Mandari Insight

2544/2017

Präventionsarbeit zu sexueller Gewalt in Köln stützen

Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss) 02.11.2017

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Jugendhilfeausschuss, Sitzung am 07.11.2017, TOP 8.4.2

Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)

· application/pdf

Ansehen

Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)

21134 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
IV/51/512 
 
Vorlagen-Nummer  2.11.2017 
 2544/2017 
Stellungnahme zu einem Antrag 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Jugendhilfeausschuss 07.11.2017 
 
Präventionsarbeit zu sexueller Gewalt in Köln stützen 
AN/0930/2017 
Die Piratengruppe im Rat der Stadt Köln stellte folgenden Antrag: 
 
 
1. Die Verwaltung stellt gemeinsam mit dem Amt für Gleichstellung dar, welche 
Präventionsmaßnahmen und Projekte gegen sexuelle Gewalt bereits in Köln durchgeführt 
werden und welche weiteren Maßnahmen aus Sicht der Verwaltung nötig sind. Darüber 
hinaus wird geprüft, inwieweit Schulen Angebote zur Präventionsarbeit zur Verfügung gestellt 
werden können. Über die Höhe der erforderlichen Finanzmittel macht die Verwaltung einen 
begründeten Vorschlag, der zur Abstimmung gestellt wird.  
 
 
2. Die Stadt Köln stellt weiterhin dar, welche Fortbildungsangebote für Multiplikatoren, 
insbesondere für Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in der Kinder- und 
Jugendhilfe und der Flüchtlingshilfe bereits bestehen und wie diese finanziert werden. Darüber 
hinaus prüft sie, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Ziel zu erreichen, das 
Bewusstsein für sexuelle Gewalt zu schärfen und eine niedrige Eingreifschwelle zu etablieren.  
 
 
3. Die Stadt Köln stellt – im Rahmen des bestehenden Haushaltsetats – im Jahr 2017 die 
Förderung Projekts Heroes des Trägers Hennamond e. V. in Höhe von 10.000 Euro sicher. 
Über eine weitere Förderung über das Jahr 2017 hinaus wird im Rahmen der 
Haushaltsplanberatungen für das Jahr 2018 entschieden.  
 
 
Die Kinder- und Jugendverwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: 
 
Zu 1. 
Bereits in 2009 hat das Amt für Kinder, Jugend und Familie mit allen Trägern im Handlungsfeld 
„Jugendförderung“ eine Vereinbarung zu §§ 72a und 82 SGB VIII abgeschlossen hat. Aufgrund der 
Neuregelung des Bundeskinderschutzgesetzes wurde diese Vereinbarung 2014 angepasst und mit 
allen Trägern konnte eine aktualisierte Vereinbarung abgeschlossen werden. Zu dieser Vereinbarung 
wurde ein Trägerpacket ausgearbeitet: mit Verfahrensbeschreibung, Dokumentationsbogen,  
Meldebogen, Kontaktdaten der Beratungsstellen

2 
 
Für die Bereiche der Offenen Ganztagsschulen sowie der Sekundarstufe I und deren Trägervereine 
bestehen festgelegte Kooperationsverträge, infolgedessen sind für alle Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeiter erweiterte Führungszeugnisse zwingend einzuholen.  
 
Darüber hinaus bietet das Jugendamt jährlich Fortbildungen zu diesem Thema in Kooperation mit 
dem Kinderschutzbund an.  
Das Thema Institutionelles Schutzkonzept wurde unter der Berücksichtigung der §§ 8a und 72 a SGB 
VIII in die Qualitätsentwicklung aufgenommen und letztendlich als Bestandteil der neuen Richtlinie 
/Leistungskatalog unter Pkt. 5.4. „Qualitätsentwicklung- und Qualitätssicherungsmaßnahmen 
einrichtungsbezogene Konzepte zum Schutz von Kindern“ verankert. Alle Einrichtungen der Offenen 
Kinder- und Jugendarbeit müssen nunmehr ein Institutionelles Schutzkonzept vorweisen, was im 
jährlich stattfindenden Wirksamkeitsdialog auf seine Qualität hin überprüft wird. 
 
