0711/2017
Open-Space-Konferenz - Wir alle sind Stadtgesellschaft – Zusammenkommen, Verstehen, Gestalten
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Auswertung der Open-Space-Konferenz
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Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Auswertung der Ergebnisse 30.09.2016 Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Impressum Herausgeberschaft Arbeitsgruppe Auswertung der Ergebnisse der Open-Space-Konferenz „Wir alle sind Stadtgesellschaft“ Ralf Berger, Phoenix Kultur- und Integrationszentrum Köln Klaus-Martin Ellerbrock, Kommunales Integrationszentrum Köln Gabi Klein, Kölner Freiwilligen Agentur e.V. Nuran Kancok, Interkulturelles Zentrum der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverband Mittelrhein e.V. Elizaveta Khan, Integrationshaus e.V. Anna Orzessek, Jobcoaching Arbeitsbegleitung Anna Orzessek Martina Thomas, Kölner Freiwilligen Agentur e.V. Jennifer Zepp, DTVK Köln Köln, Februar 2017 Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse „Wir alle sind Stadtgesellschaft – Zusammenkommen – Verstehen – Gestalten“ 30.09.2016 Piazzetta im Historischen Rathaus Köln Die Veranstaltung war zahlreich besucht und von einer hohen Lebendigkeit geprägt. Beeindruckend war die Geschwindigkeit der Themensammlung. Alle vorgesehenen Plätze auf dem Time -Table waren in der ersten Runde quasi besetzt. Auch die Vielfalt der Themen war beeindruckend und z.T. überraschend (z.B. Angst vor Tieren). Die Atmosphäre war entspannt, d ie Möglichkeit des Austauschs wurde wahrgenommen. Die Präsenz der Sprach- und Integrationsmittler (SIM) hat das Bild der Konferenz (positiv) sehr geprägt. Die Interkulturellen Zentren waren nicht sichtbar vertreten. Das Ziel, dass sich die Zentren in der Vielfalt der Angebote in der Flüchtlingsarbeit selbst deutlicher definieren und ihren Platz zwischen Beratungsstellen und Willkommensinitiativen finden und einnehmen, ist in dieser Hinsicht nicht erreicht worden. Das Format, bzw. die Methode der Konferenz: Die hohe Beteiligung der Konferenzteilnehmenden und die Tatsache, dass in diesem Zusammenhang neue Gruppen angesprochen wurden, die sich anschließend auch grundsätzlich positiv geäußert haben, zeigt, dass die Konferenzmethode des Open-Space die geeignete Methode für stadtgesellschaftliche Beteiligungsprozesse darstellen kann. Ein Ziel und eine Hoffnung der Organisatoren war die breite aktive Beteiligung von Geflüchteten an der Konferenz. Die Erwartungen sind hier nicht erfüllt worden. Das führte in der B ewertung der Konferenzmethode zu verschiedenen Ansätzen. Zunächst muss festgestellt werden, dass diese Konferenz als multisprachliche Konferenz mit einer sehr hohen Heterogenität der Teilnehmenden eine große Herausforderung darstellte und auch von den Organisatoren als eine Lernerfahrung begriffen wird. Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Wenn also einige Ziele verfehlt wurden, können wir dies nicht als Scheitern werten, sondern als ersten Lernschritt hin zu partizipativen Formaten solcher Ereignisse. Folgende Beobachtungen wurden vertieft diskutiert: - Die meisten Anliegen aus den Gruppen der Geflüchteten waren sehr individuell und persönlich. - Die Gruppen der Geflüchteten gruppierten sich eher nach sprachlichen als nach thematischen Gesichtspunkten. - Die Methode und das Funktionieren einer O pen-Space-Konferenz waren nur schwer vermittelbar. - Der Ort der Veranstaltung (Piazzetta des Historischen Ra thauses der Stadt Köln) könnte aus Sicht der Geflüchteten mehr als Institution anstatt eines Raumes für einen Austausch wahrgenommen und dementsprec hend mit anderen Vorstellungen und Erwartungen aufgesucht worden sein. Dadurch konnte die besondere Würdigung des Ereignisses durch die Einladung der Oberbürgermeisterin in das Historische