Forum für Willkommenskultur - Ergänzung zum Tätigleitsbericht für den Zeitraum vom 01.11.2016 bis 28.09.2018
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 0575/2019 vom 20.02.2019
Stand: Am 14.03.2019 im Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/562/5 Vorlagen-Nummer 20.02.2019 0575/2019 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 14.03.2019 Forum für Willkommenskultur - Ergänzung zum Tätigleitsbericht für den Zeitraum vom 01.11.2016 bis 28.09.2018 In der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 06.12.2018, TOP 4.2 dankt Frau RM Heuser für den Bericht und bittet ergänzend um Zahlen, insbesondere zu den Vernetzungstreffen, zu Inaktiven und den Menschen, welche dort aktiv tätig sind, da zu 2016/2017 eine Veränderung eingetreten sei. Des Weiteren bittet sie um Benennung welche Stadtgebiete, welche Bezirke einen besonderen Bedarf bei der ehrenamtlichen Betreuung haben. Das Forum für Willkommenskultur legte eine Ergänzung vor, die dem Ausschuss als Anlage zu dieser Mitteilung übermittelt wird. Anlage Gez. Dr. Rau -
2019-02-15_Ergänzung zum Tätigkeitsbericht des Forum für Willkommenskultur
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Ergänzung zum Tätigkeitsbericht des Forum für Willkommenskultur Antwort auf Anfrage von Frau RM Heuser im Rahmen der Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren vom 06.01.2018 Auszug aus der Niederschrift des Ausschusses: „Frau RM Heuser dankt für den Bericht und bittet ergänzend um Zahlen, insbesondere zu den Vernetzungstreffen, zu Inaktiven und den Menschen, welche dort aktiv tätig sind, da zu 2016/2017 eine Veränderung eingetreten sei. Des Weiteren bittet sie um Benennung welche Stadtgebiete, welche Bezirke einen besonderen Bedarf bei der ehrenamtlichen Betreuung haben.“ Sehr geehrte Frau Heuser, vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse am Thema. Wir haben in Ihrer Anfrage drei Themenpunkte festgehalten.1 Die Benennung von konkreten Zahlen ist häufig schwierig, durch die Bewertung von Trends werden wir Ihrer Anfrage jedoch hoffentlich gerecht werden. 1.) Vernetzungstreffen der Kölner Willkommensinitiativen Während die Teilnehmendenzahlen unserer Vernetzungstreffen in 2016 und 2017 sehr hoch war – 80 Teilnehmende waren am Abend durchschnittlich anwesend – und es ein Ort war, an dem sich diverse neue stadtweit tätige Initiativen gebildet haben, erlebten wir im Jahr 2018 einen Rückgang der Teilnehmendenzahlen. So gab es in 2018 Vernetzungstreffen, an denen 35 Personen teilgenommen haben. Beim ersten Vernetzungstreffen in diesem Jahr (11.02.2019) waren es dagegen wieder ca. 55 Personen. Dies hat unterschiedliche Gründe, folgende wurden unsererseits ausgemacht: Seit Anfang 2018 haben die Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der Mindeststandards zur Flüchtlingsunterbringung (hier: Stärkung des Ehrenamts) ihre Arbeit in den Bezirken erfolgreich aufgenommen. Es finden nun auch in allen Kölner Stadtbezirken Runde Tische für Engagierte in der Flüchtlingsarbeit statt. Die Möglichkeiten, sich auszutauschen und zu vernetzen, sind somit größer und diverser geworden. Der Bedarf für die Initiativen, sich stadtweit zu vernetzen, ist dadurch kleiner geworden. Der Vernetzungsbedarf auf Stadtbezirksebene bzw. in themenbezogenen Treffen wird von vielen Engagierten bevorzugt. Die Zahl der Engagierten in Köln ist insgesamt rückläufig und die Vernetzungstreffen sind kein Ort mehr in dem „neue“ Engagementinteressierte den Kontakt zu Initiativen knüpfen. Dies geschieht