Mandari Insight

1348/2024

Handlungsempfehlung für die Lerschstraße in Köln-Weiden

Beschlussvorlage Bezirksvertretung 29.05.2024

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Bezirksvertretung 3 (Lindenthal), Sitzung am 17.06.2024, TOP 9.1.2

Gutachten zu Lersch vom Historischen Beirat

· application/pdf

Ansehen

Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung

· application/pdf

Ansehen

Gutachten Adele Gerhard anonymisiert

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage Bezirksvertretung

· application/pdf

Ansehen

Gutachten zu Lersch vom Historischen Beirat

5772 Zeichen

Stellungnahme zu Heinrich Lersch in Köln-Weiden laut Beschluss Historischer Beirat,  
24. Januar 2023 
 
Die Benennung der Lerschstraße in Köln-Weiden erfolgte am 30. März 1937 (Schünemann-Steffen, 3. 
Aufl., 510). Weiden war damals Ortsteil der Bürgermeisterei Lövenich. Die Benennung erfolgte in 
Erinnerung an den Dichter Heinrich Lersch (12. September 1889 – 18. Juni 1936). Ähnliche 
Benennungen aus anderen Städten sind bekannt. Die Benennung erfolgte in der Zeit des NS -Staates 
und ist im Rahmen der damals verbreiteten Verherrlichung von Personen, die dem NS -Staat dienten 
und diesen in Wort und Bild unterstützten, einzuordnen.  
 
Das Verhalten von Heinrich Lersch in der Zeit des NS-Staates zeugt von einer vollständigen 
Unterstützung der damals bekannten Ziele der NSDAP, die die Führung eines Angriffskrieges, die 
Vernichtung der europäischen Juden, die Verfolgung Andersdenkender und die vollst ändige 
Durchdringung der Gesellschaft mit der nationalsozialistischen Ideologie implizierten. Insbesondere 
Lerschs Äußerungen über Adolf Hitler zeugen von einer inneren Überzeugung, wie sie angeblich 
kritisch denkende Menschen nicht an den Tag gelegt hätten. Ich verweise besonders auf die 
Internetseite der Stadt Münster, die anlässlich einer dortigen Diskussion Auszüge aus mehreren 
Briefen von Lersch veröffentlicht hat: https://www.muenster.de/stadt/strassennamen/heinrich- lersch-
weg.html. In Münster wurde der Weg zwar nicht umbenannt, aber zum Zeitpunkt des Beschlusses war 
den dortigen Gremien nicht bekannt, dass Heinrich Lersch am 1. August 1935 Mitglied der NSDAP 
wurde (Mitgliedsnummer 3.701.750). Die entsprechende Karteikarte ist auf der Internetseite der  Stadt 
Münster veröffentlicht (Stand 26. Januar 2023). Nicht thematisiert wird dort, dass die Aufnahme in die 
Zeit der Aufnahmesperre fiel, die am 19. April 1933 verhängt, 1937 gelockert und erst 1939 
aufgehoben wurde. Ebenso wird dort nicht thematisiert, warum ein 45jähriger Dichter 1934 Mitglied 
der Hitler-Jugend werden konnte, obwohl er nicht zur Zielgruppe gehörte. D. h., dass Lersch aufgrund 
seiner mehrfach öffentlich geäußerten Unterstützung für Hitler und die NSDAP bei dieser eine 
besondere Wertschätzung genoss. Ob dies der Dank für das „Treuegelöbnis“, das er mit 87 anderen 
Schriftstellern im Oktober 1933 unterschrieb, oder für seine Reden vor der HJ war, bleibt dahingestellt. 
Fest steht, dass er in der Zeit des NS-Staats eine innere Haltung entwickelte, die den 
Nationalsozialismus vollständig bejahte. Er hat dies in zahllosen Reden, u. a. vor jungen Menschen, 
die Mitglied der Hitler-Jugend (HJ) waren, und die damit im nationalsozialistischen Sinne erzogen 
werden sollten, bewiesen. Die HJ- und NSDAP-Verantwortlichen hätten niemals einen Schriftsteller 
vor Jugendlichen reden lassen, von dessen absoluter Unterstützung des Nationalsozialismus sie nicht 
hundertprozentig überzeugt gewesen wären. Gerade in dieser Zeit kam es den Nationalsozialisten 
darauf an, insbesondere die Jugend in ihrem Sinne demagogisch zu beeinflussen.  
 
