V/0155/2008
Projekt "Gesund aufwachsen in ... Berg Fidel"
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Berichtsvorlage
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V/0155/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Gesundheitsamt Betrifft Projekt "Gesund aufwachsen in ... Berg Fidel" Zwischenbericht des Modellprojektes "Besser essen. Mehr bewegen." Kinderleicht-Regionen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Beratungsfolge 28.05.2008 Ausländerbeirat Bericht 04.06.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 10.06.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 12.06.2008 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht Bericht: Das Gesundheitsamt hat gemeinsam mit Partnern und Akteuren vor Ort für die Lebensbereiche Familie, Kindertagesstätten, Schule und Freizeit das Stadteilprojekt „Gesund aufwachsen in … Berg Fidel“ entwickelt. Dieses Projekt wird im Rahmen des Wettbewerbes „Besser essen. Mehr bewegen.“ Kinderleicht-Regionen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) von November 2007 bis November 2009 gefördert. Ausgangslage: Die Erfahrung zeigt: Kinder aus sozial schwächeren und eingewanderten Familien sind deutlich öfter von Übergewicht und Entwicklungsdefiziten im Bereich Motorik und Sprachkompetenz be- troffen als Heranwachsende aus einem stabilen und materiell gesicherten Umfeld. Somit verwun- dern die Befunde für den Münsteraner Stadtteil Berg Fidel keinesfalls. Mit einem Migrantenanteil von über 40 Prozent, einer Vielzahl von Bewohnerinnen und Bewohnern, die Sozialleistungen erhalten, sowie allein erziehender Mütter haben zahlreiche der 670 Kinder im Alter von bis zu 10 Jahren aus Berg Fidel schwierige Voraussetzungen für eine altersgerechte und gesunde Ent- wicklung. Entsprechend hat das Gesundheitsamt der Stadt Münster bei Vorschulkindern aus Berg Fidel auffällig oft gesundheitliche Probleme und Entwicklungsdefizite festgestellt. Nur 70 Prozent von ihnen waren schulfähig. Mehr als die Hälfte aller Vorschulkinder hat eine Migrationsvorgeschich- te, davon bedurften 37 Prozent einer Sprachförderung. Bereits vierzehn Prozent der Kinder wa- ren übergewichtig oder adipös. Daraus resultierte die Notwendigkeit verstärkter Förderung von Bewegung und gesunder Ernäh- rung, insbesondere für Kinder benachteiligter Familien. Vorlagen-Nr.: V/0155/2008 Auskunft erteilt: Frau Arnkens-Homann Ruf: 492 70 74 E-Mail: Arnkens-Homann@stadt-muenster.de Datum: 25.04.2008 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0155/2008 Zielsetzung des Projektes: Wie auch aus dem beiliegenden Zwischenbericht deutlich wird (siehe Anlage) wendet sich „Ge- sund aufwachsen in …Berg Fidel“ an Kinder bis zu zehn Jahren und ihre Familien. Im Fokus des Projekts stehen Familien mit Migrationsvorgeschichte. Darüber hinaus richtet sich das Angebot allgemein an sozial benachteiligte Familien im Stadtteil Berg Fidel. Die meisten Maßnahmen sind explizit auf die Ansprache von Migranten zugeschnitten. Aufgrund der ethnischen Zusammenset- zung der Zielgruppe ist die Berücksichtigung unte rschiedlicher kultureller Belange von besonde- rer Bedeutung. Zu den am stärksten vertretenen Nationalitäten in Berg Fidel gehören Aussiedler aus Weißrussland sowie Migranten aus Serbien und der Türkei. Andere Bewohnerinnen und Be- wohner stammen aus Portugal, Polen, Irak und dem Iran. Des Weiteren leben in Berg Fidel zahl- reiche Roma-Familien. Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist die Zusammenarbeit im Stadtteil-Netzwerk mit den Akteuren vor Ort. Die nachhaltige Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit von Kindern ist das Hauptziel des Netzwerkes. In den Kindertagesstätten und Grundschulen werden ein gesun- des Ernährungsverhalten gefördert sowie motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Stressbe- wältigung gestärkt. Die Eltern sind in die Maßnahmen mit einbezogen. Auf diese Weise sollen ihr Verantwortungsbewusstsein gestärkt und das Thema gesunde Ernährung in die Familien hinein- getragen werden. Die einzelnen Maßnahmen reichen von Aufklärungsarbeit und Information zu Fragen der Ernäh- rung und Gesundheit bis hin zu vielfältigen Bewegungsangeboten. Projekte wie der gesunde Schulkiosk sorgen dafür, die Gesundheitsförderung im Alltag der pädagogischen Einrichtungen zu verankern. Daneben richten sich die Angebote an das soziale Umfeld der Menschen, etwa mit der Bildung von Familienkreisen. Ein zentraler Aspekt der Arbeit des Netzwerkes ist das Konzept „mit Migranten für Migranten“ (MiMi), welches die Schulung und den Einsatz muttersprachlicher Gesundheitsmediatoren beinhaltet. Dies schafft bei den Zielgruppen Vertrauen und Akzeptanz, das Gleiche gilt auch für die