Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) vorhabenbezogener Bebauungsplan Nummer 66509/10 Arbeitstitel: Simonskaul in Köln-Weidenpesch
Mitteilung Ausschuss 2850/2022 vom 01.09.2022
Stand: Am 01.12.2022 in der Bezirksvertretung 5 (Nippes) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Anlage 1. Geltungsbereich
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Geltungsbereich desvorhabenbezogenenBebauungsplanes (VEP)Einbeziehung gemäß§12 (4) BauGB Planwirkungsbereich der Vorlage zur Orientierung vonMitgliedern des Rates, der Ausschüsse und der Bezirksver-tretungen, die wegen Befangenheit an den Beratungen zudiesem Tagesordnungspunkt nicht teilnehmen dürfen. Anlage 1 Maßstab 1 : 5 000N StadtplanungsamtGeltungsbereich des vorhabenbezogen Bebauungsplanes 66509/10 Simonskaul in Köln - Weidenpesch 010050200300 Meter -
Anlage 4. VBP Blatt 3, Vorhaben- und Erschließungsplan-Entwurf
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0Maßstab 1:500Zeichenerklärungöffentlich bestellter Vermessungsingenieur/inKöln, denStadtdirektorKöln, den 16.08.2018Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligunghat am 05.02.2019 nach § 3 Abs. 1BauGB stattgefunden.Bezirksbürgermeister/inKöln, denDer Planentwurf hat in der Zeitvom bisnach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründungöffentlich ausgelegen.Die OberbürgermeisterinStadtplanungsamtIm AuftragKöln, denOberbürgermeisterinKöln, denDer Planentwurf ist nach § 4 Abs. 3BauGB durch Beschluss des Rates amgeändert worden.OberbürgermeisterinKöln, denDer Rat hat diesen vorhabenbezogenenBebauungsplan in seiner Sitzungam nach § 10 Abs. 1 BauGB alsSatzung mit Begründung nach § 9 Abs. 8BauGB beschlossen.OberbürgermeisterinKöln, denDer Satzungsbeschluss des vorhaben-bezogenen Bebauungsplans durch denRat einschließlich des Hinweises nach§ 10 Abs. 3 BauGB wurde amortsüblich bekannt gemacht.Mit der Bekanntmachung tritt dervorhabenbezogene Bebauungsplan inKraft.Für den PlanentwurfVorhabenträger/inBonava Deutschland GmbHRegion Köln/ BonnBonner Str. 172-17650968 KölnKöln, denBeigeordneterKöln, denFür den PlanentwurfDezernat VI, Planen und Bauen 02550 MeterSimonskaulin Köln-WeidenpeschBlatt 3 von 4Vorhaben- und Erschließungsplan-66509/10zum VorhabenbezogenenBebauungsplan EntwurfT.TGaEs wird bescheinigt, dass diesePlanunterlage den Bestimmungen des§ 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht.(Stand )VERMESSUNGSBÜRO RLSHajo Lühring • Jürgen SonntagÖbVI RLSWestfeldgasse 351143 KölnP Grenze des räumlichen Geltungs-bereiches des Bebauungsplanes0,00Absturzsicherung (Geländer oderZaun) mit Angabe der Höhe in m üNHNI,IIIS,WBahngleiseBordsteintopografische BegrenzungFlurstücksgrenzeFlurgrenzeDachformZahl der Vollgeschossevorhandene GebäudeBaumDurchfahrtBestand 46.71Gemarkungsgrenzevorhandene Höhenlage über NHNBebauungz.B. Vgeplante GebäudeTerrassen/ LoggienGeschosszahlenDachbegrünungprivate FußwegePrivate Erschließung private GemeinschaftsstellplätzeZufahrt/ EingangTiefgarage außerhalb der GebäudeÖffentliche Erschließung öffentliche StraßenverkehrsflächeStraßenraumaufteilungRad- und FußwegMischverkehrsflächeöffentliches ParkenBaumscheibeRadweg außerhalb des Vorhaben-Baum (Planung)Ausgleichprivate Grünfläche/ Parkanlageprivate Grünflächenöffentliche GrünflächeSpielplatzBaum (Bestand)SonstigesTrafoPackstationFreianlage und Grünflächenprivate FreianlageFreianlage KitaFreianlage Kita (Grünfläche)SanierungsgrenzeDachgartenVerkehrsfläche für:Rad- und Fußverkehr,Ver- und Entsorgungsfahrzeuge,Feuerwehr und RettungsfahrzeugeGas-Kaminund ErschließungsplanesGeltungsbereich des Vorhaben-und ErschließungsplansOberbürgermeisterinKöln, den Der Stadtentwicklungsausschuss hatdie Planaufstellung am 28.06.2018nach § 12 Abs. 2 BauGB beschlossen.Der Beschluss wurde am 29.08.2018ortsüblich bekannt gemacht.Die Oberbürgermeisterinin Vertrettung gez. Dr. KellerStadtdirektorKöln, den 16.08.2018Wege innerhalb der öffentlichenGrünflächeInformelle Darstellung der privatenKleinkinderspielflächen, der öffentlichen Spielflächensowie der öffentlichen Straßenverkehrsflächen.OK 48,85-Offenlage-festgesetzte Höhenlage in Meter über Normalhöhennull (NHN) 44 ISIFIF IF IS IP IF IS IF IFIF IS ISIF IF IFFIIFIF IFIF SIIFIFISIFIF Whs Halle HalleHalle Halle HalleIF Halle Halle TGaTGaTGaTGa TGa TGa PPPPPPP PPPPPP PP P TH 1.1 PPPPP P PPPPPPStpl. III T.T.T.T.T.T. T.T.T.T.T.T.T.T. T.T.T. T.T. DachgartenT.T.T. T.T. T.T.T.T.T.79 466771 84 40 739 44 3869 48 39 72 45 42 36 78 3133 43 63 4077 82 68 46 59 75 34 41 61 86 73 65 3735SimonskaulMönchsgasse III FIII FIXFIIFIIIFI I FI IXVIIFF IP IS IS VIVIFF IS IS KindergartenIIZIVS IP I F IFIF IS IP IF IIW IIS IFIF IIS IS I FD +TerrasseI FD +TerrasseIF I IP IIFF IF IP IF IS IIIMIS I IFIIS IS IX IF IIIPIF IIW IF F IIW II IS IF IF IS IS IS IF IS IS IS IF IP F IFD I S IP WIF II FTrafo IIKWII F I FSilo I III I IIFI S I III III FFFFFSFFSF IFIFIF IF IF IFIFIFIFIF IFIFF IIWIIWIP FI ISIF IIS IF IFF IF IFFIIFIF IFIF SIIFIFISIFIF WIIWIW WhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsHalleWhsWhsWhsWhsWhs WhsWhsWhs Whs GaGa WhsWhsWhsWhsWerkstatt GaGaGa Ga GaGa HalleHalle Whs Halle HalleHalle Halle HalleHalleHalleHalleIF Halle Halle 79 466771 84 40 739 3869 48 39 72 45 42 36 78 3133 43 63 4077 82 68 46 59 75 34 41 61 86 73 65 3735SimonskaulMönchsgasse 0,11 Holz-mastHolz-mastLeitungLeitungHolz-mastLeitungHolz-mastLeitungHolz-mastZaunTor Hecke ZaunHecke Hecke Zaun Gabionenwand ca. 1,0mGabionenwand ca. 1,0m Tor III FIII FIXFIIFIIIFI I FI IXVIIFF IP IS IS VIVIFF IS KindergartenIIZIVS IP I F IS IP IIW IIS IFIF IIS I FD +TerrasseI FD +TerrasseIF I IIFF IF IP IS IIIM I IFIIS IS IXIIIP IIW F IIW II IS IF IF IS IS IF IS ISIF IP F IFD S IP WIF II Trafo IIKWII F I FSilo I III I IIFI S I III III FFFFFSFFSF IFIFIF IF IFIFIFIFIF IFIFF IIWIIWIP FI ISIF IIS IF IFF IF WIIWIW WhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsHalleWhsWhsWhsWhs WhsWhsWhs Whs GaGa WhsWhsWhsWhsWerkstatt GaGaGa Ga GaGa HalleHalle Whs HalleHalleHalle Simonskaul4168 3740 387 363936381195180 1798 1516162 906180 1644 905180907180897180 1241178 1643 2140180 778178 908180 896180 2137180 2272178 2273177 2139180 1515161 1402164 1198188 909180 1642 2138180 44864487 364036374214421535383537353637413742 4261341 3153 38084220423041694001418341823525400041663352335136973564296 3566 4525 4526 4485 41504151 4373 937936 3995 256 VF WegWeg PIIISII 3036 4200424341034104 3037 424641644373 Gemarkung Longerich Flur 96 Flur 97 Gemarkung Longerich Flur 96Gemarkung Longerich 4217421647,9547,95 47,2547,2647,1247,2247,3847,2147,4147,54 46,8546,80 47,25 47,2547,2547,2547,2547,1747,2747,1247,0147,5747,2147,2147,54 48,1148,2047,85 47,2147,2347,1947,8347,4247,4247,5947,4747,5947,4746,8546,9547,4247,42 46,90 +46,5246,52 47,2547,3047,95 3995 3995 35664373 4484 TGaTrafoPackstationFahrrad TrafoTrafo FahrradPPPPP PPPPPStpl. Stpl. FahrradStpl. FahrradStpl. 3153Carsharing Freianlage KitaFreizeitanlagePlanstraße 2Planstraße 1 Planstraße 3BahnanlagenÖffentlicher SpielplatzKitaHaus 1Haus 2Haus 3Haus 4Haus 5Haus 6Haus 7 Öffentlicher SpielplatzBahnanlagen(Jugendfreizeit)private Kleinkinderspielflächeprivate KleinkinderspielflächeÖffentliche Parkanlageprivate Kleinkinderspielfläche privateKleinkinder-spielflächeprivateKleinkinder-spielflächeprivateKleinkinder-spielflächeprivateKleinkinder-spielfläche privateKleinkinder-spielflächeprivateKleinkinder-spielflächeIV V IVIVIV VIVI IIIV IIIIIIVVIIIIIIIIIIVI IIIIIIIIIII VII III III II IV OK 48,85VIIVVVVVV IIIIIIIII IVIV N -
Anlage 2. VBP Blatt 1, Vorhabenbezogener Bebauungsplan-Entwurf
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0Maßstab 1:500ZeichenerklärungEs wird bescheinigt, dass diesePlanunterlage den Bestimmungen des§ 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht.(Stand 14.07.2021)VERMESSUNGSBÜRO RLSHajo Lühring • Jürgen SonntagÖbVI RLSWestfeldgasse 351143 Kölnöffentlich bestellter Vermessungsingenieur/inKöln, denBezirksbürgermeister/inKöln, denDer Planentwurf hat in der Zeitvom bisnach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründungöffentlich ausgelegen.Die OberbürgermeisterinStadtplanungsamtIm AuftragKöln, denOberbürgermeisterinKöln, denDer Planentwurf ist nach § 4 Abs. 3BauGB durch Beschluss des Rates amgeändert worden.OberbürgermeisterinKöln, denDer Rat hat diesen vorhabenbezogenenBebauungsplan in seiner Sitzungam nach § 10 Abs. 1 BauGB alsSatzung mit Begründung nach § 9 Abs. 8BauGB beschlossen.OberbürgermeisterinKöln, denDer Satzungsbeschluss des vorhaben-bezogenen Bebauungsplans durch denRat einschließlich des Hinweises nach§ 10 Abs. 3 BauGB wurde amortsüblich bekannt gemacht.Mit der Bekanntmachung tritt dervorhabenbezogene Bebauungsplan inKraft.Für den PlanentwurfVorhabenträger/inBonava Deutschland GmbHRegion Köln/ BonnBonner Str. 172-17650968 KölnKöln, denBeigeordneterKöln, denFür den PlanentwurfDezernat VI, Planen und Bauen 02550 MeterSimonskaulin Köln-WeidenpeschBlatt 1 von 4VorhabenbezogenerBebauungsplan Entwurf66509/10zum Vorhaben- undErschließungsplan Entwurf Grenze des räumlichen Geltungs-bereiches des BebauungsplanesGRZ GFZ z. B. IIIz. B. IIIGrundflächenzahlGeschossflächenzahlzwingendZahl der Vollgeschosse(als Höchstmaß)geschlossene Bauweiseoffene BauweiseBaugebiet für Wohnen / Nichtwesentlich störendes Gewerbenicht überbaubar I überbaubarGemeinschaftsstellplätzeStraßenverkehrsflächenEin- und AusfahrtsbereichStraßenbegrenzungslinie, auchgegenüber Verkehrsflächenbesonderer ZweckbestimmungVerkehrsflächen besondererZweckbestimmungBaugrenzeÖffentliche Grünflächen GStBaulinieFlächen zum Anpflanzen vonBäumen,Sträuchern und sonstigenBepflanzungenBaum zu erhaltenfestgesetzte Höhenlage in Meter über Normalhöhennull (NHN)Mit Geh-, Fahr- und Leitungs-rechten zu belastende FlächenMaßnahmenflächeFlächen, deren Böden erheblichmit umweltgefährdenden Stoffenbelastet sindHochwasser-RisikogebietLBLFlächen, die dem Landschafts-schutz unterliegenLandschaftsschutzgebietGeschützter Landschaftsbestand-teilHRG Baum zu pflanzen Tiefgarage TGa-g-abweichende Bauweise-a-AusgleichsflächeI,IIIS,W 46.71BahngleiseBordsteintopografische BegrenzungFlurstücksgrenzeFlurgrenzeDachformZahl der Vollgeschossevorhandene GebäudeBaumvorhandene Höhenlage über NHNDurchfahrtBestandPlanungund ErschließungsplanesGeltungsbereich des Vorhaben-Flächen für VersorgungsanlagenTrafostationTLärmpegelbereich z. B. V u. IVDer Stadtentwicklungsausschuss hatdie Planaufstellung am 28.06.2018nach § 12 Abs. 2 BauGB beschlossen.Der Beschluss wurde am 29.08.2018ortsüblich bekannt gemacht.Die Oberbürgermeisterinin Vertrettung gez. Dr. KellerStadtdirektorKöln, den 16.08.2018Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligunghat am 05.02.2019 nach § 3 Abs. 1BauGB stattgefunden.Baugebiet für Wohnennicht überbaubar I überbaubar-o-(Standort Nachrichtlich)Fläche für Nebenanlagen NaGrenze zwischen NutzungsartenGrenzen zwischen verschiedenenMaßen baulicher Nutzunggeplante Straßenführungunterschiedliche Gebäudehöhen A, B, Cbei einer I- vollgeschossigen BebauungAusgleichspflichtigerEingriffsbereich 0,00Z.B. M1Z.B. A1-Offenlage-Ausgleichsfläche, die künftigentfällt, s. Blatt 2, Nr. IV-3 LPB VLPB IV VF WegWeg PIIISII4168 3740 387 363936381195180 1798 1516162 906180 1644 905180907180897180 1241178 1643 21401803036 778178 908180 42004243896180 41032137180 2272178 4104 2273177 2139180 1515161 1402164 3037 1198188 909180 1642 424621381804164437344864487 79 466771 84 40 739 44 3869 48 39 72 45 42 36 78 3133 43 63 4077 82 68 46 59 75 34 41 61 86 73 65 3735 SimonskaulSimonskaulMönchsgasse III FIII FIXFIIFIIIFI I FI IXVIIFF IP IS IS VIVIFF IS IS KindergartenIIZIVS IP I F IFIF IS IP IF IIW IIS IFIF IIS IS I FD +TerrasseI FD +TerrasseIF I IP IIFF IF IP IF IS IIIMIS I IFIIS IS IX IF IIIPIF IIW IF F IIW II IS IF IF IS IS IS IF IS IS IS IF IP F IFD I S IP WIF II FTrafo IIKWII F I FSilo I III I IIFI S I III III FFFFFSFFSF IFIFIF IF IF IFIFIFIFIF IFIFF IIWIIWIP FI ISIF IIS IF IFF IF IFFIIFIF IFIF SIIFIFISIFIF WIIWIW WhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsHalleWhsWhsWhsWhsWhs WhsWhsWhs Whs GaGa WhsWhsWhsWhsWerkstatt GaGaGa Ga GaGa HalleHalle Whs Halle HalleHalle Halle HalleHalleHalleHalleIF Halle Halle 79 466771 84 40 739 44 3869 48 39 72 45 42 36 78 3133 43 63 4077 82 68 46 59 75 34 41 61 86 73 65 3735SimonskaulMönchsgasse 0,11 Holz-mastHolz-mastLeitungLeitungHolz-mastLeitungHolz-mastLeitungHolz-mastZaunTor Hecke ZaunHecke Hecke Zaun Gabionenwand ca. 1,0mGabionenwand ca. 1,0m Tor III FIII FIXFIIFIIIFI I FI IXVIIFF IP IS IS VIVIFF IS IS KindergartenIIZIVS IP I F IFIF IS IP IF IIW IIS IFIF IIS IS I FD +TerrasseI FD +TerrasseIF I IP IIFF IF IP IF IS IIIMIS I IFIIS IS IX IF IIIPIF IIW IF F IIW II IS IF IF IS IS IS IF IS IS IS IF IP F IFD I S IP WIF II FTrafo IIKWII F I FSilo I III I IIFI S I III III FFFFFSFFSF IFIFIF IF IF IFIFIFIFIF IFIFF IIWIIWIP FI ISIF IIS IF IFF IF IFFIIFIF IFIF SIIFIFISIFIF WIIWIW WhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsWhsHalleWhsWhsWhsWhsWhs WhsWhsWhs Whs GaGa WhsWhsWhsWhsWerkstatt GaGaGa Ga GaGa HalleHalle Whs Halle HalleHalle Halle HalleHalleHalleHalleIF Halle Halle HRG PPPPP P PL LB L LHRG PPPPPPPPPPPPPL PP LL Simonskaul Gemarkung Longerich Flur 96 Flur 97 Gemarkung Longerich Flur 96Gemarkung Longerich364036374214421535383537353637413742 4261341 3153 38084220423041694001418341823525400041663352335136973564296 3566 4525 4526 4485 41504151 4373 937936 3995 256 421742163995 3995 35664484 PPPPPPPPP TGa TGaTGaTGaTGa TGa3153 TGa T Wohnen/Nws Gewerbe Wohnen 1 Öffentliche Grünfläche Öffentliche Grünfläche Öffentliche Grünfläche Öffentliche Grünfläche Wohnen 2 TV IIIIII -g--a--o-IV VIVIVIV VIIVGRZ 0,6GFZ 2,3IIIIIIVIIIVIIIVIIIIIIIIIIVIIIV IIIIIIIIIIIG1G2G1VIIIACIGRZ 0,5GFZ 1,8GRZ 0,6GFZ 1,8B Radweg Radweg Radweg G2 Ein- und Ausfahrt GSt A4A5A5-Parkanlage-A4A4A5A6M2M1A6M2M4M7M6M15M15M8M11M13A6A1A1A2 A2-Freizeitanlage--Spielplatz--Spielplatz-A3A2A6M2A4A1M3M14A2A2A2 M10M9 A6A6A6 M12M12M12 M16M16M16 M16M16M16M16M5M17A7M18M14Na 47,9547,95 47,2547,2647,1247,2247,3847,2147,4147,54 46,8546,80 47,25 47,2547,2547,2547,2547,1747,2747,1247,0147,5747,2147,2147,54 48,1148,2047,85 47,2147,2347,1947,8347,4247,4247,5947,4747,5947,4746,8546,9547,4247,42 46,90 46,5246,52 47,2547,3047,9547.3347.7147.0247.0247.0747.9148.13 46.92 46.81 46.9847.7747.0147.4447.7447.2147.8347.4447.5347.0247.0447.2547.13 47.8447.8147.3446.5246.6547.0547.3347.3747.80 47.3147.11 46.7646.7746.7846.3046.3846.3146.2546.1146.2046.0345.9745.9145.8445.6845.80 47.9248.0048.2247.99 47.8848.0947.8747.8747.8047.9348.0747.7448.1148.1646.3846.2945.7146.0046.0045.9745.7946.04 46.5946.5346.52 46.4646.2446.84 46.36 46.1646.14 47.8647.8447.82 46.3046.36 47.8647.3447.7747.4147.1547.05 47.8047.80 47.35 46.9046.9346.9646.89 46.3946.34 47.0446.96 46.3646.3647.0547.1047.1347.1946.9246.8546.9946.8246.82 46.48 45.8445.8245.7545.7646.1445.7445.6245.6245.6445.7146.0646.33Geh- und Radweg VerkehrsberuhigterBereichPlanstraße 2Planstraße 1 Planstraße 3Bahnanlagen5.55.98.84.67.1 10.56.04.55.05.03.03.0 8.58.511.0 6.06.0 14.514.50.90.90.90.9A6LPB IIILPB II LPB IILPB IIILPB IIILPB IILPB IIILPB II LPB IVLPB IIILPB VLPB IVLPB VILPB V LPB IIILPB IV VVVVV N -
Anlage 3. VBP Blatt 2, Textliche Festsetzungen
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0 Maßstab 1:500 Es wird bescheinigt, dass diese Planunterlage den Bestimmungen des § 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht. (Stand 14.07.2021) VERMESSUNGSBÜRO RLS Hajo Lühring • Jürgen Sonntag ÖbVI RLS Westfeldgasse 3 51143 Köln öffentlich bestellter Vermessungsingenieur/in Köln, den Bezirksbürgermeister/in Köln, den Der Planentwurf hat in der Zeit vom bis nach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründung öffentlich ausgelegen. Die Oberbürgermeisterin Stadtplanungsamt Im Auftrag Köln, den Oberbürgermeisterin Köln, den Der Planentwurf ist nach § 4 Abs. 3 BauGB durch Beschluss des Rates am geändert worden. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Rat hat diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in seiner Sitzung am nach § 10 Abs. 1 BauGB als Satzung mit Begründung nach § 9 Abs. 8 BauGB beschlossen. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Satzungsbeschluss des vorhaben- bezogenen Bebauungsplans durch den Rat einschließlich des Hinweises nach § 10 Abs. 3 BauGB wurde am ortsüblich bekannt gemacht. Mit der Bekanntmachung tritt der vorhabenbezogene Bebauungsplan in Kraft. Für den Planentwurf Vorhabenträger/in Bonava Deutschland GmbH Region Köln/ Bonn Bonner Str. 172-176 50968 Köln Köln, den Beigeordneter Köln, den Für den Planentwurf Dezernat VI, Planen und Bauen 0 25 50 Meter Vorhabenbezogener BebauungsplanEntwurf 66509/10 zumVorhaben-und ErschließungsplanEntwurf Simonskaul in Köln-Weidenpesch Blatt 2 von 4 Der Stadtentwicklungsausschuss hat die Planaufstellung am 28.06.2018 nach § 12 Abs. 2 BauGB beschlossen. Der Beschluss wurde am 29.08.2018 ortsüblich bekannt gemacht. Die Oberbürgermeisterin in Vertrettung gez. Dr. Keller Stadtdirektor Köln, den 16.08.2018 Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung hat am 05.02.2019 nach § 3 Abs. 1 BauGB stattgefunden. -Offenlage- P I II S II 2140 180 3036 4200 4243 4103 2137 180 4104 2139 180 3037 4246 2138 180 4164 4373 40 48 46 Mönchsgasse I F II KWII SIII Whs Whs Whs 40 48 46 Mönchsgasse I F II KWII SIII Whs Whs Whs - M1: Begrünung der Freizeitanlage Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit Zweckbestimmung „Freizeitanlage“ ist eine Rasenfläche EA 31 (LW 41112) auf mindesten 60 % der Gesamtfläche herzustellen. Von Satz 1 ausgenommen sind Flächen mit Freizeitgeräten, We-gen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. Darüber hinaus sind auf der betreffenden Fläche mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Bei der Pflanzung der Laubbäume ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaustausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grundfläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachricht-lich dargestellt. - M2: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A6 sind insgesamt mindestens 10 großkronige Laub-bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Hierbei ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaus-tausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grund-fläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M3: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A1 sind insgesamt mindestens zwei großkronige Laub-bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M4: Begrünung Kinderspielplatz (Parkanlage) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspiel-platz“ sind insgesamt mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M5: Begrünung Kinderspielplatz (Planstraße 2) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspiel-platz“ sind insgesamt mindestens fünf großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens sechs Solitärsträucher zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M6: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M6 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M6 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin-aus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M7: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M7 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M7 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin-aus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M8: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M8 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M8 sind mindestens zwei Laubbäu-me BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M9: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M9 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M9 sind mindestens zwei Laubbäu-me BF 41 (GH 742) und mindestens drei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M10: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M10 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M10 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens ein Solitärstrauch zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzu-stellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfall-behältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M11: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M11 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M11 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 10 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wege, Ab-fallbehälter, Bänke und technische Aufbauten. - M12: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im Baugebiet „Wohnen 1“ sind mit einer extensi-ven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustel-len. Ausgenommen hiervon sind Dachterrassen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemen-te sind über der Dachbegrünung zulässig. - M13: Begrünung der Kita-Freifläche Innerhalb der privaten Kita-Freifläche sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustel-len. Die Einfriedungen der Kita-Freifläche sind mit Heckenpflanzen zu begrü-nen. - M14: Begrünung von Tiefgaragen Der obere Abschluss der Tiefgaragen (TGa) und der unterirdischen Gebäudetei-le im gesamten Plangebiet sowie die Freiflächen der Baugebiete, soweit diese nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielgeräte und sonstigen Nebenanlagen über-baut werden, sind zu begrünen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer mindes-tens 60 cm tiefen Bodensubstratschicht, zuzüglich einer Filter- und Drain-schicht, auszubilden. Die Stärke der Bodensubstratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der festgesetzten Tiefgaragen ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. - M15: Pflanzung von Laubbäumen Innerhalb der beiden mit Gehrechten zu belastenden Flächen „G 1“ sind jeweils mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Die Stärke der Bo-densubstratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der festgesetzten Tiefga-ragen ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, aus-zubilden. - M16: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im Baugebiet „Wohnen 2“ sowie der Gebäude im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind mit einer extensiven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dach-fläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrünung zu-lässig. - M17: Begrünung der Gemeinschaftsstellplatzflächen Innerhalb der Fläche M 17 sind mindestens sieben großkronige Bäume BF 41 (GH 742) und Strauchhecken BB 1 (GH 411) aus standortgerechten Hecken-pflanzen anzupflanzen. Es ist nur eine Laubbaumart zulässig. In der Plan-zeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M18: Straßenbaumpflanzungen Innerhalb der Planstraße 1 sind an den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten 21 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Im Süden der Planstraße 2 sind an den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten 2 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dar-gestellt. b) Ausgleichsmaßnahmen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 Buchst. a) BauGB in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB sind folgende Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhal-ten. Die Nummerierung der Maßnahmen entspricht dem Grünordnungsplan zu diesem Bebauungsplan: - A1: Herstellung eines extensiven Wiesenstreifens In den festgesetzten Flächen A1 ist eine extensive Wiese EA 1 (LW 41111) an-zupflanzen. Wegeflächen zur Erschließung der öffentlichen Grünfläche sind zulässig. - A2: Strauchpflanzung Innerhalb der festgesetzten Flächen A2 sind einheimische und standortgerech-te Strauchgruppen BB 1 (GH 51) zu pflanzen. - A3: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A3 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) anzupflan-zen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Quali-tätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen durch einen Boden-austausch mit einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. - A4: Herstellung eines Laubmischwaldes In den festgesetzten Flächen A4 ist ein Laubmischwald AX 11 (GH 3131) anzu-pflanzen. Bei der Anpflanzung des Laubmischwaldes sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. - A5: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A5 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) auf 60 % der Gesamtfläche anzupflanzen. Weiter ist in der festgesetzten Fläche A5 ein Wiesensaum EA 1 (LW 41111) auf 40 % der Gesamtfläche herzustellen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - A6: Herstellung eines extensiven Rasens In den festgesetzten Flächen A6 ist ein extensiver Rasen EA 31 (LW 41112) anzupflanzen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Wegen, Abfallbehäl-tern, Bänken und technischen Aufbauten. - A7: Straßenbaumpflanzung im Bereich der Simonskaul Innerhalb der ausgebauten Straße Simonskaul sind 6 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. 9. § 9 Abs. 2 Nr. 2 BauGB Bedingte Festsetzung für den Eintritt der Verlagerung einer Ausgleichsmaß-nahme Gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 2 BauGB wird festgesetzt, dass innerhalb der Planstraße 3 für das Grundstück in der Gemarkung Longerich, Flur 96, Flurstücke 256 und 4526 die festgesetzten baulichen und sonstigen Nutzungen erst ab Eintritt der Verlagerung der Ausgleichsmaßnahme A4 der Planfeststellung „Abstellanlage für 64 Stadtbahnfahrzeuge der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Hauptwerkstatt Weidenpesch“ zulässig sind. Voraussetzung für die Zulässig-keit der vorgenannten Nutzungen innerhalb der Planstraße 3 ist der Eintritt der Bestandskraft eines Planfeststellungsbeschlusses gemäß § 28 Personenbeförde-rungsgesetz, mit der die Zweckbestimmung der Fläche als Ausgleichsfläche für den Bau der KVB Trasse aufgehoben wird. II BAUORDNUNGSRECHTLICHE FESTSETZUNGEN Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Abs. 1 und 2 BauO NRW 2018 werden folgende gestalterische Festsetzungen getroffen: 1. Dachform Im Geltungsbereich des Bebauungsplans sind ausschließlich Flachdächer zuläs-sig. Dächer mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. 2. Einfriedungen Im Bereich der festgesetzten Flächen für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen mit der Bezeichnung A2 sind Einfriedungen für die Entgasungseinrichtungen nur als standortgerechte Hecken BB 1 (GH 51) sowie als Draht- oder Stabmattengitterzäune mit hinterpflanzten Hecken BB 1 (GH 51) bis zu einer Höhe von jeweils bis zu 2,5 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW 2018 zulässig. Grundstückseinfriedungen in den Baugebieten „Wohnen 1“, „Wohnen 2“ und „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind nur als standortgerechte Hecken BB 1 (GH 51) so-wie als Draht- oder Stabgitterzäune mit hinterpflanzten Hecken BB 1 (GH 51) bis zu einer Höhe von jeweils 1,20 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW 2018 zulässig. In Einfriedungen integrierte Müllboxen dürfen eine Hö-he von 1,20 m nicht überschreiten. 3. Müllsammelplätze Müllsammelplätze sind als Unterfluranlagen herzustellen, oder in die Gebäude (zum Beispiel als Wandnische, im Keller, Tiefgarage, o.ä.) bzw. in oberirdische Ne-benanlagen (zum Beispiel in Müllboxen, Müllhäuschen, o.ä.) zu integrieren oder zu begrünen (Berankung, Heckeneinfassung, o.ä.). 4. Werbeanlagen a) Werbeanlagen sind nur an Gebäuden und nur an der Stätte der Leistung mit ei-ner Größe von jeweils nicht mehr als 1,0 x 4,0 m zulässig. Sie dürfen nicht über die Unterkante der Fenster im 1. Obergeschoss hinausragen. Werbeanlagen auf Dachflächen sowie an Pylonen sind nicht zulässig. b) Werbeanlagen mit im Tagesverlauf wechselnden oder mit bewegten Sichtflächen sowie akustisch unterstützte beziehungsweise ausschließlich akustische Wer-beanlagen sind nicht zulässig. c) Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdioden (LED)-Technik oder selbstleuchtend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanlagen dürfen nur hinterleuchtet sein. 5. Satellitenempfangsanlagen / Mobilfunksendeanlagen a) Parabolantennen für den Satellitenrundfunkempfang sind nur auf den Dachflä-chen zulässig. b) Mobilfunksendemasten und -anlagen sind auf den Dachflächen nicht zulässig. III KENNZEICHNUNG Gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 3 BauGB wird folgende Fläche im Bebauungsplan ge-kennzeichnet: Im Bereich des Bebauungsplanes liegt die Altablagerung Nr. 50503. Der Boden innerhalb der gekennzeichneten Fläche ist mit umweltgefährdenden Schadstof-fen belastet. Zur gefahrlosen Nutzung des gekennzeichneten Areals sind Sanierungs- und Si-cherungsmaßnahmen erforderlich. Die ordnungsgemäße Sanierung sowie die Entsorgung des Bodenmaterials sind unter fachgutachterlicher Aufsicht und unter Beteiligung der Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt, durchzuführen (siehe auch Nachrichtliche Übernahme Nr. 1 Buchst. c)) Sanierungsplan. IV NACHRICHTLICHE ÜBERNAHMEN Gemäß § 9 Abs. 6 und Abs. 6a BauGB werden die nach anderen gesetzlichen Vorschriften getroffenen Festsetzungen nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen: 1. Natur- und Landschaftsschutz Der im Landschaftsplan der Stadt Köln nach Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) festgesetzte geschützte Landschaftsbestandteil (LB 5.04 „Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch“) und das Landschaftsschutzgebiet (LSG-5007-0008, LSG-Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände). 2. Hochwasserrisikogebiet Der zeichnerisch entsprechend kenntlich gemachte Teil des Plangebiets ist in der Hochwassergefahrenkarte Rhein der Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln vom November 2013 als Hochwasserrisikogebiet für den Fall eines extremen Ereignis-ses (HQ extrem) ausgewiesen. In diesem Fall werden ohne technischen Hochwas-serschutz Überflutungen mit max. 0,5 m Wasserstand prognostiziert. Aus Gründen des vorbeugenden Hochwasserschutzes werden hochwassersichere Bauweisen im Erdgeschoss empfohlen. Ferner wird für Geschossebenen unterhalb des Erdgeschosses darauf hingewie-sen, dass diese entweder flutungssicher verschließbar und statisch auftriebssicher oder in einer für die planmäßige Flutung im Hochwasserfall geeigneten Bauaus-führung hergestellt werden sollten. Die einzelnen Maßnahmen sind im Rahmen der Genehmigungsplanungen zu prü-fen und festzulegen. 3. Gestaltungs- und Ausgleichsmaßnahmen Planfeststellung Die Ausgleichsfläche des Planfeststellungsverfahrens „Abstellanlage für 64 Stadt-bahnfahrzeuge der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Hauptwerkstatt Weidenpesch der KVB und die zugehörige Zulaufstrecke in Köln-Weidenpesch“ (hier Gestaltungs- (G1 Ansaat von Rasen) und Ausgleichsmaßnah-men (A4 Pflanzung von Einzelbäumen)) zum Bau einer KVB-Trasse, die im Wider-spruch zur aktuellen Planung steht und derzeit im Änderungsverfahren befindlich ist, wird nachrichtlich dargestellt. 4. Erklärung der Verbindlichkeit eines Sanierungsplans Erklärung der Verbindlichkeit (vom 19.05.2022) eines Sanierungsplans nach § 13 BBodSchG für das Bauvorhaben Simonskaul in Köln Weidenpesch, aufge-stellt i.A. durch das Büro Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Köln, vom 28.01.2022. Bezug: Antrag der Vorhabenträgerin (BONAVA) vom 11.05.2022 auf Erklärung der Verbindlichkeit des Sanierungsplans einer Teilfläche der AL 50503 Simonskaul. V HINWEISE 1. Rechtsfolgen Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußi-schen Fluchtliniengesetzes, des Aufbaugesetzes NW, des Bundesbaugesetzes oder des Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Bebauungs-planes außer Kraft. 2. Rechtsgrundlagen Es gelten: - Das Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl. I S. 3634), - die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990 (BGBI. I S. 132) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S. 3786), - die Planzeichenverordnung (PlanzV) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. I S. 58) und - die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen – Landesbauordnung 2018 (BauO NRW 2018) vom 21. Juli 2018 (GV. NRW, S. 421), jeweils in der bei Erlass dieser Satzung geltenden Fassung. 3. Lärm- und Luftschadstoffimmissionen a) Das Plangebiet ist durch überhöhte Luftschadstoffimmissionen vorbelastet. b) Das Plangebiet ist durch die Lärmimmissionen des Straßen- und Schienenver-kehrs vorbelastet. 4. Erschütterungen Das Plangebiet befindet sich westlich der Neusser Straße. Demnach ist das Plan-gebiet durch Erschütterungseinträge der Stadtbahn auf der Neusser Straße und dem Zulaufgleis zur Abstellanlage Weidenpesch vorbelastet. Beim Neubau der Zulaufstrecke werden für die Gleise in der Neusser Straße und die Weichen angrenzend an das Plangebiet Maßnahmen zum Erschütterungs-schutz vorgesehen. Es wird empfohlen, bei der Gebäudeplanung im Bereich der Zulaufstrecke die ge-nauen technischen Parameter dieses aktiven Erschütterungsschutzes bei den Köl-ner Verkehrsbetrieben abzufragen und für die Beurteilung des Erschütterungs-schutzes im Hochbau zugrunde zu legen. 5. Versickerung von Niederschlagswasser Gemäß § 44 Landeswassergesetz (LWG) in Verbindung mit § 55 Abs. 2 Wasser-haushaltsgesetz (WHG) ist das anfallende Niederschlagswasser von Dachflächen vor Ort zu versickern. Bezüglich der wasserrechtlichen Erlaubnis ist die Untere Wasserbehörde der Stadt Köln einzuschalten. 6. Kampfmittelbeseitigungsdienst Im Plangebiet ist mit Bombenblindgängern / Kampfmitteln zu rechnen. Vor Auf-nahme von Bauarbeiten (circa 6 Wochen) ist das Amt für öffentliche Ordnung, Glie-derungsziffer 322/40 (allgemeine Ordnungsangelegenheiten) unter der Benen-nung des Aktenzeichens 22.5-3-5315000-766/21 sowie der Bebauungsplan-Nummer einzuschalten. Die Anfrage kann per E-Mail an kampfmittel@stadt-koeln.de erfolgen. 7. Straßenprofil Das Straßenprofil innerhalb der festgesetzten Verkehrsflächen ist nur zur Informa-tion dargestellt. 8. Artenschutz a) Laut Artenschutzprüfung von Raskin, 29.09.2017, „Fachbeitrag zur Artenschutz-prüfung für eine Aufstellung eines Bebauungsplanes bei Simonskaul in Köln-Weidenpesch“, ergeben sich keine Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 Bun-desnaturschutzgesetz (BNatSchG), wenn die nachfolgend aufgeführten Vermei-dungsmaßnahmen und vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 Abs. 5 BNatSchG berücksichtigt werden. b) Gemäß § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es im Zeitraum zwischen dem 1. März und 30. September eines jeden Jahres verboten, Bäume, Hecken, Gebü-sche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu be-seitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Sind innerhalb dieses Zeitraumes Rodungsarbeiten erforderlich, ist vor deren Aufnahme in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln durch einen Fachgutachter nach besetzten Nestern und Fledermausquartieren zu suchen und bei deren Auffinden die Rodungstätigkeit sofort einzustellen. c) Zur Vermeidung eines Verstoßes gegen das Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG sind die erforderlichen Rodungen von Gehölzen au-ßerhalb der Hauptbrutzeiten vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres der im Plangebiet brütenden Vogelarten auszuführen. d) Die Baufeldberäumung (Abbruch von Bestandsgebäuden) darf nur außerhalb der Zeit vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres erfolgen. e) Da durch den Abbruch der alten Gebäude potenzielle Sommerquartiere für die Zwergfledermaus wegfallen können, ist ein Ersatz von Spaltenquartieren not-wendig. Dies muss spätestens in der auf den Abbruch der Gebäude folgenden Fortpflanzungsperiode der Zwergfledermaus wirksam erfolgt sein. Die 15 anzubringenden Fledermauskästen sind an geeigneten Bereichen und Stellen der umliegenden Bestandsgebäude (möglichst in direkter Umgebung) aufzuhängen. Einzusetzen sind Flachkästen, vorzugsweise 2 verschiedene Ty-pen (z.B. Fledermausuniversal-Sommerquartier 1FTH und Fledermaus-Sommerfassadenquartier 1FQ der Firma Schwegler oder Fledermaus-Fassadenflachkasten und Fledermausspaltenkasten der Firma Hasselfeldt). f) Ferner sind als Ersatz für entfallende Brutplätze des Haussperlings 15 Kästen für Nischenbrüter (z. B. Sperlingskoloniehaus Typ 1SP der Firma Schwegler oder Typ SPMQ der Firma Hasselfeldt) aufzuhängen. 9. Ausgleichsmaßnahmen Die im Bebauungsplan festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen dienen dem Aus-gleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft, die im Sinne von § 1a Abs. 3 BauGB durch den Bebauungsplan vorbereitet werden und dem Ausgleich der Ein-griffe in Natur und Landschaft gem. § 15 BNatSchG, die mit dem Sanierungsplan mit Verbindlichkeitserklärung vom 19.05.2022 festgestellt wurden. Die Ausgleichs-maßnahmen wurden somit den Eingriffen wie folgt zugeordnet: - Ausgleichsmaßnahmen die den Eingriffen zugeordnet sind, die durch den Be-bauungsplan selbst planungsrechtlich vorbereitet werden (entsprechend der Planzeichnung): A4 111 m² 1.991 BWP für den Eingriff der Wohnbebauung W1 A4 1.679 m² 30.218 BWP für den Eingriff der Wohnbebauung W3 A1 645 m² 9.678 BWP für den Eingriff der Inneren Erschlie-ßung E1 A3 189 m² 3.312 BWP für den Eingriff des Radweges E2 A5 191 m² 3.241 BWP für den Eingriff des Radweges E2 A1 393 m² 5.900 BWP Für den Eingriff des öffentlichen Spielplatzes öSP A1 12 m² 186 BWP für den Eingriff der Versorgungsanla-gen V - Ausgleichsmaßnahmen, die den Eingriffen des Sanierungsplans zugeordnet sind: A2 112 m² 1.344 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A4 200 m² 3.600 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A5 1.515 m² 25.761 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A6 3.106 m² 30.892 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans 10. Darstellung von Ausgleichsmaßnahmen für die Bewältigung des Eingriffes, der durch die Sanierung mit Verbindlichkeitserklärung vom 19.05.2022 vorbereitet wurde Die festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen A2, A6 und A4 (lediglich auf einer Teil-fläche) gewährleisten den Ausgleich der Sanierung in einer Größe von 61.556 BWP nach dem Verfahren Sporbeck/Ludwig. Alle übrigen Ausgleichsmaßnahmen (A1, A3, A4 (Teilfläche), A5, A7) bewältigen die in der Planzeichnung dargestellten ausgleichpflichtigen Eingriffe gem. § 1a Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 BauGB. 11. Baumschutzsatzung a) Es gilt die Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusam-menhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011). b) Gemäß der Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusam-menhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011) sind Ersatzpflanzungen bzw. Ersatzgeld-zahlungen für im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes zu fällende Bäu-me zu leisten, soweit diese Bäume nicht bereits im Bebauungsplanverfahren bei der Bewertung und Bilanzierung nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsrege-lung nach § 18 BNatSchG in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB berücksichtigt wurden. 12. Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen Die verwendeten Kürzel innerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbei-trägen gemäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 15. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe von Kürzeln allgemein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formuliert. 13. DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke DIN-Vorschriften sowie sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen Fest-setzungen des Bebauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Erlass die-ser Satzung geltenden Fassung anzuwenden und werden beim Amt für Liegen-schaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln Plankammer, Zimmer 06. E 05, Stadthaus Deutz, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, während der Öffnungszeiten zur Einsichtnahme bereitgehalten. 14. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Gemäß Einleitungsbeschluss (Vorlage-Nr. 1204/2018) sind die Planbegünstigten zur Anwendung der Übergangsregelung des Kooperativen Baulandmodells der Stadt Köln in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2017 verpflichtet, ins-gesamt 24 % der Geschossfläche für Wohnen im öffentlich geförderten Segment gemäß der jeweils aktuellen Wohnraumförderrichtlinie des Landes NRW zu errich-ten. 15. Anspruch auf Maßnahmen zum passiven Schallschutz Durch die Errichtung des Vorhabens im Plangebiet des vorhabenbezogenen Be-bauungsplans Nr. 66509/10 kann an den Gebäuden Neusser Straße 788-794 An-spruch auf Schallschutz gegen Verkehrslärm dem Grunde nach entstehen. Hierzu können insbesondere Fenster einer besseren Schallschutzklasse als aktuell vorhanden in Verbindung mit schallgedämmten Lüftungsanlagen zum Einsatz kommen. I TEXTLICHE FESTSETZUNGEN 1. § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB 1.1. Festsetzungen über die Art der baulichen Nutzung Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB wird festgesetzt, dass folgende Nutzungen zulässig sind: Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ - Wohnen, - Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, - sonstige nicht störende Gewerbebetriebe - Wohnen, - Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, - Büros, - der Versorgung des Gebietes dienende Lä- den, - nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe - Anlagen für soziale Zwecke. 1.2. Bedingte Festsetzungen Gemäß § 9 Abs. 2 BauGB i.V.m. § 12 Abs. 3a BauGB sind im Rahmen der festge- setzten Nutzungen nur solche Vorhaben zulässig, zu deren Durchführung sich der Vorhabenträger im Durchführungsvertrag verpflichtet hat. Gemäß § 9 Abs. 2 BauGB ist die Aufnahme der Wohnnutzung innerhalb des Bauge- bietes „Wohnen / Nws Gewerbe“ erst dann zulässig, wenn die Gebäude an der Neusser Straße (Ostseite des Baugebietes) sowie an der Planstraße 3 (Nordseite des Baugebietes) als Rohbauten einschließlich des Einbaus der Türen und Fenster jeweils in ihrer gesamten straßenseitigen Länge hergestellt sind. 1.3. Bestimmung des Maßes der baulichen Nutzung (§ 16 BauNVO) a) Gebäudehöhen Gemäß § 16 Abs. 2 Nr. 4 BauNVO werden für die Bebauung folgende Gebäude- höhen über Normalhöhennull (ü NHN) als Höchstgrenze bzw. zwingend festge- setzt: - Für die I-vollgeschossige Bebauung mit der Signatur A: 49,4 m ü NHN zwin- gend - Fü r die I-vollgeschossige Bebauung mit der Signatur B: 50,0 m ü NHN - Für die I-vollgeschossige Bebauung mit der Signatur C: 51,7 m ü NHN zwin- gend - Fü r die II-vollgeschossige Bebauung: 57,0 m ü NHN - Fü r die III-vollgeschossige Bebauung: 60,0 m ü NHN - Fü r die IV-vollgeschossige Bebauung im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“: 62,0 m ü NHN - Fü r die IV-vollgeschossige Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“: 63,0 m ü NHN - Fü r die V-vollgeschossige Bebauung im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“: 65,0 m ü NHN - Fü r die V-vollgeschossige Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“: 66,5 m ü NHN - Fü r die VI-vollgeschossige Bebauung im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“: 68,0 m ü NHN - Fü r die VI-vollgeschossige Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“: 69,0 m ü NHN Gemäß § 16 Abs. 2 Nr. 4 BauNVO werden für die Bebauung folgende Gebäude- höhen als Mindest- und Höchstgrenze festgesetzt: - Fü r die zwingende V-vollgeschossige Bebauung: 62,0 – 66,0 m ü NHN - Fü r die zwingende VI-vollgeschossige Bebauung: 65,0 – 68,0 m ü NHN Als oberer Bezugspunkt der Gebäude gilt die Oberkante der Attika bzw. der obere Abschluss der Gebäude. b) Dachaufbauten. Gemäß § 16 Abs. 6 BauNVO können die festgesetzten Gebäudehöhen durch un- tergeordnete Bauteile oder bauliche Anlagen - z.B. Antennen, Aufzugsüberfahrten, Kamine, Lüftungseinrichtungen, Oberlichter - auf den baulich zugeordneten Dach- flächen überschritten werden. Das höchstzulässige Maß der Überschreitungen be- trägt 2,00 m in der Höhe. Der Flächenanteil der Überschreitungen je Dachfläche darf insgesamt 30% nicht übersteigen. Die Dachaufbauten müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten. 1.4. Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche (§ 19 BauNVO) Gemäß § 19 Abs. 4 Satz 3 BauNVO darf die zulässige Grundfläche durch die Grundflächen von Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO, von Garagen und Stellplätzen mit ihren Zu- fahrten, sowie von baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Bau- grundstück lediglich unterbaut wird, wie folgt überschritten werden: - Im Baugebiet „Wohnen 1“ bis zu einer GRZ von 0,75; - Im Baugebiet „Wohnen 2“ bis zu einer GRZ von 0,80; - Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ bis zu einer GRZ von 0,85. 2. § 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB Festsetzungen über die Bauweise, die überbaubaren und die nicht überbauba- ren Grundstücksflächen sowie die Stellung der baulichen Anlagen a) Bauweise Gemäß § 22 Abs. 4 Satz 1 BauNVO wird für das Baugebiet „Wohnen 1“ als abwei- chende Bauweise festgesetzt, dass die Länge der Gebäude bis zu 56,0 m betra- gen darf. b) Überbaubare und nicht überbaubare Grundstücksflächen Gemäß § 23 Abs. 3 Satz 3 in Verbindung mit Abs. 2 Satz 3 BauNVO werden für die überbaubaren Grundstücksflächen folgende Ausnahmen festgesetzt: - Vordächer, Balkone und Gesimse dürfen die festgesetzten Baugrenzen um ein Maß von maximal 2,0 m überschreiten. - Ebenerdige Terrassen dürfen die festgesetzten Baugrenzen um ein Maß von maximal 4,0 m überschreiten. c) Stellung der baulichen Anlagen Nebenanlagen i. S. d. § 14 Abs. 1 BauNVO sind auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen nicht zulässig. Ausgenommen hiervon sind Fahrradabstellan- lagen sowie eine Packstation. Die Packstation darf nur auf der in der Planzeich- nung mit der Bezeichnung „Na“ eingetragenen Fläche errichtet werden. Die Grundfläche der Packstation wird auf max. 17 m² begrenzt. 3. § 9 Abs. 3 Satz 1 BauGB Höhenlage baulicher Anlagen a) Gemäß § 9 Abs. 3 BauGB wird die Höhe der Geländeoberfläche in den Baugebie- ten sowie die Ausbauhöhe der öffentlichen Verkehrsflächen in der Planzeichnung festgesetzt. Geringfügige Abweichungen sind zur Neigung des Geländes für die Oberflächenentwässerung zulässig. Darüber hinaus sind Über- bzw. Unterschrei- tungen der festgesetzten Höhe der Geländeoberfläche bis zu 0,50 m durch Trep- pen- und Rampenanlagen sowie durch Aufschüttungen und Abgrabungen zuläs- sig. b) Gemäß § 9 Abs. 3 BauGB wird im Baugebiet „Wohnen 2“ an dessen südöstlicher Ecke eine Absturzsicherung mit einer Höhe von 48,9 m ü. NHN festgesetzt. Die genaue Lage sowie Länge und Breite ergeben sich aus dem Vorhaben- und Er- schließungsplan. 4. § 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB Flächen für Nebenanlagen, Stellplätze und Garagen mit ihren Zufahrten a) Gemäß § 12 Absatz 6 BauNVO sind oberirdische Stellplätze nur innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen oder in der festgesetzten Fläche für Gemein- schaftsstellplätze (GSt) zulässig. b) Gemäß § 12 Absatz 6 BauNVO sind oberirdische Garagen nur innerhalb der über- baubaren Grundstücksflächen zulässig. c) Gemäß § 12 Absatz 6 BauNVO sind Garagen unterhalb der Geländeoberfläche nur innerhalb der Tiefgarage (TGa) zulässig. d) Innerhalb der Tiefgaragen (TGa) sind außerhalb der durch Baugrenzen festge- setzten überbaubaren Grundstücksflächen Lagerflächen, Technik- und Neben- räume, sowie Fahrradabstellplätze gemäß § 48 BauO NRW zulässig, soweit sie unterhalb der Geländeoberfläche liegen. e) Innerhalb des Geltungsbereiches des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes sind mindestens 5 Car-Sharing-Plätze für ein stationsbasiertes Car-Sharing-System vorzuhalten, die jederzeit öffentlich zugänglich sein müssen. 5. § 9 Abs. 1 Nr. 11 BauGB Ein- und Ausfahrtbereiche Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 4 und Nr. 11 wird festgesetzt, dass Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage zur Neusser Straße ausschließlich in dem als Ein- und Ausfahrtsbereich festgesetzten Bereich zulässig sind. 6. § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB Mit Gehrechten zu belastende Flächen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB werden innerhalb des Baugebietes „Wohnen 1“ die folgenden Gehrechte festgesetzt: - Die mit „G 1“ bezeichneten Flächen sind mit einem Gehrecht zugunsten der Allge- meinheit gemäß Planeintrag zu belasten. Innerhalb der festgesetzten Flächen ist eine Durchwegung für die Allgemeinheit in einer Breite von mindestens 3 m in Nord-Süd-Richtung zu gewährleisten. Die Flächen dürfen ansonsten mit Nebenan- lagen und Bepflanzungen überstellt werden, soweit diese die Nutzbarkeit der vor- genannten Durchwegung nicht einschränken. - Die mit „G 2“ festgesetzten Flächen sind mit einem Gehrecht zugunsten der Allge- meinheit gemäß Planeintrag zu belasten. 7. § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB Maßnahmen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräu- sche a) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen entspre- chend den in der Planzeichnung dargestellten Lärmpegelbereichen (LPB) an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen zu treffen. Grundlage hierfür sind die maßgeblichen Außenlärmpegel nach DIN 4109-1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin). Die Zuordnung zwischen den dargestellten Lärmpegelbereichen und den maß- geblichen Außenlärmpegeln ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle: Lärmpegelbereich Maßgeblicher Außenlärmpe- gel L a dB I 55 II 60 III 65 IV 70 V 75 VI 80a VII >80a (a) Für maßgebliche Außenlärmpegel La> 80 dB(A) sind die An- forderungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten festzulegen. Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte. Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zuläs- sig, wenn im bauordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schalltechnischen Untersuchung ein niedrigerer Lärmpegelbereich oder ein niedrigerer maßgebli- cher Außenlärmpegel an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nachgewiesen wird. b) Bei Schlaf- und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallgedämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei ge- schlossenen Fenstern und Türen sicher zu stellen. c) Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Planstraße 3 (Norden) hin orientierte, schutzbedürftige Räume im Sinne der DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin) ) nur zulässig, wenn ihnen als Schallschutzvorrichtung sogenannte „kalte Wintergärten“ (verglaste Balkone) oder gleichwertige Maßnahmen (z. B. vorgehängte Fassaden, verglaste Laubengänge), die nicht zum dauerhaften Auf- enthalt von Menschen dienen, vorgelagert sind. Die „kalten Wintergärten“ bzw. sonstige gleichwertige Maßnahmen sind so zu errichten, dass die Beurteilungspe- gel für den Gesamt-Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) auf der Innenseite der jeweiligen Schutzvorrichtung 60 dB(A) tags (06:00 – 22:00 Uhr) und 50 dB(A) nachts (22:00 – 06:00 Uhr) nicht überschreiten. d) Für Balkone, Loggien und Terrassen, die einen Gesamtbeurteilungspegel aus dem Verkehr (Straßen-, Schienen- und Flugverkehr) > 62 dB(A) im Tagzeitraum (06:00 bis 22:00 Uhr) aufweisen, sind Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Durch diese muss sichergestellt werden, dass der vorgenannte Gesamtbeurteilungspe- gel nicht überschritten wird. Hiervon ausgenommen sind Balkone, Loggien und Terrassen von durchgesteckten Wohnungen, wenn zusätzlich auf der lärmabge- wandten Seite ein Balkon, eine Loggia oder eine Terrasse errichtet wird. 8. § 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 Buchst. a) BauGB sind im Bebauungsplangebiet folgende Begrünungsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhalten: a) Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen - M1: Begrünung der Freizeitanlage Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit Zweckbestimmung „Freizeitanlage“ ist eine Rasenfläche EA 31 (LW 41112) auf mindesten 60 % der Gesamtfläche her- zustellen. Von Satz 1 ausgenommen sind Flächen mit Freizeitgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. Darüber hinaus sind auf der betreffenden Fläche mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Bei der Pflanzung der Laubbäume ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaus- tausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grund- fläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M2: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A6 sind insgesamt mindestens 10 großkronige Laub- bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Hierbei ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaus- tausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grund- fläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M3: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A1 sind insgesamt mindestens zwei großkronige Laub- bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nach- richtlich dargestellt. - M4: Begrünung Kinderspielplatz (Parkanlage) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspiel- platz“ sind insgesamt mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M5: Begrünung Kinderspielplatz (Planstraße 2) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspiel- platz“ sind insgesamt mindestens fünf großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens sechs Solitärsträucher zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M6: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M6 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M6 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin- aus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Ab- fallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M7: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M7 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M7 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin- aus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Ab- fallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M8: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M8 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M8 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin- aus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Ab- fallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M9: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M9 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M9 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens drei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin- aus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Ab- fallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M10: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M10 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M10 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens ein Solitärstrauch zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzu- stellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbe- hältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M11: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M11 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M11 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin- aus ist auf mindestens 10 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wege, Ab- fallbehälter, Bänke und technische Aufbauten. - M12: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im Baugebiet „Wohnen 1“ sind mit einer extensi- ven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustel- len. Ausgenommen hiervon sind Dachterrassen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrünung zulässig. - M13: Begrünung der Kita-Freifläche Innerhalb der privaten Kita-Freifläche sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustel- len. Die Einfriedungen der Kita-Freifläche sind mit Heckenpflanzen zu begrünen. - M14: Begrünung von Tiefgaragen Der obere Abschluss der Tiefgaragen (TGa) und der unterirdischen Gebäudeteile im gesamten Plangebiet sowie die Freiflächen der Baugebiete, soweit diese nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielgeräte und sonstigen Nebenanlagen überbaut wer- den, sind zu begrünen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer mindestens 60 cm tiefen Bodensubstratschicht, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, aus- zubilden. Die Stärke der Bodensubstratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der fest- gesetzten Tiefgaragen ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. - M15: Pflanzung von Laubbäumen Innerhalb der beiden mit Gehrechten zu belastenden Flächen „G 1“ sind jeweils mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Die Stärke der Boden- substratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der festgesetzten Tiefgaragen ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. - M16: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im Baugebiet „Wohnen 2“ sowie der Gebäude im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind mit einer extensiven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hier- von sind technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrünung zulässig. - M17: Begrünung der Gemeinschaftsstellplatzflächen Innerhalb der Fläche M 17 sind mindestens sieben großkronige Bäume BF 41 (GH 742) und Strauchhecken BB 1 (GH 411) aus standortgerechten Hecken- pflanzen anzupflanzen. Es ist nur eine Laubbaumart zulässig. In der Planzeich- nung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M18: Straßenbaumpflanzungen Innerhalb der Planstraße 1 sind an den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten 21 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Im Süden der Planstraße 2 sind an den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten 2 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich darge- stellt. b) Ausgleichsmaßnahmen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 Buchst. a) BauGB in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB sind folgende Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhalten. Die Nummerierung der Maßnahmen entspricht dem Grünordnungsplan zu diesem Bebauungsplan: - A1: Herstellung eines extensiven Wiesenstreifens In den festgesetzten Flächen A1 ist eine extensive Wiese EA 1 (LW 41111) an- zupflanzen. Wegeflächen zur Erschließung der öffentlichen Grünfläche sind zu- lässig. - A2: Strauchpflanzung Innerhalb der festgesetzten Flächen A2 sind einheimische und standortgerechte Strauchgruppen BB 1 (GH 51) zu pflanzen. - A3: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A3 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) anzupflan- zen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Quali- tätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen durch einen Bodenaus- tausch mit einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. - A4: Herstellung eines Laubmischwaldes In den festgesetzten Flächen A4 ist ein Laubmischwald AX 11 (GH 3131) anzu- pflanzen. Bei der Anpflanzung des Laubmischwaldes sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Boden- austausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. - A5: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A5 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) auf 60 % der Gesamtfläche anzupflanzen. Weiter ist in der festgesetzten Fläche A5 ein Wie- sensaum EA 1 (LW 41111) auf 40 % der Gesamtfläche herzustellen. Bei der An- pflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hin- aus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Abfallbe- hältern, Bänken und technischen Aufbauten. - A6: Herstellung eines extensiven Rasens In den festgesetzten Flächen A6 ist ein extensiver Rasen EA 31 (LW 41112) an- zupflanzen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - A7: Straßenbaumpflanzung im Bereich der Simonskaul Innerhalb der ausgebauten Straße Simonskaul sind 6 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. 9. § 9 Abs. 2 Nr. 2 BauGB Bedingte Festsetzung für den Eintritt der Verlagerung einer Ausgleichsmaß- nahme Gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 2 BauGB wird festgesetzt, dass innerhalb der Planstraße 3 für das Grundstück in der Gemarkung Longerich, Flur 96, Flurstücke 256 und 4526 die festgesetzten baulichen und sonstigen Nutzungen erst ab Eintritt der Verlage- rung der Ausgleichsmaßnahme A4 der Planfeststellung „Abstellanlage für 64 Stadt- bahnfahrzeuge der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Hauptwerkstatt Weidenpesch“ zulässig sind. Voraussetzung für die Zulässigkeit der vorgenannten Nutzungen innerhalb der Planstraße 3 ist der Eintritt der Bestands- kraft eines Planfeststellungsbeschlusses gemäß § 28 Personenbeförderungsge- setz, mit der die Zweckbestimmung der Fläche als Ausgleichsfläche für den Bau der KVB Trasse aufgehoben wird. II BAUORDNUNGSRECHTLICHE FESTSETZUNGEN Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Abs. 1 und 2 BauO NRW 2018 werden folgende gestalterische Festsetzungen getroffen: 1. Dachform Im Geltungsbereich des Bebauungsplans sind ausschließlich Flachdächer zulässig.Dächer mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. 2. Einfriedungen Im Bereich der festgesetzten Flächen für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen mit der Bezeichnung A2 sind Einfriedungen für die Entgasungseinrichtungen nur als standortgerechte Hecken BB 1 (GH 51) sowie als Draht- oder Stabmattengitterzäune mit hinterpflanzten Hecken BB 1 (GH 51) bis zu einer Höhe von jeweils bis zu 2,5 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW 2018 zulässig. Grundstückseinfriedungen in den Baugebieten „ Wohnen 1“, „Wohnen 2“ und „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind nur als standortgerechte Hecken BB 1 (GH 51) sowie als Draht- oder Stabgitterzäune mit hinterpflanzten Hecken BB 1 (GH 51) bis zu einer Höhe von jeweils 1,20 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW 2018 zulässig. In Einfriedungen integrierte Müllboxen dürfen eine Höhe von 1,20 m nicht überschreiten. 3. Müllsammelplätze Müllsammelplätze sind als U nterfluranlagen herzustellen, oder in die Gebäude (zum Beispiel als Wandnische, im Keller, Tiefgarage, o.ä.) bzw. in oberirdische Nebenanla- gen (zum Beispiel in Müllbox en, Müllhäuschen, o.ä.) zu integrieren oder zu begrünen (Berankung, Heckeneinfassung, o.ä.). 4. Werbeanlagen a) Werbeanlagen sind nur an Gebäuden und nur an der Stätte der Leistung mit einer Größe von jeweils nicht mehr als 1,0 x 4,0 m zulässig. Sie dürfen nicht über die Unterkante der Fenster im 1. Obergeschoss hinausragen. Werbeanlagen auf Dachflächen sowie an Pylonen sind nicht zulässig. Dächer mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. a) Werbeanlagen mit im Tagesverlauf wechselnden oder mit bewegten Sichtflächen sowie akustisch unterstützte beziehungsweise aus schließlich akustische Werbe- anlagen sind nicht zulässig. b) Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdioden (LED)-Technik oder selbstleuchtend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanlagen dürfen nur hinterleuchtet sein. 2. Satellitenempfangsanlagen / Mobilfunksendeanlagen a) Parabolantennen für den Satellitenrundfunkempfang sind nur auf den Dachflächen zulässig. b) Mobilfunksendemasten und -anlagen sind auf den Dachflächen nicht zulässig. III KENNZEICHNUNG Gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 3 BauGB wird folgende Fläche im Bebauungsplan ge- kennzeichnet: Im Bereich des Bebauungsplanes liegt die Altablagerung Nr. 50503. Der Boden in- nerhalb der gekennzeichneten Fläche ist mit umweltgefährdenden Schadstoffen be- lastet. Zur gefahrlosen Nutzung des gekennzeichneten Areals sind Sanierungs- und Si- cherungsmaßnahmen erforderlich. Die ordnungsgemäße Sanierung sowie die Ent- sorgung des Bodenmaterials sind unter fachgutachterlicher Aufsicht und unter Be- teiligung der Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt, durchzuführen (siehe auch Nachrichtliche Übernahme Nr. 1 Buchst. c)) Sanier ungsplan. IV NACHRICHTLICHE ÜBERNAHMEN Gemäß § 9 Abs. 6 und Abs. 6a BauGB werden die nach anderen gesetzlichen Vorschriften getroffenen Festsetzungen nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen: 1. Natur- und Landschaftsschutz Der im Landschaftsplan der Stadt Köln nach Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) festgesetzte geschützte Landschaftsbestandteil (LB 5.04 „Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch“) und das Landschaftsschutzgebiet (LSG- 5007-0008, LSG-Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände). 2. Hochwasserrisikogebiet Der zeichnerisch entsprechend kenntlich gemachte Teil des Plangebiets ist in der Hochwassergefahrenkarte Rhein der Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln vom November 2013 als Hochwasserrisikogebiet für den Fall eines extremen Ereignisses (HQ extrem) ausgewiesen. In diesem Fall werden ohne technischen Hochwasser- schutz Überflutungen mit max. 0,5 m Wasserstand prognostiziert. Aus Gründen des vorbeugenden Hochwasserschutzes werden hochwassersichere Bauweisen im Erdgeschoss empfohlen. Ferner wird für Geschossebenen unterhalb des Erdgeschosses darauf hingewiesen, dass diese entweder flutungssicher verschließbar und statisch auftriebssicher oder in einer für die planmäßige Flutung im Hochwasserfall geeigneten Bauausführung her- gestellt werden sollten. Die einzelnen Maßnahmen sind im Rahmen der Genehmigungsplanungen zu prüfen und festzulegen. 3. Gestaltungs- und Ausgleichsmaßnahmen Planfeststellung Die Ausgleichsfläche des Planfeststellungsverfahrens „Abstellanlage für 64 Stadt- bahnfahrzeuge der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Haupt- werkstatt Weidenpesch der KVB und die zugehörige Zulaufstrecke in Köln-Weiden- pesch“ (hier Gestaltungs- (G1 Ansaat von Rasen) und Ausgleichsmaßnahmen (A4 Pflanzung von Einzelbäumen)) zum Bau einer KVB-Trasse, die im Widerspruch zur aktuellen Planung steht und derzeit im Änderungsverfahren befindlich ist, wird nach- richtlich dargestellt. 4. Erklärung der Verbindlichkeit eines Sanierungsplans Erklärung der Verbindlichkeit (vom 19.05.2022) eines Sanierungsplans nach § 1 BBodSchG für das Bauvorhaben Simonskaul in Köln Weidenpesch, aufgestellt i.A. durch das Büro Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Köln, vom 28.01.2022. Bezug: Antrag der Vorhabenträgerin (BONAVA) vom 11.05.2022 auf Erklärung der Verbindlichkeit des Sanierungsplans einer Teilfläche der AL 50503 Simonskaul. V HINWEISE 1. Rechtsfolgen Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußischen Fluchtliniengesetzes, des Aufbaugesetzes NW, des Bundesbaugesetzes oder des Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Bebauungsplanes außer Kraft. 2. Rechtsgrundlagen Es gelten: - D as Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl. I S. 3634), - di e Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990 (BGBI. I S. 132) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S. 3786), - d ie Planzeichenverordnung (PlanzV) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. I S. 58) und - d ie Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen – Landesbauordnung 2018 (BauO NRW 2018) vom 21. Juli 2018 (GV. NRW, S. 421), jeweils in der bei Erlass dieser Satzung geltenden Fassung. 3. Lärm- und Luftschadstoffimmissionen a) Das Plangebiet ist durch überhöhte Luftschadstoffimmissionen vorbelastet. b) Das Plangebiet ist durch die Lärmimmissionen des Straßen- und Schienenver- kehrs vorbelastet. 4. Erschütterungen Das Plangebiet befindet sich westlich der Neusser Straße. Demnach ist das Plange- biet durch Erschütterungseinträge der Stadtbahn auf der Neusser Straße und dem Zulaufgleis zur Abstellanlage Weidenpesch vorbelastet. Beim Neubau der Zulaufstrecke werden für die Gleise in der Neusser Straße und die Weichen angrenzend an das Plangebiet Maßnahmen zum Erschütterungsschutz vor- gesehen. Es wird empfohlen, bei der Gebäudeplanung im Bereich der Zulaufstrecke die ge- nauen technischen Parameter dieses aktiven Erschütterungsschutzes bei den Kölner Verkehrsbetrieben abzufragen und für die Beurteilung des Erschütterungsschutzes im Hochbau zugrunde zu legen. 5. Versickerung von Niederschlagswasser Gemäß § 44 Landeswassergesetz (LWG) in Verbindung mit § 55 Abs. 2 Wasser- haushaltsgesetz (WHG) ist das anfallende Niederschlagswasser von Dachflächen vor Ort zu versickern. Bezüglich der wasserrechtlichen Erlaubnis ist die Untere Was- serbehörde der Stadt Köln einzuschalten. 6. Kampfmittelbeseitigungsdienst Im Plangebiet ist mit Bombenblindgängern / Kampfmitteln zu rechnen. Vor Aufnahme von Bauarbeiten (circa 6 Wochen) ist das Amt für öffentliche Ordnung, Gliederungs- ziffer 322/40 (allgemeine Ordnungsangelegenheiten) unter der Benennung des Ak- tenzeichens 22.5-3-5315000-766/21 sowie der Bebauungsplan-Nummer einzuschal- ten. Die Anfrage kann per E-Mail an kampfmittel@stadt-koeln.de erfolgen. 7. Straßenprofil Das Straßenprofil innerhalb der festgesetzten Verkehrsflächen ist nur zur Informa- tion dargestellt. 8. Artenschutz a) Laut Artenschutzprüfung von Raskin, 29.09.2017, „Fachbeitrag zur Artenschutz- prüfung für eine Aufstellung eines Bebauungsplanes bei Simonskaul in Köln-Wei- denpesch“, ergeben sich keine Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 Bundesna-turschutzgesetz (BNatSchG), wenn die nachfolgend aufgeführten Vermeidungs-maßnahmen und vorgezogenen Ausgleic hsmaßnahmen nach § 44 Abs. 5 BNatSchG berücksichtigt werden. b) Gemäß § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es im Zeitraum zwischen dem 1. März und 30. September eines jeden Jahres verboten, Bäume, Hecken, Gebü- sche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu be- seitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Sind innerhalb dieses Zeitraumes Rodungsarbeiten erforderlich, ist vor deren Aufnahme in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln durch einen Fachgutachter nach besetzten Nestern und Fledermausquartieren zu suchen und bei deren Auffinden die Rodungstätigkeit sofort einzustellen. c) Zur Vermeidung eines Verstoßes gegen das Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG sind die erforderlichen Rodungen von Gehölzen au- ßerhalb der Hauptbrutzeiten vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres der im Plangebiet brütenden Vogelarten auszuführen. d) Die Baufeldberäumung (Abbruch von Bestandsgebäuden) darf nur außerhalb der Zeit vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres erfolgen. e) Da durch den Abbruch der alten Gebäude potenzielle Sommerquartiere für die Zwergfledermaus wegfallen können, ist ein Ersatz von Spaltenquartieren notwen- dig. Dies muss spätestens in der auf den Abbruch der Gebäude folgenden Fort- pflanzungsperiode der Zwergfledermaus wirksam erfolgt sein. Die 15 anzubringenden Fledermauskästen sind an geeigneten Bereichen und Stellen der umliegenden Bestandsgebäude (möglichst in direkter Umgebung) auf- zuhängen. Einzusetzen sind Flachkästen, vorzugsweise 2 verschiedene Typen (z.B. Fledermausuniversal-Sommerquartier 1FTH und Fledermaus-Sommerfassa- denquartier 1FQ der Firma Schwegler oder Fledermaus-Fassadenflachkasten und Fledermausspaltenkasten der Firma Hasselfeldt). f) Ferner sind als Ersatz für entfallende Brutplätze des Haussperlings 15 Kästen für Nischenbrüter (z. B. Sperlingskoloniehaus Typ 1SP der Firma Schwegler oder Typ SPMQ der Firma Hasselfeldt) aufzuhängen. 9. Ausgleichsmaßnahmen Die im Bebauungsplan festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen dienen dem Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft, die im Sinne von § 1a Abs. 3 BauGB durch den Bebauungsplan vorbereitet werden und dem Ausgleich der Eingriffe in Natur und Landschaft gem. § 15 BNatSchG, die mit dem Sanierungsplan mit Verbindlichkeitser- klärung vom 19.05.2022 festgestellt wurden. Die Ausgleichsmaßnahmen wurden so- mit den Eingriffen wie folgt zugeordnet: - Ausgleichsmaßnahmen die den Eingriffen zugeordnet sind, die durch den Be- bauungsplan selbst planungsrechtlich vorbereitet werden (entsprechend der Planzeichnung): A4 111 m² 1.991 BWP für den Eingriff der Wohnbebauung W1 A4 1.679 m² 30.218 BWP für den Eingriff der Wohnbebauung W3 A1 645 m² 9.678 BWP für den Eingriff der Inneren Erschlie- ßung E1 A3 189 m² 3.312 BWP für den Eingriff des Radweges E2 A5 191 m² 3.241 BWP für den Eingriff des Radweges E2 A1 393 m² 5.900 BWP Für den Eingriff des öffentlichen Spiel- platzes öSP A1 12 m² 186 BWP für den Eingriff der Versorgungsanla- gen V - Ausgleichsmaßnahmen, die den Eingriffen des Sanierungsplans zugeordnet sind: A2 112 m² 1.344 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A4 200 m² 3.600 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A5 1.515 m² 25.761 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A6 3.106 m² 30.892 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans 10. Darstellung von Ausgleichsmaßnahmen für die Bewältigung des Eingriffes, der durch die Sanierung mit Verbindlichkeitserklärung vom 19.05.2022 vorbereitet wurde Die festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen A2, A6 und A4 (lediglich auf einer Teilflä- che) gewährleisten den Ausgleich der Sanierung in einer Größe von 61.556 BWP nach dem Verfahren Sporbeck/Ludwig. Alle übrigen Ausgleichsmaßnahmen (A1, A 3, A4 (Teilfläche), A5, A7) bewältigen die in der Planzeichnung dargestellten ausgleich- pflichtigen Eingriff e gem. § 1a Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 BauGB. 11. Baumschutzsatzung a) Es gilt die Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammen- hang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Ge- biet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amts- blatt Nr. 34 vom 17. August 2011). b) Gemäß der Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusam- menhang bebauten Ortsteile u nd des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011) sind Ersatzpflanzungen bzw. Ersatzgeld- zahlungen für im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes zu fällende Bäume zu leisten, soweit diese Bäume nicht bereits im Bebauungsplanverfahren bei der Bewertung und Bilanzierung nach der naturschutzr echtlichen Eingriffsregelung nach § 18 BNatSchG in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB berücksichtigt wurden. 13. Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen Die verwendeten Kürzel i nnerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen gemäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 1 5. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe v on Kürzeln allge-mein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formu-liert. 14. DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke DIN-Vorschriften sowie sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen Fest-setzungen des Bebauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Erlass die-ser Satzung geltenden Fassung a nzuwenden und werden beim Amt für Liegenschaf-ten, Vermessung und Kataster der Stadt Köln Plankammer, Zimmer 06. E 05, Stadt-haus Deutz, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, während der Öffnungszeiten zur Ein-sichtnahme bereitgehalten. 15. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Gemäß Einleitungsbeschluss (Vorlage-Nr. 1204/2018) sind die Planbegünstigten zur Anwendung de r Übergangsregelung des Kooperativen Baulandmodells der Stadt Köln in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2017 verpflichtet, insgesamt 24 % der Geschossfläche für Wohnen im öffentlich geförderten Segment gemäß der jeweils ak tuellen Wohnraumförderrichtlinie des Landes NRW zu errichten. 16. Anspruch auf Maßnahmen zum passiven Schallschutz Durch die Errichtung des Vorhabens im Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebau-ungsplans Nr. 66509/10 kan n an den Gebäuden Neusser Straße 788-794 Anspruch auf Schallschutz gegen Verkehrslärm dem Grunde nach entstehen. Hierzu können insbesondere Fenster einer besseren Schallschutzklasse als aktuell vorhanden in Ver bindung mit schallgedämmten Lüftungsanlagen zum Einsatz kom-men. )~✓ ,J\ 3 ) \ ✓--, "".~ -- ' \ -- '"'f' Q ,....-~~~_;- Q -----...,,_~o-- -- ';\\'. /2q:,p o \ \ _7 Q Q O \ / 5 Q \ ------- - , ✓- ' , - - --- - - - Q ~, rkt:1lm:,- ·\ Ubungspl 46 7" 4 " \:"- l~hdiii9" Die Oberbürgermeisterin -