Das Amt für Gleichstellung teilte mit, dass folgende Maßnahmen bereits gestartet bzw. umgesetzt 
sind:  
 
- „Beratungsmobil - Anlaufstelle für Frauen und Mädchen“ 
Nach Silvester 2015/2016 hat sich die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ 
(http://www.koelner-initiative-gegen-sexualisierte-gewalt.de/) gegründet. Hier engagieren sich 
Kölner Frauenberatungseinrichtungen unter Beteiligung von Polizei und Amt für Gleichstellung 
von Frauen und Männern. Seit dem Jahreswechsel 2016/2017 ist das „Beratungsmobil – An-
laufstelle für Frauen und Mädchen“ der Kölner Initiative bei Großveranstaltungen (Karneval, 
Kölner Lichter, 11.11., Silvester etc.) im Einsatz. Das Beratungsmobil hat zunächst einen fes-
ten Standort - anlassbezogen Rudolfplatz oder Tanzbrunnen-, und kann bei Bedarf Mädchen 
und Frauen in Köln dort aufsuchen, wo akut Beratung und Hilfe erforderlich sind. 
-  Veranstaltung „MACH PARTY-SAFE“ 
Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern, der ZONTA Club Köln 2008 und der 
Verein LOBBY für Mädchen e.V. haben bisher einmal jährlich eine kostenlose Infoveranstal-
tung für Mädchen und junge Frauen angeboten. Es wurde über Gefahren bei Partys und auf 
dem nächtlichen Nachhauseweg aufgeklärt. Ergänzend wurden im Rahmen eines Workshops 
Praxisübungen zur Selbstbehauptung durchgeführt.  
- „Nicht mit mir!“ - Präventionsprojekt in Schulen 
Das Amt für Gleichstellung hat zusammen mit dem Bündnis das Konzept von „MACH PARTY-
SAFE“ weiterentwickelt und auf Schulen ausgeweitet. Schülerinnen an weiterführenden Schu-
len werden im Rahmen ihrer regulären Unterrichtszeit zu speziellen Selbstbehauptungs-
Trainings „Nicht mit mir!“ eingeladen.  
Den Auftakt bildet im IV. Quartal 2017 eine über Fördermittel des Landes finanzierte Trai-
ningsreihe mit drei Veranstaltungen am Josef-DuMont-Berufskolleg. Für 2018 sind weitere 
Trainingsreihen in Planung. # 
- Verhaltenstipps für Frauen und Mädchen 
Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern hat in Zusammenarbeit mit der Kölner 
Polizei Verhaltenstipps für Frauen und Mädchen erstellt und im Internet veröffentlicht: 
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/gleichstellung/sicher-nach-Hause 
- Broschüre „STARK trifft SICHER“ 
Die vom Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern herausgegebene Broschüre enthält 
zahlreiche Anbieterinnen und Anbieter von Kursen für Selbstbehauptung und Selbstverteidi-
gung sowie ein spezielles Angebot für ein Mobilitätstraining der KVB.  
- Informationsstand auf dem Kölner Weihnachtsmarkt 
Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern bietet seit 2016 in Kooperation mit dem 
Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ auf dem Weihnachtsmarkt am Roncallip-

3 
 
latz an zwei Tagen Beratung und Information zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ an.  
- Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. 
Der Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ organisiert unter der Federführung 
des Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern jedes Jahr eine Aktion zum Internatio-
nalen Tag gegen Gewalt an Frauen (2016 eine Menschenkette auf der Hohenzollernbrücke, 
2017 eine Informationsveranstaltung im DOMFORUM). Ziel ist, gemeinsam ein Zeichen gegen 
Gewalt an Frauen zu setzen und die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen 
und aufzufordern, sich zu positionieren.  
- Plakatkampagne „Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar - In Köln und überall“. 
Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern hat im Rahmen der Kooperation „Kölner 
Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ eine Plakatkampagne mit Großflächenplakaten gegen 
sexualisierte Gewalt initiiert (1. Hängung im Januar 2017 - Schirmfrau war die Oberbürger-
meisterin, 2. Hängung im November 2017- Schirmfrau Fußballerin Sonja Fuss) 
- city-cards 
In Anlehnung an das Plakat "Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar" wird in 
Kneipen und Gaststätten zum Start der Karnevalssession vor dem 11.11. eine Postkarte mit 
dem Plakatmotiv sowie der Internetadresse der „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ 
ausgelegt. 
Ziel ist, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen und viele Menschen für das 
Thema zu sensibilisieren. 
- Geschützte Orte für Mädchen und Frauen  
Die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ erarbeitet derzeit ein Konzept für das Projekt 
(Arbeitstitel) „Sichere Orte“. Mädchen und Frauen, die sich belästigt, bedrängt oder bedroht 
fühlen, können an geschützten Orten telefonieren, sich Hilfe organisieren (lassen) und Infor-
mationsmaterial erhalten. Geschäfte, Gaststätten etc. sollen ihren Betrieb als „geschützten 
Ort“ für Mädchen und Frauen kenntlich machen.  
 
