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KölnKlimaAktiv 2022

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 3680/2018 vom 24.01.2019

Stand: Am 14.02.2019 im Rat ungeändert beschlossen.

Dokumente

  • Anlage 0 Begründung der Dringlichkeit

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    Begründung der Dringlichkeit Das Konzept KölnKlimaAktiv 2022 steht in Zusammenhang mit dem European Energy Award (EEA) (siehe Vorlage 3854/2018). Der European Energy Award ist ein Qualitäts- und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz an dem die Stadt Köln seit 2014 teil nimmt und das mit Mitteln des Land Nordrhein Westfahlen finanziell unterstützt wird. Die Maßnahmen aus KölnKlimaAktiv 2022 sind alle auch im Energiepolitischen Arbeitsprogramm des EEA aufgeführt. Der Beschluss des Energiepolitischen Arbeitsprogramms (siehe Vorlage 3854/2018) stellt die geplanten städtischen Aktivitäten dar und ist Grundlage für die externe Auditierung der Stadt Köln durch den TÜV im März 2019 und somit Teil der durch die Förderung definierten Verfahrensweise. Der Förderzeitraum für den European Energy Award läuft bis 31.03.2019, weshalb eine Verschiebung der Vorlagen auf den nächsten Ausschuss aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist. Durch die Verschiebung der Vorlage 3680/2018 ist auch die Beschlussfassung für die Vorlage 3854/2018 gefährdet und somit das abschließende externe Audit nicht durchführbar. Daher sollten die Vorlagen „3854/2018 European Energy Award: Energiepolitisches Arbeitsprogramm der Stadt Köln“ und „3680/2018 KölnKlimaAktiv 2022“ in der gleichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün behandelt werden.
  • Anlage 2 Auszug Beschlussprotokoll FA vom 11.02.2019

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    Anlage 2 Geschäftsführung Finanzausschuss Herr Müller Telefon: (0221) 221-24649 Fax : (0221) 221-23902 E-Mail: Michael.Mueller6@stadt-koeln.de Datum: 12.02.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Finanzausschusses vom 11.02.2019 öffentlich 10.39 KölnKlimaAktiv 2022 3680/2018 Beschluss: Der Finanzausschuss empfiehlt dem Rat – vorbehaltlich der Zustimmung des Ver- kehrsausschusses - die Annahme des folgenden Beschlussvorschlages: Der Rat der Stadt Köln nimmt das Klimaschutzmaßnahmenumsetzungsprogramm „KölnKlimaAktiv 2022“ in der als Anlage dargestellten Fassung zur Kenntnis und be- auftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der im Konzept enthaltenen Maßnahmen. Die für diese Zwecke veranschlagten Haushaltsmittel werden im Haushaltsjahr 2019 um 400.000 € erhöht, ab dem Haushaltsjahr 2020 um jährlich 500.000 €. Die separat im Teilergebnisplan 1401 – Umweltordnung, -vorsorge, bei Teilplanzeile 15, Trans- feraufwendungen veranschlagten Mittel „Z an Zentrum für Energieeffizienz (ZEFF) zur Förderung der privaten Altbausanierung“ werden in diesem Umfang umgewidmet und bleiben damit für den vorgesehenen Zweck „Klimaschutz“ verfügbar. Abstimmungsergebnis: Mehrheitlich - gegen die Stimmen der SPD-Fraktion – und bei Enthaltung der Frakt i- on Die Linke zugestimmt
  • Anlage 1 KölnKlimaAktiv 2022

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    KölnKlimaAktiv 2022 Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in der Stadt Köln Wuppertal / Essen, 17.01.2019 KölnKlimaAktiv 2022 2 | Gertec, Wuppertal Institut Auftraggeberin: Stadt Köln Bearbeitung Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH Döppersberg 19 42103 Wuppertal www.wupperinst.org Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft Martin-Kremmer-Str. 12 45327 Essen www.gertec.de/ Ansprechpartner und -partnerinnen: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH Thorsten Koska Tel.: +49 (0) 202 2942 123 E-Mail: thorsten.koska@wupperinst.org Ulrich Jansen Tel.: +49 (0) 202 2942 255 E-Mail: ulrich.jansen@wupperinst.org Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft Andreas Hübner Tel: +49 (0)201 24564 51 E-Mail: Andreas.Huebner@gertec.de Stadt Köln Koordinationsstelle Klimaschutz Dr. Barbara Möhlendick Tel. +49(0)221 221 29023 barbara.moehlendick@stadt-koeln.de KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 3 1 Zusammenfassung 4 2 KölnKlimaAktiv 2022 - Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in der Stadt Köln 7 2.1 Der Status Quo der Klimaschutzaktivitäten in Köln 7 2.2 Zielsetzung von KölnKlimaAktiv 2022 9 2.3 Kommunale Handlungsmöglichkeiten und notwendige pol itische Rahmenbedingungen 11 3 CO 2-Bilanz der Stadt Köln 14 4 Akteursbeteiligung 16 5 Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz 17 5.1 Handlungsfeld Klimaschutz allgemein 17 5.2 Handlungsfeld Stadtplanung/Stadtentwicklung 22 5.3 Handlungsfeld Energetische Sanierung 32 5.4 Handlungsfeld Stromeinsparung 37 5.5 Handlungsfeld Photovoltaik 45 5.6 Handlungsfeld Suffizienz 52 5.7 Handlungsfeld Mobilität 55 6 Monitoring 70 7 Ausblick 75 8 Quellen/ Literatur 77 9 Anhang: Themenspeicher 78 KölnKlimaAktiv 2022 4 | Gertec, Wuppertal Institut 1 Zusammenfassung Um die Kölner Klimaschutzziele 2030 zu erreichen, müssen rund 3,9 Mio. t CO2-Emissionen im Jahr eingespart werden. KölnKlimaAktiv 2022 ergänzt die derzeitigen Kölner Klimaschutzbemühungen im Rahmen bereits bestehender Konzepte, Maßnahmen und Bestrebungen (z.B. Green City Masterplan, Fernwärmeausbau, Radverkehrsförderung usw.) und bildet das Handlungsprogramm im Klimaschutz für die kommenden Jahre. 19 Maßnahmen in den sieben Handlungsfeldern: Klimaschutz allgemein, Stadtplanung/Stadtentwicklung, Energetische Sanierung, Stromeinsparung, Photovoltaik, Suffizienz und Mobilität sollen unter der Federführung der Koordinationsstelle Klimaschutz und in Kooperation mit vielen weiteren Ämtern und Konzerntöchtern der Stadt Köln bis 2022 umgesetzt werden. Zu den Zielgruppen der Maßnahmen gehören unter anderem die Sektoren Privathaushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD). Um Klimaschutz in der Breite zu etablieren und weitere Akteure zu motivieren, bauen viele Maßnahmen von KölnKlimaAktiv 2022 darauf, Bewusstsein zu bilden und Prozesse anzustoßen. Ziel ist die konsequente Nutzung des kommunalen Handlungsrahmens in Köln und die Umsetzungsorientierung. Die nachfolgende Tabelle stellt die Maßnahmen des vorliegenden Konzepts, ihr jeweiliges CO2-Minderungspotenzial, die mit der Umsetzung verbundenen Personalaufwände und Kosten sowie die Bewertung des CO2- Einspareffektes, den Nutzen und die Umsetzbarkeit dar. Anhand dieser Bewertungskriterien wurde eine Priorisierung der Maßnahmen vorgenommen. Die Priorisierung basiert dabei auf einer Bewertung der CO 2-Reduktionspotenziale, der Kosten und Aufwände der Maßnahmen sowie der Umsetzbarkeit mit Blick auf politische, planerische und/ oder technische Herausforderungen. Diese qualitative Bewertung erfolgt mittels eines Ampelsystems in drei Stufen: Grün steht für ein hohes CO 2-Einsparpotenzial (500 t pro Jahr oder mehr), niedrige Kosten/Aufwände (bis zu 150.000 pro Jahr) sowie eine gute Bewertung der Umsetzungschancen; Rot für geringe CO 2-Reduktionspotenziale (unter 300 t pro Jahr), hohe Kosten / Aufwände (ab 800.000 Euro pro Jahr) sowie große Umsetzungshemmnisse; Gelb steht in den drei Bewertungskriterien für ein mittleres Niveau. Einige CO 2- Maßnahmenwirkungen sowie Kosten und Aufwände ließen sich nach aktuellem Datenstand nicht seriös quantifizieren; in diesen Fällen wurde die CO 2-Minderung nicht bewertet (grau), für Kosten und Aufwände wurden qualitative Abschätzungen bei der Ampelbewertung herangezogen, sie ist in diesen Fällen mit einem Sternchen (*) versehen. Im Handlungsfeld „Energetische Sanierung“ liegt ein Schwerpunkt auf der Erhöhung der Sanierungsquote und Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebestand. Neben dem Wärmeverbrauch gilt es, den Stromverbrauch in Privathaushalten sowie im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen zu verringern und die Effizienz zu steigern. Zusätzlich zur Verbrauchsminderung soll der Strom vermehrt klimafreundlicher mittels Photovoltaik erzeugt werden. Auch im Mobilitätsbereich liegt der Fokus auf einem ressourcenschonenderen Lebensstil, der benötigt wird, um die ambitionierten Klimaschutzziele erreichen zu können. Deshalb wird ein Schwerpunkt auf Maßnahmen der Kommunikation und der Anreize für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten gelegt. Weitere, künftig umsetzbare aber nicht priorisierte Maßnahmen wurden in einen Themenspeicher aufgenommen (vgl. Anhang). Ein übergreifendes Monitoringkonzept zur Kontrolle der Wirkungen der Maßnahmen des Programms bildet den Abschluss des Gesamtkonzepts. Dort wird ein Vorgehen zur Zieldefinition skizziert, relevante Indikatoren und Erhebungsmethoden vorgeschlagen und Hinweise zur Auswertung gegeben. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 5 Der Treibhausgasminderungsbeitrag von KölnKlimaAktiv 2022 beträgt rund 11.678 Tonnen CO2. Dies umfasst nur die direkten Wirkungen; darüber hinaus bestehen jedoch weitere indirekte Wirkungen, die zusammen mit anderen Maßnahmen zu einer weiteren CO2- Reduktion beitragen. Vor dem Hintergrund der bis 2030 notwendigen Einsparung von 3,9 Mio. t CO2 jährlich im Vergleich zum heutigen Stand wird deutlich, dass KölnKlimaAktiv 2022 nur einen kleinen Beitrag leisten kann und weitere ambitionierte Aktivitäten notwendig sind. Hier ist eine breite Mitwirkung gefragt, die durch die Stadt befeuert werden soll. Bei einer Vielzahl der Maßnahmen stehen Koordination, Information und Vernetzung im Vordergrund. Auch der Ausbau der Vorbildfunktion spielt eine Rolle, um Bewusstsein zu schaffen und Multiplikatoren zu gewinnen. Ziel ist es, mit gutem Beispiel voran zu gehen, gemeinsam den Klimaschutz in Köln zu stärken und damit einen Beitrag für eine lebenswerte Stadt zu leisten. Tabelle 1 : Maßnahmenbewertung und -priorisierung – – –– 1 Ansatz: Städtischer Eigenanteil von 35% für 3 Quartierskonzepte und 3 anschließende Sanierungsmanagements (KfW 432) Nr. Handlungs- feld Prio- rität Maßnahmentitel CO 2-Minderungs- potenzial (t pro Jahr) Personal- aufwand Koordi- nations- stelle (pro Jahr) Einmalige und laufende Kosten Bewer -tung CO 2 Bewer- tung Kosten & Auf- wand Bewer- tung d. Umsetz- barkeit 1.1 Klimaschutz allgemein 1 Optimierung des Internetauftritts indirekte Minderungswirkung (Beispielrechnung: 839) 0,5 Personen Ab 20.000 € 1.2 Klimaschutz allgemein 1 Lobbyarbeit für Klimaschutz indirekte Minderungswirkung 0,3 Personen 8.000 €/a 2.1 Stadt- entwicklung 1 Strategische Energieplanung indirekte Minderungswirkung 0,2 Personen Nicht quantifiziert * 2.2 Stadt- entwicklung 1 Leitlinie für Klimaschutz bei Konversion und Neubau indirekte Minderungswirkung (Beispielrechnung: 675) 0,2 Personen 15.000 € * 2.3 Stadt- entwicklung 2 Integrierte Quartierslösungen im Bestand indirekte Minderungswirkung (Beispielrechnung: 4.000) 0,2 Personen 94.500 € / 52.500 €/a 1 * 3.1 Energetische Sanierung 2 Sanierungskampagne indirekte Minderungswirkung (Beispielrechnung: 315) 0,5 Personen Nicht quantifiziert * 3.2 Energetische Sanierung 2 Fortführung des Förderprogrammes „Altbausanierung und Energieeffizienz“ 1.750 2 Personen 1 Mio. €/a 4.1 Strom- einsparung 3 Stromsparinitiative für private Haushalte 210 1 Person 100.000 €/a 4.2 Strom- einsparung 3 Stromsparinitiative für Unternehmen und Institutionen 178 0,3 Personen 300.000 €/a KölnKlimaAktiv 2022 6 | Gertec, Wuppertal Institut 4.3 Strom- einsparung 3 Niederschwellige Energieberatung für kleine und mittlere Unternehmen 205 0,4 Personen 100.000 €/a 5.1 Photovoltaik 1 Koordinationsstelle Photovoltaik-Ausbau indirekte Minderungswirkung 0,2 Personen Nicht quantifiziert 5.2 Photovoltaik 2 Ausbau der PV auf privaten Dachflächen 456 0,3 Personen 40.000 – 120.000 € * 5.3 Photovoltaik 1 Photovoltaik im Gewerbe 913 0,1 Personen 10.000- 40.000 € / 80.000 €/a * 6.1 Suffizienz 2 Erarbeitung einer Suffizienzstrategie indirekte Minderungswirkung 0,1 Personen 80.000 € 7.1 Mobilität 1 Betriebliches Mobilitätsmanagement 395 0,5 Personen 50.000 €/a 7.2 Mobilität 1 Nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung 670 0,5 Personen 80.000 € 7.3 Mobilität 1 CO 2-Monitoring indirekte Minderungswirkung 1 Person Nicht quantifiziert 7.4 Mobilität 1 Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit indirekte Minderungswirkung (Beispielrechnung: 1072) 1 Person 200.000 €/a 7.5 Mobilität 1 Koordination Smart Mobility indirekte Minderungswirkung 0,5 Personen Nicht quantifiziert SUMME 11.678 t CO 2 / a 9,8 Personen 339.500 - 449.500 € / 1.890.500€/a KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 7 2 KölnKlimaAktiv 2022 - Das Maßnahmenprogramm für d en Klimaschutz in der Stadt Köln 2.1 Der Status Quo der Klimaschutzaktivitäten in Kö ln Die Stadt Köln ist seit vielen Jahren im Themenfeld Klimaschutz aktiv. Zunächst lag die Verantwortung für die Aufgaben des Klimaschutzes im Umwelt- und Verbraucherschutzamt. Durch die zur Kenntnisnahme des Klimaschutzkonzeptes Köln - vorgezogenes Sofortmaßnahmenprogrammes 2012 vom 20.12.2011 und den damit einhergehenden Auftrag des Rates an die Verwaltung, konkrete Umsetzungsvorschläge zu erarbeiten, wurde die politische Grundlage für die Einrichtung der Koordinationsstelle Klimaschutz geschaffen. Diese Stabsstelle ist seit Ende 2012 beim Dezernat V - Soziales, Integration und Umwelt angesiedelt. In den Jahren 2015 und 2018 wurde mit der