurde von den anwesenden Politikern in Aussicht gestellt, ebenso wie die weitere Zu-
sammenarbeit der Steuergruppe mit den Projektgruppen und der Fachverwaltung.
(siehe Anlage Protokolle vom Abschlusstreffen des Bundesprojektes Aktiv im Alter „Alt wer-
den in Wixhausen“)
Verlauf des Projektes
Wie oben bereits dargestellt, bildeten die Gruppen „Wohnen, Wohnumfeld, Wohnmöglichkei-
ten“, „Bürgerhilfe“ und „Begegnungsstätte“ die Kernbereiche des Projektes „Alt werden in
Wixhausen“.
Diese drei Gruppen hatten sich bis zu den moderierten Sitzungen jeweils im Stadtteil, vor
allem in der „Aumühle“ getroffen und zusätzlich bei selbst organisierten Terminen ausge-
tauscht. In diesem Zusammenhang entwickelten die Mitglieder der Gruppen ihre Ideen und
erarbeiteten Konzepte, die im Stadtteil realisiert werden sollen.
Zu Beginn des Projektes tauchten verschiedene Zweifel hinsichtlich der geplanten Konzepte
und deren Umsetzung auf, die sich beispielsweise in folgenden Fragen bzw. Aussagen aus-
drückten:
• Kann die Gruppe „Tauschbörse“ eine mögliche Vereinsstruktur für ihr Vorhaben ei-
ner Generationenhilfe „stemmen“? Wie könnte ein Tauschringkonzept aussehen, von
dem insbesondere hochaltrige und/ oder mobilitätseingeschränkte Menschen profi-
tieren sollten?
• In der Gruppe „Begegnungsstätte“ gab es Zweifel, ob die Planung und die Arbeit der
Gruppen wirklich ernst genommen und die Engagierten nicht nur hingehalten wer-
den. Das Bundesprojekt und die Engagierten wurden im Ort zum Teil „belächelt“,
„da dies doch nichts bringen würde“, und nur Zeitverschwendung sei.
• Alle drei Gruppen wünschten sich mehr Präsenz in der Presse sowie seitens der Poli-
tik, der Projektleitung und der Bezirksverwaltung.
• Kritik an der Befragung gab es hinsichtlich der Fragebögen, da diese für hilfebedürf-
tige Menschen schwer auszufüllen seien.
• Die Gruppe „Wohnen“ bemängelte nach dem Kontakt zur Baugenossenschaft Wix-
hausen und dem Bauverein hinsichtlich Aktivitäten zum barrierefreien Bauen, dass
nicht damit zu rechnen sei, dass der Bauverein in Wixhausen als Bauträger aktiv
werde. Die Baugenossenschaft Wixhausen zeige zudem kein Interesse.
19
• Kritisch wurde der Projektablauf betrachtet: Erst hätte die TU-Umfrage fertig gestellt
sein müssen, bevor das Bundesprojekt startet. So ist das Projekt wenig auf die Er-
gebnisse der TU bezogen.
• Angemerkt wurde, dass die Kommunikation mit der Steuergruppe verbesserungs-
würdig ist. Es sei nicht transparent, was dort besprochen wird. Perspektivisch ist ei-
ne bessere Zusammenarbeit / Kommunikation wünschenswert.
Insbesondere hinsichtlich einer größeren öffentlichen Präsenz des Bundesprojektes wurde
seitens der Fachverwaltung die Pressearbeit intensiviert und in der Bezirksverwaltung vor
Ort eine Sprechstunde für die Gruppen und interessierten Bürger/ -innen etabliert. Zudem
haben die Projektleitung und die Bezirksverwaltung nochmals vorgeschlagen bei einzelnen
Gruppentreffen teilzunehmen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen zu können.
Weitere wesentliche Schritte dabei waren Gespräche hinsichtlich der möglichen Einbindung
von Aktivitäten der Projektgruppe im Café der „Aumühle“ und der Kooperation zum Aufbau
einer Begegnungsstätte. Dabei erfolgte eine genaue Klärung der baulichen und finanziellen
Rahmenbedingungen.
