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0246/2019

Aktivitäten im Kontext des anstehenden Brexit (AN/0030/2019)

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 24.01.2019

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Nächste Beratung: Wirtschaftsausschuss, Sitzung am 24.01.2019, TOP 3.2

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

10045 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
OB/80/801 
 
Vorlagen-Nummer 24.01.2019 
 0246/2019 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Wirtschaftsausschuss 24.01.2019 
 
Aktivitäten im Kontext des anstehenden Brexit (AN/0030/2019) 
Die SPD-Fraktion bittet um Beantwortung folgender Fragen: 
1. Wo ist die Projektgruppe „Brexit“ konkret angebunden und wie viele Mitarbeitende sind 
dort aktuell damit befasst, den Standort Köln in Großbritannien aktiv zu bewerben?  
Mit den Aktivitäten zum Thema „Brexit“ ist das Amt für Wirtschaftsförderung befasst. Die Aufgabe 
wird ab 01.02.2019, mit Aufnahme der Tätigkeit der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH, 
auf die GmbH übergehen. Derzeit beschäftigen sich 2 Personen mit entsprechenden Maßnah-
men, allerdings als Teilaufgabe und nicht in Vollzeit. Punktuell war zu Einzelaspekten unterstüt-
zend eine weitere Kollegin eingebunden. Ergänzt wird das Kölner „Brexit-Team“ durch den bei 
der IHK für das Thema Außenwirtschaft zuständigen Geschäftsführer sowie durch den Wirt-
schaftsbotschafter und früheren Vorsitzenden der Mitsui Sumitomo Versicherungsgesellschaft, 
Reiner Gleiss. Für einzelne PR-Maßnahmen in Großbritannien wurde und wird darüber hinaus 
der renommierte Versicherungsjournalist Adrian Ladbury beauftragt. Eine Fachveranstaltung in 
London mit Lloyd’s wurde durch eine Kollegin des Rechts- und Versicherungsamtes sowie einen 
Vertreter der Stadtentwässerungsbetriebe begleitet. Ein Round-Table-Gespräch des fDi-
Magazine darüber hinaus durch Wirtschaftsbotschafter und GenRe-Vorstand Daniel Castillo. 
. 
2. Warum wurde dem Wirtschaftsausschuss nicht, wie vom Rat beschlossen, ein Hand-
lungskatalog zu Strategien und Maßnahmen im Kontext des anstehenden Brexit vorge-
legt? 
Für die Erarbeitung eines umfangreichen Handlungskataloges zu Strategien und Maßnahmen 
standen keine ausreichenden Ressourcen zur Verfügung. Der Wirtschaftsausschuss wurde aller-
dings im Rahmen der Jahresberichte und der Jahresplanung sowie bei den einzelnen Maßnah-
men kontinuierlich unterrichtet. Die Verwaltung hat dabei auch von Anfang an deutlich gemacht, 
dass sich angesichts der eingeschränkten Ressourcen und der Erfolgsaussichten eine Fokussie-
rung auf die Versicherungsbranche anbietet. 
3. Im Juni 2017 berichtete die Verwaltung über ein Expertengespräch, das die Stadt gemein-
sam mit der IHK und Vertretern der Versicherungsbranche in London durchgeführt hat 
(1906/2017). Angekündigt wurden „weitere Maßnahmen in London und Köln“, die in Vorbe-
reitung seien. Welche konkreten Maßnahmen wurden seitdem umgesetzt? Die Verwaltung 
wird insbesondere auch um Darstellung zu den gezielten Firmenansprachen, zu durchge-
führten Veranstaltungen und Teilnahmen an Messen und Veranstaltungen in Großbritan-
nien sowie zu Anzeigenkampagnen gebeten. Wurden die im Ratsbeschluss angesproche-

