AGS/002/2025
Aktionsplan Älter werden in Düsseldorf - auf dem Weg zu einer altersfreundlichen Stadt
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Informationsvorlage
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AGS/002/2025 X öffentlich nicht öffentlich Informationsvorlage Betrifft: Aktionsplan Älter werden in Düsseldorf - auf dem Weg zu einer altersfreundlichen Stadt Fachbereich: 51 - Amt für Soziales und Jugend Dezernentin / Dezernent: Stadtdirektor Burkhard Hintzsche Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Ausschuss für Gesundheit und Soziales 25.11.2025 Kenntnisnahme Seniorenrat 28.11.2025 Kenntnisnahme Sachdarstellung Für die sinkende Zahl der jüngeren und die gleichzeitig steigende Zahl der älteren Menschen gibt es auch in der Landeshauptstadt mehrere Ursachen, wie etwa die niedrigen Geburtenraten oder den nachhaltigen Anstieg der Lebenserwartung. Dabei stellt die Überalterung eine grundsätzliche Herausforderung für das Sozial- und Gesundheitssystem bzw. die Pflege dar. Bei einer Einwohnerzahl von 655.717 lag Ende 2023 der Anteil der Seniorinnen und Senioren über 65 Jahren in Düsseldorf bei 121.250. Davon waren insgesamt 40.248 pflegebedürftig. Bis 2050 wird ein Anstieg um 20 bis 30 Prozent der pflegebedürftigen Menschen erwartet. (Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW, Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG)). Basis der Abteilung Alter, Pflege und Existenzsicherung des Amtes für Soziales und Jugend bilden das SGB XII sowie das Alten- und Pflegesetz NRW. Die Verwaltung hat mit der örtlichen Planung (Pflegebedarfsplanung und Altenhilfeplanung) sowohl die Verpflichtung zur Erfassung als auch zur Weiterentwicklung der örtlichen Infrastruktur. Seite 2 Ausblick Das Amt für Soziales und Jugend identifiziert vier Dimensionen einer altersgerechten quartiersbezogenen sozialen Infrastruktur, die es perspektivisch eng zu verzahnen gilt. Neben der Selbstbestimmung im Alter wird zudem auch die Sozialraumorientierung weiter in den Fokus rücken. Bedarfsgerechte niedrigschwellige differenzierte Beratungsangebote sowie barrierefreie, alternative Wohnformen und eine entsprechende Pflegeinfrastruktur zum primären Verbleib in der eigenen Häuslichkeit sowie im eigenen Quartier sollen ausgebaut werden. Im Zuge der 2024 durchgeführten Bürgerbefragung durch das Amt für Statistik und Wahlen betonten rund 75% der Befragten ab 55 Jahren, dass es ihnen im Pflegefall wichtig oder sehr wichtig wäre, in ihrem bisherigen Stadtteil wohnen zu bleiben. Neben der Regelinfrastruktur sollen zusätzliche Unterstützungsangebote Alterseinsamkeit und Altersarmut abmildern und ein aktives Altern in der Gemeinschaft ermöglichen. Ein wichtiger Bestandteil des kommunalen Nachhaltigkeitsprozesses ist das vom Amt für Soziales und Jugend koordinierte Handlungsfeld „Bekämpfung von Armutsfolgen“. Zusammen mit der Düsseldorfer Präventionskette bildet es die inhaltliche Rahmung jeglicher Planung und Ausrichtung von Angeboten. So wird eine ganzheitliche, kontinuierliche, diversitätssensible Begleitung der Bürgerinnen und Bürger über alle Lebensphasen hinweg ermöglicht, so auch im Bereich des Alters. Um die bestehende Pflegebedarfsplanung weiterzuentwickeln wurde das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH mit der Erstellung eines Gutachtens zur Pflegebedarfsermittlung für die Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt. Ziel des Gutachtens war den aktuellen und zukünftigen Pflegebedarf in Düsseldorf zu erfassen und der bestehenden Angebotsstruktur gegenüberzustellen. Dabei wurden nicht nur stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen berücksichtigt, sondern auch ambulante Versorgungsformen, alternative Wohnformen (z. B. Wohngemeinschaften, Service- Wohnen) sowie niedrigschwellige Unterstützungsangebote. Auf Basis des Gutachtens, das unter anderem Bedarfsanalysen anbietet, wird eine zukunftsfähige Planung für Düsseldorf aufgesetzt. Mit der Präsentation Älter werden in Düsseldorf Vielfalt des Alterns anerkennen - Infrastruktur gestalten – Teilhabe ermöglichen in der AGS-Sitzung am 25. März 2025 hat das Amt für Soziales und Jugend bereits die zukünftigen Handlungsfelder der Infrastruktur für ältere Menschen in Düsseldorf vorgestellt. Der in Folge erarbeitete Aktionsplan „Älter werden in Düsseldorf“ konkretisiert die Maßnahmen und führt den Weg zu einer altersfreundlichen Kommune im Sinne der „Age-Friendly-City“ weiter fort. Anlagen: Aktionsplan "Älter werden in Düsseldorf"
Aktionsplan "Älter werden in Düsseldorf"
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AktionsplanÄlter werdenin Düsseldorf Auf dem Weg zu einer altersfreundlichen Stadt Düsseldorf Nähe trifft Freiheit 3 Vorwort In Düsseldorf leben mehr als 650.000 Men- schen, rund ein Viertel davon sind älter als 60 Jahre. Durch den demographischen Wandel wird sich die Zahl in den nächsten Jahren noch erhöhen. Dass so viele ältere Menschen in Düs- seldorf leben, ist überaus positiv, birgt jedoch auch einige Herausforderungen. „Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu. “ Dieses Zitat von Cicero erinnert daran, dass ein umfänglicher Blick auf das Älterwerden eine entscheidende Rolle spielt. Prävention und Beratung sind zwei entschei- dende Säulen, um Gesundheit und Wohlbefin- den nachhaltig zu fördern. Durch gezielte Maßnahmen können Risiken frühzeitig erkannt und negative Entwicklungen abgemildert werden. Gleichzei- tig bieten Beratung und Unterstützung die Mög- lichkeit, individuelle Bedürfnisse zu berück- sichtigen und pass genaue Lösungen zu finden. In Düsseldorf gibt es deswegen be- reits seit vielen Jahren ver- schiedenste Angebote wie beispielsweise die „zentren plus“, die aufsuchende Seniorenhilfe, das Pflegebüro und den Kulturherbst. Die An- gebote reichen von Treffen zur sozialen Ver- netzung und gemein samen Freizeitgestaltung über Beratung bis hin zur Unterstützung bei der Versorgung in der eigenen Häuslichkeit. Mit dieser Broschüre möchten wir Ihnen unsere Vision einer noch altersfreundlicheren Stadt vorstellen. Unser Ziel ist es, das Leben im Alter selbstbestimmt, sicher und lebenswert zu ge- stalten. Dafür setzen wir viel- fältige Maßnah- men um, die auf die Bedürfnisse unserer älteren Düsseldorferin- nen und Düssel- dorfer eingehen. Gemeinsam arbeiten wir daran, eine Stadt zu schaffen, in der sich alle Generationen wohlfühlen und aktiv am Gemeinschaftsleben teilhaben können. Wir laden Sie ein, sich über unsere Angebote und Maßnahmen zu informieren und gemeinsam mit uns eine lebenswertere Zukunft auch im Alter zu gestalten. Herzlichen Dank für Ihr Interesse und wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen! Dr. Stephan Keller Oberbürgermeister Unser Ziel ist es, das Leben im Alter selbstbestimmt, sicher und lebenswert zu gestalten. © iStock/skynesher Soziale Hilfen aus einer Hand 6 Aufbau der Abteilung Alter, Pflege und Existenzsicherung 7 Kommunale Planung Alter und Pflege 10 Gesetzlicher Auftrag 10 Situation in Düsseldorf 11 Blick aus der Wissenschaft 13 Prof. Dr. Christian Bleck 14 Aktionsplan Älter werden in Düsseldorf 15 Düsseldorfer Präventionskette 16 Armut im Alter 16 Alter und Einsamkeit 16 Auf dem Weg zur altersfreundlichen Kommune: Age-Friendly City 17 Vier Dimensionen für gutes Altern in Düsseldorf 18 Dimension Offene Seniorenarbeit 20 Das haben wir… 21 Das brauchen wir…. 