Durch diese Maßnahmen konnten neben einer Kompetenzerweiterung der Bürger/-innen in
den Projekten die unterschiedlichen Erwartungen abgeglichen und weitere konkrete Schritte
aufgezeigt werden. Nächste Schritte im Gesamt-Projekt hinsichtlich einer möglichen An-
schlussfinanzierung einzelner Maßnahmen konnten konkretisiert werden.
Zudem konnte erreicht werden, dass die Gruppe „Begegnungsstätte“ in einer konstruktiven
Art und Weise ihre Kritik ausdrückt. Die o. g. Gespräche konkretisierten das weitere mögli-
che Vorhaben bzw. die Umsetzung des Konzeptes der Gruppe.
Hilfreich war darüber hinaus für die engagierten Bürgerinnen und Bürger die Teilnahme von
zwei Gruppenmitgliedern am vom ZZE organisierten „Treffen der Engagierten“ (21.04.2009)
im Mehrgenerationenhaus in Kaiserslautern.
Das Thema Wohnen wurde unter den jeweiligen unterschiedlichen Vorstellungen entspre-
chend als vielseitiger betrachtet. Der Umgang mit der Thematik „Wohnen“ im Gesamtpro-
jekt wurde offener gestaltet.
Gruppe Wohnen
In der Gruppe Wohnen war eine Architektin als Mitglied dabei. Dies unterstützte und förderte
die Ideen der weiteren Mitglieder sehr und war bspw. auch hinsichtlich der Kontaktaufnahme
zu anderen Projekten in Darmstadt und zu möglichen Investoren/ -innen von großem Vorteil.
Schließlich konnte die Gruppe eine gemeinsame Projektskizze (mit Passivbauweise) erarbei-
ten ohne dabei weitere Themen wie Wohnumfeldgestaltung und seniorengerechte Wohnmög-
lichkeiten für pflegebedürftige Menschen außer Acht zu lassen.
Die auch nach außen hin positive Tätigkeit der Gruppe und deren Wirken führten dazu, dass
sich im weiteren Verlauf nochmals fünf Personen anschlossen.
Schließlich hat sich die lokale Baugenossenschaft bereit erklärt, ein mögliches, neues Pro-
jekt für seniorengerechtes Wohnen im Stadtteil zu prüfen und ggf. umzusetzen.
Gruppe Bürgerhilfe
Der Mitmachtag brachte auch für diese Gruppe eine sehr gute Resonanz. So haben sich im
Anschluss an diese Veranstaltung hier weitere drei Personen interessiert gezeigt, in der
Gruppe „Bürgerhilfe“ mitzuarbeiten.
20
Für die Gruppe und ihr Konzept war es sehr entscheidend in der Öffentlichkeit präsent zu
sein bzw. präsenter zu werden, um vor allem die Personen in den Privathaushalten zu errei-
chen, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Mit Unterstützung der Fachverwaltung bzw.
Projektleitung wurde die Pressearbeit in der lokalen Zeitung intensiviert sowie bei relevanten
Nachfragen von Ratsuchenden und auch auf der städtischen Internet-Seite darauf verwiesen.
Zudem hat sich die Gruppe bei vielen Vereinen und der evangelischen Kirchengemeinde im
Ort vorgestellt und nahm mit einem gemeinsamen Stand mit den anderen Gruppen am
Weihnachtsmarkt teil. Darüber hinaus fand bei einem lokalen Radio-Sender ein ausführliches
Interview mit einzelnen Engagierten über die Tätigkeit der Gruppe und des Gesamtprojektes
statt.
Wichtig war auch für diese Gruppe die Kontaktaufnahme zu anderen bestehenden „Nachbar-
schaftlichen Hilfen“ im südhessischen Raum, wodurch viele wesentliche Informationen für
die Umsetzung eines solchen ehrenamtlichen Angebotes gewonnen werden konnten. Dies
betraf auch die Rechtsform, so dass die Gruppe bald zu dem Entschluss kam hierzu einen
Verein zu gründen.
Trotz der thematischen Aufteilung der drei Gruppen sah sich auch die Gruppe „Bürgerhilfe“
als ein Teil des Gesamtprojektes und legte großen Wert darauf, dass es (weiterhin) eine enge
Kooperation der Gruppen untereinander gibt.
