V/0700/2011
Fortschreibung des Medienentwicklungsplans für die Schulen der Stadt Münster (MEP) ab 2012
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Berichtsvorlage
15354 Zeichen
V/0700/2011 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft Fortschreibung des Medienentwicklungsplans für die Schulen der Stadt Münster (MEP) ab 2012 Beratungsfolge 17.01.2012 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 26.01.2012 Werksausschuss der citeq Bericht Bericht: Fortschreibung des MEP Mit der Aufstellung des MEP im Jahr 2002 (vgl. Vorlage Nr. 652/02) war eine kontinuierliche Fort- schreibung vorgesehen, um den organisatorischen, technischen und pädagogischen Anforderun- gen und Änderungen, die sich während der Umsetzungsphase des MEP ergeben würden und auch ergeben haben, Rechnung zu tragen. Das Lernen mit elektronischen Medien erfordert eine Infrastruktur, die leistungsfähig, dauerhaft verfügbar und zukunftsorientiert ist. Seit 2003 werden daher die städtischen allgemeinbildenden Schulen auf der Grundlage des MEP mit entsprechen- den Technologien ausgestattet und ein umfassender technischer Support bereitgestellt. Der erste Reinvestitionszyklus umfasste den Zeitraum 2007 bis 2011. In 2012 hat der zweite Zyklus b e- gonnen. Bislang handelte es sich bei den Reinvestitionen meistens um punktuelle Anpassungen, denen in der Regel technische Anforderungen zugrunde lagen. In letzter Zeit gab es jedoch allg emein zu beobachtende Trends und Entwicklungen, die auch von der pädagogischen Seite her eine For t- schreibung des MEP erforderlich machen: Unzureichende Ausstattung der Grundschulen mit Hardware Zunehmende unterrichtsbegleitende Nutzung von Kommunikations- und Lern platt- formen in den Schulen Höherer Bedarf nach breitbandigen Internet-Anbindungen Aktueller Stand In Münster sind an den städtischen Schulen die Strukturen für ein neues Lehren und Lernen g e- schaffen. Alle 81 allgemeinbildenden Schulen mit rund 2 7.000 Schülern sind in den MEP ein be- zogen. Die Berufskollegs werden nicht über den MEP ausgestattet und betreut. Die Zah l der Schulen ist nach der Auflösung der Wartburgschule im Juli 2011 um eins gesunken. Die Zahl der Vorlagen-Nr.: V/0700/2011 Auskunft erteilt: Herr Rickling Ruf: 492 40 36 E-Mail: Rickling@stadt-muenster.de Datum: 03.01.2012 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0700/2011 Schülerinnen und Schüler hat gegenüber 2007 um rund 540 abgenommen. Die Klassenzahl r e- duzierte sich um 43 (Oktoberstatistik 2011). Bei der Hardware -Ausstattung haben sich keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Ann ä- hernd 3.000 PC stehen den Schulen für pädagogische und verwaltungstechnische Zwecke zur Verfügung. Ein genauer Überblick über die Verteilung nach Schulformen sowie nach Pädagogik und Verwaltung ist der Anlage zu entnehmen. Fortschreibungsinhalte Die Fortschreibung umfasst sowohl pädagogische als auch technische Aspekte. Sie basiert im Wesentlichen auf den Wünschen der Schulen, die sich aufgrund veränderter unterrichtlicher A n- forderungen und Möglichkeiten ergeben haben. I. Pädagogische Aspekte 1. Erweiterung der Ausstattung in GS um 100 PC/Notebooks Eine wesentliche Erfahrung im bisherigen Verlauf des MEP ist die Tatsache, dass der B e- rechnungsschlüssel aus dem Jahre 2002 für die Ausstattung der Grundschulen nicht mehr zeit- und praxisgerecht ist. Der Umfang der Ausstattung für den pädagogischen Bereich or i- entiert sich an der Anzahl der Klassen im 3. und 4. Schuljahr, wobei für jede Klasse jeweils 2 PC vorgesehen sind. Für die Grundschulen wird ein höherer Ausstattungsbedarf anerkannt. Durch die Auflösung der Wartburghauptschule in 2011 sowie reduzierten Klassenzahlen in Verbindung mit reduzierten Personalaufwänden und günstigeren Ausschreibungsergebni s- sen der citeq ist es möglich, ohne finanzielle Mehraufwendungen den Grundschulen in den kommenden Jahren zusätzliche Hardware in einem Gesamtumfang von etwa 100 PC anbi e- ten zu können. Die Verteilung der PC auf die Schulen soll in einem Arbeitskreis mit Vertretern der Grun d- schulen, dem Medienberater für die Stadt Münster und dem Amt für Schule und Weiterbi l- dung entschieden werden. 2. Kommunikationsplattform Im Zeitalter der neuen Medien gewinnen Kommunikations - und Lernplattformen zunehmend an Bedeutung. Kommunikationsplattformen sind webbasierte Progr amme, in denen Inhalte dargestellt und verwaltet werden können, um die Kommunikation untereinander zu unterstüt- zen. Diese Plattformen ermöglichen Schülerinnen und Schülern sowie Lehr kräften einen über das Internet orts - und zeitunabhängigen Zugriff auf gem einsame Daten. Die Nutzer e r- halten die Möglichkeit, über verschiedene Wege auch klassen- oder schulübergreifend mitei- nander zu kommunizieren und sich über Themen auszutauschen. In gemeinsamen Gesprächen mit den Schulen hat sich heraus gestellt, dass in Mün ster der Bedarf an Kommunikationsplattformen schulformübergreifend vorhanden ist und wächst. Die citeq setzt bereits seit mehreren Jahren eine Plattform zur Unterstützung von städt e- übergreifenden Projekten ein. Dieses System basiert auf der Open -Source Le rnplattform- Software Moodle, welche lizenzkostenfrei eingesetzt werden kann. Moodle ist eine flexible und äußerst vielfältig nutzbare Lern- und Kommunikationsplattform. Sie wird permanent wei- terentwickelt und ist auch im Schulumfeld in NRW bereits weit verbreitet. 3 V/0700/2011 Für zunächst ausgewählte Pilotschulen wird im ersten Quartal 2012 basierend auf dem Moodle-System eine Kommunikationsplattform namens „Schulen Intern“ eingerichtet. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Pilotphase soll das System allen Münsteraner Schulen an- geboten werden. 3. Fortbildungen/Workshops Das Amt für Schule und Weiterbildung hat insbesondere aufgrund des hohen Investitionsvo- lumens ein großes Interesse daran, dass die Schulen die neuen Medien in Ihren Unterricht integrieren und nutzen. D ie bisherigen Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass die se noch nicht überall optimal eingesetzt werden. Hier wird auch von den Schulen Entwicklungsbedarf bezogen auf die Intensivierung der Betreuung und aktiven Beratung gesehen. Bislang waren im Rahmen des MEP keine Fortbildungsveranstaltungen für die IT - Kontaktlehrerinnen und ~lehrer in den Schulen vorgesehen. Für einen professionellen U m- gang und eine eigenständige Administration im Rahmen eines First -Level-Supports vor Ort sind Fortbildungen allerdings unerlässlich. Die citeq plant in Abstimmung mit dem Amt für Schule und Weiterbildung die Erarbeitung ei- nes Schulungskonzeptes für re gelmäßige Fortbildungsveranstaltungen der IT - Kontaktlehrerinnen und ~lehrer aller Schulformen bezogen auf die Wartung und Betreuung der Systeme vor Ort. In einem ersten Schritt wurden bereits gemeinsam mit dem Medienzentrum Westfalen in den Grundschulen Fortbildungen in der Nutzung spezieller Anwendungen durchgeführt (Ler n- werkstatt, Edmond). Auch hat die citeq in Abstimmung mit dem Amt für Schule und Weite r- bildung im vierten Quartal 2011 bedarfsgerechte Fortbildungsveranstaltungen für die IT - Kontaktlehrerinnen und ~lehrer der Grundschulen durchgeführt. Diese Veranstaltungen sollen nun auf alle Lehrkräfte ausgeweitet und durch weitere Angebo- te ergänzt werden. Zur Weiterentwicklung der PC-Nutzung im pädagogischen Bereich wurde im Herbst 2011 eine Abfrage in allen Grundschulen zur Feststellung des Fortbildungsbeda r- fes der Lehrerinnen und Lehrer gestartet. Als Ergebnis haben beina he 100 Lehrkräfte ihr In- teresse für die verschiedenen Angebote bekundet. Diese Fortbildungsveranstaltungen sind für das 1. Halbjahr 2012 geplant. II. Technische Aspekte 1. Anschluss privater Rechner an das Internet über Telekom@school Die Telekom stellt a llen Schulen über das Projekt Telekom@school kostenlose Internetz u- gänge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16 Mbit/s zur Verfügung. Weiterhin bietet sie den Schulen im Ausbaugebiet kostengünstige Upgrades auf VDSL 25/50 an. Über diesen Zugang können und wollen die Schulen ihren Lehrkräften und ggfs. auch ihren Schülerinnen und Schülern bereits jetzt Internetzugänge für private Rechner (z. B. Not e- books, Tablet-PC, Smartphones) über WLAN anbieten. Vorrangige Zielgruppe für die Sch u- len sind hier die Lehrkrä fte, die den Zugang für ihre Unterrichtsvorbereitung benötigen. Da den Schulen häufig jedoch d ie personellen Ressourcen und /oder das technische Know-how für die Einrichtung und Betreuung der erforderlichen IT-Infrastruktur fehlen, haben sie um Unterstützung beim Amt für Schule und Weiterbildung und der citeq nachgefragt. Nach intensiver Prüfung kann die citeq den Schulen WLAN für die Nutzung des Internet über Telekom@school-Anschlüsse für private Rechner anbieten. Die Finanzierung erfolgt über das den Schulen zur Verfügung stehende MEP-Budget. 4 V/0700/2011 2. Nutzung Telekom@school für das Internet (pädagogisches Netz) Für die fortschreitende Nutzung insbesondere multimedialer Inhalte über das Internet ste llen die im pädagogischen Netz zur Verfügung gestellten Bandbrei ten in weiterführenden Sch u- len, wo dauerhaft eine Anbindung über Lichtwellenleitung nicht realisiert werden kann , eine deutliche Grenze dar. Gleichwohl verfügt jede Schule über das Projekt Telekom@school über einen weiteren Z u- gang zum Internet mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16 Mbit/s oder höher. Einige Schulen versorgen über diese Anschlüsse bereits schuleigene Rechner mit einem I n- ternetzugang. Auf Grund der möglichen Bandbreiten wird die citeq in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Personalkap azitäten prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Telekom@school-Anschlüsse für de n Internet-Zugang im päd agogischen Netz (mit)genutzt werden können. Dabei sind insbesondere Sicherheitsaspekte zu beachten. 3. Datenzugriff auf das pädagogische Netz von Außerhalb Das mehrstufige Sicherheitskonzept der citeq verhindert bislang wirkungsvoll Angriffe aus dem Internet auf die Systeme (Server und PC) in den Schulnetzwerken. Ein Aufweichen di e- ser Schutzstufen würde einen erheblichen Eingriff in das Betriebs - und Sicherheitskonzept des MEP darstellen. Aus diesem Grund wurde der Zugriff auf Daten von Außerhalb bisher nicht gestattet. Aus den weiterführenden Schulen wird jedoch vermehrt der Bedarf geäußert, auf das in der Schule erarbeitete pädagogische Materi al auch von zu Hause aus zugreifen zu können. Da die Schutzstufe für die Daten im pädagogischen Netz geringer ist als für die der Schulverwal- tung, prüft die citeq im Rahmen eines Projektes, ob und unter welchen Voraussetzungen Zu- griffe von Außerhalb auf di e Daten im pädagogischen Netz dir ekt oder indirekt möglich sind. Mit einem Ergebnis ist bis Ende des ersten Quartals 2012 zu rechnen. 4. Zugriff auf pädagogische Mails von Außerhalb Für den Wunsch auf Zugriff auf pädagogische Mails von Außerhalb gelten grun dsätzlich die gleichen Rahmenbedingungen wie für die Daten (siehe Punkt 3.). Allerdings liegen die Mails nicht vor Ort in der Schule, sondern auf einem zentralen Server bei der citeq. Der Zugriff e r- folgt browserbasiert aus den Schulen. Da es sich hierbei u m eine andere technische Umg e- bung handelt, werden die Zugriffsmöglichkeiten auf pädagogische Mails von Außerhalb in ei- nem separaten Projekt geprüft. Mit einem Ergebnis ist bis Ende des ersten Quartals 2012 zu rechnen. 5. Virtualisierung und Zentralisierung von Servern Virtualisierung ermöglicht den parallelen Betrieb mehrerer Server auf einer physikalischen Hardware. Die Virtualisierung hilft dabei mehr Flexibilität zu schaffen und Kosten zu reduzi e- ren, da sowohl Serverhardware wie auch Stromverbrauch einges part werden. In den zentr a- len Serverräumen wird zudem die Wärmelast entsprechend reduziert. Mit der Isolierung der verschiedenen virtuellen Maschinen wird die in den maßgeblichen Schulgesetzen verlangte galvanische Trennung von Verwaltung und Pädagogik weiterhin sichergestellt. Die Virtualisierung wird zunächst in Grundschulen im Rahmen der Server -Reinvestitionen umgesetzt. In Schulzentren werden verschiedene Schulen mittels Virtualisierung auf einem physikalischen Server abgebildet. 5 V/0700/2011 Bei Schulen, die per Lichtwellenleitung angebunden sind, müssen die Server für die Verwa l- tung nicht mehr vor Ort stehen. Sie können ohne Einschränkungen für den Datenzugriff zent- ral bei der citeq platziert werden. Dadurch werden erhebliche Kosten (Material und Betre u- ung) eingespart. Dieses Verfahren ist bei der Stadt Münster seit vielen Jahren erfol greich im Einsatz. III. Perspektiven Der MEP ist kein statisches Gebilde sondern unterliegt im Zuge seiner Umsetzung einer ständigen Weiterentwicklung, um den sich ändernden Rahme nbedingungen und Entwicklun- gen entgegenzukommen. Der technische Wandel macht es z.B. erforderlich, sich zukünftig mit dem Einsatz von Ta b- let-PC, Smartphones und Konsolen zu beschäftigen. Hierzu werden in separaten Proje kten Einsatzmöglichkeiten und Bedarfe geklärt. Die citeq arbeitet permanent an Qualitätssteigerungen der zur Verfügung gestellten IT und passt die Systeme den veränderten Gefährdungslagen an. Gegenwärtig ist a uf den schulischen PC das Betriebssystem Windows XP im Einsatz. Die Fa. Microsoft wird für Windows XP nur noch bis zum April 2014 Support gewähren. Die U n- terstützung mit aktuellen Sicherheitspatchen ist damit lediglich für die nächsten zwei Jahre gewährleistet. Aus diesem Grund wird zurzeit bereits das Nachfolge -Betriebssystem Windows 7 für den Einsatz im MEP getestet. Neben den technischen Veränderungen sind es insbesondere drei Aspekte die Auswirku n- gen auf den MEP haben. Die demographische Entwicklung , die Veränderung der Schullandschaft (Auflösung von Schulen, Gründung neuer Schul formen) durch die Schulentwicklungsplanung sowie die A n- forderungen durch die Umsetzung der Inklusion können und werden den Medienentwic k- lungsplan in den nächsten Jahren beeinflussen. Für die beiden neuen Schulformen in Münster, die Sekundarschule Roxel u nd die Gesam t- schule Münster-Mitte, ist zurzeit kein Mehrbedarf an IT -Hardware erkennbar. Im pädagog i- schen Netz der Sekundarschule Roxel kann im Sinne eines Schulzentrums die Medienau s- stattung der Droste-Hauptschule und der Realschule Roxel genutzt werden. Gleiches gilt für die neu gegründete Gesamtschule Münster -Mitte. Sie kann in der Pädagogik die Hardware der Paul-Gerhardt-Realschule nutzen. Ein eventueller Mehrbedarf für die neuen Schulleitungen der beiden Schulformen kann aus dem MEP-Bestand abgedeckt werden. An der Fürstin -von-Gallitzin-Realschule und dem Schillergymnasium sind zusätzliche int eg- rative Lerngruppen eingerichtet worden. Um die Maßnahmen zur Stärkung der individue llen Förderung zu unterstützen, wurden beiden Schulen insgesamt sieben PC au s dem Altb e- stand der aufgelösten Wartburg-Hauptschule zur Verfügung gestellt. Da noch keine verläs s- lichen Erkenntnisse über den tatsächlich notwendigen IT -Bedarf für die Umsetzung der I n- klusion vorliegen, lassen sich gegenwärtig über die weiteren Auswirkun gen keine Aussagen treffen. I. V. I. V. 6 V/0700/2011 gez. gez. Dr. Hanke Dr. Heinrichs Stadträtin Stadtrat Anlagen: Medienentwicklungsplan der Stadt Münster - Januar 2012
MEP-aktueller Stand-Druckexemplar
163057 Zeichen
Medienentwicklungsplan
der
Stadt Münster
Stand: Januar 2012
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster
Amt für Schule und Weiterbildung
48127 Münster
Tel.: 0251 / 492-4001
Fax: 0251 / 492-7723
Mail: schulamt@stadt-muenster.de
citeq
48127 Münster
Tel.: 0251 / 492-1801
Fax: 0251 / 492-7710
Mail: info@citeq.de
Autoren: Eugen Rickling Amt für Schule und Weiterbildung
Markus Rother citeq
Januar 2012
I. Neue Medien in Schulen - aktueller Stand....................................................................1
1. Allgemeine Anforderungen und Vorgaben...................................................................1
1.1. Rahmenbedingungen und Grundsatzentscheidungen............................................................ 1
1.2. Änderungen ............................................................................................................................. 2
1.3. Aktueller Stand 2011 .............................................................................................................. 4
1.3.1. Schulen und Schüler im Schuljahr 2010/2011 ................................................................ 4
1.3.2. Ausstattung der Schulen mit IT ....................................................................................... 4
2. IT-Konzeption ..................................................................................................................6
2.1. Zielsetzung .............................................................................................................................. 6
2.2. Reinvestition der Hardware - Planung und Umsetzung .......................................................... 7
2.2.1. Grundsätzliches............................................................................................................... 7
2.2.2. Start der schulspezifischen Projekte ............................................................................... 8
2.2.3. Auftrag der Schule........................................................................................................... 8
2.2.4. Umsetzung des Reinvestitionsprojekts............................................................................ 9
2.2.5. Funktionskontrolle............................................................................................................ 9
2.2.6. Abnahme .........................................................................................................................9
2.2.7. Verwendung der Althardware........................................................................................ 10
2.3. Diebstähle.............................................................................................................................. 10
2.4. Software................................................................................................................................. 11
2.4.1. Softwareausstattung der Schulverwaltungen ................................................................ 11
2.4.2. Software für den unterrichtlichen Bereich ..................................................................... 11
3. Kundenberatung ...........................................................................................................13
3.1. Allgemeines ........................................................................................................................... 13
3.2. MEP-net................................................................................................................................. 14
3.3. Fortbildungen/Workshops für IT-Kontaktlehrer ..................................................................... 15
II. Ausstattungs- und Betriebskonzept ...........................................................................16
1. Technische Grundsatzentscheidungen ......................................................................16
1.1. Allgemeines ........................................................................................................................... 16
1.2. Servertechnologie.................................................................................................................. 16
1.3. Clients.................................................................................................................................... 17
1.4. Drucker .................................................................................................................................. 17
1.5. Monitore................................................................................................................................. 17
1.6. Einbindung eigener Systeme................................................................................................. 17
2. Beschaffung ..................................................................................................................18
3. Katalog der Standardkomponenten ............................................................................18
4. Datenschutz und Datensicherheit ...............................................................................19
5. Protokollierung von Nutzerdaten ................................................................................21
6. Inventarisierung der Hardware ....................................................................................22
7. Technisches Ausstattungskonzept.............................................................................23
7.1. Netzwerk................................................................................................................................ 23
7.2. Inhouse-Verkabelung / Netzkomponenten - LAN (Local Area Network)............................... 23
7.3. WLAN (Wireless Local Area Network) .................................................................................. 27
7.4. Anbindung der Schulen an die citeq - WAN (WideAreaNetwork) ......................................... 28
7.5. Nutzung der Telekom@school-Anschlüsse für das Internet................................................. 29
7.6. Streaming .............................................................................................................................. 30
7.7. Netzwerkmanagement........................................................................................................... 30
7.8. Anschluss privater Rechner an das Internet ......................................................................... 31
8. Server......................................................................................................................... ....33
8.1. Hardwareausstattung ............................................................................................................33
8.2. Virtualisierung von Servern ................................................................................................... 35
8.3. Betriebssystem und Version.................................................................................................. 36
8.4. Serverdienste......................................................................................................................... 37
8.4.1. Fileservices....................................................................................................................3 8
8.4.2. Printservices ..................................................................................................................38
8.4.3. Dynamic Host Control Protocol (DHCP)........................................................................ 38
8.4.4. Domain Name Service (DNS)........................................................................................ 39
8.4.5. Mailing ........................................................................................................................... 39
8.4.6. Spam ............................................................................................................................. 40
8.4.7. Intranet in der Schule .................................................................................................... 41
8.4.8. Virenschutz....................................................................................................................41
8.4.9. CD -Manager ................................................................................................................. 41
8.4.10. Internetzugang mittels Proxy-Services.......................................................................... 42
8.5. Internetfilter SquidGuard .......................................................................................................4 3
8.5.1. Zentral administrierter SquidGuard ............................................................................... 43
8.5.2. Von der Schule zu administrierender SquidGuard........................................................ 43
8.6. Arbeiten bei Ausfall der Netzanbindung ................................................................................ 44
8.7. Benutzer-/Gruppenverwaltung / eDirectory ........................................................................... 44
8.8. Rechte der IT-Kontaktlehrer .................................................................................................. 46
8.9. Datenhaltung ......................................................................................................................... 46
8.10. Zugriff auf Daten/Mails von Außen........................................................................................ 48
8.11. Kommunikationsplattform ...................................................................................................... 49
8.12. Softwarerepository................................................................................................................. 49
8.13. Datensicherung Server..........................................................................................................50
8.14. Remote Administration ..........................................................................................................51
8.15. Zentrale Serverbereitstellung ................................................................................................ 51
9. Clients ............................................................................................................................52
9.1. Hardwareausstattung ............................................................................................................52
9.2. Wächterschutz....................................................................................................................... 52
9.3. Betriebssystem ...................................................................................................................... 53
9.4. Clientsoftware........................................................................................................................ 54
9.4.1. Standardsoftware........................................................................................................... 54
9.4.2. Stand-alone-Betrieb....................................................................................................... 55
9.4.3. Servergespeicherte Profile (Roaming-Profiles) ............................................................. 56
9.4.4. Verbindliche Profile (Mandatory-Profiles)...................................................................... 56
9.4.5. Virenschutz und Updates .............................................................................................. 56
9.5. Vorbereitung der Clients und Softwareverteilung.................................................................. 57
9.6. Plattform für die Aktualisierung von Standard-Software (PASS) .......................................... 58
9.7. Info-Displays.......................................................................................................................... 59
10. Technisches Betriebskonzept .....................................................................................60
10.1. Begriffsdefinition .................................................................................................................... 60
10.2. Service-Desk / Störungsmeldung und –verfolgung............................................................... 60
10.3. Problemmanagement ............................................................................................................ 63
10.4. Konfigurations- und Änderungsmanagement........................................................................ 63
10.5. Testcenter.............................................................................................................................. 64
10.6. Qualitätsmanagement ........................................................................................................... 64
10.7. Operationsmanagement........................................................................................................ 65
10.7.1. Überwachung der IT-Infrastruktur.................................................................................. 65
10.7.2. Störungsbehebung ........................................................................................................ 66
10.7.3. Aufgaben der IT-Kontaktlehrer ...................................................................................... 66
10.7.4. Störungen der Leitungsanbindung (WAN) .................................................................... 67
10.7.5. Störungen des Inhouse-Netzes (LAN)........................................................................... 67
10.7.6. Störungen dezentraler und zentraler Server ................................................................. 68
10.7.7. Störungen zentraler Dienste.......................................................................................... 68
10.7.8. Störungen von Client-Rechnern .................................................................................... 68
Glossar........................................................................................................................ ..........69
1
I. Neue Medien in Schulen - aktueller Stand
1. Allgemeine Anforderungen und Vorgaben
1.1. Rahmenbedingungen und Grundsatzentscheidungen
Mit der Verabschiedung des Medienentwicklungsplanes wurden die notwendigen Struk-
turen für ein neues Lernen und Lehren an den städtischen Schulen geschaffen. Der
MEP wurde den Wünschen der Schulen gerecht, in dem er die Ausstattungsmängel in
den Schulen beseitigte, für die notwendige Entlastung der bis dahin für die Wartung und
Betreuung der Hardware zuständigen Lehrerinnen und Lehrer sorgte, eine gesicherte IT-
Infrastruktur bereitstellte und die Schulverwaltungen an das städtische Netz anband.