Auflistung der durch das Jugendamt finanzierte Träger  – Abteilung Pädagogische und soziale 
Dienste 
  
Es erhalten insgesamt drei Träger finanzielle Mittel, die im Besonderen inhaltlich Präventionsarbeit zu 
sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen leisten: 
Lobby für Mädchen Mädchenhaus Köln e. V. erhält 113.795,06.-€ 
Looks e. V. erhält 51.229.50.-€ 
Zartbitter e. V. erhält 122.010,22.-€  
Mit jedem Träger hat die Abteilung Pädagogische und soziale Dienste eine entsprechende 
Leistungsvereinbarung abgeschlossen. 
 
Der Träger Anyway bietet Jugendlichen Beratung und Informationen bei der sexuellen Orientierung 
und mit den damit einhergehenden Problemen an. Der Träger wird vom Amt für Kinder, Jugend und 
Familie (Sachgebiet Jurgendförderung) unterstützt  
 
Die Schulsozialarbeit zeichnet sich in den Schulen durch ihre präventive Tätigkeit aus. Dabei sind die 
Fachkräfte auch mit der Anti-Gewalt und -Genderarbeit befasst. Viele Kolleginnen und Kollegen sind 
in die Betreuung der neu Zugewanderten in den Vorbereitungsklassen involviert. Bei 
Gewaltvorkommnissen an den Schulen wird die Schulsozialarbeit beraterisch hinzugezogen oder sie

4 
 
vermittelt Kooperationspartner (wie z. B. auch Hennamond), die über einen festgelegten Zeitraum mit 
den Schülerinnen und Schülern dem Thema intensiv nachgehen. Die Schulsozialarbeit generell 
richtet sich an den Bedarfen der jeweiligen Schulen und den Schwerpunkten der einzelnen Fachkraft 
aus. Insofern sind Projekte, Soziale Gruppenarbeit und Beratung Teile einer umfassenderen 
Angebotspalette und verstehen sich nicht als isolierte Maßnahme zu einer Aufgabenstellung.  
 
Das Sachgebiet Schulsozialarbeit finanziert den Fachkräften aus seinem Etat Fortbildungen zu 
jeweils relevanten Fachthemen. Hier bestehen Kooperationen mit außerstädtischen Partnern, wie 
Zartbitter, Lions Quest, Em-Jug, ISWK, Theaterpädagogen, usw. Auch nehmen die Fachkräfte an den 
Fortbildungsangeboten des Jugendamtes teil;  insbesondere im Bereich Kinderschutz 
Qualifizierungen.  
 
Der Schulpsychologische Dienst hat eine Broschüre aufgelegt, in der alle Angebote für Lehrkräfte 
zusammen gestellt sind. Darin werden neben inklusionsspezifischen Angeboten auch die Bereiche 
Krisenintervention und Kinderschutz mit abgedeckt. Finanziert wird der Fachbereich 
Schulpsychologie und somit auch die Broschüre mit kommunalen und Landesmitteln. 
Grundsätzlich ist das Thema „sexuelle/sexualisierte Gewalt“ in allen Arbeitsbereichen des 
Sozialdienstes katholischer Frauen e.V., unabhängig zu welchem Rechtskreis sie gehören, präsent. 
Das beginnt bei der Schwangerschaftsberatungsstelle, reicht über die Angebote der ambulanten und 
stationären Jugendhilfe, bestimmt weite Teile der Arbeit mit Prostituierten, mit obdachlosen Frauen 
und vor allem natürlich auch die Arbeit mit Opfern häuslicher/sexualisierter Gewalt im 
Gewaltschutzzentrum. Mit dem Ausbau der vorhandenen Angebote für unbegleitet eingereiste 
minderjährige Flüchtlinge und dem Aufbau von zwei Schutzwohnangeboten für z.T. traumatisierte 
alleinstehende oder alleinerziehende Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern, wurden verstärkt 
fluchtspezifische, kulturell oder religiös motivierte Erscheinungsformen von (sexualisierter) Gewalt in 
die Arbeit weiblichen und männlichen Jugendlichen und gewaltbetroffenen Frauen aufgenommen.  
 