Für die „Bürgerhilfe“ und die anderen beiden Gruppen stellte die Intensivierung der Kom-
munikation durch die zukünftige regelmäßige Teilnahme an den Steuergruppensitzungen ei-
ne deutliche Verbesserung des gegenseitigen Informationsflusses und –austauschs dar.
Die Bildung eines Kernteams verbesserte die direkte Zusammenarbeit, insbesondere mit der
Bezirksverwaltung. Diese unterstützte die Gruppe sehr und stellt nun einen zeitweise nutz-
baren Raum als Anlaufstelle und zu Beratung zur Verfügung.
Durch die schätzenswerte und freundliche Kooperation mit dem Ortsverband des Deutschen
Roten Kreuzes konnten die drei Gruppe gemeinsam als Abteilung im Ortsverein beitreten.
Gruppe „Begegnungsstätte“
Frühzeitig entstand in dieser Gruppe ein hoher Erwartungsanspruch gegenüber der Stadt,
über den Zusammenhang des Bundesprojektes hinaus und in Form zusätzlicher finanzieller
Mittel, weitere Unterstützung zu gewähren.
Die zentrale Zielsetzung der Gruppe war dabei zunächst eine eigene, ausschließlich für die
Gruppe nutzbare Räumlichkeit zur Verfügung gestellt zu bekommen. Zuvor hatte die Gruppe
für sich alle für sie in Betracht kommenden Örtlichkeiten im Stadtteil hinsichtlich einer mög-
lichen Nutzung als Begegnungsstätte geprüft. Im Ergebnis brachte dies für die Gruppe keine
zufrieden stellende Lösung. Die Gruppe favorisierte daher eine Kooperation mit der „Aumüh-
le“, welche in den nächsten zwei bis drei Jahren plante, einen Anbau an ein großes beste-
hendes Gebäude auf dem eigenen Gelände vorzunehmen. Hier sah die Gruppe für sich die
Möglichkeit, dass sich die Stadt daran entsprechend beteiligt und so eine neue Begegnungs-
stätte für Wixhausen umsetzbar sei.
In diesem Prozess wurde deutlich, dass zu Beginn des Projektes dessen Strukturen sowie
die Kommunikationsabläufe und –wege deutlicher und ausführlicher darzustellen gewesen
wären, um die Zielsetzungen und die Vorstellungen klar abstimmen zu können. Dies betraf
insbesondere die Rahmenbedingungen des zuständigen Fachamtes/ -abteilung und des
Bundesprojektes sowie dessen Zielsetzungen.
Daher wurden zunächst mit der Gruppe Begegnungsstätte Vereinbarungen getroffen wie nun
die Erwartungen und Vorstellung mit Unterstützung des Fachamtes und des Sozialdezernen-
21
ten möglicherweise umzusetzen wären. Hierzu wurde u. a. ein Austausch mit der Leitung der
„Aumühle“, des Dezernates und dem Amt für Soziales und Prävention vereinbart.
Die Gruppe entwickelte auf Grundlage ihres Konzeptes eine zeitliche Perspektive für eine
Umsetzung in den nächsten zwei bis drei Jahren.
Da es in der Folge aufgrund weiter anhaltender, z. T. sehr unterschiedlicher Ansichten wie-
derholt Diskussionen hinsichtlich einer geeigneten Räumlichkeit für die Begegnungsstätte
sowohl in der Gruppe als auch im Gesamtprojekt gab, stagnierte der Konzeptentwicklungs-
prozess zunächst. Als die Gruppe den Meinungsfindungsprozess für sich schließlich abge-
schlossen hatte, wurde ein inhaltliches Programm für die zukünftige Begegnungsstätte erar-
beitet.
Weiterhin favorisiert die Gruppe zuerst das Angebot der „Aumühle“ dortige Räumlichkeiten
an zwei Nachmittagen in der Woche zu nutzten, sowie sich mit den beiden anderen Gruppen
unter dem „Dach“ des Ortverbandes des Deutschen Roten Kreuzes als eine Gemeinschaft zu
gründen.
