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A-W/0011/2012

Nachverdichtung schafft neue Chancen

Antrag an die BV West 22.03.2012

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-West, Sitzung am 26.04.2012, TOP 7.10

Originalantrag

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Ansehen

Anlage 1 zur Vorlage V-0006-2011

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Ansehen

Anlage 3 zur Vorlage V-0006-2011

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Ansehen

Vorlage V-0006-2011

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Ansehen

Ergänzungsantrag zur Vorlage V-0006-2011 in der Sitzung des ASSVW

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Anlage 2 zur Vorlage V-0006-2011

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Originalantrag

1815 Zeichen

F DP  IN DER BV  WEST  – DIE LIBERALEN  
Die FDP  in der BV im Internet: http://www.bvwest.fdp-ms.de Email: bv-west@fdp-ms.de 
 FDP  in der BV West 
 Geringhoffstraße 48 
 48163 Münster 
 Tel.: 0251 - 987 30 60 
 Fax: 0251 - 987 30 61 
 Email: bv-west@fdp-ms.de  
 
 
 
 
 
 
 
Konversionsflächen in Gievenbeck 
 
Nachverdichtung schafft neue Chancen 
 
 
Die Bezirksvertretung West möge beschließen: 
 
Die Verwaltung wird beauftragt, nach dem Vorbild der  bereits zu erarbeitenden 
Nachverdichtungsmodelle für die Bereiche in „Hiltrup-Ost “ und „westlich des 
Hauptbahnhofs“ (V/0006/2011) auch für die Konversionsfl ächen in Gievenbeck ein 
entsprechendes Nachverdichtungskonzept zu entwickeln. Darin ei nbezogen werden 
müssen die notwendigen Infrastruktureinrichtungen, damit  parallel zur  Nachverdichtung 
beispielsweise auch KiTas errichtet werden; ähnlich wie dieses in der Entwicklung von 
Gievenbeck-Südwest geschehen ist. 
Zeitlich begrenzt zu nutzende Infrastrukturbauten wie etw a KiTas sollen als 
Investorenmodelle ausgestaltet werden. Sie sind dann von der Stadt oder freien Trägern 
zu einem Maximalmietpreis von derzeit 9,62 € / qm anzumi eten (Steigerung 1,5 % / Jahr 
laut DVO KiBiz). Wenn in späteren Jahren diese Bauten nicht mehr benötigt werden, 
sollen die  Investoren sie in Wohnraum umwandeln können . Die Bauplanung ist deshalb 
entsprechend zu gestalten. 
In das Nachverdichtungskonzept, das auch in die Arbeit der  Lenkungsgruppe Konversion 
einfließen soll, sind ausdrücklich auch diejenigen Kasernen flächen einzubeziehen, für die 
möglicherweise auch eine universitäre Nutzung infrage kommen könnte. 
 
Begründung: 
erfolgt mündlich 
 
gez. 
 
Prof. Kurt G. Poll 
Peter Koch-Tölken 
Prof. Dr. Kurt Poll 
Fraktionsvorsitzender  
Peter Koch-Tölken 
Bezirksvertreter 
Datum 
15.03.2012

Anlage 1 zur Vorlage V-0006-2011

6321 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2009 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
F DP - RATSFRAKTION  MÜNSTER – DIE LIBERALEN  
Die FDP  - Fraktion im Internet: http://www.fdp-ms.de Email: fraktion@fdp-ms.de 
FDP - Ratsfraktion 
 Geringhoffstraße 48 
 48163 Münster 
 Tel.: 0251 - 987 30 60 
 Fax: 0251 - 987 30 61 
 Email: fraktion@fdp-ms.de 
 
 
 
Münster, 02. November 2009 
Antrag:  
 
Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten  
strategische Entwicklungsperspektiven für das Wohnen im Bestand schaffen 
Von der punktuellen zur systematischen Nachverdichtung – 
ein Konzept für das gesamte Stadtgebiet  
 
 
Der Rat möge beschließen: 
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat im A ugust 2009 erneut Prioritäten in der Nachver- 
dichtung gesetzt, um den Flächenverbrauch von derzeit rund 15 Hektar am Tag bis zum Jahr 2020 
zu halbieren. Die Stadt Münster arbeitet bereits ak tiv in der 2006 ins Leben gerufenen Landesini- 
tiative "Allianz für die Fläche" mit. Aufbauend auf  dieser Allianz und dem Beschluss der Vorlage  
V/0244/2009 "(…) ein Quartiersmanagement zu erarbei ten, mit dem zunächst probeweise und 
projektbezogen Wohnungsbaumaßnahmen in bestehenden Quartieren begleitet werden sollen", 
soll auch die Stadt Münster ihr nachhaltiges Fläche nmanagement weiter verstärken und eine Ent- 
wicklung von der punktuellen zur systematischen Nachverdichtung im Stadtgebiet anstreben. 
Die Stadt Münster hat in den letzten Jahren viele B augebiete in den Außenstadtteilen ausgewie- 
sen. Dies hat dazu geführt, dass junge Familien aus  Münster hier vor Ort bauen konnten und viele 
junge Familien nach Münster gezogen sind und sich h ier dauerhaft angesiedelt haben. Dieses 
Konzept wird behutsam fortgeführt. Um aber auch die Zukunftsfähigkeit der innerstädtischen Quar- 
tiere und Ortszentren zu erhalten und dem stärker w erdenden Trend der älter werdenden Gesell- 
schaft zu einem Rückzug in die Innenstadt gerecht z u werden, muss die Wohnungsbaupolitik in 
Münster ihr Augenmerk ergänzend auch darauf richten , vor allem die zentralen Standorte mit einer 
guten Infrastruktur gezielt weiter zu entwickeln.  
Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung beauftra gt, ein umfassendes Konzept zur maßvollen 
Nachverdichtung für das gesamte Stadtgebiet zu erst ellen. Ziel ist der schonende, sparsame und 
haushälterische Umgang mit Fläche und Boden unter B eachtung der wirtschaftlichen, ökologi- 
schen, sozialen, infrastrukturellen und demographis chen Entwicklung. Dazu sollen zunächst die 
vorhandenen Daten (über die demographische Struktur , Infrastruktur und Wohnungsbestände) 
kleinräumig und quartiersorientiert zusammengeführt und wenn notwendig ergänzt werden. Darauf 
aufbauend soll dann ein systematisches Nachverdicht ungskonzept mit Hilfe eines einheitlichen 
Kriterienkatalogs angefertigt werden, der u.a. folgende Aspekte berücksichtigt:  
 
 Leitbild der durchgrünten Stadt, energetisch optim ierter Wohnraum, Erhaltung notwendiger 
Grün- und Freiflächen als Naherholungsräume in der Stadt (ökologische Aspekte)  
 Auslastung der vorhandenen Ver- und Entsorgungsstr uktur (infrastrukturelle Aspekte) 
 effizientere Nutzung und nachhaltigere Auslastung,  etwa der vorhandenen Betreuungs- und 
Bildungsinfrastruktur für Kinder, durch gezielte Na chverdichtung (soziale und familienpoliti- 
sche Aspekte) 
 eng begrenzte und streng am unabweisbaren Bedarf o rientierte Bereitstellung von Bauland

Um eine stadtweite systematische Nachverdichtung ef fektiv umzusetzen, muss dabei auch ins 
Auge gefasst werden, fallbezogen bestehende Regular ien anzupassen, um gegebenenfalls über 
das jetzt rechtlich Mögliche hinaus neue Wohn- und Nutzflächen im Bestand schaffen zu können.  
 