22 Prävention durch Beratung und soziale Einbindung 22 Maßnahmen 22 Dimension Altersgerechtes Wohnen 24 Davon brauchen wir mehr… 25 Ausbau von barrierefreiem, bedarfs- und altersgerechtem Wohnraum 25 Maßnahmen 25 Dimension institutionelle Infrastruktur 26 Das haben wir… 27 Das brauchen wir… 27 Erhalt und Ausbau der Pflegeinfrastruktur in Düsseldorf 27 Stärkung von Partizipations- und Vernetzungsstrukturen 29 Maßnahmen 29 Dimension pflegerische Unterstützung und Beratung 30 Das haben wir… 31 Das brauchen wir… 32 Individuelle Beratung für passgenaue Angebote 32 Stärkung pflegender An- und Zugehöriger 32 Informationen rund um das Angebot fürs Älterwerden 33 Quartier im Fokus für eine wohnortnahe Versorgung 34 Diversität in die Pflege- und Angebotslandschaft integrieren 34 Maßnahmen 34 Eine altersfreundliche Stadt – Dank einer klaren Struktur- und Leitidee 35 Anhang 37 Inhalt 5 6 Soziale Hilfen aus einer Hand © Düsseldorf Tourismus/ FOTOAGENTUR WOLF SICHTBARKEITSEXPERTEN GmbH Mit der Zusammenlegung der vormals getrenn- ten Bereiche Jugend und Soziales in das Amt für Soziales und Jugend setzt die Landeshaupt- stadt Düsseldorf gezielt darauf, soziale Hilfen aus einer Hand anzubieten. Für die Bürgerin- nen und Bürger kann damit lebensbegleitend Unterstützung angeboten werden. Wir. Gemeinsam. In Düsseldorf. Lebens- und Entwicklungschancen eröffnen. Dieses Werte- und Selbstverständnis wurde in einem partizipativen Prozess im Leitbild des Amtes verankert und prägt seitdem bereichs- übergreifend die fachliche Arbeit. Wir schaffen soziale Hilfen aus einer Hand – gezielt, unbürokratisch und bürgernah. Dahinter steht der Anspruch, sich als soziale und gerechte Stadt (weiter-) zu entwickeln und damit vielfältige Lebens- und Entwicklungs- chancen zu eröffnen. Dieser Blick wird nicht nur nach innen gerichtet, sondern nimmt insbe- sondere die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger in den Blick. Chancengerechtigkeit und Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger in jedem Alter zu schaffen und zu gestalten, sodass diese spürbare Unterstützung erfahren – darum geht es. Eine optimale Umsetzung unterstützender Leis- tungen durch das Amt für Soziales und Jugend erfordert eine ganzheitliche und koordinierte Strategie, bei der alle relevanten Akteurinnen und Akteure zusammenarbeiten, Zugänge mög- lichst einfach gestaltet werden und die Bedürf- nisse der Menschen jeden Alters im Mittel- punkt stehen. Prävention, Hilfe und Versorgung werden dort angeboten und gestärkt, wo die Bürgerinnen und Bürger im System ankommen, um ihnen die notwendige Unterstützung in ihrem Recht auf ein gelingendes und chancengerechtes Leben in Düsseldorf zukommen zu lassen. Das Amt für Soziales und Jugend bündelt soziale Hilfen und ist für die Düsseldorfer Bür- gerinnen und Bürger in allen Lebenslagen da. Eine Organisationsstruktur wurde aufgebaut, die eine altersübergreifende und lebenswelt- orientierte Ansprechbarkeit für die Menschen in der Stadt sicherstellt. Aufbau der Abteilung Alter, Pflege und Existenzsicherung Die Abteilung Alter, Pflege und Existenz- sicherung ist eine neu gegründete Abteilung innerhalb des Amtes für Soziales und Jugend. Mit rund 200 Mitarbeitenden ist sie maßgeb- lich für die Umsetzung der Sozialhilfeleistungen nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) verantwortlich. Darüber hinaus werden gesetz- lich geregelte Aufgaben der Altenhilfe über- nommen. Der Fokus liegt insbesondere auf der finanziellen Unterstützung und Beratung rund um die Themen Alter und Pflege. Organisatorisch ist die Abteilung in vier Bereiche und sechs Sachgebiete untergliedert, die jeweils spezifische Aufgabenbereiche abdecken: 1. Grundsatzangelegenheiten Dieses Sachgebiet übernimmt die konzeptio- nelle und rechtliche Steuerung innerhalb der Abteilung. Es entwickelt fachliche Standards, erarbeitet interne Richtlinien und sorgt für die Qualitätssicherung der Leistungen. 2. Soziale Infrastruktur und Projekte Die Mitarbeitenden aus dem Bereich Alter und Pflege planen und begleiten innovative Projekte sowie die Weiterentwicklung und den Ausbau der offenen Seniorenarbeit und sozia- ler Versorgungsstrukturen für ältere Menschen im städtischen Raum. Dazu gehören neben den „zentren plus“ unter anderem Modellprojekte zur quartiersbezogenen Pflege, zur Unterstüt- zung pflegender Angehöriger oder zur Förderung der Teilhabe älterer Menschen. 7 Der Arbeitsbereich kooperiert mit freien Trägern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Netzwerk- partnerinnen und Netzwerkpartnern. Darüber hi- naus ist er ebenso zuständig für die Koordination und Weiterentwicklung der offenen Angebote für Seniorinnen und Senioren im Düsseldorfer Stadtgebiet. Das Pflegebüro ist Anlaufstelle für alle, die ei- nen Rat zur Pflege suchen oder Hilfe im Alltag benötigen. Das Beratungsangebot richtet sich auch an Kinder und Jugendliche, die Familien- angehörige unterstützen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren über das umfang- reiche Dienstleistungsangebot in Düsseldorf, über die im Einzelfall sinnvollsten Formen der Pflege, zur Familienpflegezeit, zu allen Themen der Pflegeversicherung und welche finanziel- len Leistungen beantragt werden können. Das Pflegebüro hilft, eine auf die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittene Lösung zu finden. Die Beratung ist neutral und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Die Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz sind ein landesweites Netzwerk. Dessen Aufgabe ist es, die regionalen Versorgungsstrukturen in Nordrhein-Westfalen so weiterzuentwickeln, dass Menschen mit Pflegebedarf sowie pflegen- de Angehörige mit ihren individuellen Bedarfs- lagen in ihrem Wohnumfeld die Unterstützung, Begleitung und Förderung finden, die sie benötigen. Ziel ist, dass sie in ihrer vertrauten Umgebung und Häuslichkeit verbleiben und am sozialen Leben teilhaben können – und zwar selbstbestimmt, ressourcen- und teilha- beorientiert. Gegründet wurde das Netzwerk aufgrund einer gemeinsamen Initiative zur Strukturentwicklung der Landesregierung und den Pflegekassen NRW. Die Finanzierung der Landesinitiative erfolgt aus den Mitteln des Landesförderplans NRW durch das Ministe- rium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Landesverbände der Pflegekassen. Beratung, Information und Service rund um die Rente bietet das Versicherungsamt. Die Kolle- ginnen und Kollegen beantworten alle Fragen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das Versicherungsamt hilft zum Beispiel, wenn das Versicherungskonto geklärt, eine Rehabilita- tionsmaßnahme oder Rente beantragt werden soll. Die erforderlichen Anträge werden auf Wunsch gemeinsam ausgefüllt. Die Angebote des Versicherungsamtes sind ein kostenloser Service für alle, die in Düsseldorf wohnen oder arbeiten. 3. Qualitätssicherung in der Pflege Das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) Nord- rhein-Westfalen ist Grundlage für die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTG- Behörde. Sie sind zuständig für die Wahrung der Rechte von älteren und pflegebedürftigen Menschen, die Wohn- und Betreuungsangebote in Düsseldorf nutzen. Dazu gehören insbeson- dere ein würdevoller Umgang, die Rechte, die Interessen und Bedürfnisse der Menschen, die Wohn- und Betreuungsangebote für ältere oder pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung sowie Angebote zur Teilhabe an Arbeit nutzen, zu schützen. Zudem wird die Wahrung der Selbstständigkeit und Selbst- verantwortung dieser Menschen abgesichert. Neben der regelmäßigen Durchführung von Überwachungsmaßnahmen und der Beschwer- desachbearbeitung in den Einrichtungen, anbieterverantworteten Wohngemeinschaften und den Werkstätten für behinderte Menschen ist die WTG-Behörde außerdem zuständig für die Prüfung der Einhaltung der baulichen An- forderungen aller Leistungsangebote nach dem Wohn- und Teilhabegesetz (WTG). 8 Der Pflegefachdienst hat die Aufgabe der fachlichen Steuerung einer bedarfsgerechten Versorgung von pflegegebedürftigen Bürge- rinnen und Bürger im Rahmen des SGB XII und erfasst die aktuelle Versorgungssituation im Sinne der gesetzlichen Vorgaben ambulant vor stationär im unmittelbaren Umfeld der Betroffenen. Durch die Erstellung eines pass- genauen ambulanten Pflegearrangements und der Förderung des Selbsthilfepotentials soll der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit ermöglicht werden. Außerdem stellt der Pflegefachdienst gutachterlich den Grad der Pflegebedürftigkeit bei Bürgerinnen und Bürgern, die nicht pflege- versichert sind oder ihre Vorversicherungs- zeiten bei der Pflegekasse noch nicht erfüllt haben, fest. In Fällen, in denen Personen nicht mehr in der eigenen häuslichen Umgebung verbleiben können, prüft der Pflegefachdienst zudem die Heimnotwendigkeit. 