2544/2017
Präventionsarbeit zu sexueller Gewalt in Köln stützen
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Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/51/512 Vorlagen-Nummer 2.11.2017 2544/2017 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 07.11.2017 Präventionsarbeit zu sexueller Gewalt in Köln stützen AN/0930/2017 Die Piratengruppe im Rat der Stadt Köln stellte folgenden Antrag: 1. Die Verwaltung stellt gemeinsam mit dem Amt für Gleichstellung dar, welche Präventionsmaßnahmen und Projekte gegen sexuelle Gewalt bereits in Köln durchgeführt werden und welche weiteren Maßnahmen aus Sicht der Verwaltung nötig sind. Darüber hinaus wird geprüft, inwieweit Schulen Angebote zur Präventionsarbeit zur Verfügung gestellt werden können. Über die Höhe der erforderlichen Finanzmittel macht die Verwaltung einen begründeten Vorschlag, der zur Abstimmung gestellt wird. 2. Die Stadt Köln stellt weiterhin dar, welche Fortbildungsangebote für Multiplikatoren, insbesondere für Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe und der Flüchtlingshilfe bereits bestehen und wie diese finanziert werden. Darüber hinaus prüft sie, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Ziel zu erreichen, das Bewusstsein für sexuelle Gewalt zu schärfen und eine niedrige Eingreifschwelle zu etablieren. 3. Die Stadt Köln stellt – im Rahmen des bestehenden Haushaltsetats – im Jahr 2017 die Förderung Projekts Heroes des Trägers Hennamond e. V. in Höhe von 10.000 Euro sicher. Über eine weitere Förderung über das Jahr 2017 hinaus wird im Rahmen der Haushaltsplanberatungen für das Jahr 2018 entschieden. Die Kinder- und Jugendverwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: Zu 1. Bereits in 2009 hat das Amt für Kinder, Jugend und Familie mit allen Trägern im Handlungsfeld „Jugendförderung“ eine Vereinbarung zu §§ 72a und 82 SGB VIII abgeschlossen hat. Aufgrund der Neuregelung des Bundeskinderschutzgesetzes wurde diese Vereinbarung 2014 angepasst und mit allen Trägern konnte eine aktualisierte Vereinbarung abgeschlossen werden. Zu dieser Vereinbarung wurde ein Trägerpacket ausgearbeitet: mit Verfahrensbeschreibung, Dokumentationsbogen, Meldebogen, Kontaktdaten der Beratungsstellen 2 Für die Bereiche der Offenen Ganztagsschulen sowie der Sekundarstufe I und deren Trägervereine bestehen festgelegte Kooperationsverträge, infolgedessen sind für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweiterte Führungszeugnisse zwingend einzuholen. Darüber hinaus bietet das Jugendamt jährlich Fortbildungen zu diesem Thema in Kooperation mit dem Kinderschutzbund an. Das Thema Institutionelles Schutzkonzept wurde unter der Berücksichtigung der §§ 8a und 72 a SGB VIII in die Qualitätsentwicklung aufgenommen und letztendlich als Bestandteil der neuen Richtlinie /Leistungskatalog unter Pkt. 5.4. „Qualitätsentwicklung- und Qualitätssicherungsmaßnahmen einrichtungsbezogene Konzepte zum Schutz von Kindern“ verankert. Alle Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit müssen nunmehr ein Institutionelles Schutzkonzept vorweisen, was im jährlich stattfindenden Wirksamkeitsdialog auf seine Qualität hin überprüft wird. Das Amt für Gleichstellung teilte mit, dass folgende Maßnahmen bereits gestartet bzw. umgesetzt sind: - „Beratungsmobil - Anlaufstelle für Frauen und Mädchen“ Nach Silvester 2015/2016 hat sich die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ (http://www.koelner-initiative-gegen-sexualisierte-gewalt.de/) gegründet. Hier engagieren sich Kölner Frauenberatungseinrichtungen unter Beteiligung von Polizei und Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern. Seit dem Jahreswechsel 2016/2017 ist das „Beratungsmobil – An- laufstelle für Frauen und Mädchen“ der Kölner Initiative bei Großveranstaltungen (Karneval, Kölner Lichter, 11.11., Silvester etc.) im Einsatz. Das Beratungsmobil hat zunächst einen fes- ten Standort - anlassbezogen Rudolfplatz oder Tanzbrunnen-, und kann bei Bedarf Mädchen und Frauen in Köln dort aufsuchen, wo akut Beratung und Hilfe erforderlich sind. - Veranstaltung „MACH PARTY-SAFE“ Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern, der ZONTA Club Köln 2008 und der Verein LOBBY für Mädchen e.V. haben bisher einmal jährlich eine kostenlose Infoveranstal- tung für Mädchen und junge Frauen angeboten. Es wurde über Gefahren bei Partys und auf dem nächtlichen Nachhauseweg aufgeklärt. Ergänzend wurden im Rahmen eines Workshops Praxisübungen zur Selbstbehauptung durchgeführt. - „Nicht mit mir!