“Die Teilnehmer/innen der Projektgruppe Begegnungsstätte sind sehr zufrieden mit den derzeiti-
gen Entwicklungen. Die Gruppe hat ein hohes Mass an Beständigkeit und Stabilität gezeigt. Seit
einem Jahr arbeiten die Teilnehmer/ -innen kontinuierlich und engagiert zusammen. Die Basis für
die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit Ortsbeirates, Bezirksverwaltung und der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt hat sich sehr verbessert. Die Gruppe wird als Verhandlungspartner Ernst
genommen. Der Zusammenschluss unter dem Dach des DRK, ist ein weiterer Schritt, um gemein-
sam die Situation für ältere Menschen zu verbessern. Im Frühjahr möchte die Gruppe die ersten
Angebote umsetzten. Weiterhin steht der Bedarf von barrierefreien Räumlichkeiten im Vordergrund
– Ziel ist ein städtisch geförderter Seniorentreff in Wixhausen” (Zitat aus dem Protokoll des letz-
ten moderierten Treffens vom 15.02.2010, Frau Müller).
Um die Kompetenzen und Fähigkeiten der engagierten Senioren/ -innen zu stärken und zu
fördern, bewarb sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt am Landesprogramm Engagement-
Lotsen welches einen Rahmen bietet, in dem sich ehrenamtliche Teams von Engagement-
Lotsen qualifizieren können und anschließend mit ihren Aktivitäten das bürgerschaftliche
Engagement in ihrer Stadt, Gemeinde oder Landkreis unterstützen und voran bringen kön-
nen. Im Zusammenhang mit diesem Projekt wurden vier Mitglieder aus zwei der o. g. Pro-
jektgruppen im Bereich des ehrenamtlichen Engagement qualifiziert und konnten so als Mul-
tiplikatoren/ -innen in ihren jeweiligen Projekten fördernd und stärkend tätig werden.
Dies beförderte die Entwicklungsprozesse der Gruppe und ihrer Konzepte deutlich.
Aus dem vom Land Hessen zur Verfügung gestellten Etat konnte auch ein Teilbetrag für die
Anschaffung eines Beamers gewonnen werden.
Der Projektprozess wurde darüber hinaus durch den Ortsbeirat (politisch gewähltes Gremi-
um im Stadtteil) stets positiv begleitet und unterstützt. Durch die Mitgliedschaft des amtie-
renden Ortsvorstehers im Vorstand der genossenschaftlichen Wohnbaugesellschaft in Wix-
hausen konnten zudem Synergien geschaffen werden, die dem Thema „Wohnen und Wohn-
umfeld“ und der Entwicklung möglicher Konzept sehr dienlich waren und sind.
Die stets große Unterstützung durch den Sozialdezernenten sowie dessen direkte Beteili-
gung in einzelnen Prozessen des Projektes „Alt werden in Wixhausen“ war für den Gesamt-
verlauf des Projektes von großer Wichtigkeit. Dies betraf insbesondere die Bedeutung des
Bundesprojektes für die Beteiligten und die Wertschätzung ihrer entwickelten Projekte von
und für Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil.
Die Steuergruppe war ein entscheidendes Bindeglied und eine Schnittstelle im Gesamtpro-
jekt und dessen Organisation. Hier liefen die Informationen und Fäden zusammen, wurden
die nächsten Schritte abgestimmt, Veranstaltungen geplant und die Projekterfahrungen re-
22
flektiert. Darüber hinaus fand hier ein Austausch mit den Gruppen, den Moderatorinnen und
weiteren Beteiligten statt.
1.5 Zielerreichung
Hinsichtlich der aus dem o. g. Magistratsbeschluss (14. Mai 2008) und dem Memorandum
des Bundesprojektes „Aktiv im Alter“ abgeleiteten Zielstellungen ist Folgendes erreicht wor-
den:
• Die interessierten und beteiligten Bürger/ -innen im Stadtteil sind mit Unterstützung
des Ortsbeirates, des Sozialdezernats und des Amtes für Soziales und Prävention durch
das Projekt in die Lage versetzt worden, sich in ihrem Stadtteil zu engagieren, ihre Ideen
und Vorstellungen hinsichtlich eines selbstbestimmten Alterns zu entwickeln und auszu-
gestalten. Sie haben sich zunächst in drei verschiedenen Gruppe organisiert (s. o.) und
später die Gemeinschaft „Aktive Senioren Wixhausen“ gegründet.
