3680/2018
KölnKlimaAktiv 2022
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Anlage 2 Auszug Beschlussprotokoll FA vom 11.02.2019
1332 Zeichen
Anlage 2 Geschäftsführung Finanzausschuss Herr Müller Telefon: (0221) 221-24649 Fax : (0221) 221-23902 E-Mail: Michael.Mueller6@stadt-koeln.de Datum: 12.02.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Finanzausschusses vom 11.02.2019 öffentlich 10.39 KölnKlimaAktiv 2022 3680/2018 Beschluss: Der Finanzausschuss empfiehlt dem Rat – vorbehaltlich der Zustimmung des Ver- kehrsausschusses - die Annahme des folgenden Beschlussvorschlages: Der Rat der Stadt Köln nimmt das Klimaschutzmaßnahmenumsetzungsprogramm „KölnKlimaAktiv 2022“ in der als Anlage dargestellten Fassung zur Kenntnis und be- auftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der im Konzept enthaltenen Maßnahmen. Die für diese Zwecke veranschlagten Haushaltsmittel werden im Haushaltsjahr 2019 um 400.000 € erhöht, ab dem Haushaltsjahr 2020 um jährlich 500.000 €. Die separat im Teilergebnisplan 1401 – Umweltordnung, -vorsorge, bei Teilplanzeile 15, Trans- feraufwendungen veranschlagten Mittel „Z an Zentrum für Energieeffizienz (ZEFF) zur Förderung der privaten Altbausanierung“ werden in diesem Umfang umgewidmet und bleiben damit für den vorgesehenen Zweck „Klimaschutz“ verfügbar. Abstimmungsergebnis: Mehrheitlich - gegen die Stimmen der SPD-Fraktion – und bei Enthaltung der Frakt i- on Die Linke zugestimmt
Anlage 0 Begründung der Dringlichkeit
1359 Zeichen
Begründung der Dringlichkeit Das Konzept KölnKlimaAktiv 2022 steht in Zusammenhang mit dem European Energy Award (EEA) (siehe Vorlage 3854/2018). Der European Energy Award ist ein Qualitäts- und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz an dem die Stadt Köln seit 2014 teil nimmt und das mit Mitteln des Land Nordrhein Westfahlen finanziell unterstützt wird. Die Maßnahmen aus KölnKlimaAktiv 2022 sind alle auch im Energiepolitischen Arbeitsprogramm des EEA aufgeführt. Der Beschluss des Energiepolitischen Arbeitsprogramms (siehe Vorlage 3854/2018) stellt die geplanten städtischen Aktivitäten dar und ist Grundlage für die externe Auditierung der Stadt Köln durch den TÜV im März 2019 und somit Teil der durch die Förderung definierten Verfahrensweise. Der Förderzeitraum für den European Energy Award läuft bis 31.03.2019, weshalb eine Verschiebung der Vorlagen auf den nächsten Ausschuss aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist. Durch die Verschiebung der Vorlage 3680/2018 ist auch die Beschlussfassung für die Vorlage 3854/2018 gefährdet und somit das abschließende externe Audit nicht durchführbar. Daher sollten die Vorlagen „3854/2018 European Energy Award: Energiepolitisches Arbeitsprogramm der Stadt Köln“ und „3680/2018 KölnKlimaAktiv 2022“ in der gleichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün behandelt werden.
Anlage 1 KölnKlimaAktiv 2022
181953 Zeichen
KölnKlimaAktiv 2022
Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in
der Stadt Köln
Wuppertal / Essen, 17.01.2019
KölnKlimaAktiv 2022
2 | Gertec, Wuppertal Institut
Auftraggeberin:
Stadt Köln
Bearbeitung
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Döppersberg 19
42103 Wuppertal
www.wupperinst.org
Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft
Martin-Kremmer-Str. 12
45327 Essen
www.gertec.de/
Ansprechpartner und -partnerinnen:
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Thorsten Koska
Tel.: +49 (0) 202 2942 123
E-Mail: thorsten.koska@wupperinst.org
Ulrich Jansen
Tel.: +49 (0) 202 2942 255
E-Mail: ulrich.jansen@wupperinst.org
Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft
Andreas Hübner
Tel: +49 (0)201 24564 51
E-Mail: Andreas.Huebner@gertec.de
Stadt Köln
Koordinationsstelle Klimaschutz
Dr. Barbara Möhlendick
Tel. +49(0)221 221 29023
barbara.moehlendick@stadt-koeln.de
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 3
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
1 Zusammenfassung 4
2 KölnKlimaAktiv 2022 - Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in der
Stadt Köln 7
2.1 Der Status Quo der Klimaschutzaktivitäten in Köln 7
2.2 Zielsetzung von KölnKlimaAktiv 2022 9
2.3 Kommunale Handlungsmöglichkeiten und notwendige pol itische
Rahmenbedingungen 11
3 CO 2-Bilanz der Stadt Köln 14
4 Akteursbeteiligung 16
5 Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz 17
5.1 Handlungsfeld Klimaschutz allgemein 17
5.2 Handlungsfeld Stadtplanung/Stadtentwicklung 22
5.3 Handlungsfeld Energetische Sanierung 32
5.4 Handlungsfeld Stromeinsparung 37
5.5 Handlungsfeld Photovoltaik 45
5.6 Handlungsfeld Suffizienz 52
5.7 Handlungsfeld Mobilität 55
6 Monitoring 70
7 Ausblick 75
8 Quellen/ Literatur 77
9 Anhang: Themenspeicher 78
KölnKlimaAktiv 2022
4 | Gertec, Wuppertal Institut
1 Zusammenfassung
Um die Kölner Klimaschutzziele 2030 zu erreichen, müssen rund 3,9 Mio. t CO2-Emissionen im
Jahr eingespart werden. KölnKlimaAktiv 2022 ergänzt die derzeitigen Kölner
Klimaschutzbemühungen im Rahmen bereits bestehender Konzepte, Maßnahmen und
Bestrebungen (z.B. Green City Masterplan, Fernwärmeausbau, Radverkehrsförderung usw.) und
bildet das Handlungsprogramm im Klimaschutz für die kommenden Jahre. 19 Maßnahmen in
den sieben Handlungsfeldern: Klimaschutz allgemein, Stadtplanung/Stadtentwicklung,
Energetische Sanierung, Stromeinsparung, Photovoltaik, Suffizienz und Mobilität sollen unter
der Federführung der Koordinationsstelle Klimaschutz und in Kooperation mit vielen weiteren
Ämtern und Konzerntöchtern der Stadt Köln bis 2022 umgesetzt werden. Zu den Zielgruppen
der Maßnahmen gehören unter anderem die Sektoren Privathaushalte und Gewerbe, Handel,
Dienstleistungen (GHD). Um Klimaschutz in der Breite zu etablieren und weitere Akteure zu
motivieren, bauen viele Maßnahmen von KölnKlimaAktiv 2022 darauf, Bewusstsein zu bilden
und Prozesse anzustoßen. Ziel ist die konsequente Nutzung des kommunalen
Handlungsrahmens in Köln und die Umsetzungsorientierung. Die nachfolgende Tabelle stellt
die Maßnahmen des vorliegenden Konzepts, ihr jeweiliges CO2-Minderungspotenzial, die mit
der Umsetzung verbundenen Personalaufwände und Kosten sowie die Bewertung des CO2-
Einspareffektes, den Nutzen und die Umsetzbarkeit dar. Anhand dieser Bewertungskriterien
wurde eine Priorisierung der Maßnahmen vorgenommen.
Die Priorisierung basiert dabei auf einer Bewertung der CO 2-Reduktionspotenziale, der Kosten
und Aufwände der Maßnahmen sowie der Umsetzbarkeit mit Blick auf politische, planerische
und/ oder technische Herausforderungen. Diese qualitative Bewertung erfolgt mittels eines
Ampelsystems in drei Stufen: Grün steht für ein hohes CO 2-Einsparpotenzial (500 t pro Jahr
oder mehr), niedrige Kosten/Aufwände (bis zu 150.000 pro Jahr) sowie eine gute Bewertung
der Umsetzungschancen; Rot für geringe CO 2-Reduktionspotenziale (unter 300 t pro Jahr),
hohe Kosten / Aufwände (ab 800.000 Euro pro Jahr) sowie große Umsetzungshemmnisse; Gelb
steht in den drei Bewertungskriterien für ein mittleres Niveau. Einige CO 2-
Maßnahmenwirkungen sowie Kosten und Aufwände ließen sich nach aktuellem Datenstand
nicht seriös quantifizieren; in diesen Fällen wurde die CO 2-Minderung nicht bewertet (grau), für
Kosten und Aufwände wurden qualitative Abschätzungen bei der Ampelbewertung
herangezogen, sie ist in diesen Fällen mit einem Sternchen (*) versehen.
Im Handlungsfeld „Energetische Sanierung“ liegt ein Schwerpunkt auf der Erhöhung der
Sanierungsquote und Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebestand. Neben dem
Wärmeverbrauch gilt es, den Stromverbrauch in Privathaushalten sowie im Sektor Gewerbe,
Handel, Dienstleistungen zu verringern und die Effizienz zu steigern. Zusätzlich zur
Verbrauchsminderung soll der Strom vermehrt klimafreundlicher mittels Photovoltaik erzeugt
werden. Auch im Mobilitätsbereich liegt der Fokus auf einem ressourcenschonenderen
Lebensstil, der benötigt wird, um die ambitionierten Klimaschutzziele erreichen zu können.
Deshalb wird ein Schwerpunkt auf Maßnahmen der Kommunikation und der Anreize für ein
nachhaltiges Mobilitätsverhalten gelegt. Weitere, künftig umsetzbare aber nicht priorisierte
Maßnahmen wurden in einen Themenspeicher aufgenommen (vgl. Anhang). Ein übergreifendes
Monitoringkonzept zur Kontrolle der Wirkungen der Maßnahmen des Programms bildet den
Abschluss des Gesamtkonzepts. Dort wird ein Vorgehen zur Zieldefinition skizziert, relevante
Indikatoren und Erhebungsmethoden vorgeschlagen und Hinweise zur Auswertung gegeben.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 5
Der Treibhausgasminderungsbeitrag von KölnKlimaAktiv 2022 beträgt rund 11.678 Tonnen
CO2. Dies umfasst nur die direkten Wirkungen; darüber hinaus bestehen jedoch weitere
indirekte Wirkungen, die zusammen mit anderen Maßnahmen zu einer weiteren CO2-
Reduktion beitragen. Vor dem Hintergrund der bis 2030 notwendigen Einsparung von 3,9 Mio.
t CO2 jährlich im Vergleich zum heutigen Stand wird deutlich, dass KölnKlimaAktiv 2022 nur
einen kleinen Beitrag leisten kann und weitere ambitionierte Aktivitäten notwendig sind. Hier
ist eine breite Mitwirkung gefragt, die durch die Stadt befeuert werden soll. Bei einer Vielzahl
der Maßnahmen stehen Koordination, Information und Vernetzung im Vordergrund. Auch der
Ausbau der Vorbildfunktion spielt eine Rolle, um Bewusstsein zu schaffen und Multiplikatoren
zu gewinnen. Ziel ist es, mit gutem Beispiel voran zu gehen, gemeinsam den Klimaschutz in
Köln zu stärken und damit einen Beitrag für eine lebenswerte Stadt zu leisten.
Tabelle 1 : Maßnahmenbewertung und -priorisierung
– – ––
1 Ansatz: Städtischer Eigenanteil von 35% für 3 Quartierskonzepte und 3 anschließende Sanierungsmanagements (KfW 432)
Nr. Handlungs-
feld
Prio-
rität Maßnahmentitel
CO 2-Minderungs-
potenzial
(t pro Jahr)
Personal-
aufwand
Koordi-
nations-
stelle (pro
Jahr)
Einmalige
und
laufende
Kosten
Bewer
-tung
CO 2
Bewer-
tung
Kosten
& Auf-
wand
Bewer-
tung d.
Umsetz-
barkeit
1.1 Klimaschutz
allgemein 1 Optimierung des
Internetauftritts
indirekte
Minderungswirkung
(Beispielrechnung:
839)
0,5
Personen Ab 20.000 €
1.2 Klimaschutz
allgemein 1 Lobbyarbeit für
Klimaschutz
indirekte
Minderungswirkung
0,3
Personen 8.000 €/a
2.1 Stadt-
entwicklung 1 Strategische
Energieplanung
indirekte
Minderungswirkung
0,2
Personen
Nicht
quantifiziert *
2.2 Stadt-
entwicklung 1
Leitlinie für
Klimaschutz bei
Konversion und
Neubau
indirekte
Minderungswirkung
(Beispielrechnung:
675)
0,2
Personen 15.000 € *
2.3 Stadt-
entwicklung 2
Integrierte
Quartierslösungen im
Bestand
indirekte
Minderungswirkung
(Beispielrechnung:
4.000)
0,2
Personen
94.500 € /
52.500 €/a
1 *
3.1 Energetische
Sanierung 2 Sanierungskampagne
indirekte
Minderungswirkung
(Beispielrechnung:
315)
0,5
Personen
Nicht
quantifiziert *
3.2 Energetische
Sanierung 2
Fortführung des
Förderprogrammes
„Altbausanierung und
Energieeffizienz“
1.750 2 Personen 1 Mio. €/a
4.1 Strom-
einsparung 3 Stromsparinitiative für
private Haushalte 210 1 Person 100.000 €/a
4.2 Strom-
einsparung 3
Stromsparinitiative für
Unternehmen und
Institutionen
178 0,3
Personen 300.000 €/a
KölnKlimaAktiv 2022
6 | Gertec, Wuppertal Institut
4.3 Strom-
einsparung 3
Niederschwellige
Energieberatung für
kleine und mittlere
Unternehmen
205 0,4
Personen 100.000 €/a
5.1 Photovoltaik 1 Koordinationsstelle
Photovoltaik-Ausbau
indirekte
Minderungswirkung
0,2
Personen
Nicht
quantifiziert
5.2 Photovoltaik 2 Ausbau der PV auf
privaten Dachflächen 456 0,3
Personen
40.000 –
120.000 € *
5.3 Photovoltaik 1 Photovoltaik im
Gewerbe 913 0,1 Personen
10.000-
40.000 € /
80.000 €/a *
6.1 Suffizienz 2 Erarbeitung einer
Suffizienzstrategie
indirekte
Minderungswirkung
0,1 Personen 80.000 €
7.1 Mobilität 1 Betriebliches
Mobilitätsmanagement
395 0,5
Personen 50.000 €/a
7.2 Mobilität 1 Nachhaltige Mobilität
in der Stadtverwaltung 670 0,5
Personen 80.000 €
7.3 Mobilität 1 CO 2-Monitoring indirekte
Minderungswirkung
1 Person Nicht
quantifiziert
7.4 Mobilität 1 Kommunikations- und
Öffentlichkeitsarbeit
indirekte
Minderungswirkung
(Beispielrechnung:
1072)
1 Person 200.000 €/a
7.5 Mobilität 1 Koordination Smart
Mobility
indirekte
Minderungswirkung
0,5
Personen
Nicht
quantifiziert
SUMME 11.678 t CO 2 / a 9,8
Personen
339.500 -
449.500 € /
1.890.500€/a
KölnKlimaAktiv 2022
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2 KölnKlimaAktiv 2022 - Das Maßnahmenprogramm für d en
Klimaschutz in der Stadt Köln
2.1 Der Status Quo der Klimaschutzaktivitäten in Kö ln
Die Stadt Köln ist seit vielen Jahren im Themenfeld Klimaschutz aktiv. Zunächst lag
die Verantwortung für die Aufgaben des Klimaschutzes im Umwelt- und
Verbraucherschutzamt. Durch die zur Kenntnisnahme des Klimaschutzkonzeptes
Köln - vorgezogenes Sofortmaßnahmenprogrammes 2012 vom 20.12.2011 und den
damit einhergehenden Auftrag des Rates an die Verwaltung, konkrete
Umsetzungsvorschläge zu erarbeiten, wurde die politische Grundlage für die
Einrichtung der Koordinationsstelle Klimaschutz geschaffen. Diese Stabsstelle ist seit
Ende 2012 beim Dezernat V - Soziales, Integration und Umwelt angesiedelt.
In den Jahren 2015 und 2018 wurde mit der personellen Verstärkung der
Koordinationsstelle Klimaschutz die Bedeutung des Themenfeldes Klimaschutzes für
die Stadtverwaltung gestärkt und der Smart-City-Prozess mit dem
Klimaschutzprozess stärker zusammengeführt.
Die konzeptionelle Grundlage für eine strategische Klimaschutzarbeit bildeten das
Integrierte Klimaschutzkonzept Köln aus dem Jahr 2012, die
Treibhausgasbilanzierung für das Jahr 2008 und die Fortschreibung der Energie-
und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2015 mit einer ersten
Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen. Mit dem vorgezogenen
Sofortprogramm Klimaschutz 2012 aus dem Jahr 2011 und dem
Klimaschutzmaßnahmenprogramm der Stadt Köln 2014 wurde die Basis für die
Umsetzung von Projekten gebildet. Darüber hinaus setzt die RheinEnergie AG seit
dem Jahr 2007 das Klimaschutzprogramm "Energie & Klima 2020" um.
Klimaschutzprojekte werden daher seit vielen Jahren von vielen Akteuren innerhalb
des Konzerns Stadt Köln umgesetzt. Neben energetischen Sanierungsmaßnahmen
und sonstigen Effizienzmaßnahmen sowie Projekten zum Ausbau erneuerbarer
Energien und den Smart-City-Projekten standen in den letzten Jahren im
Handlungsfeld Energie diese Projekte im Fokus:
• Ausbau von Fernwärme und dezentraler Nahwärmelösungen
• Umsetzung integrierter Quartierskonzepte
• Das EU-Projekt GrowSmarter
• Das EU-Projekt CELSIUS zur Abwasserwärmenutzung
• Bewerbung und Begleitung des Projektes ÖKOPROFIT zur Energie- und
Ressourceneinsparung von Unternehmen
• ALTBAUNEU als Informationsplattform zur energetischen Sanierung und
zum landesweiten Erfahrungsaustausch
• KLASSE-Projekt-Energiesparen an Schulen
• Abwärmenutzung der Kläranlage Stammheim für Wohngebäude der GAG
Neben den bereits umgesetzten innovativen Leuchtturmprojekten und dem seit
Jahren kontinuierlichem Ausbau von Fernwärme wird es verstärkt notwendig, in der
Breite die Sanierungstätigkeit deutlich zu erhöhen. Es gilt sowohl die
KölnKlimaAktiv 2022
8 | Gertec, Wuppertal Institut
Wohnungsunternehmen als auch die privaten Vermieter stärker für energetische
Sanierungen zu gewinnen.
Der hohe Emissionsfaktor für Strom macht die Stromeinsparung zu einem ebenso
wichtigen Handlungsfeld, das bisher nur in einzelnen Projekten verankert war. Auch
hier gilt es stärker in der Breite zu agieren und gleichzeitig den Verbrauch stärker
durch Photovoltaik zu decken.
Das Thema ressourcensparender Lebensstil bzw. „Suffizienz“ wird bereits von
einzelnen Akteuren in der Stadt Köln bespielt und beworben. Eine stärkere Förderung
auch seitens der Koordinationsstelle mit ihrer Reichweite kann die indirekten
Einsparungen deutlich vergrößern.
Auch im Handlungsfeld Mobilität hat die Stadt Köln die Notwendigkeit zur
Durchführung von Maßnahmen zur Minderung von CO2-Emissionen erkannt.
Demographische Prozesse und die hohe regionale Bedeutung der Stadt haben das
Verkehrsaufkommen stark ansteigen lassen, sodass das Verkehrssystem sowohl auf
der Straße als auch auf der Schiene in der Stadt am Rande seiner Kapazität angelangt
ist. Die Straßen sind geprägt von zunehmenden Konflikten um die nur begrenzt zur
Verfügung stehenden Flächen für den fließenden und den ruhenden Verkehr. Und
auch der schienengebundene ÖPNV ist kaum mehr in der Lage, insbesondere in den
Hauptverkehrszeiten weitere Fahrgastzuwächse zu bewältigen, da der derzeitige
Ausbaustand des Netzes in den Hauptverkehrszeiten keine engere Taktung mehr
zulässt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wurden in Köln in den letzten
Jahren eine ganze Reihe von Strategiedokumenten und Plänen erstellt und
Maßnahmen umgesetzt, mit denen motorisierte Verkehre verstärkt auf die
Verkehrsmittel des Umweltverbundes verlagert werden sollen. Erste Erfolge zeigen
sich etwa durch den Anstieg des Radverkehrs, der seinen Anteil am Modal Split von 12
Prozent in 2006 auf 19 Prozent in 2017 steigern konnte; der Fußverkehr hat mit einem
Anteil von 25 Prozent leicht zugenommen, der Anteil des öffentlichen Verkehrs bleibt
mit 21 Prozent unverändert. Dagegen ist der Wegeanteil des motorisierten
Individualverkehrs von 43 Prozent auf 35 Prozent gesunken (Stadt Köln 2018).
Relevante Maßnahmen der letzten Jahre sind hier unter anderem:
• Das Strategiepapier „Köln mobil 2025“ wurde 2014 in einem partizipativ
geprägten Prozess erstellt und formuliert quantitative Ziele, wie sich der
Verkehr in Köln zukünftig entwickeln soll.
• Der Nahverkehrsplan ist 2017 beschlossen worden und beinhaltet die
angestrebte verkehrliche Entwicklung des ÖPNV in Köln und zukünftigen
Planungen im Stadtgebiet. Zentrale Maßnahmen sind die Fertigstellung
der Nord-Süd-Stadtbahn sowie der Ausbau der Ost-West-Achse
• Radverkehrskonzepte für alle Stadtbezirke bilden die Grundlage für einen
qualitativen und quantitativen Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur.
• Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Einrichtung weiterer
Tempo-30-Zonen,
• Maßnahmen für den ruhenden Verkehr, beispielsweise die Einrichtung
von Bewohnerparkgebieten oder das Parkleitsystem für die Innenstadt.
• Die Etablierung intermodaler Verkehrsangebote wie Car- und Bike-
Sharing,
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 9
• Aufbau von Mobilstationen als intermodale Verknüpfungspunkte und
Schnittstellen des Umweltverbundes
• Das „Sofortprogramm Saubere Luft“ des BMVI und der Green City
Masterplan mit einem Maßnahmenbündel zur Reduzierung der
Luftschadstoffemissionen durch Verbesserung des Verkehrsflusses und
Attraktivierung von Alternativen zum Auto
• Förderung der Elektromobilität, u.a. durch den Bau von 400 öffentlich
zugänglichen Ladepunkten
2.2 Zielsetzung von KölnKlimaAktiv 2022
Die Stadt Köln hat sich durch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis der europäischen
Städte und den Beitritt zum Bürgermeisterkonvent verpflichtet, die in Köln
erzeugten CO2- Emissionen gegenüber 1990 bis 2020 um mindestens 20
Prozent und bis 2030 um 50 Prozent zu senken . 1990 betrugen die
Emissionen 12,13 Mio. t, eine Senkung um 50 Prozent bedeutet einen Zielwert von
6,07 Mio. t für 2030. Bis 2015 wurde bereits eine Reduktion um 2,13 Mio. t auf 10
Mio. t CO 2 erreicht. Dies bedeutet, dass die jährlichen CO 2-Emissionen bis
2030 noch um 3,9 Millionen Tonnen gegenüber dem Stand von 2015
gesenkt werden müssen. Geht man von einer linearen Senkung der Emissionen
aus, müssten daher Jahr für Jahr die Emissionen um rund 262.000 t zurückgehen.
Um das Ziel zu erreichen, bedarf es somit massiver Anstrengungen und Vorgaben in
allen Sektoren.
KölnKlimaAktiv 2022 leistet sektorübergreifend einen wichtigen Beitrag, um die
CO
2- Einsparziele zu erreichen. Es stellt den „Klimaschutz-Fahrplan“ für die
Koordinationsstelle Klimaschutz für die kommenden drei Jahre auf und ergänzt
weitere Bestrebungen, Konzepte und Prozesse (z.B. den Green City Masterplan).
Ziele sind unter anderem:
• die Umsetzung von Maßnahmen zur CO 2-Einsparung
• die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung bei den Bürgerinnen und
Bürgern Kölns und bei Unternehmen
• die Erhöhung der Akzeptanz für den Klimaschutz
• die Umsetzung der Vorbildfunktion als Großstadt
Es ist notwendig, sowohl auf der Energieerzeugungsseite als auch auf der
Energieverbrauchsseite Maßnahmen zu ergreifen, um deutliche CO 2 -Einsparungen
zu bewirken. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss die Stadt Köln den für die
Verwaltung vorhandenen kommunalen Handlungsspielraum vollständig
ausschöpfen und zusätzlich auf fördernde Rahmenbedingungen auf übergeordneten
Ebenen (Land, Bund, EU) hin wirken, um gemeinsam die Einsparziele erreichen zu
können.
Zu den Maßnahmen auf kommunaler Ebene gehören die Reduktion des Strom- und
Wärmeverbrauchs sowie Effizienzsteigerungen. Der Ausbau der Erneuerbaren
Energien und die Kraft-Wärme-Kopplung sind ebenfalls zu forcieren. Obwohl sich
viele Maßnahmen auch unter Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen erfolgreich umsetzen
lassen, fehlt es häufig an Information und Sensibilisierung, um die Umsetzung zu
KölnKlimaAktiv 2022
10 | Gertec, Wuppertal Institut
erwirken. Hier kann die Stadt Köln gezielt ansetzen und den Klimaschutz vor Ort
voranbringen.
Auch im Handlungsfeld Mobilität ist eine ganz erhebliche Verstärkung der
Anstrengungen und in Teilen auch eine Abkehr von der bisherigen Planungspraxis
erforderlich. Die bereits dargestellten herausfordernden Ausgangsbedingungen
sämtlicher Verkehrsmittel verschärfen hier die Rahmenbedingungen.
