AÖE/033/2025
Das Zero-Waste-Konzept für die Landeshauptstadt Düsseldorf
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Beschlussvorlage
13973 Zeichen
AÖE/033/2025 X öffentlich nicht öffentlich Beschlussvorlage Betrifft: Das Zero-Waste-Konzept für die Landeshauptstadt Düsseldorf Fachbereich: 19 - Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz Dezernentin / Dezernent: Beigeordneter Jochen Kral Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz 16.06.2025 Entscheidung Beschlussdarstellung: Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz beschließt das Zero-Waste-Konzept für die Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz beauftragt die Verwaltung, die folgenden in Abschnitt 11 des Konzeptes genannten Maßnahmen unmittelbar umzusetzen: ZV-1 Die Verwaltung erstellt ein Feinkonzept zur weiteren Unterstützung bestehender Kooperationen im Bereich Lebensmittelrettung („Foodsharing-Hub“) ZV-6 Die Verwaltung erstellt ein Feinkonzept für den Einsatz von Wertstoffmobilen BK-4 Die Verwaltung erstellt Medienbeiträge zur Erhöhung der Transparenz der Abfallströme Düsseldorfs, finanziert aus dem bestehenden Haushaltsansatz „Geschäftsaufwendungen“ im Produkt Abfall ÖV-5 Feinkonzept zum Einsatz smarter Technologien in der Düsseldorfer Abfallwirtschaft wie KI-gesteuerter Bilderkennungssystemen für Müllfahrzeuge, Füllstandmessung öffentlicher Container/Papierkörbe und/oder digitalen Registrierungsverfahren für Wertstoffhöfe Seite 2 Sachdarstellung: Mit dem Beschluss des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz "Düsseldorf wird Zero-Waste-Stadt - Abfallvermeidung ist auch Klimaschutz" (AÖE/061/2021 vom 04.10.2021) wurde die Verwaltung beauftragt, ein Zero-Waste-Konzept für die Landeshauptstadt Düsseldorf zu erstellen. In das Konzept flossen Ergebnisse aus der Neuordnung der Abfallwirtschaft in Düsseldorf mit Beauftragung abfallwirtschaftlicher Leistungen an die AWISTA Kommunal GmbH ein. Bei der Erstellung des Konzeptes wurden lokal agierende Initiativen und Unternehmen im Rahmen dreier Workshops eingebunden, vgl. Vorlage AÖE/005/2024, „Entwicklung eines Zero-Waste-Konzepts für die Landeshauptstadt Düsseldorf – Statusbericht“ aus der Sitzung des AÖE am 26.02.2024. Das vorliegende Konzept bündelt und priorisiert die im Rahmen der Workshops entwickelten Maßnahmenvorschläge. Aus rund 100 Maßnahmenvorschlägen (aufgeführt in Tabelle 8 des Konzeptes – siehe Anlage) wurden 22 Vorschläge gebündelt/extrahiert, die sowohl kurz- wie auch mittel oder langfristig zu besserem Recycling von Wertstoffen wie auch zur Vermeidung von Abfällen beitragen können. Für diese 22 Maßnahmen wurden sogenannte „Maßnahmenkennblätter“ erstellt, die die jeweilige Maßnahme, ihre möglichen Akteure, den möglichen Aufwand (personell, finanziell, usw.) sowie eine zeitliche Perspektive (kurz, mittel- oder langfristig umsetzbar) skizzieren. Die Umsetzung der dargestellten Maßnahmen erfordert teilweise weitere politische Beschlüsse, die in den meisten Fällen die Erstellung eines Feinkonzeptes durch die Verwaltung voraussetzen. Das vorliegende Zero-Waste-Konzept stellt insofern einen ersten Schritt in einem kontinuierlichen Prozess dar. Es gilt, dieses Konzept und seine Maßnahmen stetig zu aktualisieren und neuen Gegebenheiten anzupassen. Zwischenzeitliche Evaluationen sowie mögliche weitere Maßnahmen sollten wiederum unter Einbeziehung der Stadtgesellschaft mit Hilfe weiterer Workshops erarbeitet werden. Zwei der in der Beschlussfassung genannten Maßnahmen beinhalten die Erstellung von Feinkonzepten. Dies kann mit vorhandenen Personalressourcen und Finanzmitteln umgesetzt werden. Die Maßnahme zur Öffentlichkeitsarbeit kann mit vorhandenen Finanzmitteln umgesetzt werden. Zusammenfassung des Zero-Waste-Konzeptes Die Abfallbilanz 2024 zeigt, dass die Stadt weiterhin ein hohes Abfallaufkommen aufweist. Das Zero-Waste-Konzept soll dazu beitragen, dies zu ändern. Es stellt dazu konzeptionell einen ersten Schritt dar, es gilt, dieses Konzept und seine Maßnahmen Seite 3 stetig zu aktualisieren und neuen Gegebenheiten anzupassen. Zwischenzeitliche Evaluationen sowie mögliche weitere Maßnahmen sollten wiederum unter Einbeziehung der Stadtgesellschaft mit Hilfe von Workshops erarbeitet werden. Im Fokus des Konzeptes steht neben der grundsätzlichen Stärkung und Ausweitung der Abfallvermeidung insbesondere eine Reduzierung der Lebensmittel- verschwendung und der Organikmengen im Restabfall. Darüber hinaus wird die Steigerung der Getrenntsammelmengen an Wertstoffen wie z. B. Textilien, Kunststoffen oder Glas, mit dem Ziel einer Erhöhung der Recyclingquote, angestrebt. Im Mengenvergleich mit anderen Städten, die ein Zero-Waste-Konzept verfolgen, weist Düsseldorf eine geringe Sammelmenge an getrennt erfassten Wertstoff- und Abfallströmen auf. Die erfassten Mengen an Grünschnitt, Altholz und Altmetallen sind auch unterdurchschnittlich. Die Wertstoffmengen für Altpapier, Leichtverpackungen und Altglas entsprechen etwa dem Durchschnitt. Bei Betrachtung der aktuell separat erfassten Wertstoffmengen sowie Schadstoffen wird deutlich, dass in der Landeshauptstadt Düsseldorf noch erhebliche Potenziale zu heben sind. Der Zero-Waste-Ansatz zielt dabei nicht nur auf eine Reduzierung des Restabfalls durch eine verbesserte Abschöpfung bzw. Verlagerung der enthaltenen Wertstoffe in die dafür vorgesehenen Sammelsysteme ab, sondern strebt durch Vermeidungs- effekte auch auf eine Verringerung der getrennt erfassten Wertstoffmengen ab, um Ressourcen zu schonen. Die private Wirtschaft entsorgt ihre Abfälle und Wertstoffe im Wesentlichen über den freien Markt. Berechnungen der INFA GmbH zeigen, dass auf Grund der immensen Mengenströme hohe Potenziale für Abfallvermeidung und Ressourcenschonung im gewerblichen Bereich zu heben sind. Gerade die Bau- und Abbruchabfälle sind als prioritäres Handlungsfeld genannt. Wenn der direkte Einfluss durch die Stadt Düsseldorf in diesem Bereich auch begrenzt ist, soll der gewerbliche Bereich im Rahmen des Konzeptes dennoch zumindest im Ansatz adressiert werden. Fasst man die Siedlungsabfallmenge und die gemischten Gewerbeabfälle mit Bau- und Abbruchabfällen zusammen, beträgt der Anteil der Siedlungsabfälle nur 8%. Dieser Umstand ist größtenteils den Bau- und Abbruchabfällen geschuldet, welche im Vergleich zu allen anderen Abfallarten ein sehr viel größeres Gewicht relativ zu ihrem Volumen aufweisen. Seite 4 Aufbau des Zero-Waste-Konzeptes 1. Ausgangslage - Kurze Beschreibung der Abfallsituation Düsseldorfs und Auswirkungen von Abfall auf die Umwelt als Begründung für das Zero-Waste-Konzept 2. Die Zero-Waste-Ziele der Landeshauptstadt Düsseldorf - Beschreibung der Zielsetzung des Konzeptes 3. Das Zero-Waste-Konzept - Ziel und Aufbau, sowie den Entwicklungsprozess des vorgelegten Konzepts 4. Status quo des Abfallaufkommens in Düsseldorf - Status quo der Siedlungsabfälle für das Jahr 2024 sowie die Mengenentwicklung innerhalb der letzten zehn Jahre n. - Einordnung der Mengen der wesentlichen Abfallarten durch einen Vergleich mit anderen Großstädten 5. Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Düsseldorf - Beschreibung bestehender und bereits beschlossener Aktivitäten der LHD zur Abfallvermeidung und Ausbau der Getrenntsammlung 6. Identifikation von Abfallvermeidungspotenzialen - Abfallvermeidungspotenziale der LHD werden von einer Vielzahl Faktoren beeinflusst wie bestehenden Abhängigkeiten, der demographischen Entwicklung der Stadt, der derzeitigen Ausgestaltung der Sammelsysteme für Abfälle und Wertstoffe, gesetzlichen Vorgaben, der wirtschaftlichen Entwicklung. - Diese Einflussgrößen werden erläutert und deren Auswirkungen auf die Abfall- vermeidung abgeschätzt - Einschätzung bereits beschlossener Maßnahmen aus der Neuausrichtung Abfallwirtschaft 7. Der Zero-Waste-Zielkatalog -Methodik der Zielsetzung, Anforderungen von Zero Waste Europe, qualitative und quantitative Zielsetzung 8. Workshops mit ausgewählten Schlüsselakteuren als Beteiligungsform bei der Konzeptentwicklung - Beschreibung der drei Workshops zur Erarbeitung von Abfallvermeidungsmaßnahmen 9. Zero-Waste-Maßnahmenkatalog - Katalog an möglichen Abfallvermeidungsmaßnahmen und Maßnahmen zum Ausbau der Getrenntsammlung 10. Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele - Darstellung wie die Maßnahmen sich auf die Ziele auswirken können 11. Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen - Vorschlag der Verwaltung für kurzfristig umzusetzenden Maßnahmen 12. Langfristige Verstetigung innerhalb der Stadtverwaltung - Schaffung von Gremien, Positionen, Monitoring zum Erhalt und Ausbau von Zero- Waste-Aktivitäten 13. Anhang Seite 5 Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen Die nachfolgende Auflistung stellt die in der Beschlussdarstellung erwähnten vier kurzfristig umsetzbare Maßnahmen dar. Für die Maßnahmen schlägt die Verwaltung die Fassung des im Beschlusstext genannten Beschlusses vor: (ZV-1) Foodsharing-Hub Düsseldorf: Die Stadt unterstützt den Ausbau der digitalen wie physischen Infrastruktur für Lebensmittelrettung. „Kristallisationspunkt“ könnte die bereits etablierte Kooperation zwischen der Foodsharing-Initiative und den Tafeln sein. Für das weitere Vorgehen ist durch die Verwaltung unter Einbeziehung der externen Akteure ein Feinkonzept zu erstellen und dem AÖE zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Kommunikation mit den externen Akteuren sowie die Erstellung des Feinkonzeptes kann vom Zero-Waste- Manager vorgenommen werden. (ZV-6) Einsatz von Wertstoffmobilen: Es soll geprüft werden, inwieweit Wertstoffmobile, ergänzend zu den Grünschnitt- und Schadstoffmobilen, z.B. für die Erfassung von Altpapier oder Altmetall, in den Stadtgebieten eingesetzt werden könnten, in denen aktuell eine schlechte Anbindung an entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten (Wertstoffhof) besteht. Zu prüfen wäre z.B. auch eine Anbindung an die Wochenmärkte. Für das weitere Vorgehen ist durch die Verwaltung ein Feinkonzept zu erstellen und dem AÖE zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Erarbeitung würde durch das Sachgebiet Abfallwirtschafts- planung im Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in enger Abstimmung mit der AWISTA Kommunal GmbH erfolgen. (BK-4) Transparenz der Abfallströme Düsseldorfs: unter Federführung der Abteilung Kommunale Abfallwirtschaft im Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in Kooperation mit Düsseldorf Marketing soll eine PR-Kampagne mit Pressemitteilungen und Social-Media-Beiträgen entwickelt werden, bei denen in Video-, Bild- und Schriftbeiträgen die Stadt die konkreten und aktuellen Düsseldorfer Wege von der Tonne bzw. vom Container bis zur Verwertungs/Entsorgungsanlage und bis zum möglichem Recyclingprodukt aufzeigt. Die Finanzierung kann aus vorhandenen Mitteln für Öffentlichkeitsarbeit im Produkthaushalt Abfall erfolgen. (ÖV-6) Feinkonzept zur Reduzierung von CO2-Emissionen durch den Einsatz „smarter“ Technologie u.a. zur Erfassung des Füllstandes von Containerm. Durch die laufende digitale Übertragung des aktuellen Füllstands von Papierkörben und Depotcontainern in Richtung Disposition wird eine bedarfsorientierte Anfahrt der Standorte möglich. / Durch die Einführung KI-gesteuerter Bilderkennung bei der Sammlung von Bioabfällen sollen die Behälterinhalte mit einem direkten Standortbezug vor oder nach der Leerung auf Störstoffe überprüft werden. Dieses ermöglicht eine unmittelbare und direkte Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern, bei der zielgerichtete Hinweise gegeben werden. Dies ist ein wichtiger Baustein zur Qualitätssicherung des Bioabfalls und Sicherstellung einer hochwertigen Verwertung. Die Möglichkeit der Abgabe ausgewählter Wertstoffe auf den Recyclinghöfen soll durch Digitalisierung im Form von Zutrittskontrollsystemen auch außerhalb der Seite 6 üblichen Öffnungszeiten ermöglicht werden. Diese autonomen Öffnungsphasen sollen den Entsorgungskomfort für die Bürgerinnen und Bürger deutlich erhöhen. Die für die Maßnahme (ZV-1) und (ZV-6) angedachten Feinkonzepte sollen der Ermittlung des allgemeinen Nutzens, dem Abfallvermeidungspotenzial, Abschätzung der CO2-Einsparung, der rechtlichen Rahmenbedingungen, des verwaltungs- technischem Aufwandes sowie der erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen dienen. Auf Basis der Ermittlung dieser Faktoren kann der AÖE dann eine datenbasierte Entscheidung bzgl. des Nutzens der Durchführung der eigentlichen Maßnahmen treffen. Die Erstellung eines Feinkonzeptes für die Maßnahme ÖV-6 ist bereits vertraglich mit der Awista Kommunal GmbH vereinbart. Zukünftige Verwendung des Zero-Waste-Konzeptes Das Zero-Waste-Konzept soll zukünftig als Fundus für Möglichkeiten der Abfallvermeidung in Düsseldorf dienen. Der im Konzept beschriebene aktuelle Zustand der Abfallwirtschaft, auch wenn bereits auf einem hohen Niveau, soll kontinuierlich verbessert werden, indem Maßnahmen aus dem Konzept schrittweise und im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt umgesetzt werden und neue Maßnahmen im Stile des Konzeptes unter Einbindung der Stadtgesellschaft konzipiert werden. Nach jeder erfolgreichen Umsetzung einer Maßnahme soll evaluiert werden, wie effektiv diese ist, wie sie verbessert werden kann und welche Maßnahmen ergänzend zu dieser oder von dieser abweichend umgesetzt werden sollen. Im Zero-Waste-Konzept dargestellte Maßnahmen wurden mit Zero-Waste-Europe diskutiert. Das Konzept enthält fachlich-inhaltliche Hinweise, inwieweit genannte Maßnahmen dazu beitragen können, eine Zertifizierungs-Fähigkeit zu erlangen. Eine Zertifizierung als „Zero-Waste-Stadt“ wird zukünftig überprüft. Anlagen: Anlage 1 zu AÖE 033 2025 - Zero Waste Konzept
Anlage 1 zu AÖE 033 2025 - Zero Waste Konzept
178972 Zeichen
Anlage 1 zu Vorlage AÖE/033/2025
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
Autorinnen und Autoren:
INFA Manfred Santjer, Jana Winkelkötter
einsfünf° Katja Hansen-Röhe
Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz Leonhard Krause
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
II
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangslage ........................................................................ 1
2 Die Zero-Waste-Ziele der Landeshauptstadt Düsseldorf ......... 3
3 Das Zero-Waste-Konzept ....................................................... 4
3.1 Ziel und Aufbau des Zero-Waste-Konzepts ................................... 4
3.2 Der Entwicklungsprozess des Konzepts ........................................ 5
4 Status quo des Abfallaufkommens in Düsseldorf .................... 8
4.1 Überblick über die Düsseldorfer Siedlungsabfälle ........................... 8
4.2 Vergleich der Düsseldorfer Siedlungsabfallmengen mit
deutschen Großstädten ........................................................... 17
4.3 Überblick über die Düsseldorfer Gewerbeabfälle .......................... 21
5 Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Düsseldorf .......... 27
5.1 Zero-Waste-Aktivitäten der Stadt Düsseldorf .............................. 27
5.2 Weitere Zero-Waste-Aktivitäten in der Landeshauptstadt
Düsseldorf ............................................................................. 28
5.3 Einordnung der aktuellen Maßnahmen in Düsseldorf .................... 29
5.4 Ausbaupotenzial bei aktuellen Maßnahmen................................. 32
6 Identifikation von Abfallvermeidungspotenzialen ................ 33
6.1 Entwicklungen und Auswirkungen auf die Abfallmengen ............... 33
6.2 Ansatzpunkte für die Landeshauptstadt Düsseldorf ...................... 35
6.3 Potenziale bei der Abfallsammlung und den
Erfassungssystemen ............................................................... 35
6.4 Maßnahmen parallel zum Zero-Waste-Konzept ........................... 38
6.4.1 Anpassung von Leerungsintervallen für Bioabfall und
Altpapier ............................................................................... 38
6.4.2 Einführung der Wertstofftonne ................................................. 39
6.4.3 Teilvergärung des Bioabfalls ..................................................... 40
6.4.4 Aufbereitung des Straßenkehrichts ............................................ 40
6.4.5 Pilotprojekt zur Sortierung und Verwertung der
Papierkorbabfälle.................................................................... 40
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
III
7 Der Zero-Waste-Zielkatalog ................................................. 41
7.1 Anforderungen an die Landeshauptstadt Düsseldorf ..................... 41
7.2 Zertifizierung, Anforderungen von Zero Waste Europe .................. 41
7.3 Methodisches Vorgehen bei der Zieldefinition .............................. 42
7.4 Die Zero-Waste-Ziele für die Landeshauptstadt Düsseldorf ........... 43
8 Workshops mit ausgewählten Schlüsselakteuren als
Beteiligungsform bei der Konzeptentwicklung ..................... 46
9 Zero-Waste-Maßnahmenkatalog .......................................... 48
9.1 Methodisches Vorgehen ........................................................... 48
9.2 Überblick über die Zero-Waste-Maßnahmen für Düsseldorf ........... 51
9.3 Maßnahmenvorschläge der Workshops, die nicht in
Maßnahmenkennblättern beschrieben wurden ............................. 51
9.4 Der Zero-Waste-Maßnahmenkatalog für die Stadt Düsseldorf ........ 53
9.4.1 Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung und des
Abfallmanagements ................................................................ 53
9.4.2 Maßnahmen der bzw. für die Zivilgesellschaft, Wohnen,
Vereine, gemeinnützige Initiativen ............................................ 59
9.4.3 Maßnahmen aus bzw. für Gewerbe, Handel und Gastronomie ........ 66
9.4.4 Maßnahmen zur Bildung und Kommunikation .............................. 73
10 Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele ...................... 77
11 Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen ..................................... 78
12 Weiteres Vorgehen, Verstetigung eines Zero-Waste-
Prozesses ............................................................................ 79
13 Anhang ................................................................................ 81
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Hierarchie des Zero-Waste-Konzepts ....................................... 5
Abbildung 2: Prozess der Konzepterstellung ................................................ 7
Abbildung 3: Einwohnerspezifische Abfallmengen in Düsseldorf (2015 - 2024) 10
Abbildung 4: Einwohnerspezifische Rest- und Sperrmüllmenge in Düsseldorf . 12
Abbildung 5: Einwohnerspezifische Bioabfall- und Grünschnittmenge in
Düsseldorf ......................................................................... 14
Abbildung 6: Einwohnerspezifische Altpapier-, LVP- und Altglasmenge in
Düsseldorf ......................................................................... 15
Abbildung 7: Einwohnerspezifische Altholz-, Altkleider- und Altmetallmenge
in Düsseldorf ...................................................................... 16
Abbildung 8: Vergleich der Restabfallmenge der Stadt Düsseldorf mit
anderen Großstädten (Bezugsjahr 2020) ................................ 18
Abbildung 9: Vergleich der Bio- und Grünabfallmenge der Stadt Düsseldorf
mit anderen Großstädten (Bezugsjahr 2020) .......................... 19
Abbildung 10: Vergleich der getrennt erfassten Wertstoff-/Abfallmengen der
Stadt Düsseldorf mit anderen Zero-Waste-Städten (Bezugsjahr
2020) ............................................................................... 20
Abbildung 11: Mengen der Siedlungsabfälle aus Gewerbe und Industrie 2015
bis 2024 ............................................................................ 22
Abbildung 12: Mengen der schadstoffhaltigen Abfälle 2015 bis 2024 ............. 23
Abbildung 13: Mengen der Abfälle aus dem Baubereich zur Beseitigung 2015
bis 2024 ............................................................................ 24
Abbildung 14: Orientierende Mengenverteilung Siedlungsabfall vs.
gewerbliche Abfälle ............................................................. 26
Abbildung 15: Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten nach fokussiertem
Stoffstrom ......................................................................... 30
Abbildung 16: Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten nach Art / Maßnahme ...... 31
Abbildung 17: Restabfallzusammensetzung in der Stadt Düsseldorf .............. 36
Abbildung 18: Sperrmüllzusammensetzung in der Stadt Düsseldorf .............. 38
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Düsseldorfer Siedlungsabfallmengen 2024 .................................... 8
Tabelle 2: Aufbau eines Maßnahmenkennblatts der Stadt Düsseldorf ............ 50
Tabelle 3: Übersicht der Zero-Waste-Maßnahmen für die Stadt Düsseldorf ..... 52
Tabelle 4: Gegenüberstellung Maßnahmen und Ziele .................................. 77
Tabelle 5: Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen ........................................... 78
Tabelle 6: Aufgaben der Verwaltung hinsichtlich kurzfristig umsetzbarer
Maßnahmen ........................................................................... 79
Tabelle 7: Liste der bestehenden Zero-Waste-Aktivitäten in der Stadt
Düsseldorf (nicht abschließend) ................................................ 81
Tabelle 8: Anforderungen Zero Waste Europe ............................................ 85
Tabelle 9: Liste aller Maßnahmenvorschläge aus Workshops ........................ 86
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
1
1 Ausgangslage
Die globale Gewinnung von Primärrohstoffen ist für ca. 50 % der Auswirkungen des
Klimawandels und 90 % der Biodiversitätsverluste verantwortlich.1 Und auch in
Deutschland wird ein nur geringer zweistelliger prozentualer Anteil des Rohstoffbe-
darfs durch Sekundärrohstoffe gedeckt.2 Um Ressourcenschonung im notwendigen
Maß voran zu bringen, müssen Stoffströme geschlossen und Abfälle mengenrele-
vant vermieden werden.
Viele Akteure in der Landeshauptstadt Düsseldorf beschäftigen sich schon seit Jah-
ren in zahlreichen Projekten und Initiativen intensiv mit Themen wie Abfallvermei-
dung oder Wiederverwendung. Dies geschieht in Form von Unverpackt-Läden,
Buchtausch-Stationen, Lebensmittelrettung und vielem mehr. Die Stadt Düsseldorf
selber hat zum Beispiel in den Jahren 2023 und 2024 das Einwegverbot für Geschirr
und Besteck auf der Rheinkirmes erfolgreich umgesetzt.
Der neue Begriff „Zero Waste“ greift bestehende Aktivitäten und Bestrebungen auf
und hebt diese auf eine gesamtgesellschaftliche Ebene. Dabei ist „Zero Waste“ nicht
im Sinne von „kein Abfall“, sondern als „keine Verschwendung“ zu verstehen. Es
meint ein gemeinsames Handeln aller Menschen, das Verschwendung in allen Le-
bensbereichen vermeidet, indem Ressourcen bewahrt, verantwortungsvoll produ-
ziert, nachhaltig konsumiert und sinnvoll wiederverwertet werden und damit mög-
lichst wenig Abfall produziert wird.
Trotz der bereits bestehenden Aktivitäten zeigt die Abfallstatistik, dass die Stadt
Düsseldorf immer noch einen hohen Ressourcenverbrauch und ein hohes Abfallauf-
kommen aufweist. Im Jahr 2024 fielen in Düsseldorf 210.435 Mg Siedlungsabfälle
an, dies entspricht einem Aufkommen von 333 kg pro Einwohner und Jahr. Im Ver-
gleich zu den Vorjahren konnte zwar ein leichter Rückgang der Siedlungsabfall-
menge erzielt werden, eine weitere Reduzierung ist jedoch aus Gründen des allge-
meinen Umweltschutzes zwingend zu erreichen.
1 United Nations Environment Programme: Summary for policymakers, global resources outlook
2019
2 Ifeu: Sekundärrohstoffe in Deutschland (https://www.nabu.de/imperia/md/con-
tent/nabude/konsumressourcenmuell/2104-22-ifeu-studie-sekundaerrohstoffe_in_deutsch-
land.pdf)
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
2
Das vorliegende Zero-Waste-Konzept soll diese Bestrebung unterstützen und durch
konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen in einen formellen Rahmen bringen und
die Abfallvermeidung als Gemeinschaftsaufgabe in der gesamten Stadtgesellschaft
und den gewerblichen Bereich verankern. Das Zero-Waste-Konzept stellt hierbei
auch konzeptionell einen ersten Schritt dar und es gilt dieses und seine Maßnahmen
stetig zu aktualisieren und neuen Gegebenheiten anzupassen.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
3
2 Die Zero-Waste-Ziele der Landeshauptstadt Düsseldorf
Mit dem Zero-Waste-Konzept der Landeshauptstadt Düsseldorf soll unter Beteili-
gung der Öffentlichkeit, lokal agierender Initiativen und Unternehmen das vorhan-
dene Potenzial der Abfallvermeidung und -verwertung ermittelt sowie mit Blick auf
zu definierende Ziele realistisch umsetzbare Maßnahmen entwickelt werden. Es sol-
len gangbare und relevante Abfallvermeidungswege und Möglichkeiten zur verbes-
serten Wertstofferfassung für die Zivilgesellschaft (private Haushalte), aber auch
für das Gewerbe, den Handel und die Industrie aufgezeigt werden. Für eine höchst-
mögliche Akzeptanz des Konzepts wollen Stadt und Politik als Vorbild für eine öko-
logisch sinnvolle Abfallvermeidung und bessere Wertstofferfassung fungieren.
