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0155/2018

Jahresbericht 2017 Naturschutzwacht Bezirk 7-Nord

Mitteilung BV 20.03.2019

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Naturschutzwacht-Jahresbericht 2017

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Naturschutzwacht-Jahresbericht 2017

10181 Zeichen

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JAHRESBERICHT NATURSCHUTZWACHT  Köln 2017    Bezirk 7 Nord    Jonas 
 
 
Im vergangenen Jahr fuhr ich wieder regelmäßig durch meinen Bezirk und sah nach dem Rechten. 
Auch legte ich wieder Infomaterial für die Bürger aus (Naturgärten, Kompost, Grüne Wände, 
Integrierter Pflanzenschutz, Katzenkastration, Wildbienenschutz, Vogelschlag an Glasscheiben, 
Landschaftsplan Köln, Programm Naturschutzfortbildung, Hefte „Natur in NRW“). 
Öfters war auch umweltgefährdender Müll zu entsorgen. Beispiele waren diesmal 40 l Altöl am NSG 
Kiesgrube Alberty, 70 l Flüssiglack am Verschiebebahnhof Gremberg (Meldung an Untere Wasser- 
und Abfallbehörde) und, wie jedes Jahr, der Müllberg an der Kiesgrube Alberty. Letzteren hatte ich 
wieder mal übers Jahr zusammen mit Bürgern aus den zurückgelassenen Abfällen der Badegäste 
aufgehäuft. Nach meiner Meldung an die AWB wurde er im Herbst entsorgt. Überall im Bezirk ist 
zudem mit Zeltlagern von mehr oder weniger obdachlosen Jugendlichen zu rechnen. Sie finden sich 
an sehr abgelegenen Stellen und sind schwer zu finden und zu erreichen. Wenn sie verlassen werden, 
bleibt die gesamte Ausrüstung, auch das Zelt, zurück. Daher habe ich damit begonnen, die Lager nach 
und nach aufzulösen und das Material nach und nach an zugängliche Stellen zu schleppen. Mehrere 
Lager konnte ich bereits beseitigen (Airport Businesspark, Kiesgrube Alberty, Westhovener Aue), im 
kommenden Jahr sollen weitere folgen. 
 
Die Schutzgebietsschilder kontrollierte ich immer wieder mal. Einige mussten freigeschnitten 
werden. Am meisten war am NSG-Schild Kiesgrube Alberty zu tun: Man hatte versucht, es 
abzuschrauben. Dies misslang, womöglich weil ich die Muttern vorher abgefeilt hatte. Dafür wurde 
es wiederum immer wieder besprüht/bekritzelt, und ich machte es notdürftig durch Abreiben mit 
Brennspiritus bzw. Aceton wieder leserlich. 
 
Es gab wieder eine Reihe von Naturschutzeinsätzen. Teils half ich zwei Naturschutzverbänden, teils 
war ich alleine aktiv. So kontrollierte ich meine Nistkästen und säuberte sie von alten Nestern, 
tauschte einen alten aus, baute einen neuen, hängte einen anderen an einen günstigeren Platz. Mein 
Schwerpunkt war die Westhovener Aue, um das Angebot an Nisthöhlen hier zu verbessern. 
In einer alten Kiesgrube half ich einem Naturschutzverband beim Freischneiden eines Steilhangs und 
bei einer späteren Ortsbegehung beim Überlegen weiterer Maßnahmen. Ich arbeitete beim 
Wechselkrötenschutzprojekt dieses Verbandes mit; ich kontrollierte, z.B. am Alten Deutzer Postweg, 
neu angelegte Laichgewässer auf Krötennachwuchs. 
Im NSG Kiesgrube Alberty stellte ich fest, dass trotz der geschlossenen Eisdecke im vorangegangenen 
Winter immer noch oder wieder der Eisvogel brütete. Ich fand auch den Balkenschröter (geschützte 
Käferart) und beobachtete Ende Mai über längere Zeit ein Reiherentenpaar, welches aber leider nicht 
brütete und weiterzog. 
Der invasive Japanknöterich, dessen Bekämpfung in der Basaltblockschüttung am Ufer ich letztes Jahr 
begonnen hatte, konnte endlich durch weiteres Ausreißen neuer Triebe endgültig beseitigt werden. 
Die Sandtrockenrasen auf einer ingenieurtechnisch gestalteten Böschung sind zunehmend von sich 
invasiv ausbreitenden Robinien und anderen Gehölzen bedroht. Robinien und Sanddorn beschatten 
diesen geschützten, bedrohten Lebensraumtyp im NSG und reichern ihn mittels ihrer 
Wurzelbakterien mit Stickstoff an. Dadurch sind gefährdete Tier- und Pflanzenarten bedroht. Daher 
half ich hier bei einer Reihe von Arbeitseinsätzen eines Naturschutzverbandes, welche mit der UNB 
und dem Grundeigentümer (Deutsche Bahn) abgesprochen waren (Ringeln von Bäumen, Ausreißen 
von Sanddornwurzeln). Wir stellten auch ein überwuchertes und verlandetes Kleingewässer wieder 
her und konnten so bemerkenswerten Pflanzenarten hier wieder zur Ansiedlung verhelfen. Es ist 
abzuwarten, ob wie erhofft Kreuz- und Wechselkröten ablaichen werden.

