3434/2024
METRO-KLIMA-LAB – ein interkommunales Projekt im Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel",
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Anlage3_MLK_Maßnahmeplan-Handlungskonzept
8328 Zeichen
2026 2028
2025 2029 2030 20322027 2033 20342031 2035 ff.
[...]
O2
O2
O2
O2
O2
O2
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CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
CO2 - Bindung
A12 Schattige Kreuzungen
Schattenspendende Baumgruppen mit Sitz-
und Rastmöglichkeit an Wegenetzkreuzungen
A13 Klimawäldchen / Aufwertung Bestand
Gehölzpatches als artenreiche und kühlende
Klimawäldchen entlang des Wegenetzes
A11 Baumalleen/ Landschaftsalleen
Lineare Markierung von ausgewählten Verbindungswegen
durch Alleen ohne Beeinflussung der Kaltluftvolumenströme
A1 MetroKlimaLAB Klimakomfortwegekonzept
Entwicklung Gesamtkonzept Wege / Stufenkonzept
A8 Komplettierung und Aufwertung Radwegenetz
Verbesserung der Fahrradinfrastruktur durch Lückenschluss
Rheinstraße & neuen Belag an der Balkanroute
A6 Radpendlerroute
Einrichtung einer möglichst schnell zu
befahrenden Radwegeverbindung
A7 MobilStationen
Verbesserung der Mobilitätsinfrastruktur,
Radwegeverbindung zwischen Köln & Niederkassel
A10 Habitecture + Seeblicke
Schaffung von multifunktionalen, hochwertig gestalteten
Landmarken mit Aufenthalts- & Kommunikationsfunktion
A9 Rheinbalkone
Schaffung von besonderen visuellen und
funktionalen Zugangspunkten zum Rhein
CooLe S LAnDSCHAft SeRLeBen
A2 Hauptwege (Rheinweg und Dörferweg)
Entwicklung zweier landschaftlich reizvoller Hauptwege
mit Flusspanorama & durch weite Feldlandschaft
A5 Seenwege
Weg zur gezielten Erschließung der Seen
A3 Verbindungsweg
Feinmaschiges Netz aus Verbindungswegen
und Verknüpfung der Landschaftselemente
A4 Rundwege
System ergänzende Rundwege entlang landschaftlicher
Besonderheiten, machen den Landschaftsraum erfahrbar
A
B3 Klima-StadtLand-Rand Parkanlage Altrheinarm Zündorf
Neues Stadtquartier südlich von Zündorf unter Berücksichtigung der Deep
Time. Altrheinarm als Gestaltungs- und Freiraumelement
B2 Klimasaum niederkassel-Ranzel südlich Wahner Straße
Erweiterung durch Wohn- und Gewerbebebauung und
Gestaltung eines Klimasaums im Übergang zur Landschaft
B1 MetroKlimaLAB-Leitlinie für Klimasäume
Entwicklung Gesamtkonzept Klimasäume / Gesamtheitliche Betrachtung
der Siedlungsränder unter Einbeziehung Runder Tisch
B4 troisdorf-Bergheim-Müllekoven/Stadtquartier Bergheim-nord
Neues Stadtquartier „Bergheim-Nord“ – Qualifizierung des innenliegenden Grüns &
Gestaltung der Siedlungsränder
C3 Kühlender Kiessee als extensive Parklandschaft
mit Badeangeboten
Qualifizierung des Sees als zugänglicher kühlender Klimasee und Badeort
C4 Kühler Kiessee als erzählender See
Entwicklung von Seen unter Kommunikations- und
Umweltbildungsgesichtspunkten
C2 Kühler Kiessee als Hot Spot der Biodiversifizierung
Qualifizierung des Sees als kühlender Klimasee und Steigerung der Biodiversifizierung
C1 Strategisches Leitbild Kühle Kiesseen
Entwicklung Gesamtkonzept Seen / Gesamtheitliche
Betrachtung der Seen unter Einbeziehung Runder Tisch
C
B
D1 Stärkung der bestehenden Kooperationen- und Beratungsstruktur /
klimasensible Landwirtschaft / Runder tisch
Entwicklung einer Kooperations- und Beratungsstruktur klimasensible Landwirtschaft
unter Einbeziehung Runder Tisch
D3 Landwirtschaft in weiten Landschaftsräumen
bzw. mit bedeutsamen Kaltluftströmen
Kopplung Landwirtschaftsziele mit Klimalandschaftszielen,
bzw. aufrechterhalten und stärken von Klimatalenten
D4 Betreiben von Klimafürsorge
Humusaufbau der Böden, Integration von
Gehölzstrukturen/-kulturen, maßvolle Kopplung
von Nahrungsmittel- und Energieproduktion
D5 Ausbau lokale Vermarktung + Vertrieb
Direktvertrieb über lokale Supermärkte, Ausbau
Pflücklandschaften, Vermarktung über Hofläden,
regionale Markttage
D2 Umstellung auf klimaoptimierte Produktionsabläufe
Fruchtfolgenmanagement, Streifenbearbeitung, Anbau klimaresilienter
Getreide- und Gemüsesorten, Einsatz innovativer Pflanzenschutzmittel
und Dünger, Einsatz von Software
D
e4 Koop-Bauhof Boden & Kies
Einrichtung eines lokalen Bauhofes zur Förderung der
lokalen Kreislaufwirtschaft bei Baumaterialien
e2 Aufbau eines zirkulären Bodenmanagements als
Beitrag zum Klimaschutz / Runder tisch
Entwicklung einer klimasensiblen Bodenmanagement-Strategie /
BodenLAB zur Sensibilisierung unter Einbeziehung Runder Tisch
e5 Standortkonzept für freiflächen-Photovoltaik
Benennung von Konzentrationsbereichen für Freiraum-PV +
Agri-PV auf Grund von Infrastrukturvorprägung
e7 Implementierung Mikro-Kraft-Wärmekopplungen im
Landwirtschafts- und freizeitbereich
Ermittlung des quantitativen Potentials und potentieller Standorte von
Mikro-KWK-Anlagen (mit einer Leistung < 6 kWel)
e3 Wiedereinbau Bodenaushub zur Landschaftsgestaltung
/ Reliefverstärkung / Aufwertung Autobahntrog +
Rekultivierungsflächen Landwirtschaft sowie Abflachung Kiesseen
Einführung eines regionalen klimasensiblen Bodenmanage-
ments in Verbindung mit anstehenden Bauvorhaben
WASSeR + BoDen +
eneR gIe IM KReISLAUf
BeWIR tSCHAften
StäRKUng
KLIMASenSIBLe
LAnDSCHAft
KLIMA-
StADtLAnD-
RänDeR
KÜHLe
KIeSSeen
e
e6 floating PV niederkassler See & Stockemer See
Ermittlung des Potentials und Implementierung von Floating-PV
e1 Modellvorhaben Klarwassernutzung für die
landwirtschaftliche Bewässerung
Nutzung des Klarwassers nach Einrichten der
4. Reinigungsstufe im Klärwerk Wahn
f2 Landschaftscharta
MetroKlimaLAB
f1 Landschaftsagentur
(Koordinierungsstelle)
MetroKlimaLAB
f3 Kommunikations- und
Kooperationsforen
/-werkzeuge
f4 Ökokonto
LenK ungsgruppe
runde Tische
VoLLVers AMML ung
AUfBAU oRgA-
nItSAtIonS -
StRUKtUR MKL
f
f5 organisationsform
regionalpark
MetroKlimaLAB
Konzeptbeschlüsse
in politischen gremien
Maßnahmenplan und
Handlungskonzept
in M 1:20.000
MetR oKLIMALAB – eIn RAUM ZUM DURCHA tMen
Ein Landschaftsraum mit starken Klimatalenten
Maßnahmenfeld A: Cooles Landschaftserleben
A1 MetroKlimaLAB Klimakomfortwegekonzept
A2 Hauptwege (Rheinweg und Dörferweg)
A3 Verbindungswege
A4 Rundwege
A5 Seenwege
A6 Radpendlerroute
A7 MobilStationen
A8 Komplettierung und Aufwertung Radwegenetz
A9 Rheinbalkone
A10 Habitecture + Seeblicke
A11 Baumalleen/Landschaftsalleen
A12 Schattige Kreuzungen
A13 Klimawäldchen/Aufwertung Bestand
Maßnahmenfeld B: Klima-StadtLand-Ränder
(Klimasaum + Klimaquartiere)
B1 MetroKlimaLAB-Leitlinie für Klimasäume
B2 Klimasaum Niederkassel-Ranzel südlich Wahner Straße
B3 Klima-StadtLand-Rand Parkanlage Altrheinarm Zündorf
B4 Troisdorf-Bergheim-Müllekoven /Stadtquartier
Bergheim-Nord
Maßnahmenfeld C: Kühle Kiesseen
C1 Strategisches Leitbild Kühle Kiesseen
C2 Kühler Kiessee als Hot Spot der Biodiversifizierung
C3 Kühlender Kiessee als extensive Parklandschaft mit
Badeangeboten
C4 Kühler Kiessee als Erzählender See
Maßnahmenfeld D: Stärkung Klimasensible
Landwirtschaft
D1 Stärkung der bestehenden Kooperationen- und
Beratungsstruktur / klimasensible Landwirtschaft /
Runder Tisch
D2 Umstellung auf klimaoptimierte Produktionsabläufe im
MKL-Gebiet
D3 Gebietsangepasste Landwirtschaft in weiten Land-
schaftsräumen bzw. mit bedeutsamen
Kaltluftvolumenströmen
D4 Betreiben von Klimafürsorge durch die Landwirtschaft
D5 Ausbau lokale Vermarktung + Vertrieb
Maßnahmenfeld E: Wasser + Boden + Energie
im Kreislauf bewirtschaften
E1 Modellvorhaben Klarwassernutzung für die
landwirtschaftliche Bewässerung
E2 Aufbau eines zirkulären Bodenmanagements als Beitrag
zum Klimaschutz / Runder Tisch
E3 Wiedereinbau Bodenaushub zur Landschaftsgestaltung /
Reliefverstärkung / Aufwertung Autobahntrog +
Rekultivierungsflächen Landwirtschaft sowie Abflachung
Kiesseen
E4 Koop-Bauhof Boden & Kies als Ort für eine
klimaschonende Ressourcennutzung
E5 Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik
E6 Floating PV Niederkassler See & Stockemer See
E7 Implementierung Mikro-Kraft-Wärmekopplungen im
Landwirtschafts- und Freizeitbereich
Maßnahmenfeld F: Aufbau Organisationsform/
-struktur MetroKlimaLab
F1 Landschaftsagentur (Koordinierungsstelle)
MetroKlimaLAB
F2 Landschaftscharta MetroKlimaLAB
F3 Etablieren wiederkehrender Kommunikations- und
Kooperationsforen/-werkzeuge – Runde Tische
F4 Einrichtung Ökokonto (interkommunal/kommunal)
F5 Organisationsform Regionalpark MetroKlimaLAB
A
B
C
D
e
f
Maßnahmenübersicht für das MetroKlimaLAB
Anlage 1_Übersichtsplan Projektgebiet
8 Zeichen
Anlage 1
Anlage2_MKL_Entwicklungskonzept_bgmr
142904 Zeichen
Entwicklungskonzept zur klimawandelangepassten Qualifizierung des metropolitanen Landschaftsraumes zwischen Niederkassel, Troisdorf und Köln – 2 – Verfasser:innen bgmr Landschaftsarchitekten GmbH Prager Platz 6 10779 Berlin Tel 030.214 59 59 - 10 Bearbeitung Dr . Carlo W . Becker (becker@bgmr .de) Prof. Undine Giseke (giseke@bgmr .de) Arno Walz (walz@bgmr .de) Lena Flamm (flamm@bgmr .de) bercholdkrass space&option Raumplaner, Stadtplaner. Partnerschaft Schützenstraße 8a 76137 Karlsruhe +49 721 9688798-17 Bearbeitung Dr .-Ing. Markus Kaltenbach (mk@berchtoldkrass.de) Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH Rennbahnallee 109A 15366 Hoppegarten Tel.: +49 (0) 3342 3595-0 Bearbeitung Stephan Bandermann (s.bandermann@sieker .de) Bildrechte Bei allen Bilder, die nicht mit einer Quelle ausgewiesen sind, liegt das Urheberrecht bei dem Verfasser Team (bgmr Landschaftsarchitekten GmbH, bercholdkrass space&option Raumplaner, Stadtplaner . Partnerschaft und Ingenieurgesellschaft Prof. Dr . Sieker mbH). – 3 – Inhaltsverzeichnis Handlungskonzept und Aktionsprogramm mit exemplarischen Maßnah- men zur klimatischen Qualifizierung Maßnahmenfeld A Cooles Landschaftserleben A1 MetroKlimaLAB Klimakomfortwegekonzept A2 Hauptwege (Rheinweg und Dörferweg) A3 Verbindungswege A4 Rundwege A5 Seenwege A6 Radpendlerroute A7 MobilStationen A8 Komplettierung und Aufwertung Radwegenetz A9 Rheinbalkone A10 Habitecture + Seeblicke A11 Baumalleen/Landschaftsalleen A12 Schattige Kreuzungen A13 Klimawäldchen/Aufwertung Bestand Maßnahmenfeld B Klima-StadtLand-Ränder (Klimasaum + Klimaquartiere) B1 MetroKlimaLAB-Leitlinie für Klimasäume B2 Klimasaum Niederkassel-Ranzel südlich Wahner Straße B3 Klima-StadtLand-Rand Parkanlage Altrheinarm Zündorf B4 Troisdorf-Bergheim-Müllekoven /Stadtquartier Bergheim-Nord Maßnahmenfeld C Kühle Kiesseen C1 Strategisches Leitbild Kühle Kiesseen C2 Kühler Kiessee als Hot Spot der Biodiversifizierung C3 Kühlender Kiessee als extensive Parklandschaft mit Badeangeboten C4 Kühler Kiessee als Erzählender See Seite 5 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 – 4 – Maßnahmenfeld D Stärkung Klimasensible Landwirtschaft D1 Stärkung der bestehenden Kooperationen- und Beratungsstruktur / klimasen- sible Landwirtschaft / Runder Tisch D2 Umstellung auf klimaoptimierte Produktionsabläufe im MKL-Gebiet D3 Gebietsangepasste Landwirtschaft in weiten Landschaftsräumen bzw. mit bedeutsamen Kaltluftvolumenströmen D4 Betreiben von Klimafürsorge durch die Landwirtschaft D5 Ausbau lokale Vermarktung + Vertrieb Maßnahmenfeld E Wasser + Boden + Energie im Kreislauf Bewirtschaften Zirkuläre Wasserwirtschaft E1 Modellvorhaben Klarwassernutzung für die landwirtschaftliche Bewässerung Zirkuläre Bodenbewirtschaftung E2 Aufbau eines zirkulären Bodenmanagements als Beitrag zum Klimaschutz / Runder Tisch E3 Wiedereinbau Bodenaushub zur Landschaftsgestaltung / Reliefverstärkung / Aufwertung Autobahntrog + Rekultivierungsflächen Landwirtschaft sowie Abfla- chung Kiesseen E4 Koop-Bauhof Boden & Kies als Ort für eine klimaschonende Ressourcennutzung Erneuerbare Energien E5 Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik E6 Floating PV Niederkassler See & Stockemer See E7 Implementierung Mikro-Kraft-Wärmekopplungen im Landwirtschafts- und Freizeitbereich Maßnahmenfeld F Aufbau Organisationsform/-struktur MetroKlimaLAB F1 Landschaftsagentur (Koordinierungsstelle) MetroKlimaLAB F2 Landschaftscharta MetroKlimaLAB F3 Etablieren wiederkehrender Kommunikations- und Kooperationsforen/-werk- zeuge – Runde Tische F4 Einrichtung Ökokonto (interkommunal/kommunal) F5 Organisationsform Regionalpark MetroKlimaLAB Legende zum Handlungskonzept 33 35 36 37 38 39 40 42 42 43 44 45 46 47 48 49 51 51 53 54 55 56 57 58 – 5 – Handlungskonzept und Aktionsprogramm mit exemplarischen Maßnahmen zur kli- matischen Qualifizierung Intro Handlungskonzept und Aktionspro- gramm MetroKlimaLAB Herangehensweise Ein Außenbereich im Innenbereich, so lässt sich die geographische Besonderheit des Planungsraumes MetroKlimaLAB beschreiben. Ein Raum, begrenzt vom Rhein und übergeordneten Verkehrsinfrastrukturen, der sich seine kulturlandschaftliche Prägung noch weit- gehend bewahrt hat, doch auch stark unter Verände - rungsdruck steht: durch Verkehrsprojekte, Abbau von Rohstoffen, Siedlungsvorhaben und nicht zuletzt durch den Klimawandel, der auch die Rahmenbedingungen für Natur- und Landschaft, mittelfristig auch für die Landwirtschaft verändern wird. Wassergewinnung und -speicherung, Produktion kühlender Luft und Durchlüf- tung, lokale Produktion und Vermarktung von Lebens - mitteln auf kurzen Wegen oder die CO 2-Speicherung in der Fläche werden immer wichtiger in einer Region im Klimawandel. Wie kann man die Zukunft dieses Raumes aus der Land- schaft heraus denken? Wie den Raum durch modell- hafte und übertragbare Ansätze klimafit machen? Dies wird mit dem Handlungskonzept und Aktionspro- gramm aufgezeigt. Die Analyse der Ausgangssituation verfolgte den Ansatz, die vielschichtigen Talente des Landschafts- raumes zu erkennen und sie als Ausgangpunkt wertzu- schätzen und weiterzuentwickeln. Es zeigte sich, dass der MKL-Raum in seinem Zusammenspiel aus starker naturräumlicher Prägung (deep time) und einer Raum- konstante mit besonderer Topografie, aus wertvol- len Böden und zugleich attraktiven, gut erschlossene Wohnlagen und einer lang etablierten Landwirtschaft über besondere Landschaftstalente verfügt. Vier besondere Landschaftsraum-Talente wurden identifiziert: _Räumliche Talente _Klimatische Talente _Stoffliche Talente und _Talentierte Akteure. Manche dieser Talente sind offensichtlich, wie die Größe und Weite des Landschaftsraumes und die Nähe zum Fluss, andere sind eher latente Talente, wie das versteckte Potential der Rheinschleifen, die (noch) gute Grundwassersituation oder die kühlenden Kalt - luftvolumenströme. Wiederum andere Talente sind bedroht durch Infrastruktur und Siedlungsprojekte, die Versiegelung und Flächenzerschneidung bedeu - ten und manche werden durch Veränderungen wie den fortschreitenden Klimawandel überhaupt erst als solche wahrgenommen. Das Handlungskonzept und Aktionsprogramm baut darauf auf, die Verschränkung von Stadt und Landschaft aus der Landschaft heraus zu qualifizieren, indem die spezifischen Talente des Landschaftsraumes für eine zukunftsfähige, resiliente Region gesichert und gestärkt werden. _Räumliche Talente • Erlebbares Rheinrelief als ein Raumkontinuum der deep time (Tiefenzeit des Erdsystems) mit Rheinterrassen, Böschungskanten und Altrheinarmen • Ausgedehnte, leicht modellierte Landwirt- schaftsflächen im Norden und eine erlebbare Weite der flachen Agrarlandschaft im südlichen Planungsraum • Flußentrées als Landschaftszäsuren und potenti- elle Landschaftsverbindungen zwischen der Agrar- landschaft und dem Rhein und der Sieg • (Erlebbare) Wasserflächen der Landschaft nach dem Kies – wertvolle Naturräume und punktuelle Freizeitorte • Menschengemachte Hot Spots der Biologischen Vielfalt in Form der bewaldeten Kiesseen und Golfplätze • Gut erschlossene Wohnlagen mit vielfältigen Bezügen zu den weiten Kulturlandschaften und der markanten Rheinlandschaft • Teilweise kleinteilige Stadt-Land-Ränder mit viel- fältigen Landwirtschaftsnutzungen • Strukturgebende Elemente im Landschaftsraum wie Alleerelikte, Sitz- und Baumecken – sparsam, aber wirkungsvoll Diese räumlichen Talente prägen die Eigenart des Raumes. Die landschaftlichen Zäsuren und Land - schaftsränder schaffen ablesbare und kompakte Sied - lungsräume. Die Landschaft hat besonders für die Anwohner:innen eine Bedeutung als Freiraum und Naherholungsraum direkt vor der Haustür . Spazieren gehen, Joggen, Gassi gehen, Radfahren, aber auch Reiten gehören zum Landschaftsbild. Der Rhein und die Agrarlandschaften schaffen erlebbare Raumqua - litäten auf engstem Raum, über Wegenetze erlebbar und gleichzeitig ein großer Wirtschaftsraum. – 6 – _Klimatalente • (Stadt)-Raum belüftende Rheintalwinde • Nächtlich kühlende Kaltluftabflüsse (bodennahe Flurwinde der Waldgebiete östliche rheinische Mittelterrasse: Wahner Heide etc.) • Siedlungskühlende, hohe und sehr hohe Kaltluftvolumenströme • Böden mit guter Wasserrückhaltefunktion • Bereiche mit hoher Grundwasseranreicherung • Kühle Siedlungsränder (nachts) (keine nächtliche Überwärmung, T <= 17 °C) • Alte Rheinschleifen mit Potential für Regenwasserbewirtschaftung Der Raum macht bereits viel für das lokale und regio- nale Klima, diese Talente sollen erhalten und gefördert werden. Doch landwirtschaftliche Flächen sind in Hit - zeperioden am Tag extrem heiß und können austrock- nen, wenn kein Schatten da ist. Ausgetrocknete Böden sind sowohl für die landwirtschaftliche Produktivität als auch für die Kühlung durch Verdunstung abträglich. Es bestehen Optimierungsmöglichkeiten bei CO 2-Speiche- rung, der Minderung der Austrocknung der Böden und der Steigerung der biologischen Vielfalt, etwa durch die Anlage weiterer kleinteiliger Strukturelemente ent- lang der Wege oder Wegekreuzungen, die ebenfalls zur Klimarobustheit beitragen. _Stoffliche Talente • Güter- und Menschenströme • Landwirtschaftliche Produktion auf fruchtbaren Böden • Direktvermarktung regionaler Produkte • Potentialräume der erneuerbaren Energien • Unterirdisches Rohstofflager Kies • Wasserrecycling (Klärwerke) • Grundwassergunstregion Im Raum vollziehen sich zahlreiche materielle Aus- tauschprozesse, teils von Menschen, teils von natürli - chen Kräften ausgelöst. Die Art und Weise, wie sie sich vollziehen, können klimatische Belastungen verstärken oder helfen sie abzupuffern. Das gute Grundwasser - dargebot ist ein Talent, das es zu schützen gilt. Wie kann unter Gesichtspunkten des Klimaschutzes eine weitere Optimierung von Güter- und Personenströmen organsiert werden? Wie können landwirtschaftliche Produkte weiter an die erwarteten Klimaänderungen angepasst werden? Wie können Böden und Vegetation als Kohlenstoffspeicher fungieren? Wie kann Klarwas - ser der Klärwerke, das als Quelle kontinuierlich und ganzjährig zur Verfügung steht, in der Region genutzt werden? Hier liegen latente Talente des Raumes, die es zu fördern gilt. _Talentierte Akteure • Interkommunales Teamwork: Die drei Gemein - den Köln, Niederkassel und Troisdorf arbeiten bereits heute an gemeinsamen und grenzüber - greifenden Projekten zusammen. 34 landwirt - schaftliche Betriebe arbeiten hier, pflegen die Landschaft, generieren Einkommen und bieten Service/Versorgung für die Region und Städte, beginnen dem Klimawandel etwa durch vorsor - gende Bodenbewirtschaftung entgegenzuwirken. • Pionierarbeit: Das überbetriebliche Netzwerk „Drüber und Drunter e. V.