 
Begründung:  
Über die Initative "Alianz für die Fläche" besteht auf Landesebene offenbar eine breite Mehrheit, 
den Flächenverbrauch weiter einzuschränken. Und auc h für die Städte und Kommunen ist es ins- 
besondere im Hinblick auf die demographische Entwic klung eine große Herausforderung, neue 
attraktive Flächenangebote im Bestand für unterschi edliche Nutzungen zu schaffen und damit den 
weiteren Flächenverbrauch an der Peripherie einzudä mmen, um damit innerstädtische Quartiere 
und Zentren zu stärken und nachhaltig auszulasten.  
Münster braucht ein langfristig und nachhaltig aust ariertes Gleichgewicht zwischen Infrastruktur, 
Wohnbestand und Einwohnerzahlen. Auch wenn unsere S tadt gegenwärtig noch wächst, wird der 
demographische Wandel mittelfristig auch hier kommu nale Anpassungsleistungen erfordern. 
Münster muss deshalb eine Wohnungsbaupolitik mit Au genmaß verfolgen, die der "Innen-
Entwicklung" noch weit stärker Vorrang vor der "Auß en-Entwicklung" einräumt und eine konse- 
quente Bestandsentwicklung bei weitgehendem Verzich t auf die Ausweisung neuer Bauflächen 
außerhalb der Zentren vorantreibt.  
Münster hat in den vergangenen Jahren bereits viele  Eigenheim-Wohngebiete entwickelt und aus- 
gewiesen, weitere entstehen gerade. Darüber hinaus muss Wohnungsbaupolitik nunmehr verstärkt 
ihr Augenmerk darauf richten, vor allem die zentral en Standorte mit einer guten Infrastruktur, die 
für die unterschiedlichen wohnungssuchenden Bevölke rungsgruppen auch in Zukunft besonders 
attraktiv sein werden, weiter zu entwickeln. Gerade  durch ihre Nähe zu Versorgungs-, Kultur-, 
Service- und Infrastrukturangeboten gewinnen die In nenstadt bzw. Stadtteilzentren in der älter 
werdenden Gesellschaft wieder stärker an Bedeutung und Attraktivität (Trend zur 
Reurbanisierung).  
Die FDP tritt daher sowohl aus stadtgestalterischer als auch aus stadtökonomischer Sicht und öko- 
logischer Sicht dafür ein, ein umfassendes Nachverd ichtungskonzept für Münster zu erstellen, das 
von einem einheitlichen Kriterienkatalog geleitet w ird. Zunächst sollen dazu die vorhanden Daten 
zusammengeführt und wenn notwendig ergänzt werden. Darauf aufbauend soll dann das Nach- 
verdichtungskonzept erarbeitet werden. Durch voraus schauende Nachverdichtung, durch Erneue- 
rung und Umbau in den Bestandsquartieren mit Hilfe eines gesamtstädtischen Konzepts sollen die 
Potenziale im Bestand besser ausgeschöpft, ältere S tadtteile revitalisiert und aufgewertet und die 
Effizienz der kommunalen Infrastruktur insgesamt verbessert werden.  
 
 
gez.  
 
Carola Möllemann-Appelhoff 
für die FDP-Fraktion im Rat

Anlage 3 zur Vorlage V-0006-2011

10644 Zeichen

	


	
	
				 	
	
	 	


Innenentwicklung ist von der Analyse über die Planu ng bis zur Realisierung eine 
Querschnittsaufgabe, die allen Beteiligten erheblic hes Engagement und zusätzlichen 
Aufwand abverlangt. Sie bildet eine Herausforderung , deren Bewältigung ein beson- 
deres Augenmerk auf die Qualität der Entwicklungspr ozesse und der praktizierten 
Kommunikation erfordert. Diese Einschätzung wird au ch durch die Arbeit des Ar- 
beitskreises „Wohnen in Münster“ unterstützt, wo er ste Ansätze zu einem Kommuni- 
kationskonzept erarbeitet worden sind, die nunmehr an zwei Quartieren erprobt wer- 
den sollen (vgl. Dokumentation der 4. Sitzung des A rbeitskreises Wohnen in Münster 
am 25.10.2005). 
Die Kommunikations- und Prozessqualitäten als Erfol gsfaktoren der Innenentwick- 
lung müssen gleichwohl eine sachgerechte Aufwand-Nu tzen-Relation einhalten. Die 
Frage nach der effizienten und ergebnisorientierten  Gestaltung der Entwicklungspro- 
zesse sowie ihrer begleitenden Kommunikation ist be i jedem Entwicklungsprojekt 
neu zu beantworten.  
Dabei sind selbstverständlich auch die aktuell inha ltlichen Handlungsfelder und 
ortsspezifischen Entwicklungsaufgaben zu berücksich tigen. Dazu können gehören: 
die Funktionsfähigkeit der Stadt und ihrer Infrastr uktur; die Marktfähigkeit, das 
Marktpotenzial und die Wertstabilität sowie der Sta ndard der Wohnungsbestände; die 
Verbesserung der Wohnraumversorgung; die demografis che und soziale Balance 
und die Qualität des Wohnumfeldes. Die Verwaltung h at mit der Broschüre „Wohn- 
standort-Entwicklung Münster – Herausforderungen un d Chancen für innerstädtische 
Quartiere“ das Spektrum der Handlungsfelder in der künftigen Wohnungsmarktent- 
wicklung skizziert. Insofern stellt sich die Innene ntwicklungsaufgabe auf teilräumli- 
cher Ebene differenziert und in unterschiedlicher A usprägung; jeder Stadtteil ist spe- 
zifisch auch in seiner Entwicklungsaufgabe (vgl. Do kumentation der 14. Sitzung des 
Arbeitskreises Wohnen in Münster am 26.10.2010).  
Die bedarfsgerechte Mobilisierung von Potenzialen g ehört in großen Teilen des In- 
nenentwicklungsraumes Wohnen zu den übergeordneten Zielvorstellungen. In Hiltrup 
überlagert sich diese Zielvorstellung mit dem Erfor dernis einer Quartiersstabilisie- 
rung. Im Quartier Bahnhof paart sich die Aufgabe Mo bilisierung von Potenzialen mit 
einer städtebaulichen Weiterentwicklung. Beide Quar tiere stehen beispielhaft für 
zahlreiche weitere Quartiere in Münster, deshalb so llen dort Strategien zur Stärkung 
der Innenentwicklung modellhaft erprobt werden. 
 