In einer überlieferten Rede vor Arbeitern lobte Lersch 1934 Hitler und erhob ihn auf eine Ebene des 
über allem stehenden Menschen, der in Augen Lerschs das deutsche Volk aus der Sklaverei geführt 
habe: „Ehe Adolf Hitler kam, waren wir nicht bloß Menschen im Eisen, da waren wir Knechte und 
Sklaven im Eisen.“ (https://www.muenster.de/stadt/strassennamen/pdf/lersch_rede-zu-ehren-des-
fuehrers1934.pdf) „Und uns, den Menschen im Eisen, hat er zu Deutschen befreit.“ Dabei unterstellte 
sich Lersch dem „Führerwillen“ und fordere seine Zuhörer auf, sich ebenfalls dem Diktator zu 
unterwerfen: „Er [Hitler] gab uns sein Wort: aufbrach das große Volk der Deutschen in die Richtung 
seines Willens. Seine Führerhände weisen uns in das Land des Nationalsozialismus. … Und so 
entbieten wir ihm, dem Führer, das einzige Geschenk, das seiner Tat würdig ist: uns selbst!“ (ebda.). 
Lersch war eindeutig ein Vertreter der von Joseph Goebbels gelenkten NS-Propaganda. 
 
Lerschs Haltung vor der Zeit des Nationalsozialismus ist für die Bewertung seiner Person im Rahmen 
einer Straßenbenennung irrelevant, weil er sich selbst als Nationalsozialist verstand und öffentlich so 
agierte. Bei Diskussionen über Straßenbenennungen nach ihm wird von Befürwortern der 
Beibehaltung vorgehalten, sein Tod in der Zeit des NS-Staates hätte ihm keine Möglichkeit gegeben,

2 
 
sich von dem Unrechtsregime zu distanzieren. Dies ist eine Schutzbehauptung. Eine Distanzierung 
hätte nicht seine Agitation und seine völlige Unterwerfung im Nachhinein aufheben können. Zudem ist 
eine Distanzierung ex post auch keine Möglichkeit, Unrecht in Recht umzuwandeln. Generell ist eine 
Mitgliedschaft in der NSDAP nicht vereinbar mit der Ehrung, eine Straße benannt zu bekommen. Der 
Eintritt geschah immer freiwillig. Bei Lersch kommt hinzu, dass er zum glühenden Nationalsozialisten 
wurde und dies in Wort und Stimme auch selbst bekundete. Von einer Vereinnahmung kann keine 
Rede sein, erst recht nicht von einem äußeren Zwang. Lersch wurde zudem in einer Zeit 
aufgenommen, in der ein Aufnahmestopp herrschte. Dies zeugt ebenfalls von einer besonderen 
Wertschätzung der NSDAP-Verantwortlichen für ihn und von einer besonderen Identifikation durch 
ihn. 
 
Ich schließe mich ausdrücklich der Stellungnahme des NS-Dok vom 13. Juni 2018 an, die Straße in 
Köln-Weiden umzubenennen. Zudem verweise ich auf die erfolgte Umbenennung im Stadtbezirk Kalk 
hin. Die BV hat 2019 beschlossen, die „Heinrich-Lersch-Straße“ in Köln-Neubrück umzubenennen: 
Dies ist inzwischen erfolgt. Es stünde den politischen Gremien gut an, innerhalb der Stadt Köln die 
gleichen Maßstäbe anzulegen.  
 
 
26. Januar 2023 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dr. Ulrich S. Soénius

Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung

1339 Zeichen

Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung 
Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung für Gremien, auf die die 
Leitlinien Öffentlichkeitsbeteiligung Anwendung finden, beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei 
Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. 
 
Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen. 
Gemäß der Leitlinien für Öffentlichkeitsbeteiligung wird die Planung eines Beteiligungsverfahrens in 
einem Beteiligungskonzept beschrieben. Bei kleineren ggf. auch standardisierten Verfahren, ist das 
Beteiligungskonzept möglichst knapp aber aussagekräftig zu verfassen.  
Bitte wählen Sie aus: 
- Das Beteiligungskonzept wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. 
Erläutern Sie bitte in maximal zwei Sätzen: Was soll mit der Öffentlichkeitsbeteiligung erreicht 
werden (ggf. mit Informationen zu Zielgruppen(n) und geplantem Vorgehen)? 
Eine Öffentlichkeitsbeteiligung kann erfolgen, um bei Umbenennung der Lerschstraße die 
Anwohner*innen zur Findung eines neuen Namen einzubinden. 
 
 
Kontakt 
OB/2 Referat für Strategische Steuerung 
Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung 
Brückenstraße 5-11 
50667 Köln 
Telefon: 0221 – 221 25044 
E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de 
Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung

Gutachten Adele Gerhard anonymisiert

2271 Zeichen

4520            03.04.2024  
 
 
235/1  
 
Benennung einer Straße nach Adele Gerhard  
 
Sehr geehrte Frau ,  
 
mit Ihrer Anfrage vom 5. Januar 2024 erbaten Sie eine Begutachtung zu Adele 
Gerhard, nach der die bisherige Lerschstraße in Köln-Lindenthal benannt werden 
soll. Diese darf ich hiermit vorlegen:  
Das Gutachten beruht auf Rechercheanfragen beim Bundesarchiv Berlin, beim 
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen sowie auf Recherchen in den Beständen des NS-
Dokumentationszentrums und in allgemeinen Wissensbeständen. Ausweislich der 
Antwort des Bundesarchivs liegt dort zu Adele Gerhard lediglich ein Eintrag in der 
Kartei der Reichskulturkammer vor, der zu Adele Gerhard den Vermerk „Jüdin“ 
enthält. Weitere Funde ergaben sich bei den hier geprüften Archiven nicht.  
Adele Gerhard, geb. Adele de Jonge, wurde am 8. Juni 1868 in Köln geboren und 
verstarb am 10. Mai 1956 ebenda. Sie war die Tochter des jüdischen Kaufmanns 
Adolph de Jonge und seiner Frau Caroline. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte 
Gerhard in Köln und besuchte hier eine höhere Mädchenschule. 1889 heiratete sie 
den evangelischen Juristen Stephan Gerhard und zog nach Berlin, wo sie 1891 eine 
Tochter (Melitta) und 1896 einen Sohn (Dietrich) bekam.  
In Berlin knüpfte Adele Gerhard Kontakte zur Arbeiter- und Frauenbewegung und 
engagierte sich für die Genossenschaftsidee; sie war Gründungsmitglied der 
„Gesellschaft für ethische Kultur“ unter Vorsitz von Wilhelm Förster. Neben Schriften 
zur Genossenschaftsfrage und zur Berufstätigkeit von Müttern veröffentlichte Adele 
Gerhard seit den 1890er Jahren belletristische Werke – ab 1901 war sie 
überwiegend schriftstellerisch tätig. Mit Beginn des Dritten Reichs war Gerhard, 
obwohl sie 1911 mit ihren Kindern zum Protestantismus konvertiert war, der NS-
Repression gegen Jüdinnen und Juden ausgesetzt. Nachdem ihr Mann 1936 
gestorben war, folgte sie ihren Kindern 1938 ins amerikanische Exil. Dort entstanden 
weitere Werke, die unveröffentlicht blieben.  
Adele Gerhard kehrte 1955 nach Köln zurück. Sie verstarb im Alter von 87 Jahren in 
ihrer Wohnung in Köln-Nippes.  
Das NS-Dokumentationszentrum befürwortet das Vorhaben, die bisherige 
Lerschstraße nach Adele Gerhard zu benennen.  
 