Übergeordnetes Ziel des Konzepts ist es, eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu
schaffen, in der Abfälle vor allem vermieden und Wertstoffe effizient genutzt wer-
den, um Ressourcen zu schonen und eine positive Auswirkung auf die Umwelt zu
erzielen. Nachgelagertes Ziel ist, dass eine Aufklärung und Sensibilisierung der brei-
ten Bevölkerung und wirtschaftlicher Akteure dahingehend stattfindet, möglichst
wenig Abfall zu produzieren und Abfälle als Ressourcen zu betrachten, anstatt sie
einfach wegzuwerfen.
Im Fokus steht neben der grundsätzlichen Stärkung und Ausweitung der Abfallver-
meidung insbesondere eine Reduzierung der Werstoffmengen im Restabfall mit ei-
nem erhöhten Fokus auf dem organischen Anteil. Darüber hinaus wird die Steige-
rung der Getrenntsammelmengen an Wertstoffen wie z. B. Textilien, Kunststoffen
oder Glas mit dem Ziel einer Erhöhung der Recyclingquote sowie einer Reduzierung
der Lebensmittelverschwendung angestrebt.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
4
3 Das Zero-Waste-Konzept
Die folgenden Unterkapitel beschreiben das Ziel und den Aufbau sowie den Entwick-
lungsprozess des vorgelegten Zero-Waste-Konzepts.
3.1 Ziel und Aufbau des Zero-Waste-Konzepts
Mit Hilfe des entwickelten Ziel- und Maßnahmenkatalogs zeigt das vorliegende Kon-
zept eine konkrete Zielrichtung auf, wie die Stadt Düsseldorf zukünftig Abfälle re-
duzieren, vermeiden und besser trennen kann. Neben der konkreten Abfallvermei-
dung soll ein Bewusstsein innerhalb der Stadtbevölkerung für Abfälle, deren Ver-
meidung und deren Entsorgung geschaffen werden, um wirkliche Veränderungen
bewirken zu können. Die in diesem Konzept ausformulierten Ziele besitzen bewusst
einen ambitionierten Charakter, um allen beteiligten Akteuren die Relevanz zu ver-
deutlichen.
Im Rahmen des Konzepts wurde in einem ersten Schritt eine Analyse des Status
quo in der Stadt Düsseldorf vorgenommen. Hierbei wurden zum einen das aktuelle
Abfallaufkommen und zum anderen bestehende abfallvermeidende Aktivitäten her-
ausgearbeitet. Für die Untersuchung des Status quo des Abfallaufkommens wurde
eine detaillierte Übersicht über die derzeitigen Abfallströme und -mengen sowie
über die Infrastruktur generiert. Dafür wurden eine Bestandsanalyse des Düssel-
dorfer Abfallsektors durchgeführt, eine vergleichende bundesweite Betrachtung der
Abfallmengen vorgenommen und die Entsorgungswege der Abfälle beleuchtet. Die
Analyse des Status quo der Düsseldorfer Zero-Waste-Aktivitäten mündet in eine
Übersicht über die bestehenden Ziele und Maßnahmen rund um das Thema Zero
Waste.
In Kapitel 6 werden Abfallvermeidungspotenziale identifiziert. Hierbei werden zu-
künftige Entwicklungen und mögliche Auswirkungen auf die Abfallmengen sowie Po-
tenziale aus den aktuellen Abfallsammel- und Erfassungssystemen herausgearbei-
tet. Darüber hinaus werden die aktuellen Abfallmengen in Düsseldorf mit verschie-
denen Städten verglichen, um die notwendige Zielrichtung zu verdeutlichen. Diese
Potenzialanalyse dient als Grundbaustein für die darauffolgende Entwicklung des
Ziel- und Maßnahmenkatalogs. Daraus wird deutlich, in welchen Bereichen Maßnah-
men besonders erfolgversprechend eingesetzt werden können.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
5
Das Kapitel 7 enthält den Zero-Waste-Zielkatalog für die Landeshauptstadt Düssel-
dorf. Für den Erfolg und die Umsetzung des vorliegenden Konzepts ist eine mög-
lichst umfassende Integration vieler Akteure essentiell. Aus diesem Grund fanden
verschiedene Beteiligungsformen bei der Konzepterstellung statt. So wurden mit
unterschiedlichen Akteuren aus der Stadtgesellschaft in drei Workshops spezifische
Maßnahmen entwickelt, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Die Ergebnisse der
Beteiligungsformen sind in Kapitel 8 dargelegt.
In Kapitel 9 befindet sich der Maßnahmenkatalog mit insgesamt 22 Maßnahmen.
Jede Maßnahme wird in Form eines Steckbriefs vorgestellt und näher erläutert. Zur
Validierung der gesetzten Maßnahmen werden sie in Kapitel 10 den gesetzten Zielen
für die Stadt Düsseldorf gegenübergestellt. Den Abschluss des Konzepts bildet die
Erläuterung, wie mit Umsetzung des Konzepts auch eine Verstetigung erfolgen
kann, mit der die Stadt Düsseldorf unter Einbeziehung der ganzen Stadtgesellschaft
Abfälle vermeiden kann.
Das vorliegende Zero-Waste-Konzept bildet hierfür den Grundbaustein.
3.2 Der Entwicklungsprozess des Konzepts
Das Zero-Waste-Konzept bedient sich einer Abfallhierarchie, die sich an der des
Kreislaufwirtschaftsgesetzes orientiert, allerdings die Vermeidung von Abfällen noch
stärker in den Fokus rückt (Abbildung 1).
Abbildung 1: Hierarchie des Zero-Waste-Konzepts
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
6
Die Abfallhierarchie gibt die Reihenfolge vor, in der abfallwirtschaftliche Maßnahmen
angewendet werden sollten, um die Umwelt zu schützen und die Ressourceneffizi-
enz zu maximieren. In Deutschland ist die Abfallhierarchie gesetzlich in § 6 des
Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) verankert. Die Hierarchie besteht aus fünf Stu-
fen:
1. Vermeidung
2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
3. Recycling
4. Sonstige (insbesondere energetische) Verwertung
5. Beseitigung.
Ein Zero-Waste-Konzept zielt dabei in erster Linie auf die ersten drei Stufen ab:
Abfall soll von Anfang an vermieden oder zumindest weitestgehend reduziert wer-
den, indem beispielsweise auf unnötige Verpackungen verzichtet wird oder wieder-
verwendbare Produkte genutzt werden. Materialien, die nicht wiederverwendet wer-
den können, sollen in einem geschlossenen Kreislauf recycelt werden, um durch die
erneute Verwendung als Sekundärrohstoff den Einsatz von Primärrohstoffen zu mi-
nimieren.
Der Grundgedanke eines Zero-Waste-Konzepts im Hinblick auf die Kreislaufwirt-
schaft beinhaltet also, den begonnenen Weg von einem linearen zu einem zirkulären
Modell des Ressourcenmanagements weiter auszubauen. Dabei gilt es, folgende
Ziele stärker in den Fokus zu rücken:
Aufklärung und Unterstützung zu nachhaltigem Konsum
Entwicklung von Präventions- und Wiederverwendungsstrategien
Zunehmende Verbreitung der getrennten Sammlung
Stärkung des hochwertigen Recyclings
Schrittweise Verringerung nicht mehr werthaltiger Siedlungs- bzw. Restab-
fälle
Das vorliegende Zero-Waste-Konzept Düsseldorfs identifiziert Potenziale und be-
nennt auf kommunaler Ebene realisierbare Vermeidungsmaßnahmen. Die Erstellung
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
7
dieses Konzepts folgte einem Prozess, der in der nachfolgenden Abbildung darge-
stellt ist:
Abbildung 2: Prozess der Konzepterstellung
Die Erarbeitung des Konzepts erfolgte in einem partizipativen Prozess unter Betei-
ligung vieler Düsseldorfer Akteure. Dazu wurden im Rahmen der Workshops spezi-
fische Maßnahmen entwickelt, die die Erreichung der gesetzten Ziele anstreben.
Die Erstellung des Zero-Waste-Konzepts erfolgte durch das Amt für Umwelt- und
Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der
einsfünf Beratungsgesellschaft mbH und der INFA - Institut für Abfall, Abwasser und
Infrastruktur-Management GmbH (INFA).
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
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4 Status quo des Abfallaufkommens in Düsseldorf
Die Weiterentwicklung der Düsseldorfer Abfallwirtschaft in Richtung Kreislaufwirt-
schaft wird regelmäßig in den Abfallwirtschaftskonzepten der Stadt Düsseldorf be-
schrieben. Das neue, parallel zu diesem Zero-Waste-Konzept erstellte Abfallwirt-
schaftskonzept umfasst den Zeitraum 2025 bis 2029. Nachfolgend wird für die Sied-
lungsabfälle der Status quo für das Jahr 2024 sowie die Mengenentwicklung inner-
halb der letzten zehn Jahre beschrieben. Darüber hinaus erfolgt für die wesentlichen
Abfallarten eine Einordnung der Mengen durch einen Vergleich mit anderen Groß-
städten. Weitere Informationen zum Status quo können dem Abfallwirtschaftskon-
zept der Stadt Düsseldorf entnommen werden.
4.1 Überblick über die Düsseldorfer Siedlungsabfälle
Siedlungsabfälle im Sinne des KrWG sind gemischt und getrennt gesammelte Abfälle
aus privaten Haushaltungen und aus anderen Herkunftsbereichen, wenn diese Ab-
fälle aufgrund ihrer Beschaffenheit und Zusammensetzung mit Abfällen aus privaten
Haushaltungen vergleichbar sind.
Tabelle 1: Düsseldorfer Siedlungsabfallmengen 2024
Abfallart Menge 2024
[Mg/a]
Menge 2024 *
[kg/(E*a)]
Restabfall 114.991 182
Sperrmüll 12.525 20
Bioabfall 11.952 19
Grünschnitt 7.552 12
LVP 15.204 24
Altpapier 26.186 41
Altglas 13.384 21
Altholz 4.718 7,5
Altmetall 478 0,8
Altkleider 2.975 4,7
Elektroaltgeräte keine Angabe keine Angabe
Schadstoffe 469 0,7
Summe 210.435 333
* bezogen auf eine Einwohnerzahl von 632.867
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
9
Die Siedlungsabfälle im Sinne des vorliegenden Zero-Waste-Konzepts, die als Be-
zugsgröße für die Zielsetzungen dienen, sind in Tabelle 1 aufgeführt. Darüber hin-
aus beinhaltet die Tabelle das Abfallaufkommen für das Jahr 2024. Die Gesamt-
menge in diesem Jahr lag bei 210.435 Mg, dies entspricht einer einwohnerspezifi-
schen Menge von 333 kg/(E*a).
Nachfolgend wird für die relevanten Siedlungsabfälle die Entwicklung in den letzten
zehn Jahren dargestellt. Die Jahre 2020 und 2021 waren durch die Corona-Pande-
mie geprägt. Die verstärkte Tendenz zum Homeoffice und die grundsätzliche Verla-
gerung der Aktivitäten in den häuslichen Bereich (weniger Außer-Haus-Konsum,
vermehrter Konsum von Take-Away-Produkten, mehr Versandbestellungen) hatte
bei einigen Abfallarten auch Einfluss auf das Mengenaufkommen.
Betrachtet man die Gesamtmenge der Siedlungsabfälle (Abbildung 3), so lässt sich
erkennen, dass das einwohnerspezifische Abfallaufkommen in Düsseldorf im Durch-
schnitt über 300 kg/(E*a) beträgt. Der Spitzenwert lag im Jahr 2015 mit
362 kg/(E*a). Bis 2019 war jährlich ein leichter Rückgang in einer Größenordnung
von 1-2 % festzustellen, sodass die einwohnerspezifische Abfallmenge um insge-
samt etwa 18 kg/(E*a) reduziert werden konnte. In den Jahren 2020 und 2021 stieg
die Abfallmenge wiederum auf etwa 350 kg/(E*a) an, was vor allem auf ein erhöh-
tes Aufkommen an Bioabfall und Sperrmüll zurückzuführen ist.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
10
Abbildung 3: Einwohnerspezifische Abfallmengen in Düsseldorf (2015 -
2024)
In den Post-Corona Jahren zeigte sich dann ein Rückgang der spezifischen Gesamt-
abfallmenge um etwa 35 kg/(E*a). Treiber des Rückgangs waren vor allem die Ab-
fallarten Restabfall, Sperrmüll und Altpapier. Die einwohnerspezifische Abfallmenge
in Düsseldorf lag in 2024 bei 333 kg/(E*a) und damit 17 kg über der Menge aus
2023.
Für alle getrennt zu erfassenden Wertstoffe werden in der Landeshauptstadt Düs-
seldorf entsprechende Hol- und Bringsysteme angeboten. Diese werden nachfol-
gend für die relevanten Fraktionen kurz beschrieben. Für die erfassten Abfälle und
Wertstoffe wird darüber hinaus die Mengenentwicklung in den letzten Jahren dar-
gestellt und kommentiert. Mit Blick auf ein wesentliches Ziel des Konzepts, die Ver-
besserung der Abschöpfung von Wertstoffen aus dem Restabfall, wird auch die ak-
tuelle Zusammensetzung des Restabfalls aus privaten Haushalten in der Landes-
hauptstadt Düsseldorf beleuchtet.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
11
Recyclinghöfe
Die Awista Kommunal GmbH3 betreibt im Auftrag der Stadt Düsseldorf derzeit drei
Recyclinghöfe (Lohausen, Flingern, Garath). Darüber hinaus gibt es Planungen zur
Errichtung eines vierten Recyclinghofs. Zur Verfügung steht dafür ein Grundstück
im Stadtteil Holthausen.
Dieses Grundstück ist mit einer Fläche von mehr als 8.000 m² mehr als doppelt so
groß wie der Recyclinghof Flingern und böte die Möglichkeit, mehr Wertstoffe sepa-
rat zu erfassen, als dies derzeit auf den bestehenden Recyclinghöfen in Düsseldorf
möglich ist. Weiterhin könnte - als Beitrag zur Abfallvermeidung - eine Halle zur
Annahme gut erhaltener Möbel und Haushaltsgegenstände errichtet werden.
Die Awista Kommunal ist beauftragt, auf Basis einer bereits bestehenden ersten
Projektskizze ein detailliertes Machbarkeitskonzept zu entwickeln. Der Fachaus-
schuss AÖE wird regelmäßig über den Fortschritt des Projektes einschließlich finan-
zieller Aspekte informiert und erhält Gelegenheit, über die weitere Entwicklung des
Projektes zu entscheiden.
Die mit der Awista GmbH geschlossenen Verträge sehen vor, dass der vierte Recyc-
linghof nach Fertigstellung in das Eigentum der Stadt übergeht und die Awista Kom-
munal dann über einen Erbbauvertrag die Funktion der Betreiberin übernimmt.
Rest- und Sperrmüll
Der Restabfall wird in Düsseldorf wöchentlich, in Einzelfällen auch zweiwöchentlich
gesammelt. Pro gemeldeter Person und Woche muss mindestens ein Restbehälter-
volumen von 20 l zur Verfügung stehen. Diese definierte Mindestausstattung soll u.
a. eine geordnete sowie umwelt- und ressourcenschonende Entsorgung des anfal-
lenden Restabfalls ermöglichen und sicherstellen und der Verlagerung von Restab-
fall in andere Sammelsysteme (insbesondere für Wertstoffe) oder den öffentlichen
Raum entgegenwirken.
3 Im folgenden nur noch Awista Kommunal genannt
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
12
Der Sperrmüll wird nach Terminvereinbarung einmalig gebührenfrei am Grundstück
abgeholt. Dabei können bis zu 2 m³ pro Kunde bereitgestellt werden. Zusätzlich ist
eine gebührenpflichtige Abgabe am Recyclinghof Flingern möglich.
Abbildung 4 zeigt einen stetigen Rückgang der einwohnerspezifischen Restabfall-
menge in Düsseldorf zwischen 2015 und 2023 auf, mit einem Minimum von
171 kg/(E*a) im Jahr 2023. 2024 stieg die Restabfallmenge auf 182 kg/(E*a). Die
aufgeführte Menge beinhaltet auch den über den Recyclinghof Flingern erfassten
Restabfall. Vergleichsweise konstant sind im betrachteten Zeitraum dagegen die
Sammelmengen für den Sperrmüll mit etwa 20 kg/(E*a). Durch den Einfluss der
Corona-Pandemie sind in 2020 und 2021 beim Sperrmüll steigende Mengen erkenn-
bar, diese fielen aber ab 2022 wieder auf das vor-Corona-Niveau.
Abbildung 4: Einwohnerspezifische Rest- und Sperrmüllmenge in Düssel-
dorf
Beim Restabfall wurde der langjährige Trend eines leichten Mengenrückgags durch
die Corona-Pandemie gestoppt. Ab 2022 ist dann aber ein deutlicher Rückgang er-
kennbar. Dies war bundesweit in vielen Städten und Kreisen zu beobachten. Zuletzt
war wiederum ein Anstieg der spezifischen Restabfallmenge zu verzeichnen.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
13
Bioabfall und Grünschnitt
Zur getrennten Erfassung von Bioabfall und Grünschnitt wurde in Düsseldorf flä-
chendeckend eine Biotonne eingeführt. Diese wird auf freiwilliger Basis angeboten
(eine Option, die auch der Abfallwirtschaftsplan NRW vorsieht), um eine möglichst
gute Bioabfallqualität mit geringen Störstoffanteilen zu gewährleisten. Anreize zur
Nutzung werden durch eine gebührenfreie Abfuhr im wöchentlichen Rhythmus (in
den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar 14-täglich) sowie eine mögliche
Reduzierung des vorgeschriebenen Restmüllbehältervolumens von 20 l auf 15 l pro
Einwohner und Woche geschaffen.
Grünschnitt kann auch in einem Umfang von bis zu 1 m³ an den Recyclinghöfen
abgegeben werden. Ergänzend werden in Düsseldorf regelmäßig Grünschnittsamm-
lungen auf öffentlichen Plätzen durchgeführt. Alternativ ist auch eine Abgabe direkt
bei der Kompostierungsanlage in Düsseldorf-Hamm möglich.
Über diese Sammelsysteme wurden 2024 etwa 19 kg/(E*a) an organischen Abfällen
über die Biotonne und etwa 12 kg/(E*a) an Grünschnitt erfasst. Abbildung 5 zeigt,
dass die einwohnerspezifische Bioabfallmenge in den von der Corona-Pandemie be-
troffenen Jahren 2020 und 2021 deutlich zunahm, das Mengenniveau wurde in den
Folgejahren gehalten.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
14
Abbildung 5: Einwohnerspezifische Bioabfall- und Grünschnittmenge in
Düsseldorf
Im Gegensatz dazu weist die einwohnerspezifische Grünschnittmenge einen Ab-
wärtstrend auf. Lag die erfasste Menge 2016 noch bei 15 kg/(E*a), wurden in 2024
noch ca. 12 kg/(E*a) gesammelt. Neben der Begründung durch starke Trockenpe-
rioden können die abnehmenden Grünschnittmengen und steigenden Bioabfallmen-
gen auch für eine Verlagerung der Grünschnittmenge in die Biotonne sprechen.
Altpapier, LVP und Altglas
Die Erfassung von Altpapier erfolgt in Düsseldorf im Holsystem über die blaue Pa-
piertonne. Diese wurde bis zum 31.03.2025 2-wöchentlich, seit dem 01.04.2025
wöchentlich geleert und ist im Teilservice gebührenfrei. Parallel kann Altpapier im
Bringsystem über Depotcontainer im öffentlichen Straßenraum und auf den Recyc-
linghöfen entsorgt werden. Über die gelbe Tonne (in Ausnahmefällen über gelbe
Säcke) werden Verpackungsabfälle aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien
gesammelt. Altglas wird nach Farben getrennt über Depotcontainer im öffentlichen
Straßenraum und auf den Recyclinghöfen gesammelt.
Die einwohnerspezifische Altpapiermenge hat in den letzten zehn Jahren sukzessive
abgenommen. Zwischen 2015 und 2021 war ein Rückgang von 56 auf 51 kg/(E*a)
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
15
zu verzeichnen. Bis zum Jahr 2024 fiel die Sammelmenge um weitere 10 kg/(E*a).
Dies ist vor allem auf ein geändertes Konsumverhalten der Bevölkerung zurückzu-
führen. Während die Anteile an („schweren“) Print-Medien im Sammelgemisch zu-
rückgehen, nehmen die voluminösen leichten Verpackungsanteile (z. B. Kartona-
gen) immer weiter zu. Der Rückgang der Sammelmengen ist also nicht auf Einflüsse
durch das Sammelsystem zurückzuführen.
Abbildung 6: Einwohnerspezifische Altpapier-, LVP- und Altglasmenge in
Düsseldorf
Die Sammelmengen von LVP und Altglas lagen in den Jahren zwischen 2015 und
2024 konstant zwischen 21 bis 24 kg/(E*a). Abbildung 6 zeigt den Verlauf der ein-
wohnerspezifischen Mengen für die drei genannten Wertstoffe.
Altholz, Altkleider und Altmetalle
Die Wertstoffe Altholz, Altkleider und Altmetalle können in der Stadt Düsseldorf an
den Recyclinghöfen abgegeben werden. Altholz wird zusätzlich im Zuge der Sperr-
müllsammlung getrennt gesammelt und verwertet. Die Altkleidersammlung erfolgt,
wie bundesweit üblich, auch über Depotcontainer im öffentlichen Straßenraum.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
16
Die Abbildung 7 zeigt die einwohnerspezifischen Altholz-, Altkleider und Altmetall-
mengen im Verlauf der letzten Jahre. Bei den erfassten Altmetallmengen sind über
die betrachteten Jahre keine nennenswerten Veränderungen erkennbar.
Abbildung 7: Einwohnerspezifische Altholz-, Altkleider- und Altmetall-
menge in Düsseldorf
Die Jahreslinie beim Altholz und den Altkleidern weist einen Rückgang der Sammel-
mengen auf. Bei den Altkleidern beträgt der Rückgang ca. 1 kg/(E*a), beim Altholz
lag die Differenz zwischenzeitlich bei rund 2,5 kg/(E*a) mit einem Minimum von
5,8 kg/(E*a) im Jahr 2020. Bis zum Jahr 2024 stieg die Altholzmenge auf
7,5 kg/(E*a) an.
Elektroaltgeräte und Schadstoffe
Für Elektroaltgeräte gibt es ein Holsystemangebot, bei dem Haushaltsgroßgeräte
und andere sperrige Elektro- und Elektronikgeräte im Zuge der Sperrmüllsammlung
getrennt erfasst werden. Zusätzlich stehen Abgabemöglichkeiten an den Recycling-
höfen bereit. Kleine elektrische Geräte können auch am Schadstoffmobil oder an
den einzelnen Sammelstellen im Stadtgebiet abgegeben werden. Zudem sind Her-
steller von Elektrogeräten verpflichtet, Altgeräte unabhängig vom Kaufort zur Ent-
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
17
sorgung anzunehmen. Die erfasste einwohnerspezifische Menge an Elektroaltgerä-
ten bewegte sich in Düsseldorf in den letzten Jahren zwischen 1,9 und 2,4 kg/(E*a).
Auch schadstoffhaltige Abfälle können auf den Recyclinghöfen abgegeben werden.
Kleinmengen nimmt darüber hinaus das Schadstoffmobil an. In den Jahren 2015 bis
2024 lag die erfasste einwohnerspezifische Schadstoffmenge zwischen 0,7 und
0,9 kg/(E*a).
Weitere Informationen zur Konzeption der Abfallsammlung in Düsseldorf können
dem Abfallwirtschaftskonzept der Stadt entnommen werden.
4.2 Vergleich der Düsseldorfer Siedlungsabfallmengen mit deutschen
Großstädten
Zur Einordnung der in der Stadt Düsseldorf erfassten Siedlungsabfallmengen erfolgt
ein bundesweiter Vergleich mit in anderen Großstädten gesammelten Abfall- und
Wertstoffmengen. Hierfür wird aufgrund der vorliegenden Datenlage als Bezugsjahr
das Jahr 2020 herangezogen. Um die Vergleichbarkeit und damit die Aussagekraft
zu erhöhen, erfolgt eine Gegenüberstellung nur mit Städten mit einer ähnlichen
Einwohnerdichte.
Da die Einwohnerdichte der Stadt Düsseldorf im Jahr 2020 bei 2.854 E/km² lag,
wurden für das Vergleichscluster nur Städte mit einer Einwohnerdichte > 2.000
E/km² ausgewählt. Die Abfallmengen der vergleichbaren Großstädte wurden aus
den Abfallbilanzen der jeweiligen Bundesländer entnommen. Durch diese Spiege-
lung der Daten ist eine bessere Einordnung und Bewertung des Status quo in der
Stadt Düsseldorf möglich. Darüber hinaus können ggf. auch mögliche Handlungs-
felder oder Ansatzpunkte für weitere Maßnahmen oder Aktivitäten identifiziert und
abgeleitet werden. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich bei dem Bezugsjahr 2020
um ein von der Corona-Pandemie betroffenes Jahr handelt. Das ist bei der grund-
sätzlichen Einordnung der Erfassungsmengen zu berücksichtigen.
In der nachfolgenden Abbildung ist die spezifische Restabfallmenge der Stadt Düs-
seldorf für das Jahr 2020 im bundesweiten Vergleich dargestellt.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
18
Abbildung 8: Vergleich der Restabfallmenge der Stadt Düsseldorf mit an-
deren Großstädten (Bezugsjahr 2020)
Mit 188 kg/(E*a) lag die spezifische Restabfallmenge in 2020 im Bereich des 25.
Perzentils und damit unter dem Mittelwert des Vergleichsclusters. Dies ist grund-
sätzlich als positiv zu werten, die vorliegenden Ergebnisse der Restabfallanalyse
zeigen aber deutlich, dass ungeachtet dessen noch große Wertstoffpotenziale im
Restabfall vorhanden sind. Zudem ist hier festzuhalten, dass in den meisten Städten
der Gewerberestmüll in diese Restabfallmenge miteinbezogen wird.