Erprobung einer Quartiersstabilisierung am Beispiel  von Hiltrup-Ost 
 
Die Stadt Münster verfügt über zahlreiche Wohnquart iere in verschiedenen Stadt- 
raumtypen, deren Wohnfunktion für die Zukunft erhal ten bleiben soll. Innenentwick- 
lung wird in diesen Quartieren oftmals verkürzt als  Nachverdichtung und Bebauung 
der „letzten“ Freiflächen verstanden. Unter dem Bli ckwinkel einer Quartiersstabilisie- 
rung ist das Aufgabenspektrum von Innenentwicklung sehr viel weiter zu fassen. 
Ausgangspunkt ist vielmehr die Frage, welche Maßnah men in einem Wohnquartier 
ergriffen werden sollten,  
 um negativen demografischen, sozialen oder nutzung sstrukturellen Veränderun- 
gen vorzubeugen oder zu begegnen,  
 um zeitgemäße Nutzungsdichten und Gebäudestandards  zu erreichen, 
 um den Wert, die Substanz und Funktion als Wohngeb iet zu erhalten, 




	

 um Beiträge zum Erhalt der privaten und öffentlich en Infrastruktur zu leisten und 
 um die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit als W ohnstandort zu pflegen. 
 
Hiltrup-Ost, das im Wesentlichen in den 1960er und 1970er Jahren errichtet wurde, 
gehört zu den typischen Entwicklungsfällen mit zwis chenzeitlich hohem Durch- 
schnittsalter in der Bevölkerung, teilweise geringe r Wohndichte und Mindernutzun- 
gen in der Infrastruktur. Im Zentrum des Quartiers haben Umstrukturierungsprozesse 
zwischenzeitlich stattgefunden. Hiltrup-Ost wurde a uch im Arbeitskreis „Wohnen in 
Münster“ (AK WIM) als ein Quartier identifiziert, d as Entwicklungspotenziale aufweist, 
die es weiter zu untersuchen gilt und wo der Kommun ikationsprozess vor Ort eine 
zentrale Aufgabe darstellt (vgl. Dokumentation der 4. Sitzung des AK WIM am 
25.10.2005, S. 9 – 12). 
 Die Handlungsstrategie in Hiltrup-Ost wird insbeso ndere darauf abzielen müssen, 
die Wohnungsangebote, die energetischen Standards u nd die städtebaulichen Struk- 
turen zeitgemäßen Ansprüchen am Rande des größten A ußenstadtteils Münsters 
anzupassen. Neben der Erhebung und Auswertung der P otenziale bestehen Aufga- 
ben darin, quartiersinterne Netzwerke (zum Beispiel  „Älter werden im Stadtteil“) und 
Organisationsstrukturen (Vereine, Initiativen) aufz ugreifen und ein qualifiziertes 
Kommunikationskonzept (Eigentümer, Gewerbetreibende , Bewohner) mit Beratungs- 
angeboten zu erarbeiten.  
 
Städtebauliche Neujustierung/Inwertsetzung der Funk tion Wohnen am Beispiel des 
Bahnhofsquartiers  
Das innerstädtische Quartier Bahnhof als Wirtschaft s-, Einzelhandels- und Dienst- 
leistungsstandort kennzeichnet eine vergleichsweise  hohe Bebauungsdichte, eine 
relativ niedrige Einwohnerzahl, ein sehr hoher Ante il gewerblicher Nutzungen mit 
zugleich breiter Nutzungsmischung und dominierende Verkehrsfunktionen. Das 
Quartier steht bereits seit vielen Jahren in einem Umwandlungsprozess, der zu einer 
Erhöhung des Dienstleistungsanteils, Aufwertungen d es öffentlichen Raums im 
Bahnhofsumfeld und strukturellen Verbesserungen der  Engelstraße geführt hat. 
Daneben existiert in diesem Quartier eine Immobilie n- und Standortgemeinschaft, die 
sich bereits seit einigen Jahren und erfolgreich in  einzelnen Innenentwicklungsauf- 
gaben engagiert (ISG Bahnhof).  
Das Quartier verfügt über Leerstände im Büro- und D ienstleistungssegment, verein- 
zelt finden sich mindergenutzte Grundstücke und Geb äude. Die eingeschränkten 
Entwicklungsmöglichkeiten dieser Potenziale, ihre d ysfunktionalen Wirkungen und 
die innerstädtische Wohnungsnachfrage sind Mitauslö ser für eine städtebauliche 
Neujustierung: Die bisherigen städtebaulichen Leitv orstellungen zur Entwicklung als 
Wirtschafts-, Einzelhandels- und Dienstleistungssta ndort bedürfen einer Ergänzung 
im Sinne einer Stärkung des Wohnen.  
Das Quartier und seine Strukturen sind prädestinier t zur Erprobung eines modellhaf- 
ten Ansatzes der Innenentwicklung: Welche Maßnahmen  können zu einer Stärkung 
der Wohnnutzung im Quartier führen? Ein möglicher H andlungsansatz könnte in ei- 
ner Transformation derzeit ungenutzter und nicht me hr marktfähiger Dienstleistungs- 
flächen zu Wohnzwecken liegen. Hierbei sind die Erf ahrungen und Kenntnisse der 
Wirtschaftsförderung Münster GmbH einzubeziehen, um  mögliche Nutzungskonflikte 
zwischen gewerblichen und wohnungswirtschaftlichen Potenzialen frühzeitig berück- 
sichtigen zu können. Weitere Anknüpfungspunkte für den Prozess zur Stärkung der 
Funktion Wohnen sind

	

 die Einbindung der vorhandenen ISG-Strukturen, 
 die Analyse der Quartiersstrukturen sowie 
 die Erfassung und Bewertung der Potenziale im Abgl eich mit bestehenden Unter- 
suchungsergebnissen und 
 die Identifizierung weiterer Quartiersakteure und –netzwerke, Investitionsabsich- 
ten und Perspektiven des innerstädtischen Wohnungsm arktes in diesem Quartier. 
 
Aus Sicht der Verwaltung gilt es, nach der Grundsat zentscheidung des Planungs- 
ausschusses, die jeweilige Aufgabenstellung quartie rsspezifisch zu konkretisieren. 
Welche konkreten fachlichen Aufgaben stellen sich i m Quartier bzw. auf welche Her- 
ausforderungen gilt es zu reagieren? Wie und mit we lchen Partnern können die dar- 
aus resultierenden Entwicklungsziele erreicht werde n? 
Neben der Konkretisierung der Aufgabenstellung wird  besonderes Augenmerk auf 
die Aktivierungs- und Prozessgestaltungsstrategie z u legen sein. 
Dabei sollen die nachfolgenden Anforderungen sach- und bedarfsgerecht sowie un- 
ter Berücksichtigung der verfügbaren Finanzmittel u nd Personalressourcen Anwen- 
dung finden: 
 Die Planungs- und Projektentwicklungsprozesse sowi e ihre Informations-, Beteili- 
gungs- und Kooperationsformen bedürfen einer passge nauen Gestaltung (Ent- 
standardisierung). Wann informiere ich wie und mit welcher Zielvorstellung? 
Wessen Beteiligung / Projekteinbindung, wann, in we lcher Form und in welchem 
Umfang fördert Qualität und Akzeptanz der Planung/ des Projektes?  
 Die Gestaltung der Entwicklungsprozesse ist auch d aran zu messen, ob 
 die Mobilisierung von Akteuren und Entwicklungspot enzialen unterstützt wird,  
 die Qualität, Akzeptanz und Marktgängigkeit von Pr ojekten verbessert werden 
 die Einbindung der Bewohnerschaft und Nutzer unter stützt wird und  
 Beiträge zur Optimierung im Projektverlauf geleist et werden.  
 Die Ausgestaltung und Intensität von Kommunikation sprozessen sollte sich eng 
an der Aufgabenstellung und Problemlage orientieren . Ihre Gestaltung sollte auf 
erreichbare Kommunikationsziele (z. B. Informations defizite ausgleichen, Trans- 
parenz im Entwicklungsprozess schaffen, Vertrauen s chaffen, Skepsis abbauen, 
Interesse wecken, Angebote zur Mitwirkung machen, ü berzeugen, Akzeptanz er- 
höhen, Identifikation schaffen, motivieren, mobilis ieren, Machbarkeit testen, Mei- 
nungsbilder einholen) ausgerichtet werden. 
 Im Zuge eines konstruktiven Umgangs mit Widerständ en muss im Zuge einer 
Planung/ Projektentwicklung ggf. auch akzeptiert we rden, dass ein Interessen- 
ausgleich nicht möglich ist. 
 Es gilt, eine der jeweiligen Planung oder dem Proj ekt angemessene Beteili- 
gungskultur zu etablieren: 
 Bedarfsgerechte und zielgerichtete Öffentlichkeits arbeit (z. B. Vermittlung der 
Antworten des Projektes auf Stadtteildefizite), Pro jektmarketing von der Pro- 
jektentwicklung bis zur Fertigstellung/ Nutzung (z. B. dem Projekt ein „Ge- 
sicht“ geben) 
 Angemessene und frühzeitige Einbindung von Eigentü mern und Betroffenen 
in der Öffentlichkeitsarbeit  
 Frühzeitige und sachgerechte Information und Betei ligung der Betroffenen 
und der Nachbarschaft sowie Information und Rückkop plung mit dem Rat/ 
Fachausschuss