Rathaus möglicherweise von einigen nicht als solche wahrgenommen werden. A) Es gab vor dem Hintergrund der begrenzten Zeit einen sehr schnellen und direkten Einstieg in die Methode. An Stellwänden wurden die Prinzipien der Open-Space Methode bildlich und mit kurzen Erläuterungen in den Sprachen Englisch, Französisch, Arabisch, .........zur Verfügung gestellt. Schon an dieser Stelle wurde deutlich, dass insbesondere die Gruppen aus den Großunterkünften mehr Zeit zum Ankommen brauchten. Die in Köln schon län ger ansässigen Teilnehmenden reagierten auf die Begrüßungszeremonie der Gruppen Geflüchteter mit latenter Ungeduld, zumal für die Erläuterung der Leitlinien des Formats auch noch Zeit für Übersetzung beansprucht wurde. Dass die Anliegen der Geflüchteten sehr persönlich waren, kann als Ausdruck ihres unmittelbaren Interesses gewertet werden. Auch die Gruppierung der Geflüchteten nach sprachlichen und nicht nach thematischen Gesichtspunkten kann zum einen durch das Bedürfnis nach Sicherheit im unbekannten Setting erklärt werden und ist zum anderen die Konsequenz der Aufforderung der Veranstalter, sich den Übersetzenden zuzuordnen, um den Erläuterungen besser folgen zu können. Allerdings gab es keine von den Organisatoren Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse eingeplante Zeit, um diese individuellen Anliegen in Gruppenthemen zu überführen, die im Rahmen dieser Konferenz bearbeitbar sind. Bei zukünftigen Veranstaltungen könnte eine solche Phase z.B. in Form eines moderierten Gruppeninterviews unter Beteiligung de r Teilnehmenden im Saal vorausgehen. Hier könnte für alle deutlich werden, wer überhaupt anwesend ist und in welche Richtung die Anliegen der Teilnehmenden gehen. In Bezug auf die Gestaltung einer multisprachlichen Open -Space-Veranstaltung, die auf Übersetzungen angewiesen ist, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass fremdsprachige Teilnehmende durch ihre Angewiesenheit auf einen Dolmetscher oder einer Dolmetscherin nicht ihre persönliche Souveränität in der Beteiligung verlieren. Dieser Aspekt muss durch die Moderation eingeführt werden und hierfür muss Zeit eingeplant werden. B) Die Vertrautheit mit Formaten, die stark auf Selbstverantwortung bauen kann in den Gruppenangeboten der Zentren und Initiativen erworben werden. Hierfür soll ein kurzer und einfacher Handlungsleitfaden zur Open -Space-Technologie (OST) verfasst und verteilt werden. C) Aus der Betrachtung des Formats entstand außerdem eine Diskussion über die Unterstützungsmöglichkeiten der Selbstorganisationprozesse Geflüchteter als neue Migrantengruppe. Den Beteiligten ist wichtig, dass Geflüchtete durch den Aufbau eigener Vereine sich eine nachhaltige Struktur der Selbstvertretung erschließen. Hierfür bieten die Freiwilligenagentur, das Forum für Willkommenskultur der Kölner Freiwilligen Agentur und des Kölner Flüchtlingsrat sowie Phönix e.V. die Entwicklung von entsprechenden Seminaren an. Genutzt werden können hier auch bestehende Strukturen wie der aus dem KUVIT-Projekt entstandene Arbeitskreis von Migrantenorganisationen unter Federführung der Caritas (FIM). Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Wie geht es weiter? Bei d er Open Space Konferenz am 30.09.2016 „Wir alle sind Stadtgesellschaft“, sind unterschiedliche Meinungen, Ideen, Wünsche und Sorgen festgehalten worden. Die Ergebnissicherung und die Weiterarbeit an den Themen ist den Mitarbeitenden der Arbeitsgruppe ein großes Anliegen und so wurde in mehreren Sitzungen darüber diskutiert, wie und in welcher Form an diesen weitergearbeitet werden kann. In einem ersten Schritt wurden zunächst Bedarfe und Bedürfnisse aus den einzelnen Protokollen gesammelt und themenbezogen zusammengetragen. In einem zweiten Schritt wurde überlegt, wo und wie diese Ergebnisse gesichert werden