“ - Präventionsprojekt in Schulen Das Amt für Gleichstellung hat zusammen mit dem Bündnis das Konzept von „MACH PARTY- SAFE“ weiterentwickelt und auf Schulen ausgeweitet. Schülerinnen an weiterführenden Schu- len werden im Rahmen ihrer regulären Unterrichtszeit zu speziellen Selbstbehauptungs- Trainings „Nicht mit mir!“ eingeladen. Den Auftakt bildet im IV. Quartal 2017 eine über Fördermittel des Landes finanzierte Trai- ningsreihe mit drei Veranstaltungen am Josef-DuMont-Berufskolleg. Für 2018 sind weitere Trainingsreihen in Planung. # - Verhaltenstipps für Frauen und Mädchen Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern hat in Zusammenarbeit mit der Kölner Polizei Verhaltenstipps für Frauen und Mädchen erstellt und im Internet veröffentlicht: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/gleichstellung/sicher-nach-Hause - Broschüre „STARK trifft SICHER“ Die vom Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern herausgegebene Broschüre enthält zahlreiche Anbieterinnen und Anbieter von Kursen für Selbstbehauptung und Selbstverteidi- gung sowie ein spezielles Angebot für ein Mobilitätstraining der KVB. - Informationsstand auf dem Kölner Weihnachtsmarkt Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern bietet seit 2016 in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ auf dem Weihnachtsmarkt am Roncallip- 3 latz an zwei Tagen Beratung und Information zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ an. - Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. Der Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ organisiert unter der Federführung des Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern jedes Jahr eine Aktion zum Internatio- nalen Tag gegen Gewalt an Frauen (2016 eine Menschenkette auf der Hohenzollernbrücke, 2017 eine Informationsveranstaltung im DOMFORUM). Ziel ist, gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen und die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen und aufzufordern, sich zu positionieren. - Plakatkampagne „Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar - In Köln und überall“. Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern hat im Rahmen der Kooperation „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ eine Plakatkampagne mit Großflächenplakaten gegen sexualisierte Gewalt initiiert (1. Hängung im Januar 2017 - Schirmfrau war die Oberbürger- meisterin, 2. Hängung im November 2017- Schirmfrau Fußballerin Sonja Fuss) - city-cards In Anlehnung an das Plakat "Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar" wird in Kneipen und Gaststätten zum Start der Karnevalssession vor dem 11.11. eine Postkarte mit dem Plakatmotiv sowie der Internetadresse der „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ ausgelegt. Ziel ist, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen und viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren. - Geschützte Orte für Mädchen und Frauen Die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ erarbeitet derzeit ein Konzept für das Projekt (Arbeitstitel) „Sichere Orte“. Mädchen und Frauen, die sich belästigt, bedrängt oder bedroht fühlen, können an geschützten Orten telefonieren, sich Hilfe organisieren (lassen) und Infor- mationsmaterial erhalten. Geschäfte, Gaststätten etc. sollen ihren Betrieb als „geschützten Ort“ für Mädchen und Frauen kenntlich machen. Auflistung der durch das Jugendamt finanzierte Träger – Abteilung Pädagogische und soziale Dienste Es erhalten insgesamt drei Träger finanzielle Mittel, die im Besonderen inhaltlich Präventionsarbeit zu sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen leisten: Lobby für Mädchen Mädchenhaus Köln e. V. erhält 113.795,06.-€ Looks e. V. erhält 51.229.50.-€ Zartbitter e. V. erhält 122.010,22.