A-H/0020/2022
Das Baugebiet Hiltrup-Ost als modernes und nachhaltiges Quartier mit hoher Lebensqualität planen!
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Antrag A-H/0020/2022
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SPD-Fraktion in der BV Münster-Hiltrup Simon Kerkhoff Fraktionsvorsitzender 0157 / 58799395 simon.kerkhoff@spd-muenster.de 19. September 2022 Antrag: Das Baugebiet Hiltrup-Ost als modernes und nachhaltiges Quartier mit hoher Lebensqualität planen! Die Bezirksvertretung möge beschließen: 1.Die Verwaltung wird aufgefordert, vor der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 628: Hil- trup – Nördlich Osttor / Östlich Loddenweg / Südlich Erdelbach ein Konzept zur tragfähi - gen Verkehrsanbindung des Baugebiets vorzulegen. Der Fokus ist dabei darauf zu legen, dass das Osttor und insbesondere die Kreuzung Osttor / Albersloher Weg - auch durch bauliche Maßnahmen - künftig in der Lage sind, eine größere Verkehrsbelastung zu tra - gen. Es wird angeregt, die Straßenbaulast des Osttors von Straßen.NRW zu übernehmen, um beidseitig durchgängige Fuß- und Radwege bauen zu können und zudem einen Aus - bau der Straße - dort wo es möglich ist - zu erwägen. Zu prüfen ist, ob auf einem ausge - bauten Teilstück eine Busspur zur Beschleunigung des ÖPNV eingerichtet werden könnte. Außerdem sollte eine Anbindung des Wohngebiets an den Bahnhof Hiltrup und Halte - punkte der WLE etwa durch insbesondere während der Hauptverkehrszeiten zeitlich eng getaktete „Shuttle-Busse“ anvisiert werden, um den Umstieg auf nachhaltige Verkehrs- mittel möglichst attraktiv zu gestalten. 2.Die Verwaltung wird aufgefordert, bei der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 628 ver- stärkt Rücksicht auf den wachsenden Bedarf an altengerechtem Wohnraum im Stadtteil Hiltrup-Ost sowie Hiltrup insgesamt zu nehmen. Dies sollte sich u. a. in einer größeren Zahl an barrierefreien, altengerechten Wohnungen und Angeboten für Formen des be - treuten Wohnens widerspiegeln. Auch der Bau eines Seniorenwohnheims im neuen Bau- gebiet ist zu prüfen. Bei den Planungen für den neuen Ortsteil sollte insgesamt besondere Rücksicht auf eine durchgängige Barrierefreiheit, etwa durch breite Gehwege, kurze Wege zum nächsten Supermarkt und regelmäßige Querungshilfen, gelegt werden. Dennoch ist selbstverständlich das Ziel zu verfolgen, eine demographisch durchmischte Bewohner - struktur zu erreichen. SPD-Fraktion in der BV Hiltrup - www.spd-hiltrup.de 3.Die Verwaltung wird aufgefordert zu prüfen, ob sich das Gebäude der Marienkirche in die Planungen für ein neues Quartierszentrum integrieren lässt, beispielsweise als umgebau- tes Stadtteilhaus, das zu einem generationenübergreifenden Aufenthaltsort werden könnte. Wir bitten die Verwaltung in enger Absprache mit der Kirchengemeinde St. Cle- mens zu prüfen, ob sich nach einer Profanierung der Kirche und durch eine grundlegende Sanierung mit neuer Inneneinteilung des Gebäudes Möglichkeiten ergeben, etwa nach dem Vorbild des Stadtteilhauses Lorenz-Süd, einen Jugendtreff, öffentliche Begegnungs- räume, ein Café und zusätzlich einen kleinen Kirchenraum im Gebäude unterzubringen und so im neuen Zentrum des Stadtteils ein identitätsstiftendes Wahrzeichen Hiltrup- Osts zu erhalten und stärker ins Stadtteilleben zu integrieren. 