könnten. Als Grundlage dient dabei eine Ergebnisstabelle, die von den Teilnehmenden der Auswertungsgruppe immer wieder aktualisiert wird: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1JX6AIaPy3y4sfTwkvaernOOhSyG- DVo1TLH0W0D3yzw/edit#gid=0 In regelmäßigen Abständen werden wir beobachten, welche Entwicklungen es in den einzelnen Bereichen gibt und auch die Tabelle immer wieder aktualisieren. Diese Zusammenfassung dient der Anregung zur Weiterarbeit an den Thematiken. Einzelne Aspekte werden schon von verschiedenen Organisationen und Aktiven wahrgenommen und bearbeitet, in der oben beschriebenen Tabelle sind die jeweiligen Verweise zu den entsprechenden Organisationen und Internetseiten aufgeführt. Die Interkulturellen Zentren haben sich für d as neue Jahr das Thema „ Partizipation von Migrantinnen und Migranten mit Blick auf die anstehenden Wahlen im Land und im Bund “ vorgenommen. Hierbei werden insbesondere Aspekte des Leitpunktes „Empowerment und Selbstorganisation“ aufgegriffen. Einige Ideen und Forderungen können wir in unserem Netzwerk veröffentlichen und weitergeben, einige Themen können von den Interkulturellen Zentren aufgegriffen werden – bei einigen anderen Themen sind wir vor allem als Sprachrohr gefragt. Denn wir sind lokale Akteurinnen und Akteure – unsere Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten sind deswegen auf die kommunale – lokale Ebene begrenzt. Zugangsmöglichkeiten zu Sprachkursen und anderen Maßnahmen, Forderungen nach adäquatem Wohnraum oder auch Forderungen an die Verwaltung können wir weitergeben und ihre Umsetzung mitverfolgen. Wichtig hierbei ist eine gemeinsame und kontinuierliche Ansprache von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern. Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Im Folgenden findet sich nun eine Zusammenfassung der Themen unserer Konferen z. Wir haben verschiedene Herangehensweisen für die Ergebnissicherung unternommen und folgende drei Leitpunkte für die Weiterarbeit eruiert: 1. Lobbyarbeit für die Verbesserung der Lebenssituation Geflüchteter 2. Empowerment und Selbstorganisation 3. Interkulturelle Öffnung der Institutionen und der Verwaltung Unter diesen drei Punkten können die einzelnen Bedürfnisse und Bedarfe zusammengefasst werden und als Anregung an alle Akteurinnen und Akteure in den jeweiligen Arbeitsbereichen dienen. Gleichzeitig dient die Ausarbeitung als Grundlage der Lobbyarbeit für die Themen, die auf lokaler Ebene nicht hinreichend aufgegriffen werden können. Lobbyarbeit für die Verbesserung der Lebenssituation Geflüchteter Geflüchtete Menschen haben aufgrund verschiedener Hinderniss e und der noch geringen Sprachkenntnisse, wenig bis keine Möglichkeiten ihre Themen weiterzutragen. Soziale Einrichtungen, Anlaufstellen für Geflüchtete, Willkommensinitiativen und Engagierte verfügen dagegen über ein breites Netzwerk und das notwendige Wi ssen, um diese Themen an die entsprechenden Stellen weiterzutragen. In unserer Konferenz sind die folgenden Bedarfe und Bedürfnisse geäußert worden: 1. Individuelle Bedarfe: Jede Einzelne und jeder Einzelne trägt ein großes Paket an Problemen, Sorgen und Ängsten mit sich, wenn sie und er ihr und sein Heimatland verlassen müssen. Insbesondere die Sorge um die Familie (Familienzusammenführungen), gesundheitliche Probleme, Geldnöte, verschiedene Zugangsschwierigkeiten zu Angeboten und noch weitere mehr. Es ist schwierig bis unmöglich auf jedes einzelne Problem adäquat zu reagieren, dennoch sollten in diesem Arbeitsfeld Tätige berücksichtigen, dass die Betroffenen ihre Last jeweils alleine tragen. 