-€ Mit jedem Träger hat die Abteilung Pädagogische und soziale Dienste eine entsprechende Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Der Träger Anyway bietet Jugendlichen Beratung und Informationen bei der sexuellen Orientierung und mit den damit einhergehenden Problemen an. Der Träger wird vom Amt für Kinder, Jugend und Familie (Sachgebiet Jurgendförderung) unterstützt Die Schulsozialarbeit zeichnet sich in den Schulen durch ihre präventive Tätigkeit aus. Dabei sind die Fachkräfte auch mit der Anti-Gewalt und -Genderarbeit befasst. Viele Kolleginnen und Kollegen sind in die Betreuung der neu Zugewanderten in den Vorbereitungsklassen involviert. Bei Gewaltvorkommnissen an den Schulen wird die Schulsozialarbeit beraterisch hinzugezogen oder sie 4 vermittelt Kooperationspartner (wie z. B. auch Hennamond), die über einen festgelegten Zeitraum mit den Schülerinnen und Schülern dem Thema intensiv nachgehen. Die Schulsozialarbeit generell richtet sich an den Bedarfen der jeweiligen Schulen und den Schwerpunkten der einzelnen Fachkraft aus. Insofern sind Projekte, Soziale Gruppenarbeit und Beratung Teile einer umfassenderen Angebotspalette und verstehen sich nicht als isolierte Maßnahme zu einer Aufgabenstellung. Das Sachgebiet Schulsozialarbeit finanziert den Fachkräften aus seinem Etat Fortbildungen zu jeweils relevanten Fachthemen. Hier bestehen Kooperationen mit außerstädtischen Partnern, wie Zartbitter, Lions Quest, Em-Jug, ISWK, Theaterpädagogen, usw. Auch nehmen die Fachkräfte an den Fortbildungsangeboten des Jugendamtes teil; insbesondere im Bereich Kinderschutz Qualifizierungen. Der Schulpsychologische Dienst hat eine Broschüre aufgelegt, in der alle Angebote für Lehrkräfte zusammen gestellt sind. Darin werden neben inklusionsspezifischen Angeboten auch die Bereiche Krisenintervention und Kinderschutz mit abgedeckt. Finanziert wird der Fachbereich Schulpsychologie und somit auch die Broschüre mit kommunalen und Landesmitteln. Grundsätzlich ist das Thema „sexuelle/sexualisierte Gewalt“ in allen Arbeitsbereichen des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V., unabhängig zu welchem Rechtskreis sie gehören, präsent. Das beginnt bei der Schwangerschaftsberatungsstelle, reicht über die Angebote der ambulanten und stationären Jugendhilfe, bestimmt weite Teile der Arbeit mit Prostituierten, mit obdachlosen Frauen und vor allem natürlich auch die Arbeit mit Opfern häuslicher/sexualisierter Gewalt im Gewaltschutzzentrum. Mit dem Ausbau der vorhandenen Angebote für unbegleitet eingereiste minderjährige Flüchtlinge und dem Aufbau von zwei Schutzwohnangeboten für z.T. traumatisierte alleinstehende oder alleinerziehende Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern, wurden verstärkt fluchtspezifische, kulturell oder religiös motivierte Erscheinungsformen von (sexualisierter) Gewalt in die Arbeit weiblichen und männlichen Jugendlichen und gewaltbetroffenen Frauen aufgenommen. Eine dezidierte Förderung der Arbeit mit von sexueller Gewalt betroffenen weiblichen Jugendlichen und der Gewaltprävention durch das Jugendamt erhält die Kontakt- und Beratungsstelle für Mädchen und junge volljährige Frauen „Café Mäc Up“. Durch das niedrigschwellige Beratungs- und Hilfeangebot werden Mädchen und junge volljährige Frauen erreicht, aufgrund ihrer prekären Lebensverhältnisse besonders von (sexualisierter) Gewalt bedroht oder gar betroffen sind. Insbesondere handelt es sich um Mädchen und junge volljährige Frauen, die wohnungslos- oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind, die bereits Missbrauch erfahren haben, in der Prostitution arbeiten oder in die Prostitution abzugleiten drohen. Im „Café Mäc Up“ erhalten sie Zugang zu einer Grundversorgung, zu Beratung und praktischer Hilfe. Mit dem Ziel, die Wohn- und Lebensverhältnisse der betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu stabilisieren, erfolgt die Weitervermittlung in notwendige psychosoziale, medizinisch- therapeutische Hilfen. Präventionsveranstaltungen führen die Mitarbeiterinnen des „Café Mäc Up“ in den Räumen des „Mäc Up“ oder in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen durch. In der Jugendschutzstelle/Inobhutnahme „Reichenspergerhaus“ werden weibliche und männliche Jugendliche in akuten oder chronischen Notlagen aufgenommen, darunter viele Jugendliche, die in ihren Herkunftsfamilien oder in anderen Lebensbezügen Opfer von Gewalt und Missbrauch wurden. Weibliche Jugendliche erhalten in den stationären Angeboten