Ausblick 2030
Zur Verdeutlichung der Menge der CO
2-Emissionen, die eingespart werden
müssen, damit die Stadt ihre ambitionierten und gleichermaßen absolut
notwendigen CO 2-Minderungsziele 2030 erreichen kann, sind nachfolgend einige
Vergleichszahlen dargestellt: Die derzeit noch zusätzlich zu den seit 1990 bereits
erreichten CO 2-Minderungen benötigten weiteren 3,9 Millionen Tonnen eingesparter
Treibhausgas (THG)-Emissionen entsprechen demnach beispielsweise der Summe
folgender Einsparerfolge:
- Reduktion des Stromverbrauchs in den privaten Haushalten und im Sektor
Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) um 30 % und in der Industrie um
10%
- Reduktion des Öl- und Gasverbrauches durch Sanierungsmaßnahmen in den
privaten Haushalten und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen
(GHD) um die Hälfte
- Öl- und Gasverbrauchsreduktion in der Industrie um 35% - insbesondere
durch Einsparungen bei Prozesswärme und mechanischen Anwendungen
- 70%ige Potenzialausschöpfung des theoretischen Ausbaupotenzials für
Photovoltaik auf Dachflächen gemäß Energieatlas NRW
- Zunahme des Modal Split-Anteils des Fahrrades von derzeit 20 auf 40 Prozent
zu Lasten des MIV, dabei gegenüber heute deutliche Zunahme der
durchschnittlichen Länge der mit dem Fahrrad zusätzlich zurückgelegten
Wege,
- Steigerung des Modal Split-Anteils des ÖPNVs von derzeit 21 auf 30 Prozent
zu Lasten des MIV,
- Verringerung des Pkw-Anteils am Modal Split von derzeit rund 34 auf nur
noch zehn Prozent
- Nutzung ausschließlich regenerativ erzeugten Stroms, um das derzeit
bestehende und notwendige zusätzliche ÖPNV-Angebot bereitzustellen,
- Anteil von Elektromobilität bei den in 2030 verbleibenden Pkw-Verkehren
von 75 Prozent,
- deutlich klimagünstigerer Emissionsfaktor des dabei in den elektrischen Pkw
genutzten Stroms,
- emissionsfreie Erbringung der Hälfte der derzeit noch mit konventionell
angetriebenen leichten Nutzfahrzeugen durchgeführten Fahrten in der Stadt
und
- Reduzierung der vom Flughafen Köln Bonn aus- und am Flughafen
eingehenden Flüge um ein Viertel.
Die genannten exemplarischen Einzelpunkte stellen keine Ziele dar, sondern
dienen als Beispielrechnung nur der Verdeutlichung der zur Zielerreichung 2030
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 11
benötigten enormen Anstrengungen. Belange der Umsetzbarkeit, Zielkonflikte etc.
wurden für diese Demonstration nicht berücksichtigt.
2.3 Kommunale Handlungsmöglichkeiten und notwendige politische
Rahmenbedingungen
Um die Herausforderungen im Klimaschutz zu bewältigen, muss auf
unterschiedlichen Handlungsebenen ein Beitrag geleistet werden. Neben dem
notwendigen kommunalen Handeln, müssen auch geeignete Rahmenbedingungen
auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene geschaffen werden. Aufgrund ihrer großen
Bedeutung liegt der Fokus der Darstellung hier auf der kommunalen Ebene sowie der
Bundesebene.
Kommunale Handlungsmöglichkeiten
Auf kommunaler Ebene bieten sich vielfältige Handlungsmöglichkeiten zur
Initiierung und Umsetzung von Maßnahmen, um dem Klimaschutz vor Ort zu
verbessern. Mit dem vorliegenden Programm KölnKlimaAktiv 2022 werden der
Koordinationsstelle Klimaschutz konkrete Maßnahmen und Wege aufgezeigt, um
Chancen zu nutzen, Klimaschutzaktivitäten zu koordinieren und Projekte zu
initiieren – etwa durch Planungskoordination wie eine strategische Energieplanung,
die Energiebedarfe sowie Potenziale für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und
Erneuerbare Energien stadtweit und ämterübergreifend koordiniert, oder eine
Koordination der „Smart Mobilty“, durch die alle Aktivitäten und Pilotprojekte zu
neuen Mobilitätslösungen gebündelt werden. Ein weiteres Handlungsfeld ist die
Kommunikation mit der Öffentlichkeit, etwa mit einer Sanierungskampagne, die sich
an private Wohngebäudeeigentümer richtet, oder Kommunikation zur nachhaltigen
Mobilität, die die Verkehrswende in Köln kommunikativ begleitet und die Bürger
zum Mitmachen aufruft.
Dabei kann Köln als Metropole mit überregionaler Ausstrahlung eine bedeutende
Rolle einnehmen. Die meisten großen Städte in Deutschland verfolgen klar definierte
Klimaschutzziele, die mit entsprechenden Klimaschutzprogrammen erreicht werden
sollen. Als Beispiele seien hier die Städte Berlin und München zu nennen. Das Land
Berlin hat das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 am 28.8.2018
beschlossen und damit das Berliner Energiewendegesetz und die Zielsetzung der
Klimaneutralität bis 2050 untermauert. Die Stadt München verfolgt das gleiche Ziel
und hat hierzu das integrierte Handlungsprogramm Klimaschutz in München
beschlossen.
Bei der Umsetzung ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen kann die Stadt Köln eine
Vielzahl von Akteuren aus dem Konzern Stadt, der Wirtschaft und Zivilgesellschaft
einbinden, um gemeinsam Aktivitäten zu bündeln. Bereits heute setzen viele Ämter
und Konzerntöchter umfangreiche Klimaschutzprojekte um. Im Rahmen der
Beteiligung der Ämter und Konzerntöchter wurde der Wunsch nach einer engeren
Zusammenarbeit deutlich, um einen fachlichen Austausch zu ermöglichen und
Synergien durch eine gegebenenfalls gemeinsame Projektentwicklung und
Umsetzung zu schaffen. Dabei sollte der Fokus auf thematisch differenzierten
Arbeitsgruppen liegen, deren Treffen bedarfsorientiert erfolgen. Die
KölnKlimaAktiv 2022
12 | Gertec, Wuppertal Institut
Koordinationsstelle Klimaschutz könnte in diesem Zusammenhang eine
Koordinationsfunktion übernehmen.
Darüber hinaus hat die Stadt Köln mit ihrer Rolle als Multiplikator, Vorbild und auch
Koordinationsfunktion über die Verwaltung hinaus eine große Strahlkraft und sollte
die Kooperation mit lokalen Initiativen, Vereinen, der Wirtschaft und weiteren
Institutionen, etwa der Region Köln Bonn, weiterführen und ausbauen. So können
Synergien sowohl durch gemeinsame Projekte als auch durch gemeinsame
Aktivitäten in der Klimaschutzpolitik nutzbar gemacht werden.
Den Kommunen bieten sich bei der Förderung klimaschonender Mobilität mehrere
parallel zu verfolgende Ansätze. Dies ist zum einen die Durchführung flankierender
Aktivitäten, mit denen sich die Wirkung von auf EU-, Bundes- und Landesebene
initiierten Maßnahmen erhöhen lässt (beispielsweise die Beschaffung elektrischer
Busse durch das kommunale Verkehrsunternehmen oder der Umstellung des
kommunalen Fuhrparks auf Elektromobilität im Rahmen einer Bundesförderung).
Ein ganz zentraler Handlungsansatz für die Stadt Köln , mit dem sich in
bedeutendem Umfang verkehrliche THG-Emissionen mindern lassen, ist die
Förderung von Alternativen zur Pkw-Nutzung. So fallen die qualitative und
quantitative Ausgestaltung des ÖPNV-Angebotes und die Ausgestaltung der
Nutzungsbedingungen für den Radverkehr und das Zufußgehen in die direkte
Zuständigkeit der Stadt Köln.
Der Koordinationsstelle Klimaschutz bieten sich hier viele Möglichkeiten der
Unterstützung. Durch Koordination und Vernetzung werden Fachplanungen und
weitere klimaschutzrelevante Akteurinnen und Akteure unterstützt. Und nicht
zuletzt die in Köln aufgrund der intensiven Verflechtungen der Stadt mit ihrem
Umland wichtige Kooperation mit den Gemeinden der Region kann von der
Koordinationsstelle begleitet und unterstützt werden.
Rahmenbedingungen auf Bundesebene
Für den Sektor Energie sind auf Bundesebene geeignete gesetzliche
Rahmenbedingungen zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Dazu gehören
Möglichkeiten zur Ausgestaltung des Gebäudeenergiegesetzes, das nach EU-Recht
spätestens am 1.1.2019 in Kraft treten muss. Weitere gesetzliche
Rahmenbedingungen werden u.a. gesetzt durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärme Gesetz (EEWärmeG), das Kraft-
Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG), das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz oder
auch das Mieterstromgesetz. Durch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten könnte
der Anreiz zur energetischen Sanierung erhöht werden. Weiterhin bedarf es
Förderprogrammen, z.B. zum energieeffizienten Haus oder dem Ausbau von Kraft-
Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien wie sie beispielsweise durch die
Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für
Wiederaufbau (KfW) angeboten werden.
Auch für den Sektor Mobilität gilt es, auf Bundesebene geeignete gesetzliche
Rahmenbedingungen zu schaffen beziehungsweise zu erhalten, die dazu beitragen
können, das Mobilitätssystem zukünftig klimaschonender zu gestalten. Über die
Bundesverkehrswegeplanung besteht die Möglichkeit, die infrastrukturellen
Rahmenbedingungen für Alternativen zum Pkw zu verbessern. Eine Ausweitung der
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 13
Regionalisierungsmittel, mit denen der Bund die Länder bei der Ausgestaltung des
Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) unterstützt, böte den Ländern die
Möglichkeit, das SPNV-Angebot auszuweiten. Eine Anpassung der
Straßenverkehrsordnung könnte u.a. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit festlegen
und Kommunen mehr Gestaltungsspielraum bei der Bevorrechtigung des
Umweltverbundes geben. Weitere Stellschrauben auf Bundesebenen sind fiskalische
Instrumente wie Kfz-Steuer, Energiesteuer und Dienstwagenregelung, mit denen
emissionsarme Fahrzeuge und alternative Antriebskonzepte stärker gefördert
werden können.
Als viertgrößte Stadt Deutschlands kann Köln im Rahmen der vorhandenen
Netzwerke Anregungen zur Weiterentwicklung dieser Rahmenbedingungen geben
und sollte diese Möglichkeiten weiterhin konsequent nutzen, um den Klimaschutz
vor Ort zu stärken.
KölnKlimaAktiv 2022
14 | Gertec, Wuppertal Institut
3 CO 2-Bilanz der Stadt Köln
Die Ergebnisse der gesamtstädtischen Treibhausgas-Bilanz für das Bilanzjahr 2015
zeigen eine ambivalente Entwicklung. Einerseits ist von 2008 bis 2015 ein Anstieg
des Endenergieverbrauchs um fünf Prozent zu verzeichnen, welcher
insbesondere aus einem Anstieg im Industrie-Sektor resultiert. Gleichzeitig ist der
Endenergieverbrauch im Sektor Private Haushalte, Gewerbe, Handel,
Dienstleistungen (GHD)/ Sonstiges um sieben Prozent und bei den städtischen
Gebäuden sogar um zehn Prozent gesunken. Im Handlungsfeld Mobilität konnte
zwischen 2008 und 2015 keine Minderung beim Endenergieverbrauch erzielt
werden. Es ist davon auszugehen, dass die Bevölkerungszunahme und die damit
einhergehende Zunahme des Gesamtverkehrsaufkommens in der Stadt hierfür
verantwortlich ist.
Die THG-Emissionen sind in dem Zeitraum 2008 bis 2015 um insgesamt ein
Prozent gesunken. Während die beiden Sektoren Private Haushalte, Gewerbe,
Handel, Dienstleistungen (GHD)/ Sonstiges und städtische Einrichtungen eine
Minderung um 15 beziehungsweise um 11 Prozent erzielt haben, blieben die
Emissionen des Sektors Mobilität stabil und stiegen im Sektor Industrie um 11
Prozent. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums ist die Pro-Kopf-Einsparung
von 2008 bis 2015 mit sechs Prozent deutlich höher. Um die Ziele des Klima-
Bündnisses zu erreichen, müssen die Pro-Kopf-Emissionen jedoch von 9,4 (Stand
2015) auf 6,4 Tonnen THG reduziert werden (Basis 12,8 Tonnen pro Kopf im Jahr
1990). Bezogen auf die Gesamtbevölkerung entspricht dies einer Reduktion um 3,9
Mio t – von 10 Mio t (2015) auf rund 6,07 Mio t im Jahr 2030.
CO2 – Einsparpotenziale
In beiden Handlungsfeldern gibt es direkte Umsetzungsmaßnahmen, die ein
quantifizierbares Treibhausgasminderungspotenzial aufweisen.
Insgesamt können durch die Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes KölnKlimaAktiv
2022 jährlich 11.678 Tonnen CO 2 eingespart werden. Dies verdeutlicht, dass die
Maßnahmen aus KölnKlimaAktiv 2022 nur begrenzten Einfluss auf die THG-
Emissionen nehmen können. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sind daher
weitere Maßnahmen auf allen Ebenen und ein Beitrag durch viele weitere Akteure
notwendig. Die Stadt Köln kann mit einigen Maßnahmen nur mittelbar, z.B. im
Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung ein Umdenken erwirken
und Verhaltensänderungen anstoßen.
Daher gibt es eine Reihe von Maßnahmen im Konzept, deren CO2-Einspareffekt sich
zum jetzigen Zeitpunkt (z.B. aufgrund der Abhängigkeit vom Umfang,
Einflussbereich und Durchschlagkraft einer Maßnahme) nicht oder nur begrenzt,
d.h. mit Hilfe von Annahmen und Beispielrechnungen, quantifizieren lässt. Als
Beispiel sei die Internetseite zu nennen, die informierend und initiierend wirkt. Erst
mit der Umsetzung von klimafreundlichen Projekten durch die Nutzer wird eine
CO2-Minderungswirkung erzielt, die somit indirekt ist. Ebenso gilt diese begrenzte
Quantifizierbarkeit für Quartiersprojekte und Kampagnen, deren Wirkung von der
Anzahl und dem gewünschten Umfang abhängt.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 15
Doch auch diese nicht und begrenzt quantifizierten Maßnahmen haben im
Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen bedeutende mittel- und langfristige
Wirkungen, denn sie versetzen Akteurinnen und Akteure an anderer Stelle in die
Lage, Maßnahmen zur Minderung der CO2-Emissionen durchzuführen. Daher ist
eine kontinuierliche Klimaschutzarbeit von großer Bedeutung.
Im Vergleich mit den Klimaschutzzielen der Stadt Köln zeigt sich, dass die
Maßnahmen des vorliegenden Konzepts einen ersten Baustein zur Zielerreichung
darstellen.
Bei der Annahme einer linearen Senkung der CO
2-Emissionen von 2015 bis 2030
müssten die Emissionen jährlich um 262.000 t zurückgehen, um die bis 2030
notwendige Reduktion um 3,9 Mio. t zu erreichen. Für den 4-Jahres-Zeitraum des
Konzepts von 2019 bis 2022 wären dies zusammen rund 1,05 Mio. t.
Abbildung 1: a) Bisherige und zukünftig notwendige Entwicklung der CO 2-Emissionen (in t);
b) Direkter Minderungsbeitrag von KölnKlimaAktiv bis 2022 (in t CO 2)
Die Differenz zwischen den Einsparpotenzialen des vorliegenden Konzepts und der
notwendigen Reduktion zeigt, dass noch große Herausforderungen zur Schließung
der Lücke von mehr als 1 Mio. t CO
2 bis 2022 und von 3,9 Mio. t bis 2030 bestehen
(vgl. Abbildung 1). Sie können bewältigt werden, indem die im Konzept dargestellten
Ansätze konsequent umgesetzt, zugleich von der Ebene der Einzelprojekte in eine
stadtweit flächenhafte Umsetzung hochskaliert werden und über die im Gutachten
benannten Strategien und Maßnahmen hinaus noch in weiteren Handlungsfeldern
innerhalb der Sektoren Energie und Mobilität ambitionierte THG-
Minderungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.
Die maßnahmenbezogenen Einsparungen sind in den Maßnahmensteckbriefen in
Kapitel 5.1 beschrieben.
12.130.000
10.000.000
6.065.000
0
2.000.000
4.000.000
6.000.000
8.000.000
10.000.000
12.000.000
14.000.000
1990 2015 2030
KölnKlimaAktiv 2022
16 | Gertec, Wuppertal Institut
4 Akteursbeteiligung
Um die Expertise möglichst vieler für den Klimaschutz relevanter Kölner Stakeholder
in dieses Gutachten einfließen zu lassen, sind insgesamt 35 leitfadengestützte
Expertinnen- und Experteninterviews durchgeführt worden, um
• einen Überblick über bereits umgesetzte Projekte zu gewinnen, ebenso wie
über derzeit geplante Projekte
• wichtige Problemlagen und Bedarfe zu identifizieren,
• Bedarfe nach strategischen und organisatorischen Anforderungen zu
ermitteln
• Unterstützungsinteresse bei der Umsetzung von neuen Maßnahmen zu
ermitteln.
Im Rahmen eines Stadt Köln konzerninternen Workshops für das Handlungsfeld
Energie und einem Verkehrsworkshop mit rund 40 Kölner Stakeholderinnen und
Stakeholdern wurden die auf Basis der durchgeführten Interviews und der
allgemeinen Literatur- und Internet-Recherchen ermittelten Handlungsfelder und
Maßnahmenvorschläge vorgestellt und diskutiert. Abschließend wurden den
Vertretern der Fraktionen im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung die
entworfenen Maßnahmenempfehlungen vorgestellt und Anregungen aufgenommen.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 17
5 Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz
5.1 Handlungsfeld Klimaschutz allgemein
Dieses Handlungsfeld umfasst zwei zentrale Maßnahmen für die kommunale
Klimaschutzarbeit. Dabei handelt es sich einerseits um die Entwicklung eines
umfassenden, attraktiven Internetauftritts der Stadt Köln zum Thema Klimaschutz
und andererseits um die Fortführung und Stärkung der Lobbyarbeit zur
Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen für den Klimaschutz.
Handlungsfeld Klimaschutz allgemein / Nr. 1. 1
Optimierung des Internetauftritts
Kurzbeschreibung
Das Internet und die sozialen Medien stellen die we sentlichen Informationskanäle für Bürger
und Bürgerinnen dar. Die Stadt Köln kann als öffent liche Institution hier eine wichtige Plattform
zur neutralen Information und Orientierung bieten. Der bisherige Internetauftritt zum Thema
Klimaschutz ist jedoch nur schwer über die Website der Stadt Köln zu finden. Mittels
Suchmaschinen ist der Auftritt allerdings relativ l eicht auffindbar. Derzeit sind für die Kölner
Bürger und Bürgerinnen städtische Informationen zum Thema Klimaschutz über den Link
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-ti ere/klima zugänglich. Hier werden
Informationen rund um die bisherigen Klimaschutzkon zepte und -aktivitäten, die in Köln tätigen
Klimaschutz-Initiativen sowie allgemeine Informatio nen zum Thema Klimaschutz und weitere
Links bereitgestellt.
Das Informationsangebot wurde in der Vergangenheit bereits deutlich vergrößert; im Vergleich
zur Bevölkerungszahl wird das mit den bisherigen Ka pazitäten aufgebaute Angebot jedoch nicht
als ausreichend erachtet. Bei der Optimierung des I nformationsangebotes sollten die
unterschiedlichen Zielgruppen adressiert werden, um eine schnelle individuelle Orientierung und
Deckung des Informationsbedarfs zu ermöglichen. Bei der Ausrichtung sollten die Zielgruppen
differenziert nach Altersgruppen und Interessen (Fö rdermittelsuche, Beratungsangebote,
Dienstleistungen,...) angesprochen werden und auch für die Zielgruppe Unternehmen ein
übersichtliches und klar abgegrenztes Informationsa ngebot erstellt werden.
Es gilt somit einerseits das Informationsangebot de utlich auszuweiten und andererseits eine
leichtere Auffindbarkeit der Website zu ermöglichen . Hier bietet sich zum einen eine deutliche
höhere Platzierung auf der Website www.stadt-koeln. de an, zum anderen besteht die Option des
Aufbaus einer gesonderten Website. Alternativ wäre zu prüfen, ob ggf. auch unter der
Trägerschaft eines Klimaschutz-Netzwerkes der Stadt gesellschaft, für das in Köln bereits
Vorläufer und Grundstrukturen existieren, etwa mit der Netzwerk-Kampagne
http://www.erklimadasmal.de/ eine gemeinsam getrage ne Website angeboten werden kann.
Hierdurch könnten sich Synergien zum Handlungsfeld Suffizienz herstellen lassen.
Städte wie Frankfurt mit der Seite www.klimaschutz- frankfurt.de bieten hier zielgruppengerechte
Informationen für Bürger als Privatperson, Verkehrs teilnehmer, Hausbesitzer und für
Unternehmen. Die Stadt Essen gibt mit der Website h ttp://www.klimawerkstadtessen.de einen
umfassenden Überblick über die politischen Rahmenbe dingungen, die Themen Mobilität,
Stadtplanung/Stadtentwicklung, Wohnen und Leben sow ie Bildung und Forschung mit der
Beschreibung von Projekten, als auch hilfreiche Inf ormationen für die Bürgerinnen und Bürger
für ihren Alltag. Auch die Stadt Berlin (www.berlin -klimaschutz.de) verfügt über einen
gesonderten Internetauftritt.
KölnKlimaAktiv 2022
18 | Gertec, Wuppertal Institut
Neben dem Internetauftritt sollten auch die soziale n Medien wie der städtische Facebook-
Account stärker mit klimaschutzrelevanten Themen be stückt werden. Der städtische Facebook-
Account hat über 500.000 Abonnenten, sodass hier ei ne große Anzahl von Bürgern erreicht
werden kann. Mit über 11.000 Followern hat der städ tische Twitter-Account eine geringere
Reichweite, kann jedoch ebenfalls zur Öffentlichkei tsarbeit genutzt werden.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Interne Abstimmung der Koordinationsstelle Klimasch utz mit dem Amt für
Informationsverarbeitung über Möglichkeiten zur höh eren Platzierung bzw. alternativ zur
Erstellung eines gesonderten Internetauftritts
• Konzept zur zielgruppengerechten Ansprache und den gewünschten Inhalten, eingebunden
in parallel laufende Klimaschutzkampagne
• Erarbeitung der Inhalte und Implementierung mit beg leitender Öffentlichkeitsarbeit zur
Bewerbung der neuen Website
• Weitere Professionalisierung mit ergänzenden Angebo ten möglich (Kampagne s. Frankfurt
und Projektdatenbank s. Berlin)
• Laufende Pflege und Aktualisierung sowie Monitoring (auch des Facebook-Accounts)
Ziel der Maßnahme
Umfangreicheres Informationsangebot und leichtere A uffindbarkeit als Grundlage für die
Umsetzung von Maßnahmen durch Bürgerinnen und Bürge r und Unternehmen (z.B.
Energetische Altbausanierung)
Ausgangslage in Köln
Der bisherige Internetauftritt zum Thema Klimaschut z ist nur schwer über die Website der Stadt
Köln zu finden und überarbeitungsbedürftig. Informa tionen (z.B. über Förderprogramme)
fehlen.
Flankierende Maßnahmen
Klimaschutzkampagne zur Bewerbung des Angebotes und der erleichterten Ansprache von
Bürgern
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Stabsstelle
Digitalisierung, Amt für
Informationsverarbeitung, Umwelt und
Verbraucherschutzamt
, Amt für
Stadtentwicklung und Statistik, Amt für
Wirtschaftsförderung
Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 19
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare Treibhausgasminderung durch das
verbesserte Informationsangebot. Nur indirekte THG-
Minderung durch erleichterte Maßnahmenergreifung be i
den Kölner Bürgerinnen und Bürgern.
Annahme: 561.000 Haushalte in Köln (Stand 2017),
davon öffnen pro Jahr 5 % die Website zum Klimaschu tz,
d.h. ca. 28.000 und davon ergreifen mindestens 10% eine
Maßnahme bzw. ändern ihr Verhalten und sparen
Energie ein (5% Strom und Wärme). Damit ließen sich
839 t CO
2eq/ a einsparen (Stromverbrauch von 3.215
kWh bei 2-Personen-Haushalt (Quelle: destatis 2017) ;
Wärmeverbrauch pro Haushalt: 16.245 kWh (Quelle
destatis für 2017)).
Umsetzbarkeit der Maßnahme Leichte Umsetzbarkeit aufgrund direkten Einflusses der
Koordinationsstelle Klimaschutz.
Einmalige Kosten Die Höhe der einmaligen Kosten ist abhängig vom
gewünschten Umfang der Maßnahme. Dabei kann der
Ausbau der kommunalen Homepage ggf. kostenneutral
erfolgen. Für die Schaffung einer neuen Homepage un d
deren Aufbau sind höhere Kosten zu veranschlagen
(abhängig vom Umfang ab 20.000 €).
Laufende Kosten
Kosten für Wartung und Webhosting abhängig vom
gewünschten Umfang.
Personalaufwand Aufwand für die Konzeption, Ausschreibung,
Inhaltsaufbau und kontinuierliche Pflege (inklusive
Social Media) 0,20 Stellen/a (anfangs ist der Aufwa nd
höher: 0,5 Stelle, später liegt der Aufwand bei ca. 0,20
Stellen).
Nutzen-Aufwand-Relation Gute Relation; nach anfänglich höherem Aufwand
kontinuierlicher Pflege- und Aktualisierungsaufwand auf
geringerem Niveau bei sehr hohem Nutzen für den
Bürger .
Positive Zusatzeffekte
Die Bewerbung lokaler Angebote fördert die lokale
Wertschöpfung.
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Webseiten-Nutzung: Klickzahlen pro Monat/ bei
spezifischen Veranstaltungen / Projekten
2. Bewertung des Inhaltes der Webseite
Erhebung:
1. Auswertung des Web-Traffic
2. Umfrage auf der Webseite für die Nutzer zur
Klärung, ob die Angebote zielgruppengerecht
dargestellt, welche Informationen nachgefragt
werden und ob Angebote auch Handlungen ausgelöst
haben.
KölnKlimaAktiv 2022
20 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Klimaschutz allgemein / Nr. 1. 2
Lobbyarbeit für Klimaschutz
Kurzbeschreibung
Die Erfahrung zeigt, dass deutsche und europäische Klimaschutzziele nur dann erreicht werden
können, wenn alle Ebenen gemeinsam an der Zielerrei chung arbeiten. Dazu gehören die
Kommunen, aber auch das Land NRW, der Bund sowie di e EU.