Neben der Restabfallmenge erfolgt auch für die Bio- und Grünabfallmenge der Stadt
Düsseldorf ein bundesweiter Vergleich. Hier liegt die Stadt Düsseldorf mit
25 kg/(E*a) deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt vergleichbarer Städte,
was auch in Verbindung mit der im Restabfall verbleibenden großen Organikmenge
zu sehen ist (vgl. Kapitel 6.3). Abbildung 9 zeigt die Ergebnisse des Vergleichs.
188 kg/(E*a)0501001502002503002.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000spezifische Erfassungsmenge [kg/(E*a)]Einwohnerdichte [E/km²]Restabfallmenge der Stadt Düsseldorf im Vergleich zu anderen GroßstädtenRestabfallRestabfall (Düsseldorf)25. PerzentilMittelwert
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
19
Abbildung 9: Vergleich der Bio- und Grünabfallmenge der Stadt Düsseldorf
mit anderen Großstädten (Bezugsjahr 2020)
Die Gesamtmenge von 25 kg/(E*a) an getrennt gesammelten organischen Abfällen
über die Biotonne (15 kg/(E*a)) sowie separat erfassten Grünabfällen (10 kg/(E*a)
ist als sehr niedrig zu werten. Hier ist ein deutlicher Hinweis im Hinblick auf eine
Intensivierung bzw. den Ausbau der Sammelsysteme für die organischen Fraktionen
ableitbar.
Im Mengenvergleich mit anderen Städten, die ein Zero-Waste-Konzept verfolgen,
weist Düsseldorf eine geringe Sammelmenge an getrennt erfassten Wertstoff- und
Abfallströmen auf. Vor allem die Bioabfallmenge liegt deutlich unter den Werten der
Vergleichsstädte, aber auch die erfassten Mengen an Grünschnitt, Altholz und Alt-
metallen sind unterdurchschnittlich. Die Wertstoffmengen für Altpapier, Leichtver-
packungen und Altglas entsprechen etwa dem Durchschnitt der anderen Groß-
städte. Bei den Altkleidermengen liegt die Stadt Düsseldorf geringfügig über dem
Durchschnitt (vgl. Abbildung 10).
Bei Betrachtung der aktuell separat erfassten Wertstoffmengen sowie Schadstoffen
wird deutlich, dass in der Landeshauptstadt Düsseldorf noch Potenziale zu heben
25 kg/(E*a)0204060801001201402.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000spezifische Erfassungsmenge [kg/(E*a)]Einwohnerdichte [E/km²]Bio- und Grünabfallmenge der Stadt Düsseldorf im Vergleich zu anderen GroßstädtenBio+GrünBio+Grün (Düsseldorf)75. PerzentilMittelwert
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
20
sind. In der nachfolgenden Abbildung sind die Erfassungsmengen aus Düsseldorf
anderen Städten gegenübergestellt. Die Gesamtmenge von etwa 160 kg/(E*a) liegt
dabei auf dem Niveau einer Vergleichsstadt, aber zum Teil deutlich unterhalb der
anderen Städte.
Abbildung 10: Vergleich der getrennt erfassten Wertstoff-/Abfallmengen
der Stadt Düsseldorf mit anderen Zero-Waste-Städten (Bezugs-
jahr 2020)
Das größte Mengendelta gibt es zur Stadt 3 mit 126 kg/(E*a), dort werden in der
Bio- und Grünabfallsammlung im Vergleich zu Düsseldorf Mehrmengen in einer Grö-
ßenordnung von 90 kg/(E*a) erfasst. In allen dargestellten Städten sind die Sam-
melmengen über die Biotonne höher als in Düsseldorf. Hier sind entsprechende Po-
tenziale für eine Steigerung der Recyclingquote und Stärkung der Ressourcenwirt-
schaft erkennbar.
Der Zero-Waste-Ansatz zielt aber nicht nur auf eine Reduzierung des Restabfalls
durch eine verbesserte Abschöpfung bzw. Verlagerung der enthaltenen Wertstoffe
in die dafür vorgesehenen Sammelsysteme ab, sondern strebt durch Vermeidungs-
effekte auch auf eine Verringerung der getrennt erfassten Wertstoffmengen durch
Reduzierung des im Umlauf befindlichen Gesamtpotenzials ab. Es wird also mit dem
160160207286206050100150200250300350Düsseldorf Stadt 1 Stadt 2 Stadt 3 Stadt 4[kg/(E*a)]
Mengenvergleich Zero-Waste-Städte 2020- getrennt erfasste Wertstoff- / Abfallströme -
ElektroaltgeräteSchadstoffeAltkleiderAltglasGrünschnittAltmetallAltholzAltpapierLVPSperrmüllBioabfall* keine Angaben zu Schadstoffmengen für Stadt 1 und Stadt 4
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
21
Blick auf die Ressourcenschonung ein Rückgang der Gesamtmenge an erfassten
Siedlungsabfällen (Restabfall + Wertstoffe) angestrebt.
4.3 Überblick über die Düsseldorfer Gewerbeabfälle
Die private Wirtschaft entsorgt ihre Abfälle und Wertstoffe im Wesentlichen über
den freien Markt. Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat auf diese Mengenströme
weder Zugriff noch Einfluss. Vergleichbare Abfälle aus städtischen Betrieben und
Einrichtungen können dagegen durchaus beeinflusst werden. Die im Folgenden auf-
geführten Abfälle sind lediglich diejenigen gewerblichen Abfälle aus Düsseldorf, die
über die Müll- und Sperrgutabfuhr sowie über Direktanlieferungen zur Müllverbren-
nungsanlage Düsseldorf (MVA) und zur Zentraldeponie Hubbelrath (ZDH) beseitigt
wurden. Außerdem sind die Abfälle aufgeführt, die zum Sonderabfallzwischenlager
angeliefert wurden sowie Kleinmengen schadstoffhaltiger Abfälle, die über den
Kleingewerbeservice gesammelt wurden. Die hier dargestellten Gewerbeabfallmen-
gen spiegeln demnach nur einen geringen Anteil der tatsächlich anfallenden Mengen
wider.
Die aufgeführten Gewerbeabfälle gliedern sich in drei Bereiche:
Siedlungsabfälle aus Gewerbe und Industrie
schadstoffhaltige Abfälle
Abfälle aus dem Baubereich zur Beseitigung
Die Abbildung 11 zeigt die Mengenentwicklung der Siedlungsabfälle aus Ge-
werbe und Industrie in den Jahren 2015 bis 2024. Den größten Anteil haben die
Restabfälle. Zwischen 2015 und 2019 war bzgl. der Restabfallmengen aus Gewerbe
und Industrie ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. In den von Corona beein-
flussten Jahren 2020 und 2021 nahm die Restabfallmenge kurzzeitig ab, stieg bis
zum Jahr 2024 jedoch wieder auf rund 34.000 Mg an.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
22
Abbildung 11: Mengen der Siedlungsabfälle aus Gewerbe und Industrie
2015 bis 2024
Den größten Mengenanteil bei den schadstoffhaltigen Abfällen hatten die Pro-
duktionsspezifischen Abfälle sowie die Sonderabfälle. Trotz einiger Schwankungen
lässt sich tendenziell ein leichter Mengenrückgang erkennen.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
23
Abbildung 12: Mengen der schadstoffhaltigen Abfälle 2015 bis 2024
So verringerte sich die datentechnisch erfasste Menge an produktionsspezifischen
Abfällen zwischen 2015 und 2023 um rund 16.000 Mg. Im Jahr 2024 stieg sie auf
17.013 Mg an. Die Menge an Sonderabfällen verringerte sich in den letzten zehn
Jahren um rund 7.000 Mg.
Bei den Abfällen aus dem Baubereich zur Beseitigung ergaben sich beim Bo-
denaushub die größten Mengenschwankungen (zwischen ca. 9.000 Mg und 66.000
Mg). Diese sind besonders von der wirtschaftlichen Entwicklung sowie den Bautä-
tigkeiten abhängig. Abbildung 13 zeigt neben dem Bodenaushub auch die durch die
Stadt Düsseldorf erfassten Mengen für Bau- und Abbruchabfälle sowie Straßenauf-
bruch.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
24
Abbildung 13: Mengen der Abfälle aus dem Baubereich zur Beseitigung
2015 bis 2024
Wie bereits erläutert, umfassen die seitens der Stadt Düsseldorf dokumentierten
Mengenströme aus dem gewerblichen Bereich nur einen kleinen Teil der tatsächlich
anfallenden Massen. Um eine orientierende Größenordnung über das tatsächliche
Mengenaufkommen zu erhalten, wurde zusätzlich eine Berechnung anhand von Li-
teraturwerten für zwei Abfallgruppen durchgeführt.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
25
Gemischte Gewerbeabfälle:
o Input in deutsche Abfallentsorgungsanlagen (2015): 5,8 Mio. Mg/a
ohne Abfälle aus Produktion und Verarbeitung
entspricht einer spezifischen Menge von etwa 77 kg/(E*a)
o bei Übertragung auf die Stadt Düsseldorf ergibt sich eine orientierende
Menge an gemischten Gewerbeabfällen von etwa 50.000 Mg/a
Bau- und Abbruchabfälle:
o bundesweite Gesamtmenge (2018): 218,8 Mio. Mg/a
entspricht einer spezifischen Menge von etwa 2.635 kg/(E*a)
o bei Übertragung auf die Stadt Düsseldorf ergibt sich eine orientierende
Menge an Bau- und Abbruchabfällen von etwa 1,73 Mio. Mg/a
Diese orientierende Berechnung verdeutlicht, dass aufgrund der immensen Men-
genströme erhebliche Potenziale für Abfallvermeidung und Ressourcenschonung im
gewerblichen Bereich zu heben sind. Gerade die Bau- und Abbruchabfälle sind daher
innerhalb des EU Circular Economy Actions Plans als prioritäres Handlungsfeld ge-
nannt. Wenn der direkte Einfluss durch die Stadt Düsseldorf in diesem Bereich auch
begrenzt ist, soll im Rahmen dieses Konzepts auch der gewerbliche Bereich adres-
siert werden.
Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht die Mengenrelevanz der gewerblichen Men-
genströme sehr anschaulich. Fasst man die Siedlungsabfallmenge von etwa
210.000 Mg/a und die orientierend ermittelten Mengen an gemischten Gewerbeab-
fällen sowie Bau- und Abbruchabfällen zusammen, beträgt der Anteil der Siedlungs-
abfallmenge gerade einmal 9 %. Dieser Umstand ist größtenteils den Bau- und Ab-
bruchabfällen geschuldet, welche im Vergleich zu allen anderen Abfallarten ein sehr
viel größeres Gewicht relativ zu ihrem Volumen aufweisen. Zusätzlich ist speziell für
Düsseldorf darauf hinzuweisen, dass die lokalen Deponiekapazitäten bis 2035 er-
schöpft sein werden.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
26
Abbildung 14: Orientierende Mengenverteilung Siedlungsabfall vs. ge-
werbliche Abfälle
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
27
5 Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Düsseldorf
5.1 Zero-Waste-Aktivitäten der Stadt Düsseldorf
Das Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf leistet seit Jahren eine intensive
Öffentlichkeitsarbeit. Sie soll Verständnis für die Arbeit der Akteure wecken sowie
abfallwirtschaftliche Hintergründe verdeutlichen. Die Öffentlichkeitsarbeit erstreckt
sich von der Beratung zum abfallarmen Einkauf bis hin zur Beratung der Wohnungs-
baugesellschaften.
Die Beratung umfasst planerische, konzeptionelle und organisatorische Tätigkeiten,
ergebnis- und zielgruppenorientierte Beratung, pädagogische Aufgaben und Ver-
waltungstätigkeiten. Ziel ist, die Abfallvermeidung und -verwertung zu fördern und
Abfälle, die weder vermieden noch verwertet werden können, einer ordnungsgemä-
ßen Behandlung und Beseitigung zuzuführen. Von entscheidender Bedeutung ist es,
die Abfallerzeuger zu informieren und zur Vermeidung und Verwertung zu motivie-
ren. Die Zielgruppen sind die privaten Haushalte, Kindergärten, Schulen, Woh-
nungswirtschaft sowie sonstige nicht gewerbliche Institutionen. Das Umweltamt
führt die Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam mit Awista Kommunal
und der Verbraucherzentrale NRW durch. Die genannten Institutionen sind An-
sprechpartner u. a. für alle Fragestellungen zur Abfallvermeidung und -trennung,
zu Verwertungsmöglichkeiten und zur Entsorgung. Die Stadt fördert darüber hinaus
private Initiativen, die sich für den Umweltschutz einsetzen oder auch zur Abfall-
vermeidung beitragen.
Den seit über 40 Jahren verliehenen Umweltpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf
erhielt 2024 der Verein GarageLab. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis ehrte hiermit
das "langjährige, kontinuierliche ehrenamtliche Engagement mit vielseitigen Pro-
jekten für mehr Nachhaltigkeit und umweltbewusste Ressourcennutzung". Im Jahr
2011 wurde GarageLab e. V. gegründet. Mit 400 Mitgliedern kann der Verein als
größter "Makerspace", ein offener Raum für kreative Projekte und technologische
Experimente, im Bundesland NRW gelten. Seinen Sitz hat GarageLab e. V. an der
Birkenstraße 23 in Düsseldorf-Flingern. Im Makerspace treffen sich technikbegeis-
terte Menschen aller Altersgruppen und unterschiedlichster Hintergründe. Selber-
machen, reparieren und in Eigenarbeit verbessern ist die Devise. Workshops und
Kurse bieten Raum und Ausstattung für innovative Projekte mit Umweltbezug. Fahr-
radwerkstatt, Holzwerkstatt, Keramik- oder Metallwerkstatt sind vorhanden. Auch
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
28
das wohl bekannteste Repair-Café der Stadt am letzten Samstag jeden Monats ist
Teil von GarageLab. „Der Verein fördert durch sein Engagement ökologische, öko-
nomische und soziale Nachhaltigkeitsziele, bindet viele Menschen produktiv ein und
ist fraglos ein Düsseldorfer Leuchtturmprojekt", so das Fazit von Jochen Kral.
Bei Veranstaltungen auf städtischen Flächen und im öffentlichen Raum wird auf die
Verwendung von Mehrwegbehältnissen entsprechend der Abfallsatzung der Landes-
hauptstadt Düsseldorf hingewirkt. Die Umsetzung dieser Vorgabe ist in Bezug auf
Mehrwegbecher in den städtischen Hallen etabliert. In 2024 wurde das Einwegver-
bot für Geschirr auf der Rheinkirmes, dem Japantag, der Fanzone der EM und dem
Weihnachstmarkt erfolgreich umgesetzt.
5.2 Weitere Zero-Waste-Aktivitäten in der Landeshauptstadt
Düsseldorf
Um eine Übersicht über die bereits bestehenden Aktivitäten im Bereich Zero Waste
für die Landeshauptstadt Düsseldorf zu erhalten, erfolgten gezielte Abfragen bei
Netzwerken und Akteuren, wie bspw. beim Bündnis für Nachhaltigkeit, Verbänden
der Wirtschaft, des Handels und des Handwerks. Darüber hinaus wurden umfang-
reiche Desktop-Recherchen durchgeführt. Dabei wurde nach Initiativen, Vereinen,
Unternehmen und Akteuren recherchiert, die in diesem Bereich tätig sind. Informa-
tionsquellen waren u. a. die Webseiten der vorgenannten Gruppen.
Kernstück der Ergebnisse war der Aufbau einer umfassenden, dynamischen Aktivi-
tätenliste, die alle identifizierten Tätigkeiten enthält. Diese Ergebnisliste ist nicht als
vollständige Liste aller bereits bestehenden Initiativen, Vereine, Unternehmen, Ak-
teure und Maßnahmen im Bereich Zero Waste zu verstehen, da nicht alle Aktivitäten
immer öffentlich bekannt sind. Als „dynamische Liste“ kann die Übersicht weiterge-
führt und aktualisiert werden.
Insgesamt wurden 36 Zero-Waste-Aktivitäten in der Landeshauptstadt Düsseldorf
identifiziert.4 Die Liste der Zero-Waste-Aktivitäten enthält verschiedene Kriterien,
anhand derer eine Einordnung und auch eine Auswahl erfolgen kann. Dazu wurden
folgende Kriterien vorgesehen:
4 Stand Februar 2023
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
29
Fokussierte Stoffströme
Art der Aktivität / Maßnahme
Betroffener Sektor
Kategorie der Aktivität
Im folgenden Kapitel werden die genannten Kriterien näher erläutert. Eine Gesamt-
übersicht der Aktivitäten kann dem Anhang entnommen werden.
5.3 Einordnung der aktuellen Maßnahmen in Düsseldorf
Die nachfolgend dargestellten Auswertungen basieren auf der zuvor beschriebenen
Aktivitätenliste und orientieren sich an den verschiedenen zuvor definierten Krite-
rien.
Bewertung nach fokussierten Stoffströmen
Von den in der Stadt Düsseldorf bereits vorhandenen Zero-Waste-Aktivitäten ad-
ressieren die meisten nicht einen einzelnen Stoffstrom, sondern beinhalten einen
abfallübergreifen-den Ansatz. Als Beispiel können hier Repair-Cafés oder Angebote
zur Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger genannt werden. Abbildung 15 gibt eine
Übersicht über die Stoffströme, die durch die identifizierten Aktivitäten in der Stadt
Düsseldorf fokussiert werden.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
30
Abbildung 15: Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten nach fokussiertem
Stoffstrom
Bewertung nach Art der Aktivität / Maßnahme
Die Auswertung der identifizierten Aktivitäten zeigt eine umfangreiche Verteilung
der unter-schiedlichen Maßnahmenarten. Diese reicht von Mehrwegsystemen über
Angebote bzgl. Pädagogik und Bildung bis hin zur Digitalisierung. Eine Darstellung
der in Düsseldorf etablierten Maßnahmenarten erfolgt in Abbildung 16.
Abfälle übergreifendVerpackungenPapierBio- & Grünabfall / LebensmittelAlttextilienElektroaltgeräteSperrmüll
STOFFSTROM
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
31
Abbildung 16: Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten nach Art / Maßnahme
Bewertung nach adressierten Sektoren
Die identifizierten Aktivitäten in der Stadt Düsseldorf können folgenden Sektoren
zugeordnet werden:
Öffentliche Verwaltung, Politik und Bildung
Gastronomie, Handel und Events
Haushalte, Wohnen, Sozialträger und Vereine
Gewerbe / Betriebe, Bau und Industrie
Im Rahmen eines umfangreichen Zero-Waste-Konzepts ist es wichtig, alle Sektoren
in die Betrachtung einzuschließen und bei der Festlegung weiterer Zero-Waste-Maß-
nahmen zu berücksichtigen.
AbfallsammlungMehrwegsystemPädagogik/BildungRepair-Café/WerkstattSecond-Hand-BekleidungTauschen/Schenken/MietenUmweltmanagementUnverpacktDigitalisierung
MAßNAHME
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
32
Bewertung nach Kategorie
Hinsichtlich des Effekts ließen sich die in der Stadt Düsseldorf identifizierten beste-
henden Zero-Waste-Aktivitäten in folgende Kategorien einteilen:
Abfallvermeidung
Abfallreduzierung
Re-Use und Vorbereitung zur Wiederverwendung
Recycling
Orientiert an der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) sollte der
Fokus vor allem auf der Vermeidung und der Reduzierung von Abfällen liegen.
5.4 Ausbaupotenzial bei aktuellen Maßnahmen
Die Analyse des Status quo zeigt, dass die Themen Abfallvermeidung und -reduzie-
rung in der Stadt Düsseldorf teilweise bereits in der Gesellschaft verankert sind.
Dies ist u. a. auf die ins Leben gerufenen Aktivitäten zurückzuführen. Die Analyse
zeigt jedoch auch, dass noch Ausbaupotenzial besteht, welches nicht nur hinsichtlich
des Handlungsbereichs der Stadt, sondern in Bezug auf jeden einzelnen Sektor (vgl.
Kapitel 5.3) zu verstehen ist.
Positiv zu bewerten ist der hohe Anteil an Aktivitäten, die auf die Abfallreduzierung
abzielen. Mit einer Stärkung der grundsätzlichen Abfallvermeidung und dem Ausbau
der Recyclingmaßnahmen besteht darüber hinaus noch weiteres Potenzial.
Hinsichtlich der Stoffströme ist bereits ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten
vorhanden. Hier sollte der Fokus verstärkt auf Stoffströme mit einem großen Anteil
an der Gesamtabfallmenge der Stadt Düsseldorf und einem entsprechend großen
Potenzial gelegt werden.
Eine Gesamterörterung der bestehenden Abfallvermeidungspotenziale in der Stadt
Düsseldorf folgt in Kapitel 6.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
33
6 Identifikation von Abfallvermeidungspotenzialen
Die Abfallvermeidungspotenziale in der Landeshauptstadt Düsseldorf werden von
einer Vielzahl verschiedener Faktoren beeinflusst. Es bestehen Abhängigkeiten von
der demographischen Entwicklung der Stadt, der derzeitigen Ausgestaltung der
Sammelsysteme für Abfälle und Wertstoffe, gesetzlichen Vorgaben oder der wirt-
schaftlichen Entwicklung. Diese Einflussgrößen werden nachfolgend erläutert und
deren Auswirkungen auf die Abfallvermeidung abgeschätzt.
6.1 Entwicklungen und Auswirkungen auf die Abfallmengen
Die Bevölkerungszahl in der Landeshauptstadt Düsseldorf steigt seit vielen Jahren
kontinuierlich an. Im Jahr 2024 waren in Düsseldorf 632.867 Einwohner gemeldet.
Die Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik und Wahlen der Landeshaupt-
stadt Düsseldorf berücksichtigt neben der steigenden Lebenserwartung u. a. auch
Zu- und Fortzüge. Die prognostizierte Einwohnerzahl für 2035 liegt bei 702.500,
was einem Bevölkerungszuwachs im Vergleich zu 2024 von etwa 11 % entspricht.
Dabei wächst insbesondere der Anteil der älteren Stadtbevölkerung mit über 65
Jahren überproportional an. Etwa 50 % der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger
leben in Single-Haushalten, etwa 30 % in 2-Personen-Haushalten. Tendenziell
nimmt der Anteil der Bevölkerung in dieser Haushaltsgrößengruppe in Düsseldorf
noch weiter zu. Single-Haushalte haben ein spezifisch überdurchschnittliches Ab-
fallaufkommen, dies gilt auch für Haushalte mit älteren Menschen.
Diese demographischen Entwicklungen sind dabei zwischen den Stadtteilen durch-
aus unterschiedlich. So ist z. B. in Heerdt, Hamm und Benrath von einem Bevölke-
rungsanstieg um etwa 30 % auszugehen. Auch die Entwicklung der Altersstruktur
ist in den Stadtteilen nicht einheitlich. Dies wirkt sich auf die stadtteilspezifische
Entwicklung von Abfallmengen aus.
Hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen wurden in den letzten Jahren und
aktuell verschiedene gesetzliche Maßnahmen ergriffen. Das Verpackungsgesetz for-
dert seit 2019 eine Mehrwegquote von 70 % für Getränkeverpackungen, um dem
rückläufigen Angebot an Mehrwegflaschen entgegenzuwirken. Die Einwegpfand-
pflicht wurde ab 2022 auf Säfte, Nektar, Smoothies und Energydrinks erweitert und
umfasst ab 2024 auch Milchgetränke, allerdings nicht für Glasflaschen und Geträn-
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
34
kekartons. Zur Reduzierung von Verpackungen wird die Nutzung von Mehrwegfla-
schen und der Verzicht auf abgefülltes Wasser (z.B. durch Trinkwasserspender)
empfohlen.
Seit Juli 2021 verbietet die Einwegkunststoffverbotsverordnung bestimmte Einweg-
kunststoffprodukte wie Trinkhalme, Plastikeinwegbesteck und Styropor-To-Go-Ver-
packungen. Ab Januar 2023 gilt die Mehrwegangebotspflicht für „sofort-verzehrfer-
tige“ Speisen und Getränke. Gastronomiebetriebe, Frischetheken, Märkte und Kan-
tinen müssen dann auch Mehrwegverpackungen anbieten. Kleinere Läden sind von
dieser Pflicht ausgenommen. Diese Regelung soll zu einer Reduzierung von Abfällen
beitragen. Weitere Mehrwegpflichten für andere Stoffgruppen (z. B. Transportver-
packungen wie Paletten, Versandverpackungen sowie Einweg-Glasverpackungen für
Lebensmittel) werden auf EU- und nationaler Ebene diskutiert.
Die EU-Ökodesign-Richtlinie verlangt seit März 2021, dass Ersatzteile und Repara-
turanleitungen für große elektrische und elektronische Haushaltsgeräte (Kühlge-
räte, Waschmaschinen und –trockner, Geschirrspüler, Fernsehgeräte, Leuchten, …)
mindestens sieben bis zehn Jahre verfügbar sein müssen. Ziel ist es, die Nutzungs-
dauer dieser Geräte zu verlängern und die Weiter- bzw. Wiederverwendung zu för-
dern. Ende April hat das EU-Parlament das Recht auf Reparatur beschlossen. Die
Vorschriften präzisieren die Reparaturpflichten der Hersteller und setzen Anreize für
die Verbraucher und Verbraucherinnen, Produkte zu reparieren, damit sie länger
halten und verwendet werden.
Bau- und Abbruchabfälle sind der größte Abfallstrom und werden im EU Circular
Economy Action Plan (neben z. B. Verpackungen und Textilien) als prioritär genannt.
Das Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen fordert, dass Konstruk-
tionen und Materialien nach dem Rückbau hochwertig verwertet werden können.
Abfallrechtsbehörden und öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger sollen sicherstel-
len, dass Aushubmassen möglichst vor Ort verwendet werden. Für Baumaßnahmen
mit größeren Bodenaushubmassen (mehr als 500 m³) sind Abfallverwertungskon-
zepte erforderlich.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
35
6.2 Ansatzpunkte für die Landeshauptstadt Düsseldorf
Aufgrund dieser demographischen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass ohne
eine Intensivierung der Abfallvermeidung durch konkrete Maßnahmen die Sied-
lungsabfallmengen in Düsseldorf zukünftig ansteigen werden. Diese Kenntnis ist für
Kampagnen und Maßnahmen in Richtung Abfallvermeidung von großer Bedeutung,
damit diese den Zielgruppen entsprechend (z. B. Familien, ältere Menschen oder
jüngere Bevölkerungsschichten) ausgestaltet werden können.