Wesentlicher Bestandteil eines ganzheitlichen und zukunftssicheren Konzeptes für die
Wartung der IT-Infrastruktur in den Schulen der Stadt Münster ist die Festlegung und
Einhaltung der Rahmenbedingungen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre bestäti-
gen den Kernpunkt:
Standardisierung
Für eine verlässliche Kalkulation der Wartungs- und Betreuungsaufwände stellt eine
standardisierte IT-Infrastruktur für alle Schulen die Grundvoraussetzung dar. Nur so ist
es möglich, den MEP mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wirtschaftlich zu betrei-
ben.
Für die Umsetzung der Standardfestlegungen mussten daher einige Grundsatzentschei-
dungen getroffen werden. Neben technischen Entscheidungen wurden auch folgende
allgemeine Bedingungen festgelegt:
• Alle Schulen sind breitbandig (über MPLS oder Lichtwelle) an die citeq und an
das Internet angebunden.
• Soweit technisch und wirtschaftlich möglich, erfolgt die Anbindung an die citeq
über eigene Lichtwellenleitungen (LWL). Ansonsten wird die Anbindung über
MPLS realisiert.
• Die Reinvestition der in den Schulen eingesetzten Rechner (einschließlich Note-
books) und Monitore erfolgt regelmäßig nach den festgelegten Standzeiten (zur-
zeit 4,5 Jahre).
• Die Reinvestition der in den Schulen eingesetzten Netzwerkdrucker und Beamer
erfolgt regelmäßig nach den festgelegten Standzeiten (zurzeit 8 bis 10 Jahre).
2
• Es werden ausschließlich TFT-Monitore eingesetzt.
• Andere Hardware wird erst dann ausgetauscht, wenn sie aus technischen oder
wirtschaftlichen Gründen nicht mehr eingesetzt werden kann.
• Es werden nur noch Netzwerkdrucker unterstützt. Der Austausch noch vorhan-
dener lokaler Drucker erfolgt im Rahmen der Reinvestition bzw. bei Defekt.
• Die Endgeräte- und Softwareausstattung der Schulen erfolgt aus einem Waren-
katalog, der der ständigen Fortschreibung unterliegt.
• Installationen im pädagogischen Netz erfolgen grundsätzlich durch die citeq
(Ausnahmen siehe unter 9.6 "Plattform für die Aktualisierung von Standard-
Software (PASS)").
• Schuleigene Drucker und Kopierer, die aktuell auch bei der Stadtverwaltung ein-
gesetzt werden, können in das Schulnetz integriert werden.
• Sonstige schuleigene Hardware wird nicht in das Schulnetz integriert.
• Die Schulen erhalten Zugriff auf das IT-Bestandsmodul der citeq und pflegen
darüber selbst durchgeführte Bestandsveränderungen.
Im Rahmen der Fortschreibung werden die aktuellen Standards daraufhin überprüft, ob
sie sich bewährt haben. Die Wünsche der Schulen werden, sofern wirtschaftlich und
technisch sinnvoll und möglich, ebenfalls berücksichtigt. Natürlich werden auch die aktu-
ellen Techniktrends aufmerksam verfolgt und bewertet und nach Möglichkeit im Rahmen
des MEP berücksichtigt.
Wichtige Maßnahmen und Entscheidungen im Rahmen des MEP werden in der Len-
kungsgruppe beraten. Die Lenkungsgruppe besteht aus jeweils einem Vertreter der
Schulformen und dem Medienberater des Kompetenzteams Münster.
1.2. Änderungen
Die wesentlichen Änderungen zur letzten Fortschreibung aus 2007 sind hier im Über-
blick aufgeführt. Eine detaillierte Erläuterung und Begründung wird im Ausstattungs- und
Betriebskonzept vorgenommen.
• Anbindung von 27 Schulen über Lichtwellenleitungen
• Erhöhung der Bandbreite in weiterführenden Schulen und Schulzentren, die nicht
über Lichtwellenleitungen angebunden sind
• Verbesserung der Leitungsqualität in allen Schulen
3
• Festlegung eines einheitlichen Monitorstandards
• Regelmäßige Reinvestition von Beamern und Druckern
• Mehr Speicherplatz in der Verwaltung
• Mehr (ungesicherter) Speicherplatz in der Pädagogik
• Erweiterung der Rechte für IT-Koordinationen
• WLAN (Wireless Local Area Network) in der Pädagogik
• Virtualisierung von Servern
• Konsolidierung von Servern
• Schulindividuelle Sperrung von Internetseiten
• Plattform für die Aktualisierung von Standard-Software (PASS)
• Info-Displays für die Darstellung von z. B. Vertretungsplänen
• Folgende Punkte werden im Rahmen von Projekten untersucht:
- Internetnutzung mit privatenr PC über schuleigene Leitungen
- Nutzung der der Telekom@school-Anschlüsse für das Internet (Pädagogik)
- Datenzugriff auf das pädagogische Netz von Außerhalb
- Zugriff auf pädagogische Mails von Außerhalb
- Zentrale Serverbereitstellung in der Pädagogik
• Bereitstellung einer Kommunikationsplattform
4
1.3. Aktueller Stand 2011
1.3.1. Schulen und Schüler im Schuljahr 2011/2012
In Münster gab es im abgelaufenen Schuljahr 2010/2011 82 städtische Schulen (ohne
Berufskollegs) mit rund 27.000 Schülerinnen und Schülern. Durch die Auflösung der
Wartburg-Hauptschule zum 31.07.2011 hat sich die Zahl der Schulen um eins verringert.
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler hat um rund 500 abgenommen. Die Zahl der
Klassen reduzierte sich um 43. Die Verteilung auf die verschiedenen Schulformen stellt
sich wie folgt dar:
Schulform
Anzahl
der
Schulen
Zahl der
Schüler/innen
Veränderung
Zahl der
Schüler/innen
gegenüber
2007
Zahl der
Klassen
Veränderung
Zahl der
Klassen seit
2007
Grundschulen 46 9.223 -577 398 - 34
Hauptschulen 7 1.982 -762 91 - 45
Realschulen 10 4.754 -142 156 - 6
Gymnasien 12 10.880 +1.109 381 + 51
Förderschulen 6 928 -134 82 - 9
Summe 81 26.937 -506 1.408 - 43
Tabelle 1: Verteilung der Zahl der Schul en sowie Schüler/innen auf die verschiedenen
Schulformen (einschl. Abendrealschule und Abendgymnasium, ohne Helen-
Keller-Schule), Stand: Oktoberstatistik 2011
Hinweis: Die sechs Berufskollegs sind nicht in den MEP einbezogen.
1.3.2. Ausstattung der Schulen mit IT
Bei der Ausstattung der Schulen wird unterschieden zwischen dem unterrichtlichen Be-
reich und dem Schulverwaltungsbereich. Die Schulverwaltung besteht aus der Schullei-
tung, dem Sekretariat sowie aus dem Lehrpersonal mit besonderen Funktionen (Ober-
stufenkoordination, Stundenplanung etc.). Beide Bereiche verfügen aus datenschutz-
rechtlichen Gründen über jeweils eigenständige Netzwerke.
Sowohl im unterrichtlichen Bereich als auch im Schulverwaltungsbereich sind die Schul-
gebäude mit einer vollständigen Inhouse-Verkabelung ausgestattet.
5
Insgesamt sind rund 3.000 PC und Notebooks mit den dazugehörigen Peripheriegeräten
in den Schulen installiert. Die schulformbezogene Verteilung stellt sich wie folgt dar:
Verteilung Hardware nach Schulformen
(Stand: Mai 2011)
PC/Notebook Drucker Scanner Beamer Schul-
form Päd. Verw. Päd. Verw. Päd. Verw. Päd. Verw.
GS 522 139 77 53 30 14 18 5
HS 379 46 36 29 19 6 27 2
RS 399 46 47 29 23 6 35
GY 1.032 157 87 72 34 8 139
FÖ 180 26 51 14 7 4 2 1
2. BW 63 15 14 5 5 2 5
Summe 2.575 429 312 196 118 40 226 8
Tab. 3: Verteilung der PC/Notebooks auf die Verwaltungs- und Pädagogikbereiche der
jeweiligen Schulform (ohne Helen-Keller-Schule) - Stand: Mai 2011
Darüber hinaus sind 147 Server und rund 450 aktive Netzwerkkomponenten (Switche)
für den Betrieb der Netzwerke in den Schulen installiert.
6
2. IT-Konzeption
2.1. Zielsetzung
Das Lernen mit neuen Medien erfordert eine Infrastruktur, die leistungsfähig, dauerhaft
verfügbar und zukunftsorientiert ist. Mit der Umsetzung des MEP in den Jahren 2003 bis
2007 und der ersten Reinvestition in den Jahren 2008 bis 2011 ist die Stadt Münster
diesen Anforderungen bereits nachgekommen. Gleichwohl haben sich die damaligen
Zielsetzungen nicht grundlegend verändert und müssen auch zukünftig beachtet und
verfolgt werden.
Allgemeine Ziele
• Die IT-Ausstattung soll kostenextensiv insbesondere bzgl. der laufenden Kosten und
damit dauerhaft finanzierbar sein.
• Vorhandene IT-Komponenten können integriert werden, wenn wirtschaftlich und
technisch sinnvoll.
• Die Infrastruktur soll zukunftssicher sein.
• Eine angemessene Verfügbarkeit der Systeme ist sicherzustellen.
Unterrichtlicher Bereich
• Die pädagogischen Anforderungen der Schulen sollen möglichst optimal abdeckt
werden
• Zur Sicherung einer hohen Verfügbarkeit der Systeme sollen die Administration und
die qualifizierte Wartung der Systeme grunds ätzlich durch professionelles Personal
des Schulträgers erfolgen.
• Um Anwendungsängste abzubauen, sollen die Systeme durch die Lehrkräfte und
Schülerinnen und Schüler einfach zu bedienen und gegen Manipulationsversuche
weitgehend geschützt sein.
• Einzelne schulspezifische Administrationen und kleinere Fehlerbehebungen sollen
durch IT-Koordinationen in den Schulen (Fachlehrer mit entsprechender Einwei-
sung) ermöglicht werden.
• Problemlose Zusammenarbeit mit zentralen Diensten wie Mailserver, Internet
(Zugriffsverweigerung für unerwünschte Webseiten), Firewall für alle Schulen
Î Verhinderung des Missbrauchs des Internets.
7
Verwaltung
• Die Sicherung der personenbezogenen Schüler- und Lehrerdaten soll datenschutz-
rechtliche Anforderungen erfüllen.
• Das Verwaltungsnetz muss vom pädagogischen Netz getrennt und auch gegen Ge-
fahren aus dem Internet geschützt sein.
• Die Kommunikation und Information der Schulverwaltung mit dem Amt für Schule
und Weiterbildung und übergeordneten Stellen (Intranet) soll vereinfacht werden.
• Die Funktionalitäten, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit sollen den Standards der
Stadtverwaltung entsprechen.
2.2. Reinvestition der Hardware - Planung und Umsetzung
2.2.1. Grundsätzliches
Alle PC, Notebooks und Monitore die älter als 4,5 Jahre sind, werden ausgetauscht. Im
Jahr 2011 wurde der erste Reinvestitionszyklus abgeschlossen. Die o.g. Hardware wur-
de in allen Schulen zum ersten Mal ersetzt. Der zweite Reinvestitionszyklus hat im Jahr
2012 bereits begonnen. Jede Schule wird dann wieder als eigenständiges Reinvestiti-
onsprojekt geplant, das von einem/einer zentralen Ansprechpartner/in beim Amt für
Schule und Weiterbildung und bei der citeq geleitet wird (siehe auch unter 3.
"Kundenberatung"). Die Planung und Terminierung der Reinvestitionsprojekte erfolgt
grundsätzlich in Abstimmung zwischen dem Amt für Schule und Weiterbildung und der
citeq für ein Kalenderjahr im Voraus.
Durch verschiedene Einflüsse im Verlauf der Ausstattung der einzelnen Schulen (z. B.
Defekte, Diebstähle, Nachinstallationen) sind einzelne PC, Notebooks und Monitore zum
Zeitpunkt des Reinvestitionsprojekts noch nicht älter als 4,5 Jahre. Diese Hardware wird
aus wirtschaftlichen Gründen erst dann ausgetauscht, wenn sie das entsprechende Alter
erreicht hat.
Im Rahmen der MEP-Ausstattung stellt die citeq verschiedene Druckertypen und -
modelle zur Verfügung. Dabei wird darauf geachtet, stets leistungsfähige und haltbare
Geräte anzuschaffen. Wesentlich längere Standzeiten als 8 bis 10 Jahre werden jedoch
vermieden. Die Anzahl der eingesetzten Druckermodelle und der Umfang der verschie-
denen Verbrauchsmaterialien, die vorgehalten werden müssten, nähmen sonst einen
8
Umfang an, der nicht mehr wirtschaftlich wäre. Darüber hinaus wird auch die technische
Entwicklung bei der Ausstattung berücksichtigt.
Für Beamer ist eine entsprechende Regel ung vorgesehen. Die technische Entwicklung
hinsichtlich der Funktionalitäten und der Leistungsfähigkeit der Beamer macht es erfor-
derlich, auch Beamer nach einer Laufzeit v on 8 bis 10 Jahren auszutauschen. In jedem
Fall sind diese Geräte im Falle eines Lampendefektes gegen aktuelle Systeme auszu-
tauschen.
Scanner werden reinvestiert, wenn der Einsatz aus technischen oder wirtschaftlichen
Gründen nicht mehr sinnvoll ist.
2.2.2. Start der schulspezifischen Projekte
Rechtzeitig vor Projektstart (i. d. R. 12 Wochen vorher) werden in einem gemeinsamen
Gespräch (Amt für Schule und Weiterbildung, citeq und Schule) der Projektablauf erläu-
tert und die Termine abgestimmt. Das Beratungsgespräch wird dokumentiert und den
Gesprächsteilnehmern zur Verfügung gestellt.
Die Schule erhält von der citeq eine Übersicht der Hardware, die im Rahmen des Rein-
vestitionsprojekts ausgetauscht werden soll. Die Schule überprüft die Standorte und
meldet die Veränderungen an die citeq zurück.
2.2.3. Auftrag der Schule
Das Amt für Schule und Weiterbildung stellt der Schule eine Liste mit dem Ausstattungs-
rahmen zur Verfügung, die die Basis für die Installation der neuen Hardware bildet. An-
hand dieses Rahmens entscheidet sich die Schule für die Neuausstattung mit Hardware.
Dafür sendet sie die ausgefüllte Budgetliste bis spätestens acht Wochen vor Projektbe-
ginn an das Amt für Schule und Weiterbildung und an die citeq mit den folgenden Anga-
ben zurück:
• Standort der neuen Hardware
• Benennung der ggfs. neu zu patchenden Netzwerkdosen
• zu installierende Software
Die Unterlagen der Schule stellen für die citeq den Auftrag für die Durchführung des
Reinvestitionsprojekts dar.
9
Auf der Grundlage des Auftrags bestätigt die citeq der Schule den Leistungsumfang und
die Terminkette für das Reinvestitionsprojekt (Auftragsbestätigung).
2.2.4. Umsetzung des Reinvestitionsprojekts
Nach der Auftragsbestätigung werden durch die citeq unverzüglich die erforderlichen
Schritte für die Beschaffung der für das Projekt erforderlichen Hardware in die Wege ge-
leitet. Informationen über evtl. Lieferverzögerungen, die die planmäßige Durchführung
des Projektes gefährden könnten, werden unverzüglich mit dem Amt für Schule und
Weiterbildung und der Schule kommuniziert.
2.2.5. Funktionskontrolle
Im Reinvestitionsprojekt wird die vereinbarte Hardware funktionsfähig an die Schule
übergeben. Die mit der Schule vereinbarten Softwareinstallationen werden an einem
Musterrechner in der Schule auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Der Musterrechner ist
der PC, der die meisten Softwareinstallationen beinhaltet. Die Überprüfung wird mittels
Fernzugriff zu Beginn der Installationsarbeiten in der Schule durchgeführt. Der IT-
Kontaktlehrer der jeweiligen Schule wird gebeten, möglichst noch im Rahmen des ver-
einbarten Projektzeitraumes die Installationen ebenfalls (möglichst auch inhaltlich) zu
prüfen.
2.2.6. Abnahme
Zusätzlich zur Funktionskontrolle vereinbart die Kundenberatung nach einer ersten Be-
triebsphase der neuen Ausstattung einen Abnahmetermin mit der Schule. Das in diesem
Rahmen mit der Schule zu führende Abnahmegespräch dient der Qualitätssicherung des
durchgeführten Reinvestitionsprojekts. Anschließend erklärt die Schule schriftlich die
Abnahme des Projekts.
10
2.2.7. Verwendung der Althardware
Nach der Standzeit von zurzeit 4,5 Jahren ist die Althardware (PC, Notebooks und Moni-
tore) technisch überholt und auch vermehrt reparaturanfällig. Von einem weitere Betrieb
im MEP-Netz ist daher abzusehen.
Auch die netzunabhängige Nutzung ist nicht möglich, da alle Softwareinstallationen aus
lizenzrechtlichen Gründen durch die citeq deinstalliert werden müssen.
Die Althardware wird daher vollständig abtransportiert und vorhandene Daten werden si-
cher gelöscht.
2.3. Diebstähle
Die Erfahrungen in der Anfangsphase des MEP haben sehr deutlich gemacht, dass
Schutzmaßnahmen gegen Einbruch und Diebstahl ergriffen werden müssen. Dies gilt
auch weiterhin.
Das Schadensaufkommen hat jedoch deutlich nachgelassen. Dies lässt sich auf ver-
schiedene Ursachen zurückführen:
• Die Schulen wurden durch entsprechende Informationen sensibilisiert, im Umgang
mit den zur Verfügung gestellten Systemen Gesichtspunkte der Diebstahlvorsorge zu
beachten (z. B. Ausgabeverfahren, grundsätzlicher Umgang mit Hardware, erhöhte
Aufmerksamkeit, sichere Aufbewahrung).
• Die Notebooks werden mit einem speziellen Diebstahlschutz-Aufkleber gekenn-
zeichnet.
• In Einzelfällen wurden Sicherungsmaßnahm en in den Räumlichkeiten durchgeführt.
Es ist auch weiterhin möglich, in Einzelfällen einen gemeinsamen Beratungstermin mit
der Polizei durchzuführen, um in Betracht kommende Diebstahlschutzmaßnahmen zu
erörtern.
11
2.4. Software
2.4.1. Softwareausstattung der Schulverwaltungen
Um Synergieeffekte zu nutzen und damit Kosten zu reduzieren, gelten in den Schulver-
waltungen die gleichen Ausstattungsgrundsätze bei der Standardsoftware wie bei der
Stadt Münster. Erfahrungen, die die citeq bei der Betreuung des relativ großen Netz-
werks der Stadtverwaltung Münster macht, kommen so auch unmittelbar den Schulver-
waltungen zugute. Dadurch können weitere Verbesserungen in der Betreuungs- und Be-
ratungsleistung erzielt werden.
Darüber hinaus werden auf allen Verwaltungsrechnern die folgenden vom Land NRW
kostenlos bereitgestellten Softwareprodukte zur Schulverwaltung installiert:
• SchILdNRW
• ASDPC
• WinPlan
• Kurs42
Die Festlegung weiterer Produkte als Standardsoftware für Schulverwaltungen erfolgt in
Abstimmung mit den Schulen.
2.4.2. Software für den unterrichtlichen Bereich
Software-Katalog
Im unterrichtlichen Bereich wird Software, die über die Standard-Applikationen hinaus-
geht, grundsätzlich nur im Rahmen des vereinbarten Kataloges installiert. Ausnahmen
von dieser Vorgehensweise werden in begründeten Einzelfällen (z. B. für die Installation
eines Smartboards) vereinbart. Bei der Vielzahl der unterschiedlichsten Anwendungen in
den Schulen ist eine individuelle Softwareinstallation und –betreuung ohne einen vorge-
gebenen Rahmen mit den beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen nicht
zu leisten. Nur mit einer homogenen Softwarelandschaft können die gewohnten Service-
Leistungen mit dem vorhandenen Personalschlüssel für die Betreuung erbracht werden.
Aus diesem Grund wird von einer durch die Schulen vorgegebenen beschränkten Pro-
duktmenge (dem Software-Katalog) ausgegangen, um durch zentrale Lizenz- und Soft-
warebeschaffung für die Schulen eine kostengünstige und übersichtliche Möglichkeit zu
12
schaffen, die geeignete Lernsoftware für die jeweiligen pädagogischen Anforderungen
auszuwählen.
Der Software-Katalog ist im MEP-net (siehe unter 3.2. "MEP-net") veröffentlicht. Lehr-
kräfte können sich die Softwareprodukte über die Softwareübersicht ansehen und nach
verschiedenen Kriterien filtern. Soll ein Softwareprodukt des Kataloges in der Schule in-
stalliert werden, kann browserbasiert ein Installationsauftrag für das ausgewählte Soft-
wareprodukt erstellt werden. Damit wird sichergestellt, dass der Auftrag alle für die In-
stallation erforderlichen Informationen beinhaltet. Der Installationsauftrag kann anschlie-
ßend ausgedruckt und unterschrieben an die Kundenberatung der citeq geschickt wer-
den. Dieses Verfahren ist mit der Lenkungsgruppe abgestimmt. Durch den Papieraus-
druck soll sichergestellt werden, dass die Schulleitung in jedem Fall beteiligt wird. Das ist
insbesondere dann wichtig, wenn mit der avisierten Installation Lizenzkosten verbunden
sind.
Software-Anmeldeverfahren
Neue Lehrpläne, neue Produkte, veränderte Lizenzbedingungen oder technische An-
passungen sind die Faktoren, die u. a. eine regelmäßige Überarbeitung des Warenkata-
loges notwendig machen.
Für die Erweiterung des Software-Kataloges hat die citeq gemeinsam mit der Lenkungs-
gruppe eine technische Lösung erarbeitet, die eine browserbasierte Erfassung und Wei-
terleitung von Anmeldungen für den Einsatz neuer Softwareprodukte an die citeq ermög-
lichen.
Jede Schule kann Softwareanmeldungen browserbasiert erfassen und an den Schul-
formvertreter der Lenkungsgruppe weiterleiten. Das Lenkungsgruppenmitglied entschei-
det über die Weiterleitung der Softwareanmeldung an die citeq und priorisiert den Soft-
waretest gegebenenfalls . Die citeq prüft und bewertet die Produkte, die in den Katalog
aufgenommen werden sollen, auf ihre technische Einsetzbarkeit. Anschließend erfolgt
der Praxistest der Software in der Schule, die die Software angemeldet hat.
Der aktuelle Status der Softwaretests wird im MEP-net veröffentlicht und kann dort je-
derzeit von allen Lehrern eingesehen werden.
Eignung und Installation
Hinsichtlich der Eignung von Softwareprodukten ist folgendes zu beachten:
• Software ist nur auf den Rechnern ablauffähig, die die vom Hersteller genannten
Mindestanforderungen an Betriebssystem, Prozessor, Hauptspeicher usw. erfüllen.
13
• Software darf nur installiert werden, wenn die rechtlichen Voraussetzungen für ihren
Einsatz gegeben sind (Software-Lizenz, Freeware).
