SV-2010/0012
Antrag der Fraktionen SPD und FDP vom 23.02.2010 betr. Georg-Büchner-Gedenkjahre 2012-2013
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SV-2010/0012
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Vorlage-Nr. SV-2010/0012
Antrag der Fraktionen SPD und FDP vom 23.02.2010 betr. Georg-Büchner-
Gedenkjahre 2012-2013
23. Februar 2010
Gemeinsamer Antrag der Fraktionen FDP und SPD betr. Georg-Büchner-Gedenkjahre 2012-
2013
Vorbemerkung:
Georg Büchner ist am 17. Oktober 1813 in Goddelau geboren, damit ist das Jahr 2013 das Jahr des
Gedenkens an seinen 200. Geburtstag. Sein Todestag ist der 19. Februar 1837, somit jährt sich
dieser Tag zum 175. Mal im Jahr 2012. Diese Daten sind wichtige Gedenkanlässe an diesen
bedeutenden Dichter, Naturwissenschaftler und politischen Kopf der hessischen und Darmstädter
Geschichte.
Die Stadtverordnetenversammlung möge daher beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert:
1. Die Stadt Darmstadt möge gemeinsam mit dem Land Hessen, dem Kulturfonds Rhein-Main, der
Georg-Büchner-Gesellschaft (Marburg) und der Forschungsstelle Georg-Büchner (Marburg) im Herbst
2013 eine Ausstellung auf der Mathildenhöhe durchführen, die das Leben und Wirken Georg
Büchners und seiner Familie zeigt.
Dazu sollen die Beteiligten (wie 1987 und 1988) eine Ausstellungsgesellschaft gründen, um eine
gemeinsame Konzeption zu entwickeln und die Organisation bzw. Finanzierung gemeinschaftlich
durchzuführen.
2. Alle Kulturinstitutionen der Stadt, die der darstellenden Kunst, der Literatur, der Musik und der
betroffenen Wissenschaftseinrichtungen, die sich mit der Literatur und Geschichte des 19.
Jahrhunderts und deren Rezeption beschäftigen, sollen schon jetzt aufgefordert werden, in ihren
Jahresplanungen 2012/2013 das Gedenken an Georg Büchner zu berücksichtigen.
3. Auch die Rezeption Büchners in anderen Kunstsparten, vor allem auch in der bildenden Kunst, die
Einbeziehung der Büchnerpreisträger der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in die
Vermittlung von Büchners Werk und die Heranführung der jungen Generation an sein Werk soll schon
jetzt durch das Kulturamt angestoßen werden.
4. Eine Abstimmung der Termine von entsprechenden Veranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet sollte
frühzeitig mit dem Land und anderen Veranstaltern im Rhein-Main-Gebiet erfolgen, insbesondere mit
den Gedenkstätten Büchnerhaus in Riedstadt und Pfungstadt.
SPD - Stadtverordnetenfraktion
Wilhelminenstr. 7a—64283 Darmstadt
Tel./Fax: 06151/2 79 02 70, 06151/2 79 02 71
Email: info@spdfraktion-da.de
Internet: www.spdfraktion-da.de
Stadtverordnetenfraktion FDP
Rheinstr. 22 — 64283 Darmstadt
Tel./Fax: 06151/2 44 72, 06151/2 07 27
Email: fraktion@fdp-darmstadt.de
Internet: www.fdp-darmstadt.de
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5. Die Finanzierung der Ausstellung sollte zwischen den Trägern der Ausstellungsgesellschaft geklärt
werden. Alle anderen Vorhaben können bei rechtzeitiger Planung in die Spiel- und Programmpläne
der Veranstalter einbezogen und auch mit Hilfe von Sponsoren finanziert werden.
Außerdem sollte das Land Hessen mit der Bundesregierung bzw. mit den entsprechenden
Kulturstiftungen über anteilige Finanzierungsmöglichkeiten verhandeln.
Dagmar Metzger
Sandra Russo
Walter Schmidt
Dr. Torsten Rossmann Ruth Wagner
(Stadtverordnete) (Stadtverordnete)
Hanno Benz Leif Blum, MdL
(Fraktionsvorsitzender) (Fraktionsvorsitzender)
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Anlage zum Antrag
Überlegungen für Projekte und Veranstaltungen in Darmstadt und im
Land Hessen anlässlich der Georg-Büchner-Gedenkjahre 2012 und 2013
Georg Büchner starb am 19. Februar 1837, somit ist im Jahr 2012 sein 175. Todesjahr – am 17.