“ entwickelt innovative Ansätze im Gewässerschutz und der ökologischen Landwirtschaft. • Agrarische Lernorte: In präparierten Mietgär- ten können Anwohner:innen mit diversifizierter Landwirtschaft experimentieren und Produktion erlernen. • Landschafts(um-)bau: Im Gebiet findet sich durch die hohe Zahl von Garten- und Landschaftsbau- und den landwirtschaftlichen Betrieben ein dich- tes, lokal verankertes Wissen zum (Um-)bau der Landschaft mit ihren besonderen Ressourcen und Empfindlichkeiten. • Kiesunternehmen prägen Wirtschaft, Relief und Folgelandschaft des kiesreichen Landschaftsraumes • Die Stadtwerke bereiten Schutzwasser als Klar- wasser auf, dieses kann als Ressource im Kreislauf geführt werden und Nutzen für die Landwirtschaft und Klimaanpassung vor Ort bringen. Im Raum sind viele Akteure unterwegs, die sich mit ihren Talenten für die Zukunft einsetzen und bereits auf vielfältige Art und Weise kooperieren. Strategien für die klimafitte Region werden dieses Wissen und Talente der Akteure weiter aktiv einbeziehen und deren Vernetzung fördern. Die Entwicklung einer kli - maklugen Region ist eine Gemeinschaftsaufgabe und kann im MetroKlimaLAB bereits auf bestehende Struk- turen (z. B. Kooperation Köln & rechtsrheinische Nach- barn) zurückgreifen. Entwicklungskonzept Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen soll aufgezeigt werden, wie die regionale Eigenvorsorge in Bezug auf den Klimawandel und die Klimaanpassung aus der Perspektive der Landschaft heraus systematisch und gekoppelt mit den Zielen einer nachhaltigen Entwick - lung gestärkt werden kann. Passgenau aufbauend auf den für den Raum zu erwartenden Herausforderungen und den spezifischen Raumtalenten werden Maßnah - menfelder definiert und erste Maßnahmenvorschläge konkretisiert, in denen die übergeordnete mit der loka- len und regionalen Perspektive integrativ und syste- matisch zueinander in Bezug gesetzt wird. Mit der Koppelung der Klimaziele mit den situierten Raumta- lenten wird ein methodischer Ansatz vorgeschlagen, – 7 – der übergeordnete Strategien und situiertes Wissen explizit miteinander verbindet und deren Zusammen - spiel zum Ausgangspunkt von Übertragbarkeit macht. Die darauf aufbauenden Maßnahmenfelder setzen den Rahmen für eine mehrdimensionale Steuerung des Umgangs mit dem Klimawandel, indem zur Minimie - rung der Folgen des Klimawandels und für eine gezielte Anpassung an den Klimawandel die Landschaftstalente als breite, sektoren-, maßstabs- und akteursübergrei- fende Strategie verstanden werden. Offensichtliche und latente Klimatalente werden so durch vorausschau- ende integrierte Landschaftsqualifizierungsstrategien für eine zukunftsfähige Region fruchtbar gemacht. Das folgende Handlungskonzept mit Aktionspro- gramm leitet sich aus dem konzeptionellen Ansatz des Büros bgmr Landschaftsarchitekten zusammen mit berchtholdkrass space & options und Ingenieurgesell - schaft Prof. Dr . Sieker ab, das im Rahmen des mehrstu- figen Arbeitsprozesses durch eine Fachjury ausgewählt wurde. Das Handlungskonzept leitet sich aus Phase 1 (Analyse und Leitbild) und Phase 2 (Handlungskonzept) ab. Zudem wurden hierbei die Konzepte der beiden Büros Agence Ter .de GmbH und LAND Germany GmbH mit ARUP ausgewertet und die Idee der Habitec- ture (Agence Ter .de) mit dem Konzept der Seenblicke zusammengeführt und in das hier vorgelegte Aktions - programm mit aufgenommen. Das Handlungskonzept mit dem Aktionsprogramm setzt sich aus sechs Maßnahmenfeldern zusammen: • Maßnahmenfeld A Cooles Landschaftserle- ben • Maßnahmenfeld B Klima-StadtLand-Ränder (Kli- masaum + Klimaquartiere) • Maßnahmenfeld C Kühle Kiesseen • Maßnahmenfeld D Stärkung Klimasensible Land- wirtschaft • Maßnahmenfeld E Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften • Maßnahmenfeld F Aufbau Organisationsstruktur MetroKlimaLAB . Nachfolgend wird jedem Maßnahmenfeld ein Maß- nahmenpaket zugeordnet, das übergeordnete Strate- gieansätze und konkrete Handlungsvorschläge jeweils zusammenführt und Quick Wins benennt. Für die vorge- schlagenen Maßnahmen sind die wichtigen Eckpunkte jeweils in einem Maßnahmensteckbrief zusammen - gestellt, der – soweit es sich um verortbare Maßnah - men handelt – um einen Kartenausschnitt ergänzt ist und dort, wo es sich anbietet, Verweise auf Referenz - projekte enthält. Insgesamt wird mit dem Handlungs - konzept der Ansatz verfolgt, durch die Kombination unterschiedlicher, parallel zu aktivierender Maßnah - menfelder und Akteure einen neuartigen, modellhaf - ten Weg der Landschaftsentwicklung aufzuzeigen, der die Talente des Landschaftsraumes als Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung nimmt. Modellhaften Charakter gewinnt dieser Ansatz dadurch, dass unter - schiedliche zeitliche Horizonte – von deep time (auch im Sinne von deep future) bis Quick Wins (im Sinne von kurzfristiger Handlungsfähigkeit) – und unter - schiedliche Akteursgruppen (von den institutionellen Verwaltungsebenen bis hin zu lokalen Akteuren wie Landwirt:innen, Kiesunternehmen, bürgerschaftlich engagierte Bewohner:innen) in einen aktiven Prozess der Ko-Produktion eingebunden werden. Das vorgeschlagene Maßnahmenspektrum umfasst sowohl räumlich verortbare Maßnahmen als auch solche, die das gesamte Projektgebiet, bestimmte Raumtypen oder größere Teilräume im Projektgebiet betreffen. Ein eigenes Maßnahmenfeld F ist einem Vor- schlag für den Aufbau der zukünftigen Organisations - struktur für das MetroKlimaLAB gewidmet. Bei den jeweiligen Maßnahmen sind verschiedene Förderprogramme benannt, die einer Kofinanzie - rung dienen können. In Teilen sind diese Töpfe der - zeit geschlossen, werden aber erfahrungsgemäß in den kommenden Jahren wieder geöffnet. Somit ist die Darstellung der Förderzugänge eine derzeitige Momentaufnahme sowie eine Darstellung der gän - gigen Förderprogramme der letzten Jahre. Es bedarf bei jeder Maßnahme zum Start der Umsetzung einer separaten Prüfung, welche Fördermittel zur Verfügung stehen und ob es neue Förderprogramme gibt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen auf unter - schiedliche Zeithorizonte ab. Um zeitnah ins Handeln zu kommen und um erste Ergebnisse des bisherigen Planungsprozesses im Raum konkret erfahrbar werden zu lassen, wurden für jedes Maßnahmenfeld Quick Wins benannt. Sie stehen für schnell erzielte Resultate ohne allzu großen Aufwand. Sie liefern schnell Ergeb- nisse und lassen sich gleichzeitig auch einfach imple - mentieren. Bei den Quick Wins kann es sich auch um erste, schnell realisierbare Bausteine (‚low hanging fruits‘) eines größeren Projektes handeln, wie z. B. eine Baumpflanzung im Zuge des Aufbaus eines Kli- makomfortwegenetzes. Gegenüber den Quick Wins wurden sogenannte Starterprojekte noch einmal her - vorgehoben. Auch sie lassen sich in Teilen vergleichs - weise schnell durchführen, sind jedoch als Einstiege in das Etablieren eines längerfristigen neuartigen und modellhaften Strategiefeldes (‚high hanging fruits‘) zu verstehen, für dass sie den Anstoß bilden. Somit sind Quick Wins schnell erzielbare Ergebnisse, die auch öffentlich wirksam eine Umsetzung des Konzeptes darstellen, und Starterprojekte wesentliche Projekte, die frühzeitig angestoßen werden müssen, um starke Impulse für das Auf-den-Weg-bringen der modellhaf - ten Handlungsfelder zu setzen. Mit diesem methodi - schem Ansatz gelingt es auch, langfristiger angelegte Herausforderungen der regionalen Entwicklung und Klimaanpassung kurzfristiger auf den Weg zu bringen. – 8 – Starterprojekte: • A1 MetroKlimaLAB Klimakomfortwegekonzept • A2 Hauptwege (Rheinweg und Dörferweg) • A9 Rheinbalkone • A10 Habitecture + Seeblicke • A11 Baumalleen/Landschaftsalleen • A12 Schattige Kreuzungen • B1 MetroKlimaLAB-Leitlinie für Klimasäume • C1 Strategisches Leitbild Kühle Kiesseen • D1 Stärkung der bestehenden Kooperationen- und Beratungsstruktur / klimasensible Landwirt - schaft / Runder Tisch • E1 Modellvorhaben Klarwassernutzung für die landwirtschaftliche Bewässerung • E2 Aufbau eines zirkulären Bodenmanagements als Beitrag zum Klimaschutz / Runder Tisch • F1 Landschaftsagentur (Koordinierungsstelle) MetroKlimaLAB Quick Wins: • Eine Baumreihe je Gebietskörperschaft (A11 Baumalleen/Landschaftsalleen) • Eine Baumgruppe je Gebietskörperschaft (A12 Schattige Kreuzungen) • MetroKlimaLAB-Leitlinie für Siedlungsränder (B1 MetroKlimaLAB-Leitlinie für Klimasäume) • Entwicklungsstrategie für Seen (C1 Strategisches Leitbild Kühle Kiesseen) • Akteurswerkstatt „Klimalandwirtschaft von Morgen“ (D1 Stärkung der bestehenden Kooperationen- und Beratungsstruktur / klimasensible Landwirt - schaft / Runder Tisch) • Machbarkeitsstudie Klarwasser für die Landwirt - schaft (E1 Modellvorhaben Klarwassernutzung für die landwirtschaftliche Bewässerung) • Akteurswerkstatt „zirkuläres Bodenmanagement“ (E2 Aufbau eines zirkulären Bodenmanagements als Beitrag zum Klimaschutz / Runder Tisch) • Umsetzung von 3 „Mikroenergie“-Projekten (E5 Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik) • Durchführung einer Freiraum- und Agri-PV- Potentialanalyse für diese Flächenkulisse und Beratung der Flächeneigentümer (E5 Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik) • Landschaftscharta (F2 Landschaftscharta MetroKlimaLAB) Es wurde berücksichtigt, dass Quick Wins in allen drei Stadtgebieten wahrnehmbar werden. Dies betrifft insbesondere erste bauliche Maßnahmen im Hand - lungsfeld A. Ebenso sind partizipative Elemente und die Berücksichtigung bestehenden bürgerschaftlichen Engagements in die Maßnahmen eingeflossen. Die Maßnahmen in den Maßnahmenfeldern B Klima- StadtLand-Ränder und C Kühle Kiesseen umfassen schwerpunktmäßig nutzungs- und raumspezifische Handlungshinweise und Qualitätschecks für künftige Maßnahmen und zielen auf die Schaffung multico- dierter Räume. Sie adressieren in Abhängigkeit von den Bau-, Auskiesungs- und Rekultivierungsaktivitäten unterschiedliche Zeithorizonte. Auch hier erscheint es sinnvoll, durch punktuelle Maßnahmen frühzei- tig und prozessbegleitend ins Handeln zu kommen. Ansatzpunkte sind hier z. B. die frühe Schaffung von Grünstrukturen bei den Siedlungsrändern oder die punktuelle Erfahrbarmachung und sukzessive Quali - fizierung der Kiesabbaugebiete schon während des Abbauprozesses. In den Maßnahmenfeldern D Stärkung Klimasen - sible Landwirtschaft und E Wasser + Boden + Ener - gie im Kreislauf bewirtschaften wird ein Spektrum von Maßnahmen vorgeschlagen, das von konkreten baulich-räumlichen Maßnahmen bis hin zur Stärkung vorhandener und Etablierung neuer Akteursverknüp - fungen und -Netzwerke reicht und auf die Ko-Produk - tion von Strategien und instrumentellen Ansätzen setzt. Hier sind bereits eingeschlagene innovative und auch neue Wege zu beschreiten, um modellhafte Ansätze für die angestrebte sukzessive klimatische Qualifizie - rung des Raumes wirkungsvoll, auch bei begrenzten finanziellen und personellen Strukturen, zu verankern. In diesem zugleich kommunikativen wie handlungsori- entierten Prozess wird einer koordinierenden Einheit eine Schlüsselrolle als Prozessmacher und Kommuni - kator zukommen. Punktuell wird die wissenschaftliche Begleitung von Maßnahmen (z. B. D2; D3 oder E1; E3) zielführend sein, um die angestrebte Stärkung der Kli- matalente des Raumes nachvollziehbar zu belegen und zu verbessern. In dem Maßnahmenfeld F Aufbau Organisationsstruktur MetroKlimaLAB wird vorgestellt, wie eine Umsetzung der Maßnahmen durch ein verstärktes Zusammenwir - ken der verschiedenen Akteure erfolgen kann. Hierfür werden verschiedene Perspektiven (z. B. Landschafts- agentur als Koordinierungsstelle) eröffnet, sodass eine Handlungsfähigkeit schnellstmöglich gewährleistet ist. Des Weiteren wird mit dem Regionalpark eine Organi - sationsform mit längerfristiger Perspektive aufgezeigt, die ein großes Potential für die Weiterentwicklung und Verstetigung des Landschafsraumes hat. – 9 – Maßnahmenfeld A Cooles Landschaftserleben Der Raum des MetroKlimaLAB ist nicht nur Siedlungs-, Agrar- und Rohstoffraum, sondern auch Freiraum und Naherholungsraum ‚vor der Haustür‘ zum Spazierenge- hen, Radfahren, Joggen oder zum Genießen des Rhein- panoramas. Ein zentrales Maßnahmenfeld ist daher, die Erlebbarkeit der Landschaft und den Klimakom- fort für die Erholungssuchenden Hand in Hand unter Berücksichtigung des Erhalts bestehender Klimata- lente zu qualifizieren. Ein Klimakomfortweg ist ein Weg, der den Nutzern und Nutzer:innen einen gewissen Klimakomfort im Sinne der Verschattung und Kühlung bietet, ohne die eben - falls klimarelevanten großräumigeren Luftaustausch - prozesse im Gebiet zu unterbinden. Statt klassischer durchgängiger Alleepflanzungen sind Klimakomfort - wege durch in einem bestimmten Rhythmus angelegte Gehölzgruppen – sogenannte Kühlorte (cooling spots) – entlang der Wege geprägt. Mit ihrer punktuellen Bepflanzung stellen sie zugleich eine Vegetationsanreicherung der Landschaft dar und leisten einen Beitrag zur Biodiversität bei gleichzeitig begrenzter Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flä- chen. In diesem Sinne stellen sie multicodierte Flächen dar . Lineare Bepflanzungen werden nur vereinzelt dort vorgeschlagen, wo sie nicht zur Behinderung der Flur - winde führen. A1 MetroKlimaLAB Klimakomfortwegekonzept A2 Hauptwege (Rheinweg und Dörferweg) A3 Verbindungswege A4 Rundwege A5 Seenwege A6 Radpendlerroute A7 MobilStationen A8 Komplettierung und Aufwertung Radwegenetz A9 Rheinbalkone A10 Habitecture + Seeblicke A11 Baumalleen/Landschaftsalleen A12 Schattige Kreuzungen A13 Klimawäldchen/Aufwertung Bestand Landschaftswegenetz Das Landschaftswegenetz soll ein Verbund aus Haupt - wegen, Verbindungswegen und weiteren kleinteiligen Wegen ergeben. Unter der Prämisse der Ausgestal - tung als Klimakomfortwege wird der Landschaftsraum zukünftig für alle Anwohnenden und Besuchenden erschlossen. Schatten- und strukturanreichende Gehölze für die weite Feldflur Neben der Erlebbarkeit ist ein wesentlicher Baustein die Erholungsfunktion durch kühlende und schatten- spendende Orte an zunehmend heißen Tagen. Um Radfahrenden und Spaziergänger:innen Erholung mit Klimakomfort zu ermöglichen, wurden drei behutsame Raumstrategien entwickelt: • Schattige Kreuzungen Das Erlebnis von Weite und Horizont in der Feld- landschaft und die Ausbreitung von Kaltluftvolu- menströmen soll als Klimatalent und ästhetische Erfahrung gesichert werden. Dementsprechend werden jene Landschaftsräume von besonderer Weite und bedeutsamen Kaltluftvolumenströmen nur punktuell und aufbauend auf bestehenden Strukturen in Kreuzungsbereichen des Wegenet- zes durch schattenspendende Baumgruppen mit einfachen Sitz-und Rastmöglichkeiten angerei- chert. So werden punktuelle Akzentuierungen geschaffen, die den Charakter der Weite nicht ver- stellen und doch schattige Rast in angemessenen Abständen (> 1km) in Hitzezeiten ermöglichen. • Baumalleen/Landschaftsalleen In Bereichen ohne Bedeutung für Kaltluftvo- lumenströme und geringerer Weite wird die Landschaft durch schattenspendende Baumalleen entlang des Wegenetzes strukturell angereichert. Diese linearen Strukturelemente schaffen zudem eine gestalterische Akzentuierung, etwa von Siedlungszugängen. • Klimawäldchen/Aufwertung Bestand Trotz der insgesamt eher flach und weit anmuten- den Feldlandschaft finden sich zahlreiche kleinere Versatzstücke an Gehölzbeständen. Diese klei- nen Gehölzpatches werden als artenreiche und kühlende Klimawäldchen entlang des Wegenetzes kultiviert. Besondere Orte in der Landschaft, an den Seen, am Rhein und zum Ankommen ergänzen das Netz. Sie erhöhen die Erlebnisqualität und machen zugleich die Klimatalente und die tiefenzeitliche geomorphologi- sche Geschichte des Raumes – deep time – mit der Rolle des Rheins als Landschaftsformer und Material - transporteur erfahrbar . – 10 – Kurzbeschreibung Im Sinne der Mobilitätswende ist es unabdingbar die Förderung des Umweltverbundes bei gleichzeitiger Reduzierung der MIVs mit voranzutreiben. Aufbauend auf dem vorliegenden Handlungskonzept sind einzelne Wege bereits frühzeitig umzusetzen. Für den Gesamtraum ist es dennoch wichtig, ein Gesamtkonzept Wege aufzustellen, welches Ausbaustandards (Wegebreiten, Beläge, etc.), Baumabstände und Aus- stattungsmerkmale definiert im Sinne einer Klimaangepassten Wege- struktur . Ziel ist nicht jeden Weg zu qualifizieren, sondern durch eine Besucherlenkung Konflikte zwischen Freizeitsuchenden und Landwirt - schaft zu reduzieren. Hierzu ist ein intensiver Austausch mit den vor - handenen Akteuren im Raum zwingend notwendig. Vorgehensweise • Abstimmung mit bestehenden Akteuren • Erstellung eines Gesamtkon - zept Wege Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Landwirtschaft Klimawirksamkeit Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs und Ausbildung eines Netzes von Klima- komfortwegen unter Berücksichtigung der sonstigen Klimatalente des Raumes Lage (Gebietskörperschaft) MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Förderrichtlinie Mobilitätsmanagement (u. a. Mach- barkeitsstudien und Mobilitätskonzepten) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Wechselwirkung zu Einzelmaßnahmen A2–A13 Federführung Interkommunales Projekt (Federführung Stadt Köln oder Niederkassel (Kapazitäten oder Flächenanteile)/ Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt Erforderliche Mittel 100.000 EUR A1 MetroKlimaLAB Klimakomfortwegekonzept MetroKlimaLAB Klimakomfortwegekonzept (© Team bgmr/bkso/sieker 2024) Starterprojekt Was ist ein Klimakomfortweg? • ein Weg, der den Nutzer:innen Klimakomfort im Sinne der Verschattung und Kühlung bietet, ohne ebenfalls klimarelevante großräumigere Luftaus- tauschprozesse im Gebiet zu unterbinden • statt durchgängiger Alleepflanzungen in einem bestimmten Rhythmus Gehölzgruppen zur Schaf - fung von Kühlorten • punktuelle Bepflanzungen zugleich als Vegeta- tionsanreicherung der Landschaft durch punk - tuelle Bepflanzung (Beitrag zur Biodiversität bei gleichzeitig begrenzter Inanspruchnahme land- wirtschaftlicher Flächen) • multicodierte Flächen • Ergänzung werden durch Habitecture • jedoch keine beschilderten und mit Infotafeln ausgestatteten Themenpfade – 11 – Kurzbeschreibung Zur großräumigen Vernetzung und Erlebbarkeit der Landschaften ist die Entwicklung von zwei landschaftlich reizvollen Klimahauptwegen mit dem Fokus für Fuß- und Radverkehr vorgesehen. Der Rheinweg mit Flusspanorama ist weitestgehend vorhanden, hierbei gilt es, punktuelle Lückenschlüsse herzustellen und den vorhandenen Weg abschnittsweise zu qualifizieren. Dieser Weg ist eng mit der Maß- nahme A9 Rheinbalkone verknüpft. Der Dörferweg verläuft in Nord-Süd-Richtung durch die weite Feldland- schaft und verbindet die verschiedenen Ortschaften miteinander, dieser ist ebenfalls weitestgehend vorhanden, hierbei gilt es, punktuelle Lük - kenschlüsse herzustellen und den vorhandenen Weg abschnittsweise (wo nötig) zu qualifizieren. Vorgehensweise • gemeinsame Konzeptentwick - lung der beiden klimanagepas- sten Hauptwege • Realisierung ggf. in Abschnitten Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Radwegenetz NRW Klimawirksamkeit Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs Lage (Gebietskörperschaft) zwischen Niederkassel, Troisdorf und Köln Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Kommunalrichtlinie; Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen A9; A11; A12 Federführung Verkehrsplanung (kommunal und regional) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt Erforderliche Mittel Kosten für Planungskonzept für Klimakomfortwege + Baukosten A2 Hauptwege (Rheinweg und Dörferweg) Starterprojekt MetroKlimaLAB Hauptwege (© Team bgmr/bkso/sieker 2024) Beispiel Bergmannspark I Welzow (© bgmr I archiscape) – 12 – Kurzbeschreibung Die Verbindungswege ergänzen das Radwegenetz im Gebiet und schaf- fen ein feinmaschiges Netz zwischen den Hauptwegen und der Umge- bung. Dabei beruht das vorgeschlagene Netz auf vorhandenen Wegen. Diese sind im weiteren Prozess hinsichtlich ihrer Ausbaustandards zu prüfen und herzustellen. Verbunden sollte dies mit einer entsprechen- den Beschilderung und Ausweisung der Wege. Hierdurch entsteht auf den heute schon vorhandenen Wegen eine Verknüpfung von Feldlandschaft, Siedlungen, Bahnstationen und Rhein. Um die bestehende Landwirtschaft nicht einzuschränken, sollen die Verbindungswege auf bereits vorhandenen und für freizeitliche Zwecke genutzten Wegen qualifiziert werden. Dabei ist ein wichtiger Baustein die Beteiligung der Landwirt:innen als Hauptnutzer:innen der Wirtschaftswege. Vorgehensweise • Bewertung der bestehenden Freizeitwege • schrittweiser Aufbau und Ver - dichtung der Wegemaschen Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Landwirtschaft, Städte, Region Köln/Bonn e. V. Klimawirksamkeit Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs Lage (Gebietskörperschaft) gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen A1; A2; A4 Federführung Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Fortlaufend aufbauen auf A13 Erforderliche Mittel Planung: Budget Landschaftsagentur; Umsetzung: Kommunale Mittel + Huckepack-Strategie A3 Verbindungswege MetroKlimaLAB Verbindungswege (© Team bgmr/bkso/sieker 2024) Beispiel Bergmannspark I Welzow (© bgmr I archiscape) – 13 – Kurzbeschreibung Als besondere Freizeit- und Erholungsrouten soll in das Wegenetz aus Haupt- und Verbindungswegen ein System aus Rundwegen integriert werden. Dabei sollen die Rundwege verschiedene Qualitäten aufwei- sen, sodass sie den unterschiedlichen Ansprüchen der Nutzer:innen gerecht werden können. Die Rundwege werden durch Wegweiser auf den bestehenden und qualifizierten Wegen mit unterschiedlichen Längen und entlang verschiedener landschaftlicher Highlights ausge- wiesen. So können unterschiedliche Rundwege verschiedene Zwecke erfüllen (z. B. Spazierrunde, Inlinerrunde, etc.). Ein Best Practice ist Flaeming-Skate (https://www.flaeming-skate.de/de/startseite.php). Vorgehensweise • Städteübergreifende Rundwegekonzeption • Klärung Ergänzungs- und Qua- lifizierungsbedarf vorhandenes Wegenetz Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Landwirtschaft, Städte, Region Köln/Bonn e. V. Klimawirksamkeit Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs Lage (Gebietskörperschaft) gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen A1; A2; A3 Federführung Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Fortlaufend aufbauen auf A1 Erforderliche Mittel Planung: Budget Landschaftsagentur Umsetzung: Kommunale Mittel + Huckepack-Strategie A4 Rundwege Flaeming Skate (© Lienhard Schulz (CC BY-SA 3.0)) MetroKlimaLAB Rundwege (© Team bgmr/bkso/sieker 2024) – 14 – Kurzbeschreibung Zur gezielten Erschließung der öffentlich zugänglichen Teilbereiche von ausgewählten Seen sollen Seenwege im Zuge der Rekultivierung der Tagebaufläche hergestellt werden. Dadurch werden Uferzugänge mit luftigen und doch schattenspendenden, parkartigen Halboffenland - schaft erschlossen und an das bestehende Wegenetz angebunden. Durch die behutsame Integration von Seenwegen in die hochwertigen Biotopbereiche werden kühlende Orte am Tag für den Menschen erleb- bar gemacht. Es wird vorgeschlagen, dass an folgenden Seen Seenwege hergestellt werden sollen: Liburer See (Köln); Eschmarer See + Rottersee (Trois- dorf); Niederkasseler See an der Spicher Straße (Niederkassel). Vorgehensweise • Herstellung über die Rekultivie- rung der Seen • Realisierung über Rekulti- vierungsmaßnahmen bzw. ergänzende Förderungsmaß- nahme zur Qualifizierung als Freizeitort Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Kiesunternehmen, UNB Klimawirksamkeit Verbesserung der Erreichbarkeit von Frischinseln Lage (Gebietskörperschaft) Siehe Plan Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge k. A. Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Integration in und Teilkomponente des Konzeptes Kühle Kiesseen Maßnahmenfeld C Federführung Landschaftsplanung (Städte und Rhein-Sieg-Kreis) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont mittelfristig Erforderliche Mittel Finanzierung durch Wiederherstellungspläne der Berg- bautreibenden (Eingriff-Ausgleich); ggf. ergänzende Mittel Grüne Infrastruktur A5 Seenwege Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) – 15 – Kurzbeschreibung Radpendlerrouten sind gut ausgebaute Fahrradverbindungen mit regionaler und überregionaler Bedeutung. Diese sind in Teilen bereits umgesetzt oder in der Planung. Ziel der Maßnahme ist die Einrichtung mehrerer möglichst schnell zu befahrender Radwegeverbindung, die der übergeordneten Erschließung dienen, weiter zu stützen und so einen Beitrag zur Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs beizutragen. Dabei werden Verbindungen z. B. zwischen Köln und Troisdorf für den Radverkehr geschaffen, die getrennt vom MIV geführt werden. Vorgehensweise • bereits laufendes Projekt, gegenwärtig bereits in Planungsphase weitere Schritte: • endgültige Linienbestimmung • Abstimmung mit dem Landes- betrieb zwecks Abschluss einer Planungsvereinbarung Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Radwegenetz NRW Klimawirksamkeit Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs Lage (Gebietskörperschaft) zwischen Niederkassel und Köln Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Finanzhilfen des Bundes für Radschnellwege Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Verkehrsplanung (kommunal und regional) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont mittelfristig Erforderliche Mittel Finanzierung durch kommunale und Landesmittel A6 Radpendlerroute – 16 – Kurzbeschreibung Zur Verbesserung der Mobilitätsinfrastruktur sollen an wichtigen Ankunfts- und Umstiegsorten MobilStationen errichtet werden. Eine MobilStation soll die multimodale Mobilität, also den Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsarten auf einer Strecke, durch ein gutes Ange- bot etablieren. Dazu gehören Sharingangebote, Reparaturangebote, E-Ladeinfrastruktur sowie sichere Abstellanlagen für Fahrräder . Das Konzept der MobilStation ist bereits in Mondorf Mitte in der Pla - nungsphase. Es wird mit dieser Maßnahme vorgeschlagen, das Konzept weiterzuentwickeln und an mehreren Orten im MKL-Gebiet umzuset - zen. Als Einzelmaßnahmen sollen an ausgewählten Standorten Mobil - Stationen am Rand des Projektgebiets verortet werden. Hierfür bieten sich z. B. die Standorte Mondorf Mitte, Ranzel, Zündorf und S-Bahn Spich an. Weitere Stationen sind denkbar, hier bieten sich unterschied- liche Größen und Ausführungen an (von S bis XL). Vorgehensweise • bereits laufendes Projekt, gegenwärtig in Planungsphase für erste MobilStation • Definition von Ausstattungs- merkmalen einer MobilStation in verschiedenen Ausführun - gen (S, M, L, XL) • Errichtung einer ersten Station (z. B. Mondorf Mitte) • Errichtung weiterer Stationen an wichtigen Ankunfts- und Umstiegsorten Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure lokale Sharinganbieter, Verkehrsverbund Klimawirksamkeit Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs Lage (Gebietskörperschaft) Mondorf/ Ranzel/ Zündorf/ Bhf. Spich Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge EFRE-Förderung: Nachhaltige städtische Mobi- lität; Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah); Kommunalrichtlinie Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Mondorf Mitte: mit fortschreitender Planung der Stadtbahn 17 Federführung jeweilige Stadt Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Mittelfristig Erforderliche Mittel Planungskosten, Grunderwerbskosten/Pacht, Baukosten Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) A7 MobilStationen – 17 – Kurzbeschreibung Aus der Analyse und Zuarbeit der Stadt Troisdorf haben sich Lücken und Defizite im lokalen Radwegenetz aufgetan. Ziel ist es mit der Kom- plettierung und Aufwertung des Radwegenetzes zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur zwischen Bergheim und Eschmar sowie Anschluss an den Landschaftsraum beizutragen. Hierzu werden zwei Teilmaßnah- men vorgeschlagen: a) Lückenschluss Rheinstraße b) neuer Belag Balkanroute Vorgehensweise • Herstellung Lückenschluss Rheinstraße • Qualifizierung Balkanroute für den Radverkehr Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure k. A. Klimawirksamkeit Förderung des Umweltverbundes und Reduzierung der MIVs Lage (Gebietskörperschaft) Stadt Troisdorf Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge k. A. Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen k. A. Federführung Stadt Troisdorf Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont a) Mittelfristige Haushaltsplanung 2025/26 b) Nicht terminiert Erforderliche Mittel Kommunale Mittel + Landesstraßen NRW A8 Komplettierung und Aufwertung Radwegenetz Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) – 18 – Kurzbeschreibung Schaffung von besonderen visuellen und funktionalen Zugangspunkten zum Rhein und Vernetzung des Rheins mit dem angrenzenden Land - schafts- und Siedlungsraum. Hiermit soll die Verknüpfung der großen Landschaftsräume Rhein und MKL-Gebiet hergestellt werden. Bisher ist der Landschaftsraum als Zwischenraum – fast Terranova – zischen den Siedlungsbereichen gelesen. Eine Verknüpfung kann und soll die Bekanntheit und Stellung als wichtiger Klima-Landschaftsraum (in Kom- bination mit den weiteren Maßnahmen) des Raumes erhöhen Als Beispiel wird das linksrheinische interkommunale Projekt Rheingär- ten der Bundesstadt Bonn und Bornheim vorgeschlagen. Vorgehensweise • Sondierung Flächenverfügbarkeit • Machbarkeitsstudie • Testentwürfe • Festlegung Starterorte • nach Möglichkeit je ein Star - terprojekt in Köln, Troisdorf, Niederkassel Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Verein Köln/Bonn e. V.; Rhein-Sieg-Kreis Referat Wirt- schaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung Klimawirksamkeit Schaffung von Klimakomforträumen in Verbindung mit touristischer Attraktivitätssteigerung Lage (Gebietskörperschaft) Entlang des gesamten Rheinverlaufs Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Grüne Infrastruktur; Nationale Strategie zur Biologi- schen Vielfalt (NBS); Bundesprogramm Biologische Vielfalt Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen ggf. Kombination Maßnahmen Grünes C Federführung Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Kurzfristig; je ein Starterprojekt pro Stadt Erforderliche Mittel Planungskosten, ggf. Grunderwerbskosten, Baukosten A9 Rheinbalkone Starterprojekt Projekt Rheingärten Bonn/ Bornheim: Visualisierung Leinpfad am Rhein (© bgmr Landschaftsarchitekten GmbH) – 19 – Kurzbeschreibung Die Maßnahme besteht aus Teilmaßnahmen, die in einem Verfahren (z. B. Wettbewerb) entwickelt und umgesetzt werden können. Ziel der Maßnahme ist die Schaffung von multifunktionalen, hochwertig gestal- teten bauliche Objekte mit Aufenthalts- und Kommunikationsfunktion (Vgl. Habitecture – Agence TER) in der Landschaft an ausgewählten Orten. Habitecture sind bauliche Objekte, die sich in die Landschaft integrieren und dennoch als Landmarken fungieren können. Zum einen sollen sie Orientierungsfunktionen (Beschilderung, Informationen, etc.) überneh- men zum anderen sollen sie so gestaltet werden, dass sie Funktionen der Steigerung der Biodiversität im Sinne des Animal-Aided-Design überneh- men. Außerdem können sie mit einer MobilStation kombiniert werden. Seeblicken als Aussichtspunkte an den Kühlen Kiesseen sollen sich behutsam in die Biotopstrukturen integrieren. Durch die Herstellung von Einblicken in sensible Naturräume mit Information zu diesen wird die Sensibilisierung erhöht. In Teilen sind die Seenblicke schon vorhan- den, bedürfen jedoch einer Qualifizierung. Für die Umsetzung bieten sich je ein Seeblick in Niederkassel (Weiler - hofer See), Troisdorf (Mondorfer See) und Köln (Liburer See) an. Zudem sollte unabhängig von der Seenentwicklung je Gebietskörperschaft ein Habitecture-Objekt in der Landschaft als Starterprojekt umgesetzt werden. Zur Qualitätssicherung dieser Schlüsselorte wird das Instru - ment eines architektonischen/landschaftsarchitektonischen Wettbe- werbs vorgeschlagen. Es bietet sich an mit einer Hochschule aus der Region für einen Nachwuchswettbewerb zusammenzuarbeiten. Habitecture Der Begriff Habitecture setzt sich als Kunstwort aus den beiden Begrif- fen Habitat und Architektur zusammen. Habitecture meint sowohl die wissenschaftliche Kenntnis von Lebensraumansprüchen als auch die Kunst des Entwurfs von gebauten Aufenthaltsbereichen für Tier- oder Pflanzenarten. Der Fledermausturm vereint architektonische Ästhetik und die Schaffung eines artgerechten Quartierts für heimische Fle- dermausarten. Die Idee und Entwürfe für Habitecture-Projekte sind vor einigen Jahren als studentische Arbeit an der Technischen Uni- versität Braunschweig entstanden (https://tu-braunschweig-ila.de/ portfolio-category/habitecture/). Vorgehensweise • gemeinsame Auslobung eines (Nachwuchs-)Wettbewerbes für die ersten 3 + 3 Standorte • Planung und Umsetzung mit Gewinnerteam Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Verein Köln/Bonn e. V.; Rhein-Sieg-Kreis Referat Wirt- schaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung; Kiesunternehmen Klimawirksamkeit Schaffung von besonderen Klimakomfortorten in Ver- bindung mit touristischer Attraktivitätssteigerung und Schaffung von Klimaerfahrungsobjekten Lage (Gebietskörperschaft) je 1 Seeblick in Niederkassel (Weilerhofer See), Trois- dorf (Mondorfer See) + Köln (Paulsmoor) + 1 Habitec- ture-Objekt je Gebietskörperschaft in der Landschaft Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Grüne Infrastruktur; Nationale Strategie zur Biologi- schen Vielfalt (NBS); Bundesprogramm Biologische Vielfalt; Sponsoring; Stiftung Umweltentwicklung NRW Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Seeblicke ggf. in Abhängigkeit zur Auskiesung Federführung Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Je 1 Starterprojekt Seeblick und Habitecture je Stadt; fortlaufend mit zeitnahem Start Erforderliche Mittel Durchführung Wettbewerb (200.000 EUR), Planungs- kosten, Baukosten (S: 20.000 EUR – XL: 250.000 EUR je Standort) Forest Stair in Stokke / Saunders Architecture (© Bent René Synnevåg) A10 Starterprojekt – 20 – Kurzbeschreibung Baum- und Landschaftsalleen stellen lineare Markierung von ausge- wählten Verbindungswegen durch Alleen in Bereichen ohne Bedeutung für Kaltluftvolumenströme und geringerer Weite dar . Sie gliedern den Raum und helfen der Orientierung. Hierdurch werden wichtige Wege- verbindungen für den Fuß- und Radverkehr verschattet und der Klima- komfort erhöht. Hierzu bieten sich drei Quick Wins an: • Troisdorf: Große Heerstraße Ortsausgang bis Klimaplatz • Niederkassel: Marktstraße bis Hofladen • Köln: Verlängerung Ankergasse / Abzweig Am Schneckenwald Vorgehensweise • Strategie der schrittweisen Umsetzung • Ziel alle 2 Jahre Realisierung von 3 Kühlorten (Baumalleen / Schattige Kreuzungen oder Aufwertung Klimawäldchen) Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Bürgerschaft; Landwirtschaft; Golfplätze Klimawirksamkeit Punktuelle Verschattung von Wegen unter Berücksich- tigung der Kaltluftvolumenströme Lage (Gebietskörperschaft) Punktuell im gesamten MKL-Gebiet Niederkassel, Troisdorf und Köln Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Allee-Programm NRW; Landschaftspflege; Spenden; bestehende Baumpflanzprogramme: z. B. Mehr Bäume für Niederkassel Beginn 3Q 2024; Natürlicher Klimaschutz in Kommunen Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen A12; A13 Federführung jeweilige Stadt/Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt; 1 Quick Win je Stadt; fortlaufend mit zeitnahem Start Erforderliche Mittel Kosten je Baum 1.500–2.000 EUR A11 Baumalleen/Landschaftsalleen Starterprojekt Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) Quick Win – 21 – Kurzbeschreibung An besonderen und wichtigen Wegekreuzungen, z. B. Kreuzungen, an denen Hauptwege sich treffen, sollen punktuell schattenspendende Baumgruppen mit einfachen Sitz- und Rastmöglichkeiten an Wegenetz- kreuzungen geschaffen werden. Ausführungen der schattigen Kreu- zungen können je nach Standort und Bedarf auch erweitert werden, z. B. durch Informationstafeln oder Spiel- und Fitnessgeräte. Durch eine Rasterung mit einem 1 Kilometerabstand wird sichergestellt, dass in fußläufigen Entfernungen verschattete Ausruhorte für sich im raumbe- wegende Personen geschaffen werden. Vorgehensweise • Vorschlag: Aufruf über eine gemeinsame digitale Plattform, Flächen zu benennen • Voting durch Bewohner:innen / Bürgerschaft Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Bürgerschaft; Landwirtschaft; Golfplätze Klimawirksamkeit Punktuelle Verschattung von Wegen unter Berücksich- tigung der Kaltluftvolumenströme Lage (Gebietskörperschaft) Niederkassel, Troisdorf und Köln Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Grüne Infrastruktur; Landschaftspflege; Spenden; bestehende Baumpflanzprogramme Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen A11; A13 Federführung jeweilige Stadt/Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekte; 1 Quick Win je Stadt; fortlaufend mit zeitnahem Start Erforderliche Mittel Bereitstellung eines Jahresbudgets für fortlaufende Pflanzungen A12 Schattige Kreuzungen Starterprojekt Prinzipskizze Schattige Kreuzungne Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) Quick Win – 22 – Kurzbeschreibung Gehölzpatches sollen als artenreiche und kühlende Klimawäldchen ent- lang des Wegenetzes erhalten und qualifiziert werden. Diese wirken sich positiv auf das lokale Mikroklima aus, welches einen Mehrwert sowohl für Mensch als auch Tier mit sich bringt. Dies erfolgt aufbauend auf den bestehenden Strukturen und durch punktuelle Komplettierun- gen von vorhandenen Gehölzgruppen. Vorgehensweise • Integrierte Betrachtung der 3 Bausteine A 11–A 13 • Verstetigung von jährlichen Umsetzungen Handlungsfeld/Strategische Ziele Cooles Landschaftserleben Weitere Akteure Bürgerschaft; Landwirtschaft; Golfplätze Klimawirksamkeit Punktuelle Verschattung von Wegen unter Berücksich- tigung der Kaltluftvolumenströme Lage (Gebietskörperschaft) Niederkassel, Troisdorf und Köln Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Grüne Infrastruktur; Bundesprogramm Biologische Vielfalt Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen A11; A12 Federführung jeweilige Stadt/Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont fortlaufend mit zeitnahem Start; Modell- Pioniermaßnahme Erforderliche Mittel Landschaftspflege; Spenden; bestehende Baumpflanz- programme (Hinweis: Es bietet sich die Einrichtung eines Bürgertopfes für die Durchführung der Maßnah- men A11–A13 an) A13 Klimawäldchen/Aufwertung Bestand Beispiel für den Ablauf der Vergabe eines partizipativen Budgets für die Maßnahmen A11-A13 (https://partizipativesbudget.ch/uber-partizipative-budgets) – 23 – Maßnahmenfeld B Klima-StadtLand-Ränder (Klimasaum + Klimaquartiere) Die Verflechtung der Landschaft mit den Siedlungsrän- dern soll als Potential genutzt werden, um besonders von Hitze betroffenen Wohngebieten durch die Anlage von Klimasäumen Entlastung zu verschaffen. Hierzu bedarf es zunächst einer Leitlinie, die als Planungs - hilfe dient, um Klimasäume im Landschaftsraum zu definieren und anschließend umsetzen zu können. Die Umsetzung von Klimasäumen ist ein stetiger Prozess, der in Teilen über einen langen Zeitraum erfolgen wird. Gleichzeitig stellt eine Leitlinie für Klimasäume eine Grundlage dar, die auf andere Regionen übertragbar ist. Bestandteil der Klimasäume sollen folgende Bau - steine sein: • Urban Wetland/feucht-kühlender Klimasaum (Kühlung am Tag) Um dies zu erreichen, soll das Regenwasser der Wohngebäude und versiegelten Flächen dezentral in einen vorgelagerten bepflanzten Retentions- streifen eingeleitet werden. Das Regenwasser und die Vegetation produzieren insbesondere am Tag Verdunstungskühle. • Nächtliche Kaltluftvolumenströme (Kühlung in der Nacht) Um nächtlich für Abkühlung sorgende Kaltluft weiterhin hindernisfrei von den Feldern in die Siedlung strömen zu lassen und trotzdem für Entlastung am Tag zu sorgen, sollen auf den angrenzenden Felder in Kooperation mit den Landwirt:innen hochstämmige Gehölzreihen in großzügigen Abständen gepflanzt werden. So entstehen siedlungsnahe Landschaften, die am Tag Freiräume mit Schatten und Kühlung für die Anwohner:innen bedeuten und nachts weiterhin Frischluft-/Kaltluftzufuhr für die Siedlungsräume gewährleisten. • Hochstämmige Baumreihen (Kühlung am Tag) Die Anreicherung der Felder mit Baumreihen soll nach Möglichkeit auch durch Strategien wie Feldertausch oder Ausgleichsmaßnahmen mit interessierten Landwirt:innen beispielsweise als Agroforste realisiert werden. Dies ist eine kombinierte Feldfrüchte- und Holzwirtschaftsty- pologie, die sowohl klimatische und ökologische Verbesserungen als auch eine Diversifizierung der Produktpalette der Landwirt:innen etwa durch Streifenanbau von Nussbäumen oder Wertholz mit sich bringt, während die Bewirtschaftung der Felder durch angemessene Abstände der Gehölze gesichert wird. • Klimaquartiere Siedlungsentwicklung soll kompakt und unter Nut- zung der Innenentwicklungspotentiale erfolgen, also auf Umbauen, Anbauen, Aufbauen abzielen und so wenig unversiegelte Flächen wie möglich in Anspruch nehmen: Vermeidung von Bodenverlust ist der wichtigste Schritt der Klimaanpassung. Bei der Neuversiegelung bedeutet klimaangepasstes Bauen eine erhöhte Dichte (Mehrfamilienhäuser statt Einfamilienhäuser) und die Neuversiegelung pro Einwohner:in so gering wie möglich zu halten. Maßnahmen B1 MetroKlimaLAB-Leitlinie für Klimasäume B2 Klimasaum Niederkassel-Ranzel südlich Wahner Straße B3 Klima-StadtLand-Rand Parkanlage Altrheinarm Zündorf B4 Troisdorf-Bergheim-Müllekoven /Stadtquartier Bergheim-Nord Die Maßnahmen B2 bis B4 beschreiben räumliche Besonderheiten im MKL-Gebiet und stellen dar, wie Klimasäume bzw. Klimaquartiere durch landschaftliche Vorprägungen, besondere Biotopstrukturen oder land- wirtschaftliche Nutzungen geprägt werden können. Grundprinzipien der Klima-StadtLand-Ränder – 24 – Kurzbeschreibung Entwicklung eines strategischen Leitbilds für eine übergreifende Qua - lifizierung von Siedlungsrändern als Klimasäume in Abhängigkeit vom jeweiligen Standortprofil und den bestehenden Entwicklungsspielräu - men (Eigentum, Entwicklungsperspektive, Siedlungsentwicklung, Aus- gleichsbedarfe, Ausgleich innerhalb oder außerhalb Baugebiete etc.). Hierbei sind laufende und sich im Anstoß befindliche Siedlungsentwick - lungsverfahren zu berücksichtigen. Die Leitlinie soll Rahmenbedingungen und Mindeststandards (Ausstattung, Breite, Nutzungen etc.) definieren und festlegen. Vorgeschlagen wird die Leitlinie eng mit der Maßnahme F4 Einrichtung Ökokonto zu verknüpfen. Vorgehensweise • Gesamtstrategie mit kontext- und profilbezogenen Maßnah - men für die unterschiedlichen Arten von Siedlungstypen im Sinne eines Baukastensystems • Umsetzung von ersten Klimasäumen B1 MetroKlimaLAB-Leitlinie für Klimasäume Handlungsfeld/Strategische Ziele Klima-StadtLand-Ränder Weitere Akteure UNB; Stadtwerke; Landwirtschaft Klimawirksamkeit Netz kühlender Klimasäume mit hoher klimaange- passter Biodiversität und nachhaltigem Umgang mit Regenwasser Lage (Gebietskörperschaft) MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge FONA-Strategie; Förderung Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen B2–B4 und F4 Federführung Interkommunales Projekt unter der Federführung des Region Köln/Bonn e. V./Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt; Quick Win Erforderliche Mittel Mittel zur ko-produktiven Erarbeitung des strategi- schen Leitbilds Starterprojekt Quick Win Grundprinzipien der Klima-StadtLand-Ränder – 25 – Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) Kurzbeschreibung Siedlungserweiterung von Niederkassel-Ranzel durch Wohnbebau - ung und Gewerbe zwischen Wahnerstraße und L269 (60. Flächennut - zungsplanänderung). Durch den Eingriff in Natur und Landschaft sind Ausgleichsmaßnahmen, am besten vor Ort, notwendig. Durch die Her - stellung eines Klimasaums innerhalb der Bebauungsplangrenzen kann ein Teil des Ausgleichs direkt vor Ort stattfinden. Weitere Ausgleichs - bedarfe können über das Ökokonto (siehe Maßnahme F4 Ökokonto) in unmittelbarer Umgebung hergestellt werden. Hier wird empfohlen, den Klimasaum in nördliche Richtung entlang der Bestandsbebauung fortzu- setzen sowie Einzelgehölze in Form von hochstämmigen Baumreihen vor dem Klimasaum zu pflanzen. Im Sinne einer Natursensiblen Planung ist das Klimawäldchen an der L269 zu erhalten und unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten zu qualifizieren. Vorgehensweise • Entwicklung eines integrier - ten Gesamtkonzeptes für die Bebauung unter Berück - sichtigung von Klima- und Landschaftszielen • Ausweisung des Klimasaums im Bebauungsplan • Sicherung und Qualifizierung des Klimawäldchens • Umsetzung des Klimasaums als A&E-Maßnahme für die Siedlungserweiterung B2 Klimasaum Niederkassel-Ranzel südlich Wahner Straße Handlungsfeld/Strategische Ziele Klima-StadtLand-Ränder Weitere Akteure UNB; Stadtwerke; Landwirtschaft Klimawirksamkeit Negative Auswirkungen durch Neuversiegelung der landwirtschaftlichen Flächen; Positive Effekte durch Herstellung eines Klimasaums Lage (Gebietskörperschaft) Niederkassel Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Wasserstrategie des Landes NRW; Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz; Bundesprogramm Biologi- sche Vielfalt; Grüne Infrastruktur EFRE NRW Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen F4 Ökokonto Federführung Stadt Niederkassel (Stadtplanung) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont mittelfristig; Aufstellungsbeschluss aus 2016 Erforderliche Mittel Ausgleichsmaßnahme – 26 – Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) Kurzbeschreibung In Abhängigkeit zur geplanten Ortsumfahrung Zündorf L 82n soll das Siedlungsgebiet von Zündorf nach Süden erweitert werden. Sofern es zu dieser Entwicklung kommt, soll das neue Wohnquartier Südlich Zün - dorf unter Berücksichtigung der deep Time, sprich den naturräumlichen Prägungen aus der Urzeit, gestaltet werden. Hierzu