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Für die UNB wurde eine schriftliche Auswertung der Maßnahmenergebnisse vorgenommen. Ich half 
dabei durch einzelne Anregungen und Korrekturlesen des Textes. 
 
Die Bekämpfung der invasiven Neophyten, besonders der Robinie und Hybridpappel, fiel auch 
Personen auf, die sich hier ohne Betretungserlaubnis aufhalten. Dadurch ergab sich eine Anzahl von 
Aufklärungsgesprächen. Ich erklärte die Maßnahmen und wies auf das Betretungsverbot (NSG, 
Privatgelände) hin. Außer Bürgern, die sich nur informieren wollten, gab es leider auch sehr 
engagierte Menschen, die mitunter verbal recht aggressiv auftraten. Unter anderem wurde mir auch 
mit einer Anzeige gedroht. Der Angelverein ist empört, denn „mir sin fruh, wenn dat alles schön wat 
zuwächst!“. Dann sind da noch Teile der Kölner Homosexuellenszene, die für manche Betätigungen 
Sichtschutz wünschen und gleichzeitig Baumschützer sind. Verkompliziert wird die Sache dadurch, 
dass einigen dieser Sichtschutz eben nicht recht ist, aber ich will nicht zu sehr ins Detail gehen (ich 
hoffe ohnehin, dass der Leser nicht weiß, wovon die Rede ist). Ich erfuhr, dass „wir uns alle einig sind, 
dass das aufhören muss!“. „Alles was Sie erzählt haben, stimmt nicht. Ich habe im Rathaus 
angerufen, da weiß man von nichts!“. 
Schließlich gibt es noch eine Fraktion der Naturschutzszene, die sich in den letzten Jahren politisch 
radikalisiert hat. Dies ist verständlich, denn der Anteil sensibler, von edlen Gefühlen angetriebener 
Menschen ist auf den Gebieten des Naturschutzes und der Nazibekämpfung relativ gesehen stets 
höher als etwa im Militärwesen oder im Motorsport. Die Bekämpfung von eingewanderten Tieren 
und Pflanzen wird abgelehnt; diese sind als Bereicherung willkommen zu heißen. Diese Menschen 
sind hochanständig und haben große Angst vor rassistischen Nazis und Faschos, welche überall auf 
der Lauer liegen. Neophytenbekämpfung unterstützt demnach ein Gedankengut, welches einen 
Rechtsruck in der Gesellschaft begünstigt und zur einer „Wiederholung“ der Geschichte führen 
könnte. Doch zum Glück bin ich als Naturschutzwart vor Ort und sorge im Auftrag der UNB dafür, 
dass die Entbuschung des Sandrasens nicht zu einem weiteren Weltkrieg eskaliert, so dass die 
Menschheit weiter ruhig schlafen kann. 
Diskussionen mit all diesen interessen- oder emotionsgesteuerten Bürgern sind sehr schwierig und 
dauern im Extremfall über eine Stunde. Ich konnte in nur ca. 20% der Fälle einiges Verständnis 
wecken. Mir wurde etwa erklärt, dass die Robinien „seit 500 Jahren“ hier leben, jetzt hier hingehören 
und nicht geschädigt werden sollen, und dass Bäume Gefühle und eine Seele haben. Ich betone dann 
freundlich, dass alle diese Argumente irrelevant sind, denn dies ist ein Naturschutzgebiet. Hier 
werden naturschutzfachliche Maßnahmen durchgeführt, um diejenigen Biotoptypen und Arten zu 
schützen, die durch die Rheinbegradigung vor 200 Jahren verlorengegangen sind. Das Gebiet ist dafür 
reserviert, die Buntheit und Vielfalt der Natur zu erhalten und diese nicht einem Robinienbestand mit 
Brennnesseln darunter zu opfern. Diese Vielfalt wird hier bedroht durch Pflanzen, die ein 
Festigungsgewebe (Holz) bilden können, mit dessen Hilfe sie sich hoch über die Kräuter und Moose 
erheben, diese beschatten und unterdrücken und für sich selber rücksichtslos neue Lebensräume 
erobern. Das sind eben die Bäume und Sträucher, welche hier somit die rassistischen Nazis unter den 
Pflanzen sind. Die niedrigen Pflanzen und wärmeliebenden Tierarten sind dagegen quasi bedrohte 
Minderheiten, welche von uns verteidigt werden. 
So versuche ich mich dagegen zu wehren, dass Gefühle und Seele nur solchen Pflanzen 
zugeschrieben werden, die aus Cellulose und Lignin ein Festigungsgewebe bilden können. Die 
Diskussionspartner wirken dann immerhin unsicher und können dies nicht überzeugend widerlegen, 
auch möchten sie nicht plötzlich selbst als Nazis dastehen.