Familienhebamme, die im Rahmen des Projektes viele Familien be- treut. Evaluation: Die bundesweiten 24 Kinderleicht- Regionen werden über den gesamten Förderzeitraum hinweg wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Ein interdisziplinäres Team des Max-Rubner-Instituts (MRI) Karlsruhe aus den Fachbereichen Ernährungs-, Sport- und Gesundheitswissenschaft, So- ziologie und Erziehungswissenschaft führt die Evaluation durch. So wurde im Stadtteil Berg Fidel und im Stadtteil Angelmodde (Vergleichsgruppen) im Zeitraum vom 21.05. – 06.06.2007 die Ba- seline-Erhebung durchgeführt. Zur Vorbereitung fanden bereits ab März 2007 eine Reihe von Informationsveranstaltungen mit den Kindertagesstätten und Schulen zu dem Thema statt. Gleichzeitig erfolgte die Rekrutierung der notwendigen Testleiter (Universität) und die Vorberei- tung sowie die Durchführung der Testleiterschulung. Erfahrungswerte: Die Erfahru ngen in der ersten Projekthälfte zeigen, dass viele Maßnahmen und Module des Pro- jektes sehr gut angenommen werden. Insbesondere darf man das Angebot der Familienhebam- me, das MiMi-Projekt, die Bewegungsangebote und den Stadtteiltag hervorheben (siehe Anlage). Die Projektleitung / Projektkoordination muss aber auch immer wieder die einzelnen Projektteil- nehmerinnen und -teilnehmer zur Mitarbeit motivieren. Insbesondere die Fachkräfte der Kinder- tagesstätten sind im Moment durch neue gesetzliche Aufträge (KiBiZ, Sprachstandserhebungen, Bildung von Familienzentren usw.) stark ausgelastet. Angebote und Maßnahmen des Projektes „Gesund aufwachsen in … Berg Fidel“ werden zwar inhaltlich begrüßt, es fehlt aber in der Um- setzung an nicht vorhandenen zeitlichen Ressourcen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weiterhin wird auch deutlich, dass viele pädagogische Einrichtungen im Alltag schon das Thema „gesunde Ernährung“ und „Bewegung“ teilweise umgesetzt haben. Es gibt im Stadtteil „Berg Fi- del“ mittlerweile in allen Kindertagesstätten und in der Schule die Möglichkeit ein „gesundes 3 V/0155/2008 Frühstück“ einzunehmen und es wird großen Wert auf ausreichende Bewegungsangebote gelegt. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die Themen in der Arbeit mit den Eltern noch keinen festen Bestandteil haben, sondern nur situativ thematisiert werden. Ernährungs- und Bewegungsverhalten werden bereits in jungen Jahren geprägt. Daher sollte Prävention möglichst früh ansetzen. Dieser Weg muss begleitet und als gesellschaftlicher Pro- zess verstanden werden. Eltern haben eine besondere Verantwortung, in diesem Sinne Vorbild zu sein und auf ihre Kinder einzuwirken, denn die Familie ist ein wichtiger Ort, an dem Verhal- tensmuster vorgelebt und verinnerlicht werden. Darum muss im Projekt die Vernetzung zwischen Einrichtungen und Familien im Stadtteil weiterhin fokussiert werden. Weitere Schritte: Um die o. g . Projektziele erreichen zu können bzw. dafür zu sorgen, dass die Maßnahmen im Stadtteil richtig greifen können, bedarf es eines deutlich größeren Zeitraums als bei der Planung des Projektes kalkuliert wurde. Das Gesundheitsamt sieht sich als Projektträger auch in der Ver- antwortung, den Beteiligten vor Ort, insbesondere den Kindern und deren Eltern im Stadtteil, ge- recht zu werden und die Maßnahmen - die gerade erst in 2007 bekannt geworden sind und jetzt 2008 angenommen werden – nicht schon wieder zum Ende des Jahres abzubrechen. Für die Sicherstellung der Nachhaltigkeit des Projektes wird noch Zeit benötigt, um entsprechende Ver- antwortliche und auch finanzielle Ressourcen zu mobilisieren, damit wichtige Maßnah- men/Angebote auch zukünftig nach Projektende im Stadtteil angeboten werden können. Nach intensiver Beratung mit dem Bund wird zurzeit an einer Konzeptionsänderung gearbeitet, mit dem Ziel das Projekt auch 2009 in Berg Fidel fortzuführen. Es wird weiterhin beabsichtigt, einzelne Maßnahmen und Module des Projektes darüber hinaus in den Stadtteil Hiltrup zu implementie- ren. Diese Überlegungen resultieren zum einem aus den vorhandenen sozialmedizinischen Da- ten des Gesundheitsamtes, aus denen deutlich wird, dass Bereiche im Stadtteil Hiltrup im Sinne des Projektes einen erhöhten Bedarf aufweisen und zum anderen daraus, dass eine stärkere Anbindung Berg Fidels an Hiltrup gewünscht wird. Hierdurch wird die Finanzierung des Gesamt- projektes nicht tangiert. In Vertretung gez. Thomas Paal Stadtrat Anlage: Zwischenbericht „Gesund aufwachsen in … Münster“
Anlage: Zwischenbericht Gesund aufwachsen in .. Münster
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Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0155/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 25.04.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37