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/612 Vorlagen-Nummer 01.09.2022 2850/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 01.09.2022 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 03.11.2022 Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) vorhabenbezogener Bebauungsplan- Entwurf Nummer 66509/10 Arbeitstitel: Simonskaul in Köln-Weidenpesch 1. Anlass und Ziel Mit Schreiben vom 15.03.2018 hat die Bonava Deutschland GmbH die Einleitung eines Verfahrens gemäß § 12 Abs. 2 BauGB zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans (VEP) für eine Fläche im Bereich Simonskaul – Neusser Straße in Köln-Weidenpesch beantragt. Die Vorhabenträgerin beabsichtigt die Umnutzung dieser Flächen mit Altlastensanierung und an- schließender Rekultivierung zur Schaffung von familiengerechtem Wohnungsbau sowie eines neuen öffentlichen wohnungsnahen Parkes mit Ausgleichsflächen als Teil des Landschaftsschutzgebiets. Die Fläche eignet sich für eine Wohnbebauung. Das Vorhaben folgt den Zielen des Stadtentwick- lungskonzeptes Wohnen (StEK Wohnen), vom Rat der Stadt Köln am 11.02.2014 beschlossen, da es dazu beiträgt, den prognostizierten Wohnungsbedarf zu decken. Das Plangebiet ist eine solche zum Teil erschlossene Fläche. Die städtebauliche Planung fordert eine Neuordnung des Gebietes mit Er- schließung vom Simonskaul und dient der Arrondierung des Siedlungsbereiches. Aufgrund der Nut- zungsgeschichte als Altablagerungsstandort wurde die Fläche bisher nicht als Bauland ausgewiesen. Das vorhandene Planungsrecht lässt die Realisierung des Vorhabens nicht zu. Mit der Einleitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Realisie- rung eines Neubaugebietes im Rahmen des Kooperativen Baulandmodells, sowie einer viergruppigen Kita, neuen Räumlichkeiten für die Jugendeinrichtung Dachlow, zwei öffentlichen Spielplätzen und einer Multifunktionsfläche für Jugendliche sowie Grün- und Ausgleichsflächen im Bereich Simonskaul - Neusser Straße geschaffen. 2. Verfahrensverlauf Die Einleitung des Verfahrens zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 66509/10 mit dem Arbeitstitel „Simonskaul in Köln -Weidenpesch“ mit Vorlage-Nr. 1204/2018 wurde am 28.06.2018 vom Stadtentwicklungsausschuss beschlossen. Das Bebauungsplanverfahren wird im Normalverfahren mit zweistufiger Beteiligung durchgeführt. Die Beteiligung der Behörden sowie der Träger öffentlichen Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB wurde vor Einleitungsbeschluss in der Zeit vom 23.12.2016 bis einschließlich 31.01.2017 durchgeführt. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB wurde nach Modell 2 durchge- führt. Im Rahmen einer Abendveranstaltung am 05.02.2019 wurden vier städtebauliche Entwürfe vor- gestellt, die nach einem zweistufigen Qualifizierungsverfahren ausgewählt wurden. Es bestand die Gelegenheit zur Diskussion und Erörterung der vier Konzepte. Die Arbeiten wurden anschließend in der zweit en Bearbeitungsphase unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Auswahlkommission sowie der Anregungen aus der Öffentlichkeit überarbeitet. 2 Die Entscheidung über das weiter zu verfolgende Konzept traf die Bewertungskommission in ihrer Sitzung am 29.03.2019. Das unter 1.2 erläuterte Konzept von Lorenzen Mayer Architekten mit becht landscape architecture ist die Grundlage für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Der Vorgabenbeschluss mit Vorlage -Nr. 2736/2019 wurde am 30.01.2020 vom Stadtentwicklungs- ausschuss gefasst. Es wurde beschlossen, dass die Verwaltung die Vorhabenträgerin auffordern sol- le, auf der Grundlage des städtebaulichen Planungskonzeptes einen Entwurf zum vorhabenbezoge- nen Bebauungsplan auszuarbeiten. Die Ergebnisse der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Abs. 1 BauGB sind dabei gemäß der Stellungnahme der Verwaltung zu berücksichtigen. Die Beteiligung der Behörden sowie der Träger öffentlichen Belange gemäß § 4 Abs. 2 BauGB wurde vom 24.08.2021 bis einschließlich 28.09.2021 durchgeführt. Die öffentliche Auslegung gemäß § 3 Absatz 2 BauGB des Bebauungsplanentwurfs mit gestalteri- schen Festsetzungen wird durchgeführt und erfolgt in der Zeitraum vom 15.09.2022 bis einschließlich 17.10.2022. 3. Nutzungsbezogener Sanierung der im Plangebiet vorhandenen Altlagerung In einem Teilbereich des Plangebiets befindet sich eine verfüllte ehemalige Kiesgrube. Diese Altabla- gerung wird unter der Nr. 50503 „Simonskaul“ im Altlastenkataster der Stadt Köln geführt. Die Verfül- lungen reichen teilweise bis ins Grundwasser und bestehen - auf Grundlage vorliegender Untersu- chungen - im Wesentlichen aus Boden und Bauschutt. Untergeordnet sind auch gewerbliche und hausmüllähnliche Ablagerungsanteile vorhanden. Die geplante nutzungsbezogene Sanierung ist eine Vorsorgemaßnahme um die zukünftige Nutzung des Plangebietes als Wohnstätte mit Kindertages- stätte, Tiefgarage sowie Grün- und Ausgleichsflächen einschl. Kinderspielflächen dauerhaft sicherzu- stellen. Hierzu wird die Altablagerung im Bereich der vorgesehenen Bebauungen bis zum Grundwas- ser nahezu vollständig ausgehoben und im Bereich der angrenzenden nordwestlichen Grünfläche - einschl. der Kinderspielflächen - ebenfalls mittels Aushub saniert. Zusätzlich wird von der Bebauung ausgehend in Richtung der Grünfläche ein unterirdisches Abdichtungssystem eingebaut um eventuell auftretende Restausgasungen des nördlich des Baugebietes verbleibenden Altablagerungskörpers aufzufangen und sicher in Richtung Atmosphäre ableiten zu können. Eine Beeinträ chtigung des Grundwassers durch die Altablagerung konnte im Rahmen der durchgeführten Grundwasseruntersu- chungen bisher nicht festgestellt werden. Vorsorgemaßnahmen für den Fall einer möglichen baube- dingten Mobilisation und Sicherung von Schadstoffen wurden geplant und werden durchgeführt. 4. Wärmeversorgung des Plangebietes durch Blockheizkraftwerke Das Plangebiet soll durch zwei Blockheizkraftwerke mit Wärme versorgt werden, wobei ein Block- heizkraftwerk das im Osten des Plangebiets gelegene Haus 1 und das andere Blockheizkraftwerk die übrigen im Plangebiet liegenden Häuser 2-7 versorgen soll. Um die Häuser 2-7 versorgen zu können, soll die zwischen den Häusern verlaufende Planstraße ca. auf Höhe von Haus 5 durch eine Nahwär- meleitung gequert werden. Die vorgenannte Planstraße ist gem. Planentwurf als öffentlich gewidme- tes Straßenland vorgesehen, so dass die Stadt Köln in diesem Fall dem Versorgungsunternehmen den Bau und Betrieb der Leitungsquerung auf Grundlage eines Wegenutzungsvertrags gestattet. Da- bei soll der Leitungsgraben nicht über das erforderliche Maß für einen Graben zur Führung einer Wärmeleitung mit einem definierten Außendurchmesser hinausgehen und in einer Tiefe von mindes- tens 2,0 m unter der Geländeoberkante liegen. 5. Anpassungserfordernis des Beb auungsplan-Entwurfes mit dem laufenden Planfeststel- lungsverfahren „ Bau und Betrieb einer Abstellanlage für Stadtbahnfahrzeuge und die zu- gehörige Zulaufstrecke in Weidenpesch“ Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens zum Zulaufgleis der Kölner Verkehrsbetrie be (KVB) zum Betriebshof Weidenpesch wurde in der 1. Planänderung die Maßnahme A4 - Pflanzung einer Baum- reihe mit Raseneinsaat - südlich des KVB -Zulaufgleises im Bereich des Plangebietes des Bebau- ungsplan-Entwurfes „Simonskaul“ planfestgestellt. Da die Pflanzmaßnahme A4 aus dem Planfeststellungsverfahren im Wettbewerbsverfahren zum Be- bauungsplan-Verfahren „Simonskaul“ Berücksichtigung fand, war ein Konflikt mit der geplanten Baumreihe südlich des Zulaufgleises aus der Planfeststellung zu diesem Zeitpunkt n och nicht er- 3 kennbar. Im Zuge der Detailplanung zum überörtlichen Radweg auf der Südseite des neuen Zulaufgleises und zur Erschließung im Bebauungsplan ergaben sich neue Erkenntnisse aus verkehrlichen, erschlie- ßungstechnischen und brandschutztechnischen Fachplänen. Hieraus ergibt sich insgesamt das Erfordernis zur Verlagerung von 15 planfestgestellten Baumstand- orten. In Abstimmung mit der Stadt Köln wird die KVB einen Antrag auf Änderung der Planfeststellung zur Verlagerung von 15 Baumstandorten auf die West - und Nordseite des Zulaufgleises bei der Be- zirksregierung Köln einreichen. Anlagen Anlage 1 Geltungsbereich des Bebauungsplans Anlage 2 VBP Blatt 1, Vorhabenbezogener Bebauungsplan-Entwurf Anlage 3 VBP Blatt 2, Textliche Festsetzungen Anlage 4 VBP Blatt 3, Vorhaben- und Erschließungsplan-Entwurf Anlage 5 VBP Blatt 4, Gebäudeansichten Anlage 6 Textliche Festsetzungen nach § 3 Abs. 2 BauGB Anlage 7 Begründung mit Umweltbericht Gez. Greitemann -
Anlage 7. Begründung mit Umweltbericht
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ANLAGE 7 / 2 Begründung nach § 2a Baugesetzbuch (BauGB) zum Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes (VEP) Nr. 66509/10, Arbeitstitel: Simonskaul in Köln-Weidenpesch mit Umweltbericht nach Anlage 1 zum BauGB 1. Anlass und Ziel der Planung, Verfahren 1.1 Anlass der Planung Mit Schreiben vom 15.03.2018 hat die Bonava Deutschland GmbH die Einleitung eines Ver- fahrens gemäß § 12 Abs. 2 BauGB z ur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungs- plans (VEP) für eine Fläche im Bereich Simonskaul – Neusser Straße in Köln -Weidenpesch beantragt. Die Vorhabenträgerin beabsichtigt die Umnutzung dieser Flächen mit Altlastensanierung und anschließender Rekultivierung zur Schaffung von familiengerechtem Wohnungsbau sowie ei- nes neuen öffentlichen wohnungsnahen Parkes mit Ausgleichsflächen als Teil des Land- schaftsschutzgebiets. Die Fläche eignet sich für eine Wohnbebauung. Das Vorhaben folgt den Zielen des Stadtent- wicklungskonzeptes Wohnen (StEK Wohnen), vom Rat der Stadt Köln am 11.02.2014 be- schlossen, da es dazu beiträgt, den prognostizierten Wohnungsbedarf zu decken. Das Plan- gebiet ist eine zum Teil erschlossene Fläche. Aufgrund der Nutzungsgeschichte als Altabla- gerungsstandort wurde die Fläche bisher nicht als Bauland ausgewiesen 1.2 Ziele der Planung Das vorhandene Planungsrecht lässt die Realisierung des Vorhabens nicht zu. Mit der Einlei- tung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans werden die planungsrechtlichen Vorausset- zungen zur Realisierung eines Neubaugebietes im Rahmen des Kooperativen Baulandmo- dells, sowie einer viergruppigen Kita, neuen Räumlichkeiten für die Jugendeinrichtung Dach - low, zwei öffentlichen Spielplätzen und einer Multifunktionsfläche für Jugendliche sowie Grün- und Ausgleichsflächen im Bereich Simonskaul-Neusser Straße geschaffen. 2. Verfahren Die Einleitung des Verfahrens zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 66509/10 mit dem Arbeitstitel „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“ mit Vorlage-Nr. 1204/2018 wurde am 28.06.2018 vom Stadtentwicklungsausschuss beschlossen. Das Bebauungsplan- verfahren wird im Normalverfahren mit zweistufiger Beteiligung durchgeführt. Die Beteiligung der Behörden sowie der Träger öffentlichen Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB wurde vor Einleitungsbeschluss in der Zeit vom 23.12.2016 bis einschließlich 31.01.2017 durchgeführt. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB wurde nach Modell 2 durch- geführt. Im Rahmen einer Abendveranstaltung am 05.02.2019 wurden vier städtebauliche Ent- würfe vorgestellt, die nach einem zweistufigen Qualifizierungsverfahren ausgewählt wurden. Es bestand die Gelegenheit zur Diskussion und Erörterung der vier Konzepte. Die Arbeiten wurden anschließend in der zweiten Bearbeitungsphase unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Auswahlkommission sowie der Anregungen aus der Öffentlichkeit über- - 2 - / 3 arbeitet. Die Entscheidung über das weiter zu verfolgende Konzept traf die Bewertungskom- mission in ihrer Sitzung am 29.03.2019. Das unter 1.2 erläuterte Konzept von Lorenzen Mayer Architekten mit becht landscape architecture ist die Grundlage für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Der Vorgabenbeschluss mit Vorlage-Nr. 2736/2019 wurde am 30.01.2020 vom Stadtentwick- lungsausschuss gefasst. Es wurde besc hlossen, dass die Verwaltung die Vorhabenträgerin auffordern solle, auf der Grundlage des städtebaulichen Planungskonzept es einen Entwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan auszuarbeiten. Die Ergebnisse der frühzeitigen Öf- fentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Abs. 1 BauGB sind dabei gemäß der Stellungnahme der Ver- waltung zu berücksichtigen. Die Beteiligung der Behörden sowie der Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 2 BauGB wurde vom 24.08.2021 bis einschließlich 28.09.2021 durchgeführt. 3. Erläuterungen zum Plangebiet 3.1 Abgrenzung des Plangebietes Das Plangebiet im Kölner Stadtbezirk Nippes, Stadtteil Weidenpesch, wird durch die Neusser Straße im Osten, die vorhandene Bebauung am nördlichen Rand des Stadtteils Weidenpesch/ Mönchsgasse im Süden, die Straße Simonskaul im Westen und den Grünzug im Landschafts- schutzgebiet Nordfriedhof/ Ginsterpfad im Norden begrenzt. Damit umfasst das Plangebiet die Flurstücke 3995, 1241/178, 2273/177, 2272/178, 4216, 4217, 4485, 256, 4214, 4215 und Teile der Flurstücke 3566, 3995 sowie des Flurstücks 4373 (Straße Simonskaul) (jeweils Flur 96, Gemarkung Longerich (4966)) und Teile des Flurstücks 387 (Flur 97, Gemarkung Longerich (4966)). Die Plangebietsgröße beträgt ca. 3,9 ha. 3.2 Vorhandene Struktur Das Plangebiet wurde bis 2021 auf einer Fläche von ca. 1,6 ha für gewerbliche Zwecke ge- nutzt. Weitere Flächen von ca. 0,8 ha waren Hausgärten, die zum Teil nicht mehr bewirtschaf- tet wurden. Die vorhandenen Nutzungen wurden bis Ende 2021 aufgegeben und die Bausub- stanz wurde abgebrochen. Ca. 1,5 ha sind ruderalisierte (Brach-) Flächen. Das Gelände fällt von West nach Ost um ca. 2 m ab. Nördlich angrenzend befinden sich große, zusammenhängende Freiflächen als Teil eines na- turschutzrechtlich geschützten Grünzuges. Westlich grenzt eine Kleingartenanlage an. An der Simonskaul erstreckt sich eine ein- bis zweigeschossige, überwiegend aus W ohngebäuden bestehende Bebauung, mit einzelnen, ansässigen Gewerbebetrieben. Unmittelbar an der süd- lichen Plangebietsgrenze befindet sich innerhalb der Wohnbebauung ein Tischlereibetrieb. Weiter in östlicher Richtung liegt an der Mönchsgasse eine vier- bis neungeschossige Wohn- bebauung mit einer Kindertagesstätte. Auch an der Neusser Straße ist eine vier- bis neunge- schossige Bebauung vorhanden, hier sind die Erdgeschosse teils gewerblich genutzt. Unmittelbar nördlich des Plangebiets wurde eine zweigleisige Zuführungstrecke als Betriebs- gleis für die Anbindung des Betriebshofes Weidenpesch der KVB errichtet. Westlich des Plangebietes liegen Ackerflächen und Kleingärten. Die unmittelbar an der Simon- skaul gelegenen Ackerflächen dienen nach dem Bau der neuen KVB -Trasse als Ausgleichs- fläche in Form von Grün- und Waldfläche. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Neusser Straße sind zwei- bis dreigeschossige Wohn- und Gewerbebauten sowie ein Discountmarkt vorhanden, auf die in südlicher Richtung - 3 - / 4 ein neungeschossiges Wohn- und Geschäftshaus folgt. 3.3 Erschließung Verkehrserschließung Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Das Plangebiet liegt in 300 m Fußwegentfernung von der Stadtbahnhaltestelle Wilhelm -Soll- mann-Straße. Hier verkehren die Stadtbahnlinien 12 (Zollstock <-> Merkenich) und 15 (Ubier- ring <-> Chorweiler), sowie die Buslinie 122 (Pesch <-> Weidenpesch). Mit den vorgenannten Linien wird die Innenstadt bei Einrechnung beider Stadtbahnlinien in einem 3 bis 6- Minuten- Takt an Werktagen montags bis freitags sowie mit Taktzeiten von 5 bis 8 Minuten samstags bzw. 6 bis 12 Minuten an Sonn- und Feiertagen erreicht. Es besteht samstags sowie an Sonn- und Feiertagen ein durchgehender Nachtverkehr mit Taktzeiten von 15 Minuten für den An- schluss an die Innenstadt. Das Gebiet verfügt damit über eine gute Erschließung mit dem öffentlichen Personennahver- kehr. Fuß- und Radwege Das Plangebiet knüpft an Fuß- und Radwegeverbindungen entlang der Simonskaul und der Neusser Straße an. Ein Pfad führt durch Teile der ruderalisierten Brachfläche des nördlichen Plangebietes. Eine ausgebaute Fuß- und Radwegverbindung, welche die Simonskaul mit der Neusser Straße verbindet, besteht im Plangebiet nicht. Motorisierter Individualverkehr (MIV) Die angrenzende Straße Simonskaul hat den Charakter einer Anliegerstraße für den Kfz-Ver- kehr. Sie ist nicht in Richtung Norden (Longerich) befahrbar. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) beträgt 1.850 Kfz./Tag. Es sind beidseitige Gehwege sowie Längs- und Schrägparkstände vorhanden. Die Neusser Straße ist eine innerstädtische Hauptverkehrsstraße. Derzeit bestehen in dem südlich an das Plangebiet grenzenden Abschnitt je zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr. Der jeweils innen liegende Fahrstreifen wird durch die Stadtbahn mit genutzt. In Höhe des Plange- biets quert die Stadtbahn die Neusser Straße und befindet sich in nördlicher Richtung in Sei- tenlage westlich der Straße. Die Fahrbahn verengt sich auf je einen Richtungsfahrstreifen. Es sind beidseitig von Weidenpesch bis in Höhe des Plangebiets Gehwege und Längsparkstände vorhanden. Nur auf der Ostseite der Neusser Straße verläuft ein Radweg. Die DTV beträgt angrenzend an das Plangebiet 13.800 Kfz./Tag. Die neu errichtete zweigleisige Zuführungstrasse zur KVB -Abstellanlage an der Simonskaul quert die Neusser Straße unmittelbar nördlich des Plangebiets und bindet dort in die beste- hende Stadtbahntrasse ein. Dazu sind umfangreiche Umbaumaßnahmen im Straßenraum ein- schließlich einer signalisierten Querung für den Fuß- und Radverkehr erstellt worden. Die Neusser Straße wird wie bisher durch die Stadtbahn und den MIV in beide Richtungen auf einer Fahrspur befahren. Der Radverkehr wird beidseits in einem Schutzstreifen im Fahrbahn- bereich geführt. Wasser- und Energieversorgung Die erforderlichen Versorgungsleitungen für Wasser, Gas und Elektrizität sind in der Neusser Straße und der Simonskaul vorhanden. Von hier aus werden Leitungen durch das Plangebiet neu verlegt. - 4 - / 5 Abwasserentsorgung In der Neusser Straße ist ein Mischwasserkanal vorhanden. Der Querschnitt ist ausreichend, um das anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser unter Berücksichtigung einer Abfluss- drosselung im Plangebiet aufzunehmen. 3.4 Bodensituation Gemäß geologischer Karte des Landes NRW stehen im Plangebiet fluviatile Ablagerungen des Rheins an. Hierbei lagern holozäne Hochflutsedimente (Hochflutlehm) pleistozänen Ter- rassensedimenten (Niederterrasse des Rheins) auf. Die Hochflutsedimente bestehen überwiegend aus schluffigem Sand bis sandigem Schluff und weisen nur eine geringe Mächtigkeit von bis zu 2 m auf. Die Terrassensedimente sind grobkörniger und bestehen vornehmlich aus Kies und Kiessand. Die Mächtigkeit der Niederterrassensedimente liegt bei etwa 20 m bis 25 m. Das unterlagernde Tertiär besteht überwiegend aus feinkörnigen Sanden mit eingeschalteten Tonlagen und Braunkohleflözen. Gemäß Geologischer Karte liegt das Untersuchungsgebiet im auf Braunkohle verliehenen Grubenfeld „Glanzstoff 1“. Über einen Braunkohleabbau im Untersuchungsgebiet liegen keine Informationen vor. Altlasten Das westliche Grundstücksareal wird gewerblich genutzt. An der Geländeoberfläche stehen Auffüllungsmaterialien an. Die vorhandenen Gebäude werden vor Baubeginn abgebrochen, das Abbruchmaterial wird fachgerecht entsorgt. Das Plangebiet befindet sich im südlichen Ausläufer der Altablagerung Nr. 50503 gemäß Alt- lastenkataster der Stadt Köln. Nach der vorliegenden Gefährdungsabschätzung [Gutachten Mull & Partner, 2020] handelt es sich um eine verfüllte Kiesgrube, die gemäß his torischem Kartenmaterial schon in den 1930er Jahren bestand. Die Luftbildauswertung ergab, dass die Kiesgrube in den 1950er Jahren nach Norden und Nordwesten erweitert wurde und in den 1960er Jahren verfüllt wurde. Ende 2019 wurden durch das Büro Mull & Partner umfangreiche Bodenuntersuchungen durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass der flächenhafte Auffüllungs- horizont eine heterogene Zusammensetzung auf weist. Neben Bereichen, die vor allem aus Boden-Bauschutt-Gemischen bestehen, wurden in den Bohrungen i m östlichen Bereich de r Altablagerung organoleptisch auffällige Schlämme / weiche Massen (vermutlich Industrieab- fälle) festgestellt. Das Material in den Bohrungen zeigte deutliche olfaktorische Auffälligkeiten (teerartiger Geruch, MKW-Geruch). In der Analyse wurden erhöhte Konzentrationen von PAK festgestellt. Die Oberkante des natürlich gewachsenen Bodens wurde zwischen 11,0 m u. GOK und 14,1 m u. GOK erbohrt. Das vorhandene, verunreinigte Bodenmaterial wird innerhalb des zur Bebauung vorgesehe- nen Bereichs vollständig, ansonsten soweit erforderlich entfernt und ebenfalls fachgerecht ent- sorgt. Im vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird darauf hingewiesen, dass die Böden des Plangebietes erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet sind. Das Plangebiet wird entsprechend gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 3 BauGB gekennzeichnet. Zu den Einzelheiten des Sanierungskonzepts wird auf den Umweltbericht, Nr. 6.5. 4, verwie- sen. - 5 - / 6 Bodendenkmäler Bodendenkmäler sind im Plangebiet nicht bekannt. Es bestehen aber Anhaltspunkte für mög- liche archäologische Funde in den Teilflächen des Gebietes, die nicht innerhalb der ehemali- gen Kiesgrube liegen. Daher wird vor Aufnahme einer Bautätigkeit (hierzu gehören auch bau- vorbereitende Erdarbeiten) eine archäologische Prospektion erfolgen. Kampfmittel Innerhalb des Bereiches, der nicht bereits bei der Auskiesung abgegraben wurde besteht ein konkreter Kampfmittelverdacht, hier wird vor Aufnahme von Bauarbeiten eine entsprechende Überprüfung erfolgen. 3.5 Schallimmissionen Das Plangebiet ist durch Straßen- und Schienenverkehrslärm sowie in geringerem Ausmaß auch durch Gewerbelärmimmissionen vorbelastet. Die Thematik Schallimmissionen wird im Umweltbericht im Kapitel 6.5.12.1 näher betrachtet. 3.6 Alternativstandorte Alternativstandorte für die geplante Bebauung sind in gleicher Größe und Lagequalität in der näheren Umgebung nicht verfügbar. 3.7 Planungsrechtliche Situation Für das Plangebiet besteht kein rechtskräftiger Bebauungsplan. Somit besteht für das Plan- gebiet zunächst keine Zulässigkeit von Bauvorhaben gemäß §§ 30 bis 33 BauGB. Darüber hinaus gliedert sich das Planungsgebiet in Flächen, die hinsichtlich der Beurteilung ihrer Zu- lässigkeit von Bauvorhaben entweder nach § 34 (im Zusammenhang bebauter Ortsteile) oder nach § 35 BauGB (baulicher Außenbereich) zu beurteilen sind. Unmittelbar an das Plangebiet angrenzend befindet sich die planfestgestellte und 2020 herge- stellte zweigleisige Zuführungsstreck e zur KVB- Abstellanlage Weidenpesch („Planfeststel- lungsbeschluss für den Bau einer Abstellanlage für 64 Stadtbahnfahrzeuge der Kölner Ver- kehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Hauptwerkstatt Weidenpesch und der dazu- gehörigen Zulaufstrecke in Köln“, Oktober 2017, s. Abschnitt 4.4). Darüber hinaus besteht eine konkrete Genehmigungslage für die Flächen einer ehemaligen Kiesgrube, für deren Verfüllung eine Erlaubnis mit Datum vom 06.04.1964 erteilt wurde. Mit dieser Erlaubniserteilung waren Rekultivierungs verpflichtungen für die betreffenden Flächen verbunden. Die Beurteilung erfolgte durch die Prüfungen des Bauaufsichtsamtes mit Datum vom 15.07.2019 (Abgrenzung) und vom 17.11.2020 (zulässige Art und Maß der baulichen Nut- zung). 3.8 Abstände zu Störfallbetrieben im Sinne des § 50 BImSchG Da sich das Plangebiet in räumlicher Nähe zu Störfallbetrieben befindet, war vor Aufnahme des Planverfahrens zu prüfen, ob Risiken für eine Wohnbebauung bestehen. Als nächstgele- gener und für die Ermittlung angemessener Abstände relevanter Betrieb wurde die Carbosulf Chemische Werke GmbH, Geestemünder Straße identifiziert. Es wurde ein angemessener Sicherheitsabstand von gerundet 700 m ermittelt. Potenzielle Störfallquellen innerhalb des Be- - 6 - / 7 triebsgeländes haben einen Abstand von mi ndestens 900 m und s ind somit weit genug ent- fernt. Es sind daher keine entsprechenden Maßnahmen im Bebauungsplan festzusetzen. Wei- tere Angaben enthält der Umweltbericht unter Kapitel Nr. 6.5.12.4 Sonstige Gesundheitsbe- lange / Risiken. 4. Planungsvorgaben 4.1 Regionalplan Der Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, Teilabschnitt Region Köln legt für das Plan- gebiet im südlichen Teil, in etwa bis zu einer Linie, die zwischen den Häusern Simonskaul 77 und Neusser Straße 741 verläuft, Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) fest. Nördlich des ASB ist das Plangebiet als Waldbereich mit der Freiraumfunktion als Regionaler Grünzug festge- legt. Im Gegensatz zu den westlich der Straße Simonskaul gelegenen Flächen ist hier keine Festlegung für den „Schutz der Landschaft und landschaftsorientierte Erholung“ überlagert. Damit liegt für das Plangebiet auf der Ebene der Regionalplanung bereits eine eingeschränkte Funktionszuweisung vor. Die Stadt Köln hat den Teil des Plangeltungsbereiches, der zur zeit nicht als ASB festgelegt ist, in die Darstellungsänderungen aufgenommen, die für die laufende Neuaufstellung des Re- gionalplans in das Plankonzept übernommen wurden, das der Regionalrat am 13.03.2020 als Grundlage der Neufassung des Regionalplans beschlossen hat. In der Begründung zur 234. FNP-Änderung, die im Parallelverfahren mit dem Bebauungsplan aufgestellt wird, wird dargelegt, weshalb die Planung mit den bestehenden Ausweisungen des Regionalplans vereinbar ist, diese Begründung wird nachfolgend auszugsweise zitiert. Generelle Entwicklung des Siedlungsraums Die neue Wohnbaufläche liegt mit einem circa 1,7 ha umfassenden Bereich außerhalb des Allgemeinen Siedlungsbereichs (ASB). Die Siedlungsentwicklung soll mit der vorhandenen und geplanten Verkehrsinfrastruktur abgestimmt werden und daher grundsätzlich auf leis- tungsfähige Verkehrswege unter besonderer Vorrangstellung des schienengebundenen öf- fentlichen Personennahverkehrs ausgerichtet werden. Hinsichtlich der generellen Entwicklung des Siedlungsraums verfolgt der Regionalplan fol- gende für die Änderung des Flächennutzungsplans relevanten Ziele: Ziel 1 Im Sinne der Leitvorstellung einer nachhaltigen Raumentwicklung und zur Verwirkli- chung der landesplanerisch angestrebten Schwerpunktbildung soll sich die Siedlungs- entwicklung der Gemeinden auf den Flächen vollziehen, die im Regionalplan als Sied- lungsbereiche dargestellt sind. Innerhalb der Siedlungsbereiche soll sich die gemeind- liche Siedlungstätigkeit vorrangig auf Siedlungsschwerpunkte ausrichten. Ziel 2 Siedlungsbereiche dürfen durch die Darstellung und Festsetzung von Bauflächen bzw. Baugebieten in der Bauleitplanung jeweils nur soweit in Anspruch genommen werden, wie es der nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung i.S. der §§ 1 und 1a BauGB ent- spricht. Neue Bauflächen sind, soweit nicht siedlungsstrukturelle oder ökologische Be- lange entgegenstehen, an vorhandene Siedlungen anzuschließen. Die erneute Nut- zung ehemals bebauter Bereiche sowie die Schließung von Baulücken hat Vorrang vor der Inanspruchnahme neuer Flächen. Kleinteilige schutzwürdige Lebensräume, Wald und Freiflächen, die erhalten, geschützt und entwickelt werden sollen, sind in der nach- folgenden Planung zu beachten. - 7 - / 8 Die geplante Wohnbaufläche ist an die vorhandene Siedlung Köln-Weidenpesch/ Mer- heim (linksrheinisch) angeschlossen. Damit wird die vorhandene Ortschaft städtebau- lich sinnvoll abgerundet. Mit der klaren Gliederung von Siedlungs- und Freiraum erfolgt eine Aufwertung des Orts - und Landschaftsbildes. Zudem wird die vorhandene Infra- struktur (Ver- und Entsorgung, ÖPNV, Nahversorgung) genutzt und ergänzt (Kita). Da- bei wird die Fläche einer in weiten Teilen nicht genehmigten gewerblichen Ansiedlung überplant. Der circa 0,55 ha umfassende Bereich nördlich der bestehenden Erschließungsstraße der Gewerbesiedlung wird rückgebaut. Dies stellt einen Beitrag zur Wiederherstellung der Retentionsfähigkeit des Bodens und zur Regenwasserversickerung dar. Eine zwischen der gewerblichen Ansiedlung und der Neusser Straße gelegene Freiflä- che ist laut Landschaftsplan Teil eines geschützten Landschaftsbestandteils (LB). Mit der Planfeststellung einer neuen Gleistrasse der KVB von der Neusser Straße zum Straßenbahndepot zwischen Simonskaul und Ginsterpfad kann der ursprüngliche Schutzzweck für die Teilfläche des LBs nicht weiterverfolgt werden, da die nur circa 0,3 ha große Fläche durch die starke Zäsur der Gleisanlagen zukünftig keine Verbindung mehr zum übrigen LB aufweist. Freiraumsicherung und Regionale Grünzüge Die neue Wohnbaufläche liegt mit einem circa 1,7 ha umfassenden Bereich in einem Regio- nalen Grünzug. Der durch die geplante Wohnbaufläche beanspruchte Bereich des Regionalen Grünzugs um- fasst im Wesentlichen die Fläche einer in weiten Teilen nicht genehmigten gewerblichen An- siedlung sowie eine zwischen der gewerblichen Ansiedlung und der Neusser Straße gelegene Freifläche. Diese Freifläche ist laut Landschaftsplan Teil eines geschützten Landschaftsbe- standteils (LB). Mit der 2020 fertiggestellten neuen Gleistrasse der KVB von der Neusser Straße zum Straßenbahndepot zwischen Simonskaul und Ginsterpfad kann der ursprüngliche Schutzzweck für die Teilfläche des LBs nicht weiterverfolgt werden, da die nur circa 0,3 ha große Fläche durch die starke Zäsur der Gleisanlagen keine Verbindung mehr zum übrigen LB aufweist. Ausgleichend für die Inanspruchnahme der 0,3 ha umfassenden Freifläche wird ein circa 0,55 ha umfassender Bereich der gewerblichen Ansiedlung nördlich der bestehenden Erschließungsstraße rückgebaut und zukünftig der öffentlichen Grünfläche zugeschlagen. Es erfolgt eine Gestaltung als öffentliche Parkanlage mit Einbindung in das vorhandene Fuß- und Radwegenetz. Damit erfolgt eine qualitative und ökologische Aufwertung der heute gewerblich genutzten und weitestgehend versiegelten Bereiche des Regionalen Grünzugs für dessen Funktionsfähigkeit. Flächenmäßig wird der Eingriff in den Regionalen Grünzug mehr als kom- pensiert. Die neu entstehende Parkanlage ist über den verbleibenden Teil des Regionalen Grünzugs mit dem regionalen Freiraumsystem vernetzt. Die Durchgängigkeit der Regionalen Grünzüge ist weiterhin gewährleistet. Waldbereiche Die neue Wohnbaufläche liegt mit einem circa 1,7 ha umfassenden Bereich zugleich in einem Waldbereich (innerhalb des Regionalen Grünzuges). Die zeichnerisch festgelegten Waldbereiche enthalten, bezogen auf das Plangebiet, Freiraum- teile, die überwiegend mit Bäumen bestanden sind. Hierüber hinaus umfassen sie maßstabs- bedingt kleinere baulich genutzte Flächen, in deren Nutzung mit der Darstellung nicht einge- griffen wird. Der durch die geplante Wohnbaufläche beanspruchte Waldbereich umfasst im Wesentlichen die Fläche einer in weiten Teilen nicht genehmigten gewerblichen Ansiedlung sowie eine zwi- schen der gewerblichen Ansiedlung und der Neusser Straße gelegene Freifläche. Diese Frei- fläche ist laut Landschaftsplan Teil eines geschützten Landschaftsbestandteils (LB). Wegen der neuen Gleistrasse der KVB von der Neusser Straße zum Straßenbahndepot zwi- schen Simonskaul und Ginsterpfad kann der ursprüngliche Schutzzweck für die Teilfläche des - 8 - / 9 LBs nicht weiterverfolgt werden, da die nur circa 0,3 ha große Fläche durch die starke Zäsur der Gleisanlagen keine Verbindung mehr zum übrigen LB aufweist. Ausgleichend für die Inan- spruchnahme der 0,3 ha umfassenden Freifläche wird ein circa 0,55 ha umfassender Bereich der gewerblichen Ansiedlung nördlich der bestehenden Erschließungsstraße rückgebaut und zukünftig der öffentlichen Grünfläche zugeschlagen. Es erfolgt eine Gestaltung als öffentliche Parkanlage mit Einbindung in das vorhandene Fuß- und Radwegenetz. Dabei soll alter Baum- bestand erhalten bleiben. Die geplante Ausgestaltung der Grünfläche als Parkanlage sieht weitere Baumpflanzungen vor, so dass baumbestandene Flächen als Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt erhalten, bzw. kompensiert und vermehrt werden. Aus den vorgenannten Gründen wird davon ausgegangen, dass die Planung mit den Zielen der Landes- und Regionalplanung vereinbar ist. Auf Anfrage der Stadt Köln vom 06.04.2020 hat die Bezirksregierung Köln als Regionalplanungsbehörde die Anpassung der Planung an die Ziele der Raumordnung gemäß § 34 Absatz 1 Landesplanungsgesetz (LPlG) auf Grund- lage des dieser Anfrage zugrunde liegenden Planungsstandes bestätigt. 4.2 Flächennutzungsplan Das Plangebiet ist im Flächennutzungsplan (FNP) in seinem südlichen Teil als Wohnbaufläche (W) dargestellt. In etwa auf einer von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Diagonalen durch das Plangebiet ist ein örtlicher Hauptverkehrszug dargestellt. Es handelt sich hierbei um die Vorbehaltstrasse für die Verlängerung der Äußeren Kanalstraße. Der nördlich davon gele- gene Bereich ist als Grünfläche dargestellt. Die vorgesehene Wohnbebauung entspricht des- halb teilweise nicht den Darstellungen des FNP. Im Rahmen des Planverfahrens ist die Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich des Plangebietes und im weiteren Umfeld erforderlich. Diese wird entsprechend als eigenes Än- derungsverfahren parallel zum Bebauungsplanverfahren als 234. Änderung durchgeführt. Da- bei wird die bisher noch dargestellte Vorbehaltstrasse für die Verlängerung der Äußeren Ka- nalstraße zwischen der Robert-Perthel-Straße im Bilderstöckchen und dem „Niehler Ei“ insge- samt aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Ferner werden Wohnbauflächen i m Bereich der Wohngebiete im Bebauungsplan dargestellt. 4.3 Landschaftsplan Das Plangebiet ist in seinem nördlichen Teilbereich im Landschaftsplan der Stadt Köln als Landschaftsschutzgebiet (LSG) festgesetzt. Der Bereich ist Teil des großflächigen Land- schaftsschutzgebietes L 9 „Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände“. Eine kleinere Teilfläche im Osten des Gebiets ist als Geschützter Landschaftsbestandteil (LB) 5.04 „Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch“ festgesetzt. Der südliche Teil des Plangebiets wird durch Festsetzungen des Landschaftsplanes nicht berührt. Bezüglich der Bebauung in einer Teilfläche des LB wurde durch eine naturschutzfachliche Ersteinschätzung [Dr. Raskin, Aachen, 2017] festgehalten, dass die geplante Nutzung unter Wahrung der Belange von Natur und Landschaft angesiedelt werden kann (s. dazu im Um- weltbericht unter Nr. 6.5.1). Die in das Plangebiet einbezogene Teilfläche des LB wird durch die planfestgestellte KVB - Trasse (s. unten) künftig von dem größeren, nördlich der Gleise gelegenen Teil abgetrennt. Die Trägerin der Landschaftsplanung hat zum jetzigen Stand des Verfahrens der FNP -Ände- rung widersprochen. Sie wird jedoch den zunächst erhobenen Widerspruch unter der folgen- den Maßgabe aufheben: - 9 - / 10 1. Im zurzeit in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan sollen keine Erweiterungen der ge- planten Baugebiete in die festgesetzten Grünflächen entwickelt werden. Private Gemein- schaftsanlagen dürfen nicht in die öffentlichen Grünflächen verlagert werden. 2. Die Entwicklung des Landschaftsraums in „der näheren Umgebung“ mit Wirkung auf den LB 5.04 bzw. das angrenzende LSG L 9 wird umgesetzt. Vorgeschlagen wird hierbei , den im Landschaftsplan festgesetzten Puffer des Naturschutzgebiets NSG N 13 „Ginsterpfad“ unter der Ziffer M -Nr. 5.2 – 8 Anlage einer Hecke mit Krautsaum auf einem 29 m breiten Streifen oberhalb der Böschungskrone an der nördlichen Grenze des Naturschutzgebietes N13 herzustellen. Neben der Begrünung der Gemeinschaftsstellplätze ist als Maßgabe für die Rücknahme des Widerspruchs des Trägers der Landschaftsplanung (Stellungnahme Träger der Landschafts- planung vom 09.11.2021) die Umsetzung der Maßnahmen Nr. 5.2- 8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ zur Stärkung des Biotopverbundes umzusetzen. Sollte die Maßnahme nicht um- setzbar sein, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Landschaftsraums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Landschaftsplans Köln umzusetzen. Folgende im Bebauungsplan vorges ehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Sicherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: • A1 Herstellung einer extensiven Wiese • A4 Herstellung eines Mischwaldes • A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels • Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestandsbäumen festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsgleich der KVB zum KVB -Be- triebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. Die Maßnahme unterliegt aufgrund ihres Charakters als Maßgabe zur Aufhebung des Wider- spruchs nicht der städtebaulichen Abwägung. Weitere Erläuterungen dazu gibt der Umweltbe- richt unter Punkt 6.5.16 Darst ellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbe- sondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechts. Der Flächennutzungsplan wird diesen Bereich dann als Wohnbaufläche darstellen. Die Fest- setzungen der drei Baugebiete im Bebauungsplan werden demnach aus dem Flächennut- zungsplan entwickelt sein. Mit der Rechtskraft des Bebauungsplanes treten die der Bauleitpla- nung widersprechenden Festsetzungen des Landschaftsplanes gemäß § 20 Abs. 4 Landesna- turschutzgesetz für diesen Bereich außer Kraft, weil der Träger der Landschaftsplanung im Verfahren zur Aufstellung bzw. Änderung des Flächennutzungsplanes im betreffenden Bereich seinen Widerspruch zurückgenommen hat. 4.4 Planfeststellung KVB-Abstellanlage und Zulaufstrecke Das Plangebiet liegt überwiegend unmittelbar angrenzend an die am 24.10.2017 durch Be- schluss planfestgestellte und 2020 hergestellte zweigleisige Zuführungsstrecke zur KVB-Ab- stellanlage Weidenpesch („Planfeststellungsbeschluss für den Bau einer Abstellanlage für 64 Stadtbahnfahrzeuge der Kölner Verkehrs -Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Haupt- werkstatt Weidenpesch und der dazugehörigen Zulaufstrecke in Köln“, Oktober 2017). Eine Überlagerung des Geltungsbereiches des Vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit dem Genehmigungsbereich der Planfeststellung existiert im östlichen Plangebiet an der Plan- straße 3. So sind in der Planfeststellung Baumpflanzungen im Bereich der Planstraße 3 des Bebauungsplanes vorgesehen. In mehreren Abstimmungen mit der Bezirksregierung, der - 10 - / 11 KVB, der höheren und der unteren Landschaftsbehörde wurde ein neuer Standort für die neun Bäume im Nahbereich der Planfeststellungsfläche festgelegt. Die KVB hat einen entsprechenden Antrag auf Änderung der Planfeststellung bei der Bezirks- regierung (BR) Köln eingereicht. Die BR Köln geht davon aus, dass der Änderungsantrag ge- nehmigungsfähig sein wird. Die Planfeststellung wird nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen, soweit sie den Geltungsbereich des Bebauungsplanes betrifft. Die Gleisanlagen werden als Emissionsquellen für Schall und Erschütterungen in der Planung beachtet. Bei der geplanten Bebauung ist der Erschütterungsschutz gem. DIN 4150 nachzu- weisen. 4.5 Gesamtverkehrskonzept / überörtliche Radwegeplanung Die im Planfeststellungsverfahren nachrichtlich übernommene Radwegführung zwischen Neusser Straße und Simonskaul, die überwiegend parallel zu der neuen Gleisanlage verläuft, und zwei Anbindungen an die Simonskaul erhalten soll, wird im Bebauungsplan festgesetzt. Damit wird ein erster Abschnitt der im Rahmen der 10. Änderung des Gesamtverkehrskonzep- tes vorgesehenen Radverkehrsroute in Verlängerung der äußeren Kanalstraße und des zu- künftigen gesamtstädtischen Hauptroutennetzes planungsrechtlich gesichert. 4.6 Stadtentwicklungskonzept Wohnen (StEK Wohnen) Der Rat der Stadt Köln hat am 11.02.2014 das Stadtentwicklungskonzept Wohnen (StEK Woh- nen) beschlossen. Der im StEK Wohnen ermittelte Wohnungsgesamtbedarf 2010- 2029 in Höhe von rund 52.000 Wohnungen basiert auf der städtischen Bevölkerungsprognose 2011. In der aktuellen Bevölkerungsprognose mit Stand Mai 2015 wird Ende 2029 von rund 1.161.000 Einwohnern und 609.900 Haushalten ausgegangen. Der Gesamtwohnungsbedarf beläuft sich danach aktuell auf rund 66.000 Wohnungen, davon rund 30.000 Wohnungen bis 2019. Diese Zahlen sind der Beschlussvorlage „Umsetzung STEK Wohnen“ – Ratsbeschluss vom 20.12.2016 – zu entnehmen. Das Plangebiet selbst ist allerdings keine im StEK-Wohnen definierte Wohnbaufläche. 4.7 Kooperatives Baulandmodell Das Kooperative Baulandmodell (KoopBLM) wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln als Richtlinie zur Förderung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus und zur Beteiligung der Planbegünstigten an den Folgekosten beschlossen. Als wesentliches Regelung sinstrument leistet es einen wichtigen Beitrag zu den wohnungspolitischen Zielen der Stadt Köln. Mit Be- schluss des Rats der Stadt Köln vom 04.04.2017 wurde die Fortschreibung des Modells be- schlossen und am 10.05.2017 im Amtsblatt der Stadt Köln bekanntgemacht. Für das Planungsvorhaben, in dessen Zuge 387 Wohneinheiten, davon ca. 97 öffentlich ge- förderte, geschaffen werden sollen, findet das Kooperative Baulandmodell in seiner Fassung der Bekanntmachung vom 10.05.2017 Anwendung. Neben der Verpflichtung zur Errichtung öffentlich geförderter Wohnungen sind alle anderen Verpflichtungen gem. Nr. 3 (1) KoopBLM vom Planbegünstigten zu übernehmen. Die Anwendungszustimmung des Vorhabenträgers zur Anwendung des Kooperativen Baulandmodells liegt vor. Entsprechend den Abstimmungen mit der Geschäftsstelle Kooperatives Baulandmodell muss bei 33.685 m² geplanter Geschossfläche (GF) Wohnen nach § 20 BauNVO und der durch- schnittlichen Größe einer Wohneinheit von 90 m² die Größenordnung von 374 Wohneinheiten und nicht die tatsächlich geplante Anzahl von 387 Wohneinheiten zur Berechnung der Bedarfe angehalten werden. Die Anzahl der Wohneinheiten hat Einfluss auf die Ermittlung von öffent- lichen Grünflächen und Spielplätzen, da bei einer Erstbelegungsquote von 2,3 Einwohner in- nen und Einwohnern die daraus resultierende Einwohnerzahl den Bedarf an diesen bestimmt. - 11 - / 12 Öffentlich geförderter Wohnungsbau Die Verpflichtung zur Schaffung öffentlich geförderten Wohnraums wird im Rahmen des Durchführungsvertrags im Bauleitplanverfahren geregelt. Hierbei wird der öffentlich geförderte Wohnungsbau im östlichen Teil des Plangebietes zwischen dem Quartiersplatz (Planstraße 2, sowie der von der Planstraße 2 umschlossene Spielplatz ) und der Neusser Straße vorgese- hen. Das Kooperative Baulandmodell der Stadt Köln sieht gemäß Nummer 3 Absatz (1) Buch- stabe a) als Bezugsgröße die Geschossfläche für Wohnzwecke vor. Der Anteil des nach dem Kooperativen Baulandmodell (Koop- BLM) im Plangebiet erforderli- chen geförderten Wohnungsbaus beträgt gemäß Nr. 7 (3) Koop -BLM weniger als 30%, weil Teile der Grundstücke im Geltungsbereich des Vorhaben- und Erschließungsplanes nach dem 22.09.2016 und vor dem Tag der Bekanntmachung des „Kooperativen Baulandmodells Köln (Koop- BLM) am 10.05.2017 erworben wurden. Hier wird die Verpflichtung gemäß Nummer 3 Absatz (1) Buchstabe a) Koop-BLM zur Errichtung öffentlich geförderten Wohnungsbaus auf einen Anteil von mindestens 20 % reduziert. Weitere Grundstücke, deren Erwerb nach dem 10.05.2017 datiert, erfordern einen Anteil des öffentlich geförderten Wohnungsbaus von min- destens 30%. Als Mittelwert sind für das Vorhaben die zur Ausführung kommenden 24 % er- forderlich. Der Stadtentwicklungsausschuss hat diese Quote mit dem Beschluss über die Ein- leitung des Planverfahrens zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan vom 28.06.2018 (Vorla- genummer 1204/2018) bestätigt. Für den öffentlich geförderten Wohnungsbau besteht eine Projektpartnerschaft zwischen der Bonava und der GAG. Letztere realisiert und vermietet die geförderten Wohnungen, die Bonava ist Vorhabenträgerin im Sinne des § 12 BauGB. Der frei finanzierte Wohnungsbau ist in den Quartieren vorgesehen, die im Westteil des Plan- gebietes liegen. Soziale Infrastruktur Der durch die Planung resultierende Mehrbedarf an Kindertageseinrichtungen wird von der Vorhabenträgerin durch den Bau einer 4-gruppigen Kindertagesstätte im Plangebiet gedeckt. Eine Verpflichtung zur Errichtung wird im Durchführungsvertrag geregelt. Öffentliche Grünflächen und Spielplätze Im Rahmen des Kooperativen Baulandmodells beläuft sich bei einer geplanten Geschossflä- che (GF) Wohnen nach § 20 BauNVO von 33.685 m² der Mehrbedarf an öffentlichen Grünflä- chen auf 8.608 m², die im nördlichen Bereich des Plangebietes als Parkanlage nachgewiesen werden. In der oben genannten Parkanlage werden zusätzliche 801 m² Fläche aufgrund des bestehenden Bedarfs aus dem Stadtteil als Freizeitanlage gestaltet. Es sind 1.721 m² öffentliche Spielplatzflächen erforderlich, die auf dem Quartiersplatz sowie im Osten der vorgenannten Parkanlage mit 1.865 m² nachgewiesen werden. Insgesamt sind 10.329 m² öffentliche Grünflächen im Plangebiet erforderlich. Dem stehen 12.041 m² tatsäch- lich geplante Flächen (Parkanlage: 9.375 m², Freizeitanlage: 801 m², öff. Spielplätze: 1.865 m²) gegenüber. 4.8 Altlasten Die nutzungsbezogene Sanierung der im Plangebiet vorhandenen Altablagerung ist eine we- sentliche Voraussetzung für die Bebauung. Es ist vorgesehen, das kontaminierte Material im Bereich der geplanten Bebauung bis auf den Grundwasserhorizont abzutragen, fachgerecht zu entsorgen und durch sauberes Bodenmate- rial zu ersetzen. Im Bereich der geplanten Parkanlage erfolgt eine nutzungsbezogene Sanie- rung, im Wesentlichen durch Austausch der oberen Bodenschichten, sowie eine gasdichte Abdichtung. - 12 - / 13 Vorbereitend wurde dazu eine Gefährdungsabschätzung mit Analyse der Schadstoffe sowie darauf aufbauend ein Sanierungskonzept erstellt [Mull & Partner, 2020] Die Einzelheiten hierzu sind im Umweltbericht unter Nr. 6.5.4 enthalten. 5. Begründung der Planinhalte 5.1 Art der baulichen Nutzung Die Festsetzungen zur Art der baulichen Nutzung dienen der Umsetzung des in Kapitel 1.2 dargestellten städtebaulichen Zielkonzepts. Hinsichtlich der Art der Nutzung teilt sich das Plan- gebiet in drei Baugebiete, die vorhabenbezogen gemäß § 12 BauGB an der Simonskaul fest- gesetzt werden: „Wohnen / Nws Gewerbe“ (Wohnen / Nicht wesentlich störendes Gewerbe), „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“. Im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans, besteht keine Bindung an den Kata- log der Baugebietstypen der BauNVO. Im Einzelnen begründet sich die gewählte Nutzungstypologie wie folgt: „Wohnen / Nws Gewerbe“ (Wohnen / Nicht wesentlich störendes Gewerbe) Im östlichen Wohnquartier sind neben der Wohnnutzung und Räumen für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausü- ben auch andere für Mischgebiete typische Nutzungen, wie Büros, der Versorgung des Ge- bietes dienende Läden, nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe sowie Anlagen für soziale Zwecke zulässig. Dies entspricht dem Nutzungsspektrum im Umfeld des Plangebietes an der Neusser Straße und ermöglicht insbesondere im Erdgeschossbereich eine entsprechende ge- bietstypische Weiterentwicklung. Das Baugebiet ist insoweit strukturell einem Mischgebiet (MI) ähnlich. „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Das Vorhaben gemäß Vorhaben- und Erschließungsplan sieht in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Wohnungsbau vor, sodass die Zulassung der Wohnnutzung genügen würde, um die derzeit konkret geplante Art der Nutzung planungsrechtlich zuzulassen. Es wer- den dennoch Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetrei- bender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, sowie nicht störende Gewerbebetriebe zugelassen. Damit wird ein beschränktes Maß an Nutzungsmischung auch nach der Umset- zung des Bebauungsplanes ermöglicht. Es soll nicht schon durch die festgesetzte Zulässigkeit ausgeschlossen sein, zu einem späteren Zeitpunkt nach der Realisierung des Vorhabens Um- nutzungen vorzunehmen. Eine gewisse Durchmischung der Wohnnutzung mit wohnverträgli- chen anderen Nutzungen soll in Verbindung mit dem Wohnen grundsätzlich für die Zukunft ermöglicht werden. Aufgrund der Festsetzungen ist eine solche Entwicklung planungsrechtlich zulässig und bedarf lediglich einer Änderung im Durchführungsvertrag, nicht jedoch einer Än- derung des Bebauungsplans. Bedingte Festsetzungen Um den Vorhabenbezug herzustellen, sind als bedingte Festsetzung im Rahmen der als zu- lässig festgesetzten Nutzungen nur solche Vorhaben zulässig, zu denen sich der Vorhaben- träger im Durchführungsvertrag konkret verpflichtet. Vertragsänderungen oder der Abschluss eines neuen Durchführungsvertrages sind gemäß § 12 Absatz 3a BauGB zulässig. Für die Wohnnutzung im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ ist die wirksame Schallabschir- - 13 - / 14 mung durch die Gebäude zu den Verkehrslärmquellen, der Neusser Straße und der KVB-Zu- laufstrecke eine wesentliche Voraussetzung. Erst mit dieser Schallabschirmung entsteht eine ruhige Wohnlage im Innenhof, die eine natürliche Belüftung der Wohnung von dort aus zulässt und Außenwohnbereiche ermöglicht. Um zu gewährleisten, dass Wohnungen in diesem Bau- gebiet erst bezogen werden, wenn die Schallabschirmung wirksam ist, wird dies als Bedingung festgesetzt. 5.2 Maß der baulichen Nutzung Das Maß der baulichen Nutzung wird vorhabenspezifisch festgesetzt. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan ist hierbei nicht an die Bestimmungen des § 17 Abs. 1 BauNVO gebunden. Er folgt mit einer angem essen erhöhten Bebauungsdichte dem planerischen Gebot eines spar- samen Umgangs mit Grund und Boden (§ 1 BauGB) unter Wahrung der allgemeinen Anforde- rungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und berücksichtigt den Vorrang der Innen- entwicklung vor der Außenentwicklung Grundflächenzahl (GRZ) „Wohnen / Nws Gewerbe“ Die festgesetzte GRZ von 0,6 ermöglicht eine zweckentsprechende und standortge- rechte Bebauung und Nutzung. Sie entspricht dem Orientierungswert für Mischgebiete gemäß § 17 BauNVO . In Mischgebieten ist die Wohnnutzung allgemein zulässig. Es wird daher davon ausgegangen, dass eine GRZ von 0,6 den Anforderungen an ge- sunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse entspricht. Eine Überschreitung durch Nebenan- lagen, Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten sowie durch bauliche Anlagen un- terhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, wird bis zu einer GRZ von 0,85 ergänzend zugelassen. Eine Überschreitung bis 0 ,8 entspricht der Regelung des § 19 Abs. 4 Satz 2 BauNVO bei Festsetzung einer GRZ von 0,6. Die weitergehende Überschreitung bis 0,85 wird festgesetzt, damit das nach dem Mobilitätskonzept vorgesehene, erweiterte Angebot für Fahrradparken innerhalb der Tiefgarage umgesetzt werden kann. Eine Minderung des voll wirksamen Versiege- lungsgrades erfolgt durch die festgesetzte Begrünung der Tiefgaragen. Im Vorhaben- und Erschließungsplan sind rund 800 m² intensiv begrünte Tiefgaragenfläche im Bau- gebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ vorgesehen. Dies entspricht anteilig einer GRZ von 0,16. Das Baugebiet erreicht hierdurch einen Vegetationsflächenanteil von mindestens 30 % einschließlich der begrünten Tiefgaragenflächen. „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Die im Gebiet „Wohnen 2“ festgesetzte GRZ von 0,6 entspricht dem Orientierungswert für Mischgebiete von 0,6. Sie gewährleistet gesunde Wohnverhältnisse und begrenzt die Eingriffe in den Boden durch die Gebäude. Für das Gebiet „Wohnen 1“ kann auf- grund der vorangeschrittenen Planung von einer geringeren Verdichtung ausgegangen werden. Daher wird hier eine GRZ von 0,5 festgesetzt. Gemäß § 19 Abs. 4 Satz 3 BauNVO ist für das Gebiet „Wohnen 2“ eine Überschreitung durch Nebenanlagen, Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten sowie durch bauli- che Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, bis zu einer GRZ von 0,8 zulässig, für das Gebiet „Wohnen 1“ bis 0,75. Die Überschreitung bis 0 ,8 entspricht der Regelung des § 19 Abs. 4 Satz 2 BauNVO bei Festsetzung einer GRZ von 0,6, die Überschreitung bis 0,75 entsprechend bei einer festgesetzten GRZ von 0,5. Es erfolgt in dem ehemaligen Altablagerungsgelände aus den bereits genannten Gründen kein unverhältnismäßiger Eingriff in natürlich gewach- sene Böden. Aufgrund der Lage des Gebiets im bisherigen Altablagerungskörper ist hier bis in Tiefenlagen von 14 m überwiegend kein natürlich gewachsener Boden mehr - 14 - / 15 vorhanden. Es erfolgt ein vollständiger Bodenaustausch im Rahmen der Sanierung vor Baubeginn. Im Rahmen verschiedener Gutachten, wie der schalltechnischen Untersuchung und Luftschadstoffuntersuchung sowie einem Besonnungs- und Belichtungsgutachten , wurde die Einhaltung der allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeits- verhältnisse geprüft. Durch die im Bebauungsplan festgesetzten Maßnahmen können die gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnisse nachgewiesen werden (s. auch unten). Zum Ausgleich des Versiegelungsgrades werden eine Begrünung der Tiefgaragen so- wie eine teilweise Dachbegrünung festgesetzt. Oberirdische Stellplätze, Carports und Garagen werden innerhalb der Baugebiete nur in den überbaubaren Grundstücksflächen zugelassen. Der städtebauliche Grund hier- für liegt in dem angestrebten Charakter eines einerseits angemessen dicht bebauten Quartiers mit einem vielfältigen und möglichst großen Wohnungsangebot, das ande- rerseits möglichst gut durchgrünt sein soll. Damit ist eine Unterbringung des größten Teiles aller notwendigen Stellplätze in Tiefgaragen verbunden. Tiefgaragenstellplätze benötigen mehr Grundfläche als oberirdische Stellplätze, weil zusätzlich zu den Stell- flächen und Zufahrten insbesondere die Umfassungswände, Dränagen und Treppen- räume zusätzliche Flächen in Anspruch nehmen. Dies würde grundsätzlich dazu füh- ren, dass bei einer Unterbringung der Stellplätze in Tiefgaragen weniger Wohnungen errichtet werden können, als bei ebenerdigen Stellplätzen. Das widerspricht dem oben genannten städtebaulichen Ziel eines möglichst großen Wohnungsangebots zur De- ckung der Wohnbedürfnisse der Bevölkerung. Ein notwendiger Stellplatz des Baugebietes „Wohnen / Nws Gewerbe“ sowie erforder- liche Besucherstellplätze der Baugebiete „Wohnen / Nws Gewerbe“ und „Wohnen 1“ werden auf einem oberirdischen Gemeinschaftsstellplatz an der Simonskaul angelegt. Diese Stellplätze können auf den Grundstücken nicht städtebaulich verträglich unter- gebracht werden, weil sie dort in den Innenhöfen die Wohnqualität mindern würden. Geschossflächenzahl Für das Gebiet des VEP ist der vorhabenbezogene Bebauungsplan nicht gemäß § 12 Abs. 3 Satz 2 an das Regelwerk der BauNVO gebunden. Die Satzung über einen Vorhaben - und Erschließungsplan muss aber von städtebaulichen Zielsetzungen getragen sein und muss dem Maßstab einer geordneten städtebaulichen Entwicklung entsprechen, was vorliegend der Fall ist. Wohnen / Nws Gewerbe Die festgesetzte Geschossflächenzahl von 2,3 entspricht dem städtebaulichen Kon- zept des VEP. Nach § 12 Abs. 3 Halbsatz 1 ist die Gemeinde u. a. nicht an die Fest- setzungen der BauNVO zum Maß der baulichen Nutzung gebunden. Unabhängig da- von können diese mit Blick auf die Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse als Orientierung herangezogen werden. In urbanen Gebieten (MU) sieht der Verordnungs- geber eine GFZ von bis zu 3,0 als zulässig an, wobei es sich lediglich um einen Orien- tierungswert für eine Obergrenze handelt (vgl. § 17 Satz 1 BauNVO). In Urbanen Ge- bieten ist die Wohnnutzung allgemein zulässig. Es wird daher davon ausgegangen, dass eine GFZ von 2,3, die weit unter der Obergrenze von 3,0 liegt, den Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse entspricht . Dies gilt erst recht für gesunde Arbeitsver- hältnisse. - 15 - / 16 Zur Prüfung der Belichtung und Besonnung der Wohnungen als Teilaspekt gesunder Wohnverhältnisse wurde ein Gutachten erstellt [Peutz Consult GmbH: Besonnungsstu- die zum Bebauungsplanvorhaben Simonskaul in Köln- Weidenpesch; Dortmund, 10.06.2022]. Das Gutachten kommt zu den folgenden wesentlichen Ergebnissen: Aufgrund der Lage der Planung nördlich zur umgebenden Bestandsbebauung sind die Auswirkungen auf die Besonnungssituation der Bestandsbebauung gering. Lediglich auf die größtenteils bereits im Bestand aufgrund der vorhandenen Nordlage gering be- sonnten Fassaden der unmittelbar angrenzenden Gebäude Neusser Straße Nr. 739 und Nr. 741 hat die Planung zum Teil Auswirkungen. Hier sind Besonnungsdauermin- derungen von bis zu 0,75h (Hinterhofbebauung Neusser Straße Nr. 741) bzw. von bis zu 1h (Neusser Straße Nr. 739) an den Nordfassaden auszumachen. Die Westfassa- den dieser Gebäude weisen mit Umsetzung der Planung eine Besonnungsdauer von mindestens 1,5 Stunden (EG Neusser Straße Nr. 741) auf. Auf die Ostfassaden dieser Gebäude hat die Planung keine Auswirkungen. Wohnen In den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ wird vorhabenbezogen eine GFZ von 1,8 festgesetzt. Die Festsetzung ist mit der Deckung des dringenden Wohnbedarfs der Bevölkerung begründet. Vor dem Hintergrund des aktuell festzustellenden und weitergehend prog- nostizierten Anstiegs der Bevölkerungszahl im Stadtgebiet, der Steigerung der Zahl der Haushalte sowie des letztlich daraus resultierenden, erheblichen Zusatzbedarfs an in- nerstädtischen Wohnflächen ist die GFZ zur Deckung des Bedarfs standortbezogen gerechtfertigt. Zur Gewährleistung einer angemessenen Wohnungsversorgung für alle Bevölkerungsgruppen sind ausreichend neue Wohnungen zu bauen. In der aktuellen Bevölkerungsprognose mit Stand Mai 2015 wird Ende 2029 von rund 1.161.000 Ein- wohnern und 609.900 Haushalten ausgegangen. Der Gesamtwohnungsbedarf beläuft sich danach aktuell auf rund 66.000 Wohnungen, davon rund 30.000 Wohnungen bis 2019. Diese Zahlen sind der Beschlussvorlage „Umsetzung STEK Wohnen“ – Ratsbe- schluss vom 20.12.2016 – zu entnehmen (vgl. Kap. 4.6). Das Plangebiet eignet sich aufgrund der Eigenart der Umgebung, die östlich angren- zend durch eine bis zu neungeschossige , verdichtete Bebauung geprägt ist, sowie durch seine Lagegunst mit einer guten Anbindung an den ÖPNV besonders für eine verdichtete Wohnbebauung. Die gesunden Wohnverhältnisse werden durch die Planung gewahrt, die Begründung zu den Festsetzungen im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ gilt insoweit auch hin- sichtlich der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“. Zur Prüfung der Belichtung und Besonnung der Wohnungen als Teilaspekt gesunder Wohnverhältnisse wurde das bereits oben zitierte Gutachten erstellt, das die gesunden Wohnverhältnisse im Hinblick auf die Besonnung und Belichtung für das Vorhaben be- stätigt. Im Rahmen der Untersuchung wurde die direkte Besonnung an den Fassaden der geplanten Wohngebäude im Plangebiet für den Stichtag 21. März gemäß DIN EN 17037 bestimmt und mit den Mindestanforderungen der Norm verglichen. Insbeson- dere an den Nordfassaden und in Teilen der Ost- und Westfassaden der zur Nordseite geöffneten, u-förmigen Gebäude im Nordwestquartier ( „Wohnen 1“) werden die Min- destbesonnungsdauern der DIN EN 17037 zum Teil unterschritten. Die Anforderungen der DIN EN 17037 richten sich jedoch nicht an Fassaden, sondern fordern die Einhaltung der genannten Zeiten direkter Besonnung für mindestens einen Wohnraum je Wohneinheit. Mit konsequent du rchgesteckten Wohnungsgrundrissen - 16 - / 17 lässt sich somit in allen Gebäudeabschnitten eine Einhaltung der Anforderungen der DIN EN 17037 für direkte Besonnung erreichen. Einzelne Gebäudeteile, in denen eine Besonnung von weniger als 1,5 Stunden vorliegt, können s omit bei einer Planung zu mindestens zwei Fassadenseiten ausgeglichen werden. Vor allem auf der Südseite und in vielen Abschnitten der Westfassaden kann in großen Teilen eine Besonnung von 4 Stunden nachgewiesen werden, dies entspricht dem höchsten Empfehl ungsni- veau der DIN EN 17037 für direkte Besonnung zur Tag- und Nachtgleiche. Es ist somit gesichert, dass das Vorhaben gesunde Wohnverhältnisse hinsichtlich der Besonnung und Belichtung gewährleistet. Zahl der Vollgeschosse und Höhenfestsetzungen Die festgesetzten Höhen und Vollgeschosse ergeben sich aus der konsequenten planungs- rechtlichen Umsetzung des städtebaulichen Konzeptes. Die Festsetzungen werden, soweit nicht aus Gründen des Schallschutzes etwas anderes erforderlich ist, als Höchstmaße festge- setzt und lassen somit Spielräume für die architektonische Gestaltung der Gebäude. Wohnen / Nws Gewerbe An der Neusser Straße sind zunächst straßenbegleitend 5 Vollgeschosse im Anschluss an das Gründerzeithaus vorgesehen, das sich unmittelbar südlich an die geplante Be- bauung anschließt. Die Bebauung nimmt hier Bezug auf die Firsthöhe dieses Bestan- des. Die Nord- und Westseite des Blockrandes weisen bis zu 6 Geschosse auf. Diese Ge- schossigkeit hat hier keine unverträglichen Auswirkungen auf die Belichtung der Woh- nungen. Im Kontext der angrenzenden Flächen des Grünzuges und des Quartiersplat- zes ist die räumliche Dimension der Bebauung mit bis zu 6 Geschossen angemessen und reagiert städtebaulich auf die bis zu neungeschossige Bebauung des Bestandes. Zur Gliederung des Bauvolumens und zur Sicherung der erforderlichen Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken sind ein- und zweigeschossige Gebäudeteile vorgese- hen, die entsprechend festgesetzt werden. Die Festsetzung der Gebäudehöhen als Höchstgrenzen ist zur baulich konkreten Steu- erung der Höhenentwicklung zusätzlich zu den Festsetzungen der Zahl der Vollge- schosse erforderlich. Dies gilt insbesondere, seitdem durch die BauO NRW 2018 eine Errichtung mehrerer Staffelgeschosse über die Vollgeschosse hinausgehend zugelas- sen wird, die städtebaulich unverträglich wäre und durch die Höhenfestsetzungen ver- mieden wird. An der Neusser Straße und am nördlichen sowie teilweise auch am westlichen Block- rand muss die Bebauung bestimmte Mindesthöhen erreichen, damit eine ausreichende Schallabschirmung für die rückwärtigen Gebäudeseiten und den Innenhof erreicht wird. Um dies zu gewährleisten, wird die Zahl von 5 bzw. 6 Vollgeschossen hier zwingend festgesetzt und die Gebäudehöhen werden zusätzlich zu den Höchstgrenzen auch als Mindesthöhen vorgegeben. Ferner werden Gebäudehöhen im Innenhof an der Neusser Straße zwingend festge- setzt. Bei dem entsprechenden Gebäudeteil handelt es sich um die Überdeckung der Tiefgaragenrampe. Diese muss zwingend mit den festgesetzten Höhen errichtet wer- den, damit eine ausreichende Schallabschirmung der Rampe durch die Überdeckung erfolgt, und zugleich eine Zugänglichkeit der Erdgeschossebene über den Innenhof gewährleistet wird. „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Das städtebauliche Konzept sieht für das Baugebiet „Wohnen 1“ eine Abstufung von 6 - 17 - / 18 auf 3 Geschosse von Osten nach Westen bis zur Simonskaul vor. Dies wird mit den Festsetzungen zur Geschossigkeit und Gebäudehöhe entsprechend planungsrechtlich festgeschrieben. Im Baugebiet „Wohnen 2“ ist angrenzend an die Wohnbebauung der Simonskaul und der nördlichen Mönchsgasse eine höchstens viergeschossige Bebauung mit einzelnen drei- bzw. zweigeschossigen Abstufungen an der Simonskaul vorgesehen, auch dies wird mit den Geschossigkeiten und Gebäudehöhen entsprechend festgesetzt. Dachaufbauten Dächer dienen auch der Unterbringung einer Vielzahl von technischen Anlagen wie beispiels- weise Lüftungsanlagen und Antennen. Diese Anlagen werden grundsätzlich ermöglicht, sollen dabei das städtebauliche Erscheinungsbild aber nicht nachhaltig stören. Daher ist festgesetzt, dass durch technische Dachaufbauten die festgesetzten Gebäudehöhen über NHN um bis zu 2,0 Meter überschritten werden dürfen, wenn die Überschreitung je Dachfläche insgesamt 30% nicht übersteigt. Die Dachaufbauten müssen zudem mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten, so dass eine stadträumlich verträgliche Gestaltung gewährleistet ist. Diese Fests etzung steht der Dachbegrünung nicht entgegen, da dennoch große Teile der Dachflächen begrünt werden können. Straßen-, Gelände- und Anschlusshöhen Das Plangebiet befindet sich in seinem östlichen Teilbereich (s. die entsprechende Kennzeich- nung im vorhabenbezogenen Bebauungsplan) im Hochwasserrisikogebiet des Rheins im Falle eines extremen Hochwasserereignisses (HQ extrem). Es ist daher aus Gründen des Hoch- wasserschutzes erforderlich, das vorhandene Geländeniveau in den entsprechend betroffe- nen Teilbereichen des Plangebiets von heute ca. 46,0 – 46,3 m ü. NHN auf mindestens 47,0 m ü. NHN anzuheben. Ferner muss bei der Neugestaltung das erforderliche Entwässerungsgefälle im Bemessungs- fall sowie im Starkregenfall beachtet werden. Im Bebauungsplan werden die Ausbauhöhen der Verkehrs- und Grünflächen festgesetzt. Das vorhandene Gelände muss aufgrund der Altlastensanierung weitgehend abgetragen werden, die vorhandenen Geländehöhen können daher als Höhenbezug nicht herangezogen werden. Dies gilt nachfolgend auch für die Ermittlung der Abstandsflächen, diese muss anhand der geplanten Höhen erfolgen. Zur schadlosen Ableitung des Oberflächenwassers aus den Bau- gebieten, wegen des Hochwasserschutzes (es darf kein Hochwasser aus dem Plangebiet in die bebauten Nachbargebiete verdrängt werden, vielmehr muss dieses in den nördlich gele- genen Grünflächen einstauen) und zur Vermeidung einer Ableitung auf bebaute Nachbar- grundstücke ist insgesamt bei der Neunivellierung des Geländes ein Gefälle von Nord nach Süd herzustellen. Dazu werden die Anschlusshöhen an den Bestand an der südlichen und östlichen Plange- bietsgrenze festgesetzt. Hieraus ergeben sich Stützwände an der Grenze, die Höhen von max. 1 m über dem heute vorhandenen Gelände erreichen können und somit keine nachteiligen Auswirkungen auf die Nutzung und Gestaltung der Nachbargrundstücke haben. Die Stützwand muss im südöstlichen Randbereich des Baugebiets „Wohnen 2“ mit einer Absturzsicherung (Geländer) versehen werden, da hier ein Rettungszugang für die Feuerw ehr oberhalb der Stützwand geführt wird. Die Absturzsicherung wird gemäß dem Planeintrag im Vorhaben- und Erschließungsplan mit einer Höhe von 48,9 m ü. NHN (ca. 1 m über OK geplantes Gelände/ OK Stützwand) festgesetzt. Dies ist erforderlich, da eine höhere Auslegung der Absturzsiche- rung an den Nachbargrenzen sich nachteilig auf das Ortsbild auswirken würde. Zu hohe Ein- friedungs- und Abgrenzungselemente sollen im Plangebiet zugunsten eines offen gestalteten Gesamtbildes, das durch weitgehende Einsehbarkeit der Grundstücke geprägt ist, vermieden werden. - 18 - / 19 5.3 Bauweise, überbaubare Grundstücksflächen Bauweise Gemäß dem städtebaulichen Konzept und dem umgebenden Bestand wird an der Neusser Straße im Gebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ eine geschlossene Bauweise festgesetzt. Im Baugebiet „Wohnen 1“ sind in Nord-Süd-Richtung max. 50 m Baukörperlänge vorgesehen, in Ost-West-Richtung max. 56 m. Dieses Maß ist städtebaulich durch Staffelungen der Ge- bäudefront verträglich gestaltet. Da in der offenen Bauweise Baukörperlängen von höchstens 50 m zulässig sind, wird vorhabenbezogen eine abweichende Bauweise „a“ mit einer zulässi- gen Längenausdehnung der Baukörper von bis zu 56 m festgesetzt. Im Baugebiet „Wohnen 2“ wird, dem städtebaulichen Konzept entsprechend, die offene Bau- weise „o“ festgesetzt. Überbaubare Grundstücksflächen Die überbaubaren Grundstücksflächen werden durch Baugrenzen bestimmt. Sie orientieren sich eng am städtebaulichen Konzept. Um bei der Objektplanung und Bauausführung noch geringfügige Veränderungsmöglichkeiten der Baukörper zu geben, wurden zumeist Baugren- zen festgesetzt, die ca. 0,5 bis 1,0 m über die Baukörper des städtebaulichen Entwurfs hin- ausgehen. Da Terrassen in den Erdgeschosszonen nicht generell als Nebenanlagen außerhalb der über- baubaren Grundstücksflächen errichtet werden dürfen, wird ihr Bau bis zu 4 m außerhalb der Baugrenzen zugelassen. An der südöstlichen Seite des Baugebiets „Wohnen / Nws Gewerbe“ wird an der Grenze zum Flurstück 778/178 eine Baulinie festgesetzt. In Verbindung mit den zwingenden Gebäudehö- hen führt dies aufgrund des Vorrangs des Bauplanungsrechts dazu, dass keine Abstandsflä- chen auf das Nachbargrundstück ausgelöst werden und eine grenzständige Bebauung bau- ordnungsrechtlich zulässig ist. 5.4 Erschließung Verkehr Autoverkehr Die Erschließung des Plangebietes ist über die Simonskaul vorgesehen. Die Neusser Straße ist nicht in den Plangeltungsbereich einbezogen, da hier durch den Bebauungs- plan bzw. das Vorhaben keine wesentlichen Veränderungen im Straßenraum vorgese- hen sind. In der Simonskaul sind verkehrsberuhigende Maßnahmen und ein Gehweg- ausbau vorgesehen, diese wird deshalb, soweit sie außerhalb des Vorhabens gemäß Vorhaben- und Erschließungsplan liegt , als öffentliche Straßenverkehrsfläche im Be- bauungsplan festgesetzt. Die Tiefgaragenzufahrt an der Neusser Straße muss mit einem Abstand zur Gleisque- rung der KVB angelegt werden und wird entsprechend festgesetzt. Es handelt sich um eine Ein- und Ausfahrt mit reinen Rechtsabbiegebeziehungen, weil ein Linksabbiegen aus der und in die Neusser Straße nicht verkehrssicher gestaltet werden kann. Dies wird in der Erschließungsplanung entsprechend berücksichigt. - 19 - / 20 Die Tiefgaragenzufahrten der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ sind als Grund- stückszufahrten an der Planstraße vorgesehen, ebenso die zweite Ausfahrt der Tief- garage des Baugebiets „Wohnen / Nws Gewerbe“, die insbesondere für den Überlas- tungsfall der Ausfahrt Neusser Straße gedacht ist. Die Zufahrten sind im Vorhaben- und Erschließungsplan eingetragen. Nach den Ergebnissen des Verkehrsgutachtens [BSV GmbH, Verkehrsgutachten zum Bebauungsplan „Simonskaul“ Köln- Weidenpesch, Bearbeitung: Derya Cekic M. Sc., Aachen, Dezember 2020] erzeugt das Plangebiet künftig ein Verkehrsaufkommen von 800 Fahrzeugen/ Tag. Aufgrund der Planung wird in der Simonskaul nach den Ergebnissen des Verkehrsgut- achtens eine Steigerung des durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommens (DTV) um 750 Fahrzeugbewegungen / Tag von 1.850 auf 2.600 Fahrzeuge erwartet. Diese Verkehrsmenge kann in der Simonskaul aufgrund der vorhandenen Querschnittsbrei- ten von mindestens 5,50 m für die Fahrbahn verträglich abgewickelt werden. Die Planstraße wird täglich von 700 Fahrzeugen befahren werden. Mit einer Fahrbahn- breite von 5,50 m, beidseitigen Längsparkständen und Gehwegen ist der Straßenent- wurf für diese Verkehrsmenge mehr als ausreichend dimensioniert. Zur Geschwindig- keitsminderung und städtebaulichen Akzentuierung sind drei Platzbereiche als Misch- verkehrsflächen ausgeführt. Auf dem Quartiersplatz ist eine umlaufende Wegeführung im Randbereich geplant, die nur für Ver- und Entsorgungsfahrzeuge sowie als Rettungsweg befahrbar ist. Vom Quartiersplatz führt eine Querspange als Rad- und Fußverkehrsbereich zur Neus- ser Straße. Diese ist nur als Rettungsweg befahrbar. Gehwege, Fußverkehr Alle Gebäude sind von den Gehwegen der öffentlichen Straßen bzw. über die Wege- flächen am Quartiersplatz über die Hauseingänge zu Fuß barrierefrei erreichbar. Pri- vate Fußwege erschließen die Innenhöfe des Quartiers an der Neusser Straße und im Baugebiet „Wohnen 1“. Hier führen zudem Fußwege durch das Baugebiet in den nörd- lich anschließenden Grünraum. An der Simonskaul wird der bisher fehlende Gehweg auf der Südwestseite der Straße im Zuge des Ausbaus ergänzt. Die öffentliche Grünfläche im Norden des Plangebiets wird durch ein Fußwegsystem für die wohnungsnahe Erholung erschlossen. Radverkehr Das Plangebiet ist für den Radverkehr über die umliegenden Straßen erschlossen. Hierbei ist an der Neusser Straße bisher einseitig ein Radweg vorhanden. In der Si- monskaul benutzt der Radverkehr die Fahrbahn. In der Planstraße im Plangebiet wird der Radverkehr verkehrssicher und leistungsfähig in der Fahrbahn geführt. Mit den Verbindungswegen am Quartiersplatz und zur Neusser Straße entstehen kurze Wege für die Radverkehrserschließung im Plangebiet. - 20 - / 21 Durch weitere Planungsvorhaben im Plangebiet sind erhebliche Verbesserungen der bestehenden Radverkehrsanbindung des Plangebiets zu erwarten: - Südlich parallel zu der KVB -Trasse wird ein Radweg zur Simonskaul geführt. Damit entsteht eine kurze Verbindung über die nördliche Simonskaul v on und nach Longerich. - Die Ausbauplanung für die Neusser Straße sieht Schutzstreifen für den Rad- verkehr von und in Richtung Nippes und Innenstadt vor. - Südlich parallel zu der geplanten KVB-Trasse wird ein Radweg mit zwei Anbin- dungen zur Straße Simonskaul geführt. Die erforderlichen Fahrradstellplätze sind oberirdisch den Hauseingängen zugeordnet bzw. im Innenhof und in der Tiefgarage untergebracht. Gemäß dem Mobilitätskonzept (s. unten) sind zusätzliche Stellplätze und weitere An- gebote für den Radverkehr, wie zum Beispiel Leihräder, vorgesehen. Tiefgaragen und oberirdische Stellplätze, Ruhender Verkehr, Mobilitätskonzept Die Anforderungen an den Stellplatznachweis ergeben sich aus der aktuellen Stell- platzsatzung der Stadt Köln sowie ergänzend aus dem Mobilitätskonzept zum Vorha- ben. Generell wird nach der Stellplatzsatzung im Plangebiet bereits aufgrund der guten ÖPNV-Anbindung von einem um 30% gegenüber den Ausgangswerten der Bedarfsta- belle reduzierten Bedarf ausgegangen. Für den frei finanzierten Wohnbau reduziert sich der Bedarf gemäß Mobilitätskonzept um 18%. Um die geplante hohe Nutzungsdichte verträglich gestalten zu können, ist die Unter- bringung der Kfz.-Stellplätze für die neue Bebauung in drei Tiefgaragen vorgesehen. Für das Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind insgesamt 42 notwendige Stellplätze sowie 8 Besucherstellplätze nachzuweisen. Es werden 41 Tiefgaragenstellplätze sowie 9 oberirdische Stellplätze auf der Fläche für Gemeinschaftsstellplätze (GSt) hergestellt. Diese Stellplätze können wegen des beschränkten Bauraums an der Neusser Straße nicht in der dortigen Tiefgarage platziert werden. Für das Baugebiet „Wohnen 1“ sind 81 notwendige Stellplätze sowie 16 Besucherstellplätze nachzuweisen. Es werden 127 Tiefgaragenstellplätze, 6 oberirdische Besucherstellplätze auf der GSt-Fläche sowie 13 oberirdische, öffentliche Stellplätze in der Planstraße 1 hergestellt. Für das Baugebiet Wohnen 2 sind 39 notwendige Stellplätze sowie 8 Besucherstell- plätze nachzuweisen. Es werden 39 Tiefgaragenstellplätze sowie 8 oberirdische Besu- cherstellplätze in der Planstraße 1 errichtet. Darüber hinaus werden 3 Carsharing-Stellplätze auf der GSt-Fläche sowie 2 weitere in der Planstraße 1 vorgesehen. Im Straßenraum der Simonskaul entstehen zusätzlich 7 markierte, öffentliche Stell- plätze. Zu dem bestehenden ÖPNV-Angebot sieht zusätzlich das Mobilitätskonzept die Unter- bringung von 5 Carsharing-Stellplätzen im Plangebiet vor. Die Car-Sharing-Plätze sind für ein Car-Sharing-System vorzuhalten, das jederzeit zugänglich ist. Hierzu verpflich- tet sich die Vorhabenträgerin im Durchführungsvertrag. Zur Förderung des Fahrradverkehrs werden für jede Hausgemeinschaft Ladestationen für Elektrofahrräder verfügbar gemacht. Hinzu kommt ein Sharing-Angebot an Elektro- fahrrädern einschließlich Lastenrädern für das Plangebiet. Es werden Stellplätze für Lastenräder für jede Hausgemeinschaft und entsprechende Leihräder zur Nutzung vor- gesehen. Hierzu erfolgen die notwendigen Vereinbarungen im Durchführungsvertrag. - 21 - / 22 Technische Infrastruktur/ Ver- und Entsorgung Die Ableitung von häuslichem Schmutzwasser, dem Oberflächenwasser von künftigen öffent- lichen Verkehrsflächen sowie anteiliger privater Grundstücks - und Dachflächen erfolgt über die im Plangebiet neu zu verlegende Mischwasserkanalisation. Diese wird an den vorhande- nen Mischwassersammler in der Neusser Straße angeschlossen. Eine Abflussdrosselung wird durch einen Staukanal gewährleistet, der unterhalb der Verbindungsspange zwischen der Neusser Straße und dem Quartiersplatz errichtet wird. Das Niederschlagswasser von Dächern sowie von den privaten Außenanlagen wird mittels Rigolen innerhalb unbelasteter sowie bodensanierter, privater Grundstücksflächen versickert. Für den Starkregenfall (30-jährliches Regenereignis) werden die folgenden Vorsorgemaßnah- men bei der Gestaltung der Oberflächen getroffen: Öffentliche Bereiche: - Querschnittsgestaltung der Wegeflächen als V-Profil jeweils mit Mittelrinnen - Anordnung von Wannentiefpunktausbildungen abseits von Tiefgarageneinfahrten so- wie Hauseingängen - Anordnung von Doppelsinkkästen in Tiefpunkten - Offene Einleitungen in Baumscheiben bei entstehendem Aufstau - Schaffung von Überlaufmöglichkeiten in öffentliche Grünflächen Private Bereiche: Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmög- lichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Starkregenmengen auf den Dachflächen umge- setzt. Starkregen in privaten Außenanlagen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden in privaten Versickerungsanlagen (für ein 30-jährliches Regenereignis bemessen) sowie ergän- zenden Notrigolen aufgenommen. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/-senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ an der Neusser Straße liegt der Fokus der Maßnah- men auf der Rückhaltung des Oberflächenwassers in den Dachflächen sowie der Schaffung von Rückhaltevolumina in den Außenanlagen durch entsprechende Modellierung. In Teilbe- reichen können auch hier Rigolen realisiert werden. Der Grundstücksstreifen an den öffentli- chen Verkehrsflächen entwässert bei Starkregen in diese Flächen. Der Anschluss an die Versorgungsnetze erfolgt von der Neusser Straße und der Simonskaul aus durch die Neuverlegung von Leitungen in den geplanten öffentlichen Verkehrsflächen. Ein Mittelspannungsanschluss wird in das Plangebiet gelegt, es sind mindestens zwei Trafostati- onen im Gebiet erforderlich. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand sind über die Erweiterung der Verteilnetze hinaus keine Kapazitätserweiterungen der Versorgungsnetze erforderlich. Die Löschwasserversorgung wird durch das neu zu verlegende Trinkwassernetz sichergestellt. Die Abfallentsorgung erfolgt gemäß den Bestimmungen der Satzung über die Abfallentsor- gung in der Stadt Köln. Den Gebäuden werden an geeigneter Stelle Standplätze für Abfallbe- hälter zugeordnet, die für den Entsorgungsbetrieb an den Abholtagen zugänglich gehalten werden. Hierbei sind für die Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ jeweils Unterflurcontainer vorgesehen. Wegen der eingeschränkten Anfahrbarkeit werden für das Ge- biet „Wohnen / Nws Gewerbe“ oberirdische Behälter mit Einhausung/ Abpflanzung der Stell- plätze vorgesehen. 