Die Stadt Köln sollte daher ihre Netzwerkarbeit for tsetzen und auf europäischer und
internationaler Ebene eigene Projekte bekannt mache n und im Austausch mit anderen
Kommunen erfolgreiche Projekte adaptieren.
Auch sollte auf politischer Ebene für die Klimaschu tzarbeit geworben und dabei deutlich gemacht
werden, welche Rahmenbedingungen auch von höherer E bene geschaffen werden müssen, um
erfolgreich auf lokaler Ebene Klimaschutzarbeit ums etzen zu können.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Fortführung der internationalen Zusammenarbeit mit einem Fokus auf Klimaschutz
• Aktive Mitarbeit an politischen Prozessen auf Lande s-, Bundes- und EU- Ebene zur
Implementierung von kommunalen Anforderungen in u. a. klimaschutzrelevante Gesetzgebung
• Einbringung von Anforderungen an (gesetzliche) Rahmenbedingunge n seitens übergeordneter
Institutionen
Ziel der Maßnahme
Förderung von geeigneten gesetzlichen und sonstigen Rahmenbedingungen für
Klimaschutzprojekte vor Ort
Ausgangslage in Köln
Die Handlungsspielräume der Stadtverwaltung sind be grenzt. Es bedarf sowohl gesetzlicher
Rahmenbedingungen als auch eines geeigneten Anreizi nstrumentariums, um die
Klimaschutzziele erreichen zu können. Durch die Mit gliedschaft im KlimaBündnis und den
Beitritt zum Bürgermeisterkonvent wurden Grundstein e gelegt und es wurde eine
Selbstverpflichtung eingegangen.
Flankierende Maßnahmen
-
Durchführungszeitraum: ab 2018
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz Land, Bund, EU, Kommunen
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 21
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare Treibhausgasminderung durch
Lobbyarbeit. Indirekte Wirkung durch mittelfristige
Optimierung der Rahmenbedingungen.
Umsetzbarkeit der Maßnahme
Umsetzbarkeit auf grund der bundesweit großen
Bedeutung der Stadt Köln
Einmalige Kosten -
Laufende Kosten Reisekosten (inkl. Kompensation) abhängig von der
Anzahl der Reisen. Ansatz von ca. 8.000 € pro Jahr;
ggf. Kosten für internationale Projekte.
Personalaufwand Bi s zu 70 AT pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Mittlerer Aufwand bei erst mittel - bis längerfristigem
Nutzen
Positive Zusatzeffekte Aufbau eines Netzwerkes, Imageverbesserung für die
Stadt Köln und Akquise von Fördermitteln
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Entscheidungen in Folge eingebrachter
Stellungnahmen
Erhebung:
1. Auswertung der politischen Entscheidungen,
in deren Vorfeld Stellungnahmen eingereicht wurden
KölnKlimaAktiv 2022
22 | Gertec, Wuppertal Institut
5.2 Handlungsfeld Stadtplanung/Stadtentwicklung
Im Handlungsfeld „Stadtentwicklung/ Stadtplanung“ wird angestrebt, frühzeitig im
Rahmen von Entwicklungsprojekten klimafreundliche Energieversorgungslösungen
zu planen und bei der (Weiter-)Entwicklung von Quartieren klimaschützende
Aspekte ausreichend zu berücksichtigen. Damit sollen nicht nur umweltfreundliche,
sondern auch sichere und lebenswerte Quartiere entwickelt werden.
Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 1
Strategische Energieplanung
Kurzbeschreibung
Im Rahmen der Interviews und Workshops wurde deutli ch, dass die Stadt Köln in Zukunft eine
Vielzahl von städtischen Entwicklungsmaßnahmen umzu setzen hat; gleichzeitig über die
Gestaltung einer umweltfreundlichen Energieversorgu ng (Wärme- und Kälteversorgung) dieser
Flächen erst zu einem späten Zeitpunkt entschieden wird und Potenziale (z.B. in der Nähe
befindliche Nah- und Fernwärmeversorgungssysteme) g gf. nicht bekannt sind und nicht genutzt
werden. Gleichzeitig kann eine gemeinsame Planung f rühzeitig dabei helfen, entstehende
Wirtschaftlichkeitsprobleme bei Ausbauplanungen für Nah- und Fernwärme zu verhindern.
Dabei hat die Stadt Köln die Möglichkeit, eine komm unale Wärmeplanung mit ihrer
kommunalen Planungshoheit und ihrer Rolle als Moder ator und Mediator voranzutreiben.
Um die Potenziale der Fernwärmeausbauplanung, der A bwasserwärme sowie die Potenziale aus
der industriellen Abwärme und den erneuerbaren Ener gien bei den für die Stadtentwicklung
zuständigen Ämtern bekannt zu machen, wird empfohle n, eine strategische Energieplanung im
Rahmen der Stadtentwicklungsplanung und der öffentl ichen Sanierungsplanung zu initiieren
und als internes Arbeitsinstrumentarium zu implemen tieren.
Hierbei gilt es zunächst als Koordinationsstelle Kl imaschutz alle betroffenen Akteure aus der
Stadtentwicklung, Stadtplanung, der Gebäudewirtscha ft, der RheinEnergie AG und der
Stadtentwässerungsbetriebe zusammen zu bringen und die Potenziale und Planungen mittels
GIS-Layern zu erfassen und zu verschneiden. Dabei k önnen neben den kommunalen Daten auch
weitere Datenquellen wie der EnergieAtlas NRW genut zt werden.
Als Beispiel für eine Verschneidung von Abwärmepote nzialen und Wärmesenken kann die Stadt
Frankfurt herangezogen werden. In Bezug auf die Wär mesenken und die Abwärmepotenziale
sind die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung ei nzuhalten.
(Quelle: ECO.S Energieconsulting)
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 23
Die erstmalige Aufstellung und Pflege der GIS-Datei en sollte ebenso wie die
Abstimmungstermine durch die Koordinationsstelle Kl imaschutz koordiniert werden.
Alternativ zu einer gesamtstädtischen Analyse kann auch in zwei bis drei Pilotgebieten eine
solche Energieplanung erprobt werden und im nächste n Schritt auf andere Gebiete ausgeweitet
werden.
Auf Basis der Ergebnisse können anschließend durch die Stadt in enger Zusammenarbeit mit den
relevanten Akteuren des Wärmemarktes informelle Wär menutzungskonzepte für Teile des
Stadtgebietes (Stadtteile) zur Konkretisierung der ermittelten Potenziale der Energieplanung
erarbeitet werden.
In den Konzepten werden die unterschiedlichen Energ ieträgerangebote mit den Wärme- und
Kältebedarfen unter Beachtung klimaschützender Aspe kte aufeinander abgestimmt. Die
Konzepte liefern u.a. einen Überblick über die Nutz ungsmöglichkeiten von Kraft-Wärme-
Kopplung, Erneuerbarer Energien, industrieller sowi e sonstiger Abwärme.
Zu den konkreten Inhalten des Konzeptes gehören u.a . die Erstellung von langfristigen
Energiebedarfsszenarien unter Berücksichtigung ener getischer Sanierung, etc. und die
Ermittlung sinnvoller Potenziale der Kraft-Wärme-(K älte-)Kopplung sowie der Nutzung
Erneuerbarer Energien im Untersuchungsgebiet, die D arstellung der räumlichen
Wärmeversorgungsoptionen, die Ermittlung der einmal igen Kosten und der laufenden Kosten für
Betrieb, des Energieverbrauchs und der Treibhausgas emissionen sowie die Definition von
Ausbau- bzw. Klimaschutzzielen in der Wärmeversorgu ng und die Ableitung von Empfehlungen
für nächste Handlungsschritte.
Damit können die gutachterlichen Empfehlungen die s trategische Basis für die räumliche
Wärme- und Kälteversorgungsplanung in einem Stadtte il unter ökologischen Gesichtspunkten
bilden.
Dabei kann gegebenenfalls auf Fördermittel der Nati onalen Klimaschutzinitiative (NKI)
zurückgegriffen werden und eine Förderung für ein K onzept zur „klimafreundlichen Wärme- und
Kältenutzung“ in Anspruch genommen werden. Diese Ko nzepte werden ab dem 1.1.2019
gefördert. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind die konkreten förderfähigen Inhalte eines
Konzeptes zur klimafreundlichen Wärme- und Kältenut zung nicht bekannt, aber es ist zu
erwarten, dass die oben genannten Bausteine, die in bisherigen Wärmenutzungskonzepten
gefördert wurden, auch zukünftig gefördert werden.
Optional kann ggf. ergänzend eine Förderung für ein zu veröffentlichendes Wärmekataster zur
räumlichen Darstellung der Potenziale zur Erschließ ung des verfügbaren Wärmeangebots sowie
der Erneuerbaren Energien im Wärmebereich genutzt w erden.
Die Umsetzung des Konzeptes zur Wärme- und Kältenut zung sollte durch die Koordinationsstelle
Klimaschutz gesteuert werden und gemeinsam mit alle n relevanten Akteuren des Kölner
Wärmemarktes erfolgen.
Auf kleinräumiger Ebene werden im Rahmen von Fläche nentwicklungen detaillierte
Energieversorgungskonzepte erforderlich. Diese sind als Detailplanung nicht über die Nationale
Klimaschutzinitiative förderfähig.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Einladung der Akteure zum Austausch und Planung der weiteren Schritte
• Datensammlung
• Erstellung der GIS-Layer
• Zusammenführung und Abgleich
• Austausch über konkrete Potenziale
• Sukzessive Erstellung von Wärmenutzungskonzepten fü r Teile des Stadtgebietes
KölnKlimaAktiv 2022
24 | Gertec, Wuppertal Institut
Ziel der Maßnahme
Rechtzeitige Prüfung umweltfreundlicher Wärmeversor gungsmöglichkeiten im Rahmen von
Stadtentwicklungsprojekten (Nicht-/Wohnungsbau) sow ie bei öffentlichen
Sanierungsmaßnahmen zur THG-Minderung
Ausgangslage in Köln
Aufgrund bisher unzureichender Kenntnis der unterschiedlichen Potenziale in der räumlichen
Nähe von Stadtentwicklungsflächen und öffentlichen Sanierungsmaßnahmen wird die Maßnahme
von den interviewten Akteuren als erforderlich erachtet. Aufgrund der vielfältigen und bereits
vorhandenen Informationen, die es besser zu verknüpfen gilt, scheint eine erfolgreiche Umsetzung
gut möglich. Eine Berücksichtigung beim Prozess „Kölner Perspektiven 2030“ wird als sinnvoll
erachtet.
Flankierende Maßnahmen
Erstellung einer Leitlinie für Klimaschutz bei Konv ersion und Neubau.
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz,
Amt für Stadtentwicklung und Statistik,
Stadtplanungsamt, Gebäudewirtschaft der Stadt
Köln, RheinEnergie AG,
Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AVG, Amt für
Straßen und Verkehrsentwicklung, Amt für
Liegenschaften
Amt für Stadtentwicklung und Statistik,
Stadtplanungsamt, RheinEnergie AG, AVG,
Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare THG -Minderung dur ch die
Erstellung der Energieplanung erzielbar. Indirekte
Wirkung durch Optimierung der Energieversorgung
in einzelnen Quartieren. Aufgrund des nicht
absehbaren Umfanges der optimierten
Energieversorgung und der Nutzung der
Energieträger ist eine Quantifizierung der THG-
Minderung nicht möglich. Beispielhaft kann aber die
Vermeidung einer gasversorgten Neubausiedlung
durch die Nutzung von Fernwärme dargestellt
werden.
Die Versorgung von 70 Mehrfamilienhäusern
(Effizienzhaus 55) mit 9 Parteien anstelle von Er dgas
mit beispielsweise Fernwärme kann zu einer THG-
Minderung von 384 Tonnen CO
2eq führen.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 25
Umsetzbarkeit der Maßnahme Die Datenbeschaffung und die Beteiligung aller
relevanten Akteure sind erforderlich. Hierbei sind die
Datenschutzvorgaben zu berücksichtigen. Bei
Quartieren, die einer energetischen Sanierung
bedürfen, wird seitens der Stadt Köln eine vorrangi ge
Bearbeitung für behördlich notwendige
Genehmigungen gewährleistet. Ggf. bedarf es der
Anschaffung von IT-Programmen (GIS) und
Schulungen zur Anwendung.
Einmalige Kosten
Ggf. Kosten für die Verschneidung der vorhandenen
Daten bzw. GIS-Layererstellung bei interner
Bearbeitung (IT-Programm und Schulung). Bei
externer Erstellung der GIS-Layer sind Kosten zu
berücksichtigen. Die Höhe der Kosten hängt vom
vorliegenden Datenbestand ab. Weitere Kosten
entstehen für integrierte Wärmekonzepte und
kleinräumige Energiekonzepte im Rahmen der
Flächenentwicklungen.
Laufende Kosten
Abhängig vom gewünschten Umfang somit nicht
bezifferbar.
Personalaufwand Aufwa nd für die Koordinationsstelle Klimaschutz als
Initiator und bei der Koordination der
Zusammenführung der Daten: bis zu 40 Arbeitstage
für die Koordinationsstelle Klimaschutz im ersten
Jahr, weniger Aufwand in den Folgejahren für Pflege
und Anpassung der Daten sowie Austausch der
Projektbeteiligten. Bei eigener Erarbeitung weitere r
Arbeitsaufwand für die Koordinationsstelle. Weitere r
Arbeitsaufwand für Datenbereitstellung bei weiteren
Akteuren wie der RheinEnergie.
Nutzen-Aufwand-Relation
Vergleichsweise geringer Arbeitsaufwand bei ggf.
größeren THG-Einsparpotenzialen
Positive Zusatzeffekte Durch den möglichen Einsatz regenerativer
Energieträger wird ein Beitrag zur Unabhängigkeit
von fossilen Energieimporten geleistet und damit di e
Wertschöpfung vor Ort gestärkt.
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Sachstand zum Austausch, Layer,
Energiekonzepte: Anzahl Maßnahmen/Projekte
mit Austausch, Anzahl umgesetzte
Energiekonzepte
Erhebung:
1. Sichtung des Sachstands durch
Koordinierungsstelle Klimaschutz
KölnKlimaAktiv 2022
26 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 2
Leitlinie für Klimaschutz bei Konversion und
Neubau
Kurzbeschreibung
Neben der Treibhausgasminderung durch die Reduktion des Wärmebedarfes im Bestand, gilt es,
auch für die Stadtentwicklungsprojekte der Zukunft eine klimaschützende, d.h. energieeffiziente,
Planung umzusetzen.
Um bei Planungsprozessen eine frühzeitige und umfas sende Berücksichtigung dieser Aspekte
sicherzustellen, empfiehlt sich die Erarbeitung und verpflichtende Berücksichtigung einer
Leitlinie für Klimaschutz bei Konversion und Neubau . Leitlinien bestehen beispielsweise in den
Städten Frankfurt und Oberhausen. Anforderungen aus dem Leitfaden Klimaschutzsiedlung
NRW können ebenfalls eine Grundlage bilden.
Für die Leitlinie der Stadt Köln sollten folgende T hemen Berücksichtigung finden und für die
Themenfelder jeweils Qualitäten definiert werden:
• Energieversorgung (u.a. Erneuerbare Energien / En ergieeffizienz)
• Erreichbarkeit / Mobilität
• Gebäude, Freiraum, Sicherheit der Infrastruktur
Hierbei ist eine enge Zusammenarbeit der Koordinati onsstelle Klimaschutz mit den Ämtern für
Stadtplanung und Stadtentwicklung sowie den Infrast rukturdienstleistern (Steb, RheinEnergie)
erforderlich. Die Leitlinie soll initiierend wirken und sicherstellen, dass alle relevanten Aspekte
betrachtet wurden, eine verpflichtende Beachtung vo n bestimmten Anforderungen ist damit
nicht verbunden.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Austausch mit anderen Kommunen
• Einladung der konzerninternen Akteure zum Austausch und Planung der weiteren Schritte
• Erarbeitung und Abstimmung der Leitlinie
• Beschlussfassung
• Anwendung und Fortschreibung
Ziel der Maßnahme
Ziel ist die Entwicklung von klimagerechten Quartie ren, die sich neben geringen
Treibhausgasemissionen auch durch ein sicheres, leb enswertes und gesundheitsförderndes
Umfeld auszeichnen.
Ausgangslage in Köln
Bislang erfolgt die Betrachtung klimaschützender Faktoren nur in geringem Maße. Es gibt die
Vorgabe gemäß Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses aus dem Jahr 2000, alle
städtebaulichen Planungen von Beginn an solarenergetisch zu optimieren. Diese Prüfung sollte um
weitere Faktoren ergänzt werden und im Rahmen von städtebaulichen Planungen abgeprüft
werden.
Die Maßnahme ist aufgrund der Vielzahl von Projekten und bereits vorliegenden
Grundlagenuntersuchungen gut geeignet, neue Impulse zu setzen und langfristig bedeutsam
werdende Verwundbarkeiten bereits zu Beginn der Planung zu verhindern.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 27
Flankierende Maßnahmen
Strategische Energieplanung
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle Klim aschutz,
Amt für Stadtentwicklung und Statistik,
Stadtplanungsamt, Gebäudewirtschaft, Amt für
Verkehrsmanagement, Amt für Straßen und
Verkehrsentwicklung, Wohnungsbauforum und
Wohnungsbauleitstelle, Amt für Liegenschaften,
Amt für Wohnungswesen, Umwelt- und
Verbraucherschutzamt, RheinEnergie AG,
Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Amt für Stadtentwicklung und Statistik,
Stadtplanungsamt, externe Projektentwickler
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare THG -Minderung durch die
Erstellung einer Leitlinie, aber Basis für die
Umsetzung von energiesparenden Maßnahmen.
Annahme: Reduktion des Wärmeverbrauchs um 20
kWh/m2 und Jahr bei einem Viertel der anvisierten
6.000 neuen Wohnungen pro Jahr ergibt eine
Einsparung von 675 t CO
2eq/a.
Umsetzbarkeit der Maßnahme Aufgrund zahlreicher Vorurteile zum
energieeffizienten Bauen (erhebliche Erhöhung der
einmaligen Kosten, verteuert das Wohnen, sozial
nicht zumutbar, beeinträchtigt das städtebauliche
Erscheinungsbild, sorgt für Entsorgungsprobleme in
der Zukunft etc.) bedarf es eines flankierenden
Diskussionsprozesses sowohl mit Fachleuten aus den
Bereichen Planen und Bauen als auch mit den
politischen Entscheidungsträgern. Ggf. Einbindung i n
den gesamtstädtischen Prozess „Kölner Perspektiven
2030“.
Einmalige Kosten
Die Erstellung der Leitlinie kann sowohl hausintern
erfolgen als auch extern beauftragt werden.
Kosten für die externe Beauftragung: bis ca. 15.000 €
(Brutto)
Laufende Kosten
keine Kosten
Personalaufwand Koordinationsaufwand: 20 -30 Arbeitstage; Aufwand
bei eigener Erstellung: 20 bis 30 Arbeitstage.
Prüfaufwand im Rahmen von Entwicklungsprojekten
weitere 5 Arbeitstage pro Projekt
Nutzen-Aufwand-Relation Gute Relation durch geringen Erstellungsaufw and bei
langfristiger Anwendung.
Positive Zusatzeffekte Stärkung der Lebensqualität und der Gesundheit der
künftigen Bewohner, Minderung von Lärm und
Luftschadstoffen, Verbesserung der regionalen
Wertschöpfung
KölnKlimaAktiv 2022
28 | Gertec, Wuppertal Institut
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Politischer Beschluss der Leitlinie
2. Anwendung der Leitlinie: Anzahl geprüfter
Maßnahmen und dazugehörige Berichte
Erhebung:
1. Prüfung Beschlussfassung
2. Jährliche Erfassung der geprüften
Maßnahmen und der dazugehörigen
Berichte
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 29
Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 3
Integrierte Quartierslösungen im Bestand
Kurzbeschreibung
Der Gebäudebestand (sowohl von Wohn- als auch Nicht wohngebäuden) bietet ein enormes
Einsparpotenzial sowohl bei der Wärme- als auch bei der Stromversorgung. Dabei variiert das
Potenzial teilweise deutlich zwischen unterschiedli chen Gebäudetypen und -nutzungen. Die
Erfahrung zeigt, dass insbesondere in großen Städte n die konzentrierte Analyse zur Aufdeckung
von Potenzialen und eine im Anschluss zielgruppenge rechte und räumlich begrenzte Ansprache
der Eigentümer erfolgversprechender ist als eine ge samtstädtische Sanierungskampagne.
Begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen gil t es konzentriert einzusetzen. Dabei sollte
zunächst der Fokus auf Quartieren liegen, die einer seits einen hohen energetischen
Sanierungsbedarf aufweisen und andererseits in Hinb lick auf die Eigentümerstruktur auch eine
vergleichsweise hohe finanzielle Fähigkeit zur Real isierung von Sanierungsmaßnahmen besitzen.
Im Rahmen von integrierten Quartierskonzepten, die beispielsweise durch die KfW gefördert
werden (und von der Stadt oder durch den Energiever sorger beantragt werden können), sollten
neben den Themen Energieeinsparung und -versorgung auch die Themen Mobilität,
Digitalisierung und Gesundheit betrachtet werden.
Dabei kann man in Köln auf erfolgreiche Erfahrungen mit dem Projekt GrowSmarter aufbauen
und Erfahrungen aus diesem Prozess in weitere Quart iere übertragen. Zur Umsetzung des
Konzeptes bietet die KfW ebenfalls eine Förderung e ines Sanierungsmanagements, um nach
Möglichkeit mit weiteren Akteuren wie der Verbrauch erzentrale und der RheinEnergie AG und
deren Beratungsangeboten Sanierungsprojekte und Ein sparmaßnahmen zu initiieren. Diese
verstärkt auf die Zielgruppe der privaten Hauseigen tümer und Vermieter abzielenden
Quartiersprojekte ergänzen damit die Entwicklung vo n Quartiersprojekten für Bauträger und
Projektierer durch die RheinEnergie AG mit ihren Ko operationspartnern im Rahmen von
Neubau- und Bestandsprojekten.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Abstimmung der Akteure über grundlegendes Vorgehen
• Ermittlung von geeigneten Quartieren durch Auswertu ng städtischer Statistiken (Alter,
Einkommen,...)
• Beantragung von Fördermitteln
• Erarbeitung eines Quartierskonzeptes
• Beschlussfassung und Beantragung eines Sanierungsma nagements für mindestens 3 Jahre
Ziel der Maßnahme
Erhöhung der energetischen Sanierungsquote und Ermi ttlung und Hebung von
Stromeinsparpotenzialen sowie Umsetzung weiterer Ma ßnahmen (Klimawandel, Digitalisierung,
Gesundheit) zur Erhöhung der Lebensqualität im Quar tier
Ausgangslage in Köln
Aufgrund der Notwendigkeit zur Erhöhung der Sanieru ngsquote und zur Hebung von
Effizienzpotenzialen bei begrenzten finanziellen un d personellen Ressourcen erscheint der
Quartiersansatz erfolgsversprechend und notwendig.
Die hohen Gebäudepotenziale und das städtische Förd erprogramm zur Altbausanierung bieten
eine gute Grundlage für erfolgreiche Quartiersproje kte.
KölnKlimaAktiv 2022
30 | Gertec, Wuppertal Institut
Flankierende Maßnahmen
Strategische Energieplanung und Sanierungskampagne, Photovoltaikausbau, Suffizienz
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz,
Amt für Stadtentwicklung und Statistik,
Stadtplanungsamt, RheinEnergie AG,
Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Amt für
Straßen und Verkehrsentwicklung, Amt für
Verkehrsmanagement, KVB,
Wohnungsbauforum
Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Quartiersbezogene THG -Einsparungen in einer 5 -
jährigen Umsetzungsphase in Höhe von 5-35%
möglich, abhängig von dem möglichen Umfang der
Eigentümer unterstützenden Maßnahmen.
Annahme: 3 gemischt genutzte Quartiere mit ca.
9.000 Einwohnern; bei 5%-iger Minderung ist eine
THG-Reduktion um ca. 4.000 Tonnen THG-
Emissionen pro Jahr für die drei Quartiere
zusammen möglich.
Umsetzbarkeit der Maßnahme
Gute Umsetzbarkeit durch
Kooperationsmöglichkeiten mit unterschiedlichen
Akteuren. Verknüpfungen zum StEK Wohnen und
teilräumlichen Konzepten
Einmalige Kosten Kosten für Grundlagenkonzept: ca . 50.000 –
90.000 €, davon sind mindestens 65% über das
KfW-Programm 432 förderfähig. Ggf. weitere
Investitionen für das Quartier sinnvoll.
Laufende Kosten
Keine laufenden Kosten ; späteres
Sanierungsmanagement über KfW 432-Programm
förderfähig. Pro Quartier liegt die Förderung bei
50.000 € jährlich.
Personalaufwand
Aufwand für Initiierung und Begleitung der
Konzept- und Umsetzungsphase. Aufwand in der
Konzeptphase:
Ca. 40 - 50 Tage pro Konzept; Aufwand in der
Umsetzung nicht bezifferbar, da abhängig von der
Aufgabenverteilung unter Projektpartnern und Rolle
der Koordinationsstelle Klimaschutz
Nutzen-Aufwand-Relation Gute Datengrundlage und darauf aufbauende
Versorgungs- und Sanierungsstrategie bilden in
Kombination mit dem städtischen Förderprogramm
zur Sanierung eine optimale Grundlage für eine
erfolgreiche Aktivierung der Bewohner vor Ort
Positive Zusatzeffekte
Integrierte Quartiersentwicklung als Basis für die
Entwicklung eines lebenswerten gesunden
Stadtteils; Sinkende Energieverbräuche stärken die
Kaufkraft der Haushalte und Unternehmen und
damit die regionale Wertschöpfung
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 31
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Anzahl initiierter energetischer Sanierungen
differenziert nach Umfang
2. Endenergie- und THG-Minderung
Erhebung:
1. Befragung der Quartiersbewohner im 2
Jahres-Rhythmus
2. Erstellung einer Endenergie- und THG-
Bilanz für das Quartier im 2 Jahres-
Rhythmus
KölnKlimaAktiv 2022
32 | Gertec, Wuppertal Institut
5.3 Handlungsfeld Energetische Sanierung
Die Erhöhung der Sanierungsrate von sowohl Wohn- als auch Nichtwohngebäuden
und die Minderung des Energieverbrauchs im Gebäudebestand sind Hauptziele im
Handlungsfeld „Energetische Sanierung“. Mit Hilfe von gezielten
Sanierungskampagnen und neutraler Beratung soll die Öffentlichkeit informiert und
für das Thema sensibilisiert werden. Die Fortführung des Förderprogramms
„Altbausanierung und Energieeffizienz“ spielt ebenso eine zentrale Rolle, da es über
finanzielle Zuschüsse besondere Anreize für die Bevölkerung schafft.