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ne Internetplattform oder sonstige zusätzliche Kommunikationskanäle wie z.B. die Einrich-
tung einer Hotline mit englischer Nummer für ansiedlungswillige Unternehmen realisiert?  
Der kontinuierlichen Berichterstattung zu weiteren Aktivitäten hat die Verwaltung im Wirtschafts-
ausschuss Rechnung getragen.  
Das in Mitteilung 1906/2017 angesprochene Standortporträt zur Versicherungswirtschaft hat die 
Wirtschaftsförderung in einer aktualisierten Fassung über die Kooperationspartner verteilt, die 
gemeinsam mit IHK und Stadt die Veranstaltung vom Juni 2017 in London vorbereitet hatten. 
Darüber hinaus kam das Porträt in Zusammenhang mit dem Versicherungstag der IHK vom Sep-
tember 2017 zum Einsatz. 
Im November 2017 hat der Versicherungsmonitor im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Break-
fast Briefing“ in Köln das Branchentreffen „Der Brexit und die Folgen für Versicherer, Makler und 
Industriekunden“ durchgeführt. Stadt und IHK haben sich an diesem überregionalen Fachforum 
beteiligt und den Standort Köln sowie die gemeinsamen Aktivitäten vorgestellt. Auch dieses über-
regionale Expertenpanel wurde für die Verteilung des oben genannten aktualisierten Kölner Ver-
sicherungsporträts genutzt. 
Im Februar 2018 hat Oberbürgermeisterin Reker, begleitet von einer Wirtschaftsdelegation, in 
London den Standort Köln als Basis für das Europageschäft internationaler Unternehmen bewor-
ben. Auf dem Delegationsprogramm stand auch ein Besuch bei Lloyd’s. Am Sitz dieser zentralen 
Versicherungsinstitution Großbritanniens hat ein Austausch über die Herausforderungen in der 
Versicherung von Metropolen der Zukunft stattgefunden, an dem auch Vertreter des Rechts- und 
Versicherungsamts und der Stadtentwässerungsbetriebe teilgenommen haben. Zweiter Schwer-
punkt der Delegationsreise war ein Spitzengespräch mit britischen Wirtschaftsvertretern, das die 
Stadt gemeinsam mit Financial Times Live und dem Fachmagazin Foreign Direct Investment, fDi, 
organisiert hat. Hier stand die branchenübergreifende Wirtschaftsentwicklung im Focus. Den Ab-
schluss der Delegationsreise bildete ein Treffen bei der International Underwriting Association, 
IUA.  
Seit August 2018 ist die Internetseite www.insurance-hub.cologne mit Informationen zum Versi-
cherungsstandort Köln online. IHK und Stadt haben den englischsprachigen Internetauftritt, der 
sich an internationale Branchenvertreter und dabei insbesondere an die Zielgruppe der Versiche-
rungsunternehmen in Großbritannien wendet, gemeinsam erarbeitet. Der Wirtschaftsausschuss 
wurde hierzu in Zusammenhang mit der Präsentation zum InsurLab Germany in seiner Septem-
bersitzung informiert. Fester Bestandteil der Internetpräsentation sind auch die Daten zur unmit-
telbaren persönlichen Kontaktaufnahme per Mail oder telefonisch mit dem kommissarischen 
Amtsleiter der Wirtschaftsförderung. 
Zur Direkt-Ansprache britischer Versicherungsunternehmen haben IHK und Stadt gemeinsam 
das 32-seitige, englischsprachige Branchenporträt „Insurance Hub Cologne – Open for Business“ 
aufgelegt. Im elektronischen Versand ist die Standortbroschüre Ende Oktober 2018 an die rund 
5000 Leser des elektronischen Branchendienstes „Commercial Risk Europe“ versandt worden. 
Online steht die Publikation auf der o.g. Internetseite als Download zur Verfügung. 
Die Druckauflage von 1.000 Exemplaren kommt insbesondere in Zusammenhang mit Bran-
chenevents zum Einsatz. So ist die Publikation im November 2018 auch auf 2 Veranstaltungen 
des Versicherungsmonitors zum Einsatz gekommen. Außerdem steht die Printversion auch den 
Branchenakteuren zur Verteilung zur Verfügung, die als Kooperationspartner die vorangegange-
nen Brexit-Aktivitäten von IHK und Stadt unterstützt haben.  
Die genannten gemeinsamen Brexit-Aktivitäten von IHK und Stadt, aber auch wichtige Standort-
nachrichten wie die u.g. Entscheidung von Newline zugunsten von Köln hat die Verwaltung mit

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entsprechenden Informationen auch an die englische Presse und/oder Mailings an die Bran-
chenpartner begleitet. 
 