ist der heute in der Topografie der Landschaft noch ablesbare Altrheinarm als Gestaltungs - element und Freiraumelement in den Städtebau zu integrieren. In Form eines linearen Parks soll dieser das Bindeglied zwischen Landschafts- raum und Siedlung darstellen und beides miteinander vernetzen. Im Sinne der Multicodierung soll der deep Time Park auf denselben Flä- chen die Erholungsfunktion erfüllen und die Funktionen der Regenwas - serbewirtschaftung für die neuen Siedlungsbereiche abdecken. Vorgehensweise • Vorgabe für die Städtebauliche Entwicklung • Festlegung als Parkanlage im Bebauungsplan • Erarbeitung eines inte- grierten Freiraum- und Regenwasserkonzepts B3 Klima-StadtLand-Rand Parkanlage Altrheinarm Zündorf Handlungsfeld/Strategische Ziele Klima-StadtLand-Ränder Weitere Akteure UNB; Stadtwerke; Landwirtschaft Klimawirksamkeit Geringe Klimawirksamkeit durch Neuversiegelung der landwirtschaftlichen Flächen; Mögliche positiv Effekte durch Qualifizierung des Altarms unter klimatischen Aspekten Lage (Gebietskörperschaft) Köln (Zündorf) Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge EFRE Klimaanpassung Kommunen NRW; Natürlicher Klimaschutz in Kommunen Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Siedlungsentwicklung ist abhängig von der OU L 82n (Ortsumfahrung Zündorf); F4 Ökokonto Federführung Stadt Köln (Stadtplanung) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont In Abhängigkeit der Städtebaulichen Entwicklung Erforderliche Mittel Ausgleichsmaßnahme und Freiraumgestaltung – 27 – Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) Kurzbeschreibung Bei der Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Bergheim-Nord“ sind die vorhandenen kleinteiligen Grünflächen zu berücksichtigen. Diese innen- liegenden strukturreichen Flächen sind zu erhalten und zu qualifizieren. Dadurch entsteht ein Mosaik von klimawirksamen Grünräumen inner - halb der vorhandenen und zukünftigen Siedlungsstruktur und sichern die Produktion von Kalt- und Frischluft innerhalb der Bebauten Berei- che. Zudem sind die neuen Siedlungsränder in den Bereichen Auf dem Juncker / Zum Kalkofen/ Große Heerstraße als Klimasäume zu entwickeln und umzusetzen (vgl. Maßnahme B2 und B3). Besonders zu beachten sind die Gebäudestellungen, da das Gebiet an eine wichtige Belüftungs- schneise (von der Siegaue kommend) geplant werden soll. Vorgehensweise • Konzept Strukturreiches Klimagrün • Herstellung von Klimasäumen • Freiraumbezug zum Wohnge- biet nördlich Wolkenbruch- straße Troisdorf herstellen / Entwicklung von „Frühem Grün“ als Teil des kühlenden Klimasaums B4 Troisdorf-Bergheim-Müllekoven / Stadtquartier Bergheim-Nord Handlungsfeld/Strategische Ziele Klima-StadtLand-Ränder Weitere Akteure UNB; Stadtwerke; Landwirtschaft Klimawirksamkeit Negative Auswirkungen durch Neuversiegelung der landwirtschaftlichen Flächen; positive Effekte durch Herstellung eines Klimasaums; positive Effekte durch Sicherung von klimawirksamen Grünräumen Lage (Gebietskörperschaft) Troisdorf-Bergheim Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz; Natürli- cher Klimaschutz in Kommunen Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen F4 Ökokonto Federführung Stadt Troisdorf (Stadtplanung) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Rahmenplan bis voraussichtlich ca. Herbst 2025 Erforderliche Mittel Ausgleichsmaßnahme – 28 – Maßnahmenfeld C Kühle Kiesseen C1 Strategisches Leitbild Kühle Kiesseen C2 Kühler Kiessee als Hot Spot der Biodiversifizierung C3 Kühlender Kiessee als extensive Parklandschaft mit Badeangeboten C4 Kühler Kiessee als Erzählender See Kühle Kiesseen Der Kiesabbau bewegt bereits seit mehr als 150 Jahren im Planungsgebiet Bodenmassen in großem Maß- stab – Ablagerungen, die zuvor durch den Rhein als tiefes Eingreifen in terrestrische Materialverlagerun - gen hierhin verfrachtet wurden. Entstanden sind als Folge des Kiesabbaus topographisch und landschaft - lich markante Orte. Diese besitzen ein besonderes Potential in der großräumigen und weiten Felderland - schaft zu besonderen Orte, zu Perlen der Landschaft zu werden. Zugleich können sie tiefgreifende Land - schaftsgestaltungsprozesse und die damit einherge- henden materiellen Vorgänge und Raumprägungen veranschaulichen und für Besucher und Besucherin - nen erfahrbar machen. Sie verfügen – je nach Standort und Abbau- bzw. Rekultivierungssituation – über unter- schiedliche Talente, auf die mit einem differenzierten Maßnahmenset reagiert werden sollte. Es werden neben der Entwicklung einer Gesamtstra- tegie (C1) drei unterschiedliche Qualifizierungsstrate- gien angepasst an die jeweiligen Standortbedingungen und – offensiv auszuschöpfenden – Entwicklungsspiel- räume aufgezeigt: C2 Kühlender Kiessee als Hot Spot der Biodiversifizierung C3 Kühlender Kiessee als extensive Parklandschaft mit Badeangeboten C4 Kühlender Kiessee als Erzählender See. Grundprinzipien der klimaangepassten Weiterentwick- lung der Kiesseen und Zielsetzungen: • Ausbildung von schattigen Uferwäldern (Natur - wälder und Nutzwälder) • Förderung nächtlicher Kaltluftvolumenströme (Kühlung in der Nacht) • Diversifizierung der Biotopstrukturen / Schaffung von Sukzessionslandschaften Kies – Neobiotope Sukzessionsufer Freizeitufer Modelliertes/abgeflachtes Naturufer – 29 – Vorgehensweise • Gesamtstrategie mit kon - text- und profilbezogenen Maßnahmen für die unter - schiedlichen Seen im Sinne eines Baukastensystems • Etablierung von Testflächen C1 Strategisches Leitbild Kühle Kiesseen Beispiel Regionales Entwicklungskonzept Erfurter Seen: Ufertypologien und Biotopvernetzung (© bgmr Landschaftsarchitekten GmbH) Kurzbeschreibung Entwicklung eines strategischen Leitbilds für eine übergreifende Qualifizierung der Kiesseen als kühlende Perlen in der Landschaft in Abhängigkeit vom jeweiligen Standortprofil und den bestehenden Ent - wicklungsspielräumen. Hierbei sind die bisherigen Nutzungen und Wid - mungen, z. B. als NSG, zu berücksichtigen. Handlungsfeld/Strategische Ziele Kühle Kiesseen Weitere Akteure Kiesabbauunternehmen; Bodenmanager; Naturschutz Klimawirksamkeit Netz kühlender Orte mit hoher klimaangepasster Bio- diversität; Verbesserung von Freizeitmöglichkeiten, die zu Fuß, per Rad oder den ÖV erreichbar sind Lage (Gebietskörperschaft) alle Kiesseen im MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Umweltschutzförderung der Deutschen Bundesstif- tung Umwelt (DBU) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Fortschritt Auskiesung und Rekultivierung; Bodenma- nagement; Wegekonzept Federführung Interkommunales Projekt unter der Federführung der Region Köln/Bonn e. V./Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt und Quick Win; Kurzfristig zur Verein- barung eines Zielrahmens; Umsetzung fortlaufend, kontextabhängig Erforderliche Mittel Mittel zur ko-produktiven Erarbeitung des strategi- schen Leitbilds Starterprojekt Quick Win – 30 – Vorgehensweise • Identifikation von möglichen Standorten • Stufenkonzept mit Schaffung partieller Einsehmöglich- keiten/Zugänglichkeiten bis 2050 in Abhängigkeit vom Auskiesungsprozess C2 Kühler Kiessee als Hot Spot der Biodiversifizierung Kurzbeschreibung Unter Klimagesichtspunkten wird vorgeschlagen, die Kiesseen mit üppi- gen, schattigen Gehölzstrukturen auszustatten, sie als Erfrischungsinseln in der weitläufigen Felderlandschaft zu entwickeln und als besondere Biotopräume und Lebensraum von Tieren und Pflanzen nach dem Leit - bild der Ko-existenz zu qualifizieren. Die Schaffung von Rast- und Aufent- haltsmöglichkeiten für Erholungssuchende an den Rändern sowie einer qualitätsvollen Einblicknahme (siehe A10 Seenblicke) im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes ist Teil der Gesamtstrategie kühle Kiesseen. Die unterschiedlichen Biotopstrukturen, die dafür gezielt geschaffen werden sollen, sind: • Schattige Uferwälder (Naturwälder und Nutzwälder) Dichte Ufergehölze mit Flachwasserzonen bilden das Kernelement, das vordergründig als Lebensraum von Flora und Fauna dient, gleichzeitig aber auch mit seinem kühlen Mikroklima Klimakomfort für den Menschen schafft. Diese Uferwälder können je nach Aus- dehnung auch extensiv bewirtschaftet werden. Naturnahe Nutz- wälder tragen zur lokalen Produktion von Nutzholz und damit zur CO 2-Neutralität des Raumes bei. • Sukzessionslandschaft Kies – Neobiotope Als weiteres Strukturelement der Seenentwicklung werden rohe und offene Kieslandschaften als Neobio- tope vorgeschlagen, die Lebensraum für spezielle, wärmeliebende Arten bieten. Diese der Sukzession über- lassenen Neobiotope inszenieren die lokale Ressource Kies als Landschaftselement und tragen gleichzeitig zu einem strukturell vielfältigen und artenreichen Biotopmosaik um die Seen bei. Aus der Sicht der MKL-Entwicklungskonzepte wird die schrittweise Transformation zu einem Kühlen Kiessee gemäß des MKL-Seenleitbilds unter Einbeziehung von Klimaanpassungs- und Bodenmanagementmaßnahmen am Beispiel des Eschmarer Sees vorgeschlagen. Die Langfristigkeit des Abbauprozesses und die Vielschichtigkeit der Standortanforderungen machen ihn zu einem besonderen Demonstrationsraum. Die südliche Fläche 13 (vgl. Genehmigte und geplante Abgrabungen (Quelle: Stadt Troisdorf, Amt 61)) sollte auch nach der Rekultivierung als Landwirtschaftsfläche mit besonderer ökologischer Funktion bestehen bleiben mit dem Ziel, den Bezug zum Landwirtschaftsraum Eschmar/Bergheim zu erhalten. Handlungsfeld/Strategische Ziele Kühle Kiesseen Weitere Akteure Rhein-Sieg-Kreis; Kiesabbauunternehmen Klimawirksamkeit Diversifizierung der Biotopstrukturen angepasst an sich verändernde klimatische Bedingungen; Boden- management als Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz Lage (Gebietskörperschaft) Potentiell alle Seen im MKL-Gebiet; Vorgeschlagener Referenzraum Eschmarer See Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Wasserstrategie des Landes NRW; Nationale Wasser- strategie; Förderung von Erprobungs- und Entwick- lungsvorhaben; DBU Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Stufenkonzept nach Fortschritt Trockenabgrabung, Wiederverfüllung; Rekultivierung mit überwiegend naturschutzfachlichen Zielen; Habitecture + Seenblicke (A10) Federführung Landschaftsagentur in Kooperation mit der Stadt Troisdorf Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont bis 2050 in Abhängigkeit von Abgrabungsschritten; Zeithorizont südlich (Mondorfer See) unklar Erforderliche Mittel Rekultivierungsmittel + Mittel für die Qualifizierung als Freizeitort (Weg, Strand; Seeblick bzw. Habitecture) – 31 – Vorgehensweise • Sondierung der Möglichkeiten zur Fortschreibung der jetzigen Nutzungs- und Strukturkon - zepte für die bestehenden Kiesseen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Zugänglichkeit (siehe C1) • Beispielhafte Demonstration der Ziele durch Fortschreibung des Masterplans Rotter See • Minimierung von Nutzungskonflikten • Vernetzung mit anderen Stadtteilen über Wegeverbin - dungen, das übergeordnete Radwegenetz • Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Sinne des Handlungsfeldes durch weitere Diversifizierung der Biotope • Implementierung des Bausteins Seeblick C3 Kühlender Kiessee als extensive Parklandschaft mit Badeangeboten Kurzbeschreibung Bei der weiteren Qualifizierung der Kiesseen als Teil des modellhaften MetroKlimaLABs wird neben der Biotopdiversifizierungsstrategie vorge- schlagen, die Kiesseen, wo immer möglich, punktuell oder umfassend für Erholungsuchende besser zugänglich zu machen. Hier sind gradu - elle Schritte von einer verbesserten Einsichtnahme (siehe hierzu auch Maßnahme A10 Seenblicke) über punktuelle Zugänglichkeiten (siehe Maßnahme A5 Seenwege) bis hin zur Schaffung von Freizeit- und Bade- angeboten vorstellbar . Mit der vorgeschlagenen Entwicklung von halbof- fenen, extensiven Parklandschaften mit Badestellen wird insbesondere das Ziel verfolgt, das Angebot von lokalen und regionalen Freizeitange- boten, die mit klimafreundlichen Mobilitätsformen – zu Fuß, mit dem Rad, zukünftig vermehrt auch mit der Stadtbahn – erreichbar sind, in Kombination mit der Entwicklung klimaangepasster Biotopstrukturen voranzubringen. Trotz und gerade wegen bestehender Nutzungskon- flikte wird hier in der Entwicklung modellhafter, auf andere Regionen übertragbarer Ansätze ein besonderes Potential gesehen. Ziel ist es hier, Uferzugänge und Uferwege mit luftigen und doch schatten- spendenden, parkartigen Halboffenlandschaften sparsam und besucher- lenkend in Einklang mit Zielen des Naturschutzes in die Seengestaltung zu integrieren. Sie machen das kühle Nass zu einem Erfrischungser - lebnis für die Raumnutzer:innen und erweitern das Freizeitangebot im MKL-Raum. Vorgeschlagen wird zunächst der bestehende Badesee Rotter See, hier wird vorgeschlagen den bestehenden Masterplan fortzuschreiben und mit den nördlich angrenzenden Freizeit- und Erholungsbereichen zu verknüpfen. Des weiteren wird der Niederkassler See vorgeschlagen, als zukünftiger See mit Badeangeboten an der Nordseite. Handlungsfeld/Strategische Ziele Kühle Kiesseen Weitere Akteure Lokale Initiativen und Freizeiteinrichtungen Klimawirksamkeit Schaffung von kühlen Aufenthaltsorten für Erho- lungssuchende; Diversifizierung der Biotopstrukturen angepasst an sich verändernde klimatische Bedin- gungen; Bodenmanagement als Beitrag zum Ressour- cen- und Klimaschutz; Stabilisierung Wasserhaushalt; CO 2-Bindung Lage (Gebietskörperschaft) Potentiell alle Seen im MKL-Gebiet; Vorgeschlagener Referenzraum Rotter See unter Fort- schreibung des bestehenden Masterplan Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Wasserstrategie des Landes NRW; Nationale Wasser- strategie; Förderung von Erprobungs- und Entwick- lungsvorhaben; DBU Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Nutzungs- und Strukturkonzept Rotter See und Frei- zeitanlage Haus Rott 2025–27; Abgleich Neuaufstel- lung des Landschaftsplan Nr . 7 des Rhein-Sieg-Kreises; Seeblick A10 Federführung Landschaftsagentur in Kooperation mit der Stadt Troisdorf (Grünplanung + Tiefbau) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont kurz- bis mittelfristig; Startphase 2025–27 Erforderliche Mittel Aufstockung Fördermittel für Maßnahmen gemäß Konzept Kühle Kiesseen – 32 – Vorgehensweise • Prüfung der Standortvorschläge für die Implementierung des Konzeptes des Erzählenden Sees • Anfertigung eines Konzeptpa- piers inkl. Kostenschätzung • Sondierung von Finanzie- rungsmöglichkeiten (Kul- turförderung, Sponsoring, Crowd-Funding) C4 Kühler Kiessee als Erzählender See Kurzbeschreibung Unter Kommunikations- und Umweltbildungsgesichtspunkten wird als weitere Maßnahme die Entwicklung eines Sees zu einem erzählen - den See vorgeschlagen, der die Geschichte des Kieses und Kiesabbaus vermittelt. Aufbauend auf einem von den unterschiedlichen Akteuren im Metro- KlimaLAB gemeinsam skizzierten Leitbild für die Qualifizierung der ehe- maligen Kiesgewinnungsbiete als multicodierte Kühle Kiesseen wird vorgeschlagen, konkrete Standorte für die drei Qualifizierungsstrate- gien zu identifizieren. Sie werden damit zu einem unter klimatischen, ökologischen und ästhetischen Aspekten neuartigen Bestandteil des MetroKlimaLABs. Die unterschiedlichen Nutz- und Schutzfunktionen der Seen sollen im wesentlichen Bestand haben und nur punktuelle Trans - formation erfahren. Dennoch sollte das Gesamtleitbild für die Kühlen Kiesseen mit einer gut zu vermittelnden Narration für die zukünftigen klimatischen Funktionen ebenso wie für die gebietstypischen stofflichen Prozesse rund um den Rhein und die Seen im MetroKlimaLAB offensiv verbunden werden. Eine solche Erzählung kann Aspekte der deep time im Sinne der geologischen Tiefenzeit vermitteln, ausgehend von den großräumigen Materialverlagerungen mit dem Rhein als Kiestranspor - teur aus den Alpen in den MKL-Raum, über die Geschichte des Kiesab - baus, also dem Menschen als Exporteur von Kies als Baumaterial in die umgebenden Städte, bis dahin, dass wir die Städte heute als gewaltige Material- und Ressourcenlager ansehen, in denen perspektivisch wie- derum Urban Mining betrieben werden kann, also der bebaute Kies im Falle von Abriss als sekundärer Baustoff wiedergewonnen werden kann. Vorgeschlagen für diese Maßnahme wird der Niederkasseler See an der Spicherstraße als weitgehend rekultivierter See. Handlungsfeld/Strategische Ziele Kühle Kiesseen Weitere Akteure Kiesabbauunternehmen; Rhein-Sieg-Kreis Klimawirksamkeit Klimabildungsmaßnahme; Sensibilisierung für Ressour- cengenerierung und Verbrauch im Landschaftsraum Lage (Gebietskörperschaft) Niederkasseler See an der Spicherstraße als weitge- hend rekultivierter See oder Eschmarer See aufgrund Zeitgleichheit unterschiedli- cher Entwicklungsstadien Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Wasserstrategie des Landes NRW; Nationale Wasser- strategie; Förderung von Erprobungs- und Entwick- lungsvorhaben; DBU Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Abhängig vom präferierten Standort Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Kurz- bis mittelfristig Erforderliche Mittel Vergabe eines Werkvertrages zur Erstellung einer Projektskizze – 33 – Maßnahmenfeld D Stärkung Klimasensible Landwirtschaft D1 Stärkung der bestehenden Kooperationen- und Beratungsstruktur / klimasensible Landwirtschaft / Runder Tisch D2 Umstellung auf klimaoptimierte Produktionsab- läufe im MKL-Gebiet D3 Gebietsangepasste Landwirtschaft in weiten Landschaftsräumen bzw. mit bedeutsamen Kaltluftvolumenströmen D4 Betreiben von Klimafürsorge durch die Landwirtschaft D5 Ausbau lokale Vermarktung + Vertrieb Klimasensible Landwirtschaft im MKL-Gebiet: Betrof - fene und Mitverursacherin des Klimawandels zugleich Die Rolle der Landwirtschaft im Klimawandel ist auch im MKL-Gebiet eine doppelte: Sie ist gleichzeitig Ver - ursacherin von klimarelevanten Emissionen wie auch Betroffene der Erderhitzung. Die entwickelten Maß- nahmenschwerpunkte nehmen beide Perspektiven in den Blick. Sie betrachten zum einen, was die Landwirt- schaft zur Stärkung der Klimatalente und einer klima - sensiblen Entwicklung des Raumes beitragen kann und zum anderen, wie die Landwirtschaft in ihrer Anpas - sung an den Klimawandel unterstützt werden kann. Eine Besonderheit des MKL-Raumes im Vergleich mit anderen Regionen ist die Virulenz und Experimen - tierfreudigkeit der landwirtschaftlichen Akteure vor Ort. Seien es Betriebe, die sich schon jetzt aktiv um die Sicherung der Ressource Boden durch den akti - ven Humusaufbau bemühen oder sich der regionalen Vermarktung ihrer Produkte widmen. Initiativen zum Aufbau Solidarischer Landwirtschaft (SoLaWi) beste- hen ebenso wie Überlegungen zum Carbon Farming im Rhein-Sieg-Kreis oder die seit längerer Zeit bestehen - den Aktivitäten des Vereins drunter & drüber zur Siche- rung der Qualität des Grundwassers. Damit verfügt die Region über ein im regionalen Vergleich außergewöhn- liches Potential, das sie befähigt, zu einem modellhaf - ten Vorreiter in der Entwicklung einer klimasensiblen Landwirtschaft zu werden. Ein weiteres Best Practice zur Klimasensiblen Landwirtschaft aus Niedersachen ist das Modellvorhaben „KlimaAllianz Dorfentwicklung und Landwirtschaft“ 2022. Die vorgeschlagenen Maß- nahmen nehmen sowohl die Stärkung der Klimatalente des Raumes als auch die Stärkung der klimasensiblen Weiterentwicklung der Landwirtschaft durch dialogori- entierte und kooperative Schritte in den Blick. Ein bedeutendes Klimatalent des Raumes sind die nächtlich kühlenden Kaltluftvolumenströme, die durch den Erhalt großer, offener Landwirtschaftsflächen und deren klimasensible Bewirtschaftung gestärkt werden sollen (siehe Handlungsfeld B Klima-StadtLand-Rän - der). Demgegenüber ist an den sich zukünftig neu entwickelnden Siedlungsrändern die Transformation der Landwirtschaft zu kühlenden Säumen unter Inte- gration kleinteiligerer Landwirtschaftsformen (Pflück - landschaften, Miet- und Gemeinschaftsgärten etc.) in Kombination mit schattenspendenden Gehölzpflan - zungen das Ziel. Die Integration von Gehölzkulturen dient ebenso wie die Verstetigung des Humusaufbaus insgesamt der Die drei zentralen Handlungsfelder zur Stärkung einer klimasensiblen Landwirtschaft im MKL-Gebiet Klimasensible Landwirt- schaft voranbringen Langfristiger Humusaufbau Integration von Gehölzkulturen Innovative Pflanzen- und Düngeschutzmittel Streifenbearbeitung Regionale Markttage Fruchtfolgenmanagement Verkauf über Hofläden Pflücklandschaften Direktvertrieb an lokale Supermärkte Maßvolle Kopplung Nahrung + Energie Klimaresiliente Getreide- und Gemüsesorten Einsatz von Software bspw. LoRaWan Technologie Klimafürsorge betreiben Auf klimaoptimierte Produktionsabläufe umstellen Lokale Vermarktung ausbauen – 34 – Klimafürsorge. Klimafürsorge ist ein zentraler Maß- nahmenbereich, um die klimatischen Talente der Land- wirtschaft selbst zu stärken. Weitere Ebenen sind die Optimierung der Produktionsabläufe und Betriebspro- zesse auf ihre Klimawirksamkeit hin. Je nach betriebli - chen Profilen und Rahmenbedingungen bestehen hier unterschiedliche Umsetzungsoptionen, zu denen bei - spielsweise der Einsatz von trockenheitsbeständigeren Getreidesorten oder der Umstieg auf dürreresistente Feldfrüchte zählen können, sowie die Verringerung von C0 2-Emissionen durch optimierten Düngereinsatz. Diesen Prozess unterstützende digitale und technische Infrastrukturen sind als Teil der Gesamtstrategie für das MetroKlimaLAB in einem kooperativen Prozess zu entwickeln. Wesentliches Merkmal der Gesamtstrategie einer klimasensiblen Landwirtschaft ist ihr auf Freiwillig - keit und weitere Stärkung der bestehenden Akti - vitäten und Kooperationsstrukturen basierender, umsetzungsfreundlicher Charakter . Er zielt darauf ab, durch ein weiteres aktives Zusammenwirken verschie - dener