Die vollständige Verfügbarkeit und Funktionalität der installierten Software kann auf-
grund der Einschränkungen, die die Wächtersoftware mit sich bringt sowie der Tatsache,
dass zum ordnungsgemäßen Betrieb unter Umständen auf Ressourcen im Netz zuge-
griffen werden, nur in einer vernetzten Umgebung garantiert werden.
Um die volle Funktionalität der Lernsoftware zu sichern, wird die Software auf unter-
schiedlichsten Wegen zur Verfügung gestellt. Die Speicherung von Lernständen, Zu-
gangskennungen oder Zugriffe auf externe Medien machen für einige Programme einen
Netzwerkzugriff zur Laufzeit erforderlich oder es kommen bewusst reine Netzwerkversi-
onen zum Einsatz. Das hat zur Folge, dass im netzunabhängigen Stand-alone-Betrieb
Programme nur in Ausnahmefällen uneingeschränkt nutzbar sind; Arbeitsergebnisse
oder Lernstände können nicht oder nur eingeschränkt gespeichert werden. Die Einstel-
lungen für das Programm werden nicht wirksam. Für den Fall, dass die Leitungsanbin-
dung zur citeq zur Verfügung steht, ist der Netzwerkzugriff innerhalb der Schule unein-
geschränkt möglich. Die für den Stand-alone-Betrieb genannten Einschränkungen gelten
dann nicht.
Softwareprodukte können und sollen von Lehrern beurteilt werden. Diese Beurteilung
soll allen Schulen helfen, geeignete Produkte zur Unterstützung des Unterrichts zielge-
richtet auswählen zu können. Diese Beurteilung ist ebenfalls browserbasiert für die Pro-
dukte des Software-Kataloges möglich.
3. Kundenberatung
3.1. Allgemeines
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass eine dauerhafte Beratung der Schulen durch feste
Ansprechpartner für eine erfolgreiche Umsetzung des MEP eine wichtige Voraussetzung
darstellt. Die Schulen wünschen sich auch die regelmäßige Präsenz der Kundenberater
in den Schulen zu Beratungsterminen, um dem laufenden Informations- und Abstim-
mungsbedarf nachkommen zu können. Dabei geht es z. B. um Themen wie die
• Nutzung des Netzwerks,
• Nutzung der Hardware,
14
• räumliche Verteilung der Hardware,
• Installation von weiteren Softwareprodukten,
• Verwaltung der Benutzerkennungen,
• Entwicklung neuer bedarfsgerechter Lösungen.
Der Beratungsbedarf wird insbesondere aufgrund der steigenden Technisierung im
Schulumfeld und den damit einhergehenden (neuen) Anforderungen fortbestehen, evtl.
sogar noch steigen. Ebenso sind das Amt für Schule und Weiterbildung und die citeq auf
Informationen und Beratung durch die Schulen angewiesen. Aus diesem Grund hat die
ständige Kommunikation zwischen den Schulen und Amt für Schule und Weiterbildung
bzw. citeq eine große Bedeutung. Besondere oder innovative Nutzungsmöglichkeiten
der installierten Technik können häufig erst nach einer längeren Erfahrungsphase er-
kannt werden. Nur in enger Abstimmung mit den Schulen lassen sich die besonderen
Anforderungen aus der Pädagogik und der Schulverwaltung in der Praxis umsetzen, so-
dass die Potentiale hier entsprechend ausgeschöpft werden können. Hierbei setzen al-
lerdings die zur Verfügung stehenden Personalkapazitäten Grenzen.
Für die laufende Beratung der Schulen sind beim Amt für Schule und Weiterbildung und
bei der citeq feste Ansprechpartner vorgesehen, die den Schulen in allen IT-Fragen be-
ratend zur Seite stehen. Dafür wird mit jeder Schule mindestens jährlich ein Gesprächs-
termin vor Ort vereinbart.
3.2. MEP-net
Zur Bereitstellung von Informationen für die Schulen wurde im ersten Halbjahr 2007 eine
Internetplattform eingerichtet. Diese wird MEP-net genannt und ist sowohl über das
Verwaltungsnetz als auch über das pädagogische Netz der Schulen allen Lehrkräften,
Sekretärinnen und Hausmeistern zugänglich. Die Lehrkräfte haben zudem über das In-
ternet auch außerhalb der Schule Zugang zum MEP-net. Die Authentifizierung erfolgt
über die für die Lehrkräfte eingerichteten Benutzerkennungen.
Im MEP-net werden wesentliche Informationen für die Lehrkräfte und das Verwaltungs-
personal veröffentlicht. Darüber hinaus werden hierüber aktuelle Mitteilungen der citeq
kommuniziert. Im MEP-net werden z. B.
• die aktuellen Hardware- und Softwarestandards,
• Hinweise zur Nutzung der IT allgemein,
15
• Benutzerhandbücher für die Nutzung von Tools für IT-Kontaktlehrer,
• Hinweise zur Benutzerverwaltung,
• Informationen über geplante Wartungsarbeiten und Installationen,
• Verlinkungen zum Service-Desk, zum Softwareanmeldeverfahren, oder zum IT-
Bestandsmodul,
• aktuelle Bestellvorlagen für Tonerkartuschen
veröffentlicht.
Unter dem Menüpunkt „Ich bin neu hier“ erhalten insbesondere Lehrer, die noch keine
oder nur wenige Kenntnisse über die IT in den Münsteraner Schulen haben, Antworten
auf häufig gestellte Fragen.
Weiterhin bietet das Intranet der Stadt Münster Informationen für die Schulverwaltungen.
Auch hier erfolgt die Authentifizierung über die für die Mitglieder der Schulverwaltung
eingerichteten Novell-Benutzerkennungen.
3.3. Fortbildungen/Workshops für IT-Kontaktlehrer
Bislang waren im Rahmen des MEP Fortbildungsveranstaltungen für IT-Kontaktlehrer
nicht vorgesehen. Im Rahmen der Umsetzung des MEP wurden für diesen Personen-
kreis technische Möglichkeiten geschaffen, die eine eigenständige Administration vor Ort
ermöglichen (siehe unter 8.8. "Rechte der IT-Kontaktlehrer" oder 9.6 "Plattform für die
Aktualisierung von Standard-Software (PASS)"). Je nach Bedarf in den Schulen werden
diese Möglichkeiten entsprechend von der citeq ausgeweitet. Für den professionellen
Umgang mit den dafür zur Verfügung gestellten Werkzeugen sind Fortbildungsveranstal-
tungen sinnvoll. Das gilt insbesondere für den Fall, dass IT-Kontaktlehrer im Umgang
damit unsicher und/oder nicht geübt sind (z. B. nach einem Wechsel dieser Aufgabe in
der Schule).
Die citeq plant die Erarbeitung eines Schulungskonzeptes für regelmäßige Fortbildungs-
veranstaltungen der IT-Kontaktlehrer aller Schulformen. Hierzu wurden im Rahmen der
Jahresgespräche 2011 bei allen Schulen Informationen zu Schulungsbedarfen und -
Inhalten erhoben. Die citeq hat in Abstimmung mit dem Amt für Schule und Weiterbil-
dung im vierten Quartal 2011 bereits bedarfsgerechte Forbildungsveranstaltungen für
die IT-Kontaktlehrer der Grundschulen durchgeführt.
16
II. Ausstattungs- und Betriebskonzept
1. Technische Grundsatzentscheidungen
1.1. Allgemeines
Die citeq verfolgt permanent die aktuellen Techniktrends und bewertet sie im Hinblick
auf die Möglichkeit der Berücksichtigung im Rahmen des MEP.
Sicherlich sind nicht alle Technologien bzw. Trends geeignet, um in der Fortschreibung
des MEP berücksichtigt zu werden. Sofern dieses aber sinnvoll erscheint, werden sie im
technischen Ausstattungs- und Betriebskonzept genannt werden. Die Umsetzung neuer
Technologien im MEP ist ein ständiger Vorgang, der nicht an diese Fortschreibung ge-
bunden ist.
1.2. Servertechnologie
Im Rahmen des MEP werden ”klassische” Serverkonfigurationen eingesetzt. Die Grün-
de, die bei der Aufstellung des MEP und auch im Rahmen der Fortschreibung in 2007
gegen den Einsatz von Terminalservern gesprochen haben, liegen weiterhin vor. Auf-
grund der stark parallelen Nutzung hochmultimedialer Anwendungen kann die Terminal-
server-Technologie in den Schulen nicht wirtschaftlich eingesetzt werden.
Pro Schule bzw. Schulzentrum werden zwei Serv er installiert (je ein Server für Verwal-
tung und Pädagogik). Für die Schulen, die per Lichtwellenleiter (LWL) an die citeq ange-
bunden sind, wird geprüft, die Server vor Ort zu konsolidieren und für mehrere Schulen
auf Servern in zentralen Serverräumen der citeq zusammen zu führen. Diese Server
stellen die allgemeinen Dienste (Dateien, Druck, Datensicherung), Netzwerkdienste
(DHCP, DNS, Proxy) und Applikationsdienste (WWW, E-Mailing) zur Verfügung. In
Schulzentren sind die Server entsprechend größer dimensioniert, sodass sich mehrere
Schulen diese teilen können.
Auf allen Servern wird das Betriebssystem Novell Linux Open Enterprise Server einge-
setzt. Die Begründung für diese Entscheidung ist dem folgenden technischen Ausstat-
tungskonzept (siehe unter 8.3 "Betriebssystem und Version Server") zu entnehmen.
17
1.3. Clients
Zum Einsatz kommen in der Schulverwaltung und im pädagogischen Bereich nur neue,
standardisierte PC und Notebooks, die über den jeweils aktuell gültigen Rahmenvertrag
der citeq beschafft werden. Die eingesetzten Hardwarekomponenten der PC und Note-
books werden regelmäßig durch die Regelungen des Rahmenvertrages an die marktüb-
lichen technischen Ausstattungen für Business-PC/-Notebooks angepasst.
Auf allen Rechnern wird zurzeit das Betri ebssystem Windows XP Professional einge-
setzt. Die Begründung für diese Entscheidung ist dem folgenden technischen Ausstat-
tungskonzept (siehe unter 9.3. "Betriebssystem Clients") zu entnehmen.
1.4. Drucker
Im Rahmen des MEP werden weiterhin nur netzwerkfähige Drucker eingesetzt. In größe-
ren Netzwerken ist der Einsatz und Betrieb einer geringeren Zahl von netzwerkfähigen
Druckern wirtschaftlicher als viele lokal installierte Drucker. Die Gründe, die gegen den
wirtschaftlichen Einsatz lokaler Drucker sprechen sind:
• nur lokaler Zugriff von einem PC
• relativ hohe Verbrauchskosten
• keine Wartungsmöglichkeiten über das Netzwerk
1.5. Monitore
Bereits im Rahmen der letzten Fortschreibung wurde festgelegt, dass im Rahmen des
MEP zukünftig nur noch ein 19"-TFT-Monitortyp eingesetzt wird. Dieser wird über den
aktuellen Rahmenvertrag der citeq beschafft. Der Einsatz von TFT-Monitoren ist im Ver-
gleich zum früheren Einsatz der CRT-Monitore wirtschaftlicher. Sofern noch Restbe-
stände anderer Monitortypen und -Größen im Ei nsatz sind, werden diese im Rahmen
der Reinvestition bereinigt.
1.6. Einbindung eigener Systeme
Schuleigene Hardware wird grundsätzlich nicht in das Schulnetz integriert. Hiervon wer-
den aber die folgenden Ausnahmen zugelassen:
• Standardisierte Drucker und Kopierer, die aktuell auch bei der Stadtverwaltung ein-
18
gesetzt und von der citeq unterstützt werden, können grundsätzlich in das Schulnetz
integriert werden, sofern sie netzwerkfähig sind. Für die Integration und den Betrieb
hat die citeq laufende monatliche Kosten ermittelt. Diese sind aus dem MEP-Budget
der Schulen zu finanzieren.
• Schuleigene Peripheriegeräte im pädagogischen Netz (z. B. Messgeräte) werden
von der citeq nur aufgrund besonderer Vereinbarungen in Betrieb genommen, da
ohne eine Standardisierung der Hardwarekomponenten eine hohe Verfügbarkeit der
Anwendersysteme nur durch eine personal - und damit kostenintensive Betreuung
zu erreichen ist. Die Dienstleistung beschränkt sich auf die Installation von Geräte-
treibern, die durch die Schule zur Verfügung gestellt werden müssen. Ein Support
wird für diese Geräte nicht übernommen.
Sofern diese schuleigene Hardware durch die citeq in das Schulnetz integriert wird, wird
diese Hardware in das Bestandsverzeichnis der citeq aufgenommen (Gerätebezeich-
nung, Gerätetyp, Standort, Seriennummer), eine Identnummer vergeben und als Eigen-
tum der Schule geführt. Das ist erforderlich, damit die citeq für die Funktionsfähigkeit der
Hardware im Netzwerk optimale Unterstützung leisten kann.
2. Beschaffung
Die zentrale Beschaffung der Hardwarekomponenten und der Standard-Software (Be-
triebssysteme, Serverlizenzen) durch die citeq ist ein wesentlicher Bestandteil der Kon-
zeption. Dadurch wird die weitgehende Homogenität der Systeme sichergestellt. Hier-
durch ist es möglich den Grundsatz der Standardisierung umzusetzen.
Aufgrund der höheren Stückzahlen, die sich durch eine zentrale Beschaffung ergeben,
können wesentlich bessere Preiskonditionen ausgehandelt werden. Besonders vorteil-
haft hat sich die Kooperationen mit dem KDN Dachverband kommunaler IT-Dienstleister,
ausgewirkt. Für die wesentlichen Hardware-Komponenten (PC, Notebooks, Monitore,
Drucker, Beamer) hat der Abschluss von Rahmenverträgen zu deutlichen Erleichterun-
gen und Zeiteinsparungen bei der Bestell- und Lieferabwicklung geführt.
3. Katalog der Standardkomponenten
Die citeq entwickelt und veröffentlicht einen Warenkatalog von Standard-Komponenten
(Hardware und Lernsoftware entsprechend dem Software-Katalog je Schulform (siehe
unter I. 2.4.2. "Software für den unterrichtlichen Bereich")). Die darin aufgelisteten Sys-
19
teme sind mit dem Betriebskonzept kompatibel und können für die Ergänzung und Ände-
rung der Ausstattungsstandards genutzt werden. Dadurch, dass i. d. R. ausschließlich
Komponenten aus diesem Warenkatalog eingesetzt werden, können die positiven Aus-
wirkungen der Standardisierung verstärkt werden.
Aus diesem Warenkatalog können die Schulen auch Einzelbeschaffungen nach Umset-
zung des Ausstattungskonzeptes außerhalb des MEP aus eigenen Mitteln tätigen.
4. Datenschutz und Datensicherheit
Die citeq ist eine kommunale Einrichtung und betreut in ihrer Funktion als kommunales
Rechenzentrum u. a. die Verwaltung der Stadt Münster. Daher muss sie die Vorschrif-
ten des Datenschutzgesetzes NRW und die sich daraus ergebenden technischen und
organisatorischen Vorgaben bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten be-
achten.
Die citeq wurde vom Rat der Stadt Münster mit der Umsetzung des MEP und damit
auch mit der Ausstattung und Vernetzung der Verwaltungsbereiche der Schulen beauf-
tragt. Bei der Konzeption der technischen Umsetzung des MEP wurden für die Verwal-
tungsbereiche der Schulen die gleichen Standar ds hinsichtlich Datensicherheit und Da-
tenschutz berücksichtigt, wie sie für die Daten der Stadtverwaltung Münster (z.B. Per-
sonendaten des Sozial- und Gesundheitsamtes, Einwohner- und Personaldaten etc.)
gelten. Dies gilt auch für die pädagogischen Netzwerke in den Schulen mit der Ein-
schränkung, dass das Lehrpersonal grundsätzlich Leserechte an sämtlichen von den
Schülerinnen und Schülern gespeicherten Daten besitzt.
20
Folgende Vorgaben wurden beachtet:
• Die Sicherung und Verarbeitung der personenbezogenen Schüler- und Lehrerdaten
muss datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllen.
• Das Verwaltungsnetz muss vom pädagogischen Netz getrennt und auch gegen Ge-
fahren aus dem Internet geschützt sein.
• Die Kommunikations- und Informationswege der Schulverwaltung mit dem Amt für
Schule und Weiterbildung und sonstigen Stellen sollen vereinfacht werden.
• Die Funktionalitäten, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit sollen den Standards der
Stadtverwaltung Münster entsprechen.
Die technische Umsetzung dieser Vorgaben stellt sich wie folgt dar:
• Es wurde in jeder Schule ein eigenes vom pädagogischen Bereich strikt getrenntes
Netzwerk mit einem eigenen Verwaltungsserver eingerichtet.
• Das Verwaltungsnetzwerk ist in das Mailsystem der Stadtverwaltung Münster integ-
riert. Die Arbeitsplätze haben Zugang zum Intranet der Stadtverwaltung Münster.
• Der Internet-, Intranet-, E-Mail- und sonstige Datenverkehr von und zu den PC in
den jeweiligen Netzwerken verläuft über ein mehrstufiges System, um einen mög-
lichst weitgehenden Schutz vor Viren oder unbefugten Zugriffen aus dem Internet zu
erreichen. Der Datenverkehr verläuft über die mit eigener Virenschutzsoftware aus-
gestatteten Server in den Schulen über eine Standleitung zu der zentralen Netz-
werkinfrastruktur der citeq und den dort eingerichteten Schutzmechanismen mit Vi-
ren- und Firewallschutz.
Die Daten auf den Servern in den Schulen werden einmal täglich im Wege einer so ge-
nannten Differenzsicherung auf einen zentralen Server bei der citeq gesichert. Einmal
täglich werden diese Daten auf dem zentralen Server wiederum im Wege einer Diffe-
renzsicherung auf Datenbänder gesichert. Alle zwei Wochen werden die Daten noch-
mals im Wege einer so genannten Vollsicherung im vollen Umfang auf Datenbänder
gesichert. Die Datensicherung reicht 6 Wochen zurück. Die Datensicherung im pädago-
gischen Netzwerk ist Einschränkungen unterworfen (siehe unter 8.13. "Datensicherung
Server").
Die Räumlichkeiten, in denen die zentralen und dezentralen (in den Schulen) Server in-
stalliert werden, müssen besondere Anforderungen erfüllen (u. a. geschlossen und nicht
für jedermann zugänglich, ausreichende Lüftung, abschließbare Serverschränke; siehe
unter 7.2 "Inhouse-Verkabelung / Netzkomponenten - LAN (Local Area Network)").
21
Die zuvor beschriebenen technischen Maßnahmen und Einrichtungen werden durch die
citeq betreut und gewartet. Dazu ist es zwingend notwendig, dass Mitarbeiter der citeq
im Rahmen ihrer administrativen Tätigkeit Zugriffsmöglichkeiten auf die zu verarbeiten-
den Datenstrukturen besitzen. Der Schutz der auf den Schulservern vorhandenen per-
sonenbezogenen Daten im Sinne des Datenschutzgesetzes des Landes Nordrhein-
Westfalen (DSG NRW) ist auch bei der Behandlung der Daten durch die Mitarbeiter der
citeq voll gewährleistet.
Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter der citeq wird jährlich auf die Wahrung des Da-
tengeheimnisses (§ 6 DSG NRW) verpflichtet und bestätigt dies durch Unterschrift. Soll-
ten also insbesondere im Rahmen der Systembetreuung/Fehlerbereinigung im Aus-
nahmefall personenbezogene Daten zur Kenntnis gelangen, ist dies zur rechtmäßigen
Aufgabenerfüllung unbedingt erforderlich und entspricht damit den datenschutzrechtli-
chen Vorgaben.
Die Verwaltungsbereiche des MEP sind in die Sicherheitskonzeption der citeq einge-
bunden, das auf der Basis der IT-Grundschutzvorgehensweise des Bundesamtes für
Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) umgesetzt wird.
Im Dezember 2008 wurde eine IT-Sicherheitsleitlinie als verbindliche Vorgabe für das
Handeln aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der citeq verabschiedet. Oberster Grund-
satz dieser Sicherheitsleitlinie ist die sichere Verarbeitung von Informationen.
Die für die BSI-Standards erforderliche Sicherheitsorganisation wurde im Jahre 2009
mit dem „citeq Security Board (cSB)“ aufgebaut. Ab 2010 wurde mit der Erstellung der
Sicherheitskonzeption nach BSI begonnen mit der Folge, dass auch die IT-
Komponenten der MEP-Verwaltungsbereiche (Systemräume, Server, Clients) nach den
Vorgaben der IT-Grundschutzkataloge überprüft und etwaige erforderliche Maßnahmen
zur Herstellung der notwendigen Schutzstufen initiiert werden.
5. Protokollierung von Nutzerdaten
Durch die Authentifizierung der einzelnen Benu tzer im eDirectory (der von Novell zur
Verfügung gestellte Verzeichnisdienst) wird automatisch mitprotokolliert, welche Ken-
nung sich wann an welchem Rechner angemeldet hat und, falls die Kennung das Inter-
net genutzt hat, auf welchen Seiten sie gesurft hat. Die citeq speichert diese Daten, die
im Übrigen dem Fernmeldegeheimnis unterliegen, für die geschäftsmäßige Erbringung
der Telekommunikationsdienste (Bereitstellung des Internetzugangs) für die Schulen
einschließlich des Schutzes ihrer technischen Systeme. Nach dem Telekommunikati-
22
onsgesetz ist es der citeq untersagt, sich über das erforderliche Maß hinaus Kenntnis
vom Inhalt oder den näheren Umständen der Telekommunikation zu verschaffen. Die
citeq darf Kenntnisse über Tatsachen, die dem Fernmeldegeheimnis unterliegen, nur für
den vorstehenden Zweck verwenden. Eine Verwendung dieser Kenntnisse für andere
Zwecke, insbesondere die Weitergabe an andere, ist nur zulässig, soweit das Tele-
kommunikationsgesetz oder eine andere gesetzliche Vorschrift dies vorsieht und sich
dabei ausdrücklich auf Telekommunikationsvorgänge bezieht. Eine Herausgabe von
entsprechenden Daten ist daher grds. nur an Ermittlungsbehörden (Polizei, Staatsan-
waltschaft) auf Anforderung zulässig. Das gilt nicht für die unter 8.7. "Benutzer-
/Gruppenverwaltung / eDirectory" aufgeführten Daten, die nicht von den Vorschriften
des Telekommunikationsgesetzes betroffen sind.
Alle von der citeq in diesem Zusammenhang erhobenen Daten werden nach Ablauf von
drei Monaten automatisch gelöscht.
6. Inventarisierung der Hardware
Für die Inventarisierung der Hard- und Softwarekomponenten wird eine zentrale Daten-
bankanwendung eingesetzt, die auch für die IT-Komponenten der Stadtverwaltung ge-
nutzt wird. Jedes Gerät besitzt eine eindeutige ID-Nummer, die mit Hilfe eines Aufkle-
bers sichtbar auf den Geräten angebracht ist.
Für die IT-Kontaktlehrer wurde eine webbasierte Anwendung, das IT-Bestandsmodul
entwickelt. Dieses Modul ermöglicht eine Auswertung der zentralen Hardware-
Datenbank und listet die für die entsprechende Schule inventarisierte Hardware auf. Es
ist aus dem Internet, d.h. auch von zu Hause aus, zu erreichen. Zugriff auf das IT-
Bestandsmodul haben alle Personen, die im pädagogischen Netzwerk der Schule als IT-
Kontaktlehrer eingerichtet sind. Die Anmeldung erfolgt mit der Kennung für das pädago-
gische Netz. Die Hardware kann nach den beiden Netzwerken Pädagogik oder Verwal-
tung und den unterschiedlichen Hardwaretypen gefiltert werden.
23
7. Technisches Ausstattungskonzept
7.1. Netzwerk
Im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes wird ein Schulnetz betrieben, welches aus
jeweils einem LAN (Local Area Network) je Schulstandort und der Vernetzung der ein-
zelnen Schulstandorte untereinander mit gleichzeitiger Anbindung an die citeq als zent-
ralem IT-Dienstleister besteht.