personellen Verstärkung der Koordinationsstelle Klimaschutz die Bedeutung des Themenfeldes Klimaschutzes für die Stadtverwaltung gestärkt und der Smart-City-Prozess mit dem Klimaschutzprozess stärker zusammengeführt. Die konzeptionelle Grundlage für eine strategische Klimaschutzarbeit bildeten das Integrierte Klimaschutzkonzept Köln aus dem Jahr 2012, die Treibhausgasbilanzierung für das Jahr 2008 und die Fortschreibung der Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2015 mit einer ersten Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen. Mit dem vorgezogenen Sofortprogramm Klimaschutz 2012 aus dem Jahr 2011 und dem Klimaschutzmaßnahmenprogramm der Stadt Köln 2014 wurde die Basis für die Umsetzung von Projekten gebildet. Darüber hinaus setzt die RheinEnergie AG seit dem Jahr 2007 das Klimaschutzprogramm "Energie & Klima 2020" um. Klimaschutzprojekte werden daher seit vielen Jahren von vielen Akteuren innerhalb des Konzerns Stadt Köln umgesetzt. Neben energetischen Sanierungsmaßnahmen und sonstigen Effizienzmaßnahmen sowie Projekten zum Ausbau erneuerbarer Energien und den Smart-City-Projekten standen in den letzten Jahren im Handlungsfeld Energie diese Projekte im Fokus: • Ausbau von Fernwärme und dezentraler Nahwärmelösungen • Umsetzung integrierter Quartierskonzepte • Das EU-Projekt GrowSmarter • Das EU-Projekt CELSIUS zur Abwasserwärmenutzung • Bewerbung und Begleitung des Projektes ÖKOPROFIT zur Energie- und Ressourceneinsparung von Unternehmen • ALTBAUNEU als Informationsplattform zur energetischen Sanierung und zum landesweiten Erfahrungsaustausch • KLASSE-Projekt-Energiesparen an Schulen • Abwärmenutzung der Kläranlage Stammheim für Wohngebäude der GAG Neben den bereits umgesetzten innovativen Leuchtturmprojekten und dem seit Jahren kontinuierlichem Ausbau von Fernwärme wird es verstärkt notwendig, in der Breite die Sanierungstätigkeit deutlich zu erhöhen. Es gilt sowohl die KölnKlimaAktiv 2022 8 | Gertec, Wuppertal Institut Wohnungsunternehmen als auch die privaten Vermieter stärker für energetische Sanierungen zu gewinnen. Der hohe Emissionsfaktor für Strom macht die Stromeinsparung zu einem ebenso wichtigen Handlungsfeld, das bisher nur in einzelnen Projekten verankert war. Auch hier gilt es stärker in der Breite zu agieren und gleichzeitig den Verbrauch stärker durch Photovoltaik zu decken. Das Thema ressourcensparender Lebensstil bzw. „Suffizienz“ wird bereits von einzelnen Akteuren in der Stadt Köln bespielt und beworben. Eine stärkere Förderung auch seitens der Koordinationsstelle mit ihrer Reichweite kann die indirekten Einsparungen deutlich vergrößern. Auch im Handlungsfeld Mobilität hat die Stadt Köln die Notwendigkeit zur Durchführung von Maßnahmen zur Minderung von CO2-Emissionen erkannt. Demographische Prozesse und die hohe regionale Bedeutung der Stadt haben das Verkehrsaufkommen stark ansteigen lassen, sodass das Verkehrssystem sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene in der Stadt am Rande seiner Kapazität angelangt ist. Die Straßen sind geprägt von zunehmenden Konflikten um die nur begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen für den fließenden und den ruhenden Verkehr. Und auch der schienengebundene ÖPNV ist kaum mehr in der Lage, insbesondere in den Hauptverkehrszeiten weitere Fahrgastzuwächse zu bewältigen, da der derzeitige Ausbaustand des Netzes in den Hauptverkehrszeiten keine engere Taktung mehr zulässt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wurden in Köln in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Strategiedokumenten und Plänen erstellt und Maßnahmen umgesetzt, mit denen motorisierte Verkehre verstärkt auf die Verkehrsmittel des Umweltverbundes verlagert werden sollen. Erste Erfolge zeigen sich etwa durch den Anstieg des Radverkehrs, der seinen Anteil am Modal Split von 12 Prozent in 2006 auf 19 Prozent in 2017 steigern konnte; der Fußverkehr hat mit einem Anteil von 25 Prozent leicht zugenommen, der Anteil des öffentlichen Verkehrs bleibt mit 21 Prozent unverändert. Dagegen ist der Wegeanteil des motorisierten Individualverkehrs von 43 Prozent auf 35 Prozent gesunken (Stadt Köln 2018). Relevante Maßnahmen der letzten Jahre sind hier unter anderem: • Das Strategiepapier „Köln mobil 2025“ wurde 2014 in einem partizipativ geprägten Prozess erstellt und formuliert quantitative Ziele, wie sich der Verkehr in Köln zukünftig entwickeln soll. • Der Nahverkehrsplan ist 2017 beschlossen worden und beinhaltet die angestrebte verkehrliche Entwicklung des ÖPNV in Köln und zukünftigen Planungen im Stadtgebiet. Zentrale Maßnahmen sind die Fertigstellung der Nord-Süd-Stadtbahn sowie der Ausbau der Ost-West-Achse • Radverkehrskonzepte für alle Stadtbezirke bilden die Grundlage für einen qualitativen und quantitativen Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. • Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Einrichtung weiterer Tempo-30-Zonen, • Maßnahmen für den ruhenden Verkehr, beispielsweise die Einrichtung von Bewohnerparkgebieten oder das Parkleitsystem für die Innenstadt. • Die Etablierung intermodaler Verkehrsangebote wie Car- und Bike- Sharing, KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 9 • Aufbau von Mobilstationen als intermodale Verknüpfungspunkte und Schnittstellen des Umweltverbundes • Das „Sofortprogramm Saubere Luft“ des BMVI und der Green City Masterplan mit einem Maßnahmenbündel zur Reduzierung der Luftschadstoffemissionen durch Verbesserung des Verkehrsflusses und Attraktivierung von Alternativen zum Auto • Förderung der Elektromobilität, u.a. durch den Bau von 400 öffentlich zugänglichen Ladepunkten 2.2 Zielsetzung von KölnKlimaAktiv 2022 Die Stadt Köln hat sich durch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis der europäischen Städte und den Beitritt zum Bürgermeisterkonvent verpflichtet, die in Köln erzeugten CO2- Emissionen gegenüber 1990 bis 2020 um mindestens 20 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent zu senken . 1990 betrugen die Emissionen 12,13 Mio. t, eine Senkung um 50 Prozent bedeutet einen Zielwert von 6,07 Mio. t für 2030. Bis 2015 wurde bereits eine Reduktion um 2,13 Mio. t auf 10 Mio. t CO 2 erreicht. Dies bedeutet, dass die jährlichen CO 2-Emissionen bis 2030 noch um 3,9 Millionen Tonnen gegenüber dem Stand von 2015 gesenkt werden müssen. Geht man von einer linearen Senkung der Emissionen aus, müssten daher Jahr für Jahr die Emissionen um rund 262.000 t zurückgehen. Um das Ziel zu erreichen, bedarf es somit massiver Anstrengungen und Vorgaben in allen Sektoren. KölnKlimaAktiv 2022 leistet sektorübergreifend einen wichtigen Beitrag, um die CO 2- Einsparziele zu erreichen. Es stellt den „Klimaschutz-Fahrplan“ für die Koordinationsstelle Klimaschutz für die kommenden drei Jahre auf und ergänzt weitere Bestrebungen, Konzepte und Prozesse (z.B. den Green City Masterplan). Ziele sind unter anderem: • die Umsetzung von Maßnahmen zur CO 2-Einsparung • die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung bei den Bürgerinnen und Bürgern Kölns und bei Unternehmen • die Erhöhung der Akzeptanz für den Klimaschutz • die Umsetzung der Vorbildfunktion als Großstadt Es ist notwendig, sowohl auf der Energieerzeugungsseite als auch auf der Energieverbrauchsseite Maßnahmen zu ergreifen, um deutliche CO 2 -Einsparungen zu bewirken. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss die Stadt Köln den für die Verwaltung vorhandenen kommunalen Handlungsspielraum vollständig ausschöpfen und zusätzlich auf fördernde Rahmenbedingungen auf übergeordneten Ebenen (Land, Bund, EU) hin wirken, um gemeinsam die Einsparziele erreichen zu können. Zu den Maßnahmen auf kommunaler Ebene gehören die Reduktion des Strom- und Wärmeverbrauchs sowie Effizienzsteigerungen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Kraft-Wärme-Kopplung sind ebenfalls zu forcieren. Obwohl sich viele Maßnahmen auch unter Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen erfolgreich umsetzen lassen, fehlt es häufig an Information und Sensibilisierung, um die Umsetzung zu KölnKlimaAktiv 2022 10 | Gertec, Wuppertal Institut erwirken. Hier kann die Stadt Köln gezielt ansetzen und den Klimaschutz vor Ort voranbringen. Auch im Handlungsfeld Mobilität ist eine ganz erhebliche Verstärkung der Anstrengungen und in Teilen auch eine Abkehr von der bisherigen Planungspraxis erforderlich. Die bereits dargestellten herausfordernden Ausgangsbedingungen sämtlicher Verkehrsmittel verschärfen hier die Rahmenbedingungen. Ausblick 2030 Zur Verdeutlichung der Menge der CO 2-Emissionen, die eingespart werden müssen, damit die Stadt ihre ambitionierten und gleichermaßen absolut notwendigen CO 2-Minderungsziele 2030 erreichen kann, sind nachfolgend einige Vergleichszahlen dargestellt: Die derzeit noch zusätzlich zu den seit 1990 bereits erreichten CO 2-Minderungen benötigten weiteren 3,9 Millionen Tonnen eingesparter Treibhausgas (THG)-Emissionen entsprechen demnach beispielsweise der Summe folgender Einsparerfolge: - Reduktion des Stromverbrauchs in den privaten Haushalten und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) um 30 % und in der Industrie um 10% - Reduktion des Öl- und Gasverbrauches durch Sanierungsmaßnahmen in den privaten Haushalten und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) um die Hälfte - Öl- und Gasverbrauchsreduktion in der Industrie um 35% - insbesondere durch Einsparungen bei Prozesswärme und mechanischen Anwendungen - 70%ige Potenzialausschöpfung des theoretischen Ausbaupotenzials für Photovoltaik auf Dachflächen gemäß Energieatlas NRW - Zunahme des Modal Split-Anteils des Fahrrades von derzeit 20 auf 40 Prozent zu Lasten des MIV, dabei gegenüber heute deutliche Zunahme der durchschnittlichen Länge der mit dem Fahrrad zusätzlich zurückgelegten Wege, - Steigerung des Modal Split-Anteils des ÖPNVs von derzeit 21 auf 30 Prozent zu Lasten des MIV, - Verringerung des Pkw-Anteils am Modal Split von derzeit rund 34 auf nur noch zehn Prozent - Nutzung ausschließlich regenerativ erzeugten Stroms, um das derzeit bestehende und notwendige zusätzliche ÖPNV-Angebot bereitzustellen, - Anteil von Elektromobilität bei den in 2030 verbleibenden Pkw-Verkehren von 75 Prozent, - deutlich klimagünstigerer Emissionsfaktor des dabei in den elektrischen Pkw genutzten Stroms, - emissionsfreie Erbringung der Hälfte der derzeit noch mit konventionell angetriebenen leichten Nutzfahrzeugen durchgeführten Fahrten in der Stadt und - Reduzierung der vom Flughafen Köln Bonn aus- und am Flughafen eingehenden Flüge um ein Viertel. Die genannten exemplarischen Einzelpunkte stellen keine Ziele dar, sondern dienen als Beispielrechnung nur der Verdeutlichung der zur Zielerreichung 2030 KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 11 benötigten enormen Anstrengungen. Belange der Umsetzbarkeit, Zielkonflikte etc. wurden für diese Demonstration nicht berücksichtigt. 2.3 Kommunale Handlungsmöglichkeiten und notwendige politische Rahmenbedingungen Um die Herausforderungen im Klimaschutz zu bewältigen, muss auf unterschiedlichen Handlungsebenen ein Beitrag geleistet werden. Neben dem notwendigen kommunalen Handeln, müssen auch geeignete Rahmenbedingungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene geschaffen werden. Aufgrund ihrer großen Bedeutung liegt der Fokus der Darstellung hier auf der kommunalen Ebene sowie der Bundesebene. Kommunale Handlungsmöglichkeiten Auf kommunaler Ebene bieten sich vielfältige Handlungsmöglichkeiten zur Initiierung und Umsetzung von Maßnahmen, um dem Klimaschutz vor Ort zu verbessern. Mit dem vorliegenden Programm KölnKlimaAktiv 2022 werden der Koordinationsstelle Klimaschutz konkrete Maßnahmen und Wege aufgezeigt, um Chancen zu nutzen, Klimaschutzaktivitäten zu koordinieren und Projekte zu initiieren – etwa durch Planungskoordination wie eine strategische Energieplanung, die Energiebedarfe sowie Potenziale für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Erneuerbare Energien stadtweit und ämterübergreifend koordiniert, oder eine Koordination der „Smart Mobilty“, durch die alle Aktivitäten und Pilotprojekte zu neuen Mobilitätslösungen gebündelt werden. Ein weiteres Handlungsfeld ist die Kommunikation mit der Öffentlichkeit, etwa mit einer Sanierungskampagne, die sich an private Wohngebäudeeigentümer richtet, oder Kommunikation zur nachhaltigen Mobilität, die die Verkehrswende in Köln kommunikativ begleitet und die Bürger zum Mitmachen aufruft. Dabei kann Köln als Metropole mit überregionaler Ausstrahlung eine bedeutende Rolle einnehmen. Die meisten großen Städte in Deutschland verfolgen klar definierte Klimaschutzziele, die mit entsprechenden Klimaschutzprogrammen erreicht werden sollen. Als Beispiele seien hier die Städte Berlin und München zu nennen. Das Land Berlin hat das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 am 28.8.2018 beschlossen und damit das Berliner Energiewendegesetz und die Zielsetzung der Klimaneutralität bis 2050 untermauert. Die Stadt München verfolgt das gleiche Ziel und hat hierzu das integrierte Handlungsprogramm Klimaschutz in München beschlossen. Bei der Umsetzung ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen kann die Stadt Köln eine Vielzahl von Akteuren aus dem Konzern Stadt, der Wirtschaft und Zivilgesellschaft einbinden, um gemeinsam Aktivitäten zu bündeln. Bereits heute