Eine dezidierte Förderung der Arbeit mit von sexueller Gewalt betroffenen weiblichen Jugendlichen 
und der Gewaltprävention durch das Jugendamt erhält die Kontakt- und Beratungsstelle für Mädchen 
und junge volljährige Frauen „Café Mäc Up“. 
Durch das niedrigschwellige Beratungs- und Hilfeangebot werden Mädchen und junge volljährige 
Frauen erreicht, aufgrund ihrer prekären Lebensverhältnisse besonders von (sexualisierter) Gewalt 
bedroht oder gar betroffen sind. Insbesondere handelt es sich um Mädchen und junge volljährige 
Frauen, die wohnungslos- oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind, die bereits Missbrauch erfahren 
haben, in der Prostitution arbeiten oder in die Prostitution abzugleiten drohen. 
Im „Café Mäc Up“ erhalten sie Zugang zu einer Grundversorgung, zu Beratung und praktischer Hilfe. 
Mit dem Ziel, die Wohn- und Lebensverhältnisse der betroffenen Jugendlichen und jungen 
Erwachsenen zu stabilisieren, erfolgt die Weitervermittlung in notwendige psychosoziale, medizinisch-
therapeutische Hilfen.  
 
Präventionsveranstaltungen führen die Mitarbeiterinnen des „Café Mäc Up“ in den Räumen des „Mäc 
Up“ oder in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen durch. 
 
In der Jugendschutzstelle/Inobhutnahme „Reichenspergerhaus“ werden weibliche und männliche 
Jugendliche in akuten oder chronischen Notlagen aufgenommen, darunter viele Jugendliche, die in 
ihren Herkunftsfamilien oder in anderen Lebensbezügen Opfer von Gewalt und Missbrauch wurden. 
Weibliche Jugendliche erhalten in den stationären Angeboten im „Haus Marie Le Hanne 
Reichensperger“ des SkF e.V. Köln weiterführende Hilfen in den zwei Intensivgruppen „Klartext“ und 
„Kompass“ sowie im Verselbständigungswohnen.  
Ziele der Jugendhilfemaßnahmen bestehen darin, den Jugendlichen die Hilfen nutzbar zu machen, 
mit denen sie bereit erlebte Gewalt verarbeiten und bewältigen können. Das Selbstbewusstsein der

5 
 
Jugendlichen wird gestärkt und sie werden sensibilisiert für Familien- und Partnerschaftsmodelle, in 
denen sie (erneut) Opfer von Gewalt werden könnten.  
 
In der Notschlafstelle „Comeback“ des SkF e.V. Köln finanziert das Jugendamt zwei Plätze für 
weibliche Jugendliche, die in einer akuten Krise z.B. Wohnungslosigkeit aufgenommen werden 
müssen.  
 
Weitere Beratungsstellen, Einrichtungen und Dienste, die z.B. durch Kirchensteuermittel oder andere 
kommunale Zuschüsse finanziert werden, sind:  
Die Schwangerschaftsberatungsstelle „esperanza“ des SkF e.V. Köln führt regelmäßig in Schulen und 
Jugendhilfeeinrichtungen sexualpädagogische Veranstaltungen durch. Die Veranstaltungen werden 
jeweils von weiblichen und männlichen Mitarbeiter*innen gemeinsam durchgeführt und können so 
geschlechtergetrennt oder geschlechtergemischt konzipiert werden. Die Auseinandersetzung mit 
kulturell, religiös oder sozial unterschiedlich definierten Geschlechterbildern und Geschlechterrollen 
gehört nicht erst seit dem verstärkten Zuzug von geflohenen Menschen nach Deutschland zu den 
Inhalten in den von „esperanza“ durchgeführten Präventionsveranstaltungen. 
Eine Erweiterung der Beratungs- und Informationsinhalte erfolgte in den vergangenen zwei Jahren 
durch die Behandlung des Themas „Genitalverstümmelung“. Auch dieses Thema wird inzwischen 
nicht nur in der Beratung von Schwangeren und Eltern behandelt, sondern hat auch Eingang in die 
Präventionsarbeit gefunden.  
 