4. Existenzsicherung im Alter und bei Pflegebedürftigkeit Im Sachgebiet Grundsicherung werden in zwei regional ausgerichteten Standorten An- träge von Bürgerinnen und Bürgern bearbeitet, die nicht aus eigenen Kräften ihren Lebens- unterhalt sicherstellen können. Sie erhalten hier Unterstützung, um ihr soziokulturelles Exis- tenzminimum sicherzustellen. Für Menschen, die das Rentenalter erreicht haben oder bei denen eine dauerhafte volle Erwerbsminderung festgestellt wurde, greift hier die Grundsiche- rung nach dem Vierten Kapitel des Zwölften Sozialgesetzbuches. Alle anderen können, wenn es für sie keine andere Möglichkeit der Existenzsicherung gibt, Hilfe zum Lebensunter- halt beantragen. Daneben können bei Bedarf auch weitere Leistungen gewährt werden, zum Beispiel Krankenhilfe. Reichen die Leistungen der Pflegekasse nicht aus, unterstützt das Sachgebiet Hilfe zur Pflege. Im Bereich Ambulante Pflege wird die pflege- rische Versorgung für Menschen sichergestellt, die nicht pflegeversichert sind oder Leistungen benötigen, die nicht von der Pflegekasse ge- deckt sind. Neben dem Pflegegeld nach Para- graph 64 a Zwölftes Sozialgesetzbuch können auch andere Leistungen finanziert werden, wie zum Beispiel ein Hausnotruf oder ein Mahlzeiten- dienst. Ist eine Versorgung zuhause nicht mehr mög- lich, wird im Bereich Stationäre Pflege in enger Abstimmung mit dem Pflegefachdienst geprüft, welche Maßnahme für die betroffene Person die beste ist. Nicht immer ist ein Heim- aufenthalt notwendig. Manchmal kann eine andere Unterbringung, zum Beispiel in einer auf die individuellen Bedarfe ausgerichteten Wohngemeinschaft, die nötige Versorgung sicherstellen und zeitgleich das selbstbestimmte Leben soweit wie möglich erhalten. Die Kosten der Unterbringung werden hier übernommen, soweit dies nicht über die Pflegekasse oder aus eigenen Mitteln möglich ist. Unter Spezielle Hilfen werden besondere Un- terstützungsangebote für Leistungsberechtigte nach SGB XII zusammengefasst, die zusätzliche oder untypische Hilfe benötigen. Dazu zählen etwa Hilfen, die über die Regelversorgung hinausgehen, beispielsweise für eine Notfallbe- handlung im Krankenhaus von Personen, deren Krankenversicherungsschutz nicht geklärt ist. Im Bereich Sicherung vorrangiger Ansprüche werden Bürgerinnen und Bürger unterstützt, ihre Ansprüche gegen Dritte geltend zu machen, zum Beispiel bei der Verfolgung von Unter- haltsansprüchen. Insgesamt verfolgt die Abteilung Alter, Pflege und Existenzsicherung das Ziel, älteren Men- schen mit Unterstützungsbedarf eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung zu ermög- lichen. Die Arbeit orientiert sich dabei an den Prinzipien des Leitbildes des Amtes für Soziales und Jugend. 9 Kommunale Planung Alter und Pflege Die Aufgabe der Jugendhilfe- und Sozial- planung des Amtes für Soziales und Jugend ist den Bestand an Einrichtungen, Diensten, Angeboten, Programmen und Projekten festzu- stellen. Sie ermittelt den Bedarf beteiligungs- orientiert für einen mittelfristigen Zeitraum und plant notwendige Maßnahmen. Die Sicherstel- lung eines bedarfsgerechten und wirksamen Präventionsangebotes ist ebenfalls Teil dieses Planungsansatzes. Bestandteil dieser Planungs- prozesse ist auch die kommunale Planung Alter und Pflege. Deren zentrale Aufgabe ist es, die Bedarfe von Seniorinnen und Senioren sowie pflegebedürftigen Menschen zu erkennen und Lücken in der kommunalen Präventions- kette zu schließen. Zur Analyse des Bedarfs werden stadtweit vorhandene Daten genutzt, neue Daten erhoben sowie Beteiligungsverfah- ren mit Bürgerinnen und Bürgern, Fachkräften und Trägern durchgeführt. Ziel ist es dabei, die unterschiedlichen Be- dürfnisse der älteren Bevölkerung im Blick zu behalten, für die verschiedenen Phasen des Alterns zu planen und mit einer individuel- len Bedarfsorientierung auszugestalten. So entsteht eine bedarfsgerechte Planung der benötigten vorpflegerischen und pflegerischen Infrastruktur. Diese ist stetig zu entwickeln und anzupassen, denn die Lebenssituation von Menschen ab circa 60 Jahren ist so divers wie die der gesamten Stadtgesellschaft. Offene Angebote rücken stärker in den Fokus, aber auch sogenannte Dritte Orte und ihre Ange- botsstrukturen sind generationenübergreifend zu entwickeln – und dies möglichst im Rahmen einer sozialraum- und quartiersorientierten Planung. Die Planungsgrundlage ergibt sich aus dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) Maßnah- men der Altenhilfe sowie aus dem Alten- und Pflegegesetz (APG NRW) Örtliche Planung. Die Planung Alter und Pflege ist dabei Teil einer integrierten Sozialplanung. Das heißt die verschiedenen Fachbereiche in der Stadt- verwaltung, wie beispielsweise das Amt für Wohnungswesen, das Stadtplanungsamt oder das Amt für Migration und Integration werden themenbezogen und handlungsübergreifend einbezogen. Gesetzlicher Auftrag Für ältere Menschen, Menschen mit Pflege- bedarf und deren An- und Zugehörige sind im Amt für Soziales und Jugend derzeit verschie- dene Gesetze Grundlage für das fachliche Han- deln. Im Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) sind die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung sowie die Vergütung für Träger von Pflegeein- 10 Leitbild des Amtes für Soziales und Jugend Schutz und Wohlergehen Teilhabe und Vielfalt Beteiligung auf Augenhöhe Raum für Perspektiven Respekt und Wertschätzung richtungen festgeschrieben. Im Zwölften So- zialgesetzbuch (SGB XII) ist die Hilfe zur Pflege und damit zum Beispiel auch der Begriff der Pflegebedürftigkeit und die Pflegegrade defi- niert. Für den Bereich Alter oder Älterwerden ist der Paragraph 71 aus dem Zwölften Gesetz- buch entscheidend. Dort sind die Parameter für die Altenhilfe geregelt. Mit dem Gesetz soll die Situation von älteren Menschen verbessert werden. Sowohl durch Infrastruktur, Beratung oder Orte des sozialen Miteinanders, als auch durch Leistungen im Einzelfall. Diese Struktu- ren sollen Schwierigkeiten, die durch das Alter entstehen, abmildern oder überwinden. In Nordrhein-Westfalen ist außerdem seit 2014 das Gesetz zur Entwicklung und Stärkung einer demographiefesten, teilhabeorientier- ten Infrastruktur und zur Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen und ihre Angehö- rigen (GEPA NRW) in Kraft. Das GEPA NRW bündelt das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG NRW) mit dem Alten- und Pflegegesetz (APG NRW). Im WTG NRW sind die Kontroll- und Aufsichtspflichten der Kommune über die Pflegeeinrichtungen und Wohngemeinschaften geregelt, außerdem sind dort Voraussetzungen wie Zimmergröße und Platzzahl für Einrichtun- gen zu finden. Das APG NRW hat zum Ziel die Bedarfsfeststellung und Qualitätsentwicklung beispielsweise durch eine Pflegeplanung und die kommunale Konferenz Alter und Pflege als Gremium für die Weiterentwicklung der pfle- gerischen Infrastruktur sicherzustellen. Außer- dem bietet das APG NRW die gesetzliche Grundlage für die kommunalen unabhängigen Beratungsangebote. Insgesamt hat das Amt für Soziales und Ju- gend den Auftrag, ein selbstbestimmtes und gutes Leben im Alter zu ermöglichen und die Bürgerinnen und Bürger durch Information und Beratung von Lebensphase zu Lebensphase zu begleiten. Situation in Düsseldorf In Düsseldorf lebten am Jahresende 20231 insgesamt 655.717 Menschen, wovon rund ein Viertel 60 Jahre und älter war. Zur Gruppe der Hochaltrigen im Alter ab 80 Jahren zählten 41.450 Personen. Dies entspricht 6,3 Prozent der Bevölkerung Düsseldorfs. Der Bevölke- rungsanteil ab 80 Jahren liegt somit unter dem Landesdurchschnitt (7,0 Prozent) und dem Bundesdurchschnitt (7,3 Prozent). Außerdem waren zum Jahresende 2023 in Düsseldorf 40.248 Personen und damit 6,4 Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig. Derzeit lebt der überwiegende Teil der pflege- bedürftigen Menschen, mehr als 87 Prozent, in der eigenen Häuslichkeit. Davon werden 63,7 Prozent durch Familie oder Zugehörige unter- stützt. 23,6 Prozent werden in der eigenen Häuslichkeit durch einen Pflegedienst profes- sionell versorgt und 12,7 Prozent der pflegebe- dürftigen Menschen leben in einer stationären Pflegeeinrichtung. Durch den demographischen Wandel sind laut den aktuellen Prognosen bis zum Jahr 2035 insbesondere in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen Zuwächse zu erwarten – die Zahl der Personen wird in dieser Gruppe um 28 Prozent steigen. Die übrigen Altersgruppen verzeichnen lediglich eine geringfügige Zunah- me. Die Zahl der Hochaltrigen bleibt in diesem Zeitraum nahezu unverändert. Bis 2045 wird die Altersgruppe der ab 80-Jährigen jedoch deutlich wachsen, und zwar um rund 11.150 Personen beziehungsweise 27 Prozent gegen- über dem jetzigen Stand. Die Zahl der 70- bis 79-Jährigen hingegen wird wieder etwas sinken. Im Vergleich zum Jahr 2023 ergibt sich dennoch ein Zuwachs von 23 Prozent. Die Zahl der 60- bis 69-Jährigen wird mit einer Verän- derung von Minus 6 Prozent leicht rückläufig sein, wohingegen die Altersgruppe der unter 60-Jährigen einen Zuwachs von 4 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 erfahren wird. Diese 1 Statistische Daten beziehen sich durchgängig auf den Stand vom 31. Dezember 2023 (entspricht der Grundlage des Gutachtens) 11 Etwas verändert sich... Demografische Auswirkungen in den nächsten Jahren demografische Entwicklung ist für die Pflege- planung besonders relevant, da durch den starken Anstieg der älteren und insbesondere der hochaltrigen Bürgerinnen und Bürger auch die Bevölkerungsgruppen wachsen werden, die von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit sowie von Demenz betroffen sein werden.2 Die Tatsache, dass Menschen in unserer Ge- sellschaft immer älter werden, ist allerdings eine große Bereicherung für unsere Stadt. Viele ältere Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, ihrer Nachbarschaft oder bei An- und Zugehörigen. Um dieses Poten- tial zu bewahren und möglichst vielen Menschen ein gutes langes Leben zu ermöglichen, soll die Landeshauptstadt Düsseldorf noch altersfreund- licher werden. Denn wie jede Lebensphase birgt auch das Alter eine Menge Herausforderungen, ist vielfältig und individuell. 