Handlungsfeld Energet ische Sanierung/ Nr. 3. 1
Sanierungskampagne
Kurzbeschreibung
Das energetische Sanierungspotenzial ist sehr hoch, die jährliche Sanierungsquote ist mit unter
1% jährlich jedoch gering und nicht ausreichend, um die Klimaschutzziele zu erreichen.
Gleichzeitig leistet man mit einer energetischen Sa nierung einen Beitrag zum Werterhalt eines
Gebäudes sowie zur Erhöhung der Behaglichkeit im Wi nter als auch im Sommer. Neben den zu
bewerbenden energetischen Maßnahmen an der Gebäudeh ülle (Dach, Fassade, Fenster, Tür)
gehören auch Maßnahmen im Bereich der Haustechnik h ierzu (Heizungsanlage, Heizkörper,
hydraulischer Abgleich...), ebenso wie das Heizverh alten.
Um private Wohngebäudeeigentümer für das Thema zu s ensibilisieren, bedarf es einer
Kampagne. Um begrenzte finanzielle Mittel effizient einzusetzen, wird empfohlen, die
Sanierungskampagne als kontinuierliches Projekt, ab er konzentriert auf einzelne wechselnde
Quartiere und jeweils angepasst an die dortigen Pro blemlagen in jeweils optimalen Zeiträumen
durchzuführen. Es sollte geprüft werden, ob eine Ko mbination mit dem Projekt OptiWohn 2
möglich und sinnvoll ist.
Dabei sollte es sich nicht nur um eine Öffentlichke itsmaßnahmen-bezogene Kampagne handeln,
sondern in diesem Rahmen sollten auch quartiersbezo gene und zielgruppengerechte
Veranstaltungen mit Ausstellungen, Erfahrungsberich ten und aufsuchender Erstberatung für die
drei Zielgruppen „Private Einfamilienhausbesitzer“, „Wohneigentümergemeinschaften“ und
„Private Vermieter“ mit der Konzentration auf niede rschwellige, kostengünstige Maßnahmen
nach Sanierungsfahrplan durchgeführt werden. Dabei sollte die Auswahl der Stadtteile bzw.
Quartiere hinsichtlich der Gebäudestruktur und sozi al günstiger Rahmenbedingungen (Alter und
Einkommen der Eigentümer) erfolgen.
Die vielen nicht vor Ort wohnenden privaten Vermiet er sollten über gezielte Anschreiben oder
Artikel in Mitglieder- oder Kundenzeitschriften (z. B. in Kooperation mit Haus und Grund) über
Angebote und Fördermöglichkeiten informiert und mot iviert werden.
– – ––
2 OptiWohn: geplantes Projekt zur Sondierung und Strategieentwicklung im Wohnbereich auf
kommunaler Ebene, um den Bedarf an neu gebauten Wohnungen zu mindern.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 33
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Abstimmung der Akteure über grundlegendes Vorgehen
• Auswahl der Quartiere und der Reihenfolge
• Entwicklung der Kampagnenmaterialien
• Umsetzung der Kampagnen
• Monitoring und Anpassung der Kampagnen bei Bedarf i m Rahmen der nachfolgenden
Quartierskampagnen
Ziel der Maßnahme
Zeitnahe Erhöhung der Sanierungsquote
Ausgangslage in Köln
Das energetische Sanierungspotenzial ist sehr hoch, die jährliche Sanierungsquote jedoch gering
und nicht ausreichend, um die Klimaschutzziele zu e rreichen. Eine Erhöhung der
Sanierungsquote ist notwendig und aufgrund der ver fügbaren Quartiere und Zielgruppen
geeignet. Ein Kommunikationskonzept / Werbekampagne für Altbausanierung befindet sich
bereits in Beauftragung.
Flankierende Maßnahmen
Förderprogramm zur energetischen Sanierung und inte grierte Quartierskonzepte
Durchführungszeitraum: 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koor dinationsstelle Klimaschutz,
RheinEnergie AG, Verbraucherzentrale, Haus
und Grund e.V., Amt für Stadtentwicklung, Amt
für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bürgerinnen und Bürger
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Indi rekte Minderungswirkung durch Anstoßen von
Sanierungsmaßnahmen. Annahme: 3 teilräumlich
fokussierte Sanierungskampagnen (jeweils 3.000
Immobilien), in denen jeweils 100 Hauseigentümer
zur Sanierung motiviert werden und eine THG-
Minderung von 20% erzielen: (3x100 Eigentümer, 35
kWh/m2 Einsparung/a bei 120 m2 Wohnfläche;
Einsparung: 1.260 MWh bzw. (bei Emissionsfaktor
Gas 250 g CO2eq/kWh nach BISKO): 315 t CO2eq-
Minderung)
Umsetzbarkeit der Maßnahme
Gute Umsetzbarkeit durch hohes Interesse vieler
Projektpartner; Zielerreichung durch derzeit gering e
Energiepreise und hohe Auslastung des Handwerkes
ggf. problematisch.
Einmalige Kosten
Kosten für Kampagnenentwicklung ,
Kampagnenmaterial und Dialoge stark abhängig vom
gewünschten Umfang.
KölnKlimaAktiv 2022
34 | Gertec, Wuppertal Institut
Laufende Kosten Ggf. Anmietung von Plakatierungsflächen; sollte
möglichst kostenneutral über Kooperationspartner
erfolgen
Personalaufwand
20 -25 Arbeitstage für Entwicklung; Umsetzung: 90
Arbeitstage pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Zielgruppengenaue Ansprache ist die Grun dlage für
erfolgreiche Aktivierung. Höherer Aufwand bedingt
höhere Erfolgsquote
Positive Zusatzeffekte
Sanierungen tragen zum Werterhalt der Immobilien
sowie zu einer besseren Behaglichkeit bei und
erhöhen damit die Lebensqualität im Gebäude;
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Inanspruchnahme des
Förderprogrammes in den Kampagnenquartieren
Erhebung:
1. Prüfung der Förderprogrammanträge
2. Auswertung der Beratungsnotizen
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 35
Handlungsfeld Energeti sche Sanierung / Nr. 3. 2
Fortführung des Förderprogrammes
„Altbausanierung und Energieeffizienz“
Kurzbeschreibung
Das in 2018 beschlossene Förderprogramm zur Altbaus anierung und Energieeffizienz startete am
01.10. 2018. Die Erfahrungen aus anderen Kommunen z eigen, dass ein unkompliziertes
Förderprogramm mit einfachem Antragsverfahren von d en Bürgern sehr gut angenommen wird
und die Sanierungsrate deutlich erhöht wird. Gleich zeitig profitiert das lokale Handwerk von
zusätzlichen Aufträgen.
Ziel ist die kontinuierliche Fortführung des Progra mmes– regelmäßig angepasst an die
Erfahrungswerte der Stadt Köln und die Bedürfnisse der Bürger.
Perspektivisch sollte man das Förderprogramm um Ent rümpelungsmaßnahmen durch caritative
Einrichtungen ergänzen, um die Umsetzungshürde bei Hauseigentümern zu senken, die gerne
ihren Dachboden oder die Kellerdecke dämmen möchten , alte Möbel und sonstige
Gebrauchsgegenstände die Sanierung aber behindern w ürden.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Öffentlichkeitsarbeit zur Bewerbung des Förderprogr ammes
• Evaluierung
• Weiterentwicklung
Ziel der Maßnahme
Erhöhung der Sanierungsrate
Ausgangslage in Köln
Förderrichtlinie und Budget wurden beschlossen.
Flankierende Maßnahmen
-
Durchführungszeitraum: laufend
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz Hauseigentümer
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung 2,1 t CO 2eq p ro Sanierungsfall und 1.200 €
Förderung ergibt 1.750 t THG-Minderung
Umsetzbarkeit der Maßnahme Umfassende Finanzmittel sind erforderlich
Einmalige Kosten 1 Million Euro Fördermittel pro Jahr
KölnKlimaAktiv 2022
36 | Gertec, Wuppertal Institut
Laufende Kosten 10.000 bis 30.000 Euro für begleitende
Öffentlichkeitsarbeit (abh. vom gewünschten
Umfang)
Personalaufwand
2 Stellen für Antragsbearbeitung pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Hoch aufgrund der hohen Gesamtinvestitionen, die
durch das Förderprogramm ausgelöst werden
Positive Zusatzeffekte Fö rderung der regionalen Wertschöpfung.
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Anzahl der Förderungen und Summe der
ausgeschütteten Förderung pro Jahr
2. Erzielte Energie- und THG-Einsparung insgesamt
und pro genehmigten Förderantrag
3. Ausgelöste Investition pro 1 Euro Förderung
Erhebung:
Zu Indikatoren 1, 2, 3: Auswertung der
Fördermittelanträge und -bewilligungen
Zu Indikatoren 1, 2, 3: Stichprobenhafte
Befragung
der geförderten Personen
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 37
5.4 Handlungsfeld Stromeinsparung
Neben dem Wärmeverbrauch gilt es den Stromverbrauch in Privathaushalten sowie
im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen zu verringern und die Effizienz zu
steigern. Hierzu werden Maßnahmen zur Motivation von Privathaushalten ebenso
wie unterschiedliche Angebote zur Beratung und Unterstützung von Unternehmen
und Institutionen beschrieben.
Handlungsfeld Stromeinsparung / Nr. 4. 1
Stromsparinitiative für private Haushalte
Kurzbeschreibung
Neben der Reduktion des Wärmebedarfes gilt es auch den Stromverbrauch im Stadtgebiet zu
verringern. Gleichzeitig mindert der Stromverbrauch die Belastung der privaten Haushalte.
Hierzu sollte eine umfassende Aktion gestartet werd en. Dazu zählt ein spezifischer
Internetauftritt (ggf. abseits der www.stadt-koeln. de - Homepage) mit Informationen zu
Beratungsangeboten, Checks, Energiespartipps und Ak tionen wie beispielsweise einem
Prämienmodell zur Stromeinsparung. Das Projekt der Stadt Frankfurt kann hier als Beispiel
dienen (http://www.frankfurt-spart-strom.de).
Die Steuerung des Projektes sollte in Abstimmung mi t der RheinEnergiee AG über die
Koordinationsstelle Klimaschutz erfolgen.
Zentrales Angebot für die Bürgerinnen und Bürger is t die Etablierung eines einfach
handhabbaren Prämienmodells zur Stromeinsparung (Be ispiel Stadt Frankfurt) als Anreiz für
alle Bevölkerungsschichten, insbesondere aber auch für einkommensschwächere Bürger. Bei dem
Prämienmodell wird ab einer über die Stromrechnung nachgewiesenen Einsparung von
beispielsweise mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr e in fester Betrag ausgezahlt und jede weiter
eingesparte Kilowattstunde wird zusätzlich bezuschu sst (z.B. mit 10 Cent wie in Frankfurt).
(Quelle:
http://www.frankfurt-spart-strom.de/stromsparpraemie /praemien-check/ )
Es sollte sichergestellt werden, dass Mitnahmeeffek te verhindert werden. Dazu zählt die
Sicherstellung von gleichen Rahmenbedingungen, soda ss die Anzahl der im Haushalt lebenden
Personen zum Vergleichszeitraum gleich sein muss. S tichprobenhafte Prüfungen können hier
eine Option bieten ohne großen Verwaltungsaufwand s owie ohne zusätzlichen Nachweisaufwand
für die Bürger handlungsfähig agieren zu können und Mitnahmeeffekte zu vermeiden.
KölnKlimaAktiv 2022
38 | Gertec, Wuppertal Institut
Ergänzend dazu kann ein Weiße-Ware-Programm für ein kommensschwächere Haushalte (Köln-
Pass-Inhaber und ALG II-Empfänger) aufgelegt werden . Für ein Gerät älter als 10 Jahre wird ein
Festbetrag ausgezahlt (Beispiel Stadt Frankfurt: bi s zu 120 €/Gerät).
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Konzeption der Stromsparinitiative (Homepage, Prämi enmodell)
• Öffentlichkeitswirksamer Start der Kampagne
• Programmphase
• Monitoring und Anpassung der Kampagnen bei Bedarf
Ziel der Maßnahme
Stromeinsparung in den privaten Haushalten
Ausgangslage in Köln
Der Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, s odass hier große Einsparungen erzielt
werden können. Aufgrund der unterschiedlichen Bevöl kerungsgruppen, von denen für viele
neben der Energieeinsparung auch die Kosteneinsparu ng einen positiven Effekt darstellt, ist die
Maßnahme gut geeignet.
Flankierende Maßnahmen
Stromeinsparaktion im Gewerbe, Handel und Dienstlei stungen
Durchführungszeitraum: ab 2020
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle
Klimaschutz, ggf. RheinEnergie AG , Amt für
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Bürgerinnen und Bürger
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Teilnahme von 1.000 Haushalten pro Jahr mit
einem angenommenen Stromverbrauch in Höhe von
3.500 kWh/Haushalt bzw. 10% Einsparung: 350
kWh/a= 350kWh x 1.000 Haushalte x 600 g
CO2eq/kWh= 210 t CO2eq/kWh/
a, zzgl. Einsparung
durch Weiße-War-Programm
Umsetzbarkeit der Maßnahme Hoher Bearbeitungsaufwand für die Verwaltung.
Finanzmittel sind erforderlich. Eine Annahme über
die Anzahl der zu erwartenden Teilnehmer ist nur
schwer möglich. Kontinuierliche Anpassung des
Fördertopfes an Nachfrage.
Einmalige Kosten
Einrichtung der Internetseite; die Kosten sind davo n
abhängig, ob eine eigene Homepage eingerichtet
wird oder ob die bestehende Homepage erweitert
wird. Konzeption und Layout: ca. 10.000 - 20.000 €
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 39
Laufende Kosten Annahme Kosten Stadt: Teilnahme von 1.000
Haushalten pro Jahr mit einem angenommenen
Stromverbrauch von 3.500 kWh/Haushalt bzw. 10%
Einsparung: 350 kWh) = 35 € zzgl. weiterer
Einsparung: ca. 5 € pro Haushalt= 40 € *1.000 =
40.000 €
Kosten für Weiße-Ware-Programm: 500 x 80 €
(Durchschnitt) = 40.000 €
Personalaufwand - Aufwand für Detailkonzeption und Einrichtung
der Website: 15-20 Arbeitstage;
- Auf wand für Antragsbearbeitung: 1.000 Anträge
à 1,5 Stunden: 1.500 Stunden bzw. 188
Arbeitstage
- Öffentlichkeitsarbeit ca. 0,5 Tage pro Woche =
26 Arbeitstage pro Jahr
Summe =234 Arbeitstage pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Hoher Aufwand, Mitnahmeeffekte müs sen
verhindert werden; neben der direkten Einsparung
in den Haushalten ggf. weitere Einsparungen durch
Sensibilisierung weiterer Haushalte
Positive Zusatzeffekte Entlastung der Kostenbelastung von
Privathaushalten.
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Eingesparte kWh/Haushalt
2. Eingesparte Energie insgesamt
Erhebung:
Zu Indikator 1 und 2: Jährliche Auswertung der
Fördermittelanträge und -bewilligungen
Zu Indikator 1 und 2: Stichprobenhafte Befragung
der geförderten Personen
KölnKlimaAktiv 2022
40 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Stromeinsparung/ Nr. 4. 2
Stromsparinitiative für Unternehmen und
Institutionen
Kurzbeschreibung
Ergänzend zur Stromeinsparinitiative für Privathaus halte sollten auch das Gewerbe, Vereine
sowie Religionsgemeinschaften in die Stromspariniti ative der Stadt Köln eingebunden werden.
Auch hier sind insbesondere bei den kleineren Unter nehmen teils noch große Einsparpotenziale
zu heben.
Über den spezifischen Internetauftritt sollten auch für Unternehmen und Vereine Informationen
zu Beratungsangeboten, Checks, Energiespartipps und Aktionen, wie beispielsweise einem
Prämienmodell zur Stromeinsparung bereitgestellt we rden. Das Projekt der Stadt Frankfurt kann
hier ebenfalls als Beispiel dienen (http://www.fran kfurt-spart-strom.de).
Zentrales Angebot für die Unternehmen und Instituti onen ist ebenfalls die Etablierung eines
einfach handhabbaren Prämienmodells zur Stromeinspa rung (Beispiel: Stadt Frankfurt) auf
Basis der erzielten Stromeinsparung als Anreiz. Dam it eine fundierte Grundlage für dauerhafte
Einsparungen besteht und eine sinnvolle Maßnahmenau swahl erfolgt, sollten die Unternehmen
eine Energieberatung in Anspruch nehmen müssen. Dab ei kann u.a. die Energieberatung im
Mittelstand der BAFA genutzt werden. Diese kann dur ch die Stadt Köln bezuschusst werden, um
eine höhere Nutzungsquote zu erreichen. Dabei muss nicht die maximale Beratertageanzahl
ausgeschöpft werden. Mit dem Nachweis der rechneris chen Energieeinsparung durch die
Umsetzung von Maßnahmenempfehlungen und Angebote fü r die Einsparmaßnahmen kann der
Antrag eingereicht werden. Mittels Nachweis der umg esetzten Maßnahmen kann für die
rechnerisch eingesparten Kilowattstunden die Förder ung ausgezahlt werden.
Dabei sollte die Förderung auf eine maximal förderf ähige Gesamtinvestition pro Unternehmen
und Institutionen gedeckelt werden. Kumulationen mi t anderen Förderprogrammen wie des
BAFA sollten möglich sein, aber auch hier sollte de r Gesamtzuschuss eine bestimmte Grenze
nicht überschreiten (z.B. 50% in Frankfurt).
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Konzeption der Stromsparinitiative (Homepage, Prämi enmodell)
• Öffentlichkeitswirksamer Start der Kampagne
• Programmphase
• Monitoring und Anpassung der Kampagnen bei Bedarf
Ziel der Maßnahme
Stromeinsparung in Unternehmen (KMU) und Institutio nen
Ausgangslage in Köln
Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, sodas s hier große Einsparungen erzielt werden
können.
Aufgrund der Vielzahl kleiner Unternehmen und Insti tutionen bietet sich die Maßnahme
ergänzend zu anderen Angeboten an.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 41
Flankierende Maßnahmen
Stromsparinitiative für Private Haushalte
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz,
Amt für Wirtschaftsförderung, RheinEnergie
AG, Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Kleine und mittlere Unternehmen und
Institutionen, Vereine, Religionsgemeinschaften
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Annahme: aufgrund der unterschiedlichen Größen
der Unternehmen und Institutionen und deren
Energieverbrauch ist eine seriöse Abschätzung kaum
möglich. Unter der Annahme 30 Unternehmen und
Institutionen pro Jahr zur Teilnahme zu gewinnen
und eine Einsparung von 30% bei einem
Stromverbrauch von beispielsweise 55 kWh/m2 und
Jahr (Beispiel Bürogebäude) und bei einer Größe
von 600m 2 zu erzielen, ist eine THG-Minderung
(600 g CO2eq/kWh/a) von 178 t CO2qeq/a möglich.
Bei größeren Unternehmen und Institutionen sind
deutlich größere Einsparungen erzielbar.
Umsetzbarkeit der Maßnahme
Hoher Bearbeitungsaufwand
Einmalige Kosten Internetseite: Die Kosten sind davon abhängig, ob
die bestehende Homepage erweitert oder eine neue
Website eingerichtet wird und können daher derzeit
nicht beziffert werden.
Laufende Kosten Städtische Fördermittel in Höhe von ca. 300.000
€/a erforderlich; darüber hinaus ggf. Betrag zur
Bezuschussung der BAFA-Beratungen;
Betrieb der Internetseite: die Kosten sind davon
abhängig, ob eine eigene Homepage eingerichtet
wird, oder ob die bestehende Homepage erweitert
wird.
Personalaufwand
- Aufwand für Detailkonzeption und Einrichtung
der Website und Abstimmung: bis zu 20 Arbeitstage
- Aufwand für Antragsbearbeitung: 30 Anträge à 4
Stunden: 120 Stunden bzw. 15 Arbeitstage
- Öffentlichkeitsarbeit ca. 0,5 Tage pro Woche= 26
Arbeitstage
Summe: 76 Arbeitstage pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation
Hoher Aufwand, bei z.T. deutlichen
Einsparpotenzialen (im Vergleich zu privaten
Haushalten)
Positive Zusatzeffekte
Entlastung der Unternehmen und Institutionen
KölnKlimaAktiv 2022
42 | Gertec, Wuppertal Institut
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für das Monitoring
Indikatoren:
1. Eingesparte kWh/Unternehmen und Institution
2. Eingesparte Energie insgesamt
Erhebung:
Zu Indikator 1 und 2: Jährliche Auswertung der
Fördermittelanträge und -bewilligungen
Zu Indikator 1 und 2: Stichprobenhafte
Befragung der geförderten Unternehmen
und Institutionen
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 43
Handlungsfeld Stromeinsparung/ Nr. 4. 3
Niederschwellige Energieberatung für kleine
und mittlere Unternehmen
Kurzbeschreibung
Das Energieeinsparpotenzial in kleinen und mittlere n Unternehmen im Bereich Handel und
Dienstleistungen wird immer noch als hoch eingeschä tzt. Um dieses Potenzial zu heben und
gleichzeitig die Unternehmen durch sinkende Energie kosten zu entlasten, wird eine
niederschwellige, aufsuchende Vor-Ort-Beratung für KMU in ausgewählten Stadteilen mit
vorwiegend inhabergeführten Unternehmen empfohlen. Dazu soll den Unternehmen durch
Anschreiben und/oder über eine persönliche telefoni sche Ansprache als Direkt-Marketing zum
Einstieg eine kostenlose einstündige Erstberatung a ls Rundgang durch das Unternehmen
angeboten werden.
Für Unternehmen, die Interesse an einer niederschwe lligen, aber etwas detaillierteren Beratung
zu bestimmten Themen bzw. Techniken haben, kann erg änzend bzw. alternativ ein 2-3 stündiger
Besuch angeboten werden.
Darüber hinaus sollte das Angebot auch für Vereine nutzbar sein und beworben werden.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Abstimmung mit Amt für Wirtschaftsförderung und IHK und ggfs. weiteren Akteuren
• Detailkonzeption und Beratersuche
• Auswahl der Quartiere
• Umsetzung
• Evaluation
Ziel der Maßnahme
Senkung des Strom- und Wärmeverbrauches im Sektor G ewerbe, Handel, Dienstleistungen und
bei Vereinen durch niederschwellige und kostenlose Beratung
Ausgangslage in Köln
Die Inanspruchnahme umfassender, kostenintensiver E nergieberatungen erfolgt eher selten,
sodass eine niederschwellige, kostenlose Beratung a ls erfolgversprechend erachtet wird.
Flankierende Maßnahmen
Stromsparinitiative für Unternehmen und Institution en
Durchführungszeitraum: ab 2020
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt
Für Wirtschaftsförderung,
IHK, Kreishandwerkerschaft
Kleine und mittlere Unternehmen, Vereine,
Religionsgemeinschaften
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44 | Gertec, Wuppertal Institut
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Eine seriöse Quantifizierung ist aufgrund der
unterschiedlich hohen Einsparpotenziale in den
Unternehmen kaum möglich. Annahme: Beratung von
200 Unternehmen pro Jahr mit einer
Energieeinsparung von 10% Strom bei 55 kWh
Stromverbrauch pro m
2 und 300 m 2: Einsparung von
205 t THG/a.
Umsetzbarkeit der Maßnahme Hoher Bearbeitungsaufwan d durch Organisation der
Beratungen
Einmalige Kosten -
Laufende Kosten Kosten für Öffentlichkeitsarbeit: 20.000 €/a
Kosten für die Beratung durch externe Energieberate r:
80.000 € /a
Personalaufwand - Aufwand für Detailkonzeption und Erweiterung der
Website und Abstimmung mit Projektpartnern: bis
zu 20 Arbeitstage.
- Aufwand für Organisation der Beratungen: 200
Beratungen/a à 1 Stunde Vor- und Nachbereitung:
200 Stunden bzw. 25 Arbeitstage
- Öffentlichkeitsarbeit/Ansprache ca. 1 Tag pro
Woche= 52 Arbeitstage /Bündelung von Arbeitstagen
bei konzentrierten Anspracheaktionen.
Summe: 0,5 Stellen pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Durch die Maßnahme kann eine hohe
Unternehmenszahl erreicht werden und deutliches
Einsparpotenzial gehoben werden. Ggf. durch Werbung
weitere Maßnahmeninitiierung abseits der
Energieberatung erzielbar.
Positive Zusatzeffekte
Entlastung der Unternehmen
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Nutzung des Beratungsangebotes
2. Eingesparte kWh/Unternehmen
3. Eingesparte Energie insgesamt
Erhebu ng:
Zu Indikator 1: Jährliche Auswertung der
Beratungsprotokolle
und der Übersicht angesprochener
Unternehmen
Zu Indikator 2 und 3: Stichprobenhafte
Befragung der geförderten Unternehmen
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Gertec, Wuppertal Institut | 45
5.5 Handlungsfeld Photovoltaik
Neben der Verbrauchsminderung sollte der benötigte Strom stärker aus
umweltfreundlicher Photovoltaik erzeugt werden. Diese eignet sich nicht nur für die
vielen Dächer privater Haushalte, sondern ist auch eine attraktive Option für viele
Gewerbebetriebe. Perspektivisch kann der Ausbau von Photovoltaik auf Dachflächen
von Mehrfamilienhäusern mit Stromangeboten für die Mieter eine große Bedeutung
erlangen. Mit Informations- und Beratungsangeboten sollen Wissensdefizite und
Vorbehalte bei Bürgern und Unternehmen abgebaut werden. Durch eine bessere
Koordination der Beratungsangebote und eine verstärkte Bewerbung sollen die
Angebote stärker genutzt werden.