setzen viele Ämter und Konzerntöchter umfangreiche Klimaschutzprojekte um. Im Rahmen der Beteiligung der Ämter und Konzerntöchter wurde der Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit deutlich, um einen fachlichen Austausch zu ermöglichen und Synergien durch eine gegebenenfalls gemeinsame Projektentwicklung und Umsetzung zu schaffen. Dabei sollte der Fokus auf thematisch differenzierten Arbeitsgruppen liegen, deren Treffen bedarfsorientiert erfolgen. Die KölnKlimaAktiv 2022 12 | Gertec, Wuppertal Institut Koordinationsstelle Klimaschutz könnte in diesem Zusammenhang eine Koordinationsfunktion übernehmen. Darüber hinaus hat die Stadt Köln mit ihrer Rolle als Multiplikator, Vorbild und auch Koordinationsfunktion über die Verwaltung hinaus eine große Strahlkraft und sollte die Kooperation mit lokalen Initiativen, Vereinen, der Wirtschaft und weiteren Institutionen, etwa der Region Köln Bonn, weiterführen und ausbauen. So können Synergien sowohl durch gemeinsame Projekte als auch durch gemeinsame Aktivitäten in der Klimaschutzpolitik nutzbar gemacht werden. Den Kommunen bieten sich bei der Förderung klimaschonender Mobilität mehrere parallel zu verfolgende Ansätze. Dies ist zum einen die Durchführung flankierender Aktivitäten, mit denen sich die Wirkung von auf EU-, Bundes- und Landesebene initiierten Maßnahmen erhöhen lässt (beispielsweise die Beschaffung elektrischer Busse durch das kommunale Verkehrsunternehmen oder der Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektromobilität im Rahmen einer Bundesförderung). Ein ganz zentraler Handlungsansatz für die Stadt Köln , mit dem sich in bedeutendem Umfang verkehrliche THG-Emissionen mindern lassen, ist die Förderung von Alternativen zur Pkw-Nutzung. So fallen die qualitative und quantitative Ausgestaltung des ÖPNV-Angebotes und die Ausgestaltung der Nutzungsbedingungen für den Radverkehr und das Zufußgehen in die direkte Zuständigkeit der Stadt Köln. Der Koordinationsstelle Klimaschutz bieten sich hier viele Möglichkeiten der Unterstützung. Durch Koordination und Vernetzung werden Fachplanungen und weitere klimaschutzrelevante Akteurinnen und Akteure unterstützt. Und nicht zuletzt die in Köln aufgrund der intensiven Verflechtungen der Stadt mit ihrem Umland wichtige Kooperation mit den Gemeinden der Region kann von der Koordinationsstelle begleitet und unterstützt werden. Rahmenbedingungen auf Bundesebene Für den Sektor Energie sind auf Bundesebene geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Dazu gehören Möglichkeiten zur Ausgestaltung des Gebäudeenergiegesetzes, das nach EU-Recht spätestens am 1.1.2019 in Kraft treten muss. Weitere gesetzliche Rahmenbedingungen werden u.a. gesetzt durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärme Gesetz (EEWärmeG), das Kraft- Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG), das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz oder auch das Mieterstromgesetz. Durch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten könnte der Anreiz zur energetischen Sanierung erhöht werden. Weiterhin bedarf es Förderprogrammen, z.B. zum energieeffizienten Haus oder dem Ausbau von Kraft- Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien wie sie beispielsweise durch die Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) angeboten werden. Auch für den Sektor Mobilität gilt es, auf Bundesebene geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen beziehungsweise zu erhalten, die dazu beitragen können, das Mobilitätssystem zukünftig klimaschonender zu gestalten. Über die Bundesverkehrswegeplanung besteht die Möglichkeit, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für Alternativen zum Pkw zu verbessern. Eine Ausweitung der KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 13 Regionalisierungsmittel, mit denen der Bund die Länder bei der Ausgestaltung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) unterstützt, böte den Ländern die Möglichkeit, das SPNV-Angebot auszuweiten. Eine Anpassung der Straßenverkehrsordnung könnte u.a. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit festlegen und Kommunen mehr Gestaltungsspielraum bei der Bevorrechtigung des Umweltverbundes geben. Weitere Stellschrauben auf Bundesebenen sind fiskalische Instrumente wie Kfz-Steuer, Energiesteuer und Dienstwagenregelung, mit denen emissionsarme Fahrzeuge und alternative Antriebskonzepte stärker gefördert werden können. Als viertgrößte Stadt Deutschlands kann Köln im Rahmen der vorhandenen Netzwerke Anregungen zur Weiterentwicklung dieser Rahmenbedingungen geben und sollte diese Möglichkeiten weiterhin konsequent nutzen, um den Klimaschutz vor Ort zu stärken. KölnKlimaAktiv 2022 14 | Gertec, Wuppertal Institut 3 CO 2-Bilanz der Stadt Köln Die Ergebnisse der gesamtstädtischen Treibhausgas-Bilanz für das Bilanzjahr 2015 zeigen eine ambivalente Entwicklung. Einerseits ist von 2008 bis 2015 ein Anstieg des Endenergieverbrauchs um fünf Prozent zu verzeichnen, welcher insbesondere aus einem Anstieg im Industrie-Sektor resultiert. Gleichzeitig ist der Endenergieverbrauch im Sektor Private Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD)/ Sonstiges um sieben Prozent und bei den städtischen Gebäuden sogar um zehn Prozent gesunken. Im Handlungsfeld Mobilität konnte zwischen 2008 und 2015 keine Minderung beim Endenergieverbrauch erzielt werden. Es ist davon auszugehen, dass die Bevölkerungszunahme und die damit einhergehende Zunahme des Gesamtverkehrsaufkommens in der Stadt hierfür verantwortlich ist. Die THG-Emissionen sind in dem Zeitraum 2008 bis 2015 um insgesamt ein Prozent gesunken. Während die beiden Sektoren Private Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD)/ Sonstiges und städtische Einrichtungen eine Minderung um 15 beziehungsweise um 11 Prozent erzielt haben, blieben die Emissionen des Sektors Mobilität stabil und stiegen im Sektor Industrie um 11 Prozent. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums ist die Pro-Kopf-Einsparung von 2008 bis 2015 mit sechs Prozent deutlich höher. Um die Ziele des Klima- Bündnisses zu erreichen, müssen die Pro-Kopf-Emissionen jedoch von 9,4 (Stand 2015) auf 6,4 Tonnen THG reduziert werden (Basis 12,8 Tonnen pro Kopf im Jahr 1990). Bezogen auf die Gesamtbevölkerung entspricht dies einer Reduktion um 3,9 Mio t – von 10 Mio t (2015) auf rund 6,07 Mio t im Jahr 2030. CO2 – Einsparpotenziale In beiden Handlungsfeldern gibt es direkte Umsetzungsmaßnahmen, die ein quantifizierbares Treibhausgasminderungspotenzial aufweisen. Insgesamt können durch die Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes KölnKlimaAktiv 2022 jährlich 11.678 Tonnen CO 2 eingespart werden. Dies verdeutlicht, dass die Maßnahmen aus KölnKlimaAktiv 2022 nur begrenzten Einfluss auf die THG- Emissionen nehmen können. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sind daher weitere Maßnahmen auf allen Ebenen und ein Beitrag durch viele weitere Akteure notwendig. Die Stadt Köln kann mit einigen Maßnahmen nur mittelbar, z.B. im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung ein Umdenken erwirken und Verhaltensänderungen anstoßen. Daher gibt es eine Reihe von Maßnahmen im Konzept, deren CO2-Einspareffekt sich zum jetzigen Zeitpunkt (z.B. aufgrund der Abhängigkeit vom Umfang, Einflussbereich und Durchschlagkraft einer Maßnahme) nicht oder nur begrenzt, d.h. mit Hilfe von Annahmen und Beispielrechnungen, quantifizieren lässt. Als Beispiel sei die Internetseite zu nennen, die informierend und initiierend wirkt. Erst mit der Umsetzung von klimafreundlichen Projekten durch die Nutzer wird eine CO2-Minderungswirkung erzielt, die somit indirekt ist. Ebenso gilt diese begrenzte Quantifizierbarkeit für Quartiersprojekte und Kampagnen, deren Wirkung von der Anzahl und dem gewünschten Umfang abhängt. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 15 Doch auch diese nicht und begrenzt quantifizierten Maßnahmen haben im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen bedeutende mittel- und langfristige Wirkungen, denn sie versetzen Akteurinnen und Akteure an anderer Stelle in die Lage, Maßnahmen zur Minderung der CO2-Emissionen durchzuführen. Daher ist eine kontinuierliche Klimaschutzarbeit von großer Bedeutung. Im Vergleich mit den Klimaschutzzielen der Stadt Köln zeigt sich, dass die Maßnahmen des vorliegenden Konzepts einen ersten Baustein zur Zielerreichung darstellen. Bei der Annahme einer linearen Senkung der CO 2-Emissionen von 2015 bis 2030 müssten die Emissionen jährlich um 262.000 t zurückgehen, um die bis 2030 notwendige Reduktion um 3,9 Mio. t zu erreichen. Für den 4-Jahres-Zeitraum des Konzepts von 2019 bis 2022 wären dies zusammen rund 1,05 Mio. t. Abbildung 1: a) Bisherige und zukünftig notwendige Entwicklung der CO 2-Emissionen (in t); b) Direkter Minderungsbeitrag von KölnKlimaAktiv bis 2022 (in t CO 2) Die Differenz zwischen den Einsparpotenzialen des vorliegenden Konzepts und der notwendigen Reduktion zeigt, dass noch große Herausforderungen zur Schließung der Lücke von mehr als 1 Mio. t CO 2 bis 2022 und von 3,9 Mio. t bis 2030 bestehen (vgl. Abbildung 1). Sie können bewältigt werden, indem die im Konzept dargestellten Ansätze konsequent umgesetzt, zugleich von der Ebene der Einzelprojekte in eine stadtweit flächenhafte Umsetzung hochskaliert werden und über die im Gutachten benannten Strategien und Maßnahmen hinaus noch in weiteren Handlungsfeldern innerhalb der Sektoren Energie und Mobilität ambitionierte THG- Minderungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Die maßnahmenbezogenen Einsparungen sind in den Maßnahmensteckbriefen in Kapitel 5.1 beschrieben. 12.130.000 10.000.000 6.065.000 0 2.000.000 4.000.000 6.000.000 8.000.000 10.000.000 12.000.000 14.000.000 1990 2015 2030 KölnKlimaAktiv 2022 16 | Gertec, Wuppertal Institut 4 Akteursbeteiligung Um die Expertise möglichst vieler für den Klimaschutz relevanter Kölner Stakeholder in dieses Gutachten einfließen zu lassen, sind insgesamt 35 leitfadengestützte Expertinnen- und Experteninterviews durchgeführt worden, um • einen Überblick über bereits umgesetzte Projekte zu gewinnen, ebenso wie über derzeit geplante Projekte • wichtige Problemlagen und Bedarfe zu identifizieren, • Bedarfe nach strategischen und organisatorischen Anforderungen zu ermitteln • Unterstützungsinteresse bei der Umsetzung von neuen Maßnahmen zu ermitteln. Im Rahmen eines Stadt Köln konzerninternen Workshops für das Handlungsfeld Energie und einem Verkehrsworkshop mit rund 40 Kölner Stakeholderinnen und Stakeholdern wurden die auf Basis der durchgeführten Interviews und der allgemeinen Literatur- und Internet-Recherchen ermittelten Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge vorgestellt und diskutiert. Abschließend wurden den Vertretern der Fraktionen im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung die entworfenen Maßnahmenempfehlungen vorgestellt und Anregungen aufgenommen. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 17 5 Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz 5.1 Handlungsfeld Klimaschutz allgemein Dieses Handlungsfeld umfasst zwei zentrale Maßnahmen für die kommunale Klimaschutzarbeit. Dabei handelt es sich einerseits um die Entwicklung eines umfassenden, attraktiven Internetauftritts der Stadt Köln zum Thema Klimaschutz und andererseits um die Fortführung und Stärkung der Lobbyarbeit zur Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen für den Klimaschutz. Handlungsfeld Klimaschutz allgemein / Nr. 1. 