Karte 1Quartier Hiltrup-Ost
Stadtplan: Vermessungs- und Katasteramt, 2008
abgegrenzt auf Basis der statistischen Gebietsgliederung
und der Darstellung des Flächennutzungsplanes

Karte 2Quartier Bahnhof
Stadtplan: Vermessungs- und Katasteramt, 2008
abgegrenzt auf Basis der statistischen Gebietsgliederung

Vorlage V-0006-2011

22566 Zeichen

V/0006/2011 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Bausteine für eine weitere Stärkung der inneren Entwicklung im Bereich Wohnen  
Antrag A-R/0023/2009 der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster "Als Ergänzung zur 
Ausweisung von Neubaugebieten strategische Entwicklungsperspektiven für das Wohnen im 
Bestand schaffen" (Anlage 1) und Ratsbeschluss vom 08.12.2010 zum "Handlungskonzept zur 
Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 für Münster" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
15.03.2011 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
17.03.2011 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 
29.03.2011 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 
30.03.2011 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Ausschuss nimmt den hohen Stellenwert der Innenentwicklung in der Stadtentwicklung 
Münsters zur Kenntnis.  
2. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Potenzialkataster zur Stärkung der inneren Entwicklung 
im Bereich Wohnen aufzubauen. Räumliche Grundlage hierfür ist der „Innenentwick-
lungsraum Wohnen“ als Untersuchungsraum (Anlage 2).  
3. In zwei ausgewählten Potenzialräumen in „Hiltrup-Ost“ und „westlich des Hauptbahnhofs“ 
sollen im Sinne einer modellhaften Erprobung jeweils eine Aktivierungs- und Prozessstra-
tegie für „Neues Wohnen im Bestand“ entwickelt und im Rahmen der laufenden Verwal-
tungsarbeit umgesetzt werden. Die Strategien sollen quartiersorientierte Informations- und 
Kommunikationsmodule sowie bedarfsgerechte Angebote zur Beratung und Entwick-
lungsunterstützung erproben (Anlage 3, Karte 1 und 2).  
4. Der Ausschuss nimmt zur Kenntnis, dass die in dieser Vorlage aufgeführten methodischen 
und inhaltlich-konzeptionellen Instrumente zur Stärkung der inneren Entwicklung im Bereich 
Wohnen einen Baustein des mit dem Ratsbeschluss zur Vorlage 0592/2010 1. Erg. beauf-
tragten Konzeptes „Klimaschutz in der räumlichen Stadtentwicklung und im Städtebau“ im 
Punkt „Stopp des weiteren Wachstums der Siedlungsflächen im Stadtgebiet und Kompen-
sation durch Innenentwicklung, durch Flächenrecycling und durch städtebauliche Ver-
dichtung in den Siedlungskernen“ darstellen. 
Vorlagen-Nr.: 
V/0006/2011 
Auskunft erteilt: 
Herr Weigt 
Ruf: 
492 61 36 
E-Mail: 
Weigt@stadt-muenster.de  
Datum: 
17.02.2011 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0006/2011 
5. Der Antrag A-R/0023/2009 der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster (Anlage 1) ist damit 
erledigt.  
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Der Aufbau des Potenzialkatasters (Beschlusspunkt 2) ist trotz Technikunterstützung personalin-
tensiv. Die Erfassung erfolgt unter Einbeziehung von studentischen Hilfskräften, für deren Einsatz 
voraussichtlich Kosten in Höhe von ca. 5.000 € in 2011 und 10.000 € in 2012 entstehen. Für diese 
Aufgaben stehen für 2011 5.000 € im Budget des Amtes 61 zur Verfügung. Projektmittel für 2012 
sind derzeit nicht eingeplant. Über die benötigten Projektmittel für 2012 ist im Rahmen der Aufstel-
lung des Haushaltsplans 2012 noch zu entscheiden.  
 
 
Teilergebnisplan 
 
 Nr. Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkungen 
 
Produktgruppe 0901 Stadt-, Regionalentwicklung, 
Stadtplanung 
   
Zeile 13 Aufwendungen für Sach- und 
Dienstleistungen 
2011 5.000  
Zeile 13 Aufwendungen für Sach- und 
Dienstleistungen 
2012 10.000  
 
Nach der Grundsatzentscheidung des Ausschusses im Beschlusspunkt 3 bedürfen die Aufgaben-
stellungen in den Quartieren „Hiltrup-Ost“ und „Bahnhof“ (westlich des Hauptbahnhofs) im Zu-
sammenwirken mit politischen Vertretern und Akteuren vor Ort einer Präzisierung. Die konkretisier-
ten Aufgabenstellungen sind Voraussetzung und Grundlage für die Entwicklung quartiersspezifi-
scher Handlungsansätze und für die Gestaltung der jeweiligen Aktivierungs- und Prozessstrate-
gien. Das bedeutet, dass mit dieser Vorlage noch keine Angaben über erforderliche Sachmittel zur 
Umsetzung des Beschlusspunktes 3 erfolgen können. Die Verwaltung wird einen entsprechenden 
und mit den vorhandenen Personalressourcen leistbaren Umsetzungsvorschlag den zuständigen 
politischen Gremien zur Entscheidung vorlegen. Über die dann konkretisierten Finanzmittel ist im 
Rahmen der Aufstellung des Haushaltsplans 2012 noch zu entscheiden. Zum gegenwärtigen Zeit-
punkt stehen für diese Aufgabe keine Mittel zur Verfügung.  
 