Handlungsfeld Photovoltaik / Nr. 5. 1
Koordinationsstelle Photovoltaik-Ausbau
Kurzbeschreibung
Photovoltaik bietet unter den erneuerbaren Energien das größte Potenzial für die Stadt Köln.
Dabei ist zu unterscheiden zwischen den Potenzialen für An- und Aufdach-Photovoltaik auf
privaten Dachflächen, Mehrfamilienhäusern bzw. gemi scht genutzten Häusern und gewerblichen
Dachflächen. Hinzukommen weitere Potenzialflächen w ie beispielsweise Parkplätze und
Freiflächen sowie Flächen auf öffentlichen Gebäuden .
Um dieses Potenzial deutlich besser als bisher zu h eben, wird empfohlen in der
Koordinationsstelle Klimaschutz einen Ansprechpartn er für das Thema Photovoltaik zu
benennen, der sich um die Bekanntmachung der unters chiedlichen Angebote in Form von
Zusammenführung der unterschiedlichen Angebote (z.B . Solardachkataster des Landes NRW, die
Angebote der RheinEnergie AG) und um Öffentlichkeit sarbeit für das Thema kümmert. Dabei
sollte auch ein Austausch mit den relevanten Akteur en (RheinEnergie AG, cowelio GmbH,
Solarteure, Innungen,...) initiiert und gesteuert w erden, um Chancen und Hemmnisse
gemeinsam zu diskutieren und gemeinsam mögliche Lös ungen zu initiieren.
In diesem Rahmen sollte das Solardachkataster des L andes durch eine aktive Bewerbung des
Katasters in verschiedenen Medien vorangetrieben we rden. Möglichkeiten zur Bewerbung sind
beispielsweise die Nutzung der städtischen Website und Facebookseite, Plakataktionen oder
Türanhänger für Hauseigentümer mit sehr gutem Solar potenzial.
Um interessierte Bürger weitergehend bei der Instal lation einer Solaranlage zu unterstützen, soll
das Kataster um eine Liste mit entsprechenden Diens tleistern im Stadtgebiet,
Beratungsangeboten und Fördermöglichkeiten ergänzt werden. Die Einrichtung einer
gesonderten Informationsplattform, die das Solarkat aster sowie alle vorgenannten
Informationen zum Thema Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) enthält, wäre eine
alternative Möglichkeit zur Erleichterung der Suche nach Angeboten. Zentrales Ziel sollte jedoch
die konzentrierte Darstellung aller Klimaschutzange bote auf der Homepage der
Koordinationsstelle Klimaschutz sein.
Dabei sollte auch der Ausbau der Photovoltaik auf s tädtischen Dachflächen im Bestand und
Neubau aufgrund der kommunalen Vorbildfunktion weit er vorangetrieben werden.
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46 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Austausch mit den relevanten Akteuren über Bedarfe und Struktur
• Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit (Internet,...)
• Koordinationsprozess in Kombination mit den weitere n PV- Maßnahmen des
Handlungsprogrammes
• Monitoring
Ziel der Maßnahme
Treibhausgasminderung durch den Ersatz konventionel len Stroms durch Photovoltaik
Ausgangslage in Köln
Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, sodas s hier große Treibhausgaseinsparungen
erzielt werden können
Photovoltaik bietet ein großes Potenzial im Stadtge biet und ist eine wirtschaftliche Option.
Flankierende Maßnahmen
Photovoltaikkampagne für Privathaushalte und Untern ehmen, Internetauftritt,
Quartierslösungen, Sanierungskampagnen
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
St adt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz,
Amt für Wirtschaftsförderung, RheinEnergie
AG, cowelio GmbH, Gebäudewirtschaft,
Privathaushalte, Unternehmen, Konzern Stadt
Köln
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmi ttelbare THG -Minderung durch die
Maßnahme erzielbar. Indirekte Wirkung durch
verstärkte Wahrnehmung des Themas.
Wirkungsentfaltung erfolgt über die
nachfolgenden Maßnahmen.
Umsetzbarkeit der Maßnahme
Gute Umsetzbarkeit durch Ansiedlungsmöglichkeit
bei der Koordinationsstelle Klimaschutz
Einmalige Kosten Keine
Laufende Kosten Kosten für Öffentlichkeitsarbeit (siehe
nachfolgende Maßnahmen) und gezielte Aktionen
und Veranstaltungen
Personalaufwand
Im Durchschnitt 1 Tag pro Woche bzw. 50
Arbeitstage pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Gute Relation aufgrund begrenzten finanziellen
Aufwands bei gleichzeitig hohem Nutzen für Stadt
(THG-Minderung, Image)
Positive Zusatzeffekte Stärkung der Unabhängigkeit von fossilen
Energieträgern
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Gertec, Wuppertal Institut | 47
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Bekanntheit der Koordinationsstelle
innerhalb des Konzerns und außerhalb
2. Initiierter PV-Ausbau
3. Eingesparte Emissionen insgesamt
Erhebung:
Zu Indikator 1: Abfrage der Bekanntheit der
Koordinationsstelle
Zu Indikator 1: Auswertung der Klickzahlen
Zu Indikator 1: Auswertung der Anzahl der
durchgeführten und umgesetzten Veranstaltungen /
Maßnahmen und Anzahl der Teilnehmer;
Zu Indikator 2 und 3: Auswertung des PV-Anlagenzuba us
zur groben Orientierung
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Handlungsfeld Photovoltaik / Nr. 5. 2
Photovoltaik-Ausbau auf privaten Dachflächen
Kurzbeschreibung
Die Nutzung von Photovoltaik auf privaten Dachfläch en (und an Fassaden) ist weiterhin eine
wirtschaftliche Maßnahme, die dazu beiträgt, Treibh ausgasemissionen einzusparen. Durch den
starken Preisverfall der letzten Jahre haben sich d ie Stromgestehungskosten bei Photovoltaik so
stark gesenkt, dass die Stromgestehungskosten weit unter den Haushaltsstromtarifen liegen und
Eigenverbrauch die wirtschaftlichste Option bietet. Der nicht genutzte Überschussstrom kann
eingespeist und durch das EEG vergütet werden. Abhä ngig vom Lastprofil (z.B. unter Beachtung
von Wärmepumpe / Elektromobilität / Batteriespeiche r), wird die Anlage dimensioniert. Der
Eigenverbrauchsanteil bei einer klassischen Einfami lienhausstruktur liegt bei i.d.R. ca. 30
Prozent. Mit Speicher liegt der Eigenverbrauchsante il bei ca. 60 bis 70 Prozent.
Vielen Hauseigentümern fehlt jedoch das Wissen über die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen,
sodass die Ausbauquote weiterhin auf niedrigem Nive au liegt. Um den Anteil der Photovoltaik im
privaten Wohngebäudebestand zu erhöhen, sollten meh rere Angebote im Rahmen der
Öffentlichkeitsarbeit geschaffen werden und über ei nen mehrjährigen Zeitraum umgesetzt
werden.
Um räumlich fokussiert die Zielgruppen anzusprechen wird empfohlen, sogenannte „Solare
Eignungsgebiete“ im Stadtgebiet zu ermitteln. Dabei werden mittels statistischer Daten sowie des
Landessolardachkatasters Bereiche im Stadtgebiet mi t einem hohen Anteil selbstgenutzter
Wohnimmobilien, Eigentümer mit überdurchschnittlich em Einkommen und gut geeigneten
Dachflächen zur Umsetzung gebietsspezifischer Motiv ations- und Beratungskampagnen
identifiziert.
Zum einen ist die Fortführung der Vor-Ort Beratunge n ggf. in Kooperation mit der
Verbraucherzentrale von besonderer Bedeutung. Auch diese sollten schwerpunktmäßig bzw. als
konzentrierte Aktionen in den solaren Eignungsgebie ten durchgeführt werden.
Zu den Maßnahmen gehören ebenfalls eine Veranstaltu ngsreihe zur neutralen Orientierung mit
Praxisberichten u.a. zu Photovoltaik und Gründach, Speicherung und E-Mobilität.
Ebenso kann eine Solarmesse zur Präsentation von Ha ndwerksbetrieben in mehreren Stadtteilen
angeboten werden, um einen besseren Überblick über die Anbieter zu verschaffen.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Austausch mit den relevanten Akteuren über Bedarfe und Struktur
• Aufbau der Angebote
• Umsetzung
• Monitoring und Anpassung
Ziel der Maßnahme
Treibhausgasminderung durch den Ersatz konventionel len Stroms durch Photovoltaik
Ausgangslage in Köln
Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, so da ss hier große Treibhausgaseinsparungen
erzielt werden können
Geeignet aufgrund der Vielzahl von Dachflächen im S tadtgebiet und der Wirtschaftlichkeit von
Photovoltaik
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Flankierende Maßnahmen
Koordinationsstelle Photovoltaik-Ausbau , Photovolt aikkampagne für Privathaushalte und
Unternehmen
Durchführungszeitraum: 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz,
RheinEnergie AG, Verbraucherzentrale,
Kreishandwerkerschaft
Private Hauseigentümer
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Annahm e: Errichtung von zusätzlichen 200 x 5 -
kWp–Anlagen pro Jahr= 456 t THG - Einsparung
Umsetzbarkeit der Maßnahme Gute Umsetzbarkeit, da Flächen zur Verfügung
stehen, Wirtschaftlichkeit und etablierte
Technologie
Einmalige Kosten
Kosten für Öffentlichkeitsarbeit:
Kampagnenentwicklung durch eine Agentur und
Kampagnenmaterial abhängig vom gewünschten
Umfang und räumlicher Ausdehnung sowie ggf.
Kosten für Berater vor Ort 40.000 bis 120.000 €
Laufende Kosten
Laufende Kosten für Öffentlichke itsarbeit
Personalaufwand Aufwand für Konzeptionierung und Aufbau: 20
Arbeitstage.
Aufwand für Umsetzung der Kampagne: 1 AT pro
Woche.
Nutzen-Aufwand-Relation
Durch Wirtschaftlic hkeit der PV im EFH -Segment
besteht hohe Erfolgswahrscheinlichkeit bei
begrenztem Aufwand
Positive Zusatzeffekte
Steigerung der Unabhängigkeit von fossilen
Energieträgern, Multiplikatoreffekte (z.B. in der
Nachbarschaft)
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Entwicklung PV-Ausbau auf Dachflächen
(Anlagenzahl und installierte Leistung)
Erhebung:
Zu Indikator 1: Auswertung des PV- Anlagenzubaus
zur groben Orientierung
Zu Indikator 1: Anfrage bei ei
nzelnen Solarteuren
und RheinEnergie AG bzgl. Nachfrage
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50 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Photovoltaik/ Nr. 5. 3
Photovoltaik im Gewerbe
Kurzbeschreibung
Die RheinEnergie AG bietet Kunden bereits eine kost enlose Erstberatung zur Nutzung von
Photovoltaik. Um den Anteil der Photovoltaik-Anlage n weiter zu erhöhen, wird empfohlen, die
Öffentlichkeitsarbeit für Photovoltaik weiter zu st ärken und im Rahmen von
gewerbegebietsbezogenen Beratungsaktionen einen noc h höheren Anteil umsetzungswilliger
Unternehmen zu finden, die ihren Strombedarf über P hotovoltaik decken wollen. Dabei
profitieren die Unternehmen von der Photovoltaik ni cht nur durch die Wirtschaftlichkeit,
sondern auch von einem guten Image für Ihr Unterneh men. Die Wirtschaftlichkeit ist allerdings
immer im Einzelfall zu prüfen.
Auf den zumeist vorzufindenden Flachdächern lassen sich durch Aufständerung der Module
unter Prüfung der Statik und bei gutem Zustand der Dachflächen PV-Anlagen optimal errichten.
Die Aufständerung führt zu einer guten Hinterlüftun g und damit guten Nutzungsgraden.
Bei dem Angebot von allgemeiner Öffentlichkeitsarbe it und der Durchführung konkreter
Beratungsaktionen in Gewerbegebieten mit einer pote nziell hohen Anzahl geeigneter
Unternehmen sollten die Vorteile und Nachteile über sichtlich zusammengestellt und in Form
einer Checkliste auch von den Unternehmen selbst ge prüft werden können.
Für Unternehmen wird das Thema Elektromobilität in der Dienstwagenflotte immer wichtiger.
Auch hier sind konkrete Informations- und Beratungs angebote für die Unternehmen zu schaffen,
um mittels Photovoltaiknutzung die Elektromobilität umweltfreundlich zu machen.
Bei der Auswahl der Gewerbegebiete sollte die Eignu ng der Dachflächen anhand des
landesweiten Solardachkatasters sowie die Eigentüme rschaft (möglichst selbstgenutzte
Immobilien) vorab geprüft werden.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Austausch mit den relevanten Akteuren über Bedarfe und Struktur
• Aufbau der Angebote
• Umsetzung in den Gewerbegebieten
• Monitoring und Anpassung
Ziel der Maßnahme
Treibhausgasminderung durch den Ersatz konventionel len Stroms durch Photovoltaik
Ausgangslage in Köln
Der Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, s odass hier große Treibhausgaseinsparungen
erzielt werden können.
Die Vielzahl von Dachflächen im Stadtgebiet und die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik bieten
eine gute Ausgangslage.
Flankierende Maßnahmen
Koordinationsstelle für Photovoltaik
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Gertec, Wuppertal Institut | 51
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz,
Amt für Wirtschaftsförderung, Amt für
Stadtentwicklung und Statistik,
Stadtplanungsamt, RheinEnergie AG,
Kreishandwerkerschaft, Industrie- und
Handelskammer
Gewerbebetriebe mit eigenen Liegenschaften
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Aufgrund der großen Unterschiede bei den
Anlagegrößen ist eine seriöse Quantifizierung kaum
möglich. Unter der Annahme, dass 40 neue Anlagen
pro Jahr errichtet werden bei einer angenommenen
Größe von 50 kWp kann eine THG-Reduktion um ca.
910 t TGH/a erzielt werden.
Umsetzbarkeit der Maßnahme
Einfache Umsetzbarkeit, da nur die
Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden muss.
Beratungsangebote bestehen bereits.
Einmalige Kosten
Kosten für Öffentlichkeitsarbeit.
Kampagnenentwicklung durch eine Agentur und
Kosten für Kampagnenmaterial abhängig vom
gewünschten Umfang (10.000 bis 40.000 €).
Laufende Kosten
Kosten für Quartiers -Beratungen: 200 Beratungen
pro Jahr à 4 Stunden= 80.000 € zzgl. Kosten für
Konzeption
Personalaufwand
0,5 Arbeitstage pro Woche, d.h. 25 Arbeitstage pro
Jahr; Am Anfang höherer Aufwand für Organisation
und Abstimmung sowie Vorbereitung: 20-30
Arbeitstage
Nutzen-Aufwand-Relation
Gute Relation aufgrund großer installierbarer kWp i m
Vergleich zu EFH-Anlagen
Positive Zusatzeffekte Verringerung der Stromko stenbelastung für
Unternehmen; positive Imagewirkung für
Unternehmen
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Entwicklung PV-Ausbau auf Dachflächen
(Anlagenzahl und installierte Leistung)
Erhebung:
Zu Indikator 1: Auswertung des PV-Anlage nzubaus
in den Gewerbegebieten
Zu Indikator 1: Anfrage bei einzelnen
Solarteuren und RheinEnergie AG bzgl.
Nachfrage
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52 | Gertec, Wuppertal Institut
5.6 Handlungsfeld Suffizienz
Mittel- bis langfristig bedarf es eines ressourcenschonenderen Lebensstils der
Bürgerschaft, um die ambitionierten Klimaschutzziele erreichen zu können. Einzelne
Maßnahmen werden hierzu im vorliegenden Konzept empfohlen. Dabei soll zunächst
der Fokus auf der Erarbeitung einer Strategie für die Stadtverwaltung liegen und im
nächsten Schritt die Umsetzung von konkreten Maßnahmen (s. Themenspeicher)
folgen. Die bereits existierenden privaten Kölner Initiativen rund um das Thema
Suffizienz sollen bei der Entwicklung eng eingebunden werden.
Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 1
Erarbeitung einer Suffizienzstrategie
Kurzbeschreibung
Suffizienz bzw. die Förderung eines klima- und ress ourcenschonenden Verhaltens kann durch die
Stadt unterstützt werden. Die Bürger treffen Entsch eidungen über ihr Verhalten selbst;
Anpassungen des Lebensstils fallen von Mensch zu Me nsch unterschiedlich stark aus. Die
Stadtverwaltung und Initiativen können Menschen jed och Wege aufzeigen und
Verhaltensänderungen durch Angebote erleichtern und damit den Weg zu einem
ressourcenschonenderen Leben ebnen. Dabei muss ein energie- und ressourcensparender
Lebensstil nach bisherigen Erkenntnissen insbesonde re in Städten eine enorme Rolle spielen, um
die langfristigen Klimaschutzziele erreichen zu kön nen.
Suffizienz ist bislang in der Stadtverwaltung nicht als Arbeitsfeld behandelt worden, erste
Forschungsprojekte wurden dazu beantragt.
Um zunächst eine Strategie für die eigenen Handlung smöglichkeiten als Stadtverwaltung zu
gewinnen, wird empfohlen, vorab eine Suffizienzstra tegie zu erarbeiten. Diese bietet Orientierung
in welchen Sektoren und wie suffizientes Verhalten möglich ist und mittels eines politischen
Beschlusses auch Rückhalt bei der Umsetzung. Als Be ispiel sei hier die Stadt Münster genannt,
die bereits eine Suffizienzstrategie erarbeitet und dabei die Themenfelder Konsum und
Ernährung, Mobilität, Wohnen und Energie betrachtet hat. Zu den Handlungsstrategien gehören
die Reduktion, die Substitution und die Anpassung g esellschaftlicher Normen.
Aufgrund des notwendigen gesellschaftlichen Kulturw andels sollte die Erarbeitung der
Suffizienzstrategie u.a. unter einer breiten Akteur sbeteiligung erfolgen, z.B. mit Akteuren der
Kommunikation/Medien und aus dem Bereich Bildung.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Ausschreibung und Erarbeitung der Suffizienzstrateg ie
• Aufbau und Bekanntmachung der Angebote
• Umsetzung
• Monitoring und Anpassung
Ziel der Maßnahme
Schaffung der strategischen Grundlage für die Initi ierung von Suffizienzmaßnahmen bis 2030
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Gertec, Wuppertal Institut | 53
Ausgangslage in Köln
Durch verschiedene bereits vorhandene Kölner Initia tiven und Projekte ist eine gute Basis für die
ergänzenden Projekte der Stadt Köln gegeben. Ein Au stausch und die Kooperation können eine
noch größere Breitenwirkung erzielen.
Flankierende Maßnahmen
Konkrete Maßnahmen wie eine stadtteilbezogene Kampa gne mit Informationen zu lokalen
Suffizienzanbietern, eine mobile Ausstellung zur In formation für Bürger an öffentlichen Orten ,
klimaneutrale Veranstaltungen und klimaoptimiertes Essen in öffentlichen Einrichtungen
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Stadt Köln – Koordinationsstelle
Klimaschutz, weitere Ämter
Bürgerinnen und Bürger, Gewerbe, Handel,
Dienstleistungen
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine direkte THG -Minderung quantifizierbar. Jeder
BRD-Bürger verursacht jedoch laut BMU 3 1,75 t
THG/a für Ernährung und Konsum. Das würde
pauschal für Köln mit 1,08 Mio. Einwohnern
Emissionen in Höhe von 1,9 Millionen t THG/a
bedeuten. Wenn davon 5% einspart würden, könnten
94.925 t THG/a der derzeitigen THG-Emissionen aus
Strom (oder Strom und Wärme) reduziert werden.
Der Sektor Ernährung und Konsum wird in der
gesamtstädtischen THG-Bilanz aber nicht
berücksichtigt, er ist nur in Teilen in den Sektore n
Privathaushalte, Gewerbe und Industrie enthalten.
Umsetzbarkeit der Maßnahme
Gute Umsetzbarkeit durch zentrale Initiierung.
Einmalige Kosten Kosten für die Erarbeitung einer Suffizienzstrategi e
bei externer Vergabe bis 80.000 €
Laufende Kosten Keine
Personalaufwand 20 -30 Arbeitstage pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Langfristiger Nutzen bei begrenztem Aufwand in
Erstellungsphase
Positive Zusatzeffekte Wirkung über anschließende Maßnahmenumsetzung
– – ––
3 s. https://www.bmu.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen-tourismus/produkte-und-konsum/produktbereiche/konsum-
und-ernaehrung/
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Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Strategieerstellung umgesetzt
2. Strategie als Prüf-Element bei Entscheidungen
gefestigt
Erhebung:
Zu Indikator 1: Beschlussauswertung über Umgang
mit Strategie
Zu Indikator 2: Stichprobenhafte Überprüfung, ob
die Strategie bei Entscheidungen berücksichtigt
wurde.
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5.7 Handlungsfeld Mobilität
Im Handlungsfeld Mobilität wird – ergänzend zu den bereits durch das
Verkehrsdezernat geplanten Maßnahmen – ein Schwerpunkt auf Maßnahmen der
Kommunikation und der Anreize für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten gelegt.
Hierzu zählt die Förderung von Betrieblichem Mobilitätsmanagement (BMM), mit
dem Arbeitgeber die Bedingungen ihrer Beschäftigten verbessern, klimaschonend
zur Arbeit zu kommen und ihre dienstliche Mobilität nachhaltig gestalten. Mit einer
Maßnahme zur nachhaltigen Mobilität in der Stadtverwaltung werden ähnliche
Instrumente auch in der Stadtverwaltung umgesetzt. Ein CO 2-Monitoring erhebt die
Reduktionswirkungen aller mobilitätsbezogenen Maßnahmen der Stadt Köln und
nutzt die Ergebnisse zur Nachsteuerung von Projekten und Maßnahmen.
Maßnahmen der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit vermitteln bestehende
und neue Möglichkeiten der klimaschonenden Mobilität an die Bürgerinnen und
Bürger. Mobilitäts-Aktivitäten des Smart City-Prozesses sollen durch eine
Koordination „Smart Mobility“ gebündelt und vorangebracht werden.
Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 1
Betriebliches Mobilitätsmanagement
Betriebliches Mobilitätsmanagement ist eine Strateg ie zur effizienten und nachhaltigen
Organisation von Verkehren und zur Beeinflussung de s individuellen Mobilitätsverhaltens. Da
die Mobilitätsbedarfe und –bedürfnisse je nach Ziel gruppe und Wegezweck unterschiedlich sind,
wird Mobilitätsmanagement zielgruppenspezifisch aus gestaltet. Erfolgreiches
Mobilitätsmanagement setzt an Verkehrszielen an und ist dort organisatorisch verankert – etwa
in Betrieben, Schulen, Freizeiteinrichtungen, Einka ufszentren u.a.
Diese Maßnahme fokussiert zum einen auf der Fortset zung beziehungsweise Vertiefung
bestehender Ansätze und der Umsetzung/Etablierung v on betrieblichem Mobilitätsmanagement
(BMM) wo des noch nicht erfolgt. Dies umfasst die G estaltung aller im Kontext eines Betriebs
anfallenden Verkehre: Die Mitarbeitermobilität, Die nstfahrten, Kunden-, Besucher- und
Lieferverkehre. Zudem umfasst es den betrieblichen Fuhrpark einschließlich persönlicher
Dienstwagen. Maßnahmen sind u.a. Mobilitätstage, fi nanzielle Vorteile durch die Förderung von
persönlichen Diensträdern und Jobtickets, Parkraumb ewirtschaftung, die Förderung von
Fahrgemeinschaften, der Einsatz von E-Fahrzeugen in der Flotte, die Reduzierung oder
nachhaltige Auswahl persönlicher Dienstwagen.
Obwohl Studien gezeigt haben, dass BMM nicht nur ök ologische Vorteile hat, sondern auch
Unternehmen und Mitarbeiter durch bessere Fitness u nd Gesundheit, höhere
Arbeitszufriedenheit und Kosteneinsparungen profiti eren, wird BMM nur von wenigen
Unternehmen umgesetzt. Grund hierfür sind fehlende Kenntnisse über die Vorteile und der
Mangel an Umsetzungserfahrungen, da die Beschäftigu ng mit Mobilität in der Regel nicht zum
Kerngeschäft gehört. Ein Angebot mit integrierter I nformation, Analyse und Beratung zur
Maßnahmenumsetzung kann dazu beitragen, BMM in Betr ieben umzusetzen, wie verschiedene
good practices zeigen (etwa das Bundesprojekt „effi zient mobil“ sowie die kommunale
Unterstützung von BMM in München). Besonders sinnvo ll ist dabei eine quartiersorientierte
Herangehensweise, da dann in Zusammenarbeit mit wei teren Akteuren wie Quartiersmanagern,
der städtischen Verkehrsplanung, der KVB oder Carsh aring-Anbietern flankierend
infrastrukturelle Maßnahmen oder Mobilitätsdienstle istungen den Bedürfnissen entsprechend
gestaltet werden können.
KölnKlimaAktiv 2022
56 | Gertec, Wuppertal Institut
Die Maßnahme umfasst die Schaffung der Stelle eines eigenen Mobilitätsmanagers oder einer
Mobilitätsmanagerin bei der Koordinationsstelle Kli maschutz, der oder die jährlich etwa fünf
Unternehmen in der Stadt Köln, idealerweise im räum lichen Kontext in einigen Quartiers-
Clustern, umfassend bei der Umsetzung eines Mobilit ätsmanagements begleitet.