1 Optimierung des Internetauftritts Kurzbeschreibung Das Internet und die sozialen Medien stellen die we sentlichen Informationskanäle für Bürger und Bürgerinnen dar. Die Stadt Köln kann als öffent liche Institution hier eine wichtige Plattform zur neutralen Information und Orientierung bieten. Der bisherige Internetauftritt zum Thema Klimaschutz ist jedoch nur schwer über die Website der Stadt Köln zu finden. Mittels Suchmaschinen ist der Auftritt allerdings relativ l eicht auffindbar. Derzeit sind für die Kölner Bürger und Bürgerinnen städtische Informationen zum Thema Klimaschutz über den Link https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-ti ere/klima zugänglich. Hier werden Informationen rund um die bisherigen Klimaschutzkon zepte und -aktivitäten, die in Köln tätigen Klimaschutz-Initiativen sowie allgemeine Informatio nen zum Thema Klimaschutz und weitere Links bereitgestellt. Das Informationsangebot wurde in der Vergangenheit bereits deutlich vergrößert; im Vergleich zur Bevölkerungszahl wird das mit den bisherigen Ka pazitäten aufgebaute Angebot jedoch nicht als ausreichend erachtet. Bei der Optimierung des I nformationsangebotes sollten die unterschiedlichen Zielgruppen adressiert werden, um eine schnelle individuelle Orientierung und Deckung des Informationsbedarfs zu ermöglichen. Bei der Ausrichtung sollten die Zielgruppen differenziert nach Altersgruppen und Interessen (Fö rdermittelsuche, Beratungsangebote, Dienstleistungen,...) angesprochen werden und auch für die Zielgruppe Unternehmen ein übersichtliches und klar abgegrenztes Informationsa ngebot erstellt werden. Es gilt somit einerseits das Informationsangebot de utlich auszuweiten und andererseits eine leichtere Auffindbarkeit der Website zu ermöglichen . Hier bietet sich zum einen eine deutliche höhere Platzierung auf der Website www.stadt-koeln. de an, zum anderen besteht die Option des Aufbaus einer gesonderten Website. Alternativ wäre zu prüfen, ob ggf. auch unter der Trägerschaft eines Klimaschutz-Netzwerkes der Stadt gesellschaft, für das in Köln bereits Vorläufer und Grundstrukturen existieren, etwa mit der Netzwerk-Kampagne http://www.erklimadasmal.de/ eine gemeinsam getrage ne Website angeboten werden kann. Hierdurch könnten sich Synergien zum Handlungsfeld Suffizienz herstellen lassen. Städte wie Frankfurt mit der Seite www.klimaschutz- frankfurt.de bieten hier zielgruppengerechte Informationen für Bürger als Privatperson, Verkehrs teilnehmer, Hausbesitzer und für Unternehmen. Die Stadt Essen gibt mit der Website h ttp://www.klimawerkstadtessen.de einen umfassenden Überblick über die politischen Rahmenbe dingungen, die Themen Mobilität, Stadtplanung/Stadtentwicklung, Wohnen und Leben sow ie Bildung und Forschung mit der Beschreibung von Projekten, als auch hilfreiche Inf ormationen für die Bürgerinnen und Bürger für ihren Alltag. Auch die Stadt Berlin (www.berlin -klimaschutz.de) verfügt über einen gesonderten Internetauftritt. KölnKlimaAktiv 2022 18 | Gertec, Wuppertal Institut Neben dem Internetauftritt sollten auch die soziale n Medien wie der städtische Facebook- Account stärker mit klimaschutzrelevanten Themen be stückt werden. Der städtische Facebook- Account hat über 500.000 Abonnenten, sodass hier ei ne große Anzahl von Bürgern erreicht werden kann. Mit über 11.000 Followern hat der städ tische Twitter-Account eine geringere Reichweite, kann jedoch ebenfalls zur Öffentlichkei tsarbeit genutzt werden. Handlungsschritte zur Umsetzung • Interne Abstimmung der Koordinationsstelle Klimasch utz mit dem Amt für Informationsverarbeitung über Möglichkeiten zur höh eren Platzierung bzw. alternativ zur Erstellung eines gesonderten Internetauftritts • Konzept zur zielgruppengerechten Ansprache und den gewünschten Inhalten, eingebunden in parallel laufende Klimaschutzkampagne • Erarbeitung der Inhalte und Implementierung mit beg leitender Öffentlichkeitsarbeit zur Bewerbung der neuen Website • Weitere Professionalisierung mit ergänzenden Angebo ten möglich (Kampagne s. Frankfurt und Projektdatenbank s. Berlin) • Laufende Pflege und Aktualisierung sowie Monitoring (auch des Facebook-Accounts) Ziel der Maßnahme Umfangreicheres Informationsangebot und leichtere A uffindbarkeit als Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen durch Bürgerinnen und Bürge r und Unternehmen (z.B. Energetische Altbausanierung) Ausgangslage in Köln Der bisherige Internetauftritt zum Thema Klimaschut z ist nur schwer über die Website der Stadt Köln zu finden und überarbeitungsbedürftig. Informa tionen (z.B. über Förderprogramme) fehlen. Flankierende Maßnahmen Klimaschutzkampagne zur Bewerbung des Angebotes und der erleichterten Ansprache von Bürgern Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Stabsstelle Digitalisierung, Amt für Informationsverarbeitung, Umwelt und Verbraucherschutzamt , Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Amt für Wirtschaftsförderung Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 19 Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare Treibhausgasminderung durch das verbesserte Informationsangebot. Nur indirekte THG- Minderung durch erleichterte Maßnahmenergreifung be i den Kölner Bürgerinnen und Bürgern. Annahme: 561.000 Haushalte in Köln (Stand 2017), davon öffnen pro Jahr 5 % die Website zum Klimaschu tz, d.h. ca. 28.000 und davon ergreifen mindestens 10% eine Maßnahme bzw. ändern ihr Verhalten und sparen Energie ein (5% Strom und Wärme). Damit ließen sich 839 t CO 2eq/ a einsparen (Stromverbrauch von 3.215 kWh bei 2-Personen-Haushalt (Quelle: destatis 2017) ; Wärmeverbrauch pro Haushalt: 16.245 kWh (Quelle destatis für 2017)). Umsetzbarkeit der Maßnahme Leichte Umsetzbarkeit aufgrund direkten Einflusses der Koordinationsstelle Klimaschutz. Einmalige Kosten Die Höhe der einmaligen Kosten ist abhängig vom gewünschten Umfang der Maßnahme. Dabei kann der Ausbau der kommunalen Homepage ggf. kostenneutral erfolgen. Für die Schaffung einer neuen Homepage un d deren Aufbau sind höhere Kosten zu veranschlagen (abhängig vom Umfang ab 20.000 €). Laufende Kosten Kosten für Wartung und Webhosting abhängig vom gewünschten Umfang. Personalaufwand Aufwand für die Konzeption, Ausschreibung, Inhaltsaufbau und kontinuierliche Pflege (inklusive Social Media) 0,20 Stellen/a (anfangs ist der Aufwa nd höher: 0,5 Stelle, später liegt der Aufwand bei ca. 0,20 Stellen). Nutzen-Aufwand-Relation Gute Relation; nach anfänglich höherem Aufwand kontinuierlicher Pflege- und Aktualisierungsaufwand auf geringerem Niveau bei sehr hohem Nutzen für den Bürger . Positive Zusatzeffekte Die Bewerbung lokaler Angebote fördert die lokale Wertschöpfung. Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Webseiten-Nutzung: Klickzahlen pro Monat/ bei spezifischen Veranstaltungen / Projekten 2. Bewertung des Inhaltes der Webseite Erhebung: 1. Auswertung des Web-Traffic 2. Umfrage auf der Webseite für die Nutzer zur Klärung, ob die Angebote zielgruppengerecht dargestellt, welche Informationen nachgefragt werden und ob Angebote auch Handlungen ausgelöst haben. KölnKlimaAktiv 2022 20 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Klimaschutz allgemein / Nr. 1. 2 Lobbyarbeit für Klimaschutz Kurzbeschreibung Die Erfahrung zeigt, dass deutsche und europäische Klimaschutzziele nur dann erreicht werden können, wenn alle Ebenen gemeinsam an der Zielerrei chung arbeiten. Dazu gehören die Kommunen, aber auch das Land NRW, der Bund sowie di e EU. Die Stadt Köln sollte daher ihre Netzwerkarbeit for tsetzen und auf europäischer und internationaler Ebene eigene Projekte bekannt mache n und im Austausch mit anderen Kommunen erfolgreiche Projekte adaptieren. Auch sollte auf politischer Ebene für die Klimaschu tzarbeit geworben und dabei deutlich gemacht werden, welche Rahmenbedingungen auch von höherer E bene geschaffen werden müssen, um erfolgreich auf lokaler Ebene Klimaschutzarbeit ums etzen zu können. Handlungsschritte zur Umsetzung • Fortführung der internationalen Zusammenarbeit mit einem Fokus auf Klimaschutz • Aktive Mitarbeit an politischen Prozessen auf Lande s-, Bundes- und EU- Ebene zur Implementierung von kommunalen Anforderungen in u. a. klimaschutzrelevante Gesetzgebung • Einbringung von Anforderungen an (gesetzliche) Rahmenbedingunge n seitens übergeordneter Institutionen Ziel der Maßnahme Förderung von geeigneten gesetzlichen und sonstigen Rahmenbedingungen für Klimaschutzprojekte vor Ort Ausgangslage in Köln Die Handlungsspielräume der Stadtverwaltung sind be grenzt. Es bedarf sowohl gesetzlicher Rahmenbedingungen als auch eines geeigneten Anreizi nstrumentariums, um die Klimaschutzziele erreichen zu können. Durch die Mit gliedschaft im KlimaBündnis und den Beitritt zum Bürgermeisterkonvent wurden Grundstein e gelegt und es wurde eine Selbstverpflichtung eingegangen. Flankierende Maßnahmen - Durchführungszeitraum: ab 2018 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz Land, Bund, EU, Kommunen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 21 Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare Treibhausgasminderung durch Lobbyarbeit. Indirekte Wirkung durch mittelfristige Optimierung der Rahmenbedingungen. Umsetzbarkeit der Maßnahme Umsetzbarkeit auf grund der bundesweit großen Bedeutung der Stadt Köln Einmalige Kosten - Laufende Kosten Reisekosten (inkl. Kompensation) abhängig von der Anzahl der Reisen. Ansatz von ca. 8.000 € pro Jahr; ggf. Kosten für internationale Projekte. Personalaufwand Bi s zu 70 AT pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Mittlerer Aufwand bei erst mittel - bis längerfristigem Nutzen Positive Zusatzeffekte Aufbau eines Netzwerkes, Imageverbesserung für die Stadt Köln und Akquise von Fördermitteln Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Entscheidungen in Folge eingebrachter Stellungnahmen Erhebung: 1. Auswertung der politischen Entscheidungen, in deren Vorfeld Stellungnahmen eingereicht wurden KölnKlimaAktiv 2022 22 | Gertec, Wuppertal Institut 5.2 Handlungsfeld Stadtplanung/Stadtentwicklung Im Handlungsfeld „Stadtentwicklung/ Stadtplanung“ wird angestrebt, frühzeitig im Rahmen von Entwicklungsprojekten klimafreundliche Energieversorgungslösungen zu planen und bei der (Weiter-)Entwicklung von Quartieren klimaschützende Aspekte ausreichend zu berücksichtigen. Damit sollen nicht nur umweltfreundliche, sondern auch sichere und lebenswerte Quartiere entwickelt werden. Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 1 Strategische Energieplanung Kurzbeschreibung Im Rahmen der Interviews und Workshops wurde deutli ch, dass die Stadt Köln in Zukunft eine Vielzahl von städtischen Entwicklungsmaßnahmen umzu setzen hat; gleichzeitig über die Gestaltung einer umweltfreundlichen Energieversorgu ng (Wärme- und Kälteversorgung) dieser Flächen erst zu einem späten Zeitpunkt entschieden wird und Potenziale (z.B. in der Nähe befindliche Nah- und Fernwärmeversorgungssysteme) g gf. nicht bekannt sind und nicht genutzt werden. Gleichzeitig kann eine gemeinsame Planung f rühzeitig dabei helfen, entstehende Wirtschaftlichkeitsprobleme bei Ausbauplanungen für Nah- und Fernwärme zu verhindern. Dabei hat die Stadt Köln die Möglichkeit, eine komm unale Wärmeplanung mit ihrer kommunalen Planungshoheit und ihrer Rolle als Moder ator und Mediator voranzutreiben. Um die Potenziale der Fernwärmeausbauplanung, der A bwasserwärme sowie die Potenziale aus der industriellen Abwärme und den erneuerbaren Ener gien bei den für die Stadtentwicklung zuständigen Ämtern bekannt zu machen, wird empfohle n, eine strategische Energieplanung im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung und der öffentl ichen Sanierungsplanung zu initiieren und als internes Arbeitsinstrumentarium zu implemen tieren. Hierbei gilt es zunächst als Koordinationsstelle Kl imaschutz alle betroffenen Akteure aus der Stadtentwicklung, Stadtplanung, der Gebäudewirtscha ft, der RheinEnergie AG und der Stadtentwässerungsbetriebe zusammen zu bringen und die Potenziale und Planungen mittels GIS-Layern zu erfassen und zu verschneiden. Dabei k önnen neben den kommunalen Daten auch weitere Datenquellen wie der EnergieAtlas NRW genut zt werden. Als Beispiel für eine Verschneidung von Abwärmepote nzialen und Wärmesenken kann die Stadt Frankfurt herangezogen werden. In Bezug auf die Wär mesenken und die Abwärmepotenziale sind die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung ei nzuhalten. (Quelle: ECO.S Energieconsulting) KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 23 Die erstmalige Aufstellung und Pflege der GIS-Datei en sollte ebenso wie die Abstimmungstermine durch die Koordinationsstelle Kl imaschutz koordiniert werden. Alternativ zu einer gesamtstädtischen Analyse kann auch in zwei bis drei Pilotgebieten eine solche Energieplanung erprobt werden und im nächste n Schritt auf andere Gebiete ausgeweitet werden. Auf Basis der Ergebnisse können anschließend durch die Stadt in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren des Wärmemarktes informelle Wär menutzungskonzepte für Teile des Stadtgebietes (Stadtteile) zur Konkretisierung der ermittelten Potenziale der Energieplanung erarbeitet werden. In den Konzepten werden die unterschiedlichen Energ ieträgerangebote mit den Wärme- und Kältebedarfen unter Beachtung klimaschützender Aspe kte aufeinander abgestimmt. Die Konzepte liefern u.a. einen Überblick über die Nutz ungsmöglichkeiten von Kraft-Wärme- Kopplung, Erneuerbarer Energien, industrieller sowi e sonstiger Abwärme. Zu den konkreten Inhalten des Konzeptes gehören u.a . die Erstellung von langfristigen Energiebedarfsszenarien unter Berücksichtigung ener getischer Sanierung, etc. und die Ermittlung sinnvoller Potenziale der Kraft-Wärme-(K älte-)Kopplung sowie der Nutzung Erneuerbarer Energien im Untersuchungsgebiet, die D arstellung der räumlichen Wärmeversorgungsoptionen, die Ermittlung der einmal igen Kosten und der laufenden Kosten für Betrieb, des Energieverbrauchs und der Treibhausgas emissionen sowie die Definition von Ausbau- bzw. Klimaschutzzielen in der Wärmeversorgu ng und die Ableitung von Empfehlungen für nächste Handlungsschritte. Damit können die gutachterlichen Empfehlungen die s trategische Basis für die räumliche Wärme- und Kälteversorgungsplanung in einem Stadtte il unter ökologischen Gesichtspunkten bilden. Dabei kann gegebenenfalls auf Fördermittel der Nati onalen Klimaschutzinitiative (NKI) zurückgegriffen werden und eine Förderung für ein K onzept zur „klimafreundlichen Wärme- und Kältenutzung“ in Anspruch genommen werden. Diese Ko nzepte werden ab dem 1.1.2019 gefördert. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind die konkreten förderfähigen Inhalte eines Konzeptes zur klimafreundlichen Wärme- und Kältenut zung nicht bekannt, aber es ist zu erwarten, dass die oben genannten Bausteine, die in bisherigen Wärmenutzungskonzepten gefördert wurden, auch zukünftig gefördert werden. Optional kann ggf. ergänzend eine Förderung für ein zu veröffentlichendes Wärmekataster zur räumlichen Darstellung der Potenziale zur Erschließ ung des verfügbaren Wärmeangebots sowie der Erneuerbaren Energien im Wärmebereich genutzt w erden. Die Umsetzung des Konzeptes zur Wärme- und Kältenut zung sollte durch die Koordinationsstelle Klimaschutz gesteuert werden und gemeinsam mit alle n relevanten Akteuren des Kölner Wärmemarktes erfolgen. Auf kleinräumiger Ebene werden im Rahmen von Fläche nentwicklungen detaillierte Energieversorgungskonzepte erforderlich. Diese sind als Detailplanung nicht über die Nationale Klimaschutzinitiative förderfähig. Handlungsschritte zur Umsetzung • Einladung der Akteure zum Austausch und Planung der weiteren Schritte • Datensammlung • Erstellung der GIS-Layer • Zusammenführung und Abgleich • Austausch über konkrete Potenziale • Sukzessive Erstellung von Wärmenutzungskonzepten fü r Teile des Stadtgebietes KölnKlimaAktiv 2022 24 | Gertec, Wuppertal Institut Ziel der Maßnahme Rechtzeitige Prüfung umweltfreundlicher Wärmeversor gungsmöglichkeiten im Rahmen von Stadtentwicklungsprojekten (Nicht-/Wohnungsbau) sow ie bei öffentlichen Sanierungsmaßnahmen zur THG-Minderung Ausgangslage in Köln Aufgrund bisher unzureichender Kenntnis der unterschiedlichen Potenziale in der räumlichen Nähe von Stadtentwicklungsflächen und öffentlichen Sanierungsmaßnahmen wird die Maßnahme von den interviewten Akteuren als erforderlich erachtet. Aufgrund der vielfältigen und bereits vorhandenen Informationen, die es besser zu verknüpfen gilt, scheint eine erfolgreiche Umsetzung gut möglich. Eine Berücksichtigung beim Prozess „Kölner Perspektiven 2030“ wird als sinnvoll erachtet. Flankierende Maßnahmen Erstellung einer Leitlinie für Klimaschutz bei Konv ersion und Neubau. Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, RheinEnergie AG, Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AVG, Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung, Amt für Liegenschaften Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, RheinEnergie AG, AVG, Stadtentwässerungsbetriebe Köln Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare THG -Minderung dur ch die Erstellung der Energieplanung erzielbar. Indirekte Wirkung durch Optimierung der Energieversorgung in einzelnen Quartieren. Aufgrund des nicht absehbaren Umfanges der optimierten Energieversorgung und der Nutzung der Energieträger ist eine Quantifizierung der THG- Minderung nicht möglich. Beispielhaft kann aber die Vermeidung einer gasversorgten Neubausiedlung durch die Nutzung von Fernwärme dargestellt werden. Die Versorgung von 70 Mehrfamilienhäusern (Effizienzhaus 55) mit 9 Parteien anstelle von Er dgas mit beispielsweise Fernwärme kann zu einer THG- Minderung von 384 Tonnen CO 2eq führen. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 25 Umsetzbarkeit der Maßnahme Die Datenbeschaffung und die Beteiligung aller relevanten Akteure sind erforderlich. Hierbei sind die Datenschutzvorgaben zu berücksichtigen. Bei Quartieren, die einer energetischen Sanierung bedürfen, wird seitens der Stadt Köln eine vorrangi ge Bearbeitung für behördlich notwendige Genehmigungen gewährleistet. Ggf. bedarf es der Anschaffung von IT-Programmen (GIS) und Schulungen zur Anwendung. Einmalige Kosten Ggf. Kosten für die Verschneidung der vorhandenen Daten bzw. GIS-Layererstellung bei interner Bearbeitung (IT-Programm und Schulung). Bei externer Erstellung der GIS-Layer sind Kosten zu berücksichtigen. Die Höhe der Kosten hängt vom vorliegenden Datenbestand ab. Weitere Kosten entstehen für integrierte Wärmekonzepte und kleinräumige Energiekonzepte im Rahmen der Flächenentwicklungen. Laufende Kosten Abhängig vom gewünschten Umfang somit nicht bezifferbar. Personalaufwand Aufwa nd für die Koordinationsstelle Klimaschutz als Initiator und bei der Koordination der Zusammenführung der Daten: bis zu 40 Arbeitstage für die Koordinationsstelle Klimaschutz im ersten Jahr, weniger Aufwand in den Folgejahren für Pflege und Anpassung der Daten sowie Austausch der Projektbeteiligten. Bei eigener Erarbeitung weitere r Arbeitsaufwand für die Koordinationsstelle. Weitere r Arbeitsaufwand für Datenbereitstellung bei weiteren Akteuren wie der RheinEnergie. Nutzen-Aufwand-Relation Vergleichsweise geringer Arbeitsaufwand bei ggf. größeren THG-Einsparpotenzialen Positive Zusatzeffekte Durch den möglichen Einsatz regenerativer Energieträger wird ein Beitrag zur Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten geleistet und damit di e Wertschöpfung vor Ort gestärkt. Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Sachstand zum Austausch, Layer, Energiekonzepte: Anzahl Maßnahmen/Projekte mit Austausch, Anzahl umgesetzte Energiekonzepte Erhebung: 1. Sichtung des Sachstands durch Koordinierungsstelle Klimaschutz KölnKlimaAktiv 2022 26 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 2 Leitlinie für Klimaschutz bei Konversion und Neubau Kurzbeschreibung Neben der Treibhausgasminderung durch die Reduktion des Wärmebedarfes im Bestand, gilt es, auch für die Stadtentwicklungsprojekte der Zukunft eine klimaschützende, d.h. energieeffiziente, Planung umzusetzen. Um bei Planungsprozessen eine frühzeitige und umfas sende Berücksichtigung dieser Aspekte sicherzustellen, empfiehlt sich die Erarbeitung und verpflichtende Berücksichtigung einer Leitlinie für Klimaschutz bei Konversion und Neubau . Leitlinien bestehen beispielsweise in den Städten Frankfurt und Oberhausen. Anforderungen aus dem Leitfaden Klimaschutzsiedlung NRW können ebenfalls eine Grundlage bilden. Für die Leitlinie der Stadt Köln sollten folgende T hemen Berücksichtigung finden und für die Themenfelder jeweils Qualitäten definiert werden: • Energieversorgung (u.a. Erneuerbare Energien / En ergieeffizienz) • Erreichbarkeit / Mobilität • Gebäude, Freiraum, Sicherheit der Infrastruktur Hierbei ist eine enge Zusammenarbeit der Koordinati onsstelle Klimaschutz mit den Ämtern für Stadtplanung und Stadtentwicklung sowie den Infrast rukturdienstleistern (Steb, RheinEnergie) erforderlich. Die Leitlinie soll initiierend wirken und sicherstellen, dass alle relevanten Aspekte betrachtet wurden, eine verpflichtende Beachtung vo n bestimmten Anforderungen ist damit nicht verbunden. Handlungsschritte zur Umsetzung • Austausch mit anderen Kommunen • Einladung der konzerninternen Akteure zum Austausch und Planung der weiteren Schritte • Erarbeitung und Abstimmung der Leitlinie • Beschlussfassung • Anwendung und Fortschreibung Ziel der Maßnahme Ziel ist die Entwicklung von klimagerechten Quartie ren, die sich neben geringen Treibhausgasemissionen auch durch ein sicheres, leb enswertes und gesundheitsförderndes Umfeld auszeichnen. Ausgangslage in Köln Bislang erfolgt die Betrachtung klimaschützender Faktoren nur in geringem Maße. Es gibt die Vorgabe gemäß Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses aus dem Jahr 2000, alle städtebaulichen Planungen von Beginn an solarenergetisch zu optimieren. Diese Prüfung sollte um weitere Faktoren ergänzt werden und im Rahmen von städtebaulichen Planungen abgeprüft werden. Die Maßnahme ist aufgrund der Vielzahl von Projekten und bereits vorliegenden Grundlagenuntersuchungen gut geeignet, neue Impulse zu setzen und langfristig bedeutsam werdende Verwundbarkeiten bereits zu Beginn der Planung zu verhindern. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 27 Flankierende Maßnahmen Strategische Energieplanung Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klim aschutz, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, Gebäudewirtschaft, Amt für Verkehrsmanagement, Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung, Wohnungsbauforum und Wohnungsbauleitstelle, Amt für Liegenschaften, Amt für Wohnungswesen, Umwelt- und Verbraucherschutzamt, RheinEnergie AG, Stadtentwässerungsbetriebe Köln Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, externe Projektentwickler Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmittelbare THG -Minderung durch die Erstellung einer Leitlinie, aber Basis für die Umsetzung von energiesparenden Maßnahmen. Annahme: Reduktion des Wärmeverbrauchs um 20 kWh/m2 und Jahr bei einem Viertel der anvisierten 6.000 neuen Wohnungen pro Jahr ergibt eine Einsparung von 675 t CO 2eq/a. Umsetzbarkeit der Maßnahme Aufgrund zahlreicher Vorurteile zum energieeffizienten Bauen (erhebliche Erhöhung der einmaligen Kosten, verteuert das Wohnen, sozial nicht zumutbar, beeinträchtigt das städtebauliche Erscheinungsbild, sorgt für Entsorgungsprobleme in der Zukunft etc.) bedarf es eines flankierenden Diskussionsprozesses sowohl mit Fachleuten aus den Bereichen Planen und Bauen als auch mit den politischen Entscheidungsträgern. Ggf. Einbindung i n den gesamtstädtischen Prozess „Kölner Perspektiven 2030“. Einmalige Kosten Die Erstellung der Leitlinie kann sowohl hausintern erfolgen als auch extern beauftragt werden. Kosten für die externe Beauftragung: bis ca. 15.000 € (Brutto) Laufende Kosten keine Kosten Personalaufwand Koordinationsaufwand: 20 -30 Arbeitstage; Aufwand bei eigener Erstellung: 20 bis 30 Arbeitstage. Prüfaufwand im Rahmen von Entwicklungsprojekten weitere 5 Arbeitstage pro Projekt Nutzen-Aufwand-Relation Gute Relation durch geringen Erstellungsaufw and bei langfristiger Anwendung. Positive Zusatzeffekte Stärkung der Lebensqualität und der Gesundheit der künftigen Bewohner, Minderung von Lärm und Luftschadstoffen, Verbesserung der regionalen Wertschöpfung KölnKlimaAktiv 2022 28 | Gertec, Wuppertal Institut Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Politischer Beschluss der Leitlinie 2. Anwendung der Leitlinie: Anzahl geprüfter Maßnahmen und dazugehörige Berichte Erhebung: 1. Prüfung Beschlussfassung 2. Jährliche Erfassung der geprüften Maßnahmen und der dazugehörigen Berichte KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 29 Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 3 Integrierte Quartierslösungen im Bestand Kurzbeschreibung Der Gebäudebestand (sowohl von Wohn- als auch Nicht wohngebäuden) bietet ein enormes Einsparpotenzial sowohl bei der Wärme- als auch bei der Stromversorgung. Dabei variiert das Potenzial teilweise deutlich zwischen unterschiedli chen Gebäudetypen und -nutzungen. Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere in großen Städte n die konzentrierte Analyse zur Aufdeckung von Potenzialen und eine im Anschluss zielgruppenge rechte und räumlich begrenzte Ansprache der Eigentümer erfolgversprechender ist als eine ge samtstädtische Sanierungskampagne. Begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen gil t es konzentriert einzusetzen. Dabei sollte zunächst der Fokus auf Quartieren liegen, die einer seits einen hohen energetischen Sanierungsbedarf aufweisen und andererseits in Hinb lick auf die Eigentümerstruktur auch eine vergleichsweise hohe finanzielle Fähigkeit zur Real isierung von Sanierungsmaßnahmen besitzen. Im Rahmen von integrierten Quartierskonzepten, die beispielsweise durch die KfW gefördert werden (und von der Stadt oder durch den Energiever sorger beantragt werden können), sollten neben den Themen Energieeinsparung und -versorgung auch die Themen Mobilität, Digitalisierung und Gesundheit betrachtet werden. Dabei kann man in Köln auf erfolgreiche Erfahrungen mit dem Projekt GrowSmarter aufbauen und Erfahrungen aus diesem Prozess in weitere Quart iere übertragen. Zur Umsetzung des Konzeptes bietet die KfW ebenfalls eine Förderung e ines Sanierungsmanagements, um nach Möglichkeit mit weiteren Akteuren wie der Verbrauch erzentrale und der RheinEnergie AG und deren Beratungsangeboten Sanierungsprojekte und Ein sparmaßnahmen zu initiieren. Diese verstärkt auf die Zielgruppe der privaten Hauseigen tümer und Vermieter abzielenden Quartiersprojekte ergänzen damit die Entwicklung vo n Quartiersprojekten für Bauträger und Projektierer durch die RheinEnergie AG mit ihren Ko operationspartnern im Rahmen von Neubau- und Bestandsprojekten. Handlungsschritte zur Umsetzung • Abstimmung der Akteure über grundlegendes Vorgehen • Ermittlung von geeigneten Quartieren durch Auswertu ng städtischer Statistiken (Alter, Einkommen,...) • Beantragung von Fördermitteln • Erarbeitung eines Quartierskonzeptes • Beschlussfassung und Beantragung eines Sanierungsma nagements für mindestens 3 Jahre Ziel der Maßnahme Erhöhung der energetischen Sanierungsquote und Ermi ttlung und Hebung von Stromeinsparpotenzialen sowie Umsetzung weiterer Ma ßnahmen (Klimawandel, Digitalisierung, Gesundheit) zur Erhöhung der Lebensqualität im Quar tier Ausgangslage in Köln Aufgrund der Notwendigkeit zur Erhöhung der Sanieru ngsquote und zur Hebung von Effizienzpotenzialen bei begrenzten finanziellen un d personellen Ressourcen erscheint der Quartiersansatz erfolgsversprechend und notwendig. Die hohen Gebäudepotenziale und das städtische Förd erprogramm zur Altbausanierung bieten eine gute Grundlage für erfolgreiche Quartiersproje kte. KölnKlimaAktiv 2022 30 | Gertec, Wuppertal Institut Flankierende Maßnahmen Strategische Energieplanung und Sanierungskampagne, Photovoltaikausbau, Suffizienz Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, RheinEnergie AG, Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung, Amt für Verkehrsmanagement, KVB, Wohnungsbauforum Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Quartiersbezogene THG -Einsparungen in einer 5 - jährigen Umsetzungsphase in Höhe von 5-35% möglich, abhängig von dem möglichen Umfang der Eigentümer unterstützenden Maßnahmen. Annahme: 3 gemischt genutzte Quartiere mit ca. 9.000 Einwohnern; bei 5%-iger Minderung ist eine THG-Reduktion um ca. 4.000 Tonnen THG- Emissionen pro Jahr für die drei Quartiere zusammen möglich. Umsetzbarkeit der Maßnahme Gute Umsetzbarkeit durch Kooperationsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Akteuren. Verknüpfungen zum StEK Wohnen und teilräumlichen Konzepten Einmalige Kosten Kosten für Grundlagenkonzept: ca . 