Die beiden Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt – das Gewaltschutzzentrum des SkF e.V. 
Köln und der „Wendepunkt“ der Diakonie Michaelshoven – beraten Opfer häuslicher (sexueller) 
Gewalt und engagieren sich im vom Jugendamt der Stadt Köln gesteuerten „Netzwerk gegen Gewalt 
gegen Frauen und Kinder“ präventiv und kurativ, in dem sie die Betroffenen und Familien nach einem 
Gewaltgeschehen, beraten und auf dem Instanzenweg z.B. durch die Vermittlung in weiterführende 
Hilfen begleiten und durch Öffentlichkeitsarbeit und Multiplikator*innenschulungen ein verstärktes 
Bewusstsein für alle Fragen rund um (sexualisierte) Gewalt, die bestehende Rechtslage und das 
Kölner Hilfenetz schaffen.  
Beide Interventionsstellen haben gemeinsam mit dem Jugendamt, dem Wohnungsamt und der 
Beratungsstelle „agisra“ das „Handlungskonzept zur Gewaltprävention in Flüchtlingsunterkünften“ 
erarbeitet und setzen es gemeinsam durch Schulungen der Mitarbeitenden vor Ort um.  
Im Wissen darum, dass Gewalt als Mittel der Konfliktlösung „vererbt“ wird, bietet die 
Kinderinterventionsstelle des SkF e.V. Köln ein altersgerechtes Angebot der kurz-, mittel- oder 
längerfristigen Begleitung von Kindern, die mittelbar als Zeugen Opfer von Gewalt, ausgeübt von 
einem Elternteil gegen den anderen, wurden oder unmittelbar selbst Gewalt erfahren haben.  In der 
Kinderinterventionsstelle erhalten die Kinder ein Beratungsangebot, das die in den eigenen Familien 
vorgelebten und vermittelten Geschlechterrollen aufnimmt und präventiv die Übernahme von Opfer- 
und Täterrolle bearbeitet.  
Der SkF e.V. Köln unterhält darüber hinaus die Internetberatung www.gewaltlos.de, bei der weibliche 
Opfer von (sexualisierter) Gewalt, die noch nicht bereit sind, ihre Anonymität zu verlassen, Beratung 
und Zugang zu Hilfe erhalten. 
 
Es sei auch auf die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) hingewiesen, bei dem 
kostenlose Ratgeber für Mütter und Väter „Gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen“  
erhältlich sind.  
 
Zu 2. 
Dieser Punkt wurde bei der Beantwortung des 1. Punktes mit berücksichtigt.

6 
 
Geplante Maßnahmen seitens des Amts für Gleichstellung: 
 
 Geschützte Orte für Mädchen und Frauen  
Die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ erarbeitet derzeit ein Konzept für das Projekt 
Arbeitstitel „Sichere Orte“. Mädchen und Frauen, die sich belästigt, bedrängt oder bedroht 
fühlen, können an geschützten Orten telefonieren, sich Hilfe organisieren und 
Informationsmaterial erhalten. Geschäfte, Gaststätten etc. sollen ihren Betrieb als 
„geschützten Ort“ für Mädchen und Frauen kenntlich machen.  
 city-cards 
Geplant ist eine Infokarte im Postkartenformat zu den Beratungs- und Hilfeangeboten für 
Frauen und Mädchen. Die Karten werden zum Start der Karnevalssession vor dem 11.11. in 
Kneipen und Gaststätten ausgelegt. 
 Projekt „MACH PARTY-SAFE“ in Schulen 
Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern plant, das Konzept von „MACH PARTY-
SAFE“ weiterzuentwickeln und auf Schulen auszuweiten. 
 