 
 
Begründung: 
 
Mit Beschluss des Hauptausschusses (Vorlage V/0025/2010) wurde der Antrag A-R/0023/2009 der 
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster „Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten stra-
tegische Entwicklungsperspektiven für das Wohnen im Bestand schaffen: Von der punktuellen zur 
systematischen Nachverdichtung – ein Konzept für das ganze Stadtgebiet“ an den Ausschuss für 
Gleichstellung und an den Ausschuss für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehr und Wirtschaft 
verwiesen.  
 
Die Begründung zur Vorlage V/0025/2010 verdeutlicht, dass der Antrag der FDP-Fraktion A-
R/0023/2009 vor dem Hintergrund der bisherigen Beschlüsse und des bisherigen Verwaltungs-
handelns eine Bekräftigung der Notwendigkeit der inneren Entwicklung darstellt und das Anliegen 
der Verwaltung unterstützt, die Potenziale für neues Wohnen im Bestand noch stärker auszu-
schöpfen und die Quartiere demografieorientiert weiter zu entwickeln. Des Weiteren wird in der 
Begründung aufgezeigt, dass angesichts der besonderen Herausforderungen bei Wohnungsbau-
maßnahmen in bestehenden Quartieren ein breiter Konsens der Akteure, die Mitwirkung der Ei-

- 3 - 
V/0006/2011 
gentümer und die entsprechende Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner unabdingbar 
sind. 
 
Der Rat der Stadt Münster hat darüber hinaus mit seinen Beschlüssen zum „Handlungskonzept zur 
Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 in Münster“, V/0592/2010 und V/0592/2010/1. Erg., 
am 08.12.2010 die Verwaltung unter anderem beauftragt, „ein umfassendes Konzept für eine Kli-
ma schonende Verkehrsentwicklung, für Klimaschutz in der räumlichen Stadtentwicklung und im 
Städtebau vorzulegen“. Dabei ist laut Ratsbeschluss für das Jahr 2020 unter anderem folgendes 
Ziel zu berücksichtigen: „das weitere Wachstum der Siedlungsflächen im Stadtgebiet soll gestoppt 
und durch Innenentwicklung, durch Flächenrecycling und durch städtebauliche Verdichtung in den 
Siedlungskernen kompensiert werden“ (Ratsbeschluss zur Vorlage V/0592/2010/1. Erg., Punkt 
10). 
 
Mit der vorliegenden Vorlage werden hierzu die Voraussetzungen und erforderlichen Bausteine zur 
Stärkung der inneren Entwicklung Münsters im Bereich Wohnen und damit zur weiteren Reduzie-
rung des Wachstums der Wohnsiedlungsflächen aufgezeigt.  
 
 
Zu Beschlusspunkt 1 
Rahmenbedingungen und Problemlagen der inneren Wohnsiedlungsentwicklung 
Die Stadt Münster hat seit langem in ihrem Flächennutzungsplan den Grundsatz „Vorrang der In-
nenentwicklung vor der Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungszwecke“ („Innenentwick-
lung vor Außenentwicklung“) verankert. Die damit praktizierte haushälterische Siedlungsentwick-
lung hat zu einem vorbildlichen System gut funktionierender kompakter Siedlungsteile geführt. Die 
Stadt  Münster wird aufgrund der Bedarfe mittel- bis langfristig sowohl in der Potenzialentwicklung 
im Bestand als auch in der Neuausweisung von Wohnbauflächen aktiv bleiben müssen. Beide 
Strategien müssen sich gegenseitig in einem Wohnungsmarkt mit tendenziell eher kleinteiligeren 
Entwicklungen ergänzen.  
 
Die Entwicklungskriterien aus dem 2004 fortgeschriebenen Flächennutzungsplan (z. B. Sicherung 
der Voraussetzungen für ein jährliches Quantum Wohnbauleistung, Sicherstellung tragfähiger 
Siedlungseinheiten, Ausnutzung der Kapazitäten der technischen und sozialen Infrastruktur etc.) 
haben im Zuge der Baulandmobilisierung sowohl für die Stadterweiterung als auch für die Be-
standsentwicklung nach wie vor Bestand und sollten auch weiterhin handlungsleitend sein. 
 
Der Vorrang der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung ist in der räumlichen Planung in 
Münster bereits seit Anfang der 1990er Jahre verankert. Die Notwendigkeit und Erfordernisse der 
inneren Entwicklung Münster werden bereits seit vielen Jahren mit den Planungszielen der Stadt 
verfolgt. Sie sind seit langem Bestandteil der Stadtentwicklung: Fortschreibung des FNP in 2004 
(Vorlage V/0325/2003), Handlungsprogramm Wohnen 1996 (Vorl. V/1181/1996) und seine Fort-
schreibungen 2000 (Vorl. V/1337/2000) und 2005 (Vorl. V/0351/2005), Initiative „Neues Wohnen 
im Bestand“ – Büro Baumgart/Pahl-Weber (Vorl. Planungsausschuss 1217/2000), Arbeitskreis 
„Wohnen in Münster“ mit seinem „Bündnis für Wohnen“ (31.10.2006). 2009 ist im Rahmen der Ini-
tiative „Kommunale Wohnungspolitik in Münster – ein Politikfeld im steten Wandel / Entwicklungen 
der sozialen Wohnraumversorgung“ (V/0244/2009) das Aktivierungserfordernis von innerstädti-
schen Entwicklungspotenzialen ebenfalls bekräftigt worden.  
 
Der Stellenwert der Innenentwicklung in Münster wird weiter wachsen, weil insbesondere dort 
Möglichkeiten eines ökologisch und ökonomisch intelligenten Umgangs mit der Flächenentwick-
lung (z. B. Freiraumschutz) und mit der Infrastrukturentwicklung (Auslastung von vorhandener Inf-
rastruktur und Vermeidung zusätzlicher Infrastruktur) liegen und weil sie im Zuge einer restriktive-
ren Flächenpolitik des Landes NRW weiter in den Vordergrund rücken wird. Zudem ist zu erwar-
ten, dass sich die gestiegene Wohnungsnachfrage im Innenbereich in Zukunft fortsetzen wird. 
 
Die Praxis der inneren Entwicklung zeigt, dass sich die daraus ergebenden Aufgabenstellungen in 
den Teilräumen, Stadtteilen und Quartieren zum Teil erheblich unterscheiden. Gleichwohl stellen

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V/0006/2011 
sich in allen Räumen Fragen nach den realistischen oder realisierbaren Potenzialen für das Woh-
nen im Bestand und nach Strategien zu deren Inwertsetzung. Bei früheren Projekten der inneren 
Entwicklung sind durchaus auch Akzeptanzprobleme und Zielkonflikte deutlich geworden. 
 