2. Wohnen und Lebensqualität: Wohnraum ist in unserer Stadt knapp und teuer. Für das ankommen benötigen Geflüchtete aber einen Ort, der so ein neues Zuhause werden kann. Hier sind vor allem Politik und Verwaltung gefragt, Wohnraum für alle zu schaffen. Weiterhin können Aufklärungs - und Informationsveranstaltungen dazu dienen, mehr Vermieterinnen und Vermieter dazu zu gewinnen, Wohnraum für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen. 3. Sprache: Angebote zum Spracherwerb können bis heute aufgrund verschiedener Aspekte nicht von allen aufgesucht werden . Zum Teil liegt dies an rechtl ichen Rahmenbedingungen, zum anderen an individuellen Zugangsschwierigkeiten. Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Der Spracherwerb ist einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Teilhabe, weswegen die verschiedenen Angebote weiter ausgebaut und Zugangsbedingungen für alle geschaffen werden sollten. Verschiedene Spracherwerbsformate wie bspw. das E-Learning sollten weiter ausgebaut und vermittelt werden. 4. Ausbildung, Arbeit und Beruf: Wir stehen vor der Herausforderung durch entsprechende Angebote und durch die Förderung der interkulturellen Öffnung im Ausbildungs- und Arbeitsbereich Geflüchteten die Chance auf ein selbstständiges Leben zu ermöglich en. Dabei müssen sowohl der Bedarf an Arbeitskräften als auch die mitgebrachten Fertigkeiten und Ressourcen gleichermaßen berücksichtigt werden. Gerade im Bereich der Integration können auch neue Berufsfelder entstehen. 5. Psychosoziale Betreuung und Begleitung : Psychische Belastungen und Traum ata brauchen eine kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum andauernde Betreuung und Begleitung. Der Aufbau eines flächendeckenden Angebots wird noch lange Zeit in Anspruch nehmen. Doch können niedrigschwellige Angebote wie bspw. auch der Aufbau von Gesprächsrunden und/oder Selbsthilfegruppen gefördert werden und Akteurinnen und Akteure hinsichtlich dieses Aspektes sensibilisiert und unterstützt werden. 6. Homophobie und Transphobie: Es gibt einen großen Bedarf an Aufklärungsarbeit und der Zurverfügungstellung von Informationsmaterial zu diesem Thema. Sowohl auf der Seite der Geflüchteten als auch auf Seiten der Mehrheitsbevölkerung, insbesondere bei den im Arbeitsfeld Flucht und Migration Tätigen. Einige Selbstorganisationen bieten Workshops und Material ien zur Information und Weiterarbeit an. D ies kann noch ausgebaut werden. Empowerment und Selbstorganisation 7. Menschen mit Flucht - und Migrationsgeschichte können am besten selbst darüber sprechen, wa s sie bewegt, was sie brauchen, wie sie leben möchten. Die Selbstorganisation von Geflüchteten und die bereits bestehenden Netzwerke sollten daher gefördert werden. Dies kann bspw. durch Workshops und die Zurverfügungstellung von Informationsmaterialien geschehen. Vor allem bedarf es an Aufklärungsarbeit in Bezug auf Teilhabemöglichkeiten, Methoden und Organisationsformen in Deutschland. Damit können Geflüchtete auch darin unterstützt werden, proaktiv aus der Rolle al s Hilfebedürftige rauszukommen - auch hier in Form von Workshops oder gezielten mehrsprachigen Veranstaltungen. Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse 8. Ergänzend zum ersten Punkt, sollten auch Informationen und Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um den neu in Köln lebenden Menschen deutlich zu machen, dass sie Teil der Stadtgesellschaft sein können, z.B. auch durch eigenes ehrenamtliches Engagement. 9. Durch die Förderung des Einsatzes von Sprach- und Kulturmittlern und die Vernetzung mit Unterkünften, Integrationskursträgern und Migrantenorganisationen, können mehr Menschen für Teilhabeprozesse gewonnen werden. 