Akteure an einem modellhaften und übertrag - baren Zukunftsprofil der Landwirtschaft zu arbeiten, zu dem jede:r einen Beitrag leisten und so zum/zur Klimalandwirt:in werden kann. Wünschenswert wäre, dass zum Teil einer Gesamt - strategie Klimasensible Landwirtschaft das Erstellen einer C0 2-Bilanz der landwirtschaftlichen Aktivitäten für das MetroKlimaLAB als Teil der Modellregion wird. Aufbauend auf der Ermittlung von einzelbetrieblichen und deren Hochrechnen zu regionalen Einsparungs - potentialen könnte so der modellhafte Beitrag des MKL-Raumes für die Entwicklung einer klimasensib - len Landwirtschaft aufgezeigt werden und als Anreiz für andere Regionen dienen. Ergänzend ist die Einfüh - rung von Anreizsystemen für die landwirtschaftlichen Betriebe (z. B. jährliche MKL-Auszeichnung eines Kli- malandwirts) ein wichtiges Anreizinstrument. Mögliche Förderprogramme für das Maßnahmenfeld D sind: Ackerbaustrategie 2035, Aktionsprogramm Natür- licher Klimaschutz sowie nationale Förderprogramme BLE, u. a. Forschungs- und Innovationsprogramm „Kli- maschutz in der Landwirtschaft“, Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz und CO 2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau, Bundesprogramm Öko- logischer Landbau. – 35 – Referenzprojekt Klimasensible Landwirtschaft (Modellvor- haben „KlimaAllianz Dorfentwicklung und Landwirtschaft“ 2022) (https://www.ml.niedersachsen.de/download/192562/ Handreichung_KlimaAllianz_Dorfentwicklung_und_Landwirt- schaft.pdf) Handlungsfeld/Strategische Ziele Klimasensible Landwirtschaft Weitere Akteure an Mitwirkung interessierte Landwirt:innen; Landwirt- schaftskammer Nordrheinwestfalen; Kreisbauernschaft Bonn Rhein-Sieg; Stiftung Rheinische Kulturlandschaft; Arbeitskreis Drunter und Drüber e. V.; Wissenschaftli- che Einrichtungen Klimawirksamkeit Betrag zur weiteren Stärkung von Klimaanpassungs- aktivitäten der Landwirtschaft und zur Erhöhung ihrer Klimaresilienz sowie ein Beitrag zur Reduzierung Land- wirtschaftsinduzierter Treibhausgasemissionen Lage (Gebietskörperschaft) gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Siehe Handlungsfeld F Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt; Quick Win Erforderliche Mittel Finanzierung von Initialmaßnahmen zur Vernetzung der im Gebiet bereits aktiven, vielfältigen Akteurs (als Basis verschiedener Aktivitäten in Handlungsfeld Prozessbegleitung Zielrahmen); Finanztopf Regional- park (25.000 EUR) Vorgehensweise • Kooperative Erarbeitung eines Zielrahmenes für die Entwicklung einer klima- sensiblen Landwirtschaft im MKL-Gebiet / Erfassen und Zusammentragen von Optionen und Hemmnissen einzelner Akteure • Akteurswerkstatt „Klima- landwirtschaft von Morgen“ (Quick Win) • Entwicklung von Sektor übergreifenden Szenarien (Landwirtschaft, Wasser - wirtschaft; Klimaanpassung) durch externe Büro und / oder Partner aus dem wis- senschaftlichen Kontext • Abklären möglicher wissen- schaftlicher Kooperationen zum Erstellen einer CO 2-Kli- mabilanz der Landwirtschaft für die Modellregion • Ermittlung der Klimaan - passungspotentiale und Einsparpotentiale von Treib- hausgasemissionen für die Region • Einzelbetriebliche Beratung D1 Stärkung der bestehenden Kooperatio- nen- und Beratungsstruktur / klimasen- sible Landwirtschaft / Runder Tisch Kurzbeschreibung Aufgabe ist die weitere Stärkung von bestehenden klimasensiblen Aktivi- täten und deren Kooperationsstrukturen in Verbindung mit einer geziel- ten Beratungsstruktur für klimasensible Landwirtschaft zur Stärkung der Klimatalente und zur Reduzierung der regionalen C02-Emissionen. Die umfasst den Aufbau einer Kooperationsstruktur in der Landwirtschaft und deren weiterer Ausbau durch Implantierung von Runden Tischen zur klimasensiblen Landwirtschaft. Ergänzt werden soll das durch den Aufbau von Beratungs- und Förderstrukturen. Ein erster Quick Win soll die Akteurswerkstatt „Klimalandwirtschaft von Morgen“ als Einführungs- und Austauschswerkstatt sein. Starterprojekt Quick Win – 36 – Handlungsfeld/Strategische Ziele Klimasensible Landwirtschaft Weitere Akteure an Mitwirkung interessierte Landwirt:innen; Landwirt- schaftskammer NRW; Universitäten; Umweltämtern der drei Städte Klimawirksamkeit Die Maßnahme leistet sowohl einen Betrag zur Klimaanpassung der Landwirtschaft und zur Erhöhung ihrer Klimaresilienz als auch einen Bei- trag zur Reduzierung Landwirtschaftsinduzierter Treibhausgasemissionen Lage (Gebietskörperschaft) Kooperationspartner im gesamten MKL-Gebiet auf Basis freiwilliger Mitwirkung Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Betriebliche Förderung: Förderprogramm Gemein- schaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK); Förderprogramm Land- und Ernährungswirtschaft – Zukunftsfelder im Fokus Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen es besteht eine Wechselwirkung mit Maßnah- mensteckbrief D3, wobei die Interessentenkreise unterschiedlich sein können; Kooperation mit wissen- schaftlichen Einrichtungen ist anzustreben, jedoch nicht zwingend Federführung Arbeitskreis Drunter und Drüber e. V./ Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont kurzfristig: Kommunikations- und Kooperationsstrategie mittelfristig: Testfelder / Pilotmaßnahmen Erforderliche Mittel Minimal: Initiierung des Kommunikationsprozesses und Zusammenbringen von interessierten Akteuren und Verstetigung; Siehe D5 Vorgehensweise • Entwicklung von klimaop - timierten Anbaustrategien und Produktionsabläufen mit den Landwirt:innen und beratendem Netzwerk • Aufbau von Klimalabo- ren + Projekten expe- rimentierfreudiger Klimalandwirtschaft • Versuchsflächen/Testfelder/ Monitoring/Schaffung von Anreizstrukturen D2 Umstellung auf klimaoptimierte Produktionsabläufe im MKL-Gebiet Kurzbeschreibung Die Maßnahme zielt auf die kooperative Entwicklung von Bausteinen für gebietsspezifische, klimaoptimierte Produktionsabläufe (z. B. Fruchtfol- genmanagement, Streifenbearbeitung; Anbau klimaresilienter Getreide- und Gemüsesorten, Einsatz innovativer Pflanzenschutzmittel und Dünger) ab. Zu prüfen ist der gebietsbezogener Einsatz von Software- Systemen zur Stärkung einer klimaoptimierten Produktion (z. B. Imple- mentierung von LoRaWAN-basierten Sensornetzen). – 37 – Handlungsfeld/Strategische Ziele Klimasensible Landwirtschaft Weitere Akteure Landwirt:innen innerhalb der betroffenen Gebiets- kulisse; Arbeitskreis Drunter & Drüber e. V.; Wissen- schaftliche Beratung Klimawirksamkeit Erhalt und Stärkung der Kaltluftvolumenströme als zentrales Klimatalent des MKL-Raumes Lage (Gebietskörperschaft) Schwerpunktbereich Kaltluftvolumenströme (siehe Karte) Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge In Abhängigkeit vom identifizierten Handlungsrahmen Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Förderpro- gramme für Anpassung von Produktionsweisen durch die landwirtschaftlichen Betriebe (s. auch D 1, D 2 + D 4) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Funktionale Kopplung mit Klimasaumkonzepten (Pflücklandschaften, Miet- und Gemeinschaftsgärten. Solidarische Landwirtschaft – SoLaWi) im Übergang zu den Siedlungsrändern Federführung Interkommunales Projekt Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Kurzfristig: Kommunikations- und Kooperationsstrategie Mittelfristig: Testfelder/Pilotmaßnahmen/Bilanzierung der Klimarelevanz Erforderliche Mittel Initiierung gebietsspezifischer Arbeitsgruppe als Unter- gruppe des Runden Tisches Vorgehensweise • kooperative Entwicklung von Anbaustrategien für Zonen mit bedeutenden Kaltluftvolumenströmen D3 Gebietsangepasste Landwirtschaft in weiten Landschaftsräumen bzw. mit bedeutsamen Kaltluftvolumenströmen Kurzbeschreibung Ziel der Maßnahme ist die Kopplung von Landwirtschafts- und Klima- landschaftszielen zum Aufrechterhalten und Stärken von Klimatalenten des MKL-Raumes in einem aktiven, durch die MKL-Koordinationstelle (Landschaftsagentur) initiierten dialogischen Prozess. – 38 – Handlungsfeld/Strategische Ziele Klimasensible Landwirtschaft Weitere Akteure an Mitwirkung interessierte Landwirt:innen; Landwirt- schaftskammer Nordrheinwestfalen; Kreisbauernschaft Bonn Rhein-Sieg; Stiftung Rheinische Kulturlandschaft Klimawirksamkeit Stärkung der Böden als Kohlenstoffspeicher durch Erhalt bzw. Stärkung der Kohlenstoffvorräte insbeson- dere durch Humusaufbau auf landwirtschaftlichen Flächen; Erhöhung von standorttypischen Humus- gehalten; Verschattung; Bindung von Feuchtigkeit; Erhöhung der Dürrresistenz und Verdunstung; Aufbau von standortverträglichen Gehölzstrukturen: Carbon Farming Lage (Gebietskörperschaft) Kooperationspartner im gesamtes MKL-Gebiet auf Basis freiwilliger Mitwirkung Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz; Sponso- ring durch Verbände ; ANK Maschinen und Geräten zur Stärkung der natürlichen Bodenfunktionen in Agrarlandschaften Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen siehe Maßnahmenfelder erneuerbare Energien + Bodenmanagement Federführung Arbeitskreis Drunter und Drüber e. V./ Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Kurzfristig: Kommunikations- und Kooperationsstrate- gie + Toolbox Mittelfristig: Testfelder/Pilotmaßnahmen + Monitoring Erforderliche Mittel Initiierung von Zusammenkünften interessierter Perso- nen; Entwicklung Toolkit; Aufbau Beratung; Mitfinan- zierung Initialmaßnahmen; Preis MKL-Klimawirt:in Vorgehensweise • Aufzeigen der Integration klimafürsorglicher Maß- nahmen in die landwirt - schaftliche Produktion (z. B. Humusaufbau der Böden; Integration von Gehölzstrukturen/-kultu - ren; maßvolle Kopplung von Nahrungsmittel- und Energieproduktion) • Entwicklung einer entspre- chenden Toolbox/eines Handlungsleitfadens • Aufbau von Kommunikati - ons- und Beratungsformen • Implementierung und Monitoring • Evaluation • Schaffung von Anreizsystemen D4 Betreiben von Klimafürsorge durch die Landwirtschaft Kurzbeschreibung Ziel der Maßnahme ist die kooperative Entwicklung eines regiona - len, landwirtschaftsintegriertem Klimafürsorgekonzeptes mit der For - mulierung eines gemeinschaftlich angestrebten Zielrahmens für das MetroKlimaLAB. – 39 – Handlungsfeld/Strategische Ziele Klimasensible Landwirtschaft Weitere Akteure Interessierte Landwirte; interessierte Läden und Supermärkte; Regionalwert AG Rheinland; Initiative Heimische Landwirtschaft; Wirtschaftsförderung Klimawirksamkeit Vermeidung langer Transportwege; bei Orientierung der Ernährung an regionalen und saisonalen Produk- ten kann der Energieeinsatz der Nahrungsmittelpro- duktion (Gewächshäuser, Transportwege) reduziert werden und damit die THG-Emissionen Lage (Gebietskörperschaft) Kooperationspartner im gesamtes MKL-Gebiet und den angrenzenden Städten und Gemeinden Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Betriebliche Förderung: Förderprogramm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesse- rung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) Förderprogramm Land- und Ernährungswirtschaft – Zukunftsfelder im Fokus Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen Ernährungsstrategie MKL (z. B. öffentliche Kantinen) und urbanes Gärtnern als Begleitmaßnahmen, um Zusammenhang von Klimawandel und Ernährungsge- wohnheiten im Alltag erfahrbar zu machen Federführung Region Köln/Bonn e. V./Arbeitskreis Drunter und Drüber e. V./Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Kommunikations- und Kooperationsstrategie kurzfristig + Testfelder/Pilotmaßnahmen mittelfristig Erforderliche Mittel Finanzierung von Initialmaßnahmen zur Akteursvernetzung Vorgehensweise • Weitere Entwicklung und Aufbau einer regionalen Vermarktungsstrategie unter Einbeziehung von inter - essierten Landwirt:innen sowie Läden und Super - märkten in den Städten und Kommunen im Planungs- raum und seinem näheren Umfeld • Stärkung von Wochen- märkten als Orte der Nahversorgung • Stützung der Hofläden • Kopplung mit Informati - ons- und Kommunikati - onswerkzeugen (regionale Einkaufsführer, Flyer, Apps) • regionales Branding der Produkte • Initial: Zusammenführen interessierter Akteure D5 Ausbau lokale Vermarktung + Vertrieb Kurzbeschreibung Die Maßnahme zielt auf eine strategische Förderung des Direktvertriebs von im Planungsraum erzeugten Nahrungsmitteln über lokale Verkaufs- stellen / Supermärkte in Verbindung mit weiteren Formen der lokalen Vermarktung wie der Etablierung regionaler Markttage, dem Ausbau von Pflücklandschaften sowie der Vermarktung über Hofläden. Insgesamt ist damit die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten anzustreben. – 40 – Maßnahmenfeld E Wasser + Boden + Energie im Kreislauf Bewirtschaften Landschaft ist nicht Kulisse. Wir leben mit und von ihr und sind über vielfältige stoffliche Austauschpro- zesse mit ihr verwoben. Zirkulär Wirtschaften richtet den Fokus auf einen klimaresilienten Umgang mit den Materialströmen als Talente im Raum. Es zielt darauf, die Materialprozesse so zu gestalten, dass sie Auswir - kungen und Belastungen des Klimawandels abmildern und zugleich die Fähigkeit zur Regeneration/sich zu erholen gestärkt wird. Zielsetzung ist eine nachhaltige und fürsorgliche Gestaltung der Stoffströme im Gebiet, bei dem das Überschreiten von Belastungsgrenzen als Beitrag zur Klimavorsorge vermieden wird. Die Res- sourcen des Raumes wie Boden, Wasser, Kaltluft, Stoffe und Energien werden geschont und neue gewonnen. Zirkuläres Wirtschaften erfordert eine Vision und eine sehr gute Zusammenarbeit der Akteure. Ähnlich wie bei den nature-based-Solutions zielt ein solcher Ansatz darauf, die spezifischen Materialströme eines Raumes als ein Talent zu verstehen, das es zu entwickeln gilt. Ansatzpunkte für zirkuläres Bewirtschaften lassen sich im Großen wie im Kleinen finden. Am Anfang geht es um ein gemeinsames Verständnis davon, was die spe - zifischen Stoffströme des Metroklima-LABs sind, die erhalten bleiben sollten oder die Talente zur Verbes - serung haben. Um jeden Stoffstrom herum versam - meln sich stets verschiedene Akteure. Nur durch deren Zusammenwirken lassen sich Verbesserungen errei- chen. Daher werden dialogorientierte Planungsverfah- ren und Kommunikationsplattformen wichtig. Die Maßnahmen für die Bereiche Wasser, Boden und Energie im Kreislauf Bewirtschaften sind: E1 Modellvorhaben Klarwassernutzung für die land- wirtschaftliche Bewässerung E2 Aufbau eines zirkulären Bodenmanagements als Beitrag zum Klimaschutz / Runder Tisch E3 Wiedereinbau Bodenaushub zur Landschaftsgestal- tung / Reliefverstärkung / Aufwertung Autobahntrog + Rekultivierungsflächen Landwirtschaft sowie Abfla- chung Kiesseen E4 Koop-Bauhof Boden & Kies als Ort für eine klima- schonende Ressourcennutzung E5 Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik E6 Floating PV Niederkassler See & Stockemer See E7 Implementierung Mikro-Kraft-Wärmekopplungen im Landwirtschafts- und Freizeitbereich Die einzelnen Teilbereiche werden nachfolgend, vor den jeweiligen Maßnahmen, mit Kurztexten zu den Themen Zirkuläre Wasserwirtschaft (S. 40), Zirkuläre Bodenbewirtschaftung (S. 43) und Erneuerbare Ener - gien (S. 47) eingeführt. Zirkuläre Wasserwirtschaft Beim Wassermanagement ist das erklärte Ziel, den Landschaftswasserhaushalt proaktiv zu stabilisieren und die natürliche Wasserbilanz wiederherzustellen, um auch perspektivisch ausreichend Wasser für alle Nutzer:innen zur Verfügung zu haben. Hier greifen viele Maßnahmen ineinander . Die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu halten, wird durch eine klimaangepasste Bewirtschaftungsweise gestärkt, auch der durchgän - gige Aufbau von optimierten Bewässerungsmethoden, unterstützt durch digitale Infrastrukturen, soll wesent- lich dazu beitragen. Zu einem wegweisenden und übertragbaren Modell - vorhaben soll der Einsatz von Klarwasser aus den Klär - werken in der Landwirtschaft werden. Das anfallende Abwasser aus den angrenzenden Siedlungsräumen soll als Potential genutzt werden, um die landwirtschaftli- chen Flächen zu bewässern und zeitgleich das Wasser in der Region zu halten. Aktuell wird das Merkblatt DWA-M 1200 „Anwendung der Wasserwiederverwendung für landwirtschaftliche und urbane Zwecke“ erarbeitet. Im Teil 3 des Merk - blattes „Verwertung von Klarwasser für die Bewässe - rung in Landwirtschaft, Gartenbau und Grünflächen“ werden die Anforderungen konkretisiert. Die Grund - lage ist die im Mai 2020 in Kraft getretene EU-Verord - nung 2020/741 über Mindestanforderungen an die Wasserwiederverwendung. Folgende Maßnahmen werden weiter zu konkretisie - ren sein: • Klärwerke mit 4. Reinigungsstufe Bei den Klärwerken Wahn und Niederkassel soll eine zusätzliche 4. Reinigungsstufe eingebaut werden. Somit übernehmen diese die Rolle des Klarwasserproduzenten im Wasserkreislauf. • Zuleitungssystem landwirtschaftliche Bewässe- rung An das jeweilige Klärwerk soll in enger Abstim- mung mit den Landwirt:innen ein Leitungssystem angeschlossen werden. Dieses befördert mit Pumpen das Klarwasser in den Landschaftsraum und stellt es der Landwirtschaft auf den Flächen zur Bewässerung zur Verfügung. Die Verteilung des Klarwassers kann durch Verträge mit den Landwirt:innen geregelt werden. Die Entnahme sollte gemessen werden, sodass die Nutzung nachvollziehbar und berechenbar ist. Das System ist insofern flexibel, als dass je nach Fruchtfolge und Notwendigkeit zur Beregnung die Entnahme- mengen variieren können. Somit ist auch für die Abnehmer:innen sichergestellt, dass sie nur für das jeweils verwendete Klarwasser zahlen. Der Preis für Klarwasser liegt deutlich unterhalb des Frischwasserpreises. – 41 – • Zuleitungsraum Klarwasser Vor Ort soll auf derselben Fläche durch (intel- ligente und ressourcenschonende) effiziente Bewässerungssysteme wie Tröpfchenbewässerung oder weitere Beregnungsanlagen das Wasser in die landwirtschaftliche Nutzfläche eingebracht werden. Dazu werden Sensoren- und Steuerungs- elemente verwendet, die je nach Feuchtegrad des Bodens sowie Regen- und Temperaturvorhersage die Beregnungsanlagen automatisch an- und ausschalten. Die Regelung wird vorzugsweise von Landwirt:innen und der Kläranlagenleitung digital überwacht. Die Anlagen sollen so konzipiert werden, dass sie möglichst gegen Vandalismus geschützt sind. Durch das in Maßnahme E1 Modellvorhaben Klarwas - sernutzung für die landwirtschaftliche Bewässerung vorgeschlagene System wird der lokale Wasserkreis- lauf gestärkt und aufgezeigt, wie eine Umsetzung eines ersten Pilotprojektes erfolgen kann. Aus dem Grund - wasser entnommenes Wasser wird nach Nutzung als Trink- und Brauchwasser auf derselben Fläche wieder in Form von Bewässerungssystemen in die landwirt - schaftlichen Nutzflächen eingebracht. Ein Teil verdun - stet und trägt zur Kühlung bei, der andere versickert und führt zur Grundwasserneubildung. Als zusätzlicher positiver Effekt ist davon auszugehen, dass durch die Bewässerungssysteme mit Klarwasser die privaten Grundwasserentnahmen stark zurückgehen werden. Durch den verbesserten Wasserhaushalt, der Dürre- monate besser überbrückt, kann auch die Düngung gezielter eingesetzt werden und Düngermengen opti - miert werden. Hierdurch werden Kosten gespart, die für die zusätzliche Bewässerung anfallen. Die Erhöhung der Produktion hilft ebenfalls, die Kosten der Bewässe- rung mehr als auszugleichen. Visualisierung der klimasensiblen Landwirtschaft mit Modellvorhaben Klarwasserzuleitung aus einem Klärwerk mit 4. Reinigungsstufe – 42 – Vorgehensweise • Ausschreibung und Vergabe einer Machbarkeitsstudie • Mengenermittlung/Defini- tion eines Zuleitungsraumes • Einführung 4. Reinigungsstufe • Modellhafte Konzeption und Implementierung eines ober- oder unterirdischen Zuleitungssystems • Standort- und kulturbezo- gene Sondierung geeigneter Bewässerungssysteme • Durchführung einer Testphase • Kosten-Nutzen-Analyse E1 Modellvorhaben Klarwassernutzung für die landwirtschaftliche Bewässerung Handlungsfeld/Strategische Ziele Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften Weitere Akteure Stadtwerke Köln; Boden- und Wasserverband; Land- wirtschaft; Wissenschaftliche Begleitung Klimawirksamkeit Wiederherstellung der natürlichen Wasserbilanz Lage (Gebietskörperschaft) Modellprojekt Stadt Köln (Klärwerk Wahn) Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge progres.nrw; Förderprogramm Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie Maßnahmen zum Technologie- und Wissenstransfer in der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Stadt Köln Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt; Kurz- bis mittelfristig; Quick Win Erforderliche Mittel Machbarkeitsstudie 100.000 EUR; Mittel für die Umsetzung Kurzbeschreibung Der Landschaftswasserhaushalt soll proaktiv stabilisiert und die natürli- che Wasserbilanz wiederhergestellt werden, auch um perspektivisch aus- reichend Wasser zur Verfügung zu haben. Zu einem wegweisenden und übertragbaren Modellvorhaben soll der Einsatz von Klarwasser aus den Klärwerken in der Landwirtschaft werden. Das anfallende Abwasser aus den angrenzenden Siedlungsräumen soll als Potential genutzt werden, um die landwirtschaftlichen Flächen zu bewässern und zeitgleich das Wasser in der Region zu halten. Hierzu werden mehrere Teilschritte benötigt, bis es zu einer Umsetzung des Modellvorhabens an einem Standort kommen kann. Zunächst soll in einer Machbarkeitsstudie (Quick Win) geprüft werden, wie durch den Einbau einer 4. Reinigungsstufe im Klärwerk Wahn eine Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen möglich ist. Wesentliche Bestandteile der Machbarkeitsstudie sind: • Mengenermittlung des potentiellen Klarwassers • Bedarf an Bewässerung • Effektivstes und nachhaltigstes Bewässerungssystem ermitteln • Potentielle Abnehmer des Klarwassers • Finanzielle Bedingungen zur Abnahme • Was passiert bei Nichtbenutzung Im zweiten Schritt soll aufbauend auf den Ergebnissen der