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V/0123/2006

Winterdienst 2005 / 2006

Vorlage 14.02.2006

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Nächste Beratung: Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe, Sitzung am 30.03.2006, TOP 4

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

11037 Zeichen

V/0123/2006 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Winterdienst 2005 / 2006 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
30.03.2006 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Bericht 
 
 
Bericht: 
 
 
Kurzdarstellung der Winterdienstorganisation 
 
Die AWM fü
hren in Münster jeweils vom 15.10. bis zum 15.04. einen differenzierten Winterdienst 
durch. Das Stadtgebiet ist hierzu in verschiedene Winterdienstpläne aufgeteilt. Abhängig von der 
Wettersituation und dem Straßenzustand werden diese Pläne abgearbeitet. 
 
Unterschieden wird hierbei nach Plänen für Straßen bzw. Rad- und Fußwege. Die AWM betreuen 
dabei ein Straßennetz von ca. 450 km und ein Radwegenetz von ca. 250 km. Welche Straßen in 
die Pläne aufgenommen werden, ist abhängig von ihrer Verkehrswichtigkeit. Mengenmäßig limi-
tiert wird dieses Netz durch die vorhandenen Ressourcen für den Winterdienst bei der Stadt 
Münster. Insbesondere das Busliniennetz sowie alle wichtigen Verbindungsstraßen sind durch 
den Winterdienst abgedeckt. Bei schneebedeckten Straßen wird ein erweitertes Straßennetz 
geräumt und gestreut. 
 
Je nach Witterung und Vorhersagen des DWD sowie der aktuellen Satellitendaten werden tags-
über Rufbereitschaften ausgelöst. Den tatsächlichen Einsatz löst dann der jeweilige Einsatzleiter 
(5 Einsatzleiter wechseln sich ab) aus. Neben der Auswertung der Wetterdaten des DWD werden 
nachts regelmäßig Kontrollfahrten durchgeführt. Je nach Lage werden entweder sog. Brücken-
pläne, Rauhreifpläne oder Streu- und Räumpläne abgearbeitet. Hierzu werden dann die in Be-
reitschaft versetzten Mitarbeiter alarmiert. Dies geschieht überwiegend gegen 3 Uhr nachts, so 
dass der Einsatz vor Beginn des Berufsverkehrs gegen 7 Uhr beendet ist. Da die Fahrzeuge vom 
15.10. bis zum 15.04. aufgerüstet sind, kann ca. eine halbe Stunde nach Alarmierung mit den 
Einsätzen begonnen werden. 
 
Bei der Polizei und den Stadtwerken werden bei jedem Einsatz und Einsatzende Problemstellen 
abgefragt und ggf. abgearbeitet. Evtl erforderliche Nachbesserungen ergeben sich aufgrund von 
Kontrollfahrten oder durch Meldungen der Streufahrzeug-Fahrer und werden unverzüglich durch 
den Einsatzleiter veranlasst. Punktuelle Vereisungen werden sowohl tagsüber als auch nachts 
beseitigt.  
Vorlagen-Nr.: 
V/0123/2006 
Auskunft erteilt: 
Herr  Vennemann 
Ruf: 
60 52 21 
E-Mail: 
VennemaJ@awm.stadt-muenster.de 
Datum: 
14.03.2006 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0123/2006 
 
Die Dauer eines Einsatzes ist sehr stark von der Straßensituation abhängig. Bei Reifglätte, über-
frierender Nässe oder Eisglätte ist von einer Gesamteinsatzzeit (Alarmierung bis Arbeitsende) 
von ca. 4 Stunden auszugehen. Im Rahmen eines so lchen Einsatzes kommen in der Regel nur 
Großstreufahrzeuge zum Einsatz. 
 
Bei Schneefall sind die Einsatzzeiten deutlich länger. Hierbei kommen in der Regel Großstreu-
fahrzeuge, Radweggeräte sowie ggf. die Arbeitsgruppen für Gehwege zum Einsatz. Die Einsatz-
dauer liegt hier bei ca. 5 Std. Abhängig von der zu räumenden Schneehöhe kann sich ein solcher 
Einsatz auf bis zu 10 Std. ausdehnen. 
 
Im Rahmen einer 2. Priorität werden bei dauerhaft stabilen Winterwetterlagen auch Nebenstra-
ßen bearbeitet. Hierbei werden dann zuerst Wohnsammelstraßen berücksichtigt. 
 
Zusätzlich organisieren die AWM den Winterdienst auf Gehwegen vor und auf städtischen Lie-
genschaften. Hierbei werden ca. 155 km Gehwege betreut. Grundlage hierfür ist die Straßenrei-
nigungssatzung, welche den Winterdienst auf Gehwegen für Anlieger regelt. Hier ist die Stadt als 
Anliegerin in der Pflicht. 
 