• Der Vorstand dieser Gemeinschaft ist nun ständiges Mitglied in der noch bestehenden
Steuergruppe des Projektes, dem auch Mitglieder des Ortsbeirates angehören. Zukünftig
wird eine Vertretung der Gemeinschaft regelmäßig an Sitzungen des Ortsbeirates teil-
nehmen. Darüber hinaus nutzen Mitglieder Räumlichkeiten in der Bezirksverwaltung als
Büro der initiierten „Bürgerhilfe“ und haben direkten Kontakt zum Bezirksverwalter.
• Es gibt mittlerweile ein zunehmendes Interesse weiterer Bürger/ -innen und von Verei-
nen mit den „Aktiven Senioren Wixhausen“ zusammenzuarbeiten. Neben der evangeli-
schen Kirchengemeinde ist dies beispielsweise die Akademie 55plus e.V. und die TSG
Wixhausen?
• Die Kommunikationsstrukturen zwischen den Engagierten, der Bezirksverwaltung und
dem Ortsbeirat sowie dem Amt für Soziales und Prävention konnten durch die bisher
entwickelte Struktur dialogorientiert und bürgernah gestaltet werden.
• Durch die Ermöglichung einzelner Fortbildungsangebote sowie die Teilnahme am Pro-
gramm „Engagementlotsen“, konnte die partnerschaftliche Zusammenarbeit intensiviert
sowie die Wirkungsmöglichkeiten der Engagierten erhöht werden.
Neben diesen Ergebnissen ist ein wesentlicher Bereich weiter auszugestalten und zu konkre-
tisieren:
Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, damit allen Menschen unabhängig vom Bildungs-
und Einkommensstand, von Geschlecht und der ethnischen Herkunft Teilhabe ermöglicht wird. Für
ältere Migrantinnen und Migranten und sozial Benachteiligte sollen neue Formen des Zugangs
zum Ehrenamt gefunden und unterstützt werden.
Hier werden die Bezirksverwaltung und die Kommune gemeinsam mit den Engagierten An-
sätze für entsprechende Rahmenbedingungen entwickeln.
Die geplanten Veranstaltungen und Bürger/ -innenforen (s. o.) konnten alle termin- und
zielgerecht durchgeführt werden. Die in Kooperation mit der TU Darmstadt durchgeführte
Befragung älterer Menschen über 65-Jahre im Stadtteil Wixhausen blieb in gleichem Maße
im Zeitplan. Eine Veröffentlichung der Befragungsergebnisse ist jedoch nicht wie zunächst
gewünscht im Frühjahr 2010 sondern voraussichtlich Anfang des zweiten Halbjahres mög-
lich.
Zusätzlich zu den Fördermitteln des Bundes waren durch die Kommune nahezu zu einem
gleichen Teil Aufwendungen für Sachkosten zu erbringen (s. o.). Die hauptamtlichen Perso-
nalkosten wurden an dieser Stelle nicht beziffert.
Durch das Projekt „Aktiv im Alter - Alt werden in Wixhausen“ ist es gelungen, stadtteilnah-
und –bezogen erweiterte und neue Ermöglichungsstrukturen für das Engagement älterer
Menschen zu schaffen. Darüber hinaus bietet dies die Basis, daraus entstandene übergrei-
23
fende Kooperationen weiter zu festigen und neue Formen gemeinsamer Strukturen ehren-
amtlichen Engagements zu entwickeln.
Um eine Nachhaltigkeit des bisher Erreichten zu erlangen, ist die angelegte und weiter be-
stehende Begleitung der ehrenamtlichen Engagierten durch die Kommune ein wichtiger
Baustein.
Letztlich ist mit diesem Projekt und seinen Ergebnissen ein Nutzen für das Gemeinwohl er-
reicht worden und ermöglicht eine aktive, sinnerfüllte Rolle im Alter. Dies trägt den Anforde-
rungen des demografischen Wandels Rechnung und fördert ein realistisches Altersbild.
Im Folgenden wird dargestellt, welche Konzepte die am Bundesprojekt beteiligten, engagier-
ten Bürger/ -innen konkret erarbeitet haben und wie sie ihre Ideen zukünftig (weiter) ver-
wirklichen wollen.