Handlungsschritte zur Umsetzung
• Schaffung einer Stelle für Mobilitätsmanagement (St ellenumfang 0,5)
• Erarbeitung eines Konzepts für Betriebliches Mobili tätsmanagement in Köln
• Umsetzung: a) Unternehmensansprache b) Beratung zu Maßnahmen in den Feldern
Beschäftigtenmobilität, Dienstreisen, Fuhrpark in 5 Kölner Betrieben pro Jahr
• c) Umsetzungsbegleitung
• Prozess-Monitoring und Wirkungsevaluation
Ziel der Maßnahme
Durch betriebliches Mobilitätsmanagement sowie Komm unikationsmaßnahmen für nachhaltige
Mobilität wird die Verlagerung von Verkehren auf de n Umweltverbund sowie der Einsatz
effizienterer und klimaschonenderer Fahrzeuge beför dert; daneben werden weitere ökonomische,
soziale und ökologische Vorteile für Unternehmen un dMitarbeitende, Städte und Quartiere,
Umwelt und Gesellschaft erzielt und ein Beitrag zu weniger motorisiertem Individualverkehr, zur
Kosteneinsparung und Mitarbeiterzufriedenheit gelei stet.
Ausgangslage in Köln
In der Stadt Köln wurden bereits einzelne Kampagnen (etwa der KVB) und verkehrsträger-
spezifische Kommunikationsformate (etwa zum Radverk ehr) umgesetzt. Ein Konzept für eine
kommunale Unterstützung und Beratung von in Köln an sässigen Unternehmen zu Betrieblichem
Mobilitätsmanagement ist noch zu entwickeln.
Flankierende Maßnahmen
Nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung; Kommu nikation zur nachhaltigen Mobilität
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Dezernat VIII ,
KVB, VRS, NVR, IHK, Kommunikationsagentur,
Mobilitätsberater
In Köln ansässige Unte rnehmen und deren
Beschäftigte
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Unter der Annahme, dass jährlich 5 Betriebe mit je 1000
Beschäftigten beraten werden und dort jeweils 5% de r
Mitarbeiter vom MIV auf Rad und ÖV umsteigen, könne n
bei durchschnittlichen Wegelängen von rund 17,7
Kilometern für Arbeitswege (MiD 2006) 1,9 Mio.
Personenkilometer verlagert werden und 395 t CO
2
eingespart werden.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 57
Umsetzbarkeit der Maßnahme Voraussichtlich g ut umsetzbar, da erste Überlegungen in
der Verwaltung schon erfolgt sind
Einmalige Kosten Keine
Laufende Kosten Honorarkosten für externe Beratung und Umsetzung im
Umfang von geschätzt 30.000 Euro Erstellung von
Kommunikations- und Aktionsmaterial, im Umfang von
etwa 20.000 € / Jahr,
Personalaufwand
0,5 Person en / Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Hoch
Positive Zusatzeffekte Nachhaltige betriebliches Mobilitätsgestaltung wirkt sich
neben der CO 2–Einsparung positiv auf Schadstoffe, Lärm
und Lebensqualität aus, Rad- und Fußverkehr fördert die
Gesundheit.
Zudem sind Multiplikatoreffekte auf das private
Mobilitätsverhalten zu erwarten
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Anzahl der teilnehmenden Betriebe an
BMM/Jahr
2. Umfang der Veränderung des
Mobilitätsverhaltens: Mitarbeitermobilität
(Weg zur Arbeit), Dienstreisen; jeweils vor
und nach Maßnahmenumsetzung
3. Wahrnehmung Kommunikationsaktivitäten:
Anzahl Besuche Website, Anzahl
Teilnehmerinnen und Teilnehmer an
Aktionen
Er hebung:
Zu Indikator 1: Daten zur Anzahl der teilnehmenden
Betriebe
Zu Indikator 2: (Online-)Befragung in teilnehmenden
Betrieben (ex ante und ex post)
Zu Indikator 3: Auswertung Web-Traffic, Zählung bei
Veranstaltungen
KölnKlimaAktiv 2022
58 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 2
Nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung
Kurzbeschreibung
Mit einem Mobilitätsmanagement in der Stadtverwaltu ng in den Bereichen Mitarbeitermobilität,
Dienstreisen/-gänge, Fuhrpark und Besucherverkehr w ird ein ganzheitliches Konzept für eine
nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung entwic kelt und umgesetzt.
Als einer der größten Betriebe der Stadt Köln ist d ie Stadtverwaltung ein relevanter Hebel, um
Maßnahmen des Mobilitätsmanagements mit gesamtstädt ischer Wirkung umzusetzen. Zugleich
trägt die Maßnahme dazu bei, die Stadtverwaltung al s Akteurin zu etablieren, die mit einem
guten Beispiel die Verkehrswende mitgestaltet. Aufg rund der öffentlichen Vorbildfunktion und
einer guten Sichtbarkeit im öffentlichen Raum kann damit auch eine Multiplikatorfunktion
erreicht werden.
Ein integriertes Konzept zum kommunalen Mobilitätsm anagement umfasst alle Bereiche, in
denen die Stadtverwaltung Verkehr erzeugt. In der M itarbeitermobilität wirken Anreize wie ein
deutlich vergünstigtes Jobticket und ein geförderte s Jobrad sowie neue Regeln in der
Parkraumbewirtschaftung zusammen mit individueller Information und Beratung darauf hin,
Mitarbeitende auf dem Weg zur Arbeit für nachhaltig e Alternativen zum Auto zu gewinnen.
Die Regeln für dienstliche Fahrten werden so geände rt, dass die Nutzung privater Fahrzeuge
nicht mehr gefördert / erstattet wird. Stattdessen wird ein ämterübergreifender,
standortbezogener Fahrzeugpool nachhaltiger Flotten fahrzeuge (vorzugsweise mit E-
Fahrzeugen) aufgebaut, der für dienstliche Fahrten genutzt wird. Damit werden nicht nur die
spezifischen Emissionen je Fahrt vermindert, sonder n es wird auch der Anreiz reduziert, mit dem
eigenen Fahrzeug zur Arbeit zu kommen. Eine kosteng ünstige Mobilitätskarte mit umfassenden
Funktionen ermöglicht den Mitarbeitern und Mitarbei terinnen die Nutzung des ÖV (Jobticket),
des kommunalen Fahrzeugpools sowie verschiedener Ca r-/Bike-Sharing-Angebote.
Zur Umsetzung und Begleitung der Maßnahmen und Proz esse und die Koordination
flankierender Aktivitäten wird ein Mobilitätsmanage r oder eine Mobilitätsmanagerin eingesetzt.
Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle
• Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer umfassenden Befragung der
Beschäftigten der Kölner Stadtverwaltung zu ihrem M obilitätsverhalten auf dem Weg zur
Arbeitsstelle
• Schaffung der Stelle eines kommunalen Mobilitätsman agers oder einer Mobilitätsmanagerin
• Erhebung und Auswertung der Nutzung der Fuhrparke d er Stadtverwaltung (eingesetzte
Fahrzeuge, zurückgelegte Distanzen, relevante Ziele , Nutzungshäufigkeit der Fahrzeuge,
Energieverbräuche und Energiekosten der Fahrzeuge.. .)
• Ggf. Ausweitung dieser Befragung auf den Konzern St adt oder Teile des Konzerns Stadt
• Entwicklung eines Konzepts nachhaltiger Mobilität i n der Stadtverwaltung, ggf Rollout auf
den Konzern Stadt
• Umsetzung des Konzeptes: Gestaltung neuer Leitlinie n für Mitarbeitermobilität, Fuhrpark,
Dienstreisen; Umsetzung der Anreizsysteme (u.a. Zus chuss zum Jobticket), und
Kommunikationsaktivitäten
Ziel der Maßnahme
Die Maßnahme zielt darauf ab, die Mobilität der Sta dtverwaltung (Berufsverkehre
derMitarbeitenden, dienstliche Mobilität sowie die Ausstattung des Fuhrparks) nachhaltig zu
organisieren und Verhaltensänderungen zu erwirken. Auf diese Weise werden sowohl durch die
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 59
Verlagerung auf klimafreundliche Verkehrsmittel als auch durch emissionsärmere Fahrzeuge
Treibhausgasemissionen eingespart.
Ausgangslage in Köln
Erste Ansätze eines Mobilitätsmanagements in der St adtverwaltung bestehen bereits, oftmals
jedoch noch dezentral organisiert: Es gibt das Ange bot eines Jobtickets, zudem wird der
Fuhrpark sukzessive modernisiert, ist aber nach wie vor auf die Ämter aufgeteilt und weitgehend
mit konventionellen Fahrzeugen ausgestattet. Teilau fgaben des Mobilitätsmanagements werden
aktuell durch die KVB übernommen – die KVB bewirbt und informiert über Jobtickets, ihr
Fahrradverleihsystem sowie Car-Sharing-Angebote; ei n konsistentes Gesamtkonzept sowie eine
Koordination aller Aktivitäten besteht jedoch noch nicht. Im Green City Masterplan ist eine
Maßnahme zur Förderung des Mobilitätsmanagement mit Schaffung einer Referentenstelle
vorgesehen, die sich jedoch nicht auf das Mobilität smanagement in der Stadtverwaltung selbst,
sondern in allen Unternehmen in Köln bezieht.
Zudem widmet sich das Klimaschutzteilkonzept Verkeh r für die Stadt Köln aus dem Jahr 2012 in
einem eigenen Kapitel dem Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung. Es ist für ausgesuchte
Verwaltungsstandorte in verschiedenen stadträumlich en Lagen und verschiedenen MIV- und
ÖV-Anbindungsqualitäten der Status Quo der Beschäft igtenmobilität erhoben und Maßnahmen
zur klimaschonenden betrieblichen Mobilität einschl ießlich einer Abschätzung der jeweils mit der
Maßnahmenumsetzung verbundenen möglichen CO2-Minder ungswirkung entwickelt worden.
Flankierende Maßnahmen
Die Verbesserung der Infrastruktur und der Verkehrs angebote insbesondere für den Radverkehr
und den ÖPNV unterstützen die Umsetzung des Mobilit ätsmanagements.
Die ebenfalls in diesem Konzept vorgeschlagene Maßn ahme zum betrieblichen
Mobilitätsmanagement ist in ihrer inhaltlichen Stru ktur ähnlich aufgebaut, hier können
Synergien entstehen, in dem die Umsetzung in der St adtverwaltung als „Good-practice-Beispiel“
für andere Unternehmen entwickelt wird.
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Dezernat I,
Dezernat VIII, KVB, VRS, Personal- und
Verwaltungsmanagement, AWB
Stadtverwaltung, Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, ggf. bei
Rollout Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des
Konzern Stadt
KölnKlimaAktiv 2022
60 | Gertec, Wuppertal Institut
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Annahme Mitarbeitermobil ität : bei 17.000 Mitarbeitern
verlagern 2,5% ihren Weg zur Arbeit von MIV zu glei chen
Teilen auf ÖV und Rad, bei durchschnittlichen
Arbeitswegelängen von 17,7 Kilometern (nach MiD)
entspricht dies rund 3,25 Mio Personenkilometern; d amit
werden 670t CO 2 eingespart
Annahme Fuhrpark: durch den Ersatz von 10
Bestandsfahrzeugen mit Verbrennungsmotor durch E-
Fahrzeuge werden bei einer Fahrleistung in Höhe von
15.000 km/Jahr und dem Betrieb mit Ökostrom 22,5 t
CO
2/Jahr eingespart.
Umsetzbarkeit der Maßnahme Da es sich um eine interne Maßnahme handelt besteht
kein Konfliktpotenzial mit externen Akteuren; ggf.
Konflikte mit einzelnen Ämtern wegen Zusammenlegung
von Fuhrparks möglich. Ein weiterer möglicher
Hinderungsgrund sind die Kosten.
Einmalige Kosten
Sukzes sive Fuhrparkumstellung : 10 Fzg/Jahr bei
Mehrkosten gegenüber konventionellen Fahrzeugen von
5000 € nach Förderung (insgesamt 50.000 €); da dies im
Rahmen der üblichen Fahrzeugersatzbeschaffung
stattfindet, müssen über die Mehrkosten hinaus kein e
weiteren Investitionsmittel verfügbar gemacht werde n.
Die höheren Anschaffungskosten von E-Fahrzeugen
werden kompensiert durch geringere Laufende Kosten
(ab einer Fahrleistung bei Kleinwagen von rund 12.0 00
km/a, bei Kompaktwagen rund 18.000 km/a).
Investitionen für Fahrradförderung (z. B.
Abstellanlagen): 30.000 €
Laufende Kosten
Mitarbeitermobilität: Kombinierte Nutzung des
Jobtickets mit weiteren Mobilitätsangeboten wie Car -
Sharing: 10.000 €/a; Fuhrpark: Abhängig von
Fahrzeugtyp, Annahme der Reduzierung um 10.000 €
Laufende Kosten p.a. gegenüber
der Kostenerstattung für
Dienstfahrten mit Privat-Pkw
Personalaufwand 0,5 Personen pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Hoch
Positive Zusatzeffekte Vorbildfunktion der Stadtverwaltung, Motivation und
Gesundheit der Mitarbeiter, Lerneffekte für die
Förderung der Umsetzung von Betrieblichem
Mobilitätsmanagement in Unternehmen,
Multiplikatoreffekte (z.B. auf privates
Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter)
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Modal Split der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im Beschäftigtenverkehr
2. Anteil E-Fahrzeuge im Fuhrpark,
durchschnittliche spezifische CO
2-
Fahrzeugemissionen des konventionellen
Fuhrparks, Strommix E-Fahrzeuge
Erh ebung:
1. Ex-Ante und Ex-Post Mitarbeiterinnen- und
Mitarbeiterbefragung
2. Daten des Fuhrparkmanagements
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 61
Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 3
CO 2-Monitoring von Maßnahmen im
Verkehrsbereich
Kurzbeschreibung
Für die in Köln, beispielsweise im Rahmen des Green City-Masterplans oder des
Luftreinhalteplans bereits in Umsetzung befindliche n oder geplanten verkehrlichen
Klimaschutzmaßnahmen wird ein Monitoring-Konzept zu r Ermittlung der CO2-Einsparungen
entwickelt und angewendet. Um die Wirksamkeit der M aßnahmen hinsichtlich ihrer CO2-
Einsparungen abschätzen und bei Bedarf Fehlentwickl ungen entgegensteuern zu können, werden
für die relevanten Maßnahmen Indikatorensets und Vo rgehensweisen zur Erhebung und
Auswertung dieser Indikatorensets entwickelt. Insbe sondere können hierbei folgende
Datenquellen und Erhebungen zum Einsatz kommen:
MIV und Straßengüterverkehr: Anhand der Entwicklung des Motorisierten
Individualverkehrs (MIV) und Straßengüterverkehrs k ann die Stadt Köln Rückschlüsse auf die
Wirksamkeit ihrer Maßnahmen in diesen Handlungsfeld ern ziehen. Dabei kann sie zum einen auf
Daten zurückgreifen, die vom Landesbetrieb Straßenb au Nordrhein-Westfalen flächendeckend
im Fünf-Jahres-Rhythmus erhoben werden (Pkw sowie l eichte und schwere Nutzfahrzeuge). Die
Stadt Köln kann diese durch zusätzliche Zählungen i m Netz der Gemeindestraßen ergänzen. So
kann die Verkehrsleistung im Stadtgebiet zu verschi edenen Zeitpunkten verglichen und
Rückschlüsse zur Wirksamkeit durchgeführter Maßnahm en gezogen werden.
ÖPNV und SPNV: Zur Untersuchung der Wirkung von Maßnahmen zur ver stärkten Nutzung
öffentlicher Verkehrsmittel sind Fahrgastzählungen und Fahrgastbefragungen die effizienteste
Erhebungsmethode. Anhand der Zählungen und Befragun gen können die Auswirkungen der
Maßnahmen räumlich differenziert abgebildet werden . Ergänzend liefern die Ergebnisse
wertvolle Hinweise, an welcher Stelle im SPNV- und ÖPNV-Angebot noch Handlungsbedarf
besteht und nachgebessert werden könnte oder sollte . Entsprechende Befragungen, auf deren
Ergebnissen aufgebaut werden könnte, werden bereits regelmäßig vom Verkehrsverbund Rhein-
Sieg durchgeführt. Zudem kann eine Befragung von Ni cht-Nutzern des SPNV und ÖPNV für die
Identifizierung von Schwächen im bestehenden Angebo t zielführend sein.
Rad- und Fußverkehr: Zum Monitoring von Rad- und Fußverkehr sind Hausha ltsbefragungen
eine sinnvolle Erhebungsmethode. Vergleichbar dem Ö V können auch für den Fuß- und
Radverkehr Hemmnisse identifiziert und zielgerichte te Maßnahmen zum Abbau dieser
Hemmnisse entwickelt werden.
Fahrzeugtechnische Maßnahmen: Unterstützt die Stadt die Verbreitung beispielswei se
elektrisch betriebener Fahrzeuge, dann lässt sich d ie Wirkung der Förderaktivitäten anhand der
Entwicklung der Zulassungszahlen für die entspreche nden Fahrzeuge in Köln ermitteln (Daten
der Zulassungsbehörde). Des Weiteren wird an dieser Stelle auf das Klimaschutzteilkonzept
Verkehr für Köln aus dem Jahr 2012 und das Handbuch methodischer Grundfragen zur
Masterplan-Erstellung für 100% Klimaschutzkommunen hingewiesen. Beide Arbeiten benennen
relevante Daten, Datenquellen, Wege der Erhebung un d gängige Monitoring-Tools.
KölnKlimaAktiv 2022
62 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle Klimaschutz
• Festlegung der zu betrachtenden Maßnahmen in enger Absprache mit den für die Umsetzung
zuständigen Fachabteilungen innerhalb der Kölner Ve rwaltung
• Entwicklung von für das Monitoring geeigneten maßna hmenspezifischen Indikatoren
(beispielsw eise Entwicklung des Modal Splits, Entwicklung der Zahl der in Köln zugelassenen
Fahrzeuge, Entwicklung der Verkehrssicherheit, Entw icklung durchschnittlicher
Wegelängen...)
• Entwicklung eines Erhebungsdesigns
• Erhebung der Indikatoren in enger Abstimmung mit de n zuständigen Fachplanungen
• Auswertung der Indikatoren in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachplanungen
• Kommunikation der Ergebnisse gegenüber den zuständi gen Fachplanungen
Ziel der Maßnahme
Das Ziel dieser Maßnahme ist es, durch ein kontinui erliches Monitoring der Umsetzung
verkehrlicher Klimaschutzmaßnahmen die CO2-Minderun gswirkung von in Köln umgesetzten
Maßnahmen im Mobilitätsbereich sicherzustellen. Zud em kann ein kontinuierliches Monitoring
der Umsetzung verkehrlicher Klimaschutzmaßnahmen da zu beitragen, Fehlentwicklungen
frühzeitig zu identifizieren und zeitnahes Gegenste uern ermöglichen.
Ausgangslage in Köln
Bisher fällt das Monitoring verkehrlicher (Klimasch utz)Maßnahmen in die Zuständigkeit der
Fachplanungen, die auch für die Initiierung und Ums etzung der Maßnahmen zuständig sind. Zu
einer Vielzahl von Maßnahmen gibt es bislang kein C O 2-Monitoring
Flankierende Maßnahmen
Hier ist die Schaffung eines Formates zur Sicherste llung eines kontinuierlichen fachlichen
Austausches zwischen der Koordinationsstelle Klimas chutz und den umsetzungsrelevanten
Abteilungen der Kölner Verwaltung sinnvoll. Dies ka nn beispielsweise ein Jour fixe oder ein sich
regelmäßig austauschender Arbeitskreis sein.
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, für die
Umsetzung verkehrlicher Maßnahmen
zuständige Fachabteilungen innerhalb der
Stadtverwaltung
Für die Umsetzung verkehrlicher Maßnahmen
zuständige Fachabteilungen innerhalb der
Stadtverwaltung
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Eine direkte Minderung verkehrsbeding ter CO 2-
Emissionen ist mit der Umsetzung dieser Maßnahme
nicht verbunden.
Umsetzbarkeit der Maßnahme Die Umsetzung der Maßnahme soll von der
Koordinationsstelle Klimaschutz federführend
gewährleistet werden, sodass keine zusätzliche
Arbeitsbelastung für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Verkehrsdezernates entsteht. Daher
wird die Umsetzbarkeit als hoch eingeschätzt.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 63
Einmalige Kosten Diese entstehen durch die Erhebung relevanter
Daten beispielsweise im Rahmen einer Befragung
der Bürgerinnen und Bürger zu ihrem
Mobilitätsverhalten und sind abhängig von Art
und Umfang der Erhebung (es werden
beispielsweise Daten für die Gesamtstadt für
Teilräume erhoben).
Laufende Kosten
Siehe Einmalige Kosten
Personalaufwand 1 Person pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Sehr hoch
Positive Zusatzeffekte Innerhalb der Verwaltung kann diese Maßnahme
durch die klare Zuweisung von Zuständigkeiten
und Aufgaben zu einer Optimierung der
Einbindung der Koordinationsstelle in die Arbeit
des Verkehrsdezernates beitragen.
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring
Indikatoren:
1. Anzahl der Maßnahmen
für die ein Monitoring erfolgt / nicht erfolgt ist
2. Umfang der Entwicklung und Umsetzung von
Modifizierungen für laufende Maßnahmen
Erhebung:
Zu Indikator 1 und 2: (Online-) Erhebungsbogen,
je Maßnahme auszufüllen durch Verkehrsdezernat
KölnKlimaAktiv 2022
64 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 4
Kommunikation zur nachhaltigen Mobilität
Kurzbeschreibung
Im Rahmen dieser Maßnahme werden die Aktivitäten de r Stadt Köln zur Umsetzung einer
Verkehrswende kommunikativ begleitet und durch Kamp agnen und Mitmach-Aktionen den
Bürgerinnen und Bürgern nahegebracht. Dies kann ent sprechend den jeweiligen Anlässen
beispielsweise an den Ausbau des Radverkehrs-Netzes , die Verbesserung der ÖPNV-Qualität oder
die Einführung neuer Mobilitätsangebote anknüpfen.
Dabei ist es wichtig, dass eine Informations-Kampag ne an tatsächliche infrastrukturelle
Verbesserungen des Radverkehrs anknüpft, um diese p ositiv kommunizieren zu können. Sinnvoll
ist ein jeweils lokaler Kampagnenfokus in einzelnen Quartieren, in denen gerade Änderungen der
Radinfrastruktur umgesetzt worden sind.
Mitmachaktionen zur Stärkung der Motivation zum Rad fahren können zum Beispiel
Probefahrten mit Pedelecs umfassen, die Nutzungshem mnisse abbauen, oder Radfahr-
Wettbewerbe mit einem App-basierten Tracking, bei d enen gesammelte Punkte zum Beispiel in
Belohnungen bei teilnehmenden Einzelhändlern einget auscht werden können.
Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle Klimaschutz
• Evaluierung und Abstimmung gemeinsamer Kommunikatio nsziele zur nachhaltigen
Mobilität
• Entwicklung von Kampagnen und Aktionen zu nachhalti ger Mobilität durch
Kommunikationsagenturen.
• Umsetzung durch die Stadt, unterstützt durch eine K ommunikationsagentur, unter
Einbeziehung von Bürger*innen, lokalen NGOs, Einzel handel, Arbeitgebern und anderen
relevanten Akteuren
Ziel der Maßnahme
Das Ziel dieser Maßnahme ist es, durch gezielte, zi elgruppenspezifische Kommunikation und
Ansprache der Bevölkerung nachhaltiger Mobilität zu fördern. So sollen die Bürger*innen für die
Belange verkehrlicher Nachhaltigkeit sensibilisiert und eine dauerhafte Veränderung im
Mobilitätsverhalten und der damit einhergehenden Mo bilitätskultur erreicht werden.
Ausgangslage in Köln
In Köln erfolgt bereits Öffentlichkeits-, Kommunika tions- und Kampagnenarbeit zur Förderung
nachhaltiger Mobilität. Diese Arbeiten erfolgen jed och bisher meist direkt durch die für das
jeweils adressierte Handlungsfeld zuständigen Organ isationen (beispielsweise die Öffentlichkeit-
und Kampagnenarbeit der Kölner Verkehrsbetriebe). E ine zum einen intensivere und zum
anderen gesamtstädtische und akteursübergreifende K ommunikation kann dazu beitragen, die
Vorteile einer nachhaltigen Mobilität zu vermitteln und aktuelle infrastrukturelle Verbesserungen
direkt zu kommunizieren.
Flankierende Maßnahmen
Unabdingbar sind Maßnahmen, die zu einer tatsächlic hen und für die Kölner Bürgerinnen und
Bürger spürbaren Verbesserung der Nutzungsbedingung en für Alternativen zum Pkw führen.
Dies sind beispielsweise infrastrukturelle und ordn ungsrechtliche Maßnahmen zur Förderung
des Radfahrens, des Zufußgehens oder der Nutzung öf fentlicher Verkehrsmittel.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 65
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Dezernat
VIII, Bezirksvertretungen, Verkehrs- und
Umweltverbände, lokale Agendagruppen oder
ähnliche zivilgesellschaftliche Gruppen, in
Köln aktive Verkehrsunternehmen, Agenturen
für Umsetzung
Bü rgerinnen und Bürger
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Die isolierte Abschätzung der CO2 -
Minderungswirkung von Kommunikations-
maßnahmen ist nicht exakt möglich, da diese
„weichen“ Maßnahmen nur im Zusammenspiel mit
der entsprechenden Ausgestaltung der notwenigen
Verkehrsinfrastruktur wirken. Die Evaluation
vergleichbarer Kampagnen und Maßnahmen zur
Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Radlhauptstadt München)
können beispielhaft auf Köln übertragen werden;
durch die Verlagerung vom MIV auf das Rad ließen
sich 2022 rund 1.072 Tonnen CO
2 einsparen,
ausgehend von einer Modal-Split-Änderung
zugunsten des Radverkehrs um 0,15 Prozent der Wege
zulasten des MIV aufgrund der Kampagne. Die
indirekten, langfristigen Wirkungen gehen aber über
diese Einsparung hinaus.
Umsetzbarkeit der Maßnahme Da die Radverkehrsförderung politischer Konsens ist ,
mit der Kampagne keine verkehrlichen
Einschränkungen einhergehen und die Kosten in
einer überschaubaren Größenordnung bleiben, sind
keine größeren Umsetzungshemmnisse zu erwarten.
Jedoch ist hierfür eine zeitliche und inhaltliche
Kopplung an infrastrukturelle Verbesserungen nötig,
damit durch die Kampagne auch relevante
Verbesserungen der Radverkehrssituation beworben
werden können.