Bei der Implementierung ist besonders berücksichtigt, dass aus Datenschutzgründen
jeweils zwei Bereiche in den Schulen - pädagogisches Netz und Schulverwaltungsnetz -
durch entsprechende Kabelführungen und jeweils eigene aktive Netzkomponenten im
LAN getrennt voneinander aufgebaut sind.
7.2. Inhouse-Verkabelung / Netzkomponenten - LAN (Local Area Network)
Alle Schulen sind mit einer strukturierten Gebäudeverkabelung gemäß Ethernet-
Standard ausgestattet. Bei der baulichen Umsetzung wurden die gemeinsam mit dem
Amt für Gebäudemanagement für alle st ädtischen Gebäude definierten Rahmenbedin-
gungen zu Grunde gelegt.
Abgestimmt auf die jeweilige Örtlichkeit gibt es grundlegende Festlegungen, wie die
• Auswahl des zentralen Systemraumes:
Die sternförmige Zusammenführung der Inhouse-Verkabelung auf einen Konzentra-
tionspunkt sowie die Aufstellung der weiteren zentralen IT-Komponenten (Server,
zentrale Netzwerkkomponenten, Übergabepunkt der WAN-Gebäudeanbindung)
werden in einem ausschließlich für diesen Zweck gebundenen Raum vorgenommen.
Der Raum ist von der Schule zu benennen, wobei in Absprache mit dem Amt für Ge-
bäudemanagement folgende Kriterien Berücksichtigung fanden:
o zentrale Lage zur Minimierung der Kabellängen,
o ausreichende Raumgröße (min. 10 qm),
o zugangsgesichert durch separate Schließanlage (Zugang nur für citeq, IT-
Koordination der Schule sowie den Hausdienst),
o Minimierung des Einbruchsrisikos (vorzugsweise Kellerraum, ansonsten durch
geeignete Fenstersicherungsmaßnahmen),
o ausreichende Belüftung (ggf. unterstützt durch geeignete Lüftung),
24
o eigener Stromkreis zur Erhöhung der Ausfallsicherheit,
o keine Wasser führenden Leitungen,
o erhöhte Anforderungen an den Brandschutz, auch unter Berücksichtigung der an-
grenzenden Räume, Rohr- und Kabeleinführungen,
o keine Parallelnutzung (z.B. als Lagerraum o. ä.).
Nicht alle ausgewählten Systemräume erfüllen die vorgenannten Kriterien. Die
Gründe hierfür sind vielfältig (z. B. mangelnde räumliche Alternativen bei beengter
Raumsituation).
Die Systemräume werden regelmäßig von der citeq geprüft. Hierbei wird eine stan-
dardisierte Prüfliste abgearbeitet. Ein Pr otokoll mit einem Maßnahmenkonzept wird
erstellt und nach entsprechender Entscheidung kontrolliert abgearbeitet. Dabei wird
insbesondere auch überprüft, ob die Planungsgrundlagen für den Systemraum sich
mittlerweile in relevanter Weise verändert haben (z.B. in Bezug auf die Leistungswer-
te).
Sofern sich aus der vorgenannten Prüfung oder im Störfall (z. B. bei zu großer Hitze-
entwicklung) dringende Maßnahmen ergeben, werden diese von der citeq an das
Amt für Gebäudemanagement weitergeleitet. Dieses erstellt daraufhin die Fachpla-
nung, die von der citeq abgenommen wird. Anschließend erfolgt die Umsetzung der
Maßnahmen entsprechend der aufgestellten Fachplanung.
• Auswahl der Lokationen für Etagen-Unterverteilungen
An die in größeren Gebäudekomplexen erfo rderlichen Etagen-Unterverteilungen sind
ebenfalls besondere Anforderungen gestellt. Ihre Lage ergibt sich aus der jeweiligen
räumlichen Situation und ist daher spezif isch an die Gegebenheiten des Gebäudes
angepasst. Die Etagen-Unterverteilungen sind regelmäßig in Schranksystemen mit
der Standardbreite von 19 Zoll. Diese Schränke lassen sich auch in Hängetechnik an
der Wand verschrauben, sodass beispielsweise Lager-, Karten- oder ähnliche Funkti-
onsräume zur Aufstellung durchaus geeignet sind. Den Anforderungen des Daten-
schutzes und der Datensicherheit ist dadurch Rechnung getragen, dass es sich bei
den Verteilerschränken um abschließbare Schränke in Metallausführung handelt und
die genannten Funktionsräume nicht jedermann zugänglich sind.
25
• Kabelwege
Die Festlegung der notwendigen Kabelwege sowie des daraus resultierenden Instal-
lationsaufwandes ist vom Amt für Gebäudemanagement vorgenommen worden. Das
Amt für Gebäudemanagement betreut auch die bautechnischen Arbeiten hinsichtlich
der Gebäudestruktur, z. B. Prüfung der Gebäudestatik bei Wand- und Bodendurch-
brüchen oder Kernbohrungen. Das Amt für Gebäudemanagement beauftragt die
ausführenden Firmen und beschafft die erforderlichen Materialien entsprechend der
mit der citeq vereinbarten Spezifikation, wie z. B.
o Kabel (Kupfer- bzw. LWL),
o Kabelkanäle und –bühnen,
o Dämmstoffe,
o Verteilerschränke,
o Rangierfelder,
o Netzwerk-Steckdosen.
Berücksichtigt sind hierbei auch eventuell vorhandene Netzinfrastrukturen, die aus Kos-
tengründen - soweit sie den Anforderungen entsprechen - integriert wurden.
Die Anzahl und Verteilung der Netzwerkdosen erfolgte in Abstimmung zwischen der
Schule, dem Amt für Schule und Weiterbildung und dem Amt für Gebäudemanagement.
Die Verkabelung ist sternförmig in Kupfer auf die gewählten Systemräume und Etagen-
oder Unterverteilungen geführt. Die Kupferkabel sind entsprechend der Ethernet-
Spezifikation als STP (Shielded Twisted Pair) der Kategorie 5 oder höher ausgeführt mit
Abschluss auf Rangierfeldern bzw. Netzwerkdosen mit der in der Netzwerktechnik gän-
gigen RJ45-Stecktechnik.
Kupferkabel können nur in Bereichen mit Kabellängen von bis zu maximal 80 Metern
eingesetzt werden. Sind Etagen- oder Unterverteilungen weiter vom zentralen System-
raum entfernt, wurden Lichwellenleiterverbindungen (Multi-mode) mit Abschluss auf SC-
Stecktechnik (IEC 874-19) verwendet.
Räume mit großer Anzahl an Endgeräten (Informatikräume bzw. sonstige Fachräume)
sind mit einer eigenen Unterverteilung im Raum verkabelt und durch Verwendung eines
Switch mit ausreichender Portdichte an das Netz angeschlossen. Bei der Raumverkabe-
lung ist den Belangen der Sicherheit durch geeignete Maßnahmen Rechnung getragen
26
(z.B. Verwendung von Brüstungskanälen oder dergleichen) zur Vermeidung von Stolper-
fallen.
Alle Verkabelungen im zentralen Systemraum oder in geschaffenen Unterverteilungen
sind in 19-Zoll-Industrieschränken auf Rangierfeldern abgeschlossen. Diese Schränke
stehen in verschiedenen Bauhöhen und damit unterschiedlichen Aufnahmekapazitäten
zur Verfügung und dienen auch zur Aufnahme der weiteren IT-Infrastruktur wie Server,
Router und Switche.
Als aktive Netzkomponenten werden für den Anschluss der Endgeräte (PC, Netzwerk-
drucker) Fast-Ethernet-Switche und Gigabit-Ethernet-Switche verwendet. Switche bieten
hohe Performance von 10/100/1000 MBit/s dediziert pro Port (Anschlussmöglichkeit für
ein Endgerät) bei gleichzeitig günstigem Preis-/Leistungsverhältnis. Die GigabitTechnik
wird in Zukunft die Fast-Ethernet-Technik ersetzen. Der Ausbau des lokalen Netzwerkes
erfolgt mit Gigabit-Ethernet- Komponenten, technische Gründen könnten einen Tausch
älterer Fast Ethernet Switche beschleunigen.
Für jedes Endgerät sowie für kaskadierte Switche in Unterverteilungen wird ein entspre-
chender Anschluss bereitgestellt. Die Geräte bieten skalierbare Portdichten von 24 bis
144 Ports. Zur Einhaltung eines wirtschaftlichen Kostenrahmens erfolgt die Dimensionie-
rung der aktiven Netztechnik nach den konk reten, schulspezifischen Anforderungen
zzgl. einer Sicherheitsreserve (ca. 10 Prozent Netzwerkports über den aktuellen Bedarf
hinaus als Anschlussmöglichkeit für zusätzliche Endgeräte).
Im Systemraum ist ein zentraler Switch eingesetzt von dem aus die Unterverteilungen
kaskadiert werden. Für den Anschluss der Se rver und Switchkaskaden im Verwaltungs-
und Pädagogikbereich stehen auf den zentralen Switchen 1Gbit Ports in Kupfer und
Lichtwelle zur Verfügung.
Die verwendeten Switche bieten eine entsprechende Konfigurationsschnittstelle zur
Fernadministration durch die citeq. Alle erforderlichen Einstellungen können daher durch
die citeq von zentraler Stelle wahrgenommen werden. Die Switche sind per Passwort-
schutz gegen unbefugte Zugriffe geschützt.
Die Anschlüsse für den Schulverwaltungsbereich sind auf einem eigenen Switch im Sys-
temraum abgeschlossen. Dadurch wird der Forderung nach einer echten “galvanischen
Trennung” des Schulverwaltungs- und des unterrichtlichen Netzes Rechnung getragen.
27
Erst an der Übergabestelle zum aufgebauten Schulnetz (WAN) werden die Daten auf
gemeinsamen Medien übertragen.
7.3. WLAN (Wireless Local Area Network)
Als Ergänzung zu einer klassischen Kupferverkabelung sind Funknetze (WLAN) unter-
sucht, und für den Ausbau ausschließlich im pädagogischen Netz als geeignet bewertet
worden.
Funknetze (Wireless LAN / WLAN) stellen für die flexible Abbildung von größeren
Arbeitsgruppen mit Notebooks in Klassenräumen einen technisch machbaren Lösungs-
ansatz dar. WLAN sind lokale Netze, die ohne Kabelverbindungen arbeiten. Sie sind
standardisiert unter dem IEEE-Standard 802.11. Die Übertragung erfolgt mittels elektro-
magnetischer Funkwellen.
In den letzten Jahren hat sich der Standard im Bereich von WLAN zu deutlich höheren
Bandbreiten bei gleichzeitig höherer Sicherheit durch komplexere Verschlüsselungsme-
thoden weiter entwickelt. Die Hersteller von Hard- und Software haben insbesondere
dem Thema Sicherheit deutlich mehr Beachtung geschenkt. Es stehen mittlerweile aktu-
elle und sichere Verschlüsselungsmethoden im WLAN zur Verfügung. Wichtig bei der
Implementierung von WLAN ist, dass die angebotenen Sicherheitsfeatures konsequent
angewandt und umgesetzt werden. Die citeq folgt hier einer Empfehlung des BSI (Bun-
desamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und setzt die WPA2 Verschlüsselung
mit einem 63 Zeichen langen Passwort ein. Da WLAN kabellos die Umgebung zur Über-
tragung von Daten nutzt, sind die Mitlesemöglichkeiten über entsprechende Funkscan-
ner im Gegensatz zum kabelgebundenen Netz durchaus gegeben. Ohne entsprechende
Verschlüsselung im WLAN wäre hiermit dem Diebstahl von Daten natürlich Tür und Tor
geöffnet. Neben der konsequenten Anwendung aller angebotenen Sicherheitsfeatures
ist bei der Planung eines WLAN zu beachten, dass sich alle Teilnehmer im gleichen
Frequenzbereich die Bandbreite als Shared LAN teilen müssen.
Im pädagogischen Netzwerk kann ein drahtloses Funknetzwerk nach dem Standard
IEEE 802.11 installiert werden. Das Netzwerk wird als "fliegendes Klassenzimmer" in
den Schulen eingesetzt. Damit können bis zu 20 Benutzer drahtlos verbunden und die-
sen WLAN Clients zentrale Dienste der citeq zu Verfügung gestellt werden. Der Access
Point wird nicht fest installiert und wird bei Bedarf im jeweiligen Klassenzimmer in Be-
trieb genommen. Dieser stellt eine Verbindung vom LAN zu den Wireless-Clients her.
28
Für den Anschluss im Klassenzimmer muss ein funktionierender Netzwerkanschluss
sowie eine 220 Volt Stromsteckdose vorhanden sein.
Die Einrichtung raumübergreifender WLAN in den Schulen ist nicht vorgesehen. Eine
Gebäudeeinmessung und Installationsplanung ist daher nicht erforderlich.
Die WLAN-Notebooks werden so konfiguriert, dass sie sich sowohl kabelgebunden, als
auch über WLAN im Netzwerk anmelden können. Durch die Vergabe nur einer IP-
Adresse je Gerät für Kabel und WLAN wird vermieden, dass in weiterführenden Schulen
der IP-Adressbereich evtl. nicht mehr ausreichen könnte. Alle von der citeq über den
Warenkatalog zur Verfügung gestellten Notebooks können in ein WLAN eingebunden
werden.
Ob WLAN ein erhöhtes Risiko durch Emissionen (Stichwort: „Elektro-Smog“) darstellt, ist
in der öffentlichen Diskussion. Die citeq als IT-Dienstleister möchte diese Diskussionen
nicht bewerten und beschränkt sich auf die Prüfung der technischen Umsetzbarkeit.
7.4. Anbindung der Schulen an die citeq - WAN (WideAreaNetwork)
Für den Aufbau eines Schulnetzes für die Stadt Münster sind ca. 80 Standorte vernetzt.
Dieses Schulnetz ist als eigenes, in sich geschlossenes Netz aufgebaut. Die Schul-
standorte werden mit SDSL Technik (symmetrische Bandbreiten) an das Providernetz-
werk angeschlossen. Für den Aufbau der komplexen WAN-Infrastrukturen ist nach eu-
weiter Ausschreibung ein Vertrag mit einem Telekommunikationsprovider abgeschlos-
sen worden (zurzeit Fa. Versatel). Sieben Schulen sind bereits per LWL mit einer Ge-
schwindigkeit von 1000 Mbit/s direkt an das Netz der citeq angebunden (Stand: Anfang
Dezember 2011). Der weitere Ausbau von LWL-Verbindungen ist geplant. Bis zum Ende
des 3. Quartals 2012 werden voraussichtlich 27 Schulen per LWL angebunden sein.
Aufgrund der hohen Einrichtungskosten für LWL-Verbindungen muss für jeden Standort
eine wirtschaftliche Überprüfung stattfinden.
Am zentralen Übergabepunkt des Schulnetzes an die citeq sind entsprechende Server
installiert:
• Firewall zur Kontrolle des gesamten Datenstromes (Wer darf Was Wo tun?)
• Virenschutz, neben lokalen Virenscannern als zusätzliche Barriere für Viren (siehe
unter 8.4.8. "Virenschutz")
29
• Proxy-Server als Cache zum Internet (siehe unter 8.4.10. "Internetzugang mittels
Proxy-Services")
Der Zugang zum Internet für alle Schulen, die nicht per LWL an die citeq angebunden
sind, wird mit einer Bandbreite von 100 Mbit/s direkt vom zentralen Übergabepunkt über
die installierte Firewall realisiert. Die Firewall regelt auch nötige Datenbeziehungen zwi-
schen dem Schulnetz und dem kommunalen Verwaltungsnetz der citeq.
Der Aufbau eines eigenständigen Schulnetzes und die Nutzung zentraler Dienste (Inter-
netzugang, Firewall, Virenschutz) stellen auf Dauer den reibungslosen Betrieb der ge-
samten Infrastruktur sicher. Eine Öffnung des Netzes zum Beispiel durch eigene Inter-
netzugänge in den Schulen würde gerade den hoch zu bewertenden Sicherheitsaspekt
eines geschlossenen Netzes gefährden ist aus diesem Grund bislang ausgeschlossen
(siehe aber hierzu auch 7.5 "Nutzung der Telekom@school-Anschlüsse für das
Internet").
Nur über hochverfügbare und symmetrische Leitungsanbindungen kann die citeq not-
wendige Wartungsarbeiten, Softwareaktualisierungen und die Überwachung sämtlicher
Systeme jederzeit sicherstellen. Das wäre über die im privaten Bereich weit verbreiteten
Leitungsanbindungen auf Basis von ADSL nicht möglich.
7.5. Nutzung der Telekom@school-Anschlüsse für das Internet
Für die fortschreitende Nutzung insbesondere multimedialer Inhalte über das Internet
stellen die den Schulen zur Verfügung gestellten Bandbreiten dort, wo dauerhaft eine
Anbindung über LWL nicht realisiert werden kann, unter Berücksichtigung einer Vielzahl
von Rechnern im pädagogischen Netz eine deutliche Grenze dar. Das liegt daran, dass
über das MPLS z. Z. nur Bandbreiten von bis zu 8 Mbit/s je Standort wirtschaftlich reali-
siert werden können.
Gleichwohl verfügt jede Schule, die Erstausbildung betreibt, über das Projekt Tele-
kom@school über einen weiteren Zugang zum Internet mit einer Geschwindigkeit von
bis zu 16 Mbit/s. Die Geschwindigkeit ist abhängig von der technischen Verfügbarkeit
am Standort des Anschlusses. Die Leistung ist für die Schulen auf Dauer entgeltfrei, nur
das notwendige DSL-Modem muss käuflich erworben oder angemietet werden. Schulen
in VDSL(Very High Speed DSL)-Ausbaugebieten können gegen einen kleinen Aufpreis
auch einen VDSL-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit/s erhalten.
30
Diese Schulen wurden von der Telekom vor den Sommerferien 2011 angeschrieben und
über diese Option informiert.
Einige Schulen versorgen über diese Anschlüsse bereits schuleigene Rechner mit einem
Internetzugang. Auf Grund der vorgenannten möglichen Bandbreiten wird die citeq prü-
fen, ob Telekom@school-Anschlüsse für die Nutzung des Internets im pädagogischen
Netz des MEP genutzt werden können. Im Rahmen eines Projektes wird daher intensiv
untersucht ob und unter welchen Voraussetzungen das möglich sein könnte.
7.6. Streaming
Die zentral von der citeq bereit gestellten Technologien zur Sicherheit im Internetzulauf,
Firewall, Virenschutz und Proxyserver sind ein besonderes Qualitätsmerkmal für die Ab-
sicherung privater Netze gegenüber dem Internet. Es ist jedoch zu beobachten, dass die
Ansprüche der Schulen im pädagogischen Netz den hohen Sicherheitseinstellungen der
citeq in Teilen entgegenstehen. Hier ist insbesondere der Anspruch auf Darstellung von
multimedialen Inhalten über Streaming im Unterricht zu sehen.
Bereits heute kann in den Schulen ein Großteil der im Internet angebotenen Inhalte
gestreamt werden. Das liegt daran, dass es "ein Streaming" nicht gibt, sondern ver-
schiedene Protokolle. Zu unterscheiden ist hier zwischen HTTP (Hypertext Transfer Pro-
tocol) und RTSP (RealTime Streaming Protocol). Das HTTP-Streaming ist über die ci-
teq-Infrastruktur aktuell abbildbar, das RTSP-Streaming nicht.
Die Leitung von der Schule zur citeq stellt die Grenze des Möglichen im Bereich Strea-
ming dar. Wenn z. B. von mehreren Rechnern (je nach Übertragungsrate können zwei
schon ausreichen) gleichzeitig Streams angestoßen würden, wäre damit der restliche In-
ternet- und damit auch der Mailverkehr in der Schule blockiert. Es empfiehlt sich daher,
die gewünschten Dateien im Rahmen der Un terrichtsvorbereitung vorab herunterzula-
den, um sie im Unterricht abspielen zu können.
7.7. Netzwerkmanagement
Die Einrichtung, Überwachung und Verfügbarkeit des Schulnetzes im WAN obliegt dem
Telekommunikationsprovider. Die mit dem Telekommunikationsprovider verhandelten
Servicelevel (Verfügbarkeits-, Reaktions- und Störungsbehebungszeiten) orientieren
sich an den Servicevereinbarungen zwischen Schulträger und citeq.
31
Die Administration und Einrichtung der installierten Switche erfolgt zentral über die citeq.
Im Rahmen vorhandener Prozeduren wird die Erreichbarkeit der aktiven Netzkomponen-
ten im LAN geprüft und auf Kontrollmonitoren sichtbar gemacht. Zusätzlich werden die
Störungen als Fehlermeldungen in das Service-Desk (siehe unter 10.2. „Service-Desk /
Störungsmeldung und –verfolgung “) eingebracht und entsprechend den Serviceverein-
barungen beseitigt.
7.8. Anschluss privater Rechner an das Internet
Um vorhandene Ressourcen nutzen und flexibeler arbeiten zu können, wollen Lehrer
und Schüler auch ihre privaten Rechner auch in der Schule nutzen. Avisiert ist dabei in
erster Linie die Nutzung des Internets.
Dabei ist die Nutzung der von der citeq zur Verfügung gestellte Schulanbindung aus ver-
schiedenen allgemeinen und sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich:
• Die Bandbreite der Schulanbindung ist für den zusätzlichen Datenverkehr, den eine
noch unbestimmte Anzahl privater Rechner bei der Nutzung des Internets erzeugen
würde, nicht ausgelegt. Der Betrieb der von der citeq im Rahmen des MEP bereitge-
stellten Hardware könnte dadurch erheblich eingeschränkt werden (siehe hierzu auch
7.5 "Nutzung der Telekom@school-Anschlüsse für das Internet").
• Sicherheitstechnische Aspekte schließen eine Nutzung des MEP-Schulnetzes eben-
falls aus. Einerseits wäre ein zentral gesteuerter Virenschutz für die privaten Rechner
nicht gegeben, was zu einer Infizierung des Netzwerks mit Viren und anderer Schad-
software führen könnte. Andererseits könnte auf den privaten Rechnern verschie-
denste Software installiert sein, mit deren Hilfe sich Angriffe auf Netzwerkkomponen-
ten und die Server in der Schule durchführen ließen. Ein Schutz vor solchen Angriffen
könnte nicht sichergestellt werden, sodass die gewohnte Sicherheit und Stabilität des
MEP-Schulnetzes von der citeq nicht mehr gewährleistet werden könnte.
Alternativ dazu kann die citeq den privaten Rechnern über den in allen Schulen vorhan-
denen kostenlosen Telekom@school-Anschluss oder über noch breitbandigere kosten-
pflichtige Internetanschlüsse anderer Provider der Zugang zum Internet über ein WLAN
ermöglichen.. Die dazu erforderliche Hard- und Software wird von der citeq installiert und
gewartet. Die Administration des WLAN (Einrichten von Zugängen) erfolgt durch die
Schule.
32
Die Kosten werden aus dem MEP-Budget der jeweiligen Schule finanziert. Die Funkti-
onsfähigkeit der schuleigenen Internetverbindung ist durch die jeweilige Schule sicher-
zustellen. Eine Störungsüberwachung bzw. -Verfolgung durch die citeq erfolgt nicht.
33
8. Server
8.1. Hardwareausstattung
Zum Einsatz kommen nur neue Server aus dem jeweils gültigen Server-Rahmenvertrag
der citeq.
Die Server erfüllen mindestens
den folgenden Standard:
• Gehäuse zum Einbau in 19-Zoll-Industrieschränke ("rack mountable”)
• Aktuelle Server-CPU
• RAID-Controller (0,1,5)
• mindestens 3 Festplatten
• DVD-ROM Laufwerk
• 1GBit/s Netzwerkkarten
• redundante Netzteile
• Absicherung der Server durch eine USV
• Lights Out Management (LOM)
Eine hohe Verfügbarkeit wird zum einen durch die Spiegelung der Platten durch den
RAID-Controller und die redundanten Netzteile sichergestellt. Zum anderen werden alle
Server durch das „Simple Network Managemen t Protocol“ (SNMP) überwacht, welches
sowohl Software- wie auch Hardwarefehler an einen zentralen SNMP-Server meldet.