im „Haus Marie Le Hanne Reichensperger“ des SkF e.V. Köln weiterführende Hilfen in den zwei Intensivgruppen „Klartext“ und „Kompass“ sowie im Verselbständigungswohnen. Ziele der Jugendhilfemaßnahmen bestehen darin, den Jugendlichen die Hilfen nutzbar zu machen, mit denen sie bereit erlebte Gewalt verarbeiten und bewältigen können. Das Selbstbewusstsein der 5 Jugendlichen wird gestärkt und sie werden sensibilisiert für Familien- und Partnerschaftsmodelle, in denen sie (erneut) Opfer von Gewalt werden könnten. In der Notschlafstelle „Comeback“ des SkF e.V. Köln finanziert das Jugendamt zwei Plätze für weibliche Jugendliche, die in einer akuten Krise z.B. Wohnungslosigkeit aufgenommen werden müssen. Weitere Beratungsstellen, Einrichtungen und Dienste, die z.B. durch Kirchensteuermittel oder andere kommunale Zuschüsse finanziert werden, sind: Die Schwangerschaftsberatungsstelle „esperanza“ des SkF e.V. Köln führt regelmäßig in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen sexualpädagogische Veranstaltungen durch. Die Veranstaltungen werden jeweils von weiblichen und männlichen Mitarbeiter*innen gemeinsam durchgeführt und können so geschlechtergetrennt oder geschlechtergemischt konzipiert werden. Die Auseinandersetzung mit kulturell, religiös oder sozial unterschiedlich definierten Geschlechterbildern und Geschlechterrollen gehört nicht erst seit dem verstärkten Zuzug von geflohenen Menschen nach Deutschland zu den Inhalten in den von „esperanza“ durchgeführten Präventionsveranstaltungen. Eine Erweiterung der Beratungs- und Informationsinhalte erfolgte in den vergangenen zwei Jahren durch die Behandlung des Themas „Genitalverstümmelung“. Auch dieses Thema wird inzwischen nicht nur in der Beratung von Schwangeren und Eltern behandelt, sondern hat auch Eingang in die Präventionsarbeit gefunden. Die beiden Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt – das Gewaltschutzzentrum des SkF e.V. Köln und der „Wendepunkt“ der Diakonie Michaelshoven – beraten Opfer häuslicher (sexueller) Gewalt und engagieren sich im vom Jugendamt der Stadt Köln gesteuerten „Netzwerk gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder“ präventiv und kurativ, in dem sie die Betroffenen und Familien nach einem Gewaltgeschehen, beraten und auf dem Instanzenweg z.B. durch die Vermittlung in weiterführende Hilfen begleiten und durch Öffentlichkeitsarbeit und Multiplikator*innenschulungen ein verstärktes Bewusstsein für alle Fragen rund um (sexualisierte) Gewalt, die bestehende Rechtslage und das Kölner Hilfenetz schaffen. Beide Interventionsstellen haben gemeinsam mit dem Jugendamt, dem Wohnungsamt und der Beratungsstelle „agisra“ das „Handlungskonzept zur Gewaltprävention in Flüchtlingsunterkünften“ erarbeitet und setzen es gemeinsam durch Schulungen der Mitarbeitenden vor Ort um. Im Wissen darum, dass Gewalt als Mittel der Konfliktlösung „vererbt“ wird, bietet die Kinderinterventionsstelle des SkF e.V. Köln ein altersgerechtes Angebot der kurz-, mittel- oder längerfristigen Begleitung von Kindern, die mittelbar als Zeugen Opfer von Gewalt, ausgeübt von einem Elternteil gegen den anderen, wurden oder unmittelbar selbst Gewalt erfahren haben. In der Kinderinterventionsstelle erhalten die Kinder ein Beratungsangebot, das die in den eigenen Familien vorgelebten und vermittelten Geschlechterrollen aufnimmt und präventiv die Übernahme von Opfer- und Täterrolle bearbeitet. Der SkF e.V. Köln unterhält darüber hinaus die Internetberatung www.gewaltlos.de, bei der weibliche Opfer von (sexualisierter) Gewalt, die noch nicht bereit sind, ihre Anonymität zu verlassen, Beratung und Zugang zu Hilfe erhalten. Es sei auch auf die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) hingewiesen, bei dem kostenlose Ratgeber für Mütter und Väter „Gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen“ erhältlich sind. Zu 2. Dieser Punkt wurde bei der Beantwortung des 1. Punktes mit berücksichtigt. 