Einmalige Kosten
keine
Laufende Kosten Die Kosten für e ine umfassende Image - und
Informationskampagne wird in Köln auf etwa
200.000 Euro pro Jahr geschätzt. Die Kosten für ein e
kontinuierliche Kommunikations- und
Öffentlichkeitsarbeit sind abhängig von deren Art u nd
Umfang.
Personalaufwand 1 Person pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation hoch
Positive Zusatzeffekte Die mit der Kommunikations - und
Öffentlichkeitsarbeit verbundene Verlagerung oder
Reduzierung von motorisierten Verkehren mindert
neben den CO
2-Emissionen zusätzlich die Emissionen
von Luftschadstoffen und Verkehrslärm.
KölnKlimaAktiv 2022
66 | Gertec, Wuppertal Institut
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für das Mon itoring
Indikatoren:
1. Wahrnehmung und Bewertung der Kampagne
durch Bürgerinnen und Bürger
2. Änderung des Verkehrsverhaltens aufgrund der
Kampagne / Steigerung Radverkehrsanteil am
Modal Split
Erhebung:
Zu Indikator 1 und 2: Repräsentative Telefon-
Befragung der Bürgerinnen und Bürger zur
Kampagne sowie zum Mobilitätsverhalten
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 67
Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 5
Smart Mobility
Kurzbeschreibung
Die Koordinationsstelle Klimaschutz koordiniert und begleitet die im Rahmen des SmartCity
Cologne-Prozesses auf verschiedenen Ebenen stattfin denden und von verschiedenen Akteuren
und Akteurinnen vorangetriebenen verkehrlichen Akti vitäten, unter anderem im
Zusammenarbeit mit der städtischen Tochtergesellsch aft RheinEnergie AG. Die
Koordinationsstelle identifiziert und initiiert wei tere Pilotprojekte und testet diese in urbanen
Reallaboren. Zudem wird durch die SmartCity Cologne -Plattform die Kooperation der
verschiedenen Akteure und Akteurinnen innerhalb des Prozesses gefördert und dauerhaft
sichergestellt. Mögliche Foren des Austauschs sind hierbei ein Arbeitskreis, SSC-Konferenzen
oder regelmäßige Treffen der Projektteams der im Ra hmen von SCC umgesetzten Projekte. Auch
die Kommunikation der SmartCity-Cologne-Aktivitäten innerhalb der Stadtverwaltung sowie
gegenüber den Kölner Bürgerinnen und Bürgern erfolg t durch die Koordinationsstelle.
Die Aktivitäten der Koordinationsstelle Klimaschutz umfassen dabei unter anderem die
Unterstützung des Dezernates VIII
• beim Roll-out der derzeitigen Einrichtung von Mobil stationen auf Basis von GrowSmarter und
der derzeit in Erstellung befindlichen NVR-Untersuc hung zur Etablierung von Mobilstationen
in der Region in Kooperation mit dem Dezernat VIII Mobilität und Verkehrsinfrastruktur
(insbesondere mit dem Amt für Verkehrsmanagement (6 4) und dem Amt für Straßen und
Verkehrsentwicklung (66))
• durch Verknüpfung des Themas Verkehr mit weiteren T hemen der Stadtentwicklung und
Digitalisierung, durch Vermittlung von Partnern, Te chnologien, Fördermöglichkeiten sowie
durch Informieren über überregionale, nationale und globale mobilitätsbezogene
Entwicklungen, Trends und Innovationen (beispielsw eise Sensorik für Verkehrszählungen,
automatisierte Erhebung von Bewegungsmustern und Ve rkehrsströmen, Tools für
Erreichbarkeitsanalysen bestimmter Zielorte für die verschiedenen Verkehrsmittel
(beispielsweise für Standorte von Großveranstaltung en zur Unterstützung der Einsatzplanung
von Polizei und Rettungskräften oder die Bereitstel lung von ÖPNV-Angeboten für Zu- und
Abbringerfahrten)).
Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle
• Ansprache der in den SmartCity Cologne-Prozess invo lvierten Akteure und Akteurinnen
innerhalb und außerhalb der Verwaltung
• Entwicklung eines Formates zur Sicherstellung einer dauerhaften Kooperation der involvierten
Akteure und Akteurinnen
• Durchführung des Formates, Identifizierung und Entw icklung von Kooperationsmöglichkeiten
• Entwicklung konkreter Schritte der Kooperation
• Entwicklung und Umsetzung einer Kommunikationsstrat egie
• Entwicklung einer Roll Out-Strategie
Ziel der Maßnahme
Das Ziel der Maßnahme ist es, die Koordinierung und Kooperation der im Teilbereich Mobilität
des SmartCity Cologne-Prozesses involvierten Akteur e und Akteurinnen zu verbessern und zu
verstetigen. Durch die Kommunikation der Maßnahmen zur Förderung smarter Mobilität
gegenüber der Kölner Bevölkerung soll zudem die Wir ksamkeit und Akzeptanz der Maßnahmen
erhöht werden.
KölnKlimaAktiv 2022
68 | Gertec, Wuppertal Institut
Ausgangslage in Köln
Im Rahmen des SmartCity Cologne-Prozesses werden ve rschiedene Strategien und Maßnahmen
aus dem Feld der Smarten Mobilität verfolgt. Dabei handelt es sich unter anderem um die
Förderung der Nutzung alternativer Antriebe, die Et ablierung innovativer multimodaler
Mobilitätsangebote, Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses, Maßnahmen zur
Reduzierung von Parksuchverkehren und Maßnahmen zur Schaffung verkehrsberuhigter
Bereiche.
Flankierende Maßnahmen
Flankierend sind (weiterhin) die infrastrukturellen , organisatorischen und sonstigen
Maßnahmen zu verfolgen, mit denen eine Verbesserung der Nutzungsbedingungen für den
Umweltverbund verbunden ist.
Durchführungszeitraum: ab 2019
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz
(Federführung), in den SmartCity Cologne-
Prozess eingebundene Akteurinnen und
Akteure innerhalb und außerhalb der Kölner
Stadtverwaltung (beispielsweise die Kölner
Verkehrsbetriebe und die RheinEnergie AG),
Dezernat VIII Mobilität und
Verkehrsinfrastruktur (z.B. Ämter 64 und 66)
Bürgerinnen und Bürger , Unternehmen,
Akteur*innen des SmartCity-Prozesses
Kriterienbewertung Anmerkung
Energie- und Treibhausgaseinsparung Mit dieser Maßnahme ist keine direkte Minderung
der verkehrsbedingten CO 2-Emissionen in Köln
verbunden.
Umsetzbarkeit der Maßnahme Da bei einer effizienten Maßnahmengestaltung die
Arbeit der Koordinationsstelle eine finanzielle und
personelle Entlastung der weiteren in den SmartCity -
Prozess eingebundenen Akteure und Akteurinnen
bedeutet, ist von einer hohen Umsetzbarkeit
auszugehen. Dafür sind zusätzliche Aufwände bei
anderen Beteiligten (etwa durch Monitoring)
möglichst gering zu halten.
Einmalige Kosten Die Kosten für eine kontinuierliche
Akteursansprache, Kommunikations- und
Öffentlichkeitsarbeit sind abhängig von deren Art
und Umfang und können an dieser Stelle nicht
abgeschätzt werden.
Laufende Kosten Siehe Einmalige Kosten.
Personalaufwand 0,5 Personen pro Jahr
Nutzen-Aufwand-Relation Hoch
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 69
Positive Zusatzeffekte Mit den im SmartCity -Prozess verfolgten
Maßnahmen ist sowohl eine Verlagerung
motorisierter Verkehre als auch deren klima- und
umweltschonendere Abwicklung erreichbar. Daher
wäre neben einer Minderung der verkehrsbedingten
CO
2-Emissionen zusätzlich die Minderung der
Emissionen verkehrsbedingter Luftschadstoffe und
von Verkehrslärm möglich.
Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für das Monitoring
Indikatoren:
1. Umfang der Kooperation: Qualitativ, Anzahl
Abstimmungen
2. Umfang der Öffentlichkeitsarbeit: Anzahl
Pressemitteilungen, Website-Visits
Erhebung:
Zu Indikator 1: Auswertung durch
Koordinationsstelle: Anzahl Abstimmungstreffen
der Prozessakteure; qualitative Akteursbefragung
Zu Indikator 2: Auswertung Pressearbeit, Website-
Auswertung
KölnKlimaAktiv 2022
70 | Gertec, Wuppertal Institut
6 Monitoring
Für die erfolgreiche Umsetzung des Programms bedarf es eines kontinuierlichen
Monitorings. Dabei gilt es zum einen auf gesamtstädtischer übergeordneter Ebene
eine kontinuierliche Endenergie- und THG-Bilanzierung durchzuführen bzw. dieses
kontinuierlich fortzuführen und die Zielerreichung nachzuvollziehen. Zum anderen
gilt es, ein einzelmaßnahmen-bezogenes Monitoring durchzuführen, um bei sich
ändernden Rahmenbedingungen und Fehlentwicklungen rechtzeitig gegensteuern zu
können und einen Überblick über den laufenden Umsetzungsstand zu wahren.
Darüber hinaus gehört zum Monitoring ein jährlicher Klimaschutzbericht, wie er
bereits bei der Koordinationsstelle Klimaschutz eingeführt wurde. Hier sollten die
Ergebnisse des Monitorings einfließen.
Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Indikatoren, anhand derer sich
je nach Indikator die Umsetzung der Maßnahmen selbst monitoren lässt (Output),
sowie – falls ableitbar - die Maßnahmenwirkung auf Energieverbrauch,
Mobilitätsverhalten und andere jeweils relevante Wirkungsdimensionen (Outcome)
abschätzen lässt. Aus letzteren lässt sich in einem weiteren Schritt die jeweilige CO2-
Minderungswirkung (Impact ) ableiten. Zudem wird für jede der Maßnahmen
dargestellt, wie die notwendigen Indikatoren jeweils erhoben werden können.
Tabelle 2: Indikatoren und Erhebungsinstrumente zum Monitoring der Maßnahmenumsetzung und
Wirkung
Nr. Maßnahme Indikatoren Erhebung
1.1 Optimierung des
Internetauftritts
1. Webseiten-Nutzung:
Klickzahlen pro Monat / bei
spezifischen Veranstaltungen /
Projekten
2. Bewertung des Inhaltes der
Webseite
1. Auswertung des Web -Traf fic
2. Umfrage auf der Webseite für die
Nutzer zur Klärung, ob die
Angebote zielgruppengerecht
dargestellt, welche
Informationen nachgefragt
werden und ob Angebote auch
Handlungen ausgelöst haben.
1.2
Lobbyarbeit für
Klimaschutz auf
internationaler Ebene
1. Entscheidungen in Folge
eingebrachter Stellungnahmen
1. Auswertung der politischen
Entscheidungen, in deren
Vorfeld Stellungnahmen
eingereicht wurden
2.1 Strategische
Energieplanung
1. Sachstand zum Austausch,
Layer, Energiekonzepte:
Anzahl Maßnahmen/Projekte
mit Austausch, Anzahl
umgesetzte Energiekonzepte
1. Jährliche Überprüfung des
Umsetzungsstandes durch
Koordinierungsstelle
Klimaschutz
2.2
Leitlinie für
Klimaschutz und bei
Konversion und
Neubau
1. Politischer Beschluss der
Leitlinie
2. Anwendung der Leitlinie:
Anzahl geprüfter Maßnahmen
und dazugehöriger Berichte
1. Prüfung Beschlussfassung
2. Jährliche Erfassung der
geprüften Maßnahmen und der
dazugehörigen Berichte
2.3
Integrierte
Quartierslösungen im
Bestand
1. Anzahl initiierter energetischer
Sanierungen differenziert nach
Umfang
2. Endenergie- und THG-
Minderung
1. Befragung der
Quartiersbewohner im 2 Jahres-
Rhythmus
2. Erstellung einer Endenergie- und
THG-Bilanz für das Quartier im
2 Jahres-Rhythmus
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 71
3.1 Sanierungskampagne
1. Inanspruchnahme des
Förderprogrammes in den
Kampagnenquartieren: Anzahl
und Umfang der Förderungen
1. Prüfung der
Förderprogrammanträge
1. Auswertung der
Beratungsnotizen
3.2
Fortführung des
Förderprogrammes
"Altbausanierung und
Energieeffizienz"
1. Anzahl der Förderungen und
Summe der ausgeschütteten
Förderung pro Jahr
2. Erzielte Energie- und THG-
Einsparung insgesamt und pro
genehmigten Förderantrag
3. Ausgelöste Investition pro 1
Euro Förderung
1, 2, 3: Auswertung der
Fördermittelanträge und -
bewilligungen
1, 2, 3: Stichprobenhafte Befragung
der geförderten Personen
4.1 Stromsparinitiative für
private Haushalte
1. Eingesparte kWh/Haushalt
2. Eingesparte Energie insgesamt
1 und 2: Jährliche Auswertung der
Fördermittelanträge und -
bewilligungen
1 und 2: Stichprobenhafte
Befragung der geförderten
Personen
4.2
Sromsparinitiative für
Unternehmen und
Institutionen
1. Eingesparte kWh je
Unternehmen
2. Eingesparte Energie insgesamt
1 und 2: Jährliche Auswertung der
Fördermittelanträge und -
bewilligungen
1 und 2: Stichprobenhafte
Befragung der geförderten
Unternehmen
4.3
Niederschwellige
Energieberatung für
kleine und mittlere
Unternehmen
1. Nutzung des
Beratungsangebotes
2. Eingesparte kWh je
Unternehmen
3. Eingesparte Energie insgesamt
1. Jährliche Auswertung der
Beratungsprotokolle und der
Übersicht angesprochener
Unternehmen
2. und 3. Stichprobenhafte
Befragung der geförderten
Unternehmen
5.1 Koordinationsstelle
Photovoltaik-Ausbau
1. Bekanntheit der
Koordinationsstelle innerhalb
des Konzerns und außerhalb
2. Initiierter PV-Ausbau
3. Eingesparte Emissionen
insgesamt
1. Abfrage der Bekanntheit der
Koordinationsstelle
1. Auswertung der Klickzahlen
1. Auswertung der Anzahl der
durchgeführten und umgesetzten
Veranstaltungen / Maßnahmen
und Anzahl der Teilnehmer;
2. und 3. Auswertung des PV-
Anlagenzubaus zur groben
Orientierung
5.2
Photovoltaik-Ausbau
auf privaten
Dachflächen
1. Entwicklung PV-Ausbau auf
Dachflächen (Anlagenzahl und
installierte Leistung)
1. Auswertung des PV -
Anlagenzubaus zur groben
Orientierung
1. Anfrage bei einzelnen
Solarteuren und RheinEnergie
AG bzgl. Nachfrage
5.3 Photovoltaik im
Gewerbe
1. Entwicklung PV-Ausbau auf
Dachflächen (Anlagenzahl und
installierte Leistung)
1. Auswertung des PV -
Anlagenzubaus in den
Gewerbegebieten
1. Anfrage bei einzelnen
Solarteuren und RheinEnergie
AG bzgl. Nachfrage
6.1 Erarbeitung einer
Suffizienzstrategie
1. Strategieerstellung umgesetzt
2. Strategie als Prüf-Element bei
Entscheidungen gefestigt
1. Beschlussauswertung über
Umgang mit Strategie
2. Stichprobenhafte Überprüfung,
ob die Strategie bei
KölnKlimaAktiv 2022
72 | Gertec, Wuppertal Institut
Entscheidungen berücksichtigt
wurde.
7.1
Betriebliches
Mobilitätsmanagemen
t
1. Anzahl der teilnehmenden
Betriebe an BMM/Jahr
2. Umfang der Veränderung des
Mobilitätsverhaltens:
Mitarbeitermobilität (Weg zur
Arbeit), Dienstreisen; jeweils
vor und nach
Maßnahmenumsetzung
3. Wahrnehmung
Kommunikationsaktivitäten:
Anzahl Besuche Website,
Anzahl Teilnehmerinnen und
Teilnehmer an Aktionen
1. Daten zur Anzahl der
teilnehmenden Betriebe der
Stelle für Mobilitätsmanagement
2. (Online-)Befragung in
teilnehmenden Betrieben (ex
ante und ex post)
3. Auswertung Web-Traffic,
Zählung bei Veranstaltungen
7.2 Nachhaltige Mobilität
in der Stadtverwaltung
1. Modal Split der Mitarbeitenden
im Beschäftigtenverkehr
2. Anteil E-Fahrzeuge im
Fuhrpark, durchschnittliche
spezifische CO
2-
Fahrzeugemissionendes
konventionellen Fuhrparks,
Strommix E-Fahrzeuge
1. Ex-Ante und Ex-Post-
MitarbeiterInnenbefragung
2. Daten des
Fuhrparkmanagements
7.3
CO 2-Monitooring von
Maßnahmen im
Verkehrsbereich
1. Anzahl der Maßnahmen für die
ein Monitoring erfolgt / nicht
erfolgt ist
2. Umfang der Entwicklung und
Umsetzung von
Modifizierungen für laufende
Maßnahmen
1. und 2.: (Online-)
Erhebungsbogen, je Maßnahme
auszufüllen durch
Verkehrsdezernat
7.4 Kommunikation zur
nachhaltigen Mobilität
1. Wahrnehmung und Bewertung
der Kampagne durch
Bürger*innen
2. Änderung des
Verkehrsverhaltens aufgrund
der Kampagne / Steigerung
Radverkehrsanteil am Modal
Split
1 und 2: Repräsentative Telefon-
Befragung der Bürgerinnen und
Bürger zur Kampagne sowie zum
Mobilitätsverhalten
7.5 Smart-Mobility
1. Umfang der Kooperation:
Qualitativ, Anzahl
Abstimmungen
2. Umfang der
Öffentlichkeitsarbeit: Anzahl
Pressemitteilungen, Website-
Visits (für die Maßnahmen
innerhalb des SmartCity-
Prozesses liegen diese bereits
vor)
1. Auswertung durch
Koordinationsstelle: Anzahl
Abstimmungstreffen der
Prozessakteure; qualitative
Akteursbefragung
2. Auswertung Pressearbeit,
Website-Auswertung
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 73
Vorgehensweise zur Umsetzung des Monitoring durch die Koordinationsstelle
Klimaschutz
Schritt 1: Zieldefinition
• Für jede der im Gutachten aufgeführten und somit zu monitorenden
Maßnahmen werden qualitative und soweit möglich auch quantitative
Ziele beziehungsweise Zielwerte entwickelt. Hier sollte ein breiter
Partizipationsprozess unter Einbeziehung der jeweils thematisch
zuständigen Dezernate und Ämter erfolgen.
• Die Ziele umfassen dabei verschiedene Wirkungsdimensionen:
o die umgesetzten Maßnahmen selbst (Output-Ebene). Beispiele
hierfür sind: Anzahl umgesetzter Beratungen, installierte Leistung
von Anlagen, Anzahl von Fahrzeugen u.a.
o die erzielten Effekte (Outcome-Ebene): Dies sind etwa die Menge
des erneuerbar erzeugten Stroms oder der vom Auto aufs Rad
verlagerten Verkehre
o die daraus resultierenden Wirkungen (Impact-Ebene),
insbesondere eingespartes CO
2, daneben aber auch weitere
Wirkungsdimensionen, beispielsweise auch Reduktion von Lärm,
Luftschadstoffen oder umgewidmete Flächen, Entwicklung der
Unfallzahlen, etc.
Schritt 2
• Definition und Auswahl der qualitativen und quantitativen Indikatoren,
anhand derer der Erfolg einer Maßnahme abgelesen werden kann. Hierfür
liefert das vorliegende Konzept Vorschläge (vgl. Tabelle 2).
Schritt 3
• Beschreibung der Vorgehensweise bei der Erhebung dieser Indikatoren
oder Nennung / Identifizierung von Quellen, an welchen die Indikatoren
bereits vorliegen
Schritt 4
• Umsetzung des Monitoring: Erhebung und Analyse der gewonnenen
Daten
Schritt 5
• Auswertung der Monitoring-Ergebnisse: Schlussfolgerungen für die
Anpassung / Umgestaltung von Maßnahmen, ggf. Anpassung des
Monitoring-Konzepts, Veröffentlichung der Ergebnisse des Monitoring
Des Weiteren sollte neben der gesamtstädtischen Bilanzierung und dem auf
Einzelmaßnahmen bezogenen Monitoring auch ein konzernübergreifender
Austausch über die Wirkungen von Klimaschutzmaßnahmen erfolgen, die sich nicht
in diesem Programm wieder finden, sondern von anderen Ämtern und
Konzerntöchtern umgesetzt werden, um Synergien zu schaffen und Doppelarbeit zu
vermeiden. Als methodische Grundlage kann auf dem Qualitätsmanagement- und
Zertifizierungsverfahren European Energy Award aufgebaut werden. Hierbei können
KölnKlimaAktiv 2022
74 | Gertec, Wuppertal Institut
Entwicklungen in den vom Konzern Stadt Köln beeinflussbaren Handlungsfeldern
nachvollzogen werden und zielgerichtet Maßnahmen ergriffen werden. Unter
anderem lassen sich über Indikatoren Entwicklungen aufzeigen.
Wichtig ist eine Institutionalisierung und regelmäßige Durchführung des
Monitorings sowie die Nutzung von Synergien. Die Stadt Essen verknüpft
beispielsweise seit vielen Jahren ein konzernübergreifendes Einzelmaßnahmen-
Klimaschutzmonitoring mit dem European Energy Award und der CO 2-Bilanz. 4 Ein
solches datenbankbasiertes System verbessert den Überblick und die
Steuerungsmöglichkeiten deutlich und bildet die Grundlage für den
Klimaschutzbericht. Die CO 2-Bilanz sollte regelmäßig, das heißt alle zwei bis vier
Jahre, fortgeschrieben werden. Die Ergebnisse der CO 2-Bilanz sollten
bürgerfreundlich aufbereitet und veröffentlicht werden.
Bei der Auswahl der Erhebungsmethode und der Datenquellen kann über die
Nachverfolgung der eigenen Aktivitäten wie beispielsweise durch Zählungen,
Befragungen, Auswertungen von Beratungsergebnissen und
Veranstaltungsteilnahmen, Auswertungen von Nutzung der Homepage, hinaus auch
auf einige wenige überregionale Quellen zurückgegriffen werden, die ein
mittelfristiges Monitoring erlauben. Dazu gehören unter anderem der
EnergieAtlas.NRW, der die lokale Entwicklung des Ausbaus erneuerbarer Energien
(nur EEG-Anlagen) im Stadtgebiet darstellt, zum Monitoring von Maßnahmen zur
Förderung erneuerbarer Energien oder Daten des Landesbetriebs Straßenbau NRW
zu Verkehrsaufkommen der Verkehrsträger MIV, Straßengüterverkehr und
Radverkehr, die im Fünf-Jahres-Rhythmus erhoben werden, zum Monitoring von
Mobilitätsmaßnahmen.
– – ––
4 https://media.essen.de/media/wwwessende/bilder/aemter/ordner_gha/gha_dokumente/IEKK_Bilanzbericht_2017_web.pdf
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 75
7 Ausblick
Durch die Umsetzung der in KölnKlimaAktiv 2022 verankerten Maßnahmen lassen
sich im Jahr 2022 in Köln schätzungsweise 11.678 Tonnen CO2 einsparen. Vor dem
Hintergrund der bis 2030 notwendigen Einsparung von 3,9 Mio t CO 2 jährlich im
Vergleich zum heutigen Stand wird deutlich, dass weitere ambitionierte Aktivitäten
notwendig sind. Daher liegt eine wesentliche Bedeutung von KölnKlimaAktiv 2022
darin, dass mit dem nun vorliegenden Maßnahmenprogramm eine strategische
Grundlage für die kommunalen Klimaschutzprojekte der Koordinationsstelle
Klimaschutz in den Jahren 2019 bis 2022 und darüber hinaus geschaffen wird. Der
politische Beschluss des Programms trägt dazu bei, dass die Verstetigung der
Klimaschutzaktivitäten in Köln auf allen Ebenen durch die Unterstützung der
Koordinationsstelle Klimaschutz gesichert wird und die Klimaschutzbemühungen
nicht abreißen.
Angesichts der Einsparziele bedarf es vielmehr einer noch stärkeren Anstrengung.
Neben der Ausschöpfung der Einsparpotenziale beim Strom- und Wärmeverbrauch
in allen Sektoren und des Ersatzes konventioneller Energieträger durch erneuerbare
Energien werden Themen wie Suffizienz eine noch größere Bedeutung einnehmen
müssen, damit ausreichende Beiträge zur Zielerreichung geleistet werden können.
Viele der Maßnahmenempfehlungen sollten konsequent über das Jahr 2022 hinaus
umgesetzt werden. Dabei sollten Erfolge und Hemmnisse kontinuierlich überprüft
und Maßnahmen entsprechend weiterentwickelt werden. Dies gilt insbesondere auch
vor dem Hintergrund sich fortlaufend ändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen
und Veränderungen in den Bedarfen wie beispielsweise einem tendenziell steigenden
Stromverbrauch durch Elektromobilität und dem verstärkten Nutzen elektrischer
Geräte sowie Reboundeffekten.
Für das Handlungsfeld Mobilität wird vor dem Hintergrund der ganz erheblichen
Herausforderungen und der konstant hohen THG-Emissionen empfohlen, den
Umweltverbund stärker gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu
priorisieren. Dies sollte im Rahmen einer konsistenten Push-Pull-Strategie
umgesetzt werden. Die Pull-Maßnahmen zielen dabei darauf ab, die Atraktivität
nachhaltiger Mobilität zu steigern, etwa durch die Förderung des Rad- und
Fußverkehrs, eine Taktverdichtung im öffentlichen Verkehr in den Tagesrandlagen
und eine digital gestützte, intermodale Integration des Umweltverbundes, etwa
durch ein Netz aus Mobilstationen. Parallel dazu zielen die Push-Maßnahmen darauf
ab, das Autofahren in Köln weniger attraktiv zu machen, etwa durch eine
flächenhafte Verkehrsberuhigung, eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung,
die Neuverteilung von Straßenraum oder die Einrichtung zeitlicher und räumlicher
Zufahrtsbeschränkungen. Das Strategiepapier Köln mobil 2025 bietet eine geeignete
Basis für solch einen Wandel in der Kölner Verkehrsplanung, dessen konsequente
Umsetzung kann zur Erreichung der Klimaschutzziele erheblich beitragen.