4. Ist es der Oberbürgermeisterin gelungen, verbindliche Vereinbarungen mit der NRW-
Landesregierung zu verabreden, um zu erreichen, dass Ministerien und Behörden des 
Landes die größte Stadt Nordrhein-Westfalens bei der Ansiedlung von Unternehmen und 
Institutionen tatkräftig unterstützen (vgl. Ratsbeschluss vom 22.09.2016)? Wie gestaltet 
sich die Unterstützung des Landes für Köln konkret? Gibt es einen regelmäßigen Aus-
tausch zur Thematik zwischen Landesregierung und Kommunen bzw. Regierungsbezir-
ken, wie dies beispielsweise in Niedersachsen praktiziert wird? In welcher Form hat die 
Oberbürgermeisterin der Erwartungshaltung an die Landesregierung Ausdruck verliehen, 
von dort über aktuelle Entwicklungen zum Brexit laufend informiert und bei Strategien und 
Maßnahmen zur bestmöglichen Positionierung Kölns unterstützt zu werden? Welche Un-
terstützung für Köln gibt es seitens des Brexit-Beauftragten Friedrich Merz, der seit An-
fang 2018 gemeinsam mit NRW.INVEST die Aufgabe hat, britische Arbeitsplätze für NRW 
zu gewinnen. 
Auf Arbeitsebene gibt es seitens der IHK und der Wirtschaftsförderung regelmäßigen Kontakt zu 
NRW Invest und NRW International. Dabei wird aktuell auch eine gemeinsame Veranstaltung in 
London für Mitte März geplant.  
Eine Kontaktaufnahme beschränkte sich auf eine Gesprächsrunde bei Wirtschaftsminister Pink-
wart, an der der Geschäftsführer Außenwirtschaft der IHK teilnahm. Bei diesem Termin wurde die 
o.g. Veranstaltung mit dem Brexit-Beauftragten Friedrich Merz erörtert. 
5. Welche Bilanz zieht die Verwaltung aus den bisherigen Aktivitäten im Kontext des Brexit? 
Wie viele Unternehmen und Institutionen konnten für eine Ansiedlung in Köln gewonnen 
werden? Wie viele Arbeitsplätze werden hierdurch nach Köln verlagert bzw. neu entste-
hen? 
Noch immer ist nicht klar, ob und wie der Brexit aussehen wird. Dementsprechend haben auch 
die britischen Unternehmen noch immer keine endgültigen Entscheidungen bezüglich möglicher 
Standortverlagerungen getroffen. Die Experten haben von Anfang an vor allzu hohen Ansied-
lungserwartungen in Zusammenhang mit dem Brexit gewarnt. Die Fokussierung auf die Versiche-
rungsbranche, ohne auf die allgemeine Werbung für den Wirtschaftsstandort gänzlich zu verzich-
ten, erscheint allerdings angesichts der Rahmenbedingungen sinnvoll und vielversprechend. So 
hat sich Newline entschieden, für die Europa-Aktivitäten des Unternehmens die Gründung einer 
Versicherungsgesellschaft in Angriff zu nehmen, die in Deutschland kapitalisiert, lizensiert und 
reguliert wird. Das entsprechende Antragsverfahren läuft. Aussagen über die konkrete Zahl von 
Arbeitsplätzen können aber noch nicht gemacht werden. 
Bei den fDi Strategy Awards 2018 wurde die Stadt Köln im Dezember des letzten Jahres mit dem 
Award für die beste Versicherungs-Strategie ausgezeichnet. Für diese Auszeichnungen berück-
sichtigte die fDi Intelligence-Abteilung der Financial Times alle Vorschläge, die zwischen Oktober 
2017 und Oktober 2018 in der Kategorie FDI-Strategie des FDI-Rankings gemacht wurden. Das 
waren 112 Vorschläge. 
 
Gez. Reker

Beratungsverlauf (1)

24.01.2019 Wirtschaftsausschuss
TOP 3.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0246/2019
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
24.01.2019
Erstellt
17.01.2019 16:15