Im Pilotprojekt „Neues Wohnen im Bestand“ hat Pahl-Weber (2000) drei Handlungslinien für die 
Münsteraner Innenentwicklung im Bereich Wohnen herausgearbeitet. In Anlehnung an die damali-
gen Ergebnisse setzt sich die Innenentwicklungsaufgabe auf teilräumlicher Ebene aus den nach-
folgenden drei Aufgabentypen zusammen: 
ƒ Mobilisierung von Potenzialen 
Primäres Anliegen ist die Schaffung von Wohnraum: Nachfragegerechte, oftmals mit dem 
Stichwort Nachverdichtung verbundene Mobilisierung
 von Standorten  und Flächen  in Räu-
men mit offenkundigen oder vermuteten Potenzialen (Schließung von Baulücken, Gartenbe-
bauung, Anbauten, Nutzung von Brachflächen, Gebäudeaufstockung, Abriss/Neubau). 
ƒ Quartiersstabilisierung 
Primäres Ziel ist die Stabilisierung und Weiterentwicklung eines Quartiers in seiner bisheri-
gen Form und Zielstellung: Zur Entwicklungsaufgabe gehören Maßnahmen zum Funktions-  
und Werterhaltung sowie zur Qualitätssicherung im Siedlungsbestand (Stärkung Zentren, Si-
cherstellung der Qualität der Kinderbetreuung, der Schulversorgung, der Ver- und Entsor-
gung, der Nahversorgung und der Wohnversorgung, Sicherstellung einer zeitgemäßen Nut-
zung und Dichte sowie der energetischen und funktionalen Standards). 
ƒ Leitbildänderung oder städtebauliche Neuorientierung 
Primäres Ziel ist es, einem Raum, der unter Umständen strukturelle Probleme und/ oder ab-
gängige Nutzungen aufweist, ein neues Entwicklungsziel mit zusätzlichen Optionen für Neu-
es Wohnen im Bestand zu geben und damit den Raum an zeitgemäße und künftige Anforde-
rungen anzupassen.  Dazu gehören  Umnutzungs
- und Neuordnungsmaßnahmen  mit neuer 
nutzungsstruktureller oder funktionaler Prägung für eine geordnete städtebauliche Entwick-
lung (Stadtumbaumaßnahmen).  
In der Regel wird sich eine Entwicklungsaufgabe aus einer Mischform der Aufgabentypen zusam-
mensetzen. Die Typisierung eröffnet gleichwohl die Chance für systematisch ausgerichtete Heran-
gehensweisen. 
 
Die Verwaltung schlägt vor, einerseits mit einer systematischen Potenzialermittlung und –
bewertung eine qualifizierte Entwicklungsgrundlage aufzubauen und andererseits in zwei 
Quartieren mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den Entwicklungsaufgaben quartiers-
orientierte Strategien zur Forcierung der Innenentwicklung zu erproben. 
 
Auch die Landesinitiative „Allianz für die Fläche“ und Ergebnisse des Bundesforschungsvorhabens 
„REFINA – Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges 
Flächenmanagement“ stützen diese Ansätze.  
 
Vor diesem Hintergrund stellen sowohl der Antrag der FDP-Fraktion A-R/0023/2009 als auch der 
Ratsbeschluss zum Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 in Münster 
eine Bekräftigung der bisherigen Verwaltungspraxis zur Förderung der inneren Entwicklung und 
ihrer Fortführung dar. 
 
 
Zu Beschlusspunkt 2:  
Potenzialermittlung und –abschätzung als Mobilisierungs- und Aktivierungsgrundlage 
Die Potenziale der inneren Entwicklung, die sich im Rahmen der Konversion von Militär-, Post- und 
Gewerbeflächen ergeben haben, wurden in Münster in den letzten Jahrzehnten konsequent ge-
nutzt. Vorhaben der inneren Entwicklung wurden von der Verwaltung im Rahmen der Möglichkei-
ten unterstützt, teilweise auch initiiert wie z.B. beim Projekt „Junges Quartier für das Wohnen im 
Alter“ (Schulstraße/Kreuzviertel).

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Mit dem Stadtentwicklungsanspruch, das Wohnen in bereits bebauten Gebieten noch stärker als 
bisher fördern zu können, gilt es, innerörtliche Flächen und Entwicklungspotenziale – über die be-
kannten Restkapazitäten in Baugebieten und die Siedlungsflächenreserven im Flächennutzungs-
plan (größer 3.000 m²) hinaus - systematisch zu erfassen und hinsichtlich der Aktivierungsmög-
lichkeiten zu bewerten.  
 
Dazu ist zunächst der Bezugsraum, im Folgenden „Innenentwicklungsraum Wohnen“ genannt, 
festzulegen. In der Anlage 2 werden die Vorgehensweise beschrieben und das erwartete Ergebnis 
dargestellt. 
 
Grundsätzlich lassen sich die Entwicklungspotenziale im Innenentwicklungsraum Wohnen metho-
disch in zwei Gruppen einteilen: 
A. Aktuelle und geplante Bau- und Umnutzungsgebiete mit ihren Entwicklungs- und Restkapazi-
täten für das Wohnen, die bereits aus dem Baulandmonitoring und der Erhebung der Sied-
lungsflächenreserven im Flächennutzungsplan bekannt sind 
B. Entwicklungspotenziale für neues Wohnen im Bestand durch Nachverdichtung, Gebäudeum-
nutzung und Abriss/Neubau, über die zurzeit noch keine belastbaren Aussagen getroffen wer-
den können 
 
Neben den bekannten Bau- und Umnutzungsgebieten (Kategorie A) wird die kommunale Entwick-
lungspraxis zunehmend durch eine Bebauung von Baulücken oder ungenutzten bzw. untergenutz-
ten Flächen, Aufstockungen, Anbauten, Umnutzungen und Abriss/ Neubau ergänzt (Kategorie B). 
Eine systematische Mobilisierung der Potenziale aus der Kategorie B setzt aus Sicht der Verwal-
tung belastbare Kenntnisse über die Potenzialflächen sowie ihre qualifizierte Bewertung voraus.  
 
Ein systematisch aufgebautes und mit zahlreichen Merkmalen ausgestattetes Potenzialkataster 
sowie die darauf aufbauende Potenzialabschätzung 
ƒ schaffen Transparenz bezüglich der Veränderungspotenziale von Räumen,  
ƒ bieten Hintergrundinformationen für den Dialog mit Bewohnern und Eigentümern, 
ƒ eröffnen Anknüpfungspunkte für Informations- und Aktivierungskampagnen in den vorhan-
denen Nachbarschaften sowie Entwicklungsinitiativen, 
ƒ erleichtern das städtebauliche Projektmanagement und ermöglichen eine bessere Koordina-
tion von Maßnahmen und Akteuren bei der Entwicklung von Bestandsflächen, 
ƒ dienen der Identifizierung von Zielgruppen und Quartiersmerkmalen, 
ƒ eröffnen Möglichkeiten für problem- und standortgerechte Beratungstätigkeiten und  
ƒ unterstützen die Einbindung von Entwicklungsvorhaben in den Quartierskontext. 
 
Im Zuge des REFINA-Forschungsprojektes „KOMREG - Kommunales Flächenmanagement in der 
Region Freiburg“ ist eine Ermittlung und Bewertung der Flächen mit einem Potenzialkataster er-
folgreich erprobt worden. 
 
Es wird daher vorgeschlagen, ein vergleichbares Potenzialkataster in Münster in zwei Schritten 
aufzubauen. Zunächst (2011) werden die Potenziale in zwei Modellquartieren sowie in einer Aus-
wahl der zentralen Versorgungsbereiche beziehungsweise ihrer 500m-Einzugsbereiche erfasst 
(vgl. Anlage 2). In einem zweiten Schritt sollen 2012 die verbleibenden Teile des Innenentwick-
lungsraums Wohnen stadtweit auf Potenziale überprüft werden. Letztlich werden mit dem Innen-
entwicklungsraum Wohnen ca. 13,1% des Stadtgebietes, das heißt eine Fläche von 3980 ha un-
tersucht und auf Potenziale überprüft.  
 