Insgesamt gilt es für die Koordinationsstelle Klimaschutz und auch für alle weiteren
Abteilungen in der Verwaltung zukünftig das Mitdenken der Aspekte des
Klimaschutzes in der Verwaltung noch stärker zu etablieren und die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortlaufend für die Belange des Klimaschutzes zu
sensibilisieren.
KölnKlimaAktiv 2022
76 | Gertec, Wuppertal Institut
Es zeigt sich die Notwendigkeit einer stärkeren Kooperation innerhalb des Konzerns,
die große Chancen für neue gemeinsame Projekte und Erfolge bietet. Auch ist die
Nutzung der kommunalen Potenziale im Sinne der Vorbildfunktion der Stadt Köln
wichtig. Die Koordinationsstelle sollte hier initiierend und motivierend agieren.
Darüber hinaus sind die lokalen und regionalen Kooperationsmöglichkeiten zu
nutzen, um Synergien zu schaffen.
Mit dem Programm KölnKlimaAktiv 2022 wird der Handlungsrahmen der
Koordinationsstelle Klimaschutz aufgezeigt. Darüber hinaus sollte perspektivisch
geprüft werden, welche weiteren Potenziale im Konzern Stadt Köln bestehen und ein
gesamtstädtisches Handlungskonzept zum Klimaschutz aufgelegt werden.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 77
8 Quellen/ Literatur
• Fricke, Barbara; Schöttler, Mirjam; Steininger, Sebastian; Kluczka, Sven; Venjakob,
Johannes, Gröne, Marie-Christine; Jansen, Ulrich; Schäfer-Sparenberg, Carolin; Schüwer,
Dietmar; Hanke, Thomas; Buddeke, Mathis; Merten, Frank; Naegler, Tobias; Simon, Sonja;
Stökler, Steffen; Sperber, Evelyn (2016): Handbuch methodischer Grundfragen zur
Masterplan-Erstellung: Kommunale Masterpläne für 100 % Klimaschutz. Aachen. Online
verfügbar unter www.klimaschutz.de.
• Greenpeace (2018): Radfahrende schützen - Klimaschutz stärken Sichere und attraktive
Wege für mehr Radverkehr in Städten. Hamburg.
• Industrie- und Handelskammer zu Köln (2015): Stadtmobilität aus Sicht der Wirtschaft am
Beispiel Köln. Köln.
• ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbHh (2012):
Fortschreibung der Energie-und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2015
und eine erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen, 2018. Online verfügbar
unter https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/klimaschutz
• Industrie- und Handelskammer zu Köln (2018): Pendlermobilität – Die Schiene im Fokus.
Köln.
• Jansen, Ulrich; Koska, Thorsten; Müller, Miriam; Schäfer-Sparenberg, Carolin (2016):
Mobilität in Nordrhein-Westfalen: Situation und Zukunftsperspektiven. Berlin. Online
verfügbar unter www.rosalux.de.
• Stadt Köln (2014): Köln mobil 2025. Online verfügbar unter https://www.stadt-
koeln.de/mediaasset/content/pdf66/koeln-mobil-2025.pdf
• Stadt Köln (2017): Rahmenkonzept SmartCity Cologne. Online verfügbar unter
https://politik-bei-uns.de/file/5a050f2a1ae6a0592a909e34
• Stadt Köln (2018): Mobilitätswende auch in Köln in vollem Gang. Pressemitteilung, 16. Juli
2018. Online verfügbar unter https://www.stadt-koeln.de/politik-und-
verwaltung/presse/mobilitaetswende-auch-koeln-vollem-gang
• Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft, ifeu –
Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbHh (2012): Integrierte
Klimaschutzkonzepte Energie und Verkehr für die Stadt Köln. Köln.
• https://www.klimaschutzcommunity.koeln/
• https://www.rheinenergie.com
• http://www.smartcity-cologne.de
KölnKlimaAktiv 2022
78 | Gertec, Wuppertal Institut
9 Anhang: Themenspeicher
Zusätzlich zu den oben beschriebenen prioritären Maßnahmen werden im Folgenden
mittels eines Themenspeichers zusätzliche Maßnahmenskizzen für Projekte
vorgeschlagen, die zwar wichtig, aber zunächst nicht prioritär umzusetzen sind. Die
Priorisierung erfolgte unter anderem mittels der Faktoren Aufwand, Nutzen und
Umsetzbarkeit.
Handlungsfeld Klimaschutz allgemein / Nr. 1. 3 (Themenspeicher)
Klimaschutzkoordinator Wirtschaft
Kurzbeschreibung
Mehrere Akteure bieten derzeit Angebote für Unterne hmen und Institutionen rund um die
Themen Energie und Klimaschutz an. Es sollte ein ze ntraler Ansprechpartner für das Thema
Klimaschutz in Unternehmen in der Koordinationsstel le Klimaschutz benannt werden. Dieser
soll die Angebote des Amtes für Wirtschaftsförderun g, des Umweltamtes, der RheinEnergie AG
und der Koordinationsstelle Klimaschutz inkl. Smart City ebenso wie die externen Angebote
erfassen und aufeinander abstimmen.
Hierzu soll eine enge gemeinsame Abstimmung innerha lb des Konzerns Stadt Köln ebenso wie
mit den externen Akteuren, wie beispielsweise der I HK, der Kreishandwerkerschaft, der
EnergieAgentur.NRW und der EFA Rheinland, erfolgen. Dabei sollen Chancen erkannt und
Hemmnisse gemeinsam beseitigt werden.
Neben der internen Koordination gilt es auch die An gebote aktiv bekannt zu machen (z.B. über
Internet und Veranstaltungen).
Ziel der Maßnahme
Bessere gebündelte Übersicht für Unternehmen über A ngebotsvielfalt und Sicherung eines
Austausches und der Weiterentwicklung relevanter An gebote für die Unternehmen.
Ausgangslage in Köln
Derzeit besteht nur eine geringe Übersichtlichkeit über die Vielfalt der Angebote und eine
schlechte Auffindbarkeit geeigneter Angebote für da s jeweilige Unternehmen.
Flankierende Maßnahmen
Optimierung des Internetauftritts zum Thema Klimasc hutz für die Stadt Köln
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Am t für
Wirtschaftsförderung, Umwelt- und
Verbraucherschutzamt, IHK,
Kreishandwerkerschaft, RheinEnergie AG
Unternehmen und Organisationen
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 79
Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 4 (Themenspeicher)
Ressourceneffiziente Gewerbegebiete
Kurzbeschreibung
Erarbeitung und Umsetzung von Energie- und Klimasch utzkonzepten für bestehende
Gewerbegebiete und Gewerbegebietsmanagement mit dem übergreifenden Ziel des
Ressourcenschutzes. Dabei geht es um den aktiven Ei nbezug und die Beratung der Unternehmen
vor Ort über die Umsetzung von Maßnahmen im eigenen Betrieb; ergänzt um ggf. öffentliche
Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur (z.B. Verkeh rsanbindung, Entwässerung).
Die Erarbeitung eines Konzeptes erfolgt unter breit er Beteiligung der Unternehmen sowie der
städtischen Infrastrukturdienstleister. Für die Ums etzung sollte zum einen die verstärkte
Bewerbung / Nutzung der etablierten Angebote (z.B. Energieberatungsangebote) erfolgen.
Ebenso sollten Kosten für Infrastruktur- und Anreiz angebote berücksichtigt werden, um nicht
nur in den Unternehmen Verbesserungen zu initiieren , sondern auch im öffentlichen Raum
Infrastrukturoptimierung zu ermöglichen.
Ziel der Maßnahme
Reduktion des Ressourcenverbrauchs in bestehenden G ewerbegebieten
Ausgangslage in Köln
Beratungsangebote bisher insbesondere für Unternehm en zum Thema Energie (RheinEnergie
AG, Umwelt- und Verbraucherschutzamt) und Mobilität (z.B. Amt für Wirtschaftsförderung).
Angebote zum Thema Ressourcenverbrauch über Ökoprof it. Zu berücksichtigen sind das StEK
Wirtschaft und das Einzelhandelskonzept.
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für
Wirtschaftsförderung, RheinEnergie AG
Unternehmen in Gewerbegebieten
KölnKlimaAktiv 2022
80 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Photovoltaik/ Nr. 5. 4 (Themenspeicher)
Mieterstrom verbreiten
Kurzbeschreibung
Grundsätzlich regelt ein Mieterstromvertrag die Abn ahme von Strom zwischen dem Abnehmer
sowie dem Erzeuger bzw. Anlagenbetreiber, der die E nergie bereitstellt. Dieser kann gleichzeitig
auch Vermieter der gemieteten Immobilie sein (in Fo rm einer Einzelperson oder
Wohnungsbaugesellschaft) oder aber ein spezieller D ienstleister für Mieterstrom-Modelle. Die
Besonderheit des Vertrages besteht darin, dass der Strom in unmittelbarer Nähe der
Erzeugungsstätte verbraucht werden muss, sodass die Nutzung des allgemeinen Stromnetzes
entfällt und somit ein günstigerer Energiepreis ang eboten werden kann. Seit 2017 ist
insbesondere das Anbieten von Solarstrom in einem M ieterstromvertrag nach dem EEG
förderfähig.
Diese Mieterstrommodelle mit Photovoltaik oder Bloc kheizkraftwerk (BHKW) (wird nicht
gesondert gefördert) sollen unterstützt werden, ind em sie stärker von der Koordinationsstelle
Klimaschutz beworben werden. Zudem soll ein Erfahru ngsaustausch initiiert werden, um weitere
Mieterstromprojekte zu initiieren. Positive Erfahru ngsberichte von erfahrenen Mieterstrom-
Kunden in der Zeitung und anderen lokalen Medien kö nnen helfen, das Thema bekannter zu
machen und so mehr potenzielle Nutzer des Modells a nzusprechen. Mögliche Synergien mit der
Kooperation mit der Wohnungswirtschaft, z.B. über d as Wohnungsbauforum sollten genutzt
werden.
Ziel der Maßnahme
Schaffung weiterer Mieterstromangebote durch Anspra che potenzieller Anlagenbetreiber und
Erhöhung der Nutzung bestehender Angebote durch der en Bewerbung bei den Mietern.
Ausgangslage in Köln
Mieterstromangebote stellen (Stand Sommer 2018) ang esichts der rechtlichen Anforderungen
eine sehr komplexe Maßnahme mit begrenzter Wirtscha ftlichkeit für die Anbieter dar. Die
gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen auf höherer E bene (Bund) verbessert werden, um eine
große Verbreitung zu ermöglichen.
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, cowelio
GmbH
Potenzielle Anbieter von Mieterstrom, wie große
Wohnungsbaugesellschaften, sowie potenzielle
Nutzer, die durch gezielte Bewerbung bereits
existierender Angebote angesprochen werden
sollen.
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 81
Handlungsfeld Photovoltaik / Nr. 5. 5 (Themenspeicher)
Photovoltaik-Einsatz im Konzern Stadt Köln
Kurzbeschreibung
Neben dem Einsatz von Photovoltaik bei Neubauten is t vor allem die Nutzung von Solarstrom bei
Bestandsgebäuden voranzutreiben, da diese die Mehrh eit der städtischen Immobilien
ausmachen. Für eine bessere Präsenz des Themas ist die Schaffung von gut sichtbaren Anlagen
als „Leuchttürme“ besonders wichtig. Innovative Tec hniken wie Fassadenphotovoltaik, PV-
Carports oder PV-Module als Sonnenschutz-Elemente, eignen sich hierfür sehr gut. In diesem
Zusammenhang soll auch die Nutzung von Elektromobil ität gefördert werden, da die Batterien
der elektrischen Fahrzeuge als Speicher für den erz eugten Solarstrom dienen können.
Ziel der Maßnahme
Die Stadt soll durch die Schaffung von Leuchtturm-P rojekten im Bereich Photovoltaik mit gutem
Beispiel vorangehen. Gut sichtbare, innovative PV-A nlagen bewerben sowohl die Nutzung von
Solarenergie als auch den Einsatz von Elektromobili tät.
Ausgangslage in Köln
Auf städtischen Neubauten werden Photovoltaikanlage n wirtschaftlich betrieben
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz,
Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, weitere
Konzerntöchter
Unternehmen und Bürger
KölnKlimaAktiv 2022
82 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Suffizienz/ Nr. 6. 2 (Themenspeicher)
Stadtteilbezogene Kampagne mit Information
zu lokalen Suffizienzanbietern
Kurzbeschreibung
Erarbeitung einer quartiers- bzw. stadtteilbezogene n Kampagne zur Bewerbung von
Möglichkeiten für einen suffizienteren Lebensstil. Dabei können die lokalen Anbieter von
suffizienzfördernden Angeboten - wie beispielsweise Unverpackt-Läden, Lastenrad-Verleih,
Repair-Cafés etc. - in die Kampagnenentwicklung ein gebunden werden, um die Wertschöpfung
vor Ort zu verbessern.
Ziel der Maßnahme
Reduktion des Ressourcenverbrauchs durch bewusstere n Konsum
Ausgangslage in Köln
Suffizienz als notwendige Grundlage für die Erreich ung der Klimaziele
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Anbieter von
Suffizienzangeboten (u.a. KVB)
Bürger und Unternehmen
KölnKlimaAktiv 2022
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Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 3 (Themenspeicher)
Wettbewerb Klimahaushalte
Kurzbeschreibung
Durchführung eines Wettbewerbes für Bürger über den Zeitraum eines Jahres zur
Energieeinsparung (Strom und Wärme). Dieser Wettbew erb soll öffentlichkeitswirksam begleitet
werden und auch andere Bürger zur Energieeinsparung motivieren, indem
Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Ggf. kann auf den Erfahrungen des bereits in Köln v on 2011 bis 2013 durchgeführten Projektes
Kölner KlimaHaushalt aufgebaut werden.
Ziel der Maßnahme
Reduktion des Ressourcenverbrauchs durch bewusstere n Konsum
Ausgangslage in Köln
Suffizienz als notwendige Grundlage für die Erreich ung der Klimaziele
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz Bürgerinnen und Bürger
KölnKlimaAktiv 2022
84 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Suffizienz/ Nr. 6. 4 (Themenspeicher)
Mobile Ausstellung
Kurzbeschreibung
Durch eine mobile Ausstellung sollen Bürgerinnen un d Bürger an öffentlichen Orten zum Thema
Suffizienz und suffizientem Leben informiert werden . Mögliche Orte sind beispielsweise die VHS,
Bürgerbüros, Schulen, große Institutionen wie die U niversität oder der WDR. Dort können
beispielsweise Tipps gegeben werden zu leicht umset zbaren Maßnahmen für jedermann, wie
Tauschbörsen in der Stadt, Repair-Cafés, Car-Sharin g-Angebote und Unverpackt-Läden. Auf
Aufstellern können die unterschiedlichen Schwerpunk te, wie Mobilität, Wohnen, Ernährung und
Konsumverhalten, behandelt werden. Als interaktives Element könnten Bürger auf einer
Stadtkarte ihnen bekannte Orte eintragen, die ebenf alls zu einem suffizienteren Lebensstil
beitragen. Hier sollte auch das Klimasparbuch bewor ben werden, was eine Ergänzung bzw.
Weiterführung der Tipps zum suffizienten Leben dars tellt.
Ziel der Maßnahme
Bewusstseinsschaffung für einen suffizienten Lebens stil durch Information und Unterstützung
der Bürgerinnen und Bürger.
Ausgangslage in Köln
Suffizienz als notwendige Grundlage für die Erreich ung der Klimaziele
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz Bürgerinnen und Bürger
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 85
Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 5 (Themenspeicher)
Neuauflage des Klimasparbuches der Stadt Köln
Kurzbeschreibung
Die Erstauflage des Klimasparbuches Köln erschien b ereits im Jahr 2011 und sollte neu aufgelegt
werden. Es enthält praktische Tipps, Ideen und Anre gungen für mehr Klimaschutz und
Nachhaltigkeit im täglichen Handeln wie beispielswe ise beim Thema Energieverbrauch. Zudem
enthält das Klimasparbuch Gutscheine, mit denen ver günstigte oder kostenlose und natürlich
nachhaltige Angebote in den Bereichen Essen, Konsum , Mobilität, Bauen und Wohnen in
Anspruch genommen werden können. Den Bürgern wird g ezeigt, dass jeder einfach einen Teil
zum Klimaschutz beitragen kann und häufig dabei sog ar Geld sparen kann.
Ziel der Maßnahme
Förderung von bewusstem, nachhaltigem Verhalten der Bürger in allen Lebensbereichen durch
konkrete Tipps und Anwendungsbespiele.
Ausgangslage in Köln
Erfahrungen mit dem Klimasparbuch liegen bereits vo r.
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsste lle Klimaschutz, Amt für
Wirtschaftsförderung, teilnehmende
Unternehmen und Geschäfte
Bürgerinnen und Bürger
KölnKlimaAktiv 2022
86 | Gertec, Wuppertal Institut
Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 6 (Themenspeicher)
Informationsplattform Suffizienter Lebensstil
in Köln mit Aktionskalender
Kurzbeschreibung
Angelehnt an die Klimawerkstatt Bremen soll eine Pl attform ins Leben gerufen werden, die
neben Tipps und Anregungen zur Suffizienz auch Work shops und andere Aktionen anbietet. In
diesen kann den Teilnehmern beigebracht werden, wie sie beispielsweise defekte Geräte,
Kleidung oder Kleinmöbel reparieren können anstatt diese sofort auszutauschen.
Müllsammelaktionen oder Kochabende mit Zutaten, die regional angebaut wurden, sind ebenfalls
denkbare Angebote solch einer Plattform.
Ziel der Maßnahme
Schaffung konkreter Hilfen und Angebote für Bürgeri nnen und Bürger, die ihren Alltag nachhaltiger
und klimaschonender gestalten möchten.
Ausgangslage in Köln
Auf bisherigen Erfahrungen und Kontakten kann aufge baut werden (z.B. Klimasparbuch)
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Klimaschutz -
Community Köln
Bürgerinnen und Bürger
KölnKlimaAktiv 2022
Gertec, Wuppertal Institut | 87
Handlungsfel d Suffizienz / Nr. 6. 7 (Themenspeicher)
Klimaneutrale Veranstaltungen der Stadt Köln
Kurzbeschreibung
Veranstaltungen der Stadt Köln sollten im Sinne der Vorbildfunktion klimaneutral erfolgen.
Dabei sollte es darum gehen, insbesondere den Verbr auch von Ressourcen zu vermeiden bzw.
mindestens zu verringern und den nicht vermeidbaren Ressourcenverbrauch letztlich zu
kompensieren.
Dabei sollten die Handlungsmöglichkeiten in allen P hasen einer Veranstaltung ausgeschöpft
werden. Hierzu gehören die Vorbereitung der Veranst altung mit der begleitenden
Kommunikation, die Materialbeschaffung, die Auswahl des Veranstaltungsortes sowie die
Anreise der Teilnehmer.
Während der Veranstaltung sollten die Möglichkeiten bei Catering, Abfall und Wasser sowie der
Logistik ausgeschöpft werden, um im Nachgang zur Ve ranstaltung den nicht vermeidbaren
Ressourcenverbrauch zu bilanzieren und zu kompensie ren.
Ziel der Maßnahme
Vorbildfunktion nutzen und für Ressourcenschonendes Verhalten werben
Ausgangslage in Köln
Erprobung in einzelnen Ämtern und Ausweitung auf de n Konzern
Durchführungszeitraum: ab 2022
Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe
Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Zentrales
Vergabeamt, ggf. weitere Ämter
Ämter und Töchter im Konzern Stadt Köln
Beschlussvorlage Rat
6236 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V/7 Vorlagen-Nummer 3680/2018 Freigabedatum 24.01.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff KölnKlimaAktiv 2022 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln nimmt das Klimaschutzmaßnahmenumsetzungsprogramm „KölnKlimaAktiv 2022“ in der als Anlage dargestellten Fassung zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der im Konzept enthaltenen Maßnahmen. Die für diese Zwecke veranschlagten Haushaltsmittel werden im Haushaltsjahr 2019 um 400.000 € erhöht, ab dem Haushaltsjahr 2020 um jährlich 500.000 €. Die separat im Teilergebnisplan 1401 – Umweltordnung, -vorsorge, bei Teilplanzeile 15, Transferaufwendungen veranschlagten Mittel „Z an Zentrum für Energieeffizienz (ZEFF) zur Förderung der privaten Altbausanierung“ werden in diesem Umfang umgewidmet und bleiben damit für den vorgesehenen Zweck „Klimaschutz“ verfügbar. Verkehrsausschuss 29.01.2019 Ausschuss für Umwelt und Grün 31.01.2019 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 04.02.2019 Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft 04.02.2019 Stadtentwicklungsausschuss 07.02.2019 Finanzausschuss 11.02.2019 Rat 14.02.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Die Stadt Köln ist seit vielen Jahren im Klimaschutz aktiv. Sie hat sich mit dem Beitritt zum Klimabündnis der europäischen Städte e.V. im Jahr 1993 verpflichtet, ihre gesamtstädtischen CO2- Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren (im Vergleich zum Basisjahr 1990). Durch den Beitritt zum europäischen Bürgermeisterkonvent hat sich die Stadt Köln außerdem verpflichtet, die Energie- effizienz um mindestens 20% zu steigern sowie den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamt- städtischen Energieverbrauch bis 2020 auf mindestens 20% zu steigern. Verschiedene Klimaschutz- maßnahmen sind seitdem gemeinsam mit vielen Partnern aus der Stadtgesellschaft realisiert worden oder befinden sich derzeit in der Umsetzung. So war es bereits möglich die CO2 Emissionen um 17,6 % in 2015 (ggü. 1990) zu reduzieren. Zur Zielerreichung müssen noch weitere ehrgeizige Schritte unternommen werden. Dies zeigt auch der aktuelle IPCC Sonderbericht (Oktober 2018) über die Fol- gen einer globalen Erwärmung um 1,5°C. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ist ein sofortiges entschlossenes Handeln notwendig, weshalb ein radikales Umdenken gefordert wird. Die Zeit wird immer knapper, es muss jetzt gehandelt werden. Es gilt als Stadt Köln mit positivem Beispiel voran zu gehen, um auch weitere Akteure als Multiplikato- ren zu gewinnen und die Stadtgesellschaft zum Handeln zu überzeugen. Mit dem hier zum Beschluss vorgestellten Maßnahmenprogramm: KölnKlimaAktiv 2022 wird die Maßnahmenumsetzung in den Vordergrund gestellt und ein Fahrplan für die kommenden Jahre festgelegt. Der politische Beschluss eines Maßnahmenprogrammes für den Klimaschutz bildet die Grundlage für erfolgreiche kommunale Klimaschutzaktivitäten und die Bereitstellung entsprechend benötigter Res- sourcen. Ein verbindliches Maßnahmenprogramm führt außerdem zu erhöhter Wahrnehmung in der Stadtgesellschaft und stärkt die Durchschlagskraft für den Klimaschutz. Im Zuge der Umsetzung ver- schiedener Maßnahmen werden weitere positive Begleiterscheinungen (z.B. für die Luftreinhaltung und Wirtschaftsförderung) erreicht. Aus diesen Gründen wurden die externen Fachbüros: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Ener- gie und Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft mit der Erstellung des als Anlage beigefügten Klima- schutzmaßnahmenprogramms für die Stadt Köln beauftragt. Mit 19 Maßnahmen in sieben Hand- lungsfeldern bildet KölnKlimaAktiv 2022 den kurzfristigen Umsetzungsfahrplan im Klimaschutz. Die Maßnahmen wurden als Fortentwicklung der bereits bestehenden integrierten Klimaschutzkonzepte aus den Jahren 2011 und 2013 entwickelt und entsprechend ihrer Umsetzbarkeit und Klimaschutz- wirkung ausgewählt und priorisiert. In „KölnKlimaAktiv 2022“ wird mit Hilfe eines Themenspeichers, indem weitere Maßnahmen für die mittelfristige Umsetzung mit Kurzsteckbriefen beschrieben werden, außerdem ein Ausblick auf den Zeitraum bis 2030 gegeben. Die Umsetzung der beschriebenen Maß- nahmen führt zu einer geplanten CO2-Einsparung in Höhe von rund 11.678 t CO2 und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele. Ziel des Beschlusses von „KölnKlimaAktiv 2022“ ist es, eine verbindliche Verpflichtung für den Klima- schutz einzugehen, die mittels der Maßnahmenumsetzung die Erreichung der Kölner Klimaschutzzie- le befördert. Personelle Ressourcen/ Finanzierung Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt vornehmlich bei der Koordinationsstelle Klimaschutz und in Zusammenarbeit mit den für die Umsetzung relevanten Dienststellen entsprechend der im Konzept gesetzten Priorisierung und gemäß den vorhandenen und verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen. Sofern darüber hinaus ein zusätzlicher Personal- und Finanzbedarf für die mit der Um- setzung betrauten Dienststellen besteht, werden Beschlussvorlagen für die Umsetzung der Einzel- maßnahme dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. Im Teilergebnisplan 1401, Umweltordnung, -vorsorge, Teilplanzeile 11, Personalaufwendungen und Teilplanzeile 15, Transferaufwendungen, sind für die Maßnahme 3.2 Fortführung des Förderpro- gramms Altbausanierung und Energieeffizienz bereits 1.167.500 € pro Jahr enthalten. Mit der Umwidmung der separat im Teilergebnisplan 1401 – Umweltordnung, -vorsorge bei Teilplan- 3 zeile 15, Transferaufwendungen veranschlagten Mittel „Z an Zentrum für Energieeffizienz (ZEFF) zur Förderung der privaten Altbausanierung“ erhöht sich der Umfang dieser Maßnahme entsprechend. Die ursprünglich separat veranschlagte Maßnahme „ZEFF“ wird dauerhaft nicht umgesetzt. Die ent- sprechenden Beratungsleistungen werden von der Verbraucherzentrale und der RheinEnergie er- bracht. Ergänzend wird auf die mündlichen Ausführungen von Herrn Beigeordneten Dr. Rau in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün vom 17.12.2018 verwiesen. Anlage: KölnKlimaAktiv 2022 – Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in der Stadt Köln
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: unter Vorbehalt beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3680/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 24.01.2019
- Erstellt
- 08.11.2018 09:54