5.5 Grünflächen Die öffentlichen Grünflächen mit der Zweckbestimmung „Spielplatz“ von insgesamt 1.865 qm Flächengröße werden aufgrund des durch die Planung hervorgerufenen Bedarfs innerhalb des Platzraumes für den Quartiersplatz sowie innerhalb des nördlich an die Bebauung grenzenden - 22 - / 23 Freiraumbereiches festgesetzt. Dabei wird für die Teilfläche, die sich innerhalb des Freiraum- bereiches des geplanten Landschaftsparks und damit auch innerhalb des Landschaftsschutz- gebietes L 9 „Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände“ befindet, eine ansprechende und zweck- mäßige Gestaltung entwickelt. Gegenüber dem rechnerischen Bedarf gemäß dem Kooperativen Baulandmodell aus 33.685 qm Geschossfläche (GF) Wohnen nach § 20 BauNVO , der 1.721 qm beträgt, besteht eine geringfügig höhere Flächengröße. Im Durchführungsvertrag wird die Verpflichtung des Vorhabenträgers zur Herstellung der öf- fentlichen Spielplätze geregelt. In den Innenhöfen und in den Freianlagen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden die erforderlichen privaten Kleinkinderspielplatzflächen für die Wohnungen angelegt. Zwi- schen den Häusern 5 -7 werden aufgrund vielschichtiger Anforderungen (Fahrradstellplätze, Müllstandorte, Feuerwehrflächen) die Spielflächen für Kleinkinder im Rah men der Genehmi- gungsplanung detailliert entworfen . Die künftigen Spielflächen sollen eine hochwertige Nut- zung unter Beibehaltung der Grundidee des Quartiers ermöglichen. Die detaillierte Planung wird im weiteren Verfahren zwischen dem Amt für Kinder und Jugend, dem Stadtplanungsamt und der Bonava abgestimmt. Die Flächengröße der privaten Kleinkinderspielplatzflächen rich- tet sich nach der Satzung der Stadt Köln über die Lage, Größe, Beschaffenheit, Ausstattung und Unterhaltung von Spielflächen für Kleinkinder vom 15.08.1999. Die Freifläche für die Kindertagesstätte wird gemäß den geltenden Anforderungen des LVR bemessen und angelegt. Die Verpflichtung zur Errichtung der Kindertageseinrichtung wird Be- standteil des Durchführungsvertrages. Die öffentliche Parkanlage im Norden des Plangebietes hat abzüglich des dortigen Spielplat- zes (950 qm) eine Fläche von 10.176 qm. Nach dem Kooperativen Baulandmodell sind aus- gehend von der GF Wohnen bei einer Flächengröße von 33.685 qm mindestens 8.608 qm an öffentlich nutzbaren Grünflächen neu zu schaffen (( 33.685/90[GF je Wohnung])*2,3[Einwoh- ner]*10) qm. Der zusätzliche Bedarf für die Freizeitanlage ist mit 801 qm in den 10.176 qm enthalten. Die genannten Bedarfe sind somit rechnerisch vollständig gedeckt. 5.6 Begründung von Festsetzungen nach § 9 Absatz 1 Nr. 25 BauGB - An- pflanzen und Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflan- zungen - Zum Ausgleich der durch die Planung bedingten Eingriffe in den Naturhaushalt und z ur Ge- währleistung einer hohen Wohnqualität im Rahmen der verdichteten Bebauung werden ver- schiedene Begrünungsmaßnahmen festgesetzt. Die wichtigste Maßnahme ist die Anlage eines insgesamt ca. 10.176 m² großen Freiraumbe- reiches, der unmittelbar an die Bebauung angrenzt und den Charakter eines Landschaftsparks erhalten soll. Dieser Grünraum, der ein prägendes Element des zugrunde liegenden städte- baulichen Entwurfs ist, wird seiner Bestimmung gemäß als öffentliche Grünfläche mit den Zweckbestimmungen „Parkanlage“, „Spielplatz“ und „Freizeitanlage“ festgesetzt. Die heute vorhandene Bebauung innerhalb der Grünflächen wird abgebrochen und die Flä- chen werden vollständig entsiegelt sowie bis auf den Oberboden beräumt. Es wird ein Konzept zur nutzungsbezogenen Bodensanierung der Freiflächen erstellt und mit dem Durchführungs- vertrag vereinbart. Soweit erforderlich wird kontaminationsfreier Mutterboden angedeckt. Die festgesetzten Begrünungsmaßnahmen erfolgen entsprechend den Biotoptypen und Pflanzqualitäten der Anlage „Grundsätze zur gestalterischen Umsetzung von Ausgleichs- und - 23 - / 24 Ersatzmaßnahmen sowie zur Bemessung von Ersatzgeldern in Bebauungsplänen“ zur Sat- zung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen nach § 135 a – c BauGB vom 15. Dezember 2011, bekannt gemacht im Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 4. Januar 2012. Die betreffenden Grundsätze (Qualitätsmerkmale) sind als Kodierung in den Festset- zungen angegeben und als Bestandteile der Festsetzungen zu beachten. Der städtebauliche Entwurf sieht in den öffentlichen Straßenräumen 2 9 großkronige Bäume vor. Die Pflanzungen sichern nicht nur ein optisch angenehmes Wohnumfeld, sondern tragen auch zu einer relevanten Ausgleichsfunktion für das Mikroklima bei. Das Wohnumfeld der Mehrfamilienhäuser soll durch eine intensive Begrünung der Tiefgaragen sowie Baum- und Strauchpflanzungen gestärkt werden. Hierzu enthält der Bebauungsplan eine entsprechende Festsetzung. Um die Tiefgaragen optisch ansprechend in das Wohnum- feld einzubetten, sind die Bereiche der Tiefgaragen, die nicht durch die Hochbauten überbaut werden, zu begrünen. Nebenanlagen (Wege, Feuerwehrzufahrten, Müllstandplätze etc.) blei- ben von dieser Regelung ausgenommen. Die Überdeckung der Tiefgaragen muss mindestens ein Maß von 60 cm zzgl. Filter - und Dr änschicht aufweisen, damit dort entsprechende Neupflanzungen vorgenommen werden können. Dadurch wird ein durchwurzelbares Volumen gesichert, dass auch Stauden und Sträuchern eine Vegetationsgrundlage ermöglicht. Aus bau- konstruktiven Gründen kann in den Randbereichen der Tiefgaragen eine geringere Überde- ckung als 60 cm notwendig und zulässig sein. Die Dächer der Wohngebäude sind im Plangebiet (VEP) zu mindestens 70% zu begrünen. Die Dachbegrünung verfolgt mehrere Ziele: Extensive Dachbegrünungen wirken sich wie die Be- pflanzung der Baugrundstücke positiv auf das lokale Klima aus. Die Dachbegrünung dient als Pufferung des Niederschlagswassers, bevor es der öffentlichen Kanalisation zugeleitet wird. Die Stärke der Tragschicht wird festgelegt, damit die Dachbegrünung die oben genannten Funktionen erfüllen kann, die ihr mit der Festsetzung zugedacht sind. Innerhalb der Grünfläche sind intensiv zu nutzende Bereiche als Spielplatz, Freizeitanlage und mit Einzelbäumen überstellter Rasen zur flexiblen Nutzung, sowie Bereiche mit hohen Bio- topwerten vorgesehen. Diese Flächen werden als Extensivwiesen oder mit heimischen, stand- ortgerechten Gehölzpflanzungen, inkl. der Herstellung eines Waldmantels, gestaltet. Bereits vorhandene heimische und standortgerechte Gehölze werden teilweise erhalten, soweit die erforderliche Bodensanierung dies zulässt. Ein mit der Fachdienststelle abgestimmter Grünordnungsplan ist Gegenstand des Durchfüh- rungsvertrages und sichert die Umsetzung. Darin werden auch die öffentlich zugänglichen Spielangebote dargestellt. 5.7 Immissionsschutzbezogene Festsetzungen Für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan liegt ein schalltechnisches Gutachten vor. [ Ac- con Köln GmbH : Schalltechnische Untersuchung zum Bebauungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch, 15.12.2021]. Das Gutachten berücksichtigt den Straßenverkehr, Schie- nenverkehr, Gewerbelärm und Tiefgaragenlärm. Fluglärm ist als Lärmquelle im Plangebiet nach den allgemein zugänglichen Umweltdaten des Landes NRW unkritisch. Die maßgeblichen Verkehrsgeräuschquellen für das Plangebiet sind die Neusser Straße sowie die KVB-Gleistrasse. Schallquellen aus Gewerbebetrieben haben eine geringere Bedeutung. Da der vorhabenbezogene Bebauungsplan im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ keine Ge- bietskategorie gemäß der BauNVO festsetzt, beurteilt sich der Schutzanspruch der geplanten Bebauung hier nach der Eigenart der näheren Umgebung sowie nach der geplanten Nutzung. - 24 - / 25 Im Plangebiet ist eine Mischung aus Wohnen, einer Kindertagesstätte mit 4 Gruppen sowie, in untergeordneter Größenordnung, nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben geplant. Die nähere Umgebung des Plangebietes ist an der Neusser Straße durch eine kleinteilige Mi- schung aus Wohnen und gewerblichen Nutzungen geprägt. In der Regel werden für eine sol- che Umgebung die Beurteilungswerte für ein Mischgebiet (MI) herangezogen. Aufgrund der vorgenannten umgebenden, weitgehend durch eine Mischung aus Wohn- und Gewerbenutzung geprägten Struktur und der geplanten, ebenfalls insgesamt gemischten Nut- zungen wird für das Baugebiet der Schutzanspruch eines Mischgebietes (MI) vorausgesetzt. Nach der DIN 18005 (Schallschutz im Städtebau) als einschlägiger fachlicher Beurteilungs- grundlage gelten folgende Orientierungswerte: Verkehrslärm: 60 dB(A) tags/ 50 dB(A) nachts Gewerbelärm: 60 dB(A) tags/ 45 dB(A) nachts In den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden die Orientierungswerte der Allgemei- nen Wohngebiete als vergleichbarem Gebietstyp herangezogen. Hier gelten somit jeweils um 5 dB(A) geringere Orientierungswerte: Verkehrslärm: 55 dB(A) tags/ 45 dB(A) nachts Gewerbelärm: 55 dB(A) tags/ 40 dB(A) nachts 5.7.1 Straßenverkehrslärm Die Lärmsituation im Untersuchungsgebiet bezüglich des Verkehrslärms auf öffentlichen Stra- ßen wird im Einzelnen bestimmt durch den Verkehr auf den folgenden Straßen: - Neusser Straße - Simonskaul - Mönchsgasse - Jesuitengasse Zur Berechnung der Emission des öffentlichen Straßenverkehrs wurden als Belastung des Straßenverkehrs für den Planungszustand die Daten der Verkehrsuntersuchung berücksich- tigt. Beurteilungspegel an der geplanten Bebauung im Plangebiet Folgende Beurteilungspegel aus dem Straßenverkehr sind zu erwarten (maximale Werte sind hervorgehoben): Tab. 1.1: Straßenverkehrslärm Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 58 70 Neusser Straße, Innenlage Tags, 6-22 Uhr 39 48 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Tags, 6-22 Uhr 40 59 Baugebiet „Wohnen 1“, Nordseite zum Park Tags, 6-22 Uhr 40 53 - 25 - / 26 Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 46 61 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Planstraße 1 Tags, 6-22 Uhr 40 54 Baugebiet „Wohnen 2“, Südseite Tags, 6-22 Uhr 40 59 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 60 62 Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 55 63 Neusser Straße, Innenlage Nachts, 22-6 Uhr 31 45 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Nachts, 22-6 Uhr 30 48 Baugebiet „Wohnen 1“, Nordseite zum Park Nachts, 22-6 Uhr 29 45 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 36 50 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Planstraße 1 Nachts, 22-6 Uhr 29 43 Baugebiet „Wohnen 2“, Südseite Nachts, 22-6 Uhr 29 49 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 40 51 Unter Berücksichtigung der Vorbelastung sowie des planbedingten Mehrverkehrs ist an der Neusser Straße der sog. Sanierungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag (6-22 Uhr) sowie von 60 dB(A) in der Nacht überschritten. Orientierungswerte Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) nachts werden an der Neusser Straße straßenseitig, auch auf der Nordseite zur Planstraße (Fahrradstraße) überschritten. Hingegen sind die Orientierungswerte auf der schallgeschützten Innenseite deutlich, um mindestens 11 dB(A ) am Tag und 9 dB(A) in der Nacht unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht w erden nur an der Simonskaul um bis zu 7 dB(A) tagsüber bzw. 6 dB(A) nachts überschrit ten. Im Inneren des Plangebietes sind die Orientie- rungswerte überwiegend eingehalten, nur zur Planstraße 1 hin liegen in der Nähe der Simon- skaul Überschreitungen von höchstens 1 dB(A) tags und nachts vor. Beurteilungspegel an der vorhandenen Bebauung in der Nachbarschaft des Plangebiets - 26 - / 27 Entlang der Neusser Straße liegt die Verkehrslärmbelastung angrenzend an das Plangebiet bereits heute teilweise oberhalb der Sanierungsschwellenwerte von 70 dB(A) am Tag und 60 dB(A) nachts. Die Pegelerhöhungen durch den planbedingten zusätzlichen Verkehr sowie durch Schallrefle- xionen der Neubauten lösen an den davon betroffenen Gebäuden einen Anspruch auf Schall- schutz dem Grunde nach aus. Hierzu können insbesondere Fenster einer besseren Schall- schutzklasse als aktuell vorhanden in Verbindung mit schallgedämmten Lüftungsanlagen zum Einsatz kommen. Im Durchführungsvertrag werden die erforderlichen Regelungen zu einer Kostenübernahme der durch das Vorhaben ursächlich bedingten Schallschutzmaßnahmen in der Umgebung des Plangebiet es getroffen. Ansprüche können an den Gebäuden Neusser Straße 788-794 entstehen. Tiefgaragen Ein- und Ausfahrten von Garagenanlagen für Wohnnutzungen sowie für nicht wesentlich stö- rendes Gewerbe sind in Wohn- und Mischgebieten grundsätzlich gebietstypisch und somit zu- lässig. Dennoch wurde vorsorglich eine Schallimmissionsprognose der geplanten Ein- und Ausfahrten vorgenommen, um die Auswirkungen auf die Nachbarbebauung einschätzen zu können. Die maximalen Beurteilungspegel an der benachbarten Bebauung (Neusser Straße) betragen 33 dB(A) tagsüber und 28 dB(A) nachts. Die Richtwerte der TA Lärm für Gewerbelärm von 60 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) nachts werden hier zur Beurteilung der Verträglichkeit entspre- chend herangezogen. Sie sind deutlich unterschritten. 5.7.2 Schienenverkehrslärm Die Lärmsituation bezüglich des öffentlichen Schienenverkehrs innerhalb des Plangebiets wird durch die geplante Zulauftrasse sowie den Stadtbahnbetrieb der KVB und die Güterver- kehrstrasse der HGK bestimmt. Beurteilungspegel Folgende Beurteilungspegel aus dem Schienenverkehr sind zu erwarten (maximale Werte sind hervorgehoben): Tab. 1.2: Straßenverkehrslärm Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 65 70 Neusser Straße, Nordseite zur KVB-Zulauftrasse Tags, 6-22 Uhr 57 65 Neusser Straße, Innenlage Tags, 6-22 Uhr 43 49 Baugebiet „Wohnen 1“ Tags, 6-22 Uhr 49 55 Baugebiet „Wohnen 2“ Tags, 6-22 Uhr 36 46 - 27 - / 28 Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 65 66 Neusser Straße, Nordseite zur KVB-Zulauftrasse Nachts, 22-6 Uhr 55 65 Neusser Straße, Innenlage Nachts, 22-6 Uhr 41 46 Baugebiet „Wohnen 1“ Nachts, 22-6 Uhr 40 57 Baugebiet „Wohnen 2“ Nachts, 22-6 Uhr 35 46 Orientierungswerte Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Schiene für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag wird um bis zu 10 dB(A) überschritten. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 50 dB(A) in der Nacht wird an den stra- ßenseitigen Fassaden um bis zu 16 dB(A) überschritten. Der Sanierungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag wird straßenseitig erreicht, der Sanie- rungsschwellenwert nachts von 60 dB(A) wird straßenseitig an großen Teilen der Fassaden überschritten. Die Orientierungswerte sind jedoch an der schallgeschützten Innenseite der Gebäude überall unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Schiene für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Baugebiet „Wohnen 1“ auf der Nordseite zur KVB-Zulauftrasse um bis zu 1 dB(A) tagsüber, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) über- schritten. Die sehr hohen Überschreitungen betreffen allerdings nur einen kleineren Fassa- denbereich unmittelbar am Quartiersplatz. Im Baugebiet „Wohnen 2“ sind die Orientierungswerte überall eingehalten. 5.7.3 Gewerbelärm Als für das Plangebiet relevante Gewerbelärmquellen wurden die südlich angrenzend an der Simonskaul gelegene Tischlerei , eine nordwestlich gelegene Motorradwerkstatt, die KVB- Werkstatt im Südwesten und einige Betriebe auf der Ostseite der Neusser Straße festgestellt. Ausgehend von konservativen Emissionsansätzen kommen die Berechnungen zu dem Ergeb- nis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind [Accon Köln GmbH; 2022]. Von der in der Liegenschaft Simonskaul Nr. 72 ansässigen Motorradwerkstatt sind keine Kon- flikte zu erwarten, da dort im Wesentlichen nur wenig geräuschintensive Montagearbeiten in- nerhalb der Halle ausgeführt werden und mit ca. 100 m ein recht großer Abstand zu dem nächsten geplanten Wohnhaus besteht. Für den südlich des Plangebiets an der Straße S imonskaul Nr. 46 liegenden Schreinereibe- trieb kommen die Berechnungen ausgehend von konservativen Emissionsansätzen zu dem Ergebnis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind. Zu berück- sichtigen ist, dass die zulässigen Geräuschimmissionen durch den Schreinereibetrieb bereits derzeit durch die Bestandsbebauung - insbesondere an der Mönchsgasse - nach oben be- - 28 - / 29 grenzt werden. Spitzenpegelüberschreitungen können ausgeschlossen werden. Zusammen- fassend kann somit festgestellt werden, dass bei einem bestimmungsgemäßen Betrieb der Tischlerei keine Konflikte im Plangebiet zu erwarten sind. Die Beurteilungspegel liegen mit 54 dB(A) am Tag um 1 dB(A) unter dem Richtwert der TA Lärm für Allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A). Ein Nachtbetrieb findet nicht statt. Östlich der Neusser Straße befindet sich ein Discountmarkt im Gebiet des rechtsgültigen Be- bauungsplans Nr. 66509/09. Dahinter schließen sich ein Kfz-Betrieb sowie ein Lkw-Hof an. Außer dem Gelände des Discounters existieren keine weiteren Bebauungspläne. Aufgrund der gemischten Nutzung aus Wohnen und Gewerbe ist auf der Ostseite der Neusser Straße von einem Schutzanspruch eines MI-Gebiets im Sinne des § 6 BauNVO auszugehen. Das Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ westlich der Neusser Straße hat ebenfalls diesen Schutz- anspruch. Durch die sich südlich an das Plangebiet anschließende geschlossene Bestands- bebauung und die zur Neusser Straße hin ebenfalls weitgehend geschlossen geplante Bebau- ung im Plangebiet ergibt sich insgesamt eine wirksame Abschirmung für die Wohngebiete im Plangebiet, wobei von einer Pegelminderung >10 dB(A) auszugehen ist. Ein bestimmungsge- mäßer Betrieb aller ansässigen Gewerbebetriebe setzt die Einhaltung der Richtwerte der TA Lärm für MI -Gebiete von 60 dB(A) tags und 45 dB (A) nachts an der deutlich nä her an den Gewerbebetrieben liegenden Bestandsbebauung voraus. Aus der schalltechnischen Untersuchung zur Erweiterung der Hauptwerkstatt Weidenpesch [I.B.U. Ingenieurbüro: Hauptwerkstatt Weidenpesch in Köln-Weidenpesch, Immissionstechni- sche Untersuchung, Deckblatt, Beurteilung der Luftschallimmissionen in der Nachbarschaft; Essen, 02.04.2015] ist entnehmbar, dass die Richtwerte der TA Lärm für Allgemeine Wohn- gebiete an der vorhandenen Bebauung auf der Südwestseite der Simonskaul im Prognosefall, nach Erweiterung der Abstellanlagen, eingehalten sind. Da diese Bebauung näher an den Emissionsquellen liegt als das Plangebiet, und somit im Plangebiet geringere Immissionspegel zu erwarten sind als an den betrachteten Immissionsorten, war eine über das vorliegende Gut- achten hinausgehende Prognose nicht erforderlich. Die bis 2020 noch im Plangebiet selbst vorhanden gewesenen gewerblichen Nutzungen sind zwischenzeitlich aufgegeben bzw. verlagert und werden überplant. Sie werden daher nic ht mehr weiter betrachtet. 5.7.4 Flugverkehrslärm Gemäß „Schallimmissionsplan Fluglärm Stadt Köln“ sind für das Plangebiet Fluglärmbeurtei- lungspegel als Mittelungspegel von unter 55 dB(A) tags und unter 40 dB(A) nachts verzeich- net. Das Plangebiet ist somit keinen planungsrelevanten Belastungen durch Fluglärm ausge- setzt. Die passiven Schallschutzmaßnahmen, die aus Gründen des Verkehrslärms vorgese- hen werden, können auch einen Schutz der Innenräume wegen Fluglärmeintrag leisten. 5.7.5 Prüfung der möglichen Schallminderungsmaßnahmen Da die Orientierungswerte der DIN 18005 für Mischgebiete durch den Straßen- und Schienen- verkehrslärm, sowie auch die Sanierungsschwellenwerte überschritten werden, sind in dem Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ an der Neusser Straße umfängliche Schallminderungs- maßnahmen erforderlich. Auch in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ liegen an der Simonskaul sowie im nördlichen Randbereich Überschreitungen der Orientierungswerte vor, die für Teilbereiche die- ser Gebiete Schallminderungsmaßnahmen erfordern. Grundsätzlich sind dabei die folgenden Handlungsoptionen zu prüfen: - 29 - / 30 - Einhalten von Mindestabständen, - Differenzierte Ausweisung von Baugebieten, - Aktive Schallschutzmaßnahmen, - Passive Schallschutzmaßnahmen an den schutzwürdigen Nutzungen. Das Einhalten von Mindestabständen scheidet als Lösungsansatz teilweise aus, da dies keine Straßenrandbebauung an der Neusser Straße und an der Simonskaul ermöglichen würde. Aus stadtbaugestalterischen Gründen soll entsprechend der Umgebung eine straßenbegleitende Bebauung umgesetzt werden. Eine Blockrandbebauung mit überwiegend geschlossener straßenbegleitender Bauflucht ist für Weidenpesch an der Neusser Straße prägend. Diese städtebauliche Form schirmt zudem die geplante Bebauung des Blockinnenbereichs und die dortigen Außenwohnbereiche vor Straßenverkehrslärm wirksam ab und hat damit eine Schallschutzfunktion für den Innenhof. Eine straßenbegleitende Bebauung in offener Bauweise ist für die Simonskaul präg end und soll daher auch im Plangebiet fortgeführt werden. Hinsichtlich des Schienenverkehrslärms wird durch das Einhalten größerer Abstände zur ge- planten KVB-Zulaufstrecke eine Schallpegelminderung erreicht, die für den größten Teil de r Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ eine Einhaltung der Orientierungswerte gewährleis- tet. Innerhalb des Plangebietes, das überwiegend einer Wohnnutzung zugeführt werden soll, wer- den keine Baugebietsausweisungen festgesetzt, die eine Wohnnutzung aus Gründen des Im- missionsschutzes in bestimmten Bereichen ausschließen. Ziel der Planung ist es, durch Nach- verdichtung eine überwiegende Wohnbebauung zu ermöglichen, um dem aktuellen Wohn- raumbedarf gerecht zu werden. Aufgrund der räumlich engen Zuordnung zwischen Emittenten und I mmissionsorten und auf- grund der geplanten Gebäudehöhen sind aktive Schallschutzmaßnahmen in Form von Lärm- schutzwänden an den Grundstücksgrenzen städtebaulich für das Plangebiet nicht geeignet, da sie die geplante Bebauung von der Umgebung abschotten würden und sich städtebaulich mit einer hohen Störwirkung für das Orts- und Landschaftsbild darstellen würden. Lärmschutz- wände müssten, um auch die oberen Geschosse zu schützen, eine Höhe von bis zu 18 m über dem Straßenniveau erreichen, was städtebaulich offensichtlich unverträglich ist. Für das Plangebiet kommen somit aus städtebaulichen Gründen passive Schallschutzmaß- nahmen in Betracht, die den erforderlichen Schallschutz in den Gebäuden in Form von Min- destanforderungen an das resultierenden Schalldämmmaß der Außenbauteile, den Einbau schallgedämmter Lüftungsanlagen und soweit erforderlich in Form einer Grundrissorientierung zu den lärmabgewandten Gebäudeseiten sicherstellen. Der nach DIN 4109 maßgebliche Au- ßenlärmpegel errechnet sich dabei aus der Summe der jeweils ungünstigeren Beurteilungs- pegel (tags oder nachts) der maßgeblich auf die Planbebauung einwirkenden Emittentenarten Straßenverkehrslärm, Schienenverkehrslärm, Gewerbelärm. Die Wohnbebauung in einem stark lärmbelasteten Bereich ist dennoch gerechtfertigt, um dem stadtentwicklungspolitischen Ziel gerecht werden zu können, ein ausreichendes Wohnungs- angebot bereit zu stellen, und um dem Grundsatz zu entsprechen, mit Grund und Boden spar- sam und schonend umzugehen (§§ 1 Absatz 5 und 1a Absatz 2 BauGB). Insbesondere auch im Sinne einer optimierten Ausnutzung der Infrastruktur aufgrund der sehr guten Anbindung des Plangebietes an den ÖPNV ist eine Ansiedlung von Wohnen in verdich- teter Bauweise in lärmvorbelasteten innerstädtischen Bereichen, wie sie hier erfolgen soll , stadtentwicklungspolitisch erforderlich und gerechtfertigt. - 30 - / 31 Darstellung der Lärmpegelbereiche im Plan Nach DIN 4109 werden Lärmpegelbereiche unterschieden, die jeweils eine Spanne maßgeb- licher Außenlärmpegel von 5 dB(A) umfassen: Lärmpegelbereich maßgeblicher Außenlärmpegel in dB(A) I ≤ 55 II 56 – 60 III 61 – 65 IV 66 – 70 V 71 – 75 VI 76 – 80 VII > 80 Die Lärmpegelbereichsgrenzen werden in der Planurkunde bei angenommener freier Schal- lausbreitung mit den maximalen Pegeln dargestellt. Die aus den maßgeblichen Außenlärmpe- geln resultierenden Nachweise zur Schalldämmung (resultierendes Schalldämm-Maß) der Au- ßenbauteile sind im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens durch die Eignung der gewähl- ten Gebäudekonstruktionen, einschl. Fenster und Nebeneinrichtungen, wie Rolll adenkästen, etc. nach DIN 4109 „ Schallschutz im Hochbau", anhand der prognostizierten maßgebl ichen Außenlärmpegel an den jeweiligen Fassaden zu führen. 5.7.6 Schutzkonzept und Festsetzungen Aufgrund der erheblichen Lärmbelastungen werden geeignete passive Schutzmaßnahmen getroffen. Allgemeine Anforderungen Gemäß § 9 Absatz 1 Nr. 24 BauGB wird festgesetzt, dass entsprechend den in der Planzeich- nung dargestellten Lärmpegelbereichen (LPB) passive Schallschutzmaßnahmen an den Au- ßenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nach DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau (Aus- gabe Januar 2018, Beuth Verlag GmbH, Berlin)) zu treffen sind. Die Minderung der zu treffen- den Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauaufsichtlichen Genehmi- gungsverfahren durch eine schalltechnische Untersuchung niedrigere Lärmpegelbereiche an einzelnen Gebäudeteilen oder Geschossebenen nachgewiesen werden. Schlafräume und Kinderzimmer Für Schlaf- und Kinderzimmer ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum eine fensterunabhängige Belüftung durch schallgedämmte Lüftungseinrichtungen bei ge- schlossenen Fenstern und Türen sicherzustellen. Nach dem allgemein anerkannten Stand der Forschung ist ein ungestörter Schlaf oberhalb eines durch Außenlärm hervorgerufenen Innen- raumpegels von 30 dB(A) nicht mehr hinreichend zu gewährleisten. Zudem muss in Schlaf- räumen auch ein ausreichender Luftwechsel gemäß DIN 4108 gegeben sein, um den Anfor- derungen an gesunde Wohnverhältnisse zu entsprechen. Die beiden vorgenannten Anfor de- rungen können bis zu einem Beurteilungspegel nachts (22-6 Uhr) von 45 dB(A) dadurch erfüllt werden, dass ein Fenster im Schlafraum (zu den Schlafräumen gehören auch die Kinderzim- mer) in Kippstellung geöffnet wird. Das in Kippstellung geöffnete Fenster bewirkt eine Schall- pegelminderung von zumindest 15 dB(A), sodass der Innenraumpegel nicht über 30 dB(A) - 31 - / 32 beträgt. Wird jedoch ein Beurteilungspegel von 45 dB(A) im Nachtzeitraum überschritten, müs- sen zur Gewährleistung gesunder Wohnverhältnisse zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten ge- schaffen werden, um den erforderlichen Luftwechsel bei geschlossenen Fenstern und Türen zu gewährleisten. Dies wird im Bebauungsplan, in dessen gesamtem Geltungsbereich Beur- teilungspegel von über 45 dB(A) nachts bei freier Schallausbreitung zu erwarten sind, entspre- chend festgesetzt. In der Praxis sind je nach Geschossebene und wirksamer Schallabschirmung durch die Bau- struktur insbesondere an den von den Straßen abgewandten Fassaden günstigere Beurtei- lungspegel zu erwarten als bei der freien Schallausbreitung. Wenn dazu im Baugenehmi- gungsverfahren ein entsprechender Nachweis geführt wird, kann der niedrigere Beurteilungs- pegel berücksichtigt werden und somit auf zusätzliche Belüftungseinrichtungen verzichtet wer- den. Schutzbedürftige Räume im Baugebiet „Wohnen / Nws“ Gewerbe“, die zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Planstraße 3 (Norden) hin orientiert sind Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Plan- straße 3 (Norden) hin orientierte, schutzbedürftige Räume im Sinne der DIN 4109-1 (Schall- schutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin)) nur zulässig, wenn ihnen als Schallschutzvorrichtung sogenannte „kalte Wintergärten“ (verglaste Balkone) oder gleichwertige Maßnahmen (z. B. vorgehängte Fassaden, verglaste Laubengänge), die nicht zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen dienen, vorgelagert sind. Die „kalten Wintergär- ten“ bzw. sonstige gleichwertige Maßnahmen sind so zu errichten, dass die Beurteilungspegel für den Gesamt-Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) auf der Innenseite der jeweiligen Schutzvorrichtung 60 dB(A) tags (06:00 – 22:00 Uhr) und 50 dB(A) nachts (22:00 – 06:00 Uhr) nicht überschreiten. Eine Gesundheitsgefahr ist dann nicht zu befürchten. Außenwohnbereiche Ein Beurteilungspegel von höchstens 62 dB(A) ist in den Außenwohnbereichen, wie zum Bei- spiel Balkonen, Loggien und Terrassen zu gewährleisten. Dieser Wert markiert die Schwelle, bei deren Überschreitung unzumutbare Störungen de r Kommunikation und der Erholung zu erwarten sind. Durch Schallschutzmaßnahmen - wie beispielsweise entsprechende Vergla- sungen mit schallabschirmender Wirkung - wird sichergestellt, dass der Beurteilungspegel von 62 dB(A) nicht überschritten wird. Störfallrecht In ca. 900 m zum Plangebiet liegt im Industriegebiet Niehl der Betriebsbereich der Fa. Carbo- sulf Chemische Werke GmbH. Im Rahmen der Umweltprüfung wurde ein Abstandsgutachten zur Störfallthematik erstellt, das herleitet, dass das Plangebiet außerhalb des angemessenen Sicherheitsabstandes liegt. Ein weiteres Abstandsgutachten im Auftrag der vorgenannten Firma kommt partiell zu einer anderen Aussage, wonach das Plangebiet möglicherweise doch unter bestimmten Bedingun- gen innerhalb des angemessenen Sicherheitsabstandes liegt. Grundsätzlich gilt es zu berücksichtigen: Zwischen der geplanten Wohnbebauung und dem Betrieb liegt in Köln -Longerich bereits eine vorhandene Wohnbebauung. Weiterhin liegt ca. 650 m entfernt vom Betrieb in südlicher Richtung das Behindertenwohnzentrum (Stiftung Dr. Dormagen) sowie in Abständen von 530 m und 680 m Sportplätze. Diese Nutzungen sind als schutzwürdig einzustufen und liegen näher am Betriebsbereich als die geplante Wohnbebau- ung. - 32 - / 33 Zudem handelt es sich bei dem Betrieb um eine Anlage, für die umfangreiche Betreiberpflich- ten wie das Bereithalten von Alarmplänen und Sicherungsmaßnahmen vorgesehen sind. Ent- sprechend steht die Zulässigkeit der geplanten Wohnbebauung auch unter störfallrechtlichen Gesichtspunkten außer Frage. Die Klärung, welcher Abstand letztendlich anzusetzen ist, kann daher parallel zum weiteren Bebauungsplan-Verfahren erfolgen. Weitere Angaben enthält der Umweltbericht unter Kapitel Nr. 6.5.12.4 Sonstige Gesundheitsbelange / Risiken. 5.8 Nebenanlagen Die Packstation an der Gemeinschaftsstellplatzanlage dient der Versorgung der künftigen Wohnhäuser. Die Grundfläche der Packstation wird im vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf eine max. Grundfläche von 17,00 m² begrenzt. 5.9 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen Dachgestaltung Als Dachformen sind nur Flachdächer vorgesehen und festgesetzt, um ein einheitliches Sied- lungsbild zu erreichen. Dabei gelten Dächer mit einer Neigung bis maximal 5° als Flachdächer. Einfriedungen Die Art der Einfriedung zum Straßenraum und zwischen den Hausgärten ist für die Freiraum- gestaltung des Wohnquartiers von großer Bedeutung. Um den einheitlichen grünen Charakter zu betonen und einen gestalterischen Zusammenhang herzustellen, sind als Einfri edungen ausschließlich standortgerechte Hecken aus einheimischen Laubgehölzen oder standortge- rechte Hecken aus einheimischen Laubgehölzen in Kombination mit Draht- oder Stabgitter- zäunen bis zu einer Höhe von maximal 1,20 m zulässig. Aufgrund der für die Entgasungsein- richtungen in der öffentlichen Grünfläche geplanten Höhe gilt für die Einfriedungen hier eine maximale Höhe von 2,50 m. Müllsammelplätze Müllsammelplätze sind als Unterfluranlagen herzustellen, oder in die Gebäude (zum Beispiel als Wandnische, im Keller, Tiefgarage, o.ä.) bzw. in oberirdische Nebenanlagen (zum Beispiel in Müllboxen, Müllhäuschen, o.ä.) zu integrieren oder zu begrünen (Berankung, Heckenein- fassung, o.ä.). Die Festsetzung dient der Vermeidung von Beeinträchtigungen des Erschei- nungsbildes der Bebauung, die eine ungeordnete Unterbringung der Abfallbehälter mit sich bringt. Werbeanlagen Werbeanlagen sind nur an Gebäuden und nur an der Stätte der Leistung mit einer Größe von jeweils nicht mehr als 1,0 x 4,0 m zulässig. Sie dürfen nicht über die Unterkante der Fenster im 1. Obergeschoss hinausragen. Werbeanlagen dürfen nicht auf den Dachflächen aufgestellt werden und nicht freistehend hergestellt werden. Werbeanlagen mit wechselnden oder be- wegten Sichtflächen sowie akustisch unterstützte beziehungsweise ausschließlich akustische Werbeanlagen sind nicht zulässig. Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdio- den(LED)-Technik oder selbstleuchtend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanla- gen dürfen nur hinterleuchtet sein. Alle vorgenannten Bestimmungen sind wie folgt begründet: Neben dem Erscheinungsbild von Gebäuden beeinflussen Werbeanlagen das Ortsbild, weil sie im Hinblick auf eine starke Auffälligkeit gestaltet werden. Um das heute vorhandene Orts- bild und die vorgesehene Wohnnutzung nicht durch Werbeanlagen übermäßig zu beeinflus- sen, werden im Bebauungsplan Regelungen getrof fen, die einen Rahmen zur Vermeidung negativer stadtgestalterischer Einflüsse festlegen, aber gleichzeitig den Erfordernissen der zu- lässigen gewerblichen Betriebe ( z. B. Büro, Gastronomie) einer angemessenen werblichen Darstellung Rechnung tragen. - 33 - / 34 6. Umweltbericht A Einleitung Für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird eine Umweltprüfung gemäß § 2 Absatz 4 Baugesetzbuch (BauGB) für die Belange nach § 1 Absatz 6 Nummer 7 und § 1a BauGB durch- geführt. Die Ergebnisse werden in einem Umweltbericht gemäß § 2a BauGB dargestellt. 6.1 Darstellung des Inhalts und wichtigster Ziele der Planaufstellung Wesentliches Ziel der Planung ist es, auf dem Gelände eine Wohnbebauung (387 WE) mit ergänzenden Nutzungen zu entwickeln. Die geplante Wohnnutzung fügt sich in das beste- hende Nutzungsspektrum des südlich angrenzenden Quartiers an der Simonskaul ein, das ebenfalls vorwiegend dem Wohnen dient. Die Bebauung gliedert sich in drei Quartiere. In dem östlichen Quartier an der Neusser Straße wird mit einer geschlossenen Blockrandbebauung ein geschützter Innenhofbereich geschaf- fen, der eine hohe Wohn- und Freiraumqualität bietet. Das nordwestliche Quartier wird durch drei zur nördlichen Grünfläche geöffnete, u-förmige Hofgebäude geprägt. Eine im westlichen Plangebiet mittig gelegene Stichstraße erschließt das Gebiet von der Simonskaul aus. Das südwestliche Quartier nimmt drei Einzelbaukörper auf, die straßenbegleitend angeordnet sind. Die öffentlichen Spielplätze liegen zentral im Quartier sowie im nördlich angrenzenden Grün- raum. Die Gebäudehöhen nehmen von der Neusser Straße aus in westliche Richtung ab und ver- mitteln damit städtebaulich zwischen den bis zu neungeschossigen Bestandsgebäuden an der Neusser Straße und dem zweigeschossigen Bestand an der Simonskaul. Die notwendigen Stellplätze werden, abgesehen von wenigen oberirdischen Stellplätzen auf einem Gemeinschaftsstellplatz, in drei Tiefgaragen untergebracht. Die Innenhöfe werden begrünt. Sie nehmen Freiflächen der Kindertagesstätte und private Spielplatzflächen sowie weitere Gemeinschaftsflächen für die Bewohnerschaft auf. Das Plangebiet umfasst auf etwa der Hälfte seiner Fläche eine ehemalige Müllaltablagerung. Voraussetzung für die Wohnbebauung ist die nutzungsbezogene Sanierung dieser Altlast, hierzu ist im Bereich der Bebauung ein vollständiger Austausch des kontaminierten Bodens vorgesehen. 6.2 Bedarf an Grund und Boden/ Fläche Tab. 2: Flächenangaben Bestandsnutzung in m² Planung in m² Grünbereiche, Gehölzflä- chen, Gärten 6.204 Wohngebiete 6.798 Verkehrsfläche 3.878 Gemeinschaftsstellplätze 784 Grünflächen 5.256 Offener Rohboden 29.572 Wohngebiete 2.897 Verkehrsflächen 123 - 34 - / 35 Bestandsnutzung in m² Planung in m² Grünflächen 26.552 Baugelände 1.018 Wohngebiete Verkehrsflächen Grünflächen 8.522 1.879 9.383 Verkehrsflächen, versiegelt 2.121 Verkehrsflächen 1.023 Summe 38.915 Summe 38.915 6.3 Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festge- legten Ziele des Umweltschutzes Als Ziele des Umweltschutzes werden die einschlägigen Gesetze, Rechtsverordnungen, Er- lasse, Verwaltungsvorschriften und „Technischen Anleitungen" zugrunde gel egt, die für die jeweiligen Schutzgüter und Umweltbelange in Bauleitplan- Verfahren anzuwenden sind. Die EU-Schutzziele finden sich im Wesentlichen umgesetzt im deutschen Bundesimmissions- schutzgesetz (BImSchG, Luftreinhalteplanung, Lärmminderung) und seinen Verordnungen, dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG – Arten-, Landschafts- und Biotopschutz) und Bun- desbodenschutzgesetz (BBodSchG – Bodenschutz, Schutz vor bzw. Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen) und seiner Verordnung sowie dem Denkmalschutzgesetz (DSchG). Auf Landesebene greifen weitere Regelungen wie die Geruchsrichtlinie Nordrhein- Westfalen (GIRL – Beurteilung von Gerüchen), das Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen (LNG NW – Schutz des Grundwasserdargebotes) sowie Verordnungen auf Ebene der B ezirksregierun- gen wie Wasserschutzzonen-Verordnungen und der Luftreinhalteplan. Auf kommunaler Ebene werden die Baumschutzsatzung und der Landschaftsplan der Stadt Köln berücksichtigt. Im Einzelnen siehe dazu die folgende Tabelle 2. Tab. 3: Ziele des Umweltschutzes Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes Gebiete von gemeinschaft- licher Bedeutung / europäi- sche Vogelschutzgebiete BNatSchG, FFH-RL Schutz prioritärer Arten, Be- achtung der Schutzziele Landschaft Landschaftsplan BauGB, BNatSchG, DSchG; LNatSchG NRW Schutzziele der LP-Schutzauswei- sung, Entwicklungsziele umsetzen; Schutz, Pflege und Entwicklung der Vielfalt, Eigenart, Schönheit und Erho- lungswert von Natur und Landschaft Pflanzen BNatSchG, LNatSchG NRW Baumschutzsatzung Stadt Köln Schutz, Erhalt und Weiterentwicklung geschützter Biotope und Naturbe- stände, Vermeidung von Eingriffen; Tiere BauGB, BNatSchG, FFH- RL, VRL, LNatSchG NRW Vermeidung Verschlechterung Erhal- tungszustand; Schutz wild-lebender Tiere und Lebensgemeinschaften, Vermeidung Tötung (Tötungsverbot) Biologische Vielfalt BauGB, BNatSchG, FFH- RL, VRL, LNatSchG NRW Erhalt wildlebender Tier- und Pflan- zenarten, Erhalt von Lebensräumen, Stärkung der Biotopvernetzung, Ent- wicklung und Wiederherstellung der - 35 - / 36 Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes Tier- und Pflanzenwelt z.B. bei Eingrif- fen; Schutz der natürlichen Lebens- grundlagen Eingriff/Ausgleich Baugesetzbuch, LNatSchG Ausgleich von Eingriffen in den Natur- haushalt; Ausgleich bzw. Ersatzmaß- nahmen nachhaltig und standortge- recht Fläche BauGB schonender Umgang mit Boden, Flä- chenrecycling Landschaft/Ortsbild Baugesetzbuch, LNatSchG Ausgleich von Eingriffen in das Land- schaftsbild; Wahrung und Entwicklung der Vielfalt, Eigenart, Schönheit und dem Erholungswert von Landschaft- und Ortsbild; Wahrung des Charak- ters der Kulturlandschaft Boden BauGB; BBoSchG, BBoSchV, LBoSchG NRW sparsamer Umgang mit Grund und Boden, Innenentwicklung; Entsiegelung; Sicherung und Entwick- lung von Bodenfunktionen, Abwen- dung schädlicher Bodenveränderun- gen und Einträge, Oberflächenwasser WHG, Wasserrahmen- richtlinie, HWRM-RL naturnahe Gestaltung von Fließge- wässern; Reinhaltung, Schutz und Pflege von Gewässern; Deckung Wasserbedarf; Vermeidung negativer Veränderungen; Sanierung; naturna- her Aus- bzw. Rückbau Grundwasser WHG, Landeswasserge- setz NW, Wasserschutz- zonen-Verordnung Versickerung von Niederschlagswas- ser, Berücksichtigung der Ge- und Verbote; Vermeidung von Einträgen; Grundwasserneubildung erhalten und verbessern Klima, Kaltluft/Ventilation Klimaschutzgesetz NRW, Klimaschutzkonzept Köln BNatDchG, LNatSchG, BWaldG, LFoG NRW Vermeidung bioklimatisch belasteter Wohngebiete, Erhalt bioklimatischer Entlastungsbereiche und Bereiche mit Kaltluftentstehung; Erhalt und Pla- nung von Frischluftzufuhr durch Grün- flächen; Verbesserung des Mikrokli- mas durch Baumpflanzungen und Grünflächen; Maßnahmen zur Klima- wandelanpassung Luftschadstoffe – Emissio- nen/Immissionen Bundesimmissionsschutz- gesetz; BauGB, 39. BIm- SchV, TA Luft; Zielwerte der LAI Schaffung und Erhalt gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse; Vermeiden von Emissionen und Konflikten; Erhalt und Verbesserung der Luftgüte; Ein- haltung Grenzwerte der 39. BImSchV Erhaltung der bestmögli- chen Luftqualität in Gebie- ten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Er- füllung von bindenden Be- schlüssen der Europäi- schen Gemeinschaft fest- BauGB; Bundesimmissi- onsschutz-gesetz; Luft- reinhalteplan Köln 2021 Einhaltung Grenzwerte der 39. BIm- SchV - 36 - / 37 Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes gelegten Immissionsgrenz- werte nicht überschritten werden Vermeidung von Emissio- nen (nicht Lärm/Luft, insbe- sondere Licht, Gerüche), sachgerechter Umgang mit Abfällen und Abwässern Bundesimmissionsschutz- gesetz; Lichterlass NW; LAI Hinweise; GIRL; LWG NRW; Vermeidung von Emissionen; Konflikt- bewältigung; Sicherstellung der sach- und fachgerechten Entsorgung Erneuerbare Ener- gien/Energieeffizienz BauGB; Beschluss Stadt- entwicklungsausschuss zur solaren Optimierung; EEG, DIN 5034; Energie- einsparVO, Beschluss des Rates der Stadt Köln zur Klimaneutralität bis 2035 (06/2021), Leitlinien Klima- schutz der Stadt Köln Energieeffizient Planen, Verringerung / Vermeidung von Klimagas-Emissio- nen, energetisch optimierte Baustan- dards Lärm Bundesimmissionsschutz- gesetz; TA Lärm; DIN 4109; DIN 18005; DIN 45691; 16. BImSchV; Frei- zeitlärmerlass; 18. BIm- SchV, BauGB; Lärmakti- onsplan Stufe III Einhaltung der Orientierungs-, Richt- und Grenzwerte; Konfliktvermeidung durch Planung; Trennungsgrundsatz; Einhalt und Sicherung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse Altlasten BauGB; BBoSchG, BBoSchV, LBoSchG NRW, LAWA-Richtlinie, LAGA Anforderungen Vermeidung von Gefährdung durch die Wirkpfade Boden-Mensch, Boden- Luft, Boden-Grundwasser; Sanierung; Erschütterungen Bundesimmissionsschutz- gesetz; Abstandserlass; DIN 4150 Teil 1 und 2 Einhaltung der Werte der DIN 4150 Teil 2; Konfliktvermeidung Gefahrenschutz: - Hochwasserschutz - Störfallrecht - Magnetfeldbelastung - Starkregenvorsorge WHG, LWG NRW, HWRW-RL; Hochwasser- schutzG II Seveso-III-Richtlinie; KAS- 18, BImSchG; 12. BIm- SchV Bundesimmissionsschutz- gesetz, Abstandserlass NW, städtischer Vorsorge- wert WHG Hochwassersichere Baugebiete, Hin- weis auf Hochwasserrisikogebiete; Hochwasserrisikoprophylaxe Einhaltung von Achtungs- und ange- messenen Sicherheitsabständen Einhaltung ausreichender Abstände zu sensiblen Nutzungen Hinweis auf Starkregenbetroffenheit; Ableitung von Niederschlagswasser; Verhindern von Starkregengefahren Besonnung / Belichtung Positionspapier „Versor- gung mit Tageslicht / Be- sonnung“ im Stadtpla- nungsamt Köln, 10/2021 Sicherung gesunder Wohnverhält- nisse Kultur- und sonstige Sach- güter BauGB, Denkmalschutz- gesetz; BNatSchG Vermeidung der Beeinträchtigung von Bau,- Klein und Bodendenkmälern; Naturdenkmalen, Resten historischer - 37 - / 38 Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes Kulturlandschaften oder deren Be- standteilen Grenzüberschreitende Auswirkungen von Bebauungsplänen oder Flächennutzungsplan- Än- derungen sind in Köln aufgrund der Lage in großem Abstand zu Landesgrenzen nicht zu er- warten. Raumbedeutsame Planungen werden mit den angrenzenden Gemeinden abgestimmt. B Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen 6.4 Grundlagen Die Untersuchungstiefe der Umweltprüfung orientiert sich in Übereinstimmung mit der Formu- lierung in § 2 Abs. 4 Satz 3 BauGB an den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“. Geprüft wird, welche erheblichen Auswirkungen durch die Umsetzung des Bebauungsplanes auf die Umweltbelange entstehen können und welche Einwirkungen auf die geplanten Nutzungen im Geltungsbereich aus der Umgebung erheblich einwirken kön- nen. Hierzu werden vernünftigerweise regelmäßig bzw. dauerhaft erhebliche anzunehmende Einwirkungen geprüft, nicht jedoch außergewöhnliche und nicht vorhersehbare Ereignisse. Für die konkreten Vorhaben werden Regelungen zur Bauphase gemäß den einschlägigen Vorschriften und Normen im nachfolgenden Baugenehmigungsverfahren getroffen. Entspre- chend beinhaltet diese Prüfung nicht die Untersuchung von Auswirkungen der Bauphase. Es werden durch die Umsetzung der Planung keine Techniken oder Stoffe eingesetzt und verwendet, die zu erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen führen werden. Weiterhin werden bei Vorliegen mehrerer Planungen in räumlicher Nähe kumulierende Um- weltauswirkungen beschrieben. 6.4.1 Beschreibung derzeitiger Umweltzustand – Bestand Das Plangebiet war bis 2020 auf einer Fläche von ca. 1,6 ha für gewerbliche Zwecke und Wohnen genutzt. Die Nutzungen sind inzwischen aufgegeben. Die inzwischen abgebrochene Bebauung wies hier ein- bis zweigeschossige Bauten einfacher Ausführung auf. Diese waren mit Lager- und Stellflächen umgeben, das Gebiet ist nahezu vollständig versiegelt. Teils waren Abfallablagerungen, insbesondere von Altreifen vorhanden, die inzwischen ordnungsgemäß entsorgt wurden. Im Nordwesten befinden sich asphaltierte Verkehrsflächen eines ehemaligen Verkehrsübungsplatzes, die mit Rasenflächen gegliedert sind. Die vorgenannte Bebauung befand sich auf dem o. g. Altablagerungskörper. Weitere ca. 0,6 ha waren Hausgärten, die jetzt nicht mehr bewirtschaftet werden. Westlich der Gärten befand sich an der Simonskaul ein eingeschossiges Einfamilienhaus. Ca. 1,5 ha des Plangebiets an der Neusser Straße sind ruderalisierte (Brach-) Flächen. Ca. 0,2 ha sind vorhandene Verkehrsflächen. Das Gelände fällt von West nach Ost um ca. 2 m ab. - 38 - / 39 6.4.2 Beschreibung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung – Null- variante Bei einer Nichtdurchführung der Planung bliebe der bestehende Zustand überwiegend, insbe- sondere im Bereich der ehemaligen Altablagerung, erhalten. Die dort befindlichen ca. 16.000 qm versiegelten Flächen blieben als Brachflächen bestehen, die Altablagerung würde nicht saniert. Für den ca. 6.200 qm großen südlichen Teil des Plangebiets (ehemalige Hausgärten) ist ggfs. von einer Bebauung auszugehen. Hier wurde in der Vergangenheit bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Wohnbebauung erteilt. Die restlichen Flächenanteile würden sich nach und nach durch Sukzession zu einem Strauch- gehölz mit dominierendem Brombeerbestand entwickeln. 6.4.3 Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung Bei Durchführung der Planung würden die unter Nr. 5.1 beschriebenen Bau- , Bepflanzungs- und Erschließungsmaßnahmen umgesetzt werden. Zunächst würde die vorhandene Bebauung geräumt und die bestehende Altablagerung sa- niert. Danach würde sich der Südteil des Vorhabengebiets auf einer Gesamtfläche von rund 2,5 ha als Wohngebiet mit circa 390 Wohnungen/ circa 800 Bewohnerinnen und Bewohnern darstel- len. Die Bebauung w ürde einschließlich der Straßen und Wege ca. 13.900 qm versiegelter bzw. unterbauter Fläche aufweisen, davon ca. 2.800 qm intensiv begrünte Tiefgaragen und ca. 4.350 qm extensiv begrünte Dachflächen. Die Vollversiegelung im Vorhabengebiet würde somit um ca. 8.800 qm gegenüber dem Bestand verringert. Der Nordteil des Plangebietes auf einer Fläche von 1, 1 ha würde als naturnahe Parkanlage mit hohem Gehölzanteil hergerichtet. Auf 0,3 ha Fläche würden außerhalb des Vorhabengebiets des VEP durch die Stadt Köln Rad- wege errichtet. 6.5 Umweltbelange gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstaben a – j und § 1a BauGB 6.5.1 Tiere (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Jahr 2017 wurde eine Artenschutzvorprüfung (ASP I) erstellt [ Dr. Raskin, Aachen, 2017]. Das Gutachten kommt zu der folgenden Bestandseinschätzung. Das Plangebiet liegt auf dem zweiten Quadranten des Messtischblatts Köln (5007-2). Für den Quadranten sind insgesamt 24 planungsrelevante Arten gemeldet. Das Gros der Arten stellen die Vögel mit 20 Arten. Hinzu kommen eine Fledermausart als Vertreterin der Säugetiere, zwei Amphibienarten sowie ein Vertreter aus der Gruppe der Schmetterlinge. Das Fundortkataster @LINFOS des LANUV enthält keine Informationen zu konkreten Fundpunkten planungsrele- vanter Arten im 500 m - Radius um das Plangebiet. Darüber hinaus wurde ein weiteres Gut- achten als Informationsquelle hinzugezogen. Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) der Kölner Verkehrs-Betriebe AG wurde u.a. die Fauna untersucht. - 39 - / 40 Das B-Plangebiet stellt einen Teil deren Untersuchungsraumes dar, für den verschiedene Tier- gruppen (Vögel, Amphibien, Reptilien und Fledermäuse) kartiert wurden. Die Revierkartierung der Brutvögel im Jahr 2013 wurde im Hinblick auf Brutnachweise und Beobachtungen ausge- wertet. Ein Brutnachweis des Gimpels wurde „innerhalb des geschützten Landschaftsbestand- teils ‚Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch’ nördlich des Plan ge- biets registriert“ (KVB 2015). Im gleichen Bereich wurde ein Grünspecht beobachtet. Der Haussperling war als Brutvogel „in Einzel- und Reihenhäusern, einzelnen Gewerbetrieben sowie Kleingartenanlagen an den Straßen ‚Simonskaul’ und ‚Neusser Straße’ anzutreffen“. Die Klappergrasmücke wurde in der Kleingartenanlage zwischen der Straße Simonskaul und der Neusser Straße sowie auf Strauchgruppen östlich der Eisenbahnüberführung Neusser Straße beobachtet. Reptilien- und Amphibiennachweise im B -Plangebiet wurden nicht erbracht. Im Jahr 2013 fanden darüber hinaus Detektorbegehungen zur Erfassung von Fledermäusen statt. Es konnten drei Fledermausarten nachgewiesen werden: Der Große Abendsegler, die Rau- hautfledermaus und die Zwergfledermaus. Ergänzend zu der oben erläuterten Datenabfrage und der Auswertung der UVS wurden zur Beurteilung der Habitatausstattung eigene Gelände- begehungen durchgeführt. Im Plangebiet sind die LANUV -Lebensraumtypen „Kleingehölze, Alleen, Bäume, Gebüsche, Hecken“, „Gärten, Parkanlagen, Siedlungsbrachen“, „Fettwiesen und -weiden“ und „Gebäude“ zu betrachten. In diesen Lebensraumtypen können 20 der auf dem Messtischblattquadranten gemeldeten planungsrelevanten Arten potenziell vorkommen. Bei einigen Arten kann ein Vor- kommen aufgrund ihrer speziellen Habitatansprüche in Verschneidung mit der Habitatausstat- tung vor Ort sicher ausgeschlossen werden. Für einige planungsrelevante Vogelarten können die Biotoptypen im B -Plangebiet potenziell als Nahrungshabitat dienen. Für diese Arten ist eine potentielle Betroffenheit im Sinne einer erheblichen Störung ausgeschlossen. Das Vor- kommen der Zwergfledermaus war an einigen der inzwischen abgebrochenen Bestandsge- bäude möglich. Im Zuge der Abbruchmaßnahmen wurde jedoch keine Besiedelung festge- stellt. Für die Bodensanierung war eine separate Artenschutzprüfung der Stufe 1 erforderlich [Öko- plan – Bredemann und Fehrmann, 2022]. Es lässt sich zusammenfassen , dass ein Vorkom- men und eine artenschutzrechtlich relevante Betroffenheit für die planungsrelevante Art Wech- selkröte nicht ausgeschlossen werden können. Zur Verhinderung des Eintretens artenschutz- rechtlicher Verbotstatbestände sind die in Kapitel 8 der ASP aufgeführten Schutz- und Ver- meidungsmaßnahmen zu beachten. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Im Ergebnis der ASP I ist ein potenzielles Vorkommen als planungsrelevante Art im Plangebiet nur für die Zwergfledermaus anzunehmen. Von Fortpflanzungs- und Ruhestätten einzelner häufiger und ungefährdeter europäischer Vogelarten im B-Plangebiet ist außerdem auszugehen. Die Gehölzstrukturen bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Nistplatzanlage. Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Hier wurde bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Bebauung nach § 34 BauGB erteilt. Im Zusammenhang damit würde der Baumbestand gerodet, es entfielen Nistplätze für europäische Vogelarten. Diese würden im Zuge der nach Baumschutzsatzung vorzunehmenden Ersatzpflanzungen teilweise ersetzt. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: - 40 - / 41 Bei Umsetzung der Planung entfallen die vorgenannten Baumbestände im Süden des Plan- gebietes. Der Gebäudebestand wurde bereits abgebrochen. Es entstehen neue Wohngebiete und Verkehrsflächen. Es entfallen zudem 1,5 ha Ruderalflächen. Ca. 1,1 ha Grünflächen wer- den zum Ausgleich neu angelegt. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Aus artenschutzfachlicher Sicht empfiehlt sich bezüglich aller europäisch geschützten Vogel- arten durch ein Zeitfenster für die Baufeldfreimachung auszuschließen, dass sie in der nächs- ten Brutperiode ihr Nest in den zu entnehmenden Gehölzen anlegen und Einzelindividuen während der Bauarbeiten zu Schaden kommen. Die Baufeldräumung (Entnahme der Gehölze) ist deshalb außerhalb der Brutperiode europäischer Vogelarten durchzuführen. Es ergibt sich ein Zeitfenster zwischen Ende August und Ende Februar, unter dessen Beachtung die Wahr- scheinlichkeit des Tötens von Einzelindividuen durch das Vernichten von Nestern oder Bruten bei der Baufeldräumung ausgeschlossen wird. Der Abbruch der Gebäude wurde im Zeitraum von Ende Oktober bis Ende Februar durchgeführt und lag damit in der Zeit der Winterruhe der potenziell betroffenen Zwergfledermaus. So k onnte ausgeschlossen werden, dass Tiere zu Schaden kommen. Da durch den Abbruch der alten Gebäude potenzielle Sommerquarti ere für die Zwergfleder- maus wegfallen können, ist ein Ersatz von Spaltenquartieren notwendig. Diese funktionserhal- tenden vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen sollten spätestens in der auf den Abbruch der Gebäude folgenden Fortpflanzungsperiode der Zwergflederm aus wirksam sein. 15 Fleder- mauskästen sind an geeigneten Bereichen und Stellen der umliegenden Bestandsgebäude (möglichst in direkter Umgebung) aufzuhängen. Einzusetzen sind Flachkästen, vorzugsweise 2 verschiedene Typen (z.B. Fledermausuniversal -Sommerquartier 1FTH und Fledermaus - Sommerfassadenquartier 1FQ der Firma Schwegler oder Fledermaus -Fassadenflachkasten und Fledermausspaltenkasten der Firma Hasselfeldt). Ferner sind als Ersatz für entfallende Brutplätze des Haussperlings 15 Kästen für Nischenbrüte r (z. B. Sperlingskoloniehaus Typ 1SP der Firma Schwegler oder Typ SPMQ der Firma Hasselfeldt). In den Bebauungsplan wird ein entsprechender Hinweis aufgenommen. Für die bereits entfernten Bauten und Bäume, welche in direktem Zusammenhang mit der Bodensanierung stehen, wurden im Rahmen einer „worst-case“-Betrachtung vorab je 15 Fle- dermaus- und Haussperlingsnisthilfen an der KVB Hauptwerkstatt in Köln- Weidenpesch (Mönchsgasse 25) installiert. Diese sind dauerhaft in ihrer Funktion zu erhalten. Um sicherzustellen, dass die Tiere und deren Fortpflanzungsstadien nicht getötet werden, ist eine ökologische Baubegleitung für die Dauer der Baumaßnahme hinzuzuziehen. Diese hat zu gewährleisten, dass die entsprechenden Verbotstatbestände des § 44 (1) Bundesnatur- schutzgesetz nicht berührt werden. Sollten auf den betroffenen Flächen Kreuz- oder Wechselkröten oder andere Tiere besonders geschützter Arten festgestellt werden, so ist der Antragsteller verpflichtet, die weiteren Tätig- keiten unverzüglich einzustellen und umgehend mit der Abteilung Untere Naturschutzbehörde Kontakt aufzunehmen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Bewertung: Unter Berücksichtigung der vorgenannten Vermeidungs- und vorgezogenen Ausgleichsmaß- nahmen werden die artenschutzrechtlichen Anforderungen gemäß § 44 BNatSchG eingehal- ten, eine erhebliche Betroffenheit streng geschützter Arten entsteht durch die Planung nicht. - 41 - / 42 6.5.2 Pflanzen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Die nicht durch Bebauung belegten Teile des Plangebietes lassen sich hinsichtlich der vor- handenen Vegetation wie folgt beschreiben: Im Nordwesten des Plangebietes ist vorwiegend Ruderalvegetation auf dem vorhandenen Alt- ablagerungskörper anzutreffen. Gehölze sind im nördlichen Randbereich vorhanden. Dabei dominieren Pionierarten wie Weiden, Birke, Robinie und Brombeere. Alte bodenständige Ge- hölze sind nicht vorhanden. Südlich des Altablagerungs geländes sind verwilderte Gärten mit größerem Gehölzbestand vorherrschend. Dabei handelt es sich um insgesamt 50 Bäume, von denen 39 nach der Baumschutzsatzung geschützt sind. Es sind überwiegend Laubbäume vor- handen, unter denen Weiden (19 Stück) und Vogelkirschen (7 Stück) am häufigsten vorkom- men. Sechs Bestandsbäume sind Fichten. Der Bestand hat bis auf 5 Einzelexemplare eine mittlere bis geringe Vitalität . Im Nordosten des Plangebiets befindet sich Ruderalvegetation unterschiedlicher Stadien der Sukzession mit geringem Baumbestand. Es sind zahlreiche Brombeersträucher vorhanden. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Hier wurde bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Bebauung nach § 34 BauGB erteilt . Im Zusammenhang damit wird der Baumbestand gerodet. Es sind Ersatzpflanzungen nach der Baumschutzsat- zung vorzunehmen. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Bei Umsetzung der Planung entfallen die vorgenannten Baumbestände im Süden des Plan- gebietes. Der Gebäudebestand im Außenbereich ist bereits abgebrochen, die Flächen werden im Zuge der S anierung der Altablagerung entsiegelt. Es entstehen neue Wohngebiete und Verkehrsflächen. Es entfallen zudem 1,5 ha Ruderalflächen. Ca. 1,1 ha Grünflächen werden zum Ausgleich neu angelegt. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Im Rahmen der Planung werden die Gehölzbestände im Norden des Plangebietes erhalten und durch heimische, standortgerechte Anpflanzungen ergänzt (Ausgleichsflächen „A1“). Dies dient der Eingriffsminderung und dem Ausgleich. Die Eingriffe in vorhandene Vegetation wer- den nicht vollständig durch Neupflanzungen im Plangebiet ausgeglichen. Es besteht ein ex- terner Ausgleichsbedarf. Außerdem können durch die nach Baumschutzsatzung der Stadt Köln geschützten Bäume Ersatzpflanzungen erforderlich werden, die nicht innerhalb des Plan- gebietes realisiert werden können. Zu den Ersatzmaßnahmen gehören insbesondere die Anpflanzung von heimischen, standort- gerechten Solitärbäumen in den Verkehrs- und Grünflächen, die intensive Begrünung der Flä- chen von Tiefgaragen (ca. 2.600 m²) sowie die extensive Dachbegrünung (min. 4.350 m²). Der Grünordnungsplan zu diesem Bebauungsplan definiert die folgenden Ausgleichsmaßnah- men: A1: Herstellung eines extensiven Wiesenstreifens In den festgesetzten Flächen A1 ist eine extensive Wiese EA 1 (LW 41111) anzupflanzen. Wegeflächen zur Erschließung der öffentlichen Grünfläche sind zulässig. - 42 - / 43 A2: Strauchpflanzung Innerhalb der festgesetzten Flächen A2 sind einheimische und standortgerechte Strauchgrup- pen BB 1 (GH 51) zu pflanzen. A3: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A3 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) anzupflanzen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen durch einen Bodenaustausch mit einer Tiefe von 1,50 m herzustel- len. A4: Herstellung eines Laubmischwaldes In den festgesetzten Flächen A4 ist ein Laubmischwald AX 11 (GH 3131) anzupflanzen. Bei der Anpflanzung des Laubmischwaldes sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. A5: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A5 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) auf 60 % der Gesamtflä- che anzupflanzen. Weiter ist in der festgesetzten Fläche A5 ein Wiesensaum EA 1 (LW 41111) auf 40 % der Gesamtfläche herzustellen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Boden- austausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. A6: Herstellung eines extensiven Rasens In den festgesetzten Flächen A6 ist ein extensiver Rasen EA 31 (LW 41112) anzupflanzen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. A7: Straßenbaumpflanzung im Bereich der Simonskaul Innerhalb der ausgebauten Straße Simonskaul sind 6 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. Weiterhin werden im Bebauungs- plan folgende Begrünungsmaßnahmen festgelegt, welche durch Grünordnungsplan definiert wurden: M1: Begrünung der Jugendfreizeitanlage Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Freizeitanlage“ ist eine Ra- senfläche EA 31 (LW 41112) auf mindesten 60 % der Gesamtfläche herzustellen. Ausgenom- men hiervon sind Flächen mit Freizeitgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und techni- schen Aufbauten. Darüber hinaus sind auf der betreffenden Fläche mindestens drei großkro- nige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Bei der Pflanzung der Laubbäume ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bo- denaustausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grundfläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M2: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A6 sind insgesamt mindestens 10 großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Hierbei ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaustausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grundfläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M3: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A1 sind insgesamt mindestens zwei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - 43 - / 44 M4: Begrünung Kinderspielplatz (Parkanlage) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspielplatz“ sind insge- samt mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeich- nung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M5: Begrünung Kinderspielplatz (Planstraße 2) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspielplatz“ sind insge- samt mindestens fünf großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens sechs Soli- tärsträucher zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M6: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M6 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M6 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M7: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M7 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M7 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M8: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M8 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M8 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M9: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M9 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M9 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens drei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M10: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M10 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M10 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens ein Solitärstrauch zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M11: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M11 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M11 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 10 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wege, Abfallbehälter, Bänke und technische Aufbauten. M12: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im Baugebiet „Wohnen 1“ sind mit einer extensiven Dachbe- grünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Dachterras- sen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrünung zulässig. M13: Begrünung der Kita-Freifläche - 44 - / 45 Innerhalb der privaten Kita- Freifläche sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Die Einfriedungen der Kita -Freiflä- che sind mit Heckenpflanzen zu begrünen. M14: Begrünung von Tiefgaragen Der obere Abschluss der Tiefgaragen (TGa) und der unterirdischen Gebäudeteile im gesamten Plangebiet sowie Freiflächen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ und „Wohnen / Nws Gewerbe“, soweit diese nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielgeräte und sonstigen Nebenanla- gen überbaut werden, sind zu begrünen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer mindestens 60 cm tiefen Bodensubstratschicht, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. Die Stärke der Bodensubstratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der festgesetzten Tiefagarage ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. M15: Pflanzung von Laubbäumen Innerhalb der festgesetzten Flächen für das Gehrecht (G1) sind jeweils mindestens drei Laub- bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Die Stärke der Bodensubstratschicht der Baumpflanzun- gen im Bereich der festgesetzten Tiefagarage ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Fil- ter- und Drainschicht, auszubilden. M16: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im festgesetzten Baugebiet “Wohnen 2“ sowie der Gebäude im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind mit einer extensiven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrü- nung zulässig. M17: Begrünung der Gemeinschaftsstellplatzflächen Innerhalb der Fläche M 17 sind mindestens acht großkronige Bäume BF 41 (GH 742) und Strauchhecken BB 1 (GH 411) aus standortgerechten Heckenpflanzen anzupflanzen. Es ist nur eine Laubbaumart zulässig. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich darg e- stellt. M18: Straßenbaumpflanzungen Innerhalb der Planstraße (1) sind mindestens 21 und in der Planstraße (2) mindestens zwei Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dar- gestellt. Bewertung: Unter Beachtung der Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen hat die Planung geringe Aus- wirkungen auf das Umweltgut Pflanzen. 6.5.3 Fläche (§ 1 Absatz 6 Nr. 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Bis 2021 waren rund 1,6 ha des rund 3,9 ha großen Plangebiets als Baugebiete in Anspruch genommen. Derzeit handelt es sich hier um versiegelte, jedoch nach dem Abbruch der Ge- bäude nicht mehr bebaute Brachflächen. Weitere rund 0,6 ha sind ehemalige Hausgärten. Ca. - 45 - / 46 0,2 ha sind vorhandene Verkehrsflächen einschl. Bahnanlagen. Rund 1, 5 ha sind Grün- und Gehölzflächen. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Hier wurde bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Bebauung nach § 34 BauGB erteilt. Im Zusammenhang damit wird zusätzliche Fläche baulich in Anspruch genommen. Die übrigen Flächen im Plan- gebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Gemäß der Planung sind wie im Bestand rund 1,6 ha als Baugebiete genutzt. Rund 0,8 ha, somit rund 0,5 ha mehr als im Bestand, sind als Verkehrsflächen genutzt. Zu dem Aufwuchs an Verkehrsfläche tragen ein Radschnellweg m it 0,3 ha sowie die innere Erschließung im Plangebiet mit 0,2 ha bei. Es verbleiben bzw. entstehen 1,5 ha Grünflächen. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Im Rahmen der Planung bestehen im Plangebiet selbst keine Möglichkeiten, die Flächenin- anspruchnahme hier wesentlich geringer zu gestalten und zugleich die notwendige hohe Zahl von Wohnungen zu errichten. Es handelt sich um eine hoch verdichtete Bebauung, eine weitere Reduzierung der Flächen ist nur unter Verzicht auf Wohngebäude möglich. Bewertung: Die Planung erreicht eine leichte Erhöhung des Grünflächenanteils im Plangebiet um 0,1 ha. Durch die verdichtete Bebauung auf einer sanierten Altablagerung wird ein Beitrag dazu ge- leistet, den Nutzungsdruck durch den Wohnungsbau im unbebauten Außenbereich zu ver- mindern. 6.5.4 Boden (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Gemäß geologischer Karte des Landes NRW stehen im Plangebiet f luviatile Ablagerungen des Rheins an. Hierbei lagern holozäne Hochflutsedimente (Hochflutlehm) pleistozänen Ter- rassensedimenten (Niederterrasse des Rheins) auf. Die Hochflutsedimente bestehen überwiegend aus schluffigem Sand bis sandigem Schluff und weisen nur eine geringe Mächtigkeit von bis zu 2 m auf. Die Terrassensedimente sind grobkörniger und bestehen vornehmlich aus Kies und Kiessand. Die Mächtigkeit der Niederterrassensedimente liegt bei etwa 20 m bis 25 m. Das unterlagernde Tertiär besteht überwiegend aus feinkörnigen Sanden mit eingeschalteten Tonlagen und Braunkohleflözen. Gemäß Geologischer Karte liegt das Untersuchungsgebiet im auf Braunkohle verliehenen Grubenfeld „Glanzstoff 1“. Über einen Braunkohleabbau im Untersuchungsgebiet liegen keine Informationen vor. - 46 - / 47 Gemäß der Bewertung der Schutzwürdigkeit (3. Auflage) der Bodenkarte NRW BK 50 handelt es sich bei den potenziell, außerhalb des Altablagerungskörpers noch vorhandenen natürli- chen Böden im Osten des Plangebiets an der Neusser Straße um tiefgründige Sand- oder Schuttböden mit hoher Funktionserfüllung als Biotopentwicklungspotenzial für Extremstand- orte, die Verdichtungsempfindlichkeit ist gering. Für diese Böden besteht eine hohe Schutz- würdigkeit. Die Böden im Plangebiet sind ansonsten nicht als besonders schutzwürdig einge- stuft. Der Bereich, der in der Bodenkarte innerhalb des Plangebiets entsprechend gekenn- zeichnet ist, hat eine Fläche von ca. 2.500 qm. Gemäß dem Bodengutachten von HPC (2017) weisen die Rammkernsondierungen, die inner- halb des o.g. Bereichs vorgenommen wurden auf Störungen des natürlichen Bodengefüges hin. Es wurden in einer Sondierung Betonhindernisse im Boden erbohrt, die auf Fundament - oder Bodenplattenreste früher vorhandener baulicher Anlagen schließen lassen. Die Oberbö- den unterhalb einer ca. 30 – 35 cm starken Substratschicht stellten sich nur teilweise bei zwei von fünf Sondierungen, wie nach der Bodenkarte zu erwarten wäre, als Schluff bzw. sandiger Schluff. Zwei Sondierungen wiesen Kiese bzw. Sande unmittelbar unterhalb der Substrat- schicht auf. Hier sind vermutlich Böden im Zuge früherer Nutzungen umgelagert worden. Die Schutzwürdigkeit der Böden ist somit in dem untersuchten Bereich aufgrund früherer Eingriffe nur noch eingeschränkt gegeben. Das westliche Grundstücksareal wird gewerblich genutzt. An der Geländeoberfläche stehen Auffüllungsmaterialien an. Die vorhandenen Gebäude werden vor Baubeginn abgebrochen, das Abbruchmaterial wird fachgerecht entsorgt. Die Niederterrassensedimente weisen gute bautechnische Eigenschaften auf und werden da- her oftmals als Baustoff genutzt. Gemäß den Literaturangaben wurde nördlich des Plangebiets und im Nordwesten des Gebiets selbst eine Kiesgewinnung betrieben. Hierbei wurden die Nie- derterrassensedimente großflächig ausgekoffert. Nach Erschöpfung der Lagerstätte wurde das verbliebene Restloch als Altablagerung genutzt und mit unterschiedlichen Materialien (Hausmüll, Bauschutt) wieder verfüllt. Aus dem Bodengutachten zum Plangebiet [HPC AG; 2017] sind folgende nähere Angaben zu den oberen Bodenschichten im westlichen Teil des Plangebiets entnehmbar: An der Geländeoberfläche außerhalb des gewerblich genutzten Areals steht ein durchwurzel- ter, überwiegend bewachsener, Bodenhorizont (Oberboden) mit einem schluffigen, z.T. auch kiesigen Sand und dunkelbrauner Färbung an. Hierbei handelt es sich um umgelagertes bzw. anthropogen beeinflusstes Bodenmaterial. Dieser Horizont ist locker gelagert. Neben organi- schen Anteilen weist dieses Material auch Fremdbestandteile (Ziegel, Glas, Keramik, Bau- schutt etc.) auf. Im gewerblich genutzten Areal wurde an der Geländeoberfläche oberhalb des Altablagerungskörpers überwiegend aus Bauschutt hergestelltes Tragschichtmaterial (Recyc- lingmaterial) festgestellt. Dabei handelt es sich um gebrochenes Bauschuttmaterial (Ziegel - und Betonbruch) mit vereinzelten Fremdbestandteilen (Schwarzdecke, Holz, umgelagerter Bo- den). Für das Auffüllmaterial im Bereich der Altablagerung gibt die Gefährdungsabschätzung von Mull & Partner (2020) an, dass der flächenhafte Auffüllungshorizont eine heterogene Zu- sammensetzung aufweist. Neben Bereichen, die vor allem aus Boden-Bauschutt-Gemischen bestehen, wurden in den Bohrungen im östlichen Bereich der Altablagerung organoleptisch auffällige Schlämme / weiche Massen (vermutlich Industrieabfälle) festgestellt. Das Material in den Bohrungen zeigte deutliche olfaktorische Auffälligkeiten (teerartiger Geruch, MKW -Ge- ruch). In der Analyse wurden erhöhte Konzentrationen von PAK festgestellt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei einer Nichtdurchführung der Planung wird die vorhandene Altablagerung nicht saniert. Das kontaminierte Material verbleibt vollständig im Erdreich. Die bestehenden, teils unter gesund- heitsgefährdenden Umständen ausgeübten, nur geduldeten Nutzungen auf der Altablagerung bleiben zumindest kurzfristig bestehen. - 47 - / 48 Im Südteil des Plangebietes entsteht außerhalb des Altablagerung sbereichs eine Wohnbe- bauung. Hierbei werden ca. 4.400 m² gewachsener Boden neu versiegelt. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Plangemäß wird die vorhandene Altablagerung nutzungsbezogen saniert. Hierzu werden zu- nächst die vorhandenen Flächenversiegelungen entfernt. Fü r die Wohngebiete inklusive der dazu gehörenden Freianlagen erfolgt ein vollständiger Austausch des kontaminierten Boden- materials bis in eine Tiefe von ca. 9 m . Für die Grünflächen werden mindestens die oberen Bodenschichten in einer Stärke von bis zu 1 m ausgetauscht, es wird eine Abdichtung ge- schaffen, um die gefahrlose Nutzung zu gewährleisten. Zum Sanierungskonzept s. Nr. 6.5.12.2 (Altlasten). Für die geplanten Nutzungen wird die Einhaltung der Prüfwerte der Bun- desbodenschutzverordnung sicher gewährleistet. Die bisherigen, unter erheblichen Gesund- heitsgefahren ausgeübten ungenehmigten Nutzungen werden aufgegeben. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch die vorgesehene Bodensanierung werden die bestehenden nachteiligen Umweltbedin- gungen im Plangebiet wesentlich und nachhaltig verbessert. Darüber hinaus dienen die Fest- setzungen des Bebauungsplanes der Begrenzung der Neuversiegelung auf das für den ver- dichteten Wohnungsbau notwendige Maß (Eingr iffsminderung). Durch die Entsiegelung und das Aufbringen einer belebten Bodenschicht in den Grünflächen im Norden des Plangebiets auf ca. 11.000 m² werden die Eingriffe in den gewachsenen Boden im Süden und Osten des Plangebiets auf ca. 7.000 m² ausgeglichen. Bewertung: Die Planung wirkt sich für das Umweltgut Boden positiv aus. 6.5.5 Wasser (§ 1 Absatz 6 Nr.7 a BauGB) 6.5.5.1 Oberflächenwasser Bestand (derzeitiger Umweltzustand) Oberflächengewässer sind im Plangebiet nicht vorhanden. Das Plangebiet liegt nicht in einem Überschwemmungsgebiet. Eine kleine Teilfläche im Osten des Plangebiets liegt im Hochwas- serrisikogebiet des Rheins bei extremen Hochwasserereignissen. Oberflächenwasser, das in dem ungenehmigten Baugebiet anfällt, wird derzeit ungeregelt in die Randbereiche abgeleitet und versickert dort in den Altablagerung skörper. Oberflächen- wasser versickert ansonsten in den unversiegelten Bereichen über die belebte Bodenschicht. in den Untergrund. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung entsteht im Süden des Plangebiets auf einer Fläche von rund 6.200 m² eine Wohnbebauung. Das hier anfallende Oberflächenwasser wird teilweise versickert und teilweise gedrosselt in den vorhandenen Mischwasserkanal Neusser Straße abgeleitet. Der Zustand im Bereich der ehemaligen Altablagerung bleibt unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: - 48 - / 49 Gemäß der Planung wird das nicht verschmutzte Oberflächenwasser künftig teilweise über Versickerungsanlagen in geregelter Weise in den Untergrund versickert. Dazu sind Rigolen- systeme erforderlich, da die anstehenden oberen Bodenschichten im Bestand nur eine geringe Versickerungseignung aufweisen. Für die Versickerung werden künftig ausschließlich Flächen genutzt, in denen der anstehende Boden keine schädlichen Verunreinigungen aufweist oder in denen der verunreinigte Boden zuvor gegen unproblematisches Bodenmaterial ausge- tauscht wurde. Das anfallende Oberflächenwasser von den Verkehrsflächen wird g edrosselt in den vorhandenen Mischwasserkanal Neusser Straße abgeleitet. Für den Starkregenfall (30-jährliches Regenereignis) werden die folgenden Vorsorgemaßnah- men bei der Gestaltung der Oberflächen getroffen: Öffentliche Bereiche: - Querschnittsgestaltung der Wegeflächen als V-Profil jeweils mit Mittelrinnen - Anordnung von Wannentiefpunktausbildungen abseits von Tiefgarageneinfahrten so- wie Hauseingängen - Anordnung von Doppelsinkkästen in Tiefpunkten - Offene Einleitungen in Baumscheiben bei entstehendem Aufstau - Schaffung von Überlaufmöglichkeiten in öffentliche Grünflächen Private Bereiche: Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmög- lichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Starkregenmengen auf den Dachflächen umge- setzt. Starkregen in privaten Außenanlagen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden in privaten Versickerungsanlagen (für ein 30-jährliches Regenereignis bemessen) sowie ergän- zenden Notrigolen aufgenommen. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/ -senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ an der Neusser Straße liegt der Fokus der Maßnah- men auf der Rückhaltung des Oberflächenwassers in den Dachflächen sowie der Schaffung von Rückhaltevolumina in den Außenanlagen durch entsprechende Modellierung. In Teilbe- reichen können auch hier Rigolen realisiert werden. Der Grundstücksstreifen an den öffentli- chen Verkehrsflächen entwässert bei Starkregen in diese Flächen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Im Plangebiet wird erstmals eine ordnungsgemäße Entwässerung hergestellt. Damit werden bisher vorhandene nachteilige Umweltauswirkungen beseitigt. Bewertung: Die Planung wirkt sich für das Oberflächenwasser und den Umgang damit positiv aus. 6.5.5.2 Grundwasser Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Rahmen der Baugrunduntersuchungen [HPC; 2017] wurden auch die Grundwasserverhält- nisse im Plangebiet untersucht. Die gemessenen Grundwasserflurabstände liegen in den durchgeführten Messkampagnen bei etwa 9 m bis 10 m und entsprechen damit den Literatur- angaben. Für das Untersuchungsgebiet wird eine nördliche bis nordöstliche Grundwasserfließ- richtung ausgewiesen. Bei extremen Hochwasserständen des Rheins kann diese Grundwas- serfließrichtung auch kurzzeitig abweichen und evtl. auch umkehren. - 49 - / 50 Bezüglich der Schadstoffbelastung des Grundwassers liegen Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2007 vor, auf die im Gutachten zurückgegriffen wird. Hier wurden für die Summen- parameter Tri- und Tetrachlorethen Überschreitungen des in der LA WA (2004) festgelegten Geringfügigkeitsschwellenwertes nachgewiesen. Ein Handlungsbedarf der Gefahrenabwehr wurde daraus jedoch nicht abgeleitet. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Die oben dargestellten Verhältnisse ändern sich nicht. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Durch den vorgesehenen Bodenaustausch werden die bestehenden Risiken eines Schadstof- feintrags in das Grundwasser gemindert. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch den vorgesehenen Bodenaustausch werden die bestehenden Risiken eines Schadstof- feintrags in das Grundwasser gemindert. Bei Grundwasserhaltungsmaßnahmen in der Bauphase ist die chemische Qualität des Grund- wassers im Vorfeld nochmals zu überprüfen. Ggfs. ist das geförderte Grundwasser vor Einlei- tung in den Kanal entsprechend zu reinigen. Bewertung: Die Planung wirkt sich für das Grundwasser nicht erheblich aus. 6.5.6 Luft (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) 6.5.6.1 Luftschadstoffe – Emissionen, auch Treibhausgase (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Die bisher vorhandene Gewerbenutzung emittiert e Luftschadstoffe. Unter anderem w urden Altreifen und weitere Abfälle unter freiem Himmel gelagert und umgeschlagen, was insbeson- dere auf Staubemissionen schließen lässt. Messergebnisse oder andere quantifizierende In- formationen liegen nicht vor. Die vorhandenen Heizungsanlagen waren von älterer Bauart, es handelte sich zumindest teil- weise um Ölheizungen und Kohleöfen. Die Gebäude waren schlecht gedämmt. Es entstanden Treibhausgasemissionen. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es entstehen zumindest kurz- bis mittelfristig keine wesentlichen Änderungen. Eine nach § 34 BauGB zulässige Bebauung entsteht im Südteil des Plangebiets. Diese Bebauung ist den oben genannten Emissionen ausgesetzt. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Durch die Stilllegung der vorhandenen Gewerbenutzungen und den Abbruch der Gebäude werden die vorhandenen Emissionsquellen vollständig beseitigt. Die Neubebauung löst keine Emissionen aus Gewerbenutzungen mehr aus und wird Treibhausgase, wenn überhaupt, nur in minimaler Größenordnung emittieren. Es wird von einer hoch energieeffizienten Bebauung - 50 - / 51 nach dem Stand der Technik ausgegangen, die Nutzung der Solarenergie zur Strom - und Wärmeerzeugung ist vorgesehen (s. auch Nr. 6.5.15). Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Über die in der Prognose beschriebenen Maßnahmen hinaus bestehen keine Erfordernisse. Bewertung: Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Vermeidung von Luftschadstoff- und Treibhausgasemis- sionen positiv aus. 6.5.6.2 Luftschadstoffe – Immissionen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein- Westfalen betreibt im gesamten Bundesland Messstellen zur Überwachung der Luftqualität. Di e nächstgelegene städtische Hintergrundstation befindet sich etwa 5 km nordwestlich des Untersuchungsge- biets. Die Station steht auf einer Grünfläche am nordwestlichen Rand des Kölner Vorortes Chorweiler. Die BAB A 57 verläuft westlich in etwa 1,5 km Entfernung von Südost nach Nord- west. Nordöstlich des Plangebiets befindet sich in einer Entfernung von ca. 6,3 km die vor - städtische Hintergrundstation in Leverkusen-Manfort. Die BAB A 3 verläuft ca. 300 m östlich in Nord-Süd Richtung. Eine Übertragung der Messwerte der beiden Hintergrundstationen ohne direkten Verkehrseinfluss in das Untersuchungsgebiet kann hier erfolgen. Damit ergeben sich folgende Vorbelastungswerte: - Stickstoffdioxid (NO2): 25 μg/m³ - Feinstaub PM10: 16 μg/m³ - Feinstaub PM2,5: 13 μg/m³ Da sich die Werte auf die Jahre 2016-2018 beziehen und für die Beurteilung das Prognosejahr 2030 zugrunde gelegt wird, ist die Festlegung des NO2-Vorbelastungswerts auf 25 μg/m³ und die der PM10 bzw. PM2,5 von 16 μg/m³ bzw. 13 μg/m³ eine konservative Abschätzung für das Untersuchungsgebiet. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei einer Nichtdurchführung der Planung wird die bisher bestehende Bebauung der vor ge- nannten Vorbelastung ausgesetzt bleiben. Eine gemäß § 34 BauGB zulässige Wohnbebauung wird ebenfalls der Vorbelastung ausgesetzt. Da keine Bebauung unmittelbar an der stark be- fahrenen Neusser Straße erfolgt, bleiben die Auswirkungen des Verkehrs auf dieser Straße hier außer Betracht. Der in der 39. BImSchV festgelegte NO2-Grenzwert von 40 μg/m³ im Jah- resmittel wird im gesamten Plangebiet eingehalten. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Prognose - Nullfall für das Prognosejahr 2030 werden bei einer NO2-Vorbelastung von 25 μg/m³ die höchsten NO2-Immissionskonzentrationen von bis zu 33 μg/m³ an der Bebauung der Adresse Neusser Str. 736 prognostiziert. Die NO2-Immissionszusatzbelastung beträgt etwa 8 μg/m³. Im Prognose - Planfall für das Prognosejahr 2030 werden vergleichbare Werte berechnet. Die erhöhte Verkehrsmenge im Gegensatz zum Prognose - Nullfall hat lediglich eine geringfügige Änderung der Immissionssituation an den nächstgelegenen Bebauungen zur Folge. D ie neu hinzukommende Bebauung hat ebenfalls nur geringfügige Änderungen in den strömungsdy- namischen Effekten und daher nur geringfügige Änderungen in der Immissionssituation im Untersuchungsraum zur Folge. Die durch den Parkplatzverkehr induzierten Immissionen fallen - 51 - / 52 ebenfalls geringfügig aus. Die höchsten prognostizierten NO2-Immissionskonzentrationen lie- gen an der Adresse Neusser Str. 736 bei 34 μg/m³. Die Immissionszusatzbelastung beträgt etwa 9 μg/m³. Der in der 39. BImSchV festgelegte NO2-Grenzwert von 40 μg/m³ im Jahresmittel wird im ge- samten Plangebiet eingehalten. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen aufgrund einer grenzwertüberschrei- tenden Luftschadstoffbelastung sind nach der oben genannten Prognose nicht erforderlich. Bewertung: Die Luftschadstoffbelastung wirkt sich im Plangebiet nicht in einem kritischen Umfang aus. 6.5.7 Klima (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Innerhalb des Plangebiets befinden sich derzeit ca. 1, 6 ha voll versiegelte Flächen. Die an- sonsten vorhandenen, verinselten Vegetationsflächen leisten einen Beitrag zum stadtklimati- schen Ausgleich. Das Plangebiet ist in der Planungshinweiskarte zukünftige Wärmebelastung der Stadt Köln als belastetes Siedlungsgebiet (Klasse 3) eingestuft. Die Klasse 3 stellt hierbei einen mittleren Status dar, der zwischen klimaaktiven und hoch belasteten Bereichen liegt. Das Plangebiet liegt zwischen den Wärmeinseln von Longerich (im Norden) und Weidenpesch (im Süden) Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der bestehende Zustand im Norden des Plangebiets (ca. 1, 6 ha versiegelte Flächen) bleibt unverändert. Bei Nicht-Umsetzung der Planung im Südteil des Plangebiets entstehen weitere ca. 0,4 ha versiegelte Flächen. Die stadtklimatische Situation verschlechtert sich. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Nach der vorliegenden Planung werden ca. 1,8 ha versiegelte Flächen entstehen, von denen ca. 0,4 ha Dachflächen mindestens extensiv und ca. 0,25 ha Tiefgaragenflächen intensiv be- grünt werden. Die mikroklimatisch ungünstigen voll versiegelten Flächen im Plangebiet werden somit um ca. 0,35 ha reduziert. Die bestehende stadtklimatische Ausgleichsfunktion des Ge- biets kann dadurch mindestens beibehalten werden. Aufgrund der Durchlässe zwischen einzelnen Plangebäuden ist eine gewisse Durchströmbar- keit für bodennahe Kaltluftströme gegeben. Eine Vergrößerung der Wärmeinsel von Weidenpesch wird vermutlich durch die Umsetzung der Planung nicht ausgelöst. Der Belastungsgrad der Klasse 3 wird auch nach Umsetzung der Planung voraussichtlich weiterhin im Plangebiet bestehen bleiben. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Zur weiteren Verbesserung sind Dachbegrünungen, die Schaffung von Grünflächen (auch auf Tiefgaragen) sowie strukturell wirksame Gehölzpflanzungen (ca. 0,3 ha) vorgesehen. Bewertung: Die Planung wirkt sich für Kaltluft und Ventilation nur geringfügig aus. - 52 - / 53 6.5.8 Wirkungsgefüge ... Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Wirkungsgefüge ist durch die anthropogene Prägung des Plangebietes bestimmt. Natur- nahe Bereiche mit einem entsprechenden natürlichen Gefüge kommen nicht vor. Durch die vorliegende Bodenbelastung in der ehemaligen Altablagerung ist die natürliche Wirkung des Bodens (Filterfunktionen, Wasserspeicherung etc.) innerhalb des Gesamtgefüges stark einge- schränkt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung wird keine wesentliche Änderung eintreten. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Aufgrund der Altablagerungssanierung verbessert sich die Funktion des Bodens innerhalb des Wirkungsgefüges der o. g. Umweltschutzgüter. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die Planung hat bezüglich des Wirkungsgefüges keine erheblichen nachteiligen Umweltaus- wirkungen. Bewertung: Die Planung hat durch die Altablagerungssanierung eine positive Wirkung für die Funktion des Bodens innerhalb des Wirkungsgefüges der o. g. Umweltschutzgüter. 6.5.9 Landschaft (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Landschaftsbild ist durch eine großflächige ungeregelte und in großen Teilen auch ver- wahrloste Bebauung im Plangebiet einerseits stark beeinträchtigt. Andererseits bereichern großflächige, zumeist aus verwilderten Gärten entwickelte Gehölzstrukturen das Landschafts- bild im Siedlungsrandbereich. Diese stehen jedoch wegen weitgehender Undurchdringlichkeit bzw. Einzäunung privaten Besitzes und wegen fehlender Erschließung der öffentlichen Erho- lungsnutzung nicht zur Verfügung. Darüber hinaus sind diese Grünstrukturen vermüllt und nur in geringem Maß einsehbar. Die Eignung für die Erholungsnutzung ist daher gering. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes eine Wohnbebauung entsteht. Im Zusammenhang damit wird der Baumbestand gerodet. Die- ser wird im Zuge der nach Baumschutzsatzung vorzunehmenden Ersatzpflanzungen teilweise ersetzt. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert in dem für das Landschaftsbild ungünstigen Zustand. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Nach der Umsetzung der Planung entstehen im Nordteil des Plangebiets Grünflächen mit Ge- hölzanteil, dies bilden jenseits der Neusser Str aße die Kulisse des Gebiets zum nördlich an- grenzenden Grünzug. Durch den begrünten Quartiersplatz und die ebenfalls begrünten Innen- höfe, die zu den Grünflächen hin offen sind, werden optisch wirksame Verzahnungen der Grünräume mit dem Baugebiet geschaffen. Mit dem neuen Quartier wird der Siedlungsbereich überdies zum Freiraum abgerundet. - 53 - / 54 Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die Anpflanzungen im Norden des Plangebiets haben eine Ausgleichsfunktion für den Entfall von Baumbestand im Süden des Plangebiets. Bewertung: Die Planung wirkt sich durch die Neuordnung des Siedlungsrandes positiv für das Land- schaftsbild aus. Die Erholungsfunktion wird durch die Anlage öffentlicher Grünflächen mit ho- her Aufenthaltsqualität gestärkt bzw. erstmals hergestellt. 6.5.10 Biologische Vielfalt (§ 1 Absatz 6 Nummer7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand) Innerhalb des Siedlungsraums fungiert das Plangebiet in seinen gehölzgeprägten Teilarealen als Trittsteinbiotop für zahlreiche, meist jedoch ubiquitäre Tierarten. Der Bestand an Pflanzen- arten ist wenig artenreich und wird in weiten Teilen von wenig störungssensiblen Arten domi- niert. Aufgrund der Siedlungsprägung und der hohen Störintensität im urbanen Umfeld sowie durch die benachbarte B9 ist ein Vorkommen störungssensibler Tierarten unwahrscheinlich. Für die streng geschützten Arten und die europäischen Vogelarten wurden im Rahmen des Fachbeitrages zur Artenschutzprüfung mögliche Vorkommen erörtert. Hier ist mit einem Vor- kommen der Zwergfledermaus und ggfs. anderer Gebäude bewohnender Fledermausarten zu rechnen. Die ca. 1,5 ha vorhandene Gewerbebebauung sind ansonsten von geringer Bedeu- tung für Tiere. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Im Zusammenhang damit wird der Baumbestand gerodet, es entfallen Nistplätze für europäische Vogelarten. Diese wer- den im Zuge der nach Baumschutzsatzung vorzunehmenden Ersatzpflanzungen teilweise er- setzt. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Süden des Plangebiets werden auf einer Fläche von ca. 2,4 ha Wohngebiete entwickelt. Ca. 1,1 ha Grünflächen werden insbesondere im Norden des Plangebiets entwickelt. Die ca. 1,6 ha vorhandenes, überwiegend ungenehmigtes Bebauungsgebiet werden zuvor beräumt und entsiegelt. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Zur Eingriffsminderung bezüglich der Auswirkungen der Planung auf die Biodiversität werden die als Trittsteinbiotope wirksamen Gehölzstrukturen am Nordrand des Plangebiets sowie eine vorhandene Magerrasenfläche erhalten. Zur Erhöhung des Biotoppotenzials tragen verschie- dene Maßnahmen bei. Die extensive Begrünung von mindestens 4.350 m² Dachfläche führt zu einem trocken- warmen blütenreichen Biotop mit relativ geringen Störeinflüssen, das An- klänge an Magerrasen und an trocken- warme Ruderalfluren aufweisen und wichtige Bio- topfunktionen übernehmen wird. Durch die Anpflanzung heimischer und standortgerechter Bäume und Sträucher wird der Artenreichtum potenziell gestärkt. Bewertung: Die Planung ist aufgrund der Inanspruchnahme überwiegend artenarmer Flächen sowie unter Beachtung der vorgesehenen Maßnahmen zur Eingriffsminderung und zum Ausgleich von ge- ringer Wirkung für die Biodiversität. - 54 - / 55 6.5.11 Erhaltungsziele und Schutzzweck der Natura-2000-Gebiete (Gebiete von ge- meinschaftlicher Bedeutung, europäische Vogelschutzgebiete) (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 b BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Weder im Plangebiet noch in seiner Umgebung sind Natura- 2000-Gebiete vorhanden. Das nächstgelegene Natura-2000-Gebiet DE Worringer Bruch (DE-4907-301) liegt ca. 7 km vom Plangebiet entfernt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der bestehende Zustand ändert sich nicht. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Umsetzung der Planung hat weder direkte noch indirekte Auswirkungen auf das Natura- 2000-Netz. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Es sind keine Maßnahmen erforderlich. Bewertung: Der Umweltbelang der Natura-2000-Gebiete ist durch die Planung nicht berührt. 6.5.12 Mensch, Gesundheit, Bevölkerung (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 c BauGB) 6.5.12.1 Lärm Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan liegt ein schalltechnisches Gutachten vor. [Ac- con Köln GmbH: Schalltechnische Untersuchung zum Bebauungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch, 15.12.2021]. Das Gutachten berücksichtigt den Straßenverkehr, Schie- nenverkehr, Gewerbelärm und Tiefgaragenlärm. Fluglärm ist als Lärmquelle im Plangebiet nach den allgemein zugänglichen Umweltdaten des Landes NRW unkritisch. Die maßgeblichen Verkehrsgeräuschquellen für das Plangebiet sind die Neusser Straße sowie die KVB-Gleistrasse. Bezogen auf den Bestand wird der Zustand bei freier Schallausbreitung beschrieben. Straßenverkehrslärm Die Lärmsituation im Untersuchungsgebiet bezüglich des Verkehrslärms auf öffentlichen Straßen wird im Einzelnen bestimmt durch den Verkehr auf den folgenden Straßen: • Neusser Straße • Simonskaul • Mönchsgasse • Jesuitengasse Zur Berechnung der Emission des öffentlichen Straßenverkehrs wurden als Belastung des Straßenverkehrs für den Planungszustand die Daten der Verkehrsuntersuchung (vgl. Kapitel 4.4) berücksichtigt. - 55 - / 56 Unter Berücksichtigung der Vorbelastung ist an der Neusser Straße der sog. Sanie- rungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag (6-22 Uhr) erreicht sowie von 60 dB(A) in der Nacht überschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) nachts werden an der Neusser Straße überschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Straße für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden nur an der Simonskaul um bis zu 7 dB(A) tagsüber und nachts überschritten. Im Inneren des Plangebietes sind die Orien- tierungswerte überwiegend eingehalten. Schienenverkehrslärm Die Lärmsituation bezüglich des öffentlichen Schienenverkehrs innerhalb des Plange- biets wird durch die geplante Zulauftrasse sowie den Stadtbahnbetrieb der KVB und die Güterverkehrstrasse der HGK bestimmt. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag wird um bis zu 10 dB(A) überschritten. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 50 dB(A) in der Nacht wird um bis zu 16 dB(A) überschritten. Der Sanierungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag wird straßenseitig erreicht, der Sa- nierungsschwellenwert nachts von 60 dB(A) wird überschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für WA -Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden um bis zu 1 dB(A) tagsüber, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) überschritten. Gewerbelärm Als für das Plangebiet relevante Gewerbelärmquellen wurden die südlich angrenzend an der Simonskaul gelegene Tischlerei, eine nordwestlich gelegene Motorradwerkstatt, die KVB-Werkstatt im Südwesten und einige Betriebe auf der Ostseite der Neusser Straße festgestellt. Ausgehend von konservativen Emissionsansätzen kommen die Berechnungen zu dem Ergebnis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind [Accon Köln GmbH; 2022]. Von der in der Liegenschaft Simonskaul Nr. 72 ansässigen Motorradwerkstatt sind keine Konflikte zu erwarten, da dort im Wesentlichen nur wenig geräuschintensive Montage- arbeiten innerhalb der Halle ausgeführt werden und mit ca. 100 m ein recht großer Ab- stand zu dem nächsten geplanten Wohnhaus besteht. Für den südlich des Plangebiets an der Straße Simonskaul Nr. 46 liegenden Schreine- reibetrieb kommen die Berechnungen ausgehend von konservativen Emissionsansätzen zu dem Ergebnis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind. Zu berücksichtigen ist, dass die zulässigen Geräuschimmissionen durch den Schreine- reibetrieb bereits derzeit durch die Bestandsbebauung - insbesondere an der Mönchs- gasse - nach oben begrenzt werden. Spitzenpegelüberschreitungen können ausge- schlossen werden. Zusammenfassend kann somit festgestellt werden, dass bei einem bestimmungsgemäßen Betrieb der Tischlerei keine Konflikte im Plangebiet zu erwarten sind. Die Beurteilungspegel liegen mit 54 dB(A) am Tag um 1 dB(A) unter dem Richtwert der TA Lärm für Allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A). Ein Nachtbetrieb findet nicht statt. - 56 - / 57 Östlich der Neusser Straße befindet sich ein Discountmarkt im Gebiet des rechtsgültigen Bebauungsplans Nr. 66509/09. Dahinter schließen sich ein Kfz -Betrieb sowie ein Lkw- Hof an. Außer dem Gelände des Discounters existieren keine weiteren Bebauungspläne. Auf- grund der gemischten Nutzung aus Wohnen und Gewerbe ist auf der Ostseite der Neus- ser Straße von einem Schutzanspruch einen MI-Gebiets im Sinne des § 6 BauNVO aus- zugehen. Das Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ westlich der Neusser Straße für hat ebenfalls diesen Schutzanspruch. Durch die sich südlich an das Plangebiet anschlie- ßende geschlossene Bestandsbebauung und die zur Neusser Straße hin ebenfalls weit- gehend geschlossen geplante Bebauung im Plangebiet ergibt sich insgesamt eine wirk- same Abschirmung für die Wohngebiete im Plangebiet, wobei von einer Pegelminderung >10 dB(A) auszugehen ist. Ein bestimmungsgemäßer Betrieb aller ansässigen Gewer- bebetriebe setzt die Einhaltung der Richtwerte der TA Lärm für MI-Gebiete von 60 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts an der deutlich naher an den Gewerbebetrieben liegenden Bestandsbebauung voraus. Aus der schalltechnischen Untersuchung zur Erweiterung der Hauptwerkstatt Weiden- pesch [I.B.U. Ingenieurbüro: Hauptwerkstatt Weidenpesch in Köln-Weidenpesch, Immis- sionstechnische Untersuchung, Deckblatt, Beurteilung der Luftschallimmissionen in der Nachbarschaft; Essen, 02.04.2015] ist entnehmbar, dass die Richtwerte der TA Lärm für Allgemeine Wohngebiete an der vorhandenen Bebauung auf der Südwestseite der Si- monskaul im Prognosefall, nach Erweiterung der Abstellanlagen, eingehalten sind. Da diese Bebauung näher an den Emissionsquellen liegt als das Plangebiet, und somit im Plangebiet geringere Immissionspegel zu erwarten sind als an den betrachteten Immis- sionsorten, war eine über das vorliegende Gutacht en hinausgehende Prognose nicht erforderlich. Die bis 2020 noch im Plangebiet selbst vorhanden gewesenen gewerblichen Nutzungen sind zwischenzeitlich aufgegeben bzw. verlagert und werden überplant. Sie werden da- her nicht mehr weiter betrachtet. Fluglärm Gemäß „Schallimmissionsplan Fluglärm Stadt Köln“ sind für das Plangebiet Fluglärmbe- urteilungspegel als Mittelungspegel von unter 55dB(A) tags und unter 40 dB(A) nachts verzeichnet. Das Plangebiet ist somit keinen planungsrelevanten Belastungen durch Fluglärm ausgesetzt. Die passiven Schallschutzmaßnahmen, die aus Gründen des Ver- kehrslärms vorgesehen werden, können auch einen Schutz der Innenräume gegen Flug- lärmeintrag leisten. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es ergeben sich keine wesentlichen Änderungen der Immissionssituation. Auch eine nach § 34 BauGB zulässige Wohnbebauung würde im Plangebiet und auf den umgebenden Straßen zu einer Erhöhung des Straßenverkehrslärms führen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Straßenverkehrslärm Aufgrund der Lärmvorbelastung des Plangebiets, wie oben beschrieben, zuzüglich des Schalleintrags aus dem planbedingten Mehrverkehr, werden die Orientierungswerte zur DIN 18005 durch den Straßenverkehrslärm an folgenden Stellen überschritten: Tab. 4.1: Straßenverkehrslärm - 57 - / 58 Lage Zeitraum Orientierungs- wert in dB(A) Max. Beurtei- lungspegel in dB(A) Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 60 70 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Tags, 6-22 Uhr 55 59 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 55 61 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 55 62 Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 50 63 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Nachts, 22-6 Uhr 45 48 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 45 50 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 45 51 Baugebiet „Wohnen 2“, Südseite Nachts, 22-6 Uhr 45 49 Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) nachts wird an der Neusser Straße straßenseitig, auch auf der Nordseite zur Planstraße (Fahrradstraße) überschritten. Hingegen sind die Ori- entierungswerte auf der schallgeschützten Innenseite um mindestens 1 dB(A) am Tag und 8 dB(A) in der Nacht unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für WA -Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden nur an der Simonskaul um bis zu 7 dB(A) tagsüber bzw. 6 dB(A) nachts überschritten. Im Inneren des Plangebietes sind die Orientierungswerte überwiegend eingehalten, nur zur Planstraße 1 hin liegen in der Nähe der Simonskaul Überschreitungen von höchstens 1 dB(A) tags und nachts vor. Schienenverkehrslärm Folgende Überschreitungen der Orientierungswerte aus dem Schienenverkehr sind zu erwarten: Tab. 4.2: Schienenverkehrslärm Lage Zeitraum Orientierungs- wert in dB(A) Max. Beurtei- lungspegel in dB(A) Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 60 70 Neusser Straße, Nordseite zur KVB- Zulauftrasse Tags, 6-22 Uhr 60 65 - 58 - / 59 Lage Zeitraum Orientierungs- wert in dB(A) Max. Beurtei- lungspegel in dB(A) Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 50 66 Neusser Straße, Nordseite zur KVB- Zulauftrasse Nachts, 22-6 Uhr 50 65 Baugebiet „Wohnen 1“ Nachts, 22-6 Uhr 45 57 Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag wird um bis zu 10 dB(A) überschritten. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 50 dB(A) in der Nacht wird an den straßenseitigen Fassaden um bis zu 16 dB(A) überschritten. Die Orientierungswerte sind jedoch an der schallgeschützten Innenseite der Gebäude überall unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Schiene für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Baugebiet „Wohnen 1“ auf der Nordseite zur KVB-Zulauftrasse tagsüber eingehalten, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) überschritten. Die sehr hohen Überschreitungen betreffen allerdings nur einen kleineren Fassadenbereich unmittelbar am Quartiersplatz. Im Baugebiet „Wohnen 2“ sind die Orientierungswerte überall eingehalten. Bei kumulierter Betrachtung des Straßen- und Schienenverkehrslärms sind die Orien- tierungswerte Verkehrslärm (gesamt) für MI -Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) an der Neusser Straße an den Außenseiten des Baublocks überschritten und an den Innenseiten unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm für WA -Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Baugebiet „ Wohnen 1“ auf der Nordseite zur KVB -Zulauftrasse tagsüber eingehalten, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) überschritten. Die sehr hohen Überschreitungen betreffen allerdings nur einen kleineren Fassadenbereich unmittelbar am Quartiersplatz. Weitere Überschreitungen liegen an der Simonskaul um bis zu 6 dB(A) tagsüber bzw. nachts vor. Im Inneren des Plangebietes liegen in der Nähe der Simonskaul Überschreitungen von höchstens 1 dB(A) tags und nachts vor. Ansonsten sind die Orientierungswerte eingehalten. Aufgrund der benannten Überschreitungen besteht im überwiegenden Teil des Plangebiets das Erfordernis von Schallschutzmaßnahmen. Im Rahmen der planerischen Abwägung wird eine Entscheidung zugunsten passiver Maßnah- men getroffen, da sich aktive Maßnahmen im Plangebiet nicht in geeigneter Weise umsetzen lassen. Diese werden nachfolgend behandelt. Planbedingter Mehrverkehrslärm in der Umgebung Entlang der Neusser Straße liegt die Verkehrslärmbelastung angrenzend an das Plangebiet bereits heute teilweise oberhalb der Sanierungsschwellenwerte von 70 dB(A) am Tag und 60 dB(A) nachts. - 59 - / 60 Die Pegelerhöhungen durch den planbedingten zusätzlichen Verkehr sowie durch Schallrefle- xionen der Neubauten lösen an den davon betroffenen Gebäuden einen Anspruch auf Schall- schutz dem Grunde nach aus. Entlang der Simonskaul zwischen Neusser Str. und Jesuiten- gasse liegen die Pegelerhöhungen unter 1 dB(A). An der Neusser Straße kommt es wegen Reflexionen durch die neuen Gebäude zu Pegelerhöhungen im Bereich zwischen 1 bis 2 dB(A). Hierzu können insbesondere Fenster einer besseren Schallschutzklasse als aktuell vor- handen in Verbindung mit schallgedämmten Lüftungsanlagen zum Einsatz kommen. Im Durchführungsvertrag werden die erforderlichen Regelungen zu einer Kostenübernahme der durch das Vorhaben ursächlich bedingten Schallschutzmaßnahmen in der Umgebung des Plangebietes getroffen. Ansprüche können an den folgenden Gebäuden entstehen: Neusser Straße 788-794. In den Bebauungsplan wird dazu ein Hinweis aufgenommen. Tiefgaragen Ein- und Ausfahrten von Garagenanlagen für Wohnnutzungen sowie für nicht wesentlich stö- rendes Gewerbe sind in Wohn- und Mischgebieten grundsätzlich gebietstypisch und somit zu- lässig. Dennoch wurde vorsorglich eine Schallimmissi onsprognose der geplanten Ein- und Ausfahrten vorgenommen, um die Auswirkungen auf die Nachbarbebauung einschätzen zu können. Die maximalen Beurteilungspegel an der benachbarten Bebauung (Neusser Straße) betragen 33 dB(A) tagsüber und 28 dB(A) nachts. Die Richtwerte der TA Lärm für Gewerbelärm von 60 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) nachts werden hier zur Beurteilung der Verträglichkeit entspre- chend herangezogen. Sie sind deutlich unterschritten. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: • Gemäß § 9 Absatz 1 Nr. 24 BauGB wird festgesetzt, dass entsprechend den in der Planzeichnung dargestellten Lärmpegelbereichen passive Schallschutzmaßnahmen an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nach DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau (Ausgabe Januar 2018, Beuth Verlag GmbH, Berlin)) zu treffen sind. Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauaufsichtlichen Genehmigungsverfahren durch eine schalltechnische Untersu- chung niedrigere Lärmpegelbereiche an einzelnen Gebäudeteilen oder Geschossebe- nen nachgewiesen werden. • Bei Schlaf- und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nacht- zeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallge- dämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen sicher zu stellen. • Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Planstraße 3 (Norden) hin orientierte, schutzbedürftige Räume im Sinne der DIN 4109- 1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin) ) nur zulässig, wenn ihnen als Schallschutzvorrichtung sogenannte „kalte Wintergärten“ (verglaste Balkone) oder gleichwertige Maßnahmen (z. B. vorgehängte Fassaden, ver- glaste Laubengänge), die nicht zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen dienen, vor- gelagert sind. Die „kalten Wintergärten“ bzw. sonstige gleichwertige Maßnahmen sind so zu errichten, dass die Beurteilungspegel für den Gesamt -Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) auf der Innenseite der jeweiligen Schutzvorrichtung 60 dB(A) tags (06:00 – 22:00 Uhr) und 50 dB(A) nachts (22:00 – 06:00 Uhr) nicht über- schreiten. • Für Balkone, Loggien und Terrassen, die einen Gesamtbeurteilungspegel aus dem Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) > 62 dB(A) im Tagzeitraum (06:00 bis 22:00 Uhr) aufweisen, sind Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Durch diese muss sichergestellt werden, dass der vorgenannte Gesamtbeurteilungspegel nicht überschritten wird. Hiervon ausgenommen sind Balkone, Loggien und Terrassen von - 60 - / 61 durchgesteckten Wohnungen, wenn zusätzlich auf der lärmabgewandten Seite ein Bal- kon, eine Loggia oder eine Terrasse errichtet wird. Bewertung: Die Planung schützenswerter Nutzungen in einem teilweise stark durch Verkehrslärm belas- teten Gebiet ist unter Berücksichtigung der vorstehend beschriebenen und im Bebauungsplan festgesetzten Maßnahmen vertretbar. 6.5.12.2 Altlasten Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Plangebiet befindet sich die Altablagerung mit der Nummer 50503. Bei der Altablagerung handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube mit Auffüllungen, die bis in das Grundwasser reichen und aufgrund von nicht abgeschlossenen Umbau- und Abbauprozessen noch Gehalte an Deponiegasen aufweisen. Nach der vorliegenden Gefährdungsabschätzung [Gutachten Mull & Partner, 2020] bestand die Kiesgrube gemäß historischem Kartenmaterial schon in den 1930er Jahren. Die Luftbildauswertung ergab, dass die Kiesgrube in den 1950er Jahren nach Norden und Nordwesten erweitert wurde und in den 1960er Jahren verfüllt wurde. Die Verfül- lung erfolgte überwiegend mit Boden- Bauschuttgemischen, die teilweise Beimengungen von Glasbruch, Plastikmüll etc. enthielten. In Teilbereichen wurden auch Industrieabfälle verfüllt. Die Unterkante der Auffüllung liegt bei bis zu 14,0 m u. GOK. An der Geländeoberfläche außerhalb des gewerblich genutzten Areals steht ein durchwurzel- ter, überwiegend bewachsener, Bodenhorizont (Oberboden) mit einem schluffigen, z.T. auch kiesigen Sand und dunkelbrauner Färbung an. Hierbei handelt es sich um umgelagertes bzw. anthropogen beeinflusstes Bodenmaterial. Dieser Horizont ist locker gelagert. Neben organi- schen Anteilen weist dieses Material auch Fremdbestandteile (Ziegel, Glas, Keramik, Bau- schutt etc.) auf. Im gewerblich genutzten Areal wurde an der Geländeoberfläche oberhalb des Altablagerungskörpers überwiegend aus Bauschutt hergestelltes Tragschichtmaterial (Recyc- lingmaterial) festgestellt. Dabei handelt es sich um gebrochenes Bauschuttmaterial (Ziegel - und Betonbruch) mit vereinzelten Fremdbestandteilen (Schwarzdecke, Holz, umgelagerter Bo- den). Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Die Altablagerung bleibt unsaniert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Flächen im Plangebiet werden vor einer Bebauung nutzungsorientiert saniert. Ein Sanie- rungskonzept liegt vor [Mull und Partner; Jan. 2022]. In dem nachfolgend erläuterten Sanierungskonzept wird der zu sanierende Altablagerungsbe- reich in die Teilflächen A-C unterteilt. Teilbereich A entspricht näherungsweise dem Baugebiet „Wohnen 2“ im VBP, das Teilgebiet B liegt im Baugebiet „Wohnen 1“, das Teilgebiet C besteht aus der nördlich angrenzenden Grünfläche und der Stellplatzfläche/ Fläche für das Blockheiz- kraftwerk an der Simonskaul. Die Teilfläche AB entspricht näherungsweise dem Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ und der Planstraße 1. Die Flächenteilung kann auch der nachfol- genden Abbildung entnommen werden. Abb. 1: Altablagerung, Teilbereiche A - C - 61 - / 62 In der Teilfläche B ist der Aushub des Altablagerungskörpers bis zum Grundwasseranstich vorgesehen. Dies entspricht Aushubmächtigkeiten zwischen 9,0 m und 10,6 m. Die entstan- dene Hohlform soll bis zur geplanten Geländehöhe mit chemisch und geotechnisch geeigne- ten, inerten mineralischen Materialien mit Hilfe eines Bodenmanagements („Cut&Fill“) vor Ort sowie mit externen Materialien verfüllt werden. Materialien, die aus chemischen oder geotech- nischen Gründen für eine Verwertung vor Ort ungeeignet sind, werden extern verwertet/ent- sorgt. Dies gilt vor allem für die schlammigen Auffüllungsmaterialien. Im Zuge des Aushubs soll zur Baugrubensicherung eine freie Böschung erstellt werden. Die Aushubbereiche werden im Süden, Osten und Westen in offener Baugrube der natürlichen Abgrabungslinie folgend bzw. nach DIN 4124 mit β = 45° auf insgesamt 3 Bauebenen herge- stellt. Im Norden wird in die Teilflache C geböscht, sodass die Böschung im Altablagerung s- körper errichtet wird. Der Böschungswinkel ist dem hier anstehenden Auffüllungsmaterial an- zupassen. Vorbehaltlich weiterer Überprüfungen wird der Böschungswinkel in nördlicher Rich- tung generell mit ca. 30° abgeschätzt. Im Bereich der schlammigen Materialien ist der Bö- schungswinkel vorerst auf max. 15° abzuflachen. Bei einem Böschungswinkel von 30° reicht die Böschung, je nach Aushubtiefe zwischen 15 m und 20 m in Teilfläche C. Bei dem Bö- schungswinkel von 15° reicht die Böschung 35 m bis 40 m in Teilfläche C . Auf die Böschung wird eine Gassperre aufgebracht, sodass kein Deponiegas aus Teilflache C in den für die Be- bauung vorgesehenen Teil des Plangebiets migrieren kann. Da eine relevante Gasbildung in der gesättigten Bodenzone nicht zu erwarten ist, ist eine Horizontalabdichtung an der Aus- hubsohle nicht erforderlich. Das Sanierungsszenario führt durch den Aushub für den Bö- schungskörper zu einer Aufwertung der Teilfläche C. Durch die beschriebene Sanierung strebt die Vorhabenträgerin eine Statusänderung im A lt- lastenkataster zu Status 7 an. Dieser Status bedeutet, dass die Fläche saniert und ohne wei- tere Überwachung besteht. Die Flächen mit Status 7 werden nachrichtlich geführt und sind keine Verdachtsflächen im Sinne des Gesetzes. Es besteht kein Altlastenverdacht, sobald die Sanierung vollständig umgesetzt wurde. Die Flächen sind dann multifunktional nutzbar. Nach der Sanierung werden die Prüfwerte der Bundesbodenschutzverordnung im gesamten Plangebiet nutzungsbezogen eingehalten bzw. unterschritten, es sind gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse gewährleistet. - 62 - / 63 Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die Flächen im Plangebiet werden vor einer Bebauung nutzungsorientiert saniert. Bewertung: Durch die vorgesehene Bodensanierung werden die bestehenden nachteiligen Umweltbedin- gungen im Plangebiet wesentlich und nachhaltig verbessert. 6.5.12.3 Erschütterungen Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Nach Realisierung der planfestgestellten Gleistrasse am Nordrand des Plangebiets kommt es hier im unmittelbaren Randbereich der Gleise zum Eintrag von Erschütterungen in die vorhan- dene, nur mit geringen Abständen errichtete und technisch unzureichend ausgestaltete Be- bauung. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es ergeben sich keine wesentlichen Änderungen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die durch Erschütterungen potenziell beeinträchtigte ungenehmigte Bestandsbebauung wird aufgegeben. Die neu geplante Bebauung hält ausreichende Schutzabstände von mindestens 6,5 m zur Gleistrasse ein. In der Objektplanung ist der Schutz vor Erschütterungen zusätzlich zu berücksichtigen. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Für die Planbebauung ist der Erschütterungsschutz gem. DIN 4150 im Baugenehmigungsver- fahren nachzuweisen. Bewertung: Bei Beachtung der einschlägigen Regeln der Technik ergeben sich keine erheblichen Beein- trächtigungen für die menschliche Gesundheit. 6.5.12.4 Sonstige Gesundheitsbelange/ Risiken Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Plangebiet liegt außerhalb von Überschwemmungsgebieten. Es liegt in einer kleinen Teilfläche an der Neusser Straße im Hochwasserrisikogebiet des Rheins für ein extremes Hochwasserereignis (HQ extrem). Gemäß der Starkregengefahrenkarte der StEB sind einzelne Mulden und Eintiefungen im vor- handenen Gelände bei Starkregen überflutungsgefährdet. Die vorhandenen Gebäude und die Straßen sind nur gering überflutungsgefährdet. Das Plangebiet liegt in einem Abstand von ca. 640 m zur Carbosulf Chemische Werke GmbH. Da es sich bei der Carbosulf um einen störfallrelevanten Betriebsbereich handelt, wurde gut- achterlich auf der Basis des § 50 BImSchG bzw. des Art. 13 der Seveso- III-Richtlinie der an- gemessene Sicherheitsabstand im Umfeld dieses Betriebsbereiches gemäß § 3 (5a) BImSchG ermittelt [UCON GmbH, 2017 > Aktualisierung Juli 2021]. Der angemessene Sicherheitsab- stand wurde anhand von Detailkenntnissen gemäß Kap. 3.2 des Leitfadens KAS-18 bestimmt. - 63 - / 64 Der angemessene Sicherheitsabstand der Gesamtanlage ergibt sich hierbei aus der Freiset- zung von Ammoniak und liegt bei 701 m in Richtung des Plangebietes. Die Anlage, in der Ammoniak gehandhabt wird, befindet sich in der Mitte des Betriebsbereiches in einem Abstand von > 900 m zum Plangebiet. Das Plangebiet liegt gemäß diesem Gutachten in einem für die geplante Wohnbebauung aus- reichenden Abstand zu dem genannten Störfallbetrieb. Dieses Gutachten wurde von der Bezirksregierung Köln dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zur Prüfung vorgelegt. Die Aussagen des Gutachtens wur- den von dort als plausibel und nachvollziehbar bewertet. Die Fa. Carbosulf Chemische Werke GmbH hat zwischenzeitlich ihrerseits ein Abstandsgut- achten beauftragt [ SAVAS GmbH, KAS-18-Gutachten für die Carbosulf Chemische Werke GmbH, 06.12.2021] Der Gutachter untersuchte zusätzlich Szenarien zum Austritt von Schwe- feldioxid. In Abhängigkeit von Ausbreitungsbedingungen ermittelt der Gutachter angemessene Sicherheitsabstände von 720 m (ab Werksgrenze) bzw. 1.590 m . Das Bauvorhaben liegt be- züglich des Bet riebsbereichs in einem Abstand von 640 m, so dass Achtungsabstand und angemessener Abstand für dieses Szenario unterschritten werden. Der Achtungsabstand von 900 m für Schwefeldioxid wird durch dieses weitere Gutachten be- stätigt. Aufgrund der möglichen Szenarien innerhalb des Werksgeländes und der ermittelten Entfernungen kann ein angemessener Abstand für SO2 von 720 m, ausgehend von den Kon- turen des Werksgeländes, als sinnvoll angesehen werden. Das Ergebnis der Prüfung dieses Gutachtens durch das LANUV liegt noch nicht vor. (Anmer- kung: auf Wunsch des Auftraggebers wird diese Untersuchung nicht offengelegt). Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Für die vorhandene Bebauung und Nutzung gibt es keine Änderungen. Bei der Bebauung des Südteils im Plangebiet (Innenbereich) ist es erforderlich, den Überflu- tungsschutz für die geplanten Gebäude zu berücksichtigen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ ist der Schutz vor extremen Hochwasserereignissen insbesondere im Hinblick auf die Tiefgarage zu berücksichtigen. Diese wird durch eine Anhe- bung der Geländehöhe über den Rheinpegel HQ 1000 (46,30 m ü. NHN) oder durch einen baulichen Schutz vor Überflutung (mobile Schutzelemente) geschützt. Bei der Neumodellierung des Geländes nach erfolgtem Bodenaustausch werden die Erforder- nisse des Überflutungsschutzes berücksichtigt. Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmög- lichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Starkregenmengen auf den Dachflächen umge- setzt. Starkregen in privaten Außenanlagen werden in privaten Versickerungsanlagen (für ein 30- jährliches Regenereignis bemessen) sowie ergänzenden Notrigolen aufgenommen. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/-senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Bei der Bebauung des Geländes ist es zudem erforderlich, den Überflutungsschutz für die geplanten Gebäude im Starkregenfall zu berücksichtigen. Gemäß einem von zwei vorliegenden Abstandsgutachten zum Betriebsbereich Fa. Carbosulf Chemische Werke GmbH könnte das Plangebiet bei ungünstigen Ausbreitungsbedingungen in einem angemessenen Sicherheitsabstand zu diesem Betrieb liegen. Die Belastbarkeit der Aussage dieses Gutachtens wird derzeit durch die Fachbehörden geprüft. - 64 - / 65 Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Es ist aus Gründen des Hochwasserschutzes erforderlich, das vorhandene Geländeniveau in den entsprechend betroffenen Teilbereichen des Plangebiets von heute ca. 46,0 – 46,3 m ü. NHN auf mindestens 47,0 m ü. NHN anzuheben. Ferner muss bei der Neugestaltung das er- forderliche Entwässerungsgefälle im Bemessungsfall sowie im Starkregenfall beachtet wer- den. Im Bebauungsplan werden die Ausbauhöhen der Verkehrs- und Grünflächen festgesetzt. Das vorhandene Gelände muss aufgrund der Altlastensanierung weitgehend abgetragen wer- den, die vorhandenen Geländehöhen können daher als Höhenbezug nicht herangezogen wer- den. Dies gilt nachfolgend auch für die Ermittlung der Abstandsflächen, diese muss anhand der geplanten Höhen erfolgen. Zur schadlosen Ableitung des Oberflächenwassers aus den Baugebieten, wegen des Hochwasserschutzes (es darf kein Hochwasser aus dem Plangebiet in die bebauten Nachbargebiete verdrängt werden, vielmehr muss dieses in den nördlich ge- legenen Grünflächen einstauen) und zur Vermeidung einer Ableitung auf bebaute Nachbar- grundstücke ist insgesamt bei der Neunivellierung des Geländes ein Gefälle von Nord nach Süd herzustellen. Dazu werden die Anschlusshöhen an den Bestand an der südlichen und östlichen Plangebietsgrenze festgesetzt. Vorsorgemaßnahmen für den Fall, dass das Plangebiet innerhalb eines angemessen Ach- tungsabstandes eines Betriebsbereiches liegt, sind im Rahmen des Baugenehmigungsverfah- rens zu prüfen. Denkbar wäre z. B. eine Information der zukünftigen Anwohner*innen über das Verhalten im Falle eines Störfalls. Bewertung: Bei Beachtung von Vorsorgemaßnahmen gegen die Überflutung der Gebäude durch die Fol- gen von Starkregenereignissen sowie bei extremen Hochwasserereignissen (nur im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“) ergeben sich keine erheblichen Gefahren und Risiken. Inwieweit das Plangebiet tatsächlich in einem angemessenen Sicherheitsabstand, liegt wird im weiteren Verfahren noch geklärt. Das Ergebnis der Klärung hat keine Auswirkungen auf die Inhalte und Ziele des Bebauungsplanes. 6.5.12.5 Besonnung/ Belichtung Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Da derzeit keine Bebauung vorhanden ist, bestehen keine Auswirkungen auf die Belichtung im Umfeld. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Durch die voraussichtliche Errichtung von Wohngebäuden im Süden des Plangebiets entsteht ggfs. eine Verschattung der östlich davon gelegenen Bestandsbebauung. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Zur Prüfung der Belichtung und Besonnung der geplanten Wohnungen als Teilaspekt gesun- der Wohnverhältnisse wurde ein Gutachten [Peutz Consult GmbH, Sara Lippold: Besonnungs- studie zum Bebauungsplanvorhaben Simonskaul in Köln- Weidenpesch; Dortmund, 10.06.2022] erstellt. Im Rahmen der Untersuchung wurde die direkte Besonnung an den Fassaden der geplanten Wohngebäude im Plangebiet für den Stichta g 21. März gemäß DIN EN 17037 bestimmt und mit den Mindestanforderungen der Norm verglichen. Insbesondere an den Nordfassaden und in Teilen der Ost - und Westfassaden der zur Nordseite geöffneten, u- förmigen Gebäude im Nordwestquartier (Baugebiet „Wohnen 1“) werden die Mindestbesonnungsdauern der DIN EN 17037 zum Teil unterschritten. - 65 - / 66 Die Anforderungen der DIN EN 17037 richten sich jedoch nicht an Fassaden, sondern fordern die Einhaltung der genannten Zeiten direkter Besonnung für mindestens einen Wohnraum je Wohneinheit. Durch das Planvorhaben ist im Bereich der benachbarten Bebauung entlang der Neusser Straße auf den Westfassaden eine voraussichtliche Abnahme der Besonnung zu erwarten. Relevant für die Zumutbarkeit der Verschattung eines Bauvorhabens ist jedoch, inwieweit eine wesentlich höhere Verschattung als bei einem sich in die Umgebungsbebauung nach § 34 BauGB einfügenden Gebäude erzeugt wird. Mit einer 5- bis 6-geschossige Neubebauung im Osten des Plangebietes fügt sich die geplante Bebauung bei Einhaltung der Abstandsflächen nach außen in die bereits bestehende Bebauung entlang der Neusser Straße ein. Aufgrund der Ausrichtung der benachbarten Bestandsfassaden der Gebäude im Westen und Süden ist hierbei keine relevante Abnahme der direkten Besonnung zu erwarten, da auf den zum Plan- gebiet zugewandten Fassadenseiten nicht um "Sonnenseiten" der Bestandsbebauung han- delt. Da sich die geplante Bebauung somit in ihrer Höhe der Umgebungsbebauung anpasst, kann von einer zumutbaren Minderung der Besonnung ausgegangen werden. Zusätzlich wurden die Auswirkungen der Planung auf die Bestandsbebauung, insbesondere der im Osten an der Neusser Straße, untersucht. Konkret wurde geprüft, ob eine Verringerung der Besonnung durch die Umsetzung der Planung ausgelöst wird. Ergebnis ist, dass aufgrund der Lage der Planung nördlich zur umgebenden Bestandsbebau- ung die Auswirkung auf die Besonnungssituation der Bestandsbebauung gering ist. Lediglich auf die größtenteils bereits im Bestand aufgrund der Nordlage gering besonnten Fassaden der unmittelbar angrenzenden Gebäude Neusser Straße Nr. 739 und Nr. 741 hat die Planung zum Teil Auswirkungen. Hier sind Besonnungsdauerminderungen von bis zu 0,75h (Hinterhofbe- bauung Neusser Straße Nr. 741) bzw. von bis zu 1h (Neusser Straße Nr. 739) an den Nord- fassaden auszumachen. Die Westfassaden dieser Gebäude weisen mit Umsetzung der Pla- nung eine Besonnungsdauer von mindestens 1,5 Stunden (EG Neusser Straße Nr. 741) auf. Auf die Ostfassaden dieser Gebäude hat die Planung keine Auswirkungen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Mit konsequent durchgesteckten Wohnungsgrundrissen lässt sich in allen Gebäudeabschnit- ten eine Einhaltung der Anforderungen der DIN EN 17037 für direkte Besonnung erreichen. Einzelne Gebäudeteile, in denen eine Besonnung von weniger als 1,5 Stunden vorliegt, kön- nen bei einer Planung zu mindestens zwei Fassadenseiten ausgeglichen werden. Vor allem auf der Südseite und in vielen Abschnitten der Westfassaden kann in großen Teilen eine Be- sonnung von 4 Stunden nachgewiesen werden, dies entspricht dem höchsten Empfehlungs- niveau der DIN EN 17037 für direkte Besonnung zur Tag- und Nachtgleiche. Bewertung: Es ist gesichert, dass das Vorhaben gesunde Wohnverhältnisse hinsichtlich der Besonnung und Belichtung gewährleistet. 6.5.13 Kultur- und sonstige Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 d BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): In dem Plangebiet und seiner Umgebung sind keine Baudenkmale und keine Naturdenkmale vorhanden. Das Plangebiet liegt auf der Unteren Niederterrasse des Rheines, in einem seit der mittleren - 66 - / 67 Jungsteinzeit besiedelten Gebiet. Da bisher auf den von der Planung betroffenen Flächen keine archäologischen Untersuchungen und Vorermittlungen stattgefunden haben, sind keine archäologischen Bodendenkmäler und Fundstellen bekannt. Eine systematische Erfassung des Bodendenkmalbestandes ist jedoch Voraussetzung für die Bewertung des im Planungs- gebiet möglicherweise liegenden archäologischen Kulturgutes. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei den zu untersuchenden Flächen (s. oben) handelt es sich im Wesentlichen um den Südteil des Gebiets, der planungsrechtlich als Innenbereich zu beurteilen ist, sowie um den Ge- bietsanteil, der unmittelbar an der Neusser Straße liegt. Es kann davon ausgegangen werden, dass vor Aufnahme einer Bautätigkeit die erforderliche archäologische Prospektion im Südteil des Plangebiets erfolgen würde im Ostteil jedoch nicht, da dort nicht gebaut würde. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Vor Aufnahme einer Bautätigkeit erfolgt in allen relevanten Flächen des Plangebiets eine ar- chäologische Sachverhaltsermittlung mit Baggersondagen. Archäologische Funde werden do- kumentiert und geborgen sowie dem Römisch-Germanischen Museum übergeben. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Über die vorstehend beschriebenen Maßnahmen hinaus bestehen keine Anforderungen. Bewertung: Unter Beachtung der beschr iebenen archäologischen Maßnahmen gehen von der Planung keine erheblichen Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter aus. 6.5.14 Vermeidung von Emissionen (insbesondere Licht, Gerüche, Strahlung, Wärme), sachgerechter Umgang mit Abfällen und Abwasser (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 e BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Vom Plangebiet gehen keine erheblichen Emissionen durch Licht, Geruch, Strahlung und Wärme aus. Das Abwasser (Schmutzwasser) wird in die Kanalisation geleitet. Abfälle werden gemäß der Abfallbeseitigungssatzung der Stadt Köln entsorgt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der beschriebene Zustand ändert sich nicht wesentlich. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Der beschriebene Zustand ändert sich nicht wesentlich. Anlagen, die erheblich emittieren, sind nicht geplant. Die ordnungsgemäße Abfall - und Abwasserbeseitigung sind nach dem Stand der Technik und den einschlägigen Vorschriften vorgesehen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Erhebliche, nachteilige Umweltauswirkungen durch die o. g. Emissionen oder wegen der Ab- fall- und Abwasserbeseitigung sind nicht zu erwarten. Bewertung: Die Planung hat bezüglich der o. g. Emissionen und bezüglich der Abfall- und Abwasserbesei- tigung keine planungsrelevanten Auswirkungen. - 67 - / 68 6.5.15 Nutzung erneuerbarer Energien/ sparsame und effiziente Nutzung von Energie (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 f BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Die Heizungsanlagen der inzwischen abgebrochenen Bebauung waren von älterer Bauart, es handelte sich zumindest teilweise um Ölheizungen und Kohleöfen. Die Gebäude waren schlecht gedämmt. Die Energieeffizienz war gering. Nach dem Abbruch werden keine Ver- brauchsanlagen mehr betrieben. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Eine zulässige Neubebauung im Südteil des Plangebiets würde nach dem Stand der Technik energieeffizient errichtet. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Das Bebauungsplan- Verfahren fällt gemäß der Übergangsregelung nicht unter die am 17.03.2022 beschlossenen Leitlinien zum Klimaschutz der Stadt Köln. Die Neubebauung wird nach dem heutigen Stand der Technik nach energetischem Standard EH 55 EE errichtet. Im Plangebiet sollen ausschließlich Bio-Gas-Blockheizkraftwerke mit Kraft- Wärme-Kopplung errichtet werden. Die Dachflächen bieten ein großes Potenzial für die Nut- zung der Solarenergie, das ebenfalls genutzt werden soll. B eispielsweise ist die Photovolta- iktechnik auf Haus 1 zur Eigenstromerzeugung ein weiterer Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energie im Plangebiet. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch die Nutzung der oben beschriebenen technischen Mittel wird der Einsatz fossiler Brenn- stoffe für die Energieversorgung der Gebäude weitgehend vermieden und auf den Fossilanteil an der Nutzung der allgemeinen Netzstromerzeugung beschränkt. Die Sicherung der Umset- zung dieser Maßnahmen erfolgt im Durchführungsvertrag. Bewertung: Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Energieeffizienz der Bebauung und der Nutzung erneu- erbarer Energien im Plangebiet positiv aus, da eine bis 2021 vorhanden gewesene, gering energieeffiziente Bebauung durch eine hoch energieeffiziente Bebauung ersetzt wird und er- neuerbare Energien künftig systematisch genutzt werden. 6.5.16 Darstellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbesondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechts (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 g BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand: Landschaftsplan: Das Plangebiet ist in seinem nördlichen Teilbereich im Landschaftsplan der Stadt Köln als Landschaftsschutzgebiet (LSG) festgesetzt. Der Bereich ist Teil des großflächigen Landschaftsschutzgebietes L 9 „Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände“. Eine kleinere Teilfläche im Osten des Gebiets ist als Geschützter Landschaftsbestandteil (LB) 5.04 „Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch“ festgesetzt. Der südliche Teil des Plangebiets wird durch Festse tzungen des Landschaftsplanes nicht berührt. - 68 - / 69 Die Ziele der Landschaftsplanung des L 9 im Bereich der Planung „Simonskaul“ waren bereits seit Jahrzehnten durch die dort vorhandene ungenehmigte Gewerbe- und Wohnnutzung im Landschaftsschutzgebiet auf einer teilweise stark ausgasenden städ- tischen Altablagerung deutlich eingeschränkt. Luftreinhalteplan Köln: Das Plangebiet liegt innerhalb der Umweltzone Köln. Die Grenzwerte gem. der 39. BImSchV für Stickstoffdioxid und Feinstaub sind im Plangebiet eingehalten. Wasserschutzzonen-VO: Das Plangebiet liegt nicht innerhalb einer Wasserschutzzone. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der beschriebene Zustand im Bestand ändert sich nicht. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Landschaftsplan: Da das LSG, soweit es in die Neubebauung einbezogen wird, einerseits heute bereits bebautes Gebiet ist, und da andererseits gemäß dem Bebauungsplan weitere heute bebaute Flächen im LSG entsiegelt und ökologisch aufgewertet werden, wird für die Planung davon ausgegangen, dass der Träger der Landschaftsplanung seinen Wider- spruch gegen die FNP-Änderung zurücknehmen wird, da die oben genannten Bedin- gungen erfüllt werden. Zudem ist die Restfläche des LB südlich der KVB -Trasse von dem nördlich gelegenen, größeren Teilbereich abgeschnitten und kann die Biotopfunk- tionen, die für die Unterschutzstellung wesentlich waren, heute nicht mehr erfüllen. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass im Rahmen der 234. Änderung des Flächennutzungsplanes der Träger der Landschaftsplanung den bis dahin bestehen- den Widerspruch zurückgenommen hat. Als Voraussetzung für die Zurücknahme die- ses Widerspruchs wurden folgende Maßnahmen genannt, die durch den Grünord- nungsplan (GOP) zum Bebauungsplan „Simonskaul“ zu konkretisieren sind: 1. Da nur die Parkplatzfläche für die Kitastellplätze innerhalb des festgesetzten Land- schaftsschutzgebiets L 9 realisiert werden soll, sind die Stellplätze sind durch hei- mische und standortgerechte Laubbäume und Gehölze einzugrünen. 2. Die Umsetzung der Maßnahmen Nr. 5.2- 8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ dient der Stärkung des Biotopverbundes. Sollte die Maßnahme nicht umsetzbar sein, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Landschaftsraums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Land- schaftsplans Köln umzusetzen.“ Folgende, im Bebauungsplan vorgesehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Si- cherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: • A1 Herstellung einer extensiven Wiese • A4 Herstellung eines Mischwaldes • A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels • Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestandsbäu- men festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsgleich der KVB zum KVB-Betriebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. - 69 - / 70 Unter Berücksichtigung der oben genannten Maßnahmen ist der Konflikt ausgeräumt. Ausweislich des aktuell vorgelegten Standes des Landschaftspflegerischen Fachbei- trages (LPF) zum B-Plan-Verfahren „Simonskaul“ führen die im GOP geplanten und im Bebauungsplan festgesetzten Pflanzmaßnahmen zu einem vollständigen Ausgleich der Eingriffe aus B-Plan und Sanierung der Altdeponie. Die Abweichungen von den Festsetzungen des Landschaftsplans werden gem. § 20 (4) NatSchG NRW der Planung nicht entgegenstehen. Folgender Aspekt ist zudem zu berücksichtigen: Die Ziele der Landschaftsplanung des L 9 im Bereich der Planung „Simonskaul“ waren bereits seit Jahrzehnten durch die dort vorhandenen ungenehmigten Gewerbe- und Wohnnutzung im Landschaftsschutzgebiet auf einer teilweise stark ausgasenden städ- tischen Altablagerung deutlich eingeschränkt. Die Vorhabenträgerin des Bebauungsplan-Verfahrens „Simonskaul“ beseitigt im Zuge der Neuordnung des Nordrandes von Weidenpesch mit dringend benötigten Woh- nungsbau diese Missstände durch Niederlegung der ung enehmigten Aufbauten und Teilsanierung der städtischen Altablagerung. Die Teilsanierung der städtischen Altab- lagerung erfordert von der Vorhabenträgerin erhebliche finanzielle Aufwendungen. Luftreinhalteplan, Wasserschutzgebiets-VO: Durch die Planung ergeben sich keine Veränderungen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Neben der Begrünung der Gemeinschaftsstellplätze ist als Maßgabe für die Rücknahme des Widerspruchs des Trägers der Landschaftsplanung (Stellungnahme Träger der Landschafts- planung vom 09.11.2021) die Umsetzung der Maßnahmen Nr. 5.2- 8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ zur Stärkung des Biotopverbundes umzusetzen. Da die Maßnahme nicht um- setzbar ist, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Land- schaftsraums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Landschaftsplans Köln um- zusetzen. Die Maßnahme unterliegt aufgrund ihres Charakters als Maßgabe zur Aufhebung des Widerspruchs nicht der städtebaulichen Abwägung. Folgende im Bebauungsplan vorgesehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Sicherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: - A1 Herstellung einer extensiven Wiese - A4 Herstellung eines Mischwaldes - A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels - Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestandsbäumen festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsglei s der KVB zum KVB- Be- triebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. Bewertung: Die Planung wirkt sich unter Berücksichtigung der vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen nicht erheblich aus. Die Abweichungen von den Festsetzungen des Landschaftsplans werden ge- mäß § 20 (4) NatSchG NRW der Planung nicht entgegenstehen. - 70 - / 71 6.5.17 Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 h BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Plangebiet liegt innerhalb der Umweltzone Köln. Die Grenzwerte gem. der 39. BImSchV für Stickstoffdioxid und Feinstaub sind im Plangebiet eingehalten. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es ergeben sich keine Änderungen des Ausgangszustandes. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Durch die Planung ergeben sich keine wesentlic hen Änderungen des Ausgangszustandes. Die Nutzung erneuerbarer Energien und das Mobilitätskonzept tragen dazu bei, die beste- hende Einhaltung der Immissionsgrenzwerte auch für die Zukunft zu gewährleisten. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen der Planung sind nicht zu erwarten. Bewertung: Die Planung hat keine wesentlichen Auswirkungen bezüglich der Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht über- schritten werden. 6.5.18 Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d des § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB - Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, biologische Vielfalt, Natura 2000-Gebiete, Mensch, Gesundheit und Be- völkerung, Kultur- und Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 i BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im bestehenden Gebietszustand sind keine prüfungsrelevanten Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Umweltbelangen festgestellt worden. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung wird nicht vom Entstehen prüfungsrelevanter Wechselwirkungen aus- gegangen. Prognose Umweltzustand bei Durchführung der Planung: Bei der Umsetzung der Planung entstehen Wechselwirkungen im Hinblick auf die Belange des Bodenschutzes und des Menschen und seiner Gesundheit, Unterkapitel Altlasten einerseits sowie auf die Belange von Tieren und Pflanzen andererseits: Eine Boden- und Altlastensanierung ist nur möglich, wenn zuvor vorhandener Bewuchs gero- det wird und die vorhandene Bebauung auf dem jetzigen Altablagerungskörper abgebrochen wird. Hierdurch entstehen Eingriffe in Brut- und Aufzuchthabitate geschützter Arten (Fledermäuse, Haussperling) und ubiquitärer Tierarten. Es kommt zur teilweisen Entfernung der Vegetation. - 71 - / 72 Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch das Belassen der Gehölzbestände am nördlichen Rand des Gebietes am Standort las- sen sich die Eingriffe in Brut- und Aufzuchthabitate von Brutvögeln mindern. Dies hat allerdings zur Konsequenz, dass hier kei n vollständiger Bodenaustausch erfolgt. Die entsprechenden Bereiche müssen daher künftig unzugänglich für Besucher gehalten werden. Sie tragen durch ihren Beitrag zur Strukturierung des Landschaftsbildes dennoch zur Wohlfahrtswirkung der Grünflächen bei. Die Eingriffe in die Brut- und Aufzuchthabitate am und im Gebäudebestand können durch den Einsatz künstlicher Habitate (Fledermauskästen, Nisthilfen) ausgeglichen werden. Diese müs- sen an geeigneten Gebäuden außerhalb des Plangebiets erfolgen. Der Zeitraum z wischen dem Eingriff und der möglichen Schaffung von Ersatz an den Neubauten dauert zu lange, um noch die erforderliche Wirkung entfalten zu können. Die Eingriffe in die vorhandene Vegetation werden durch die Neuschaffung von Vegetations- flächen nach erfolgter Altlastensanierung ausgeglichen. Bewertung: Die entstehenden Wechselwirkungen auf Tiere und Pflanzen sind weitgehend kompensierbar und deshalb nicht erheblich. 6.5.19 Anfälligkeit für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen auf die Belange des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d und i des § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB - Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, bio- logische Vielfalt, Natura 2000-Gebiete, Mensch, Gesundheit und Bevölkerung, Kultur- und Sachgüter, Wechselwirkungen, z. B. Seveso-III-RL, 12. BImSchV, KAS 18 (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 j BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Stadtgebiet Köln liegt in der Erdbebenzone 1 gemäß DIN EN 1998 -1/NA (2011). Dort werden vier Zonen - 0 bis 4 - zur Erdbebengefährdung ausgewiesen. Demnach können in Köln leichte Erdbeben auftreten mit der Folge von leichten Beschädigungen an Gebäuden. Sonstige schwere Unfälle oder (Natur-)Katastrophen sind für das Plangebiet als sehr unwahr- scheinlich anzunehmen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Der überwiegende Teil der Gebäude im Plangebiet wird neu errichtet unter Beachtung der Hinweise DIN EN 1998-1/NA (2011). Der Anteil an sensibler Wohnnutzung wird im Plangebiet erhöht. Die Anforderungen an Rettungswege und Zugänglichkeit von Gebäuden für Rettungs- kräfte werden berücksichtigt. Insofern erhöht sich die geringe Anfälligkeit des Plangebietes für schwere Unfälle oder Katastrophen nicht. Dies gilt auch für die Umweltbelange Tiere, Pflan- zen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, biologische Vielfalt, Natura 2000- Ge- biete, Kultur- und Sachgüter sowie Wechselwirkungen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umwelt-aus- wirkungen: Solche Maßnahmen sind nicht erforderlich. Bewertung: - 72 - / 73 Mit Ausnahme leichter Erdbeben sind sonstige schwere Unfälle oder Katastrophen für das Plangebiet als sehr unwahrscheinlich anzunehmen. Nach Umsetzung der Planung erhöht sich die geringe Anfälligkeit des Plangebietes für schwere Unfälle oder Katastrophen nicht. 6.5.20 Eingriffsregelung (§ 1a Abs. 3 BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BNatSchG, Landesnaturschutzgesetz NRW, § 1a BauGB Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Für das Plangebiet des Bebauungsplans liegen zwei landschaftspflegerische Fachbeiträge mit Eingriffs-/ Ausgleichsbilanz vor. Dies ist damit begründet, dass mit der vor dem eigentlichen Baubeginn umzusetzenden Alt- lastensanierung ein großer Teil des Plangebiets bereits weitgehend verändert wird. Der erste der beiden Fachbeiträge wurde daher für die Sanierungsmaßnahme erstellt [raskin; Mai 2022]. Er erfasst im Einwirkungsbereich der Sanierung den Biotopzustand vor dem Beginn der Altlastensanierung, sowie den nach der Sanierung entstehenden Zwischenzustand. Der zweite Fachbeitrag [raskin; Juni 2022] ermittelt den Ausgleichsbedarf auf der Grundlage des Zwischenzustands nach erfolgter Altlastensanierung, bzw. außerhalb des Sanierungsbe- reichs den ursprünglich vor der Baufeldfreimachung bestehenden Zustand und bilanziert die Ausgleichswirkung der festgesetzten Maßnahmen im Plangebiet sowie den verbleibenden ge- bietsexternen Ausgleichsbedarf. Fachbeitrag zur Altlastsanierung Der Fachbeitrag kommt zu folgenden Ergebnissen: Im Sommer 2019 (04.07.) wurde im Plan- gebiet und seiner näheren Umgebung der Bestand der vorkommenden Biotoptypen erfasst. Infolge von Erweiterungen des Plangebietes entlang der Simonskaul, Einbeziehung von Rad- wegplanungen im Westen des Plangebietes sowie Öffnung und teilweiser Räumung der illegal bebauten Bereiche sowie einzelner Baumentnahmen aufgrund von Fällgenehmigungen wur- den kleinräumige Ergänzungen und Aktualisierungen der Bestandserfassung durchgeführt (29. Januar 2021). Eine Ausgleichsbilanzierung erfolgt ausschließlich für die Teilflächen des Sanierungsbereichs, die sich nicht im planungsrechtlichen Innenbereich im Sinne des § 34 BauGB befinden (vgl. nachfolgende Abbildungen). Diese bilden den ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich. Abb. 2: Biotoptypenbestand im ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich Teilgebiet Nordwest - 73 - / 74 Die Bestandsbewertung wurde auf der Grundlage des Bewertungsverfahrens nach Sporbeck sowie zusätzlich nach dem KölnCode durchgeführt. Die vorgefundenen Biotoptypen reichen von voll versiegelten Fahrbahnen eines Verkehrs- übungsplatzes mit einem Wert von 0 Biotopwertpunkten bis zu einheimischem Laubholzforst mit 17 Biotopwertpunkten. Es resultiert ein Bestandswert von 48.290 Punkten. Der unmittelbar an der Simonskaul gelegene Teilbereich ist weitgehend versiegelt und dem Biotoptyp „Gewerbe innerhalb von Ortschaften“ zugeordnet. Im vorliegenden Fall ist als zu bewertender Ausgangszustand nicht der gegenwärtige versiegelte Parkplatz mit ruderalem Randstreifen und einer Salweide mit mittlerem Baumholz anzusetzen, sondern, da der zugrun- deliegende Eingriff unzulässig war, ein einheimischer Laubwald (AX12/ GH3121) mit einem Regelwert von 17 Biotopwertpunkten (BWP). Dieser war das Rek ultivierungsziel für die ehe- malige Kiesgrube mit Verfüllung im Rahmen der Erlaubniserteilung vom 06.04.1964. - 74 - / 75 Tab. 5.1: Bestandswerte Sanierungsbereich Teilbereich Nordwest Abb. 3: Biotoptypenbestand im ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich Teilgebiet Neusser Str. - 75 - / 76 Tab. 5.2: Bestandswerte Sanierungsbereich Teilbereich Neusser Straße Da im Nacheingriffszustand für die bilanzierten Flächen durchgehend ein Biotopwert von 0 BWP angesetzt wird, entspricht der Gesamtflächenwert des Ausgangszustandes dem Defizit von 11.910 BWP. Die Summierung der Defizite aus beiden Eingriffsbereichen ergibt einen Ausgleichsbedarf von 61.556 BWP. Fachbeitrag 2 zum Bebauungsplan (Ausgangszustand nach Altlastensanierung) Tab. 5.3: Bestandswerte Planbereich Bestandswert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Gebüsch, überwiegend standorttypische Gehölze BB1 GH51 14 2.776 38.864 Gebüsch, überwiegend standorttypische Gehölze BB1 GH51 14 36 504 Gartenbrache mit gerin- gem Gehölzanteil HW81 GA232 10 1.332 13.320 Grünlandbrache, mäßig trocken bis frisch EE5 LW521 14 1.155 16.170 Sonstige ausdauernde Ru- deralflur HP7 BR3117 11 15 165 Baumgruppen mit mittle- rem Baumholz, standortty- pisch BF32 GH731 16 735 11.760 Baumgruppen mit mittle- rem Baumholz, standort- fremd BF42 GH732 13 155 2.015 Baustelle HY2 SB173 3 1.018 3.054 offener, roher Boden 0 29.572 - - 76 - / 77 Bestandswert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Fahr- und Feldwege, ver- siegelt, außerhalb Plan- feststellung und Simons- kaul 0 720 Fahr- und Feldwege, ver- siegelt, innerhalb Planfest- stellung HY1 VF211 0 350 - Fahr- und Feldwege, ver- siegelt, Simonskaul HY1 VF211 0 1.051 - Summe 38.915 85.852 Tab. 5.4: Bestandswerte ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen a) Bestandswert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Gebüsch, überwiegend standorttypische Gehölze BB1 GH51 14 2.776 38.864 Gartenbrache mit gerin- gem Gehölzanteil HW81 GA232 10 1.332 13.320 Grünlandbrache, mäßig trocken bis frisch EE5 LW521 14 1.155 16.170 Sonstige ausdauernde Ru- deralflur HP7 BR3117 11 15 165 Baustelle HY2 SB173 3 885 2.655 Summe 6.163 71.174 Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung bleibt es bei den in den Tabellen 2.1 und 2.2 aufgeführten Bilanzwerten ohne Durchführung einer Altlastensanierung. Eingriffe erfolgen nur in Bereichen, in denen Eingriffe gem. § 34 BauGB bereits zulässig sind und ein Ausgleich nicht erforderlich ist. Da die Sanierung vorausgehend zum laufenden Bebauungsplanverfahren geschehen soll, wird nach der Sanierung ein Zwischenzustand erreicht. Falls wider Erwarten der Bebauungs- plan nach der Sanierung nicht umgesetzt werden sollte, steht die gesamte im Rahmen der Sanierung beanspruchte Eingriffsfläche im Außenbereich prinzipiell für Ausgleichsmaßnah- men zur Verfügung. In diesem Fall wäre eine Herrichtung der Bodenoberfläche mit Bepflan- zung bzw. Biotopentwicklung in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde durch den Vorhabenträger zu leisten. Flächenmäßig ist der Ausgleichsbedarf sicher auf der Fläche leist- bar. Eine entsprechende Regelung erfolgt über einen städtebaulichen Vertrag. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: - 77 - / 78 Fachbeitrag 1 zur Altlastensanierung Nach der Sanierung resultiert eine offene Rohbodenfläche mit sehr geringem Biotopwert von 2 Punkten. Die bereits versiegelten Fahrwege verbleiben im Ausgangszustand, da sie im Rah- men der Baumaßnahmen zum Bebauungsplan noch benötigt werden. Da hier kein erheblicher Eingriff im Rahmen der Sanierung geschieht, gehen die Flächen nicht in die Bilanzierung ein. Im Zufahrtsbereich wird der weitgehend versiegelte Zustand des Biotoptyps „Gewerbe inner- halb von Ortschaften“ mit 1 Punkt bestehen bleiben. Dass hier der planungsrechtliche Aus- gangszustand ein Einheimischer Laubholzforst mit 17 Punkten ist, wird als erheblicher Eingriff berücksichtigt. Die zu erhaltenden Baumbestände werden im Rahmen der Sanierung durch geeignete Maßnahmen geschützt, so dass sie keinem erheblichen Eingriff unterliegen und in der Eingriffsbilanzierung nicht zu berücksichtigen sind. Es verbleibt ein Defizit von 42.437 BWP nach der Altlastensanierung. Fachbeitrag 2 zum Bebauungsplan (Ausgangszustand nach Altlastensanierung) Bei Durchführung der Planung kommt es innerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereichs zu einem Biotopwertdefizit von 54.525 Punkten. Dabei wird für den auszugleichenden Bio- topwert berücksichtigt, das auf einzelnen Flächen gemäß § 1a Abs. 3 BauGB eine nur einge- schränkte Ausgleichspflicht gilt, weil die Eingriffe hier partiell bereits vor der Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgt bzw. zulässig waren. Es handelt sich hier um die Flächen auf dem zu sanierenden Altablagerungskörper. Für diese Flächen gilt ein maximaler Biotopwert von 2 Punkten als Kappungsgrenze der Ausgleichspflicht. Tab. 5.5: Planwert Planwert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Zeilenbebauung, offen HN21 SB132 3 181 543 Großformbebauung, ge- schlossene Bauweise HN1 SB142 1 3506 3.506 Verkehrsfläche, versiegelt HY1 VF211 0 1824 - Spielplatz mit sonstigem Belag (Kita) HY2 PA312 4 590 2.360 Ver- und Entsorgeranla- gen HN6 SB24 0 62 - Glatthaferwiese EA1 LW41111 15 1396 20.940 Gebüsche m. ü. einheimi- schen Gehölzen BB1 GH51 12 112 1.344 Waldmäntel an Waldrän- dern mit mittlerem Baum- holz BD53 GH4421 18 189 3.402 Laubholzforst, mittleres Baumholz, einheimisch und standortgerecht AX12 GH3121 18 1990 35.820 - 78 - / 79 Planwert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Waldmäntel an Waldrän- dern mit mittlerem Baum- holz m. ü. standorttypi- schen Gehölzen BD52 GH4421 17 1706 29.002 Artenarme Intensivfett- wiese, mäßig trocken bis frisch AE31 LW41112 10 3106 31.060 Einzelbäume BF42 GH732 12 36 432 Ausgleichsflächen gem. Tab. 3 diverse diverse -- 8535 121.742 Zeilenbebauung, offen (Wohnen 1), nicht aus- gleichspflichtiger Bereich (n. a. B.) HN21 SB132 3 9223 27.669 Zeilenbebauung, offen, ge- ringer Freiflächenanteil (Wohnen 2), n. a. B. HN21 SB132 2 1678 3.356 Verkehrsfläche, versiegelt (innere Erschließung), n. a. B. HY1 VF211 0 3740 - Verkehrsfläche, versiegelt (innere Erschließung), aus Planfeststellung KVB, be- reits ausgeglichen HY1 VF211 0 415 - Spielplatz mit sonstigem Belag (öSp), n. a. B. HY2 PA312 5 626 3.130 Summe 38.915 284.306 Tab. 5.6: Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen b) Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Ausgleichs- pflicht gem. § 1a Abs. 3 BauGB, nach LFB, [P/m²] Biotoptyp Froehlich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P], zur Infor- mation Zeilenbebauung, offen (Wohnen 1) HN21 SB132 3 181 543 1991 Großformbebau- ung HN1 SB142 1 3506 3.506 30218 Verkehrsfläche, versiegelt HY1 VF211 0 707 - 9678 - 79 - / 80 b) Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Ausgleichs- pflicht gem. § 1a Abs. 3 BauGB, nach LFB, [P/m²] Biotoptyp Froehlich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P], zur Infor- mation Radweg HY1 VF211 0 1117 - 6552 Spielplatz mit sonstigem Belag (öSp) HY2 PA312 4 590 2.360 5900 Versorgungsan- lage - Trafostation HN6 SB24 0 62 - 186 Summe 6.161 6.409 54.525 Das Defizit aus dem Bauleitplanverfahren von 54.525 BWP und das Defizit aus dem Sanie- rungsverfahren von 61.556 BWP summieren sich zu einem Defizit von 116.081 BWP. Zur Kompensation des Biotopwertverlustes werden innerhalb des Plangebietes die Aus- gleichsmaßnahmen innerhalb einer öffentlichen Parkanlage festgesetzt. Für diese ergibt sich folgende Wertpunktbilanz: Tab. 5.7: Wertpunktbilanz Ausgleich im Plangebiet Wertpunktbilanz Öffentliche Parkanlage 121.310 Straßenbäume Simonskaul 432 gesamt 121.742 Die Ausgleichsleistung von 121.742 BWP aus dem Bebauungsplanverfahren ist somit geeig- net das Defizit vollständig im Plangebiet auszugleichen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung der Eingriffe innerhalb des Plangebietes wird in der folgenden Tabelle bilanziert. Der Ausgleich im Plangebiet erfolgt in- nerhalb der nördlichen Grünflächen und durch die Pflanzung von Straßenbäumen. - 80 - / 81 Tab. 5.8: Maßnahmen zur Eingriffsminderung und zum Ausgleich der Eingriffe - 81 - / 82 Bewertung: Die Planung löst einen ausgleichspflichtigen Eingriff von 116.081 Biotopwertpunkten (BWP) aus. Dieser kann durch Pflanzmaßnahmen innerhalb des Plangebietes komplett ausgeglichen werden. Zur Kompensation des Biotopwertverlustes werden innerhalb des Plangebietes die Ausgleichsmaßnahmen innerhalb einer öffentlichen Parkanlage sowie die Pflanzung von Stra- ßenbäumen in der Planstraße 1 sowie in der Straße „Simonskaul“ festgesetzt. 