Die einheitliche Hardware einer Serverreihe ermöglicht einen flexiblen
Austausch von
Hardware zwischen den Servern zur Anpassung an veränderte Bedarfe und eine schnel-
le Reaktion durch Austausch von Hardware bei Serverdefekten. Hierfür hält die citeq je
ein System für Schulverwaltung und Pädagogik für den Austausch bei Defekten vor.
Um die schnelle und einfache Installation gleichartiger Server zu ermöglichen, werden
die Server soweit wie möglich automatisiert installiert. Dieses wird mittels Antwortdatei
realisiert. Diese Vorgehensweise reduziert die Aufwände für die Inbetriebnahme eines
Servers von einigen Tagen auf wenige Stunden. Allerdings ist auch hierfür die Einheit-
lichkeit der Server Voraussetzung.
Die oben genannten Leistungsdaten sind zum heutigen Zeitpunkt ein Minimum für ein
performantes System. Die Skalierbarkeit der eingesetzten Server ermöglicht dabei die
problemlose Erweiterung um zusätzliche Pr ozessoren, des Hauptspeichers und der
34
Festplatten und trägt somit zu einem optimalen Einsatz der Server auch bei wachsenden
Anforderungen bei. Zur Vermeidung einer frühzeitigen Hochrüstungsnotwendigkeit wer-
den bei der Erstausstattung des Servers Leistungsreserven in wirtschaftlich vertretbarem
Umfang eingeplant.
Alle bei der citeq eingesetzten Server sind für eine möglichst hohe Ausfallsicherheit aus-
gelegt. Dies wird gewährleistet durch die eingesetzten Komponenten und die sorgfältige
Qualitätsprüfung durch den Hersteller der Server. Zusätzlich trägt die Überwachung der
Server mittels SNMP zur hohen Verfügbarkeit bei. Sie ermöglicht im Zusammenspiel mit
entsprechenden Treibern die Meldung von Problemen der fehlertoleranten Hardware an
einen zentralen Server der citeq
. Dieser wiederum leitet jeden gemeldeten Fehler per
Mail und auch per SMS an den zuständigen Administrator weiter. Durch diese ständige
Überwachung ist auch eine Reaktion auf Warnmeldungen im Voraus, also vor dem Auf-
treten einer Störung, möglich.
Die hohe Verfügbarkeit wird auch durch die von der citeq gewählte Konfiguration der
Server gewährleistet. Dazu tragen vor allem der RAID-Controller und die Plattenspiege-
lung bei. Bei diesem Verfahren werden die Daten nicht nur auf eine, sondern auf mehre-
re Platten geschrieben (RAID 5). Hierdurch bleibt der Betrieb des Servers auch bei Aus-
fall einer Platte weiterhin gewährleistet.
Im Fehlerfall ist trotzdem ein unverzüglicher Austausch der defekten Platte notwendig,
da ein weiterer Plattenausfall einen Gesamtausfall des Systems verursachen und damit
folgende Aktivitäten erforderlich machen würde:
• Austausch der defekten Platten,
• Neuinstallation des Servers,
• Rückspielen der Datenbestände aus der Datensicherung.
Diese Neuinstallation des Servers wäre wesentlich aufwändiger, zudem könnte die
Schule während des gesamten Ausfalls des Servers nicht mit ihrer IT arbeiten. Weiterhin
würden in der Schule Datenverluste auftreten. Die Daten, die sich seit der letzten Siche-
rung geändert haben, sind nicht mehr wiederherzustellen. Bei einen Ausfall eines Ser-
vers in der Pädagogik sind zusätzlich die Dateien, die aus der Sicherung ausgeschlos-
sen sind (siehe unter 8.13. "Datensicherung Server"), unwiederbringlich verloren.
35
Der zeitnahe Austausch der Festplatten wird durch einen der oben beschriebenen Me-
chanismen (Benachrichtigung durch den SNMP -Server oder den Service-Desk) umge-
hend veranlasst.
Trotzdem kann eine Spiegelung eine Datensicherung nicht ersetzen, da die Spiegelung
nur vor Hardwareproblemen schützt und nicht vor Fehlern wie unbeabsichtigtem Lö-
schen von Daten.
Zur hohen Verfügbarkeit tragen auch andere, redundant ausgelegte Komponenten bei.
Erfahrungsgemäß ist ein hoher Anteil der Hardwarestörungen durch defekte Netzteile
(hohe Belastung im Dauerbetrieb) verursacht. Die Auswirkungen sind oft gravierend.
Neben Datenverlust ist oft auch der Aufwand zur Wiederherstellung der Betriebsfähigkeit
hoch. Diese Probleme werden durch das zweite Netzteil, welches den Betrieb auch bei
Ausfall eines Netzteils weiterhin sicherstellt, vermieden. Der umgehende Austausch ei-
nes defekten Netzteils wird auf die gleiche Weise veranlasst, wie der Austausch einer
defekten Platte (siehe oben).
Für eine möglichst hohe Geschwindigkeit der Daten zwischen dem Server und den
Clients werden zurzeit Netzwerkkarten mit einer Geschwindigkeit von 1GBit/s verwen-
det.
Zur Vermeidung der durch Stromschwankungen möglichen Risiken (Neustarts per
Fernwartung, Defekt der Serverhardware) werden in allen Schulstandorten unterbre-
chungsfreie Stromversorgungen (USV) eingesetzt. Diese filtern Stromschwankungen
heraus und überbrücken kurzfristige Stromausfälle mit einer Dauer von wenigen Minu-
ten, sodass die Server in diesen Situationen nicht mehr ausfallen können.
8.2. Virtualisierung von Servern
Zu den wichtigsten Technologien bzw. Trends der IT-Branche zählt die Virtualisierung.
Virtualisierung ermöglicht den parallelen Betr ieb mehrerer virtueller Server auf einer
physikalischen Hardware. Die Virtualisierung hilft dabei mehr Flexibilität zu schaffen und
Kosten zu reduzieren, da sowohl Serverhardware wie auch Stromverbrauch eingespart
werden. In den zentralen Serverräumen wird zudem die Wärmelast entsprechend redu-
ziert. Im MEP sind dabei jedoch folgende Punkte zu beachten:
• Aufgrund der Isolierung der verschiedenen virtuellen Maschinen ist die in § 2 Abs. 1
Verordnung über die zur Verarbeitung zugelassenen Daten von Schülerinnen, Schü-
36
lern und Erziehungsberechtigten (VO-DV I) verlangte galvanischen Trennung von
Verwaltung und Pädagogik („… ist in der Schule grundsätzlich eine ausschließlich für
die Verwaltung der Schule vorgesehene ADV-Anlage zu verwenden…“) als gegeben
anzusehen. Somit wird - zunächst in den Grundschulen - die Möglichkeit zur Virtuali-
sierung von Verwaltung und Pädagogik auf einem Server umgesetzt.
• In Schulzentren teilen sich zurzeit die Schulen jeweils einen entsprechend dimensio-
nierten Server für die Pädagogik und einen Server für die Verwaltung. Diese Konstel-
lation wurde so gewählt, weil sie entsprechende wirtschaftliche Vorteile mit sich
bringt, obwohl sie für die automatisierte Softwareverteilung nicht optimal ist. Hier wäre
es von Vorteil, wenn jeder Schule ein eigener Server virtualisiert zur Verfügung ge-
stellt würde, der explizit die in der jeweiligen Schule benötigte Software vorhalten
würde.
• In beiden Fällen ist zu berücksichtigen, dass pro virtueller Maschine auf einem Server
entsprechend mehr Hardwareressourcen zur Verfügung stehen müssen. Auch erhöht
sich der personelle Aufwand für die Einrichtung und Betreuung der virtuellen Server.
Vor einer Virtualisierung von Servern in Schulzentren muss daher die Wirtschaftlich-
keit dieser Maßnahme geprüft werden. Nur wenn die mit den zu erwartenden Vortei-
len verbundenen Einsparungen die zu erwartenden höheren Aufwände deutlich über-
steigen, wäre eine Umsetzung sinnvoll.
8.3. Betriebssystem und Version
Als Betriebssystem kommt zurzeit der Novell Open Enterprise Server basierend auf dem
SuSE Linux Enterprise Server mit den jeweils aktuellen Updates und Patches zum Ein-
satz. Die Entscheidung für Novell wurde bei der Aufstellung des MEP aufgrund einer
Nutzwertanalyse zwischen den Betriebssystemen Microsoft Server, Novell Server und
SuSE Linux Enterprise Server in den damals jeweils aktuellen Versionen getroffen.
Im Rahmen der Nutzwertanalyse wurden verschiedene Aspekte für und wider der Ent-
scheidung für eines der genannten Betriebssysteme abgewogen. Dabei erreichte Novell
die höchste Punktzahl. Unter Berücksichtigung heutiger Gegebenheiten kommt die
Nutzwertanalyse zum gleichen Ergebnis. Die citeq überprüft die Nutzwertanalyse und
deren Ergebnis erneut, sobald sich wesentliche Faktoren im technischen oder wirtschaft-
lichen Umfeld ändern.
37
Um die Funktionalität der Server zu gewährleisten, installiert die citeq regelmäßig die
von Novell bereitgestellten Patches und Servicepacks. Die citeq testet vor der Installati-
on die entsprechenden Patches und Servicepacks. Nur diese ständige Pflege der Sys-
teme gewährleistet einen fehlerfreien Betrieb und damit eine hohe Verfügbarkeit. Durch
diese Aktualisierungen wird zudem die Sic herheit der Server gegen Angriffe von außen
und auch von innen erhöht. Dabei liegt die Priorität auf der Funktionalität der Server, d.h.
eine Korrektur wird von der citeq nur dann installiert, wenn die Funktionalität des Servers
nicht beeinträchtigt wird.
8.4. Serverdienste
Die Server stellen in jeder Schule vor Ort die folgenden Funktionen bereit:
• Fileservices,
• Printservices,
• Dynamic Host Control Protocol (DHCP),
• Domain Name Service (DNS),
• Mailing,
• Intranetserver,
• Antivirus,
• Softwarerepository der Clients,
• zentrale Vorhaltung von CD-Rom,
• Internetzugang mittels Proxy,
• Authentifizierung und Authorisierung.
Diese Dienste werden zur Verfügung gestellt durch die Produkte Novell Linux Open En-
terprise Server, Novell GroupWise in den Schulverwaltungen bzw. mittels Web-Mail-
Zugang in der Pädagogik, Squid, Novell ZENworks und Mc Afee Virus Scan.
Die Server werden für die Bereitstellung der zentralen Dienste vor Ort in den Schulen
benötigt. Eine Bereitstellung der oben genannten Dienste zentral bei der citeq auf weni-
gen Servern ist aufgrund der Bandbreite des Netzes an vielen Standorten nicht möglich.
Bei der Anbindung von Schulen per LWL an die citeq wird eine zentrale Bereitstellung
bei der citeq geprüft werden (siehe unter 8.15. "Zentrale Serverbereitstellung").
38
8.4.1. Fileservices
Als Fileservice bezeichnet man die zentrale Datenhaltung an einer Stelle auf einem Ser-
ver. Für die zentrale Datenhaltung an einer Stelle spricht ein einfacher Austausch von
Daten mit Hilfe dieser zentralen Stelle zwischen mehreren Anwendern. Alle Anwender
(oder eine Gruppe von Anwendern) erhalten lesenden und / oder schreibenden Zugriff
auf bestimmte Speicherorte auf dem Server. Diese Möglichkeiten werden durch eine
entsprechende Verzeichnisstruktur und ein Berechtigungssystem gewährleistet.
Eine zentrale Datenhaltung ermöglicht erst eine zuverlässige Sicherung der Daten der
Benutzer.
8.4.2. Printservices
Die Novell Server ermöglichen die Bereitstellung von Druckdiensten im Netzwerk mittels
iPrint. Der Vorteil liegt darin, dass von allen Arbeitsplätzen auf alle Drucker zugegriffen
werden kann. Dies ermöglicht die Reduzierung der Anzahl der Drucker. Das Konzept
weniger Netzdrucker ist preiswerter als ein Konzept mit vielen kleinen Druckern, die lokal
an jeden einzelnen PC angeschlossen werden. Darüber hinaus ist es möglich, von je-
dem Arbeitsplatz auf spezielle Drucker (DIN-A3 / Laser / Farbe) zuzugreifen, während
sonst für jeden PC nur der jeweils angeschlossene Drucker zur Verfügung steht.
8.4.3. Dynamic Host Control Protocol (DHCP)
Zur Identifizierung und Adressierung erhält jeder Rechner eine Netzwerkadresse (Inter-
net Protocoll Address / IP-Adresse). Um andere Komponenten im Netzwerk erreichen zu
können, benötigt der Rechner weitere Informationen über die Struktur des Netzwerk-
Segmentes:
• die Netzmaske,
• das Standard-Gateway in andere Netzsegmente,
• den Namen des Rechners, auf dem der DNS-Dienst (s. u.) vorgehalten wird.
Diese Informationen werden sinnvollerweise nicht auf jedem PC einzeln eingetragen,
sondern vom PC beim Starten von einem besonderen Serverdienst, dem DHCP, abge-
fragt. Die Vergabe der Adressen mittels DHCP ermöglicht gegenüber dem Eintragen der
Informationen auf jedem einzelnen Client-PC auch eine einfache Änderung der Daten an
39
zentraler Stelle, eben dem DHCP-Dienst auf dem Server. Deswegen sprechen höhere
Flexibilität, raschere Änderungsmöglichkeit und vor allem aber die erhebliche Reduzie-
rung des Betreuungsaufwandes (Kosten) für die Nutzung dieses Dienstes.
8.4.4. Domain Name Service (DNS)
Die Rechner in einem Netzwerk kommunizieren intern mit den oben genannten IP-
Adressen. Da diese Ziffernfolgen schlecht zu merken sind, erhalten Server und PC in ei-
nem Netzwerk zusätzlich “sprechende”
Rechnernamen. Zur Umwandlung der Rechner-
namen zu den IP-Adressen und umgekehrt wird der Dienst DNS verwendet. Ohne den
lokalen DNS-Dienst wäre auch ein Zugriff auf die Server des Internet unmöglich, da die
Adressierung im Internet ausschließlich über das DNS erfolgt.
8.4.5. Mailing
Für die Bereitstellung der Funktion Mailing kommt in den Schulverwaltungen das Pro-
dukt "GroupWise” der Fa. Novell zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Mailser-
ver, der in das Betriebssystem Novell Linux Open Enterprise Server optimal integriert ist.
So benötigt man nur eine Benutzerverwaltung für die Dienste des Servers. Dieser Dienst
ermöglicht den Austausch von Mail, also Briefen zwischen verschiedenen Nutzern. Die
großen Vorteile gegenüber der Briefpost liegen in den geringeren Kosten, der höheren
Transportgeschwindigkeit und der Vermeidung eines Medienbruchs. Die elektronisch
vorliegenden Daten müssen nicht gedruckt, verschickt und wieder erfasst werden.
GroupWise hat sich bei der Stadt Münster auch bei großen Benutzerzahlen (mehr als
3000) über die Jahre bewährt. Für die Schulverwaltungen ist so eine optimale Integration
in die Bürokommunikation der Stadt Münster gegeben. Dabei kann abhängig von den
Anforderungen sowohl der Client für GroupWise als solcher, als auch Web-Access zum
Einsatz kommen.
Bei GroupWise Web-Access handelt es sich um eine Zugriffsmöglichkeit auf GroupWise
mittels Web-Mail unter Verwendung des Standard-Internetbrowsers.
In der Pädagogik erfolgt das Mailing zurzeit durch GroupWise Web-Access, so dass ne-
ben einem Standard-Internetbrowser keine zusätzliche Software auf dem Client benötigt
wird. Mit diesem Dienst können die Schüler und Lehrer Mails mit E-Mail-Empfängern
weltweit austauschen. Damit kann der Bereich "Mailing" als fester Bestandteil in der Me-
40
dienerziehung von den Schulen eingeplant werden. Es steht den Schulen jedoch frei zu
entscheiden, das Mailing in der Pädagogik grundsätzlich bzw. für einzelne Benutzer
nicht zuzulassen.
Der Funktionsumfang von Web-Access ist gegenüber dem Voll-Client eingeschränkt,
weil auf das Mailsystem ausschließlich per Browser zugegriffen werden kann. So ist es
nur sehr eingeschränkt möglich, Regeln zu definieren. Für eine komfortablere Nut-
zungsmöglichkeit wäre hier auch die Installation des GroupWise Voll-Clients erforderlich.
Dafür muss zunächst geprüft werden, ob und in welchem Umfang hierfür Lizenzkosten
anfallen würden. Danach wird angestrebt, den GroupWise Voll-Client als weiteres Soft-
wareprodukt für die Pädagogik zur Verfügung zu stellen.
8.4.6. Spam
Die citeq begegnet dem Problem der unerwünschten Mails (SPAM) bereits seit Jahren.
Im Laufe der Zeit wurden die Maßnahmen zur Abwehr bzw. Kennzeichnung im Verwal-
tungsnetz stetig erweitert. Bisher kommen zwei Maßnahmen zum Einsatz:
• Blockung von Mail von Einwahlrechnern und
• Kennzeichnung von SPAM mittels "***SPAM***" im Betreff.
Für die Blockung von Mail von Einwahlrechner n kamen ursprünglich statische, von der
citeq gepflegte Listen zum Einsatz. Seit Mitte 2006 wird zusätzlich zu den statischen Lis-
ten auch Greylisting zur Abwehr von SPAM von Einwahlrechnern eingesetzt.
Die Kennzeichnung der Mails als SPAM erfolgt durch das Produkt WatchGuard XCS.
Diese Anwendung kennzeichnet Mails als SPAM nach verschiedenen Kriterien. Unter
anderem gehen die Absender-IP und der Inhalt mit in die Bewertung ein.
Die citeq wehrt SPAM erfolgreich mit den statischen Listen und durch das Greylisting ab.
An einem Werktag werden etwa 60%, an einem Wochenende etwa 95% der eingehen-
den Mail im Sinne einer SPAM Abwehr durch die citeq blockiert. Eine höhere Quote
kann nicht erreicht werden, da sich die Versender von SPAM Mails entsprechend auf
diese Abwehrmethoden eingestellt haben und SPAM Mails solange anpassen, bis sie
nicht mehr herausgefiltert werden.
Die Kennzeichnung durch WatchGuard XCS vereinfacht durch die Kennzeichnung den
Umgang mit unerwünschten Mails.
41
8.4.7. Intranet in der Schule
Um auch im internen Netz den Umgang mit der Technik des Internet zu ermöglichen und
zentral allgemeine Daten bereitstellen zu können, wurde auf dem Novell Server ein
WWW-Dienst installiert. Bei dem Produkt handelt es sich um einen „Apache”-Webserver.
Dieser Dienst findet eine starke Verbreitung im Internet auf weit mehr als 50% aller
WWW-Server.
Praktisch wird dieser Dienst bereits bei der Nutzung der sog. Info-Displays in den Schul-
verwaltungen genutzt. Über Info-Displays werden an einem oder mehreren Orten in der
Schule Informationen (in der Regel Vertretungspläne) zur Verfügung gestellt, die vorab
in einem bestimmten Verzeichnis abgelegt wurden (siehe unter 9.7. "Info-Displays").
8.4.8. Virenschutz
Für einen umfassenden Schutz vor Viren wird ein Viren-Scanner auf dem Server ei nge-
setzt. Dieser Scanner untersucht alle Dateien, die auf dem Server abgelegt werden, auf
Viren. Werden Viren in einer Datei gefunden, wird dies dem Benutzer und dem Administ-
rator des Servers gemeldet und der Virus wird gelöscht. Darüber hinaus können vom
Administrator bei Bedarf weitere Maßnahmen veranlasst werden.
Der Schutz vor Virenbefall ist auch bei restriktiver Handhabung von Datenaustausch
über CD-ROM-Laufwerke und USB-Schnittstellen, sowie bei Absicherung der PC-Clients
mit PC-Wächtersoftware erforderlich. Viren könnten ansonsten auch bei jeder autorisier-
ten Softwareinstallation unerkannt ins Netz gelangen und sich über Netzlaufwerke, Soft-
wareinstallation oder Mailing verbreiten.
Die Aufwände und damit auch die Kosten zur Beseitigung eines eingetretenen Virenbe-
falls sind erheblich. Weiterhin wären bei einem Viren- oder Trojanerbefall der Daten-
schutz und die Datensicherheit gefährdet. Aus diesen Gründen sieht die citeq auch auf
dem Server den Einsatz eines Virenscanners vor.
8.4.9. CD -Manager
Die Nutzung vieler Lernsoftwareprodukte setzt voraus, dass nach dem Programmstart
auf die Original-CD zugegriffen werden kann. Die Bereitstellung dieser Medien erfolgt
über die Dateidienste des Novell-Servers im Zusammenspiel mit einem virtuellen CD-
Rom-Laufwerk auf den Client-PC. In der Vergangenheit hat sich die zentrale Bereitstel-
42
lung der CD bewährt. Durch die Ablage der CD auf dem Server können Probleme ver-
mieden werden, die bei der Nutzung der lokalen CD-ROM-Laufwerke auftreten würden
(Anzahl der benötigten Medien, Funktionsstörungen durch Verschmutzung oder Kratzer
auf dem Medium). Allerdings ist nicht jede CD-basierte Software für diese Betriebsart
geeignet. Aus diesem Grund ist für jedes Produkt ein eigener Test erforderlich.
8.4.10. Internetzugang mittels Proxy-Services
Für den Zugriff auf das Internet ist der Einsatz eines Proxy-Dienstes auf den Novell Ser-
vern sinnvoll.
"Proxy” heißt Bevollmächtigter oder Stellvertr eter. Ein Proxy-Server ermöglicht Syste-
men, die keinen direkten Zugang zum Internet haben, den indirekten Zugang zum Netz.
Das sind insbesondere solche Systeme, die durch eine Firewall aus Sicherheitsgründen
vom unmittelbaren Zugang ausgeschlossen sind. Ein Proxy kann einzelne Datenpakete
aus dem Datenstrom zwischen dem Internet und einem lokalen Netz herausfiltern und
so zur Erhöhung der Sicherheit beitragen. Proxies werden auch dazu benutzt, Zugriffe
auf bestimmte Server zu begrenzen. Beim Zugang über Proxy-Server können auch ge-
zielt Internet-Dienste wie zum Beispiel "Telnet” ausgeschaltet werden, um die Nutzung
nicht gewollter Dienste zu verhindern.
Der Einsatz eines Proxy-Servers ermöglicht zum einen einfachere Regeln beim Zugriff
der Clients auf das Internet durch die Firewall der citeq, da die Client-PC sich alle an den
Server wenden und nur der Proxy-Server entsprechend freigeschaltet werden muss.
Dies stellt eine erhebliche Vereinfachung der Administration der Firewall dar. Zum ande-
ren speichert der Proxy bereits abgefragte W ebseiten in einem Speicher des Proxy tem-
porär zwischen und stellt sie bei erneutem Ab ruf der Webseite dem Benutzer direkt zur
Verfügung. Dies spart zum einen Kosten bei der Internetanbindung der citeq, zum ande-
ren beschleunigt es den Internetzugriff auf häufig genutzte Seiten erheblich.
Darüber hinaus ist eine Untersuchung der aus dem Internet geladenen Dateien auf Viren
durch den zentralen Virenscanner der citeq in der Firewall nur bei Zugriff auf das Internet
über einen Proxy möglich. Dabei wird der Proxy der Schule auf dem Novell Server so
konfiguriert, dass er die Daten nicht direkt aus dem Internet liest, sondern sie über den
auch als Proxy dienenden Virenscanner-Server in der Firewall der citeq holt.
43
8.5. Internetfilter SquidGuard
Mit der gleichen Technik - der Umleitung auf den Proxy der citeq - wird mit Hilfe des
Produkts SquidGuard die Filterung der Daten auf unerwünschte Inhalte durchgeführt
(Pornografie, Gewalt usw.).
8.5.1. Zentral administrierter SquidGuard
Bei der Aufstellung des MEP wurde vorgesehen, den Zugriff auf die von der Bundes-
prüfstelle für jugendgefährdende Schriften veröffentlichten Links zu sperren. Die Praxis
hat allerdings sehr schnell gezeigt, dass die Schulen damit nicht ausreichend gegen un-
erwünschte Inhalte im Internet geschützt waren. Deshalb wurde das Produkt SquidGu-
ard implementiert, da es kurzfristig und mit relativ geringem Aufwand in die IT-
Landschaft der citeq integriert werden konnte. Mit dem zentralen SquidGuard werden
zurzeit ca. 60.000 Seiten mit unerwünschten Inhalten gesperrt.
