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V/0703/2022

Einrichtung eines Gesundheitskiosks und einer Gesundheitsleeze "Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der SPD-Fraktion und der Ratsgruppe Volt an den Rat Nr. A-R/0028/2022

Vorlagen 02.11.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung, Sitzung am 23.11.2022, TOP 9

a-r-0028-2022-GrüneSPDVolt-Gesundheitskiosk_05.05.2022_

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a-r-0028-2022-GrüneSPDVolt-Gesundheitskiosk_05.05.2022_

7342 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0028/2022 
 
 
 
 
 
 
 
Münster, 05.05.2022 
 
 
 
Antrag an den Rat 
 
Gesundheit für Alle – der Gesundheitskiosk und die Gesundheitsleeze 
für Münster 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1.) Die Verwaltung wird beauftragt, die Einrichtung eines Gesundheitskioskes in 
Verbindung mit einer Gesundheitsleeze zu prüfen.  
 
2.) In enger Abstimmung mit den Kliniken in Münster, den Ärztenetzwerken und 
unter Einbeziehung weiterer Akteure aus dem Gesundheits- und dem sozialen 
Bereich sowie den in Münster ansässigen Krankenkassen und der 
Kassenärztlichen Vereinigung (KV) soll ein entsprechender Konzeptentwurf 
entwickelt und die entstehenden Kosten dargestellt werden.  
 
3.) Zur Finanzierung soll die Einbeziehung der Kassen und Träger gesundheitlicher 
Einrichtungen angestrebt werden. 
 
4.) Die Verwaltung berichtet im 4. Quartal 2022 über den Stand der Planungen. 
 
Begründung: 
Warum ein Gesundheitskiosk notwendig ist: 
Es ist oft nicht einfach, als Lai*in einen ärztlichen Befundbericht korrekt zu verstehen. 
Dies stellt allzu oft viele Menschen vor Probleme, den Therapieplan zu befolgen, wenn 
sie diesen nicht in vollem Umfang verstehen. Menschen, insbesondere die, die aufgrund 
ihrer Migrationsgeschichte und -biografie kein bzw. nur wenig Deutsch verstehen oder 
sprechen, haben hierdurch einen erschwerten Zugang zu unserem Gesundheitssystem.  
Auch für Menschen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, stellt sich 
dieses Problem, unabhängig vom Bildungsgrad. Folge ist nicht selten, dass der von 
Ärzt*in und Patient*in gewünschte Behandlungserfolg ausbleibt und die Patient*innen 
erneut bei den Ärzt*innen vorstellig werden. Hierdurch werden die ohnehin schon stark

2 
 
überlasteten Sprechstunden – insbesondere der Hausärzt*innen – häufiger besucht, als 
dies eigentlich notwendig ist. Auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser in Münster 
werden oft als Anlaufstelle genutzt, obwohl kein medizinischer Notfall vorliegt. 
 
Aufgaben eines Gesundheitskiosks: 
Der Gesundheitskiosk stellt eine niedrigschwellige und unterstützende Gesundheits-
institution dar, die die Menschen vor Ort in der jeweiligen Muttersprache bei 
Gesundheits- und Versorgungsfragen berät und schult. Der Gesundheitskiosk bildet 
somit eine wichtige organisatorische Schnittstelle zwischen der medizinischen 
Versorgung und dem Sozialraum. Der Begriff Kiosk eignet sich dabei besonders, um das 
Konzept für viele Sprachen verständlich auf den Punkt zu bringen. So ist ein Kiosk ist im 
deutschen, englischen, französischen, türkischen sowie persischen Sprachraum als 
Anlaufpunkt für informative Angebote und Dienstleistungen bekannt. Um die 
Mehrsprachlichkeit als Stärke des Gesundheitskioskes zu gewährleisten, wird bei den 
Einstellungsverfahren besonderes Gewicht auf fremdsprachliche sowie kulturelle 
Kompetenzen zu legen sein. Daneben sollten die Gesundheitsberater*innen durch eine 
Berufsausbildung bzw. Berufserfahrung in medizinischen bzw. pflegenden Berufen die 
fachliche Kompetenz mitbringen. 
Im Gesundheitskiosk helfen Gesundheitsberater*innen den Kund*innen – nach 
Möglichkeit in deren Muttersprache - bei der Vor- und Nachbereitung der Arztbesuche, 
indem Befunde und Therapien besprochen und erklärt werden. Erfolgt eine Überweisung 
an Fachärzt*innen, helfen die Gesundheitsberater*innen bei der Suche. Bei speziellen 
Fragen zu Medikamenten kann an umliegende Apotheken verwiesen werden. 
Allgemeine Kurse zu gesunder Ernährung oder zur Rauchentwöhnung können direkt im 
Kiosk veranstaltet werden, oder es erfolgt eine Vermittlung in Angebote z.B. der 
Volkshochschule oder freier Träger, die in diesem Gebiet tätig sind. 
 
