1726/2017
Eröffnung des F.i.Z.
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Mitteilung Ausschuss
7388 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
IV/51/515
Vorlagen-Nummer
1726/2017
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Jugendhilfeausschuss 20.06.2017
Eröffnung des Familienhauses „Familie im Zentrum - FiZ"
Am 12. Mai 2017 wurde ein neues Familienhaus in Bocklemünd/Mengenich (Görlinger Zentrum 5-7)
eröffnet. Die Dezernentin Frau Dr. Klein und der Bezirksbürgermeister Herr Wirges begrüßten die
zahlreichen Bürgerinnen und Bürger als auch die geladenen Gäste und beglückwünschten die Initia-
toren zu dem gelungen Projekt.
Ausgangslage
Bocklemünd/Mengenich ist einer der Stadtteile, der 2006 aufgrund der besonderen sozialen Bedarfs-
lage als Sozialraumgebiet ausgewiesen worden ist.
Die Bewohnerzahl ist seit dem Jahr 2000 bei einem geringfügigen Einw ohnerrückgang mit heute
10.699 Einwohnern weitgehend konstant geblieben. Davon sind 2082 Kinder und Jugendliche unter
18 Jahren und 1522 junge Erwachsene unter 29 Jahren alt. 140,1 % der Einwohner haben einen Mi g-
rationshintergrund.
In Bocklemünd/Mengenich gibt es 4772 Haushalte, davon sind 40,4 % Singlehaushalte und 23,3 %
Familienhaushalte, von diesen 23,3 % sind 30 % Haushalte Alleinerziehender.
Im Sozialraum beziehen 27,3 % Leistungen nach dem SGB II. Die Quote der unter 15 -Jährigen ist
höher. Sie liegt bei 46,1 %.
Die Arbeitslosenquote im Gebiet liegt bei 16,1 %, die der Jugendlichen bei 8 %.
65,6 % der unter sechsjährigen in der Kita oder Tagespflege betreuten Kinder sind beitragsbefreit, der
Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund liegt bei 72,2 %.
Demnach leben im Sozialraum überproportional viele (junge) Menschen, die bezüglich ihres Leben s-
unterhaltes auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind.
5,1 % aller Einwohner unter 21 Jahren haben Hilfen gemäß §§ 27 bis 35 SGB VIII erhalten.
Im Rahmen der Bezirkssozialarbeit sind die Problematik der Häuslichen Gewalt und die Anzahl an
Überprüfungen mit dem Inhalt einer möglichen Kindeswohlgefährdung höher als in anderen Sozia l-
räumen im Bezirk Ehrenfeld.
1 Die genannten Zahlen sind dem „Statistischen Jahrbuch 2015“ des Amtes für Statistik der Stadt Köln ent-
nommen, dem „Statischen Datenprofil Sozialraumgebiete 2014“, einer internen Auswertung des Gesundheits-
amtes der Stadt Köln und einer Erhebung des Landeszentrums Gesundheit NRW.
2
Konzeptentwicklung
Grundlage der Konzepte ntwicklung und Initiierung des F.i.Z. ist die Bewertung der Situation der Ki n-
der, Jugendlichen und Familien in Bocklemünd/Mengenich durch die dort tätigen Fachkräfte der K o-
operationspartner sowie durch andere Akteure des Bildungs- und Gesundheitswesens.
Ferner sind die Daten des Amtes für Statistik der Stadt Köln zur Erfassung des sozio -ökonomischen
Status der in Bocklemünd /Mengenich lebenden Familien sowie die Kennzahlen des Deckungsrings
der Wirtschaftlichen Jugendhilfe mit dem Ziel herangezogen worden, die Bedarfslage zu erfassen.
Kooperationsprojekt
Das FIZ bietet als Familienhaus allen Familien, Kindern und Jugendlichen eine feste Anlaufstelle im
Stadtteil Bocklemünd/Mengenich, insbesondere im Wohngebiet des Görlinger Zentrums. Das Zen t-
rum ist ein Gemeinschaftsprojekt folgender Institutionen:
Stiftung Leuchtfeuer, freier Jugendhilfeträger, der gleichzeitig der Schwerpunktträger des
Bezirksjugendamtes und Mitglied des Sozialraumteams Bocklemünd ist.
wir für pänz, freier Träger der Jugendhilfe, der die Kinderwillkommensbesuche im gesamten
Bezirk Ehrenfeld durchführt.
Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie als öffentlicher Träger der Jugendhilfe (All-
gemeiner Sozialer Dienst im Bezirksjugendamt, Jugendpflege, Frühförderung), Familienbera-
tung.
Zielsetzung
Das zentrale Ziel des Familienhauses ist die Schaffung positiver Lebensbedingungen für Kinder und
Familien sowie einer kinder- und familienfreundlichen Umwelt im Kölner Stadtteil Bock-
lemünd/Mengenich.
Zielsetzung des Projektes ist des Weiteren durch frühzeitige, präventive Hilfe und Unterstützung vor
Ort zur Bewältigung von Problemlagen, insbesondere von Kindern, Jugendlichen und (jungen) Fami-
lien, beizutragen. Somit wird ein Beitrag zur Überwindung prekärer Lebensverhältnisse als auch eine
Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil geleistet. Die individuelle Förderung von Kindern und
die ganzheitliche Unterstützung von Familien sind zwei Säulen des Angebotes.
Ein weiteres Kriterium des Arbeitsansatzes ist die Nutzung bereits vorhandener sozialräumlicher
Ressourcen. Vernetzung, Kooperation und die Abstimmung mit allen relevanten Akteuren vor Ort
hinsichtlich des Hilfebedarfs der Bürgerinnen und Bürger sind darüber hinaus ein wesentliches Cha-
rakteristikum des Zentrums.
Ein Merkmal marginalisierter Stadtviertel ist die mangelnde Vernetzung der Bewohnerinnen und Be-
wohner untereinander. In den Gruppen- und Bildungsangeboten steht das gemeinsame Erleben von
Eltern und Kindern im Mittelpunkt. Die Angebote stärken die Familien in ihrem Alltag, fördern den
Kompetenzerwerb von Eltern und Kindern und bieten zudem die Möglichkeit, mit anderen Familien in
Kontakt zu kommen. Dadurch wird zum einen die Vernetzung der Familien untereinander angeregt
und ferner ihr Selbsthilfepotenzial gefördert.
Im Ergebnis kann mittel- bis langfristig mit einer Kostenreduzierung im Bereich der Hilfen zu Erzie-
hung gerechnet werden.
3
Angebote
Folgende Angebote werden aktuell zur Verfügung gestellt:
Spielgruppen für Eltern mit ihren Kindern
Elterntraining
Beratung
(z. Bsp. Erziehungsberatung, Schuldnerberatung, Beratungsangebot für Jugendliche)
Pädagogische Frühförderung
Finanzierung
Das Projekt wird aktuell über Spendenmittel (Stiftungsgelder, Firmenspenden, Fördermittel öffentl i-
cher Ressourcenbereitsteller> Landesmittel) finanziert.
Evaluation
Die Angebote des Familienhauses können nur dann wirksam sein, wenn sie aus der Sicht der dort
lebenden Kinder, Jugendliche n und Familien attraktiv sind und infolgedessen frequentiert werden.
Somit muss das Angebot nicht nur fachliche n Qualitätskriterien standhalten. Es muss im Wesentl i-
chen den Bedürfnissen der Bewohner_innen entsprechen, an dem von ihnen formulierten Bedarf or i-
entiert sein und von ihnen als hilfreich erlebt werden. Eine wissenschaftliche Evaluation, die im So m-
mer 2017 startet, analysiert das Angebot dahingehend, dass die Perspektive der Nutzer_innen erh o-
ben wird, um im Anschluss die gewonnenen Ergebnisse mit den Fachkräften der drei Kooperation s-
partner auszuwerten.
Die wissenschaftliche Analyse des Familienhauses hat folgende Fragestellungen zum Inhalt:
Wird die im Konzept definierte Zielgruppe erreicht?
Wie definiert diese Zielgruppe ihren Unterstützungsbedarf bezogen auf (mögliche neue) A n-
gebote des Familienhauses?
Ist die Angebotsstruktur aus der Sicht anderer professioneller Akteure im Stadtteil passgenau?
Wird infolge der Angebote die Vernetzung der dort lebenden Familien intensiviert?
Welche Angebote müssen als Ergebnis der Analyse (weiter-)entwickelt werden?
Die Evaluation wird im Rahmen einer qualitativen Stu die von Herrn Prof. Dr. Ottersbach (Technische
Hochschule Köln, Bereich Sozialwissenschaften) durchgeführt. Das Ergebnis der Auswertung wird
voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen.
Gez. Dr. Klein
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Görlinger-Zentrum 5
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 1726/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 09.06.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27