Da in den SquidGuard-Listen auch immer wieder Websites zu finden sind, die nicht ge-
sperrt werden sollen, hat die citeq eine sog. Whitelist implementiert. Über die Whitelist
können Seiten, für die der SquidGuard ursprünglich den Zugriff verweigern würde, frei-
geschaltet werden. Für den Fall, dass Seiten, für die der SquidGuard ursprünglich den
Zugriff erlauben würde, gesperrt werden sollen, hat die citeq eine sog. Blacklist imple-
mentiert. Beide Listen werden vom Amt für Schule und Weiterbildung in Abstimmung mit
den Schulen gepflegt.
Der zentrale SquidGuard wird in regelmäßigen Abständen von der citeq aktualisiert.
8.5.2. Von der Schule zu administrierender SquidGuard
Häufig besteht die Notwendigkeit, Internetseiten nicht im gesamten pädagogischen Be-
reich des MEP, sondern nur in einer Schule zu sperren. Die Sperre kann durch den IT-
Kontaktlehrer der Schule kurzfristig eingerichtet und auch wieder aufgehoben werden.
Somit können auf einfachem Wege Internetseiten temporär gesperrt werden. Die Ver-
waltung der gesperrten Internetseiten erfolgt über das Lehrerportal, welches auf jedem
pädagogischem Schulserver installiert ist.
Ferner besteht für die IT- Kontaktlehrer die Möglichkeit, auf die gleiche Weise das Inter-
net für die gesamte Pädagogik temporär zu sperren und auch wieder frei zuschalten.
44
8.6. Arbeiten bei Ausfall der Netzanbindung
Grundsätzlich ist die gesamte Serverinfrastruktur auf eine dauerhaft bestehende Netz-
anbindung ausgelegt. Dieses ist für die uneingeschränkte Funktionalität des eDirectory
zwingende Voraussetzung, da alle im eDir ectory vorhandenen Server sowohl evento-
rientiert als auch in regelmäßigen Abständen miteinander kommunizieren.
Die bisherigen Erfahrungen im MEP haben gezeigt, dass es bei den durch einen Tele-
kommunikationsprovider zur Verfügung gestellten WAN-Verbindungen zu den Schulen
sehr selten zu Ausfällen kommen kann. Um den Schulen auch während eines Ausfalls
der WAN-Verbindung die Nutzung der IT-Technik zu ermöglichen, sind an den Servern
und Clients entsprechende Anpassungen vorgenommen worden. Somit stehen hier alle
Standarddienste - mit Ausnahme des Mailings und dem Zugriff auf das Internet - auch
bei Ausfall der Netzanbindung zur citeq zur Verfügung.
Anders sieht es in den Schulen aus, die auf Grund der Leitungsanbindung mittels LWL
auf zentralisierten Servern arbeiten. Sollte es hier einmal zum Ausfall der Verbindung
kommen, ist ein Arbeiten auf den betroffenen Arbeitsstationen für die Dauer des Ausfalls
nicht möglich. Da es sich hierbei um städtische Standleitungsverbindungen handelt, ist
die Störungsanfälligkeit geringer als bei den v.g. WAN-Verbindungen. Störungen traten
in der Vergangenheit nur durch physikalische Beschädigungen einer Leitung während
Tiefbauarbeiten auf und wurden innerhalb weniger Stunden wieder behoben.
8.7. Benutzer-/Gruppenverwaltung / eDirectory
Für die Verwaltung von Benutzern und Gruppen und den dazugehörigen Rechten wird
der im Novell Open Enterprise Server enthalte ne Verzeichnisdienst eDirectory (vormals
NDS) verwendet. Benutzer-Accounts können für Lehrkräfte, Schüler, Klassen und Kurse
mit entsprechenden Rechten eingerichtet werden. Ändert sich z. B. der Status eines
Schülers durch Versetzung, dann sind Anpassungen der Rechte erforderlich.
Für die Nutzung insbesondere der Dienste File-, Printservices und Mailing sind diese
Benutzerkennungen (Accounts) zur Festlegung von Rechten an den einzelnen Dateien
und Mailkonten notwendig. Ohne diese Abstufungen hätte jeder Benutzer Zugriff auf al-
le Daten, also auch die Schüler auf die Daten der Lehrer.
45
Für die Verwaltung der Rechte der Benutzer werden Benutzergruppen eingerichtet und
den Gruppen werden Rechte zugeordnet. Die Rechte eines Benutzers sind dann abhän-
gig von den Gruppen, deren Mitglied er ist.
Der Verzeichnisdienst eDirectory wird bei der citeq seit einigen Jahren sehr erfolgreich
zur Verwaltung der ca. 3.500 Benutzer-Accounts der Stadt Münster und der ca. 21.000
Benutzer-Accounts des pädagogischen Netzes des MEP verwendet. Er ermöglicht eine
einheitliche Administration der Benutzerinformationen über Servergrenzen hinweg. Die
bei der Aufstellung des MEP angedachte Übernahme der Änderungen von Benutzerda-
ten aus der Schülerverwaltung wäre sinnvoll, da sie die Pflege der Daten sowohl für die
Schulen als auch für die citeq erleichtern würde, weil keine parallele Pflege
der Daten im
eDirectory und in der Schülerverwaltung mehr erforderlich wäre. Die Realisierung würde
allerdings voraussetzen, dass alle Schulen das gleiche Schülerverwaltungsprogramm
nutzen würden.
Auf Wunsch der Schulen wird auf allen Servern mitprotokolliert, welche Kennung sich
wann an welchem Client angemeldet hat. Auf diese Information haben sämtliche Lehrer
Zugriff. Sie dienen der Schule zur Kontrolle der IT-Nutzung durch die Schüler für den
Fall, dass dadurch Schäden an der Hardware oder den genutzten Räumen auftreten
sollten.
Auf Wunsch der Schulen wird im pädagogischen Netz ein sog. Druckerauditing einge-
richtet. Dieses bietet die Möglichkeit, sämtliche Daten aller Druckereignisse im pädago-
gischen Bereich in einer Datei zu protokollieren. Gespeichert werden
• Name des Anwenders
• Name des Druckers
• Datum/Uhrzeit des Abschickens und des Fertigstellens
• Seitenanzahl des Auftrages
• Größe des Druckauftrages
• Ist ein Auftrag erfolgreich beendet oder evtl. abgebrochen worden
• Name des Dokuments
Auf die so erzeugte Datei haben alle Lehrer Zugriff, um z. B. die Verbrauchskosten der
Drucker den Kennungen zuzuweisen.
46
8.8. Rechte der IT-Kontaktlehrer
Ziel des MEP ist u. a., die mit IT-Aufgaben betrauten Lehrer an den Schulen entspre-
chend zu entlasten. Einzig der unabdingbare First-Level-Support sollte noch von den IT-
Koordinationen geleistet werden. In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass insbe-
sondere die IT-Koordinationen der weiterführenden Schulen nach Möglichkeiten gefragt
haben, kleinere administrative Aufgaben kurzfristig selber erledigen zu können. Die citeq
ist bestrebt, den IT-Koordinationen diese Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Hierzu
zählen zurzeit:
• das Zurücksetzen der Benutzerkennwörter im eDirectory
• das Sperren von Kennungen
• die Änderung der Gruppenzugehörigkeiten
• die Vergabe der Rechte am ungesicherten Laufwerk (s. u.)
• das Löschen von Druckaufträgen
• das Ändern der Druckerzuordnungen auf den Client-PC
• das Aufräumen der Server von nicht mehr benötigten bzw. nicht unterrichtsrelevanten
Dateien
• das Ändern von Quotings (sofern eingerichtet)
Hierzu stehen den IT-Koordinationen folgende Tools zur Verfügung: Console One, Win-
dows-Dateiexplorer, Druckerverwaltung, TreeSize. Dieses Angebot wird bei Bedarf er-
weitert. Die Dokumentationen für diese Tools sind im MEP-net veröffentlicht. Die Schu-
len können die vorgenannten administrativen Tätigkeiten selbstverständlich auch von
der citeq durchführen lassen. Das empfiehlt sich insbesondere für kleinere Schulen
und/oder IT-Koordinationen, die mit dem Umgang der zur Verfügung gestellten Tools
nicht vertraut sind.
8.9. Datenhaltung
Die Daten werden in einer auf allen Servern einheitlichen Verzeichnisstruktur abgelegt.
Hierzu gehören für jeden Benutzer ein persönliches Laufwerk, für jede Klasse ein Klas-
senordner, für jede Gruppe ein Gruppenordner und für die schulweite Kommunikation
ein weiterer Ordner. Darüber hinaus richtet die citeq für die Bereitstellung von Software
und sonstiger Dienste weitere Ordner / Laufwerke auf dem Server ein.
47
Eine einheitliche, standardisierte Verzeichnisstruktur und eine ebenso einheitliche Zu-
ordnung dieser Verzeichnisse zu Laufwerksbuchstaben auf allen Servern an allen Schu-
len ist erforderlich, um bei der hohen Anzahl an Servern und Client-PC Abläufe, z. B. bei
der Installation, automatisieren zu können.
Persönliche Laufwerke ermöglichen die Ablage von Daten, ohne dass Andere auf diese
zugreifen können. Allerdings können Lehrkräfte grundsätzlich alle Schülerdaten einse-
hen, um Ihrem Lehrauftrag grundsätzlich sowie im Vertretungsfall nachkommen zu kön-
nen. Sofern Dateien von mehreren Benutzern benötigt und ggf. verändert werden, ste-
hen dafür, abhängig von der gemeinsamen Zugehörigkeit zu einem Jahrgang, einer
Klasse oder Gruppe spezielle Verzeichnisse zur Verfügung, auf die nur die jeweiligen
Gruppenmitglieder zugreifen können. Darüber hinaus steht allen Lehrern und Schülern
ein schulweiter Ordner (Schulforum) für die Bereitstellung von Informationen durch die
Lehrer zur Verfügung. Für den Austausch von Daten untereinander wird den weiterfüh-
renden Schulen ein Tauschordner eingerichtet, auf den auch die Schüler schreibenden
Zugriff haben. Der Tauschordner wird automatisch jeden Abend geleert.
Zurzeit stehen allen Grundschulen je 15 GB und allen weiterführenden Schulen je 30 GB
gesicherter Speicherplatz sowohl in der Verwaltung als auch in der Pädagogik zur Ver-
fügung. Die Beschränkung des Speicherplatzes je Schule wurde vorgenommen, da nur
unter diesen Bedingungen die regelmäßige Datensicherung (siehe unter
8.13. "Datensicherung Server") durchgeführt werden kann.
Die Erfahrungen des MEP haben gezeigt, dass die Schulen in der Pädagogik mehr
Speicherplatz benötigen als ursprünglich vorgesehen war. Aus diesem Grund wurde je-
der weiterführenden Schule noch ein zusätzliches Laufwerk von zurzeit 500 GB, jeder
Grundschule 15 GB zur Verfügung gestellt. Auf diesem Laufwerk (N:) befindet sich ein
Ordner „Schule“, dessen Verwaltung (z. B. Rechtevergabe) in der alleinigen Verantwor-
tung der Schule liegt. Dieses Laufwerk wird nicht gesichert. Bei einem totalen Server-
ausfall lassen sich die Daten dieses Laufwerks nicht zurücksichern. Es ist daher erfor-
derlich, dass die Schule die Sicherung dieser Daten (z. B. auf DVD, ext. HDD) selber im
erforderlichen Rahmen organisiert.
Einige Schulen äußerten den Wunsch mehr Speicherplatz in einer durch die citeq ver-
walteten Ordnerstruktur zur Verfügung gestellt zu bekommen. Aus diesem Grunde wird
den Schulen freigestellt, die persönlichen- und die Gruppenordner nicht mehr auf dem
30 GB großen gesicherten Laufwerk, sondern auf dem 500 GB großen ungesicherten
48
Laufwerk zu speichern und den Standardspeicherpfad (J:) entsprechend anpassen zu
lassen. Jeder User hat zudem weiterhin die Möglichkeit, wichtige Daten auf dem gesi-
cherten Laufwerk (H:) zu speichern.
Um die Verwendung des beschränkten Plattenplatzes auf den Servern nicht ausufern zu
lassen, gibt es die Möglichkeit, den einzelnen Benutzern am Dateisystem des Servers
Grenzen zu setzen. Diese Begrenzung von Plattenplatz durch Einrichtung von Schwell-
werten wird "Quoting" genannt. Das Quoting wurde auf Anforderung der Schulen einge-
führt, weil einzelne User wiederholt und in großem Umfang Speicherplatz auf dem Ser-
ver belegt hatten. Durch das Quoting kann dieses verhindert werden. Je nachdem, wie
die Schwellwerte gewählt werden, ist das Abspeichern größerer Dateien ohne Unter-
richtsbezug (z. B. Kopien von PC-Spielen) nicht mehr möglich. Die Einrichtung des Quo-
tings ist den Schulen freigestellt. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Quoting sind
durchweg positiv.
8.10. Zugriff auf Daten/Mails von Außen
Das mehrstufige Sicherheitskonzept der citeq verhindert wirkungsvoll Angriffe aus dem
Internet auf die Systeme (Server und PC) in den Schulnetzwerken (siehe unter
4. "Datenschutz und Datensicherheit"). Ein Aufweichen dieser Schutzstufen würde einen
erheblichen Eingriff in das Betriebs- und Sicherheitskonzept des MEP darstellen.
Auf Grund des besonders hohen Schutzbedarfs für die Daten der Schulverwaltung sind
Zugriffe von Außen ausschließlich über VPN (kostenpflichtiger Einzelzugang mit Si-
cherheitstoken) möglich. Diese Zugangsmöglichkeit wurde von der citeq als sicher be-
wertet. Die laufenden Kosten für einen VPN-Zugang wären von der Schule zu tragen.
Aus den weiterführenden Schulen wird vermehrt der Bedarf geäußert, auf das in der
Schule erarbeitete pädagogische Material einerseits und die pädagogischen Mailkonten
andererseits auch von zu Hause aus zugreifen zu können. Da die Schutzstufe der Daten
im pädagogischen Netz geringer ist als die der Schulverwaltung, lohnt sich hier eine wei-
tere Untersuchung im Hinblick auf mögliche Realisierungsmöglichkeiten.
Die citeq wird im Rahmen eines Projektes prüfen ob und unter welchen Voraussetzun-
gen Zugriffe von Außerhalb auf die im pädagogischen Netz erzeugten Daten direkt oder
indirekt möglich sind. Sofern hierfür weitere Hard- und Software erforderlich sein sollte,
wird die citeq diese aussuchen, sowie die Aufwände für Einrichtung und laufender Admi-
49
nistration kalkulieren. Da die Anforderung nur aus den weiterführenden und nicht von al-
len Schulen kommt, werden die zusätzlichen Kosten schulindividuell kalkuliert und sind
aus dem Budget der Schule zu finanzieren. Sofern das Projekt zu dem Ergebnis kom-
men sollte, dass direkte Zugriffe von Außerhalb auf die im pädagogischen Netz erzeug-
ten Daten nicht möglich sein sollten, könnte die unter 8.11. skizzierte
"Kommunikationsplattform" eine Lösung darstellen.
8.11. Kommunikationsplattform
Kommunikations- und Lernplattformen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Kommuni-
kationsplattformen sind webbasierte Programme, in denen Inhalte dargestellt und ver-
waltet werden können, um die Kommunikation untereinander zu unterstützen. Diese
Plattformen ermöglichen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften einen über das
Internet orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf gemeinsame Daten. Die Nutzer erhalten
die Möglichkeit, über verschiedene Wege auch klassen- oder schulübergreifend mitein-
ander zu kommunizieren und sich über Themen auszutauschen.
Die citeq setzt bereits seit mehreren Jahren eine Plattform zur Unterstützung von städ-
teübergreifenden Projekten ein. Dieses System basiert auf der Open-Source Lernplatt-
form-Software Moodle, welche lizenzkostenfrei eingesetzt werden kann. Moodle ist eine
flexible und äußerst vielfältig nutzbare Ler n- und Kommunikationsplattform. Sie wird
permanent weiterentwickelt und ist auch im Schulumfeld in NRW bereits weit verbreitet.
Für zunächst ausgewählte Pilotschulen wird basierend auf dem Moodle-System eine
Kommunikationsplattform namens „Schulen Intern“ eingerichtet. Nach erfolgreichem Ab-
schluss dieser Pilotphase soll das System allen Münsteraner Schulen angeboten wer-
den.
8.12. Softwarerepository
Für die Installation der Client-PC müssen die Updates der Clients und die Informationen
über die Updates auf dem Server abgelegt werden. Dies erfolgt in einem so genannten
Repository auf dem Server.
Für die Installation der Client-PC wird die Softwareverteilung "Zero Efforded Network”
(ZEN) eingesetzt. Dabei wird die zu installierende Software zu Paketen zusammenge-
stellt und auf die PCs kopiert. Da die Pakete sehr große Datenmengen umfassen kön-
50
nen und die Leitungsbandbreite auf dem Übertragungsweg zwischen citeq und der
Schule beschränkt ist, muss in jeder Schule ein Zwischenspeicher vor Ort vorhanden
sein. Dieser Zwischenspeicher ist der Novell Server mit entsprechender Plattenkapazität
für diese Pakete der Softwareverteilung. Zur Ablage der Pakete werden besondere Ver-
zeichnisstrukturen geschaffen.
8.13. Datensicherung Server
Die Sicherung der Daten erfolgt in zwei Stufen.
In der ersten Stufe werden nur die geänderten Daten aller DAT:-Volumes der Server in
den Schulen mittels des Tools rsync jede Nacht auf einen zentralen Server der citeq
übertragen. Dies führt dazu, dass der gesicherte Datenbestand sowohl auf dem Server
in der Schule vor Ort als auch auf einem zentralen Server vorhanden ist.
In der zweiten Stufe werden nun die Daten des zentralen Servers der citeq mittels eines
Datensicherungsroboters auf Bänder für mindestens sechs Wochen gesichert. Es ist
somit sichergestellt, dass Daten, die vor sechs Wochen gelöscht wurden, noch wieder-
hergestellt werden können. Alle zwei Wochen erfolgt am Wochenende eine Vollsiche-
rung aller Daten des zentralen Servers. An allen anderen Werktagen erfolgt eine inkre-
mentelle Bandsicherung, das heißt, es werden nur die geänderten Daten auf Band ge-
schrieben.
Die zentrale Datensicherung hat den Vorteil, dass vor Ort keine Bänder gewechselt wer-
den müssen. Auch kann auf Reinigung und Wartungsarbeiten an den Laufwerken ver-
zichtet werden.
In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die täglichen Änderungen des Datenbestan-
des im pädagogischen Netz teilweise so groß waren, dass auf die Sicherung einiger Da-
teitypen wie z.B. Filme, CD- bzw. DVD-Images, Fotos oder Musikdateien verzichtet wer-
den musste. Es war nicht mehr möglich, alle an einem Tag geänderten Dateien inner-
halb einer Nacht zum zentralen Server zu synchronisieren. Falls die Schule eine Siche-
rung dieser Dateien benötigt, ist sie hierfür selbst zuständig.
In der Verwaltung sind die Änderungen in der Regel deutlich geringer, so dass dort nach
wie vor alle Dateien über Nacht synchronisiert werden können.
51
8.14. Remote Administration
Für die Verwaltung der Novell-Server stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Zum einen kann mittels der Fernkonsole „Putty“ die Serverkonsole vom Büroarbeitsplatz
aus bedient werden. Weiterhin kann die Administration der Server und deren Dienste
über Web-Interfaces wie dem „iManager“, dem „iMonitor“ oder dem „Remote Manager“
durchgeführt werden. Als dritte Möglichkeit zur Fernwartung verfügen die Server über
ein so genanntes LOM (Lights Out Management). Dieses ist zu verstehen als ein kleiner
Administrationscomputer im Server, mit dessen Hilfe sich z.B. virtuelle Laufwerke an-
sprechen lassen. Die Server können zudem aus der Ferne aus- und eingeschaltet oder
auch wie über eine Fernkonsole vom Arbeitsplatz aus bedient werden.
Die Kombination dieser Möglichkeiten ermöglicht die Fernwartung und Administration der
Server über die WAN-Leitungen von der citeq aus. Es ist daher nur in seltenen Fällen
notwendig, dass ein Mitarbeiter der citeq im Rahmen der Serveradministration zu einer
Schule fährt. Dies spart Wegezeiten, Kosten und reduziert vor allem die Dauer von Be-
triebsstörungen.
8.15. Zentrale Serverbereitstellung
Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt lassen sich durch Virtualisierung von Servern
einerseits Kosten sparen und andererseits kann die Wärmelast in den zentralen Server-
räumen der Schulen gesenkt werden. Die Virtualisierung kommt in erster Linie in Grund-
schulen und in Schulzentren zum Tragen, die nicht per LWL angebunden werden kön-
nen.
Bei Schulen, die per LWL angebunden sind, müssen die Server für die Verwaltung nicht
mehr vor Ort stehen. Sie können ohne Einschränkungen für den Datenzugriff zentral bei
der citeq platziert werden. Durch die zentrale Serverbereitstellung können weitere Kos-
ten, die im Rahmen der Virtualisierung anfallen würden, eingespart werden. Dieses Ver-
fahren ist bei der Stadt Münster seit vielen Jahren mit gutem Erfolg im Einsatz.
In der Pädagogik stellt sich die Situation etwas anders dar. Auf Grund der Vielzahl an
unterschiedlichen Lernsoftwareprodukten kann nicht mit Sicherheit ausgesagt werden,
dass deren Nutzung bei zentraler Serverbereitstellung uneingeschränkt möglich sein
wird. Die citeq wird daher im Rahmen eines Projektes die Möglichkeiten der zentralen
Serverbereitstellung auch im pädagogischen Netz prüfen.
52
9. Clients
9.1. Hardwareausstattung
Entsprechend der Festlegung in den Rahmenbedingungen des technischen Ausstat-
tungs- und Betriebskonzeptes kommen in der Schulverwaltung und im pädagogischen
Bereich nur neue, standardisierte PC oder Thin Clients (im Bereich der sog. Info-
Monitore) zum Einsatz.
Im Gegensatz zu PCs handelt es sich bei Thin Clients um Rechner mit reduzierter
Hardwareausstattung und -leistung, deren Hauptaufgabe darin besteht, von einem Ser-
ver bereitgestellte Daten darzustellen. Entsprechende Thin Client Anwendungen sind
u. a. Web-Browser und Software für den Zugriff auf Terminalserver. Als Betriebssystem
wird z. Z. Windows Embedded Standard 2009 eingesetzt, welches auf Windows XP ba-
siert und für die besonderen Anforderungen von Thin Clients optimiert wurde.
Weitere Hardwarekomponenten (Brenner, Scanner, Drucker, Druck-Kopier-Systeme,
Bildschirme, etc.) werden, soweit durch die citeq beschafft, in Betrieb genommen. Die
dazu notwendige Software wird auf der angeschlossenen Workstation installiert.
9.2. Wächterschutz
Neben einer aktuellen Hardwareausstattung ist für den späteren Betrieb im Unterricht
selbstverständlich ein hoch verfügbares Betriebssystem notwendig. Nur dadurch lässt
sich eine Akzeptanz bei den Anwendern und ein möglichst störungsfreier Unterricht er-
reichen. Dazu zählt auch ein Mechanismus zum Schutz vor mutwilligen Manipulationen
an den Programmen und dem Betriebssystem. D aher wird die von der Fa. Dr. Kaiser
angebotene softwarebasierende Wächterlösung "PC-Drive“ als Schutz für alle Rechner
im unterrichtlichen Bereich eingesetzt.
Die Wächtersoftware sorgt dafür, dass bei aktivem Wächterschutz alle Veränderungen
des Betriebssystems und der Software (z.B. die testweise Installation von Software, aber
auch unabsichtliches oder mutwilliges Löschen von Software
oder Dateien) nach einem
Neustart des Rechners wieder in den definierten Betriebszustand zurückgestellt werden.