Machbarkeits- studie im Zuge eines Modellvorhabens in einem Klärwerk die 4. Reinigungsstufe eingebaut werden, damit das Wasser eine ausreichende Qualität aufweist, um zur Bewässerung der Landwirtschaft genutzt werden zu können. Das Klärwerk Wahn bietet sich auf Grund der Nähe zum Gebiet und den topographischen Gegebenheiten als Modellvorhaben für die Region an. Aus dem Modellvorhaben in Wahn soll eine Übertragbarkeit auf andere Klärwerke möglich sein. In einem dritten Schritt soll an das Klärwerk Wahn in enger Abstimmung mit den Landwirt:innen ein Leitungssy - stem angeschlossen werden. Dieses befördert mit Pumpen das Klarwasser in den Landschaftsraum und stellt es der Landwirtschaft auf den Flächen zur Bewässerung zur Verfügung. Hinzu kommt das Etablieren von intelligenten und ressourcenschonenden Bewässerungssystemen, wie Tropfbewässerung oder Beregnungsanlagen, zum Einbringen des Klarwassers in die landwirtschaftliche Nutzfläche. Nutzung und Wartung sind im Einvernehmen mit Behörden abzustimmen. Die Übertragbarkeit auf andere Klärwerke ist nach einer Kosten-Nutzen-Analyse des ersten Pilotprojekts zu prüfen. Anpassungen in Planung und Nutzung sind nach den Erfahrungen evtl. notwendig. Mit dem Modellprojekt wird ein Best Practice für die gesamte Region aufgestellt mit Übertragbarkeit auch über das MKL-Gebiet hinweg. Starterprojekt Quick Win – 43 – Maßnahmenfeld E Wasser + Boden + Energie im Kreislauf Bewirtschaften Zirkuläre Bodenbewirtschaftung Auch der Umgang mit Boden kann die Klimabilanz eines Raumes wesentlich beeinflussen. Eine stär - kere Kreislaufführung von Baustoffen im Rahmen der ak tuell diskutierten Bauwende fängt schon bei einem konsequenten Bodenaushubmanagement, der Qualifi- zierung der Böden und dem lokalen Wiedereinbau im Sinne des „Circular Soil“-Prinzips an. Die Kiese sind Mas- senrohstoffe, die der Fluss herbeigeschafft hat. Diese Geschichte an den Kiesentnahmestellen erfahrbar zu machen, kann ein sinnlicher Beitrag zur Extraktionsge- schichte des Raumes sein (siehe auch Maßnahmenfeld C). Und was kommt nach dem Kies? Kann es heißen, zusammen mit den Abbauunternehmen neue Talente (und Geschäftsfelder) für ein Bodenmanagement vor Ort zu entwickeln? Sind im Gebiet mit den ansässigen Kieswerken bereits Know-How und Aufbereitungstech- niken in diesem Feld vorhanden, die für die Gestal - tung dieses Zukunftsfeldes genutzt werden kann? Und wie kann ein fürsorglicher Umgang mit der Ressource Boden auch im Alltag der Bewohner spürbar werden? Im Maßnahmenfeld Boden zirkulär bewirtschaften werden dafür Maßnahmen vorgeschlagen. • Wiedereinbau Bodenaushub zur Landschafts- gestaltung: beispielsweise Reliefverstärkungen, Flachufer, modellierter Südhang Autobahntrog mit PV Eine systematische Erfassung und Klassifizie- rung des Bodenaushubs bildet die Grundlage für den konsequenten Wiedereinbau im Gebiet zur Schaffung von Synergien mit anderen Vorhaben der Landschaftsqualifizierung. Hier zählen Boden- modellierungen zur Inszenierung von Ausblicken auf den Rhein oder auch die nutzerfreundlichere Abflachung der Seeufer und Schaffung von Flachwasserzonen oder perspektivisch eine land- schaftsskulpturale Einbindung der 2034 immer noch nicht realisierten Rheinspange in ihrem östli- chen Teil nach Wiederaustritt aus der Troglage. • Koop-Bauhof Boden & Kies Um ein effizientes, lokales Bodenmanagement umzusetzen, wird auf einer Restfläche bei Nieder- kassel ein Koop-Bauhof Boden & Kies geschaffen. Dieser in Kooperation von Kommunen, Kies- und Bauunternehmen bewirtschaftete Hof bietet nötige Lagerflächen, um eine lokale Kreislauf- wirtschaft Boden zu realisieren, die anfallenden Aushub und Bedarf in der Region flexibel mana- gen kann. Flächendeckende bodenschonende Bewirtschaftungs - weisen, um den Humusvorrat im Boden und die Boden- feuchte zu fördern und auf Dürreperioden besser vorbereitet zu sein, bilden weitere Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel (siehe hierzu auch D4 Betreiben von Klimafürsorge durch die Landwirtschaft). Grundlage für alle Maßnahmen ist eine grundsätzliche Verständigung über eine Etablierung eines solchen Konzeptansatzes als Teil der modellhaften und über - tragbaren Maßnahmenansätze. Referenzprojekt Boden im Kreislauf bewirtschaften Das Circular Soil Konzept der Boku Wien fördert eine nachhaltige Verwendung von wertvollen Bodenres - sourcen. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft wird Boden - aushub von Großbaustellen getestet, aufbereitet und als hochwertiges Pflanzsubstrat mit gesteigerter Was- serspeicherfähigkeit und Strukturstabilität wieder vor Ort eingesetzt. Das Circular Soil Konzept wird in Zusammenarbeit mit maßgeschneiderter Baulogi - stik weiterentwickelt (https://boku.ac.at/baunat/iblb/ arbeitsgruppen/nature-based-solutions/circular-soil). – 44 – Vorgehensweise • Akteurswerkstatt „zirkuläres Bodenmanagement“ (Quick Win) • Vermittlung von State of the Art und Best Practice • Sondierung Handlungsoptio- nen im MKL-Gebiet • perspektivisch: Erfassung möglicher Bodenaushub - massen auf Grundlage der geplanten Siedlungs- und Infrastrukturprojekte • Entwicklung einer Kon - zeption des Bodens als Ressource und Rohstoff- quelle / Kieswerke als Kooperationspartner • Thema als Aufgabe des MKLs deutlich machen, Innovati - ons- und Modellcharakter der Herangehensweise sicht - bar machen • Mitwirkung von boden - relevanten Akteuren (Landwirt:innen, Kiesun - ternehmen, Wirtschafts- förderung der Städte im MKL-Gebiet) und Zusam- menbringen mit Vordenkern (Bauhaus Earth; IFEU Heidel- berg; Circular-Soil-Konzept - entwickler etc.) E2 Aufbau eines zirkulären Bodenma- nagements als Beitrag zum Klimaschutz / Runder Tisch Handlungsfeld/Strategische Ziele Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften Weitere Akteure Kiesabbauunternehmen; Projektentwickler; Innovative Institute und Unternehmen aus Bereich Boden Klimawirksamkeit Beitrag zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel der Ressourceneinsparung und der Entwicklung zirkulärer Produkte und Geschäftsmodelle, Innovation im Umgang mit der Ressource Boden zur Steigerung der Klimaresilienz und Senkung der CO 2-Emissionen durch Vermeidung von Transportwegen; Ressour- censchutz; Klimaoptimierter Umgang mit Boden als Rohstoff zur Ressourcenschonung, Ressourceneffizienz und zum Klimaschutz Lage (Gebietskörperschaft) gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Wirtschaftsförderung NRW; Förderprogramm GreenEconomy.IN.NRW – Innovationen in Umwelt- wirtschaft; Circular Economy und Klimaanpassung Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Region Köln/Bonn e. V. /Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Kurzfristige Impulssetzung; Quick Win; Mittelfristige Implementierung der Strategie Erforderliche Mittel Prozessinitialisierung + Verstetigung der Kommu- nikation; Startermaßnahmen über Finanzbudget Landschaftsagentur Kurzbeschreibung Ziel ist die Entwicklung einer Konzeption Circular Soil für das MKL- Gebiet unter besonderer Berücksichtigung von anstehenden Siedlungs- und Infrastrukturvorhaben, das für einen klimasensiblem Umgang mit Boden als Ressource steht. Zentrale Komponente ist eine Wiederein - baukonzeption für vor Ort abzutragende Böden, ggf. in Kombination mit der gezielten Aufwertung der Böden vor dem Wiedereinbau z. B. auf Rekultivierungsflächen. Startpunkt der Maßnahme ist die Entwicklung einer Klimasensiblen Bodenmanagement-Strategie, im Sinne eines BodenLABs, zur Sensibi - lisierung, mit dem Boden als Ressource im MKL-Raum. Zentrale Start - punkte sind hier ein Runder Tisch in Kombination mit Fachforum/ Fachworkshop Die Ressource Boden im Klimawandel neu denken. Quick Win Referenzprojekt Boden im Kreislauf bewirtschaften In der Studie Bodenaushubmassen als Rohstoff - quelle des IFEU Heidelberg (2022) im Auftrag Lan - desanstalt für Umwelt Baden-Württemberg wurde untersucht, ob und in welchem Umfang die Nutzung von Bodenaushub als Rohstoff zur Ressourcenscho- nung, Ressourceneffizienz und zum Klimaschutz beitragen kann. Die Einstufung der gewonnenen Materialien als primärer Rohstoff aus sekundären Quellen wird aufgezeigt und auf die Möglichkeit, dass die Mate- rialien nicht den Regelungen der Ersatzbaustoffe unterliegen. (https://www.ifeu.de/projekt/ bodenaushubmassen-als-rohstoffquelle) – 45 – Vorgehensweise • Sondierung möglicher Projekte und Partner mit Innovationswillen • Kooperation mit Kieswerk - betreibern und Umwelt- und Naturschutz • Projekt- und Prozesskonzeption E3 Wiedereinbau Bodenaushub zur Landschaftsgestaltung / Reliefverstär- kung / Aufwertung Autobahntrog + Rekultivierungsflächen Landwirtschaft sowie Abflachung Kiesseen Handlungsfeld/Strategische Ziele Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften Weitere Akteure Kiesabbauunternehmen; Projektentwickler; Garten- und Landschaftsbau; Wissenschaftliche Begleitung Klimawirksamkeit Vermeidung von Transport und Deponierung; Ressour- censchonung; Senkung Bedarf primärer Baustoffe Lage (Gebietskörperschaft) Gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz Förderprogramm; GreenEconomy.IN.NRW – Innova- tionen in Umweltwirtschaft, Circular Economy und Klimaanpassung Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen E4 Federführung Region Köln/Bonn e. V./Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Mittelfristig bis längerfristig in Abhängigkeit von poten- tiellen Projektorten Erforderliche Mittel Mittel für Innovation für im Projekt bezogenen Res- sourcen- und Baumanagement + Initiierung von Kreislaufprozessen Entwicklung kühler Kiesseen in Kopplung mit einer klimasensiblen Bodenmanagement-Strategie und Wiedereinbau Bodenaushub zur Landschaftsgestaltung: bei- spielsweise Reliefverstärkungen, Flachufer Kurzbeschreibung Bei dieser Maßnahme handelt es sich um ein Pilotvorhaben zur Sti - mulierung des regionalen Wiedereinbaus von Böden als Teil der Ein - führung eines regionalen klimasensiblen Bodenmanagements in Verbindung mit anstehenden Bau- und Rekultivierungsvorhaben sowie Kopplung des regionalen Bodenmanagements mit laufenden Rekulti - vierungsmaßnahmen bzw. der weitere Qualifizierung bereits rekulti - vierter Kiesabbaustandorte unter klimatischen, ökologischen und ggf. Freizeitgesichtspunkten – 46 – Vorgehensweise • Thematik im Rahmen des Runden Tisches einführen • Best-Practice-Referenzen vorstellen • Konzeptaufruf regionale Materialbörse starten • Standortklärung Lagerplatz Materialien und Erdstoffe • weitere Kooperationspartner suchen • zirkuläre Bauweisen bei Bau- prozessen der öffentlichen Hand berücksichtigen E4 Koop-Bauhof Boden & Kies als Ort für eine klimaschonende Ressourcennutzung Handlungsfeld/Strategische Ziele Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften Weitere Akteure Institutionen und Initiativen aus dem Bereich; Re-Use und Bauwende in der Region; Kiesabbauunternehmen; Bauunternehmen Klimawirksamkeit Ressourcenschonung und Reduktion CO 2-Emissionen durch den Bausektor; Reduzierung Deponie- und Transportaufwand; Energieeinsparung Lage (Gebietskörperschaft) Vorschlag: Standort Troisdorf; ggf. Suche nach Alternativstandorten Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Umweltförderung DBU; Business Angels Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Region Köln/Bonn e. V. Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont kurz-bis mittelfristig; Verstetigung und Ausbau Erforderliche Mittel Bereitstellung Standort; Imitierung von ersten Kreislaufprozessen Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) Kurzbeschreibung Die Maßnahme zielt auf die Einrichtung eines lokalen Bauhofs zur Förderung der lokalen Kreislaufwirtschaft für Baumaterialien in Zusammenarbeit mit Initiativen, Institutionen, Kommunen, Kies- und Bauunternehmen, Investoren. Weitergehendes Ziel wäre der Aufbau eines Kooperationsforums „Kies und lokale Baustoffe im Kreis“ bzw. einer Börse für regionale Sekundärbaustoff, anknüpfend an im Gebiet mit dem Kiesabbau vorhandene Baustoffexpertise. Hier ergeben sich innovative Impulse für den Wandel von einer extraktiven hin zu einer Kreislauf orientierten Ressourcennutzung im äußerst klimarelevanten Baustoffsektor. – 47 – Maßnahmenfeld E Wasser + Boden + Energie im Kreislauf Bewirtschaften Erneuerbare Energien Ein weiterer Baustein des zirkulären Wirtschaftens ist der Ausbau der erneuerbaren Energien, die bislang im Projektgebiet noch eine vergleichsweise unterge- ordnete Rolle spielen. Die Zielsetzung des Ausbaus formulieren alle drei beteiligten Kommunen in ihren Konzepten zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Räumliche Konkretisierungen zur Integration von Anlagen in den Landschaftsraum sind bislang jedoch nicht erfolgt. Schließt man Windenergieanlagen auf - grund der Nähe zum Flughafen aus, ergeben sich nach einer ersten Einschätzung insbesondere zwei Ansatz - punkte zur Stärkung und Diversifizierung erneuerbarer Energieformen: • das Potential für Freiflächen-Photovoltaik an Infrastrukturtrassen (EEG-Privilegierung), land- wirtschaftlichen Dachflächen und in begrenztem Umfang auch Agri-Photovoltaik sowie • das Potential für Free-Floating-Photovoltaik auf Seen und ergänzend dazu die Nutzung von Abwärme und Mikro-Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung. Referenzprojekte Fachbeitrag PV für die Stadt Bonn Im Zuge des Bonner Freiraumplans wurde für die gesamte Stadtfläche der Stadt Bonn der Fachbeitrag PV erarbeitet. Dieses Photovoltaik-Konzept betrachtet den Ausbau der enereuerbaren Energien aus freiraumpla - nerischer Sicht, um zum gesteuerten und landschafts - bildverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien betragen zu können. (Quelle: Fachbeitrag PV für die Stadt Bonn (bgmr Landschaftsarchitekten GmbH)) Photovoltaik-Konzept Stadt Bonn zum gesteuerten und landschaftsbildverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien (Quelle: Fachbeitrag PV für die Stadt Bonn (bgmr Landschaftsarchitekten GmbH)) – 48 – Vorgehensweise • Umsetzung von 3 „Mikroenergie“-Projekten • Durchführung einer Freiraum- und Agri-PV- Potentialanalyse für diese Flächenkulisse und Beratung der Flächeneigentümer (Quick Win) • Flankierend: Auswertung der Solardachkataster des LANUV und des Rhein-Sieg- Kreises als Grundlage für die Beratung von Land- wirtschaftsbetrieben und Freizeiteinrichtungen E5 Standortkonzept für Freiflächen- Photovoltaik Handlungsfeld/Strategische Ziele Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften Weitere Akteure Energieagentur Rhein-Sieg; Netzbetreiber; PV-Entwick- ler; Landwirtschaft Klimawirksamkeit Unter der Annahme, dass auf den ausgewiesenen Flächen PV-Anlagen errichtet werden, kann in den kommenden Jahren entsprechend der eingespeisten Leistung CO 2 eingespart werden. Lage (Gebietskörperschaft) Schwerpunktraum östliche Bahn- und Gewerbe- spange; Köln, Troisdorf Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Umsetzung: EEG-Förderung Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Interkommunales Projekt unter der Federführung der Stadt Köln Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Analyse 2025; Quick Win; Umsetzung fortlaufend Erforderliche Mittel Konzepterstellung (40.000 EUR) Agro-Photovoltaikanlage Heggelbach in Baden-Württemberg, deutschland. Forschungsanlage (Bild: Asurnipal, cc BY-SA 4.0) Kurzbeschreibung Um den Klimazielen des Bundes gerecht zu werden, sollen auch im MKL- Gebiet Flächen für Erneuerbare Energien ausgewiesen werden. Auf - grund der Nähe zum Flughafen sind Windkraftanlagen ausgeschlossen, entsprechend sind in diesem Raum Freiflächen-Photovoltaik (PV) vor - zusehen. Unter Berücksichtigung der Klimatischen Funktion des Land - schaftsraumes sollten die großen Innenbereiche freigehalten werden und sich PV-Anlangen zu den Rändern, besonders den infrastrukturvor - geprägten Rändern, hin orientieren. Im Sinne des Flächensparen sollten die Bereiche von PV-Anlagen multicodiert genutzt werden. Hierfür bieten sich Agri-PV-Anlagen an, welche in verschiedenen Ausführungen Energie erzeugen und gleichzeitig einen Großteil der landwirtschaftlichen Fläche in der Bewirtschaftung belassen. Hierzu soll ein Standortkonzept mit einer Potentialanalyse für PV durch- geführt werden, um eine Landschaftsraumverträgliche Entwicklung steu- ern zu können. Hierbei sollen auch die Fragen „Was braucht der Raum an Energie?“ und „Wieviel Energiegewinnung ist verträglich?“ gestellt und beantwortet werden. Als Quick Win werden hier erste Kleinsolaranlagen vorgeschlagen. In jeder Gebietskörperschaft sollte ein „Mikroenergie“-Projekt umgesetzt werden. Dies kann von einer PV-Anlage auf einem Gebäudedach über einer PV-Anlage auf dem Dach einer Bushaltestelle bis hin zur solarbe - triebenen Ladestation für E-Mobilität sein. Quick Win – 49 – Vorgehensweise • Ermittlung des Potentials für und Implementierung von Floating-PV E6 Floating PV Niederkassler See & Stockemer See Handlungsfeld/Strategische Ziele Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften Weitere Akteure Energieagentur Rhein-Sieg; Netzbetreiber; PV-Entwick- ler; Kiesunternehmen Klimawirksamkeit Einsparung von CO 2 durch die Energiegewinnung aus Erneuerbaren Energien Lage (Gebietskörperschaft) Niederkassel Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge K. A. Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen - Federführung Stadt Niederkassel Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont In Abhängigkeit mit der Seenentwicklung Erforderliche Mittel Planungs- & Investitionskosten für PV-Anlage Beispiel Habitecutre (© AgenceTer) Ausschnitt Handlungskonzept (Legende siehe Seite 58) Kurzbeschreibung In Abstimmung mit den Kiesunternehmen und der Naturschutzbehörde ist zu prüfen, ob der Niederkassler See und der Stockemer See sich als Solarseen mit schwimmenden Solarflächen (Floating-PV) eignen. Nega- tiveffekte gegenüber ökologisch wertvollen Entwicklungsbereichen sind hierbei auszuschließen und die technischen Anlagen (Solarflächen/Lei - tungstrassen/Gebäudeinfrastruktur) sollten als landschaftsintegrierte Bauwerke möglichst raumsparend und klug verortet werden. Starterprojekt Quick Win – 50 – Vorgehensweise • Ermittlung des quantitativen Potentials und potentieller Standorte von Mikro-KWK- Anlagen (mit einer Leistung < 6 kWel); • Implementierungsstrategie als Baustein Gesamtstrategie MKL Erneuerbare Energien • Schaffung von Beratungsangeboten E7 Implementierung Mikro-Kraft- Wärmekopplungen im Landwirtschafts- und Freizeitbereich Handlungsfeld/Strategische Ziele Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften Weitere Akteure Lokale Energieerzeuger; Stadtverwaltungen Klimawirksamkeit Die Neuinstallation von Mikro-KWK-Anlagen zur Strom- und Wärmeproduktion ist ein bislang nicht ausgeschöpfter Baustein zur Reduktion der Treibhaus- gasemissionen im MKL-Gebiet Lage (Gebietskörperschaft) MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge progres.nrw Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen https://www.niederkassel.de/wp-content/uploads/ Integriertes-Klimaschutzkonzept-Niederkassel_final. pdf Federführung Jeweilige Stadtwerke; Koordinierung durch Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Mittel- bis Langfristig Erforderliche Mittel k. A. Kurzbeschreibung Der Ausbau der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung durch Mikro-Anlagen stellt einen bisher nicht aktiv ausgeschöpften Baustein zur Verbesserung der Klimabilanz im MKL-Gebiet dar . Hier ist in Bezug auf die landschaft- liche Prägung des Projektraumes die Implementierung von Mikro-KWK- Anlagen (mit einer Leistung < 6 kWel) im Bereich von landwirtschaftlichen und Freizeiteinrichtungen gezielt zu sondieren und zu aktivieren. Hierzu gehört auch die Bereitstellung von Beratungsangeboten. – 51 – Maßnahmenfeld F Aufbau Organisationsform/-struktur MetroKlimaLAB Einen klimaresilienten Landschaftsraum zu entwickeln gelingt nur, wenn die vielen Akteure (Ortsvertretun - gen, zahlreiche Initiativen, Vereine und Verbände, wie Region Köln-Bonn e. V., Wasser- und Bodenverbände, Landwirtschaft und Landwirtschaftskammer, Kiesab - bau, Abwasserbetriebe und weitere Raumakteure) als Landschaftsmacher:innen einbezogen werden, allen voran die Landwirt:innen im Gebiet. Entsprechend brauchte es eine übergeordnete Koordinationsstelle, welche (strategische) Ziele und Maßnahmen koor - diniert, weiterentwickelt und umsetzt – auch, wenn zunächst nur beschränkte finanzielle und personelle Ressourcen verfügbar sind. Um schnellstmöglich hand- lungsfähig zu sein, wird vorgeschlagen, eine soge- nannte Landschaftsagentur zu gründen. Diese agiert als Koordinierungsstelle in Vertretung des Zusam - menschlusses der Kommunen und Städte Troisdorf, Niederkassel und Köln. Diese Koordinationsstelle des MetroKlimaLAB wird im Folgenden als Landschaft - sagentur bezeichnet, um ihren Handlungsauftrag zu verdeutlichen. Die Landschaftsagentur soll auf beste- henden Strukturen aufgebaut werden (z. B. Köln & rechtsrheinische Nachbarn) und wird als Verstetigung und Ausbau der bisher erfolgreich etablierten inter - kommunalen Koopera tionsstrukturen verstanden. Sie dient dazu, regionale Kompetenz und lokales Wissen bestmöglich nutzen zu können. Gleichzeitig werden die jeweiligen Verwaltungen der einzelnen Städte durch die Bündelung der Umsetzung und Organisation in der Landschaftsagentur entlastet. Der Aufbau und die Verstetigung der Landschaftsagentur als Koordinati - onsstelle sollte Unterschieden in den personellen und finanziellen Spielräumen der beteiligten Partner Rech- nung tragen und nach pragmatischen und kreativen Lösungen suchen, um die Schwungmasse der bishe - rigen erfolgreichen und bundesweit schon jetzt bei - spielhaften Kooperation zur weiteren Konkretisierung und Umsetzung der Ergebnisse des MetroKlimaLABs zu nutzen. Dabei sind neben