Gruppe Wohnen
Die Arbeitsgruppe Wohnen/Wohnumfeld hat folgendes Konzept (siehe Anhang) erarbeitet,
das sie in Wixhausen umsetzen möchte:
„Unsere Kernaussage:
Alt zu werden in Wixhausen erfordert eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen im heuti-
gen Wohnumfeld.
Unsere Ziele:
Das Wohnen und das Wohnumfeld verbessern. Wohnumfeld bedeutet für uns:
• Vereinsamung verhindern und Ansprechpartner behalten
• eine Möglichkeit zur Grundversorgung in der Nähe zu haben,
• eine Ortsmitte mit Ruhezonen zu haben,
• im Bewegungsbereich ausreichende Sitzmöglichkeiten wie Bänke oder Sitzgruppen
zu finden.
Dazu gehört dann auch, entweder die eigene Wohnung, oder das eigene Haus Barriere frei
herzurichten, oder seniorengerechte Wohnungen mit Passivhausstandard in einem entspre-
chenden Wohnumfeld bauen zu lassen.
Mögliche Standorte für solche Wohnprojekte wären:
• grüne Wiese
• Ostendschule
• Falltorstraße
• Verdistrasse/Schönbergstrasse
Dazu wollen wir:
• Mitbürger dafür interessieren und zum Mitmachen bewegen
• politische Unterstützung haben
• Unterstützung durch die Presse erreichen
Mit unserem Konzept wollen wir:
• Politischen Druck erzeugen
• Bauträger zu suchen und motivieren
• Investoren zu suchen und zu überzeugen“ (zitiert aus dem Konzept der Gruppe
„Wohnen und Wohnumfeld“).
24
Gruppe Begegnungsstätte
Die Gruppe Begegnungsstätte hat ein „Sofort-Programm“ (siehe Anhang) in Kooperation mit
der Akademie 55plus e.V. und weiteren Kooperationspartner erarbeitet, welches verschie-
dene informative, kulturelle und gesellige Veranstaltungen enthält, die neben der „Aumühle“
zunächst an verschiedenen Orten im Stadtteil angeboten werden.
Darüber hinaus wird diese Gruppe als ein Teil der „Aktiven Senioren“ weiterhin in Zusam-
menarbeit mit dem Ortsbeirat, der Bezirksverwaltung und dem Amt für Soziales und Prä-
vention der Wissenschaftsstadt Darmstadt die dauerhafte Nutzung einer geeigneten Räum-
lichkeit für eine Begegnungsstätte im Stadtteil planen und umsetzen.
Gruppe Bürgerhilfe
Die „Bürgerhilfe“ hat während der Projektlaufzeit das Konzept einer ehrenamtlichen, gegen-
seitigen Nachbarschaftshilfe im Sinne einer Tauschbörse entwickelt und mit der Umsetzung
begonnen (siehe Anhang).
Diese Gruppe ist ebenso als ein Teil im Zusammenschluss „Aktive Senioren in Wixhausen“
aufgegangen und wird hierdurch auf breiter Basis im Stadtteil Wixhausen ihre Hilfe und
Leistungen anbieten können. Konkret beginnen dabei die Aktivitäten der Bürgerhilfe, die
zweimal pro Woche in der Bezirksverwaltung Bürostunden abhält, um Aufträge entgegenzu-
nehmen bzw. abzuwickeln.
Zusammenschluss „Aktive Senioren in Wixhausen“
Am Donnerstag, den 11.März 2010 fand in der „Aumühle“ die Gründungsversammlung der
Gemeinschaft „Aktive Senioren Wixhausen“ im DRK OV Wixhausen statt (siehe Anhang).
Dabei wurde neben der Wahl des Vorstandes u. a. die Übernahme der Geschäfte durch den
Vorstand geregelt, das geplante Veranstaltungsprogramm der Begegnungsstätte vorgestellt
sowie die schriftlichen Beitrittserklärungen der Teilnehmenden dokumentiert.
Dies Gründung erfolgte auf Basis der Ordnung der Gemeinschaft „Aktive Senioren Wixhau-
sen“.