10. Die bestehenden, zum Teil losen Netzwerke und Gruppe n von Geflüchteten, können als Multiplikatoren gewonnen werden. Als ein großer Impuls könnte auch die Initiierung eines Parlaments von Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte, ähnlich wie Jugendparlamente, dienen. Empowerment und Selbstorganisation finden s ich ebenfalls in den ehrenamtlichen Unterstützungsstrukturen wieder. Auch hier gilt: Kein gutes Ehrenamt ohne Hauptamt: Engagierte benötigen Hilfestellungen, Informationen und Strukturen, die ggf. in schon bestehenden Organisationen vorhanden sind. So können ehrenamtliche Netzwerke durch Räumlichkeiten, Knowhow, Informationsweitergabe und Workshops unterstützt werden. Interkulturelle Öffnung der Institutionen und der Verwaltung 11. Gerade Geflüchtete sind mit viele n bürokratischen Hürden als auch Anforderungen konfrontiert. Institutionen und Verwaltungsorganisationen sollten hinsichtlich der Verwendung von mehrsprachigem Informationsmaterial und dem Einsatz von Sprach- und Kulturmittlern sensibilisiert werden. 12. Die Kommu nikation zwischen Mitarbeitenden von Institutionen und Verwaltungsorganisationen läuft nicht immer auf Augenhöhe. Hier könnten bspw. auch die Interkulturellen Zentren Workshops zu den Themen Interkulturelle Kompetenz und Kommunikation anbieten. 13. Eine inter kulturelle Ausrichtung in den Strukturen von Institutionen und Verwaltungseinrichtungen soll als Querschnittsaufgabe implementiert werden. Dazu müssen vor allem Entscheidungstragende gewonnen werden – denn die interkulturelle Öffnung ist eine strategische Aufgabe, die von der Leitungsebene getragen werden muss, um Auswirkungen im Arbeitsalltag und somit auch im Lebensalltag aller Beteiligten zu haben. Das bedeutet auch, dass d as Kommunale Integrationszentrum in der Arbeit an seiner Querschnittsaufgabe „Inte rkulturelle Öffnung der Verwaltung“ gestärkt werden muss. Die im Interkulturellen Maßnahmenprogramm dargestellten Maßnahmen zur Förderung der Interkulturellen Öffnung der Verwaltung müssen mit den notwendigen Ressourcen hinterlegt und von den verschiedenen Einheiten der Verwaltung umgesetzt werden. Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Aus der Konferenz ergeben sich diese Forderungen: Für die Wohnsituation: Ausbau des sozialen Wohnungsbaus für Alle Schnellere Vermittlung von Geflüchteten aus den Unterkünften in reguläre Wohnräume; damit verbunden: Personelle Aufstockung in der Verwaltung Für den Spracherwerb: Ausbau des Sprachkursangebotes und eine regelmäßig aktualisierte Übersicht über die Angebote Zugang zur sprachlichen Bildung sollte nicht vom Herkunftsland oder positiver Bleibeperspektive abhängen, denn von Bildung profitieren am Ende alle Finanzierung der Kinderbetreuung im Zusammenhang mit Sprachkursen Für die Teilhabe am Arbeitsmarkt: Klarheit für potenzielle Arbeitgeberinnen und in Bezug auf Arbeitserlaubnisse, Einstellungsmöglichkeiten von Menschen mit Fluchtgeschichte etc. Flexibilisierung der Verfahren zur Anerkennung von mitgebrachten Abschlüssen Ressourcenorientierte Vermittlung in Maßnahmen und Angeboten der beruflichen Bildung Für die psychosoziale und gesundheitliche Betreuung: Ausbau eines flächendeckenden Angebotes zur psychosozialen Beratung Für die Unterstützung des Ehrenamtes: Sicherung von Strukturen, um eine adäquate Begleitung und Koordination des Ehrenamtes zu ermöglichen. Gewinnung weiterer Freiwilliger für die Willkommenskultur bzw. die "Integrationskultur". Anerkennung des Ehrenamtes durch bspw. eine Sprechstunde für Ehrenamtliche, Ehrenamtskarte etc. Unterschiedliche Angebote für Menschen, die sich in der Willkommenskultur engagieren wollen, z.B. begleitete Patenschaften, Unterstützung der Selbstorganisation in einer Initiative, Vermittlung von ehrenamtlichen Dolmetscherinnen und Dolmetschern. Fort- und Weiterbi ldungen zu den Themenschwerpunkten (bspw. Hauptamt und Ehrenamt) für Mitarbeitende in Verwaltung, in Institutionen und Einrichtungen. Ansprache und Unterstützung von Geflüchteten, die sich in die Gesellschaft einbringen wollen, z.B. durch Beratung, Hilfe bei der Selbstorganisation, Vermittlung in unterschiedliche Engagementformen. Auswertung der Open-Space-Konferenz und ihrer Ergebnisse Als Grundsatz im Aufbau einer Stadtgesellschaft der Vielfalt muss gelten: Geflüchtete müssen angemessen an allen Prozessen beteiligt sein!