4.Die Verwaltung wird aufgefordert, bei der Aufstellung des Bebauungsplans stets das Ziel der Klimaneutralität 2030 im Blick zu behalten. Dies ist sowohl bei den Vorgaben für den Bau und die Energieversorgung der Gebäude als auch in der Verkehrsanbindung (insbe- sondere durch die Stärkung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes) zu berücksichti - gen. Außerdem sollte die Anpassung an die Folgen der Klimaerwärmung von Anfang an mitgedacht werden. Dies bedeutet, dass Vorkehrungen getroffen werden, um im Quartier etwa durch Dach- und Fassadenbegrünungen, die Anpflanzung einer großen Zahl von Bäumen, die Reduzierung von versiegelten Flächen, das Anlegen von Regenrückhaltebe- cken und Wasserflächen generell, die Renaturierung und Aufwertung des Erdelbachs, so- wie die Einbindung beschatteter Parks und Spielplätze in das Quartier, ein lebenswertes Klima auch in den nächsten Jahrzehnten zu erreichen. 5.Die Verwaltung wird aufgefordert, bei der Planung zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 628 den vorhanden Einzelhandel in Hiltrup-Ost und die neu zu planenden Einzelhan- delsflächen so miteinander zu verbinden, dass es zu einer gegenseitigen Stärkung des Einzelhandels im Stadtteil kommt. Dabei ist besonders der ergänzende Einzelhandel, wie auch der kleinteilige Einzelhandel zu ermöglichen. Unbedingt zu vermeiden ist, dass durch neu angesiedelten Einzelhandel bestehende Angebote im Stadtteil bedroht wer - den. Schließlich sollte ein dezentrales Angebot, insbesondere an Lebensmittelgeschäften, das Ziel sein, um auch den Menschen im bereits bestehenden Teil Hiltrup-Osts kurze Wege zum nächsten Supermarkt zu ermöglichen. 6.Die Verwaltung wird aufgefordert, in Absprache mit dem TuS Hiltrup die Errichtung eines Gesundheits- und Rehasportzentrums im neuen Sportpark Hiltrup-Ost zu prüfen und in die weiteren Planungen einzubeziehen. Neben den geplanten weiteren Fußballplätzen, Plätzen für American Sports und einer Rad- und Rollstrecke wäre ein solches Angebot sehr bereichernd für Hiltrup-Ost, da gerade ein Gesundheitssportzentrum auch älteren Men- schen eine größere Teilhabe am Sportangebot ermöglichen könnte. Begründung: Kürzlich wurde die Bezirksvertretung Hiltrup mittels des Stadtteilentwicklungskonzepts Hiltrup-Ost über den Stand der bisherigen Planungen der Verwaltung und der beauftragten Planungsbüros zum Baugebiet Hiltrup-Ost informiert. Im Stadtteilentwicklungskonzept sind viele Punkte noch sehr unkonkret gehalten, was auch der Natur eines solchen ersten Konzepts geschuldet ist. Allerdings drängt mit Blick auf die hohe Priorisierung des Baugebiets (geplante Fertigstellung laut Baulandprogramms spätestens 2027) in einigen Bereichen die Zeit. Denn manche Themen benötigen SPD-Fraktion in der BV Hiltrup - www.spd-hiltrup.de einigen zeitlichen Vorlauf, um erfolgreich vor der Fertigstellung des Baugebiets umgesetzt werden zu können. Besonders ist hier die verkehrliche Erschließung zu erwähnen: Schon jetzt ist das Osttor zu den Hauptverkehrszeiten sehr stark belastet und viele Bürger:innen befürchten zurecht, dass sich durch die Baugebiete Nördlich Osttor und Südlich Hiltruper Straße (zusammengenommen 1.310 Wohneinheiten) die Situation künftig weiter verschlechtert. Eine tragfähige Verkehrsplanung sollte in jedem Fall bestehen, bevor das Baugebiet Hiltrup-Ost fertig ist. Auch bauliche Maßnahmen am Osttor und der Kreuzung Osttor / Albersloher Weg sollten dabei nicht ausgeschlossen werden. Nicht nur im Bereich Verkehr darf die Nachhaltigkeit mit Blick auf die sich stetig verschärfende Klimakrise keine untergeordnete Rolle spielen. Ein Baugebiet, das 2027 fertig sein soll, muss den