Diese sieht u. a. vor, dass der „Zweck der Gemeinschaft Aktive Senioren Wixhausen ist, die
Mitwirkung beim Schaffen seniorengerechter Infrastrukturen in Wixhausen, die Unterstüt-
zung von Menschen in Verrichtungen des täglichen Lebens, die aufgrund ihres Alters oder
der Hilfsbedürftigkeit zu dem Personenkreis des § 53 Abgabenordnung (AO) gehören.
Schwierigkeiten, die u. a. durch das Altern entstehen, sollen überwunden werden,
um dadurch alten und hilfsbedürftigen Menschen die Möglichkeit zu geben, am
Leben der Gesellschaft teilzunehmen, sowie die Selbständigkeit zu erhalten.“ (siehe An-
hang).
Ausblick
Die Gemeinschaft „Aktive Senioren in Wixhausen“ wird die Bürgerhilfe weiter etablieren so-
wie das Konzept für die Gründung und Umsetzung einer Begegnungsstätte in geeigneten
Räumlichkeiten weiterentwickeln. Darüber hinaus wird das Konzept eines Angebotes hin-
sichtlich seniorengerechten Wohnens im Stadtteil durch die Mitglieder der Gemeinschaft vo-
rangetrieben.
Die Verantwortlichkeit hierfür haben die engagierten Bürger/ -innen durch die Vereinsgrü-
dung nun für sich übernommen. Sie werden weiter in enger Zusammenarbeit mit der Be-
zirksverwaltung und dem Ortsbeirat sowie dem Amt für Soziales und Prävention ihre Ziele
verfolgen. Dies gilt insbesondere für die weitere Erörterung und Auswahl geeigneter Räum-
lichkeiten für die Gruppe Begegnungsstätte.
25
Durch die Vereinsgründung besteht nun die Möglichkeit Spendenmittel zu akquirieren, sowie
mögliche städtische Fördermittel zu beantragen.
Die Erkenntnisse und Ergebnisse aus diesem Bundesprojekt bieten für weitere stadtteilbe-
zogene Projekte wichtige Hinweise und Ansätze hinsichtlich einer weiteren partizipationsori-
entierten Ausgestaltung der kommunalen Altenhilfe.
Die durch die Bürger/ -innenbefragung gewonnenen Ergebnisse werden vom Amt für Sozia-
les und Prävention in Zusammenarbeit mit dem Verein „Aktive Senioren Wixhausen“, dem
Ortsbeirat, der Bezirksverwaltung und den relevanten Ämtern mit Prioritäten versehen und
sukzessive aufgearbeitet.
26
2 Entlastung Projektteam
………………………………..……
Datum, Unterschrift (Projektlei-
ter)
………………………………..……
Unterschrift (Projektauftragge-
ber)
27
3 Anhänge
• Kostenplanung
• Protokoll des Ortsbeirates Darmstadt-Wixhausen vom 8.November 2006
• Brief des Ortsbeirates Darmstadt-Wixhausen vom 28. März 2008 an Hr. Stadtrat Partsch
• Magistratsbeschluss 01.10.2008
• Magistratsbeschluss 14.05.2009
• Ordnung der „Gemeinschaft Aktive Senioren Wixhausen“
• Arbeitsgruppe Wohnen/Wohnumfeld, Konzept, Version 0.1, Manfred Zietlow,
02.06.2009
• Sofortprogramm der Gruppe Begegnungsstätte
• Bürgerhilfe („Konzeptentwurf/ Faltblatt“)
• Protokoll vom Treffen der Gruppe Begegnungsstätte 15.02.2010, Fr. Müller;
• Protokoll vom Abschlusstreffen des Projektes, Hr. Süßmann, 03.02.2010
• Mitmachtag, 16. Mai 2009 – Einladungsflyer und Fotoauswahl der Veranstaltung
• Auftaktveranstaltung, 18. November 2008 – Einladungsflyer und Fotoauswahl der Veran-
staltung
• Diverse Presseartikel, die während der Projektlaufzeit in der lokalen Presse erschienen
sind
4 Literatur
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO), 2008
2010/0333