projektbezogenen Teilfrei- stellungen von Mitarbeiter:innen auch die Unterstüt - zung durch externe Fachleute mittels Werkaufträgen explizit zu berücksichtigen. Dem Aufbau eines konti - nuierlichen Kommunikationsprozesses nach innen und nach außen kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Die Landschaftsagentur ist dafür verantwortlich, erste Maßnahmen umzusetzen (Quick Wins), Starterpro- jekte ins Lebens zu rufen, den Kommunikationsprozess über die zukünftigen Maßnahmenfelder zu gestalten und zusammen mit den vielen Akteuren eine Land - schaftscharta aufzustellen. Sollte sich in Zukunft für die Organisationsform Regionalpark entschieden werden, kann die Landschaftsagentur als Geschäftsstelle einge- setzt werden. Maßnahmen F1 Landschaftsagentur (Koordinierungsstelle) MetroKlimaLAB F2 Landschaftscharta MetroKlimaLAB F3 Etablieren wiederkehrender Kommunikations- und Kooperationsforen/-werkzeuge – Runde Tische F4 Einrichtung Ökokonto (interkommunal/kommunal) F5 Organisationsform Regionalpark MetroKlimaLAB Landschaftsagentur als Koordinierungsstelle Unabhängig von der Organisationsform bedarf es einer Geschäftsstelle, die die operativen Aufgaben der Koor- dination und Umsetzung übernimmt. Im kommunalen Alltagsgeschäft können die zusätzlichen Aufgaben nicht immer mit der ausreichenden Stringenz vorangetrie - ben werden. Die Landschaftsagentur ist dafür zuständig, über einen längeren Zeitraum die interkommunalen Projekte vor - zubereiten, die Abstimmungen zu begleiten und die Planungen voranzutreiben. Weitere Aufgaben sind die Akquise von Fördermitteln und die Öffentlich - keitsarbeit. Eine besondere Aktivität ist der jährlich stattfindende Landschaftstag MetroKlimaLAB, in dem die Projekte der Klimaresilienz vorgestellt werden. Die Landschaftsagentur kann bei der Gründung eines Regionalparks diesen als Geschäftsstelle leiten. In Abhängigkeit zu den Kompetenzen und Aufgaben des Regionalparks (z. B. Zweckverband) kann die Land- schaftsagentur auch das operative Geschäft der Projek- tumsetzung übernehmen. Damit werden vor allem die Kommunen entlastet. Kommunikation und Branding der Marke MetroKli- maLAB sind eine der zentralen Stellschrauben, um die regionale Entwicklung auf den Weg zu bringen. Die Landschaftsagentur bereitet dieses Branding mit vor und setzt es um. Runde Tische Durch das Einführen offener und regelmäßig wiederkeh- render Kommunikationsforen, von denen Runde Tische den Anfang bilden, kann die Etablierung von Koopera- tionen zwischen Landschaftsmacher:innen, insbeson - dere den Landwirt:innen, Projektentwickler:innen, Bewohner:innen und Naturschützer:innen, die Fort - führung darstellen. – 52 – Regionalpark als Dachmarke Es wird als zukünftiges Format der Regionalpark vor - geschlagen. Der Regionalpark ist eine Art ‚Dachmarke‘ der regionalen Zusammenarbeit, die offen ist für alle, die die gemeinsamen Ziele verfolgen. Hierbei handelt es sich um ein Format, welches in den kommenden Jahren durch die Landschaftsagentur zu entwickeln und vorzubereiten ist. Es bildet keine zwingende Grund - lage für den Landschafstraum MetroKlimaLAB, jedoch zeigen Beispiele aus Berlin und Brandenburg, dass die Organisationsform des Regionalparks sehr erfolgreich funktioniert (https://www.regionalparks-brandenburg- berlin.de/; vgl. auch das KORG-Netzwerk – Konferenz der Regionalparks und Grünen Ringe (https://www. korg-deutschland.de/)). Der Regionalpark sollte fortlaufend durch die ver - schiedenen Fachverwaltungen Naturschutz, Was - serwirtschaft, Klimaanpassung, Landwirtschaft, Stadtentwicklung, Tourismus, Wirtschaftsförderung begleitet und beraten werden und in einzelnen Pro- jekten auch mit wissenschaftlichen Institutionen der Region kooperieren. Die Aufgaben des Regionalparks sind u. a. die kontinu- ierliche Weiterentwicklung der Ziele und Handlungs - felder des MetroKlimaLABs aus dem Jahr 2024. Das Format des Regionalparks dient damit der Verstetigung. Die Organisationform eines Regionalparks kann unter - schiedlich erfolgen. Die Bestimmung der Organisa- tionsform ist abhängig von den Zielen und Aufgaben, die der Regionalpark übernehmen soll (von der Gesamtko- ordination der Region über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur baulichen Umsetzung von Maßnahmen). Organisa- tionstrukturen können sein: • Verein auf kommunaler Ebene (vergleichbar mit dem Verein Region Köln/Bonn e. V.) • Kommunale Arbeitsgemeinschaft (Schwerpunkt Abstimmung von interkommunalen Planungen) entsprechend dem Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit (GkG NRW) • Zweckverband (mit Aufgaben der Umsetzung von kommunalen Aufgaben) entsprechend dem Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit (GkG NRW) Weitere Formen wie z. B. analog den regionalen Wirt - schaftsfördergesellschaften können in Frage kommen. Die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Organisa- tionsformen für die interkommunale Zusammenarbeit sollten im Rahmen einer Machbarkeitsstudie detail - lierter untersucht werden, damit eine Entscheidungs - grundlage vorliegt. – 53 – Vorgehensweise • Klärung Bereitstellung der personellen Kapazitäten durch die Städte und den Landkreis • Entwicklung Aufgabenprofil/ Arbeitsprogramm • Absicherung der Grundfinanzierung • Feierliche Eröffnung der Landschaftsagentur • Initiierung der ersten Star - terprojekte und Erreichung erster Quick Wins • Begleitung des Landschaftschartaprozesses • Optional: Gründung Regio- nalpark und Besetzung der Geschäftsstelle durch Landschaftsagentur Kurzbeschreibung Die Landschaftsagentur ist dafür zuständig, über einen längeren Zeit - raum die interkommunalen Projekte vorzubereiten, die Abstimmungen zu begleiten, die Planungen voranzutreiben sowie die Akquise von För- dermitteln und die Öffentlichkeitsarbeit (z. B. der jährliche Landschafts- tag MetroKlimaLAB). Dabei übernimmt die Landschaftsagentur eine kommunalübergreifende Koordinierungsstelle für den Landschafts- raum und vertritt die drei Städte. Durch die Bildung einer interkommu- nalen Koordinierungseinheit wird trotz eingeschränkter finanzieller und personeller Spielräume eine Fortführung und ein schrittweiser Ausbau der bisherigen interkommunalen Kooperation in die Wege geleitet als Grundvoraussetzung für die Implementierung eines modellhaften und übertragbaren Ansatzes einer klimaoptimierten Raumentwicklung aus der Landschaft heraus. Ein wesentlicher Baustein in den ersten zwei Jahren wird die Land - schaftscharta sein (siehe Maßnahme F2). Dieser Prozess soll durch die Landschaftsagentur angestoßen und begleitet werden. Es bietet sich an bei der personellen Besetzung auf bestehende Struk - turen (wie z. B. Fachverwaltungen oder Köln & rechtsrheinische Nach- barn) zurückzugreifen. Hier sind verschiedene Optionen möglich: Federführung durch eine Kommune; Besetzung durch eine Person aus einer der Verwaltungen; externe Vergabe (über Werkverträge) oder Teilfreistellung von Personen mit einem festen Stundenkontingent. Sofern ein Regionalpark gegründet werden sollte, soll die Landschafts- agentur als Geschäftsstelle von diesem eingesetzt werden. Handlungsfeld/Strategische Ziele Aufbau Organisationsform/-struktur MetroKlimaLAB Weitere Akteure Region Köln/Bonn e. V.; Rhein-Sieg-Kreis Klimawirksamkeit Direkte Wirkung durch Forcieren der Implementa- tion von Maßnahmenfeldern mit indirekter Wirkung – durch effizienten und abgestimmten Einsatz der Mittel, Beschleunigung der Umsetzung von Maßnah- men, Breitenwirkung und koordinierte Umsetzung von kommunalübergreifenden Maßnahmen Lage (Gebietskörperschaft) Gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Interkommunale Zusammenarbeit Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen F2 Federführung Zusammenschluss der Kommunen des MKL (bis eine Regionalparkorganisation MKL die Aufgaben übernimmt) Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Starterprojekt; fortlaufend Erforderliche Mittel Kommunale Umlage; Teilfreistellungen von beste- henden Stellen; punktuelle Mittel zur Vergabe von Aufträgen F1 Landschaftsagentur (Koordinie- rungsstelle) MetroKlimaLAB Starterprojekt – 54 – Vorgehensweise • Entwicklung Aufgabenprofil • Begleitung und Durchfüh- rung durch Landschafts- agentur in Kooperation mit städtischen Verwaltungen der MKL-Region • Optional: Beauftragung Fach- büro inkl. Partizipation • Erarbeitung der Land- schaftscharta in enger Abstimmung und Austausch mit den Akteuren der Region • Feierliche Ratifizierung der Charta • Nach ca. 5 Jahren: Evalua- tion und Fortschreibung inkl. Handlungskonzept MKL Kurzbeschreibung Mit einer Landschaftscharta wird eine Positionierung der Region für bestimmte Ziele in Bezug auf die Entwicklung der Region MKL auf - gestellt, diskutiert und schließlich in einem festlichen Akt mit Unter - schrift ratifiziert werden. Die Landschaftscharta ist die Legitimation für das Handeln auf der lokalen Ebene. Ein Best Practice aus NRW ist die Charta Grüne Infrastruktur Metropole Ruhr, welche als Leitbild und politische Absichtserklärung für die zukünftige Entwicklung dient (vgl. https://www.rvr .ruhr/themen/oekologie-umwelt/gruene-infrastruktur/ charta-gruene-infrastruktur/). Mit dem vorliegenden Konzept wurde bereits ein erster Schritt getan. Dieser bedarf der Abstimmung und des Austausches mit den Akteuren in der Region, sodass die Landschaftscharta auf allen Ebenen mitgetra- gen wird. Handlungsfeld/Strategische Ziele Aufbau Organisationsform/-struktur MetroKlimaLAB Weitere Akteure Region Köln/Bonn e. V.; Rhein-Sieg-Kreis Klimawirksamkeit Indirekte Wirkung – durch effizienten und abgestimm- ten Einsatz der Mittel in der Folge Lage (Gebietskörperschaft) Gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Nationale Projekte der Stadtentwicklung (BBSR) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen F1 Federführung Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont 2025 Vorbereitung; 2026 Ratifizierung der Land- schaftscharta; Quick Win Erforderliche Mittel 120.000 EUR F2 Landschaftscharta MetroKlimaLAB Quick Win – 55 – Vorgehensweise • Weiterentwicklung des Ansatzes der Runden Tische, insbesondere Schärfung der thematischen Ausrichtung • Ansprache der Interessierten • Durchführung Gründungs- veranstaltung als Auftakt • Konzeptionierung der Themen und Bearbeitung • Bei Bedarf: Beauftragung von vertiefende Gutachten und Konzepte (über Förderung) Kurzbeschreibung Runde Tische sind themenspezifische, offene und regelmäßig wie- derkehrende Kommunikationsforen mit dem Ziel, Kooperationen zwi - schen Landschaftsmacher:innen, insbesondere den Landwirt:innen, Projektentwickler:innen, Bewohner:innen und Naturschützer:innen, zu schaffen. Die Leitung und Organisation dieser Runden Tische liegt bei der Landschaftsagentur . Grundprinzip ist, dass bei einer solchen Kooperation die Entwicklung von Maßnahmen durch eine Kommunikation auf Augenhöhe und die Herleitung von Lösungsansätzen in kooperativen Verfahren und länger- fristigen, intensiven Kommunikationsprozessen erfolgen kann. Es wird vorgeschlagen, dass die Runden Tische mit ihrer Fachexpertise kommu- nale Beschlüsse unter der Federführung der Landschaftsagentur vorbe- reiten, sodass eine Umsetzung gesichert werden kann. Vorgeschlagen werden zunächst drei Thementische: • Klimasensible Landwirtschaft und Klarwasser • Klima-StadtLand-Ränder und Ökokonto • Kühle Kiesseen und Bodenmanagement Handlungsfeld/Strategische Ziele Aufbau Organisationsform/-struktur MetroKlimaLAB Weitere Akteure Region Köln/Bonn e. V.; Rhein-Sieg-Kreis Klimawirksamkeit Indirekte Wirkung – durch Ideenentwicklung und Herstellung der Machbarkeit von Projekten mit Klimawirksamkeit, Beschleunigung der Umsetzung, Breitenwirkung Lage (Gebietskörperschaft) Gesamtes MKL-Gebiet bzw. Teilkulissen in Abhängig- keit von Themenstellung Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge In Abhängigkeit von der thematischen Schwerpunktsetzung: Bundesprogramm Biologische Vielfalt; EFRE Klimaan- passung NRW; EFRE-Programm Grüne Infrastruktur; Förderung der Stiftung Umwelt und Entwicklung (Informations- und Bildungsarbeit); Umweltschutzför- derung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen F1 und F2/F3 Federführung Landschaftsagentur MKL für die organisatorische Unterstützung Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Etablierung kurzfristig; mehrjährige Durchführungsphase Erforderliche Mittel Ehrenamtliche Tätigkeiten; Ggf. Mittel für Fachgutachten/Konzeptentwicklung F3 Etablieren wiederkehrender Kommu- nikations- und Kooperationsforen/ -werkzeuge – Runde Tische – 56 – Vorgehensweise • Verständigung der 3 Städte zur Erstellung eines inter - kommunalen Ökokontos, ansonsten kommunale Sam- melausgleichsmaßnahmen • Entwicklung Struktur des Flächenpools/Ökokontos • Identifizierung von Leitprojekten/ Schlüsselmaßnahmen • Priorisierung von Maßnah- men (z. B. Klimasaum) • Konkretisierung der Planungen • Umsetzung der Maßnahmen • Refinanzierung durch Eingriffsverursacher:innen Kurzbeschreibung Das Ökokonto dient der Bereitstellung von Ausgleichsflächen und deren Koordinierung, es stellt somit einen kommunalübergreifenden Flächen- pool dar . Durch die verschiedenen Eingriffe in Natur und Landschaft (z. B. Siedlungserweiterung, Bau der Stadtbahn, Umgehungsstraßen, Autobahn, Kiesabbau usw.) bedarf es umfangreicher Ausgleichs- und Kompensationsflächen. Anstelle des Gießkannenprinzips werden Ein - zelmaßnahmen des Ausgleichs gebündelt und strategisch eingesetzt, um größere Leitprojekte des ökologischen Ausgleichs, der Klimaanpas- sung und Landschaftsaufwertung umzusetzen. Dadurch kann z. B. die Finanzierung der Klima-StadtLand-Ränder (siehe Maßnahmen B1 bis B3) oder von ökologischen Aufwertungsmaßnah - men gesichert werden. Zunächst bedarf es eines Gesamtkonzepts. In diesem werden Leitpro- jekte identifiziert und überschlägig die Kompensationswirkung ermittelt (Flächenpool). Bei Bedarf können Eingriffsverursacher:innen aus diesem Flächenpool Maßnahmen (Ökopunkte) abbuchen. So ent wickeln sich sukzessive der Klima-StadtLand-Rand und andere Maßnahmen über das Ökokonto. Handlungsfeld/Strategische Ziele Aufbau Organisationsform/-struktur MetroKlimaLAB Weitere Akteure Region Köln/Bonn e. V.; Rhein-Sieg-Kreis Klimawirksamkeit Hoch, durch die breite Wirkung der Maßnahmen, z. B. Ausgleichsmaßnahmen am Siedlungsrand Lage (Gebietskörperschaft) Gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Keine für Erstellung/Konzeption; Maßnahmen des Ökokontos: Refinanzierung durch Eingriffsverursacher Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen B1–B3; weitere Maßnahmen mit ökologischem Aufwertungspotential Federführung Arbeitsgruppe der drei Städte Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont Kurzfristige Vorbereitung; langfristige Laufzeit Erforderliche Mittel 80.000–120.000 EUR für Konzeption Ökokonto/Identi- fizierung von Schlüsselmaßnahmen F4 Einrichtung Ökokonto (interkommu- nal/kommunal) – 57 – Kurzbeschreibung Es wird als mittelfristig zu etablierendes Format die Bildung eines Regional- parks vorgeschlagen. Der Regionalpark ist eine Art ‚Dachmarke‘ der regio- nalen Zusammenarbeit, die offen ist für alle, die die gemeinsamen Ziele verfolgen. Hierbei handelt es sich um ein Format, welches in den kom- menden Jahren durch die Landschaftsagentur entwickelt und vorbereitet werden kann, um einen Rahmen für die integrierte räumliche Entwicklung zu schaffen. Es bildet keine zwingende organisatorische Grundlage für den Landschafstraum MetroKlimaLAB, jedoch zeigen Beispiele aus Berlin und Brandenburg oder dem Leipziger Raum („Grüner Ring“), dass die Organi- sationsform des Regionalparks sehr erfolgreich funktionieren und zu einer Integration und Bündelung der Ziele und Akteure erfolgreich beitragen kann (https://www.regionalparks-brandenburg-berlin.de/; https://gruen- erring-leipzig.de/ und https://www.korg-deutschland.de/). Insbesondere durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure, nicht nur auf städti - scher und politischer Ebene, sondern auch auf zivilgesellschaftlicher ist die Akzeptanz für die Finanzierung und Umsetzung von Maßnahmen deutlich höher als bei einer „Top-down-Planung“ mit einfacher Beteiligung. Die Organisationsform Regionalpark umfasst die Vollversammlung der Mitglieder des Regionalparks, Lenkungsgruppen und verschiedene Arbeitsgruppen (Runde Tische). Der Regionalpark wird in der operativen Arbeit von einer Geschäftsstelle – der Landschaftsagentur – unterstützt. Die Aufgaben des Regionalparks sind u. a. die kontinuierliche Weiterent- wicklung der Ziele und Handlungsfelder des MetroKlimaLABs, die Vorbe- reitung von Schlüsselprojekten und die Einbindung von Akteuren. Weitere Aufgaben sind die Akquise von Fördermitteln und Öffentlichkeitsarbeit sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ziele und Handlungsfel- der des MetroKlimaLABs aus dem Jahr 2024. Das Format des Regional- parks dient damit der Verstetigung. Mitglieder des Regionalparks sollten sein: die Kommunen und Städte Troisdorf, Niederkassel und Köln mit ihren jewei- ligen Ortsvertretungen, die Region Köln-Bonn e. V., zahlreiche (lokale) Initiativen, Vereine und Verbände, Wasser- und Bodenverbände, die Landwirtschaft, der Kiesabbau, die Abwasserbetriebe und weitere Raumakteure. Um eine Entscheidungsgrundlage über die geeignete Organisationsform zu haben, sollte eine Machbarkeitsstudie zur Organisationsform und Managementstruktur erarbeitet werden. Die zentrale Frage ist dabei, ob der Regionalpark auch für die Umsetzung von Projekten zuständig ist, damit kommunale Aufgaben übernimmt und somit die Kom- munen entlastet. Die Organisationform eines Regionalparks kann unterschiedlich erfolgen. Organisationstrukturen können sein: • Verein auf kommunaler Ebene (vergleichbar mit dem Verein Region Köln/Bonn e. V.) • Kommunale Arbeitsgemeinschaft (Schwerpunkt Abstimmung von interkommunalen Planungen) entsprechend dem Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit (GkG NRW) • Zweckverband (mit Aufgaben der Umsetzung von kommunalen Aufgaben) entsprechend dem Gesetz über kom- munale Gemeinschaftsarbeit (GkG NRW) Vorgehensweise • Interkommunale Verständi- gung zur Erarbeitung eines Konzepts zur Organisations- form und Managementstruk - tur Regionalpark • Erarbeitung Leistungsbild • Mittelbereitstellung/Akquise Fördermittel • Beauftragung Fachbüro mit Kompetenzen Organisation, Klimaanpassung und regio- nale Entwicklung • Erarbeitung des Konzepts mit begleitenden Workshops • Fertigstellung Gutachten als Entscheidungsgrundlage mit Vor- und Nachteilen sowie Finanzierungsbedarf unterschiedlicher Orga- nisationsformen und Managementstrukturen Handlungsfeld/Strategische Ziele Aufbau Organisationsform/-struktur MetroKlimaLAB Weitere Akteure Region Köln/Bonn e. V.; Rhein-Sieg-Kreis Klimawirksamkeit Indirekte Wirkung – durch effizienten und abgestimm- ten Einsatz der Mittel, Bündelung von Maßnahmen, Aktivierung weiterer Akteure, Breitenwirkung Lage (Gebietskörperschaft) Gesamtes MKL-Gebiet Mögliche Förderfähigkeit & -zugänge Kommunale Umlage in Höhe von 0,50/1,00 EUR je Einwohner:in im Verflechtungsraum MKL sowie För- dermittel (Klimaanpassung, Struktur- und Wirtschafts- förderung, akquirierte Projekte, Mittel des Landes) Abhängigkeit zu anderen Maßnahmen F1 Federführung Landschaftsagentur Erwartete Umsetzungsdauer & Realisierungshorizont mittel- bis langfristig Erforderliche Mittel 75.000–150.000 EUR jährlich F5 Organisationsform Regionalpark MetroKlimaLAB – 58 – Legende zum Handlungskonzept
Anlage 4 - Vorabauszug TOP 4.1
1554 Zeichen
Geschäftsführung Unterausschuss Regionale Zusammenarbeit Herr Oster Telefon: (0221) 221 32488 E-Mail: jan.oster@stadt-koeln.de Datum: 02.12.2024 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der Sitzung des Unterausschusses Regionale Zusammenarbeit vom 28.11.2024 öffentlich 4.1 METRO-KLIMA-LAB – ein interkommunales Projekt im Bundespro- gramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel", hier: Pro- jektergebnis und Beschluss über das weitere Vorgehen 3434/2024 SE Herr Götz bittet darum, die Vorlage ohne Votum zu behandeln. Er merkt an, dass die Vorlage nicht zu den Realitäten im Kölner Stadtgebiet passe. Er nennt als Bei- spiele die Wohnbauentwicklung von Zündorf-Süd im Zusammenhang mit der Verlän- gerung der Linie 7, die Darstellung der Mobilstationen, ebenfalls im Hinblick auf die Li- nie 7 und das Fehlen des Wohnungsbauprojekts Wahn-West in den Plänen. Er bittet um Überarbeitung der Pläne SE Herr Frenzel schließt sich an und weist darauf hin, dass die Vorlage in Wider- spruch zu verschiedenen Ratsbeschlüssen und der Regionalplanung stehe. Einige Planungen würden sich hier widersprechen, er bittet ebenfalls um Überarbeitung. Die Politik bittet für die weitere Beratung darum, die Anlage dahingehend zu überar- beiten, die Pläne komplett anzubringen/wiederzugeben und die aktuellen Haltestellen darzustellen. Die Verwaltung nimmt die Bitte zur schriftlichen Beantwortung mit. Der Unterausschuss Regionale Zusammenarbeit behandelt die Vorlage ohne Votum. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle
IX/151/2
Vorlagen-Nummer
3434/2024
Stand: 04.09.2025
Sachstandsbericht
METRO-KLIMA-LAB – ein interkommunales Projekt im Bundesprogramm zur
"Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel", hier: Projektergebnis und
Beschluss über das weitere Vorgehen
Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. nimmt die Resultate des interkommunalen Projekts METRO-KLIMA-LAB – ein Projekt im
Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" –zur Kenntnis.
2. beauftragt die Verwaltung, gemeinsam mit den Projektpartnern der Kooperation „Köln und
rechtsrheinische Nachbarn (K&RN)“), den Städten Niederkassel und Troisdorf sowie dem
Rhein-Sieg-Kreis, die Planung fortzusetzen und den Umsetzungsprozess aktiv zu beglei-
ten.