Auch die frühzeitige Berücksichtigung von modernen und effizierten Entsorgungs-
konzeptionen, bereits in der frühen Planungsphase von Quartieren und Zero-Waste-
Ideen in Bezug auf die Gestaltung des Wohnumfelds (z. B. Flächen für urban gar-
dening, Tausch- und Verschenkeinrichtungen etc.), kann wichtige Impulse für Ab-
fallvermeidung und den Ressourcenschutz setzen.
Das 2020 verabschiedete Kreislaufwirtschaftsgesetz legt stärkeren Fokus auf die
Abfallhierarchie und Maßnahmen vor dem Recycling. Beispielsweise soll Sperrmüll
so erfasst werden, dass eine Vorbereitung zur Wiederverwendung und zum Recyc-
ling möglich ist (KrWG § 20 Absatz 2 Nr. 7). Hier haben die öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger Spielraum für die Umsetzung, wie durch Hinweise auf Ge-
brauchtwarenhäuser oder Repair-Cafés sowie durch eine schonende Erfassung.
Für Baumaßnahmen mit größeren Bodenaushubmassen (mehr als 500 m³) sind Ab-
fallverwertungskonzepte erforderlich. Städte und Kreise können durch eigene Maß-
nahmen und Aufklärung, Vernetzung und Förderung unterstützen. Die Schaffung
von Netzwerken zwischen Unternehmen in der Baubranche und die frühzeitige Be-
rücksichtigung von Zero-Waste-Ansätzen bei der Planung und Erstellung von Bau-
projekten bietet ein großes Potenzial Materialien direkt wiederzuverwenden.
6.3 Potenziale bei der Abfallsammlung und den Erfassungssystemen
In Düsseldorf werden für alle relevanten Wertstoffarten aus privaten Haushalten
flächendeckende Getrennterfassungssysteme angeboten. Die haushaltsnahe Erfas-
sung im Holsystem wird für Altpapier und Bioabfall praktiziert, die Benutzung der
Sammelbehälter für Bioabfall ist freiwillig. Ergänzend kann Altpapier auch an De-
potcontainerstandorten sowie auf den Recyclinghöfen abgegeben werden. Bei der
Nutzung einer Biotonne oder bei nachgewiesener Eigenkompostierung kann das
Mindestgefäßvolumen für Restmüll auf Antrag von 20 Litern auf 15 Liter pro Woche
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
36
und Person reduziert werden. Damit wird gezielt ein Anreiz zur Nutzung der Bio-
tonne oder der Eigenverwertung von organischen Abfällen auf dem Grundstück ge-
setzt. Der Anschlussgrad an die Biotonne ist im Stadtgebiet noch eher gering, daher
sind die bisher getrennt erfassten Mengen auch unterdurchschnittlich. Zur Erhöhung
der Systemakzeptanz ist ab 2025 eine Verkürzung des Leerungsintervalls vorgese-
hen (s. Kap. 6.4.1).
Die Kenntnis über die detaillierte Zusammensetzung des Restabfalls ist eine wich-
tige Grundlage zur Identifizierung von Abfallvermeidungspotenzialen und der Ablei-
tung möglicher Maßnahmen. Die spezifische Restabfallmenge aus privaten Haushal-
ten beträgt in Düsseldorf etwa 150 kg/(E*a). Bei Berücksichtigung des im Rahmen
der Sammlung miterfassten Geschäftsmülls von etwa 16 % ergibt sich eine spezifi-
sche Jahressammelmenge von 182 kg/(E*a). Die Ergebnisse einer aktuellen Ana-
lyse des Restabfalls aus privaten Haushalten zeigen, dass zum Teil noch erhebliche
Wertstoffpotenziale im Restabfall enthalten sind.
Abbildung 17: Restabfallzusammensetzung in der Stadt Düsseldorf5
5 INFA 2024: Durchführung einer Schüttdichten- und Abfallanalyse von Restabfall in der Stadt
Düsseldorf
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
37
Demnach besteht der Restabfall zu ca. 35 % aus verwertbaren organischen Abfällen
(überwiegend Küchen- und Nahrungsabfälle) und weiteren etwa 10 % an verpack-
ten Lebensmitteln. Weitere 27 % des Restabfalls sind trockene Wertstoffe wie zum
Beispiel Kunststoffe, Metalle, Verbunde, Papier, Glas, Textilien oder Elektrogeräte.
Nur etwa 26 % bestehen aus Materialien, für die es kein Getrennterfassungssystem
gibt und daher eine Entsorgung über den Restabfall vorgesehen ist.
Die aktuellen Getrennterfassungsquoten (bezogen auf die getrennt erfasste Menge
eines Wertstoffs und dessen noch im Restabfall enthaltene Menge) liegen z. B. bei
Altpapier bei etwa 75 %, bei den organischen Abfällen dagegen nur bei etwa 25 %.
Dies verdeutlicht insbesondere das erhebliche, noch im Restabfall befindliche Orga-
nikpotenzial. Insgesamt liegt die aktuelle Getrennterfassungsquote auf Grundlage
der Statuserhebung in Kapitel 4 bei etwa 40 %.
Eine Reduzierung der Restabfallmengen kann einerseits durch eine verstärkte Ab-
schöpfung von Wertstoffen über die verschiedenen Wertstoffsammelsysteme er-
reicht werden. Darüber hinaus bestehen Vermeidungspotenziale insbesondere bei
Lebensmittelabfällen, Kunststoffen, Altpapier und grundsätzlich Verpackungen, die
zu einer Reduzierung der Gesamtmenge an Siedlungsabfällen führen würden.
Der anfallende Sperrmüll wurde im Jahr 2019 einer qualitativen Sichtung unterzo-
gen. Dabei wurde ein Anteil von 53 % an Holz sowie Polster- und Verbundmöbeln
festgestellt. Um das große Potenzial an Altholz einer höherwertigen Verwertung zu-
führen zu können, wird diese Fraktion im Rahmen der Sperrmüllabfuhr separat mit
einem gesonderten Fahrzeug getrennt vom sonstigen Sperrmüll eingesammelt. Die
Ergebnisse der Analyse sind in Abbildung 18 dargestellt.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
38
Abbildung 18: Sperrmüllzusammensetzung in der Stadt Düsseldorf6
Daneben besteht der Sperrmüll im Wesentlichen aus Teppichen, Kunststoffen, Me-
tallen und Matratzen. Einschätzungen zum Wiederverwendungspotenzial im Sperr-
müll ergaben einen Wert von etwa 9 Gew.-%.
6.4 Maßnahmen parallel zum Zero-Waste-Konzept
6.4.1 Anpassung von Leerungsintervallen für Bioabfall und Altpapier
Leerungsintervalle sind eine wesentliche Stellschraube für die Akzeptanz von Sam-
melsystemen bei den Bürgerinnen und Bürgern und beeinflussen die Intensität der
Nutzung und somit auch die Menge der über diesen Weg getrennt erfassten Wert-
stoffe. Dies gilt insbesondere für die Sammlung von Bioabfällen über die Biotonne.
Eine Zielsetzung des Zero-Waste Konzepts in Düsseldorf ist die Reduzierung der
organischen Abfälle im Restabfall und deren stoffliche Verwertung. Dies gilt insbe-
sondere für die Küchen- und Nahrungsabfälle, deren Abschöpfung in größerem Um-
fang nur über eine attraktive Biotonne gelingen kann. Da perspektivisch auch eine
Vorbehandlung des Düsseldorfer Restabfalls mit dem Ziel einer technischen Abtren-
nung von noch enthaltenen Wertstoffen (wie z. B. Kunststoffen) angestrebt wird,
kommt dem Entzug der überwiegend feuchten organischen Fraktionen eine zusätz-
liche Bedeutung zu, da die Vorbehandlung von „trockenem“ Restabfall effizienter
6 INFA 2019: Zusammensetzung des Restabfalls und des Sperrmülls in der Stadt Düsseldorf
Bezugsjahr 2019
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
39
umgesetzt werden kann. Um die Attraktivität der Biotonne für die Bürgerinnen und
Bürger in Düsseldorf weiter zu steigern, wird die Biotonne ab 2025 im Zeitraum
März bis November wöchentlich geleert. Durch die Verkürzung der Standzeit (aktuell
ganzjährig 2-wöchentlich) soll die Anschlussquote an die Biotonne erhöht und pa-
rallel die Motivation zur getrennten Erfassung der Küchen- und Nahrungsabfälle ge-
steigert werden. Gerade die küchenstämmigen Abfälle werden wegen Bedenken
hinsichtlich Geruch und Hygiene, insbesondere in den „wärmeren“ Monaten, vielfach
über den Restabfall entsorgt.
Auch bei der Erfassung des Altpapiers über die Papiertonne wird die aktuelle 2-
wöchentliche Leerung ab 2025 auf ein wöchentliches Intervall umgestellt. Durch die
damit erreichte Erhöhung des spezifischen Behältervolumens wird eine bessere Ab-
schöpfung der noch im Restabfall enthaltenen Altpapierpotenziale angestrebt. Ge-
rade in städtischen Strukturen mit begrenzten Flächen für Behälterstandplätze kann
über diese Maßnahme dem seit Jahren steigenden Volumenbedarf durch die Zu-
nahme sperriger Kartonagen bei der Sammlung des Altpapiers begegnet werden.
Die Aufstellung von zusätzlichen Behältern ist häufig nicht möglich und hat zur
Folge, dass bei einer vollen Papiertonne weitere Mengen „zwangsläufig“ auch über
den Restabfallbehälter entsorgt werden und für die stoffliche Verwertung verloren-
gehen.
6.4.2 Einführung der Wertstofftonne
Die Verpackungsleichtstoffe aus Kunststoff und Metall sowie deren Verbunde wer-
den in Düsseldorf über die gelbe Tonne gesammelt. Ab dem 01.01.2025 ist die gelbe
Tonne für die Miterfassung der stoffgleichen Nichtverpackungen geöffnet, und damit
die Wertstofftonne in Düsseldorf eingeführt. Durch die Erhöhung des Entsorgungs-
komforts für die Bürgerinnen und Bürger werden zusätzliche Wertstoffmengen einer
stofflichen Verwertung zugeführt. Auswertungen der Daten anderer Städte zeigen,
dass dadurch eine Steigerung der Sammelmengen in einer Größenordnung von 4-6
kg/(E*a) erreicht wird. Diese Mehrmenge wird nahezu ausschließlich aus der grauen
Tonne abgeschöpft und führt daher zu einer Reduzierung des Restabfalls und einer
Steigerung der Recyclingquote.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
40
6.4.3 Teilvergärung des Bioabfalls
Aktuell werden die in der Landeshauptstadt Düsseldorf über die Biotonne erfassten
organischen Abfälle sowie der separat erfasste Grünabfall in einer Kompostierungs-
anlage verwertet (KDM Kompostierungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH). Seit
dem 01.01.2025 erfolgt bei der KDM eine Separierung der angelieferten Bioabfälle
in zwei Mengenströme. Etwa 35 % der Anlieferungsmenge werden dann einer Ver-
gärungsanlage der Reterra GmbH in Erftstadt zugeführt. Im Rahmen des Vergä-
rungsprozesses wird Biogas erzeugt, das anschließend über ein BHKW zu Strom und
Wärme umgewandelt wird. Der nach der Vergärung übrigbleibende Gärrest kann
entweder als flüssiges Gärprodukt oder nach einer anschließenden Kompostierung
als festes Gärprodukt vermarktet werden. So entsteht eine Kaskadennutzung, in
der zunächst der Energiegehalt und anschließend die stofflichen Eigenschaften des
Bioabfalls genutzt werden. Die restlichen 65 % verbleiben vor Ort und werden wei-
terhin kompostiert.
6.4.4 Aufbereitung des Straßenkehrichts
Ein weiterer Ansatz zur Steigerung der Wiederverwertung von Abfällen ist die Auf-
bereitung von Teilen des Straßenkehrichts ab dem 01.01.2025. Im Jahr 2024 betrug
die Menge an erfasstem Straßenkehricht in Düsseldorf etwa 16.000 Mg, dies sind
ca. 25 kg/(E*a) und entspricht in etwa der Mengen an getrennt gesammelten Bio-
und Grünabfällen. Ziel ist, die im Straßenkehricht enthaltene Menge mineralischer
Bestandteile, die etwa 60 – 80 % des Kehrichts ausmachen, auszuschleusen und
nach Aufbereitung z. B. im Straßenbau einzusetzen.
6.4.5 Pilotprojekt zur Sortierung und Verwertung der Papierkorbabfälle
Die Abfälle aus den im öffentlichen Raum installierten Papierkörben werden aktuell
in der Müllverbrennungsanlage thermisch verwertet. Eine in Düsseldorf im Jahr
2018 durchgeführte Analyse hat gezeigt, dass Altpapier und Kunststoffe einen Anteil
von jeweils etwa 10 % an der Gesamtmenge haben. Darüber hinaus sind viele Wert-
stoffverbunde, wie z. B. To-Go- oder Fastfood-Verpackungen, Getränkebecher oder
Pizzakartons enthalten. Die Möglichkeiten einer Sortierung der Papierkorbabfälle mit
einer nachgelagerten stofflichen Verwertung ausgewählter Wertstoffe soll in einem
Pilotprojekt untersucht und bewertet werden. Auch hier könnte ein wirksamer Bei-
trag zur Reduzierung der Verbrennungsmenge und einer Steigerung der Recycling-
quote geleistet werden. Ein Feinkonzept wird hierzu von der Awista Kommunal er-
stellt werden.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
41
7 Der Zero-Waste-Zielkatalog
7.1 Anforderungen an die Landeshauptstadt Düsseldorf
Das Amt für Umwelt und Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde
vom Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und
Bevölkerungsschutz beauftragt, ein Zero-Waste-Konzept für die Landeshauptstadt
Düsseldorf zu erstellen. Mit diesem Konzept soll mit Beteiligung der Öffentlichkeit,
lokal agierender Initiativen und Unternehmen das vorhandene Potenzial der Abfall-
vermeidung und -verwertung in Düsseldorf erschlossen werden. Dabei sollen im
Hinblick auf konkrete Ziele realistisch umsetzbare Maßnahmen entwickelt werden,
die relevante Abfallvermeidungswege auch für Bereiche wie Gewerbe, Handel und
Industrie aufzeigen. Im Fokus stehen neben einer grundsätzlichen Stärkung und
Ausweitung der Abfallvermeidung insbesondere eine Reduzierung der Lebensmittel-
verschwendung und der Organikmengen im Restabfall sowie eine Verbesserung und
Ausweitung der Getrenntsammlung an Textilien und Kunststoffen, die eine Steige-
rung der Recyclingquote bedingen. Stadt und Politik sollen hierbei als Vorbild für
eine Abfallvermeidung und bessere Wertstofferfassung fungieren.
7.2 Zertifizierung, Anforderungen von Zero Waste Europe
Städte können sich durch die Mission Zero Academy (MiZA) als „Zero-Waste-City
zertifizieren lassen. Der Zertifizierungsprozess umfasst neben der Erarbeitung des
Zero-Waste-Konzepts eine zweijährige Umsetzungsphase, in der festgelegte Maß-
nahmen durchzuführen und die konkreten Ziele zu erfüllen sind. Bei erfolgreicher
Umsetzung erfolgt die Ausstellung eines Zertifikats durch die Mission Zero Academy
und die Aufnahme in die Runde der Europäischen Zero Waste Cities. Anschließend
werden jährlich die Fortschritte im Hinblick auf die initiierten Maßnahmen und for-
mulierten Ziele kontrolliert. Dem Zertifikat liegen einheitliche Qualitätsstandards
und klare Kriterien zugrunde, sodass ein nachvollziehbarer und gemeinsamer Rah-
men geschaffen wird.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
42
Eine Zertifizierung durch die Mission Zero Academy erfolgt in fünf Schritten:
1. Interessenbekundung: Bewerbung bei der Mission Zero Academy
2. Verpflichtung: Erstellung einer Roadmap gemäß Anforderungen von ZWE.
Erwerb des Status einer Waste Candidate City
3. Umsetzung: Innerhalb von 2 Jahren Umsetzung der Anforderungen an eine
Zertifizierung
4. Zertifizierung: Bei positiver Beurteilung Erhalt des Status Zero-Waste-Cer-
tified-City
5. Jährliche Weiterentwicklung: Durchführung jährlicher Optimierungen mit
Ergebnisüberwachung. Alle drei Jahre erfolgt ein neuer Auditprozess zur Be-
stätigung der Zertifizierung. Es besteht die Möglichkeit im Rahmen eines 5-
Sterne-Programms auch eine höhere Stufe zu erreichen.
Diese Vorgehensweise verdeutlicht, dass der Status einer Zero-Waste-Certified-City
erst nach einem über mehrere Jahren laufenden Prozess erreicht werden kann. Bei
der Erstellung dieses Konzepts wurden die Anforderungen des Zero Waste Master-
plans (Leitfaden von Zero Waste Europe) berücksichtigt. Die Zero-Waste-Anforde-
rungen sind im Anhang beigefügt.
7.3 Methodisches Vorgehen bei der Zieldefinition
Zur Ziel- und Schwerpunktsetzung wurden Politik, Verwaltung, wichtige Stakeholder
sowie die Zivilgesellschaft und die Organisation Zero Waste Europe eingebunden.
Die wesentlichen Abstimmungstermine waren:
Abstimmungstermine zur Ziel- und Schwerpunktsetzung mit dem Beigeord-
neten, der Umweltamtsleitung, dem Zero-Waste-Manager, der Abteilungslei-
tung Kommunale Abfallwirtschaft und dem Bündnis für Nachhaltigkeit im
Februar und März 2023
Vorstellung und Abstimmung der Vorgehensweise und der Berücksichtigung
und Einbindung von vorhandenen Aktivitäten und Akteuren mit dem Nach-
haltigkeits-beirat am 25.03.2023
Durchführung von drei Workshops im Sommer 2023 mit gezielter Einladung
von Schlüsselpartnern und öffentlicher Einladung der Zivilgesellschaft
Workshop mit dem Zero-Waste-Manager der Stadt Düsseldorf, dem Pro-
jekt-Team und Vertreterinnen und Vertretern der Organisation Zero Waste
Europe am 18.12.2023
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
43
Vorstellung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Ab-
fallmanagement u. Bevölkerungsschutz am 05.05.2023 und am 27.02.2024
Kontinuierlicher interkommunaler Austausch mit anderen Städten zum
Thema Zero-Waste-Konzeptionen
Die zusammengetragenen Ziele und Schwerpunkte werden im nachfolgenden Kapi-
tel zusammengefasst.
7.4 Die Zero-Waste-Ziele für die Landeshauptstadt Düsseldorf
Die nachfolgenden Ziele sollen den strategischen Rahmen für die Abfallvermeidung
in der Stadt Düsseldorf in den nächsten Jahren liefern.
1. Transparenz zu Abfallmengen schaffen und möglichst ökologische
Entsorgungswege nutzen
Zu den wesentlichen Abfallarten, die in Düsseldorf erzeugt werden, werden
die Abfallmengen und -ströme und deren ökologische Auswirkungen konti-
nuierlich – möglichst jährlich - erfasst und transparent gemacht. Soweit mög-
lich, sollen hierbei auch Abfälle aus der Privatwirtschaft einbezogen werden.
Diese Erkenntnisse sollen genutzt werden, um die ökologischen Auswirkun-
gen kontinuierlich zu bewerten und Vermeidungsmaßnahmen und Optimie-
rungen der Getrennterfassung zu prüfen.
2. Maßnahmen zur Abfallvermeidung umsetzen
Relevante und umsetzbare Abfallvermeidungsmaßnahmen werden konse-
quent und zügig durchgeführt. Dabei wird der Fokus auf relevante Abfallmen-
gen und -arten und weitere ökologische und soziale Aspekte gelegt.
3. Mehr Wertstoffe erfassen und recyceln
Das Abfallentsorgungssystem wird optimiert. Dieses umfasst u.a. die Erhö-
hung des Leerungsrhythmus von Bioabfällen von 14-tägig auf wöchentlich
und die Umstellung der Erfassung von Verpackungsabfällen auf Wertstoffton-
nen. Mit der Umstellung des Abfallentsorgungssystems werden insbesondere
folgende Ziele angestrebt, die darüber hinaus von der Förderung und Ver-
stärkung von Abfallvermeidung unterstützt werden:
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
44
• Reduzierung des Restabfallaufkommens von derzeit 182 kg/(E*a)
auf 100 kg/(E*a) bis 2035
• Reduzierung der derzeitigen Organikmenge im Restabfall von
etwa derzeit 80 kg/(E*a) um 50 % auf etwa 40 kg/(E*a) bis
2035
• Reduzierung des Gesamtaufkommens an Siedlungsabfällen von
aktuell 333 kg/(E*a) um etwa 15 % auf 280 kg/(E*a) bis 2035
• Vorbehandlung des Restabfalls zur Ausschleusung von enthalte-
nen Wertstoffen
• Erhöhung der Getrennterfassungsquote für Wertstoffe aus dem
Siedlungsabfall von derzeit etwa 40 % mit dem Ziel der Errei-
chung einer Recyclingquote von 65 % bis 2035
• Reduktion von Fehlwurfquoten in den Wertstoffsammelsystemen
4. Kommunikationswege aufbauen und Wissen teilen
Den Düsseldorfer Bürgerinnnen und Bürgern wird die Möglichkeit gegeben,
sich über relevante Zero-Waste-Aktivitäten zu informieren und zu beteiligen.
Das Ziel ist, dass Abfallvermeidungswege und Ressourceneffizienzmaßnah-
men bekannter und mehr genutzt werden.
5. Aktivitäten und Akteure unterstützen, verzahnen und fördern
Die existierenden Zero-Waste-Aktivitäten werden transparent gemacht und
unterstützt. Damit sollen die bisherigen Akteure noch mehr Wirkung erzielen
können, neue Impulse gesetzt sowie Ansätze und Initiativen gefördert wer-
den.
6. Die Stadt geht als Vorbild voran
Stadt und Politik gehen als Vorbild für ökologisch sinnvolle Abfallvermeidung
und bessere Wertstofferfassung voran. Die Stadtverwaltung nutzt konse-
quent eigene Abfallvermeidungspotenziale und setzt eine flächendeckende
Getrennthaltung von Wertstoffen in öffentlichen Gebäuden um. Dies umfasst
auch die städtischen Bildungseinrichtungen. Im öffentlichen Beschaffungs-
prozess werden Zero-Waste-Vorgaben und -Prinzipien berücksichtigt. Bei
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
45
städtischen Bauvorhaben und durch klare Vorgaben in der Bauleitplanung /
im Baugenehmigungsprozess sollen Abfälle auf ein Minimum reduziert und
Kreisläufe geschlossen werden. Durch Vorgaben, Förderungen und verbes-
serte Kontrollen sollen Zero-Waste-Aktivitäten unterstützt werden.
7. Den Prozess verstetigen (Prozess zur kontinuierlichen Verbesse-
rung)
Das Zero-Waste-Management bei der Stadt wird weiter ausgebaut. Es unter-
stützt die Verfolgung der Ziele sowie die Umsetzung von Maßnahmen. Dar-
über hinaus sollten jährliche spezifische und messbare Ziele erarbeitet und
festgelegt werden.
Es wird ein Zero-Waste-Advisory-Board eingerichtet, was sich zusammen-
setzt aus Politik, Verwaltung, Vertretungen der Zivilgesellschaft und der Wirt-
schaft sowie städtischen Zero-Waste-Experten und Vertretungen relevanter
NGOs. Dieser Beirat evaluiert die Zielerreichung und die Wirksamkeit von
Maßnahmen und leitet notwendige Anpassungen und Weiterentwicklungen
ein.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
46
8 Workshops mit ausgewählten Schlüsselakteuren als
Beteiligungsform bei der Konzeptentwicklung
Im Rahmen von insgesamt drei Workshops, die im Juli und August 2023 stattfan-
den, wurde Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Verwaltung und Bil-
dung, der lokal agierenden Wirtschaft und der Zivilgesellschaft die Möglichkeit ge-
geben, sich in die Maßnahmenfindung zur Vermeidung, Reduzierung und Verwer-
tung von Abfällen in der Landeshauptstadt Düsseldorf einzubringen. Ziele waren die
Einbindung von Schlüsselakteuren in das Zero-Waste-Konzept, die Entwicklung von
Themenschwerpunkten sowie die Sammlung von Vorschlägen und die Entwicklung
von Maßnahmen.
Die Einladung und Auswahl der Teilnehmenden erfolgte über eine vorangestellte
Erhebung der bereits in Düsseldorf bestehenden Zero-Waste-Aktivitäten und die
Identifizierung von Schlüsselakteuren aus den folgenden Sektoren:
1. Einzelhandel, Handwerk, Bau, Industrie und Gesundheitswesen
2. Gastronomie, Großhandel und Events
3. Verwaltung und Bildung
Zusätzlich wurden zu jedem Workshop Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen.
Insgesamt belief sich die Anzahl der Teilnehmenden je Workshop auf ca. 45 Perso-
nen.
In verschiedenen Sessions wurden in Kleingruppen die wesentlichen Abfallarten be-
nannt, die im eigenen Betrieb / Umfeld vornehmlich anfallen, sowie bestehende
Maßnahmen zur Abfallvermeidung / -reduzierung aufgeführt. Anschließend erfolgte
die Entwicklung und Ausarbeitung von weiteren Ideen und Ansätzen. Diese wurden
dem gesamten Teilnehmerkreis vorgestellt und im Hinblick auf den Beitrag zur Ab-
fallvermeidung, zum Klimaschutz, hinsichtlich der Arbeits- und Kostenerleichterung
und dem Stand der Etablierung priorisiert. Insgesamt wurden in den drei Workshops
rund 100 Ideen, Ansätze und Maßnahmenvorschläge gesammelt und zusammenge-
führt (siehe Übersichtsliste im Anhang).
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
47
Basierend auf den Ergebnissen der Workshops und der dort durchgeführten ersten
Priorisierung der Maßnahmenvorschläge erfolgte eine weitere Verdichtung und Be-
wertung der entwickelten Ansätze in der Projektgruppe. Vor dem Hintergrund der
angestrebten Zertifizierung durch die Mission Zero Academy (MiZA) wurde am 18.
Dezember 2023 ein interner Workshop von der Projektgruppe mit Vertretern von
Zero Waste Europe durchgeführt. Darin wurden die hoch priorisierten Maßnahmen
vorgestellt, diskutiert und vor dem Hintergrund der Anforderungen an eine erfolg-
reiche Zertifizierung gespiegelt und teilweise weiterentwickelt.