Oktober 1813 ist Georg Büchner in Goddelau geboren und damit ist das Jahr 2013 das Jahr des
Gedenkens an seinen 200. Geburtstag. Es macht sicher Sinn, den 200. Geburtstag mit
Veranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen und weiteren Projekten in den
Mittelpunkt des Jahres 2013 in Hessen zu stellen. Dieses Gedenkereignis ist nicht nur ein hessisches
Ereignis, sondern auch ein deutsches Datum. Trotzdem sollte von Hessen aus das Signal so früh wie
möglich ergehen, dass in diesem Jahr des großen Dichters, Naturwissenschaftlers und politischen
Menschen gedacht werden soll.
1. Ausstellung auf der Mathildenhöhe in Darmstadt
Wie im Jahr 1987 (2. August – 27. September 1987) sollte eine Ausstellung zum Gedenken an Georg
Büchner auf der Mathildenhöhe in Darmstadt stattfinden. Damals wurde diese Ausstellung in
verkleinerter Form gemäß dem Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der
DDR auch in Weimar (vormaliges Kunstkabinett am Theaterplatz) gezeigt.
Eine erneute Ausstellung sollte den derzeitigen Forschungsstand berücksichtigen und sicher auch
andere Aspekte von Georg Büchners Leben, vor allem der Familie und der Wirkungsgeschichte des
Dichters beinhalten. Dazu müsste eine Vorbereitungsgruppe gebildet werden; sinnvoll wäre auch die
Gründung einer Ausstellungsgesellschaft wie vor 20 Jahren, in der das Land Hessen, die Stadt
Darmstadt und die Georg-Büchner-Gesellschaft Marburg Gesellschafter waren. Hier könnte überlegt
werden, ob zusätzlich auch weitere Gesellschafter hinzukommen sollen.
Der Leiter des Instituts Mathildenhöhe ist bereit, eine solche Ausstellung im Herbst 2013 auf der
Mathildenhöhe durchzuführen.
Die Büchner-Gesellschaft und die Forschungsstelle haben den Vorschlag unterbreitet, die Familie
Büchner mit Naturwissenschaftlern und Ärzten und vor allen Dingen auch Brüdern, die als
Naturwissenschaftler und Politiker hervorgetreten sind, sowie der Schwester, die sich für die Bildung
von Frauen und deren Rechte eingesetzt hat, in dieser Ausstellung mit zu berücksichtigen. Damit
wäre das Wirken des jungen Dichters Georg Büchner verbunden mit einer Familiengeschichte vom
frühen 19. Jahrhundert bis in die Kaiserzeit gewürdigt. Selbstverständlich soll das literarische Werk
Georg Büchners vor allen Dingen auch im Zusammenhang mit der europäischen Literatur dargestellt
werden.
Man müsste über die Berücksichtigung anderer Standorte für kleinere Ausstellungsprojekte
nachdenken, wie z. B. dem Geburtshaus in Goddelau und dem ehemaligen Haus der Familie in
Pfungstadt, sowie Gießen als Studienort von Georg Büchner aber auch von Ludwig und Alexander
Büchner und Butzbach als zentralem Ort des Erscheinens des Hessischen Landboten. Im
Zusammenhang mit der Verbindung der Brüder Dr. Alexander Büchner und Ludwig Büchner ist auch
Frankfurt mit der Paulskirche zu nennen, aber auch das Freie Deutsche Hochstift, zu dessen
Gründungsmitgliedern Ludwig Büchner zählte und dessen Mitglied auch sein Bruder Alexander war.
Zusätzlich sind Straßburg, Zürich, Caen und Valenciennes in Frankreich zu nennen.
2. Lesungen, literarische Veranstaltungen und die Wirkung Georg Büchners auf nachfolgende
Schriftsteller
Ende des Jahres 2012 wird die wissenschaftliche Ausgabe von Georg Büchners Werken in 15
Bänden erscheinen, auch in einer netzfähigen Ausgabe, unterstützt von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft und der Akademie Mainz. In ihr sind die Auswertungen der Nachlässe und
Zeugnisse im Goethe- und Schiller-Archiv, in den entsprechenden Einrichtungen in Darmstadt, Basel,
Zürich und Genf ausgewertet. Daraus könnten sich in den großen Universitätsbibliotheken und der
deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt, in den Literaturhäusern in Hessen, im Deutschen Hochstift
wie in vielen anderen Kulturhäusern Lesungen und literarische Beschäftigungen mit der
Wirkungsgeschichte Georg Büchners ergeben. Dazu sollte auch der Hessische Rundfunk einbezogen
werden.