6.5.21 Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete (Anlage 1 zum BauGB, 2. b) ff) Planungsvorhaben in benachbarten Plangebieten gibt es nicht. Daher entstehen auch keine Kumulationseffekte mit solchen Planvorhaben. 6.5.22 Eingesetzte Stoffe und Techniken (Anlage 1 zum BauGB, 2. b) hh) Es wird von dem Einsatz üblicher Bau- und Betriebstechniken sowie -stoffe ohne relevante Umweltauswirkungen ausgegangen. 6.5.23 In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten (Alternativen) Eine Sanierung der bestehenden Altlastensituation lässt sich nur im Zusammenhang mit einer nachfolgenden Neubebauung erreichen. Insofern bestehen keine grundsätzlich anderen Pla- nungsmöglichkeiten. Die Deckung des dringenden Wohnungsbedarfs der Bevölkerung erfordert es, auch Standorte zu bebauen, die durch Lärm vorbelastet sind. Auch insoweit sind keine grundsätzlichen Pla- nungsalternativen zu dem Bebauungsplan gegeben. Eine weitgehend gewerbliche Nutzung und Bebauung nach erfolgter Altlastensanierung stellt nur im Hinblick auf die Schallschutzanforderungen eine mögliche Alternative dar, bedingt aber vergleichbare Eingriffe in den Naturhaushalt. 6.6 Zusätzliche Angaben 6.6.1 Technische Verfahren bei der Umweltprüfung beziehungsweise Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben Für die Umweltprüfung wurden die folgenden technischen Verfahren verwendet: - Bodenuntersuchung: Sondierung mittels Rammsonde, Bohrungen mit Großbohrgerät - Bodenanalyse: Labortechnik, Spektrometer, Feinmesstechnische Verfahren - Schallimmissionsprognose: Die Berechnungen erfolgten mit der Software CADNA/A konform mit DIN 45687 - Belichtung/ Besonnung: Dreidimensionales, georeferenziertes Fassadenmodell (Auto- Cad), Schattenberechnung mit der Software Radiance - Luftschadstoffprognose: Erstellen mikroskaliger, digitaler Ausbreitungsmodelle mit der Software MIKSAM Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben sind nicht aufgetreten. - 82 - / 83 6.6.2 Geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen (Moni- toring) Die Prognosen zu den Auswirkungen der Planung sind insbesondere unter Berücksichtigung der Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen ausreichend belastbar, so dass im Rahmen des Bebauungsplan- Verfahrens keine Überwachungsmaßnahmen zu definieren sind. 6.6.3 Zusammenfassung Durch die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 66509/10 „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“ sind keine erheblich negativen Auswirkungen auf Umweltbelange zu erwarten, sofern Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen für betroffene Um- weltbelange umgesetzt werden. Von der Umsetzung ist aufgrund entsprechender Festsetzun- gen und vorgesehener Regelungen im Durchführungsvertrag auszugehen. Tiere: Auswirkungen auf streng geschützte Tiera rten (Fledermäuse, Haussperling) werden durch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen in Form der Schaffung von Ersatzquartieren in der Um- gebung des Plangebiets kompensiert. Es sind zeitliche Beschränkungen von Rodungs - und Abbruchmaßnahmen zu beachten. Pflanzen: Die Eingriffe in die vorhandene Vegetation werden durch die Anlage von Grünflächen sowie das Anpflanzen von Bäumen im Plangebiet ausgeglichen. Fläche: Die Planung erreicht eine leichte Erhöhung des Grünflächenanteils im Plangebiet um 0,1 ha. Durch die verdichtete Bebauung auf einer sanierten Altablagerung wird ein Beitrag dazu ge- leistet, den Nutzungsdruck durch den Wohnungsbau im unbebauten Außenbereich zu vermin- dern. Boden: Erhebliche Verbesserungen ergeben sich durch die nutzungsbezogene Sanierung der vorhan- denen Altablagerung für den Boden. Wasser: Oberflächenwasser: Bei Starkregenereignissen wird das Oberflächenwasser von den neu angelegten öf- fentlichen Verkehrsflächen in die öffentlichen Grünflächen geleitet. Hier kann es schad- los einstauen und versickern. Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmöglichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Stark- regenmengen auf den Dachflächen umgesetzt. Starkregen in privaten Außenanlagen werden in privaten Versickerun gsanlagen sowie ergänzenden Notrigolen aufgenom- men. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/ -senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Im Plangebiet wird erstmals eine ordnungsgemäße Entwässerung hergestellt. Damit werden bisher vorhandene nachteilige Umweltauswirkungen beseitigt. Die Planung wirkt sich für das Oberflächenwasser und den Umgang damit positiv aus. Grundwasser: - 83 - / 84 Durch den vorgesehenen Bodenaustausch werden die bestehenden Risiken eines Schadstoffeintrags in das Grundwasser gemindert. Bei Grundwasserhaltungsmaßnah- men in der Bauphase ist die chemische Qualität des Grundwassers im Vorfeld noch- mals zu überprüfen. Ggfs. ist das geförderte Grundwasser vor Einleitung in den Kanal entsprechend zu reinigen. Die Planung wirkt sich für das Grundwasser nicht erheblich aus. Luft: Luftschadstoffe – Emissionen, auch Treibhausgase: Erheblich emittierende Nutzungen sind nicht vorgesehen. Es wird von einer hoch energieeffizienten Bebauung nach dem Stand der Technik ausgegangen, die Nut- zung der Solarenergie zur Strom- und Wärmeerzeugung ist vorgesehen. Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Vermeidung von Luftschadstoff- und Treibhausgasemissi- onen positiv aus. Luftschadstoffe – Immissionen: Kritische Belastungen mit Luftschadstoffen bestehen im Plangebiet nicht. Klima: Die mikroklimatisch ungünstigen voll versiegelten Flächen im Plangebiet werden reduziert. Die bestehende stadtklimatische Ausgleichsfunktion des Gebiets kann dadurch mindestens bei- behalten werden. Zur weiteren Verbess erung sind Dachbegrünungen, die Schaffung von Grünflächen sowie strukturell wirksame Gehölzpflanzungen vorgesehen. Die Planung wirkt sich für Kaltluft und Ventilation nur geringfügig aus. Wirkungsgefüge zwischen Tieren, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima: Die Planung hat bezüglich des Wirkungsgefüges keine erheblichen nachteiligen Umweltaus- wirkungen. Die Planung hat durch die Altablagerung ssanierung eine positive Wirkung für die Funktion des Bodens innerhalb des Wirkungsgefüges der o. g. Umweltschutzgüter. Landschaft: Die Planung wirkt sich durch die Neuordnung des Siedlungsrandes positiv für das Land- schaftsbild aus. Die Erholungsfunktion wird durch die Anlage öffentlicher Grünflächen mit ho- her Aufenthaltsqualität gestärkt bzw. erstmals hergestellt. Biologische Vielfalt: Die Planung ist aufgrund der Inanspruchnahme überwiegend artenarmer Flächen sowie unter Beachtung der vorgesehenen Maßnahmen zur Eingriffsminderung und zum Ausgleich von ge- ringer Wirkung für die Biodiversität. Erhaltungsziele und Schutzzweck der Natura 2000-Gebiete (Gebiete von gemeinschaft- licher Bedeutung/europäische Vogelschutzgebiete): Die Belange sind nicht betroffen. Mensch, Gesundheit, Bevölkerung: Lärm: Aufgrund der Vorbelastung des Plangebiets durch Verkehrslärm werden umfassende, passive Schallschutzmaßnahmen getroffen. Die Planung schützenswerter Nutzungen in einem teilweise stark durch Verkehrslärm belasteten Gebiet ist unter Berücksichti- gung der vorstehend beschriebenen und im Bebauungsplan festgesetzten Maßnah- men vertretbar. - 84 - / 85 Altlasten: Die vorhandenen Altlasten (Altablagerung) werden saniert. Erschütterungen: Bei der Bebauung ist der Erschütterungsschutz gem. DIN 4150 im Baugenehmigungs- verfahren nachzuweisen. Bei Beachtung der einschlägigen Regeln der Technik erge- ben sich keine erheblichen Beeinträchtigungen für die menschliche Gesundheit. Sonstige Gesundheitsbelange / Risiken: Das Plangebiet hat ausreichende Abstände zu Störfallbetriebsbereichen. Bei Beach- tung von Vorsorgemaßnahmen gegen die Überflutung der Gebäude durch die Folgen von Starkregenereignissen sowie bei extremen Hochwasserereignissen (nur im Bau- gebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“) ergeben sich keine erheblichen Gefahren und Risi- ken. Besonnung/Belichtung: Mit konsequent durchgesteckten Wohnungsgrundrissen lässt sich in allen Gebäudeab- schnitten des Plangebietes eine Einhaltung der Anforderungen der DIN EN 17037 für direkte Besonnung erreichen. Einzelne Gebäudeteile, in denen eine Besonnung von weniger als 1,5 Stunden vorliegt, können somit bei einer Planung zu mindestens zwei Fassadenseiten ausgeglichen werden. Vor allem auf der Südseite und in vielen Ab- schnitten der Westfassaden kann in großen Teilen eine Besonnung von 4 Stunden nachgewiesen werden, dies entspricht dem höchsten Empfehlungsniveau der DIN EN 17037 für direkte Besonnung zur Tagundnachtgleiche. Kultur- und sonstige Sachgüter: Vor Aufnahme einer Bautätigkeit erfolgt in allen relevanten Flächen des Plangebiets eine ar- chäologische Sachverhaltsermittlung mit Baggersondagen. Archäologische Funde werden do- kumentiert und geborgen sowie dem Römisch-Germanischen Museum übergeben. Unter Be- achtung der beschriebenen archäologischen Maßnahmen gehen von der Planung keine er- heblichen Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter aus. Vermeidung von Emissionen (insbesondere Licht, Gerüche, Strahlung, Wärme), sachge- rechter Umgang mit Abfällen und Abwässern: Die Planung hat bezüglich der o. g. Emissionen und bezüglich der Abfall- und Abwasserbesei- tigung keine relevanten Auswirkungen. Nutzung erneuerbarer Energien / sparsame und effiziente Nutzung von Energie: Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Energieeffizienz der Bebauung und der Nutzung erneu- erbarer Energien im Plangebiet positiv aus, da eine bis 2021 vorhanden gewesene gering energieeffiziente Bebauung durch eine hoch energieeffiziente Bebauung ersetzt wird und er- neuerbare Energien künftig systematisch genutzt werden. Darstellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbesondere des Was- ser-, Abfall-, Immissionsschutzrechtes: Im Zuge der 234. Flächennutzungsplanänderung wurde Widerspruch eingelegt. Nach dem Änderungsverfahren nimmt der Träger der Landschaftsplanung mit Schreiben vom 09.11.2021 den bis dahin bestehenden Widerspruch zurück, gemäß dem Fall, dass zugrunde gelegte Maßgaben erfüllt werden. Hierzu zählt die Eingrünung der Gemeinschaftsstellplätze, die mit der Begrünungsmaßnahme M17 „Begrünung der Gemeinschaftsstellplatzflächen“ umgesetzt wird. Darüber hinaus war die Umsetzung der Maßnahme Nr. 5.2-8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ vorgeschlagen , welche der Stärkung des Biotopverbundes dienen sollte. Da diese Maßnahme nicht umsetzbar - 85 - / 86 ist, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Landschafts- raums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Landschaftsplans Köln umzusetzen. Folgende im Bebauungsplan vorgesehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Sicherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: - A1 Herstellung einer extensiven Wiese - A4 Herstellung eines Mischwaldes - A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels - Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestands bäumen festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsglei s der KVB zum KVB- Be- triebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. Die Planung wirkt sich unter Berücksichtigung der vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen nicht erheblich aus. Die Abweichungen von den Festsetzungen des Landschaftsplans werden ge- mäß § 20 (4) NatSchG NRW der Planung nicht entgegenstehen. Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsver- ordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden: Der Belang ist nicht wesentlich betroffen. Die Grenzwerte der 39. BImSchV sind im Plangebiet eingehalten. Wechselwirkungen: Die entstehenden Wechselwirkungen auf Tiere und Pflanzen sind weitgehend kompensierbar und deshalb nicht erheblich. Anfälligkeit für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen: Es besteht keine planungsrelevante Anfälligkeit des Plangebietes für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen. Eingriffsregelung: Es sind interne und externe Ausgleichsmaßnahmen geplant. Mit den vorgesehenen Maßnah- men werden die Eingriffe bilanziell ausgeglichen. Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete, einge- setzte Stoffe und Techniken, Alternativen, Monitoring (falls erforderlich): Planungsvorhaben in benachbarten Plangebieten gibt es nicht. Daher entstehen auch keine Kumulationseffekte mit solchen Planvorhaben. Es wird von dem Einsatz üblicher Bau- und Betriebstechniken sowie -stoffe ohne relevante Umweltauswirkungen ausgegangen. Die Prog- nosen zu den Auswirkungen der Planung sind insbesondere unter Berücksichtigung der Ver- meidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen ausreichend belastbar, so dass im Rah- men des Bebauungsplan-Verfahrens keine Überwachungsmaßnahmen zu definieren sind. 6.6.4 Referenzliste der Quellen Accon GmbH, David Yalcin: Luftschadstoffprognose im Rahmen des vorhabenbezogenen Be- bauungsplans „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“, Stadt Köln; Greifenberg, 24.02.2020 Accon Köln GmbH, Gregor Schmitz -Herkenrath: Ergänzung der Schalltechnischen Untersu- chung zum Bebauungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch (Arbeitstitel) zu mögli- chen Gewerbelärmimmissionen im Plangebiet; Köln, 14.03.2022 - 86 - / 87 Accon Köln GmbH, Gregor Schmitz-Herkenrath: Schalltechnische Untersuchung zum Bebau- ungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch; Köln, 15.12.2021 Geologischer Dienst NW: Bodenkarte 1:50.000, Krefeld, o. J.; Gesellschaft für Umweltplanung und wissenschaftliche Beratung: Grünordnungsplan – Plane- rischer Fachbeitrag für das Bauleitplanverfahren (Bebauungsplan Nr. 66509/10 „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“); Bonn, 27.06.2022 HPC AG, Michael Domrös: Bericht zur geotechnischen Voruntersuchung; Duisburg, 10.04.2017 Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: Auszug aus der Planungshin- weiskarte „Zukünftige Wärmebelastung“ aus: Klimawandelgerechte Metropole Köln, Ab- schlussbericht, LANUV Fachbericht Nr. 50, Recklinghausen, 2013; Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Claire Schneider: BV Simonskaul in Köln- Wei- denpesch, Sanierungsplan gem. § 13 BBodSchG; Köln, 28.01.2022 Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Claire Schneider: Planungsbezogene Gefähr- dungsabschätzung inkl. abfallt. Voreinstufung der Aushubmaterialien, BV Simonskaul in Köln- Weidenpesch; Köln, 31.01.2020 Ökoplan - Bredemann und Fehrmann: Artenschutzrechtliche Vorprüfung (ASP S tufe 1) zum Sanierungsvorhaben „Simonskaul 38-50“ in Köln-Weidenpesch; Essen, März 2022 Peutz Consult GmbH, Sara Lippold: Besonnungsstudie zum Bebauungsplanvorhaben Simon- skaul in Köln-Weidenpesch; Dortmund, 10.06.2022 raskin Umweltplanung und Umweltberat ung GbR, Anja Werfling: Landschaftspflegerischer Fachbeitrag Vorhabenbezogener Bebauungsplan Simonskaul in Köln-Weidenpesch; Aachen, 28.06.2022 raskin Umweltplanung und Umweltberatung GbR, Dr. Richard Raskin: Vorstudie zur Umsetz- barkeit eines Bebauungsplans bei Simonskaul in Köln – Weidenpesch aus naturschutzfachli- cher und – rechtlicher Sicht; Aachen, 21.06.2017 raskin Umweltplanung und Umweltberatung GbR, Dr. Richard Raskin: Landschaftspflegeri- scher Begleitplan: Sanierung einer Altlast in Köln-Weidenpesch; Aachen, 11.05.2022 raskin Umweltplanung und Umweltberatung GbR, Verena Niedek: Fachbeitrag zur Arten- schutzprüfung für die Aufstellung eines Bebauungsplanes bei Simonskaul in Köln-Weidenpe- sch; Aachen, 29.09.2017 Stadt Köln: Landschaftsplan, jeweils aktueller Stand; Stadt Köln: Überflutungshöhen bei verschiedenen Starkregenereignissen, aus StEB AÖR, Köln, 06/2017; UCON GmbH, Philipp van de Sand: Gutachten zur Verträglichkeit von Wohnbebauungen und dem Betriebsbereich der Carbosulf Chemische Werke GmbH in Köln hinsichtlich des § 50 BImSchG; Münster, 16.11.2017 sowie „Gutachten gemäß Art. 13 Seveso- III-Richtlinie bzw. § 50 BImSchG zur Verträglichkeit von Wohnbebauungen und dem Betriebsbereich der Nouryon Functional Chemicals GmbH“, 09.07.2021 - 87 - / 88 7. Planverwirklichung 7.1 Überplanungen/ Bestandsschutz Die Überplanung der vorhandenen gewerblichen Bausubstanz im Plangebiet geschieht im In- teresse und auf Veranlassung der Vorhabenträgerin. Belange des Bestandsschutzes für vor- handene bauliche Anlagen und Nutzungen sind für die Planung nicht gegeben. 7.2 Hinweise auf Fachplanungen (Ver-, Entsorgung) Das Plangebiet ist im Bestand teilweise erschlossenes Bauland. Die vorhandenen privaten Erschließungsanlagen (Straßen, Wege und Leitungen) im Plangebiet sind überaltert, entspre- chen weitgehend nicht dem anerkannten Stand der Technik und sind für eine weitere Nutzung nicht geeignet. Sie müssen zudem für die Altablagerungssanierung abgebrochen werden. Für die Neuerschließung im Plangebiet sowie f ür Änderungen und Anpassungen im öffentli- chen Straßenraum und an den Ver- und Entsorgungsnetzen, die durch die Planung veranlasst werden, lässt die Vorhabenträgerin die erforderlichen Fachplanungen erarbeiten , die in die Erschließungsregelungen zum Durchführungsvertrag aufgenommen werden. 7.3 Umlegung, Baulast, Grunddienstbarkeiten Bodenordnende Maßnahmen nach § 45 ff BauGB sind nicht erforderlich, da die erforderlichen Grundstücke im Eigentum der Vorhabenträgerin , über Erbbaurecht sverträge in der Verfü- gungsgewalt der Vorhabenträgerin bzw. im Eigentum der Stadt Köln stehen. Das Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit in den Baugebieten ist der Stadt Köln durch die Vorhabenträgerin durch dingliche Sicherung (Grunddienstbarkeit) einzuräumen. 7.4 Durchführungsvertrag Die Vorhabenträgerin verpflichtet sich in einem Durchführungsvertrag gemäß § 12 BauGB zur Umsetzung des Vorhabens, wie es im Vorhaben- und Erschließungsplan definiert ist. 7.5 Kosten für die Stadt Köln, Kostenübernahme durch die Vorhabenträgerin Die Vorhabenträgerin übernimmt alle Kosten, die die Aufstellung des Bebauungsplanes be- treffen. Kosten für den städtischen Haushalt entstehen insoweit nicht. 7.6 Gemeinbedarf, soziale Infrastruktur Kindergartenbedarfsplanung Vor Durchführung des städtebaulichen Qualifizierungsverfahrens wurden die Bedarfe an durch das geplante Vorhaben ausgelöster sozialer Infrastruktur bei den Fachämtern abgefragt. Die Prüfung der Fachverwaltung ergab, dass Bedarf an einer vier gruppigen Kindertageseinrich- tung im Planbereich besteht. Die Planung sieht eine entsprechende Einrichtung vor und ent- spricht damit dem Bedarf aus dem Vorhaben. Schulentwicklungsplanung Die GGS Neusser Str. ist mit einer Aufnahmekapazität von 4 Zügen und die KGS Altonaer Str. mit 3 Zügen festgelegt, es stehen somit jährlich 7 Eingangsklassen mit maximal 160 Plätzen zur Verfügung. Die beiden Schulen werden nach den derzeitigen Prognosen auch - 88 - zukünftig noch in allen Jahrgängen über freie Aufnahmekapazitäten für die erwarteten Schü- lerinnen und Schüler verfügen. Der Mehrbedarf an zusätzlichen Plätzen im offenen Ganztag entspricht sowohl während der Erstbezugsphase als auch im späteren Verlauf der Anzahl der durch die Baumaßnahme be- dingten zusätzlichen Schüler/innen in der Prim arstufe. Die erforderlichen Grundschulplätze sind gesichert. Sportflächen In relativer Nähe (1.000 m Luftlinie) zu dem Plangebiet liegen die Bezirkssportanlage Schei- benstraße, der Skateboardpark der North Brigade Köln e. V. sowie die Tennisanlage des TC Ford. Vor diesem Hintergrund besteht im Plangebiet selbst kein weitergehender Bedarf an zusätzlichen Sportanlagen. Spielplätze Der Bedarf an öffentlichen Spielplätzen von 1. 840 m² sowie der Bedarf an privaten Kleinkin- derspielplätzen ist im Vorhaben- und Erschließungsplan berücksichtigt und wird im Plangebiet abgedeckt. Die öffentlichen Spielplätze sind nicht mit Tiefgaragen oder Ähnlichem unterbaut. Sie werden der Stadt Köln übertragen. Angebote für Offene Kinder- und Jugendarbeit Die derzeit an der Neusser Straße angesiedelte Jugendeinrichtung DachloW e. V. wird vo- raussichtlich verbesserte und barrierefreie Räume in dem Neubau im Plangebiet an der Neus- ser Straße anmieten können, Vermieterin wird hier die GAG sein. Ergänzend besteht ein Be- darf an ca. 800 m² nutzbarer Freifläche in Form einer Multifunktionsfläche für Aufenthalt, Spiel und Freizeitsport. Hierbei sind nur wenige feste Einbauten erforderlich. Die Fläche wird inner- halb der geplanten Parkanlage angelegt. Sie ist in etwa in der Mitte der Anlage, in ca. 200 m Fußwegentfernung von der Neusser Straße und ca. 40 m von der Bebauung entfernt vorge- sehen. -
zu Anlage 7 +++URKUNDE+++
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/ 2 Begründung nach § 2a Baugesetzbuch (BauGB) zum Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes (VEP) Nr. 66509/10, Arbeitstitel: Simonskaul in Köln-Weidenpesch mit Umweltbericht nach Anlage 1 zum BauGB 1. Anlass und Ziel der Planung, Verfahren 1.1 Anlass der Planung Mit Schreiben vom 15.03.2018 hat die Bonava Deutschland GmbH die Einleitung eines Ver- fahrens gemäß § 12 Abs. 2 BauGB z ur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungs- plans (VEP) für eine Fläche im Bereich Simonskaul – Neusser Straße in Köln -Weidenpesch beantragt. Die Vorhabenträgerin beabsichtigt die Umnutzung dieser Flächen mit Altlastensanierung und anschließender Rekultivierung zur Schaffung von familiengerechtem Wohnungsbau sowie ei- nes neuen öffentlichen wohnungsnahen Parkes mit Ausgleichsflächen als Teil des Land- schaftsschutzgebiets. Die Fläche eignet sich für eine Wohnbebauung. Das Vorhaben folgt den Zielen des Stadtent- wicklungskonzeptes Wohnen (StEK Wohnen), vom Rat der Stadt Köln am 11.02.2014 be- schlossen, da es dazu beiträgt, den prognostizierten Wohnungsbedarf zu decken. Das Plan- gebiet ist eine zum Teil erschlossene Fläche. Aufgrund der Nutzungsgeschichte als Altabla- gerungsstandort wurde die Fläche bisher nicht als Bauland ausgewiesen 1.2 Ziele der Planung Das vorhandene Planungsrecht lässt die Realisierung des Vorhabens nicht zu. Mit der Einlei- tung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans werden die planungsrechtlichen Vorausset- zungen zur Realisierung eines Neubaugebietes im Rahmen des Kooperativen Baulandmo- dells, sowie einer viergruppigen Kita, neuen Räumlichkeiten für die Jugendeinrichtung Dach - low, zwei öffentlichen Spielplätzen und einer Multifunktionsfläche für Jugendliche sowie Grün- und Ausgleichsflächen im Bereich Simonskaul-Neusser Straße geschaffen. 2. Verfahren Die Einleitung des Verfahrens zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 66509/10 mit dem Arbeitstitel „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“ mit Vorlage-Nr. 1204/2018 wurde am 28.06.2018 vom Stadtentwicklungsausschuss beschlossen. Das Bebauungsplan- verfahren wird im Normalverfahren mit zweistufiger Beteiligung durchgeführt. Die Beteiligung der Behörden sowie der Träger öffentlichen Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB wurde vor Einleitungsbeschluss in der Zeit vom 23.12.2016 bis einschließlich 31.01.2017 durchgeführt. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB wurde nach Modell 2 durch- geführt. Im Rahmen einer Abendveranstaltung am 05.02.2019 wurden vier städtebauliche Ent- würfe vorgestellt, die nach einem zweistufigen Qualifizierungsverfahren ausgewählt wurden. Es bestand die Gelegenheit zur Diskussion und Erörterung der vier Konzepte. Die Arbeiten wurden anschließend in der zweiten Bearbeitungsphase unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Auswahlkommission sowie der Anregungen aus der Öffentlichkeit über- - 2 - / 3 arbeitet. Die Entscheidung über das weiter zu verfolgende Konzept traf die Bewertungskom- mission in ihrer Sitzung am 29.03.2019. Das unter 1.2 erläuterte Konzept von Lorenzen Mayer Architekten mit becht landscape architecture ist die Grundlage für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Der Vorgabenbeschluss mit Vorlage-Nr. 2736/2019 wurde am 30.01.2020 vom Stadtentwick- lungsausschuss gefasst. Es wurde besc hlossen, dass die Verwaltung die Vorhabenträgerin auffordern solle, auf der Grundlage des städtebaulichen Planungskonzept es einen Entwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan auszuarbeiten. Die Ergebnisse der frühzeitigen Öf- fentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Abs. 1 BauGB sind dabei gemäß der Stellungnahme der Ver- waltung zu berücksichtigen. Die Beteiligung der Behörden sowie der Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 2 BauGB wurde vom 24.08.2021 bis einschließlich 28.09.2021 durchgeführt. 3. Erläuterungen zum Plangebiet 3.1 Abgrenzung des Plangebietes Das Plangebiet im Kölner Stadtbezirk Nippes, Stadtteil Weidenpesch, wird durch die Neusser Straße im Osten, die vorhandene Bebauung am nördlichen Rand des Stadtteils Weidenpesch/ Mönchsgasse im Süden, die Straße Simonskaul im Westen und den Grünzug im Landschafts- schutzgebiet Nordfriedhof/ Ginsterpfad im Norden begrenzt. Damit umfasst das Plangebiet die Flurstücke 3995, 1241/178, 2273/177, 2272/178, 4216, 4217, 4485, 256, 4214, 4215 und Teile der Flurstücke 3566, 3995 sowie des Flurstücks 4373 (Straße Simonskaul) (jeweils Flur 96, Gemarkung Longerich (4966)) und Teile des Flurstücks 387 (Flur 97, Gemarkung Longerich (4966)). Die Plangebietsgröße beträgt ca. 3,9 ha. 3.2 Vorhandene Struktur Das Plangebiet wurde bis 2021 auf einer Fläche von ca. 1,6 ha für gewerbliche Zwecke ge- nutzt. Weitere Flächen von ca. 0,8 ha waren Hausgärten, die zum Teil nicht mehr bewirtschaf- tet wurden. Die vorhandenen Nutzungen wurden bis Ende 2021 aufgegeben und die Bausub- stanz wurde abgebrochen. Ca. 1,5 ha sind ruderalisierte (Brach-) Flächen. Das Gelände fällt von West nach Ost um ca. 2 m ab. Nördlich angrenzend befinden sich große, zusammenhängende Freiflächen als Teil eines na- turschutzrechtlich geschützten Grünzuges. Westlich grenzt eine Kleingartenanlage an. An der Simonskaul erstreckt sich eine ein- bis zweigeschossige, überwiegend aus W ohngebäuden bestehende Bebauung, mit einzelnen, ansässigen Gewerbebetrieben. Unmittelbar an der süd- lichen Plangebietsgrenze befindet sich innerhalb der Wohnbebauung ein Tischlereibetrieb. Weiter in östlicher Richtung liegt an der Mönchsgasse eine vier- bis neungeschossige Wohn- bebauung mit einer Kindertagesstätte. Auch an der Neusser Straße ist eine vier- bis neunge- schossige Bebauung vorhanden, hier sind die Erdgeschosse teils gewerblich genutzt. Unmittelbar nördlich des Plangebiets wurde eine zweigleisige Zuführungstrecke als Betriebs- gleis für die Anbindung des Betriebshofes Weidenpesch der KVB errichtet. Westlich des Plangebietes liegen Ackerflächen und Kleingärten. Die unmittelbar an der Simon- skaul gelegenen Ackerflächen dienen nach dem Bau der neuen KVB -Trasse als Ausgleichs- fläche in Form von Grün- und Waldfläche. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Neusser Straße sind zwei- bis dreigeschossige Wohn- und Gewerbebauten sowie ein Discountmarkt vorhanden, auf die in südlicher Richtung - 3 - / 4 ein neungeschossiges Wohn- und Geschäftshaus folgt. 3.3 Erschließung Verkehrserschließung Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Das Plangebiet liegt in 300 m Fußwegentfernung von der Stadtbahnhaltestelle Wilhelm -Soll- mann-Straße. Hier verkehren die Stadtbahnlinien 12 (Zollstock <-> Merkenich) und 15 (Ubier- ring <-> Chorweiler), sowie die Buslinie 122 (Pesch <-> Weidenpesch). Mit den vorgenannten Linien wird die Innenstadt bei Einrechnung beider Stadtbahnlinien in einem 3 bis 6- Minuten- Takt an Werktagen montags bis freitags sowie mit Taktzeiten von 5 bis 8 Minuten samstags bzw. 6 bis 12 Minuten an Sonn- und Feiertagen erreicht. Es besteht samstags sowie an Sonn- und Feiertagen ein durchgehender Nachtverkehr mit Taktzeiten von 15 Minuten für den An- schluss an die Innenstadt. Das Gebiet verfügt damit über eine gute Erschließung mit dem öffentlichen Personennahver- kehr. Fuß- und Radwege Das Plangebiet knüpft an Fuß- und Radwegeverbindungen entlang der Simonskaul und der Neusser Straße an. Ein Pfad führt durch Teile der ruderalisierten Brachfläche des nördlichen Plangebietes. Eine ausgebaute Fuß- und Radwegverbindung, welche die Simonskaul mit der Neusser Straße verbindet, besteht im Plangebiet nicht. Motorisierter Individualverkehr (MIV) Die angrenzende Straße Simonskaul hat den Charakter einer Anliegerstraße für den Kfz-Ver- kehr. Sie ist nicht in Richtung Norden (Longerich) befahrbar. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) beträgt 1.850 Kfz./Tag. Es sind beidseitige Gehwege sowie Längs- und Schrägparkstände vorhanden. Die Neusser Straße ist eine innerstädtische Hauptverkehrsstraße. Derzeit bestehen in dem südlich an das Plangebiet grenzenden Abschnitt je zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr. Der jeweils innen liegende Fahrstreifen wird durch die Stadtbahn mit genutzt. In Höhe des Plange- biets quert die Stadtbahn die Neusser Straße und befindet sich in nördlicher Richtung in Sei- tenlage westlich der Straße. Die Fahrbahn verengt sich auf je einen Richtungsfahrstreifen. Es sind beidseitig von Weidenpesch bis in Höhe des Plangebiets Gehwege und Längsparkstände vorhanden. Nur auf der Ostseite der Neusser Straße verläuft ein Radweg. Die DTV beträgt angrenzend an das Plangebiet 13.800 Kfz./Tag. Die neu errichtete zweigleisige Zuführungstrasse zur KVB -Abstellanlage an der Simonskaul quert die Neusser Straße unmittelbar nördlich des Plangebiets und bindet dort in die beste- hende Stadtbahntrasse ein. Dazu sind umfangreiche Umbaumaßnahmen im Straßenraum ein- schließlich einer signalisierten Querung für den Fuß- und Radverkehr erstellt worden. Die Neusser Straße wird wie bisher durch die Stadtbahn und den MIV in beide Richtungen auf einer Fahrspur befahren. Der Radverkehr wird beidseits in einem Schutzstreifen im Fahrbahn- bereich geführt. Wasser- und Energieversorgung Die erforderlichen Versorgungsleitungen für Wasser, Gas und Elektrizität sind in der Neusser Straße und der Simonskaul vorhanden. Von hier aus werden Leitungen durch das Plangebiet neu verlegt. - 4 - / 5 Abwasserentsorgung In der Neusser Straße ist ein Mischwasserkanal vorhanden. Der Querschnitt ist ausreichend, um das anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser unter Berücksichtigung einer Abfluss- drosselung im Plangebiet aufzunehmen. 3.4 Bodensituation Gemäß geologischer Karte des Landes NRW stehen im Plangebiet fluviatile Ablagerungen des Rheins an. Hierbei lagern holozäne Hochflutsedimente (Hochflutlehm) pleistozänen Ter- rassensedimenten (Niederterrasse des Rheins) auf. Die Hochflutsedimente bestehen überwiegend aus schluffigem Sand bis sandigem Schluff und weisen nur eine geringe Mächtigkeit von bis zu 2 m auf. Die Terrassensedimente sind grobkörniger und bestehen vornehmlich aus Kies und Kiessand. Die Mächtigkeit der Niederterrassensedimente liegt bei etwa 20 m bis 25 m. Das unterlagernde Tertiär besteht überwiegend aus feinkörnigen Sanden mit eingeschalteten Tonlagen und Braunkohleflözen. Gemäß Geologischer Karte liegt das Untersuchungsgebiet im auf Braunkohle verliehenen Grubenfeld „Glanzstoff 1“. Über einen Braunkohleabbau im Untersuchungsgebiet liegen keine Informationen vor. Altlasten Das westliche Grundstücksareal wird gewerblich genutzt. An der Geländeoberfläche stehen Auffüllungsmaterialien an. Die vorhandenen Gebäude werden vor Baubeginn abgebrochen, das Abbruchmaterial wird fachgerecht entsorgt. Das Plangebiet befindet sich im südlichen Ausläufer der Altablagerung Nr. 50503 gemäß Alt- lastenkataster der Stadt Köln. Nach der vorliegenden Gefährdungsabschätzung [Gutachten Mull & Partner, 2020] handelt es sich um eine verfüllte Kiesgrube, die gemäß his torischem Kartenmaterial schon in den 1930er Jahren bestand. Die Luftbildauswertung ergab, dass die Kiesgrube in den 1950er Jahren nach Norden und Nordwesten erweitert wurde und in den 1960er Jahren verfüllt wurde. Ende 2019 wurden durch das Büro Mull & Partner umfangreiche Bodenuntersuchungen durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass der flächenhafte Auffüllungs- horizont eine heterogene Zusammensetzung auf weist. Neben Bereichen, die vor allem aus Boden-Bauschutt-Gemischen bestehen, wurden in den Bohrungen i m östlichen Bereich de r Altablagerung organoleptisch auffällige Schlämme / weiche Massen (vermutlich Industrieab- fälle) festgestellt. Das Material in den Bohrungen zeigte deutliche olfaktorische Auffälligkeiten (teerartiger Geruch, MKW-Geruch). In der Analyse wurden erhöhte Konzentrationen von PAK festgestellt. Die Oberkante des natürlich gewachsenen Bodens wurde zwischen 11,0 m u. GOK und 14,1 m u. GOK erbohrt. Das vorhandene, verunreinigte Bodenmaterial wird innerhalb des zur Bebauung vorgesehe- nen Bereichs vollständig, ansonsten soweit erforderlich entfernt und ebenfalls fachgerecht ent- sorgt. Im vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird darauf hingewiesen, dass die Böden des Plangebietes erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet sind. Das Plangebiet wird entsprechend gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 3 BauGB gekennzeichnet. Zu den Einzelheiten des Sanierungskonzepts wird auf den Umweltbericht, Nr. 6.5. 4, verwie- sen. - 5 - / 6 Bodendenkmäler Bodendenkmäler sind im Plangebiet nicht bekannt. Es bestehen aber Anhaltspunkte für mög- liche archäologische Funde in den Teilflächen des Gebietes, die nicht innerhalb der ehemali- gen Kiesgrube liegen. Daher wird vor Aufnahme einer Bautätigkeit (hierzu gehören auch bau- vorbereitende Erdarbeiten) eine archäologische Prospektion erfolgen. Kampfmittel Innerhalb des Bereiches, der nicht bereits bei der Auskiesung abgegraben wurde besteht ein konkreter Kampfmittelverdacht, hier wird vor Aufnahme von Bauarbeiten eine entsprechende Überprüfung erfolgen. 3.5 Schallimmissionen Das Plangebiet ist durch Straßen- und Schienenverkehrslärm sowie in geringerem Ausmaß auch durch Gewerbelärmimmissionen vorbelastet. Die Thematik Schallimmissionen wird im Umweltbericht im Kapitel 6.5.12.1 näher betrachtet. 3.6 Alternativstandorte Alternativstandorte für die geplante Bebauung sind in gleicher Größe und Lagequalität in der näheren Umgebung nicht verfügbar. 3.7 Planungsrechtliche Situation Für das Plangebiet besteht kein rechtskräftiger Bebauungsplan. Somit besteht für das Plan- gebiet zunächst keine Zulässigkeit von Bauvorhaben gemäß §§ 30 bis 33 BauGB. Darüber hinaus gliedert sich das Planungsgebiet in Flächen, die hinsichtlich der Beurteilung ihrer Zu- lässigkeit von Bauvorhaben entweder nach § 34 (im Zusammenhang bebauter Ortsteile) oder nach § 35 BauGB (baulicher Außenbereich) zu beurteilen sind. Unmittelbar an das Plangebiet angrenzend befindet sich die planfestgestellte und 2020 herge- stellte zweigleisige Zuführungsstreck e zur KVB- Abstellanlage Weidenpesch („Planfeststel- lungsbeschluss für den Bau einer Abstellanlage für 64 Stadtbahnfahrzeuge der Kölner Ver- kehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Hauptwerkstatt Weidenpesch und der dazu- gehörigen Zulaufstrecke in Köln“, Oktober 2017, s. Abschnitt 4.4). Darüber hinaus besteht eine konkrete Genehmigungslage für die Flächen einer ehemaligen Kiesgrube, für deren Verfüllung eine Erlaubnis mit Datum vom 06.04.1964 erteilt wurde. Mit dieser Erlaubniserteilung waren Rekultivierungs verpflichtungen für die betreffenden Flächen verbunden. Die Beurteilung erfolgte durch die Prüfungen des Bauaufsichtsamtes mit Datum vom 15.07.2019 (Abgrenzung) und vom 17.11.2020 (zulässige Art und Maß der baulichen Nut- zung). 3.8 Abstände zu Störfallbetrieben im Sinne des § 50 BImSchG Da sich das Plangebiet in räumlicher Nähe zu Störfallbetrieben befindet, war vor Aufnahme des Planverfahrens zu prüfen, ob Risiken für eine Wohnbebauung bestehen. Als nächstgele- gener und für die Ermittlung angemessener Abstände relevanter Betrieb wurde die Carbosulf Chemische Werke GmbH, Geestemünder Straße identifiziert. Es wurde ein angemessener Sicherheitsabstand von gerundet 700 m ermittelt. Potenzielle Störfallquellen innerhalb des Be- - 6 - / 7 triebsgeländes haben einen Abstand von mi ndestens 900 m und s ind somit weit genug ent- fernt. Es sind daher keine entsprechenden Maßnahmen im Bebauungsplan festzusetzen. Wei- tere Angaben enthält der Umweltbericht unter Kapitel Nr. 6.5.12.4 Sonstige Gesundheitsbe- lange / Risiken. 4. Planungsvorgaben 4.1 Regionalplan Der Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, Teilabschnitt Region Köln legt für das Plan- gebiet im südlichen Teil, in etwa bis zu einer Linie, die zwischen den Häusern Simonskaul 77 und Neusser Straße 741 verläuft, Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) fest. Nördlich des ASB ist das Plangebiet als Waldbereich mit der Freiraumfunktion als Regionaler Grünzug festge- legt. Im Gegensatz zu den westlich der Straße Simonskaul gelegenen Flächen ist hier keine Festlegung für den „Schutz der Landschaft und landschaftsorientierte Erholung“ überlagert. Damit liegt für das Plangebiet auf der Ebene der Regionalplanung bereits eine eingeschränkte Funktionszuweisung vor. Die Stadt Köln hat den Teil des Plangeltungsbereiches, der zur zeit nicht als ASB festgelegt ist, in die Darstellungsänderungen aufgenommen, die für die laufende Neuaufstellung des Re- gionalplans in das Plankonzept übernommen wurden, das der Regionalrat am 13.03.2020 als Grundlage der Neufassung des Regionalplans beschlossen hat. In der Begründung zur 234. FNP-Änderung, die im Parallelverfahren mit dem Bebauungsplan aufgestellt wird, wird dargelegt, weshalb die Planung mit den bestehenden Ausweisungen des Regionalplans vereinbar ist, diese Begründung wird nachfolgend auszugsweise zitiert. Generelle Entwicklung des Siedlungsraums Die neue Wohnbaufläche liegt mit einem circa 1,7 ha umfassenden Bereich außerhalb des Allgemeinen Siedlungsbereichs (ASB). Die Siedlungsentwicklung soll mit der vorhandenen und geplanten Verkehrsinfrastruktur abgestimmt werden und daher grundsätzlich auf leis- tungsfähige Verkehrswege unter besonderer Vorrangstellung des schienengebundenen öf- fentlichen Personennahverkehrs ausgerichtet werden. Hinsichtlich der generellen Entwicklung des Siedlungsraums verfolgt der Regionalplan fol- gende für die Änderung des Flächennutzungsplans relevanten Ziele: Ziel 1 Im Sinne der Leitvorstellung einer nachhaltigen Raumentwicklung und zur Verwirkli- chung der landesplanerisch angestrebten Schwerpunktbildung soll sich die Siedlungs- entwicklung der Gemeinden auf den Flächen vollziehen, die im Regionalplan als Sied- lungsbereiche dargestellt sind. Innerhalb der Siedlungsbereiche soll sich die gemeind- liche Siedlungstätigkeit vorrangig auf Siedlungsschwerpunkte ausrichten. Ziel 2 Siedlungsbereiche dürfen durch die Darstellung und Festsetzung von Bauflächen bzw. Baugebieten in der Bauleitplanung jeweils nur soweit in Anspruch genommen werden, wie es der nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung i.S. der §§ 1 und 1a BauGB ent- spricht. Neue Bauflächen sind, soweit nicht siedlungsstrukturelle oder ökologische Be- lange entgegenstehen, an vorhandene Siedlungen anzuschließen. Die erneute Nut- zung ehemals bebauter Bereiche sowie die Schließung von Baulücken hat Vorrang vor der Inanspruchnahme neuer Flächen. Kleinteilige schutzwürdige Lebensräume, Wald und Freiflächen, die erhalten, geschützt und entwickelt werden sollen, sind in der nach- folgenden Planung zu beachten. - 7 - / 8 Die geplante Wohnbaufläche ist an die vorhandene Siedlung Köln-Weidenpesch/ Mer- heim (linksrheinisch) angeschlossen. Damit wird die vorhandene Ortschaft städtebau- lich sinnvoll abgerundet. Mit der klaren Gliederung von Siedlungs- und Freiraum erfolgt eine Aufwertung des Orts - und Landschaftsbildes. Zudem wird die vorhandene Infra- struktur (Ver- und Entsorgung, ÖPNV, Nahversorgung) genutzt und ergänzt (Kita). Da- bei wird die Fläche einer in weiten Teilen nicht genehmigten gewerblichen Ansiedlung überplant. Der circa 0,55 ha umfassende Bereich nördlich der bestehenden Erschließungsstraße der Gewerbesiedlung wird rückgebaut. Dies stellt einen Beitrag zur Wiederherstellung der Retentionsfähigkeit des Bodens und zur Regenwasserversickerung dar. Eine zwischen der gewerblichen Ansiedlung und der Neusser Straße gelegene Freiflä- che ist laut Landschaftsplan Teil eines geschützten Landschaftsbestandteils (LB). Mit der Planfeststellung einer neuen Gleistrasse der KVB von der Neusser Straße zum Straßenbahndepot zwischen Simonskaul und Ginsterpfad kann der ursprüngliche Schutzzweck für die Teilfläche des LBs nicht weiterverfolgt werden, da die nur circa 0,3 ha große Fläche durch die starke Zäsur der Gleisanlagen zukünftig keine Verbindung mehr zum übrigen LB aufweist. Freiraumsicherung und Regionale Grünzüge Die neue Wohnbaufläche liegt mit einem circa 1,7 ha umfassenden Bereich in einem Regio- nalen Grünzug. Der durch die geplante Wohnbaufläche beanspruchte Bereich des Regionalen Grünzugs um- fasst im Wesentlichen die Fläche einer in weiten Teilen nicht genehmigten gewerblichen An- siedlung sowie eine zwischen der gewerblichen Ansiedlung und der Neusser Straße gelegene Freifläche. Diese Freifläche ist laut Landschaftsplan Teil eines geschützten Landschaftsbe- standteils (LB). Mit der 2020 fertiggestellten neuen Gleistrasse der KVB von der Neusser Straße zum Straßenbahndepot zwischen Simonskaul und Ginsterpfad kann der ursprüngliche Schutzzweck für die Teilfläche des LBs nicht weiterverfolgt werden, da die nur circa 0,3 ha große Fläche durch die starke Zäsur der Gleisanlagen keine Verbindung mehr zum übrigen LB aufweist. Ausgleichend für die Inanspruchnahme der 0,3 ha umfassenden Freifläche wird ein circa 0,55 ha umfassender Bereich der gewerblichen Ansiedlung nördlich der bestehenden Erschließungsstraße rückgebaut und zukünftig der öffentlichen Grünfläche zugeschlagen. Es erfolgt eine Gestaltung als öffentliche Parkanlage mit Einbindung in das vorhandene Fuß- und Radwegenetz. Damit erfolgt eine qualitative und ökologische Aufwertung der heute gewerblich genutzten und weitestgehend versiegelten Bereiche des Regionalen Grünzugs für dessen Funktionsfähigkeit. Flächenmäßig wird der Eingriff in den Regionalen Grünzug mehr als kom- pensiert. Die neu entstehende Parkanlage ist über den verbleibenden Teil des Regionalen Grünzugs mit dem regionalen Freiraumsystem vernetzt. Die Durchgängigkeit der Regionalen Grünzüge ist weiterhin gewährleistet. Waldbereiche Die neue Wohnbaufläche liegt mit einem circa 1,7 ha umfassenden Bereich zugleich in einem Waldbereich (innerhalb des Regionalen Grünzuges). Die zeichnerisch festgelegten Waldbereiche enthalten, bezogen auf das Plangebiet, Freiraum- teile, die überwiegend mit Bäumen bestanden sind. Hierüber hinaus umfassen sie maßstabs- bedingt kleinere baulich genutzte Flächen, in deren Nutzung mit der Darstellung nicht einge- griffen wird. Der durch die geplante Wohnbaufläche beanspruchte Waldbereich umfasst im Wesentlichen die Fläche einer in weiten Teilen nicht genehmigten gewerblichen Ansiedlung sowie eine zwi- schen der gewerblichen Ansiedlung und der Neusser Straße gelegene Freifläche. Diese Frei- fläche ist laut Landschaftsplan Teil eines geschützten Landschaftsbestandteils (LB). Wegen der neuen Gleistrasse der KVB von der Neusser Straße zum Straßenbahndepot zwi- schen Simonskaul und Ginsterpfad kann der ursprüngliche Schutzzweck für die Teilfläche des - 8 - / 9 LBs nicht weiterverfolgt werden, da die nur circa 0,3 ha große Fläche durch die starke Zäsur der Gleisanlagen keine Verbindung mehr zum übrigen LB aufweist. Ausgleichend für die Inan- spruchnahme der 0,3 ha umfassenden Freifläche wird ein circa 0,55 ha umfassender Bereich der gewerblichen Ansiedlung nördlich der bestehenden Erschließungsstraße rückgebaut und zukünftig der öffentlichen Grünfläche zugeschlagen. Es erfolgt eine Gestaltung als öffentliche Parkanlage mit Einbindung in das vorhandene Fuß- und Radwegenetz. Dabei soll alter Baum- bestand erhalten bleiben. Die geplante Ausgestaltung der Grünfläche als Parkanlage sieht weitere Baumpflanzungen vor, so dass baumbestandene Flächen als Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt erhalten, bzw. kompensiert und vermehrt werden. Aus den vorgenannten Gründen wird davon ausgegangen, dass die Planung mit den Zielen der Landes- und Regionalplanung vereinbar ist. Auf Anfrage der Stadt Köln vom 06.04.2020 hat die Bezirksregierung Köln als Regionalplanungsbehörde die Anpassung der Planung an die Ziele der Raumordnung gemäß § 34 Absatz 1 Landesplanungsgesetz (LPlG) auf Grund- lage des dieser Anfrage zugrunde liegenden Planungsstandes bestätigt. 4.2 Flächennutzungsplan Das Plangebiet ist im Flächennutzungsplan (FNP) in seinem südlichen Teil als Wohnbaufläche (W) dargestellt. In etwa auf einer von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Diagonalen durch das Plangebiet ist ein örtlicher Hauptverkehrszug dargestellt. Es handelt sich hierbei um die Vorbehaltstrasse für die Verlängerung der Äußeren Kanalstraße. Der nördlich davon gele- gene Bereich ist als Grünfläche dargestellt. Die vorgesehene Wohnbebauung entspricht des- halb teilweise nicht den Darstellungen des FNP. Im Rahmen des Planverfahrens ist die Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich des Plangebietes und im weiteren Umfeld erforderlich. Diese wird entsprechend als eigenes Än- derungsverfahren parallel zum Bebauungsplanverfahren als 234. Änderung durchgeführt. Da- bei wird die bisher noch dargestellte Vorbehaltstrasse für die Verlängerung der Äußeren Ka- nalstraße zwischen der Robert-Perthel-Straße im Bilderstöckchen und dem „Niehler Ei“ insge- samt aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Ferner werden Wohnbauflächen i m Bereich der Wohngebiete im Bebauungsplan dargestellt. 4.3 Landschaftsplan Das Plangebiet ist in seinem nördlichen Teilbereich im Landschaftsplan der Stadt Köln als Landschaftsschutzgebiet (LSG) festgesetzt. Der Bereich ist Teil des großflächigen Land- schaftsschutzgebietes L 9 „Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände“. Eine kleinere Teilfläche im Osten des Gebiets ist als Geschützter Landschaftsbestandteil (LB) 5.04 „Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch“ festgesetzt. Der südliche Teil des Plangebiets wird durch Festsetzungen des Landschaftsplanes nicht berührt. Bezüglich der Bebauung in einer Teilfläche des LB wurde durch eine naturschutzfachliche Ersteinschätzung [Dr. Raskin, Aachen, 2017] festgehalten, dass die geplante Nutzung unter Wahrung der Belange von Natur und Landschaft angesiedelt werden kann (s. dazu im Um- weltbericht unter Nr. 6.5.1). Die in das Plangebiet einbezogene Teilfläche des LB wird durch die planfestgestellte KVB - Trasse (s. unten) künftig von dem größeren, nördlich der Gleise gelegenen Teil abgetrennt. Die Trägerin der Landschaftsplanung hat zum jetzigen Stand des Verfahrens der FNP -Ände- rung widersprochen. Sie wird jedoch den zunächst erhobenen Widerspruch unter der folgen- den Maßgabe aufheben: - 9 - / 10 1. Im zurzeit in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan sollen keine Erweiterungen der ge- planten Baugebiete in die festgesetzten Grünflächen entwickelt werden. Private Gemein- schaftsanlagen dürfen nicht in die öffentlichen Grünflächen verlagert werden. 2. Die Entwicklung des Landschaftsraums in „der näheren Umgebung“ mit Wirkung auf den LB 5.04 bzw. das angrenzende LSG L 9 wird umgesetzt. Vorgeschlagen wird hierbei , den im Landschaftsplan festgesetzten Puffer des Naturschutzgebiets NSG N 13 „Ginsterpfad“ unter der Ziffer M -Nr. 5.2 – 8 Anlage einer Hecke mit Krautsaum auf einem 29 m breiten Streifen oberhalb der Böschungskrone an der nördlichen Grenze des Naturschutzgebietes N13 herzustellen. Neben der Begrünung der Gemeinschaftsstellplätze ist als Maßgabe für die Rücknahme des Widerspruchs des Trägers der Landschaftsplanung (Stellungnahme Träger der Landschafts- planung vom 09.11.2021) die Umsetzung der Maßnahmen Nr. 5.2- 8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ zur Stärkung des Biotopverbundes umzusetzen. Sollte die Maßnahme nicht um- setzbar sein, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Landschaftsraums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Landschaftsplans Köln umzusetzen. Folgende im Bebauungsplan vorges ehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Sicherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: • A1 Herstellung einer extensiven Wiese • A4 Herstellung eines Mischwaldes • A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels • Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestandsbäumen festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsgleich der KVB zum KVB -Be- triebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. Die Maßnahme unterliegt aufgrund ihres Charakters als Maßgabe zur Aufhebung des Wider- spruchs nicht der städtebaulichen Abwägung. Weitere Erläuterungen dazu gibt der Umweltbe- richt unter Punkt 6.5.16 Darst ellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbe- sondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechts. Der Flächennutzungsplan wird diesen Bereich dann als Wohnbaufläche darstellen. Die Fest- setzungen der drei Baugebiete im Bebauungsplan werden demnach aus dem Flächennut- zungsplan entwickelt sein. Mit der Rechtskraft des Bebauungsplanes treten die der Bauleitpla- nung widersprechenden Festsetzungen des Landschaftsplanes gemäß § 20 Abs. 4 Landesna- turschutzgesetz für diesen Bereich außer Kraft, weil der Träger der Landschaftsplanung im Verfahren zur Aufstellung bzw. Änderung des Flächennutzungsplanes im betreffenden Bereich seinen Widerspruch zurückgenommen hat. 4.4 Planfeststellung KVB-Abstellanlage und Zulaufstrecke Das Plangebiet liegt überwiegend unmittelbar angrenzend an die am 24.10.2017 durch Be- schluss planfestgestellte und 2020 hergestellte zweigleisige Zuführungsstrecke zur KVB-Ab- stellanlage Weidenpesch („Planfeststellungsbeschluss für den Bau einer Abstellanlage für 64 Stadtbahnfahrzeuge der Kölner Verkehrs -Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Haupt- werkstatt Weidenpesch und der dazugehörigen Zulaufstrecke in Köln“, Oktober 2017). Eine Überlagerung des Geltungsbereiches des Vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit dem Genehmigungsbereich der Planfeststellung existiert im östlichen Plangebiet an der Plan- straße 3. So sind in der Planfeststellung Baumpflanzungen im Bereich der Planstraße 3 des Bebauungsplanes vorgesehen. In mehreren Abstimmungen mit der Bezirksregierung, der - 10 - / 11 KVB, der höheren und der unteren Landschaftsbehörde wurde ein neuer Standort für die neun Bäume im Nahbereich der Planfeststellungsfläche festgelegt. Die KVB hat einen entsprechenden Antrag auf Änderung der Planfeststellung bei der Bezirks- regierung (BR) Köln eingereicht. Die BR Köln geht davon aus, dass der Änderungsantrag ge- nehmigungsfähig sein wird. Die Planfeststellung wird nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen, soweit sie den Geltungsbereich des Bebauungsplanes betrifft. Die Gleisanlagen werden als Emissionsquellen für Schall und Erschütterungen in der Planung beachtet. Bei der geplanten Bebauung ist der Erschütterungsschutz gem. DIN 4150 nachzu- weisen. 4.5 Gesamtverkehrskonzept / überörtliche Radwegeplanung Die im Planfeststellungsverfahren nachrichtlich übernommene Radwegführung zwischen Neusser Straße und Simonskaul, die überwiegend parallel zu der neuen Gleisanlage verläuft, und zwei Anbindungen an die Simonskaul erhalten soll, wird im Bebauungsplan festgesetzt. Damit wird ein erster Abschnitt der im Rahmen der 10. Änderung des Gesamtverkehrskonzep- tes vorgesehenen Radverkehrsroute in Verlängerung der äußeren Kanalstraße und des zu- künftigen gesamtstädtischen Hauptroutennetzes planungsrechtlich gesichert. 4.6 Stadtentwicklungskonzept Wohnen (StEK Wohnen) Der Rat der Stadt Köln hat am 11.02.2014 das Stadtentwicklungskonzept Wohnen (StEK Woh- nen) beschlossen. Der im StEK Wohnen ermittelte Wohnungsgesamtbedarf 2010- 2029 in Höhe von rund 52.000 Wohnungen basiert auf der städtischen Bevölkerungsprognose 2011. In der aktuellen Bevölkerungsprognose mit Stand Mai 2015 wird Ende 2029 von rund 1.161.000 Einwohnern und 609.900 Haushalten ausgegangen. Der Gesamtwohnungsbedarf beläuft sich danach aktuell auf rund 66.000 Wohnungen, davon rund 30.000 Wohnungen bis 2019. Diese Zahlen sind der Beschlussvorlage „Umsetzung STEK Wohnen“ – Ratsbeschluss vom 20.12.2016 – zu entnehmen. Das Plangebiet selbst ist allerdings keine im StEK-Wohnen definierte Wohnbaufläche. 4.7 Kooperatives Baulandmodell Das Kooperative Baulandmodell (KoopBLM) wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln als Richtlinie zur Förderung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus und zur Beteiligung der Planbegünstigten an den Folgek osten beschlossen. Als wesentliches Regelungsinstrument leistet es einen wichtigen Beitrag zu den wohnungspolitischen Zielen der Stadt Köln. Mit Be- schluss des Rats der Stadt Köln vom 04.04.2017 wurde die Fortschreibung des Modells be- schlossen und am 10.05.2017 im Amtsblatt der Stadt Köln bekanntgemacht. Für das Planungsvorhaben, in dessen Zuge 387 Wohneinheiten, davon ca. 97 öffentlich ge- förderte, geschaffen werden sollen, findet das Kooperative Baulandmodell in seiner Fassung der Bekanntmachung vom 10.05.2017 Anwendung. Neben der Verpflichtung zur Errichtung öffentlich geförderter Wohnungen sind alle anderen Verpflichtungen gem. Nr. 3 (1) KoopBLM vom Planbegünstigten zu übernehmen. Die Anwendungszustimmung des Vorhabenträgers zur Anwendung des Kooperativen Baulandmodells liegt vor. Entsprechend den Abstimmungen mit der Geschäftsstelle Kooperatives Baulandmodell muss bei 33.685 m² geplanter Geschossfläche (GF) Wohnen nach § 20 BauNVO und der durch- schnittlichen Größe einer Wohneinheit von 90 m² die Größenordnung von 374 Wohneinheiten und nicht die tatsächlich geplante Anzahl von 387 Wohneinheiten zur Berechnung der Bedarfe angehalten werden. Die Anzahl der Wohneinheiten hat Einfluss auf die Ermittlung von öffent- lichen Grünflächen und Spielplätzen, da bei einer Erstbelegungsquote von 2,3 Einwohner in- nen und Einwohnern die daraus resultierende Einwohnerzahl den Bedarf an diesen bestimmt. - 11 - / 12 Öffentlich geförderter Wohnungsbau Die Verpflichtung zur Schaffung öffentlich geförderten Wohnraums wird im Rahmen des Durchführungsvertrags im Bauleitplanverfahren geregelt. Hierbei wird der öffentlich geförderte Wohnungsbau im östlichen Teil des Plangebietes zwischen dem Quartiersplatz (Planstraße 2, sowie der von der Planstraße 2 umschlossene Spielplatz ) und der Neusser Straße vorgese- hen. Das Kooperative Baulandmodell der Stadt Köln sieht gemäß Nummer 3 Absatz (1) Buch- stabe a) als Bezugsgröße die Geschossfläche für Wohnzwecke vor. Der Anteil des nach dem Kooperativen Baulandmodell (Koop- BLM) im Plangebiet erforderli- chen geförderten Wohnungsbaus beträgt gemäß Nr. 7 (3) Koop -BLM weniger als 30%, weil Teile der Grundstücke im Geltungsbereich des Vorhaben- und Erschließungsplanes nach dem 22.09.2016 und vor dem Tag der Bekanntmachung des „Kooperativen Baulandmodells Köln (Koop- BLM) am 10.05.2017 erworben wurden. Hier wird die Verpflichtung gemäß Nummer 3 Absatz (1) Buchstabe a) Koop-BLM zur Errichtung öffentlich geförderten Wohnungsbaus auf einen Anteil von mindestens 20 % reduziert. Weitere Grundstücke, deren Erwerb nach dem 10.05.2017 datiert, erfordern einen Anteil des öffentlich geförderten Wohnungsbaus von min- destens 30%. Als Mittelwert sind für das Vorhaben die zur Ausführung kommenden 24 % er- forderlich. Der Stadtentwicklungsausschuss hat diese Quote mit dem Beschluss über die Ein- leitung des Planverfahrens zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan vom 28.06.2018 (Vorla- genummer 1204/2018) bestätigt. Für den öffentlich geförderten Wohnungsbau besteht eine Projektpartnerschaft zwischen der Bonava und der GAG. Letztere realisiert und vermietet die geförderten Wohnungen, die Bonava ist Vorhabenträgerin im Sinne des § 12 BauGB. Der frei finanzierte Wohnungsbau ist in den Quartieren vorgesehen, die im Westteil des Plan- gebietes liegen. Soziale Infrastruktur Der durch die Planung resultierende Mehrbedarf an Kindertageseinrichtungen wird von der Vorhabenträgerin durch den Bau einer 4-gruppigen Kindertagesstätte im Plangebiet gedeckt. Eine Verpflichtung zur Errichtung wird im Durchführungsvertrag geregelt. Öffentliche Grünflächen und Spielplätze Im Rahmen des Kooperativen Baulandmodells beläuft sich bei einer geplanten Geschossflä- che (GF) Wohnen nach § 20 BauNVO von 33.685 m² der Mehrbedarf an öffentlichen Grünflä- chen auf 8.608 m², die im nördlichen Bereich des Plangebietes als Parkanlage nachgewiesen werden. In der oben genannten Parkanlage werden zusätzliche 801 m² Fläche aufgrund des bestehenden Bedarfs aus dem Stadtteil als Freizeitanlage gestaltet. Es sind 1.721 m² öffentliche Spielplatzflächen erforderlich, die auf dem Quartiersplatz sowie im Osten der vorgenannten Parkanlage mit 1.865 m² nachgewiesen werden. Insgesamt sind 10.329 m² öffentliche Grünflächen im Plangebiet erforderlich. Dem stehen 12.041 m² tatsäch- lich geplante Flächen (Parkanlage: 9.375 m², Freizeitanlage: 801 m², öff. Spielplätze: 1.865 m²) gegenüber. 4.8 Altlasten Die nutzungsbezogene Sanierung der im Plangebiet vorhandenen Altablagerung ist eine we- sentliche Voraussetzung für die Bebauung. Es ist vorgesehen, das kontaminierte Material im Bereich der geplanten Bebauung bis auf den Grundwasserhorizont abzutragen, fachgerecht zu entsorgen und durch sauberes Bodenmate- rial zu ersetzen. Im Bereich der geplanten Parkanlage erfolgt eine nutzungsbezogene Sanie- rung, im Wesentlichen durch Austausch der oberen Bodenschichten, sowie eine gasdichte Abdichtung. - 12 - / 13 Vorbereitend wurde dazu eine Gefährdungsabschätzung mit Analyse der Schadstoffe sowie darauf aufbauend ein Sanierungskonzept erstellt [Mull & Partner, 2020] Die Einzelheiten hierzu sind im Umweltbericht unter Nr. 6.5.4 enthalten. 5. Begründung der Planinhalte 5.1 Art der baulichen Nutzung Die Festsetzungen zur Art der baulichen Nutzung dienen der Umsetzung des in Kapitel 1.2 dargestellten städtebaulichen Zielkonzepts. Hinsichtlich der Art der Nutzung teilt sich das Plan- gebiet in drei Baugebiete, die vorhabenbezogen gemäß § 12 BauGB an der Simonskaul fest- gesetzt werden: „Wohnen / Nws Gewerbe“ (Wohnen / Nicht wesentlich störendes Gewerbe), „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“. Im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans, besteht keine Bindung an den Kata- log der Baugebietstypen der BauNVO. Im Einzelnen begründet sich die gewählte Nutzungstypologie wie folgt: „Wohnen / Nws Gewerbe“ (Wohnen / Nicht wesentlich störendes Gewerbe) Im östlichen Wohnquartier sind neben der Wohnnutzung und Räumen für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausü- ben auch andere für Mischgebiete typische Nutzungen, wie Büros, der Versorgung des Ge- bietes dienende Läden, nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe sowie Anlagen für soziale Zwecke zulässig. Dies entspricht dem Nutzungsspektrum im Umfeld des Plangebietes an der Neusser Straße und ermöglicht insbesondere im Erdgeschossbereich eine entsprechende ge- bietstypische Weiterentwicklung. Das Baugebiet ist insoweit strukturell einem Mischgebiet (MI) ähnlich. „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Das Vorhaben gemäß Vorhaben- und Erschließungsplan sieht in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Wohnungsbau vor, sodass die Zulassung der Wohnnutzung genügen würde, um die derzeit konkret geplante Art der Nutzung planungsrechtlich zuzulassen. Es wer- den dennoch Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetrei- bender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, sowie nicht störende Gewerbebetriebe zugelassen. Damit wird ein beschränktes Maß an Nutzungsmischung auch nach der Umset- zung des Bebauungsplanes ermöglicht. Es soll nicht schon durch die festgesetzte Zulässigkeit ausgeschlossen sein, zu einem späteren Zeitpunkt nach der Realisierung des Vorhabens Um- nutzungen vorzunehmen. Eine gewisse Durchmischung der Wohnnutzung mit wohnverträgli- chen anderen Nutzungen soll in Verbindung mit dem Wohnen grundsätzlich für die Zukunft ermöglicht werden. Aufgrund der Festsetzungen ist eine solche Entwicklung planungsrechtlich zulässig und bedarf lediglich einer Änderung im Durchführungsvertrag, nicht jedoch einer Än- derung des Bebauungsplans. Bedingte Festsetzungen Um den Vorhabenbezug herzustellen, sind als bedingte Festsetzung im Rahmen der als zu- lässig festgesetzten Nutzungen nur solche Vorhaben zulässig, zu denen sich der Vorhaben- träger im Durchführungsvertrag konkret verpflichtet. Vertragsänderungen oder der Abschluss eines neuen Durchführungsvertrages sind gemäß § 12 Absatz 3a BauGB zulässig. Für die Wohnnutzung im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ ist die wirksame Schallabschir- - 13 - / 14 mung durch die Gebäude zu den Verkehrslärmquellen, der Neusser Straße und der KVB-Zu- laufstrecke eine wesentliche Voraussetzung. Erst mit dieser Schallabschirmung entsteht eine ruhige Wohnlage im Innenhof, die eine natürliche Belüftung der Wohnung von dort aus zulässt und Außenwohnbereiche ermöglicht. Um zu gewährleisten, dass Wohnungen in diesem Bau- gebiet erst bezogen werden, wenn die Schallabschirmung wirksam ist, wird dies als Bedingung festgesetzt. 5.2 Maß der baulichen Nutzung Das Maß der baulichen Nutzung wird vorhabenspezifisch festgesetzt. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan ist hierbei nicht an die Bestimmungen des § 17 Abs. 1 BauNVO gebunden. Er folgt mit einer angem essen erhöhten Bebauungsdichte dem planerischen Gebot eines spar- samen Umgangs mit Grund und Boden (§ 1 BauGB) unter Wahrung der allgemeinen Anforde- rungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und berücksichtigt den Vorrang der Innen- entwicklung vor der Außenentwicklung Grundflächenzahl (GRZ) „Wohnen / Nws Gewerbe“ Die festgesetzte GRZ von 0,6 ermöglicht eine zweckentsprechende und standortge- rechte Bebauung und Nutzung. Sie entspricht dem Orientierungswert für Mischgebiete gemäß § 17 BauNVO . In Mischgebieten ist die Wohnnutzung allgemein zulässig. Es wird daher davon ausgegangen, dass eine GRZ von 0,6 den Anforderungen an ge- sunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse entspricht. Eine Überschreitung durch Nebenan- lagen, Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten sowie durch bauliche Anlagen un- terhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, wird bis zu einer GRZ von 0,85 ergänzend zugelassen. Eine Überschreitung bis 0 ,8 entspricht der Regelung des § 19 Abs. 4 Satz 2 BauNVO bei Festsetzung einer GRZ von 0,6. Die weitergehende Überschreitung bis 0,85 wird festgesetzt, damit das nach dem Mobilitätskonzept vorgesehene, erweiterte Angebot für Fahrradparken innerhalb der Tiefgarage umgesetzt werden kann. Eine Minderung des voll wirksamen Versiege- lungsgrades erfolgt durch die festgesetzte Begrünung der Tiefgaragen. Im Vorhaben- und Erschließungsplan sind rund 800 m² intensiv begrünte Tiefgaragenfläche im Bau- gebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ vorgesehen. Dies entspricht anteilig einer GRZ von 0,16. Das Baugebiet erreicht hierdurch einen Vegetationsflächenanteil von mindestens 30 % einschließlich der begrünten Tiefgaragenflächen. „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Die im Gebiet „Wohnen 2“ festgesetzte GRZ von 0,6 entspricht dem Orientierungswert für Mischgebiete von 0,6. Sie gewährleistet gesunde Wohnverhältnisse und begrenzt die Eingriffe in den Boden durch die Gebäude. Für das Gebiet „Wohnen 1“ kann auf- grund der vorangeschrittenen Planung von einer geringeren Verdichtung ausgegangen werden. Daher wird hier eine GRZ von 0,5 festgesetzt. Gemäß § 19 Abs. 4 Satz 3 BauNVO ist für das Gebiet „Wohnen 2“ eine Überschreitung durch Nebenanlagen, Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten sowie durch bauli- che Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, bis zu einer GRZ von 0,8 zulässig, für das Gebiet „Wohnen 1“ bis 0,75. Die Überschreitung bis 0 ,8 entspricht der Regelung des § 19 Abs. 4 Satz 2 BauNVO bei Festsetzung einer GRZ von 0,6, die Überschreitung bis 0,75 entsprechend bei einer festgesetzten GRZ von 0,5. Es erfolgt in dem ehemaligen Altablagerungsgelände aus den bereits genannten Gründen kein unverhältnismäßiger Eingriff in natürlich gewach- sene Böden. Aufgrund der Lage des Gebiets im bisherigen Altablagerungskörper ist hier bis in Tiefenlagen von 14 m überwiegend kein natürlich gewachsener Boden mehr - 14 - / 15 vorhanden. Es erfolgt ein vollständiger Bodenaustausch im Rahmen der Sanierung vor Baubeginn. Im Rahmen verschiedener Gutachten, wie der schalltechnischen Untersuchung und Luftschadstoffuntersuchung sowie einem Besonnungs- und Belichtungsgutachten , wurde die Einhaltung der allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeits- verhältnisse geprüft. Durch die im Bebauungsplan festgesetzten Maßnahmen können die gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnisse nachgewiesen werden (s. auch unten). Zum Ausgleich des Versiegelungsgrades werden eine Begrünung der Tiefgaragen so- wie eine teilweise Dachbegrünung festgesetzt. Oberirdische Stellplätze, Carports und Garagen werden innerhalb der Baugebiete nur in den überbaubaren Grundstücksflächen zugelassen. Der städtebauliche Grund hier- für liegt in dem angestrebten Charakter eines einerseits angemessen dicht bebauten Quartiers mit einem vielfältigen und möglichst großen Wohnungsangebot, das ande- rerseits möglichst gut durchgrünt sein soll. Damit ist eine Unterbringung des größten Teiles aller notwendigen Stellplätze in Tiefgaragen verbunden. Tiefgaragenstellplätze benötigen mehr Grundfläche als oberirdische Stellplätze, weil zusätzlich zu den Stell- flächen und Zufahrten insbesondere die Umfassungswände, Dränagen und Treppen- räume zusätzliche Flächen in Anspruch nehmen. Dies würde grundsätzlich dazu füh- ren, dass bei einer Unterbringung der Stellplätze in Tiefgaragen weniger Wohnungen errichtet werden können, als bei ebenerdigen Stellplätzen. Das widerspricht dem oben genannten städtebaulichen Ziel eines möglichst großen Wohnungsangebots zur De- ckung der Wohnbedürfnisse der Bevölkerung. Ein notwendiger Stellplatz des Baugebietes „Wohnen / Nws Gewerbe“ sowie erforder- liche Besucherstellplätze der Baugebiete „Wohnen / Nws Gewerbe“ und „Wohnen 1“ werden auf einem oberirdischen Gemeinschaftsstellplatz an der Simonskaul angelegt. Diese Stellplätze können auf den Grundstücken nicht städtebaulich verträglich unter- gebracht werden, weil sie dort in den Innenhöfen die Wohnqualität mindern würden. Geschossflächenzahl Für das Gebiet des VEP ist der vorhabenbezogene Bebauungsplan nicht gemäß § 12 Abs. 3 Satz 2 an das Regelwerk der BauNVO gebunden. Die Satzung über einen Vorhaben - und Erschließungsplan muss aber von städtebaulichen Zielsetzungen getragen sein und muss dem Maßstab einer geordneten städtebaulichen Entwicklung entsprechen, was vorliegend der Fall ist. Wohnen / Nws Gewerbe Die festgesetzte Geschossflächenzahl von 2,3 entspricht dem städtebaulichen Kon- zept des VEP. Nach § 12 Abs. 3 Halbsatz 1 ist die Gemeinde u. a. nicht an die Fest- setzungen der BauNVO zum Maß der baulichen Nutzung gebunden. Unabhängig da- von können diese mit Blick auf die Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse als Orientierung herangezogen werden. In urbanen Gebieten (MU) sieht der Verordnungs- geber eine GFZ von bis zu 3,0 als zulässig an, wobei es sich lediglich um einen Orien- tierungswert für eine Obergrenze handelt (vgl. § 17 Satz 1 BauNVO). In Urbanen Ge- bieten ist die Wohnnutzung allgemein zulässig. Es wird daher davon ausgegangen, dass eine GFZ von 2,3, die weit unter der Obergrenze von 3,0 liegt, den Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse entspricht . Dies gilt erst recht für gesunde Arbeitsver- hältnisse. - 15 - / 16 Zur Prüfung der Belichtung und Besonnung der Wohnungen als Teilaspekt gesunder Wohnverhältnisse wurde ein Gutachten erstellt [Peutz Consult GmbH: Besonnungsstu- die zum Bebauungsplanvorhaben Simonskaul in Köln- Weidenpesch; Dortmund, 10.06.2022]. Das Gutachten kommt zu den folgenden wesentlichen Ergebnissen: Aufgrund der Lage der Planung nördlich zur umgebenden Bestandsbebauung sind die Auswirkungen auf die Besonnungssituation der Bestandsbebauung gering. Lediglich auf die größtenteils bereits im Bestand aufgrund der vorhandenen Nordlage gering be- sonnten Fassaden der unmittelbar angrenzenden Gebäude Neusser Straße Nr. 739 und Nr. 741 hat die Planung zum Teil Auswirkungen. Hier sind Besonnungsdauermin- derungen von bis zu 0,75h (Hinterhofbebauung Neusser Straße Nr. 741) bzw. von bis zu 1h (Neusser Straße Nr. 739) an den Nordfassaden auszumachen. Die Westfassa- den dieser Gebäude weisen mit Umsetzung der Planung eine Besonnungsdauer von mindestens 1,5 Stunden (EG Neusser Straße Nr. 741) auf. Auf die Ostfassaden dieser Gebäude hat die Planung keine Auswirkungen. Wohnen In den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ wird vorhabenbezogen eine GFZ von 1,8 festgesetzt. Die Festsetzung ist mit der Deckung des dringenden Wohnbedarfs der Bevölkerung begründet. Vor dem Hintergrund des aktuell festzustellenden und weitergehend prog- nostizierten Anstiegs der Bevölkerungszahl im Stadtgebiet, der Steigerung der Zahl der Haushalte sowie des letztlich daraus resultierenden, erheblichen Zusatzbedarfs an in- nerstädtischen Wohnflächen ist die GFZ zur Deckung des Bedarfs standortbezogen gerechtfertigt. Zur Gewährleistung einer angemessenen Wohnungsversorgung für alle Bevölkerungsgruppen sind ausreichend neue Wohnungen zu bauen. In der aktuellen Bevölkerungsprognose mit Stand Mai 2015 wird Ende 2029 von rund 1.161.000 Ein- wohnern und 609.900 Haushalten ausgegangen. Der Gesamtwohnungsbedarf beläuft sich danach aktuell auf rund 66.000 Wohnungen, davon rund 30.000 Wohnungen bis 2019. Diese Zahlen sind der Beschlussvorlage „Umsetzung STEK Wohnen“ – Ratsbe- schluss vom 20.12.2016 – zu entnehmen (vgl. Kap. 4.6). Das Plangebiet eignet sich aufgrund der Eigenart der Umgebung, die östlich angren- zend durch eine bis zu neungeschossige , verdichtete Bebauung geprägt ist, sowie durch seine Lagegunst mit einer guten Anbindung an den ÖPNV besonders für eine verdichtete Wohnbebauung. Die gesunden Wohnverhältnisse werden durch die Planung gewahrt, die Begründung zu den Festsetzungen im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ gilt insoweit auch hin- sichtlich der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“. Zur Prüfung der Belichtung und Besonnung der Wohnungen als Teilaspekt gesunder Wohnverhältnisse wurde das bereits oben zitierte Gutachten erstellt, das die gesunden Wohnverhältnisse im Hinblick auf die Besonnung und Belichtung für das Vorhaben be- stätigt. Im Rahmen der Untersuchung wurde die direkte Besonnung an den Fassaden der geplanten Wohngebäude im Plangebiet für den Stichtag 21. März gemäß DIN EN 17037 bestimmt und mit den Mindestanforderungen der Norm verglichen. Insbeson- dere an den Nordfassaden und in Teilen der Ost- und Westfassaden der zur Nordseite geöffneten, u-förmigen Gebäude im Nordwestquartier ( „Wohnen 1“) werden die Min- destbesonnungsdauern der DIN EN 17037 zum Teil unterschritten. Die Anforderungen der DIN EN 17037 richten sich jedoch nicht an Fassaden, sondern fordern die Einhaltung der genannten Zeiten direkter Besonnung für mindestens einen Wohnraum je Wohneinheit. Mit konsequent du rchgesteckten Wohnungsgrundrissen - 16 - / 17 lässt sich somit in allen Gebäudeabschnitten eine Einhaltung der Anforderungen der DIN EN 17037 für direkte Besonnung erreichen. Einzelne Gebäudeteile, in denen eine Besonnung von weniger als 1,5 Stunden vorliegt, können s omit bei einer Planung zu mindestens zwei Fassadenseiten ausgeglichen werden. Vor allem auf der Südseite und in vielen Abschnitten der Westfassaden kann in großen Teilen eine Besonnung von 4 Stunden nachgewiesen werden, dies entspricht dem höchsten Empfehl ungsni- veau der DIN EN 17037 für direkte Besonnung zur Tag- und Nachtgleiche. Es ist somit gesichert, dass das Vorhaben gesunde Wohnverhältnisse hinsichtlich der Besonnung und Belichtung gewährleistet. Zahl der Vollgeschosse und Höhenfestsetzungen Die festgesetzten Höhen und Vollgeschosse ergeben sich aus der konsequenten planungs- rechtlichen Umsetzung des städtebaulichen Konzeptes. Die Festsetzungen werden, soweit nicht aus Gründen des Schallschutzes etwas anderes erforderlich ist, als Höchstmaße festge- setzt und lassen somit Spielräume für die architektonische Gestaltung der Gebäude. Wohnen / Nws Gewerbe An der Neusser Straße sind zunächst straßenbegleitend 5 Vollgeschosse im Anschluss an das Gründerzeithaus vorgesehen, das sich unmittelbar südlich an die geplante Be- bauung anschließt. Die Bebauung nimmt hier Bezug auf die Firsthöhe dieses Bestan- des. Die Nord- und Westseite des Blockrandes weisen bis zu 6 Geschosse auf. Diese Ge- schossigkeit hat hier keine unverträglichen Auswirkungen auf die Belichtung der Woh- nungen. Im Kontext der angrenzenden Flächen des Grünzuges und des Quartiersplat- zes ist die räumliche Dimension der Bebauung mit bis zu 6 Geschossen angemessen und reagiert städtebaulich auf die bis zu neungeschossige Bebauung des Bestandes. Zur Gliederung des Bauvolumens und zur Sicherung der erforderlichen Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken sind ein- und zweigeschossige Gebäudeteile vorgese- hen, die entsprechend festgesetzt werden. Die Festsetzung der Gebäudehöhen als Höchstgrenzen ist zur baulich konkreten Steu- erung der Höhenentwicklung zusätzlich zu den Festsetzungen der Zahl der Vollge- schosse erforderlich. Dies gilt insbesondere, seitdem durch die BauO NRW 2018 eine Errichtung mehrerer Staffelgeschosse über die Vollgeschosse hinausgehend zugelas- sen wird, die städtebaulich unverträglich wäre und durch die Höhenfestsetzungen ver- mieden wird. An der Neusser Straße und am nördlichen sowie teilweise auch am westlichen Block- rand muss die Bebauung bestimmte Mindesthöhen erreichen, damit eine ausreichende Schallabschirmung für die rückwärtigen Gebäudeseiten und den Innenhof erreicht wird. Um dies zu gewährleisten, wird die Zahl von 5 bzw. 6 Vollgeschossen hier zwingend festgesetzt und die Gebäudehöhen werden zusätzlich zu den Höchstgrenzen auch als Mindesthöhen vorgegeben. Ferner werden Gebäudehöhen im Innenhof an der Neusser Straße zwingend festge- setzt. Bei dem entsprechenden Gebäudeteil handelt es sich um die Überdeckung der Tiefgaragenrampe. Diese muss zwingend mit den festgesetzten Höhen errichtet wer- den, damit eine ausreichende Schallabschirmung der Rampe durch die Überdeckung erfolgt, und zugleich eine Zugänglichkeit der Erdgeschossebene über den Innenhof gewährleistet wird. „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ Das städtebauliche Konzept sieht für das Baugebiet „Wohnen 1“ eine Abstufung von 6 - 17 - / 18 auf 3 Geschosse von Osten nach Westen bis zur Simonskaul vor. Dies wird mit den Festsetzungen zur Geschossigkeit und Gebäudehöhe entsprechend planungsrechtlich festgeschrieben. Im Baugebiet „Wohnen 2“ ist angrenzend an die Wohnbebauung der Simonskaul und der nördlichen Mönchsgasse eine höchstens viergeschossige Bebauung mit einzelnen drei- bzw. zweigeschossigen Abstufungen an der Simonskaul vorgesehen, auch dies wird mit den Geschossigkeiten und Gebäudehöhen entsprechend festgesetzt. Dachaufbauten Dächer dienen auch der Unterbringung einer Vielzahl von technischen Anlagen wie beispiels- weise Lüftungsanlagen und Antennen. Diese Anlagen werden grundsätzlich ermöglicht, sollen dabei das städtebauliche Erscheinungsbild aber nicht nachhaltig stören. Daher ist festgesetzt, dass durch technische Dachaufbauten die festgesetzten Gebäudehöhen über NHN um bis zu 2,0 Meter überschritten werden dürfen, wenn die Überschreitung je Dachfläche insgesamt 30% nicht übersteigt. Die Dachaufbauten müssen zudem mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten, so dass eine stadträumlich verträgliche Gestaltung gewährleistet ist. Diese Fests etzung steht der Dachbegrünung nicht entgegen, da dennoch große Teile der Dachflächen begrünt werden können. Straßen-, Gelände- und Anschlusshöhen Das Plangebiet befindet sich in seinem östlichen Teilbereich (s. die entsprechende Kennzeich- nung im vorhabenbezogenen Bebauungsplan) im Hochwasserrisikogebiet des Rheins im Falle eines extremen Hochwasserereignisses (HQ extrem). Es ist daher aus Gründen des Hoch- wasserschutzes erforderlich, das vorhandene Geländeniveau in den entsprechend betroffe- nen Teilbereichen des Plangebiets von heute ca. 46,0 – 46,3 m ü. NHN auf mindestens 47,0 m ü. NHN anzuheben. Ferner muss bei der Neugestaltung das erforderliche Entwässerungsgefälle im Bemessungs- fall sowie im Starkregenfall beachtet werden. Im Bebauungsplan werden die Ausbauhöhen der Verkehrs- und Grünflächen festgesetzt. Das vorhandene Gelände muss aufgrund der Altlastensanierung weitgehend abgetragen werden, die vorhandenen Geländehöhen können daher als Höhenbezug nicht herangezogen werden. Dies gilt nachfolgend auch für die Ermittlung der Abstandsflächen, diese muss anhand der geplanten Höhen erfolgen. Zur schadlosen Ableitung des Oberflächenwassers aus den Bau- gebieten, wegen des Hochwasserschutzes (es darf kein Hochwasser aus dem Plangebiet in die bebauten Nachbargebiete verdrängt werden, vielmehr muss dieses in den nördlich gele- genen Grünflächen einstauen) und zur Vermeidung einer Ableitung auf bebaute Nachbar- grundstücke ist insgesamt bei der Neunivellierung des Geländes ein Gefälle von Nord nach Süd herzustellen. Dazu werden die Anschlusshöhen an den Bestand an der südlichen und östlichen Plange- bietsgrenze festgesetzt. Hieraus ergeben sich Stützwände an der Grenze, die Höhen von max. 1 m über dem heute vorhandenen Gelände erreichen können und somit keine nachteiligen Auswirkungen auf die Nutzung und Gestaltung der Nachbargrundstücke haben. Die Stützwand muss im südöstlichen Randbereich des Baugebiets „Wohnen 2“ mit einer Absturzsicherung (Geländer) versehen werden, da hier ein Rettungszugang für die Feuerw ehr oberhalb der Stützwand geführt wird. Die Absturzsicherung wird gemäß dem Planeintrag im Vorhaben- und Erschließungsplan mit einer Höhe von 48,9 m ü. NHN (ca. 1 m über OK geplantes Gelände/ OK Stützwand) festgesetzt. Dies ist erforderlich, da eine höhere Auslegung der Absturzsiche- rung an den Nachbargrenzen sich nachteilig auf das Ortsbild auswirken würde. Zu hohe Ein- friedungs- und Abgrenzungselemente sollen im Plangebiet zugunsten eines offen gestalteten Gesamtbildes, das durch weitgehende Einsehbarkeit der Grundstücke geprägt ist, vermieden werden. - 18 - / 19 5.3 Bauweise, überbaubare Grundstücksflächen Bauweise Gemäß dem städtebaulichen Konzept und dem umgebenden Bestand wird an der Neusser Straße im Gebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ eine geschlossene Bauweise festgesetzt. Im Baugebiet „Wohnen 1“ sind in Nord-Süd-Richtung max. 50 m Baukörperlänge vorgesehen, in Ost-West-Richtung max. 56 m. Dieses Maß ist städtebaulich durch Staffelungen der Ge- bäudefront verträglich gestaltet. Da in der offenen Bauweise Baukörperlängen von höchstens 50 m zulässig sind, wird vorhabenbezogen eine abweichende Bauweise „a“ mit einer zulässi- gen Längenausdehnung der Baukörper von bis zu 56 m festgesetzt. Im Baugebiet „Wohnen 2“ wird, dem städtebaulichen Konzept entsprechend, die offene Bau- weise „o“ festgesetzt. Überbaubare Grundstücksflächen Die überbaubaren Grundstücksflächen werden durch Baugrenzen bestimmt. Sie orientieren sich eng am städtebaulichen Konzept. Um bei der Objektplanung und Bauausführung noch geringfügige Veränderungsmöglichkeiten der Baukörper zu geben, wurden zumeist Baugren- zen festgesetzt, die ca. 0,5 bis 1,0 m über die Baukörper des städtebaulichen Entwurfs hin- ausgehen. Da Terrassen in den Erdgeschosszonen nicht generell als Nebenanlagen außerhalb der über- baubaren Grundstücksflächen errichtet werden dürfen, wird ihr Bau bis zu 4 m außerhalb der Baugrenzen zugelassen. An der südöstlichen Seite des Baugebiets „Wohnen / Nws Gewerbe“ wird an der Grenze zum Flurstück 778/178 eine Baulinie festgesetzt. In Verbindung mit den zwingenden Gebäudehö- hen führt dies aufgrund des Vorrangs des Bauplanungsrechts dazu, dass keine Abstandsflä- chen auf das Nachbargrundstück ausgelöst werden und eine grenzständige Bebauung bau- ordnungsrechtlich zulässig ist. 5.4 Erschließung Verkehr Autoverkehr Die Erschließung des Plangebietes ist über die Simonskaul vorgesehen. Die Neusser Straße ist nicht in den Plangeltungsbereich einbezogen, da hier durch den Bebauungs- plan bzw. das Vorhaben keine wesentlichen Veränderungen im Straßenraum vorgese- hen sind. In der Simonskaul sind verkehrsberuhigende Maßnahmen und ein Gehweg- ausbau vorgesehen, diese wird deshalb, soweit sie außerhalb des Vorhabens gemäß Vorhaben- und Erschließungsplan liegt , als öffentliche Straßenverkehrsfläche im Be- bauungsplan festgesetzt. Die Tiefgaragenzufahrt an der Neusser Straße muss mit einem Abstand zur Gleisque- rung der KVB angelegt werden und wird entsprechend festgesetzt. Es handelt sich um eine Ein- und Ausfahrt mit reinen Rechtsabbiegebeziehungen, weil ein Linksabbiegen aus der und in die Neusser Straße nicht verkehrssicher gestaltet werden kann. Dies wird in der Erschließungsplanung entsprechend berücksichigt. - 19 - / 20 Die Tiefgaragenzufahrten der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ sind als Grund- stückszufahrten an der Planstraße vorgesehen, ebenso die zweite Ausfahrt der Tief- garage des Baugebiets „Wohnen / Nws Gewerbe“, die insbesondere für den Überlas- tungsfall der Ausfahrt Neusser Straße gedacht ist. Die Zufahrten sind im Vorhaben- und Erschließungsplan eingetragen. Nach den Ergebnissen des Verkehrsgutachtens [BSV GmbH, Verkehrsgutachten zum Bebauungsplan „Simonskaul“ Köln- Weidenpesch, Bearbeitung: Derya Cekic M. Sc., Aachen, Dezember 2020] erzeugt das Plangebiet künftig ein Verkehrsaufkommen von 800 Fahrzeugen/ Tag. Aufgrund der Planung wird in der Simonskaul nach den Ergebnissen des Verkehrsgut- achtens eine Steigerung des durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommens (DTV) um 750 Fahrzeugbewegungen / Tag von 1.850 auf 2.600 Fahrzeuge erwartet. Diese Verkehrsmenge kann in der Simonskaul aufgrund der vorhandenen Querschnittsbrei- ten von mindestens 5,50 m für die Fahrbahn verträglich abgewickelt werden. Die Planstraße wird täglich von 700 Fahrzeugen befahren werden. Mit einer Fahrbahn- breite von 5,50 m, beidseitigen Längsparkständen und Gehwegen ist der Straßenent- wurf für diese Verkehrsmenge mehr als ausreichend dimensioniert. Zur Geschwindig- keitsminderung und städtebaulichen Akzentuierung sind drei Platzbereiche als Misch- verkehrsflächen ausgeführt. Auf dem Quartiersplatz ist eine umlaufende Wegeführung im Randbereich geplant, die nur für Ver- und Entsorgungsfahrzeuge sowie als Rettungsweg befahrbar ist. Vom Quartiersplatz führt eine Querspange als Rad- und Fußverkehrsbereich zur Neus- ser Straße. Diese ist nur als Rettungsweg befahrbar. Gehwege, Fußverkehr Alle Gebäude sind von den Gehwegen der öffentlichen Straßen bzw. über die Wege- flächen am Quartiersplatz über die Hauseingänge zu Fuß barrierefrei erreichbar. Pri- vate Fußwege erschließen die Innenhöfe des Quartiers an der Neusser Straße und im Baugebiet „Wohnen 1“. Hier führen zudem Fußwege durch das Baugebiet in den nörd- lich anschließenden Grünraum. An der Simonskaul wird der bisher fehlende Gehweg auf der Südwestseite der Straße im Zuge des Ausbaus ergänzt. Die öffentliche Grünfläche im Norden des Plangebiets wird durch ein Fußwegsystem für die wohnungsnahe Erholung erschlossen. Radverkehr Das Plangebiet ist für den Radverkehr über die umliegenden Straßen erschlossen. Hierbei ist an der Neusser Straße bisher einseitig ein Radweg vorhanden. In der Si- monskaul benutzt der Radverkehr die Fahrbahn. In der Planstraße im Plangebiet wird der Radverkehr verkehrssicher und leistungsfähig in der Fahrbahn geführt. Mit den Verbindungswegen am Quartiersplatz und zur Neusser Straße entstehen kurze Wege für die Radverkehrserschließung im Plangebiet. - 20 - / 21 Durch weitere Planungsvorhaben im Plangebiet sind erhebliche Verbesserungen der bestehenden Radverkehrsanbindung des Plangebiets zu erwarten: - Südlich parallel zu der KVB -Trasse wird ein Radweg zur Simonskaul geführt. Damit entsteht eine kurze Verbindung über die nördliche Simonskaul v on und nach Longerich. - Die Ausbauplanung für die Neusser Straße sieht Schutzstreifen für den Rad- verkehr von und in Richtung Nippes und Innenstadt vor. - Südlich parallel zu der geplanten KVB-Trasse wird ein Radweg mit zwei Anbin- dungen zur Straße Simonskaul geführt. Die erforderlichen Fahrradstellplätze sind oberirdisch den Hauseingängen zugeordnet bzw. im Innenhof und in der Tiefgarage untergebracht. Gemäß dem Mobilitätskonzept (s. unten) sind zusätzliche Stellplätze und weitere An- gebote für den Radverkehr, wie zum Beispiel Leihräder, vorgesehen. Tiefgaragen und oberirdische Stellplätze, Ruhender Verkehr, Mobilitätskonzept Die Anforderungen an den Stellplatznachweis ergeben sich aus der aktuellen Stell- platzsatzung der Stadt Köln sowie ergänzend aus dem Mobilitätskonzept zum Vorha- ben. Generell wird nach der Stellplatzsatzung im Plangebiet bereits aufgrund der guten ÖPNV-Anbindung von einem um 30% gegenüber den Ausgangswerten der Bedarfsta- belle reduzierten Bedarf ausgegangen. Für den frei finanzierten Wohnbau reduziert sich der Bedarf gemäß Mobilitätskonzept um 18%. Um die geplante hohe Nutzungsdichte verträglich gestalten zu können, ist die Unter- bringung der Kfz.