Die priorisierten Maßnahmen wurden in Abstimmung mit der Verwaltung ausgear-
beitet und sind im nachfolgenden Kapitel in Form von Maßnahmenkennblättern dar-
gestellt.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
48
9 Zero-Waste-Maßnahmenkatalog
Für die Erstellung des Maßnahmenkatalogs, der für die Erreichung der gesetzten
Ziele maßgeblich ist, war ein strukturiertes Vorgehen erforderlich. Nach den o. g.
Beteiligungsformen wurden die in den Workshops vorgeschlagenen Maßnahmen zu-
nächst durch die Verwaltung und die Projektpartner geprüft und priorisiert. Details
zum methodischen Vorgehen werden im Folgenden erläutert, anschließend folgt der
Maßnahmenkatalog. Für ausgewählte Maßnahmen wurde ein Steckbrief erstellt,
welcher sowohl eine kurze inhaltliche Zusammenfassung als auch weitere, für die
Umsetzung relevante Punkte enthält. Eine genaue Beschreibung des Aufbaus des
Steckbriefs findet sich in Kapitel 9.1. Abschließend folgt in diesem Kapitel eine kurze
Erläuterung zu den nicht weiter sondierten Maßnahmenvorschlägen.
9.1 Methodisches Vorgehen
Die gesammelten Maßnahmenansätze wurden zunächst innerhalb des Projektteams
priorisiert. Dabei lag der Fokus auf dem Beitrag der jeweiligen Maßnahme zur Er-
reichung der gesetzten Zero-Waste-Ziele. Auch die Umsetzbarkeit und Effektivität
wurden in die Betrachtung miteinbezogen. Die ausgewählten Maßnahmen wurden
im Anschluss in die weitere Erarbeitung des Maßnahmenkatalogs aufgenommen.
Bei den Maßnahmen handelt es sich um große, solitäre, aber auch um kleine, nied-
rigschwellige Maßnahmen, welche eine hohe Skalierbarkeit aufweisen. Darüber hin-
aus gibt es unterschiedliche Zeithorizonte. Es sind Sofortmaßnahmen, ebenso wie
mittel- und langfristige Maßnahmen im Maßnahmenkatalog enthalten. Zur Katego-
risierung werden die Maßnahmen folgenden Sektoren zugeordnet:
Öffentliche Verwaltung / Abfallmanagement (ÖV)
Zivilgesellschaft, Wohnen, gemeinnützige Initiativen/ Vereine (ZV)
Gewerbe, Handel und Gastronomie (GH)
Bildung und Kommunikation (BK)
Die Erstellung eines übersichtlichen Maßnahmenkennblatts dient der Erfassung von
Maß-nahmen anhand einheitlicher Kriterien und ermöglicht eine gebündelte Dar-
stellung aller zentralen Informationen. Die Struktur der Maßnahmenkennblätter be-
ginnt mit allgemeinen Informationen, um eine schnelle Zuordnung der Maßnahmen
zu ermöglichen. Zur Klassifizierung werden ein spezifisches Maßnahmenkürzel, der
betroffene Sektor sowie die betroffene Abfallart angegeben. Darüber hinaus werden
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
49
der zeitliche Horizont, die Höhe der Wirkung und die Reichweite der Maßnahme
eingestuft. Die Wirkung stellt hierbei eine Einschätzung dar, wie geeignet die Maß-
nahme ist möglichst große Mengen Abfall zu vermeiden und/oder die getrennte
Wertstoffsammlung zu verbessern.
Zusätzliche Informationen wie flankierende Maßnahmen, der Beitrag zur Abfallver-
meidung oder sonstige Effekte werden ebenfalls ausgewiesen. Anschließend folgt
eine kurze Beschreibung der Maßnahme, eine Auflistung erster Handlungsschritte
und angestrebter Ziele sowie die Benennung möglicher Erfolgsindikatoren und be-
teiligter Akteure. Zuletzt erfolgt eine Einschätzung von Aufwand und Kosten der
Maßnahme inklusive Finanzierungsart. Tabelle 2 zeigt den allgemeinen Aufbau eines
Maßnahmenkennblatts der Stadt Düsseldorf.
Auf Basis der konkretisierten Maßnahmenkennblätter sollen die Effekte dieser Akti-
vitäten auf das Abfallaufkommen abgeschätzt werden. Dafür wird auf Erfahrungs-
werte aus anderen Kommunen bzw. Angaben aus der Literatur zurückgegriffen, die
dann auf prozentuale Einsparwerte und Pro-Kopf-Angaben umgerechnet werden,
um Beiträge zu den Zero-Waste-Zielen in Düsseldorf bestimmen zu können. Metho-
disch und inhaltlich handelt es sich dabei um die Beschreibung plausibler Szenarien,
wie die gesetzten Ziele durch die getroffene Auswahl an Maßnahmen erreicht wer-
den könnten.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
50
Tabelle 2: Aufbau eines Maßnahmenkennblatts der Stadt Düsseldorf
MASSNAHME | Titel der Maßnahme Kürzel:
z.B. ÖV-1
Sektor:
Öffentliche Verwaltung/
Abfallmanagement
Zivilgesellschaft, Woh-
nen, gemeinnützige Ini-
tiativen/ Vereine
Gewerbe, Handel und
Gastronomie
Bildung und Kommuni-
kation
Abfallart:
Restabfall
Bioabfall
Altpapier
etc.
abfallüber-
greifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
Kürzel der
Maßnahmen,
die für die
Umsetzung
dieser Maß-
nahme rele-
vant oder un-
terstützend
sein könnten
kurz (2025)
mittel (bis
2030)
lang (> 2030)
niedrig
mittel
hoch
Beitrag zur Abfallvermei-
dung (5 R’s):
refuse
7
reduce
reuse
recycle
rot
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz
Beitrag zum Grundwasserschutz
Wissensvermittlung/ Bildung
Soziales Miteinander
Belebung der Innenstadt
Reichweite:
niedrig
mittel
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Benennung wesentlicher Rahmenbedingungen und strategischer Kernelemente der Maßnahme
Erste Schritte/ Meilensteine:
Auflistung der wesentlichen Handlungsschritte
Ziele:
Auflistung der wesentlichen Ziele
Erfolgsindikatoren:
Auflistung von Faktoren, anhand derer der Erfolg der Maßnahme gemessen werden kann
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Für die Initiierung und Umsetzung der Maßnahme zuständige Akteure + ggf. Kooperations-
partner
Aufwand/Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
niedrig
mittel
hoch
niedrig
(<50.000€)
mittel
(<250.000€)
hoch
(>250.000€)
niedrig
(<50.000€)
mittel
(<250.000€)
hoch
(>250.000€)
niedrig
mittel
hoch
keine
Finanzierung:
Mittel, mit denen die Maßnahme finanziert werden kann
7 refuse (ablehnen), reduce (reduzieren), reuse (wiederverwenden), recycle (wiederverwerten),
rot (kompostieren)
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
51
9.2 Überblick über die Zero-Waste-Maßnahmen für Düsseldorf
Aus einer Vielzahl an Ideen und Anregungen wurden 22 Maßnahmenansätze ausge-
wählt, für die ein Maßnahmenkennblatt erstellt wurde. Die folgende Tabelle zeigt
die Maßnahmen differenziert nach den in Kapitel 9.1 aufgeführten Sektoren. Im
Anhang befindet sich zusätzlich ein Themenspeicher aller gesammelten Maßnahmen
und Ideen, welche während des Prozesses vorgeschlagen wurden. Diese können der
Weiterentwicklung des Konzepts in Zukunft dienen.
Die hier im Anschluss aufgeführten Maßnahmen wurden von der einsfünf Beratungs-
gesellschaft mbH und INFA GmbH in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt und
Verbraucherschutz als prioritär bewertet, um die zuvor genannten Ziele zu errei-
chen. Sie sind alle juristisch und praktisch umsetzbar. Die Maßnahmen sind aller-
dings teilweise sehr ambitioniert und mit großem Kosten-, Zeit- und Personalauf-
wand verbunden. Sie stellen keine unmittelbaren und uneingeschränkten Empfeh-
lungen der Verwaltung dar, sondern müssten alle vor Beginn ihrer Umsetzung ge-
sondert bezüglich ihrer exakten Umsetzung überprüft werden.
9.3 Maßnahmenvorschläge der Workshops, die nicht in
Maßnahmenkennblättern beschrieben wurden
In den Workshops wurden, wie zuvor beschrieben, mehr als 100 Vorschläge von
Bürgerinnen und Bürgern eingebracht. 22 dieser Vorschläge wurden in den folgen-
den Maßnahmenkennblättern nach den zuvor beschriebenen Kriterien näher son-
diert. Vorschläge, die nicht weiter betrachtet wurden, waren solche, die aus recht-
lichen, technischen, finanziellen oder ortsspezifischen Gründen in Düsseldorf nicht
durchführbar sind oder bereits vertraglich mit der Awista Kommunal vereinbart wur-
den.
So wurde unter anderem gefordert, eine Anschluss- und Benutzungpflicht für die
Biotonne analog zu der Papiertonne in der Düsseldorfer Abfallentsorgungssatzung
festzulegen. Aufgrund der überproportional vielen Kellerstandplätze im Düsseldorfer
Stadtgebiet, welche bereits die Durchsetzung der Anschluss- und Benutzungpflicht
der Papiertonne erheblich erschweren, wurde diese Maßnahme nicht in den Maß-
nahmenkatalog aufgenommen. Eine Maßnahme wie die Forderung nach dem Einsatz
smarter Technologien kam nicht in den Katalog, da bereits vertraglich vereinbart
ist, dass die Awista Kommunal hierzu ein Feinkonzept erstellt. Die Maßnahme „Ver-
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
52
packungssteuer“ wird zurzeit (Stand April 2025) weiter geprüft und ein Fachge-
spräch vorbereitet (vgl. Beschluss AÖE/023/2025 in der Sitzung des Ausschusses
für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallwirtschaft und Bevölkerungs-
schutz am 17.03.2025).
Tabelle 3: Übersicht der Zero-Waste-Maßnahmen für die Stadt Düsseldorf
Öffentliche Verwaltung/ Abfallmanagement (ÖV)
ÖV-1 Das Zero-Waste-Amt
ÖV-2 Verstärkte Umsetzung und Kontrolle
ÖV-3 Ausrichtung von Abfallgebühren nach tatsächlichem Anfall
(Pay As You Throw)
ÖV-4 Bioabfalltrennung in öffentlichen Einrichtungen
ÖV-5 Einsatz smarter Technologien in der Düsseldorfer Abfallwirtschaft
Zivilgesellschaft, Wohnen, gemeinnützige Initiativen/ Vereine (ZV)
ZV-1 Der Düsseldorfer Foodsharing-Hub
ZV-2 Bibliothek der Dinge
ZV-3 Digitale Zero-Waste-Plattform
ZV-4 Repair Cafés unterstützen und ausweiten
ZV-5 Anschluss- und Benutzungspflicht der Biotonne
ZV-6 Einsatz von Wertstoff-/ Repair-Mobilen
Gewerbe, Handel und Gastronomie (GH)
GH-1 Runder Tisch - Reduktion Verpackungsabfall
GH-2 Verhinderung von Lebensmittelverschwendung im Gewerbe
GH-3 Urban Mining
GH-4 Reduzieren von Textilabfällen durch Second-Hand und Reparatur
GH-5 Förderung Mehrwegangebot in Gastronomiebetrieben
GH-6 Konzept zur Abfalltrennung mit Wohnungsgesellschaften
GH-7 Abfallvermeidung und -trennung im Betrieb
Bildung und Kommunikation (BK)
BK-1 Analyse, Bewertung und Transparenz der Abfallströme
BK-2 Öffentlichkeitskampagnen und Bewusstseinsbildung
BK-3 Zero-Waste-Schule & Zero-Waste-Kita
BK-4 Darstellung und Vermittlung der Abfallströme Düsseldorfs
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
53
9.4 Der Zero-Waste-Maßnahmenkatalog für die Stadt Düsseldorf
9.4.1 Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung und des
Abfallmanagements
MAßNAHME | Das Zero-Waste-Amt Kürzel:
ÖV-1
Sektor: öffentliche
Verwaltung
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse, reduce, reuse,
recycle, rot
Zusatzeffekte:
Vorbildfunktion, Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
mittel
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Städtische Ämter gehen als Vorbild voran. Ziel ist es, in einem Pilot ausgewählte Ämter zum Zero-
Waste-Amt hinzuführen und dann auf die gesamte Stadtverwaltung auszurollen. Die Technische
Richtlinie DIN SPEC 91436:2021-05 kann hierzu den Rahmen bieten. Die Mitarbeitenden der Zero-
Waste-Pilotämter sollen bei dem Projekt einbezogen werden und aus den Erkenntnissen soll eine
Anleitung zur Umsetzung in möglichst allen städtischen Verwaltungseinheiten erarbeitet werden.
Dabei sollen Potenziale zur Abfallvermeidung erhoben und genutzt werden, die Abfalltrennung auf
(mindestens) vier Fraktionen umgesetzt werden, damit die Erfassung von Wertstoffen deutlich
erhöht und die Restabfallmenge reduziert wird. Dies muss in enger Absprache mit dem Amt für
Zentrale Dienste erfolgen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Pilot-Projekt in ausgewählten Ämtern umsetzen
Infrastrukturelle Voraussetzungen schaffen
Mitarbeitende, ggf. weitere Nutzerinnen und Nutzer, Reinigungsunternehmen einbinden
Verträge mit Reinigungsunternehmen, Entsorgungsverträge anpassen
Anleitung zur Umsetzung in anderen Ämtern schaffen
Ziele:
Reduzierung des Abfallanfalls in den städtischen Ämtern
Reduzierung der Restabfallmenge (Reduktion der Restmüllmenge um 25 %)
Erhöhung der Wertstoff-Erfassung
Erfolgsindikatoren:
Anfall an Restabfall je Mitarbeitenden und Jahr
Mögliche Akteure und Beteiligte:
ÖKOPROFIT®-Ämter der Stadt als mögliche Piloten (bspw.: Amt für Umwelt- und
Verbraucherschutz, Stadtentwässerungsbetrieb, Marketing- und Tourismus, Feuerwehr,
Rechtsamt)
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel niedrig niedrig niedrig
Finanzierung:
Kosten für die Durchführung des Pilotprojekts, ggf. erforderliche Anschaffungen, wie
zusätzliche Behälter
Einnahmen durch reduzierte Abfallgebühren
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
54
MAßNAHME | Verstärkte Umsetzung und Kontrolle Kürzel:
ÖV-2
Sektor: Unternehmen,
Grundstückseigentümer
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2, BK-1 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
reduce, recycle
Zusatzeffekte:
Umsetzung rechtlicher Vorgaben
Reichweite:
mittel
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Die bundesweite, landesweite und kommunale Gesetzgebung im Umweltschutz hat jetzt bereits
das Potenzial für flächendeckende Abfallvermeidung und den massiven Ausbau der
Getrenntsammlung. Dieses Potenzial kann derzeit nur teilweise abgeschöpft werden, da die
personellen Kapazitäten des Amtes für Umwelt und Verbraucherschutz für Kontrolle und Ahndung
von Verstößen nicht ausreichen. Durch einen Ausbau des Außendienstes kann unter anderem eine
flächendeckende Umsetzung des Verpackungsgesetzes (speziell Mehrwegangebotspflicht &
Dosenpfand) gewährleistet werden sowie der Einwegkunststoffverordnung, der
Abfallentsorgungssatzung der LHD, der Kontrolle von öffentlichen Containerstandorten, die
Umsetzung der Einführung der Restmülltonne Gewerbe (gewerbliche Abfälle zur Beseitigung), die
Befolgung der Abfalltrennung nach Gewerbeabfallverordnung, die Kontrolle der Abfalltrennung bei
Veranstaltungen und die Umsetzung zukünftiger abfallrechtlicher Vorgaben erfolgen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Priorisierung der zu kontrollierenden Gesetzgebung
Ausschreibung zusätzlicher Stellen zur Kontrolle der Abfallentsorgung
Ziele je Sektor und Abfallfraktion festlegen
Monitoring-Prozess festlegen
Ziele:
Höhere Qualität der gesammelten Fraktionen
Verringerung des Verpackungsmülls im öffentlichen Raum
Reduzierung der Beschwerden über Containerstandorte über App Stadtsauberkeit um 50%
Höhere Akzeptanz bestehender Gesetzgebung in der Bevölkerung u.a. durch Aufklärung
Bußgeldeinnahmen über ca. 100.000 Euro pro Jahr (langfristig Reduzierung der Bußgeld-
einnahmen bei weniger Rechtsverstößen)
Erfolgsindikatoren:
Anzahl eingestellter Mülldetektive
Bußgelder
Verringerung der Beschwerden
Gebühreneinnahmen / Gebührenstabilität
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Umwelt und Verbraucherschutz
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel niedrig mittel bis hoch niedrig
Finanzierung:
Abfallgebühren
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
55
MAßNAHME | Ausrichtung von Abfallgebühren nach
tatsächlichem Anfall
Kürzel:
ÖV-3
Sektor:
Zivilgesellschaft,
Abfallmanagement
Abfallart:
Restabfall
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen: lang
(> 2030)
mittel
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
reduce
Zusatzeffekte:
Beitrag zur Abfallvermeidung, Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Die Zusammensetzung der derzeitigen Abfallgebühren bietet den Bürgerinnen und Bürgern nur
geringe Anreize zur Reduzierung des Restmüllvolumens, da sich die Gebührenhöhe neben dem in
Anspruch genommenen Behältervolumen auch am festgelegten Leerungsintervall orientiert. Ein
Pay-As-You-Throw (PAYT) System hingegen stellt ein effizientes Anreizsystem für eine
konsequente Umsetzung der getrennten Wertstofferfassung sowie der Abfallvermeidung dar. Bei
PAYT zahlen Haushalte einen Teil ihrer Gebühr entsprechend der erzeugten Abfallmenge, wodurch
ein finanzieller Anreiz zur Abfallvermeidung geboten wird. Eine Möglichkeit stellt eine automatische
Abfallverwiegung dar, hier misst man die Abfallmenge kilogenau am Fahrzeug. Auf dieser Basis
wird die Abfallgebühr dann berechnet. Dafür sind die Behälter mit einem sogenannten RFID-Chip
ausgestattet, der den Verantwortlichen eindeutig identifiziert. Die Ausstattung der Tonnen mit
RFID-Chips ist ohnehin bereits vorgesehen und wird in 2027 umgesetzt. Eine andere Möglichkeit
stellt die Variation der Abholzyklen dar, in dem die Bürgerinnen und Bürger nach Bedarf festlegen,
ob eine Tonne abgeholt werden soll oder nicht. Je seltener die Tonne abgeholt werden muss, desto
geringer die Abfallgebühren. Die Abfallgebühr setzt sich hierbei aus einem Festbetrag für ein
Mindestvolumen und einem variablen Betrag, der sich anhand der tatsächlichen Abfallmenge
ergibt, zusammen. Eine solche Maßnahme erhöht die Motivation bei den Bürgerinnen und Bürgern
für eine intensivere bzw. stringentere Durchführung der getrennten Wertstoffabtrennung aus dem
Restabfall und schärft das Bewusstsein auch für Themen der Abfallvermeidung und kann daher
maßgeblich zu einer Reduzierung der Restabfallmengen beitragen.8 Hier ist anzumerken, dass eine
Verwiegung von Abfallmengen in deutschen Großstädten mit hoher Bevölkerungsdichte bisher
noch nicht erprobt wurde. Die Gefahr, dass Abfälle „anderweitig“ entsorgt werden, ist theoretisch
gegeben. Andererseits sind „PAYT“-Konzepte zentrale Bestandteile aktueller
Abfallwirtschaftskonzepte und haben sich in ländlichen Kommunen als hocheffektive Mittel zur
Vermeidung von Restabfall erwiesen, insofern sollten „Großstadt-gängige“ Varianten weiter
geprüft werden.
Erste Schritte / Meilensteine:
Politischer Beschluss zur Systemeinführung
Ausstattung der Behälter mit RFID-Chips
Installation von Wiegetechnik an den Sammelfahrzeugen
Entwicklung eines neuen Gebührenmodells
Ziele:
Reduzierung der Wertstoffmengen im Restabfall
Förderung der Abfallvermeidung durch größeren Anreiz zur Reduzierung der Restabfall-
menge
Steigerung der Recyclingquote
8 The Impact of Pay-As-You-Throw Schemes on Municipal Solid Waste Management: The Exemplar
Case of the County of Aschaffenburg, Germany (2017) S. 14.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
56
Erfolgsindikatoren:
Entwicklung der getrennt erfassten Wertstoffsammelmengen
Wertstoffanteil im Restabfall
Qualität der Wertstoffe
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Umwelt und Verbraucherschutz, Awista Kommunal
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
hoch hoch mittel keine
Finanzierung:
öffentliche Mittel, Gebühren
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
57
MAßNAHME | Bioabfalltrennung in öffentlichen
Einrichtungen
Kürzel:
ÖV-4
Sektor: öffentliche
Einrichtungen
Abfallart:
Bioabfall
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen: kurz (ab 2026) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
recycle
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
mittel
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Die korrekte Abfalltrennung ist eine wichtige Grundlage für das Recycling, wodurch
Sekundärrohstoffe erzeugt und Wertstoffkreisläufe geschlossen werden. In öffentlichen
Einrichtungen erfolgt häufig eine unzureichende Abfalltrennung. Vor allem Bioabfälle werden über
den Restmüll entsorgt. Aus diesem Grund soll in der Stadt Düsseldorf die getrennte Erfassung von
Bioabfällen in öffentlichen Einrichtungen verbessert werden. Hierzu ist zunächst die ausreichende
Bereitstellung von entsprechenden Sammelgefäßen in den Gebäuden und der Anschluss an die Bi-
otonne erforderlich. Zudem sind Nutzerinnen und Nutzer über das System aufzuklären. Auch das
Reinigungspersonal ist entsprechend zu schulen, damit die getrennt erfassten Bioabfälle über die
korrekte Abfalltonne entsorgt werden. Die Vertragssituation mit den Reinigungskräften ist zu prü-
fen und ggf. anzupassen. Eine enge Absprache mit den Ämtern für Gebäudewirtschaft und für
Zentrale Dienste ist hier zwingend erforderlich.