Seitens der AWM werden 80 Mitarbeiter im Winterdienst eingesetzt, wovon zeitgleich bis zu 45 
MA, in der Mehrzahl Fahrer, im Einsatz sind. Die Ämter 66, 67 und 62 stellen ca. 170 MA, welche 
in der Masse im Winterdienst auf Gehwegen tätig werden. Diese Mitarbeiter sind regulär mit ori-
ginären Arbeiten beschäftigt, bei den AWM z.B. als Kehrmaschinenfahrer in der Straßenreinigung 
oder als LKW-Fahrer in der Abfallabfuhr. Die Einsatzleiter sind tagsüber als Fachstellenleiter, 
Disponent oder Werkstattmeister tätig. 
 
Ergänzend sind 12 Privatfirmen mit Winterdienstarbeiten beauftragt, auch diese hauptsächlich im 
Gehwegbereich. Weitere 2 Firmen führen Arbeiten auf Straßen durch. An den Schulen werden 
Winterdienstarbeiten überwiegend von den Hausmeistern durchgeführt. 
 
Situationsbericht der Wintersaison 2005 – 2006 
 
Der Winterdienst der AWM war in diesem Winter 
sehr stark gefordert. Bereits der Vorjahreswinter 
war durch vermehrte Einsätze geprägt. Nachfolgend ist die Gesamtanzahl der Winterdienstein-
sätze sowie derer, die einen großen Aufwand erforderten, zusammengefasst: 
 
 
Winter 
01-02 
Winter 
 02-03 
Winter 
 03-04 
Winter 
04-05 
Winter 
 05-06 
(bis 2.3.06) 
Gesamteinsätze 27 29 37 44 49 
Großeinsätze 3 3 3 7 14 
 
Insbesondere die häufigen Schneefälle ab Ende November 2005 hatten große Einsätze zur Fol-
ge. Erschwerend kam hinzu, dass dem Schneefall häufig starker Frost folgte und damit keine 
unterstützende Tauwirkung einsetzte. Besonders der überraschend heftige Wintereinbruch am 
25.11.05 erforderte die gesamten Kräfte der AWM. Allein an diesem Wochenende wurden ca. 
800 t Salz, sowie 150 t Lavagranulat gestreut. Insbesondere an solchen schneereichen Tagen 
werden die Straßen auch 2-mal bzw. 3-mal geräumt und gestreut. 
 
Der Streumittelverbrauch wird, wie bereits im Vorwinter, mit über 2.500 t Salz deutlich über den 
Werten der Vorjahre liegen. Hier lag der Verbrauch im Bereich zwischen 1.000 t und 1.800 t. Im 
Gegensatz zum Vorjahr ist es nicht zu Lieferengpässen seitens der Streusalzlieferanten gekom-
men.

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Trotz der vorgenannten Erschwernisse können die AWM für ihren Winterdienst ein positives Re-
sümee ziehen. Die Organisation sowie die Logistik waren gut aufgestellt und zu keinem Zeitpunkt 
an einer kritisch zu nennenden Grenze. 
 
Mitentscheidend war hierfür u.a. die Optimierung der Fahrzeug- und Lagertechnik in den letzten 
Jahren sowie die mittlerweile große Erfahrung der Einsatzleiter. Im Einzelnen haben sich hier 
folgende Maßnahmen positiv ausgewirkt: 
 
• Durch den Bau eines Streusalzsilos erfolgt bei geringerem Personaleinsatz die Fahrzeugbe-
füllung deutlich schneller. Weiterhin haben die AWM ihre Lagerkapazität für Streusalz durch 
das Silo um ca. 200 t erweitert. 
 
• Die Ausstattung aller Großstreufahrzeuge mit modernen Feuchtsalzstreuern (FS 30) wurde 
zum Winter 2005-06 abgeschlossen und hat sich bewährt. Anfällige Altfahrzeuge wurden er-
setzt. Die Ausfallrate im Bereich der Streutechnik oder der Fahrgestelle konnte dadurch re-
duziert werden.  
 
• Es wurden sog. „Cityräumschilder“ beschafft. Diese kompakten Räumschilder vereinfachen 
die Schneeräumung insbesondere in engen und verparkten Straßen. 
 
• Die Beschaffung von inzwischen 3 Tellersteuern für den Einsatz auf Radwegen hat zu Ver-
besserungen in diesem Bereich geführt. Von Vorteil ist hierbei insbesondere das gleichmä-
ßigere Ausbringen des Streumateriales sowie die Einstellmöglichkeit der Streubreite. Eines 
der Fahrzeuge ist mit der modernen Feuchtsalzstreuung (FS 30) ausgestattet. Hiermit wur-
den bisher sehr gute Erfahrungen, insbesondere hinsichtlich der Wirksamkeit gemacht. Ein 
Ausbau dieser bewährten Großstreuertechnik für Radwege ist daher seitens der AWM an-
gedacht. 
Die AWM erwarten hier auch langfristig Kostenvorteile, da bei einer Feuchtsalzstreuung, im 
Gegensatz zur bisherigen Granulatstreuung, eine Nachstreuung in der Regel nicht erforder-
lich ist. Zudem wird die „Streureichweite“ der Fahrzeuge erhöht und ermöglicht damit einen 
schnelleren Winterdienst (kein Nachladen erforderlich). 
 