Barrierefrei und niedrigschwellig: 
Der Gesundheitskiosk soll von Anfang an auch inklusiv ausgereichtet sein. Deshalb 
muss die Immobilie, in welcher der Gesundheitskiosk eingerichtet wird, barrierefrei 
zugänglich sein. Wichtig für das Konzept ist ein niedrigschwelliger Zugang.  
Ergänzend zu den medizinischen und gesundheitlichen Angeboten in zentraler Lage und 
den Stadtbezirken sollen die Ortsteile durch das mobile aufsuchende Angebot der 
“Gesundheitsleeze” angebunden werden. Hierzu sollte bspw. mit einem 
Fahrradanhänger auf das Angebot des Gesundheitskiosk u.a. auf den lokalen 
Wochenmärkten in den Stadtteilen aufmerksam gemacht werden. Kleinere Anfragen 
können direkt vor Ort geklärt werden. Bei aufwändigeren Fragen wird ein Termin im 
Gesundheitskiosk vereinbart. 
Dieses zusätzliche Angebot soll verstärkt, aber nicht ausschließlich, in den Stadtteilen 
angeboten werden, in denen viele Menschen mit Migrationsgeschichte wohnen. Eine 
Einbindung in das Projekt der “Sozialen Stadt” wie auch bei anderen Stadtteil- und 
Quartiersprojekten wäre zu begrüßen. 
 
Finanzierung und Kooperationen:

3 
 
Zur Finanzierung soll das Gespräch mit den in Münster ansässigen Krankenkassen, 
Kliniken sowie Ärztenetzwerke, Arztpraxen gesucht, sowie weitere Fördermöglichkeiten 
genutzt werden. Insbesondere die Techniker Krankenkasse bietet sich als 
Gesprächspartnerin an, da sie mit der Einführung der e-Gesundheitskarte in Münster die 
Versorgung der meisten Geflüchteten übernommen hat. Durch den Gesundheitskiosk 
werden die Arztpraxen und die Notaufnahmen der Kliniken sowie mittelbar die 
Krankenkassen durch die Reduzierung unnötiger Arztbesuche entlastet.  
Zudem verbessern der Gesundheitskiosk und die Gesundheitsleeze den 
Gesundheitszustand der Kund*innen, sodass die Krankenkassen auch bei zukünftigen 
Aufwendungen Einsparungen erzielen. Langfristig wird eine vollständige 
Gegenfinanzierung durch das sog. “shared savings”-Modell angestrebt. Zudem gilt es 
den Gesundheitskiosks in ein umfangreiches Netzwerk von Einrichtungen und Akteuren 
des örtlichen Gesundheitswesens einzubinden. 
 
Vorbild und weitere Entwicklungen: 
Das Konzept des Gesundheitskiosks wird seit 2020 in dem Hamburger Bezirk 
Billstedt/Horn erprobt. Hier ist der erste Gesundheitskiosk Deutschlands an den Start 
gegangen. In weniger als einem Jahr wurden bereits mehr als 3.000 45-minütige 
Beratungstermine durchgeführt. Beratungen werden in fünf Fremdsprachen sowie auf 
Deutsch durchgeführt. Zuvor wurde bereits ein patientenorientiertes und 
sektorenübergreifendes Gesundheitsnetzwerk aufgebaut. Mit dem Projekt INVEST, das 
durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wurde, 
startete 2017 in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn der Aufbau eines 
regionalen, integrierten Gesundheitsnetzwerks, das den Fokus auf Prävention, 
Gesundheitsförderung und -erhaltung richtet. Einen Schwerpunkt bildet dabei der 
Gesundheitskiosk. Die Wirksamkeit dieses niedrigschwelligen Angebotes wurde zudem 
wissenschaftlich bestätigt.  
Nach diesem Hamburger Vorbild wurde nun kürzlich auch im Essener Norden ein 
Gesundheitskiosk eröffnet. In weiteren Städten ist die Einrichtung eines 
Gesundheitskiosk angedacht oder in Planung. 
In Münster hat die Ratskoalition aus GRÜNEN, SPD und VOLT vereinbart, 
„zielgruppenspezifische und aufsuchende Hilfen auszubauen. Hierzu gehören auch das 
Projekt „Gesundheitskiosk“ sowie Gesundheits- und Pflegenetzwerke in den Stadtteilen“. 
 
 
gez.    gez.    gez. 
Sylvia Rietenberg   Marius Herwig  Helene Goldbeck 
Harald Wölter   Maria Winkel   Tim Pasch 
und Fraktion   und Fraktion

Berichtsvorlage

3532 Zeichen

V/0703/2022 
V/0703/2022 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Einrichtung eines Gesundheitskiosks und einer Gesundheitsleeze "Antrag der Fraktion Bündnis 
90/Die Grünen/GAL, der SPD-Fraktion und der Ratsgruppe Volt an den Rat Nr. A-R/0028/2022 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   23.11.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und  
Arbeitsförderung 
Bericht 
 
 
Bericht: 
Am 05.05.2022 stellten die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, die SPD-Fraktion und die Rats-
gruppe Volt folgenden Antrag an den Rat (A-R/0028/2022): 
 
„Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt, die Einrichtung eines Gesundheitskiosks in Verbindung mit ei-
ner Gesundheitsleeze zu prüfen. 
2. In enger Abstimmung mit den Kliniken in Münster, den Ärztenetzwerken und unter Einbezie-
hung weiterer Akteure aus dem Gesundheits- und dem sozialen Bereich sowie den in Münster 
ansässigen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) soll ein entsprechen-
der Konzeptentwurf entwickelt und die entstehenden Kosten dargestellt werden. 
3. Zur Finanzierung soll die Einbeziehung der Kassen und Träger gesundheitlicher Einrichtungen 
angestrebt werden. 
4. Die Verwaltung berichtet im 4. Quartal 2022 über den Stand der Planungen.“ 
 
Die Verwaltung kommt hiermit der Forderung unter Punkt 4 des Antrages nach und berichtet über den 
Stand der Planungen. 
Das Ziel einer Gesetzesinitiative von Bundesg esundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach ist der 
deutschlandweite Aufbau von neuen Beratungsangeboten für Patientinnen und Patienten in sozial 
benachteiligten Regionen. 
 
Entsprechende Eckpunkte liegen vor, die gesetzlichen Regelungen sollen zeitnah fol gen. Danach 
sollen langfristig 1.000 Gesundheitskioske bundesweit aufgebaut werden. Initiiert werden sollen die 
Anlaufstellen von den Kommunen, finanziert mehrheitlich von den gesetzlichen und privaten Kran-
kenversicherungen, die Kommunen beteiligen sich. Hauptaufgabe der Kioske ist es, den Zugang zur 
Versorgung der Patientinnen und Patienten mit besonderem Unterstützungsbedarf zu verbessern und 
die Versorgung zu koordinieren. 
Gesundheits- und 
Veterinäramt 
 
03.11.2022  
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Herr Dr. Schulze Kalthoff  
Telefon: 492-5300 
SchulzeKalthoff@stadt-
muenster.de

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V/0703/2022 
 
Ähnliches fordern die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, die SPD-Fraktion und die Ratsgruppe 
Volt in Ihrem Antrag an den Rat vom 05.05.2022 (A-R/0028/2022). 
Im September 2022 wurde öffentlich, dass sich drei Krankenkassen aus der Finanzierung des Ge-
sundheitskiosks im Hamburg-Billstedt (bundesweit erster und bisher hochgelobter Gesundheitskiosk) 
mit der Begründung zurückziehen, dass «angesichts der sehr prekären Finanzentwicklung der GKV 
ab dem kommenden Jahr derart teure und mitunter redundante Leistungsangebote nicht realisierbar 
seien. Es ist sinnvoller, bestehende Strukturen für u nsere Versicherten besser zu vernetzen und 
Doppelstrukturen zu vermeiden.» (dpa/upday) Vor diesem Hintergrund scheint auch die im Antrag 
gewünschte Zusammenarbeit mit den Krankenkassen in der derzeitigen Situation n ur schwer um-
setzbar. 
Da die gesetzlichen Vorgaben des Bundes die Handlungsfreiheit bei der möglichen Einrichtung eines 
Gesundheitskiosks einschränken werden, sollte die bundesgesetzliche Regelung zunächst abgewar-
tet werden. Anschließend wird die Verwaltung das Thema wieder aufgreifen. 
 
 
in Vertretung 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlagen: Antrag an den Rat Nr. A-R/0028/2022

Anlage A

1873 Zeichen

Anlage A zur V/0703/2022 
Kurzüberblick 
Mit Antrag an den Rat Nr. A-R/0028/2022 wurde die Verwaltung beauftragt, die Einrichtung eines 
Gesundheitskiosks und einer Gesundheitsleeze für Münster zu prüfen. Da die angekündigten 
gesetzlichen Vorgaben des Bundes die Handlungsfreiheit bei der möglichen Einrichtung eines 
Gesundheitskiosks einschränken werden, sollte die bundesgesetzliche Regelung zunächst abge-
wartet werden. Anschließend wird die Verwaltung das Thema wieder aufgreifen. 
 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Ziel dieser Vorlage ist die Information der Politik als Antragstellerin darüber, warum die Erledi-
gung des Antrages sich verzögern wird. 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienste 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja X Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2022 enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2023 enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja X Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja X Nein   
Nicht relevant 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
X vollständig 
freiwillig 
 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Die mögliche Einrichtung von Gesundheitskiosken und –leezen soll dem Ziel dienen, das in einer 
Gesetzesinitiative von Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach genannt wird: der 
deutschlandweite Aufbau von neuen Beratungsangeboten für Patientinnen und Patienten in sozial 
benachteiligten Regionen. Insofern wird eine Umsetzung des Antrages – wenn es die angekün-
digten bundesgesetzlichen Neuregelungen zulassen – die Querschnittsthemen Demographie, 
Gleichstellung, Inklusion und Migration betreffen.

Beratungsverlauf (1)

23.11.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0703/2022
Typ
Vorlagen
Datum
02.11.2022
Erstellt
02.11.2022 09:21