hohen Ansprüchen, die sich der Rat der Stadt Münster mit dem Ziel der Klimaneutralität 2030 zurecht gesetzt hat, in vollem Umfang entsprechen. Dies betrifft insbesondere den Bereich Verkehr, aber auch die Energieversorgung der neu entstehenden Gebäude. Um sich den schon jetzt nicht mehr zu verhindernden Folgen des Klimawandels anzupassen, sollte außerdem bei den Planungen ein besonderer Fokus darauf bestehen, eine hohe Lebensqualität des Quartiers auch in künftigen heißen Sommern zu erhalten. Des Weiteren sollte das Quartier als „Schwammstadt“ gebaut werden, in der es auch bei künftig häufiger zu erwartenden Starkregenereignissen nicht zu größeren Überflutungen kommt. Um eine große Akzeptanz der baulichen Erweiterung Hiltrup-Osts auch bei den Menschen zu erreichen, die schon jetzt im Stadtteil leben, sollten die Bedürfnisse der Bürger:innen im Umfeld stets mitgedacht werden. Dies betrifft etwa das Thema altengerechtes Wohnen. Denn als einer der ältesten Stadtteile Münsters besteht in Hiltrup-Ost ein besonders hoher Bedarf an Angeboten für altengerechtes Wohnen, der bisher kaum befriedigt werden kann. Wenn im neuen Quartier attraktive Wohnangebote für ältere Menschen entstehen, die weiterhin in Hiltrup leben möchten, könnte dies den positiven Nebeneffekt haben, dass aktuell von ein oder zwei Personen genutzte Einfamilienhäuser für größere Familien frei werden. Auch bei den geplanten Sportangeboten ist auf die Bedürfnisse älterer Menschen zu achten, etwa durch den Bau eines vom TuS Hiltrup ins Spiel gebrachten Gesundheits- und Rehasportzentrums. Zudem sollte der bestehende Einzelhandel in Hiltrup, wie etwa die beiden Discounter aber auch die Geschäfte entlang des Osttors bei den Planungen im Blick behalten werden, so dass dieser langfristig erhalten werden kann. In den Diskussionen über einen möglichen Abriss der Marienkirche ist deutlich geworden, dass sich ein großer Teil der Menschen in Hiltrup-Ost einen Erhalt der Kirche wünschen. Dies liegt insbesondere auch daran, dass im sich stark verändernden Hiltrup-Ost kaum ein anderes derart identitätsstiftendes Gebäude besteht, zumal die Prinzbrücke vermutlich ebenfalls in den nächsten Jahren abgerissen wird. In vielen anderen Städten gibt es tolle Beispiele für eine Anschlussnutzung von Kirchgebäuden, selbst wenn diese in ihrer bisherigen Größe nicht mehr von der Kirchengemeinde benötigt werden. Da es in Hiltrup-Ost auch an einem Jugendtreff, Begegnungsräumen und gastronomischen Angeboten, insbesondere Cafés, mangelt, sollte in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde St. Clemens geprüft werden, ob die Marienkirche nicht in anderer Funktion als Stadtteilhaus weiterbestehen kann. Möglicherweise bietet sich so auch weiterhin die Möglichkeit einen kleinen Raum für Gottesdienste in Hiltrup-Ost zu erhalten. In jedem Falle sollte ein Abriss des Gebäudes nicht leichtfertig gegen den Willen vieler Menschen durchgeführt werden, bevor keine Prüfung stattgefunden hat, ob sich das Gebäude nicht anderweitig nutzen und gewinnbringend in ein neues Quartierszentrum integrieren lässt. gez. Simon Kerkhoff Annette Ulrich Friedhelm Schade Anna-Merle Velling SPD-Fraktion in der BV Hiltrup - www.spd-hiltrup.de
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Albersloher Weg
- Hiltruper Straße
- Loddenweg
- Osttor
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Details
- Aktenzeichen
- A-H/0020/2022
- Typ
- Antrag an die BV Hiltrup
- Datum
- 22.09.2022
- Erstellt
- 22.09.2022 10:13