4205 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 11.08.2010 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Amt für Soziales und Prävention Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2010/0333 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Kenntnisnahme des Projektabschlussberichtes "Aktiv im Alter - Alt werden in Wixhausen" Vorlage vom: 04.08.2010 Beschlussvorschlag: Der Magistrat nimmt den Abschlussbericht des Projektes „Aktiv im Alter – Alt werden in Wixhausen“ zur Kenntnis. Anlagen: Projektabschlussbericht Aktiv im Alter - Alt werden in Wixhausen Datenschutzrelevante Anlage: Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung zur Magistratsvorlage vom 04.08.2010 Basierend auf einem Antrag des Ortsbeirates Wixhausen und der Initiative des Sozialdezernates startete am 11. Dezember 2008 das Projekt „Aktiv im Alter – Alt werden in Wixhausen“ mit einer Auftaktveranstaltung. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde mit diesem Projekt als eine von drei ausgewählten hessischen Kommunen in das Programm des Bundesfamilienministeriums "Alter schafft Neues – Aktiv im Alter" aufgenommen. Damit verbunden war eine einmalige Förderung in Höhe von 10.000 Euro. 332 Kommunen hatten sich bundesweit für das Projekt beworben, 150 wurden ausgewählt, und 50 erhielten eine Zuschussförderung. Die Bundesförderung des Projektes lief bis zum 31.12.2009. Der vorliegende Bericht gilt gleichzeitig als Verwendungsnachweis für das Projekt. (Die zahlreichen im Bericht erwähnten Anlagen können in einem umfangreichen Ordner im Amt für Soziales und Prävention von Interessierten gerne eingesehen werden.) Im Rahmen des Projektes wurden Seniorinnen und Senioren in Wixhausen angesprochen, sich bei der Entwicklung seniorengerechter Strukturen im Stadtteil zu beteiligen. Durch sehr engagierte Seniorinnen und Senioren, die sich in dem Verein „Aktive Senioren Wixhausen“ unter dem Dach den Deutschen Roten Kreuzes zusammengeschlossen haben, in guter Kooperation mit dem Ortsbeirat Wixhausen, der Bezirksverwaltung Wixhausen, dem Amt für Soziales und Prävention sowie in regelmäßigem Austausch mit dem Sozialdezernenten Stadtrat Jochen Partsch konnte der Beteiligungsprozess in Wixhausen konstruktiv gestaltet und Partizipation effektiv umgesetzt werden. Wie die Beschreibung im Projektablauf deutlich macht, wurde in Wixhausen beteiligungsorientierte Altenhilfeplanung umgesetzt, die sich konsequent an den Lebenslagen älterer Menschen orientierte. Damit wurde die Planung zu einem qualitativen und kommunikativen Prozess, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden. Partizipative Planungsprozesse lassen sich als lokale Bildungsprozesse verstehen und sind damit ein Gewinn für das Gemeinwesen insgesamt. Zielgruppe(n) sind letztendlich alle Bürger/innen, da alle – als potentiell Alte – betroffen sind bzw. zur Entwicklung und Umsetzung neuer Strukturen und Angebote gefordert sind. Beginnend mit der aktiven Beteiligung älterer Menschen wird dies folglich Konsequenzen für die aktive Teilhabe aller im Stadtteil Wixhausen nach sich ziehen und das Gemeinwesen dort prägen. In einem weiteren Schritt wird die Umsetzung der Begegnungsstätte als zentraler Ort für Ältere im Stadtteil relevant und damit auch der Ausbau des Programms und der Angebote der „Aktiven Senioren Wixhausen“. Das Bundesprojekt ist mit Vorlage des Abschlussberichtes abgeschlossen, die Entwicklung im Stadtteil Wixhausen ist aber ein laufender Prozess und wird von der Steuerungsgruppe und dem Sozialdezernat weiter begleitet und unterstützt. 3 ... Das Projekt lief und läuft sehr erfolgreich – Ergebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse aus Wixhausen lassen sich in stadtweiten folgenden Prozessen verwerten. Darmstadt, 04.08.2010 Ak Dezernat V Jochen Partsch Stadtrat
Beratungsverlauf (2)
Orte (3)
- Falltorstraße
- Verdistraße
- Schönbergstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2010/0333
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 04.08.2010
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00