Dadurch lässt sich der Rechner als “normale Workstation” benutzen. Alle Einstellungen
53
können eingesehen und auch verändert werden. Erst bei einem Neustart der Workstati-
on wird der Ursprungszustand wieder hergestellt.
Konzeptionelle Änderungen beim Einsatz der Wächtersoftware im Rahmen des Projek-
tes zur Einführung von Windows 7 werden nicht ausgeschlossen, können aber zum jet-
zigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden. Eine eventuelle Anpassung erfolgt in Ab-
stimmung mit der Lenkungsgruppe und dem Amt für Schule und Weiterbildung.
Die Wächtersoftware kann darüber hinaus über das Netzwerk administriert werden. Sie
verringert den Wartungsaufwand für den Betrieb der Clients, da diese vom Benutzer
nicht verkonfiguriert werden können und stellt somit eine hoch verfügbare Nutzung der
Rechner sicher. Die Funktionalität der PC-Wächtersoftware hat sich als absolut sicher
erwiesen.
Lediglich der citeq ist es durch einen administrativen Zugang möglich, dauerhafte Ver-
änderungen am Betriebssystem oder an der Software vorzunehmen. Eine Ausnahme
stellt die Plattform für die Aktualisierung von Standard-Software (PASS) dar (siehe unter
9.6.).
Im Schulverwaltungsnetz ist der Einsatz einer Wächtersoftware nicht notwendig, da hier
mit einer mutwilligen Manipulation des Betriebssystems bzw. der Programme nicht zu
rechnen ist. Aus diesem Grund wird in den Schulverwaltungen keine Wächterlösung in-
stalliert.
9.3. Betriebssystem
Für das Schulnetz ist ein Betriebssystem auszuwählen, das aktuelle Technologien (z.B.
USB, Multimediaanwendungen) unterstützt, aber auch in Fragen der Stabilität und Ad-
ministration alle Ansprüche erfüllt. Eine Unterstützung gängiger Netzwerktechnologien
(Roaming-Profile, etc.) ist dabei ebenfalls von entscheidender Bedeutung.
Bei der Aufstellung des MEP wurde daher entschieden, Windows XP Professional in der
Schulverwaltung und dem unterrichtlichen Bereich einzusetzen. Die Professional-Edition
von Windows XP ist von
Microsoft besonders für den Einsatz in Netzwerken konzipiert
worden und erfüllt alle Anforderungen an ein modernes Betriebssystem.
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Die Fa. Microsoft wird für Windows XP noch bis zum 08.04.2014 einen „Extended Sup-
port“ gewähren. Die Unterstützung mit aktuellen Sicherheitspatchen ist damit dauerhaft
gewährleistet, obwohl bereits mit Windows 7 ein Nachfolge-Betriebssystem zur Verfü-
gung steht.
Alternative Betriebssysteme können erst nach intensiver Prüfung durch die citeq zum
Einsatz kommen. Vor einer Entscheidung ist immer eine Kosten-Nutzen-Abwägung vor-
zunehmen und die technischen Umsetzungsmöglichkeiten in der bestehenden IT-
Infrastruktur zu prüfen. Aktuell hält die citeq über 300 Programme und Installationsrouti-
nen vor, die unter Windows XP getestet wurden. Für sämtliche Produkte müssen für ein
anderes Betriebssystem neue oder angepasste Installationsroutinen geschaffen werden
Zurzeit wird Windows 7 (64-bit) für den Einsatz im MEP getestet. Da dieses Betriebs-
system nicht von ZENworks für Desktops (ZfD) unterstützt wird, wird zeitgleich zur Um-
stellung des Betriebssystems der Einsat z von ZENworks Configuration Management
(ZCM) notwendig sein.
Aufgrund einer grundsätzlich abweichenden Struktur in weiten Bereichen des ZCM so-
wie des Einsatzes der 64-Bit-Version von Windows 7 sind alle Installationen pädagogi-
scher Software zu überprüfen und umzustellen. Zudem muss eingesetzte Hardware auf
ihre Kompatibilität in der 64-Bit-Umgebung getestet werden.
9.4. Clientsoftware
9.4.1. Standardsoftware
Im pädagogischen Bereich wird auf allen Workstations st andardmäßig folgende
Software installiert:
• Office- und Textverarbeitungsprogramme:
o Office-Komponenten Winword, Excel, Powerpoint und Access (z. Zt. in der
Version von Microsoft Office XP)
o Adobe Acrobat Reader
o Freeware zur Erstellung von PDF-Dateien (z. Zt. Ghostscript)
• Internet
o Web-Browser: Microsoft Internet Explorer und Mozilla Firefox
o Freeware-FTP-Client: FileZilla
55
• Multimediaprogramme:
o Windows MediaPlayer
o PowerDVD
o Quicktime Viewer
o MM-Dateibetrachter IrfanView
• Hilfsprogramme
o Freeware-Packer bzw. -Archivierer (z. Z. 7-Zip)
• Laufzeitumgebungen:
o Sun Java Runtime Environment
o Microsoft .Net-Framework
o Microsoft .Net-Visual J
• Sonstiges:
o McAfee Virenschutzprogramm
o notwendige Updates und Patches
o notwendige Druckertreiber
Zusätzliche oder ergänzende Softwarekomponenten werden nur nach den Regelungen,
die für Zusatzsoftware gilt, installiert.
Die Installation von neuen Programmversionen und Updates der Standardsoftwarepro-
dukte kommt nur dann in Betracht, wenn es aus technischen oder pädagogischen Grün-
den erforderlich ist. Die Planung und Durchführung der Installationen richtet sich nach
dem damit verbundenen Aufwand und den zur Verfügung stehenden Ressourcen.
9.4.2. Stand-alone-Betrieb
Zur Nutzung der Rechner ohne Netzwerkverbindung stehen zwei allgemeine lokale Be-
nutzerkonten zur Verfügung:
• Auf Notebooks wird ein Benutzer für den mobilen Einsatz eingerichtet mit der Mög-
lichkeit,
• Auf Desktop-Rechnern existiert eine Benutzerkennung ohne die Möglichkeit,
Daten permanent zu speichern (zum Beispiel zum Schreiben von Klausuren). Eine Da-
tensicherung ist dabei nur unter Zuhilfenahme von externen Datenspeichern (USB-Stick,
mobile Festplatte) möglich.
56
9.4.3. Servergespeicherte Profile (Roaming-Profiles)
Für Nutzer, die an wechselnden Arbeitsplatzrechnern arbeiten (Roaming-Users), besteht
die Möglichkeit ihre Arbeitsumgebung an zentraler Stelle zu speichern. Windows XP
Prof. bietet dafür "servergespeicherte Profile" an. Dabei werden anwenderbezogene
Einstellungen, z.B. Desktop-Icons, im Netzwerk gesichert und bei der nächsten Anmel-
dung wieder geladen. Der Anwender findet also an jedem Rechner seine speziell einge-
richtete Arbeitsumgebung vor. Die Profile werden auf dem Server der Schule vorgehal-
ten, und von der citeq und den IT-Koordinationen verwaltet. Eine lokale Speicherung des
Profils ist, aufgrund der eingesetzten Schutzsoftware nicht möglich.
9.4.4. Verbindliche Profile (Mandatory-Profiles)
Die Möglichkeit der individuellen Gestaltung der Arbeitsumgebung hat jedoch im Schul-
umfeld, besonders bei Klassenkonten, den Nachteil, dass Schüler nicht gewollte Einstel-
lungen vornehmen können. Um dieses zu vermeiden, werden auf Wunsch der Schule
verbindliche Profile (Mandatory-Profiles) eingerichtet. Hierbei handelt es sich um ein
Masterprofil, das von der Schule vorgegeben wird, und von den Schülern nicht verändert
werden kann. Dieses Masterprofil wird dann bei der Anmeldung der Schüler benutzt.
Lehrerkennungen erhalten in der Regel keine verbindlichen Profile.
9.4.5. Virenschutz und Updates
Obwohl die Rechner im unterrichtlichen Bereich weitgehend durch die Wächtersoftware
gegen Virenangriffe geschützt sind, werden diese PC zusätzlich durch einen aktuellen
Virenscanner überwacht. Durch diese Maßnahme soll eine optimale Sicherheit von per-
sönlichen Daten, insbesondere beim Datenaustausch via E-mail oder durch Wechsel-
medien, wie z. B. CD-ROM und USB-Sticks, gewährleistet werden. Ein zusätzlicher, lo-
kaler Virenscanner ist notwendig, da während des Rechnerbetriebes am lokalen PC kei-
nerlei Virenschutzmechanismen greifen. Erst nach einem Neustart des Rechners würde
die Wächtersoftware den geschützten Urzustand wieder herstellen, bis dahin könnten
jedoch sämtliche Daten und Programme auf dem Server oder auf anderen Medien durch
einen möglichen Virus beschädigt oder infiziert werden.
57
Die citeq installiert alle Aktualisierungen, die für einen ordnungsgemäßen Betrieb der
Workstation notwendig sind. So ist beispielsweise eine regelmäßige Aktualisierung der
lokalen Viren-Definitions-Files selbstverständlich.
9.5. Vorbereitung der Clients und Softwareverteilung
Als administrative Aufgaben sind die Wartung und Pflege der eingesetzten System- und
Anwendungssoftware durch die citeq wahrzunehmen. Hierzu gehören neben der Vertei-
lung von Programmen des jeweiligen Software-Herstellers zur Fehlerbeseitigung ("Pat-
ches”), das Update von Software, die Verteilung von Software aus dem Warenkorb und
die Betriebssysteminstallation neuer Syst eme, bzw. das Zurücksetzen von vorhandenen
Systemen in einen Grundzustand, z.B. nach einem Festplattenaustausch.
Bei allen Verfahren wird an die Softwareverteilung die Anforderung gestellt, dass die In-
stallation möglichst rasch, zuverlässig und weitestgehend ohne Eingriff des Anwenders
ablaufen soll und der administrative Aufwand dazu so gering wie möglich gehalten wird.
Für die Betriebssysteminstallation wendet die citeq daher eine Kombination aus Scrip-
ting- und Imageing-Verfahren an. Durch diese Kombination sollen die Vorteile beider
Verfahren, bei gleichzeitiger Minimierung der Nachteile, ausgenutzt werden.
Dazu und für die Softwareverteilung wird auf den Workstations das Produkt ZENworks
for Desktops der Firma Novell eingesetzt.
Durch die standardisierte Hardwareausstattung in den Schulen lässt sich ZENworks for
Desktops in idealer Weise einsetzen. Die Rechner werden bei einer Erstinstallation oder
bei Reparaturinstallationen innerhalb kürzester Zeit in der gewünschten Form eingerich-
tet. Dieses Verfahren ist personalextens iv und daher sehr ressourcen- und kosten-
sparend.
Es garantiert ein Minimum an Störungen für den Anwender und lässt sich in Einzelfällen
sogar im normalen Unterrichtsbetrieb durchführen. Voraussetzung dazu ist, dass die PC-
Wächtersoftware vorher abgeschaltet wird. Dies wird jedoch durch die citeq mittels Netz-
administration der Wächtersoftware sicher gestellt. Um die Softwareverteilung außerhalb
des Unterrichtsbetriebes zu gewährleisten, ist es unabdingbar, dass die Rechner ständig
am Stromnetz angeschlossen und über das Netzwerk erreichbar sind. Notebooks sollten
ebenfalls regelmäßig an das Netzwerk angeschlossen werden. Während des Installati-
58
onsvorganges ist es notwendig, dass ein Ansprechpartner / eine Ansprechpartnerin vor
Ort erreichbar ist, um ggfs. manuell einzugreifen zu können (z. B. Rechnerneustart).
Als weiteres Feature bietet ZENworks "Remote-Control” und "Desktop Management” an.
Remote-Control bietet die Möglichkeit für Administratoren Workstations von einem ande-
ren Arbeitsplatz aus fern zu bedienen. Dabei kann die Funktion der Maus und Tastatur
übernommen werden. Vor einem Remote-Zugriff wird der Anwender jedoch aufgefordert,
der Sitzung zuzustimmen, so dass eine unbemerkte Überwachung des Rechners aus-
geschlossen werden kann. Remote-Control bietet sich als Hilfsmittel zur kurzfristigen
und schnellen Fehleranalyse an.
Über das Desktop Management von ZENworks lassen sich Richtlinien festlegen, um die
Rechte von Benutzern zu beschränken. Damit werden mutwillige oder versehentliche
Manipulationen der Workstation weitgehend verhindert. Allerdings kann man die Rech-
ner angesichts der häufig sehr experimentierfreudigen Schülerinnen und Schülern nur
mit hohem personellem Aufwand wirklich zuverlässig schützen. Aus diesem Grund wird
auf den Einsatz dieses Features von ZENworks weitestgehend verzichtet und der Ein-
satz von PC-Wächtersoftware befürwortet.
Im Bereich der Schulverwaltungen werden, wie bereits ausgeführt, keine Wächterkarten
eingesetzt. Hier kommen Richtlinien zum tragen, die sich an den bereits bewährten
Standards der Stadt Münster orientieren. Die Einschränkungen werden dabei so gering
wie möglich gehalten. Der Virenschutz ist in beiden Umgebungen sichergestellt.
9.6. Plattform für die Aktualisierung von Standard-Software (PASS)
Zurzeit finden die finalen Tests der Plattform für die Aktualisierung von Standard-
Software (PASS) statt. Bei PASS handelt es sich um ein webbasiertes System, mit dem
IT-Kontaktlehrern die Möglichkeit gegeben wird, von der citeq vorbereitete Systemsoft-
ware und –updates (z. B. Microsoft Internet Explorer, Adobe Flashplayer, Java Runtime
Environment) eigenverantwortlich und in selbst festgelegten Zeitfenstern auf einzelne
Rechner oder Rechnergruppen (z. B. Computerräume) zu verteilen.
Nachdem über das Web-Interface die zu installierende Software und die Rechner aus-
gewählt wurden, auf denen diese Software installiert werden soll, werden die Rechner
manuell oder per Wake-on-Lan eingeschaltet. Im Rahmen des automatischen Prozesses
59
wird u.a. der Wächterschutz ausgeschaltet, die gewählte Software installiert, der Wäch-
terschutz wieder eingeschaltet und der/die Rechner zum Abschluss heruntergefahren.
Während der Installationsphase, in der der Wächterschutz deaktiviert ist, werden Tasta-
tur und Maus mittels eines Tools (z. Z. Computer Lock Up) gesperrt.
9.7. Info-Displays
Beim Info-Display handelt es sich um ein elektronisches "Schwarzes Brett", über das In-
formationen zu tagesaktuellen Ereignissen wie z. B. Vertretungen oder Unterrichtsaus-
fälle, aber auch Veranstaltungshinweise oder Klausurtermine publiziert werden können.
Hardwareseitig können sowohl PC als auch Thin Clients zum Einsatz kommen. Auf
Grund ihrer platz- und energiesparenden Bauweise wird der Einsatz von Thin Clients
präferiert. Diese sind für diesen speziellen Einsatzzweck besonders geeignet (siehe un-
ter 9.1. "Hardwareausstattung"). Mit ihnen können die Info-Displays wirtschaftlicher ge-
steuert werden als mit PC.
Die Darstellung (i. d. R. Web-Inhalte, die aus entsprechenden Stundenplan-
Anwendungen (z. B. gp-Untis) generiert werden) erfolgt über TFT-Monitore oder LCD-
Fernseher im Ein- oder Mehr-Monitor-Betrieb. Beim Mehr-Monitor-Betrieb wird der Win-
dows-Desktop eines Rechners auf mehreren Monitoren dargestellt.
Bei baulichen Situationen, in denen der Abstand zwischen Rechner und Monitor mehr
als 3 Meter beträgt, wird das Videosignal mittels VGA-to-LAN-Adaptern über das beste-
hende Netzwerk übertragen, um Qualitätsverluste in der Darstellung zu vermeiden.
60
10. Technisches Betriebskonzept
10.1. Begriffsdefinition
Das Betriebskonzept umfasst die Summe aller Maßnahmen, die die Verfügbarkeit der in
den Schulen bereitgestellten IT-Infrastruktur (Netzwerk, Server, Clients und Anwendun-
gen) in einem vereinbarten Rahmen gewährleisten. Bedingt durch den hohen Ausstat-
tungsgrad der Schulen kann eine den Belangen der Schulen entsprechende ausrei-
chende Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur nur durch eine geregelte Betriebsführung si-
chergestellt werden, wobei allerdings der Umfang der Maßnahmen zur Betriebsführung
limitiert wird von den zu diesem Zweck bereitgestellten Mitteln.
Das Betriebskonzept orientiert sich verfahrenstechnisch an ITIL, einer hersteller-
unabhängigen Sammlung sog. „Best Practices“, mit denen es IT-Dienstleistern möglich
ist, die IT-Prozesse effizient bereitzustellen und somit den Kunden einen optimierten und
gleich bleibenden IT-Service zu gewährleisten. ITIL steht für „Information Technology
Infrastructure Library“ und hat sich seit den 90er Jahren zu einem internationalen De-
facto-Standard entwickelt.
Das technische Betriebskonzept umfasst vor allem Beschreibungen zu folgenden The-
men:
• Organisation (Benennung der Mitarbeiter und deren Aufgaben)
• Prozesse (Arbeitsanweisungen),
• Schnittstellen (organisatorisch und technisch),
• Qualitätsmanagement.
Im Folgenden werden die verschiedenen erforderlichen Service Managements beschrie-
ben, mit denen die geregelte Betriebsführung sichergestellt werden kann.
10.2. Service-Desk / Störungsmeldung und –verfolgung
Das Service-Desk bildet den zentralen Eingang der citeq für alle Störungsmeldungen der
Schulen („Single Point of Contact”, SPOC) und ist zuständig für alle Anrufe, Fragen, Be-
schwerden, Ereignisse („Incidents”) und Anmerkungen die sich auf den Betrieb der IT-
Infrastruktur beziehen.
61
Ziel des Service-Desk ist die schnellstmögliche Lösung aller von den Schulen gemelde-
ten Störfälle. Ziel des Service-Desk ist es auch, bereits im Rahmen der Störungsannah-
me möglichst viele Störungen direkt zu beheben. Ansonsten dient das Service-Desk
selbst nicht der Behebung der Störungen, sondern der Weiterleitung an die nachgelager-
ten Funktionsgruppen (Operational Management, Problemmanagement) und somit der
Steuerung des Entstörungsvorganges.
Die erste Klärung von einfachen Störungen obliegt dem First-Level-Support (IT-
Koordination in der Schule). Alle weiteren Störungen meldet die IT-Koordination an das
Service-Desk der citeq.
Störungen sollen grundsätzlich nur auf einem von zwei Wegen zum Service-Desk kom-
men:
• über die telefonische Hotline der citeq,
• über das webbasierte Meldungssy stem Service-Desk-System.
Aufgrund der in allen Schulen ähnlichen Zeitfenster (=Unterrichtspausen) ist die telefo-
nische Störungsannahme über die Telefonhotline oftmals durch die Anzahl freier Tele-
fonleitungen bzw. die im Service-Desk verfügbare Personalkapazität limitiert. Daher
sollte von den IT-Koordinationen der Schulen regelmäßig die Störungsmeldung über
das webbasierte Meldungssystem einer telefonischen Meldung vorgezogen werden.
Zur weiteren Verbesserung der Kommunikation im Störungsfall stellt die citeq im „MEP-
net“ ein Webformular bereit, welches die Eingabe einer Störungsmeldung auch ohne
vorherige Anmeldung an das Service-Desk-System erlaubt. Damit ist eine Störungs-
meldung nicht nur durch die IT-Kontaktlehrer, sondern durch jeden Lehrer oder das
Sekretariat möglich. IT-Kontaktlehrer werden über das Service-Desk-System von sol-
cherart eingegangenen Störungsmeldungen informiert und bei Rückfragen im Rahmen
des Entstörungsvorganges durch die Hotline direkt angesprochen.
Weitere Medien wie e-Mail bzw. Fax zur Störungsmeldung bzw. -annahme kommen nur
im Einzelfall nach vorheriger Absprache zum Einsatz.
Die citeq bietet zu den im Intranet der Stadt Münster und MEP-net (siehe unter
I. 3.2. "MEP-net") ausgewiesenen Servicezeiten den Schulen die Möglichkeit, jede Stö-
rung per Telefon an die zentrale citeq-Hotline zu melden.
62
Diese ergreift zur Beseitigung des Fehlerzustandes folgende Maßnahmen:
• direkte Hinweise zur Fehlerbeseitigung noch während der telefonischen Störungsan-
nahme,
• Entstörungsversuch durch Fernbedienen (Remote Control) der gestörten Geräte in
Absprache mit dem Meldenden,
• Aufzeigen einer möglichen temporären Fehlerumgehung („WorkAround“) bis zur Ent-
störung,
• Aufnahme eines Auftrags im Service- Desk-System und umgehende Weiterleitung an
die zuständigen Netz- bzw. Systembetreuer bzw. die Technische Servicestelle der ci-
teq.
Das Melden von Störungen über das Service-Desk-System ist zu jeder Zeit möglich. Das
Service-Desk ist sowohl aus dem MEP-Netz wie auch aus dem Internet heraus erreich-
bar. Über das MEP-net besteht zudem die Möglichkeit, in dringenden Fällen Störungen
über ein vereinfachtes Meldeformular aufzugeben.
Das Service-Desk-System ist ein Programmsystem zur Störungsaufnahme und -
verfolgung, welches auch im Verwaltungsumfeld der Stadt eingesetzt wird. Als Bedien-
oberfläche verwendet Service-Desk-System den auf allen Rechnern vorhandenen Stan-
dard-Webbrowser. Störungen können von den berechtigten Benutzern (in der Regel sind
dies die IT-Koordinationen) in das System eingeben werden. Innerhalb der vereinbarten
Servicezeiten werden die Störungsmeldungen von der citeq-Hotline an die zuständigen
nachgelagerten Fachleute innerhalb der citeq weitergeleitet (sog. „Dispatcher-Funktion“).
Der Meldende kann sich über die Web-Oberfläche jederzeit selbst über den aktuellen
Bearbeitungsstand der Störungsmeldung informieren.
Innerhalb des Service-Desk kann der Meldende eine Priorisierung der Dringlichkeit vor-
nehmen.
Es wird unterschieden nach:
• sehr kritischer Fehler: Gesamtausfall eines Systems mit Auswirkungen für die ge-
samte Schule
• kritischer Fehler: Teilausfall eines Systems mit Auswirkungen auf einen größeren
Teil der Schul-IT (z.B. Informatikraum)
• einfacher Fehler: Ausfall eines Einzel systems mit Auswirkungen einzelne Arbeits-
plätze
• unkritischer Fehler: Ausfall einer Funktion oder eines Systems ohne gravierende
Auswirkungen
63
Eine Priorisierung ist auch im Service-Desk- System möglich, wo zu den jeweiligen Stö-
rungsprioritäten unterschiedliche Eskalationszeiten zur automatischen Eskalation von
Störungen (auch an die citeq-Leitungsebene) hinterlegt sind.
Die Rahmenbedingungen des Service-Desk (Annahme-, Reaktions-, Verweil- und Eska-
lationszeiten) entsprechen den Bedingungen, wie sie für die Stadtverwaltung Münster
festgelegt werden.
10.3. Problemmanagement
Ziel des Problemmanagements ist eine schnelle und effiziente Diagnose und Lösung al-
ler auftretenden Probleme innerhalb der IT-Infrastruktur. Es ist vor allem für diejenigen
Probleme innerhalb der IT-Infrastruktur zuständig, die nicht bereits durch das Service-
Desk behoben werden können.
Das Problemmanagement ist zuständig für:
• neue Problemereignisse („Incidents”), wobei die Ursache des Fehlerzustandes nicht
bekannt ist,
• bekannte Fehler („Known Errors”), bei denen die Ursache des Fehlerzustandes of-
fensichtlich bzw. aufgrund erfolgreicher Ursachenforschung bereits identifiziert ist.
Das Problemmanagement dient:
• der Erhöhung der Produktivität,
• der reaktiven Verfolgung von Fehlerursachen ,
• der Minimierung der Fehlerwahrscheinlichkeit durch präventive Maßnahmen.