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Die Resultate wurden zur Kenntnis genommen und die Begleitung des Umsetzungsprozesses
gemeinsam mit den Projektpartner*innen beschlossen.
Im Rahmen eines Treffens der Steuerungsgruppe der Projektpartner*innen wurde beschlos-
sen, das weitere Vorgehen und die Zusammenarbeit über eine neue Kooperationsvereinba-
rung zu regeln und zu sichern.
Die Kooperationsvereinbarung liegt derzeit der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, den be-
treffenden Bürgermeistern der Städte Niederkassel und Troisdorf und dem Landrat des Rhein-
Sieg-Kreises zur Unterschrift vor.
Nächste Schritte:
1. Thematische Runde Tische mit Akteur*innen und Expert*innen zum Austausch über
den Umsetzungsprozess.
2
2. Eruierung und Prüfung potentieller Fördermöglichkeiten zur Finanzierung einzelner
Umsetzungsschritte.
3. Regelmäßige Treffen der Steuerungsgruppe zum Austausch und Vorbereitung inhaltli-
chen Vorgehens.
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:
Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IX/151/2 Vorlagen-Nummer 3434/2024 Freigabedatum 14.11.2024 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff METRO-KLIMA-LAB – ein interkommunales Projekt im Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel", hier: Projektergebnis und Beschluss über das weitere Vorgehen Beschlussorgan Stadtentwicklungsausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. nimmt die Resultate des interkommunalen Projekts METRO-KLIMA-LAB – ein Projekt im Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" –zur Kenntnis. 2. beauftragt die Verwaltung, gemeinsam mit den Projektpartnern der Kooperation „Köln und rechtsrheinische Nachbarn (K&RN)“), den Städten Niederkassel und Troisdorf sowie dem Rhein-Sieg-Kreis, die Planung fortzusetzen und den Umsetzungsprozess aktiv zu beglei- ten. Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 28.11.2024 Unterausschuss Regionale Zusammenarbeit 28.11.2024 Bezirksvertretung 7 (Porz) 05.12.2024 Stadtentwicklungsausschuss 05.12.2024 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Im Januar 2021 veröffentlichte das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat den Projektaufruf „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Ziel dieses Programms ist, konzeptionelle und investive Projekte mit hoher Wirksamkeit für den Klimaschutz und die Klimaanpassung zu fördern, um dadurch zur CO²-Minderung und Verbesserung des Klimas in urbanen Räumen beizutragen. Weiterhin" soll untersucht werden, inwiefern sich die Pro- zesse und Ergebnisse der Projekte auf andere Räume übertragen lassen. Hierauf hatte sich die Kooperation „Köln und rechtsrheinische Nachbarn (K&RN)“ beworben (Beschluss über die Mitwirkung und zur Mittelbereitstellung, Vorlage Nr. 0512/2022). Eines der Förderprojekte in diesem Programm ist das METRO -KLIMA-LAB. (Mitteilung zur Information über den Zuwendungsbescheid, Vorlage Nr. 3585/2022). Das Projektgebiet ist Teil der Kooperation „Köln und rechtsrheinische Nachbarn“ (K&RN) und damit ein interkom- munales Gemeinschaftsprojekt der Städte Köln, Troisdorf und Niederkassel, unterstützt durch den Rhein-Sieg-Kreis und die Region Köln/Bonn e.V. Das Projekt ist im Agglomerationskon- zept sowie der Klimawandelvorsorgestrategie der Region Köln/Bonn e.V., verankert, welche den Untersuchungsraum als „Freiraumsystem mit multifunktionaler Ausgleichsfunktion“ defi- nieren. Weiterhin ist das METRO -KLIMA-LAB ein Schlüsselprojekt der Stadtstrategie. Die Stadt Niederkassel übernahm stellvertretend für den südlichen Teilraum der Kooperation K&RN die Antragstellung und die organisatorische und finanzielle Abwicklung des Projektes (Sachstandsinformation K&RN inkl. Sachstand MKL Vorlage Nr. 1517/2024). Mit rund 47 km² ist das Projektgebiet (Anlage 1) einer der wichtigsten zusammenhängenden Freiräume entlang der Rheinschiene. Die umliegenden Kommunen sind einer hohen thermi- schen Belastung ausgesetzt, für diese erfüllt der Bereich eine bedeutende Funktion als Frisch- luftschneise und Kaltluftentstehungsgebiet. Insgesamt unterliegt das Untersuchungsgebiet gleichzeitig einem hohen Nutzungsdruck. Hierzu gehören verschiedene in Planung befindli- che Siedlungs- und Verkehrsprojekte, die intensive landwirtschaftliche Nutzung, der Kiesab- bau, die Trinkwassergewinnung sowie die Naherholung. Hier verfolgen die Projektpartner des Metro-Klima-Lab das Ziel, einen Perspektivwechsel zu vollziehen. Im Zentrum der Planung steht das Projektgebiet mit seinen Freiraumfunktionen. Vor diesem Hintergrund sind alle an- deren Raumansprüche zu betrachten und zu bewerten. In dem Bewusstsein, dass wirkungsvolle Maßnahmen nicht an kommunalen Verwaltungs- grenzen enden, erarbeiteten die Akteure dieses interkommunalen Projektes unter Beteiligung der betroffenen Eigentümer*innen, Expert*innen und wichtiger Akteur*innen aus dem Projekt- gebiet ein Aktionsprogramm mit exemplarischen Maßnahmen zur klimatischen Qualifizierung des Raumes. 3 Im Ergebnis sollen verschiedenste Maßnahmen zur klimawandelangepassten Weiterentwick- lung des Raumes dessen klimatische Funktion mit Hilfe von nutzungsspezifischen Handlungs- linien langfristig sichern. Für Planungen, die den Freiraum nutzen bzw. in Anspruch nehmen, werden qualitative Anforderungen formuliert, damit diese ihrerseits Beiträge zum Klimaschutz und Klimaanpassung leisten. Der mit Hilfe eines transdisziplinären Forschungsansatzes erar- beitete „KlimaCheck“ überprüft die vorgeschlagenen Maßnahmen und ihre Teilprojekte und kommt zu einem positiven Ergebnis. Der KlimaCheck ist ein Planungsinstrument, das geeig- net ist auf Projekte dieser Art übertragen zu werden. Ablauf des Prozesses METRO-KLIMA-LAB Januar 2021 Projektaufruf „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ 13.09. 2022 Förderzusage seitens des BBSR (Fördermittelgeber) April/Mai 2023 Experten- und Akteursbeteiligung 20.11.2023 Auftaktveranstaltung 19.02.2024 Kolloquium I, Vorstellung der ersten Konzepte, Empfehlungen zur Weiterbe- arbeitung 27.05.2024 Kolloquium II, Auswahl des mit der letzten Phase des Konzeptes zu beauftra- genden Büros: bgmr Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin 11.09.2024 Workshop mit dem Büro bgmr 14.10.2024 Abschlusskolloquium, Vorstellung der Ergebnisse Jan/Feb.2025 Abschlussveranstaltung (geplant) Beauftragte Büros: KlimaCheck und Moderation: Büro Infrastruktur und Umwelt Prof. Böhm und Partner, Darm- stadt Planungsbüros: Agence Ter, Karlsruhe / bgmr Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin / LAND GmbH, Düsseldorf Ergebnisse des Projektes Das seitens des Büros bgmr Landschaftsarchitekten GmbH erarbeitete Entwicklungskonzept (Anlagen 2 und 3) mit zugehörigem Aktionsprogramm zum Metro-Klima-Lab benennt folgende sechs Maßnahmenfelder: Das Maßnahmenfeld A (Cooles Landschaftserleben) behandelt das Landschaftswegenetz, welches sich aus einen Verbund aus Hauptwegen, Verbindungswegen und weiteren kleintei- ligen Wegen zusammensetzt. Mit Hilfe schattiger Kreuzungen, Baumalleen / Landschaftsal- leen sowie Klimawäldchen soll durch die Ausgestaltung von sogenannten Klimakomfortwegen der Landschaftsraum zukünftig für alle Anwohnenden und Besuchenden erschlossen werden. Besondere Orte in der Landschaft, an den Seen, am Rhein ergänzen das Netz. Sie erhöhen die Erlebnisqualität und machen zugleich die Klimatalente des Raumes erfahrbar. Das Maßnahmenfeld B (Klima-StadtLand-Ränder) befasst sich mit der Verflechtung der Landschaft und den Siedlungsrändern. Hier soll das Potential genutzt werden, besonders von Hitze betroffenen Wohngebiete durch die Anlage von Klimasäumen Entlastung zu verschaffen bzw. auch durch die Anlage von Klimasäumen die definitive Siedlungsgrenze zu konstituieren. Diese Klimasäume sollen durch die Anlage von Versickerungsmulden und hochstämmigen Baumreihen für Kühlung am Tag sorgen sowie durch ausreichende Abstände in den Baum- und Gehölzstreifen die Kaltluftvolumenströme in der Nacht sicherstellen. Im Maßnahmenfeld C (Kühle Kiesseen) geht es um die übergreifende Qualifizierung der 4 vorhandenen Kiesseen als „kühlende Perlen“ in der Landschaft in Abhängigkeit des jeweiligen Standortprofils und von den bestehenden Entwicklungsspielräumen. So besteht die Möglich- keit, bereits als Naturschutzgebiete gewidmete Seen mit Hilfe von Informationsstehlen und Aussichtspunkten zu erzählenden Seen zu entwickeln, jedoch noch in Auskiesung befindliche Seen durch eine Gestaltung der Uferzugänge/-bereiche für ein zukünftiges Badeangebot vor- zubereiten oder durch die Ausstattung mit üppigen, schattigen Gehölzstrukturen als Erfri- schungsinseln in der weitläufigen Feldlandschaft zu entwickeln, um sie als besonderen Le- bensraum von Tieren und Pflanzen zu qualifizieren. Das Maßnahmenfeld D (Stärkung klimasensible Landwirtschaft) würdigt den flächenmä- ßig größten Player im Untersuchungsraum. Da die Landwirtschaft gleichzeitig Betroffene und Mitverursacherin des Klimawandels ist, ist das oberste Ziel eine weitere Stärkung der beste- henden klimasensiblen Aktivitäten und deren Kooperationsstrukturen in Verbindung mit einer gezielten Beratungsstruktur für klimasensible Landwirtschaft. Eine Besonderheit des Unter- suchungsraumes im Vergleich mit anderen Regionen ist die Experimentierfreudigkeit der landwirtschaftlichen Akteure vor Ort. Insofern ist davon auszugehen, dass die Akteure des Raumes klimaoptimierten Produktionsabläufen sowie einer gebietsangepassten Landwirt- schaft offen gegenüberstehen. Auch der Ausbau lokaler Vermarktungs- und Vertriebsstruktu- ren dürfte auf Umsetzungswillen stoßen. Im Maßnahmenfeld E (Wasser + Boden + Energie im Kreislauf bewirtschaften) setzt sich das Konzept mit ressourcenschonenden Kreisläufen für Wasser und Boden sowie mit erneu- erbaren Energien auseinander. Durch den Einbau einer 4. Reinigungsstufe in den Klärwerken Wahn und Niederkassel beispielsweise übernähmen diese die Rolle des Klarwasserprodu- zenten im Wasserkreislauf, wodurch das geklärte Wasser wiederum der Landwirtschaft zur Bewässerung zur Verfügung gestellt werden könnte, anstatt wie bisher das Wasser aus den Anlagen in den Rhein abzuleiten. Der regionale Wiedereinbau von Böden als Teil der Einführung eines regionalen klimasensib- len Bodenmanagements in Verbindung mit anstehenden Bau- und Rekultivierungsvorhaben sowie die Kopplung des regionalen Bodenmanagements mit laufenden Rekultivierungsmaß- nahmen bilden einen weiteren Baustein dieses Maßnahmenfeldes. Zusätzliche Potentiale bietet dieses Feld im Zusammenhang mit dem Ausbau der bislang un- terrepräsentierten erneuerbaren Energien im Untersuchungsraum. Vorgeschlagen werden unter anderem Free-Floating-PV, Freiflächen-PV an Infrastrukturtrassen, auf landwirtschaftli- chen Dachflächen und in begrenztem Umfang auch Agri-PV, ergänzend dazu die Nutzung von Abwärme und Mikro-Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung. Im Maßnahmenfeld F (Aufbau Organisationsstruktur MetroKlimaLAB) wird ein Vorschlag einer möglichen Organisations- und Kommunikationsstruktur zur Verstetigung und Umset- zung des Konzepts gemacht. Die Fortsetzung der bestehenden Kooperation zur erfolgreichen Umsetzung des Konzeptes im Sinne der klimatischen Qualifizierung des Raumes ist dabei unerlässlich. Der parallel durch das Büro Infrastruktur und Umwelt Prof. Böhm und Partner erarbeitete Kli- maCheck überprüft die vorgeschlagenen Maßnahmen und ihre Teilprojekte. Er kommt zu einem differenzierten Ergebnis. In der Gesamtschau würde die Umsetzung aller Maßnahmen zu einem positiven Ergebnis im Sinne der Ziele des Förderprogramms führen. Der transdis- ziplinäre Forschungsansatz der Entwicklung eines KlimaChecks kann auf Projekte dieser Art übertragen werden. 5 Weiteres Vorgehen Alle Projektbeteiligten beurteilen das Projekt METRO-KLIMA-LAB und seine Ergebnisse als erfolgreich und zukunftsweisend. Es zeigt innovative Planungsansätze für den Umgang mit Klimaschutz- und anpassungsbedarfen, es fördert die interkommunale Zusammenarbeit und Relevanz der Stadt -Umland-Beziehung. Auf dieser Grundlage könnte sich der Untersu- chungsraum zukunftsweisend weiter entwickeln. Mit dem KlimaCheck hat es einen transdis- ziplinären Forschungsansatz zur Einordnung der Entwicklung von Projekten aus dem Blick- winkel der Landschafts- und Freiraumplanung hervorgebracht. Das Projekt wurde im Rahmen eines Fachbeitrags in der Fachzeitschrift PlanerIn 03/24 veröffentlicht, dies zeigt, dass es auch von der Fachwelt positiv wahrgenommen wird. Darüber hinaus wurde da s Projekt METRO-KLIMA-LAB als eines der 25 Best-Practice-Projekte aus über 200 Förderkommunen durch das BBSR ausgewählt. Die zur Umsetzung des Konzepts notwendigen Organisationsstrukturen, der Umsetzungspro- zess selber sowie die hierfür notwendigen Finanzmittel müssen noch geklärt werden. Weiter- hin wird geprüft, in wieweit weitere Fördermittel akquiriert werden können. Hierzu befinden sich die Projektpartner*innen im Austausch. Für Anfang 2025 eine Abschlussveranstaltung in Vorbereitung, in deren Rahmen die Projek- tresultate allen im Vorfeld der Konzeption beteiligten Expert*innen, Akteur*innen vor Ort, po- litischen Vertreter*innen sowie dem Fördermittelgeber präsentiert werden. Zum Abschluss des Förderprojektes ist ein Abschlussbericht zu fertigen, der den gesamten Prozess mit allen Zwischenstufen und Inhalten abbildet. Anlagen Anlage 1: Übersichtsplan Standort des Projekts Anlage 2: Entwicklungskonzept METRO-KLIMA-LAB Anlage 3: Maßnahmenplan / Handlungskonzept
Anlage 6 - BV Porz 30.01.2025 Auszug BP TOP 7.2 (3434_2024)
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Geschäftsführung Bezirksvertretung 7 (Porz) Herr Stäuder Telefon: (0221) 221-97327 Fax: (0221) E-Mail: Erik.Staeuder@Stadt-Koeln.de Datum: 31.01.2025 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung der Bezirksvertretung Porz vom 30.01.2025 öffentlich 7.2 METRO-KLIMA-LAB – ein interkommunales Projekt i m Bundespro- gramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel", hier: Pro- jektergebnis und Beschluss über das weitere Vorgehen 3434/2024 Änderungsantrag der Fraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen "METRO-KLIMA-LAB" AN/0155/2025 I. Beschluss über den Änderungsantrag AN/0155/2025: Die Bezirksvertretung Porz empfiehlt dem Stadtentwicklungsausschuss folgende Be- schlussfassung: 1. weist die Resultate des interkommunalen Projekts METRO-KLIMA-LAB – ein Pro- jekt im Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" –im Stadtbezirk Porz zurück, da hierbei wesentliche Grundlagen wie der FNP, der Regio- nalplan, der ÖPNV-Bedarfsplan usw. außer Acht gelassen worden sind. So fehlt z.B die Endhaltestelle der Linie 7 in Zündorf, stattdessen ist ein Mobilitätshub auf der geplanten Trasse der Verlängerung der Linie 7 vorgeschlagen worden. Eben- falls ist das potentielle Baugebiet Wahn-West überplant worden, obwohl dort zeitgleich ein ebenfalls mit öffentlichen Mitteln gefördertes Bürgerbeteiligungsverfahren durchge- führt worden ist. Daher ist eine Überarbeitung mit den realen Gegebenheiten zu veranlassen. 2. unverändert wie Vorlage. Abstimmungsergebnis: Einstimmig - bei Enthaltung der Stimmen von Herrn Hallmann (Die PARTEI) - zuge- stimmt . II. Beschluss über die geänderte Beschlussfassung: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. weist die Resultate des interkommunalen Projekts METRO-KLIMA-LAB – ein Projekt im Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawan- del" –im Stadtbezirk Porz zurück, da hierbei wesentliche Grundlagen wie der FNP, der Regionalplan, der ÖPNV-Bedarfsplan usw. außer Acht gelassen wor- den sind. So fehlt z.B die Endhaltestelle der Linie 7 in Zündorf, stattdessen ist ein Mobilitätshub auf der geplanten Trasse der Verlängerung der Linie 7 vorge- schlagen worden. Ebenfalls ist das potentielle Baugebiet Wahn-West überplant worden, obwohl dort zeitgleich ein ebenfalls mit öffentlichen Mitteln gefördertes Bürgerbeteiligungsverfahren durchgeführt worden ist. Daher ist eine Überarbei- tung mit den realen Gegebenheiten zu veranlassen. 2. beauftragt die Verwaltung, gemeinsam mit den Projektpartnern der Kooperation „Köln und rechtsrheinische Nachbarn (K&RN)“), den Städten Niederkassel und Trois- dorf sowie dem Rhein-Sieg-Kreis, die Planung fortzusetzen und den Umsetzungspro- zess aktiv zu begleiten. Abstimmungsergebnis: Einstimmig - bei Enthaltung der Stimmen von Herrn Hallmann (Die PARTEI) - zuge- stimmt .
Anlage 5_Stellungnahme der Verwaltung
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Dezernat, Dienststelle IX/151/2 Anlage 5 Stellungnahme der Verwaltung zu 3434/2024: METRO-KLIMA-LAB – ein interkommunales Projekt im Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel", hier: Projektergebnis und Beschluss über das weitere Vorgehen Das Planungsziel: Die Erarbeitung des METRO-KLIMA-LAB erfolgte auf Antrag im Rahmen des Projek- taufrufs „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des BBSR (Beschlussvor- lage Antragstellung Nr. 0512/2022). Nach erfolgreicher Aufnahme und Zuwendungs- bescheid (Mitteilung zur Information über den Zuwendungsbescheid, Vorlage Nr. 3585/2022) begann die interkommunale Zusammenarbeit mit dem Ziel ein Entwick- lungskonzept zu erstellen, welches den bestehenden Freiraum zwischen den betroffe- nen Kommunen klimaresilient und klimawandelangepasst als zusammenhängenden Raum qualifiziert. Hierbei waren zum einen die Innovation eines Klimachecks, der die vorgeschlagenen Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit prüft und somit in Vergleich stel- len kann, und zum anderen die Interkommunalität – die weitsichtige Zusammenarbeit über die Grenzen des kommunalen Gebietes hinaus – zwei wichtige Bausteine auch zur Aufnahme in das o.g. Förderprogramm. Das vorliegende Konzept: Das in Anlage 2 beigefügte Entwicklungskonzept ist als Handlungskonzept und Akti- onsprogramm mit exemplarischen Maßnahmen zur klimatischen Qualifizierung zu ver- stehen, woraus sich in Zukunft Projekte ableiten lassen. Die hier vorgelegte Be- schlussfassung dient explizit nicht der Maßnahmenfestlegung sondern einer interkom- munalen Planungsgrundlage, die gemeinsame Ziele definiert, Maßnahmenfelder the- matisch zusammenfasst und Wege für einzelne Umsetzungsideen aufzeigt, welche die jeweilige Kommune berücksichtigen soll, um die Vorteile des bestehenden und kli- mawichtigen Freiraums nutzen und erweitern zu können. So werden hier Maßnah- menfelder beschrieben, in deren Bereichen die Qualifizierung des Gebietes in beson- derem Maß stattfinden kann. Die Konzeptgrundlage : Bei der Vorlage handelt es sich nicht um einen formellen Planungsbeschluss, sondern um eine Konzeption, weshalb bestehende Planungen durch das Ideenkonzept METRO-KLIMA-LAB nicht in Frage gestellt werden. Die z.T. nicht erfolgte Darstellung z.B. von ASB-Flächen aus dem Regionalplanverfahren erklärt sich aus dem Stichtag der Schaffung der Plangrundlage für die Weiterbearbeitung durch die Büros – hier war zwischen den Projektpartnern vereinbart, dass nur bereits hinreichend gefestigte Flä- chen als Plangrundlage aufgenommen werden, die bereits in den Flächennutzungs- plänen der jeweiligen Gebietskörperschaften dargestellt sind. Für Köln sind dies die folgenden Flächen: Zündorf Süd sowie Porz-Langel Ost. Die zwischenzeitlich erfolgte 2 Beschlussfassung zur Veröffentlichung des Regionalplans durch den Regionalrat konnte nicht mehr abgebildet werden. Bei dem Maßnahmenplan in der Anlage 3 han- delt es sich weiterhin um eine konzeptionelle Darstellung, die exakte Lage von geplan- ten Stadtbahnhaltestellen ist im Zusammenhang mit dem konzeptionellen Ansatz ohne Relevanz. Die nächsten Schritte: Eine Fortführung der interkommunalen Zusammenarbeit bietet die Chance, den met- ropolitanen Landschaftsraum zwischen Niederkassel, Troisdorf und Köln als Gesamt- raum über kommunale Grenzen hinweg integriert in seinen Klimaeigenschaften durch künftige Projekte zu stärken. Aus dem jetzigen Beschluss folgen keine finanziellen Konsequenzen. Die weiteren beteiligten Gebietskörperschaften haben zwischenzeit- lich die politische Beratung zum METRO-KLIMA-LAB mit positivem Votum abge- schlossen. Ein positives Votum ist Voraussetzung für die Weiterbearbeitung durch die Verwaltungen und bildet auch die Grundlage zur etwaigen Bewerbung um weitere Fördermittel. Die Fortsetzung der Planung im Rahmen der Kooperation „Köln und rechtsrheinische Nachbarn (K&RN)“ wird über die in den Haushalten der Kooperationspartner (Rhein- Sieg-Kreis, Stadt Troisdorf, Stadt Niederkassel, Stadt Köln) bereits eingestellten bzw. im Fall der Stadt Köln im Rahmen der Haushaltsberatungen durch die Verwaltung an- gemeldeten Mittel für die regionale Zusammenarbeit dargestellt werden. Diese belau- fen sich für die Stadt Köln wie in den vergangenen Jahren auf 10.000€ / Jahr. Die Umsetzung von kommunal veranlassten Einzelmaßnahmen unterliegt künftigen und separat einzuholenden politischen Beschlussfassungen der jeweiligen Gebiets- körperschaften, auf deren Gebiet die jeweilige Maßnahme durchgeführt werden soll. Durch die Beschlussfassung der Vorlage 3434/2024 entstehen der Stadt Köln keine Kosten, die über die bereits heute für den Haushalt angemeldeten Mittel hinausgehen. Zur Erläuterung des Gesprächs wird die Verwaltung den Stadtentwicklungsausschuss sowie die Bezirksvertretung Porz zu einem Fachgespräch in der 1. Januarhälfte 2025 einladen.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: ohne Votum behandelt
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum behandelt
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3434/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 14.11.2024
- Erstellt
- 31.10.2024 11:10