Mit freundlichen Grüßen  
Im Auftrag

Beschlussvorlage Bezirksvertretung

6427 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VIII/23/235/1 
 
Vorlagen-Nummer 
 1348/2024 
Freigabedatum 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Handlungsempfehlung für die Lerschstraße in Köln-Weiden  
Beschlussorgan 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Die Bezirksvertretung Lindenthal nimmt das Gutachten des Historischen Beirats sowie die Er-
gebnisse aus der Anwohner*innenbefragung zur Kenntnis und beschließt die Umbenennung 
der Lerschstraße in Adele-Gerhard-Straße. 
Alternativ: 
Die Bezirksvertretung Lindenthal nimmt das Gutachten des Historischen Beirats sowie die Er-
gebnisse aus der Anwohner*innenbefragung zur Kenntnis und beschließt eine Öffentlichkeits-
beteiligung zur Namensfindung. 
Alternativ: 
Die Bezirksvertretung Lindenthal nimmt das Gutachten des Historischen Beirats sowie die Er-
gebnisse aus der Anwohner*innenbefragung zur Kenntnis und beschließt, den Umbenen-
nungsprozess zu stoppen. 
 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 17.06.2024

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
In ihrer Sitzung vom 05.06.2023 hat die Bezirksvertretung Lindenthal die Mitteilung der Ver-
waltung mit der Vorlagennummer 1559/2023 zum Projekt „Überprüfung der Kölner Straßenna-
men auf Zusammenhänge mit Kolonialismus oder Nationalsozialismus" und die Handlungs-
empfehlung vom Historischen Beirat für die Lerschstraße in Köln-Weiden zur Kenntnis ge-
nommen und in ihrer Sitzung vom 04.12.2023 die Verwaltung beauftragt, eine Anwohner*in-
nenbefragung durchzuführen. Die Bezirksvertretung Lindenthal hat eine Benennung nach 
Adele Gerhard empfohlen. 
a) Ausgangslage 
2021 hat der Verwaltungsvorstand das Projekt „Umgang mit dem (post)-kolonialen Erbe 
Kölns“ im Amt für Integration und Vielfalt initiiert.  
In einem Teilprojekt „Straßennamen“ im Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster 
wurde ein Konzept zur Untersuchung aller Kölner Straßennamen mit postkolonialem und nati-
onalsozialistischem Hintergrund erarbeitet mit dem Ziel, kritische und undemokratische Stra-
ßennamen zu identifizieren und den zuständigen Bezirksvertretungen Handlungsempfehlun-
gen zum Umgang mit diesen problematischen Straßennamen zu übermitteln. Die Recherche 
und Begutachtung wurde durch einen eigens hierfür gegründeten Historischen Beirat, beste-
hend aus einem Historiker*innenteam mit nachgewiesener Fach- und Sachkompetenz, durch-
geführt. 
Der Historische Beirat hat in seinem Gutachten die nationalsozialistische Unterstützung Hein-
rich Lerschs festgestellt. Der Beirat schließt sich außerdem ausdrücklich der Stellungnahme 
des NS-Dokumentationszentrum vom 13. Juni 2018 an und weist auf die erfolgte Umbenen-
nung der „Heinrich-Lersch-Straße“ im Stadtbezirk Kalk hin. Er empfiehlt den politischen Gre-
mien, innerhalb der Stadt Köln die gleichen Maßstäbe anzulegen. 
Das gesamte Gutachten ist als Beilage beigefügt. 
 