-Stellplätze für die neue Bebauung in drei Tiefgaragen vorgesehen. Für das Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind insgesamt 42 notwendige Stellplätze sowie 8 Besucherstellplätze nachzuweisen. Es werden 41 Tiefgaragenstellplätze sowie 9 oberirdische Stellplätze auf der Fläche für Gemeinschaftsstellplätze (GSt) hergestellt. Diese Stellplätze können wegen des beschränkten Bauraums an der Neusser Straße nicht in der dortigen Tiefgarage platziert werden. Für das Baugebiet „Wohnen 1“ sind 81 notwendige Stellplätze sowie 16 Besucherstellplätze nachzuweisen. Es werden 127 Tiefgaragenstellplätze, 6 oberirdische Besucherstellplätze auf der GSt-Fläche sowie 13 oberirdische, öffentliche Stellplätze in der Planstraße 1 hergestellt. Für das Baugebiet Wohnen 2 sind 39 notwendige Stellplätze sowie 8 Besucherstell- plätze nachzuweisen. Es werden 39 Tiefgaragenstellplätze sowie 8 oberirdische Besu- cherstellplätze in der Planstraße 1 errichtet. Darüber hinaus werden 3 Carsharing-Stellplätze auf der GSt-Fläche sowie 2 weitere in der Planstraße 1 vorgesehen. Im Straßenraum der Simonskaul entstehen zusätzlich 7 markierte, öffentliche Stell- plätze. Zu dem bestehenden ÖPNV-Angebot sieht zusätzlich das Mobilitätskonzept die Unter- bringung von 5 Carsharing-Stellplätzen im Plangebiet vor. Die Car-Sharing-Plätze sind für ein Car-Sharing-System vorzuhalten, das jederzeit zugänglich ist. Hierzu verpflich- tet sich die Vorhabenträgerin im Durchführungsvertrag. Zur Förderung des Fahrradverkehrs werden für jede Hausgemeinschaft Ladestationen für Elektrofahrräder verfügbar gemacht. Hinzu kommt ein Sharing-Angebot an Elektro- fahrrädern einschließlich Lastenrädern für das Plangebiet. Es werden Stellplätze für Lastenräder für jede Hausgemeinschaft und entsprechende Leihräder zur Nutzung vor- gesehen. Hierzu erfolgen die notwendigen Vereinbarungen im Durchführungsvertrag. - 21 - / 22 Technische Infrastruktur/ Ver- und Entsorgung Die Ableitung von häuslichem Schmutzwasser, dem Oberflächenwasser von künftigen öffent- lichen Verkehrsflächen sowie anteiliger privater Grundstücks - und Dachflächen erfolgt über die im Plangebiet neu zu verlegende Mischwasserkanalisation. Diese wird an den vorhande- nen Mischwassersammler in der Neusser Straße angeschlossen. Eine Abflussdrosselung wird durch einen Staukanal gewährleistet, der unterhalb der Verbindungsspange zwischen der Neusser Straße und dem Quartiersplatz errichtet wird. Das Niederschlagswasser von Dächern sowie von den privaten Außenanlagen wird mittels Rigolen innerhalb unbelasteter sowie bodensanierter, privater Grundstücksflächen versickert. Für den Starkregenfall (30-jährliches Regenereignis) werden die folgenden Vorsorgemaßnah- men bei der Gestaltung der Oberflächen getroffen: Öffentliche Bereiche: - Querschnittsgestaltung der Wegeflächen als V-Profil jeweils mit Mittelrinnen - Anordnung von Wannentiefpunktausbildungen abseits von Tiefgarageneinfahrten so- wie Hauseingängen - Anordnung von Doppelsinkkästen in Tiefpunkten - Offene Einleitungen in Baumscheiben bei entstehendem Aufstau - Schaffung von Überlaufmöglichkeiten in öffentliche Grünflächen Private Bereiche: Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmög- lichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Starkregenmengen auf den Dachflächen umge- setzt. Starkregen in privaten Außenanlagen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden in privaten Versickerungsanlagen (für ein 30-jährliches Regenereignis bemessen) sowie ergän- zenden Notrigolen aufgenommen. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/-senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ an der Neusser Straße liegt der Fokus der Maßnah- men auf der Rückhaltung des Oberflächenwassers in den Dachflächen sowie der Schaffung von Rückhaltevolumina in den Außenanlagen durch entsprechende Modellierung. In Teilbe- reichen können auch hier Rigolen realisiert werden. Der Grundstücksstreifen an den öffentli- chen Verkehrsflächen entwässert bei Starkregen in diese Flächen. Der Anschluss an die Versorgungsnetze erfolgt von der Neusser Straße und der Simonskaul aus durch die Neuverlegung von Leitungen in den geplanten öffentlichen Verkehrsflächen. Ein Mittelspannungsanschluss wird in das Plangebiet gelegt, es sind mindestens zwei Trafostati- onen im Gebiet erforderlich. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand sind über die Erweiterung der Verteilnetze hinaus keine Kapazitätserweiterungen der Versorgungsnetze erforderlich. Die Löschwasserversorgung wird durch das neu zu verlegende Trinkwassernetz sichergestellt. Die Abfallentsorgung erfolgt gemäß den Bestimmungen der Satzung über die Abfallentsor- gung in der Stadt Köln. Den Gebäuden werden an geeigneter Stelle Standplätze für Abfallbe- hälter zugeordnet, die für den Entsorgungsbetrieb an den Abholtagen zugänglich gehalten werden. Hierbei sind für die Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ jeweils Unterflurcontainer vorgesehen. Wegen der eingeschränkten Anfahrbarkeit werden für das Ge- biet „Wohnen / Nws Gewerbe“ oberirdische Behälter mit Einhausung/ Abpflanzung der Stell- plätze vorgesehen. 5.5 Grünflächen Die öffentlichen Grünflächen mit der Zweckbestimmung „Spielplatz“ von insgesamt 1.865 qm Flächengröße werden aufgrund des durch die Planung hervorgerufenen Bedarfs innerhalb des Platzraumes für den Quartiersplatz sowie innerhalb des nördlich an die Bebauung grenzenden - 22 - / 23 Freiraumbereiches festgesetzt. Dabei wird für die Teilfläche, die sich innerhalb des Freiraum- bereiches des geplanten Landschaftsparks und damit auch innerhalb des Landschaftsschutz- gebietes L 9 „Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände“ befindet, eine ansprechende und zweck- mäßige Gestaltung entwickelt. Gegenüber dem rechnerischen Bedarf gemäß dem Kooperativen Baulandmodell aus 33.685 qm Geschossfläche (GF) Wohnen nach § 20 BauNVO , der 1.721 qm beträgt, besteht eine geringfügig höhere Flächengröße. Im Durchführungsvertrag wird die Verpflichtung des Vorhabenträgers zur Herstellung der öf- fentlichen Spielplätze geregelt. In den Innenhöfen und in den Freianlagen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden die erforderlichen privaten Kleinkinderspielplatzflächen für die Wohnungen angelegt. Zwi- schen den Häusern 5 -7 werden aufgrund vielschichtiger Anforderungen (Fahrradstellplätze, Müllstandorte, Feuerwehrflächen) die Spielflächen für Kleinkinder im Rah men der Genehmi- gungsplanung detailliert entworfen . Die künftigen Spielflächen sollen eine hochwertige Nut- zung unter Beibehaltung der Grundidee des Quartiers ermöglichen. Die detaillierte Planung wird im weiteren Verfahren zwischen dem Amt für Kinder und Jugend, dem Stadtplanungsamt und der Bonava abgestimmt. Die Flächengröße der privaten Kleinkinderspielplatzflächen rich- tet sich nach der Satzung der Stadt Köln über die Lage, Größe, Beschaffenheit, Ausstattung und Unterhaltung von Spielflächen für Kleinkinder vom 15.08.1999. Die Freifläche für die Kindertagesstätte wird gemäß den geltenden Anforderungen des LVR bemessen und angelegt. Die Verpflichtung zur Errichtung der Kindertageseinrichtung wird Be- standteil des Durchführungsvertrages. Die öffentliche Parkanlage im Norden des Plangebietes hat abzüglich des dortigen Spielplat- zes (950 qm) eine Fläche von 10.176 qm. Nach dem Kooperativen Baulandmodell sind aus- gehend von der GF Wohnen bei einer Flächengröße von 33.685 qm mindestens 8.608 qm an öffentlich nutzbaren Grünflächen neu zu schaffen (( 33.685/90[GF je Wohnung])*2,3[Einwoh- ner]*10) qm. Der zusätzliche Bedarf für die Freizeitanlage ist mit 801 qm in den 10.176 qm enthalten. Die genannten Bedarfe sind somit rechnerisch vollständig gedeckt. 5.6 Begründung von Festsetzungen nach § 9 Absatz 1 Nr. 25 BauGB - An- pflanzen und Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflan- zungen - Zum Ausgleich der durch die Planung bedingten Eingriffe in den Naturhaushalt und z ur Ge- währleistung einer hohen Wohnqualität im Rahmen der verdichteten Bebauung werden ver- schiedene Begrünungsmaßnahmen festgesetzt. Die wichtigste Maßnahme ist die Anlage eines insgesamt ca. 10.176 m² großen Freiraumbe- reiches, der unmittelbar an die Bebauung angrenzt und den Charakter eines Landschaftsparks erhalten soll. Dieser Grünraum, der ein prägendes Element des zugrunde liegenden städte- baulichen Entwurfs ist, wird seiner Bestimmung gemäß als öffentliche Grünfläche mit den Zweckbestimmungen „Parkanlage“, „Spielplatz“ und „Freizeitanlage“ festgesetzt. Die heute vorhandene Bebauung innerhalb der Grünflächen wird abgebrochen und die Flä- chen werden vollständig entsiegelt sowie bis auf den Oberboden beräumt. Es wird ein Konzept zur nutzungsbezogenen Bodensanierung der Freiflächen erstellt und mit dem Durchführungs- vertrag vereinbart. Soweit erforderlich wird kontaminationsfreier Mutterboden angedeckt. Die festgesetzten Begrünungsmaßnahmen erfolgen entsprechend den Biotoptypen und Pflanzqualitäten der Anlage „Grundsätze zur gestalterischen Umsetzung von Ausgleichs- und - 23 - / 24 Ersatzmaßnahmen sowie zur Bemessung von Ersatzgeldern in Bebauungsplänen“ zur Sat- zung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen nach § 135 a – c BauGB vom 15. Dezember 2011, bekannt gemacht im Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 4. Januar 2012. Die betreffenden Grundsätze (Qualitätsmerkmale) sind als Kodierung in den Festset- zungen angegeben und als Bestandteile der Festsetzungen zu beachten. Der städtebauliche Entwurf sieht in den öffentlichen Straßenräumen 2 9 großkronige Bäume vor. Die Pflanzungen sichern nicht nur ein optisch angenehmes Wohnumfeld, sondern tragen auch zu einer relevanten Ausgleichsfunktion für das Mikroklima bei. Das Wohnumfeld der Mehrfamilienhäuser soll durch eine intensive Begrünung der Tiefgaragen sowie Baum- und Strauchpflanzungen gestärkt werden. Hierzu enthält der Bebauungsplan eine entsprechende Festsetzung. Um die Tiefgaragen optisch ansprechend in das Wohnum- feld einzubetten, sind die Bereiche der Tiefgaragen, die nicht durch die Hochbauten überbaut werden, zu begrünen. Nebenanlagen (Wege, Feuerwehrzufahrten, Müllstandplätze etc.) blei- ben von dieser Regelung ausgenommen. Die Überdeckung der Tiefgaragen muss mindestens ein Maß von 60 cm zzgl. Filter - und Dr änschicht aufweisen, damit dort entsprechende Neupflanzungen vorgenommen werden können. Dadurch wird ein durchwurzelbares Volumen gesichert, dass auch Stauden und Sträuchern eine Vegetationsgrundlage ermöglicht. Aus bau- konstruktiven Gründen kann in den Randbereichen der Tiefgaragen eine geringere Überde- ckung als 60 cm notwendig und zulässig sein. Die Dächer der Wohngebäude sind im Plangebiet (VEP) zu mindestens 70% zu begrünen. Die Dachbegrünung verfolgt mehrere Ziele: Extensive Dachbegrünungen wirken sich wie die Be- pflanzung der Baugrundstücke positiv auf das lokale Klima aus. Die Dachbegrünung dient als Pufferung des Niederschlagswassers, bevor es der öffentlichen Kanalisation zugeleitet wird. Die Stärke der Tragschicht wird festgelegt, damit die Dachbegrünung die oben genannten Funktionen erfüllen kann, die ihr mit der Festsetzung zugedacht sind. Innerhalb der Grünfläche sind intensiv zu nutzende Bereiche als Spielplatz, Freizeitanlage und mit Einzelbäumen überstellter Rasen zur flexiblen Nutzung, sowie Bereiche mit hohen Bio- topwerten vorgesehen. Diese Flächen werden als Extensivwiesen oder mit heimischen, stand- ortgerechten Gehölzpflanzungen, inkl. der Herstellung eines Waldmantels, gestaltet. Bereits vorhandene heimische und standortgerechte Gehölze werden teilweise erhalten, soweit die erforderliche Bodensanierung dies zulässt. Ein mit der Fachdienststelle abgestimmter Grünordnungsplan ist Gegenstand des Durchfüh- rungsvertrages und sichert die Umsetzung. Darin werden auch die öffentlich zugänglichen Spielangebote dargestellt. 5.7 Immissionsschutzbezogene Festsetzungen Für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan liegt ein schalltechnisches Gutachten vor. [ Ac- con Köln GmbH : Schalltechnische Untersuchung zum Bebauungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch, 15.12.2021]. Das Gutachten berücksichtigt den Straßenverkehr, Schie- nenverkehr, Gewerbelärm und Tiefgaragenlärm. Fluglärm ist als Lärmquelle im Plangebiet nach den allgemein zugänglichen Umweltdaten des Landes NRW unkritisch. Die maßgeblichen Verkehrsgeräuschquellen für das Plangebiet sind die Neusser Straße sowie die KVB-Gleistrasse. Schallquellen aus Gewerbebetrieben haben eine geringere Bedeutung. Da der vorhabenbezogene Bebauungsplan im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ keine Ge- bietskategorie gemäß der BauNVO festsetzt, beurteilt sich der Schutzanspruch der geplanten Bebauung hier nach der Eigenart der näheren Umgebung sowie nach der geplanten Nutzung. - 24 - / 25 Im Plangebiet ist eine Mischung aus Wohnen, einer Kindertagesstätte mit 4 Gruppen sowie, in untergeordneter Größenordnung, nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben geplant. Die nähere Umgebung des Plangebietes ist an der Neusser Straße durch eine kleinteilige Mi- schung aus Wohnen und gewerblichen Nutzungen geprägt. In der Regel werden für eine sol- che Umgebung die Beurteilungswerte für ein Mischgebiet (MI) herangezogen. Aufgrund der vorgenannten umgebenden, weitgehend durch eine Mischung aus Wohn- und Gewerbenutzung geprägten Struktur und der geplanten, ebenfalls insgesamt gemischten Nut- zungen wird für das Baugebiet der Schutzanspruch eines Mischgebietes (MI) vorausgesetzt. Nach der DIN 18005 (Schallschutz im Städtebau) als einschlägiger fachlicher Beurteilungs- grundlage gelten folgende Orientierungswerte: Verkehrslärm: 60 dB(A) tags/ 50 dB(A) nachts Gewerbelärm: 60 dB(A) tags/ 45 dB(A) nachts In den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden die Orientierungswerte der Allgemei- nen Wohngebiete als vergleichbarem Gebietstyp herangezogen. Hier gelten somit jeweils um 5 dB(A) geringere Orientierungswerte: Verkehrslärm: 55 dB(A) tags/ 45 dB(A) nachts Gewerbelärm: 55 dB(A) tags/ 40 dB(A) nachts 5.7.1 Straßenverkehrslärm Die Lärmsituation im Untersuchungsgebiet bezüglich des Verkehrslärms auf öffentlichen Stra- ßen wird im Einzelnen bestimmt durch den Verkehr auf den folgenden Straßen: - Neusser Straße - Simonskaul - Mönchsgasse - Jesuitengasse Zur Berechnung der Emission des öffentlichen Straßenverkehrs wurden als Belastung des Straßenverkehrs für den Planungszustand die Daten der Verkehrsuntersuchung berücksich- tigt. Beurteilungspegel an der geplanten Bebauung im Plangebiet Folgende Beurteilungspegel aus dem Straßenverkehr sind zu erwarten (maximale Werte sind hervorgehoben): Tab. 1.1: Straßenverkehrslärm Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 58 70 Neusser Straße, Innenlage Tags, 6-22 Uhr 39 48 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Tags, 6-22 Uhr 40 59 Baugebiet „Wohnen 1“, Nordseite zum Park Tags, 6-22 Uhr 40 53 - 25 - / 26 Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 46 61 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Planstraße 1 Tags, 6-22 Uhr 40 54 Baugebiet „Wohnen 2“, Südseite Tags, 6-22 Uhr 40 59 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 60 62 Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 55 63 Neusser Straße, Innenlage Nachts, 22-6 Uhr 31 45 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Nachts, 22-6 Uhr 30 48 Baugebiet „Wohnen 1“, Nordseite zum Park Nachts, 22-6 Uhr 29 45 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 36 50 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Planstraße 1 Nachts, 22-6 Uhr 29 43 Baugebiet „Wohnen 2“, Südseite Nachts, 22-6 Uhr 29 49 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 40 51 Unter Berücksichtigung der Vorbelastung sowie des planbedingten Mehrverkehrs ist an der Neusser Straße der sog. Sanierungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag (6-22 Uhr) sowie von 60 dB(A) in der Nacht überschritten. Orientierungswerte Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) nachts werden an der Neusser Straße straßenseitig, auch auf der Nordseite zur Planstraße (Fahrradstraße) überschritten. Hingegen sind die Orientierungswerte auf der schallgeschützten Innenseite deutlich, um mindestens 11 dB(A ) am Tag und 9 dB(A) in der Nacht unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht w erden nur an der Simonskaul um bis zu 7 dB(A) tagsüber bzw. 6 dB(A) nachts überschrit ten. Im Inneren des Plangebietes sind die Orientie- rungswerte überwiegend eingehalten, nur zur Planstraße 1 hin liegen in der Nähe der Simon- skaul Überschreitungen von höchstens 1 dB(A) tags und nachts vor. Beurteilungspegel an der vorhandenen Bebauung in der Nachbarschaft des Plangebiets - 26 - / 27 Entlang der Neusser Straße liegt die Verkehrslärmbelastung angrenzend an das Plangebiet bereits heute teilweise oberhalb der Sanierungsschwellenwerte von 70 dB(A) am Tag und 60 dB(A) nachts. Die Pegelerhöhungen durch den planbedingten zusätzlichen Verkehr sowie durch Schallrefle- xionen der Neubauten lösen an den davon betroffenen Gebäuden einen Anspruch auf Schall- schutz dem Grunde nach aus. Hierzu können insbesondere Fenster einer besseren Schall- schutzklasse als aktuell vorhanden in Verbindung mit schallgedämmten Lüftungsanlagen zum Einsatz kommen. Im Durchführungsvertrag werden die erforderlichen Regelungen zu einer Kostenübernahme der durch das Vorhaben ursächlich bedingten Schallschutzmaßnahmen in der Umgebung des Plangebiet es getroffen. Ansprüche können an den Gebäuden Neusser Straße 788-794 entstehen. Tiefgaragen Ein- und Ausfahrten von Garagenanlagen für Wohnnutzungen sowie für nicht wesentlich stö- rendes Gewerbe sind in Wohn- und Mischgebieten grundsätzlich gebietstypisch und somit zu- lässig. Dennoch wurde vorsorglich eine Schallimmissionsprognose der geplanten Ein- und Ausfahrten vorgenommen, um die Auswirkungen auf die Nachbarbebauung einschätzen zu können. Die maximalen Beurteilungspegel an der benachbarten Bebauung (Neusser Straße) betragen 33 dB(A) tagsüber und 28 dB(A) nachts. Die Richtwerte der TA Lärm für Gewerbelärm von 60 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) nachts werden hier zur Beurteilung der Verträglichkeit entspre- chend herangezogen. Sie sind deutlich unterschritten. 5.7.2 Schienenverkehrslärm Die Lärmsituation bezüglich des öffentlichen Schienenverkehrs innerhalb des Plangebiets wird durch die geplante Zulauftrasse sowie den Stadtbahnbetrieb der KVB und die Güterver- kehrstrasse der HGK bestimmt. Beurteilungspegel Folgende Beurteilungspegel aus dem Schienenverkehr sind zu erwarten (maximale Werte sind hervorgehoben): Tab. 1.2: Straßenverkehrslärm Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 65 70 Neusser Straße, Nordseite zur KVB-Zulauftrasse Tags, 6-22 Uhr 57 65 Neusser Straße, Innenlage Tags, 6-22 Uhr 43 49 Baugebiet „Wohnen 1“ Tags, 6-22 Uhr 49 55 Baugebiet „Wohnen 2“ Tags, 6-22 Uhr 36 46 - 27 - / 28 Lage Zeitraum Beurteilungspegel in dB(A) von … Beurteilungspegel in dB(A) bis … Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 65 66 Neusser Straße, Nordseite zur KVB-Zulauftrasse Nachts, 22-6 Uhr 55 65 Neusser Straße, Innenlage Nachts, 22-6 Uhr 41 46 Baugebiet „Wohnen 1“ Nachts, 22-6 Uhr 40 57 Baugebiet „Wohnen 2“ Nachts, 22-6 Uhr 35 46 Orientierungswerte Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Schiene für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag wird um bis zu 10 dB(A) überschritten. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 50 dB(A) in der Nacht wird an den stra- ßenseitigen Fassaden um bis zu 16 dB(A) überschritten. Der Sanierungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag wird straßenseitig erreicht, der Sanie- rungsschwellenwert nachts von 60 dB(A) wird straßenseitig an großen Teilen der Fassaden überschritten. Die Orientierungswerte sind jedoch an der schallgeschützten Innenseite der Gebäude überall unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Schiene für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Baugebiet „Wohnen 1“ auf der Nordseite zur KVB-Zulauftrasse um bis zu 1 dB(A) tagsüber, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) über- schritten. Die sehr hohen Überschreitungen betreffen allerdings nur einen kleineren Fassa- denbereich unmittelbar am Quartiersplatz. Im Baugebiet „Wohnen 2“ sind die Orientierungswerte überall eingehalten. 5.7.3 Gewerbelärm Als für das Plangebiet relevante Gewerbelärmquellen wurden die südlich angrenzend an der Simonskaul gelegene Tischlerei , eine nordwestlich gelegene Motorradwerkstatt, die KVB- Werkstatt im Südwesten und einige Betriebe auf der Ostseite der Neusser Straße festgestellt. Ausgehend von konservativen Emissionsansätzen kommen die Berechnungen zu dem Ergeb- nis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind [Accon Köln GmbH; 2022]. Von der in der Liegenschaft Simonskaul Nr. 72 ansässigen Motorradwerkstatt sind keine Kon- flikte zu erwarten, da dort im Wesentlichen nur wenig geräuschintensive Montagearbeiten in- nerhalb der Halle ausgeführt werden und mit ca. 100 m ein recht großer Abstand zu dem nächsten geplanten Wohnhaus besteht. Für den südlich des Plangebiets an der Straße S imonskaul Nr. 46 liegenden Schreinereibe- trieb kommen die Berechnungen ausgehend von konservativen Emissionsansätzen zu dem Ergebnis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind. Zu berück- sichtigen ist, dass die zulässigen Geräuschimmissionen durch den Schreinereibetrieb bereits derzeit durch die Bestandsbebauung - insbesondere an der Mönchsgasse - nach oben be- - 28 - / 29 grenzt werden. Spitzenpegelüberschreitungen können ausgeschlossen werden. Zusammen- fassend kann somit festgestellt werden, dass bei einem bestimmungsgemäßen Betrieb der Tischlerei keine Konflikte im Plangebiet zu erwarten sind. Die Beurteilungspegel liegen mit 54 dB(A) am Tag um 1 dB(A) unter dem Richtwert der TA Lärm für Allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A). Ein Nachtbetrieb findet nicht statt. Östlich der Neusser Straße befindet sich ein Discountmarkt im Gebiet des rechtsgültigen Be- bauungsplans Nr. 66509/09. Dahinter schließen sich ein Kfz-Betrieb sowie ein Lkw-Hof an. Außer dem Gelände des Discounters existieren keine weiteren Bebauungspläne. Aufgrund der gemischten Nutzung aus Wohnen und Gewerbe ist auf der Ostseite der Neusser Straße von einem Schutzanspruch eines MI-Gebiets im Sinne des § 6 BauNVO auszugehen. Das Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ westlich der Neusser Straße hat ebenfalls diesen Schutz- anspruch. Durch die sich südlich an das Plangebiet anschließende geschlossene Bestands- bebauung und die zur Neusser Straße hin ebenfalls weitgehend geschlossen geplante Bebau- ung im Plangebiet ergibt sich insgesamt eine wirksame Abschirmung für die Wohngebiete im Plangebiet, wobei von einer Pegelminderung >10 dB(A) auszugehen ist. Ein bestimmungsge- mäßer Betrieb aller ansässigen Gewerbebetriebe setzt die Einhaltung der Richtwerte der TA Lärm für MI -Gebiete von 60 dB(A) tags und 45 dB (A) nachts an der deutlich nä her an den Gewerbebetrieben liegenden Bestandsbebauung voraus. Aus der schalltechnischen Untersuchung zur Erweiterung der Hauptwerkstatt Weidenpesch [I.B.U. Ingenieurbüro: Hauptwerkstatt Weidenpesch in Köln-Weidenpesch, Immissionstechni- sche Untersuchung, Deckblatt, Beurteilung der Luftschallimmissionen in der Nachbarschaft; Essen, 02.04.2015] ist entnehmbar, dass die Richtwerte der TA Lärm für Allgemeine Wohn- gebiete an der vorhandenen Bebauung auf der Südwestseite der Simonskaul im Prognosefall, nach Erweiterung der Abstellanlagen, eingehalten sind. Da diese Bebauung näher an den Emissionsquellen liegt als das Plangebiet, und somit im Plangebiet geringere Immissionspegel zu erwarten sind als an den betrachteten Immissionsorten, war eine über das vorliegende Gut- achten hinausgehende Prognose nicht erforderlich. Die bis 2020 noch im Plangebiet selbst vorhanden gewesenen gewerblichen Nutzungen sind zwischenzeitlich aufgegeben bzw. verlagert und werden überplant. Sie werden daher nic ht mehr weiter betrachtet. 5.7.4 Flugverkehrslärm Gemäß „Schallimmissionsplan Fluglärm Stadt Köln“ sind für das Plangebiet Fluglärmbeurtei- lungspegel als Mittelungspegel von unter 55 dB(A) tags und unter 40 dB(A) nachts verzeich- net. Das Plangebiet ist somit keinen planungsrelevanten Belastungen durch Fluglärm ausge- setzt. Die passiven Schallschutzmaßnahmen, die aus Gründen des Verkehrslärms vorgese- hen werden, können auch einen Schutz der Innenräume wegen Fluglärmeintrag leisten. 5.7.5 Prüfung der möglichen Schallminderungsmaßnahmen Da die Orientierungswerte der DIN 18005 für Mischgebiete durch den Straßen- und Schienen- verkehrslärm, sowie auch die Sanierungsschwellenwerte überschritten werden, sind in dem Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ an der Neusser Straße umfängliche Schallminderungs- maßnahmen erforderlich. Auch in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ liegen an der Simonskaul sowie im nördlichen Randbereich Überschreitungen der Orientierungswerte vor, die für Teilbereiche die- ser Gebiete Schallminderungsmaßnahmen erfordern. Grundsätzlich sind dabei die folgenden Handlungsoptionen zu prüfen: - 29 - / 30 - Einhalten von Mindestabständen, - Differenzierte Ausweisung von Baugebieten, - Aktive Schallschutzmaßnahmen, - Passive Schallschutzmaßnahmen an den schutzwürdigen Nutzungen. Das Einhalten von Mindestabständen scheidet als Lösungsansatz teilweise aus, da dies keine Straßenrandbebauung an der Neusser Straße und an der Simonskaul ermöglichen würde. Aus stadtbaugestalterischen Gründen soll entsprechend der Umgebung eine straßenbegleitende Bebauung umgesetzt werden. Eine Blockrandbebauung mit überwiegend geschlossener straßenbegleitender Bauflucht ist für Weidenpesch an der Neusser Straße prägend. Diese städtebauliche Form schirmt zudem die geplante Bebauung des Blockinnenbereichs und die dortigen Außenwohnbereiche vor Straßenverkehrslärm wirksam ab und hat damit eine Schallschutzfunktion für den Innenhof. Eine straßenbegleitende Bebauung in offener Bauweise ist für die Simonskaul präg end und soll daher auch im Plangebiet fortgeführt werden. Hinsichtlich des Schienenverkehrslärms wird durch das Einhalten größerer Abstände zur ge- planten KVB-Zulaufstrecke eine Schallpegelminderung erreicht, die für den größten Teil de r Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ eine Einhaltung der Orientierungswerte gewährleis- tet. Innerhalb des Plangebietes, das überwiegend einer Wohnnutzung zugeführt werden soll, wer- den keine Baugebietsausweisungen festgesetzt, die eine Wohnnutzung aus Gründen des Im- missionsschutzes in bestimmten Bereichen ausschließen. Ziel der Planung ist es, durch Nach- verdichtung eine überwiegende Wohnbebauung zu ermöglichen, um dem aktuellen Wohn- raumbedarf gerecht zu werden. Aufgrund der räumlich engen Zuordnung zwischen Emittenten und I mmissionsorten und auf- grund der geplanten Gebäudehöhen sind aktive Schallschutzmaßnahmen in Form von Lärm- schutzwänden an den Grundstücksgrenzen städtebaulich für das Plangebiet nicht geeignet, da sie die geplante Bebauung von der Umgebung abschotten würden und sich städtebaulich mit einer hohen Störwirkung für das Orts- und Landschaftsbild darstellen würden. Lärmschutz- wände müssten, um auch die oberen Geschosse zu schützen, eine Höhe von bis zu 18 m über dem Straßenniveau erreichen, was städtebaulich offensichtlich unverträglich ist. Für das Plangebiet kommen somit aus städtebaulichen Gründen passive Schallschutzmaß- nahmen in Betracht, die den erforderlichen Schallschutz in den Gebäuden in Form von Min- destanforderungen an das resultierenden Schalldämmmaß der Außenbauteile, den Einbau schallgedämmter Lüftungsanlagen und soweit erforderlich in Form einer Grundrissorientierung zu den lärmabgewandten Gebäudeseiten sicherstellen. Der nach DIN 4109 maßgebliche Au- ßenlärmpegel errechnet sich dabei aus der Summe der jeweils ungünstigeren Beurteilungs- pegel (tags oder nachts) der maßgeblich auf die Planbebauung einwirkenden Emittentenarten Straßenverkehrslärm, Schienenverkehrslärm, Gewerbelärm. Die Wohnbebauung in einem stark lärmbelasteten Bereich ist dennoch gerechtfertigt, um dem stadtentwicklungspolitischen Ziel gerecht werden zu können, ein ausreichendes Wohnungs- angebot bereit zu stellen, und um dem Grundsatz zu entsprechen, mit Grund und Boden spar- sam und schonend umzugehen (§§ 1 Absatz 5 und 1a Absatz 2 BauGB). Insbesondere auch im Sinne einer optimierten Ausnutzung der Infrastruktur aufgrund der sehr guten Anbindung des Plangebietes an den ÖPNV ist eine Ansiedlung von Wohnen in verdich- teter Bauweise in lärmvorbelasteten innerstädtischen Bereichen, wie sie hier erfolgen soll , stadtentwicklungspolitisch erforderlich und gerechtfertigt. - 30 - / 31 Darstellung der Lärmpegelbereiche im Plan Nach DIN 4109 werden Lärmpegelbereiche unterschieden, die jeweils eine Spanne maßgeb- licher Außenlärmpegel von 5 dB(A) umfassen: Lärmpegelbereich maßgeblicher Außenlärmpegel in dB(A) I ≤ 55 II 56 – 60 III 61 – 65 IV 66 – 70 V 71 – 75 VI 76 – 80 VII > 80 Die Lärmpegelbereichsgrenzen werden in der Planurkunde bei angenommener freier Schal- lausbreitung mit den maximalen Pegeln dargestellt. Die aus den maßgeblichen Außenlärmpe- geln resultierenden Nachweise zur Schalldämmung (resultierendes Schalldämm-Maß) der Au- ßenbauteile sind im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens durch die Eignung der gewähl- ten Gebäudekonstruktionen, einschl. Fenster und Nebeneinrichtungen, wie Rolll adenkästen, etc. nach DIN 4109 „ Schallschutz im Hochbau", anhand der prognostizierten maßgebl ichen Außenlärmpegel an den jeweiligen Fassaden zu führen. 5.7.6 Schutzkonzept und Festsetzungen Aufgrund der erheblichen Lärmbelastungen werden geeignete passive Schutzmaßnahmen getroffen. Allgemeine Anforderungen Gemäß § 9 Absatz 1 Nr. 24 BauGB wird festgesetzt, dass entsprechend den in der Planzeich- nung dargestellten Lärmpegelbereichen (LPB) passive Schallschutzmaßnahmen an den Au- ßenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nach DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau (Aus- gabe Januar 2018, Beuth Verlag GmbH, Berlin)) zu treffen sind. Die Minderung der zu treffen- den Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauaufsichtlichen Genehmi- gungsverfahren durch eine schalltechnische Untersuchung niedrigere Lärmpegelbereiche an einzelnen Gebäudeteilen oder Geschossebenen nachgewiesen werden. Schlafräume und Kinderzimmer Für Schlaf- und Kinderzimmer ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum eine fensterunabhängige Belüftung durch schallgedämmte Lüftungseinrichtungen bei ge- schlossenen Fenstern und Türen sicherzustellen. Nach dem allgemein anerkannten Stand der Forschung ist ein ungestörter Schlaf oberhalb eines durch Außenlärm hervorgerufenen Innen- raumpegels von 30 dB(A) nicht mehr hinreichend zu gewährleisten. Zudem muss in Schlaf- räumen auch ein ausreichender Luftwechsel gemäß DIN 4108 gegeben sein, um den Anfor- derungen an gesunde Wohnverhältnisse zu entsprechen. Die beiden vorgenannten Anfor de- rungen können bis zu einem Beurteilungspegel nachts (22-6 Uhr) von 45 dB(A) dadurch erfüllt werden, dass ein Fenster im Schlafraum (zu den Schlafräumen gehören auch die Kinderzim- mer) in Kippstellung geöffnet wird. Das in Kippstellung geöffnete Fenster bewirkt eine Schall- pegelminderung von zumindest 15 dB(A), sodass der Innenraumpegel nicht über 30 dB(A) - 31 - / 32 beträgt. Wird jedoch ein Beurteilungspegel von 45 dB(A) im Nachtzeitraum überschritten, müs- sen zur Gewährleistung gesunder Wohnverhältnisse zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten ge- schaffen werden, um den erforderlichen Luftwechsel bei geschlossenen Fenstern und Türen zu gewährleisten. Dies wird im Bebauungsplan, in dessen gesamtem Geltungsbereich Beur- teilungspegel von über 45 dB(A) nachts bei freier Schallausbreitung zu erwarten sind, entspre- chend festgesetzt. In der Praxis sind je nach Geschossebene und wirksamer Schallabschirmung durch die Bau- struktur insbesondere an den von den Straßen abgewandten Fassaden günstigere Beurtei- lungspegel zu erwarten als bei der freien Schallausbreitung. Wenn dazu im Baugenehmi- gungsverfahren ein entsprechender Nachweis geführt wird, kann der niedrigere Beurteilungs- pegel berücksichtigt werden und somit auf zusätzliche Belüftungseinrichtungen verzichtet wer- den. Schutzbedürftige Räume im Baugebiet „Wohnen / Nws“ Gewerbe“, die zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Planstraße 3 (Norden) hin orientiert sind Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Plan- straße 3 (Norden) hin orientierte, schutzbedürftige Räume im Sinne der DIN 4109-1 (Schall- schutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin)) nur zulässig, wenn ihnen als Schallschutzvorrichtung sogenannte „kalte Wintergärten“ (verglaste Balkone) oder gleichwertige Maßnahmen (z. B. vorgehängte Fassaden, verglaste Laubengänge), die nicht zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen dienen, vorgelagert sind. Die „kalten Wintergär- ten“ bzw. sonstige gleichwertige Maßnahmen sind so zu errichten, dass die Beurteilungspegel für den Gesamt-Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) auf der Innenseite der jeweiligen Schutzvorrichtung 60 dB(A) tags (06:00 – 22:00 Uhr) und 50 dB(A) nachts (22:00 – 06:00 Uhr) nicht überschreiten. Eine Gesundheitsgefahr ist dann nicht zu befürchten. Außenwohnbereiche Ein Beurteilungspegel von höchstens 62 dB(A) ist in den Außenwohnbereichen, wie zum Bei- spiel Balkonen, Loggien und Terrassen zu gewährleisten. Dieser Wert markiert die Schwelle, bei deren Überschreitung unzumutbare Störungen de r Kommunikation und der Erholung zu erwarten sind. Durch Schallschutzmaßnahmen - wie beispielsweise entsprechende Vergla- sungen mit schallabschirmender Wirkung - wird sichergestellt, dass der Beurteilungspegel von 62 dB(A) nicht überschritten wird. Störfallrecht In ca. 900 m zum Plangebiet liegt im Industriegebiet Niehl der Betriebsbereich der Fa. Carbo- sulf Chemische Werke GmbH. Im Rahmen der Umweltprüfung wurde ein Abstandsgutachten zur Störfallthematik erstellt, das herleitet, dass das Plangebiet außerhalb des angemessenen Sicherheitsabstandes liegt. Ein weiteres Abstandsgutachten im Auftrag der vorgenannten Firma kommt partiell zu einer anderen Aussage, wonach das Plangebiet möglicherweise doch unter bestimmten Bedingun- gen innerhalb des angemessenen Sicherheitsabstandes liegt. Grundsätzlich gilt es zu berücksichtigen: Zwischen der geplanten Wohnbebauung und dem Betrieb liegt in Köln -Longerich bereits eine vorhandene Wohnbebauung. Weiterhin liegt ca. 650 m entfernt vom Betrieb in südlicher Richtung das Behindertenwohnzentrum (Stiftung Dr. Dormagen) sowie in Abständen von 530 m und 680 m Sportplätze. Diese Nutzungen sind als schutzwürdig einzustufen und liegen näher am Betriebsbereich als die geplante Wohnbebau- ung. - 32 - / 33 Zudem handelt es sich bei dem Betrieb um eine Anlage, für die umfangreiche Betreiberpflich- ten wie das Bereithalten von Alarmplänen und Sicherungsmaßnahmen vorgesehen sind. Ent- sprechend steht die Zulässigkeit der geplanten Wohnbebauung auch unter störfallrechtlichen Gesichtspunkten außer Frage. Die Klärung, welcher Abstand letztendlich anzusetzen ist, kann daher parallel zum weiteren Bebauungsplan-Verfahren erfolgen. Weitere Angaben enthält der Umweltbericht unter Kapitel Nr. 6.5.12.4 Sonstige Gesundheitsbelange / Risiken. 5.8 Nebenanlagen Die Packstation an der Gemeinschaftsstellplatzanlage dient der Versorgung der künftigen Wohnhäuser. Die Grundfläche der Packstation wird im vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf eine max. Grundfläche von 17,00 m² begrenzt. 5.9 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen Dachgestaltung Als Dachformen sind nur Flachdächer vorgesehen und festgesetzt, um ein einheitliches Sied- lungsbild zu erreichen. Dabei gelten Dächer mit einer Neigung bis maximal 5° als Flachdächer. Einfriedungen Die Art der Einfriedung zum Straßenraum und zwischen den Hausgärten ist für die Freiraum- gestaltung des Wohnquartiers von großer Bedeutung. Um den einheitlichen grünen Charakter zu betonen und einen gestalterischen Zusammenhang herzustellen, sind als Einfri edungen ausschließlich standortgerechte Hecken aus einheimischen Laubgehölzen oder standortge- rechte Hecken aus einheimischen Laubgehölzen in Kombination mit Draht- oder Stabgitter- zäunen bis zu einer Höhe von maximal 1,20 m zulässig. Aufgrund der für die Entgasungsein- richtungen in der öffentlichen Grünfläche geplanten Höhe gilt für die Einfriedungen hier eine maximale Höhe von 2,50 m. Müllsammelplätze Müllsammelplätze sind als Unterfluranlagen herzustellen, oder in die Gebäude (zum Beispiel als Wandnische, im Keller, Tiefgarage, o.ä.) bzw. in oberirdische Nebenanlagen (zum Beispiel in Müllboxen, Müllhäuschen, o.ä.) zu integrieren oder zu begrünen (Berankung, Heckenein- fassung, o.ä.). Die Festsetzung dient der Vermeidung von Beeinträchtigungen des Erschei- nungsbildes der Bebauung, die eine ungeordnete Unterbringung der Abfallbehälter mit sich bringt. Werbeanlagen Werbeanlagen sind nur an Gebäuden und nur an der Stätte der Leistung mit einer Größe von jeweils nicht mehr als 1,0 x 4,0 m zulässig. Sie dürfen nicht über die Unterkante der Fenster im 1. Obergeschoss hinausragen. Werbeanlagen dürfen nicht auf den Dachflächen aufgestellt werden und nicht freistehend hergestellt werden. Werbeanlagen mit wechselnden oder be- wegten Sichtflächen sowie akustisch unterstützte beziehungsweise ausschließlich akustische Werbeanlagen sind nicht zulässig. Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdio- den(LED)-Technik oder selbstleuchtend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanla- gen dürfen nur hinterleuchtet sein. Alle vorgenannten Bestimmungen sind wie folgt begründet: Neben dem Erscheinungsbild von Gebäuden beeinflussen Werbeanlagen das Ortsbild, weil sie im Hinblick auf eine starke Auffälligkeit gestaltet werden. Um das heute vorhandene Orts- bild und die vorgesehene Wohnnutzung nicht durch Werbeanlagen übermäßig zu beeinflus- sen, werden im Bebauungsplan Regelungen getrof fen, die einen Rahmen zur Vermeidung negativer stadtgestalterischer Einflüsse festlegen, aber gleichzeitig den Erfordernissen der zu- lässigen gewerblichen Betriebe ( z. B. Büro, Gastronomie) einer angemessenen werblichen Darstellung Rechnung tragen. - 33 - / 34 6. Umweltbericht A Einleitung Für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird eine Umweltprüfung gemäß § 2 Absatz 4 Baugesetzbuch (BauGB) für die Belange nach § 1 Absatz 6 Nummer 7 und § 1a BauGB durch- geführt. Die Ergebnisse werden in einem Umweltbericht gemäß § 2a BauGB dargestellt. 6.1 Darstellung des Inhalts und wichtigster Ziele der Planaufstellung Wesentliches Ziel der Planung ist es, auf dem Gelände eine Wohnbebauung (387 WE) mit ergänzenden Nutzungen zu entwickeln. Die geplante Wohnnutzung fügt sich in das beste- hende Nutzungsspektrum des südlich angrenzenden Quartiers an der Simonskaul ein, das ebenfalls vorwiegend dem Wohnen dient. Die Bebauung gliedert sich in drei Quartiere. In dem östlichen Quartier an der Neusser Straße wird mit einer geschlossenen Blockrandbebauung ein geschützter Innenhofbereich geschaf- fen, der eine hohe Wohn- und Freiraumqualität bietet. Das nordwestliche Quartier wird durch drei zur nördlichen Grünfläche geöffnete, u-förmige Hofgebäude geprägt. Eine im westlichen Plangebiet mittig gelegene Stichstraße erschließt das Gebiet von der Simonskaul aus. Das südwestliche Quartier nimmt drei Einzelbaukörper auf, die straßenbegleitend angeordnet sind. Die öffentlichen Spielplätze liegen zentral im Quartier sowie im nördlich angrenzenden Grün- raum. Die Gebäudehöhen nehmen von der Neusser Straße aus in westliche Richtung ab und ver- mitteln damit städtebaulich zwischen den bis zu neungeschossigen Bestandsgebäuden an der Neusser Straße und dem zweigeschossigen Bestand an der Simonskaul. Die notwendigen Stellplätze werden, abgesehen von wenigen oberirdischen Stellplätzen auf einem Gemeinschaftsstellplatz, in drei Tiefgaragen untergebracht. Die Innenhöfe werden begrünt. Sie nehmen Freiflächen der Kindertagesstätte und private Spielplatzflächen sowie weitere Gemeinschaftsflächen für die Bewohnerschaft auf. Das Plangebiet umfasst auf etwa der Hälfte seiner Fläche eine ehemalige Müllaltablagerung. Voraussetzung für die Wohnbebauung ist die nutzungsbezogene Sanierung dieser Altlast, hierzu ist im Bereich der Bebauung ein vollständiger Austausch des kontaminierten Bodens vorgesehen. 6.2 Bedarf an Grund und Boden/ Fläche Tab. 2: Flächenangaben Bestandsnutzung in m² Planung in m² Grünbereiche, Gehölzflä- chen, Gärten 6.204 Wohngebiete 6.798 Verkehrsfläche 3.878 Gemeinschaftsstellplätze 784 Grünflächen 5.256 Offener Rohboden 29.572 Wohngebiete 2.897 Verkehrsflächen 123 - 34 - / 35 Bestandsnutzung in m² Planung in m² Grünflächen 26.552 Baugelände 1.018 Wohngebiete Verkehrsflächen Grünflächen 8.522 1.879 9.383 Verkehrsflächen, versiegelt 2.121 Verkehrsflächen 1.023 Summe 38.915 Summe 38.915 6.3 Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festge- legten Ziele des Umweltschutzes Als Ziele des Umweltschutzes werden die einschlägigen Gesetze, Rechtsverordnungen, Er- lasse, Verwaltungsvorschriften und „Technischen Anleitungen" zugrunde gel egt, die für die jeweiligen Schutzgüter und Umweltbelange in Bauleitplan- Verfahren anzuwenden sind. Die EU-Schutzziele finden sich im Wesentlichen umgesetzt im deutschen Bundesimmissions- schutzgesetz (BImSchG, Luftreinhalteplanung, Lärmminderung) und seinen Verordnungen, dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG – Arten-, Landschafts- und Biotopschutz) und Bun- desbodenschutzgesetz (BBodSchG – Bodenschutz, Schutz vor bzw. Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen) und seiner Verordnung sowie dem Denkmalschutzgesetz (DSchG). Auf Landesebene greifen weitere Regelungen wie die Geruchsrichtlinie Nordrhein- Westfalen (GIRL – Beurteilung von Gerüchen), das Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen (LNG NW – Schutz des Grundwasserdargebotes) sowie Verordnungen auf Ebene der B ezirksregierun- gen wie Wasserschutzzonen-Verordnungen und der Luftreinhalteplan. Auf kommunaler Ebene werden die Baumschutzsatzung und der Landschaftsplan der Stadt Köln berücksichtigt. Im Einzelnen siehe dazu die folgende Tabelle 2. Tab. 3: Ziele des Umweltschutzes Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes Gebiete von gemeinschaft- licher Bedeutung / europäi- sche Vogelschutzgebiete BNatSchG, FFH-RL Schutz prioritärer Arten, Be- achtung der Schutzziele Landschaft Landschaftsplan BauGB, BNatSchG, DSchG; LNatSchG NRW Schutzziele der LP-Schutzauswei- sung, Entwicklungsziele umsetzen; Schutz, Pflege und Entwicklung der Vielfalt, Eigenart, Schönheit und Erho- lungswert von Natur und Landschaft Pflanzen BNatSchG, LNatSchG NRW Baumschutzsatzung Stadt Köln Schutz, Erhalt und Weiterentwicklung geschützter Biotope und Naturbe- stände, Vermeidung von Eingriffen; Tiere BauGB, BNatSchG, FFH- RL, VRL, LNatSchG NRW Vermeidung Verschlechterung Erhal- tungszustand; Schutz wild-lebender Tiere und Lebensgemeinschaften, Vermeidung Tötung (Tötungsverbot) Biologische Vielfalt BauGB, BNatSchG, FFH- RL, VRL, LNatSchG NRW Erhalt wildlebender Tier- und Pflan- zenarten, Erhalt von Lebensräumen, Stärkung der Biotopvernetzung, Ent- wicklung und Wiederherstellung der - 35 - / 36 Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes Tier- und Pflanzenwelt z.B. bei Eingrif- fen; Schutz der natürlichen Lebens- grundlagen Eingriff/Ausgleich Baugesetzbuch, LNatSchG Ausgleich von Eingriffen in den Natur- haushalt; Ausgleich bzw. Ersatzmaß- nahmen nachhaltig und standortge- recht Fläche BauGB schonender Umgang mit Boden, Flä- chenrecycling Landschaft/Ortsbild Baugesetzbuch, LNatSchG Ausgleich von Eingriffen in das Land- schaftsbild; Wahrung und Entwicklung der Vielfalt, Eigenart, Schönheit und dem Erholungswert von Landschaft- und Ortsbild; Wahrung des Charak- ters der Kulturlandschaft Boden BauGB; BBoSchG, BBoSchV, LBoSchG NRW sparsamer Umgang mit Grund und Boden, Innenentwicklung; Entsiegelung; Sicherung und Entwick- lung von Bodenfunktionen, Abwen- dung schädlicher Bodenveränderun- gen und Einträge, Oberflächenwasser WHG, Wasserrahmen- richtlinie, HWRM-RL naturnahe Gestaltung von Fließge- wässern; Reinhaltung, Schutz und Pflege von Gewässern; Deckung Wasserbedarf; Vermeidung negativer Veränderungen; Sanierung; naturna- her Aus- bzw. Rückbau Grundwasser WHG, Landeswasserge- setz NW, Wasserschutz- zonen-Verordnung Versickerung von Niederschlagswas- ser, Berücksichtigung der Ge- und Verbote; Vermeidung von Einträgen; Grundwasserneubildung erhalten und verbessern Klima, Kaltluft/Ventilation Klimaschutzgesetz NRW, Klimaschutzkonzept Köln BNatDchG, LNatSchG, BWaldG, LFoG NRW Vermeidung bioklimatisch belasteter Wohngebiete, Erhalt bioklimatischer Entlastungsbereiche und Bereiche mit Kaltluftentstehung; Erhalt und Pla- nung von Frischluftzufuhr durch Grün- flächen; Verbesserung des Mikrokli- mas durch Baumpflanzungen und Grünflächen; Maßnahmen zur Klima- wandelanpassung Luftschadstoffe – Emissio- nen/Immissionen Bundesimmissionsschutz- gesetz; BauGB, 39. BIm- SchV, TA Luft; Zielwerte der LAI Schaffung und Erhalt gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse; Vermeiden von Emissionen und Konflikten; Erhalt und Verbesserung der Luftgüte; Ein- haltung Grenzwerte der 39. BImSchV Erhaltung der bestmögli- chen Luftqualität in Gebie- ten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Er- füllung von bindenden Be- schlüssen der Europäi- schen Gemeinschaft fest- BauGB; Bundesimmissi- onsschutz-gesetz; Luft- reinhalteplan Köln 2021 Einhaltung Grenzwerte der 39. BIm- SchV - 36 - / 37 Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes gelegten Immissionsgrenz- werte nicht überschritten werden Vermeidung von Emissio- nen (nicht Lärm/Luft, insbe- sondere Licht, Gerüche), sachgerechter Umgang mit Abfällen und Abwässern Bundesimmissionsschutz- gesetz; Lichterlass NW; LAI Hinweise; GIRL; LWG NRW; Vermeidung von Emissionen; Konflikt- bewältigung; Sicherstellung der sach- und fachgerechten Entsorgung Erneuerbare Ener- gien/Energieeffizienz BauGB; Beschluss Stadt- entwicklungsausschuss zur solaren Optimierung; EEG, DIN 5034; Energie- einsparVO, Beschluss des Rates der Stadt Köln zur Klimaneutralität bis 2035 (06/2021), Leitlinien Klima- schutz der Stadt Köln Energieeffizient Planen, Verringerung / Vermeidung von Klimagas-Emissio- nen, energetisch optimierte Baustan- dards Lärm Bundesimmissionsschutz- gesetz; TA Lärm; DIN 4109; DIN 18005; DIN 45691; 16. BImSchV; Frei- zeitlärmerlass; 18. BIm- SchV, BauGB; Lärmakti- onsplan Stufe III Einhaltung der Orientierungs-, Richt- und Grenzwerte; Konfliktvermeidung durch Planung; Trennungsgrundsatz; Einhalt und Sicherung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse Altlasten BauGB; BBoSchG, BBoSchV, LBoSchG NRW, LAWA-Richtlinie, LAGA Anforderungen Vermeidung von Gefährdung durch die Wirkpfade Boden-Mensch, Boden- Luft, Boden-Grundwasser; Sanierung; Erschütterungen Bundesimmissionsschutz- gesetz; Abstandserlass; DIN 4150 Teil 1 und 2 Einhaltung der Werte der DIN 4150 Teil 2; Konfliktvermeidung Gefahrenschutz: - Hochwasserschutz - Störfallrecht - Magnetfeldbelastung - Starkregenvorsorge WHG, LWG NRW, HWRW-RL; Hochwasser- schutzG II Seveso-III-Richtlinie; KAS- 18, BImSchG; 12. BIm- SchV Bundesimmissionsschutz- gesetz, Abstandserlass NW, städtischer Vorsorge- wert WHG Hochwassersichere Baugebiete, Hin- weis auf Hochwasserrisikogebiete; Hochwasserrisikoprophylaxe Einhaltung von Achtungs- und ange- messenen Sicherheitsabständen Einhaltung ausreichender Abstände zu sensiblen Nutzungen Hinweis auf Starkregenbetroffenheit; Ableitung von Niederschlagswasser; Verhindern von Starkregengefahren Besonnung / Belichtung Positionspapier „Versor- gung mit Tageslicht / Be- sonnung“ im Stadtpla- nungsamt Köln, 10/2021 Sicherung gesunder Wohnverhält- nisse Kultur- und sonstige Sach- güter BauGB, Denkmalschutz- gesetz; BNatSchG Vermeidung der Beeinträchtigung von Bau,- Klein und Bodendenkmälern; Naturdenkmalen, Resten historischer - 37 - / 38 Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umweltschutzes Kulturlandschaften oder deren Be- standteilen Grenzüberschreitende Auswirkungen von Bebauungsplänen oder Flächennutzungsplan- Än- derungen sind in Köln aufgrund der Lage in großem Abstand zu Landesgrenzen nicht zu er- warten. Raumbedeutsame Planungen werden mit den angrenzenden Gemeinden abgestimmt. B Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen 6.4 Grundlagen Die Untersuchungstiefe der Umweltprüfung orientiert sich in Übereinstimmung mit der Formu- lierung in § 2 Abs. 4 Satz 3 BauGB an den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“. Geprüft wird, welche erheblichen Auswirkungen durch die Umsetzung des Bebauungsplanes auf die Umweltbelange entstehen können und welche Einwirkungen auf die geplanten Nutzungen im Geltungsbereich aus der Umgebung erheblich einwirken kön- nen. Hierzu werden vernünftigerweise regelmäßig bzw. dauerhaft erhebliche anzunehmende Einwirkungen geprüft, nicht jedoch außergewöhnliche und nicht vorhersehbare Ereignisse. Für die konkreten Vorhaben werden Regelungen zur Bauphase gemäß den einschlägigen Vorschriften und Normen im nachfolgenden Baugenehmigungsverfahren getroffen. Entspre- chend beinhaltet diese Prüfung nicht die Untersuchung von Auswirkungen der Bauphase. Es werden durch die Umsetzung der Planung keine Techniken oder Stoffe eingesetzt und verwendet, die zu erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen führen werden. Weiterhin werden bei Vorliegen mehrerer Planungen in räumlicher Nähe kumulierende Um- weltauswirkungen beschrieben. 6.4.1 Beschreibung derzeitiger Umweltzustand – Bestand Das Plangebiet war bis 2020 auf einer Fläche von ca. 1,6 ha für gewerbliche Zwecke und Wohnen genutzt. Die Nutzungen sind inzwischen aufgegeben. Die inzwischen abgebrochene Bebauung wies hier ein- bis zweigeschossige Bauten einfacher Ausführung auf. Diese waren mit Lager- und Stellflächen umgeben, das Gebiet ist nahezu vollständig versiegelt. Teils waren Abfallablagerungen, insbesondere von Altreifen vorhanden, die inzwischen ordnungsgemäß entsorgt wurden. Im Nordwesten befinden sich asphaltierte Verkehrsflächen eines ehemaligen Verkehrsübungsplatzes, die mit Rasenflächen gegliedert sind. Die vorgenannte Bebauung befand sich auf dem o. g. Altablagerungskörper. Weitere ca. 0,6 ha waren Hausgärten, die jetzt nicht mehr bewirtschaftet werden. Westlich der Gärten befand sich an der Simonskaul ein eingeschossiges Einfamilienhaus. Ca. 1,5 ha des Plangebiets an der Neusser Straße sind ruderalisierte (Brach-) Flächen. Ca. 0,2 ha sind vorhandene Verkehrsflächen. Das Gelände fällt von West nach Ost um ca. 2 m ab. - 38 - / 39 6.4.2 Beschreibung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung – Null- variante Bei einer Nichtdurchführung der Planung bliebe der bestehende Zustand überwiegend, insbe- sondere im Bereich der ehemaligen Altablagerung, erhalten. Die dort befindlichen ca. 16.000 qm versiegelten Flächen blieben als Brachflächen bestehen, die Altablagerung würde nicht saniert. Für den ca. 6.200 qm großen südlichen Teil des Plangebiets (ehemalige Hausgärten) ist ggfs. von einer Bebauung auszugehen. Hier wurde in der Vergangenheit bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Wohnbebauung erteilt. Die restlichen Flächenanteile würden sich nach und nach durch Sukzession zu einem Strauch- gehölz mit dominierendem Brombeerbestand entwickeln. 6.4.3 Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung Bei Durchführung der Planung würden die unter Nr. 5.1 beschriebenen Bau- , Bepflanzungs- und Erschließungsmaßnahmen umgesetzt werden. Zunächst würde die vorhandene Bebauung geräumt und die bestehende Altablagerung sa- niert. Danach würde sich der Südteil des Vorhabengebiets auf einer Gesamtfläche von rund 2,5 ha als Wohngebiet mit circa 390 Wohnungen/ circa 800 Bewohnerinnen und Bewohnern darstel- len. Die Bebauung w ürde einschließlich der Straßen und Wege ca. 13.900 qm versiegelter bzw. unterbauter Fläche aufweisen, davon ca. 2.800 qm intensiv begrünte Tiefgaragen und ca. 4.350 qm extensiv begrünte Dachflächen. Die Vollversiegelung im Vorhabengebiet würde somit um ca. 8.800 qm gegenüber dem Bestand verringert. Der Nordteil des Plangebietes auf einer Fläche von 1, 1 ha würde als naturnahe Parkanlage mit hohem Gehölzanteil hergerichtet. Auf 0,3 ha Fläche würden außerhalb des Vorhabengebiets des VEP durch die Stadt Köln Rad- wege errichtet. 6.5 Umweltbelange gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstaben a – j und § 1a BauGB 6.5.1 Tiere (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Jahr 2017 wurde eine Artenschutzvorprüfung (ASP I) erstellt [ Dr. Raskin, Aachen, 2017]. Das Gutachten kommt zu der folgenden Bestandseinschätzung. Das Plangebiet liegt auf dem zweiten Quadranten des Messtischblatts Köln (5007-2). Für den Quadranten sind insgesamt 24 planungsrelevante Arten gemeldet. Das Gros der Arten stellen die Vögel mit 20 Arten. Hinzu kommen eine Fledermausart als Vertreterin der Säugetiere, zwei Amphibienarten sowie ein Vertreter aus der Gruppe der Schmetterlinge. Das Fundortkataster @LINFOS des LANUV enthält keine Informationen zu konkreten Fundpunkten planungsrele- vanter Arten im 500 m - Radius um das Plangebiet. Darüber hinaus wurde ein weiteres Gut- achten als Informationsquelle hinzugezogen. Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) der Kölner Verkehrs-Betriebe AG wurde u.a. die Fauna untersucht. - 39 - / 40 Das B-Plangebiet stellt einen Teil deren Untersuchungsraumes dar, für den verschiedene Tier- gruppen (Vögel, Amphibien, Reptilien und Fledermäuse) kartiert wurden. Die Revierkartierung der Brutvögel im Jahr 2013 wurde im Hinblick auf Brutnachweise und Beobachtungen ausge- wertet. Ein Brutnachweis des Gimpels wurde „innerhalb des geschützten Landschaftsbestand- teils ‚Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch’ nördlich des Plan ge- biets registriert“ (KVB 2015). Im gleichen Bereich wurde ein Grünspecht beobachtet. Der Haussperling war als Brutvogel „in Einzel- und Reihenhäusern, einzelnen Gewerbetrieben sowie Kleingartenanlagen an den Straßen ‚Simonskaul’ und ‚Neusser Straße’ anzutreffen“. Die Klappergrasmücke wurde in der Kleingartenanlage zwischen der Straße Simonskaul und der Neusser Straße sowie auf Strauchgruppen östlich der Eisenbahnüberführung Neusser Straße beobachtet. Reptilien- und Amphibiennachweise im B -Plangebiet wurden nicht erbracht. Im Jahr 2013 fanden darüber hinaus Detektorbegehungen zur Erfassung von Fledermäusen statt. Es konnten drei Fledermausarten nachgewiesen werden: Der Große Abendsegler, die Rau- hautfledermaus und die Zwergfledermaus. Ergänzend zu der oben erläuterten Datenabfrage und der Auswertung der UVS wurden zur Beurteilung der Habitatausstattung eigene Gelände- begehungen durchgeführt. Im Plangebiet sind die LANUV -Lebensraumtypen „Kleingehölze, Alleen, Bäume, Gebüsche, Hecken“, „Gärten, Parkanlagen, Siedlungsbrachen“, „Fettwiesen und -weiden“ und „Gebäude“ zu betrachten. In diesen Lebensraumtypen können 20 der auf dem Messtischblattquadranten gemeldeten planungsrelevanten Arten potenziell vorkommen. Bei einigen Arten kann ein Vor- kommen aufgrund ihrer speziellen Habitatansprüche in Verschneidung mit der Habitatausstat- tung vor Ort sicher ausgeschlossen werden. Für einige planungsrelevante Vogelarten können die Biotoptypen im B -Plangebiet potenziell als Nahrungshabitat dienen. Für diese Arten ist eine potentielle Betroffenheit im Sinne einer erheblichen Störung ausgeschlossen. Das Vor- kommen der Zwergfledermaus war an einigen der inzwischen abgebrochenen Bestandsge- bäude möglich. Im Zuge der Abbruchmaßnahmen wurde jedoch keine Besiedelung festge- stellt. Für die Bodensanierung war eine separate Artenschutzprüfung der Stufe 1 erforderlich [Öko- plan – Bredemann und Fehrmann, 2022]. Es lässt sich zusammenfassen , dass ein Vorkom- men und eine artenschutzrechtlich relevante Betroffenheit für die planungsrelevante Art Wech- selkröte nicht ausgeschlossen werden können. Zur Verhinderung des Eintretens artenschutz- rechtlicher Verbotstatbestände sind die in Kapitel 8 der ASP aufgeführten Schutz- und Ver- meidungsmaßnahmen zu beachten. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Im Ergebnis der ASP I ist ein potenzielles Vorkommen als planungsrelevante Art im Plangebiet nur für die Zwergfledermaus anzunehmen. Von Fortpflanzungs- und Ruhestätten einzelner häufiger und ungefährdeter europäischer Vogelarten im B-Plangebiet ist außerdem auszugehen. Die Gehölzstrukturen bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Nistplatzanlage. Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Hier wurde bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Bebauung nach § 34 BauGB erteilt. Im Zusammenhang damit würde der Baumbestand gerodet, es entfielen Nistplätze für europäische Vogelarten. Diese würden im Zuge der nach Baumschutzsatzung vorzunehmenden Ersatzpflanzungen teilweise ersetzt. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: - 40 - / 41 Bei Umsetzung der Planung entfallen die vorgenannten Baumbestände im Süden des Plan- gebietes. Der Gebäudebestand wurde bereits abgebrochen. Es entstehen neue Wohngebiete und Verkehrsflächen. Es entfallen zudem 1,5 ha Ruderalflächen. Ca. 1,1 ha Grünflächen wer- den zum Ausgleich neu angelegt. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Aus artenschutzfachlicher Sicht empfiehlt sich bezüglich aller europäisch geschützten Vogel- arten durch ein Zeitfenster für die Baufeldfreimachung auszuschließen, dass sie in der nächs- ten Brutperiode ihr Nest in den zu entnehmenden Gehölzen anlegen und Einzelindividuen während der Bauarbeiten zu Schaden kommen. Die Baufeldräumung (Entnahme der Gehölze) ist deshalb außerhalb der Brutperiode europäischer Vogelarten durchzuführen. Es ergibt sich ein Zeitfenster zwischen Ende August und Ende Februar, unter dessen Beachtung die Wahr- scheinlichkeit des Tötens von Einzelindividuen durch das Vernichten von Nestern oder Bruten bei der Baufeldräumung ausgeschlossen wird. Der Abbruch der Gebäude wurde im Zeitraum von Ende Oktober bis Ende Februar durchgeführt und lag damit in der Zeit der Winterruhe der potenziell betroffenen Zwergfledermaus. So k onnte ausgeschlossen werden, dass Tiere zu Schaden kommen. Da durch den Abbruch der alten Gebäude potenzielle Sommerquarti ere für die Zwergfleder- maus wegfallen können, ist ein Ersatz von Spaltenquartieren notwendig. Diese funktionserhal- tenden vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen sollten spätestens in der auf den Abbruch der Gebäude folgenden Fortpflanzungsperiode der Zwergflederm aus wirksam sein. 15 Fleder- mauskästen sind an geeigneten Bereichen und Stellen der umliegenden Bestandsgebäude (möglichst in direkter Umgebung) aufzuhängen. Einzusetzen sind Flachkästen, vorzugsweise 2 verschiedene Typen (z.B. Fledermausuniversal -Sommerquartier 1FTH und Fledermaus - Sommerfassadenquartier 1FQ der Firma Schwegler oder Fledermaus -Fassadenflachkasten und Fledermausspaltenkasten der Firma Hasselfeldt). Ferner sind als Ersatz für entfallende Brutplätze des Haussperlings 15 Kästen für Nischenbrüte r (z. B. Sperlingskoloniehaus Typ 1SP der Firma Schwegler oder Typ SPMQ der Firma Hasselfeldt). In den Bebauungsplan wird ein entsprechender Hinweis aufgenommen. Für die bereits entfernten Bauten und Bäume, welche in direktem Zusammenhang mit der Bodensanierung stehen, wurden im Rahmen einer „worst-case“-Betrachtung vorab je 15 Fle- dermaus- und Haussperlingsnisthilfen an der KVB Hauptwerkstatt in Köln- Weidenpesch (Mönchsgasse 25) installiert. Diese sind dauerhaft in ihrer Funktion zu erhalten. Um sicherzustellen, dass die Tiere und deren Fortpflanzungsstadien nicht getötet werden, ist eine ökologische Baubegleitung für die Dauer der Baumaßnahme hinzuzuziehen. Diese hat zu gewährleisten, dass die entsprechenden Verbotstatbestände des § 44 (1) Bundesnatur- schutzgesetz nicht berührt werden. Sollten auf den betroffenen Flächen Kreuz- oder Wechselkröten oder andere Tiere besonders geschützter Arten festgestellt werden, so ist der Antragsteller verpflichtet, die weiteren Tätig- keiten unverzüglich einzustellen und umgehend mit der Abteilung Untere Naturschutzbehörde Kontakt aufzunehmen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Bewertung: Unter Berücksichtigung der vorgenannten Vermeidungs- und vorgezogenen Ausgleichsmaß- nahmen werden die artenschutzrechtlichen Anforderungen gemäß § 44 BNatSchG eingehal- ten, eine erhebliche Betroffenheit streng geschützter Arten entsteht durch die Planung nicht. - 41 - / 42 6.5.2 Pflanzen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Die nicht durch Bebauung belegten Teile des Plangebietes lassen sich hinsichtlich der vor- handenen Vegetation wie folgt beschreiben: Im Nordwesten des Plangebietes ist vorwiegend Ruderalvegetation auf dem vorhandenen Alt- ablagerungskörper anzutreffen. Gehölze sind im nördlichen Randbereich vorhanden. Dabei dominieren Pionierarten wie Weiden, Birke, Robinie und Brombeere. Alte bodenständige Ge- hölze sind nicht vorhanden. Südlich des Altablagerungs geländes sind verwilderte Gärten mit größerem Gehölzbestand vorherrschend. Dabei handelt es sich um insgesamt 50 Bäume, von denen 39 nach der Baumschutzsatzung geschützt sind. Es sind überwiegend Laubbäume vor- handen, unter denen Weiden (19 Stück) und Vogelkirschen (7 Stück) am häufigsten vorkom- men. Sechs Bestandsbäume sind Fichten. Der Bestand hat bis auf 5 Einzelexemplare eine mittlere bis geringe Vitalität . Im Nordosten des Plangebiets befindet sich Ruderalvegetation unterschiedlicher Stadien der Sukzession mit geringem Baumbestand. Es sind zahlreiche Brombeersträucher vorhanden. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Hier wurde bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Bebauung nach § 34 BauGB erteilt . Im Zusammenhang damit wird der Baumbestand gerodet. Es sind Ersatzpflanzungen nach der Baumschutzsat- zung vorzunehmen. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Bei Umsetzung der Planung entfallen die vorgenannten Baumbestände im Süden des Plan- gebietes. Der Gebäudebestand im Außenbereich ist bereits abgebrochen, die Flächen werden im Zuge der S anierung der Altablagerung entsiegelt. Es entstehen neue Wohngebiete und Verkehrsflächen. Es entfallen zudem 1,5 ha Ruderalflächen. Ca. 1,1 ha Grünflächen werden zum Ausgleich neu angelegt. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Im Rahmen der Planung werden die Gehölzbestände im Norden des Plangebietes erhalten und durch heimische, standortgerechte Anpflanzungen ergänzt (Ausgleichsflächen „A1“). Dies dient der Eingriffsminderung und dem Ausgleich. Die Eingriffe in vorhandene Vegetation wer- den nicht vollständig durch Neupflanzungen im Plangebiet ausgeglichen. Es besteht ein ex- terner Ausgleichsbedarf. Außerdem können durch die nach Baumschutzsatzung der Stadt Köln geschützten Bäume Ersatzpflanzungen erforderlich werden, die nicht innerhalb des Plan- gebietes realisiert werden können. Zu den Ersatzmaßnahmen gehören insbesondere die Anpflanzung von heimischen, standort- gerechten Solitärbäumen in den Verkehrs- und Grünflächen, die intensive Begrünung der Flä- chen von Tiefgaragen (ca. 2.600 m²) sowie die extensive Dachbegrünung (min. 4.350 m²). Der Grünordnungsplan zu diesem Bebauungsplan definiert die folgenden Ausgleichsmaßnah- men: A1: Herstellung eines extensiven Wiesenstreifens In den festgesetzten Flächen A1 ist eine extensive Wiese EA 1 (LW 41111) anzupflanzen. Wegeflächen zur Erschließung der öffentlichen Grünfläche sind zulässig. - 42 - / 43 A2: Strauchpflanzung Innerhalb der festgesetzten Flächen A2 sind einheimische und standortgerechte Strauchgrup- pen BB 1 (GH 51) zu pflanzen. A3: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A3 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) anzupflanzen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen durch einen Bodenaustausch mit einer Tiefe von 1,50 m herzustel- len. A4: Herstellung eines Laubmischwaldes In den festgesetzten Flächen A4 ist ein Laubmischwald AX 11 (GH 3131) anzupflanzen. Bei der Anpflanzung des Laubmischwaldes sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. A5: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A5 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) auf 60 % der Gesamtflä- che anzupflanzen. Weiter ist in der festgesetzten Fläche A5 ein Wiesensaum EA 1 (LW 41111) auf 40 % der Gesamtfläche herzustellen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Boden- austausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. A6: Herstellung eines extensiven Rasens In den festgesetzten Flächen A6 ist ein extensiver Rasen EA 31 (LW 41112) anzupflanzen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. A7: Straßenbaumpflanzung im Bereich der Simonskaul Innerhalb der ausgebauten Straße Simonskaul sind 6 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. Weiterhin werden im Bebauungs- plan folgende Begrünungsmaßnahmen festgelegt, welche durch Grünordnungsplan definiert wurden: M1: Begrünung der Jugendfreizeitanlage Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Freizeitanlage“ ist eine Ra- senfläche EA 31 (LW 41112) auf mindesten 60 % der Gesamtfläche herzustellen. Ausgenom- men hiervon sind Flächen mit Freizeitgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und techni- schen Aufbauten. Darüber hinaus sind auf der betreffenden Fläche mindestens drei großkro- nige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Bei der Pflanzung der Laubbäume ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bo- denaustausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grundfläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M2: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A6 sind insgesamt mindestens 10 großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Hierbei ist jeweils über die Vorgabe des Qualitätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaustausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grundfläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M3: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A1 sind insgesamt mindestens zwei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - 43 - / 44 M4: Begrünung Kinderspielplatz (Parkanlage) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspielplatz“ sind insge- samt mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeich- nung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M5: Begrünung Kinderspielplatz (Planstraße 2) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspielplatz“ sind insge- samt mindestens fünf großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens sechs Soli- tärsträucher zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. M6: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M6 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M6 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M7: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M7 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M7 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M8: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M8 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M8 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M9: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M9 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M9 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens drei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M10: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M10 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M10 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens ein Solitärstrauch zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. M11: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M11 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M11 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 10 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wege, Abfallbehälter, Bänke und technische Aufbauten. M12: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im Baugebiet „Wohnen 1“ sind mit einer extensiven Dachbe- grünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Dachterras- sen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrünung zulässig. M13: Begrünung der Kita-Freifläche - 44 - / 45 Innerhalb der privaten Kita- Freifläche sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Die Einfriedungen der Kita -Freiflä- che sind mit Heckenpflanzen zu begrünen. M14: Begrünung von Tiefgaragen Der obere Abschluss der Tiefgaragen (TGa) und der unterirdischen Gebäudeteile im gesamten Plangebiet sowie Freiflächen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ und „Wohnen / Nws Gewerbe“, soweit diese nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielgeräte und sonstigen Nebenanla- gen überbaut werden, sind zu begrünen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer mindestens 60 cm tiefen Bodensubstratschicht, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. Die Stärke der Bodensubstratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der festgesetzten Tiefagarage ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. M15: Pflanzung von Laubbäumen Innerhalb der festgesetzten Flächen für das Gehrecht (G1) sind jeweils mindestens drei Laub- bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Die Stärke der Bodensubstratschicht der Baumpflanzun- gen im Bereich der festgesetzten Tiefagarage ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Fil- ter- und Drainschicht, auszubilden. M16: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im festgesetzten Baugebiet “Wohnen 2“ sowie der Gebäude im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind mit einer extensiven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrü- nung zulässig. M17: Begrünung der Gemeinschaftsstellplatzflächen Innerhalb der Fläche M 17 sind mindestens acht großkronige Bäume BF 41 (GH 742) und Strauchhecken BB 1 (GH 411) aus standortgerechten Heckenpflanzen anzupflanzen. Es ist nur eine Laubbaumart zulässig. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich darg e- stellt. M18: Straßenbaumpflanzungen Innerhalb der Planstraße (1) sind mindestens 21 und in der Planstraße (2) mindestens zwei Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dar- gestellt. Bewertung: Unter Beachtung der Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen hat die Planung geringe Aus- wirkungen auf das Umweltgut Pflanzen. 6.5.3 Fläche (§ 1 Absatz 6 Nr. 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Bis 2021 waren rund 1,6 ha des rund 3,9 ha großen Plangebiets als Baugebiete in Anspruch genommen. Derzeit handelt es sich hier um versiegelte, jedoch nach dem Abbruch der Ge- bäude nicht mehr bebaute Brachflächen. Weitere rund 0,6 ha sind ehemalige Hausgärten. Ca. - 45 - / 46 0,2 ha sind vorhandene Verkehrsflächen einschl. Bahnanlagen. Rund 1, 5 ha sind Grün- und Gehölzflächen. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Hier wurde bereits einmal ein positiver Vorbescheid für eine Bebauung nach § 34 BauGB erteilt. Im Zusammenhang damit wird zusätzliche Fläche baulich in Anspruch genommen. Die übrigen Flächen im Plan- gebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Gemäß der Planung sind wie im Bestand rund 1,6 ha als Baugebiete genutzt. Rund 0,8 ha, somit rund 0,5 ha mehr als im Bestand, sind als Verkehrsflächen genutzt. Zu dem Aufwuchs an Verkehrsfläche tragen ein Radschnellweg m it 0,3 ha sowie die innere Erschließung im Plangebiet mit 0,2 ha bei. Es verbleiben bzw. entstehen 1,5 ha Grünflächen. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Im Rahmen der Planung bestehen im Plangebiet selbst keine Möglichkeiten, die Flächenin- anspruchnahme hier wesentlich geringer zu gestalten und zugleich die notwendige hohe Zahl von Wohnungen zu errichten. Es handelt sich um eine hoch verdichtete Bebauung, eine weitere Reduzierung der Flächen ist nur unter Verzicht auf Wohngebäude möglich. Bewertung: Die Planung erreicht eine leichte Erhöhung des Grünflächenanteils im Plangebiet um 0,1 ha. Durch die verdichtete Bebauung auf einer sanierten Altablagerung wird ein Beitrag dazu ge- leistet, den Nutzungsdruck durch den Wohnungsbau im unbebauten Außenbereich zu ver- mindern. 6.5.4 Boden (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Gemäß geologischer Karte des Landes NRW stehen im Plangebiet f luviatile Ablagerungen des Rheins an. Hierbei lagern holozäne Hochflutsedimente (Hochflutlehm) pleistozänen Ter- rassensedimenten (Niederterrasse des Rheins) auf. Die Hochflutsedimente bestehen überwiegend aus schluffigem Sand bis sandigem Schluff und weisen nur eine geringe Mächtigkeit von bis zu 2 m auf. Die Terrassensedimente sind grobkörniger und bestehen vornehmlich aus Kies und Kiessand. Die Mächtigkeit der Niederterrassensedimente liegt bei etwa 20 m bis 25 m. Das unterlagernde Tertiär besteht überwiegend aus feinkörnigen Sanden mit eingeschalteten Tonlagen und Braunkohleflözen. Gemäß Geologischer Karte liegt das Untersuchungsgebiet im auf Braunkohle verliehenen Grubenfeld „Glanzstoff 1“. Über einen Braunkohleabbau im Untersuchungsgebiet liegen keine Informationen vor. - 46 - / 47 Gemäß der Bewertung der Schutzwürdigkeit (3. Auflage) der Bodenkarte NRW BK 50 handelt es sich bei den potenziell, außerhalb des Altablagerungskörpers noch vorhandenen natürli- chen Böden im Osten des Plangebiets an der Neusser Straße um tiefgründige Sand- oder Schuttböden mit hoher Funktionserfüllung als Biotopentwicklungspotenzial für Extremstand- orte, die Verdichtungsempfindlichkeit ist gering. Für diese Böden besteht eine hohe Schutz- würdigkeit. Die Böden im Plangebiet sind ansonsten nicht als besonders schutzwürdig einge- stuft. Der Bereich, der in der Bodenkarte innerhalb des Plangebiets entsprechend gekenn- zeichnet ist, hat eine Fläche von ca. 2.500 qm. Gemäß dem Bodengutachten von HPC (2017) weisen die Rammkernsondierungen, die inner- halb des o.g. Bereichs vorgenommen wurden auf Störungen des natürlichen Bodengefüges hin. Es wurden in einer Sondierung Betonhindernisse im Boden erbohrt, die auf Fundament - oder Bodenplattenreste früher vorhandener baulicher Anlagen schließen lassen. Die Oberbö- den unterhalb einer ca. 30 – 35 cm starken Substratschicht stellten sich nur teilweise bei zwei von fünf Sondierungen, wie nach der Bodenkarte zu erwarten wäre, als Schluff bzw. sandiger Schluff. Zwei Sondierungen wiesen Kiese bzw. Sande unmittelbar unterhalb der Substrat- schicht auf. Hier sind vermutlich Böden im Zuge früherer Nutzungen umgelagert worden. Die Schutzwürdigkeit der Böden ist somit in dem untersuchten Bereich aufgrund früherer Eingriffe nur noch eingeschränkt gegeben. Das westliche Grundstücksareal wird gewerblich genutzt. An der Geländeoberfläche stehen Auffüllungsmaterialien an. Die vorhandenen Gebäude werden vor Baubeginn abgebrochen, das Abbruchmaterial wird fachgerecht entsorgt. Die Niederterrassensedimente weisen gute bautechnische Eigenschaften auf und werden da- her oftmals als Baustoff genutzt. Gemäß den Literaturangaben wurde nördlich des Plangebiets und im Nordwesten des Gebiets selbst eine Kiesgewinnung betrieben. Hierbei wurden die Nie- derterrassensedimente großflächig ausgekoffert. Nach Erschöpfung der Lagerstätte wurde das verbliebene Restloch als Altablagerung genutzt und mit unterschiedlichen Materialien (Hausmüll, Bauschutt) wieder verfüllt. Aus dem Bodengutachten zum Plangebiet [HPC AG; 2017] sind folgende nähere Angaben zu den oberen Bodenschichten im westlichen Teil des Plangebiets entnehmbar: An der Geländeoberfläche außerhalb des gewerblich genutzten Areals steht ein durchwurzel- ter, überwiegend bewachsener, Bodenhorizont (Oberboden) mit einem schluffigen, z.T. auch kiesigen Sand und dunkelbrauner Färbung an. Hierbei handelt es sich um umgelagertes bzw. anthropogen beeinflusstes Bodenmaterial. Dieser Horizont ist locker gelagert. Neben organi- schen Anteilen weist dieses Material auch Fremdbestandteile (Ziegel, Glas, Keramik, Bau- schutt etc.) auf. Im gewerblich genutzten Areal wurde an der Geländeoberfläche oberhalb des Altablagerungskörpers überwiegend aus Bauschutt hergestelltes Tragschichtmaterial (Recyc- lingmaterial) festgestellt. Dabei handelt es sich um gebrochenes Bauschuttmaterial (Ziegel - und Betonbruch) mit vereinzelten Fremdbestandteilen (Schwarzdecke, Holz, umgelagerter Bo- den). Für das Auffüllmaterial im Bereich der Altablagerung gibt die Gefährdungsabschätzung von Mull & Partner (2020) an, dass der flächenhafte Auffüllungshorizont eine heterogene Zu- sammensetzung aufweist. Neben Bereichen, die vor allem aus Boden-Bauschutt-Gemischen bestehen, wurden in den Bohrungen im östlichen Bereich der Altablagerung organoleptisch auffällige Schlämme / weiche Massen (vermutlich Industrieabfälle) festgestellt. Das Material in den Bohrungen zeigte deutliche olfaktorische Auffälligkeiten (teerartiger Geruch, MKW -Ge- ruch). In der Analyse wurden erhöhte Konzentrationen von PAK festgestellt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei einer Nichtdurchführung der Planung wird die vorhandene Altablagerung nicht saniert. Das kontaminierte Material verbleibt vollständig im Erdreich. Die bestehenden, teils unter gesund- heitsgefährdenden Umständen ausgeübten, nur geduldeten Nutzungen auf der Altablagerung bleiben zumindest kurzfristig bestehen. - 47 - / 48 Im Südteil des Plangebietes entsteht außerhalb des Altablagerung sbereichs eine Wohnbe- bauung. Hierbei werden ca. 4.400 m² gewachsener Boden neu versiegelt. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Plangemäß wird die vorhandene Altablagerung nutzungsbezogen saniert. Hierzu werden zu- nächst die vorhandenen Flächenversiegelungen entfernt. Fü r die Wohngebiete inklusive der dazu gehörenden Freianlagen erfolgt ein vollständiger Austausch des kontaminierten Boden- materials bis in eine Tiefe von ca. 9 m . Für die Grünflächen werden mindestens die oberen Bodenschichten in einer Stärke von bis zu 1 m ausgetauscht, es wird eine Abdichtung ge- schaffen, um die gefahrlose Nutzung zu gewährleisten. Zum Sanierungskonzept s. Nr. 6.5.12.2 (Altlasten). Für die geplanten Nutzungen wird die Einhaltung der Prüfwerte der Bun- desbodenschutzverordnung sicher gewährleistet. Die bisherigen, unter erheblichen Gesund- heitsgefahren ausgeübten ungenehmigten Nutzungen werden aufgegeben. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch die vorgesehene Bodensanierung werden die bestehenden nachteiligen Umweltbedin- gungen im Plangebiet wesentlich und nachhaltig verbessert. Darüber hinaus dienen die Fest- setzungen des Bebauungsplanes der Begrenzung der Neuversiegelung auf das für den ver- dichteten Wohnungsbau notwendige Maß (Eingr iffsminderung). Durch die Entsiegelung und das Aufbringen einer belebten Bodenschicht in den Grünflächen im Norden des Plangebiets auf ca. 11.000 m² werden die Eingriffe in den gewachsenen Boden im Süden und Osten des Plangebiets auf ca. 7.000 m² ausgeglichen. Bewertung: Die Planung wirkt sich für das Umweltgut Boden positiv aus. 6.5.5 Wasser (§ 1 Absatz 6 Nr.7 a BauGB) 6.5.5.1 Oberflächenwasser Bestand (derzeitiger Umweltzustand) Oberflächengewässer sind im Plangebiet nicht vorhanden. Das Plangebiet liegt nicht in einem Überschwemmungsgebiet. Eine kleine Teilfläche im Osten des Plangebiets liegt im Hochwas- serrisikogebiet des Rheins bei extremen Hochwasserereignissen. Oberflächenwasser, das in dem ungenehmigten Baugebiet anfällt, wird derzeit ungeregelt in die Randbereiche abgeleitet und versickert dort in den Altablagerung skörper. Oberflächen- wasser versickert ansonsten in den unversiegelten Bereichen über die belebte Bodenschicht. in den Untergrund. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung entsteht im Süden des Plangebiets auf einer Fläche von rund 6.200 m² eine Wohnbebauung. Das hier anfallende Oberflächenwasser wird teilweise versickert und teilweise gedrosselt in den vorhandenen Mischwasserkanal Neusser Straße abgeleitet. Der Zustand im Bereich der ehemaligen Altablagerung bleibt unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: - 48 - / 49 Gemäß der Planung wird das nicht verschmutzte Oberflächenwasser künftig teilweise über Versickerungsanlagen in geregelter Weise in den Untergrund versickert. Dazu sind Rigolen- systeme erforderlich, da die anstehenden oberen Bodenschichten im Bestand nur eine geringe Versickerungseignung aufweisen. Für die Versickerung werden künftig ausschließlich Flächen genutzt, in denen der anstehende Boden keine schädlichen Verunreinigungen aufweist oder in denen der verunreinigte Boden zuvor gegen unproblematisches Bodenmaterial ausge- tauscht wurde. Das anfallende Oberflächenwasser von den Verkehrsflächen wird g edrosselt in den vorhandenen Mischwasserkanal Neusser Straße abgeleitet. Für den Starkregenfall (30-jährliches Regenereignis) werden die folgenden Vorsorgemaßnah- men bei der Gestaltung der Oberflächen getroffen: Öffentliche Bereiche: - Querschnittsgestaltung der Wegeflächen als V-Profil jeweils mit Mittelrinnen - Anordnung von Wannentiefpunktausbildungen abseits von Tiefgarageneinfahrten so- wie Hauseingängen - Anordnung von Doppelsinkkästen in Tiefpunkten - Offene Einleitungen in Baumscheiben bei entstehendem Aufstau - Schaffung von Überlaufmöglichkeiten in öffentliche Grünflächen Private Bereiche: Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmög- lichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Starkregenmengen auf den Dachflächen umge- setzt. Starkregen in privaten Außenanlagen der Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ werden in privaten Versickerungsanlagen (für ein 30-jährliches Regenereignis bemessen) sowie ergän- zenden Notrigolen aufgenommen. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/ -senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ an der Neusser Straße liegt der Fokus der Maßnah- men auf der Rückhaltung des Oberflächenwassers in den Dachflächen sowie der Schaffung von Rückhaltevolumina in den Außenanlagen durch entsprechende Modellierung. In Teilbe- reichen können auch hier Rigolen realisiert werden. Der Grundstücksstreifen an den öffentli- chen Verkehrsflächen entwässert bei Starkregen in diese Flächen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Im Plangebiet wird erstmals eine ordnungsgemäße Entwässerung hergestellt. Damit werden bisher vorhandene nachteilige Umweltauswirkungen beseitigt. Bewertung: Die Planung wirkt sich für das Oberflächenwasser und den Umgang damit positiv aus. 6.5.5.2 Grundwasser Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Rahmen der Baugrunduntersuchungen [HPC; 2017] wurden auch die Grundwasserverhält- nisse im Plangebiet untersucht. Die gemessenen Grundwasserflurabstände liegen in den durchgeführten Messkampagnen bei etwa 9 m bis 10 m und entsprechen damit den Literatur- angaben. Für das Untersuchungsgebiet wird eine nördliche bis nordöstliche Grundwasserfließ- richtung ausgewiesen. Bei extremen Hochwasserständen des Rheins kann diese Grundwas- serfließrichtung auch kurzzeitig abweichen und evtl. auch umkehren. - 49 - / 50 Bezüglich der Schadstoffbelastung des Grundwassers liegen Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2007 vor, auf die im Gutachten zurückgegriffen wird. Hier wurden für die Summen- parameter Tri- und Tetrachlorethen Überschreitungen des in der LA WA (2004) festgelegten Geringfügigkeitsschwellenwertes nachgewiesen. Ein Handlungsbedarf der Gefahrenabwehr wurde daraus jedoch nicht abgeleitet. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Die oben dargestellten Verhältnisse ändern sich nicht. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Durch den vorgesehenen Bodenaustausch werden die bestehenden Risiken eines Schadstof- feintrags in das Grundwasser gemindert. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch den vorgesehenen Bodenaustausch werden die bestehenden Risiken eines Schadstof- feintrags in das Grundwasser gemindert. Bei Grundwasserhaltungsmaßnahmen in der Bauphase ist die chemische Qualität des Grund- wassers im Vorfeld nochmals zu überprüfen. Ggfs. ist das geförderte Grundwasser vor Einlei- tung in den Kanal entsprechend zu reinigen. Bewertung: Die Planung wirkt sich für das Grundwasser nicht erheblich aus. 6.5.6 Luft (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) 6.5.6.1 Luftschadstoffe – Emissionen, auch Treibhausgase (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Die bisher vorhandene Gewerbenutzung emittiert e Luftschadstoffe. Unter anderem w urden Altreifen und weitere Abfälle unter freiem Himmel gelagert und umgeschlagen, was insbeson- dere auf Staubemissionen schließen lässt. Messergebnisse oder andere quantifizierende In- formationen liegen nicht vor. Die vorhandenen Heizungsanlagen waren von älterer Bauart, es handelte sich zumindest teil- weise um Ölheizungen und Kohleöfen. Die Gebäude waren schlecht gedämmt. Es entstanden Treibhausgasemissionen. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es entstehen zumindest kurz- bis mittelfristig keine wesentlichen Änderungen. Eine nach § 34 BauGB zulässige Bebauung entsteht im Südteil des Plangebiets. Diese Bebauung ist den oben genannten Emissionen ausgesetzt. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Durch die Stilllegung der vorhandenen Gewerbenutzungen und den Abbruch der Gebäude werden die vorhandenen Emissionsquellen vollständig beseitigt. Die Neubebauung löst keine Emissionen aus Gewerbenutzungen mehr aus und wird Treibhausgase, wenn überhaupt, nur in minimaler Größenordnung emittieren. Es wird von einer hoch energieeffizienten Bebauung - 50 - / 51 nach dem Stand der Technik ausgegangen, die Nutzung der Solarenergie zur Strom - und Wärmeerzeugung ist vorgesehen (s. auch Nr. 6.5.15). Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Über die in der Prognose beschriebenen Maßnahmen hinaus bestehen keine Erfordernisse. Bewertung: Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Vermeidung von Luftschadstoff- und Treibhausgasemis- sionen positiv aus. 6.5.6.2 Luftschadstoffe – Immissionen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein- Westfalen betreibt im gesamten Bundesland Messstellen zur Überwachung der Luftqualität. Di e nächstgelegene städtische Hintergrundstation befindet sich etwa 5 km nordwestlich des Untersuchungsge- biets. Die Station steht auf einer Grünfläche am nordwestlichen Rand des Kölner Vorortes Chorweiler. Die BAB A 57 verläuft westlich in etwa 1,5 km Entfernung von Südost nach Nord- west. Nordöstlich des Plangebiets befindet sich in einer Entfernung von ca. 6,3 km die vor - städtische Hintergrundstation in Leverkusen-Manfort. Die BAB A 3 verläuft ca. 300 m östlich in Nord-Süd Richtung. Eine Übertragung der Messwerte der beiden Hintergrundstationen ohne direkten Verkehrseinfluss in das Untersuchungsgebiet kann hier erfolgen. Damit ergeben sich folgende Vorbelastungswerte: - Stickstoffdioxid (NO2): 25 μg/m³ - Feinstaub PM10: 16 μg/m³ - Feinstaub PM2,5: 13 μg/m³ Da sich die Werte auf die Jahre 2016-2018 beziehen und für die Beurteilung das Prognosejahr 2030 zugrunde gelegt wird, ist die Festlegung des NO2-Vorbelastungswerts auf 25 μg/m³ und die der PM10 bzw. PM2,5 von 16 μg/m³ bzw. 13 μg/m³ eine konservative Abschätzung für das Untersuchungsgebiet. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei einer Nichtdurchführung der Planung wird die bisher bestehende Bebauung der vor ge- nannten Vorbelastung ausgesetzt bleiben. Eine gemäß § 34 BauGB zulässige Wohnbebauung wird ebenfalls der Vorbelastung ausgesetzt. Da keine Bebauung unmittelbar an der stark be- fahrenen Neusser Straße erfolgt, bleiben die Auswirkungen des Verkehrs auf dieser Straße hier außer Betracht. Der in der 39. BImSchV festgelegte NO2-Grenzwert von 40 μg/m³ im Jah- resmittel wird im gesamten Plangebiet eingehalten. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Prognose - Nullfall für das Prognosejahr 2030 werden bei einer NO2-Vorbelastung von 25 μg/m³ die höchsten NO2-Immissionskonzentrationen von bis zu 33 μg/m³ an der Bebauung der Adresse Neusser Str. 736 prognostiziert. Die NO2-Immissionszusatzbelastung beträgt etwa 8 μg/m³. Im Prognose - Planfall für das Prognosejahr 2030 werden vergleichbare Werte berechnet. Die erhöhte Verkehrsmenge im Gegensatz zum Prognose - Nullfall hat lediglich eine geringfügige Änderung der Immissionssituation an den nächstgelegenen Bebauungen zur Folge. D ie neu hinzukommende Bebauung hat ebenfalls nur geringfügige Änderungen in den strömungsdy- namischen Effekten und daher nur geringfügige Änderungen in der Immissionssituation im Untersuchungsraum zur Folge. Die durch den Parkplatzverkehr induzierten Immissionen fallen - 51 - / 52 ebenfalls geringfügig aus. Die höchsten prognostizierten NO2-Immissionskonzentrationen lie- gen an der Adresse Neusser Str. 736 bei 34 μg/m³. Die Immissionszusatzbelastung beträgt etwa 9 μg/m³. Der in der 39. BImSchV festgelegte NO2-Grenzwert von 40 μg/m³ im Jahresmittel wird im ge- samten Plangebiet eingehalten. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen aufgrund einer grenzwertüberschrei- tenden Luftschadstoffbelastung sind nach der oben genannten Prognose nicht erforderlich. Bewertung: Die Luftschadstoffbelastung wirkt sich im Plangebiet nicht in einem kritischen Umfang aus. 6.5.7 Klima (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Innerhalb des Plangebiets befinden sich derzeit ca. 1, 6 ha voll versiegelte Flächen. Die an- sonsten vorhandenen, verinselten Vegetationsflächen leisten einen Beitrag zum stadtklimati- schen Ausgleich. Das Plangebiet ist in der Planungshinweiskarte zukünftige Wärmebelastung der Stadt Köln als belastetes Siedlungsgebiet (Klasse 3) eingestuft. Die Klasse 3 stellt hierbei einen mittleren Status dar, der zwischen klimaaktiven und hoch belasteten Bereichen liegt. Das Plangebiet liegt zwischen den Wärmeinseln von Longerich (im Norden) und Weidenpesch (im Süden) Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der bestehende Zustand im Norden des Plangebiets (ca. 1, 6 ha versiegelte Flächen) bleibt unverändert. Bei Nicht-Umsetzung der Planung im Südteil des Plangebiets entstehen weitere ca. 0,4 ha versiegelte Flächen. Die stadtklimatische Situation verschlechtert sich. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Nach der vorliegenden Planung werden ca. 1,8 ha versiegelte Flächen entstehen, von denen ca. 0,4 ha Dachflächen mindestens extensiv und ca. 0,25 ha Tiefgaragenflächen intensiv be- grünt werden. Die mikroklimatisch ungünstigen voll versiegelten Flächen im Plangebiet werden somit um ca. 0,35 ha reduziert. Die bestehende stadtklimatische Ausgleichsfunktion des Ge- biets kann dadurch mindestens beibehalten werden. Aufgrund der Durchlässe zwischen einzelnen Plangebäuden ist eine gewisse Durchströmbar- keit für bodennahe Kaltluftströme gegeben. Eine Vergrößerung der Wärmeinsel von Weidenpesch wird vermutlich durch die Umsetzung der Planung nicht ausgelöst. Der Belastungsgrad der Klasse 3 wird auch nach Umsetzung der Planung voraussichtlich weiterhin im Plangebiet bestehen bleiben. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Zur weiteren Verbesserung sind Dachbegrünungen, die Schaffung von Grünflächen (auch auf Tiefgaragen) sowie strukturell wirksame Gehölzpflanzungen (ca. 0,3 ha) vorgesehen. Bewertung: Die Planung wirkt sich für Kaltluft und Ventilation nur geringfügig aus. - 52 - / 53 6.5.8 Wirkungsgefüge ... Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Wirkungsgefüge ist durch die anthropogene Prägung des Plangebietes bestimmt. Natur- nahe Bereiche mit einem entsprechenden natürlichen Gefüge kommen nicht vor. Durch die vorliegende Bodenbelastung in der ehemaligen Altablagerung ist die natürliche Wirkung des Bodens (Filterfunktionen, Wasserspeicherung etc.) innerhalb des Gesamtgefüges stark einge- schränkt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung wird keine wesentliche Änderung eintreten. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Aufgrund der Altablagerungssanierung verbessert sich die Funktion des Bodens innerhalb des Wirkungsgefüges der o. g. Umweltschutzgüter. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die Planung hat bezüglich des Wirkungsgefüges keine erheblichen nachteiligen Umweltaus- wirkungen. Bewertung: Die Planung hat durch die Altablagerungssanierung eine positive Wirkung für die Funktion des Bodens innerhalb des Wirkungsgefüges der o. g. Umweltschutzgüter. 6.5.9 Landschaft (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Landschaftsbild ist durch eine großflächige ungeregelte und in großen Teilen auch ver- wahrloste Bebauung im Plangebiet einerseits stark beeinträchtigt. Andererseits bereichern großflächige, zumeist aus verwilderten Gärten entwickelte Gehölzstrukturen das Landschafts- bild im Siedlungsrandbereich. Diese stehen jedoch wegen weitgehender Undurchdringlichkeit bzw. Einzäunung privaten Besitzes und wegen fehlender Erschließung der öffentlichen Erho- lungsnutzung nicht zur Verfügung. Darüber hinaus sind diese Grünstrukturen vermüllt und nur in geringem Maß einsehbar. Die Eignung für die Erholungsnutzung ist daher gering. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes eine Wohnbebauung entsteht. Im Zusammenhang damit wird der Baumbestand gerodet. Die- ser wird im Zuge der nach Baumschutzsatzung vorzunehmenden Ersatzpflanzungen teilweise ersetzt. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert in dem für das Landschaftsbild ungünstigen Zustand. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Nach der Umsetzung der Planung entstehen im Nordteil des Plangebiets Grünflächen mit Ge- hölzanteil, dies bilden jenseits der Neusser Str aße die Kulisse des Gebiets zum nördlich an- grenzenden Grünzug. Durch den begrünten Quartiersplatz und die ebenfalls begrünten Innen- höfe, die zu den Grünflächen hin offen sind, werden optisch wirksame Verzahnungen der Grünräume mit dem Baugebiet geschaffen. Mit dem neuen Quartier wird der Siedlungsbereich überdies zum Freiraum abgerundet. - 53 - / 54 Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die Anpflanzungen im Norden des Plangebiets haben eine Ausgleichsfunktion für den Entfall von Baumbestand im Süden des Plangebiets. Bewertung: Die Planung wirkt sich durch die Neuordnung des Siedlungsrandes positiv für das Land- schaftsbild aus. Die Erholungsfunktion wird durch die Anlage öffentlicher Grünflächen mit ho- her Aufenthaltsqualität gestärkt bzw. erstmals hergestellt. 6.5.10 Biologische Vielfalt (§ 1 Absatz 6 Nummer7 a BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand) Innerhalb des Siedlungsraums fungiert das Plangebiet in seinen gehölzgeprägten Teilarealen als Trittsteinbiotop für zahlreiche, meist jedoch ubiquitäre Tierarten. Der Bestand an Pflanzen- arten ist wenig artenreich und wird in weiten Teilen von wenig störungssensiblen Arten domi- niert. Aufgrund der Siedlungsprägung und der hohen Störintensität im urbanen Umfeld sowie durch die benachbarte B9 ist ein Vorkommen störungssensibler Tierarten unwahrscheinlich. Für die streng geschützten Arten und die europäischen Vogelarten wurden im Rahmen des Fachbeitrages zur Artenschutzprüfung mögliche Vorkommen erörtert. Hier ist mit einem Vor- kommen der Zwergfledermaus und ggfs. anderer Gebäude bewohnender Fledermausarten zu rechnen. Die ca. 1,5 ha vorhandene Gewerbebebauung sind ansonsten von geringer Bedeu- tung für Tiere. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass im Südteil des Plangebietes auf einer Fläche von rund 6.200 qm eine Wohnbebauung entsteht. Im Zusammenhang damit wird der Baumbestand gerodet, es entfallen Nistplätze für europäische Vogelarten. Diese wer- den im Zuge der nach Baumschutzsatzung vorzunehmenden Ersatzpflanzungen teilweise er- setzt. Die übrigen Flächen im Plangebiet bleiben unverändert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Süden des Plangebiets werden auf einer Fläche von ca. 2,4 ha Wohngebiete entwickelt. Ca. 1,1 ha Grünflächen werden insbesondere im Norden des Plangebiets entwickelt. Die ca. 1,6 ha vorhandenes, überwiegend ungenehmigtes Bebauungsgebiet werden zuvor beräumt und entsiegelt. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Zur Eingriffsminderung bezüglich der Auswirkungen der Planung auf die Biodiversität werden die als Trittsteinbiotope wirksamen Gehölzstrukturen am Nordrand des Plangebiets sowie eine vorhandene Magerrasenfläche erhalten. Zur Erhöhung des Biotoppotenzials tragen verschie- dene Maßnahmen bei. Die extensive Begrünung von mindestens 4.350 m² Dachfläche führt zu einem trocken- warmen blütenreichen Biotop mit relativ geringen Störeinflüssen, das An- klänge an Magerrasen und an trocken- warme Ruderalfluren aufweisen und wichtige Bio- topfunktionen übernehmen wird. Durch die Anpflanzung heimischer und standortgerechter Bäume und Sträucher wird der Artenreichtum potenziell gestärkt. Bewertung: Die Planung ist aufgrund der Inanspruchnahme überwiegend artenarmer Flächen sowie unter Beachtung der vorgesehenen Maßnahmen zur Eingriffsminderung und zum Ausgleich von ge- ringer Wirkung für die Biodiversität. - 54 - / 55 6.5.11 Erhaltungsziele und Schutzzweck der Natura-2000-Gebiete (Gebiete von ge- meinschaftlicher Bedeutung, europäische Vogelschutzgebiete) (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 b BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Weder im Plangebiet noch in seiner Umgebung sind Natura- 2000-Gebiete vorhanden. Das nächstgelegene Natura-2000-Gebiet DE Worringer Bruch (DE-4907-301) liegt ca. 7 km vom Plangebiet entfernt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der bestehende Zustand ändert sich nicht. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Umsetzung der Planung hat weder direkte noch indirekte Auswirkungen auf das Natura- 2000-Netz. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Es sind keine Maßnahmen erforderlich. Bewertung: Der Umweltbelang der Natura-2000-Gebiete ist durch die Planung nicht berührt. 6.5.12 Mensch, Gesundheit, Bevölkerung (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 c BauGB) 6.5.12.1 Lärm Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan liegt ein schalltechnisches Gutachten vor. [Ac- con Köln GmbH: Schalltechnische Untersuchung zum Bebauungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch, 15.12.2021]. Das Gutachten berücksichtigt den Straßenverkehr, Schie- nenverkehr, Gewerbelärm und Tiefgaragenlärm. Fluglärm ist als Lärmquelle im Plangebiet nach den allgemein zugänglichen Umweltdaten des Landes NRW unkritisch. Die maßgeblichen Verkehrsgeräuschquellen für das Plangebiet sind die Neusser Straße sowie die KVB-Gleistrasse. Bezogen auf den Bestand wird der Zustand bei freier Schallausbreitung beschrieben. Straßenverkehrslärm Die Lärmsituation im Untersuchungsgebiet bezüglich des Verkehrslärms auf öffentlichen Straßen wird im Einzelnen bestimmt durch den Verkehr auf den folgenden Straßen: • Neusser Straße • Simonskaul • Mönchsgasse • Jesuitengasse Zur Berechnung der Emission des öffentlichen Straßenverkehrs wurden als Belastung des Straßenverkehrs für den Planungszustand die Daten der Verkehrsuntersuchung (vgl. Kapitel 4.4) berücksichtigt. - 55 - / 56 Unter Berücksichtigung der Vorbelastung ist an der Neusser Straße der sog. Sanie- rungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag (6-22 Uhr) erreicht sowie von 60 dB(A) in der Nacht überschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) nachts werden an der Neusser Straße überschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Straße für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden nur an der Simonskaul um bis zu 7 dB(A) tagsüber und nachts überschritten. Im Inneren des Plangebietes sind die Orien- tierungswerte überwiegend eingehalten. Schienenverkehrslärm Die Lärmsituation bezüglich des öffentlichen Schienenverkehrs innerhalb des Plange- biets wird durch die geplante Zulauftrasse sowie den Stadtbahnbetrieb der KVB und die Güterverkehrstrasse der HGK bestimmt. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag wird um bis zu 10 dB(A) überschritten. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 50 dB(A) in der Nacht wird um bis zu 16 dB(A) überschritten. Der Sanierungsschwellenwert von 70 dB(A) am Tag wird straßenseitig erreicht, der Sa- nierungsschwellenwert nachts von 60 dB(A) wird überschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für WA -Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden um bis zu 1 dB(A) tagsüber, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) überschritten. Gewerbelärm Als für das Plangebiet relevante Gewerbelärmquellen wurden die südlich angrenzend an der Simonskaul gelegene Tischlerei, eine nordwestlich gelegene Motorradwerkstatt, die KVB-Werkstatt im Südwesten und einige Betriebe auf der Ostseite der Neusser Straße festgestellt. Ausgehend von konservativen Emissionsansätzen kommen die Berechnungen zu dem Ergebnis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind [Accon Köln GmbH; 2022]. Von der in der Liegenschaft Simonskaul Nr. 72 ansässigen Motorradwerkstatt sind keine Konflikte zu erwarten, da dort im Wesentlichen nur wenig geräuschintensive Montage- arbeiten innerhalb der Halle ausgeführt werden und mit ca. 100 m ein recht großer Ab- stand zu dem nächsten geplanten Wohnhaus besteht. Für den südlich des Plangebiets an der Straße Simonskaul Nr. 46 liegenden Schreine- reibetrieb kommen die Berechnungen ausgehend von konservativen Emissionsansätzen zu dem Ergebnis, dass keine Richtwertüberschreitungen im Plangebiet zu erwarten sind. Zu berücksichtigen ist, dass die zulässigen Geräuschimmissionen durch den Schreine- reibetrieb bereits derzeit durch die Bestandsbebauung - insbesondere an der Mönchs- gasse - nach oben begrenzt werden. Spitzenpegelüberschreitungen können ausge- schlossen werden. Zusammenfassend kann somit festgestellt werden, dass bei einem bestimmungsgemäßen Betrieb der Tischlerei keine Konflikte im Plangebiet zu erwarten sind. Die Beurteilungspegel liegen mit 54 dB(A) am Tag um 1 dB(A) unter dem Richtwert der TA Lärm für Allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A). Ein Nachtbetrieb findet nicht statt. - 56 - / 57 Östlich der Neusser Straße befindet sich ein Discountmarkt im Gebiet des rechtsgültigen Bebauungsplans Nr. 66509/09. Dahinter schließen sich ein Kfz -Betrieb sowie ein Lkw- Hof an. Außer dem Gelände des Discounters existieren keine weiteren Bebauungspläne. Auf- grund der gemischten Nutzung aus Wohnen und Gewerbe ist auf der Ostseite der Neus- ser Straße von einem Schutzanspruch einen MI-Gebiets im Sinne des § 6 BauNVO aus- zugehen. Das Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ westlich der Neusser Straße für hat ebenfalls diesen Schutzanspruch. Durch die sich südlich an das Plangebiet anschlie- ßende geschlossene Bestandsbebauung und die zur Neusser Straße hin ebenfalls weit- gehend geschlossen geplante Bebauung im Plangebiet ergibt sich insgesamt eine wirk- same Abschirmung für die Wohngebiete im Plangebiet, wobei von einer Pegelminderung >10 dB(A) auszugehen ist. Ein bestimmungsgemäßer Betrieb aller ansässigen Gewer- bebetriebe setzt die Einhaltung der Richtwerte der TA Lärm für MI-Gebiete von 60 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts an der deutlich naher an den Gewerbebetrieben liegenden Bestandsbebauung voraus. Aus der schalltechnischen Untersuchung zur Erweiterung der Hauptwerkstatt Weiden- pesch [I.B.U. Ingenieurbüro: Hauptwerkstatt Weidenpesch in Köln-Weidenpesch, Immis- sionstechnische Untersuchung, Deckblatt, Beurteilung der Luftschallimmissionen in der Nachbarschaft; Essen, 02.04.2015] ist entnehmbar, dass die Richtwerte der TA Lärm für Allgemeine Wohngebiete an der vorhandenen Bebauung auf der Südwestseite der Si- monskaul im Prognosefall, nach Erweiterung der Abstellanlagen, eingehalten sind. Da diese Bebauung näher an den Emissionsquellen liegt als das Plangebiet, und somit im Plangebiet geringere Immissionspegel zu erwarten sind als an den betrachteten Immis- sionsorten, war eine über das vorliegende Gutacht en hinausgehende Prognose nicht erforderlich. Die bis 2020 noch im Plangebiet selbst vorhanden gewesenen gewerblichen Nutzungen sind zwischenzeitlich aufgegeben bzw. verlagert und werden überplant. Sie werden da- her nicht mehr weiter betrachtet. Fluglärm Gemäß „Schallimmissionsplan Fluglärm Stadt Köln“ sind für das Plangebiet Fluglärmbe- urteilungspegel als Mittelungspegel von unter 55dB(A) tags und unter 40 dB(A) nachts verzeichnet. Das Plangebiet ist somit keinen planungsrelevanten Belastungen durch Fluglärm ausgesetzt. Die passiven Schallschutzmaßnahmen, die aus Gründen des Ver- kehrslärms vorgesehen werden, können auch einen Schutz der Innenräume gegen Flug- lärmeintrag leisten. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es ergeben sich keine wesentlichen Änderungen der Immissionssituation. Auch eine nach § 34 BauGB zulässige Wohnbebauung würde im Plangebiet und auf den umgebenden Straßen zu einer Erhöhung des Straßenverkehrslärms führen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Straßenverkehrslärm Aufgrund der Lärmvorbelastung des Plangebiets, wie oben beschrieben, zuzüglich des Schalleintrags aus dem planbedingten Mehrverkehr, werden die Orientierungswerte zur DIN 18005 durch den Straßenverkehrslärm an folgenden Stellen überschritten: Tab. 4.1: Straßenverkehrslärm - 57 - / 58 Lage Zeitraum Orientierungs- wert in dB(A) Max. Beurtei- lungspegel in dB(A) Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 60 70 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Tags, 6-22 Uhr 55 59 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 55 61 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Tags, 6-22 Uhr 55 62 Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 50 63 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Planstraße 1 Nachts, 22-6 Uhr 45 48 Baugebiet „Wohnen 1“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 45 50 Baugebiet „Wohnen 2“, Straßenseite zur Simonskaul Nachts, 22-6 Uhr 45 51 Baugebiet „Wohnen 2“, Südseite Nachts, 22-6 Uhr 45 49 Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) nachts wird an der Neusser Straße straßenseitig, auch auf der Nordseite zur Planstraße (Fahrradstraße) überschritten. Hingegen sind die Ori- entierungswerte auf der schallgeschützten Innenseite um mindestens 1 dB(A) am Tag und 8 dB(A) in der Nacht unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Straße für WA -Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden nur an der Simonskaul um bis zu 7 dB(A) tagsüber bzw. 6 dB(A) nachts überschritten. Im Inneren des Plangebietes sind die Orientierungswerte überwiegend eingehalten, nur zur Planstraße 1 hin liegen in der Nähe der Simonskaul Überschreitungen von höchstens 1 dB(A) tags und nachts vor. Schienenverkehrslärm Folgende Überschreitungen der Orientierungswerte aus dem Schienenverkehr sind zu erwarten: Tab. 4.2: Schienenverkehrslärm Lage Zeitraum Orientierungs- wert in dB(A) Max. Beurtei- lungspegel in dB(A) Neusser Straße, Straßenseite Tags, 6-22 Uhr 60 70 Neusser Straße, Nordseite zur KVB- Zulauftrasse Tags, 6-22 Uhr 60 65 - 58 - / 59 Lage Zeitraum Orientierungs- wert in dB(A) Max. Beurtei- lungspegel in dB(A) Neusser Straße, Straßenseite Nachts, 22-6 Uhr 50 66 Neusser Straße, Nordseite zur KVB- Zulauftrasse Nachts, 22-6 Uhr 50 65 Baugebiet „Wohnen 1“ Nachts, 22-6 Uhr 45 57 Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag wird um bis zu 10 dB(A) überschritten. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von 50 dB(A) in der Nacht wird an den straßenseitigen Fassaden um bis zu 16 dB(A) überschritten. Die Orientierungswerte sind jedoch an der schallgeschützten Innenseite der Gebäude überall unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm -Schiene für WA-Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Baugebiet „Wohnen 1“ auf der Nordseite zur KVB-Zulauftrasse tagsüber eingehalten, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) überschritten. Die sehr hohen Überschreitungen betreffen allerdings nur einen kleineren Fassadenbereich unmittelbar am Quartiersplatz. Im Baugebiet „Wohnen 2“ sind die Orientierungswerte überall eingehalten. Bei kumulierter Betrachtung des Straßen- und Schienenverkehrslärms sind die Orien- tierungswerte Verkehrslärm (gesamt) für MI -Gebiete von 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) an der Neusser Straße an den Außenseiten des Baublocks überschritten und an den Innenseiten unterschritten. Die Orientierungswerte gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm für WA -Gebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Baugebiet „ Wohnen 1“ auf der Nordseite zur KVB -Zulauftrasse tagsüber eingehalten, nachts jedoch um bis zu 12 dB(A) überschritten. Die sehr hohen Überschreitungen betreffen allerdings nur einen kleineren Fassadenbereich unmittelbar am Quartiersplatz. Weitere Überschreitungen liegen an der Simonskaul um bis zu 6 dB(A) tagsüber bzw. nachts vor. Im Inneren des Plangebietes liegen in der Nähe der Simonskaul Überschreitungen von höchstens 1 dB(A) tags und nachts vor. Ansonsten sind die Orientierungswerte eingehalten. Aufgrund der benannten Überschreitungen besteht im überwiegenden Teil des Plangebiets das Erfordernis von Schallschutzmaßnahmen. Im Rahmen der planerischen Abwägung wird eine Entscheidung zugunsten passiver Maßnah- men getroffen, da sich aktive Maßnahmen im Plangebiet nicht in geeigneter Weise umsetzen lassen. Diese werden nachfolgend behandelt. Planbedingter Mehrverkehrslärm in der Umgebung Entlang der Neusser Straße liegt die Verkehrslärmbelastung angrenzend an das Plangebiet bereits heute teilweise oberhalb der Sanierungsschwellenwerte von 70 dB(A) am Tag und 60 dB(A) nachts. - 59 - / 60 Die Pegelerhöhungen durch den planbedingten zusätzlichen Verkehr sowie durch Schallrefle- xionen der Neubauten lösen an den davon betroffenen Gebäuden einen Anspruch auf Schall- schutz dem Grunde nach aus. Entlang der Simonskaul zwischen Neusser Str. und Jesuiten- gasse liegen die Pegelerhöhungen unter 1 dB(A). An der Neusser Straße kommt es wegen Reflexionen durch die neuen Gebäude zu Pegelerhöhungen im Bereich zwischen 1 bis 2 dB(A). Hierzu können insbesondere Fenster einer besseren Schallschutzklasse als aktuell vor- handen in Verbindung mit schallgedämmten Lüftungsanlagen zum Einsatz kommen. Im Durchführungsvertrag werden die erforderlichen Regelungen zu einer Kostenübernahme der durch das Vorhaben ursächlich bedingten Schallschutzmaßnahmen in der Umgebung des Plangebietes getroffen. Ansprüche können an den folgenden Gebäuden entstehen: Neusser Straße 788-794. In den Bebauungsplan wird dazu ein Hinweis aufgenommen. Tiefgaragen Ein- und Ausfahrten von Garagenanlagen für Wohnnutzungen sowie für nicht wesentlich stö- rendes Gewerbe sind in Wohn- und Mischgebieten grundsätzlich gebietstypisch und somit zu- lässig. Dennoch wurde vorsorglich eine Schallimmissi onsprognose der geplanten Ein- und Ausfahrten vorgenommen, um die Auswirkungen auf die Nachbarbebauung einschätzen zu können. Die maximalen Beurteilungspegel an der benachbarten Bebauung (Neusser Straße) betragen 33 dB(A) tagsüber und 28 dB(A) nachts. Die Richtwerte der TA Lärm für Gewerbelärm von 60 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) nachts werden hier zur Beurteilung der Verträglichkeit entspre- chend herangezogen. Sie sind deutlich unterschritten. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: • Gemäß § 9 Absatz 1 Nr. 24 BauGB wird festgesetzt, dass entsprechend den in der Planzeichnung dargestellten Lärmpegelbereichen passive Schallschutzmaßnahmen an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nach DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau (Ausgabe Januar 2018, Beuth Verlag GmbH, Berlin)) zu treffen sind. Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauaufsichtlichen Genehmigungsverfahren durch eine schalltechnische Untersu- chung niedrigere Lärmpegelbereiche an einzelnen Gebäudeteilen oder Geschossebe- nen nachgewiesen werden. • Bei Schlaf- und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nacht- zeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallge- dämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen sicher zu stellen. • Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Planstraße 3 (Norden) hin orientierte, schutzbedürftige Räume im Sinne der DIN 4109- 1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin) ) nur zulässig, wenn ihnen als Schallschutzvorrichtung sogenannte „kalte Wintergärten“ (verglaste Balkone) oder gleichwertige Maßnahmen (z. B. vorgehängte Fassaden, ver- glaste Laubengänge), die nicht zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen dienen, vor- gelagert sind. Die „kalten Wintergärten“ bzw. sonstige gleichwertige Maßnahmen sind so zu errichten, dass die Beurteilungspegel für den Gesamt -Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) auf der Innenseite der jeweiligen Schutzvorrichtung 60 dB(A) tags (06:00 – 22:00 Uhr) und 50 dB(A) nachts (22:00 – 06:00 Uhr) nicht über- schreiten. • Für Balkone, Loggien und Terrassen, die einen Gesamtbeurteilungspegel aus dem Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) > 62 dB(A) im Tagzeitraum (06:00 bis 22:00 Uhr) aufweisen, sind Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Durch diese muss sichergestellt werden, dass der vorgenannte Gesamtbeurteilungspegel nicht überschritten wird. Hiervon ausgenommen sind Balkone, Loggien und Terrassen von - 60 - / 61 durchgesteckten Wohnungen, wenn zusätzlich auf der lärmabgewandten Seite ein Bal- kon, eine Loggia oder eine Terrasse errichtet wird. Bewertung: Die Planung schützenswerter Nutzungen in einem teilweise stark durch Verkehrslärm belas- teten Gebiet ist unter Berücksichtigung der vorstehend beschriebenen und im Bebauungsplan festgesetzten Maßnahmen vertretbar. 6.5.12.2 Altlasten Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Plangebiet befindet sich die Altablagerung mit der Nummer 50503. Bei der Altablagerung handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube mit Auffüllungen, die bis in das Grundwasser reichen und aufgrund von nicht abgeschlossenen Umbau- und Abbauprozessen noch Gehalte an Deponiegasen aufweisen. Nach der vorliegenden Gefährdungsabschätzung [Gutachten Mull & Partner, 2020] bestand die Kiesgrube gemäß historischem Kartenmaterial schon in den 1930er Jahren. Die Luftbildauswertung ergab, dass die Kiesgrube in den 1950er Jahren nach Norden und Nordwesten erweitert wurde und in den 1960er Jahren verfüllt wurde. Die Verfül- lung erfolgte überwiegend mit Boden- Bauschuttgemischen, die teilweise Beimengungen von Glasbruch, Plastikmüll etc. enthielten. In Teilbereichen wurden auch Industrieabfälle verfüllt. Die Unterkante der Auffüllung liegt bei bis zu 14,0 m u. GOK. An der Geländeoberfläche außerhalb des gewerblich genutzten Areals steht ein durchwurzel- ter, überwiegend bewachsener, Bodenhorizont (Oberboden) mit einem schluffigen, z.T. auch kiesigen Sand und dunkelbrauner Färbung an. Hierbei handelt es sich um umgelagertes bzw. anthropogen beeinflusstes Bodenmaterial. Dieser Horizont ist locker gelagert. Neben organi- schen Anteilen weist dieses Material auch Fremdbestandteile (Ziegel, Glas, Keramik, Bau- schutt etc.) auf. Im gewerblich genutzten Areal wurde an der Geländeoberfläche oberhalb des Altablagerungskörpers überwiegend aus Bauschutt hergestelltes Tragschichtmaterial (Recyc- lingmaterial) festgestellt. Dabei handelt es sich um gebrochenes Bauschuttmaterial (Ziegel - und Betonbruch) mit vereinzelten Fremdbestandteilen (Schwarzdecke, Holz, umgelagerter Bo- den). Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Die Altablagerung bleibt unsaniert. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Flächen im Plangebiet werden vor einer Bebauung nutzungsorientiert saniert. Ein Sanie- rungskonzept liegt vor [Mull und Partner; Jan. 2022]. In dem nachfolgend erläuterten Sanierungskonzept wird der zu sanierende Altablagerungsbe- reich in die Teilflächen A-C unterteilt. Teilbereich A entspricht näherungsweise dem Baugebiet „Wohnen 2“ im VBP, das Teilgebiet B liegt im Baugebiet „Wohnen 1“, das Teilgebiet C besteht aus der nördlich angrenzenden Grünfläche und der Stellplatzfläche/ Fläche für das Blockheiz- kraftwerk an der Simonskaul. Die Teilfläche AB entspricht näherungsweise dem Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ und der Planstraße 1. Die Flächenteilung kann auch der nachfol- genden Abbildung entnommen werden. Abb. 1: Altablagerung, Teilbereiche A - C - 61 - / 62 In der Teilfläche B ist der Aushub des Altablagerungskörpers bis zum Grundwasseranstich vorgesehen. Dies entspricht Aushubmächtigkeiten zwischen 9,0 m und 10,6 m. Die entstan- dene Hohlform soll bis zur geplanten Geländehöhe mit chemisch und geotechnisch geeigne- ten, inerten mineralischen Materialien mit Hilfe eines Bodenmanagements („Cut&Fill“) vor Ort sowie mit externen Materialien verfüllt werden. Materialien, die aus chemischen oder geotech- nischen Gründen für eine Verwertung vor Ort ungeeignet sind, werden extern verwertet/ent- sorgt. Dies gilt vor allem für die schlammigen Auffüllungsmaterialien. Im Zuge des Aushubs soll zur Baugrubensicherung eine freie Böschung erstellt werden. Die Aushubbereiche werden im Süden, Osten und Westen in offener Baugrube der natürlichen Abgrabungslinie folgend bzw. nach DIN 4124 mit β = 45° auf insgesamt 3 Bauebenen herge- stellt. Im Norden wird in die Teilflache C geböscht, sodass die Böschung im Altablagerung s- körper errichtet wird. Der Böschungswinkel ist dem hier anstehenden Auffüllungsmaterial an- zupassen. Vorbehaltlich weiterer Überprüfungen wird der Böschungswinkel in nördlicher Rich- tung generell mit ca. 30° abgeschätzt. Im Bereich der schlammigen Materialien ist der Bö- schungswinkel vorerst auf max. 15° abzuflachen. Bei einem Böschungswinkel von 30° reicht die Böschung, je nach Aushubtiefe zwischen 15 m und 20 m in Teilfläche C. Bei dem Bö- schungswinkel von 15° reicht die Böschung 35 m bis 40 m in Teilfläche C . Auf die Böschung wird eine Gassperre aufgebracht, sodass kein Deponiegas aus Teilflache C in den für die Be- bauung vorgesehenen Teil des Plangebiets migrieren kann. Da eine relevante Gasbildung in der gesättigten Bodenzone nicht zu erwarten ist, ist eine Horizontalabdichtung an der Aus- hubsohle nicht erforderlich. Das Sanierungsszenario führt durch den Aushub für den Bö- schungskörper zu einer Aufwertung der Teilfläche C. Durch die beschriebene Sanierung strebt die Vorhabenträgerin eine Statusänderung im A lt- lastenkataster zu Status 7 an. Dieser Status bedeutet, dass die Fläche saniert und ohne wei- tere Überwachung besteht. Die Flächen mit Status 7 werden nachrichtlich geführt und sind keine Verdachtsflächen im Sinne des Gesetzes. Es besteht kein Altlastenverdacht, sobald die Sanierung vollständig umgesetzt wurde. Die Flächen sind dann multifunktional nutzbar. Nach der Sanierung werden die Prüfwerte der Bundesbodenschutzverordnung im gesamten Plangebiet nutzungsbezogen eingehalten bzw. unterschritten, es sind gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse gewährleistet. - 62 - / 63 Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die Flächen im Plangebiet werden vor einer Bebauung nutzungsorientiert saniert. Bewertung: Durch die vorgesehene Bodensanierung werden die bestehenden nachteiligen Umweltbedin- gungen im Plangebiet wesentlich und nachhaltig verbessert. 6.5.12.3 Erschütterungen Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Nach Realisierung der planfestgestellten Gleistrasse am Nordrand des Plangebiets kommt es hier im unmittelbaren Randbereich der Gleise zum Eintrag von Erschütterungen in die vorhan- dene, nur mit geringen Abständen errichtete und technisch unzureichend ausgestaltete Be- bauung. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es ergeben sich keine wesentlichen Änderungen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die durch Erschütterungen potenziell beeinträchtigte ungenehmigte Bestandsbebauung wird aufgegeben. Die neu geplante Bebauung hält ausreichende Schutzabstände von mindestens 6,5 m zur Gleistrasse ein. In der Objektplanung ist der Schutz vor Erschütterungen zusätzlich zu berücksichtigen. Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Für die Planbebauung ist der Erschütterungsschutz gem. DIN 4150 im Baugenehmigungsver- fahren nachzuweisen. Bewertung: Bei Beachtung der einschlägigen Regeln der Technik ergeben sich keine erheblichen Beein- trächtigungen für die menschliche Gesundheit. 6.5.12.4 Sonstige Gesundheitsbelange/ Risiken Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Plangebiet liegt außerhalb von Überschwemmungsgebieten. Es liegt in einer kleinen Teilfläche an der Neusser Straße im Hochwasserrisikogebiet des Rheins für ein extremes Hochwasserereignis (HQ extrem). Gemäß der Starkregengefahrenkarte der StEB sind einzelne Mulden und Eintiefungen im vor- handenen Gelände bei Starkregen überflutungsgefährdet. Die vorhandenen Gebäude und die Straßen sind nur gering überflutungsgefährdet. Das Plangebiet liegt in einem Abstand von ca. 640 m zur Carbosulf Chemische Werke GmbH. Da es sich bei der Carbosulf um einen störfallrelevanten Betriebsbereich handelt, wurde gut- achterlich auf der Basis des § 50 BImSchG bzw. des Art. 13 der Seveso- III-Richtlinie der an- gemessene Sicherheitsabstand im Umfeld dieses Betriebsbereiches gemäß § 3 (5a) BImSchG ermittelt [UCON GmbH, 2017 > Aktualisierung Juli 2021]. Der angemessene Sicherheitsab- stand wurde anhand von Detailkenntnissen gemäß Kap. 3.2 des Leitfadens KAS-18 bestimmt. - 63 - / 64 Der angemessene Sicherheitsabstand der Gesamtanlage ergibt sich hierbei aus der Freiset- zung von Ammoniak und liegt bei 701 m in Richtung des Plangebietes. Die Anlage, in der Ammoniak gehandhabt wird, befindet sich in der Mitte des Betriebsbereiches in einem Abstand von > 900 m zum Plangebiet. Das Plangebiet liegt gemäß diesem Gutachten in einem für die geplante Wohnbebauung aus- reichenden Abstand zu dem genannten Störfallbetrieb. Dieses Gutachten wurde von der Bezirksregierung Köln dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zur Prüfung vorgelegt. Die Aussagen des Gutachtens wur- den von dort als plausibel und nachvollziehbar bewertet. Die Fa. Carbosulf Chemische Werke GmbH hat zwischenzeitlich ihrerseits ein Abstandsgut- achten beauftragt [ SAVAS GmbH, KAS-18-Gutachten für die Carbosulf Chemische Werke GmbH, 06.12.2021] Der Gutachter untersuchte zusätzlich Szenarien zum Austritt von Schwe- feldioxid. In Abhängigkeit von Ausbreitungsbedingungen ermittelt der Gutachter angemessene Sicherheitsabstände von 720 m (ab Werksgrenze) bzw. 1.590 m . Das Bauvorhaben liegt be- züglich des Bet riebsbereichs in einem Abstand von 640 m, so dass Achtungsabstand und angemessener Abstand für dieses Szenario unterschritten werden. Der Achtungsabstand von 900 m für Schwefeldioxid wird durch dieses weitere Gutachten be- stätigt. Aufgrund der möglichen Szenarien innerhalb des Werksgeländes und der ermittelten Entfernungen kann ein angemessener Abstand für SO2 von 720 m, ausgehend von den Kon- turen des Werksgeländes, als sinnvoll angesehen werden. Das Ergebnis der Prüfung dieses Gutachtens durch das LANUV liegt noch nicht vor. (Anmer- kung: auf Wunsch des Auftraggebers wird diese Untersuchung nicht offengelegt). Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Für die vorhandene Bebauung und Nutzung gibt es keine Änderungen. Bei der Bebauung des Südteils im Plangebiet (Innenbereich) ist es erforderlich, den Überflu- tungsschutz für die geplanten Gebäude zu berücksichtigen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ ist der Schutz vor extremen Hochwasserereignissen insbesondere im Hinblick auf die Tiefgarage zu berücksichtigen. Diese wird durch eine Anhe- bung der Geländehöhe über den Rheinpegel HQ 1000 (46,30 m ü. NHN) oder durch einen baulichen Schutz vor Überflutung (mobile Schutzelemente) geschützt. Bei der Neumodellierung des Geländes nach erfolgtem Bodenaustausch werden die Erforder- nisse des Überflutungsschutzes berücksichtigt. Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmög- lichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Starkregenmengen auf den Dachflächen umge- setzt. Starkregen in privaten Außenanlagen werden in privaten Versickerungsanlagen (für ein 30- jährliches Regenereignis bemessen) sowie ergänzenden Notrigolen aufgenommen. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/-senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Bei der Bebauung des Geländes ist es zudem erforderlich, den Überflutungsschutz für die geplanten Gebäude im Starkregenfall zu berücksichtigen. Gemäß einem von zwei vorliegenden Abstandsgutachten zum Betriebsbereich Fa. Carbosulf Chemische Werke GmbH könnte das Plangebiet bei ungünstigen Ausbreitungsbedingungen in einem angemessenen Sicherheitsabstand zu diesem Betrieb liegen. Die Belastbarkeit der Aussage dieses Gutachtens wird derzeit durch die Fachbehörden geprüft. - 64 - / 65 Vermeidungs-/ Minderungs- und Ausgleichsmöglichkeiten erheblich nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Es ist aus Gründen des Hochwasserschutzes erforderlich, das vorhandene Geländeniveau in den entsprechend betroffenen Teilbereichen des Plangebiets von heute ca. 46,0 – 46,3 m ü. NHN auf mindestens 47,0 m ü. NHN anzuheben. Ferner muss bei der Neugestaltung das er- forderliche Entwässerungsgefälle im Bemessungsfall sowie im Starkregenfall beachtet wer- den. Im Bebauungsplan werden die Ausbauhöhen der Verkehrs- und Grünflächen festgesetzt. Das vorhandene Gelände muss aufgrund der Altlastensanierung weitgehend abgetragen wer- den, die vorhandenen Geländehöhen können daher als Höhenbezug nicht herangezogen wer- den. Dies gilt nachfolgend auch für die Ermittlung der Abstandsflächen, diese muss anhand der geplanten Höhen erfolgen. Zur schadlosen Ableitung des Oberflächenwassers aus den Baugebieten, wegen des Hochwasserschutzes (es darf kein Hochwasser aus dem Plangebiet in die bebauten Nachbargebiete verdrängt werden, vielmehr muss dieses in den nördlich ge- legenen Grünflächen einstauen) und zur Vermeidung einer Ableitung auf bebaute Nachbar- grundstücke ist insgesamt bei der Neunivellierung des Geländes ein Gefälle von Nord nach Süd herzustellen. Dazu werden die Anschlusshöhen an den Bestand an der südlichen und östlichen Plangebietsgrenze festgesetzt. Vorsorgemaßnahmen für den Fall, dass das Plangebiet innerhalb eines angemessen Ach- tungsabstandes eines Betriebsbereiches liegt, sind im Rahmen des Baugenehmigungsverfah- rens zu prüfen. Denkbar wäre z. B. eine Information der zukünftigen Anwohner*innen über das Verhalten im Falle eines Störfalls. Bewertung: Bei Beachtung von Vorsorgemaßnahmen gegen die Überflutung der Gebäude durch die Fol- gen von Starkregenereignissen sowie bei extremen Hochwasserereignissen (nur im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“) ergeben sich keine erheblichen Gefahren und Risiken. Inwieweit das Plangebiet tatsächlich in einem angemessenen Sicherheitsabstand, liegt wird im weiteren Verfahren noch geklärt. Das Ergebnis der Klärung hat keine Auswirkungen auf die Inhalte und Ziele des Bebauungsplanes. 6.5.12.5 Besonnung/ Belichtung Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Da derzeit keine Bebauung vorhanden ist, bestehen keine Auswirkungen auf die Belichtung im Umfeld. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Durch die voraussichtliche Errichtung von Wohngebäuden im Süden des Plangebiets entsteht ggfs. eine Verschattung der östlich davon gelegenen Bestandsbebauung. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Zur Prüfung der Belichtung und Besonnung der geplanten Wohnungen als Teilaspekt gesun- der Wohnverhältnisse wurde ein Gutachten [Peutz Consult GmbH, Sara Lippold: Besonnungs- studie zum Bebauungsplanvorhaben Simonskaul in Köln- Weidenpesch; Dortmund, 10.06.2022] erstellt. Im Rahmen der Untersuchung wurde die direkte Besonnung an den Fassaden der geplanten Wohngebäude im Plangebiet für den Stichta g 21. März gemäß DIN EN 17037 bestimmt und mit den Mindestanforderungen der Norm verglichen. Insbesondere an den Nordfassaden und in Teilen der Ost - und Westfassaden der zur Nordseite geöffneten, u- förmigen Gebäude im Nordwestquartier (Baugebiet „Wohnen 1“) werden die Mindestbesonnungsdauern der DIN EN 17037 zum Teil unterschritten. - 65 - / 66 Die Anforderungen der DIN EN 17037 richten sich jedoch nicht an Fassaden, sondern fordern die Einhaltung der genannten Zeiten direkter Besonnung für mindestens einen Wohnraum je Wohneinheit. Durch das Planvorhaben ist im Bereich der benachbarten Bebauung entlang der Neusser Straße auf den Westfassaden eine voraussichtliche Abnahme der Besonnung zu erwarten. Relevant für die Zumutbarkeit der Verschattung eines Bauvorhabens ist jedoch, inwieweit eine wesentlich höhere Verschattung als bei einem sich in die Umgebungsbebauung nach § 34 BauGB einfügenden Gebäude erzeugt wird. Mit einer 5- bis 6-geschossige Neubebauung im Osten des Plangebietes fügt sich die geplante Bebauung bei Einhaltung der Abstandsflächen nach außen in die bereits bestehende Bebauung entlang der Neusser Straße ein. Aufgrund der Ausrichtung der benachbarten Bestandsfassaden der Gebäude im Westen und Süden ist hierbei keine relevante Abnahme der direkten Besonnung zu erwarten, da auf den zum Plan- gebiet zugewandten Fassadenseiten nicht um "Sonnenseiten" der Bestandsbebauung han- delt. Da sich die geplante Bebauung somit in ihrer Höhe der Umgebungsbebauung anpasst, kann von einer zumutbaren Minderung der Besonnung ausgegangen werden. Zusätzlich wurden die Auswirkungen der Planung auf die Bestandsbebauung, insbesondere der im Osten an der Neusser Straße, untersucht. Konkret wurde geprüft, ob eine Verringerung der Besonnung durch die Umsetzung der Planung ausgelöst wird. Ergebnis ist, dass aufgrund der Lage der Planung nördlich zur umgebenden Bestandsbebau- ung die Auswirkung auf die Besonnungssituation der Bestandsbebauung gering ist. Lediglich auf die größtenteils bereits im Bestand aufgrund der Nordlage gering besonnten Fassaden der unmittelbar angrenzenden Gebäude Neusser Straße Nr. 739 und Nr. 741 hat die Planung zum Teil Auswirkungen. Hier sind Besonnungsdauerminderungen von bis zu 0,75h (Hinterhofbe- bauung Neusser Straße Nr. 741) bzw. von bis zu 1h (Neusser Straße Nr. 739) an den Nord- fassaden auszumachen. Die Westfassaden dieser Gebäude weisen mit Umsetzung der Pla- nung eine Besonnungsdauer von mindestens 1,5 Stunden (EG Neusser Straße Nr. 741) auf. Auf die Ostfassaden dieser Gebäude hat die Planung keine Auswirkungen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Mit konsequent durchgesteckten Wohnungsgrundrissen lässt sich in allen Gebäudeabschnit- ten eine Einhaltung der Anforderungen der DIN EN 17037 für direkte Besonnung erreichen. Einzelne Gebäudeteile, in denen eine Besonnung von weniger als 1,5 Stunden vorliegt, kön- nen bei einer Planung zu mindestens zwei Fassadenseiten ausgeglichen werden. Vor allem auf der Südseite und in vielen Abschnitten der Westfassaden kann in großen Teilen eine Be- sonnung von 4 Stunden nachgewiesen werden, dies entspricht dem höchsten Empfehlungs- niveau der DIN EN 17037 für direkte Besonnung zur Tag- und Nachtgleiche. Bewertung: Es ist gesichert, dass das Vorhaben gesunde Wohnverhältnisse hinsichtlich der Besonnung und Belichtung gewährleistet. 6.5.13 Kultur- und sonstige Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 d BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): In dem Plangebiet und seiner Umgebung sind keine Baudenkmale und keine Naturdenkmale vorhanden. Das Plangebiet liegt auf der Unteren Niederterrasse des Rheines, in einem seit der mittleren - 66 - / 67 Jungsteinzeit besiedelten Gebiet. Da bisher auf den von der Planung betroffenen Flächen keine archäologischen Untersuchungen und Vorermittlungen stattgefunden haben, sind keine archäologischen Bodendenkmäler und Fundstellen bekannt. Eine systematische Erfassung des Bodendenkmalbestandes ist jedoch Voraussetzung für die Bewertung des im Planungs- gebiet möglicherweise liegenden archäologischen Kulturgutes. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei den zu untersuchenden Flächen (s. oben) handelt es sich im Wesentlichen um den Südteil des Gebiets, der planungsrechtlich als Innenbereich zu beurteilen ist, sowie um den Ge- bietsanteil, der unmittelbar an der Neusser Straße liegt. Es kann davon ausgegangen werden, dass vor Aufnahme einer Bautätigkeit die erforderliche archäologische Prospektion im Südteil des Plangebiets erfolgen würde im Ostteil jedoch nicht, da dort nicht gebaut würde. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Vor Aufnahme einer Bautätigkeit erfolgt in allen relevanten Flächen des Plangebiets eine ar- chäologische Sachverhaltsermittlung mit Baggersondagen. Archäologische Funde werden do- kumentiert und geborgen sowie dem Römisch-Germanischen Museum übergeben. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Über die vorstehend beschriebenen Maßnahmen hinaus bestehen keine Anforderungen. Bewertung: Unter Beachtung der beschr iebenen archäologischen Maßnahmen gehen von der Planung keine erheblichen Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter aus. 6.5.14 Vermeidung von Emissionen (insbesondere Licht, Gerüche, Strahlung, Wärme), sachgerechter Umgang mit Abfällen und Abwasser (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 e BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Vom Plangebiet gehen keine erheblichen Emissionen durch Licht, Geruch, Strahlung und Wärme aus. Das Abwasser (Schmutzwasser) wird in die Kanalisation geleitet. Abfälle werden gemäß der Abfallbeseitigungssatzung der Stadt Köln entsorgt. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der beschriebene Zustand ändert sich nicht wesentlich. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Der beschriebene Zustand ändert sich nicht wesentlich. Anlagen, die erheblich emittieren, sind nicht geplant. Die ordnungsgemäße Abfall - und Abwasserbeseitigung sind nach dem Stand der Technik und den einschlägigen Vorschriften vorgesehen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Erhebliche, nachteilige Umweltauswirkungen durch die o. g. Emissionen oder wegen der Ab- fall- und Abwasserbeseitigung sind nicht zu erwarten. Bewertung: Die Planung hat bezüglich der o. g. Emissionen und bezüglich der Abfall- und Abwasserbesei- tigung keine planungsrelevanten Auswirkungen. - 67 - / 68 6.5.15 Nutzung erneuerbarer Energien/ sparsame und effiziente Nutzung von Energie (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 f BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Die Heizungsanlagen der inzwischen abgebrochenen Bebauung waren von älterer Bauart, es handelte sich zumindest teilweise um Ölheizungen und Kohleöfen. Die Gebäude waren schlecht gedämmt. Die Energieeffizienz war gering. Nach dem Abbruch werden keine Ver- brauchsanlagen mehr betrieben. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Eine zulässige Neubebauung im Südteil des Plangebiets würde nach dem Stand der Technik energieeffizient errichtet. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Das Bebauungsplan- Verfahren fällt gemäß der Übergangsregelung nicht unter die am 17.03.2022 beschlossenen Leitlinien zum Klimaschutz der Stadt Köln. Die Neubebauung wird nach dem heutigen Stand der Technik nach energetischem Standard EH 55 EE errichtet. Im Plangebiet sollen ausschließlich Bio-Gas-Blockheizkraftwerke mit Kraft- Wärme-Kopplung errichtet werden. Die Dachflächen bieten ein großes Potenzial für die Nut- zung der Solarenergie, das ebenfalls genutzt werden soll. B eispielsweise ist die Photovolta- iktechnik auf Haus 1 zur Eigenstromerzeugung ein weiterer Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energie im Plangebiet. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch die Nutzung der oben beschriebenen technischen Mittel wird der Einsatz fossiler Brenn- stoffe für die Energieversorgung der Gebäude weitgehend vermieden und auf den Fossilanteil an der Nutzung der allgemeinen Netzstromerzeugung beschränkt. Die Sicherung der Umset- zung dieser Maßnahmen erfolgt im Durchführungsvertrag. Bewertung: Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Energieeffizienz der Bebauung und der Nutzung erneu- erbarer Energien im Plangebiet positiv aus, da eine bis 2021 vorhanden gewesene, gering energieeffiziente Bebauung durch eine hoch energieeffiziente Bebauung ersetzt wird und er- neuerbare Energien künftig systematisch genutzt werden. 6.5.16 Darstellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbesondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechts (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 g BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand: Landschaftsplan: Das Plangebiet ist in seinem nördlichen Teilbereich im Landschaftsplan der Stadt Köln als Landschaftsschutzgebiet (LSG) festgesetzt. Der Bereich ist Teil des großflächigen Landschaftsschutzgebietes L 9 „Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände“. Eine kleinere Teilfläche im Osten des Gebiets ist als Geschützter Landschaftsbestandteil (LB) 5.04 „Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch“ festgesetzt. Der südliche Teil des Plangebiets wird durch Festse tzungen des Landschaftsplanes nicht berührt. - 68 - / 69 Die Ziele der Landschaftsplanung des L 9 im Bereich der Planung „Simonskaul“ waren bereits seit Jahrzehnten durch die dort vorhandene ungenehmigte Gewerbe- und Wohnnutzung im Landschaftsschutzgebiet auf einer teilweise stark ausgasenden städ- tischen Altablagerung deutlich eingeschränkt. Luftreinhalteplan Köln: Das Plangebiet liegt innerhalb der Umweltzone Köln. Die Grenzwerte gem. der 39. BImSchV für Stickstoffdioxid und Feinstaub sind im Plangebiet eingehalten. Wasserschutzzonen-VO: Das Plangebiet liegt nicht innerhalb einer Wasserschutzzone. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Der beschriebene Zustand im Bestand ändert sich nicht. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Landschaftsplan: Da das LSG, soweit es in die Neubebauung einbezogen wird, einerseits heute bereits bebautes Gebiet ist, und da andererseits gemäß dem Bebauungsplan weitere heute bebaute Flächen im LSG entsiegelt und ökologisch aufgewertet werden, wird für die Planung davon ausgegangen, dass der Träger der Landschaftsplanung seinen Wider- spruch gegen die FNP-Änderung zurücknehmen wird, da die oben genannten Bedin- gungen erfüllt werden. Zudem ist die Restfläche des LB südlich der KVB -Trasse von dem nördlich gelegenen, größeren Teilbereich abgeschnitten und kann die Biotopfunk- tionen, die für die Unterschutzstellung wesentlich waren, heute nicht mehr erfüllen. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass im Rahmen der 234. Änderung des Flächennutzungsplanes der Träger der Landschaftsplanung den bis dahin bestehen- den Widerspruch zurückgenommen hat. Als Voraussetzung für die Zurücknahme die- ses Widerspruchs wurden folgende Maßnahmen genannt, die durch den Grünord- nungsplan (GOP) zum Bebauungsplan „Simonskaul“ zu konkretisieren sind: 1. Da nur die Parkplatzfläche für die Kitastellplätze innerhalb des festgesetzten Land- schaftsschutzgebiets L 9 realisiert werden soll, sind die Stellplätze sind durch hei- mische und standortgerechte Laubbäume und Gehölze einzugrünen. 2. Die Umsetzung der Maßnahmen Nr. 5.2- 8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ dient der Stärkung des Biotopverbundes. Sollte die Maßnahme nicht umsetzbar sein, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Landschaftsraums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Land- schaftsplans Köln umzusetzen.“ Folgende, im Bebauungsplan vorgesehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Si- cherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: • A1 Herstellung einer extensiven Wiese • A4 Herstellung eines Mischwaldes • A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels • Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestandsbäu- men festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsgleich der KVB zum KVB-Betriebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. - 69 - / 70 Unter Berücksichtigung der oben genannten Maßnahmen ist der Konflikt ausgeräumt. Ausweislich des aktuell vorgelegten Standes des Landschaftspflegerischen Fachbei- trages (LPF) zum B-Plan-Verfahren „Simonskaul“ führen die im GOP geplanten und im Bebauungsplan festgesetzten Pflanzmaßnahmen zu einem vollständigen Ausgleich der Eingriffe aus B-Plan und Sanierung der Altdeponie. Die Abweichungen von den Festsetzungen des Landschaftsplans werden gem. § 20 (4) NatSchG NRW der Planung nicht entgegenstehen. Folgender Aspekt ist zudem zu berücksichtigen: Die Ziele der Landschaftsplanung des L 9 im Bereich der Planung „Simonskaul“ waren bereits seit Jahrzehnten durch die dort vorhandenen ungenehmigten Gewerbe- und Wohnnutzung im Landschaftsschutzgebiet auf einer teilweise stark ausgasenden städ- tischen Altablagerung deutlich eingeschränkt. Die Vorhabenträgerin des Bebauungsplan-Verfahrens „Simonskaul“ beseitigt im Zuge der Neuordnung des Nordrandes von Weidenpesch mit dringend benötigten Woh- nungsbau diese Missstände durch Niederlegung der ung enehmigten Aufbauten und Teilsanierung der städtischen Altablagerung. Die Teilsanierung der städtischen Altab- lagerung erfordert von der Vorhabenträgerin erhebliche finanzielle Aufwendungen. Luftreinhalteplan, Wasserschutzgebiets-VO: Durch die Planung ergeben sich keine Veränderungen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Neben der Begrünung der Gemeinschaftsstellplätze ist als Maßgabe für die Rücknahme des Widerspruchs des Trägers der Landschaftsplanung (Stellungnahme Träger der Landschafts- planung vom 09.11.2021) die Umsetzung der Maßnahmen Nr. 5.2- 8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ zur Stärkung des Biotopverbundes umzusetzen. Da die Maßnahme nicht um- setzbar ist, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Land- schaftsraums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Landschaftsplans Köln um- zusetzen. Die Maßnahme unterliegt aufgrund ihres Charakters als Maßgabe zur Aufhebung des Widerspruchs nicht der städtebaulichen Abwägung. Folgende im Bebauungsplan vorgesehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Sicherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: - A1 Herstellung einer extensiven Wiese - A4 Herstellung eines Mischwaldes - A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels - Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestandsbäumen festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsglei s der KVB zum KVB- Be- triebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. Bewertung: Die Planung wirkt sich unter Berücksichtigung der vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen nicht erheblich aus. Die Abweichungen von den Festsetzungen des Landschaftsplans werden ge- mäß § 20 (4) NatSchG NRW der Planung nicht entgegenstehen. - 70 - / 71 6.5.17 Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 h BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Plangebiet liegt innerhalb der Umweltzone Köln. Die Grenzwerte gem. der 39. BImSchV für Stickstoffdioxid und Feinstaub sind im Plangebiet eingehalten. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Es ergeben sich keine Änderungen des Ausgangszustandes. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Durch die Planung ergeben sich keine wesentlic hen Änderungen des Ausgangszustandes. Die Nutzung erneuerbarer Energien und das Mobilitätskonzept tragen dazu bei, die beste- hende Einhaltung der Immissionsgrenzwerte auch für die Zukunft zu gewährleisten. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen der Planung sind nicht zu erwarten. Bewertung: Die Planung hat keine wesentlichen Auswirkungen bezüglich der Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht über- schritten werden. 6.5.18 Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d des § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB - Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, biologische Vielfalt, Natura 2000-Gebiete, Mensch, Gesundheit und Be- völkerung, Kultur- und Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 i BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im bestehenden Gebietszustand sind keine prüfungsrelevanten Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Umweltbelangen festgestellt worden. Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung wird nicht vom Entstehen prüfungsrelevanter Wechselwirkungen aus- gegangen. Prognose Umweltzustand bei Durchführung der Planung: Bei der Umsetzung der Planung entstehen Wechselwirkungen im Hinblick auf die Belange des Bodenschutzes und des Menschen und seiner Gesundheit, Unterkapitel Altlasten einerseits sowie auf die Belange von Tieren und Pflanzen andererseits: Eine Boden- und Altlastensanierung ist nur möglich, wenn zuvor vorhandener Bewuchs gero- det wird und die vorhandene Bebauung auf dem jetzigen Altablagerungskörper abgebrochen wird. Hierdurch entstehen Eingriffe in Brut- und Aufzuchthabitate geschützter Arten (Fledermäuse, Haussperling) und ubiquitärer Tierarten. Es kommt zur teilweisen Entfernung der Vegetation. - 71 - / 72 Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Durch das Belassen der Gehölzbestände am nördlichen Rand des Gebietes am Standort las- sen sich die Eingriffe in Brut- und Aufzuchthabitate von Brutvögeln mindern. Dies hat allerdings zur Konsequenz, dass hier kei n vollständiger Bodenaustausch erfolgt. Die entsprechenden Bereiche müssen daher künftig unzugänglich für Besucher gehalten werden. Sie tragen durch ihren Beitrag zur Strukturierung des Landschaftsbildes dennoch zur Wohlfahrtswirkung der Grünflächen bei. Die Eingriffe in die Brut- und Aufzuchthabitate am und im Gebäudebestand können durch den Einsatz künstlicher Habitate (Fledermauskästen, Nisthilfen) ausgeglichen werden. Diese müs- sen an geeigneten Gebäuden außerhalb des Plangebiets erfolgen. Der Zeitraum z wischen dem Eingriff und der möglichen Schaffung von Ersatz an den Neubauten dauert zu lange, um noch die erforderliche Wirkung entfalten zu können. Die Eingriffe in die vorhandene Vegetation werden durch die Neuschaffung von Vegetations- flächen nach erfolgter Altlastensanierung ausgeglichen. Bewertung: Die entstehenden Wechselwirkungen auf Tiere und Pflanzen sind weitgehend kompensierbar und deshalb nicht erheblich. 