Ein großer Vorteil für die Organisation und die Einsatzleitung im Winterdienst ist, dass auftreten-
de technische Probleme zeit- und ortsnah in der eigenen Werkstatt behoben werden können.  
 
Das Arbeitszeitgesetz gilt, mittels einer Ausnahmegenehmigung des Staatlichen Amtes für Ar-
beitsschutz auf 12 Stunden ausgeweitet, auch im Winterdienst. Bei erforderlichen Wiederho-
lungseinsätzen muss daher verstärkt auf „frisches“ Personal zurückgegriffen werden. Da die 
AWM für den Winterdienst auf Fahrbahnen und Radwegen überwiegend eigenes Personal ein-
setzt, kann hier schnell und flexibel disponiert werden. 
 
In der Summe sind die gute technische Ausstattung und Organisation sowie die Bündelung aller 
Ressourcen des Winterdienstes bei den AWM maßgeblich für erfolgreiche Einsätze und damit für 
die Sicherheit auf Münsters Straßen. 
 
 
Kosten- und Erlössituation der Winterdienstjahre 2001 bis 2005 
 
Die in der T
abelle dargestellten Kosten und Erlöse beziehen sich jeweils auf ein Wirtschaftsjahr 
(01.01. bis 31.12.) und sind deshalb nur bedingt mit den oben genannten Winterdiensteinsätzen, 
die sich jeweils auf eine Winterdienstsaison (15.10. bis 15.04.) beziehen, vergleichbar. Die Kos-
ten für die Winterwartung werden seit dem Jahr 2004 zugunsten einer rechtssicheren Straßen-
reinigungssatzung aus der Gebührenkalkulation abgegrenzt und durch die Stadt Münster ausge-
glichen.

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V/0123/2006 
 
 
 
I. V. 
 
gez. 
 
Joksch 
Stadtbaurat 
 
 
 
  
Kostendaten zum Winterdienst      
der Wirtschaftsjahre 2001 - 2005      
      
Ergebnis 
01.01. - 
31.12.2001 
Ergebnis 
01.01. - 
31.12.2002 
Ergebnis 
01.01. - 
31.12.2003 
Ergebnis 
01.01. - 
31.12.2004 
Prognose 
01.01. - 
31.12.2005 
         
Gesamtkosten des Winterdienstes  
1.489.745,72 € 
 
1.065.343,85 € 
 
1.237.727,12 € 
  
1.227.908,75 €  
 
1.784.000,00 € 
 davon Personalkosten   
723.557,38 € 
 
334.410,73 € 
 
475.781,01 € 
  
486.323,07 €  
 
992.000,00 € 
  durch eigene Kräfte  
162.934,60 € 
 
142.903,22 € 
 
136.390,02 € 
  
155.499,21 €  
 
172.000,00 € 
  durch Fremdämter  
298.579,03 € 
 
134.397,23 € 
 
148.100,91 € 
  
175.196,66 €  
 
386.000,00 € 
  durch Dritte  
262.043,76 € 
 
57.110,28 € 
 
191.290,08 € 
  
155.627,20 €  
 
434.000,00 € 
     
 davon Materialverbrauch   
532.896,52 € 
 
476.619,79 € 
 
511.350,18 € 
  
498.795,34 €  
 
530.000,00 € 
  durch Streumittel  
130.786,80 € 
 
56.229,30 € 
 
93.470,78 € 
  
118.622,60 €  
 
177.000,00 € 
  durch Fahrzeugeinsatz  
402.109,72 € 
 
420.390,49 € 
 
417.879,40 € 
  
380.172,74 €  
 
353.000,00 € 
     
 davon Gemeinkosten   
233.291,82 € 
 
254.313,33 € 
 
250.595,93 € 
  
242.790,34 €  
 
262.000,00 € 
     
Finanzierung des Winterdienstes  
1.489.745,72 € 
 
1.065.343,85 € 
 
1.237.727,12 € 
  
1.227.908,75 €  
 
1.784.000,00 € 
  über den städt. Haushalt  
170.781,59 € 
 
129.132,09 € 
 
150.680,89 € 
  
919.690,30 €  
 
1.152.000,00 € 
  über Gebühren  
936.788,39 € 
 
697.211,97 € 
 
795.302,32 € 
  
-   €  
 
-   € 
  über das Amt für Liegenschaften  
274.114,25 € 
 
166.903,15 € 
 
205.142,59 € 
  
220.684,21 €  
 
403.000,00 € 
  über die Stadtwerke  
66.867,50 € 
 
47.014,37 € 
 
55.772,41 € 
  
54.369,73 €  
 
168.000,00 € 
  über das Amt f. Schule u. Weiterbildung  
41.193,99 € 
 
25.082,27 € 
 
30.828,91 € 
  
33.164,51 €  
 
61.000,00 €

Beratungsverlauf (1)

30.03.2006 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0123/2006
Typ
Vorlage
Datum
14.02.2006
Erstellt
06.10.2020 14:37