b) Erkenntnisse aus der Anwohner*innenbefragung 
Wenn das Anliegen besteht, eine Straße umzubenennen, hat gemäß Punkt 4.4 der Richtlinien 
des Rates der Stadt Köln für die Neu- und Umbenennung von Straßen und Plätzen eine Be-
fragung der Anwohner*innen sowie Anliegenden der Straße zu erfolgen. 
Zur Durchführung der Befragung wurden 47 Anwohner*innen und Gewerbetreibende der 
Lerschstraße persönlich angeschrieben.  
3 Schreiben konnten nicht zugestellt werden. Die Adressaten waren nicht zu ermitteln oder 
waren verzogen. 
Von den verbleibenden 44 zugestellten Umfragen, gingen insgesamt 26 Stellungnahmen frist-
gemäß bis 31.03.2024 bei der Verwaltung ein. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 59,09 
%. 10 Rückmeldungen gingen per Mail, 16 per Post ein. 1 Stellungnahme ging verfristet bei

3 
der Verwaltung ein und konnte nicht berücksichtigt werden.  
5 der 26 Stellungnahmen sprechen sich für eine Umbenennung aus. Dies entspricht 19,23 % 
aller Rückläufe. 80,77 % der Rückläufe – 21 von 26 Stellungnahmen – stimmen gegen eine 
Umbenennung.  
 
Die Auswertung der Stellungnahmen hat in der Hauptsache folgende Punkte ergeben: 
Zur Umbenennung: 
Die häufigsten Argumente der Umbenennungsgegner*innen beziehen sich auf die Person 
„Heinrich Lersch“. Er bzw. seine Taten werden zu unbedeutend erachtet. Er wird als „Kind sei-
ner Zeit“ gesehen. 
Auch der Verwaltungsaufwand für die Betroffenen einer Straßenumbenennung sowie die ent-
stehenden Kosten werden von den Anwohner*innen sehr hoch eingeschätzt und führen zur 
Ablehnung einer Umbenennung. 
Einige Befragte sehen keinen Nutzen in einer Umbenennung und es wird vorgeschlagen, vor-
handenen Ressourcen anderweitig einzusetzen. 
Zum Namensvorschlag „Adele Gerhard“: 
Nahezu alle eingehenden Rückmeldungen zum Vorschlag „Adele Gerhard“ sprechen sich ge-
gen diesen Namen aus. Hauptargument ist die Länge des Namens.  
Einige Personen empfinden die Person „Adele Gerhard“ zu unbedeutend für eine Straßeneh-
rung. 
Oft wird eine Einbindung der Anwohner*innen zur Namensfindung gefordert. Einige alternative 
Namensvorschläge gingen bei der Verwaltung ein.  
 
c) Maßnahmen  
Gemäß Punkt 3.2.4 der Richtlinien des Rates der Stadt Köln für die Neu- und Umbenennung 
von Straßen und Plätzen muss bei einer Benennung nach Personen deren Geschichtsbild ab-
geklärt sein. Die Verwaltung hat die Vitae-Prüfung von Adele Gerhard durchgeführt. Das vom 
NS-Dokumentationszentrum erstellte Gutachten ist als Anlage beigefügt. Das NS-Dokumenta-
tionszentrum befürwortet das Vorhaben, die bisherige Lerschstraße nach Adele Gerhard zu 
benennen. 
Aus den Rückmeldungen der Anwohner*innenbefragung geht hervor, dass der Name „Adele 
Gerhard“ bei ihnen nicht auf Zustimmung stößt. Die Bezirksvertretung hat die Möglichkeit, die 
Verwaltung mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung zwecks Namensfindung zu beauftragen. Hierzu 
wird auf dem Beteiligungsportal der Stadt Köln (meinungfuer.koeln) ein Online-Dialog durch-
geführt, in dem Ideen für einen neuen Straßennamen eingereicht werden können. Die einge-
reichten Vorschläge werden anschließend durch die Verwaltung geprüft und der Bezirksver-
tretung Lindenthal in einer Beschlussvorlage zur Entscheidung vorgelegt. 
Die Bezirksvertretung entscheidet abschließend über den neuen Straßennamen. 
 
Anlagen 
Gutachten zu Lersch vom Historischen Beirat 
Gutachten zu Adele Gerhard vom NS-Dokumentationszentrum

Beratungsverlauf (1)

17.06.2024 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 9.1.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1348/2024
Typ
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
Datum
29.05.2024
Erstellt
18.04.2024 15:05