50.000 – 90.000 €, davon sind mindestens 65% über das KfW-Programm 432 förderfähig. Ggf. weitere Investitionen für das Quartier sinnvoll. Laufende Kosten Keine laufenden Kosten ; späteres Sanierungsmanagement über KfW 432-Programm förderfähig. Pro Quartier liegt die Förderung bei 50.000 € jährlich. Personalaufwand Aufwand für Initiierung und Begleitung der Konzept- und Umsetzungsphase. Aufwand in der Konzeptphase: Ca. 40 - 50 Tage pro Konzept; Aufwand in der Umsetzung nicht bezifferbar, da abhängig von der Aufgabenverteilung unter Projektpartnern und Rolle der Koordinationsstelle Klimaschutz Nutzen-Aufwand-Relation Gute Datengrundlage und darauf aufbauende Versorgungs- und Sanierungsstrategie bilden in Kombination mit dem städtischen Förderprogramm zur Sanierung eine optimale Grundlage für eine erfolgreiche Aktivierung der Bewohner vor Ort Positive Zusatzeffekte Integrierte Quartiersentwicklung als Basis für die Entwicklung eines lebenswerten gesunden Stadtteils; Sinkende Energieverbräuche stärken die Kaufkraft der Haushalte und Unternehmen und damit die regionale Wertschöpfung KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 31 Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Anzahl initiierter energetischer Sanierungen differenziert nach Umfang 2. Endenergie- und THG-Minderung Erhebung: 1. Befragung der Quartiersbewohner im 2 Jahres-Rhythmus 2. Erstellung einer Endenergie- und THG- Bilanz für das Quartier im 2 Jahres- Rhythmus KölnKlimaAktiv 2022 32 | Gertec, Wuppertal Institut 5.3 Handlungsfeld Energetische Sanierung Die Erhöhung der Sanierungsrate von sowohl Wohn- als auch Nichtwohngebäuden und die Minderung des Energieverbrauchs im Gebäudebestand sind Hauptziele im Handlungsfeld „Energetische Sanierung“. Mit Hilfe von gezielten Sanierungskampagnen und neutraler Beratung soll die Öffentlichkeit informiert und für das Thema sensibilisiert werden. Die Fortführung des Förderprogramms „Altbausanierung und Energieeffizienz“ spielt ebenso eine zentrale Rolle, da es über finanzielle Zuschüsse besondere Anreize für die Bevölkerung schafft. Handlungsfeld Energet ische Sanierung/ Nr. 3. 1 Sanierungskampagne Kurzbeschreibung Das energetische Sanierungspotenzial ist sehr hoch, die jährliche Sanierungsquote ist mit unter 1% jährlich jedoch gering und nicht ausreichend, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Gleichzeitig leistet man mit einer energetischen Sa nierung einen Beitrag zum Werterhalt eines Gebäudes sowie zur Erhöhung der Behaglichkeit im Wi nter als auch im Sommer. Neben den zu bewerbenden energetischen Maßnahmen an der Gebäudeh ülle (Dach, Fassade, Fenster, Tür) gehören auch Maßnahmen im Bereich der Haustechnik h ierzu (Heizungsanlage, Heizkörper, hydraulischer Abgleich...), ebenso wie das Heizverh alten. Um private Wohngebäudeeigentümer für das Thema zu s ensibilisieren, bedarf es einer Kampagne. Um begrenzte finanzielle Mittel effizient einzusetzen, wird empfohlen, die Sanierungskampagne als kontinuierliches Projekt, ab er konzentriert auf einzelne wechselnde Quartiere und jeweils angepasst an die dortigen Pro blemlagen in jeweils optimalen Zeiträumen durchzuführen. Es sollte geprüft werden, ob eine Ko mbination mit dem Projekt OptiWohn 2 möglich und sinnvoll ist. Dabei sollte es sich nicht nur um eine Öffentlichke itsmaßnahmen-bezogene Kampagne handeln, sondern in diesem Rahmen sollten auch quartiersbezo gene und zielgruppengerechte Veranstaltungen mit Ausstellungen, Erfahrungsberich ten und aufsuchender Erstberatung für die drei Zielgruppen „Private Einfamilienhausbesitzer“, „Wohneigentümergemeinschaften“ und „Private Vermieter“ mit der Konzentration auf niede rschwellige, kostengünstige Maßnahmen nach Sanierungsfahrplan durchgeführt werden. Dabei sollte die Auswahl der Stadtteile bzw. Quartiere hinsichtlich der Gebäudestruktur und sozi al günstiger Rahmenbedingungen (Alter und Einkommen der Eigentümer) erfolgen. Die vielen nicht vor Ort wohnenden privaten Vermiet er sollten über gezielte Anschreiben oder Artikel in Mitglieder- oder Kundenzeitschriften (z. B. in Kooperation mit Haus und Grund) über Angebote und Fördermöglichkeiten informiert und mot iviert werden. – – –– 2 OptiWohn: geplantes Projekt zur Sondierung und Strategieentwicklung im Wohnbereich auf kommunaler Ebene, um den Bedarf an neu gebauten Wohnungen zu mindern. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 33 Handlungsschritte zur Umsetzung • Abstimmung der Akteure über grundlegendes Vorgehen • Auswahl der Quartiere und der Reihenfolge • Entwicklung der Kampagnenmaterialien • Umsetzung der Kampagnen • Monitoring und Anpassung der Kampagnen bei Bedarf i m Rahmen der nachfolgenden Quartierskampagnen Ziel der Maßnahme Zeitnahe Erhöhung der Sanierungsquote Ausgangslage in Köln Das energetische Sanierungspotenzial ist sehr hoch, die jährliche Sanierungsquote jedoch gering und nicht ausreichend, um die Klimaschutzziele zu e rreichen. Eine Erhöhung der Sanierungsquote ist notwendig und aufgrund der ver fügbaren Quartiere und Zielgruppen geeignet. Ein Kommunikationskonzept / Werbekampagne für Altbausanierung befindet sich bereits in Beauftragung. Flankierende Maßnahmen Förderprogramm zur energetischen Sanierung und inte grierte Quartierskonzepte Durchführungszeitraum: 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koor dinationsstelle Klimaschutz, RheinEnergie AG, Verbraucherzentrale, Haus und Grund e.V., Amt für Stadtentwicklung, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bürgerinnen und Bürger Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Indi rekte Minderungswirkung durch Anstoßen von Sanierungsmaßnahmen. Annahme: 3 teilräumlich fokussierte Sanierungskampagnen (jeweils 3.000 Immobilien), in denen jeweils 100 Hauseigentümer zur Sanierung motiviert werden und eine THG- Minderung von 20% erzielen: (3x100 Eigentümer, 35 kWh/m2 Einsparung/a bei 120 m2 Wohnfläche; Einsparung: 1.260 MWh bzw. (bei Emissionsfaktor Gas 250 g CO2eq/kWh nach BISKO): 315 t CO2eq- Minderung) Umsetzbarkeit der Maßnahme Gute Umsetzbarkeit durch hohes Interesse vieler Projektpartner; Zielerreichung durch derzeit gering e Energiepreise und hohe Auslastung des Handwerkes ggf. problematisch. Einmalige Kosten Kosten für Kampagnenentwicklung , Kampagnenmaterial und Dialoge stark abhängig vom gewünschten Umfang. KölnKlimaAktiv 2022 34 | Gertec, Wuppertal Institut Laufende Kosten Ggf. Anmietung von Plakatierungsflächen; sollte möglichst kostenneutral über Kooperationspartner erfolgen Personalaufwand 20 -25 Arbeitstage für Entwicklung; Umsetzung: 90 Arbeitstage pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Zielgruppengenaue Ansprache ist die Grun dlage für erfolgreiche Aktivierung. Höherer Aufwand bedingt höhere Erfolgsquote Positive Zusatzeffekte Sanierungen tragen zum Werterhalt der Immobilien sowie zu einer besseren Behaglichkeit bei und erhöhen damit die Lebensqualität im Gebäude; Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Inanspruchnahme des Förderprogrammes in den Kampagnenquartieren Erhebung: 1. Prüfung der Förderprogrammanträge 2. Auswertung der Beratungsnotizen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 35 Handlungsfeld Energeti sche Sanierung / Nr. 3. 2 Fortführung des Förderprogrammes „Altbausanierung und Energieeffizienz“ Kurzbeschreibung Das in 2018 beschlossene Förderprogramm zur Altbaus anierung und Energieeffizienz startete am 01.10. 2018. Die Erfahrungen aus anderen Kommunen z eigen, dass ein unkompliziertes Förderprogramm mit einfachem Antragsverfahren von d en Bürgern sehr gut angenommen wird und die Sanierungsrate deutlich erhöht wird. Gleich zeitig profitiert das lokale Handwerk von zusätzlichen Aufträgen. Ziel ist die kontinuierliche Fortführung des Progra mmes– regelmäßig angepasst an die Erfahrungswerte der Stadt Köln und die Bedürfnisse der Bürger. Perspektivisch sollte man das Förderprogramm um Ent rümpelungsmaßnahmen durch caritative Einrichtungen ergänzen, um die Umsetzungshürde bei Hauseigentümern zu senken, die gerne ihren Dachboden oder die Kellerdecke dämmen möchten , alte Möbel und sonstige Gebrauchsgegenstände die Sanierung aber behindern w ürden. Handlungsschritte zur Umsetzung • Öffentlichkeitsarbeit zur Bewerbung des Förderprogr ammes • Evaluierung • Weiterentwicklung Ziel der Maßnahme Erhöhung der Sanierungsrate Ausgangslage in Köln Förderrichtlinie und Budget wurden beschlossen. Flankierende Maßnahmen - Durchführungszeitraum: laufend Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz Hauseigentümer Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung 2,1 t CO 2eq p ro Sanierungsfall und 1.200 € Förderung ergibt 1.750 t THG-Minderung Umsetzbarkeit der Maßnahme Umfassende Finanzmittel sind erforderlich Einmalige Kosten 1 Million Euro Fördermittel pro Jahr KölnKlimaAktiv 2022 36 | Gertec, Wuppertal Institut Laufende Kosten 10.000 bis 30.000 Euro für begleitende Öffentlichkeitsarbeit (abh. vom gewünschten Umfang) Personalaufwand 2 Stellen für Antragsbearbeitung pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Hoch aufgrund der hohen Gesamtinvestitionen, die durch das Förderprogramm ausgelöst werden Positive Zusatzeffekte Fö rderung der regionalen Wertschöpfung. Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Anzahl der Förderungen und Summe der ausgeschütteten Förderung pro Jahr 2. Erzielte Energie- und THG-Einsparung insgesamt und pro genehmigten Förderantrag 3. Ausgelöste Investition pro 1 Euro Förderung Erhebung: Zu Indikatoren 1, 2, 3: Auswertung der Fördermittelanträge und -bewilligungen Zu Indikatoren 1, 2, 3: Stichprobenhafte Befragung der geförderten Personen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 37 5.4 Handlungsfeld Stromeinsparung Neben dem Wärmeverbrauch gilt es den Stromverbrauch in Privathaushalten sowie im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen zu verringern und die Effizienz zu steigern. Hierzu werden Maßnahmen zur Motivation von Privathaushalten ebenso wie unterschiedliche Angebote zur Beratung und Unterstützung von Unternehmen und Institutionen beschrieben. Handlungsfeld Stromeinsparung / Nr. 4. 1 Stromsparinitiative für private Haushalte Kurzbeschreibung Neben der Reduktion des Wärmebedarfes gilt es auch den Stromverbrauch im Stadtgebiet zu verringern. Gleichzeitig mindert der Stromverbrauch die Belastung der privaten Haushalte. Hierzu sollte eine umfassende Aktion gestartet werd en. Dazu zählt ein spezifischer Internetauftritt (ggf. abseits der www.stadt-koeln. de - Homepage) mit Informationen zu Beratungsangeboten, Checks, Energiespartipps und Ak tionen wie beispielsweise einem Prämienmodell zur Stromeinsparung. Das Projekt der Stadt Frankfurt kann hier als Beispiel dienen (http://www.frankfurt-spart-strom.de). Die Steuerung des Projektes sollte in Abstimmung mi t der RheinEnergiee AG über die Koordinationsstelle Klimaschutz erfolgen. Zentrales Angebot für die Bürgerinnen und Bürger is t die Etablierung eines einfach handhabbaren Prämienmodells zur Stromeinsparung (Be ispiel Stadt Frankfurt) als Anreiz für alle Bevölkerungsschichten, insbesondere aber auch für einkommensschwächere Bürger. Bei dem Prämienmodell wird ab einer über die Stromrechnung nachgewiesenen Einsparung von beispielsweise mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr e in fester Betrag ausgezahlt und jede weiter eingesparte Kilowattstunde wird zusätzlich bezuschu sst (z.B. mit 10 Cent wie in Frankfurt). (Quelle: http://www.frankfurt-spart-strom.de/stromsparpraemie /praemien-check/ ) Es sollte sichergestellt werden, dass Mitnahmeeffek te verhindert werden. Dazu zählt die Sicherstellung von gleichen Rahmenbedingungen, soda ss die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen zum Vergleichszeitraum gleich sein muss. S tichprobenhafte Prüfungen können hier eine Option bieten ohne großen Verwaltungsaufwand s owie ohne zusätzlichen Nachweisaufwand für die Bürger handlungsfähig agieren zu können und Mitnahmeeffekte zu vermeiden. KölnKlimaAktiv 2022 38 | Gertec, Wuppertal Institut Ergänzend dazu kann ein Weiße-Ware-Programm für ein kommensschwächere Haushalte (Köln- Pass-Inhaber und ALG II-Empfänger) aufgelegt werden . Für ein Gerät älter als 10 Jahre wird ein Festbetrag ausgezahlt (Beispiel Stadt Frankfurt: bi s zu 120 €/Gerät). Handlungsschritte zur Umsetzung • Konzeption der Stromsparinitiative (Homepage, Prämi enmodell) • Öffentlichkeitswirksamer Start der Kampagne • Programmphase • Monitoring und Anpassung der Kampagnen bei Bedarf Ziel der Maßnahme Stromeinsparung in den privaten Haushalten Ausgangslage in Köln Der Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, s odass hier große Einsparungen erzielt werden können. Aufgrund der unterschiedlichen Bevöl kerungsgruppen, von denen für viele neben der Energieeinsparung auch die Kosteneinsparu ng einen positiven Effekt darstellt, ist die Maßnahme gut geeignet. Flankierende Maßnahmen Stromeinsparaktion im Gewerbe, Handel und Dienstlei stungen Durchführungszeitraum: ab 2020 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, ggf. RheinEnergie AG , Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit Bürgerinnen und Bürger Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Teilnahme von 1.000 Haushalten pro Jahr mit einem angenommenen Stromverbrauch in Höhe von 3.500 kWh/Haushalt bzw. 10% Einsparung: 350 kWh/a= 350kWh x 1.000 Haushalte x 600 g CO2eq/kWh= 210 t CO2eq/kWh/ a, zzgl. Einsparung durch Weiße-War-Programm Umsetzbarkeit der Maßnahme Hoher Bearbeitungsaufwand für die Verwaltung. Finanzmittel sind erforderlich. Eine Annahme über die Anzahl der zu erwartenden Teilnehmer ist nur schwer möglich. Kontinuierliche Anpassung des Fördertopfes an Nachfrage. Einmalige Kosten Einrichtung der Internetseite; die Kosten sind davo n abhängig, ob eine eigene Homepage eingerichtet wird oder ob die bestehende Homepage erweitert wird. Konzeption und Layout: ca. 10.000 - 20.000 € KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 39 Laufende Kosten Annahme Kosten Stadt: Teilnahme von 1.000 Haushalten pro Jahr mit einem angenommenen Stromverbrauch von 3.500 kWh/Haushalt bzw. 10% Einsparung: 350 kWh) = 35 € zzgl. weiterer Einsparung: ca. 5 € pro Haushalt= 40 € *1.000 = 40.000 € Kosten für Weiße-Ware-Programm: 500 x 80 € (Durchschnitt) = 40.000 € Personalaufwand - Aufwand für Detailkonzeption und Einrichtung der Website: 15-20 Arbeitstage; - Auf wand für Antragsbearbeitung: 1.000 Anträge à 1,5 Stunden: 1.500 Stunden bzw. 188 Arbeitstage - Öffentlichkeitsarbeit ca. 0,5 Tage pro Woche = 26 Arbeitstage pro Jahr Summe =234 Arbeitstage pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Hoher Aufwand, Mitnahmeeffekte müs sen verhindert werden; neben der direkten Einsparung in den Haushalten ggf. weitere Einsparungen durch Sensibilisierung weiterer Haushalte Positive Zusatzeffekte Entlastung der Kostenbelastung von Privathaushalten. Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Eingesparte kWh/Haushalt 2. Eingesparte Energie insgesamt Erhebung: Zu Indikator 1 und 2: Jährliche Auswertung der Fördermittelanträge und -bewilligungen Zu Indikator 1 und 2: Stichprobenhafte Befragung der geförderten Personen KölnKlimaAktiv 2022 40 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Stromeinsparung/ Nr. 4. 2 Stromsparinitiative für Unternehmen und Institutionen Kurzbeschreibung Ergänzend zur Stromeinsparinitiative für Privathaus halte sollten auch das Gewerbe, Vereine sowie Religionsgemeinschaften in die Stromspariniti ative der Stadt Köln eingebunden werden. Auch hier sind insbesondere bei den kleineren Unter nehmen teils noch große Einsparpotenziale zu heben. Über den spezifischen Internetauftritt sollten auch für Unternehmen und Vereine Informationen zu Beratungsangeboten, Checks, Energiespartipps und Aktionen, wie beispielsweise einem Prämienmodell zur Stromeinsparung bereitgestellt we rden. Das Projekt der Stadt Frankfurt kann hier ebenfalls als Beispiel dienen (http://www.fran kfurt-spart-strom.de). Zentrales Angebot für die Unternehmen und Instituti onen ist ebenfalls die Etablierung eines einfach handhabbaren Prämienmodells zur Stromeinspa rung (Beispiel: Stadt Frankfurt) auf Basis der erzielten Stromeinsparung als Anreiz. Dam it eine fundierte Grundlage für dauerhafte Einsparungen besteht und eine sinnvolle Maßnahmenau swahl erfolgt, sollten die Unternehmen eine Energieberatung in Anspruch nehmen müssen. Dab ei kann u.a. die Energieberatung im Mittelstand der BAFA genutzt werden. Diese kann dur ch die Stadt Köln bezuschusst werden, um eine höhere Nutzungsquote zu erreichen. Dabei muss nicht die maximale Beratertageanzahl ausgeschöpft werden. Mit dem Nachweis der rechneris chen Energieeinsparung durch die Umsetzung von Maßnahmenempfehlungen und Angebote fü r die Einsparmaßnahmen kann der Antrag eingereicht werden. Mittels Nachweis der umg esetzten Maßnahmen kann für die rechnerisch eingesparten Kilowattstunden die Förder ung ausgezahlt werden. Dabei sollte die Förderung auf eine maximal förderf ähige Gesamtinvestition pro Unternehmen und Institutionen gedeckelt werden. Kumulationen mi t anderen Förderprogrammen wie des BAFA sollten möglich sein, aber auch hier sollte de r Gesamtzuschuss eine bestimmte Grenze nicht überschreiten (z.B. 50% in Frankfurt). Handlungsschritte zur Umsetzung • Konzeption der Stromsparinitiative (Homepage, Prämi enmodell) • Öffentlichkeitswirksamer Start der Kampagne • Programmphase • Monitoring und Anpassung der Kampagnen bei Bedarf Ziel der Maßnahme Stromeinsparung in Unternehmen (KMU) und Institutio nen Ausgangslage in Köln Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, sodas s hier große Einsparungen erzielt werden können. Aufgrund der Vielzahl kleiner Unternehmen und Insti tutionen bietet sich die Maßnahme ergänzend zu anderen Angeboten an. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 41 Flankierende Maßnahmen Stromsparinitiative für Private Haushalte Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für Wirtschaftsförderung, RheinEnergie AG, Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit Kleine und mittlere Unternehmen und Institutionen, Vereine, Religionsgemeinschaften Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Annahme: aufgrund der unterschiedlichen Größen der Unternehmen und Institutionen und deren Energieverbrauch ist eine seriöse Abschätzung kaum möglich. Unter der Annahme 30 Unternehmen und Institutionen pro Jahr zur Teilnahme zu gewinnen und eine Einsparung von 30% bei einem Stromverbrauch von beispielsweise 55 kWh/m2 und Jahr (Beispiel Bürogebäude) und bei einer Größe von 600m 2 zu erzielen, ist eine THG-Minderung (600 g CO2eq/kWh/a) von 178 t CO2qeq/a möglich. Bei größeren Unternehmen und Institutionen sind deutlich größere Einsparungen erzielbar. Umsetzbarkeit der Maßnahme Hoher Bearbeitungsaufwand Einmalige Kosten Internetseite: Die Kosten sind davon abhängig, ob die bestehende Homepage erweitert oder eine neue Website eingerichtet wird und können daher derzeit nicht beziffert werden. Laufende Kosten Städtische Fördermittel in Höhe von ca. 300.000 €/a erforderlich; darüber hinaus ggf. Betrag zur Bezuschussung der BAFA-Beratungen; Betrieb der Internetseite: die Kosten sind davon abhängig, ob eine eigene Homepage eingerichtet wird, oder ob die bestehende Homepage erweitert wird. Personalaufwand - Aufwand für Detailkonzeption und Einrichtung der Website und Abstimmung: bis zu 20 Arbeitstage - Aufwand für Antragsbearbeitung: 30 Anträge à 4 Stunden: 120 Stunden bzw. 15 Arbeitstage - Öffentlichkeitsarbeit ca. 0,5 Tage pro Woche= 26 Arbeitstage Summe: 76 Arbeitstage pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Hoher Aufwand, bei z.T. deutlichen Einsparpotenzialen (im Vergleich zu privaten Haushalten) Positive Zusatzeffekte Entlastung der Unternehmen und Institutionen KölnKlimaAktiv 2022 42 | Gertec, Wuppertal Institut Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für das Monitoring Indikatoren: 1. Eingesparte kWh/Unternehmen und Institution 2. Eingesparte Energie insgesamt Erhebung: Zu Indikator 1 und 2: Jährliche Auswertung der Fördermittelanträge und -bewilligungen Zu Indikator 1 und 2: Stichprobenhafte Befragung der geförderten Unternehmen und Institutionen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 43 Handlungsfeld Stromeinsparung/ Nr. 4. 3 Niederschwellige Energieberatung für kleine und mittlere Unternehmen Kurzbeschreibung Das Energieeinsparpotenzial in kleinen und mittlere n Unternehmen im Bereich Handel und Dienstleistungen wird immer noch als hoch eingeschä tzt. Um dieses Potenzial zu heben und gleichzeitig die Unternehmen durch sinkende Energie kosten zu entlasten, wird eine niederschwellige, aufsuchende Vor-Ort-Beratung für KMU in ausgewählten Stadteilen mit vorwiegend inhabergeführten Unternehmen empfohlen. Dazu soll den Unternehmen durch Anschreiben und/oder über eine persönliche telefoni sche Ansprache als Direkt-Marketing zum Einstieg eine kostenlose einstündige Erstberatung a ls Rundgang durch das Unternehmen angeboten werden. Für Unternehmen, die Interesse an einer niederschwe lligen, aber etwas detaillierteren Beratung zu bestimmten Themen bzw. Techniken haben, kann erg änzend bzw. alternativ ein 2-3 stündiger Besuch angeboten werden. Darüber hinaus sollte das Angebot auch für Vereine nutzbar sein und beworben werden. Handlungsschritte zur Umsetzung • Abstimmung mit Amt für Wirtschaftsförderung und IHK und ggfs. weiteren Akteuren • Detailkonzeption und Beratersuche • Auswahl der Quartiere • Umsetzung • Evaluation Ziel der Maßnahme Senkung des Strom- und Wärmeverbrauches im Sektor G ewerbe, Handel, Dienstleistungen und bei Vereinen durch niederschwellige und kostenlose Beratung Ausgangslage in Köln Die Inanspruchnahme umfassender, kostenintensiver E nergieberatungen erfolgt eher selten, sodass eine niederschwellige, kostenlose Beratung a ls erfolgversprechend erachtet wird. Flankierende Maßnahmen Stromsparinitiative für Unternehmen und Institution en Durchführungszeitraum: ab 2020 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt Für Wirtschaftsförderung, IHK, Kreishandwerkerschaft Kleine und mittlere Unternehmen, Vereine, Religionsgemeinschaften KölnKlimaAktiv 2022 44 | Gertec, Wuppertal Institut Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Eine seriöse Quantifizierung ist aufgrund der unterschiedlich hohen Einsparpotenziale in den Unternehmen kaum möglich. Annahme: Beratung von 200 Unternehmen pro Jahr mit einer Energieeinsparung von 10% Strom bei 55 kWh Stromverbrauch pro m 2 und 300 m 2: Einsparung von 205 t THG/a. Umsetzbarkeit der Maßnahme Hoher Bearbeitungsaufwan d durch Organisation der Beratungen Einmalige Kosten - Laufende Kosten Kosten für Öffentlichkeitsarbeit: 20.000 €/a Kosten für die Beratung durch externe Energieberate r: 80.000 € /a Personalaufwand - Aufwand für Detailkonzeption und Erweiterung der Website und Abstimmung mit Projektpartnern: bis zu 20 Arbeitstage. - Aufwand für Organisation der Beratungen: 200 Beratungen/a à 1 Stunde Vor- und Nachbereitung: 200 Stunden bzw. 25 Arbeitstage - Öffentlichkeitsarbeit/Ansprache ca. 1 Tag pro Woche= 52 Arbeitstage /Bündelung von Arbeitstagen bei konzentrierten Anspracheaktionen. Summe: 0,5 Stellen pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Durch die Maßnahme kann eine hohe Unternehmenszahl erreicht werden und deutliches Einsparpotenzial gehoben werden. Ggf. durch Werbung weitere Maßnahmeninitiierung abseits der Energieberatung erzielbar. Positive Zusatzeffekte Entlastung der Unternehmen Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Nutzung des Beratungsangebotes 2. Eingesparte kWh/Unternehmen 3. Eingesparte Energie insgesamt Erhebu ng: Zu Indikator 1: Jährliche Auswertung der Beratungsprotokolle und der Übersicht angesprochener Unternehmen Zu Indikator 2 und 3: Stichprobenhafte Befragung der geförderten Unternehmen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 45 5.5 Handlungsfeld Photovoltaik Neben der Verbrauchsminderung sollte der benötigte Strom stärker aus umweltfreundlicher Photovoltaik erzeugt werden. Diese eignet sich nicht nur für die vielen Dächer privater Haushalte, sondern ist auch eine attraktive Option für viele Gewerbebetriebe. Perspektivisch kann der Ausbau von Photovoltaik auf Dachflächen von Mehrfamilienhäusern mit Stromangeboten für die Mieter eine große Bedeutung erlangen. Mit Informations- und Beratungsangeboten sollen Wissensdefizite und Vorbehalte bei Bürgern und Unternehmen abgebaut werden. Durch eine bessere Koordination der Beratungsangebote und eine verstärkte Bewerbung sollen die Angebote stärker genutzt werden. Handlungsfeld Photovoltaik / Nr. 5. 