6.5.19 Anfälligkeit für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen auf die Belange des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d und i des § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB - Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, bio- logische Vielfalt, Natura 2000-Gebiete, Mensch, Gesundheit und Bevölkerung, Kultur- und Sachgüter, Wechselwirkungen, z. B. Seveso-III-RL, 12. BImSchV, KAS 18 (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 j BauGB) Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Stadtgebiet Köln liegt in der Erdbebenzone 1 gemäß DIN EN 1998 -1/NA (2011). Dort werden vier Zonen - 0 bis 4 - zur Erdbebengefährdung ausgewiesen. Demnach können in Köln leichte Erdbeben auftreten mit der Folge von leichten Beschädigungen an Gebäuden. Sonstige schwere Unfälle oder (Natur-)Katastrophen sind für das Plangebiet als sehr unwahr- scheinlich anzunehmen. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Der überwiegende Teil der Gebäude im Plangebiet wird neu errichtet unter Beachtung der Hinweise DIN EN 1998-1/NA (2011). Der Anteil an sensibler Wohnnutzung wird im Plangebiet erhöht. Die Anforderungen an Rettungswege und Zugänglichkeit von Gebäuden für Rettungs- kräfte werden berücksichtigt. Insofern erhöht sich die geringe Anfälligkeit des Plangebietes für schwere Unfälle oder Katastrophen nicht. Dies gilt auch für die Umweltbelange Tiere, Pflan- zen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, biologische Vielfalt, Natura 2000- Ge- biete, Kultur- und Sachgüter sowie Wechselwirkungen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umwelt-aus- wirkungen: Solche Maßnahmen sind nicht erforderlich. Bewertung: - 72 - / 73 Mit Ausnahme leichter Erdbeben sind sonstige schwere Unfälle oder Katastrophen für das Plangebiet als sehr unwahrscheinlich anzunehmen. Nach Umsetzung der Planung erhöht sich die geringe Anfälligkeit des Plangebietes für schwere Unfälle oder Katastrophen nicht. 6.5.20 Eingriffsregelung (§ 1a Abs. 3 BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BNatSchG, Landesnaturschutzgesetz NRW, § 1a BauGB Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Für das Plangebiet des Bebauungsplans liegen zwei landschaftspflegerische Fachbeiträge mit Eingriffs-/ Ausgleichsbilanz vor. Dies ist damit begründet, dass mit der vor dem eigentlichen Baubeginn umzusetzenden Alt- lastensanierung ein großer Teil des Plangebiets bereits weitgehend verändert wird. Der erste der beiden Fachbeiträge wurde daher für die Sanierungsmaßnahme erstellt [raskin; Mai 2022]. Er erfasst im Einwirkungsbereich der Sanierung den Biotopzustand vor dem Beginn der Altlastensanierung, sowie den nach der Sanierung entstehenden Zwischenzustand. Der zweite Fachbeitrag [raskin; Juni 2022] ermittelt den Ausgleichsbedarf auf der Grundlage des Zwischenzustands nach erfolgter Altlastensanierung, bzw. außerhalb des Sanierungsbe- reichs den ursprünglich vor der Baufeldfreimachung bestehenden Zustand und bilanziert die Ausgleichswirkung der festgesetzten Maßnahmen im Plangebiet sowie den verbleibenden ge- bietsexternen Ausgleichsbedarf. Fachbeitrag zur Altlastsanierung Der Fachbeitrag kommt zu folgenden Ergebnissen: Im Sommer 2019 (04.07.) wurde im Plan- gebiet und seiner näheren Umgebung der Bestand der vorkommenden Biotoptypen erfasst. Infolge von Erweiterungen des Plangebietes entlang der Simonskaul, Einbeziehung von Rad- wegplanungen im Westen des Plangebietes sowie Öffnung und teilweiser Räumung der illegal bebauten Bereiche sowie einzelner Baumentnahmen aufgrund von Fällgenehmigungen wur- den kleinräumige Ergänzungen und Aktualisierungen der Bestandserfassung durchgeführt (29. Januar 2021). Eine Ausgleichsbilanzierung erfolgt ausschließlich für die Teilflächen des Sanierungsbereichs, die sich nicht im planungsrechtlichen Innenbereich im Sinne des § 34 BauGB befinden (vgl. nachfolgende Abbildungen). Diese bilden den ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich. Abb. 2: Biotoptypenbestand im ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich Teilgebiet Nordwest - 73 - / 74 Die Bestandsbewertung wurde auf der Grundlage des Bewertungsverfahrens nach Sporbeck sowie zusätzlich nach dem KölnCode durchgeführt. Die vorgefundenen Biotoptypen reichen von voll versiegelten Fahrbahnen eines Verkehrs- übungsplatzes mit einem Wert von 0 Biotopwertpunkten bis zu einheimischem Laubholzforst mit 17 Biotopwertpunkten. Es resultiert ein Bestandswert von 48.290 Punkten. Der unmittelbar an der Simonskaul gelegene Teilbereich ist weitgehend versiegelt und dem Biotoptyp „Gewerbe innerhalb von Ortschaften“ zugeordnet. Im vorliegenden Fall ist als zu bewertender Ausgangszustand nicht der gegenwärtige versiegelte Parkplatz mit ruderalem Randstreifen und einer Salweide mit mittlerem Baumholz anzusetzen, sondern, da der zugrun- deliegende Eingriff unzulässig war, ein einheimischer Laubwald (AX12/ GH3121) mit einem Regelwert von 17 Biotopwertpunkten (BWP). Dieser war das Rek ultivierungsziel für die ehe- malige Kiesgrube mit Verfüllung im Rahmen der Erlaubniserteilung vom 06.04.1964. - 74 - / 75 Tab. 5.1: Bestandswerte Sanierungsbereich Teilbereich Nordwest Abb. 3: Biotoptypenbestand im ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich Teilgebiet Neusser Str. - 75 - / 76 Tab. 5.2: Bestandswerte Sanierungsbereich Teilbereich Neusser Straße Da im Nacheingriffszustand für die bilanzierten Flächen durchgehend ein Biotopwert von 0 BWP angesetzt wird, entspricht der Gesamtflächenwert des Ausgangszustandes dem Defizit von 11.910 BWP. Die Summierung der Defizite aus beiden Eingriffsbereichen ergibt einen Ausgleichsbedarf von 61.556 BWP. Fachbeitrag 2 zum Bebauungsplan (Ausgangszustand nach Altlastensanierung) Tab. 5.3: Bestandswerte Planbereich Bestandswert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Gebüsch, überwiegend standorttypische Gehölze BB1 GH51 14 2.776 38.864 Gebüsch, überwiegend standorttypische Gehölze BB1 GH51 14 36 504 Gartenbrache mit gerin- gem Gehölzanteil HW81 GA232 10 1.332 13.320 Grünlandbrache, mäßig trocken bis frisch EE5 LW521 14 1.155 16.170 Sonstige ausdauernde Ru- deralflur HP7 BR3117 11 15 165 Baumgruppen mit mittle- rem Baumholz, standortty- pisch BF32 GH731 16 735 11.760 Baumgruppen mit mittle- rem Baumholz, standort- fremd BF42 GH732 13 155 2.015 Baustelle HY2 SB173 3 1.018 3.054 offener, roher Boden 0 29.572 - - 76 - / 77 Bestandswert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Fahr- und Feldwege, ver- siegelt, außerhalb Plan- feststellung und Simons- kaul 0 720 Fahr- und Feldwege, ver- siegelt, innerhalb Planfest- stellung HY1 VF211 0 350 - Fahr- und Feldwege, ver- siegelt, Simonskaul HY1 VF211 0 1.051 - Summe 38.915 85.852 Tab. 5.4: Bestandswerte ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen a) Bestandswert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Gebüsch, überwiegend standorttypische Gehölze BB1 GH51 14 2.776 38.864 Gartenbrache mit gerin- gem Gehölzanteil HW81 GA232 10 1.332 13.320 Grünlandbrache, mäßig trocken bis frisch EE5 LW521 14 1.155 16.170 Sonstige ausdauernde Ru- deralflur HP7 BR3117 11 15 165 Baustelle HY2 SB173 3 885 2.655 Summe 6.163 71.174 Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Bei Nichtdurchführung der Planung bleibt es bei den in den Tabellen 2.1 und 2.2 aufgeführten Bilanzwerten ohne Durchführung einer Altlastensanierung. Eingriffe erfolgen nur in Bereichen, in denen Eingriffe gem. § 34 BauGB bereits zulässig sind und ein Ausgleich nicht erforderlich ist. Da die Sanierung vorausgehend zum laufenden Bebauungsplanverfahren geschehen soll, wird nach der Sanierung ein Zwischenzustand erreicht. Falls wider Erwarten der Bebauungs- plan nach der Sanierung nicht umgesetzt werden sollte, steht die gesamte im Rahmen der Sanierung beanspruchte Eingriffsfläche im Außenbereich prinzipiell für Ausgleichsmaßnah- men zur Verfügung. In diesem Fall wäre eine Herrichtung der Bodenoberfläche mit Bepflan- zung bzw. Biotopentwicklung in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde durch den Vorhabenträger zu leisten. Flächenmäßig ist der Ausgleichsbedarf sicher auf der Fläche leist- bar. Eine entsprechende Regelung erfolgt über einen städtebaulichen Vertrag. Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: - 77 - / 78 Fachbeitrag 1 zur Altlastensanierung Nach der Sanierung resultiert eine offene Rohbodenfläche mit sehr geringem Biotopwert von 2 Punkten. Die bereits versiegelten Fahrwege verbleiben im Ausgangszustand, da sie im Rah- men der Baumaßnahmen zum Bebauungsplan noch benötigt werden. Da hier kein erheblicher Eingriff im Rahmen der Sanierung geschieht, gehen die Flächen nicht in die Bilanzierung ein. Im Zufahrtsbereich wird der weitgehend versiegelte Zustand des Biotoptyps „Gewerbe inner- halb von Ortschaften“ mit 1 Punkt bestehen bleiben. Dass hier der planungsrechtliche Aus- gangszustand ein Einheimischer Laubholzforst mit 17 Punkten ist, wird als erheblicher Eingriff berücksichtigt. Die zu erhaltenden Baumbestände werden im Rahmen der Sanierung durch geeignete Maßnahmen geschützt, so dass sie keinem erheblichen Eingriff unterliegen und in der Eingriffsbilanzierung nicht zu berücksichtigen sind. Es verbleibt ein Defizit von 42.437 BWP nach der Altlastensanierung. Fachbeitrag 2 zum Bebauungsplan (Ausgangszustand nach Altlastensanierung) Bei Durchführung der Planung kommt es innerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereichs zu einem Biotopwertdefizit von 54.525 Punkten. Dabei wird für den auszugleichenden Bio- topwert berücksichtigt, das auf einzelnen Flächen gemäß § 1a Abs. 3 BauGB eine nur einge- schränkte Ausgleichspflicht gilt, weil die Eingriffe hier partiell bereits vor der Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgt bzw. zulässig waren. Es handelt sich hier um die Flächen auf dem zu sanierenden Altablagerungskörper. Für diese Flächen gilt ein maximaler Biotopwert von 2 Punkten als Kappungsgrenze der Ausgleichspflicht. Tab. 5.5: Planwert Planwert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Zeilenbebauung, offen HN21 SB132 3 181 543 Großformbebauung, ge- schlossene Bauweise HN1 SB142 1 3506 3.506 Verkehrsfläche, versiegelt HY1 VF211 0 1824 - Spielplatz mit sonstigem Belag (Kita) HY2 PA312 4 590 2.360 Ver- und Entsorgeranla- gen HN6 SB24 0 62 - Glatthaferwiese EA1 LW41111 15 1396 20.940 Gebüsche m. ü. einheimi- schen Gehölzen BB1 GH51 12 112 1.344 Waldmäntel an Waldrän- dern mit mittlerem Baum- holz BD53 GH4421 18 189 3.402 Laubholzforst, mittleres Baumholz, einheimisch und standortgerecht AX12 GH3121 18 1990 35.820 - 78 - / 79 Planwert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Froeh- lich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P] Waldmäntel an Waldrän- dern mit mittlerem Baum- holz m. ü. standorttypi- schen Gehölzen BD52 GH4421 17 1706 29.002 Artenarme Intensivfett- wiese, mäßig trocken bis frisch AE31 LW41112 10 3106 31.060 Einzelbäume BF42 GH732 12 36 432 Ausgleichsflächen gem. Tab. 3 diverse diverse -- 8535 121.742 Zeilenbebauung, offen (Wohnen 1), nicht aus- gleichspflichtiger Bereich (n. a. B.) HN21 SB132 3 9223 27.669 Zeilenbebauung, offen, ge- ringer Freiflächenanteil (Wohnen 2), n. a. B. HN21 SB132 2 1678 3.356 Verkehrsfläche, versiegelt (innere Erschließung), n. a. B. HY1 VF211 0 3740 - Verkehrsfläche, versiegelt (innere Erschließung), aus Planfeststellung KVB, be- reits ausgeglichen HY1 VF211 0 415 - Spielplatz mit sonstigem Belag (öSp), n. a. B. HY2 PA312 5 626 3.130 Summe 38.915 284.306 Tab. 5.6: Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen b) Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Ausgleichs- pflicht gem. § 1a Abs. 3 BauGB, nach LFB, [P/m²] Biotoptyp Froehlich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P], zur Infor- mation Zeilenbebauung, offen (Wohnen 1) HN21 SB132 3 181 543 1991 Großformbebau- ung HN1 SB142 1 3506 3.506 30218 Verkehrsfläche, versiegelt HY1 VF211 0 707 - 9678 - 79 - / 80 b) Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Ausgleichs- pflicht gem. § 1a Abs. 3 BauGB, nach LFB, [P/m²] Biotoptyp Froehlich/ Sporbeck Köln Code Bio- topwert [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert [P], zur Infor- mation Radweg HY1 VF211 0 1117 - 6552 Spielplatz mit sonstigem Belag (öSp) HY2 PA312 4 590 2.360 5900 Versorgungsan- lage - Trafostation HN6 SB24 0 62 - 186 Summe 6.161 6.409 54.525 Das Defizit aus dem Bauleitplanverfahren von 54.525 BWP und das Defizit aus dem Sanie- rungsverfahren von 61.556 BWP summieren sich zu einem Defizit von 116.081 BWP. Zur Kompensation des Biotopwertverlustes werden innerhalb des Plangebietes die Aus- gleichsmaßnahmen innerhalb einer öffentlichen Parkanlage festgesetzt. Für diese ergibt sich folgende Wertpunktbilanz: Tab. 5.7: Wertpunktbilanz Ausgleich im Plangebiet Wertpunktbilanz Öffentliche Parkanlage 121.310 Straßenbäume Simonskaul 432 gesamt 121.742 Die Ausgleichsleistung von 121.742 BWP aus dem Bebauungsplanverfahren ist somit geeig- net das Defizit vollständig im Plangebiet auszugleichen. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltaus- wirkungen: Die vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung der Eingriffe innerhalb des Plangebietes wird in der folgenden Tabelle bilanziert. Der Ausgleich im Plangebiet erfolgt in- nerhalb der nördlichen Grünflächen und durch die Pflanzung von Straßenbäumen. - 80 - / 81 Tab. 5.8: Maßnahmen zur Eingriffsminderung und zum Ausgleich der Eingriffe - 81 - / 82 Bewertung: Die Planung löst einen ausgleichspflichtigen Eingriff von 116.081 Biotopwertpunkten (BWP) aus. Dieser kann durch Pflanzmaßnahmen innerhalb des Plangebietes komplett ausgeglichen werden. Zur Kompensation des Biotopwertverlustes werden innerhalb des Plangebietes die Ausgleichsmaßnahmen innerhalb einer öffentlichen Parkanlage sowie die Pflanzung von Stra- ßenbäumen in der Planstraße 1 sowie in der Straße „Simonskaul“ festgesetzt. 6.5.21 Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete (Anlage 1 zum BauGB, 2. b) ff) Planungsvorhaben in benachbarten Plangebieten gibt es nicht. Daher entstehen auch keine Kumulationseffekte mit solchen Planvorhaben. 6.5.22 Eingesetzte Stoffe und Techniken (Anlage 1 zum BauGB, 2. b) hh) Es wird von dem Einsatz üblicher Bau- und Betriebstechniken sowie -stoffe ohne relevante Umweltauswirkungen ausgegangen. 6.5.23 In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten (Alternativen) Eine Sanierung der bestehenden Altlastensituation lässt sich nur im Zusammenhang mit einer nachfolgenden Neubebauung erreichen. Insofern bestehen keine grundsätzlich anderen Pla- nungsmöglichkeiten. Die Deckung des dringenden Wohnungsbedarfs der Bevölkerung erfordert es, auch Standorte zu bebauen, die durch Lärm vorbelastet sind. Auch insoweit sind keine grundsätzlichen Pla- nungsalternativen zu dem Bebauungsplan gegeben. Eine weitgehend gewerbliche Nutzung und Bebauung nach erfolgter Altlastensanierung stellt nur im Hinblick auf die Schallschutzanforderungen eine mögliche Alternative dar, bedingt aber vergleichbare Eingriffe in den Naturhaushalt. 6.6 Zusätzliche Angaben 6.6.1 Technische Verfahren bei der Umweltprüfung beziehungsweise Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben Für die Umweltprüfung wurden die folgenden technischen Verfahren verwendet: - Bodenuntersuchung: Sondierung mittels Rammsonde, Bohrungen mit Großbohrgerät - Bodenanalyse: Labortechnik, Spektrometer, Feinmesstechnische Verfahren - Schallimmissionsprognose: Die Berechnungen erfolgten mit der Software CADNA/A konform mit DIN 45687 - Belichtung/ Besonnung: Dreidimensionales, georeferenziertes Fassadenmodell (Auto- Cad), Schattenberechnung mit der Software Radiance - Luftschadstoffprognose: Erstellen mikroskaliger, digitaler Ausbreitungsmodelle mit der Software MIKSAM Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben sind nicht aufgetreten. - 82 - / 83 6.6.2 Geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen (Moni- toring) Die Prognosen zu den Auswirkungen der Planung sind insbesondere unter Berücksichtigung der Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen ausreichend belastbar, so dass im Rahmen des Bebauungsplan- Verfahrens keine Überwachungsmaßnahmen zu definieren sind. 6.6.3 Zusammenfassung Durch die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 66509/10 „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“ sind keine erheblich negativen Auswirkungen auf Umweltbelange zu erwarten, sofern Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen für betroffene Um- weltbelange umgesetzt werden. Von der Umsetzung ist aufgrund entsprechender Festsetzun- gen und vorgesehener Regelungen im Durchführungsvertrag auszugehen. Tiere: Auswirkungen auf streng geschützte Tiera rten (Fledermäuse, Haussperling) werden durch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen in Form der Schaffung von Ersatzquartieren in der Um- gebung des Plangebiets kompensiert. Es sind zeitliche Beschränkungen von Rodungs - und Abbruchmaßnahmen zu beachten. Pflanzen: Die Eingriffe in die vorhandene Vegetation werden durch die Anlage von Grünflächen sowie das Anpflanzen von Bäumen im Plangebiet ausgeglichen. Fläche: Die Planung erreicht eine leichte Erhöhung des Grünflächenanteils im Plangebiet um 0,1 ha. Durch die verdichtete Bebauung auf einer sanierten Altablagerung wird ein Beitrag dazu ge- leistet, den Nutzungsdruck durch den Wohnungsbau im unbebauten Außenbereich zu vermin- dern. Boden: Erhebliche Verbesserungen ergeben sich durch die nutzungsbezogene Sanierung der vorhan- denen Altablagerung für den Boden. Wasser: Oberflächenwasser: Bei Starkregenereignissen wird das Oberflächenwasser von den neu angelegten öf- fentlichen Verkehrsflächen in die öffentlichen Grünflächen geleitet. Hier kann es schad- los einstauen und versickern. Im Zusammenhang mit der Ausbildung der extensiven Gründächer werden Retentionsmöglichkeiten zur Rückhaltung von zusätzlichen Stark- regenmengen auf den Dachflächen umgesetzt. Starkregen in privaten Außenanlagen werden in privaten Versickerun gsanlagen sowie ergänzenden Notrigolen aufgenom- men. Zusätzlich werden Geländevertiefungen/ -senken abseits der Wohngebäude in Privatflächen angelegt. Im Plangebiet wird erstmals eine ordnungsgemäße Entwässerung hergestellt. Damit werden bisher vorhandene nachteilige Umweltauswirkungen beseitigt. Die Planung wirkt sich für das Oberflächenwasser und den Umgang damit positiv aus. Grundwasser: - 83 - / 84 Durch den vorgesehenen Bodenaustausch werden die bestehenden Risiken eines Schadstoffeintrags in das Grundwasser gemindert. Bei Grundwasserhaltungsmaßnah- men in der Bauphase ist die chemische Qualität des Grundwassers im Vorfeld noch- mals zu überprüfen. Ggfs. ist das geförderte Grundwasser vor Einleitung in den Kanal entsprechend zu reinigen. Die Planung wirkt sich für das Grundwasser nicht erheblich aus. Luft: Luftschadstoffe – Emissionen, auch Treibhausgase: Erheblich emittierende Nutzungen sind nicht vorgesehen. Es wird von einer hoch energieeffizienten Bebauung nach dem Stand der Technik ausgegangen, die Nut- zung der Solarenergie zur Strom- und Wärmeerzeugung ist vorgesehen. Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Vermeidung von Luftschadstoff- und Treibhausgasemissi- onen positiv aus. Luftschadstoffe – Immissionen: Kritische Belastungen mit Luftschadstoffen bestehen im Plangebiet nicht. Klima: Die mikroklimatisch ungünstigen voll versiegelten Flächen im Plangebiet werden reduziert. Die bestehende stadtklimatische Ausgleichsfunktion des Gebiets kann dadurch mindestens bei- behalten werden. Zur weiteren Verbess erung sind Dachbegrünungen, die Schaffung von Grünflächen sowie strukturell wirksame Gehölzpflanzungen vorgesehen. Die Planung wirkt sich für Kaltluft und Ventilation nur geringfügig aus. Wirkungsgefüge zwischen Tieren, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima: Die Planung hat bezüglich des Wirkungsgefüges keine erheblichen nachteiligen Umweltaus- wirkungen. Die Planung hat durch die Altablagerung ssanierung eine positive Wirkung für die Funktion des Bodens innerhalb des Wirkungsgefüges der o. g. Umweltschutzgüter. Landschaft: Die Planung wirkt sich durch die Neuordnung des Siedlungsrandes positiv für das Land- schaftsbild aus. Die Erholungsfunktion wird durch die Anlage öffentlicher Grünflächen mit ho- her Aufenthaltsqualität gestärkt bzw. erstmals hergestellt. Biologische Vielfalt: Die Planung ist aufgrund der Inanspruchnahme überwiegend artenarmer Flächen sowie unter Beachtung der vorgesehenen Maßnahmen zur Eingriffsminderung und zum Ausgleich von ge- ringer Wirkung für die Biodiversität. Erhaltungsziele und Schutzzweck der Natura 2000-Gebiete (Gebiete von gemeinschaft- licher Bedeutung/europäische Vogelschutzgebiete): Die Belange sind nicht betroffen. Mensch, Gesundheit, Bevölkerung: Lärm: Aufgrund der Vorbelastung des Plangebiets durch Verkehrslärm werden umfassende, passive Schallschutzmaßnahmen getroffen. Die Planung schützenswerter Nutzungen in einem teilweise stark durch Verkehrslärm belasteten Gebiet ist unter Berücksichti- gung der vorstehend beschriebenen und im Bebauungsplan festgesetzten Maßnah- men vertretbar. - 84 - / 85 Altlasten: Die vorhandenen Altlasten (Altablagerung) werden saniert. Erschütterungen: Bei der Bebauung ist der Erschütterungsschutz gem. DIN 4150 im Baugenehmigungs- verfahren nachzuweisen. Bei Beachtung der einschlägigen Regeln der Technik erge- ben sich keine erheblichen Beeinträchtigungen für die menschliche Gesundheit. Sonstige Gesundheitsbelange / Risiken: Das Plangebiet hat ausreichende Abstände zu Störfallbetriebsbereichen. Bei Beach- tung von Vorsorgemaßnahmen gegen die Überflutung der Gebäude durch die Folgen von Starkregenereignissen sowie bei extremen Hochwasserereignissen (nur im Bau- gebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“) ergeben sich keine erheblichen Gefahren und Risi- ken. Besonnung/Belichtung: Mit konsequent durchgesteckten Wohnungsgrundrissen lässt sich in allen Gebäudeab- schnitten des Plangebietes eine Einhaltung der Anforderungen der DIN EN 17037 für direkte Besonnung erreichen. Einzelne Gebäudeteile, in denen eine Besonnung von weniger als 1,5 Stunden vorliegt, können somit bei einer Planung zu mindestens zwei Fassadenseiten ausgeglichen werden. Vor allem auf der Südseite und in vielen Ab- schnitten der Westfassaden kann in großen Teilen eine Besonnung von 4 Stunden nachgewiesen werden, dies entspricht dem höchsten Empfehlungsniveau der DIN EN 17037 für direkte Besonnung zur Tagundnachtgleiche. Kultur- und sonstige Sachgüter: Vor Aufnahme einer Bautätigkeit erfolgt in allen relevanten Flächen des Plangebiets eine ar- chäologische Sachverhaltsermittlung mit Baggersondagen. Archäologische Funde werden do- kumentiert und geborgen sowie dem Römisch-Germanischen Museum übergeben. Unter Be- achtung der beschriebenen archäologischen Maßnahmen gehen von der Planung keine er- heblichen Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter aus. Vermeidung von Emissionen (insbesondere Licht, Gerüche, Strahlung, Wärme), sachge- rechter Umgang mit Abfällen und Abwässern: Die Planung hat bezüglich der o. g. Emissionen und bezüglich der Abfall- und Abwasserbesei- tigung keine relevanten Auswirkungen. Nutzung erneuerbarer Energien / sparsame und effiziente Nutzung von Energie: Die Planung wirkt sich hinsichtlich der Energieeffizienz der Bebauung und der Nutzung erneu- erbarer Energien im Plangebiet positiv aus, da eine bis 2021 vorhanden gewesene gering energieeffiziente Bebauung durch eine hoch energieeffiziente Bebauung ersetzt wird und er- neuerbare Energien künftig systematisch genutzt werden. Darstellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbesondere des Was- ser-, Abfall-, Immissionsschutzrechtes: Im Zuge der 234. Flächennutzungsplanänderung wurde Widerspruch eingelegt. Nach dem Änderungsverfahren nimmt der Träger der Landschaftsplanung mit Schreiben vom 09.11.2021 den bis dahin bestehenden Widerspruch zurück, gemäß dem Fall, dass zugrunde gelegte Maßgaben erfüllt werden. Hierzu zählt die Eingrünung der Gemeinschaftsstellplätze, die mit der Begrünungsmaßnahme M17 „Begrünung der Gemeinschaftsstellplatzflächen“ umgesetzt wird. Darüber hinaus war die Umsetzung der Maßnahme Nr. 5.2-8 am Rand des NSG N13 „Ginsterpfad“ vorgeschlagen , welche der Stärkung des Biotopverbundes dienen sollte. Da diese Maßnahme nicht umsetzbar - 85 - / 86 ist, sind geeignete naturschutzfachliche Aufwertungsmaßnahmen innerhalb des Landschafts- raums somit im LSG L 9 oder den angrenzenden LBs des Landschaftsplans Köln umzusetzen. Folgende im Bebauungsplan vorgesehen flächigen Pflanzmaßnahmen tragen zur Sicherung und Stärkung der Ziele der Landschaftsplanung im Landschaftsschutzgebiet L 9 bei: - A1 Herstellung einer extensiven Wiese - A4 Herstellung eines Mischwaldes - A3 und A5 Herstellung eines Waldmantels - Weiterhin sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie der Erhalt von Bestands bäumen festgesetzt. Darüber hinaus wird die Pflanzung einer Baumreihe aus 15 Bäumen innerhalb des LB 5.04 im Rahmen der Planänderung der Planfeststellung zum Zufahrtsglei s der KVB zum KVB- Be- triebshof Weidenpesch den LB 5.04 ökologisch aufwerten. Die Planung wirkt sich unter Berücksichtigung der vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen nicht erheblich aus. Die Abweichungen von den Festsetzungen des Landschaftsplans werden ge- mäß § 20 (4) NatSchG NRW der Planung nicht entgegenstehen. Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsver- ordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden: Der Belang ist nicht wesentlich betroffen. Die Grenzwerte der 39. BImSchV sind im Plangebiet eingehalten. Wechselwirkungen: Die entstehenden Wechselwirkungen auf Tiere und Pflanzen sind weitgehend kompensierbar und deshalb nicht erheblich. Anfälligkeit für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen: Es besteht keine planungsrelevante Anfälligkeit des Plangebietes für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen. Eingriffsregelung: Es sind interne und externe Ausgleichsmaßnahmen geplant. Mit den vorgesehenen Maßnah- men werden die Eingriffe bilanziell ausgeglichen. Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete, einge- setzte Stoffe und Techniken, Alternativen, Monitoring (falls erforderlich): Planungsvorhaben in benachbarten Plangebieten gibt es nicht. Daher entstehen auch keine Kumulationseffekte mit solchen Planvorhaben. Es wird von dem Einsatz üblicher Bau- und Betriebstechniken sowie -stoffe ohne relevante Umweltauswirkungen ausgegangen. Die Prog- nosen zu den Auswirkungen der Planung sind insbesondere unter Berücksichtigung der Ver- meidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen ausreichend belastbar, so dass im Rah- men des Bebauungsplan-Verfahrens keine Überwachungsmaßnahmen zu definieren sind. 6.6.4 Referenzliste der Quellen Accon GmbH, David Yalcin: Luftschadstoffprognose im Rahmen des vorhabenbezogenen Be- bauungsplans „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“, Stadt Köln; Greifenberg, 24.02.2020 Accon Köln GmbH, Gregor Schmitz -Herkenrath: Ergänzung der Schalltechnischen Untersu- chung zum Bebauungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch (Arbeitstitel) zu mögli- chen Gewerbelärmimmissionen im Plangebiet; Köln, 14.03.2022 - 86 - / 87 Accon Köln GmbH, Gregor Schmitz-Herkenrath: Schalltechnische Untersuchung zum Bebau- ungsplan (VEP) Simonskaul in Köln-Weidenpesch; Köln, 15.12.2021 Geologischer Dienst NW: Bodenkarte 1:50.000, Krefeld, o. J.; Gesellschaft für Umweltplanung und wissenschaftliche Beratung: Grünordnungsplan – Plane- rischer Fachbeitrag für das Bauleitplanverfahren (Bebauungsplan Nr. 66509/10 „Simonskaul in Köln-Weidenpesch“); Bonn, 27.06.2022 HPC AG, Michael Domrös: Bericht zur geotechnischen Voruntersuchung; Duisburg, 10.04.2017 Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: Auszug aus der Planungshin- weiskarte „Zukünftige Wärmebelastung“ aus: Klimawandelgerechte Metropole Köln, Ab- schlussbericht, LANUV Fachbericht Nr. 50, Recklinghausen, 2013; Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Claire Schneider: BV Simonskaul in Köln- Wei- denpesch, Sanierungsplan gem. § 13 BBodSchG; Köln, 28.01.2022 Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Claire Schneider: Planungsbezogene Gefähr- dungsabschätzung inkl. abfallt. Voreinstufung der Aushubmaterialien, BV Simonskaul in Köln- Weidenpesch; Köln, 31.01.2020 Ökoplan - Bredemann und Fehrmann: Artenschutzrechtliche Vorprüfung (ASP S tufe 1) zum Sanierungsvorhaben „Simonskaul 38-50“ in Köln-Weidenpesch; Essen, März 2022 Peutz Consult GmbH, Sara Lippold: Besonnungsstudie zum Bebauungsplanvorhaben Simon- skaul in Köln-Weidenpesch; Dortmund, 10.06.2022 raskin Umweltplanung und Umweltberat ung GbR, Anja Werfling: Landschaftspflegerischer Fachbeitrag Vorhabenbezogener Bebauungsplan Simonskaul in Köln-Weidenpesch; Aachen, 28.06.2022 raskin Umweltplanung und Umweltberatung GbR, Dr. Richard Raskin: Vorstudie zur Umsetz- barkeit eines Bebauungsplans bei Simonskaul in Köln – Weidenpesch aus naturschutzfachli- cher und – rechtlicher Sicht; Aachen, 21.06.2017 raskin Umweltplanung und Umweltberatung GbR, Dr. Richard Raskin: Landschaftspflegeri- scher Begleitplan: Sanierung einer Altlast in Köln-Weidenpesch; Aachen, 11.05.2022 raskin Umweltplanung und Umweltberatung GbR, Verena Niedek: Fachbeitrag zur Arten- schutzprüfung für die Aufstellung eines Bebauungsplanes bei Simonskaul in Köln-Weidenpe- sch; Aachen, 29.09.2017 Stadt Köln: Landschaftsplan, jeweils aktueller Stand; Stadt Köln: Überflutungshöhen bei verschiedenen Starkregenereignissen, aus StEB AÖR, Köln, 06/2017; UCON GmbH, Philipp van de Sand: Gutachten zur Verträglichkeit von Wohnbebauungen und dem Betriebsbereich der Carbosulf Chemische Werke GmbH in Köln hinsichtlich des § 50 BImSchG; Münster, 16.11.2017 sowie „Gutachten gemäß Art. 13 Seveso- III-Richtlinie bzw. § 50 BImSchG zur Verträglichkeit von Wohnbebauungen und dem Betriebsbereich der Nouryon Functional Chemicals GmbH“, 09.07.2021 - 87 - / 88 7. Planverwirklichung 7.1 Überplanungen/ Bestandsschutz Die Überplanung der vorhandenen gewerblichen Bausubstanz im Plangebiet geschieht im In- teresse und auf Veranlassung der Vorhabenträgerin. Belange des Bestandsschutzes für vor- handene bauliche Anlagen und Nutzungen sind für die Planung nicht gegeben. 7.2 Hinweise auf Fachplanungen (Ver-, Entsorgung) Das Plangebiet ist im Bestand teilweise erschlossenes Bauland. Die vorhandenen privaten Erschließungsanlagen (Straßen, Wege und Leitungen) im Plangebiet sind überaltert, entspre- chen weitgehend nicht dem anerkannten Stand der Technik und sind für eine weitere Nutzung nicht geeignet. Sie müssen zudem für die Altablagerungssanierung abgebrochen werden. Für die Neuerschließung im Plangebiet sowie f ür Änderungen und Anpassungen im öffentli- chen Straßenraum und an den Ver- und Entsorgungsnetzen, die durch die Planung veranlasst werden, lässt die Vorhabenträgerin die erforderlichen Fachplanungen erarbeiten , die in die Erschließungsregelungen zum Durchführungsvertrag aufgenommen werden. 7.3 Umlegung, Baulast, Grunddienstbarkeiten Bodenordnende Maßnahmen nach § 45 ff BauGB sind nicht erforderlich, da die erforderlichen Grundstücke im Eigentum der Vorhabenträgerin , über Erbbaurecht sverträge in der Verfü- gungsgewalt der Vorhabenträgerin bzw. im Eigentum der Stadt Köln stehen. Das Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit in den Baugebieten ist der Stadt Köln durch die Vorhabenträgerin durch dingliche Sicherung (Grunddienstbarkeit) einzuräumen. 7.4 Durchführungsvertrag Die Vorhabenträgerin verpflichtet sich in einem Durchführungsvertrag gemäß § 12 BauGB zur Umsetzung des Vorhabens, wie es im Vorhaben- und Erschließungsplan definiert ist. 7.5 Kosten für die Stadt Köln, Kostenübernahme durch die Vorhabenträgerin Die Vorhabenträgerin übernimmt alle Kosten, die die Aufstellung des Bebauungsplanes be- treffen. Kosten für den städtischen Haushalt entstehen insoweit nicht. 7.6 Gemeinbedarf, soziale Infrastruktur Kindergartenbedarfsplanung Vor Durchführung des städtebaulichen Qualifizierungsverfahrens wurden die Bedarfe an durch das geplante Vorhaben ausgelöster sozialer Infrastruktur bei den Fachämtern abgefragt. Die Prüfung der Fachverwaltung ergab, dass Bedarf an einer vier gruppigen Kindertageseinrich- tung im Planbereich besteht. Die Planung sieht eine entsprechende Einrichtung vor und ent- spricht damit dem Bedarf aus dem Vorhaben. Schulentwicklungsplanung Die GGS Neusser Str. ist mit einer Aufnahmekapazität von 4 Zügen und die KGS Altonaer Str. mit 3 Zügen festgelegt, es stehen somit jährlich 7 Eingangsklassen mit maximal 160 Plätzen zur Verfügung. Die beiden Schulen werden nach den derzeitigen Prognosen auch - 88 - zukünftig noch in allen Jahrgängen über freie Aufnahmekapazitäten für die erwarteten Schü- lerinnen und Schüler verfügen. Der Mehrbedarf an zusätzlichen Plätzen im offenen Ganztag entspricht sowohl während der Erstbezugsphase als auch im späteren Verlauf der Anzahl der durch die Baumaßnahme be- dingten zusätzlichen Schüler/innen in der Prim arstufe. Die erforderlichen Grundschulplätze sind gesichert. Sportflächen In relativer Nähe (1.000 m Luftlinie) zu dem Plangebiet liegen die Bezirkssportanlage Schei- benstraße, der Skateboardpark der North Brigade Köln e. V. sowie die Tennisanlage des TC Ford. Vor diesem Hintergrund besteht im Plangebiet selbst kein weitergehender Bedarf an zusätzlichen Sportanlagen. Spielplätze Der Bedarf an öffentlichen Spielplätzen von 1. 840 m² sowie der Bedarf an privaten Kleinkin- derspielplätzen ist im Vorhaben- und Erschließungsplan berücksichtigt und wird im Plangebiet abgedeckt. Die öffentlichen Spielplätze sind nicht mit Tiefgaragen oder Ähnlichem unterbaut. Sie werden der Stadt Köln übertragen. Angebote für Offene Kinder- und Jugendarbeit Die derzeit an der Neusser Straße angesiedelte Jugendeinrichtung DachloW e. V. wird vo- raussichtlich verbesserte und barrierefreie Räume in dem Neubau im Plangebiet an der Neus- ser Straße anmieten können, Vermieterin wird hier die GAG sein. Ergänzend besteht ein Be- darf an ca. 800 m² nutzbarer Freifläche in Form einer Multifunktionsfläche für Aufenthalt, Spiel und Freizeitsport. Hierbei sind nur wenige feste Einbauten erforderlich. Die Fläche wird inner- halb der geplanten Parkanlage angelegt. Sie ist in etwa in der Mitte der Anlage, in ca. 200 m Fußwegentfernung von der Neusser Straße und ca. 40 m von der Bebauung entfernt vorge- sehen. Der Bebauungsplan-Entwurf 66509/10 wird gemäß § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) mit dieser Begründung öffentlich ausgelegt. Köln, den Beigeordneter -
Anlage 5. VBP Blatt 4, Gebäudeansichten
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0Maßstab 1:500Zeichenerklärungöffentlich bestellter Vermessungsingenieur/inKöln, denStadtdirektorKöln, den 16.08.2018Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligunghat am 05.02.2019 nach § 3 Abs. 1BauGB stattgefunden.Bezirksbürgermeister/inKöln, denDer Planentwurf hat in der Zeitvom bisnach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründungöffentlich ausgelegen.Die OberbürgermeisterinStadtplanungsamtIm AuftragKöln, denOberbürgermeisterinKöln, denDer Planentwurf ist nach § 4 Abs. 3BauGB durch Beschluss des Rates amgeändert worden.OberbürgermeisterinKöln, denDer Rat hat diesen vorhabenbezogenenBebauungsplan in seiner Sitzungam nach § 10 Abs. 1 BauGB alsSatzung mit Begründung nach § 9 Abs. 8BauGB beschlossen.OberbürgermeisterinKöln, denDer Satzungsbeschluss des vorhaben-bezogenen Bebauungsplans durch denRat einschließlich des Hinweises nach§ 10 Abs. 3 BauGB wurde amortsüblich bekannt gemacht.Mit der Bekanntmachung tritt dervorhabenbezogene Bebauungsplan inKraft.Für den PlanentwurfVorhabenträger/inBonava Deutschland GmbHRegion Köln/ BonnBonner Str. 172-17650968 KölnKöln, denBeigeordneterKöln, denFür den PlanentwurfDezernat VI, Planen und Bauen 02550 MeterSimonskaulin Köln-WeidenpeschBlatt 3 von 4Vorhaben- und Erschließungsplan-66509/10zum VorhabenbezogenenBebauungsplan EntwurfT.TGaEs wird bescheinigt, dass diesePlanunterlage den Bestimmungen des§ 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht.(Stand )VERMESSUNGSBÜRO RLSHajo Lühring • Jürgen SonntagÖbVI RLSWestfeldgasse 351143 KölnP Grenze des räumlichen Geltungs-bereiches des Bebauungsplanes0,00Absturzsicherung (Geländer oderZaun) mit Angabe der Höhe in m üNHNI,IIIS,WBahngleiseBordsteintopografische BegrenzungFlurstücksgrenzeFlurgrenzeDachformZahl der Vollgeschossevorhandene GebäudeBaumDurchfahrtBestand 46.71Gemarkungsgrenzevorhandene Höhenlage über NHNBebauungz.B. Vgeplante GebäudeTerrassen/ LoggienGeschosszahlenDachbegrünungprivate FußwegePrivate Erschließung private GemeinschaftsstellplätzeZufahrt/ EingangTiefgarage außerhalb der GebäudeÖffentliche Erschließung öffentliche StraßenverkehrsflächeStraßenraumaufteilungRad- und FußwegMischverkehrsflächeöffentliches ParkenBaumscheibeRadweg außerhalb des Vorhaben-Baum (Planung)Ausgleichprivate Grünfläche/ Parkanlageprivate Grünflächenöffentliche GrünflächeSpielplatzBaum (Bestand)SonstigesGeplante Geländehöhen und StraßenhöhenTrafoPackstationFreianlage und Grünflächenprivate FreianlageFreianlage KitaFreianlage Kita (Grünfläche)SanierungsgrenzeDachgartenVerkehrsfläche für:Rad- und Fußverkehr,Ver- und Entsorgungsfahrzeuge,Feuerwehr und RettungsfahrzeugeGas-Kaminund ErschließungsplanesGeltungsbereich des Vorhaben-und ErschließungsplansOberbürgermeisterinKöln, den Der Stadtentwicklungsausschuss hatdie Planaufstellung am 28.06.2018nach § 12 Abs. 2 BauGB beschlossen.Der Beschluss wurde am 29.08.2018ortsüblich bekannt gemacht.Die Oberbürgermeisterinin Vertrettung gez. Dr. KellerStadtdirektorKöln, den 16.08.2018Wege innerhalb der öffentlichenGrünflächeInformelle Darstellung der privatenKleinkinderspielflächen, der öffentlichen Spielflächensowie der öffentlichen Straßenverkehrsflächen.OK 48,85-Offenlage- Simonskaul4.Ansicht Süd- Wohnen 2- PlangebietsgrenzeAnsicht Süd- Wohnen 1- QuartiersstraßeAnsicht Nord- Wohnen 13.2.1.7.6.5.Ansicht Nord- Wohnen 2- QuartiersstraßeAnsicht Ost- Wohnen 1- QuartiersplatzAnsicht Ost- Gebiet Wohnen/ Nws Gewerbe-Neusser StraßeAnsicht West- Gebiet Wohnen/ Nws Gewerbe QuartiersplatzAnsicht West- Wohnen 1- Simonskaul Ansicht Nord- Gebiet Wohnen/ Nws GewerbeAnsicht Süd- Gebiet Wohnen/Nws Gewerbe- Plangebietsgrenze Die in den Ansichten dargestellten Fassaden sindbeispielhaft. Geringfügige Abweichungen sind imZulässigkeitsrahmen des vorhabenbezogenenBebauungsplanes (Blatt 1) unter Berücksichtigungder Bestimmungen des § 31 BauGB zulässig. Ansicht Ost- Gebiet Wohnen/ Nws Gewerbe- Neusser StraßeAnsichten Nord- Wohnen 1Ansichten Süd- Wohnen 1- QuartierstraßeAnsicht Ost- Wohnen 1- QuartiersplatzAnsicht West- Wohnen 1- Simonskaul Ansichten Nord- Wohnen 2- Quartierstraße Ansichten im Maßstab 1:500Haus 1Haus 1Haus 2Haus 3Haus 2Haus 4Haus 3Haus 4 Haus 2Haus 4 Haus 7Haus 6Haus 5Haus 5Haus 6Haus 7 Übersichtsplan Ansichtsrichtungen, M. 1:1000 Haus 1Ansicht West- Gebiet Wohnen/ Nws Gewerbe- QuartiersplatzAnsicht Nord- Gebiet Wohnen/ Nws Gewerbe Blatt 4 von 4 Ansicht Süd- Gebiet Wohnen/ Nws Gewerbe-PlangebietsgrenzeOK Attika 66,85OK Attika 63,95OK Attika 57,78OK Attika 66,85OK Attika 63,95OK Attika 57,78 OK Attika 66,70OK Attika 60,35OK Attika 54,55OK Attika 60,86 OK Attika 63,50 OK Gebäude 61,01OK Attika 62,51 OK Gebäude 61,01OK Attika 62,51OK Attika 58,36 OK Attika 58,36 OK Attika 66,85OK Attika 63,95OK Attika 57,78OK Attika 60,86OK Attika 64,17OK Attika 60,87OK Attika 57,78OK Attika 57,78OK Attika 64,17OK Attika 60,87OK Attika 57,78OK Attika 57,78OK Attika 63,95OK Attika 66,85 OK Attika 57,78OK Attika 63,95OK Attika 66,85OK Attika 64,17OK Attika 60,87OK Attika 57,78 OK Attika 66,70OK Attika 63,50 OK Gebäude 61,01 OK Gebäude 61,01 OK Attika 58,36 OK Attika 58,36OK Attika 58,11 OK Gebäude 61,01 OK Gebäude 61,01 OK Attika 58,36 OK Attika 58,36OK Attika 55,08 Haus 1 Ansichten Süd- Wohnen 2- Plangebietsgrenze OK Gebäude 59,65OK Gebäude 53,85OK Attika 63,50 -
Anlage 6. Textliche Festsetzungen nach § 3 Abs. 2 BauGB
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ANLAGE 6 / 2 Textliche Festsetzungen zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan-Entwurf Nr. 66509/10 Arbeitstitel: Simonskaul in Köln-Weidenpesch I - TEXTLICHE FESTSETZUNGEN 1. § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB 1.1. Festsetzungen über die Art der baulichen Nutzung Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB wird festgesetzt, dass folgende Nutzungen zulässig sind: Baugebiete „Wohnen 1“ und „Wohnen 2“ - Wohnen, - Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ih- ren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, - sonstige nicht störende Gewerbebetriebe Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ - Wohnen, - Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ih- ren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, - Büros, - der Versorgung des Gebietes dienende Läden, - nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe - Anlagen für soziale Zwecke. 1.2. Bedingte Festsetzungen Gemäß § 9 Abs. 2 BauGB i.V.m. § 12 Abs. 3a BauGB sind im Rahmen der festgesetz- ten Nutzungen nur solche Vorhaben zulässig, zu deren Durchführung sich der Vorha- benträger im Durchführungsvertrag verpflichtet hat. Gemäß § 9 Abs. 2 BauGB ist die Aufnahme der Wohnnutzung innerhalb des Bauge- bietes „Wohnen / Nws Gewerbe“ erst dann zulässig, wenn die Gebäude an der Neus- ser Straße (Ostseite des Baugebietes) sowie an der Planstraße 3 (Nordseite des Bau- gebietes) als Rohbauten einschließlich des Einbaus der Türen und Fenster jeweils in ihrer gesamten straßenseitigen Länge hergestellt sind. 1.3. Bestimmung des Maßes der baulichen Nutzung (§ 16 BauNVO) a) Gebäudehöhen Gemäß § 16 Abs. 2 Nr. 4 BauNVO werden für die Bebauung folgende Gebäudehö- hen über Normalhöhennull (ü NHN) als Höchstgrenze bzw. zwingend festgesetzt: - Für die I-vollgeschossige Bebauung mit der Signatur A: 49,4 m ü NHN zwingend - Für die I-vollgeschossige Bebauung mit der Signatur B: 50,0 m ü NHN - Für die I-vollgeschossige Bebauung mit der Signatur C: 51,7 m ü NHN zwingend - Für die II-vollgeschossige Bebauung: 57,0 m ü NHN - Für die III-vollgeschossige Bebauung: 60,0 m ü NHN - 2 - / 3 - Für die IV -vollgeschossige Bebauung im Baugebiet „ Wohnen / Nws Gewerbe“ : 62,0 m ü NHN - Für die IV-vollgeschossige Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Woh- nen 2“: 63,0 m ü NHN - Für die V -vollgeschossige Bebauung im Baugebiet „ Wohnen / Nws Gewerbe“ : 65,0 m ü NHN - Für die V-vollgeschossige Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Woh- nen 2“: 66,5 m ü NHN - Für die VI -vollgeschossige Bebauung im Baugebiet „ Wohnen / Nws Gewerbe“ : 68,0 m ü NHN - Für die VI-vollgeschossige Bebauung in den Baugebieten „Wohnen 1“ und „Woh- nen 2“: 69,0 m ü NHN Gemäß § 16 Abs. 2 Nr. 4 BauNVO werden für die Bebauung folgende Gebäudehö- hen als Mindest- und Höchstgrenze festgesetzt: - Für die zwingende V-vollgeschossige Bebauung: 62,0 – 66,0 m ü NHN - Für die zwingende VI-vollgeschossige Bebauung: 65,0 – 68,0 m ü NHN Als oberer Bezugspunkt der Gebäude gilt die Oberkante der Attika bzw. der obere Abschluss der Gebäude. b) Dachaufbauten. Gemäß § 16 Abs. 6 BauNVO k önnen die festgesetzten Gebä udehöhen durch un- tergeordnete Bauteile oder bauliche Anlagen - z.B. Antennen, Aufzugsüberfahrten, Kamine, Lüftungseinrichtungen, Oberlichter - auf den baulich zugeordneten Dach- flächen überschritten werden. Das höchstzulässige Maß der Überschreitungen be- trägt 2,00 m in der H öhe. Der Fl ächenanteil der Überschreitungen je Dachfl äche darf insgesamt 30% nicht übersteigen. Die Dachaufbauten müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten. 1.4. Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche (§ 19 BauNVO) Gemäß § 19 Abs. 4 Satz 3 BauNVO darf die zulässige Grundfläche durch die Grundflächen von Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO, von Garagen und Stellplätzen mit ihren Zu- fahrten, sowie von baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Bau- grundstück lediglich unterbaut wird, wie folgt überschritten werden: - Im Baugebiet „Wohnen 1“ bis zu einer GRZ von 0,75; - Im Baugebiet „Wohnen 2“ bis zu einer GRZ von 0,80; - Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ bis zu einer GRZ von 0,85. 2. § 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB Festsetzungen über die Bauweise, die überbaubaren und die nicht überbauba- ren Grundstücksflächen sowie die Stellung der baulichen Anlagen a) Bauweise Gemäß § 22 Abs. 4 Satz 1 BauNVO wird für das Baugebiet „Wohnen 1“ als abwei- chende Bauweise festgesetzt, dass die Länge der Gebäude bis zu 56,0 m betragen darf. b) Überbaubare und nicht überbaubare Grundstücksflächen Gemäß § 23 Abs. 3 Satz 3 in Verbindung mit Abs. 2 Satz 3 BauNVO werden für die überbaubaren Grundstücksflächen folgende Ausnahmen festgesetzt: - 3 - / 4 - Vordächer, Balkone und Gesims e dürfen die festgesetzten Baugrenzen um ein Maß von maximal 2,0 m überschreiten. - Ebenerdige Terrassen dürfen die festgesetzten Baugrenzen um ein Maß von ma- ximal 4,0 m überschreiten. c) Stellung der baulichen Anlagen Nebenanlagen i. S. d. § 14 Abs. 1 BauNVO sind auf den nicht überbaubaren Grund- stücksflächen nicht zulässig. Ausgenommen hierv on sind Fahrradabstellanlagen sowie eine Packstation. Die Packstation darf nur auf der in der Planzeichnung mit der Bezeichnung „Na“ eingetragenen Fläche errichtet werden. Die Grundfläche der Packstation wird auf max. 17 m² begrenzt. 3. § 9 Abs. 3 Satz 1 BauGB Höhenlage baulicher Anlagen a) Gemäß § 9 Abs. 3 BauGB wird die Höhe der Geländeoberfläche in den Baugebieten sowie die Ausbauhöhe der öffentlichen Verkehrsflächen in der Planzeichnung fest- gesetzt. Geringfügige Abweichungen sind zur Neigung des Geländes für die Ober- flächenentwässerung zulässig. Darüber hinaus sind Über - bzw. Unterschreitungen der festgesetzten Höhe der Geländeoberfläche bis zu 0,50 m durch Treppen- und Rampenanlagen sowie durch Aufschüttungen und Abgrabungen zulässig. b) Gemäß § 9 Abs. 3 BauGB wird im Baugebiet „Wohnen 2“ an dessen südöstlicher Ecke eine Absturzsicherung mit einer H öhe von 48,9 m ü. NHN festgesetzt. Die genaue Lage sowie L änge und Breite ergeben sich aus dem Vorhaben- und Er- schließungsplan. 4. § 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB Flächen für Nebenanlagen, Stellplätze und Garagen mit ihren Zufahrten a) Gemäß § 12 Absatz 6 BauNVO sind oberirdische Stellplätze nur innerhalb der über- baubaren Grundstücksflächen oder in der festgesetzten Fläche für Gemeinschafts- stellplätze (GSt) zulässig. b) Gemäß § 12 Absatz 6 BauNVO sind oberirdische Garagen nur innerhalb der über- baubaren Grundstücksflächen zulässig. c) Gemäß § 12 Absatz 6 BauNVO sind Garagen unterhalb der Geländeoberfläche nur innerhalb der Tiefgarage (TGa) zulässig. d) Innerhalb der Tiefgaragen (TGa) sind außerhalb der durch Baugrenzen festgesetz- ten überbaubaren Grundstücksflächen Lagerflächen, Technik - und Nebenräume, sowie Fahrradabstellplätze gemäß § 48 BauO NRW zulässig, soweit sie unterhalb der Geländeoberfläche liegen. e) Innerhalb des Geltungsbereiches des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes sind mindestens 5 Car-Sharing-Plätze für ein stationsbasiertes Car-Sharing-System vor- zuhalten, die jederzeit öffentlich zugänglich sein müssen. - 4 - / 5 5. § 9 Abs. 1 Nr. 11 BauGB Ein- und Ausfahrtbereiche Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 4 und Nr. 11 wird festgesetzt, dass Ein - und Ausfahrten der Tiefgarage zur Neusser Straße ausschließlich in de m als Ein- und Ausfahrtsbereich festgesetzten Bereich zulässig sind. 6. § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB Mit Gehrechten zu belastende Flächen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB werden innerhalb des Baugebietes „Wohnen 1“ die folgenden Gehrechte festgesetzt: - Die mit „G 1“ bezeichneten Flächen sind mit einem Gehrecht zugunsten der Allge- meinheit gemäß Planeintrag zu belasten. Inner halb der festgesetzten Flächen ist eine Durchwegung für die Allgemeinheit in einer Breite von mindestens 3 m in Nord- Süd-Richtung zu gewährleisten. Die Flächen dürfen ansonsten mit Nebenanlagen und Bepflanzungen überstellt werden, soweit diese die Nutzbarkeit der vorgenann- ten Durchwegung nicht einschränken. - Die mit „G 2“ festgesetzten Flächen sind mit einem Gehrecht zugunsten der Allge- meinheit gemäß Planeintrag zu belasten. 7. § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB Maßnahmen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräu- sche a) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen entspre- chend den in der Planzeichnung dargestellten Lärmpegelbereichen (LPB) an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen zu treffen. Grundlage hi erfür sind die maßgeblichen Außenlärmpegel nach DIN 4109- 1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin). Die Zuordnung zwischen den dargestellten Lärmpegelbereichen und den maßgeb- lichen Außenlärmpegeln ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle: Lärmpegelbereich Maßgeblicher Außenlärmpe- gel L a dB I 55 II 60 III 65 IV 70 V 75 VI 80a VII >80a (a) Für maßgebliche Außenlärmpegel La> 80 dB(A) sind die An- forderungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten festzulegen. - 5 - / 6 Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte. Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zuläs- sig, wenn im bauordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schalltechnischen Untersuchung ein niedrigerer Lärmpegelbereich oder ein niedrigerer maßgeblicher Außenlärmpegel an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nachge- wiesen wird. b) Bei Schlaf - und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallgedämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei ge- schlossenen Fenstern und Türen sicher zu stellen. c) Im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind zur Neusser Straße (Osten) sowie zur Planstraße 3 (Norden) hin orientierte, schutzbedürftige Räume im Sinne der DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Ber- lin) ) nur zulässig, wenn ihnen als Schallschutzvorrichtung sogenannte „kalte Win- tergärten“ (verglaste Balkone) oder gleichwertige Maßnahmen (z. B. vorgehängte Fassaden, verglaste Laubengänge), die nicht zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen dienen, vorgelagert sind. Die „kalten Wintergärten“ bzw. sonstige gleich- wertige Maßnahmen sind so zu errichten, dass die Beurteilungspegel für den Ge- samt-Verkehrslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm) auf der Innenseite der jeweiligen Schutzvorrichtung 60 dB(A) tags (06:00 – 22:00 Uhr) und 50 dB(A) nachts (22:00 – 06:00 Uhr) nicht überschreiten. d) Für Balkone, Loggien und Terrassen, die einen Gesamtbeurteilungspegel aus dem Verkehr (Straßen-, Schienen- und Flugverkehr) > 62 dB(A) im Tagzeitraum (06:00 bis 22:00 Uhr) aufweisen, sind Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Durch diese muss sichergestellt werden, dass der vorgenannte Gesamtbeurteilungspegel nicht überschritten wird. Hiervon ausgenommen sind Balkone , Loggien und Terrassen von durchgesteckten Wohnungen, wenn zusätzlich auf der lärmabgewandten Seite ein Balkon, eine Loggia oder eine Terrasse errichtet wird. 8. § 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 Buchst. a) BauGB sind im Bebauungsplangebiet folgende Begrünungsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhalten: a) Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen - M1: Begrünung der Freizeitanlage Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit Zweckbestimmung „ Freizeitanlage“ ist eine Rasenfläche EA 31 (LW 41112) auf mindesten 60 % der Gesamtfläche her- zustellen. Von Satz 1 ausgenommen sind Flächen mit Freizeitgeräten, Wegen, Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. Darüber hinaus sind auf der betreffenden Fläche mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Bei der Pflanzung der Laubbäume ist jeweils über die Vorgabe des Qua- litätsstandards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaustausch vorzunehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grundfläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - 6 - / 7 - M2: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A6 sind insgesamt mindestens 10 großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Hierbei ist jeweils über die Vorgabe des Qualitäts- standards hinaus bei der Herstellung der Pflanzgrube ein Bodenaustausch vorzu- nehmen und zwar mit einer Tiefe von 1,50 m und auf einer Grundfläche von 6 m². In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M3: Pflanzung von Einzelbäumen Innerhalb der Flächen A1 sind insgesamt mindestens zwei großkronige Laub- bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nach- richtlich dargestellt. - M4: Begrünung Kinderspielplatz (Parkanlage) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspielplatz“ sind insgesamt mindestens drei großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflan- zen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M5: Begrünung Kinderspielplatz (Planstraße 2) Innerhalb der öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Kinderspiel- platz“ sind insgesamt mindestens fünf großkronige Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens sechs Solitärsträucher zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M6: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M6 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M6 sind mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzu- stellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbe- hältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M7: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M7 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M7 sind mindestens d rei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens vier Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzu- stellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbe- hältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M8: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M8 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M8 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzu- stellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbe- hältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M9: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M9 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M9 sind mindestens zwei Laubbäume BF 41 (GH 742) und mindestens drei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hin- aus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Ab- fallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - 7 - / 8 - M10: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M10 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M10 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens ein Solitärstrauch zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 20 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzu- stellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wegen, Abfallbe- hältern, Bänken und technischen Aufbauten. - M11: Begrünung der Fläche mit der Bezeichnung M11 Innerhalb der Fläche mit der Bezeichnung M11 sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitärsträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 10 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzu- stellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Spielgeräten, Wege, Abfallbehäl- ter, Bänke und technische Aufbauten. - M12: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im Baugebiet „Wohnen 1“ sind mit einer extensiven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenom- men hiervon sind Dachterrassen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dach- begrünung zulässig. - M13: Begrünung der Kita-Freifläche Innerhalb der privaten Kita-Freifläche sind mindestens ein Laubbaum BF 41 (GH 742) und mindestens zwei Solitär sträucher zu pflanzen. Darüber hinaus ist auf mindestens 30 % der Gesamtfläche ein Rasen EA 31 (LW 41112) herzustellen. Die Einfriedungen der Kita-Freifläche sind mit Heckenpflanzen zu begrünen. - M14: Begrünung von Tiefgaragen Der obere Abschluss der Tiefgaragen (TGa) und der unterirdischen Gebäudeteile im gesamten Plangebiet sowie die Freiflächen der Baugebiete, soweit diese nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielgeräte und sonstigen Nebenanlagen überbaut wer- den, sind zu begrünen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer mindestens 60 cm tiefen Bodensubstratschicht, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. Die Stärke der Bodensubstratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der festge- setzten Tiefgaragen ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter - und Drain- schicht, auszubilden. - M15: Pflanzung von Laubbäumen Innerhalb der beiden mit Gehrechten zu belastenden Flächen „G 1“ sind jeweils mindestens drei Laubbäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Die Stärke der Boden- substratschicht der Baumpflanzungen im Bereich der festgesetzten Tiefgarage n ist mindestens mit 120 cm, zuzüglich einer Filter- und Drainschicht, auszubilden. - M16: Extensive Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im B augebiet „Wohnen 2“ sowie der Gebäude im Baugebiet „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind mit einer extensiven Dachbegrünung zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrünung zulässig. - 8 - / 9 - M17: Begrünung der Gemeinschaftsstellplatzflächen Innerhalb der Fläche M 17 sind mindestens sieben großkronige Bäume BF 41 (GH 742) und Strauchhecken BB 1 (GH 411) aus standortgerechten Heckenpflanzen anzupflanzen. Es ist nur eine Laubbaumart zulässig. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. - M18: Straßenbaumpflanzungen Innerhalb der Planstraße 1 sind an den in der Planzeichnung festgesetzten Stand- orten 21 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Im Süden der Planstraße 2 sind an den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten 2 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. b) Ausgleichsmaßnahmen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 Buchst. a) BauGB in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB sind folgende Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhalten. Die Nummerierung der Maßnahmen entspricht dem Grünordnungsplan zu diesem B e- bauungsplan: - A1: Herstellung eines extensiven Wiesenstreifens In den festgesetzten Flächen A1 ist eine extensive Wiese EA 1 (LW 41111) an- zupflanzen. Wegeflächen zur Erschließung der öffentlichen Grünfläche sind zu- lässig. - A2: Strauchpflanzung Innerhalb der festgesetzten Flächen A2 sind einheimische und standortgerechte Strauchgruppen BB 1 (GH 51) zu pflanzen. - A3: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A3 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) anzupflanzen. Bei der Anpflanzung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstan- dards hinaus günstige Wachstumsbedingungen durch einen Bodenaustausch mit einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. - A4: Herstellung eines Laubmischwaldes In den festgesetzten Flächen A4 ist ein Laubmischwald AX 11 (GH 3131) anzu- pflanzen. Bei der Anpflanzung des Laubmischwaldes sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Boden- austausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. - A5: Herstellung eines Waldmantels In der festgesetzten Fläche A5 ist ein Waldmantel BD 51 (GH 4431) auf 60 % der Gesamtfläche anzupflanzen. Weiter ist in der festgesetzten Fläche A5 ein Wiesen- saum EA 1 (LW 41111) auf 40 % der Gesamtfläche herzustellen. Bei der Anpflan- zung des Waldmantels sind über die Vorgaben der Qualitätsstandards hinaus günstige Wachstumsbedingungen mit einem Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 1,50 m herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Abfallbehältern, Bänken und technischen Aufbauten. - A6: Herstellung eines extensiven Rasens In den festgesetzten Flächen A6 ist ein extensiver Rasen EA 31 (LW 41112) an- zupflanzen. Ausgenommen hiervon sind Flächen mit Wegen, Abfallbehält ern, Bänken und technischen Aufbauten. - 9 - / 10 - A7: Straßenbaumpflanzung im Bereich der Simonskaul Innerhalb der ausgebauten Straße Simonskaul sind 6 Bäume BF 41 (GH 742) zu pflanzen. In der Planzeichnung sind die Bäume nachrichtlich dargestellt. 9. § 9 Abs. 2 Nr. 2 BauGB Bedingte Festsetzung für den Eintritt der Verlagerung einer Ausgleichsmaß- nahme Gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 2 BauGB wird festgesetzt, dass innerhalb der Planstraße 3 für das Grundstück in der Gemarkung Longerich, Flur 96, Flurstücke 256 und 4526 die festgesetzten baulichen und sonstigen Nutzungen erst ab Eintritt der Verlagerung der Ausgleichsmaßnahme A4 der Planfeststellung „Abstellanlage für 64 Stadtbahnfahr- zeuge der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Hauptwerkstatt Weidenpesch“ zulässig sind. Voraussetzung für die Zulässigkeit der vorgenannten Nutzungen innerhalb der Planstraße 3 ist der Eintritt der Bestandskraft eines Plan- feststellungsbeschlusses gemäß § 28 Personenbeförderungsgesetz, mit der die Zweckbestimmung der Fläche als Ausgleichsfläche für den Bau der KVB Trasse auf- gehoben wird. II - BAUORDNUNGSRECHTLICHE FESTSETZUNGEN Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB i n Verbindung mit § 89 Abs. 1 und 2 BauO NRW 2018 werden folgende gestalterische Festsetzungen getroffen: 1. Dachform Im Geltungsbereich des Bebauungsplans sind ausschließlich Flachdächer zulässig. Dächer mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. 2. Einfriedungen Im Bereich der festgesetzten Flächen für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen mit der Bezeichnung A2 sind Einfriedungen für die Entga- sungseinrichtungen nur als standortgerechte Hecken BB 1 (GH 51) sowie als Draht- oder Stabmatt engitterzäune mit hinterpflanzten Hecken BB 1 (GH 51) bis zu einer Höhe von jeweils bis zu 2,5 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW 2018 zulässig. Grundstückseinfriedungen in den Baugebieten „Wohnen 1“, „Wohnen 2“ und „Wohnen / Nws Gewerbe“ sind nur als standortgerechte Hecken BB 1 (GH 51) sowie als Draht- oder Stabgitterzäune mit hinterpflanzten Hecken BB 1 (GH 51) bis zu einer Höhe von jeweils 1,20 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW 2018 zulässig. In Einfried ungen integrierte Müllboxen dürfen eine Höhe von 1,20 m nicht überschreiten. 3. Müllsammelplätze Müllsammelplätze sind als Unterfluranlagen herzustellen, oder in die Gebäude (zum Beispiel als Wandnische, im Keller, Tiefgarage, o.ä.) bzw. in oberirdische Nebenanla- gen (zum Beispiel in Müllboxen, Müllhäuschen, o.ä.) zu integrieren oder zu begrünen (Berankung, Heckeneinfassung, o.ä.). 4. Werbeanlagen a) Werbeanlagen sind nur an Gebäuden und nur an der Stätte der Leistung mit einer - 10 - / 11 Größe von jeweils nicht mehr als 1,0 x 4,0 m zulässig. Sie dürfen nicht über die Unterkante der Fenster im 1. Obergeschoss hinausragen. Werbeanlagen auf Dach- flächen sowie an Pylonen sind nicht zulässig. b) Werbeanlagen mit im Tagesverlauf wechselnden oder mit bewegten Sichtflächen sowie akustisch unterstützte beziehungsweise ausschließlich akustische Werbean- lagen sind nicht zulässig. c) Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdioden (LED)-Technik oder selbstleuchtend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanlagen dürfen nur hinterleuchtet sein. 5. Satellitenempfangsanlagen / Mobilfunksendeanlagen a) Parabolantennen für den Satellitenrundfunkempfang sind nur auf den Dachflächen zulässig. b) Mobilfunksendemasten und -anlagen sind auf den Dachflächen nicht zulässig. III - KENNZEICHNUNG Gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 3 BauGB w ird folgende Fläche im Bebauungsplan ge- kennzeichnet: Im Bereich des Bebauungsplanes liegt die Altablagerung Nr. 50503. Der Boden in- nerhalb der gekennzeichneten Fläche ist mit umweltgefährdenden Schadstoffen be- lastet. Zur gefahrlosen Nutzung des gekennzeichneten Areals sind Sanierungs- und Siche- rungsmaßnahmen erforderlich. Die ordnungsgemäße Sanierung sowie die Entsor- gung des Bodenmaterials sind unter fachgutachterlicher Aufsicht und unter Beteili- gung der Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt, durchzuführen (siehe auch Nachrichtliche Übernahme Nr. 1 Buchst. c)) Sanierungsplan. IV - NACHRICHTLICHE ÜBERNAHMEN Gemäß § 9 Abs. 6 und Abs. 6a BauGB werden die nach anderen gesetzlichen Vorschriften getroffenen Festsetzungen nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen: 1. Natur- und Landschaftsschutz Der im Landschaftsplan der Stadt Köln nach Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) festgesetzte geschützte Landschaftsbestandteil (LB 5.04 „Brache zwischen Neusser Straße und Simonskaul, Weidenpesch“) und das Landschaftsschutzgebiet (LSG - 5007-0008, LSG-Nordfriedhof und Ginsterpfad-Gelände). 2. Hochwasserrisikogebiet Der zeichnerisch entsprechend kenntlich gemachte Teil des Plangebiets ist in der Hochwassergefahrenkarte Rhein der Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln vom November 2013 als Hochwasserrisikogebiet für den Fall eines extremen Ereignisses - 11 - / 12 (HQ extrem) ausgewiesen. In diesem Fall werden ohne technischen Hochwasser- schutz Überflutungen mit max. 0,5 m Wasserstand prognostiziert. Aus Gründen des vorbeugenden Hochwasserschutzes werden hochwassersichere Bauweisen im Erdgeschoss empfohlen. Ferner wird für Geschossebenen unterhalb des Erdgeschosses darauf hingewiesen, dass diese entweder flutungssicher verschließbar und statisch auftriebssicher oder in einer für die planmäßige Flutung im Hochwasserfall geeigneten Bauausführung her- gestellt werden sollten. Die einzelnen Maßnahmen sind im Rahmen der Genehmigungsplanungen zu prüfen und festzulegen. 3. Gestaltungs- und Ausgleichsmaßnahmen Planfeststellung Die Ausgleichsfläche des Planfeststellungsverfahrens „Abstellanlage für 64 Stadt- bahnfahrzeuge der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) auf dem Gelände der Haupt- werkstatt Weidenpesch der KVB und die zugehörige Zulaufstrecke in Köln-Weidenpe- sch“ (hier Gestaltungs- (G1 Ansaat von Rasen) und Ausgleichsmaßnahmen (A4 Pflan- zung von Einzelbäumen)) zum Bau einer KVB-Trasse, die im Widerspruch zur aktuel- len Planung steht und derzeit im Änderungsverfahren befindlich ist, wird nachrichtlich dargestellt. 4. Erklärung der Verbindlichkeit eines Sanierungsplans Erklärung der Verbindlichkeit (vom 19.05.2022) eines Sanierungsplans nach § 13 BBodSchG für das Bauvorhaben Simonskaul in Köln Weidenpesch, aufgestellt i.A. durch das Büro Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Köln, vom 28.01.2022. Bezug: Antrag der Vorhabenträgerin (BONAVA) vom 11.05.2022 auf Erklärung der Verbindlichkeit des Sanierungsplans einer Teilfläche der AL 50503 Simonskaul. V - HINWEISE 1. Rechtsfolgen Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußischen Fluchtliniengesetzes, des Aufbaugesetzes N W, des Bundesbaugesetzes oder des Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Bebauungsplanes außer Kraft. 2. Rechtsgrundlagen Es gelten: - Das Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. Novem- ber 2017 (BGBl. I S. 3634), - die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990 (BGBI. I S. 132) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S. 3786), - die Planzeichenverordnung (PlanzV) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. I S. 58) und - die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen – Landesbauordnung 2018 (BauO NRW 2018) vom 21. Juli 2018 (GV. NRW, S. 421), jeweils in der bei Erlass dieser Satzung geltenden Fassung. 3. Lärm- und Luftschadstoffimmissionen a) Das Plangebiet ist durch überhöhte Luftschadstoffimmissionen vorbelastet. - 12 - / 13 b) Das Plangebiet ist durch die Lärmimmissionen des Straßen- und Schienenver- kehrs vorbelastet. 4. Erschütterungen Das Plangebiet befindet sich westlich der Neusser Straße. Demnach ist das Plangebiet durch Erschütterungseinträge der Stadtbahn auf der Neusser Straße und dem Zulauf- gleis zur Abstellanlage Weidenpesch vorbelastet. Beim Neubau der Zulaufstrecke werden für die Gleise in der Neusser Straße und die Weichen angrenzend an das Plangebiet Maßnahmen zum Erschütterungsschutz vor- gesehen. Es wird empfohlen, bei der Gebäudeplanung im Bereich der Zulaufstrecke die ge- nauen technischen Parameter dieses aktiven Erschütterungsschutzes bei den Kölner Verkehrsbetrieben abzufragen und für die Beurteilung des Erschütterungsschutzes im Hochbau zugrunde zu legen. 5. Versickerung von Niederschlagswasser Gemäß § 44 Landeswassergesetz (LWG) in Verbindung mit § 55 Abs. 2 Wasserhaus- haltsgesetz (WHG) ist das anfallende Niederschlagswasser von Dachflächen vor Ort zu versickern. Bezüglich der wasserrechtlichen Erlaubnis ist die Untere Wasserbe- hörde der Stadt Köln einzuschalten. 6. Kampfmittelbeseitigungsdienst Im Plangebiet ist mit Bombenblindgängern / Kampfmitteln zu rechnen. Vor Aufnahme von Bauarbeiten (circa 6 Wochen) ist das Amt für öffentliche Ordnung, Gliederungszif- fer 322/40 (allgemeine Ordnungsangelegenheiten) unter der Benennung des Akten- zeichens 22.5-3-5315000-766/21 sowie der Bebauungsplan- Nummer einzuschalten. Die Anfrage kann per E-Mail an kampfmittel@stadt-koeln.de erfolgen. 7. Straßenprofil Das Straßenprofil innerhalb der festgesetzten Verkehrsflächen ist nur zur Information dargestellt. 8. Artenschutz a) Laut Artenschutzprüfung von Raskin, 29.09.2017, „Fachbeitrag zur Artenschutzprü- fung für eine Aufstellung eines Bebauungsplanes bei Simonskaul in Köln- Weiden- pesch“, ergeben sich keine Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 Bundesnatur- schutzgesetz (BNatSchG), wenn die nachfolgend aufgeführten Ver meidungsmaß- nahmen und vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 Abs. 5 BNatSchG berücksichtigt werden. b) Gemäß § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es im Zeitraum zwischen dem 1. März und 30. September eines jeden Jahres verboten, Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflan- zen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Sind innerhalb dieses Zeitraumes Rodungsarbeiten erforderlich, ist vor deren Auf- nahme in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln durch einen Fachgutachter nach besetzten Nestern und Fledermausquartieren zu su- chen und bei deren Auffinden die Rodungstätigkeit sofort einzustellen. - 13 - / 14 c) Zur Vermeidung eines Verstoßes gegen das Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG sind die erforderlichen Rodungen von Gehölzen außerhalb der Hauptbrutzeiten vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres der im Plan- gebiet brütenden Vogelarten auszuführen. d) Die Baufeldberäumung (Abbruch von Bestandsgebäuden) darf nur außerhalb der Zeit vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres erfolgen. e) Da durch den Abbruch der alten Gebäude potenzielle Sommerquartiere für die Zwergfledermaus wegfallen können, ist ein Ersatz von Spaltenquartieren notwen- dig. Dies muss spätestens in der auf den Abbruch der Gebäude folgenden Fort- pflanzungsperiode der Zwergfledermaus wirksam erfolgt sein. Die 15 anzubringenden Fledermauskästen sind an geeigneten Bereichen und Stel- len der umliegenden Bestandsgebäude (möglichst in direkter Umgebung) aufzuhän- gen. Einzusetzen sind Flachkästen, vorzugsweise 2 verschiedene Typen (z.B. Fle- dermausuniversal-Sommerquartier 1FTH und Fledermaus -Sommerfassadenquar- tier 1FQ der Firma Schwegler oder Fledermaus -Fassadenflachkasten und Fleder- mausspaltenkasten der Firma Hasselfeldt). f) Ferner sind als Ersatz für entfallende Brutplätze des Haussperlings 15 Kästen für Nischenbrüter (z. B. Sperlingskoloniehaus Typ 1SP der Firma Schwegler oder Typ SPMQ der Firma Hasselfeldt) aufzuhängen. 9. Ausgleichsmaßnahmen Die im Bebauungsplan festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen dienen dem Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft, die im Sinne von § 1a Abs. 3 BauGB durch den Bebauungsplan vorbereitet werden und dem Ausgleich der Eingriffe in Natur und Landschaft gem. § 15 BNatSchG, die mit dem Sanierungsplan mit Verbindlichkeitser- klärung vom 19.05.2022 festgestellt wurden. Die Ausgleichsmaßnahmen wurden so- mit den Eingriffen wie folgt zugeordnet: - Ausgleichsmaßnahmen die den Eingriffen zugeordnet sind, die durch den Bebau- ungsplan selbst planungsrechtlich vorbereitet werden (entsprechend der Plan- zeichnung): A4 111 m² 1.991 BWP für den Eingriff der Wohnbebauung W1 A4 1.679 m² 30.218 BWP für den Eingriff der Wohnbebauung W3 A1 645 m² 9.678 BWP für den Eingriff der Inneren Erschlie- ßung E1 A3 189 m² 3.312 BWP für den Eingriff des Radweges E2 A5 191 m² 3.241 BWP für den Eingriff des Radweges E2 A1 393 m² 5.900 BWP Für den Eingriff des öffentlichen Spiel- platzes öSP A1 12 m² 186 BWP für den Eingriff der Versorgungsanla- gen V - 14 - / 15 - Ausgleichsmaßnahmen, die den Eingriffen des Sanierungsplans zugeordnet sind: A2 112 m² 1.344 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A4 200 m² 3.600 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A5 1.515 m² 25.761 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans A6 3.106 m² 30.892 BWP für die Eingriffe des Sanierungsplans 10. Darstellung von Ausgleichsmaßnahmen für die Bewältigung des Eingriffes, der durch die Sanierung mit Verbindlichkeitserklärung vom 19.05.2022 vorbereitet wurde Die festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen A2, A6 und A4 (lediglich auf einer Teilfläche) gewährleisten den Ausgleich der Sanierung in einer Größe von 61.556 BWP nach dem Verfahren Sporbeck/Ludwig. Alle übrigen Ausgleichsmaßnahmen (A1, A3, A4 (Teilflä- che), A5, A7) bewältigen die in der Planzeichnung dargestellten ausgleichpflichtigen Eingriffe gem. § 1a Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 BauGB. 11. Baumschutzsatzung a) Es gilt die Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammen- hang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011). b) Gemäß der Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammen- hang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011) sind Ersatzpflanzungen bzw. Ersatzgeldzahlungen für im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes zu fällende Bäume zu leisten, soweit diese Bäume nicht bereits im Bebauungsplanverfahren bei der Bewertung und Bi- lanzierung nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nach § 18 BNatSchG in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB berücksichtigt wurden. 12. Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen Die verwendeten Kürzel innerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen ge- mäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 15. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe von Kürzeln allgemein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formuliert. 13. DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke DIN-Vorschriften sowie sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen Festset- zungen des Bebauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Erlass dieser Satzung geltenden Fassung anzuwenden und werden beim Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln Plankammer, Zimmer 06. E 05, Stadthaus Deutz, Willy -Brandt-Platz 2, 50679 Köln, während der Öffnungszeiten zur Einsicht- nahme bereitgehalten. 14. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Gemäß Einleitungsbeschluss (Vorlage-Nr. 1204/2018) sind die Planbegünstigten zur - 15 - Anwendung der Übergangsregelung des Kooperativen Baulandmodells der Stadt Köln in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2017 verpflichtet, insgesamt 24 % der Geschossfläche für Wohnen im öffentlich geförderten Segment gemäß der jeweils aktuellen Wohnraumförderrichtlinie des Landes NRW zu errichten. 15. Anspruch auf Maßnahmen zum passiven Schallschutz Durch die Errichtung des Vorhabens im Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebau- ungsplans Nr. 66509/10 kann an den Gebäuden Neusser Straße 788- 794 Anspruch auf Schallschutz gegen Verkehrslärm dem Grunde nach entstehen. Hierzu können insbesondere Fenster einer besseren Schallschutzklasse als aktuell vorhanden in Verbindung mit schallgedämmten Lüftungsanlagen zum Einsatz kom- men.
Beratungsverlauf
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01.12.2022 zuletzt
TOP 10.2.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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