Erste Schritte / Meilensteine:
allgemeine Sensibilisierung der Mitarbeitenden bzgl. Mülltrennung
Ausstattung der öffentlichen Einrichtungen mit Sammelgefäßen
Anschluss aller öffentlichen Einrichtungen an die Biotonne
Prüfung / Anpassung der Verträge mit Reinigungsunternehmen
Schulung von Reinigungspersonal
Ziele:
getrennte Erfassung von Bioabfällen in allen städtischen Einrichtungen
Reduzierung der Restabfallmenge
Erfolgsindikatoren:
Menge / Qualität der gesammelten Bioabfälle
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Reinigungsdienste, Amt für Umwelt und Verbraucherschutz
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
niedrig niedrig niedrig keine
Finanzierung:
öffentliche Mittel
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
58
MAßNAHME | Einsatz smarter Technologien in der Düs-
seldorfer Abfallwirtschaft
Kürzel:
ÖV-5
Sektor:
Zivilgesellschaft
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen: kurz (ab 2026)
mittel
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
keine Zuordnung
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klima- und Ressorcenschutz
Reichweite:
mittel
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Die operative Tourenplanung zur Leerung von Straßenpapierkörben oder Depotcontainern orien-
tiert sich in der Regel an festgelegten Leerungsintervallen oder Erfahrungswerten des operativen
Personals bzgl. der erforderlichen Taktung. Dabei kommt es immer wieder dazu, dass einzelne
Standorte angefahren werden, deren Papierkörbe oder Container noch nicht gefüllt sind bzw. de-
ren Leerung noch nicht erforderlich ist. Eine solche unnötige Anfahrt verursacht CO2-Emissionen,
die durch den Einsatz „smarter“ Technologie zur Erfassung des Füllstandes der Container vermie-
den werden können. Durch die laufende digitale Übertragung des aktuellen Füllstands von Papier-
körben und Depotcontainern in Richtung Disposition wird eine bedarfsorientierte Anfahrt der
Standorte möglich. Durch die Einführung KI-gesteuerter Bilderkennung bei der Sammlung von Bi-
oabfällen sollen die Behälterinhalte mit einem direkten Standortbezug vor oder nach der Leerung
auf Störstoffe überprüft werden. Dies ermöglicht eine unmittelbare und direkte Kommunikation
mit den Bürgerinnen und Bürgern, bei der zielgerichtete Hinweise gegeben werden können sowie
Aufklärungsarbeit geleistet werden kann. Das ist ein wichtiger Baustein zur Qualitätssicherung des
Bioabfalls und Sicherstellung einer hochwertigen Verwertung. Die Möglichkeit der Abgabe ausge-
wählter Wertstoffe auf den Recyclinghöfen soll durch Digitalisierung in Form von Zutrittskontroll-
systemen auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten ermöglicht werden. Diese autonomen Öff-
nungsphasen sollen den Entsorgungskomfort für die Bürgerinnen und Bürger deutlich erhöhen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Konzepterstellung
Marktsichtung möglicher Systeme
Umsetzung der Maßnahmen
Ziele:
Effizienzsteigerung der Logistik
Qualitätsverbesserung des Bioabfalls
Steigerung der Wertstoffmengen
Erfolgsindikatoren:
Reduzierung von Fahrstrecken und damit CO2-Emissionen
Keine Qualitätsprobleme mit dem Bioabfall in der Verwertungsanlage
Größere Frequentierung der Recyclinghöfe
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Umwelt und Verbraucherschutz, Awista Kommunal
Aufwand/Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel gering gering
Finanzierung:
Gebühren
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
59
9.4.2 Maßnahmen der bzw. für die Zivilgesellschaft, Wohnen, Vereine,
gemeinnützige Initiativen
MAßNAHME | Der Düsseldorfer Foodsharing-Hub Kürzel:
ZV-1
Sektor: Haushalte,
Handel, Gastronomie
Abfallart:
Lebensmittel-
abfälle
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2 kurz (ab 2026) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse
Zusatzeffekte:
Soziales Miteinander, Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Förderung und Unterstützung einer zentralen, digitalen wie physischen Infrastruktur für
Lebensmittelrettung in Düsseldorf. In Düsseldorf gibt es bereits viele Initiativen, Vereine und
Ansätze, um die Lebensmittelverschwendung im Stadtgebiet zu reduzieren. Wie in ersten
Gesprächen ermittelt werden konnte, gibt es viele organisatorische und logistische Hindernisse
und Schwierigkeiten bei der Organisation einer effektiveren Verhinderung von
Lebensmittelverschwendung. Die Vereine und Initiativen erbitten daher finanzielle Unterstützung
bei der Erweiterung und Verbesserung der Verteilung der Lebensmittel, dem Erwerb einer
Grundausstattung für Lebensmittelretter (bspw. lebensmittelechte Eimer, Handschuhe, usw.), dem
Aufbau einer digitalen Plattform und der Miete von Vereinsgebäuden im Stadtgebiet, die selber der
Verbreitung von geretteten Lebensmitteln oder Schulungszwecken dienen. Weiterhin kann die
Stadt unterstützen, indem sie durch Öffentlichkeitsarbeit in Kooperation mit Vereinen und / oder
Initiativen auf die Problematik der Lebensmittelverschwendung durch Pressemitteilungen,
Socialmediaposts, Schulveranstaltungen oder Ständen auf Nachhaltigkeitsveranstaltungen
aufmerksam macht. Die Bereitstellung von Räumlichkeiten der Stadt ist ebenso denkbar, wie die
Ausschreibung von Designwettbewerben für verbesserte Verteilerstationen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Genaue Bedarfe der Initiativen / Vereine eruieren
Unterstützungsprogramm der Infrastruktur mit den relevanten Akteuren entwickeln
Möglicher Launch einer digitalen Plattform
Ziele:
Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um 50 % pro Kopf bis 2030 (Basiswert
2019)
Erfolgsindikatoren:
Gerettete Lebensmittel
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Tafeln, Foodsharing Düsseldorf, Zukunftswerkstatt Düsseldorf, Toogoodtogo, Verbraucherzentrale
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel hoch mittel niedrig
Finanzierung:
Klimafonds
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
60
MAßNAHME | Bibliothek der Dinge Kürzel:
ZV-2
Sektor:
Zivilgesellschaft
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse
Zusatzeffekte:
Soziales Miteinander, Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Das Ausleihen von Dingen ist bei Büchern, Baugeräten und Fahrzeugen bekannt und kann auf
andere Bereiche ausgeweitet werden. Ein großer Hebel der Abfallvermeidung liegt darin, dass
Dinge nicht neu gekauft, sondern geteilt werden. Dies gilt besonders für Dinge, die durch Einzelne
nur kurz genutzt und nicht verbraucht werden. Ziel ist, die Anzahl an Dingen, die ausgeliehen
werden, erheblich zu steigern, um damit den Neukauf zu verringern. Hierfür sollen eine Bibliothek
zum Ausleihen von Dingen etabliert und weitere Sharingplattformen ausgebaut werden. Dies kann
bspw. mit der zentralen Stadtbibliothek umgesetzt werden, wo bereits das Konzept „Bibliothek der
Dinge“ praktiziert wird. Hier kann das Sortiment an Dingen zum Ausleihen erweitert und / oder auf
Stadtteile, bspw. auf Stadtteil-Bibliotheken ausgeweitet werden. Die Verknüpfung mit digitalen
Plattformen (bspw. nebenan.de) kann den Nutzungskreis erhöhen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Akteure zusammenbringen und Konkretisierung der Möglichkeiten der Ausweitung und des
Ausleih-Sortiments
Feinkonzept mit Trägerkonzept und Finanzierungsplan erstellen
Pilot zum Ausleihen in einem weiteren Stadtteil starten
Ziele:
Erhöhung der Anzahl an ausgeliehenen Dingen
Ausleih-Sortiment und Möglichkeiten ausweiten
Ausleih-Kultur fördern "Nutzen und nicht besitzen"
Reduzierung des Restabfalls und des Elektroschrotts
Erfolgsindikatoren:
Anzahl an geliehenen Dingen
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Stadtbibliotheken, Zentralbibliothek, Baumärkte, Kirchen
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel mittel niedrig
Finanzierung:
Anschubfinanzierung für Feinkonzept, Pilotierung / Evaluierung, Aufbau von Strukturen,
Anschaffung von „Dingen“, Öffentlichkeitsarbeit
langfristige Finanzierung über Verleihgebühr
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
61
MAßNAHME | Digitale Zero-Waste-Plattform Kürzel:
ZV-3
Sektor: Start-Ups,
Betriebe,
Zivilgesellschaft
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2, GH-7 Mittel (ab 2025) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse
Zusatzeffekte:
mittel / hoch
Reichweite:
mittel
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
In der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es bereits eine Vielzahl von Initiativen, Organisationen
und Unternehmen, die die Abfallvermeidung unterstützen. Mit einer digitalen Zero-Waste-
Plattform sollen diese vorhandenen Akteursgruppen dauerhaft miteinander verknüpft und
unterstützt werden.
Die digitale Plattform soll
einen Überblick über bestehende Initiativen, Unternehmen, Akteursgruppen bieten
Förderprogramme, Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betriebe, Start-ups und
weitere Akteursgruppen vermitteln
Die Möglichkeit bieten, Fragen, Probleme und Hindernisse zu adressieren und Unterstüt-
zung (im Netzwerk) anzufragen
Erste Schritte / Meilensteine:
Launch der Online-Plattform
Aktivierung der Zielgruppe zur Registrierung auf der Plattform
Ziele:
bestehende Zero-Waste-Akteure und Initiativen werden über eine online-Plattform be-
kannt und können sich über Ideen und Ansätze zu Zero Waste austauschen
Die bestehenden Akteursgruppen können gezielt unterstützt werden
Die Ansätze zur Abfallvermeidung und das Engagement der Organisationen erzielen eine
höhere Wirkung
Erfolgsindikatoren:
Anzahl an Akteuren auf der Online-Plattform
Mögliche Akteure und Beteiligte:
IHK, Unternehmen, Hochschulen, Vereine, Verbände, Verbraucherzentrale, Amt für
Wirtschaftsförderung
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel niedrig
Finanzierung:
Anschubfinanzierung durch Stadt
langfristige Förderung bspw. durch Unternehmensverbände und Nutzerinnen und Nutzer
der Plattform
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
62
MAßNAHME | Repair Cafés unterstützen und ausweiten Kürzel:
ZV-4
Sektor:
Zivilgesellschaft
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse
Zusatzeffekte:
Soziales Miteinander, Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
In Düsseldorf treffen sich bereits seit 2012 Mitglieder des Vereins Garage Lab e.V. und andere
engagierte Bastlerinnen und Bastler und helfen bei der Reparatur defekter Kleingeräte und
Gegenstände. Mittlerweile existieren Repair Cafés in sechs Stadtteilen, die von unterschiedlichen
Organisationen regelmäßig angeboten werden. Dieses Engagement und diese Erfolge sollen unter-
stützt und ausgeweitet werden. Die Idee ist, die bisherigen Initiativen zu unterstützen, mit ihnen
Möglichkeiten der Ausweitung zu eruieren und möglichst bürgernah diese Angebote in ganz
Düsseldorf zu etablieren. Die Unterstützung könnte beispielsweise in Form von
Öffentlichkeitsarbeit, Subventionierung der Miete und Unterstützung der Vernetzung erfolgen.
Ebenso bietet sich eine Ausweitung der Angebote bspw. auf den Bereich „Up-Cycling“ sowie
„Tauschen“ an. Repair Cafés könnten sich zu Begegnungsstätten für Zero Waste Interessierte und
Akteure in den Stadttbezirken entwickeln. Kooperationen mit passenden Handwerksinnungen und
Handwerksbetrieben, wie bspw. Schuster, Schneider, Elektro-Fachgeschäfte, Schreiner sind zu
prüfen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Bedarfe zur Festigung des Angebots bei vorhandenen Akteuren abfragen
Konzept zu Unterstützungsangeboten für Neugründungen und Ausweitungen aufstellen
Unterstützung der Vernetzung und der Öffentlichkeitsarbeit
Ziele:
Vorhandene Reparaturinitiativen fördern und ausweiten
Erhöhung der Beteiligungen und Zahl der Nutzerinnen und Nutzer
Ausweitung des Angebotes in möglichst allen Stadtbezirken
Erfolgsindikatoren:
Anzahl an Stadtteilen, in denen Repair Cafés angeboten werden
Anzahl an Bürgerinnen und Bürgern, die diese nutzen
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Initiativen und Akteure zu Zero Waste, GarageLab e.V., Handwerksbetriebe, Handwerkskammer,
Maschinendorf gGmbH, GarageLab
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
hoch mittel mittel niedrig
Finanzierung:
Finanzielle Unterstützung, wie Subventionierung der Raummiete, Öffentlichkeits- und
Netzwerkarbeit
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
63
MAßNAHME | Anschluss und Benutzungspflicht der
Biotonne
Kürzel:
ZV-5
Sektor:
Zivilgesellschaft
Abfallart:
Bioabfall
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen: mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
recycle
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Die flächendeckende Einführung bzw. Verbreitung der Biotonne und ein damit verbundener
Anstieg der Anschlussquote ist ein wesentlicher Hebel für eine Reduzierung des organischen
Anteils im Restabfall und die erforderliche Steigerung der getrennt erfassten Bioabfallmenge. Um
die Akzeptanz und den Entsorgungskomfort der Biotonne zu erhöhen, wird das Leerungsintervall
ab 2025 von 2-wöchentlich in den Monaten März bis November auf wöchentlich verkürzt. Diese
Umstellung ist mit einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne zu unterstützen, die die Bürgerinnen
und Bürger informiert und für das Thema sensibilisiert. Diese ist an verschiedene Zielgruppen
anzupassen, da in Abhängigkeit sozialer Strukturen oder Bebauungsstrukturen unterschiedliche
Herangehensweisen erforderlich sind. Nur durch die Vermittlung und Verdeutlichung der
Sinnhaftigkeit und auch Notwendigkeit der separaten Erfassung mit anschließender Verwertung ist
eine nachhaltige Veränderung der Verhaltensmuster erreichbar. Eine flächendeckende Pflicht zur
Nutzung einer Bioabfalltonne (Anschluss- und Benutzungpflicht) als nachfolgender Schritt wird
perspektivisch angestrebt. Im Zuge einer möglichen Einführung eines Pflichtanschlusses an die
Biotonne kann geprüft werden, ob auch Eigenkompostierer zur Nutzung einer „kleinen“ Biotonne
verpflichtet werden sollen. Eigenkompostierer entsorgen erfahrungsgemäß einen Großteil der
Küchen- und Nahrungsabfälle über den Restabfall, da diese für die Kompostierung auf dem
Grundstück nicht oder nur bedingt geeignet sind. Vor dem Hintergrund begrenzter Standplätze auf
etlichen Wohngrundstücken, insbesondere bei Kellerstandorten, ist diese Maßnahme als sehr am-
bitioniert einzustufen. Im Vorfeld wären einige grundsätzliche Fragestellungen wie z.B. zu Keller-
standorten zu klären (Arbeitsschutz, ggf. Zugang zu Standorten in Hinterhöfen, evtl. Bereitstellung
von Flächen im öffentlichen Straßenraum). Wie beim Anschluss an die blaue Tonne wäre auch die
Möglichkeit vorzusehen, dass Grundstückseigentümer sich mit entsprechender Begründung vom
Anschluss befreien lassen könnten. Vor dem Hintergrund der Komplexität des Themas ist ggf. eine
sehr langfristige Zielsetzung der Maßnahme anzusetzen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Umstellung der Abfuhrlogistik
Erarbeitung einer Kommunikationskampagne
Ziele:
Reduzierung des Organikanteils im Restabfall
Steigerung der Recyclingquote
Erfolgsindikatoren:
Anzahl Biotonnen im Stadtgebiet, Anschlussquote, Sammelmengen
Organikanteil im Restabfall
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Umwelt und Verbraucherschutz, Awista Kommunal
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
64
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
hoch hoch mittel keine
Finanzierung:
Gebühren
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
65
MAßNAHME | Einsatz von Wertstoff- / Repair-Mobilen Kürzel:
ZV-6
Sektor:
Zivilgesellschaft
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen: kurz (2026) mittel
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse, recycle
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
niedrig
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Um allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu bieten, Wertstoffe unter geringem Aufwand
einer ordnungsgemäßen Entsorgung zuzuführen, sollen Wertstoffmobile in den Stadtgebieten
eingesetzt werden, in denen aktuell eine schlechte Anbindung an entsprechende
Entsorgungsmöglichkeiten (Wertstoffhof) besteht. An diesen Wertstoffmobilen sollen Bürgerinnen
und Bürger zusätzlich über möglichen Reparaturservices informiert werden. In diesem
Zusammenhang wird die Etablierung von mobilen Reparaturservices (Repair-Mobilen) in
Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen oder freiwilligen Helferinnen und Helfern
angestrebt. Es sind die konkreten Fraktionen, die durch das jeweilige Mobil entgegengenommen
werden sowie die Standorte und Standzeiten zu definieren und die Bürgerinnen und Bürger zu
informieren.
Erste Schritte / Meilensteine:
allgemeine Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger bzgl. Langlebigkeit von
Produkten; sozialer Austausch
Bestimmung von Standorten und Erstellung und Verbreitung eines Einsatzplans
Kontaktaufnahme / Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen
Ziele:
Drei aktive Wertstoffmobile
Steigerung der Wertstoffmengen
Verlängerung der Lebensdauer von Produkten
Reduktion der Abfallmenge (Elektro, Textil etc.)
Erfolgsindikatoren:
Anzahl Nutzer / Kundenkontakte, Sammelmengen, Einsatzstunden
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Awista Kommunal, Initiativen (Repair Cafés), gemeinnützige Organisationen
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel mittel keine
Finanzierung:
Wertstoffsammlung: Abfallgebühren (Repairdienst: selbstfinanzierend, ehrenamtlich)
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
66
9.4.3 Maßnahmen aus bzw. für Gewerbe, Handel und Gastronomie
MAßNAHME | Runder Tisch - Reduktion
Verpackungsabfall
Kürzel:
GH-1
Sektor: Handel und
Zivilgesellschaft
Abfallart:
Restmüll und
LVP
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
GH-6
mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
reduce & reuse
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz, Stadtsauberkeit
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Es soll ein Runder Tisch mit relevanten Verursachern und Inverkehrbringern von
Leichtstoffverpackungen etabliert werden, mit dem Ziel, gemeinsam Lösungen zur Reduzierung
dieser Abfallfraktion zu erarbeiten und umzusetzen. Hier sollen die Zero-Waste-Ziele der Stadt mit
den Zielen der Unternehmen im Hinblick auf Abfallreduktion und Steigerung der Recyclingquoten
abgeglichen und gemeinsame Ziele und Umsetzungsstrategien entwickelt werden. Denkbar wäre
ein "Pakt zur Reduktion von Verpackungsabfall", worüber Unternehmen ihre Lösungen und
Strategien kommunizieren und sich gleichzeitig zu den Zero-Waste-Zielen bekennen und diese
unterstützen. Die Verwaltung empfiehlt eine Einbindung des Nachhaltigkeitsbeirates, da hier be-
reits eine hohe Expertise und Verbindungen zu etwaigen Akteuren und Interessierten besteht.
Erste Schritte / Meilensteine:
Etablierung eines Runden Tisches mit relevanten Vertretern, die sich regelmäßig jährlich
treffen (bspw. 10 Vertreter mit 2 Treffen pro Jahr)
Zielformulierung zur Reduktion der Verpackungsabfälle
Bekenntnis zu den Zero-Waste-Zielen der Stadt, bspw. im Rahmen eines öffentlichkeits-
wirksamen gemeinsamen Statements („Pakt zur Reduktion von Verpackungsabfall")
Vereinbarung konkreter Maßnahmen
Festlegung von Erfolgsindikatoren und Zeitplänen zur Umsetzung
Ziele:
Reduzierung des Anfalls an Verpackungsabfall durch Verzicht und Erhöhung des Anteils an
verkauften Mehrwegverpackungen und gekauften unverpackten Produkten
Erfolgsindikatoren:
Erfolgsindikatoren sind im Umsetzungsprozess zu benennen
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Büro des Oberbürgermeisters, IHK, Handelsverband Nordrhein-Westfalen – Rheinland,
Vertreterinnen und Vertreter aus Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, Baumärkte,
Handelsunternehmen, Messe, Drogerieketten
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
niedrig niedrig niedrig niedrig
Finanzierung:
Kosten für die Konstituierung und Moderation eines Runden Tisches über öffentliche Mittel
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
67
MAßNAHME | Verhinderung von
Lebensmittelverschwendung im Gewerbe
Kürzel:
GH-2
Sektor: Handel,
Gastronomie,
Produktion
Abfallart:
Lebensmittel-
abfälle
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen: mittel (bis 2030)
hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
reduce
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Die Lebensmittelverschwendung ist eines der größten Probleme mit Blick auf den Klima- und
Ressourcenschutz. Um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, ist eine Zusammenarbeit
mit Produzenten, der DEHOGA, der Gastronomie, mit Tafeln oder ähnlichen Organisationen und
Vertreibern von Lebensmitteln in Form eines Paktes vorgesehen. Gemeinsames Ziel ist die
Reduzierung von Lebenmittelabfällen. Hierfür können z. B. ein zentrales Meldesystem, die
Organisation einer Erfassung von anfallenden Lebensmittelabfällen oder auch die Umstellung des
Kantinenbetriebs in allen öffentlichen Einrichtungen nach einem gemeinsamen Standard im
Hinblick auf die Vermeidung von Lebensmittalabfällen wirksame Instrumente sein. Durch öffent-
lichkeitswirksame Veranstaltungen oder Aktionen kann aufgezeigt werden, wie vermeintlich nicht
mehr nutzbare Lebensmittel durch Verarbeitung immer noch für die Zubereitung von Speisen ge-
nutzt werden können. Dies kann Lebensmittel umfassen, die das Mindesthaltbarkeitsdatum über-
schritten haben oder auch Reste, die bei der Zubereitung von Speisen anfallen. Die Förderung von
KI-gestützten Systemen zur tagesaktuellen Analyse der Küchenreste in Restaurants und Kantinen
ist ebenfalls denkbar.
Erste Schritte / Meilensteine:
Ansprache von Unternehmen, Initiativen etc.
Erarbeitung einer Konzeption
Durchführung von Informationsveranstaltungen
Gemeinsame Verpflichtung aller Beteiligten (Pakt)
Ziele:
Reduktion von Lebensmittelabfällen
Reduktion des Restabfalls
Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger
Erfolgsindikatoren:
Mengenstatistiken aus der Lebensmittelindustrie
Aufmerksamkeit in den Medien
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Umwelt und Verbraucherschutz, DEHOGA, Supermärkte, Initiativen,
Lebensmittelgeschäfte, Tafeln, Gastronomie, Innungen, IHK + Lebensmitteluntersuchungsbehörde
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel niedrig niedrig keine
Finanzierung:
Gebühren
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
68
MAßNAHME | Urban Mining Kürzel:
GH-3
Sektor: Bauwirtschaft Abfallart:
Elektronik,
Bauabfälle
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
, BK-2
mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
reuse, recycle
Zusatzeffekte:
Arbeitsplatzbeschaffung, Erhalt des Stadtbildes
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Um Baustoffe und Baumaterialien aus laufenden Sanierungen und Abrissvorhaben verfügbar zu
machen, sollen lokale Sammelstellen für Baustoffe und andere Materialien eingericht werden. Ziel
ist, diese Stoffe einer direkten Wiederverwendung zuzuführen (bspw. gebrauchte Bauteile wie
Fenster, Treppen und Baustoffe wie Holz oder Ziegel). Zur Zeit gibt es keinen lokalen Anbieter für
die Wiederverwendung von Baumaterial in Düsseldorf. Es gilt, Strukturen aufzubauen, ggf.
Flächen zur Verfügung zu stellen und Start-ups zu unterstützen. Bauabfälle nach der Nutzung
verfügbar zu machen, setzt bestimmte Bauweisen und Baumaterialien voraus.
Erste Schritte / Meilensteine:
Gespräche mit möglichen Akteuren führen und erstes Konzept erstellen
Aufbau eines Netzwerks in der Baubranche
Bereitstellung von Infrastruktur und Initiierung der Gründung
Öffentlichkeitsarbeit
Ziele:
Schließen von Kreisläufen durch Wiederverwendung von Baumaterial
Erfolgsindikatoren:
Errichtung eines Baustofflagers
Menge an wiederverwendeten / -verwerteten Baustoffen /-materialien
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Abriss- und Bauunternehmen, Unternehmen der Bau-Planung, Handwerkskammer,
Kreishandwerkerschaft, Bau-Innung, IHK, Repair Cafés, Baubehörden, Hochschule Düsseldorf
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
hoch hoch hoch niedrig
Finanzierung:
Anschubfinanzierung und laufende Unterstützung, bspw. durch Flächenbereitstellung über
öffentliche Mittel
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
69
MAßNAHME | Reduzieren von Textilabfällen durch
Second-Hand und Reparatur
Kürzel:
GH-4
Sektor: Einzelhandel,
Zivilgesellschaft
Abfallart:
Textilien
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2
mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse
Zusatzeffekte:
Soziales Miteinander, Belebung der Innenstadt, Beitrag
zum Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Zur Reduzierung von Textilabfällen sollen Second-Hand-Angebote sowie die Reparatur von
Kleidung und Schuhen unterstützt werden. In Einzelhandelsgeschäften von Textil-Neuwaren sollen
Second-Hand-Kleidung angeboten und Alt-Kleider angenommen werden. Etablierte Second-Hand-
Geschäfte, Verleih- oder Tauschplattformen sowie Start-ups und das traditionelle Reparatur-
Handwerk (Schuhmacherei, Schneiderei) sollen unterstützt werden. Durch Öffentlichkeitsarbeit
sollen Bürgerinnen und Bürger über die ökologischen und sozialen Aspekte der Textilherstellung,
die Möglichkeiten zur Reduzierung von Textilverschwendung und -verwertung informiert werden.
Erste Schritte / Meilensteine:
Austausch mit Stakeholdern zur Konkretisierung und Umsetzung der Ziele
Feinkonzept zur Umsetzung
Öffentlichkeitsarbeit
Anreize schaffen für das Second-Hand- und Reparatur-Gewerbe
Erster Shop-in-Shop auf der Kö
Ziele:
Kreisläufe bei der Nutzung von Kleidung schaffen und Reduzierung des Restabfalls
Etablierung von "Second-Hand-Shops" in 10 Neuwaren-Einzelhandels-Geschäften
Verdopplung der Anzahl an Second-Hand-Geschäften bis 2028 (Bezugszeitraum 2023)
Verdopplung der Anzahl an Schustern und Schneidern bis 2028 (Bezugszeitraum 2023)
Erfolgsindikatoren:
Anzahl an Second-Hand-Geschäften, Anzahl an Betrieben der Schuhmacherei u. Schneide-
rei
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Handelsverband NRW, Einzelhandelsunternehmen, Second-Hand-Handel, buygoodstuff-Initiative/
AMD Akademie Mode & Design, Standort Düsseldorf, Schuster-, Schneider-Innung,
Handwerkskammer, Verbraucherzentrale
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel mittel niedrig
Finanzierung:
Finanzielle Unterstützung für Feinkonzept, Öffentlichkeitsarbeit, ggf. Begleitung von
Modellprojekten durch öffentliche Mittel
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
70
MAßNAHME | Förderung Mehrwegangebot in
Gastronomiebetrieben
Kürzel:
GH-5
Sektor:
Gastronomiebetriebe
Abfallart:
Rest-, Biomüll,
Verpackungen
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2, ÖV-2 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
reduce
Zusatzeffekte:
mittel
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
In Düsseldorf bieten bereits über 150 Gastronome und Gastronominnen Essen zum Mitnehmen in
Mehrweggebinden an, wie man auf dieser Webseite der Awista Kommunal einsehen kann:
https://www.mehrweg-duesseldorf.de/. Sie greifen dabei zumeist auf bundesweit agierende
Anbieter von Mehrwegpoolsystemen zurück. Die Gastronomie-Betriebe sollen durch Beratungen,
Schulungen und weitere Angebote nun zusätzlich unterstützt werden, rechtliche Vorgaben und
weitergehende Maßnahmen zur Abfallvermeidung und -trennung umzusetzen. Folgende
Unterstützungen sollen angeboten werden:
Beratungs- und Schulungangebote für die Betriebe
Informationsmaterialien für die Betreiber mit konkreten Handlungsanleitungen
Informationsmaterialien / Nudging für Mitarbeitende
Durchführung von Wettbewerben
Etablierung einer Infrastruktur von Rückgabeautomaten
Die Angebote sollen auf die speziellen Bedürfnisse der Betriebe ausgerichtet werden. Über eine
(anonymisierte) Abfrage bei Gastronomie-Betrieben soll die aktuelle Situtation zur Abfalltrennung
/ -vermeidung und vorhandene Hindernisse abgefragt werden. Zudem werden Vorreiter
aufgerufen, ihre Erfahrungen zu teilen. Über Wettbewerbe sollen zusätzliche Anreize geschaffen
werden. Die LHD könnte darüber hinaus eine Infrastruktur von Rückgabeautomaten für
Mehrweggebinde im öffentlichen Raum unterstützen und zusätzlich eigene Mehrweggebinde mit
einem Poolsystem ausgeben lassen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Erfassung des Status Quo
Unterstützungsangebote offerieren
Ziele:
10 Gastronomiebetriebe nehmen an Wettbewerben / Fördermaßnahmen teil
50 Gastronomiebetriebe nehmen Beratungs- / Schulungsangebote wahr (bis 2030)
Reduktion der Restabfallmenge in der Gastronomie
Erhöhung des Mehrweganteils bei der Essensausgabe
Erfolgsindikatoren:
Restabfallmenge im Gastronomiebetrieb in Prozent
Mehrwegverpackungen in Prozent je Essensausgabe
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Gastronomische Betriebe, DEHOGA, Düsseldorf Marketing
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
hoch mittel niedrig mittel
Finanzierung:
Finanzierung über öffentliche Mittel (ggf. Bußgelder)
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
71
MAßNAHME | Konzept zur Abfalltrennung mit
Wohnungsgesellschaften
Kürzel:
GH-6
Sektor: Mietsektor,
Wohnungsgesell-
schaften
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen: mittel (bis 2030) mittel
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
recycle
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
niedrig
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Um eine Abfalltrennung im Wohnungssektor zu gewährleisten, ist eine Kooperation mit
Wohnungsgesellschaften erforderlich. Vor allem in Wohnanlagen mit vielen Wohneinheiten kommt
es aufgrund der hohen Anonymität vermehrt zu Fehlwürfen. Dies soll durch Anpassung der
Rahmenbedingungen und Bereitstellung von Informationen verbessert werden. Es sollte
sichergestellt werden, dass die entsprechenden Sammelbehälter bereitstehen, diese gepflegt
werden und ein System eingesetzt wird, das ein anonymes bzw. unkorrektes Entsorgen von
Abfällen möglichst unterbindet. Denkbar wäre der Einsatz von abschließbaren Behältern, die durch
ein Chipsystem von den jeweiligen Mietparteien geöffnet werden können. Auch die Aufklärung der
Mieterinnen und Mieter in Form von Aushängen oder Flyern kann zu einer verbesserten Abfalltren-
nung führen. Es wird empfohlen, diese an das Quartier anzupassen. Die Informationsinhalte und -
konzepte sollten ggf. in mehreren Sprachen zur Verfügung gestellt werden. Zur Verbesserung der
Wertstofferfassung können zusätzlich gut sichtbare Aufkleber an den Abfalltonnen angebracht
werden, die möglichst visuell erläutern, welche Abfälle welchem Sammelbehälter zuzuordnen sind.