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In diesem Jahr erstellte der hier aktive Naturschutzverband einen Biotopmanagementplan (BMP), 
wobei unter anderem auch ich mithalf. Der BMP umfasst vor allem eine umfangreiche 
Bestandserfassung und eine Auflistung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen. Meine Mitarbeit 
umfasste das Beisteuern von Pflanzen- und Tierarten, Hilfe bei Art-/Rassenbestimmungen (eine 
Großmuschel, Mauereidechsen-Rasse, Gräser u.a.), Erörtern von Inhalten, einzelne Anregungen und 
Korrekturlesen des Textes. 
Einzelne  Artengruppen wurden von Fachleuten bearbeitet. Weil für die Moose kein ausgewiesenes 
Fachpersonal verfügbar war, übernahm ich, obwohl kein Bryologe, die Erfassung der Moosflora. Ich 
fand 50 Arten (das sind etwa 12 % der im Rheinland vorkommenden Moosarten), von denen sechs 
(eine davon fand ich erst nach Fertigstellung des BMP) gemäß Roter Liste NRW gefährdet oder stark 
gefährdet sind. Der Moosartenbestand zeigt das Kleinklima, den Humusgehalt und die 
Stickstoffbelastung der Biotoptypen an und gibt einen Hinweis darauf, dass dem Substrat der vor 15 
Jahren ingenieurtechnisch angelegten Böschung im Nordosten Bauschutt beigemischt ist, was durch 
Funde von Beton-, Fliesen-, Estrich- u.a. Stücken bestätigt wurde. Drei der gefährdeten Moose 
kommen als spezialisierte Arten allein in dem Sandtrockenrasen der ingenieurtechnisch gestalteten 
Böschung vor und sind durch Verbuschung bedroht. 
Von der Mooserfassung wurden die Gesamtartenliste und einige Aussagen in den BMP 
übernommen; die gesamte Arbeit incl. Artenlisten einzelner Böschungsabschnitte und Biotoptypen 
behielt ich. 
 
Das Ordnungsamt kontrollierte vereinzelt den südlichen Strand. Mitte Juli trafen der 
Landesvorsitzende des Naturschutzverbandes und ich beim Müllsammeln drei Mitarbeiter an und 
diskutierten mit ihnen. Ich klärte sie über die ihnen noch unbekannte Naturschutzwacht auf und gab 
ihnen auf ihre Bitte hin meine Kontaktdaten, um gegebenenfalls meine Erfahrungen hier beisteuern 
zu können. 
 
Mit der zuständigen Mitarbeiterin tauschte ich immer mal wieder bei Bedarf Informationen aus. 
Wenn nötig, erhielt ich von ihr Unterstützung. Ich berichtete unter anderem, dass es nur einmal spät 
abends bis früh morgens zu einer Technoparty gekommen war, wobei der Müll vom Veranstalter 
weitgehend entsorgt worden war.

Mitteilung BV

383 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/57/571 
 
Vorlagen-Nummer 
 0155/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 20.05.2019 
Bezirksvertretung 7 (Porz) 13.06.2019 
 
Jahresbericht 2017 Naturschutzwacht Bezirk 7-Nord 
Im Anhang erhalten Sie den Jahresbericht 2017 des Naturschutzwarts für den Bezirk 7 Porz.

Beratungsverlauf (2)

20.05.2019 Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde
TOP 6.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
13.06.2019 Bezirksvertretung 7 (Porz)
TOP 10.2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0155/2018
Typ
Mitteilung BV
Datum
20.03.2019
Erstellt
12.01.2018 06:23