2 ISG: Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung für die Landeshauptstadt Düsseldorf, 2025. 12 Blick aus der Wissenschaft © iStock/Natali_Mis Prof. Dr. Christian Bleck (Hochschule Düsseldorf) Differenzierungen zur Lebensphase Alter In der Gerontologie ist die Heterogenität des Alters ein unbestrittener Ausgangspunkt der Analyse und Diskussion. So können sich Perso- nen im gleichen kalendarischen Alter – etwa in Abhängigkeit von individuellen Dispositionen, Lebensstilen und Umweltbedingungen – erheb- lich in ihrem biologischen Alter unterscheiden. Zugleich stellt ‚das Alter‘ eine lange und viel- schichtige Lebensphase dar, die auch sozial und psychisch unterschiedlich erfahren wird. Disku- tabel ist gleichwohl, ab wann die Lebensphase Alter beginnt und wie man Menschen bezeich- net, die nicht mehr jung und im mittleren Alter sind (Bleck & van Rießen 2022). Offensichtlich ist, dass es die Lebensphase Alter differenziert zu betrachten gilt, wozu sich etwa die folgen- den konzeptionellen Zugänge anbieten. Ein Differenzierungszugang ist durch Soziale Alterskategorien gegeben, die sich über alters- typische Lebensereignisse sowie Entwicklungs- aufgaben definieren (Kricheldorff 2022). Die Systematik der Sozialen Alterskategorien unter- scheidet zwischen dem dritten, vierten und fünf- ten Sozialem Alter, versteht sich aber unabhängig vom kalendarischen Alter. Vielmehr orientiert sie sich an verschiedenen sozialen Bedingungen, die im Verlauf des Alters auftreten (können). So bezieht sich das dritte Alter auf Menschen, die noch weitgehend fit und aktiv sowie sozial eingebunden sind. Entwicklungsaufgaben im dritten Sozialen Alter sind aber erforderliche Neuorientierungen in der nachfamiliären und nachberuflichen Phase. Das vierte Soziale Alter ist durch das Erleben persönlicher Grenzen und allmählicher Rückzugstendenzen charakterisiert. Körperliche Veränderungen, nachlassende Mobilität, aber auch Verluste nahestehender Personen sind typische Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Auch in dieser Alterssituation bestehen selbstredend Ressour- cen, aber es gilt eben auch veränderte Bedarfe und Bedürfnisse in der Tagesgestaltung, im Wohnen und Wohnumfeld zu berücksichtigen. Die fünfte Soziale Alterskategorie verweist auf das sogenannte abhängige Alter mit Pflege- bedarf, das nicht den Verlust der Selbstbestim- mung bedeuten darf, aber Einschränkungen der Autonomie impliziert. Entwicklungsaufgaben sind hier der Umgang mit Abhängigkeit und Pflegesituationen ebenso wie mit der Endlichkeit des Lebens. Soziale Alterskategorien sind somit bedeutsam für verschiedene Gestaltungs- und Bewältigungsaufgaben in der langen Lebens- phase Alter. Querliegend dazu sind individuelle Lebens- lagen zu berücksichtigen, welche als Hand- lungsspielräume betrachtet werden können, die sich aus den äußeren Umständen des jeweiligen Lebens ergeben. Diese Handlungs- spielräume bestehen oft bereits in früheren Lebensabschnitten und wirken im Alter weiter. Zu Lebenslagen gehören beispielsweise der Vermögens- und Einkommensspielraum, der materielle Versorgungsspielraum, der Kontakt-, Kooperations- und Aktivitätsspielraum oder der Dispositions- und Partizipationsspielraum (Clemens & Naegele 2004). Die jeweiligen Lebenslagen sind demnach entscheidend für unterschiedliche Handlungsspielräume zur Ge- staltung und Bewältigung des dritten, vierten und fünften Sozialen Alters. Das Soziale Alter und die Lebenslagen sind fer- ner von Differenzlinien durchzogen (Leiprecht 2022). Sie stellen gesellschaftlich hergestellte Ordnungskategorien dar, die mit spezifischen Positionen in der Gesellschaft verbunden sind und mit Diskriminierungsmechanismen einher- gehen können. Hier geht es zum Beispiel um Differenzlinien wie Geschlecht, Sexualität, Klasse, Ethnie oder Behinderung, aber auch das Alter selbst stellt eine Differenzkategorie dar. In intersektionaler Perspektive werden zudem Verbindungen zwischen und Überlagerungen von verschiedenen Differenzlinien – auch im Alter – beleuchtet. Differenzlinien sind relevant für Machtstrukturen ebenso wie für Zuschrei- bungspraxen in den jeweiligen Sozialen Alters- phasen und Lebenslagen. Diese ausgewählten Zugänge zur Differen- zierung der Lebensphase Alter dienen nicht nur der gerontologischen Analyse, sondern bieten bereits konkrete Anregungen für die strukturelle und konzeptionelle Gestaltung von Angeboten und Leistungen der kommunalen Seniorinnen- und Seniorenarbeit (Engler, Bleck & Kricheldorff 2024). 14 Aktionsplan Älter werden in Düsseldorf © iStock/shapecharge 16 Um diesen Veränderungen weiter aktiv zu be- gegnen, hat das Amt für Soziales und Jugend den vorliegenden Aktionsplan Älter werden in Düsseldorf entwickelt. Die Strategie des Amtes für Soziales und Jugend umfasst dabei alle Phasen des Älterwerdens: Von der Vor- bereitung des Übergangs vom Beruf in den Ruhestand, der Zeit des Ruhestands mit aktiven Angeboten bis zur Phase des hohen Alters und einer möglichen Pflegebedürftigkeit. In diesem Aktionsplan werden Maßnahmen zusammen- gefasst, die zu einem altersfreundlicheren Düsseldorf beitragen. Düsseldorfer Präventionskette Als integrierte kommunale Handlungsstrategie dient unsere Präventionskette für die gesam- te Lebensspanne als Grundlage der Arbeit des Amtes für Soziales und Jugend. Bedarfe werden alters- und lebenslagenübergreifend erfasst und quartiersbezogen adressiert. Dabei werden neben Kindern, Jugendlichen und Fa- milien auch weitere Zielgruppen einbezogen, wie Menschen mit Beeinträchtigungen oder benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Auch die vielfältigen Lebenswelten der Seniorinnen und Senioren werden in den Blick genommen. Diversität im Alter und die sich hieraus er- gebenden verschiedenen Bedarfslagen sollen stärker berücksichtigt werden und Lücken in der Präventionskette identifiziert und geschlos- sen werden. Neben der Düsseldorfer Präventionskette sind die Verringerung von Armutsfolgen sowie die Verhinderung von Einsamkeit im Alter über- geordnete Ziele, die alle Dimensionen des Aktionsplans betreffen. Armut im Alter Ein wichtiger Bestandteil des kommunalen Nachhaltigkeitsprozesses ist das vom Amt für Soziales und Jugend koordinierte Handlungs- feld Bekämpfung von Armutsfolgen. Ziel ist die bedarfsgerechte Planung und Weiterentwick- lung der sozialen Infrastruktur. Die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen trägt dazu bei, Armut präventiv zu begegnen, Armutsfolgen abzumil- dern und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Armut beeinflusst die Lebensqualität im Alter in hohem Maße, denn für viele Menschen ist Armut mit Scham behaftet, weshalb sie ihre Situation nicht offenlegen möchten. Zusätzlich zu Leistungen wie der Grundsicherung, der Hilfe zur Pflege und weiteren speziellen Hilfen sollen weitere Leistungen im Einzelfall geprüft und konkretisiert werden. Alter und Einsamkeit Soziale Isolation im Alter hat vielfältige Ursa- chen und betrifft nicht zuletzt Menschen mit geringem Einkommen, pflegebedürftige Men- schen sowie ältere pflegende An- und Zugehö- rige. Wer lebenslang die Erfahrung von Aus- schluss und geringer sozialer Teilhabe erfahren hat oder erst durch eine gravierende Änderung im persönlichem Leben kurzfristig auf erhöhten Unterstützungsbedarf angewiesen ist, bittet seltener um Hilfe und nimmt weniger häufig die gesetzlich zustehenden Leistungen wahr. 17 Auf dem Weg zur alters- freundlichen Kommune: Age-Friendly City Die Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Age-Friendly Cities hat das Ziel welt- weit Städte zu motivieren, altersfreundlicher zu werden. Um dem demografischen