Zur Umsetzung der Maßnahme ist ein Konzept in enger Abstimmung mit den
Wohnungsgesellschaften erforderlich. Dieses sollte sowohl Zuständigkeiten als auch Raum und
Kapazitäten umfassen und gewährleisten.
Erste Schritte / Meilensteine:
allgemeine Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger bzgl. Mülltrennung
Kontakt zu Wohnungsgesellschaften herstellen, Intensivierung des Austausches
Prüfung von Standplatzverhältnissen
Konzeptentwicklung
Ziele:
Erhöhung der erfassten Wertstoffmenge; Reduktion des Wertstoffanteils im Restabfall
Erfolgsindikatoren:
Gesteigerte Menge der erfassten Wertstoffe; Reduzierte Menge der Restabfälle
Verbesserte Qualität der Wertstoffe
Veränderung Behältervolumen
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Umwelt und Verbraucherschutz, Amt für Gebäudemanagement, Wohnungsgesellschaften
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
niedrig mittel mittel niedrig
Finanzierung:
Abfallgebühren (Restabfall)
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
72
MAßNAHME | Abfallvermeidung und -trennung im
Betrieb
Kürzel:
GH-7
Sektor: Betriebe und
Unternehmen
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2, ÖV-2 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
recycle
Zusatzeffekte:
Beitrag zum Klimaschutz
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Betriebe sollen zur Abfallvermeidung und Optimierung der Abfalltrennung (von mindestens vier
Fraktionen) angeleitet und unterstützt werden. Hierzu sollen Beratungs- und Weiterbildungsange-
bote aufgebaut werden, damit die Betriebe eigenständig folgende Schritte umsetzen:
Ist-Analyse der Ressourcenverbräuche und der Abfallsituation im eigenen Betrieb
Aufdeckung von Potenzialen zur Ressourcen- und Abfallvermeidung
Motivation und Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen
Maßnahmenumsetzung und Prüfung
Eine Kopplung an vorhandene Programme und Angebote, wie bspw. an das ÖKOPROFIT®-
Programm oder das Zertifizierungsverfahren nach DIN SPEC 91436 kann sinnvoll sein.
Erste Schritte / Meilensteine:
Aufbau von Schulungs- und Beratungsangeboten
Durchführung der Angebote
Evaluierung der Effekte der Angebote, bspw. durch Befragung und Begehungen
Ziele:
50 Betriebe nehmen Schulungs- und Beratungsangebote wahr (bis 2030)
Reduktion der Restabfallmenge bis 2030 um 25 %
Erfolgsindikatoren:
Anzahl an teilnehmenden Betrieben an Schulungs- und Beratungsangeboten
Anzahl an verhängten Bußgeldern
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Industrie- und Handelskammer, Amt für Wirtschaftsförderung, Handwerkskammer,
Umweltakademie des Handwerks, Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Düsseldorf
Marketing
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel mittel mittel
Finanzierung:
Finanzierung durch öffentliche Mittel und Beiträge der Betriebe
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
73
9.4.4 Maßnahmen zur Bildung und Kommunikation
MAßNAHME | Analyse, Bewertung und Transparenz
der Abfallströme
Kürzel:
BK-1
Sektor: öffentliche
Verwaltung,
Abfallmanagement
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-4 kurz (2025)
mittel
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
ohne Zuordnung
Zusatzeffekte:
niedrig
Reichweite:
mittel
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Vielfach fehlen den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten, sich detaillierter über die Qualität
und Quantität von Abfällen und Wertstoffen und deren Verwertungswege zu informieren. Um die-
ses Informationsdefizit zu beheben, sollen im Rahmen einer Monitoring-Maßnahme alle relevanten
Stoffströme kontinuierlich überwacht und mengenspezifisch erfasst werden. Zusätzlich sollen zum
Erhalt belastbarer Grundlagen in regelmäßigen Abständen Restmüllanalysen durchgeführt werden.
Das Monitoring gibt auch Aufschluss über den Erfolg der ergriffenen Zero-Waste-Maßnahmen und
zeigt auf, welchen Abfallfraktionen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Hinsicht-
lich erforderlicher Analysen ist ein Turnus festzulegen und ein entsprechendes Unternehmen zu
beauftragen. Die erarbeiteten Inhalte können dann in Video-, Bild- und Schriftbeiträgen kommuni-
ziert werden (BK-4). Diese Steigerung der Transparenz umfasst auch die nachgelagerten Entsor-
gungs- und Verwertungswege der in Düsseldorf erfassten Abfälle und Wertstoffe.
Erste Schritte / Meilensteine:
Zusammenstellung aller erforderlichen Daten
Schaffung einer Dokumentationsstruktur
Aufbereitung der Daten entsprechend der gewünschten Kommunikationsform (BK-4)
Ziele:
Kontinuierliche Statuserhebung
Identifizierung von Potenzialen oder Problemfeldern
Erfolgsindikatoren:
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Umwelt und Verbraucherschutz
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel niedrig niedrig keine
Finanzierung:
Gebühren
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
74
MAßNAHME | Öffentlichkeitskampagnen und
Bewusstseinsbildung
Kürzel:
BK-2
Sektor: Zivigesellschaft Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
ÖV-2
kurz (2025) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
refuse
Zusatzeffekte:
Wissensvermittlung / Bildung
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
Das Zero-Waste-Konzept und seine Ziele werden medial aufbereitet und so der Öffentlichkeit
präsentiert. Dabei wird verdeutlicht, wie jede Bürgerin und jeder Bürger sich beteiligen kann, sei
es durch eine verbesserte Abfalltrennung im Haushalt oder Umsetzung privater Maßnahmen, die
Abfall gänzlich verhindern. Alle individuellen Maßnahmen sollen gleichzeitig von gezielten
Öffentlichkeitskampagnen begleitet werden. Diese beinhalten unter anderem die Aufklärung und
Kommunikation zu Stoffströmen und Ziele der jeweiligen Maßnahmen und Angebote zum Handeln.
Die Öffentlichkeitskampagnen sollen die Reichweite der Maßnahmen erhöhen und den öffentlichen
Diskurs darum anregen.
Erste Schritte / Meilensteine:
Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie und Öffentlichkeitsarbeit (Studentinnen und
Studenten der Hochschule Düsseldorf erstellen eine solche Strategie bis August 2025)
Beauftragung der Erstellung von Bild- und Videomaterial
Platzierung von Inhalten in analoger und digitaler Form
allgemeine Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger
Content schaffen
Ziele:
Bekanntmachung und Motivation für die Umsetzung des Zero-Waste-Konzepts, der damit
verbundenen Maßnahmen und ihrer jeweiligen Ziele
Erfolgsindikatoren:
Views auf Sozialen Medien, Rückmeldungen aus der Bevölkerung
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Awista Kommunal, Presseamt, Initiativen und Vereine, Düsseldorf Marketing
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel niedrig niedrig hoch
Finanzierung:
Abfallgebühren, Klimaschutzetat
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
75
MAßNAHME | Zero-Waste-Schule & Zero-Waste-Kita Kürzel:
BK-3
Sektor:
Bildungseinrichtungen
und Zivilgesellschaft
Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-2, ÖV-2 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
recycle
Zusatzeffekte:
Wissensvermittlung / Bildung / Vorbildfunktion
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
In Bildungseinrichtungen sollen Abfallvermeidung, Abfalltrennung und Möglichkeiten der
Weiterverwendung unterstützt und sichergestellt werden. Zunächst soll die Ist-Situation der
Abfalltrennung und der Abfallmengen für alle Düsseldorfer Schulen und Kitas aufgenommen
werden. Im Anschluss sollen repräsentative Einrichtungen dabei begleitet werden, Zero-Waste-
Einrichtungen zu werden. Mögliche Themenbereiche sind: Vermeidung der
Lebensmittelverschwendung, Einführung der Bioabfalltrennung, Tausch und Trödel von "Dingen",
korrekte Mülltrennung und Sammelboxen, Projektwochen, Aufklärung / Motivation über Plakate
(Nudging), Wettbewerbe; Schulgärten mit Komposten, Verpackungs- / abfallfreie Kantinen,
Wasserspender, konkrete Unterrichtseinheiten. Die Teilnahme an der etablierten Düsseldorfer
Aktion "Dreck-Weg-Tag" trägt zur Bewussseinsbildung bei. Es sollte geprüft werden, ob dieser
Aktionstag in allen Schulen und Kitas eingeführt werden kann.
Erste Schritte / Meilensteine:
Erfassung der Ist-Situation bei allen städtischen Bildungseinrichtungen
(Behälteranzahl je Fraktion an den Standorten, Erfassung innerhalb der Schule / Kita, Ein-
sparpotenziale, Einsammlung und Entsorgungswege, Vertragsstrukturen, etc.)
Ausgewählte Bildungseinrichtungen zur Zero-Waste-Kita / Zero-Waste-Schule begleiten
(Behälterbereitstellung, vertragliche Anpassung Reinigungsunternehmen, Einbindung des
Kollegiums, Einbindung von Schulkiosk / Kantine, Kontrolle der Umsetzung, etc.)
Leitfaden zur Abfallvermeidung- und -trennung, bspw. in Form eines Videos
Umsetzung von Mindeststandards an allen städtischen Bildungseinrichtungen
Ziele:
Sicherstellung der Abfalltrennung (vier Fraktionen) in allen Bildungseinrichtungen
Reduzierung der Abfallmenge insgesamt
Reduktion der Restabfallmenge in den Bildungseinrichtungen um 25 % bis 2030
Erfolgsindikatoren:
jährliche Restabfallmenge in den Bildungseinrichtungen
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Amt für Schule und Bildung, BNE-Netzwerk, Schulen und Kitas, Programm-Verantwortliche "mit
Energie gewinnen"
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel mittel hoch
Finanzierung:
Einsparungen der Abfallentsorgung könnten den Kostenaufwand decken
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
76
MAßNAHME | Darstellung und Vermittlung der
Abfallströme Düsseldorfs
Kürzel:
BK-4
Sektor: Zvilgesellschaft Abfallart:
übergreifend
Zeithorizont: Wirkung: Flankierende
Maßnahmen:
BK-1 mittel (bis 2030) hoch
Beitrag zur Abfallver-
meidung (5 R’s):
recycle
Zusatzeffekte:
Wissensvermittlung / Bildung
Reichweite:
hoch
Kurzbeschreibung der Maßnahme:
In Video-, Bild- und Schriftbeiträgen kann die Stadt die konkreten und aktuellen Düsseldorfer
Wege von der Tonne und Container bis zur Verwertungs- / Entsorgungsanlage und möglichem
Recyclingprodukt aufzeigen und so eine erhöhte Transparenz schaffen. (Darstellung der
Ergebnisse aus Maßnahme "Analyse, Bewertung und Transparenz der Abfallströme".) Die
Beschreibungen müssen aktuell und mit lokalem Bezug gehalten werden. In breiten Kreisen der
Gesellschaft besteht eine hohe Skepsis bzgl. der Verbringung von Abfällen, die dazu führt, dass
die Sinnhaftigkeit von Abfalltrennung angezweifelt wird, wodurch viele Menschen diese nicht
durchführen. Durch eine erhöhte Transparenz der Düsseldorfer Abfallströme kann Menschen ihr
direkter Beitrag zum Umweltschutz durch Abfalltrennung bewusst gemacht werden.
Erste Schritte / Meilensteine:
Ausschreibung, Auftragsvergabe zur Erstellung der Film- und Schriftbeiträge
Ziele:
Vertrauen in die Abfallentsorgung und Sinnhaftigkeit der Abfalltrennung steigern, 100.000
Views (Youtube, Facebook, X, Instagram, Webseite), Engagement auf Sozialen Medien
Erfolgsindikatoren:
Views auf Sozialen Medien, positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung
Mögliche Akteure und Beteiligte:
Awista Kommunal, Amt für Umwelt und Verbraucherschutz, Presseamt, Düsseldorf Marketing
Aufwand / Kosten:
Arbeitsaufwand Kostenaufwand
(Invest)
Kostenaufwand
(laufend)
Kosteneinsparungen
mittel mittel niedrig
Finanzierung:
Abfallgebühren, Klimaschutzetat, Unterstützung Initiative Mülltrennung wirkt
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
77
10 Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele
Nachfolgend werden den formulierten Zielen der Landeshauptstadt Düsseldorf die
Maßnahmen zugeordnet, die einen Beitrag zur jeweiligen Zielerreichung leisten.
Dabei tragen viele Maßnahmen parallel zur Erreichung verschiedener Ziele bei.
Tabelle 4: Gegenüberstellung Maßnahmen und Ziele
Definierte Ziele der Landeshauptstadt Düssel-
dorf
Anzahl priorisierter
Maßnahmen mit
einem Beitrag zur
Zielerreichung
1. Transparenz zu Abfallmengen schaffen und mög-
lichst ökologische Entsorgungswege nutzen 8
2. Maßnahmen zur Abfallvermeidung umsetzen 14
3. Mehr Wertstoffe erfassen und recyceln 9
4. Kommunikationswege aufbauen und Wissen teilen 12
5. Aktivitäten und Akteure unterstützen, verzahnen
und fördern 10
6. Die Stadt geht als Vorbild voran 10
7. Den Prozess verstetigen 9
Darüber hinaus finden sich im Anhang auch die bisher nicht priorisierten Maßnah-
men und Ideen wieder. Dieses ist als eine Art Themenspeicher zu verstehen, da
bisher nicht in den Fokus genommene Maßnahmen zukünftig an Bedeutung gewin-
nen können oder sich Rahmenbedingungen für mögliche Umsetzungen geändert
haben.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
78
11 Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen
Die nachfolgende Tabelle 5 fasst die in Abschnitt 9 als kurzfristig umsetzbar ge-
kennzeichneten Maßnahmen zusammen:
Tabelle 5: Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen
ZV-1 Foodsharing-Hub Düsseldorf: Die Stadt unterstützt den Ausbau der
digitalen wie physischen Infrastruktur für Lebensmittelrettung
ZV-6 Einsatz von Wertstoffmobilen: Wertstoffmobile in den Stadtgebieten
einsetzen, in denen aktuell eine schlechte Anbindung an entspre-
chende Entsorgungsmöglichkeiten (Wertstoffhof) besteht
BK-4 Transparenz der Abfallströme Düsseldorfs: PR-Kampagne mit Presse-
mitteilungen und Socialmediabeiträgen, bei denen in Video-, Bild-
und Schriftbeiträgen die Stadt die konkreten und aktuellen Düssel-
dorfer Wege von Tonne und Container bis zur Verwertungs-/Entsor-
gungsanlage und möglichem Recyclingprodukt aufzeigt
ÖV-5 Feinkonzept zum Einsatz smarter Technologien in der Düsseldorfer
Abfallwirtschaft wie KI-gesteuerter Bilderkennungssysteme für Müll-
fahrzeuge, Füllstandsmessung öffentlicher Container/Papierkörbe
und/oder digitalen Registrierungsverfahren für Wertstoffhöfe
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
79
12 Weiteres Vorgehen, Verstetigung eines Zero-Waste-Prozesses
Das vorliegende Konzept bündelt und priorisiert die im Rahmen der Workshops ent-
wickelten Maßnahmenvorschläge. Aus rund 100 Maßnahmenvorschlägen wurden 22
Vorschläge gebündelt / extrahiert und in Maßnahmenkennblättern skizzenhaft dar-
gestellt, die sowohl kurz- wie auch mittel- oder langfristig zu besserem Recycling
von Wertstoffen wie auch zur Vermeidung von Abfällen beitragen können.
Die Umsetzung der dargestellten Maßnahmen erfordert teilweise weitere politische
Beschlüsse, die in den meisten Fällen die Erstellung eines Feinkonzepts durch die
Verwaltung voraussetzen.
Mit den in der Verwaltung (und im Hinblick auf Maßnahme ZV-6 bei der Awista
Kommunal) vorhandenen Ressourcen könnten aktuell vier der in den Maßnahmen-
kennblättern dargestellten Maßnahmen kurzfristig umgesetzt werden:
Tabelle 6: Aufgaben der Verwaltung hinsichtlich kurzfristig umsetzbarer
Maßnahmen
ZV-1 Die Verwaltung erstellt ein Feinkonzept zur weiteren Unterstützung
bestehender Kooperationen im Bereich Lebensmittelrettung
(„Foodsharing-Hub“).
ZV-6 Die Verwaltung erstellt ein Feinkonzept für den Einsatz von Wertstoff-
mobilen
BK-4 Die Verwaltung erstellt Medienbeiträge zur Erhöhung der Transparenz
der Abfallströme Düsseldorfs, finanziert aus dem bestehenden Haus-
haltsansatz „Geschäftsaufwendungen“ im Produkt Abfall
ÖV-5 Feinkonzept zum Einsatz smarter Technologien in der Düsseldorfer
Abfallwirtschaft wie KI-gesteuerter Bilderkennungssysteme für Müll-
fahrzeuge, Füllstandsmessung öffentlicher Container/Papierkörbe
und/oder digitalen Registrierungsverfahren für Wertstoffhöfe
Das vorliegende Zero-Waste-Konzept stellt insofern einen ersten Schritt in einem
kontinuierlichen Prozess dar. Es gilt, dieses Konzept und seine Maßnahmen stetig
zu aktualisieren und neuen Gegebenheiten anzupassen. Zwischenzeitliche Evaluati-
onen sowie mögliche weitere Maßnahmen sollten wiederum unter Einbeziehung der
Stadtgesellschaft mit Hilfe weiterer Workshops erarbeitet werden.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
80
Für eine solche Verstetigung einschließlich einer Priorisierung und Umsetzung wei-
terer in den Kennblättern aufgeführten Maßnahmen plant die Verwaltung die Erstel-
lung einer Fortschreibung dieses Konzepts bis 2026. Diese Fortschreibung soll unter
anderem darstellen,
wie ein Zero Waste Advisory Board eingerichtet werden kann und wie somit
eine weitere Einbindung der Stadtgesellschaft in die Umsetzung des Konzepts
erfolgen kann,
für welche weiteren im Konzept genannten Maßnahmen Feinkonzepte erstellt
werden sollen, die dann jeweils auch den Aufwand aufführen, mit dem die
Umsetzung jeder einzelnen Maßnahme verbunden wäre.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
81
13 Anhang
Tabelle 7: Liste der bestehenden Zero-Waste-Aktivitäten in der Stadt Düs-
seldorf (nicht abschließend)
Nr. Name Beitrag Abfallart Sektor Kategorie Maßnahmenart1 Pure Note Vermeidung & Verminderung von VerpackungsabfallVerpackungen Gastronomie, Handel u. EventsReduce Unverpackt2 SecondLuck Kindersecondhand und mehrKleidung für Kinder aus 2HandTextilien Gastronomie, Handel u. EventsReuse Second-Hand-Bekleidung3 gib & nimm DüsseldorfVermeidung & Verminderung von AbfallübergreifendHaushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineReduce Tauschen/ Schenken/ Mieten4 Purzel-Baum Vermeidung von chemischem Abfall bei KindersachenTextilien Gewerbe/Betriebe, Bau u. IndustrieRefuse Umwelt-management5 Druckstudio GmbH Vermeidung von chemischem Abfall beim Drucken & RecyclingpapierChemie & PapierGewerbe/Betriebe, Bau u. IndustrieRefuse & RecyclingUmwelt-management6 PLUP – Planet UpcyclingUpcycling von Produkten Textilien Gewerbe/Betriebe, Bau u. IndustrieReuse & RecyclingRepair-Café/ Werkstatt7 Mami Poppins Vermietung und Verleih von KinderwägenSperrmüll & VerpackungenGastronomie, Handel u. EventsReduce & ReuseTauschen/ Schenken/ Mieten8 Rhine clean up Müllsammelaktion RheinuferRestabfallHaushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineReduce Abfallsammlung9 Düsseldgrün Gemeinschaftsgarten VerpackungenHaushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineRefuse & ReduceUmwelt-management10 foodsharing DüsseldorfLebensmittelrettung BioabfallHaushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineReduce Tauschen/ Schenken/ Mieten11 „Enjoy the Food“ DüsseldorfLebensmittelrettung BioabfallHaushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineReduce Tauschen/ Schenken/ Mieten12 Repaircafés DüsseldorfReparieren von Geräten Elektronik Elektrische GeräteHaushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineReduce & ReuseRepair-Café/ Werkstatt13 Niemandsland e.V. Umsonstladen, Reparieren übergreifendHaushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineReuse Repair-Café/ Werkstatt
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
82
Nr. Name Beitrag Abfallart Sektor Kategorie Maßnahmenart
14 Ökoprofit Aufklärung &
Abfallreduktion in
Betrieben
übergreifend Gewerbe/Betriebe,
Bau u. Industrie
Refuse &
Reduce &
Reuse
Workshop
15 Franz Menke GmbH&
Co. KG
Abschaffung Einweg
Wasserflaschen und
Thermobecher für
Mitarbeitende
Verpackungen Gewerbe/Betriebe,
Bau u. Industrie
Reduce &
Reuse &
Refuse
Mehrwegsystem
16 Diakonie Düsseldorf Vermeidung von
Verpackungsmüll durch im
Haus zubereiteten und
abgefüllten Joghurt und
Ersatz von Plastikflaschen
mit Glasflaschen
Verpackungen Gastronomie,
Handel u. Events
Reduce &
Reuse
Mehrwegsystem
17 Cretschmar Cargo Umstellung des gesamten
Verkaufsmailings von
Papierform mit
Verkaufsflyern etc. auf E-
Mails
Papier Gewerbe/Betriebe,
Bau u. Industrie
Reduce Digitalisierung
18 mit Energie gewinnen Aufklärung &
Abfallreduktion in
Bildungseinrichtungen
übergreifend Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Refuse &
Reduce &
Reuse
Pädagogik/
Bildung
19 Albrecht Dürer
Berufskolleg
Trinkwasserspender und
Mehrweg in Mensa
Verpackungen Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce &
Reuse
Mehrwegsystem
20 Dieter-Forte-
Gesamtschule
Abschaffung des Verkaufs
einzeln verpackter
Lebensmittel; Speisereste
aus Küche und Mensa
werden in Tonnen von
Produzenten für Tierfutter
abgeholt; Ersatz der
Kunststoffwasserflaschen
durch Karaffen in der
Mensa
Verpackungen Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce &
Reuse
Mehrwegsystem
21 Comenius Gymnasium Go-Green-Challenge!
Bereich Mülltrennung und
Vermeidung:
wiederverwendbare
Trinkflaschen/Brotdosen
Verpackungen Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce &
Reuse
Mehrwegsystem
22 Essbare Stadt Den eigenen
Lebensmittelanbau in der
Stadt fördern
Bio Haushalte, Wohnen,
Sozialträger u.
Vereine
Refuse &
Reduce
Repair-Café/
Werkstatt
23 Abfallentsorgungssatz
ung der
Landeshauptstadt
Düsseldorf
übergreifendHaushalte, Wohnen,
Sozialträger u.
Vereine /
Gewerbe/Betriebe,
Bau u. Industrie /
Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reuse &
Reduce
Pädagogik/
Bildung
24 AWISTA
Abfallberatung
übergreifendHaushalte, Wohnen,
Sozialträger u.
Vereine
Reuse &
Reduce
Pädagogik/
Bildung
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
83
Nr. Name Beitrag Abfallart Sektor Kategorie Maßnahmenart
25 ohne Name GA Abfallmanagement mit
Internen Regeln für die
Trennung und Entsorgung
von betrieblichen Abfällen
der Stadt; Einhaltung
Gewerbeabfallverordnung,
Minimierung der
Abfallmenge bei
Veranstaltungen auf
städtischem Grund
übergreifend Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce &
Recycle
Abfallsammlung
26 ohne Name Empfang, Bearbeitung und
Buchung von papierlosen
Eingangs- und
Ausgangsrechnungen
Papier Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce Digitalisierung
27 Düsseldorf Tourismus
GmbH
Reduzierung gedruckter
Prospekte und
Digitalisierung
Papier Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce Digitalisierung
28 ohne Name Sukkzessive Einrichtung
von
Trinkwasserentnahmestelle
n in Schulen (keine Einmal-
Trinkbecher bzw. -
Flaschen).