Eine Anwendung auf gesamtstädtischer Ebene wird infolge der Implementierungserfordernisse des 
Potenzialkatasters und der Notwendigkeit einer qualifizierten Potenzialbewertung erst nach Ab-
schluss der Bestandsaufnahme möglich sein. Bis dahin bestehen aber bereits auf teilräumlicher 
Ebene Möglichkeiten, Strategien zu einer weiteren Stärkung der Innenentwicklung im Bereich 
Wohnen zu erproben.

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Zu Beschlusspunkt 3:  
Erprobung von Strategien zur Stärkung der Innenentwicklung 
Die Vielfalt der inneren Entwicklung auf Stadtteil- oder Quartiersebene wird überhaupt erst fassbar, 
wenn die Wechselwirkungen von baulich-räumlichen, infrastrukturellen und demografischen Di-
mensionen erkannt werden. Diese Einschätzung ist auch im Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ von 
den Wohnungsmarktakteuren im Zuge der Erörterung des Ansatzes zur vorsorgenden Quartiers-
entwicklung bestätigt worden. 
 
Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung vor, neben der gesamtstädtischen Inwertsetzung 
des Potenzialkatasters auch teilräumlich Strategien einer weiteren Stärkung der Innenentwicklung 
zu erproben. Die Auswahl der Quartiere erfolgt dabei unter Rückgriff auf die von Pahl-Weber 
(2000) definierten Entwicklungsaufgaben, die bereits in der Begründung zu Beschlusspunkt 1 er-
läutert wurden.  
 
Die Entwicklungsaufgabe „Quartiersstabilisierung“
 mit den möglichen Handlungsschwerpunkten 
Funktionserhalt/Qualitätssicherung“ soll exemplarisch im Quartier „Hiltrup-Ost“ erprobt werden (vgl. 
Anlage 3, Karte 1). Hier wird nach der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2009 – 2020 ein Be-
völkerungsrückgang vorausberechnet, der Alterungsprozess der Bevölkerung ist überdurchschnitt-
lich vorangeschritten und in der wohnungsnahen Grundversorgung haben bereits erste Umstruktu-
rierungsprozesse stattgefunden. Zugleich wurde Hiltrup-Ost auch im Arbeitskreis „Wohnen in 
Münster“ als ein Quartier identifiziert, das es im Hinblick auf die Quartiersentwicklung weiter zu 
untersuchen gilt und wo der Kommunikationsprozess vor Ort eine zentrale Aufgabe darstellt. 
Hiltrup-Ost steht somit exemplarisch für Quartiere in Außenstadtteilen, die in den 60er und 70er 
Jahren entstanden sind und einen entsprechenden Alterungsprozess durchlaufen haben.  
 
Die Entwicklungsaufgabe „städtebauliche Neujustierung/Umnutzung“
 mit dem Handlungsschwer-
punkt „Inwertsetzung der Funktion Wohnen“ soll exemplarisch im Quartier „Bahnhof“ (westlich des 
Hauptbahnhofs) erprobt werden (vgl. Anlage 3, Karte 2). Das innerstädtische Quartier Bahnhof als 
Wirtschafts-, Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort kennzeichnet eine vergleichsweise hohe 
Bebauungsdichte, eine relativ niedrige Einwohnerzahl, die nach der Kleinräumigen Bevölkerungs-
prognose 2009 – 2020 noch weiter zurückgehen wird, ein sehr hoher Anteil gewerblicher Nutzun-
gen mit zugleich breiter Nutzungsmischung und dominierende Verkehrsfunktionen. Das Quartier 
steht bereits seit vielen Jahren in einem Umwandlungsprozess, der zu einer Erhöhung des Dienst-
leistungsanteils, Aufwertungen des öffentlichen Raums im Bahnhofsumfeld und strukturellen Ver-
besserungen im Bereich der Engelstraße geführt hat. Daneben existiert in diesem Quartier eine 
Immobilien- und Standortgemeinschaft, die sich bereits seit einigen Jahren und erfolgreich in ein-
zelnen Innenentwicklungsaufgaben engagiert (ISG Bahnhof). 
 
Das Quartier verfügt über Leerstände im Büro- und Dienstleistungssegment, vereinzelt finden sich 
mindergenutzte Grundstücke und Gebäude. Die eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten die-
ser Potenziale, ihre dysfunktionalen Wirkungen und die innerstädtische Wohnungsnachfrage sind 
Mitauslöser für die Suche nach Chancen für eine städtebauliche Neujustierung und die Erprobung 
von Umnutzungsmöglichkeiten. Damit steht das  Quartier westlich des Hauptbahnhofs exempla-
risch für Innenstadtquartiere mit hohen Anteilen an gewerblichen Nutzungen, die Umstrukturie-
rungspotenziale bieten und in denen die Verstärkung der Wohnfunktion bei innerstädtischen Rah-
menbedingungen erprobt werden kann (vgl. Anlage 3). 
 
Die Entwicklungsprozesse zur Erprobung von Strategien zur weiteren Stärkung der Innenentwick-
lung bedürfen einer passgenauen und quartiersorientierten Gestaltung, ihre Qualität ist we-
sentlicher Erfolgsfaktor. Im Zuge der individuellen Entwicklungs- und Kommunikationsstrategien 
soll auch die Eignung von Informations- und Beteiligungsmodulen sowie von Beratungsangeboten 
geprüft werden (vgl. dazu Anlage 3).

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V/0006/2011 
Die Bezirksvertretungen Münster-Hiltrup und Münster-Mitte werden im Zuge der weiteren Bearbei-
tung bei der Konkretisierung der quartiersspezifischen Handlungsansätze frühzeitig einbezogen. 
 
Zu Beschlusspunkt 4 
Mit dem Aufbau und der Inwertsetzung des Potenzialkatasters und im Zusammenwirken mit den 
Strategien zur gezielten Aktivierung von Potenzialen wird die Innenentwicklung Münsters systema-
tisch weiter gestärkt. Es werden Möglichkeiten eröffnet, das Wachstum der Wohnsiedlungsflächen 
weiter zu reduzieren. Die hier aufgeführten Instrumente sind somit wichtige Bestandteile des zu 
erstellenden umfassenden Konzeptes für Klimaschutz in der Stadtentwicklung und im Städtebau 
(V/0592/2010/1. Erg.). 
 
 
Zu Beschlusspunkt 5 
Der dieser Vorlage zugrunde liegende FDP-Antrag A-R/0023/2009 (Anlage 1) ist damit erledigt. 
 
 
 
I. V. 
 
gez. 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1  FDP-Antrag A-R/0023/2009 „Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten stra-
tegische Entwicklungsperspektiven für das Wohnen im Bestand schaffen“ 
Anlage 2  Abgrenzung Innenentwicklungsraum Wohnen als Untersuchungsraum und Vorge-
hen bei der Potenzialerfassung und -abschätzung 
Anlage 3  Erprobung von Strategien zur Stärkung der Innenentwicklung, Karte 1 „Quartier Hiltrup- 
Ost“, Karte 2 „Quartier Bahnhof“ (westlich des Hauptbahnhofs)

Ergänzungsantrag zur Vorlage V-0006-2011 in der Sitzung des ASSVW

587 Zeichen

Amt für Bürgerangelegenheiten       22.03.2012 
Bezirksverwaltung West 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr u nd Wirtschaft hat in seiner 
Sitzung am 30.03.2011 in Ziffer 3. des Beschlussvorschlages  noch den folgenden Text 
ergänzt: 
 
 
 
 
 
 
 
In der Anlage 3, Seite 3, letzter Absatz wird nach „etablieren“ ergänzt. 
 