mittlerweile im Rahmen der diversen geschaffenen Strukturen und durch eine gezielte Vermittlung aller in Köln tätigen Akteure. Viele engagierte Einzelpersonen sind nicht in einer Initiative angebunden und werden durch die Vernetzungstreffen nicht angesprochen (weitere Info hierzu s.u.) Es wurden in den letzten Jahren der Bedarf und der Wunsch von rechtsrheinisch angesiedelten Initiativen geäußert, die Vernetzungstreffen an unterschiedlichen Orten stattfinden zu lassen. Diesem Bedarf sind wir gefolgt, die Vernetzungstreffen finden nun abwechselnd links- und rechtsrheinisch statt. Der (Miss-)Erfolg dieser Maßnahme ist durchaus zu diskutieren, da 2018 weder mehr noch neue Teilnehmende aus den umliegenden Stadtteilen gewonnen werden konnte. Das erfolgreiche Vernetzungstreffen am 11.02.2019 in Köln-Porz ist dagegen wieder ein positives Zeichen. 1 Wir gehen davon aus, dass sich es bei Inaktive um einen Schreibfehler in der Niederschrift handelt, und Sie die Zahl der Initiativen in Köln interessiert. Diese Entwicklungen sind der Grund weshalb wir, das Forum für Willkommenskultur und unser Kooperationspartner beim Vernetzungstreffen, die Melanchthon-Akademie, im 1. Quartal 2019 einen Prozess gestartet haben, in dem wir diskutieren, ob und in welcher Form wir stadtweite Vernetzungstreffen zukünftig anbieten werden. Grundsätzlich werden wir die stadtweiten Vernetzung je nach aktuellem Thema auch zukünftig anbieten. Ein Beispiel ist der am 25.02.2019 stattfindende, stadtweite Austausch für freiwillig Engagierte zum Thema „Unterstützung bei Wohnungssuche und Umzug“ in Kooperation mit der Aktion Neue Nachbarn und dem AK Politik der Willkommensinitiativen. Weitere Informationen hier. 2.) Zahl der Willkommensinitiativen in Köln Der Begriff Willkommensinitiative ist nicht geschützt und unsere Angebote richten sich selbstverständlich an alle Initiativen, Vereine, Einzelpersonen und weitere Institutionen, die ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig sind und Unterstützung benötigen. Je nach Organisationsform beobachten wir unterschiedliche Trends: Willkommensinitiativen Vielen Nachbarinnen und Nachbarn haben sich in den letzten Jahren zu Willkommensinitiativen zusammengeschlossen. Zumeist, weil ein Flüchtlingswohnheim in der Nähe eröffnet wurde und man sich darin einig war, Flüchtlinge willkommen heißen zu wollen. Andere Initiativen sind jedoch auch stadtweit tätig und widmen sich einem bestimmten Thema oder sprechen eine bestimmte Zielgruppe an. Man spricht von ca. 70 Willkommensinitiativen, wobei eine genaue Erfassung dieser Zahl nur schwer möglich ist. Unserer Kenntnis nach ist die Zahl der Initiativen, die offiziell ihre Tätigkeit beendet haben, im unteren einstelligen Bereich. Viele Initiativen sind ebenso aktiv wie in ihrer Gründungszeit, einige haben zur Stärkung ihrer Struktur einen e.V. gegründet. Erfreulicherweise entstehen auch neue Willkommensinitiativen, zumeist wenn neue Flüchtlingswohnheime gebaut werden. Erfreulich ist auch die Entwicklung, dass immer mehr Geflüchtete selbst aktiv werden und sich engagieren (möchten). Die Zahl der tatsächlich Aktiven variiert stark und ist oft schwer festzustellen, die meisten Initiativen suchen nach weiteren engagierten Freiwilligen. Vor allem die heutzutage übliche 1:1 Betreuung (z.B. zur Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Integration in den Arbeitsmarkt) ist sehr zeitaufwendig, die Zahl der Gruppenangebote ist hingegen rückläufig. Eine Beantwortung der Frage muss daher im Einzelfall genau geprüft werden und kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Migrant*innenselbstorganisationen (MSOs) Viele MSOs sind seit Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig, aber häufig wenig sichtbar in der Öffentlichkeit wie das Beispiel des AK Muslimische Flüchtlingsarbeit gezeigt hat. Ein Grund ist hierfür sicherlich die mehrheitsgesellschaftliche Prägung der Willkommensinitiativen und die damit häufig verbundene Anbindung an vorhandene Strukturen. Viele MSOs haben jedoch die gleichen Herausforderungen wie Willkommensinitiativen (z.B. bei der Suche der freiwillig Engagierten). Gleichzeitig erleben wir, dass sich zahlreiche neue MSOs und Selbsthilfegruppen bilden. Dieser Trend ist sehr positiv, vor allem auch aufgrund des guten Zugangs von MSOs zu Geflüchteten, wenn diese in privaten Wohnraum ziehen. Aufgrund des hohen Bedarfs zur Stärkung dieser Strukturen erleben wir eine nach und nach erhöhte Beratungs- und Betreuungstätigkeit unsererseits in diese Richtung. Engagierte Einzelpersonen Je besser die Integration und Teilhabe von Flüchtlingen am gesellschaftlichen Leben in Köln stattfindet, desto mehr kann davon ausgegangen werden, dass Kölnerinnen und Kölner unabhängig von Engagementstrukturen Haltung zeigen und bei diesem Prozess unterstützen. Dies ist ein Trend, den wir immer mehr erleben, so engagieren sich z.B. viele Lehrkräfte über ihren Lehrauftrag hinaus für die Belange ihrer Schüler*innen. Dies ist Zahlen festzuhalten ist schwierig, den Trend bewerten wir jedoch als sehr positiv, unsere Angebote passen wir demnach den Umständen immer wieder an (z.B. durch besser sichtbare telefonische Beratungsangebote in 2019). 3.) Bedarf an ehrenamtlicher Betreuung in den Kölner Stadtbezirken Den Bedarf an ehrenamtlicher Betreuung sehen wir nach wie vor in allen Stadtbezirken als sehr hoch an. Vor allem auch, da der Trend der 1:1 Betreuung (Patenschaften, Mentorenschaft u.ä.) für die Engagierten sehr zeitintensiv ist. Die Tätigkeit der Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der Mindeststandards zur Flüchtlingsunterbringung bewerten wir deshalb als sehr wichtig und wertvoll an. Orte, an denen es bisher sehr wenige Angebote zur Teilhabe an der Gesellschaft gibt und an denen große Flüchtlingsunterkünfte stehen, haben sicherlich einen besonderen Bedarf. Beispielhafte Orte lassen sich in diversen Kölner Standorten finden. Solche Orte sind weder dicht besiedelt – Engagierte zu finden ist somit besonders herausfordernd –, noch haben sie Sozialräume und somit bisher keine besondere sozialarbeiterische Betreuung. Die langfristige Schaffung neuer Sozialräume in Köln ist deshalb unserer Meinung nach zu diskutieren, da Freiwillige immer wieder kritisieren, dass die Integration und Teilhabe von Flüchtlingen nicht zu stark auf ihren Schulten lasten darf. Bei weiteren Fragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Daniel Wyszecki und Gabi Klein Unsere Kontaktdaten: Kölner Freiwilligen Agentur e.V. Gabi Klein Bereichsleitung „Willkommen für Flüchtlinge“ gabi.klein@koeln-freiwillig.de Tel.: 0221-888278-24 | Fax: 0221-888278-10 Clemensstr. 7 | 50676 Köln Kölner Flüchtlingsrat e.V.: Daniel Wyszecki Bereichsleitung Freiwilligenarbeit daniel.wyszecki@koelner-fluechtlingsrat.de Mobil: 0160/ 342 1551 Herwarthstr. 7 | 50672 Köln
Beratungsverlauf
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14.03.2019
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.2, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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