Verpackungen Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Refuse &
Reduce
Mehrwegsystem
29 Filmmuseum Mülltrennung im
Filmmuseum
übergreifend Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce &
Recycle
Abfallsammlung
30 Flughafen Düsseldorf
GmbH
Förderung der Nutzung von
Mehrweggeschirr im To-Go-
Bereich
Verpackungen Gastronomie,
Handel u. Events
Reduce Mehrwegsystem
31 Cradle to Cradle Vermeidung von
Neuinanspruchnahme von
Baumaterialien und
Rohstoffen. Beratung
Bauabfälle Gewerbe/Betriebe,
Bau u. Industrie
Refuse &
Reduce
Pädagogik/
Bildung
32 Gesellschaft und
Umwelt gestalten
"Gesellschaft und Umwelt
gestalten"als Schwerpunkt
für Düsseldorfer Kinder und
Jugendfreizeiteinrichtunge
n; Ausrichtung auf
ökologische Bildung;
Nachhaltigkeit als
Querschnittsthema im
neuen Kinder- und
Jugendförderplan 2021-
2025
übergreifend Öffentliche
Verwaltung, Politik
u. Bildung
Reduce Pädagogik/
Bildung
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
84
Nr. Name Beitrag Abfallart Sektor Kategorie Maßnahmenart33ohne NameNachhaltigkeitsbeirat: Der Beirat besteht aus Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Gruppen, der Ämter und den Mitgliedern der Kleinen Kommission für nachhaltige Entwicklung. Er tagt einmal im Quartalübergreifend Öffentliche Verwaltung, Politik u. Bildung / Haushalte, Wohnen, Sozialträger u. VereineRefuse & ReduceUmwelt-management34ohne NameVerstärkter Einsatz von Emails in Amt20Papier Öffentliche Verwaltung, Politik u. BildungReduce Digitalisierung35ohne NamePapiervermeidung durch intelligente IT-Systeme: Das Steueramt hat weit über 90 % seiner Papierakten digitalisiert. Durch die Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes werden aktuell die Vorbereitungen getroffen, Steuerbescheide in naher Zukunft papierlos den Steuerpflichtigen zuzustellen.Papier Öffentliche Verwaltung, Politik u. BildungReduce Digitalisierung36 Bibliothek der Dinge Die Stadtbüchereien Düsseldorf planen deswegen die Umsetzung einer "Bibliothek der Dinge", in der ab Herbst (nicht nur) Alltagsgegenstände ausgeliehen statt gekauft werden können. übergreifend Öffentliche Verwaltung, Politik u. BildungRefuse & Reduce & ReuseTauschen/ Schenken/ Mieten
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
85
Tabelle 8: Anforderungen Zero Waste Europe
Art
A1) Veröffentlichung der Verpflichtung, eine Zero-Waste-City zu werden Pflicht
A2) Festlegung von Zielen für das Restmüllaufkommen Pflicht
A3) Reduzierung der Abfallmenge, die der Verbrennung zugeführt wird Pflicht
A4) Durchführung von Sensibilisierungsmaßnahmen Pflicht
B1) Festlegung einer Zero Waste-Strategie, inkl. Müllreduktionsziele Pflicht
B2) Verpflichtende Situationsanalyse (u. a. Zusammensetzung des Abfalls) Pflicht
B3) Festlegung von Zielen für die Steigerung der Menge an gesammelten und recycelten
festen Siedlungsabfällen Pflicht
B4) Erhebung von Daten über das Niveau des Abfallaufkommens und des Recyclings Pflicht
B5) Sammlung von Daten über Abfallvermeidungsmaßnahmen freiwillig (3 Punkte)
B6) Ernennung von Mitarbeitenden (Zero Waste Focal Point) der die Umsetzung und
Koordination des Zero Waste-Plans leitet Pflicht
B7) Errichtung eines breiten Managementteams freiwillig (2 Punkte)
B8) Errichtung eines Zero Waste Advisory Boards (ZWAB) o.ä. Pflicht
B9) Konsultation von Einwohner*innen bei der Gestaltung des Zero Waste-Plans Pflicht
B10) Analyse der Beschaffungsprozesse zur Reduzierung von Abfällen entlang der Lieferketten Pflicht
B11) Implementierung von Anforderungen zur Abfallvermeidung und verbesserte Verfügbarkeit
von recyceltem Material in öff. Beschaffungsverfahren freiwillig (4 Punkte)
B12) Schulungen für die beteiligten Mitarbeitenden Pflicht
B13) Weitere Möglichkeiten zur Weiterbildung (z. B. Exkursionen) freiwillig (3 Punkte)
B14) Zusammenarbeit mit anderen Städten für Fortbildungsmaßnahmen freiwillig (1 Punkt)
B15) Aufforderung der Abfallunternehmen zur Transparenzerhöhung importierter und
exportierter Abfälle freiwillig (3 Punkte)
C1)
Umsetzung eines Abfallwirtschaftssystems mit bestimmten Mindestanforderungen
1. mindestens vorgeschriebene Stoffströme sammelt;
2. mindestens die nationalen Recyclingziele zu erreichen,
3. Fehlwurfquoten dauerhaft unterschreiten
Pflicht
C2) Getrennte Sammlung des lokal anfallenden Abfalls freiwillig (14 Punkte)
C3) Umsetzung eines Managementprogramms für Bioabfälle Pflicht
C4) Sammlung von Bioabfällen gemäß des Managementprogramms freiwillig (6 Punkte)
C5) Etablierung eines Systems zur getrennten Sammlung von Gegenständen, die nicht regulär
durch die Müllabfuhr gesammelt werden können Pflicht
C6) Verbesserung der Vielfalt der Abfallströme, die getrennt gesammelt werden freiwillig (5 Punkte)
C7) Kontinuierliche Überprüfung des Niveaus und der Menge des Abfallaufkommens,
Recyclings und der Vermeidungsmaßnahmen Pflicht
C8) Sammlung und Veröffentlichung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Plans Pflicht
C9) Regelmäßige Durchführung von Restmüllanalysen Pflicht
C10) Stetige Bemühungen, das Restmüllaufkommen pro Kopf zu minimieren freiwillig (9 Punkte)
C11) Schaffung wirtschaftlicher Anreize für die Reduzierung der Abfallmenge freiwillig (4 Punkte)
C12) Förderung der aktiven Teilnahme an lokalen Zero Waste-Programmen freiwillig (3 Punkte)
C13) Etablierung eines Plans, um Abfälle in der Öffentlichkeit zu vermeiden freiwillig (2 Punkte)
C14) Implementierung von Maßnahmen zur Abfallvermeidung im Zuständigkeitsbereich der
Städte freiwillig (10 Punkte)
C15) Unterstützung umfassender Maßnahmen zur Abfallvermeidung freiwillig (10 Punkte)
C16) Implementierung von Zero Waste-Strategien für stadteigene Gebäude freiwillig (3 Punkte)
C17) Unterstützung bei der Umgestaltung von Produkten zur verbesserten Kreislaufführung freiwillig (3 Punkte)
D1) Überprüfung der Einhaltung der Zero Waste Cities-Kriterien sowie deren Verbesserung
und jährliche Veröffentlichung eines Berichts Pflicht
D2) Regelmäßige Kommunikation mit den Einwohner*innen über den Zero Waste-Plan und
Änderungen in der Abfallwirtschaft Pflicht
D3) Sichtbar machen der Zero Waste-Verpflichtung in der internen und externen
Kommunikation freiwillig (3 Punkte)
D4) Verankerung von Zero Waste-Bildungsinhalten in Schulen und Kindergärten freiwillig (4 Punkte)
D5) Schaffung von Netzwerken mit Kommunen in ganz Europa und darüber hinaus Pflicht
D6) Schaffung formaler Partnerschaften mit lokalen Interessengruppen freiwillig (3 Punkte)
D7) Bewertung und Kommunikation der positiven Klimaauswirkungen des Plans freiwillig (4 Punkte)
D8) Verknüpfung der SDGs im Zero Waste-Plan freiwillig (1 Punkt)
Kriterium von Zero Waste Europe
Verpflich-tungsphaseVorbereitungsphaseUmsetzungs- und WirkungsphaseKommunikations- und Bildungsphase
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
86
Tabelle 9: Liste aller Maßnahmenvorschläge aus Workshops
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Abfallvermeidung
Foodsharing Hub
Hinweise der Verwaltung:
Die Verwaltung behält Le-
bensmittelrechtliche / Hygi-
ene Aspekte im Blick.
ZV-1
Foodsharing bei Kon-
sumenten fördern und
ausweiten
Finanzielle Unterstützung/
Ausweitung - Foodsharing
Initiative
Lagermöglichkeiten (Kühl-
häuser Messe)
Verteilmöglichkeiten
Bereitstellung von
Fahrzeug für Verteilung
App für Foodsharing
ZV-1 , GH-
2
Gesetze + Verordnun-
gen gegen Lebensmit-
tel-verschwendung
Bundesebene, Kom-
mune hat nur geringe
Einflussmöglichkeiten
Marketing zur Unter-
stützung von Foodsha-
ring in Verwaltung und
Organisationen
Anreizstrategien / Informati-
onen ausgeben
ZV-1
Second-Hand Kauf-
häuser (Abteilungen,
Shop-in-Shop)
Förderprogramm für second-
hand-Abteilungen (bspw. bei
5% second-hand-Ware För-
derung für Unternehmen) /
Stadt mietet Flächen an und
vergibt an Second- Hand-
Handel
GH-4
Mehrwegförderung mehr Glaspfand; Spülwägen
für private Feiern ->Awista
bietet bereits Mehrwegser-
vice an - Stadt könnte för-
dern durch Kostenübernahme
/ Event- und Gastronomiebe-
reich anknüpfen - Infomate-
rial von Awista /
Mehrwegnutzung be-
reits größtenteils
Standard
9 Maßnahme als priorisierte Maßnahme in Maßnahmenkennblatt weiter ausgearbeitet
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
87
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Grillmehrwegstationen Parks
und Grünflächen
Trinkbrunnen fördern
und einrichten
Bereits in der Umset-
zung
Mehrwegpaletten im
Großhandel standardi-
sieren
Kommune hat ge-
ringe Einflussmöglich-
keiten
Sozialkaufhaus für
Vor-Sperrmüll- Sachen
etablieren
Kreis Viersen Bsp. Voraus-
wahl bei Sperrmüll / Berlin
Bsp. Noch-Mall & Kiez-Tage
Bereits bei mehreren
karitativen Organisa-
tionen in Düsseldorf
etabliert
Tausch und Trödel von
"Dingen" in Bildungs-
einrichtungen
Austausch und Verleihplatt-
formen und Örtlichkeit be-
reitstellen
ZV-2
Bibliothek des Auslei-
hens
Ausbau des vorhandenen
Systems in der Stadtbiblio-
thek
ZV-2
Aufklärung & Transpa-
renz zu Stoffströmen
für Zivilgesellschaft
Erweiterte Öffentlichkeitsar-
beit, an verschiedenen Stel-
len relevant
BK-1, BK-2
Mitarbeiter-Schulun-
gen für Abfallvermei-
dung in Betrieben
Erweiterte Öffentlichkeitsar-
beit, an verschiedenen Stel-
len relevant
GH-7
Einbeziehung der Be-
völkerung in Zielvor-
gaben bei Zero Waste
Erweiterte Öffentlichkeitsar-
beit, an verschiedenen Stel-
len relevant
ZV-3, ZV-4,
BK-2
Zeit, Vorgaben und
Auftrag für Thema Ab-
fall in Bildungsarbeit
„Bildung für nachhaltige Ent-
wicklung“ als Fach in Schulen
und Kitas verpflichtend ein-
führen
Bereits von BNE-
Netzwerk und Awista
übernommen
Transparenz der Stoff-
ströme
Visualisierung von Informati-
onen und Stoffströmen
BK-1, BK-4
Vernetzung und Festi-
gung von Initiativen,
Hinweise und Informa-
tionen auf Initiativen /
NGOs zu Abfallvermei-
dung/ Abfalltrennung
Bestehende Initiativen und
Akteure bekannter machen
und Angebote fördern (Ein-
bindung Nachhaltigkeitsbei-
rat)
ZV-3, ZV-4
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
88
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Green Offices (Nach-
haltigkeits Büro)
Beratungsangebot und
Coaching für nachhaltige Bü-
ros zur Einführung; Verknüp-
fung mit ÖKOPROFIT; mehr
Aufklärung und Info
GH-7
Aufklärung & Informa-
tionen im Hinblick auf
Abfall bzw. Mülltren-
nung
Kampagne zur Mülltrennung,
Sensibilisierung zu Folgen
der Vermüllung
BK-2, BK-4
Start-Up Förderung zu
Abfallvermeidung
Förderprogramme und Unter-
stützungsangebote für junge
Unternehmen im Bereich Ab-
fall
ZV-3
Reparaturinitiativen
fördern im und von
Handwerk
Reparatur Möglichkeiten be-
kannter machen (inkl.
Dienstleistungen)
ZV-6, und
4
Förderung von Abfall-
vermeidung
ZV-3
Förderungen / Sub-
ventionen an Nachhal-
tigkeitskriterien knüp-
fen
Fokus auf Zuwendungen und
städtische Beteiligungen
ZV-3
Finanzielle Unterstüt-
zung nachhaltiger
(hier im Sinne abfall-
vermeidender) An-
schaffungen
Förderung von z.B. Wasser-
spendern, Abfalleimern, etc.
->Fördertopf der Stadt
ZV-3
Plattformen aufbauen
für Start-ups/ Initiati-
ven mit Betrieben
Anfang für Förderprogramm
bzw. Empfehlungen etc.
ZV-3, GH-7
Förderung von Digita-
lisierung für Abfallver-
meidung
Werbung, Ticketing, Belege
digital, Rechnungen nur digi-
tal
Digitalisierung der
Verwaltung wird be-
reits angestrebt
Kennzeichnung von
Produkten zur Repa-
rierbarkeit
Label, dass anzeigt, ob Pro-
dukte wieder repariert wer-
den können
Bundesebene, Kom-
mune hat nur gerin-
gen Einfluss
Verpflichtende DGNB
+ BNB Zertifizierung
Deutsche Gesellschaft für
Nachhaltiges Bauen (DGNB)
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen (BNB)
Nachhaltigkeitsthe-
men in Kriterienkata-
log bereits berück-
sichtigt
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
89
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Zertifizierung als Zero
Waste Betrieb
Zu klären, wer Zertifizierung
durchführen könnte
GH-7
Abschaffung von Pa-
pierhandtüchern in Bil-
dungseinrichtungen
Als gebündeltes Programm -
stadtweit
Kommune hat nur
geringen Einfluss
Keine „Guest Ameni-
ties“ bei Hotels
Verzicht auf kleine Ge-
schenke (z.B. Schokolade)
auf dem Kissen und ähnli-
ches
Kommune hat nur
geringen Einfluss
Airblades und/oder
Stoffhandtuchspender
für WCs der Verwal-
tung
Airblades und/oder
Stoffhandtuchspender
für WCs der Verwal-
tung
Vernetzung von Han-
del und Initiativen
GH-1, ZV-3
Vernetzung und Festi-
gung von Initiativen
ZV-3
Umweltzentrum pro
Stadtteil
Zentrum mit Repaircafe, Klei-
dertausch, Veranstaltungen
zu Nachhaltigkeit
ZV-4
Bußgelder erhöhen
und durchsetzen /
Kontrollmechanismen
verbessern
Müllsheriffs- Detektive, Ord-
nungsamt Schulung, Bußgel-
der erhöhen
ÖV-2, ÖV-3
Verstärkte Umsetzung
und Kontrolle
ÖV-2
Ausbau des Außen-
dienstes des Amtes für
Umwelt und Verbrau-
cherschutz
ÖV-2
Abfallreduzierung
Einführung einer Ver-
packungssteuer
Unabhängig davon werden
geltende Regelungen (bun-
desweit gültige Mehrweg-An-
gebotspflicht sowie Düssel-
dorfer Satzungsregelung zur
Verwendung von Mehrweg im
öffentlichen Raum) weiter-
verfolgt.
Die Lenkungswirkung
wird in Frage gestellt.
Es kommt nach aktu-
eller Studienlage zu
keiner nachweisbaren
Abfallreduzierung.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
90
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Runder Tisch zur Re-
duktion von Verpa-
ckungen
Lebensmitteleinzelhandel und
Baumärkte / Runde Tische zu
Verpackungsreduktion
Hinweis der Verwaltung:
empfohlen wird eine Einbin-
dung des Nachhaltigkeits-
Beirats
GH-1
Einwegverbot (Forcie-
rung, Ausweitung,
etc.)
Besteht schon in LHD – Aus-
weitung, Öffentlicher Raum /
Kontrollen stärken
, ÖV-2
Verzicht auf Trans-
portfolie bzw. Verpa-
ckung im Handel
Bei Vergabe Beschaffung als
Kriterium in Verwaltung
möglich
Kommune hat nur
geringen Einfluss
Material-Sharing zwi-
schen Büros (evlt.
über Intranet)
Kommune hat nur
geringen Einfluss
Vereinheitlichung Be-
rechnung Müllpau-
schale
Hinweis der Verwaltung: eine
Verwiegung von Abfallmen-
gen hat sich in Großstädten
mit hoher Bevölkerungs-
dichte bisher nicht bewährt,
die Gefahr, dass Abfälle „an-
derweitig“ entsorgt werden,
ist hoch. Bemessung der Ab-
fallgebühren in Düsseldorf
nach Behältervolumen
ÖV-3
Einkauf von Produkten
aus recyclebaren Ma-
terialien in Verwaltung
Nachhaltigkeitsthe-
men in Kriterienkata-
log bereits berück-
sichtigt
Verpflichtung zu regio-
nalen Produkten bei
Ausschreibungen
Nachhaltigkeitsthe-
men in Kriterienkata-
log bereits berück-
sichtigt
Einkauf bei regionalen
Produzenten bei
Events
Zusammenarbeit mit lokaler
Landwirtschaft von Händlern
und Gastronomen
Nachhaltigkeitsthe-
men in Kriterienkata-
log bereits berück-
sichtigt
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
91
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Verbesserung der Wiederverwendung von Materialien
Einzelhandel für
Sammlung von Texti-
lien nutzen und einbe-
ziehen
Altkleidersammlung
bereits sehr stark
ausgebaut
Urban Mining Lokale Sammelstellen für
Baustoffe und andere Materi-
alien; Verwertung durch di-
rektes Recycling
GH-3
Design for Recycling Förderung von Ideen und
Wettbewerbe, Bessere
Trennbarkeit von Komponen-
ten eines Produktes; Cradle-
to-cradle Prinzip bei Produk-
ten
EU- und Bundes-
ebene: Kommune hat
nur geringen Einfluss
Recyclingrückführung
an Hersteller
Produkte werden an Inver-
kehrbringer (Handel/Herstel-
ler) zurückgegeben für Re-
cycling ähnlich Pfandsystem
EU- und Bundes-
ebene: Kommune hat
nur geringen Einfluss
Briefumschläge aus
Direktrecycling
Aus alten Karten gibt es das
bereits. Sollte flächenmäßig
eingesetzt werden
Kommune hat nur
geringen Einfluss
keine Gebühren beim
Recyclinghof
Bereits Praxis Bereits Praxis (außer
„Kofferraumpau-
schale“ bei Restmüll,
die auch sinnvoll ist
Recycling-Busse
(Schadstoffe, etc.)
ZV-6
Abfallgebühren für
Wertstoffe senken
ÖV-3
Einführung einer Wert-
stofftonne / Öffentlich-
keitsarbeit / Kontrolle
Beschluss der Stadt Düssel-
dorf
Bereits Projekt
Sekundäre Rohstoffer-
fassung wie in der
DDR -> Übertragbar?
https://www.umweltbundes-
amt.de/themen/abfall-res-
sourcen/ sekundaerrohstoff-
wirtschaftstart
Bundesebene, Kom-
mune hat nur gerin-
gen Einfluss
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
92
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Förderung "CO2 posi-
tive Bauweise"
Zusammenarbeit und Kom-
munikation zwischen Behör-
den und Unternehmen ver-
bessern
GH-3
Verwertungserleich-
ternde Exportregelun-
gen
EU- und Bundes-
ebene, Kommune hat
nur geringen Einfluss
Verbesserung der Abfalltrennung
Flächendeckende Ein-
führung der Biotonne
(Anschluss- und Be-
nutzungspflicht in der
AES etablieren)
Hinweis der Verwaltung: vor
dem Hintergrund begrenzter
Standplätze auf etlichen
Wohngrundstücken, insbe-
sondere bei Kellerstandorten,
sehr ambitioniert. Umsetzung
sehr schwierig, im Vorfeld
wären einige grundsätzliche
Fragestellungen z.B. zu Kel-
lerstandorten zu klären (Ar-
beitsschutz, ggf. Zugang zu
Standorten in Hinterhöfen,
evtl. Bereitstellung von Flä-
chen im öffentlichen Straßen-
raum). Insofern ggf. sehr
langfristige Zielsetzung
ÖV-4,
Großbehälter Biomüll
bei Events
Bei Events werden entspre-
chende Abfalltonnen für Bio-
abfälle bereitgestellt.
Hat sich in der Praxis
bereits als untauglich
erwiesen
Bioabfalltrennung in
öffentlichen Einrich-
tungen
Keine Kosten für vorzerklei-
nerte Bioabfälle; Einrichtung
von eigenen Kompostierplät-
zen; Bußgeld für Missbrauch
von braunen Tonnen
ÖV-4
Bioabfall vor Ort in
Haushalten erfassen
und nutzen (Pflicht zur
Biotonne ?)
Ausweitung der Bio-Abfall-
sammlung / Kontrolle (Stich-
proben), Bußgelder / Hürden
für Befreiung von Bioabfall
hochsetzen (Hinweis der Ver-
waltung: sehr ambitioniert,
langfristig zu denken)
ÖV-2, ÖV-3
Kaffeesatz einsam-
meln und nutzen
Ähnlich wie bei Speisefetten
kann Kaffeesatz als Rohstoff
eingesammelt und wieder-
verwertet werden.
Sehr speziell und
kleinteilig
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
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Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Kompostierbare Hun-
dekotbeutel zur Verfü-
gung stellen
Sehr speziell und
kleinteilig, kein Nut-
zen, wenn die Beutel
im Straßenpapierkorb
landen
Öffentliche Bioabfall-
container und Behälter
Im öffentlichen Raum zur Er-
gänzung bestehender Abfall-
behälter Bioabfallbehälter
einrichten
Hat sich in der Praxis
bereits als untauglich
erwiesen
Errichtung einer Ver-
gärungsanlage im
Düsseldorfer Stadtge-
biet
Hinweis der Verwaltung: Für
Teilmengen umgesetzt durch
Umstrukturierung der Abfall-
wirtschaft, vollständige Um-
setzung ist auch Anliegen des
AÖE
Finanziell und tech-
nisch kaum umsetz-
bar
Rücknahmevorgaben
für Hersteller
Vergleichbar mit Rücknahme
von
Elektrogeräten könnten auch
weitere Produkte zurückge-
geben werden
Bundesebene: Kom-
mune hat nur gerin-
gen Einfluss
Schadstoffmobil Öfter und sichtbarer (z.B. bei
Wochenmärkten, Super-
märkte, etc.)
Schadstoffmobil be-
reits erfolgreich etab-
liert
Einsatz von Wertstoff-
mobilen
Viel mehr kostenlose Annah-
mestellen (min. 20 in Stadt)
mit Abtransport zu Recycling-
höfen – z.B. auch bei Wo-
chenmärkten;
Flohmärkten
ZV-6
Erweitertes Recycling
von Wertstoffen
Erfassen und Verwertungs-
wege regeln
ÖV-5, ZV-
6, BK-1
Ausbau der Wertstoff-
mobilflotte
ZV-6
Müllbehälter für Ziga-
retten an Haltestellen
ZV-7
Smart Containers Sensorgesteuerte Abfalltonne
mit Pressfunktion (für einige
Straßenpapierkörbe inzwi-
schen umgesetzt)
ÖV-3
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
94
Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Mehr Abfalltonnen im
Außenbereich
Tonnen am Rhein das ganze
Jahr, mehr Aschenbecher
Die Behälterzahl wird
ohnehin kontinuier-
lich erhöht, dient
nicht der Abfallver-
meidung oder Abfall-
trennung
Mehr und mobile Sam-
melstellen mit Infor-
mationen
BK-2, ZV-6
Situative und opti-
mierte Abfallabholung
bei Events
Recyclingthema / Thema
Stadtsauberkeit
Stadt und Awista ar-
beitet bereits daran
Ausweitung der Ab-
fallabholung Turnus
für Abfallarten prüfen
Rücksprache mit Verwaltung Erfolgt bereits
Abfalltrennung in
Gastronomie
Bio, Wertstoff, Aufklärung GH-5
Mülltrennung in Zim-
mern (Hotels)
Kommune hat nur
geringe Einflussmög-
lichkeiten außerdem
sehr kleinteilig
Abfalltrennung verbes-
sern in Industrie
GH-7
Mülltrennung in der
Stadtverwaltung
ÖV-1, BK-3
Verpflichtung von min.
20 L/Person/Woche
Abfallbehältervolumen
bei Papiertonne
Hinweis der Verwal-
tung: vor dem Hin-
tergrund begrenzter
Standplätze auf etli-
chen Wohngrundstü-
cken, insbesondere
bei Kellerstandorten,
sehr ambitioniert.
Umsetzung sehr
schwierig, im Vorfeld
wären einige grund-
sätzliche Fragestel-
lungen z.B. zu Keller-
standorten zu klären
(Arbeitsschutz, ggf.
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
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Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
Zugang zu Standor-
ten in Hinterhöfen,
evtl. Bereitstellung
von Flächen im öf-
fentlichen Straßen-
raum). Insofern ggf.
sehr langfristige Ziel-
setzung
Kriterien für Abfall-
trennung bei Reini-
gungskräften
Stadtverwaltung in Aus-
schreibungen bzw. Verträgen
berücksichtigen
BK-3 Großteils bereits Pra-
xis
Konzept zur Abfall-
trennung mit Woh-
nungsgesellschaften
Verbesserung der Abfalltren-
nung und Entsorgung bei
Wohnungseinheiten durch
Zusammenarbeit mit Woh-
nungsgesellschaften
GH-6
Überdachung von
Müllcontainern
mit Pflanzdach
Stellt keine Abfallver-
meidung oder Abfall-
trennung dar
Unterfluranlagen (ggf.
mit Presscontainern)
im öffentlichen Raum
und bei Bauprojekten
(mit privaten Investo-
ren)
Stellt keine Abfallver-
meidung oder Abfall-
trennung dar
Abfalltrennung in Be-
trieben, Aufklärung &
Sensibilisierung in In-
dustrie und Betrieben
zur Abfallvermeidung
GH-7
Institutionalisierung
des "Dreck-Weg-Ta-
ges“
Sollte freiwillig blei-
ben
Dreck-Weg-Tag als
Pflicht für Schulen und
Kitas
Sollte freiwillig blei-
ben
Müllsammlungen fi-
nanzieren
Müllsammelaktionen mit Un-
terstützung von Sponsoren
und Verwaltung finanzieren
Stellt keine Abfallver-
meidung oder Abfall-
trennung dar
Das Zero-Waste-Konzept
für die Landeshauptstadt Düsseldorf
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Titel Stichworte Priori-
sierte
Maß-
nahme 9
Begründung
(Re-kommunalisie-
rung) der Abfallwirt-
schaft – Zusammenar-
beit mit Entsorger
Bereits in Planung Bereits in Teilen er-
folgt
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: abweichend beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AÖE/033/2025
- Typ
- Beschlussvorlage
- Datum
- 14.05.2025
- Erstellt
- 14.05.2025 14:55