Wandel passgenau zu begegnen, richtet das Netzwerk den Fokus bewusst auf drei altersgerechte Umfelder und nimmt neben dem räumlichen Umfeld, das soziale Umfeld und gemeindenahe Dienstleistungen in den Blick. Die verschiedenen Arbeitsfelder reichen von der Herstellung barrierefreien Wohnraums über Gemeinschaft in den Quartieren bis zur Ge- sundheitsversorgung. Partizipation ist dabei ein übergeordnetes Ziel, denn sowohl die Teilhabe im sozialen Umfeld, als auch an Entscheidungs- prozessen für zukünftige Entwicklungen sind für den vorliegenden Aktionsplan entscheiden- de Faktoren. Die Landeshauptstadt Düsseldorf orientiert sich an den Rahmenbedingungen des WHO- Programms. Ein lebenswerteres Umfeld für ältere Menschen und Partizipation zu schaffen, sind Ziele, denen sich Düsseldorf in den nächs- ten Jahren noch stärker widmen möchte. Dieser Aktionsplan soll weitere Schritte auf- zeigen und eine Orientierung für die nächsten Aufgaben der Landeshauptstadt sein, um das Älterwerden in Düsseldorf zu erleichtern und zu einer altersfreundlichen Stadt (Age-Friendly City) zu werden. Übersicht Handlungsfelder Age-Friendly City Alters- gerechte Umfelder Räumliches Umfeld Soziales Umfeld Gemeindenahe Dienstleistungen Vier Dimensionen für gutes Altern in Düsseldorf © iStock/Diamond Dogs 19 Abgeleitet von dem Strukturmodell von Age- Friendly Cities fokussiert sich die Landeshaupt- stadt Düsseldorf für eine bedarfsgerechte Versorgung und ein gutes Altern auf vier Di- mensionen einer altersgerechten quartiers- bezogenen Infrastruktur. Diversität und deren vielfältige Bedarfslagen werden übergeordnet in allen Dimensionen berücksichtigt. Die vier Dimensionen werden in den nächsten Kapiteln vorgestellt. Vier Dimensionen einer altersgerechten quartiersbezogenen Infrastruktur Offene Seniorenarbeit Pflegerische Unterstützung und Beratung Institutionelle Infrastruktur Altersgerechtes Wohnen Diversität im Alter → vielfältige Bedarfslagen Dimension Offene Seniorenarbeit © iStock/JackF 21 Das haben wir… Die offene Seniorenarbeit ist bereits jetzt eine starke Säule der Prävention in Düsseldorf. Mit den 32 vom Amt für Soziales und Jugend finanzierten und koordinierten „zentren plus“ der Wohlfahrtsverbände gibt es verteilt im Stadtgebiet seit 2007 wichtige quartiersbezo- gene Anlaufstellen für Freizeitangebote, Infor- mationsveranstaltungen, Beratung, kulturellen Austausch und den Aufbau sozialer Netzwerke. Die Projektmittel Seniorenarbeit sind eine Ergänzung zu den Angeboten der „zentren plus“ und die Möglichkeit für Akteurinnen und Akteure der offenen Seniorenarbeit kleine- re Veranstaltungen, Ausflüge oder Projekte durchzuführen. Die Fördermittel können jedes Jahr beantragt werden, Voraussetzung für die Antragstellung ist die regelmäßige Teilnahme an den Stadtbezirkskonferenzen Senioren- arbeit. Im Programmheft Kulturherbst werden seit über 25 Jahren Lesungen, Theaterstücke, klassische Konzerte, gemeinsame Herbstspa- ziergänge und vieles mehr angeboten. Beson- ders in der eher dunkleren Jahres- zeit von Oktober bis Januar sollen ältere Menschen explizit durch das Programm angesprochen und motiviert werden an Kulturveran- staltungen teilzunehmen. Auch wenn sich der Kultur- herbst hauptsächlich an ältere Menschen richtet, sind Jüngere ebenfalls herzlich willkommen. Ziel ist auch, zur generationsübergreifen- den Begegnung anzuregen. Der Kulturherbst ist ein Kooperationsprojekt des Seniorenrates, des Amtes für Soziales und Jugend sowie des Kultur- amtes der Landeshauptstadt Düsseldorf unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters. Der Seniorenrat der Landeshauptstadt Düs- seldorf ist das Sprachrohr der rund 166.000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer über 60 Jahre. Seine Mitglieder setzen sich seit 1978 aktiv für die Interessen der steigenden Zahl älterer Menschen in Düsseldorf ein und weisen politische Gremien, Verwaltung und andere Institutionen auf ihre spezifischen Probleme und Wünsche hin. Denn neue Wege in der Seniorenpolitik können nur gemeinsam mit den älteren Menschen beschritten werden und es macht Sinn, von ihrer großen Lebenserfahrung und ihrem Wissen zu profitieren. Die Mitglieder des Seniorenrates sind ehrenamtlich tätig. Sie arbeiten überparteilich und überkonfessionell. Sie sind an keine Weisungen gebunden. Seniorenrat Karte der „zentren plus“ im Stadtgebiet Kulturprogramm von Oktober 2025 bis Januar 2026 Kulturherbst 2025 – Programm von Oktober bis Januar © iStock – blackCAT 6 ZP ZP ZP ZPZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZPZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP Das brauchen wir…. Prävention durch Beratung und soziale Einbindung Die „zentren plus“ werden laufend an verän- derte Bedarfe angepasst und durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit bekannter gemacht. Die zugehenden Hilfen der „zentren plus“ werden weiter konzipiert und perspektivisch auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Zusätzlich sollen Räume des sozialen Miteinan- ders wie Bürgerhäuser oder Stadtteiltreffs als sogenannte Dritte Orte neu gedacht werden. Diese über das gesamte Stadtgebiet verteilten und im Quartier nutzbaren Orte des sozialen Miteinanders, sollen nicht nur innerhalb der Zielgruppe, sondern auch über Generations- grenzen hinweg soziale Kontakte und Aus- tausch ermöglichen. Aktuell wird in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt sowie der Heinrich-Heine- Universität ein Modell zu Social Prescribing erarbeitet. Ziel des Verschreibens von sozialen Kontakten und Aktivitäten auf Rezept ist Fach- kräfte der Primärversorgung – wie Ärztinnen und Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten – zu befähigen, bei einem nichtmedizinischen, gesundheitsrelevanten sozialen Problem ein soziales Rezept auszu- stellen. So ist etwa Einsamkeit ein wachsendes gesellschaftliches Problem, das in Wechsel- wirkung mit gesundheitlichen Problemen steht. Wie die Überleitung der Patientinnen und Patienten beispielsweise in ein „zentrum plus“ gut gelingen kann, wird im Rahmen des Projek- tes erarbeitet. Ergänzend zu den bestehenden Beratungsan- geboten soll ein spezielles Beratungsangebot für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – zum Beispiel mit der Möglichkeit von Simultan- übersetzung – entwickelt werden. Für diese Zielgruppe sollen zudem ebenfalls Orte entste- hen, die sich in verschiedenen Sprachen und mit passenden Angeboten besonders um eine kulturelle Öffnung bemühen. Außerdem ist ein Modellvorhaben für einen zentralen Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren geplant. Eine Präventionskampagne gegen Einsamkeit soll die älteren Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ermutigen, die bestehenden Angebote insbe- sondere der „zentren plus“ zu nutzen. Sie kann dazu beitragen, einsame Menschen gezielt zu erreichen und Alterseinsamkeit präventiv entgegenwirken. Ein weiteres Ziel der Prä- ventionskampagne besteht darin, das Thema Einsamkeit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Außerdem sollen verstärkt Einzelfallhilfen für individuelle Lebensumstände ermöglicht werden, indem ein Leistungskatalog entworfen wird. Maßnahmen • Entwicklung weiterer Orte für soziales Miteinander (sogenannte Dritte Orte) • Social Prescribing • Projekte gegen Alterseinsamkeit: Städtische Präventionskampagne gegen Einsamkeit Einsamkeit begegnen – Lebensfreude finden, um Menschen zu motivieren Angebote der Landeshauptstadt Düsseldorf anzunehmen • Impulsgeber Bewegungsförderung als Projekt in die städtischen Angebote einbe- ziehen (Kommunale Bewegungsförderung – Impulsgeber) • Paragraph 71, Zwölftes Sozialgesetzbuch (SGB XII): Einzelfallhilfen: Entwicklung eines Leistungskatalogs • Modellvorhaben: Zentraler Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren 22 23 Prävention Zugehende Hilfen Social Prescribing Orte des Sozialen Miteinanders • Menschen mit Zuwanderungsgeschichte: • Sprachen integrieren: Apps und Künstliche Intelligenz (KI) für Simultanübersetzung in Beratungssettings einsetzen • Spezielles Beratungsangebot für Men- schen mit Migrationshintergrund • Orte für die Zielgruppe (weitere kulturelle Öffnung der Angebote „zentrum plus“, Kontakt zu Migrantenselbstorganisationen) • Öffentlichkeitsarbeit für alle vorpflegerischen Angebote für Düsseldorferinnen und Düssel- dorfer, zum Beispiel über Podcasts, Videos oder Social Media „zentren plus“ • Zugehende Hilfen weiter konzipieren und auf das ganze Stadtgebiet ausweiten • Öffentlichkeitsarbeit „zentrum plus“: Entwicklung einer eigenen Marke • Perspektivisch Beratungsstrukturen mit mehr Personal ausbauen, da mehr Menschen in der Zielgruppe auch einen Anstieg beim Bera- tungsbedarf bedeuten 24 Dimension Altersgerechtes Wohnen © iStock/Yuliia Kaveshnikova Davon brauchen wir mehr… Ausbau von barrierefreiem, bedarfs- und altersgerechtem Wohnraum Ein entscheidender Faktor für einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit ist ausreichend barrierefreier und vor allem be- darfsgerechter Wohnraum. Deswegen wird das Amt für Soziales und Jugend weiterhin eng mit dem Amt für Wohnungswesen und weiteren Akteurinnen und Akteuren an der Realisierung von bedarfsgerechtem Wohnraum arbeiten. Die Beratungen zur Wohnraumanpassung vom Amt für Wohnungswesen werden ausgeweitet und explizit um technische Assistenzsysteme ergänzt. Technikunterstütztes Wohnen, Am- bient-Assisted-Living und Smart-Living sind ebenfalls Bausteine, die als Hilfsmittel zum längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit beitragen können und mehr in den Fokus der Bürgerinnen und Bürger, aber auch der Investo- ren und Vermietenden, rücken sollten. Für mehr Informationen können gezielt Projekte wie die Wohnprojekte vom Amt für Wohnungswesen und selbstverantwortete Wohngemeinschaften an Sportvereine, Schützenvereine und ähnliche Institutionen herangetragen werden. Zusätzlich werden Leitfäden für verschiedene Wohnan- gebote wie Servicewohnen oder anbieter- und selbstverantwortete Wohngemeinschaften weiterentwickelt und aktualisiert. Dazu wird das Einrichten einer Arbeitsgruppe mit ämter- übergreifender Beteiligung von beispielsweise Stadtplanung, Bauaufsicht, Liegenschaft und dem Amt für Wohnungswesen, angestrebt. Die Arbeitsgruppe soll Maßnahmen entwickeln, um die Schaffung von mehr bedarfsgerechtem Wohnraum zu fördern. Außerdem ist ange- dacht, einen Tag des Wohnens auszurichten, um gezielt die Maßnahmen und überarbeiteten Leitfäden in die Praxis zu bringen. Maßnahmen Förderung zur Schaffung von barrierefreiem Wohnraum • Ämterübergreifende Arbeitsgruppe zur Formulierung von Maßnahmen • Zusammenarbeit Wohnungswirtschaft • Leerstand bei Bürogebäuden prüfen und eventuell für Umnutzung vorschlagen • Technikunterstütztes Wohnen, Ambient- Assisted-Living, Smart-Living mit in der Beratung berücksichtigen Ausbau des Servicewohnens • Entwicklung eines Leitfadens und Definition von Modellen • Möglichkeiten der Finanzierung durch Leistungen im Zwölften Sozialgesetzbuch diskutieren Ausbau ambulant betreuter Wohngemein- schaften und selbstverantworteter Wohn- gemeinschaften • Leitfaden überarbeiten und anpassen • Öffentlichkeitsarbeit zu selbstverantwortete Wohngemeinschaften und Zusammenarbeit mit Wohnprojekten vom Amt für Wohnungs- wesen an Sportvereine, Schützenvereine und ähnliche Institutionen • Vorschlag an das Amt für Wohnungswesen: Tag des Wohnens ausrichten 25 © iStock/marchmeena29 Dimension Institutionelle Infrastruktur Das haben wir… Düsseldorf verfügt über alle Versorgungsbe- reiche hinweg über ein differenziertes Ange- bot an Pflegeinfrastruktur. In 58 stationären Pflegeeinrichtungen gibt es derzeit 4.799 Pflegeplätze inklusive eingestreuter Kurzzeit- pflegeplätze. Zusätzlich hat Düsseldorf sieben solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtungen mit ei- nem Angebot von 120 Plätzen. Außerdem sind 149 ambulante Dienste im Einsatz und pflegen die Menschen in der eigenen Häuslichkeit oder in Wohngemeinschaften. In Düsseldorf gibt es 2.237 Plätze in 38 Häusern mit Angeboten zum Service-Wohnen sowie 24 ambulante Wohn- gemeinschaften mit 218 Plätzen. In 29 Tages- pflegeeinrichtungen finden sich über das gesamte Stadtgebiet verteilt 511 Plätze.3 Die kommunale Konferenz Alter und Pflege (KAP) fördert und initiiert die effektive Zusam- menarbeit der für den Bereich Alter und Pflege tätigen Akteurinnen und Akteure, Institutionen, Interessenvertretungen, Verbände und der Poli- tik. Grundlage ist Paragraph 8 des Alten- und Pflegegesetzes Nordrhein-Westfalen. Damit soll eine Vernetzung aller Bereiche, die im Hin- blick auf die vorpflegerische und pflegerische Infrastruktur wichtig sind, erreicht werden. Sie trägt dazu bei, eine ortsnahe, aufeinander ab- gestimmte Versorgung der älteren Düsseldor- ferinnen und Düsseldorfer sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Das brauchen wir… Erhalt und Ausbau der Pflege- infrastruktur in Düsseldorf Um das Angebot für die kommenden Jahrzehnte zukunftsfähig zu gestalten, muss die bestehen- de Pflegeinfrastruktur in Düsseldorf sowohl gesichert als auch weiter ausgebaut werden. Nur so kann den Auswirkungen des demogra- phischen Wandels begegnet werden. Von der ambulanten Pflege über ambulante Wohnge- meinschaften zu teilstationären Angeboten wie der Tagespflege, bis hin zur stationären Ver- sorgung müssen alle Bereiche unter Einbezug innovativer Versorgungskonzepte stetig an die Bedarfe der Zielgruppe angepasst werden. Übersicht zur pflegerischen Angebotsstruktur im Vergleich Stadt Düsseldorf 2023 3 ISG: Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung 4 Anzahl Personal Bereich Anzahl, Plätze, Personal Kennziffer je 100 Pflegebedürftige Stationäre Pflege (einschließlich eingestreute Kurzzeitpflege) 58 Pflegeeinrichtungen 4.799 11,9 Ambulante Dienste4 149 Pflegedienste 3.195 (Anzahl Personal) 7,9 Tages- und Kurzzeitpflege 29 Tagespflegeeinrichtungen 511 1,4 7 solitäre Kurzzeitpflege 120 0,3 Wohnen im Alter 38 Häuser Service-Wohnen 2.237 5,6 24 ambulante WGs 218 0,5 27 28 Im Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung des Instituts für Sozialforschung und Gesellschafts- politik (ISG) sind verschiedene Modelle mit Prognosen für zukünftige Bedarfe berechnet worden. Ziel ist es, die ambulante Versorgung weiter zu stärken. Neben dem gesetzlichen Auftrag aus dem Sozialgesetzbuch XI ent- spricht dies insbesondere den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger. Eine der Modellrech- nungen sieht die Möglichkeit, stationäre Plätze in einem gewissen Rahmen durch ambulante und teilstationäre Versorgung zu kompensie- ren. Dafür muss der Bereich der ambulanten und teilstationären Versorgung ausgebaut werden. Das heißt, es muss bedarfsgerechter Wohnraum in Kombination mit Angeboten wie Tagespflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten entstehen. Die Planungswer- te bis 2035 sind in untenstehender Tabelle zusammengefasst. Die zugrundeliegende Berechnung erfolgt anhand von Zielwerten, deren Erreichung eine Verbesserung der Ver- sorgungslage bis 2035 bewirken soll. Die Zielwerte basieren auf Vergleichen mit der Versorgungsdichte auf Landes- und Bundes- ebene, auf Befragungen unter Pflegeanbie- tern, auf den Erfahrungen und der Expertise des ISG sowie auf der Fachdiskussion mit der Stadtverwaltung. Die Berechnung der Ziel- werte berücksichtigt sowohl demographische Entwicklungen als auch Prognosen von Ent- wicklungen zu Pflegebedarfen in den nächsten 10 Jahren. Die Ergebnisse sind in dem Gut- achten zur Pflegebedarfsermittlung ausführlich erläutert und finden sich in untenstehender Tabelle wieder. Der Fokus für Wachstum liegt dabei auf Angeboten des Service-Wohnens, anbieterverantworteten Wohngemeinschaften und ambulanten Diensten, der Zuwachs in die- sen Bereichen soll das System der stationären Pflege entlasten. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, wer- den ausländische Fachkräfte bei den Verfahren zur Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse unter- stützt und vom Amt für Migration und Integra- tion begleitet. Der Bereich der Tagespflege ist ein wichtiger Bestandteil für die Entlastung von An- und Zugehörigen, jedoch sind die Tagespflege- einrichtungen in Düsseldorf unterschiedlich stark ausgelastet. Damit das Angebot weiter in der Infrastruktur integriert bleibt und auch in der öffentlichen Wahrnehmung positiver und bewusster registriert wird, ist ein Workshop zum Thema Tagespflege in Düsseldorf geplant. In diesem Workshop werden Best-Practice- Beispiele für gut ausgelastete Tagespflegeein- richtungen vorgestellt und Ideen für innovative Konzepte erarbeitet. Anschließend soll das Konzept der Tagespflege besondere Aufmerk- samkeit in der Öffentlichkeitsarbeit der Lan- deshauptstadt Düsseldorf erhalten. Außerdem wird empfohlen, bei jedem neuen Angebot für Servicewohnen auch eine Tagespflege mitzu- denken. Zukünftiger Entwicklungsbedarf in ausgewählten Bereichen bei Ausbau alternativer Wohnformen Angebotsform 12/2023 Plätze Planungswerte 2035 Servicewohnen 2.237 3.080 Ambulante WGs 218 440 Ambulante Pflegedienste 3.195 (Anzahl Personal) 3.845 (Anzahl Personal) Tagespflege 511 560 Kurzzeitpflege 120 220 Vollstationäre Pflege 4.799 5.245 Stärkung von Partizipations- und Vernetzungsstrukturen Für mehr Partizipation bei der Entwicklung der Pflegeinfrastruktur in Düsseldorf stellt sich die kommunale Konferenz Alter und Pflege mit einer Neustrukturierung passgenauer auf. In Arbeitsgruppen werden künftig Themen auf Fachebene diskutiert und dann durch das Hauptgremium an die politischen Gremien wie den Ausschuss für Gesundheit und Soziales oder den Seniorenrat empfohlen. Die Arbeits- gruppen teilen sich in vier Themenkomplexe auf: • Steuerung der offenen Seniorenarbeit • institutionalisierte Pflege • ambulante Pflege • pflegende An- und Zugehörige Maßnahmen Ausbau und Unterstützung der ambulanten Pflege • Unterarbeitsgruppe Konferenz Alter und Pflege: Fachaustausch mit ambulanten Pflegediensten • Förderung digitale Tourenplanung, gestützt mit Künstlicher Intelligenz: Reduzierung Fahrtzeit, Ausweitung Pflegezeit • Fördergeldakquise Erhalt der derzeitigen Tagespflegekapazitäten • Workshop mit Best Practice Beispielen im Bereich Tagespflege • Erhöhung der Öffentlichkeitsarbeit Konzept Tagespflege Ausbau der solitären Kurzzeitpflege Sicherung und Ausbau der stationären Versorgung • Anregen innovativer Versorgungsmodelle: Zum Beispiel Stambulant – eine Mischform von stationärer und ambulanter Pflege Unterstützung ausländischer Fachkräfte • Begleitung bei den Verfahren zur Anerken- nung der Berufsabschlüsse durch das Amt für Migration und Integration Neustrukturierung KAP • Hauptgremium tagt nur noch zwei Mal pro Jahr • Neugründung von Arbeitsgruppen, um auf Fachebene zu diskutieren © iStock/PIKSEL 30 Dimension Pflegerische Unterstützung und Beratung © iStock/Giselleflissak 31 Das haben wir… Wer einen Rat zur Pflege sucht oder Hilfe im Alltag benötigt, kann sich an das Pflegebüro wenden. Das Team informiert über das um- fangreiche Dienstleistungsangebot in Düssel- dorf, über die verschiedenen Formen der Pflege, zu allen Themen der Pflegeversicherung, zum Wohnen im Alter sowie Finanzierungsmög- lichkeiten. Das Pflegebüro hilft, eine auf die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse zuge- schnittene Lösung zu finden. Die Beratung ist neutral und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Die aufsuchende Seniorenhilfe ist ein Bera- tungsangebot, das in der häuslichen Umgebung stattfindet. In einer vertraulichen Erstberatung informiert die aufsuchende Seniorenhilfe über Versorgungs- und Betreuungsmöglichkeiten. Auf Wunsch koordiniert sie gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern geeignete Hilfen, ins- besondere bei Pflegebedürftigkeit oder wenn der Alltag nicht mehr selbst bewältigt werden kann. Das Beratungsangebot ist kostenlos, neutral und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Ein Teil der Präventionskette sind die Geburts- tagshausbesuche der aufsuchenden Senioren- hilfe. Dieses Angebot wird derzeit allen Bürge- rinnen und Bürger ab 80 Jahren in Düsseldorf per Brief gemacht. In einem persönlichen Anschreiben stellt sich die aufsuchende Senio- renhilfe vor und bittet um Terminvereinbarung, falls ein Geburtstagshausbesuch gewünscht ist. Wenn die Bürgerinnen und Bürger einen Termin vereinbaren, bringt die aufsuchende Seniorenhilfe außer Informationsmaterialien auch ein kleines Präsent zum Geburtstag mit. Durch diesen Hausbesuch zum Geburtstag soll präventiv die Angebotsvielfalt und die häus- liche Situation besprochen werden. Der Pflegefachdienst kommt dann zum Ein- satz, wenn finanzielle Hilfe zur Pflege beim Amt für Soziales beantragt wurde und kein Anspruch auf Leistungen aus der Pflegever- sicherung besteht. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach einem Gutachten über den Grad der Pflegebedürftigkeit, das vom Pflege- fachdienst erstellt wird. Darüber hinaus prüft der Pflegefachdienst die Notwendigkeit einer Heimunterbringung und berät zu möglichen Alternativangeboten. Das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz fördert den Aus- und Aufbau von ehren- und hauptamtlichen Unterstützungsangeboten im Alltag für Menschen mit Pflegebedarf, die Pflegeberatungsangebote und -strukturen so- wie die Angebotsstrukturen für Menschen mit besonderem Hilfebedarf. Dies geschieht durch Information, Beratung, Vernetzung und Quali- fizierung. Im Vordergrund stehen die Bedürf- nisse der Menschen mit Pflegebedarf und ihre pflegenden An- und Zugehörigen. Im Demenznetz Düsseldorf haben sich das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz des Amtes für Soziales und Jugend, die Instituts- ambulanz Gerontopsychiatrie des LVR-Klini- kums/Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie mehrere Wohlfahrtsverbände zusammen- geschlossen. Als trägerübergreifendes Netz- werk hat das Demenznetz Düsseldorf das Ziel, die Situation an Demenz erkrankter Düssel- dorferinnen und Düsseldorfer und ihrer Ange- hörigen durch Beratung, Gesprächsangebote, Betreuungsgruppen und einen häuslichen Besuchsdienst zu verbessern. Die Unterstützungsangebote im Alltag nach Paragraph 45 a Elftes Sozialgesetzbuch (SGB XI) richten sich an Menschen jeglichen Alters mit Pflegegrad und pflegende Angehörige oder vergleichbar nahestehende Pflegepersonen. Zu den Unterstützungsangeboten im Alltag ge- hören zum Beispiel: Hilfe im Haushalt und beim Einkaufen, Begleitung zu Arztpraxen, Ämtern, kulturellen Veranstaltungen, Freizeitangeboten und vieles mehr sowie Gruppenbetreuung für Menschen mit Demenz. Die vielfältigen An- gebote ermöglichen es Pflegebedürftigen jeden Alters, weiterhin zu Hause zu leben, soziale Kon- takte zu pflegen und Termine wahrzunehmen. Nachbarinnen und Nachbarn können auch ohne Anerkennungsverfahren in der Nachbar- schaft helfen, zum Beispiel als Nachbarschafts- helfende. Die pflegebedürftige Person kann den unterstützenden Nachbarinnen und Nach- 32 barn als Dankeschön den Entlastungsbetrag zukommen lassen. Das Projekt Brücken bauen in einer älter werdenden diversen Gesellschaft zielt darauf ab, Menschen mit unterschiedlichem Hinter- grund und unterschiedlichen Altersbildern im Alter zu unterstützen. Es bietet Beratungs- und Unterstützungsangebote, insbesondere für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, und fördert die interkulturelle Öffnung vorhandener Strukturen. Als Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum (DHPF) haben sich verschiedene Akteure und Akteurinnen zusammengeschlossen, um miteinander im Gespräch zu bleiben und über eine bessere, gemeinsame Unterstützung von Menschen in der letzten Lebensphase zu bera- ten. Entstanden ist ein gedrucktes und digitales Informationsangebot, das einen Überblick da- rüber gibt, welche Hilfe betroffene Menschen, ihre Angehörigen und Nahestehenden in An- spruch nehmen können und welche Ansprech- personen es für Fragen gibt. Seit 1. Juni 2025 gibt es außerdem im Düsseldorfer Gesund- heitsamt eine städtische Netzwerkkoordination für Hospiz- und Palliativarbeit. In Düsseldorf leben mehr als 87 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf in der eigenen Häuslichkeit und werden, teilweise ohne wei- tere Unterstützung, von An- und Zugehörigen versorgt. Die Pflege durch An- und Zugehörige ist ein entscheidender Baustein, um die Ver- sorgung pflegebedürftiger Menschen abzu- sichern. Die Anlaufstelle Queer im Alter berät und unterstützt Lesben, Schwule, Bi*, Trans*- und Inter*-Personen (LSBTI*) ab 55 Jahren. Außer- dem werden auch Fachkräfte zu diversitäts- sensiblen Themen geschult. Ziel ist es die Lebensqualität und Teilhabe der Zielgruppe zu erhöhen und den Pflege- und Gesundheitsbe- reich für die Bedarfe der Zielgruppe zu sensibi- lisieren. Das brauchen wir… Individuelle Beratung für passgenaue Angebote Die Beratungsstrukturen zur pflegerischen Unterstützung sind in Düsseldorf bereits gut ausgebaut. Aufgrund des demographischen Wandels sollen diese Strukturen in Zukunft ausgeweitet werden. Dazu gehört die stärkere Berücksichtigung von Menschen mit Zuwan- derungsgeschichte, der Ausbau des Projekts Brücken bauen in einer älter werdenden diver- sen Gesellschaft und die weitere Unterstützung des Demenznetzes Düsseldorf. Ein weiteres Feld ist die Versorgung alleinstehender pflege- bedürftiger Menschen. Dabei sind verschie- dene Problemstellungen zu betrachten, wie etwa die Unterstützung bei einem plötzlichen Krankenhausaufenthalt und der notwendigen Versorgung von Haustieren oder die Abholung persönlicher Sachen aus der Wohnung für den Krankenhausaufenthalt. Für beide Ver- sorgungsfragen fehlt Rechtssicherheit für das Betreten der Wohnung, wenn nicht An- und Zugehörige die Unterstützung übernehmen können. Deswegen wird eine Arbeitsgruppe mit der Beteiligung von beispielsweise Tier- heimen, Tierschutzorganisationen, der Rechts- stelle des Amtes für Soziales und Jugend sowie der aufsuchenden Seniorenhilfe gegründet. Für jede individuelle Lebenslage soll ein jeweils passendes Angebot durch ausführliche Bera- tung gefunden werden. Stärkung pflegender An- und Zugehöriger Die Mehrheit der pflegebedürftigen Menschen werden in Düsseldorf – wie auch bundesweit – von An- und Zugehörigen versorgt. Zur Erhaltung dieses Potentials sollen die An- und Zugehöri- gen gestärkt werden. Das Programm Stärkung pflegender An- und Zugehöriger (SpAZ) des Amtes für Soziales und Jugend beinhaltet be- reits mehrere Aspekte hierfür, wie zum Beispiel, 3333 Informationen und Beratung zugänglicher zu machen und Möglichkeiten zur Vernetzung zu bieten. Außerdem wird psychosoziale Unter- stützung und Entlastung im Alltag pflegender An- und Zugehöriger durch Pflegebegleitende angeboten. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf kann durch die Sensibilisierung von Arbeitgeberin- nen und Arbeitgebern zur Situation pflegender Angehöriger gesteigert werden. Im Mai 2025 hat die Landeshauptstadt Düsseldorf eine Vor- reiterrolle übernommen und ist dem Landes- programm Vereinbarkeit von Beruf und Pflege beigetreten, um ihre pflegenden Mitarbeiten- den bestmöglich unterstützen zu können. Dem Landesprogramm können jederzeit weitere Unternehmen beitreten, damit mehr Unter- nehmen in Düsseldorf beitreten, setzt sich der Seniorenrat als Multiplikator ein. Informationen rund um das Angebot fürs Älterwerden Die Landeshauptstadt Düsseldorf wird die eigenen Mitarbeitenden mit Kontakten zur Zielgruppe der älteren und alten Menschen fortlaufend über Ansprechpersonen und Be- ratungsmöglichkeiten durch interne Schulun- gen informieren, sodass sie jederzeit Auskunft zu den Angeboten im gesamten Stadtgebiet geben können. Geplant ist außerdem, dass alle Düsseldorferin- nen und Düsseldorfer ab 60 Jahren mindestens ein persönliches, schriftliches Angebot über die Anlaufstellen erhalten. Zusätzlich werden auch auf Social-Media-Kanälen zum Beispiel in Videos und Podcasts in kurzen Beiträgen An- gebote erläutert und vorgestellt. © iStock/PIKSEL Quartier im Fokus für eine wohnortnahe Versorgung Das Leben und Wohnen im Quartier ist laut der in 2024 vom Amt für Statistik und Wahlen durchgeführten Umfrage Leben in Düsseldorf für viele Bürgerinnen und Bürger ein ent- scheidender Faktor, um möglichst lange in der eigenen Häuslichkeit bleiben zu können. Daher prüft das Amt für Soziales und Jugend die Er- weiterung vorhandener Quartiersprojekte um (vor-)pflegerische Komponenten. Um die Ver- sorgung wohnortnah gewährleisten zu können, werden weitere innovative Projekte zu nach- barschaftlichem Engagement und sorgenden Gemeinschaften erwogen. Diversität in die Pflege- und Angebotslandschaft integrieren Diversität wird im Amt für Soziales und Jugend als Querschnittsaufgabe betrachtet. Damit die Mitarbeitenden auf verschiedene Lebens- lagen eingehen können, sind Schulungen zu diversitätssensiblem Handeln geplant. Ziel ist es, individuelle Lebenslagen stärker zu berück- sichtigen. Dazu zählen Aspekte wie Zuwande- rungsgeschichte, sexuelle Orientierung und Identität, Behinderung sowie Religion. Maßnahmen Pflegende An- und Zugehörige • Stärkung pflegender An- und Zugehöriger (SpAZ) durch: • Sensibilisierung von Unternehmen zur Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege • Information und Vernetzung • Anerkennung der Leistung pflegender An- und Zugehöriger • Psychosoziale Unterstützung und Ver- meidung von Überlastungssituationen im Alltag pflegender An- und Zugehöriger • Werbung für Schulungsangebote für pflegende An- und Zugehörige Angebote Landeshauptstadt Düsseldorf • Interne Schulungen zur Beratungs- und Angebotsstruktur für Mitarbeitende • Alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ab 60 Jahren erhalten ein persönliches schriftliches Angebot mit Anlaufstellen • Öffentlichkeitsarbeit für alle vorpflegerischen und pflegerischen Angebote für Bürgerinnen und Bürger mit Videos, Podcasts, Social Media oder über Chat-Bots Quartiersarbeit und Öffnung für den Sozial- raum • Prüfung von Erweiterungen vorhandener Quartiersprojekte und Strukturen mit Projek- ten zum nachbarschaftlichem Engagement und sorgenden Gemeinschaften Schutz und Beratung von Unterstützungs- kräften, die bei den pflegebedürftigen Menschen Zuhause leben (Live-Ins) • Kooperation mit der Verbraucherzentrale in Düsseldorf • Ansprechperson bei der Landeshauptstadt Düsseldorf für Live-Ins in prekären Situa- tionen mit entsprechender Öffentlichkeits- arbeit Diversitätssensible Angebote • Fortbildungen zu diversitätssensiblem Handeln in der Verwaltung • Ausbau des Projekts Brücken bauen in einer älter werdenden diversen Gesellschaft 34 Eine altersfreund- liche Stadt – Dank einer klaren Struktur- und Leitidee © iStock/Halfpoint 36 Düsseldorf macht sich auf den Weg, eine noch altersfreundlichere Stadt zu werden. Ziel ist es, möglichst gut versorgt älter werden zu können und dazu strebt Düsseldorf an, dem global tätigen WHO-Netzwerk Age-Friendly Cities beizutreten, um sich noch altersfreundlicher aufzustellen. In der Landeshauptstadt gibt es schon zahl- reiche Angebote für ältere Bürgerinnen und Bürger. Weitere Informationen finden Sie im Anhang dieser Broschüre. Der Aktionsplan ist der Rahmen für zukünftige innovative Vorhaben in Düsseldorf und in den nächsten Monaten werden Maßnahmen konkretisiert und umge- setzt. Außerdem wird der Prozess zur Zertifi- zierung als Age-Friendly City angestoßen. Anhang 6 ZP ZP ZP ZPZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZPZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP ZP 38 Link- und Kontaktsammlung Pflegebüro www.duesseldorf.de/senioren/ pflegebuero Pflegeatlas duesseldorf.pflege-atlas.de/search Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz www.duesseldorf.de/senioren/ regionalbuero-alter-pflege-und- demenz Wegweiser für Ältere und Junggebliebene www.duesseldorf.de/fileadmin/ Amt50/Soziales/Broschueren/ Wegweiser_fuer_Aeltere_und_ Junggebliebene_bf.pdf Einsamkeit www.duesseldorf.de/soziales/ einsamkeit Hilfreiches für Angehörige www.duesseldorf.de/senioren/ angehoerige Interkulturelle Angebote für Seniorinnen und Senioren www.duesseldorf.de/senioren/ interkulturell Rat und Hilfe bei Demenz www.duesseldorf.de/demenz Konferenz Alter und Pflege www.duesseldorf.de/senioren/ konferenz-alter-pflege Literatur • Bleck, C. & van Rießen, A. (2022). Soziale Arbeit mit alten Menschen und ihre Grund- lagen: Eine Hinführung. In C. Bleck & A. van Rießen (Hrsg.), Soziale Arbeit mit alten Menschen. Ein Studienbuch zu Hintergrün- den, Theorien, Prinzipien und Methoden (S. 3-25). Wiesbaden: Springer VS. • Clemens, W. & Naegele, G. (2004). Lebens- lagen im Alter. In A. Kruse & M. Martin (Hrsg.), Enzyklopädie der Gerontologie. Alternsprozesse in multidisziplinärer Sicht (S. 387–402). Bern u.a.: Huber. • Engler, S., Bleck, C. & Kricheldorff, C. (2024). Gerontologisches Gutachten zu fachlich be- gründeten Einzelleistungen nach § 71 SGB XII. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 57 (7), S. 527-536. • Kricheldorff, C. (2022). Gut vernetzt oder ab- gehängt? Gelingendes Altern in der digitalen Welt. Stuttgart: Kohlhammer. • Leiprecht, R. (2022). Diversitätsbewusste Soziale Arbeit und die Differenzlinie/Dif- ferenzordnung Alter. In C. Bleck & A. van Rießen (Hrsg.), Soziale Arbeit mit alten Menschen. Ein Studienbuch zu Hintergrün- den, Theorien. Prinzipien und Methoden (S. 403-421). Wiesbaden: Springer VS. ISG Gutachten • Frie, T. Dr. Engels, D. & Heine, V. (2025). Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung für die Landeshauptstadt Düsseldorf. ISG Ins- titut für Sozialforschung und Gesellschafts- politik GmbH. Köln. Älter werden Herausgegeben von der Landeshauptstadt Düsseldorf Der Oberbürgermeister Amt für Soziales und Jugend Willi-Becker-Allee 7, 40227 Düsseldorf Verantwortlich Stephan Glaremin VIII/25-.5 www.duesseldorf.de © iStock/Diamond Dogs
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AGS/002/2025
- Typ
- Informationsvorlage
- Datum
- 30.05.2025
- Erstellt
- 30.05.2025 09:56