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Mit der Akademie für Sprache und Dichtung ist besprochen, in wieweit auf der Frühjahrstagung des
Präsidiums der Akademie angeregt werden kann, dass zum Beispiel Büchner-Preisträger für Vorträge
oder Lesungen oder sonstige literarische Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
3. Wissenschaft
Mit den Wissenschaftseinrichtungen in Hessen, aber darüber hinaus auch in Deutschland und in
Europa sollte Kontakt aufgenommen werden, ob durch wissenschaftliche Disputationen, Kolloquien,
Forschungsreihen und Vorträge zum Thema des Zusammenhangs von Georg Büchner und der
europäischen Literatur, aber auch der Philosophie und der Naturwissenschaft, sowie über die Familie
des politischen Wirkens entsprechende Veranstaltungen durchgeführt werden können.
4. Theater
Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst sollte mit allen Hessischen Theatern jetzt schon Kontakt
aufnehmen, um zu klären in wieweit die Spielpläne, sowohl im Sprechtheater wie auch im
musikalischen Bereich, sich auf dieses Gedenkjahr für Georg Büchner einstellen können. Zusätzlich
wäre die Frage zu stellen, ob die Hessischen Theatertage 2012/2013 sowie die Schultheatertage
Büchner in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltungen stellen können.
5. Musik
In der Musikwissenschaft sollte die Rezeption der literarischen Themen Büchners auf die musikalische
Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts erforscht werden. Das Musiktheater sollte die Rezeption
von Büchners Werken darstellen.
6. Filme
Mit dem deutschen Filminstitut und der hessischen Filmförderung sollte geklärt werden, in wieweit im
Gedenkjahr auch Themen aus Büchners Werk in der filmischen Vermittlung präsentiert werden
können.
7. Bildende Kunst
Die Rezeption von Büchner in der bildenden Kunst bis hin z. B. zum Auftrag des Landes Hessen
1987, nämlich an Alfred Hrdlicka, sollte in einer Arbeitsgruppe und mit den Kunsthochschulen
thematisiert werden. Hier ließe sich sicherlich eine Reihe von Ausstellungen planen, die vor allen
Dingen sich auch mit der bildnerischen Gestaltung Büchnerischer Themen beschäftigen könnte.
8. Gedenkstätte „Büchner Haus“?
Schließlich wäre zu erörtern, in wieweit die Idee der Büchner-Gesellschaft und der Forschungsstätte
zur Einrichtung eines Büchner Hauses, gemäß dem Muster des Buddenbrook-Hauses in Lübeck,
erstrebenswert wäre. In wieweit sich vorhandene Gebäude dafür eignen, müsste geprüft werden.
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9. Finanzierung
Einen Teil der Vorschläge könnte in die normalen Planungen von Theatern, Literaturhäusern,
Hochschulen, literarischen Gesellschaften etc. eingefügt werden und dementsprechend auch von
diesen Institutionen selbst finanziert werden.
Das Land Hessen, die Stadt Darmstadt, der Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main und weitere Träger
sollten nach der Erstellung eines Konzeptes für das Gedenkjahr eine gemeinsame Finanzierung, vor
allem für die Ausstellung und ähnliche zentrale Veranstaltungen festlegen. Dazu sollte auch frühzeitig
die Kulturstiftung der Länder bzw. die Bundeskulturstiftung als Mitfinanzier gewonnen werden.
1987 wurde mit Vertrag vom 20.1.1987 eine Ausstellungsgesellschaft mit einem Gründungskapital von
37.500 DM (Hessen 25.000 DM, Darmstadt 10.000 DM, Georg-Büchner-Gesellschaft 2.500 DM)
installiert. Die Ausstellung auf der Mathildenhöhe vom 2. - 27. September 1987 kostete knapp 1,4 Mio.
DM (1 Mio. DM Hessen, 400.000 DM Darmstadt).
Beratungsverlauf (3)
Orte (2)
- Wilhelminenstraße 7a
- Rheinstraße 22
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2010/0012
- Typ
- Antrag
- Datum
- 23.02.2010
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00