Im Bereich der Jugendhilfe bilden die Netzwerke Früher Hilfen, die in allen Bezirken entstanden sind, 
die Etablierung von Familienhebammen, die Einbindung von Kindertageseinrichtungen, 
verschiedenen Trägern und Hilfen vor Ort eine gute Grundlage für (sexualisierte) Gewalt in Familien 
und gegenüber Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren. Mit Präventionsschulungen werden die 
Mitarbeitenden von Kindertageseinrichtungen und Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und 
Familienhilfe erreicht.  
Die katholischen Verbände wie SkF e.V. Köln, SKM oder InVia führen selbst für die Ehrenamtlichen, 
die in ihren Einrichtungen und Diensten arbeiten verpflichtende Präventionsschulungen durch.  
 
In der Flüchtlingshilfe setzen die Träger der Interventionsstellen und „agisra“ gemeinsam das 
„Handlungskonzept zur Gewaltprävention in Flüchtlingsunterkünften“ um. 
 
Es gibt darüber hinaus vernetzte Arbeitskreise, die das Thema ebenfalls aufgegriffen haben und 
regelmäßig einen fachspezifischen Austausch pflegen:   
Arbeitskreis "Gegen Gewalt an Frauen“ 
 
Dank der Initiative der autonomen Frauenprojekte und verschiedener Verbände und Institutionen hat 
sich in Köln ein kompetentes Unterstützungsangebot für Frauen und Kinder gebildet. Mehr als 20 
Einrichtungen der Frauenhilfe, die von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen, ihre Kinder sowie 
weibliche Jugendliche betreuen, beraten und begleiten, engagieren sich im Arbeitskreis "Gegen 
Gewalt an Frauen". Er wurde bereits 1987 vom damaligen Frauenamt in Kooperation mit den 
autonomen Frauenprojekten gegründet und wird nun unter unserer Federführung des Amtes für 
Gleichstellung von Frauen und Männern geführt. 
Ziel des Arbeitskreises ist es, durch fachbezogene Zusammenarbeit sowie durch eine gemeinsame 
Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag zur Gewaltprävention zu leisten. 
Der Arbeitskreis engagiert sich für: 
 die Enttabuisierung des Gewaltthemas und die Sensibilisierung für die alltägliche, strukturelle 
und reale Gewalt in unserer Gesellschaft 
 ein gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben von Frauen, Kindern und Jugendlichen 
 die Transparenz des Hilfesystems 
 die Optimierung der Hilfsangebote 
 
Der Arbeitskreis verfügt über fachkompetente Teilnehmer, die neben der Teilnahme an diesem 
Arbeitskreis auch verschieden Beratungsangebote vorhalten, die mit verschiedensten 
Finanzierungsformen finanziert werden – im Einzelnen:  
agisra Köln e. V. - Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen

7 
 
Diakonie Michaelshoven e. V. 
Der Wendepunkt - Kalk, Frauenberatung und Gewaltschutzzentrum 
Diakonie Michaelshoven e. V. 
Elisabeth-Fry-Haus 
Feministisches FrauenGesundheitsZentrum Hagazussa 
Frau Schmitz 
WenDo Trainerinnen 
Frauenberatungsstelle FrauenLeben e. V. 
Frauenberatungszentrum Köln e. V. 
Frauenreferat des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region 
Frauen helfen Frauen e. V. 
Haus Rosalie 
HennaMond e. V. 
Impulsgruppe Kaktusblüte e. V. 
IB - Wohnheim für Frauen 
Kliniken der Stadt Köln gGmbH 
Gleichstellungsbeauftragte 
Landgericht Köln  
Zeugenbetreuung 
Landgericht Köln 
Kinderzimmer 
Lobby für Mädchen 
medica mondiale e. V. 
Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen - Frauen gegen Gewalt e. V. 
Paula e. V. Beratungsstelle für Frauen ab 60 
Polizei Köln 
Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz 
Sozialdienst katholischer Frauen e. V. 
Gewaltschutzzentrum sowie  
Terre des Femmes 
 
Zu 3. 
Es ist beabsichtigt, das Projekt Heroes des Trägers Hennamond e.V. ab 2018 in Höhe von 30.000 
Euro zu fördern.

Beratungsverlauf (1)

07.11.2017 Jugendhilfeausschuss
TOP 8.4.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2544/2017
Typ
Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
Datum
02.11.2017
Erstellt
16.08.2017 10:11