6 Geplante Maßnahmen seitens des Amts für Gleichstellung: Geschützte Orte für Mädchen und Frauen Die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ erarbeitet derzeit ein Konzept für das Projekt Arbeitstitel „Sichere Orte“. Mädchen und Frauen, die sich belästigt, bedrängt oder bedroht fühlen, können an geschützten Orten telefonieren, sich Hilfe organisieren und Informationsmaterial erhalten. Geschäfte, Gaststätten etc. sollen ihren Betrieb als „geschützten Ort“ für Mädchen und Frauen kenntlich machen. city-cards Geplant ist eine Infokarte im Postkartenformat zu den Beratungs- und Hilfeangeboten für Frauen und Mädchen. Die Karten werden zum Start der Karnevalssession vor dem 11.11. in Kneipen und Gaststätten ausgelegt. Projekt „MACH PARTY-SAFE“ in Schulen Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern plant, das Konzept von „MACH PARTY- SAFE“ weiterzuentwickeln und auf Schulen auszuweiten. Im Bereich der Jugendhilfe bilden die Netzwerke Früher Hilfen, die in allen Bezirken entstanden sind, die Etablierung von Familienhebammen, die Einbindung von Kindertageseinrichtungen, verschiedenen Trägern und Hilfen vor Ort eine gute Grundlage für (sexualisierte) Gewalt in Familien und gegenüber Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren. Mit Präventionsschulungen werden die Mitarbeitenden von Kindertageseinrichtungen und Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe erreicht. Die katholischen Verbände wie SkF e.V. Köln, SKM oder InVia führen selbst für die Ehrenamtlichen, die in ihren Einrichtungen und Diensten arbeiten verpflichtende Präventionsschulungen durch. In der Flüchtlingshilfe setzen die Träger der Interventionsstellen und „agisra“ gemeinsam das „Handlungskonzept zur Gewaltprävention in Flüchtlingsunterkünften“ um. Es gibt darüber hinaus vernetzte Arbeitskreise, die das Thema ebenfalls aufgegriffen haben und regelmäßig einen fachspezifischen Austausch pflegen: Arbeitskreis "Gegen Gewalt an Frauen“ Dank der Initiative der autonomen Frauenprojekte und verschiedener Verbände und Institutionen hat sich in Köln ein kompetentes Unterstützungsangebot für Frauen und Kinder gebildet. Mehr als 20 Einrichtungen der Frauenhilfe, die von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen, ihre Kinder sowie weibliche Jugendliche betreuen, beraten und begleiten, engagieren sich im Arbeitskreis "Gegen Gewalt an Frauen". Er wurde bereits 1987 vom damaligen Frauenamt in Kooperation mit den autonomen Frauenprojekten gegründet und wird nun unter unserer Federführung des Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern geführt. Ziel des Arbeitskreises ist es, durch fachbezogene Zusammenarbeit sowie durch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag zur Gewaltprävention zu leisten. Der Arbeitskreis engagiert sich für: die Enttabuisierung des Gewaltthemas und die Sensibilisierung für die alltägliche, strukturelle und reale Gewalt in unserer Gesellschaft ein gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben von Frauen, Kindern und Jugendlichen die Transparenz des Hilfesystems die Optimierung der Hilfsangebote Der Arbeitskreis verfügt über fachkompetente Teilnehmer, die neben der Teilnahme an diesem Arbeitskreis auch verschieden Beratungsangebote vorhalten, die mit verschiedensten Finanzierungsformen finanziert werden – im Einzelnen: agisra Köln e. V. - Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen 7 Diakonie Michaelshoven e. V. Der Wendepunkt - Kalk, Frauenberatung und Gewaltschutzzentrum Diakonie Michaelshoven e. V. Elisabeth-Fry-Haus Feministisches FrauenGesundheitsZentrum Hagazussa Frau Schmitz WenDo Trainerinnen Frauenberatungsstelle FrauenLeben e. V. Frauenberatungszentrum Köln e. V. Frauenreferat des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region Frauen helfen Frauen e. V. Haus Rosalie HennaMond e. V. Impulsgruppe Kaktusblüte e. V. IB - Wohnheim für Frauen Kliniken der Stadt Köln gGmbH Gleichstellungsbeauftragte Landgericht Köln Zeugenbetreuung Landgericht Köln Kinderzimmer Lobby für Mädchen medica mondiale e. V. Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen - Frauen gegen Gewalt e. V. Paula e. V. Beratungsstelle für Frauen ab 60 Polizei Köln Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Gewaltschutzzentrum sowie Terre des Femmes Zu 3. Es ist beabsichtigt, das Projekt Heroes des Trägers Hennamond e.V. ab 2018 in Höhe von 30.000 Euro zu fördern.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2544/2017
- Typ
- Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
- Datum
- 02.11.2017
- Erstellt
- 16.08.2017 10:11