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5001/1 Vorlagen-Nummer 14.03.2017 0711/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 20.03.2017 Open-Space-Konferenz - Wir alle sind Stadtgesellschaft – Zusammenkommen, Verstehen, Gestalten „Wir alle sind Stadtgesellschaft – Zusammenkommen, Verstehen, Gestalten“ Auswertung der Ergebnisse der Open-Space-Konferenz am 30.09.2016 im Historischen Rathaus zu Köln Am 30.09.2016 fand in der Piazzetta des Historischen Rathauses die Konferenz „Wir alle sind Stadt- gesellschaft“ mit ca. 170 Teilnehmenden aus unterschiedlichen Institutionen, Vereinen, ehrenamtli- chen Initiativen und unter Beteiligung einer bemerkenswerten Zahl von Geflüchteten statt. Initiatoren und Organisatoren der Konferenz waren die Interkulturellen Zentren, die im Arbeitskreis der Interkul- turellen Zentren in Köln zusammengeschlossen sind. Ausgelöst durch den Anstieg der nach Köln kommenden Geflüchteten im Jahr 2015 entstand im Ar- beitskreis der Interkulturellen Zentren der Stadt Köln der Bedarf, sich einen Überblick über die aktuel- len Aktivitäten und Angebote der in diesem Bereich Tätigen in Köln zu verschaffen. Gleichzeitig be- stand die Einschätzung, dass bereits viele Akteure auf dem Feld der Arbeit mit Geflüchteten unter- wegs sind und es nicht das Ziel sein könne, dass die Zentren ebenfalls einen Platz in den Willkom- mensangeboten beanspruchen sollten. Vielmehr müsse es um eine mit anderen Akteuren abge- stimmte Verortung der Zentren im Prozess der langfristigen Integration gehen. Die Initiatoren (der AK der Interkulturellen Zentren und das KI-Köln) haben sich bewusst für die Kon- ferenzmethode „Open Space“ entschieden, weil dadurch die Möglichkeit besteht, mit sehr unter- schiedlichen Akteuren über die vielfältigen und vielschichtigen Themenfelder ins Gespräch zu kom- men, voneinander zu lernen, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und dass Teilnehmende sich als Gestaltende der Stadtgesellschaft wahrnehmen. An der Konzipierung der Veranstaltung waren be- reits drei junge Geflüchtete beteiligt. Die Initiatoren haben mit ihrem Vorhaben Neuland betreten. Die Erfahrungen mit der Methode Open- Space und mit dem Anliegen der breiten Beteiligung von Aktiven, Ehrenamtlern und Geflüchteten wurde in der Auswertung konstruktiv-kritisch beleuchtet. In diesem Sinne war die Konferenz Teil eines Lernprozesses, der Mut machen soll, Beteiligung ganz praktisch zu wagen und daraus zu lernen. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt im ersten Teil die Besonderheiten einer multisprachlichen und interkulturellen Veranstaltung auf und bündelt im zweiten Teil die inhaltlichen Fragestellungen, Wün- sche und Forderungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz, die am Ende des Papier noch einmal zusammengefasst sind. Dieser Prozess wurde vom KI intensiv fachlich begleitet. Der AK der Interkulturellen Zentren hat sich darauf geeinigt, im laufenden Jahr das Thema der Parti- zipation zu seinem Schwerpunkt zu machen. In diesem Zusammenhang sollen einerseits die Kultur und Formen der Beteiligung in Communitys der Migranten gestärkt und weiterentwickelt und anderer- seits die Möglichkeiten der demokratischen Beteiligung im Wahljahr verdeutlicht werden. Anlagen 2 Auswertung der Konferenz Eine Dokumentation der Konferenz ist im Netz unter http://ki- koeln.de/assets/Uploads/pdf/Interkulturelle-Zentren/Doku-OSK-Stadtgesellschaft.pdf zu finden. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0711/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 14.03.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27