Die Wahrnehmung des Problemmanagements obliegt als Eskalationsstufe dem Second-
Level-Support in der citeq.
10.4. Konfigurations- und Änderungsmanagement
Aufgaben des Konfigurationsmanagements sind vor allem:
• Beschreibung und eindeutige Identifizierung aller IT-Komponenten,
• Kontrolle und Freigabe der Komponenten für den laufenden Betrieb,
• Informationssammlung zu allen technischen und wirtschaftlichen Aspekten der Kom-
64
ponenten,
• ständige Überprüfung und Abgleichung der Konfigurationsdaten mit den aktuellen
Gegebenheiten.
Das Konfigurationsmanagement verwaltet alle im Rahmen dieses Konzeptes in den
Schulen und bei der citeq eingesetzten Hard- und Softwarekomponenten. Hierzu wird
eine Inventarisierung durch Verwendung eines geeigneten Verwaltungswerkzeuges (In-
ventar-Datenbank, CMDB) durchgeführt. Die Inventarisierung obliegt der citeq als zent-
raler Schnittstelle bei Beschaffung und Betrieb der Komponenten.
Änderungen ergeben sich im Laufe des Betriebes von Geräten zwangsläufig. Das Ände-
rungsmanagement der citeq plant und steuert die vorgeschlagenen und genehmigten
Änderungen. Es stellt sicher, dass diese Änderungen gut vorbereitet, in kurzer Zeit und
kontrolliert ablaufen.
Vorschlag und Genehmigung von Änderungen beim Hard- und Softwareeinsatz erfolgen
durch die jeweils zuständigen Gremien.
10.5. Testcenter
Die citeq betreibt ein Testcenter zur Überprüfung der vorgeschlagenen Änderungen der
IT-Infrastruktur auf ihre technische Umsetzbarkeit. Innerhalb dieses Testcenters wird
außerdem die Bearbeitung komplexer Störfälle unter Laborbedingungen durchgeführt.
Nur durch die Einrichtung eines Testcenters kann sichergestellt werden, dass geplante
Änderungen mit möglichst geringen Reibungsverlusten in den laufenden Betrieb integ-
riert werden können. Störungen durch nicht freigegebene und daher möglicherweise in-
kompatible Hard- und Software werden dadurch weitestgehend vermieden.
Das Testcenter ist temporär besetzt durch Mitarbeiter aus allen Fachbereichen der citeq.
10.6. Qualitätsmanagement
Neben den Maßnahmen zur Beseitigung einzelner Störungen ist ein regelmäßiger In-
formationsaustausch zur Sicherung bzw. Verbesserung des erreichten Qualitätsstan-
dards erforderlich.
65
Die Lenkungsgruppe kommt vierteljährlich zusammen, um grundlegende Änderungen in
der Bereitstellung von IT-Infrastruktur und die Abläufe der Zusammenarbeit zu bespre-
chen.
Die in diesen Treffen vereinbarten Maßnahmen stellen sicher, dass sich die IT-
Infrastruktur auch über einen längeren Zeitraum optimal an den Bedarfen der Schulen
ausrichten lässt. Hierzu werden bei Bedarf Evaluationen durchgeführt.
10.7. Operationsmanagement
Die Wahrnehmung dieser Aufgabe umfasst vor allem die Bereiche der täglichen, regel-
mäßigen Administration und Betreuung der Client-/Server-Infrastruktur und der Netz-
werkinfrastruktur und stellt sicher, dass die Verfügbarkeit und der reibungslose Betrieb
dieser Infrastruktur gewährleistet sind.
Dies wird u. a. erreicht durch programmgesteuerte Überwachung aller beteiligten Kom-
ponenten, sowie durch geeignete Maßnahmen zur Datensicherung und -rücksicherung.
10.7.1. Überwachung der IT-Infrastruktur
Die citeq stellt sicher, dass während der vereinbarten Servicezeiten bei Eintreten von de-
finierten Fehlerzuständen eine automatische Alarmierung des Second-Level-Supports
erfolgt.
Solche Fehlerzustände sind beispielsweise folgende Ausfälle:
• Leitungsanbindungen an die citeq (WAN),
• aktive Netzkomponenten im Gebäudenetz der Schule (LAN),
• zentrale und dezentrale Server,
• zentrale Dienste.
Das Eintreten ist grundsätzlich als kritischer Zustand einzuschätzen und wird daher mit
höchster Priorität in das Service-Desk-System eingestellt, so dass mit der Entstörung
umgehend begonnen werden kann.
Liegt die Störungsbeseitigung nicht bei der citeq (z.B. bei Ausfall einer von einem Provi-
der angemieteten Leitungsverbindung), wird die Eskalation an den externen Dienstleister
66
gemäß dem mit ihm abgeschlossenen Service Level Agreements (SLAs) vorgenommen.
Die citeq verfolgt den Entstörungsvorgang kontinuierlich und informiert die Schulen zeit-
nah.
10.7.2. Störungsbehebung
Die Störungsbehebung wird gesteuert durch das Service-Desk.
Für alle Störfälle gilt:
• Bei Hardware-Störungen wird die citeq entsprechend der Gewährleistungs- und Ga-
rantieansprüche die Fehlerbehebung durch den jeweiligen Lieferanten veranlassen.
Soweit wirtschaftlich vertretbar, wird die Vorhaltung von Ersatzhardware angestrebt,
um eine zeitnahe Entstörung vornehmen zu können.
• Nach Ablauf der Gewährleistungs- und Garantiezeiten ist die Behebung von Hard-
warestörungen unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten abzuwägen
und durchzuführen.
• Bei Software-Problemen wird die Störungsbeseitigung zunächst mit den jeweils ge-
eigneten Programmen zur Ferndiagnose vorgenommen.
• Störungen zentraler Funktionen werden ihrer Bedeutung entsprechend in der Regel
mit der höchstmöglichen Priorität ins Service-Desk-System eingestellt.
• Reaktions-, Verweil- und Entstörungszeiten von anderen Dienstleistern und Lieferan-
ten sind nicht in jedem Fall vorhersehbar. Soweit wirtschaftlich vertretbar werden da-
her mit ihnen Wartungsverträge abgeschlossen.
10.7.3. Aufgaben der IT-Kontaktlehrer
Die Sicherstellung eines geordneten IT-Einsatzes und die zeitnahe Behebung von Stö-
rungen kann nur im Zusammenspiel zwischen der citeq und einer vor Ort in den Schulen
zu installierenden IT-Koordination (IT-Kontaktlehrer) gewährleistet werden. Auch unter
Ausnutzung aller Möglichkeiten einer Fernwartung können bestimmte Tätigkeiten nur vor
Ort durch entsprechend qualifiziertes Personal der Schule durchgeführt werden.
Aufgaben der IT-Kontaktlehrer sind vor allem:
• Beseitigung kleinerer Störungen, ggf. nach Einweisung durch Fachpersonal der citeq
(z.B. Beseitigung von Papierstaus bei Druckern),
• Qualifizierte Schnittstelle zum Service-Desk der citeq,
67
• Aufnahme von Störungsmeldungen,
• Fehleranalyse, -beschreibung, -meldung,
• Verfolgung der Service-Desk-Aufträge,
• Anschluss und Einschaltung nicht permanent genutzter Endgeräte (z.B. Laptops) zu
Installationszwecken,
• Durchführung einfacher Wartungsarbeiten (z.B. Patronenwechsel bei Druckern),
• Pflege des IT-Bestandsmoduls im Falle von selbst durchgeführten Veränderungen
des IT-Standortes,
• Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen,
• Teilnahme an Fortbildungen/Workshops zum Erfahrungsaustausch.
Für die Störungsbehebung durch die IT- Kontaktlehrer gilt die so genannte „5-Minuten-
Regel“:
Der IT- Kontaktlehrer sollte sich nicht länger als fünf Minuten an der Lösung eines Prob-
lems versuchen. Danach ist der Second-Level-Service einzuschalten.
Bezüglich weiterer Möglichkeiten zur Durchführung administrativer Tätigkeiten durch die
IT- Kontaktlehrer siehe unter 8.8. "Rechte der IT-Kontaktlehrer".
10.7.4. Störungen der Leitungsanbindung (WAN)
Störungen der Leitungsanbindung (WAN) können nur in Verbindung mit dem gewählten
Telekommunikationsprovider behoben werden. Die notwendigen Vereinbarungen über
Reaktionszeiten bzw. zugesicherte Entstörungszeiten werden mit dem Provider getrof-
fen.
10.7.5. Störungen des Inhouse-Netzes (LAN)
Die im Inhouse-Netz verwendeten aktiven Netzkomponenten (Switche) sind fernadmi-
nistrierbar und können daher in der Regel ohne Zeitverzug von der citeq überprüft und
ggf. entstört werden. Zur Minimierung der Ausfallzeiten durch schwerwiegende Hard-
ware-Fehler werden Ersatzgeräte durch die citeq vorgehalten.
68
10.7.6. Störungen dezentraler und zentraler Server
Bei Hardware-Störungen wird die citeq entsprechend der Garantie- und Gewährleis-
tungsansprüche die Fehlerbehebung durch den jeweiligen Lieferanten veranlassen.
Die Vorhaltung kompletter Ersatz-Serverhardware für jeden einzelnen Schulstandort ist
aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu vertreten. Für Verwaltung- und Pädagogiknetze
hält die citeq jeweils einen Ersatzserver lagerseitig vor.
10.7.7. Störungen zentraler Dienste
Die Behebung von Fehlerzuständen bei zentralen Diensten wie z.B. DNS, DHCP, Proxy
wird grundsätzlich mit höchster Priorität ins Service-Desk-System eingestellt und bear-
beitet.
10.7.8. Störungen von Client-Rechnern
Software-Probleme auf Client-Rechnern sind durch die Qualitätskontrolle im Vorfeld der
Installation (Stichwort: Testcenter) weitestgehend ausgeschlossen. Durch Verwendung
der PC-Wächtersoftware sowie die zentrale Softwareverteilung wird die Wahrscheinlich-
keit von Fehlern nochmals verringert.
Auftretende Störungen werden über das Service-Desk-System bearbeitet.
69
Glossar
In diesem Glossar sollen einige der technischen Begriffe für den Leser dieser Fort-
schreibung erläutert werden.
Authentifizierung
Authentifizierung ist der Vorgang der Überprüfung der behaupteten Identität eines Ge-
genübers, beispielsweise einer Person oder ei nes Computersystems in einem Dialog.
Authentisierung hingegen ist der Vorgang des Nachweises der eigenen Identität.
Browser-basiert
Browser-basierte Programme benötigen keine zusätzliche Installation, sondern kommen
ohne Zusätze aus. Sie greifen ausschließlich auf die Fähigkeiten des Browsers z.B. XML
zurück.
CRT-Monitor
Ein Kathodenstrahlröhren-Bildschirm ist ein Bildschirm, der auf der Kathodenstrahlröhre
von Ferdinand Braun basiert. Häufig wird er auch als Kathodenstrahl-, Röhren- oder
CRT-Bildschirm bezeichnet. Er wird in so unterschiedlichen Geräten wie Oszilloskopen,
Fernsehern und PC-Bildschirmen eingesetzt, neuerdings aber immer mehr durch Flach-
bildschirme (Plasmabildschirm, Flüssigkristallbildschirm) verdrängt.
Domain Name Service (DNS)
Das Domain Name System (DNS) ist einer der wichtigsten Dienste im Internet. Seine
Hauptaufgabe ist die Umsetzung von „Internetadressen“ in die zugehörige IP-Adresse.
Dynamic Host Control Protocol (DHCP)
Das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) ermöglicht mit Hilfe eines entspre-
chenden Servers die dynamische Zuweisung einer IP-Adresse und weiterer Konfigurati-
onsparameter an Computern in einem Netzwerk (z. B. Internet oder LAN).
70
eDirectory
eDirectory ist ein Verzeichnisdienst der Firma Novell und die Weiterentwicklung der No-
vell Directory Services. Mittlerweile ist di eses Programm LDAP v3 kompatibel und unter-
stützt XML sowie das Webservice-Protokoll SOAP. Dieser Dienst ist plattformübergrei-
fend und kann nativ unter Netware, Windows, Linux, Solaris u. v. m. laufen.
Ethernet
Ethernet ist eine Technologie, die Software und Hardware für kabelgebundene Daten-
netze spezifiziert, welche ursprünglich für lokale Datennetze (LANs) gedacht war und
daher auch als LAN-Technik bezeichnet wird. Sie ermöglicht den Datenaustausch in
Form von Datenpaketen zwischen den in einem lokalen Netz (LAN) angeschlossenen
Geräten. Derzeit sind Übertragungsraten von 10 Megabit/s, 100 Megabit/s (Fast Ether-
net), 1000 Megabit/s (Gigabit-Ethernet) bis 10 Gigabit/s spezifiziert.
Fernwartung
Die Fernwartung (Remote Control) von Com putern gewinnt beim Support von Hard- und
Software zunehmend an Bedeutung. Durch die immer stärkere Vernetzung der Compu-
ter über das Internet, den Aufbau von firmeninternen Intranets und herkömmliche Tele-
kommunikationswege (ISDN, Telefon) erweitern sich die Möglichkeiten der direkten Un-
terstützung im Support. Nicht zuletzt wegen der Einsparmöglichkeiten bei Reisekosten
und die bessere Ressourcennutzung (Personal und Technik) werden Produkte der
Fernwartung zur Kostensenkung in Unternehmen genutzt.
Freeware
Freeware bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch Software, die vom Urheber zur
kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt wird.
galvanische Trennung
Ein galvanisch getrennter Informationsaustausch ist durch nicht-elektrische Übertra-
gungswege mit entsprechenden Wandlern möglich. In unserem Fall sprechen wir von 2
getrennten Netzen.
71
Inhouseverkabekung
Die In-House-Verkabelung ist ein Teil des Basisanschlusses die als Bus angelegt ist und
die Endgeräte mit dem NTBA verbindet. Sie wird S 0-Bus genannt und besteht aus zwei
Doppeladern. Sie gehört dem Anschlussinhaber, der für ihre Funktion selbst verantwort-
lich ist.
Intranet
Ein Intranet ist ein Rechnernetzwerk, das auf den gleichen Techniken wie das Internet
(TCP/IP, HTTP) basiert, jedoch nur von einer festgelegten Gruppe von Mitgliedern einer
Organisation genutzt werden soll.
IP-Adresse (Internet Protocoll Address)
Das Internet Protocol (IP) ist ein in Computernetzen weit verbreitetes Netzwerkprotokoll.
Es ist eine (bzw. die) Implementierung der Internet-Schicht des TCP/IP-Modells bzw. der
Vermittlungsschicht (Network Layer) des OSI-Modells.
kaskadiert
Bei einer Kaskadenschaltung wird eine elektrische Baugruppe mehrfach hintereinander
angeordnet (kaskadiert), um eine höhere Wirkung zu erzielen, beispielsweise mehrere
Switche zum Erreichen einer höheren Portanzahl.
LAN (Local Area Network)
Ein Lokales Netz (engl. local area network, daher auch im Deutschen oft abgekürzt LAN)
ist ein Rechnernetz, dessen Größe jene von PANs übertrifft, das aber kleiner ist als
MANs, WANs und GANs.
LWL
Lichtwellenleiter sind aus Lichtleitern bestehende oder zusammengesetzte, mit Steck-
verbindungen versehene Kabel und Leitungen zur Übertragung von Licht in der Nach-
richtentechnik.
72
Netzmaske
Die Netzmaske oder Netzwerkmaske, teils noch als Subnetzmaske bezeichnet, ist eine
Bitmaske, die eine IP-Adresse in einen Netzwerk- und einen Geräte- bzw. Hostteil
trennt. Sie wird in IP-Netzwerken verwendet, um Routingentscheidungen zu treffen.
Peripheriegeräte
Das Peripheriegerät ist eine Komponente oder ein Gerät, das sich außerhalb der Zent-
raleinheit eines Computers befindet. (kurz: Zubehör) Vereinfacht kann von im Computer
verbauten (internen) und mit diesem durch ein Kabel (oder auch durch Infrarot- oder
Funktechnik) verbunden (externen) Peripheriegeräten unterschieden werden. Periphe-
riegeräte dienen der Ein- und Ausgabe von Daten oder Befehlen in die Zentraleinheit.
Sie erbringen eine sog. "Dienstleistung" für den Benutzer, diese kann entweder "sicht-
bar" (z.B. Papier-Ausdruck) oder unsichtbar (z.B. Postskript-Umwandlung im Drucker)
sein.
Quotings
Der aus dem Englischen stammende Begriff Quoting wird im Computerbereich häufig
verwendet, bezeichnet aber je nach Kontext unterschiedliche Dinge:
• Bei E-Mails bezeichnet Quoting das optisch eingerückte Zitat einer beantworteten
E-Mail.
• Auf der Kommandozeile von z. B. einer Unix-Shell, aber auch bei z. B. regulären
Ausdrücke bezeichnet Quoting das Entfernen einer Sonderbedeutung eines Zei-
chens durch Umklammern mit Anführungszeichen oder Davorsetzen eines Sonder-
zeichens (z. B. Backslash). Letzteres wird auch Escaping genannt.
RAID
Ein RAID-System (ursprünglich redundant array of inexpensive disks, heute redundant
array of independent disks) dient zur Organisation mehrerer physischer Festplatten ei-
nes Computers zu einem logischen Laufwerk, das eine größere Speicherkapazität, eine
höhere Datensicherheit bei Ausfall einzelner Festplatten und/oder einen größeren Da-
tendurchsatz erlaubt als eine physische Platte. Während die meisten in Computern ver-
wendeten Techniken und Anwendungen darauf abzielen, Redundanzen (das Vorkom-
men doppelter Daten) zu vermeiden, werden bei RAID-Systemen redundante Informati-
73
onen gezielt erzeugt, damit beim Ausfall einzelner Komponenten das RAID als Ganzes
seine Funktionalität behält.
Remote Administration
Remote Services sind Systeme zur Fehlerbehebung, die ohne Eingriff eines Benutzers
am betroffenen Rechner auskommen, zum Beispiel über automatische Software-
Updates. Grundlage ist die Auswertung von Laufdaten des betroffenen Rechners in
Echtzeit.
Router
Ein Router ist eine Netzwerkkomponente, die mehrere Rechnernetze koppelt; das be-
deutet, bei ihm eintreffende Netzwerk-Pakete eines Protokolls werden auf Basis von
Layer-3-Informationen analysiert und zum vorgesehenen Zielnetz (auch Ziel-Subnetze)
weitergeleitet oder geroutet. Im Deutschen wird ein Router hin und wieder auch als „We-
gewähler“ bezeichnet. Der Begriff konnte sich allerdings nicht durchsetzen.
Simple Network Management Protocol (SNMP)
Das Simple Network Management Protocol ist ein Netzwerkprotokoll um Netzwerkele-
mente (z. B. Router, Server, Switche, Drucker, Computer usw.) von einer zentralen Sta-
tion aus überwachen und steuern zu können. Das Protokoll regelt hierbei die Kommuni-
kation zwischen den überwachten Geräten und der Überwachungsstation. Hierzu be-
schreibt SNMP den Aufbau der Datenpakete, die gesendet werden können, und den
Kommunikationsablauf. SNMP wurde dabei so ausgelegt, dass jedes netzwerkfähige
Gerät mit in die Überwachung aufgenommen werden kann.
Smartboard
Ein digitales Whiteboard ist eine elektronische Tafel, die an einen Computer ange-
schlossen wird. Das Bild wird im Regelfall von einem Beamer projiziert. Das interaktive
Whiteboard stellt nun über Sensoren ein Koordinatensystem dar, das es ermöglicht, ei-
nen Computer mit all seinen Funktionen und für alle sichtbar einzusetzen; also im Prin-
zip einen Bildschirm darstellt.
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SPAM
Als Spam oder Junk (englisch für: „Abfall“ oder „Plunder“) werden unerwünschte, in der
Regel auf elektronischem Weg übertragene Nachrichten bezeichnet, welche dem Emp-
fänger unverlangt zugestellt werden und massenhaft versandt wurden oder werbenden
Inhalt haben. Dieser Vorgang wird Spamming oder Spammen genannt, der Verursacher
Spammer.
Stand-Alone
Mit dem englischen Begriff Stand-Alone (deutsch: alleine stehend) bezeichnet man Ge-
räte, Hardware oder Software, die eigenständig, ohne weitere Zusatzgeräte, ihre Funkti-
on erfüllen können.
Standard-Gateway
Ein Gateway (englisch gateway, deutsch auch Protokollumsetzer) erlaubt es Netzwer-
ken, die auf völlig unterschiedlichen Protokollen basieren, miteinander zu kommunizie-
ren.
Standleitung
Eine Standleitung ist eine permanente (stehende) Verbindung zweier Kommunikations-
partner über ein Telekommunikationsnetzwerk. Im Gegensatz zu einer Wählleitung steht
der gesamte Übertragungsweg immer zur Verfügung.
Streaming
Unter Streaming (engl. streaming „Strömen, Fließen“) versteht man die kontinuierliche
Übertragung von Daten, das heißt die Übertragung von Datenströmen.
Switch
Ein Switch (engl. Schalter, auch Weiche), ist eine Netzwerk-Komponente zur Verbindung
mehrerer Computer bzw. Netz-Segmente in einem lokalen Netz (LAN). Da Switche den
Netzwerkverkehr analysieren und logische Entscheidungen treffen, werden sie auch als
intelligente Hubs bezeichnet. Die Funktionsweise eines Switches ist der einer Bridge
sehr ähnlich, daher wurde anfangs auch der Begriff Multi-Port-Bridge benutzt.
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Telekommunikationsprovider
Ein Provider wird ein Anbieter von Telek ommunikationsdiensten bezeichnet. Dabei kann
es sich sowohl um einfac he als auch um höherwertige Dienste handeln. Besitzt der Pro-
vider ein eigenes Kommunikationsnetz, wird er als Telekommunikationsnetzbetreiber
bezeichnet.
Terminalserver
Ein Terminalserver ist ein Computer, der mehrere Terminals (PCs, Bildschirme bzw.
Desktops oder Kommandozeilen) emuliert bzw. die Software, die besagte Emulation er-
möglicht. Auf jedem emulierten Terminal können, wie auf einem normalen PC, mehrere
verschiedene Programme laufen. Diese emulierten Terminals werden auf den Bildschir-
men von meist entfernten (remote) PCs oder Thin Clients dargestellt. Für Terminalser-
ver, die sich nur auf die Emulation von Ko mmandozeilen spezialisieren, ist inzwischen
der Begriff Server-Console gebräuchlich.
USV
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), englisch Uninterruptible Power
Supply (UPS), wird von Kunden der Energieversorgungsunternehmen eingesetzt, um bei
Störungen in deren Stromnetz die Stromversorgung sicherzustellen. Entgegen der Be-
zeichnung kann die Stromversorgung bei einfachen Ausführungen für wenige Millise-
kunden unterbrochen sein.
WAN
Ein Weitverkehrsnetz (engl. wide area network, daher auch im Deutschen oft abgekürzt
WAN), auch Weitbereichsnetz, ist ein Rec hnernetz, das sich im Gegensatz zu einem
LAN oder MAN über einen sehr großen geografischen Bereich erstreckt.
Workstation
Mit Workstation bzw. Arbeitsplatzsystem bezeichnet man einen – im Vergleich zum nor-
malen IBM-kompatiblen PC – besonders leistungsfähigen Arbeitsplatzrechner zur Be-
nutzung durch eine oder mehrere Personen. Typischerweise werden Workstations für
anspruchsvolle technisch-wissenschaftliche Anwendungen eingesetzt, im Gegensatz zu
dem Bereich der Büroanwendungen, den sich der IBM kompatible PC eroberte. Übli-
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cherweise erbringen Workstations im Bereich Grafikdarstellung, Rechenleistung, Spei-
cherplatz und/oder Multitasking überdurchschnittliche Ergebnisse, oft können zusätzliche
Terminals verwendet werden.
Wake-On-Lan
Wake on LAN (kurz WOL) ist ein 1995 von AMD in Zusammenarbeit mit Hewlett-
Packard veröffentlichter Standard, um einen ausgeschalteten Computer über die einge-
baute Netzwerkkarte zu starten.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0700/2011
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 03.01.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37