 
Dabei wird durch die Wahl geeigneter Methoden siche rgestellt, dass die Beteili- 
gungsformen der Vielfalt der Bürgerinnen und Bürger  in Bezug auf Geschlecht, Al- 
ter, Nationalität und sozialer Stellung gerecht werden.

Anlage 2 zur Vorlage V-0006-2011

4909 Zeichen

Anlage 2 zur Vorlage V/0006/2011 
Abgrenzung „Innenentwicklungsraum Wohnen“ als Untersu-
chungsraum und Vorgehen bei der Potenzialerfassung und -ab-
schätzung 
 
1. Abgrenzung Untersuchungsraum („Innenentwicklungsraum Wohnen“) 
Der Flächennutzungsplan legt mit seinen Darstellungen einen Zielrahmen für die 
Entwicklung des Wohnens im Bereich der vorhandenen Siedlungskörper und 
durch Siedlungserweiterungen fest.  
 
Grundlage für den Zuschnitt des Untersuchungsraumes für die Erfassung und 
Bewertung von Potenzialen für das Wohnen im Bestand („Innenentwicklungsraum 
Wohnen“) sind  
• die im Flächennutzungsplan (FNP) dargestellten Wohnbauflächen, soweit in 
integrierter Lage und mit prägender baulicher Vornutzung und 
• die gemischten Bauflächen im FNP, soweit in integrierter Lage und mit einem 
deutlichen Anteil Wohnen. 
 
Ergänzend werden zwei weitere Flächenkategorien in den Suchraum aufgenom-
men, wenn auf diesen Flächen „Neues Wohnen im Bestand“ durch Umnutzungs- 
und Neuordnungsmaßnahmen ermöglicht oder in Aussicht gestellt werden kann. 
Hierbei handelt es sich um:  
• Konversionsflächen mit dem Planungsziel Wohnen, soweit sie im bestehenden 
Siedlungsgefüge und in integrierten Lagen liegen. 
• Hier werden die vorhandenen Potenzial daten aus dem Baulandmonitoring und 
die bereits erfassten Siedlungsflächenreserven des Flächennutzungsplans 
übernommen und berücksichtigt. 
• Freiflächen (Grünflächen, Sportfläc hen etc.) mit dem Planungsziel Wohnen, 
soweit sie im bestehenden Siedlungsgefüge liegen.  
 
Damit umfasst der Suchraum die überwiegenden Teile der Wohnbauflächen und 
gemischten Bauflächen des FNP im Bereich der vorhandenen Siedlungskörper, 
die Konversionsflächen und einige wenige integriert liegende Freiflächen mit dem 
voraussichtlichen Planungsziel „Wohnen“. Die Karte „Innenentwicklungsraum 
Wohnen“ auf Seite 3 dieser Anlage stellt den Untersuchungsraum zur Potenzial-
erfassung und –abschätzung dar. 
 
 
2. Potenzialerfassung, -bewertung und -abschätzung 
Die Erfassung, Bewertung und Auswertung der Münsteraner Entwicklungspoten-
ziale gehört zu den Voraussetzungen einer weiteren Stärkung der Innenentwick-
lung. Im Forschungsvorhaben „KOMREG – Kommunales Flächenmanagement in 
der Region Freiburg“ ist die Ermittlung und Bewertung von Flächen mit einem Po-
tenzialkataster erfolgreich erprobt worden. Angesichts der positiven Erfahrungen 
in der Region Freiburg wird für Münster ein vergleichbares methodisches Vorge-
hen vorgeschlagen.  
 
Die Erfassung für das Potenzialkataster bedeutet konkret,  
• Flächen mit einem Entwicklungspotenzial ab einer Größenordnung von 200 qm 
und differenziert nach Raumtypen und Potenzialtypen (Baulücken, Minderge-
nutzte Flächen, Brachflächen/ Leerstand, etc. ) aufzunehmen, und  
Anlage 2, Seite 1

Anlage 2, Seite 2 
• zu jeder Fläche einen Merkmalskatalog (zum Beispiel aktuelle Nutzung, Er-
schließung, Bodenordnung, Grundstückswert, Schutzstatus, Funktion im 
Raum, ökol. Funktion, zulässige Nutzung, B-Plan, zulässige Art und Maß der 
Nutzung, Bauweise, Besonderheiten) hinzuzufügen. 
 
Die Erfassung konzentriert sich im ersten Jahr neben den Modellquartieren auf 
die 500 Meter Einzugsbereiche der zentralen Versorgungsbereiche, weil in diesen 
Bereichen in besonderer Weise die Zentren- und Versorgungsstrukturen Müns-
ters sowie vorhandene Infrastrukturen mit Innenentwicklungsmaßnahmen ge-
stützt werden können. Anschließend wird die Bestandsaufnahme auf die übrigen 
Flächen des Innenentwicklungsraums Wohnen ausgedehnt. Die vorstrukturierten 
Potenzialerfassungsflächen sollen in 2011 und 2012 im Zuge einer Bestandsauf-
nahme und unter Einsatz studentischer Hilfskräfte überprüft werden. 
 
Die erfassten Potenziale bedürfen einer eingehenden Analyse (z. B. zu den Ent-
wicklungsaussichten und –hindernissen, zu den Wechselbeziehungen mit dem 
Umfeld und zur Wohnungsmarktsituation). Diese sollen anschließend sowohl auf 
gesamtstädtischer wie auch teilräumlicher Ebene zielgerichtet ausgewertet wer-
den (zum Beispiel zur Identifizierung möglicher Veränderungsräume und lagety-
pischer Entwicklungsaufgaben). 
 
Die Daten bilden damit ein fortschreibungsfähiges Potenzialkataster mit räumli-
chen Auswertungsmöglichkeiten. Daraus können beispielsweise Impulse für neue 
städtebauliche Entwicklungsansätze, für Hinweise zur Aufstellung oder Änderung 
von Bauleitplänen und zu informellen Entwicklungs- oder Umnutzungskonzepten 
generiert werden. Die Erfahrungen im Forschungsvorhaben KOMREG in der Re-
gion Freiburg haben den Nutzen des Potenzialkatasters für die Abschätzung von 
Aktivierungspotenzialen belegt.

Innenentwicklungsraum Wohnen
Kartografie
und Entwurf: Annemarie Harjans
10 / 2010
Innenentwicklungsraum Wohnen
Fussläufiger Einzugsbereich der zentralen Versorgungsbereiche
Überlagerung Innenentwicklungsraum Wohnen und fussläufige Einzugsbereiche 
= prioritärer Raum für die Potenzialerfassung

Beratungsverlauf (1)

26.04.2012 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 7.10 Antrag Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Engelstraße
  • Schulstraße
  • Geringhoffstraße 48

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
A-W/0011/2012
Typ
Antrag an die BV West
Datum
22.03.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37