1 Koordinationsstelle Photovoltaik-Ausbau Kurzbeschreibung Photovoltaik bietet unter den erneuerbaren Energien das größte Potenzial für die Stadt Köln. Dabei ist zu unterscheiden zwischen den Potenzialen für An- und Aufdach-Photovoltaik auf privaten Dachflächen, Mehrfamilienhäusern bzw. gemi scht genutzten Häusern und gewerblichen Dachflächen. Hinzukommen weitere Potenzialflächen w ie beispielsweise Parkplätze und Freiflächen sowie Flächen auf öffentlichen Gebäuden . Um dieses Potenzial deutlich besser als bisher zu h eben, wird empfohlen in der Koordinationsstelle Klimaschutz einen Ansprechpartn er für das Thema Photovoltaik zu benennen, der sich um die Bekanntmachung der unters chiedlichen Angebote in Form von Zusammenführung der unterschiedlichen Angebote (z.B . Solardachkataster des Landes NRW, die Angebote der RheinEnergie AG) und um Öffentlichkeit sarbeit für das Thema kümmert. Dabei sollte auch ein Austausch mit den relevanten Akteur en (RheinEnergie AG, cowelio GmbH, Solarteure, Innungen,...) initiiert und gesteuert w erden, um Chancen und Hemmnisse gemeinsam zu diskutieren und gemeinsam mögliche Lös ungen zu initiieren. In diesem Rahmen sollte das Solardachkataster des L andes durch eine aktive Bewerbung des Katasters in verschiedenen Medien vorangetrieben we rden. Möglichkeiten zur Bewerbung sind beispielsweise die Nutzung der städtischen Website und Facebookseite, Plakataktionen oder Türanhänger für Hauseigentümer mit sehr gutem Solar potenzial. Um interessierte Bürger weitergehend bei der Instal lation einer Solaranlage zu unterstützen, soll das Kataster um eine Liste mit entsprechenden Diens tleistern im Stadtgebiet, Beratungsangeboten und Fördermöglichkeiten ergänzt werden. Die Einrichtung einer gesonderten Informationsplattform, die das Solarkat aster sowie alle vorgenannten Informationen zum Thema Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) enthält, wäre eine alternative Möglichkeit zur Erleichterung der Suche nach Angeboten. Zentrales Ziel sollte jedoch die konzentrierte Darstellung aller Klimaschutzange bote auf der Homepage der Koordinationsstelle Klimaschutz sein. Dabei sollte auch der Ausbau der Photovoltaik auf s tädtischen Dachflächen im Bestand und Neubau aufgrund der kommunalen Vorbildfunktion weit er vorangetrieben werden. KölnKlimaAktiv 2022 46 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsschritte zur Umsetzung • Austausch mit den relevanten Akteuren über Bedarfe und Struktur • Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit (Internet,...) • Koordinationsprozess in Kombination mit den weitere n PV- Maßnahmen des Handlungsprogrammes • Monitoring Ziel der Maßnahme Treibhausgasminderung durch den Ersatz konventionel len Stroms durch Photovoltaik Ausgangslage in Köln Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, sodas s hier große Treibhausgaseinsparungen erzielt werden können Photovoltaik bietet ein großes Potenzial im Stadtge biet und ist eine wirtschaftliche Option. Flankierende Maßnahmen Photovoltaikkampagne für Privathaushalte und Untern ehmen, Internetauftritt, Quartierslösungen, Sanierungskampagnen Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe St adt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für Wirtschaftsförderung, RheinEnergie AG, cowelio GmbH, Gebäudewirtschaft, Privathaushalte, Unternehmen, Konzern Stadt Köln Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine unmi ttelbare THG -Minderung durch die Maßnahme erzielbar. Indirekte Wirkung durch verstärkte Wahrnehmung des Themas. Wirkungsentfaltung erfolgt über die nachfolgenden Maßnahmen. Umsetzbarkeit der Maßnahme Gute Umsetzbarkeit durch Ansiedlungsmöglichkeit bei der Koordinationsstelle Klimaschutz Einmalige Kosten Keine Laufende Kosten Kosten für Öffentlichkeitsarbeit (siehe nachfolgende Maßnahmen) und gezielte Aktionen und Veranstaltungen Personalaufwand Im Durchschnitt 1 Tag pro Woche bzw. 50 Arbeitstage pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Gute Relation aufgrund begrenzten finanziellen Aufwands bei gleichzeitig hohem Nutzen für Stadt (THG-Minderung, Image) Positive Zusatzeffekte Stärkung der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 47 Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Bekanntheit der Koordinationsstelle innerhalb des Konzerns und außerhalb 2. Initiierter PV-Ausbau 3. Eingesparte Emissionen insgesamt Erhebung: Zu Indikator 1: Abfrage der Bekanntheit der Koordinationsstelle Zu Indikator 1: Auswertung der Klickzahlen Zu Indikator 1: Auswertung der Anzahl der durchgeführten und umgesetzten Veranstaltungen / Maßnahmen und Anzahl der Teilnehmer; Zu Indikator 2 und 3: Auswertung des PV-Anlagenzuba us zur groben Orientierung KölnKlimaAktiv 2022 48 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Photovoltaik / Nr. 5. 2 Photovoltaik-Ausbau auf privaten Dachflächen Kurzbeschreibung Die Nutzung von Photovoltaik auf privaten Dachfläch en (und an Fassaden) ist weiterhin eine wirtschaftliche Maßnahme, die dazu beiträgt, Treibh ausgasemissionen einzusparen. Durch den starken Preisverfall der letzten Jahre haben sich d ie Stromgestehungskosten bei Photovoltaik so stark gesenkt, dass die Stromgestehungskosten weit unter den Haushaltsstromtarifen liegen und Eigenverbrauch die wirtschaftlichste Option bietet. Der nicht genutzte Überschussstrom kann eingespeist und durch das EEG vergütet werden. Abhä ngig vom Lastprofil (z.B. unter Beachtung von Wärmepumpe / Elektromobilität / Batteriespeiche r), wird die Anlage dimensioniert. Der Eigenverbrauchsanteil bei einer klassischen Einfami lienhausstruktur liegt bei i.d.R. ca. 30 Prozent. Mit Speicher liegt der Eigenverbrauchsante il bei ca. 60 bis 70 Prozent. Vielen Hauseigentümern fehlt jedoch das Wissen über die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen, sodass die Ausbauquote weiterhin auf niedrigem Nive au liegt. Um den Anteil der Photovoltaik im privaten Wohngebäudebestand zu erhöhen, sollten meh rere Angebote im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit geschaffen werden und über ei nen mehrjährigen Zeitraum umgesetzt werden. Um räumlich fokussiert die Zielgruppen anzusprechen wird empfohlen, sogenannte „Solare Eignungsgebiete“ im Stadtgebiet zu ermitteln. Dabei werden mittels statistischer Daten sowie des Landessolardachkatasters Bereiche im Stadtgebiet mi t einem hohen Anteil selbstgenutzter Wohnimmobilien, Eigentümer mit überdurchschnittlich em Einkommen und gut geeigneten Dachflächen zur Umsetzung gebietsspezifischer Motiv ations- und Beratungskampagnen identifiziert. Zum einen ist die Fortführung der Vor-Ort Beratunge n ggf. in Kooperation mit der Verbraucherzentrale von besonderer Bedeutung. Auch diese sollten schwerpunktmäßig bzw. als konzentrierte Aktionen in den solaren Eignungsgebie ten durchgeführt werden. Zu den Maßnahmen gehören ebenfalls eine Veranstaltu ngsreihe zur neutralen Orientierung mit Praxisberichten u.a. zu Photovoltaik und Gründach, Speicherung und E-Mobilität. Ebenso kann eine Solarmesse zur Präsentation von Ha ndwerksbetrieben in mehreren Stadtteilen angeboten werden, um einen besseren Überblick über die Anbieter zu verschaffen. Handlungsschritte zur Umsetzung • Austausch mit den relevanten Akteuren über Bedarfe und Struktur • Aufbau der Angebote • Umsetzung • Monitoring und Anpassung Ziel der Maßnahme Treibhausgasminderung durch den Ersatz konventionel len Stroms durch Photovoltaik Ausgangslage in Köln Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, so da ss hier große Treibhausgaseinsparungen erzielt werden können Geeignet aufgrund der Vielzahl von Dachflächen im S tadtgebiet und der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 49 Flankierende Maßnahmen Koordinationsstelle Photovoltaik-Ausbau , Photovolt aikkampagne für Privathaushalte und Unternehmen Durchführungszeitraum: 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, RheinEnergie AG, Verbraucherzentrale, Kreishandwerkerschaft Private Hauseigentümer Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Annahm e: Errichtung von zusätzlichen 200 x 5 - kWp–Anlagen pro Jahr= 456 t THG - Einsparung Umsetzbarkeit der Maßnahme Gute Umsetzbarkeit, da Flächen zur Verfügung stehen, Wirtschaftlichkeit und etablierte Technologie Einmalige Kosten Kosten für Öffentlichkeitsarbeit: Kampagnenentwicklung durch eine Agentur und Kampagnenmaterial abhängig vom gewünschten Umfang und räumlicher Ausdehnung sowie ggf. Kosten für Berater vor Ort 40.000 bis 120.000 € Laufende Kosten Laufende Kosten für Öffentlichke itsarbeit Personalaufwand Aufwand für Konzeptionierung und Aufbau: 20 Arbeitstage. Aufwand für Umsetzung der Kampagne: 1 AT pro Woche. Nutzen-Aufwand-Relation Durch Wirtschaftlic hkeit der PV im EFH -Segment besteht hohe Erfolgswahrscheinlichkeit bei begrenztem Aufwand Positive Zusatzeffekte Steigerung der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, Multiplikatoreffekte (z.B. in der Nachbarschaft) Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Entwicklung PV-Ausbau auf Dachflächen (Anlagenzahl und installierte Leistung) Erhebung: Zu Indikator 1: Auswertung des PV- Anlagenzubaus zur groben Orientierung Zu Indikator 1: Anfrage bei ei nzelnen Solarteuren und RheinEnergie AG bzgl. Nachfrage KölnKlimaAktiv 2022 50 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Photovoltaik/ Nr. 5. 3 Photovoltaik im Gewerbe Kurzbeschreibung Die RheinEnergie AG bietet Kunden bereits eine kost enlose Erstberatung zur Nutzung von Photovoltaik. Um den Anteil der Photovoltaik-Anlage n weiter zu erhöhen, wird empfohlen, die Öffentlichkeitsarbeit für Photovoltaik weiter zu st ärken und im Rahmen von gewerbegebietsbezogenen Beratungsaktionen einen noc h höheren Anteil umsetzungswilliger Unternehmen zu finden, die ihren Strombedarf über P hotovoltaik decken wollen. Dabei profitieren die Unternehmen von der Photovoltaik ni cht nur durch die Wirtschaftlichkeit, sondern auch von einem guten Image für Ihr Unterneh men. Die Wirtschaftlichkeit ist allerdings immer im Einzelfall zu prüfen. Auf den zumeist vorzufindenden Flachdächern lassen sich durch Aufständerung der Module unter Prüfung der Statik und bei gutem Zustand der Dachflächen PV-Anlagen optimal errichten. Die Aufständerung führt zu einer guten Hinterlüftun g und damit guten Nutzungsgraden. Bei dem Angebot von allgemeiner Öffentlichkeitsarbe it und der Durchführung konkreter Beratungsaktionen in Gewerbegebieten mit einer pote nziell hohen Anzahl geeigneter Unternehmen sollten die Vorteile und Nachteile über sichtlich zusammengestellt und in Form einer Checkliste auch von den Unternehmen selbst ge prüft werden können. Für Unternehmen wird das Thema Elektromobilität in der Dienstwagenflotte immer wichtiger. Auch hier sind konkrete Informations- und Beratungs angebote für die Unternehmen zu schaffen, um mittels Photovoltaiknutzung die Elektromobilität umweltfreundlich zu machen. Bei der Auswahl der Gewerbegebiete sollte die Eignu ng der Dachflächen anhand des landesweiten Solardachkatasters sowie die Eigentüme rschaft (möglichst selbstgenutzte Immobilien) vorab geprüft werden. Handlungsschritte zur Umsetzung • Austausch mit den relevanten Akteuren über Bedarfe und Struktur • Aufbau der Angebote • Umsetzung in den Gewerbegebieten • Monitoring und Anpassung Ziel der Maßnahme Treibhausgasminderung durch den Ersatz konventionel len Stroms durch Photovoltaik Ausgangslage in Köln Der Emissionsfaktor für Strom ist besonders hoch, s odass hier große Treibhausgaseinsparungen erzielt werden können. Die Vielzahl von Dachflächen im Stadtgebiet und die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik bieten eine gute Ausgangslage. Flankierende Maßnahmen Koordinationsstelle für Photovoltaik KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 51 Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für Wirtschaftsförderung, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, RheinEnergie AG, Kreishandwerkerschaft, Industrie- und Handelskammer Gewerbebetriebe mit eigenen Liegenschaften Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Aufgrund der großen Unterschiede bei den Anlagegrößen ist eine seriöse Quantifizierung kaum möglich. Unter der Annahme, dass 40 neue Anlagen pro Jahr errichtet werden bei einer angenommenen Größe von 50 kWp kann eine THG-Reduktion um ca. 910 t TGH/a erzielt werden. Umsetzbarkeit der Maßnahme Einfache Umsetzbarkeit, da nur die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden muss. Beratungsangebote bestehen bereits. Einmalige Kosten Kosten für Öffentlichkeitsarbeit. Kampagnenentwicklung durch eine Agentur und Kosten für Kampagnenmaterial abhängig vom gewünschten Umfang (10.000 bis 40.000 €). Laufende Kosten Kosten für Quartiers -Beratungen: 200 Beratungen pro Jahr à 4 Stunden= 80.000 € zzgl. Kosten für Konzeption Personalaufwand 0,5 Arbeitstage pro Woche, d.h. 25 Arbeitstage pro Jahr; Am Anfang höherer Aufwand für Organisation und Abstimmung sowie Vorbereitung: 20-30 Arbeitstage Nutzen-Aufwand-Relation Gute Relation aufgrund großer installierbarer kWp i m Vergleich zu EFH-Anlagen Positive Zusatzeffekte Verringerung der Stromko stenbelastung für Unternehmen; positive Imagewirkung für Unternehmen Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Entwicklung PV-Ausbau auf Dachflächen (Anlagenzahl und installierte Leistung) Erhebung: Zu Indikator 1: Auswertung des PV-Anlage nzubaus in den Gewerbegebieten Zu Indikator 1: Anfrage bei einzelnen Solarteuren und RheinEnergie AG bzgl. Nachfrage KölnKlimaAktiv 2022 52 | Gertec, Wuppertal Institut 5.6 Handlungsfeld Suffizienz Mittel- bis langfristig bedarf es eines ressourcenschonenderen Lebensstils der Bürgerschaft, um die ambitionierten Klimaschutzziele erreichen zu können. Einzelne Maßnahmen werden hierzu im vorliegenden Konzept empfohlen. Dabei soll zunächst der Fokus auf der Erarbeitung einer Strategie für die Stadtverwaltung liegen und im nächsten Schritt die Umsetzung von konkreten Maßnahmen (s. Themenspeicher) folgen. Die bereits existierenden privaten Kölner Initiativen rund um das Thema Suffizienz sollen bei der Entwicklung eng eingebunden werden. Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 1 Erarbeitung einer Suffizienzstrategie Kurzbeschreibung Suffizienz bzw. die Förderung eines klima- und ress ourcenschonenden Verhaltens kann durch die Stadt unterstützt werden. Die Bürger treffen Entsch eidungen über ihr Verhalten selbst; Anpassungen des Lebensstils fallen von Mensch zu Me nsch unterschiedlich stark aus. Die Stadtverwaltung und Initiativen können Menschen jed och Wege aufzeigen und Verhaltensänderungen durch Angebote erleichtern und damit den Weg zu einem ressourcenschonenderen Leben ebnen. Dabei muss ein energie- und ressourcensparender Lebensstil nach bisherigen Erkenntnissen insbesonde re in Städten eine enorme Rolle spielen, um die langfristigen Klimaschutzziele erreichen zu kön nen. Suffizienz ist bislang in der Stadtverwaltung nicht als Arbeitsfeld behandelt worden, erste Forschungsprojekte wurden dazu beantragt. Um zunächst eine Strategie für die eigenen Handlung smöglichkeiten als Stadtverwaltung zu gewinnen, wird empfohlen, vorab eine Suffizienzstra tegie zu erarbeiten. Diese bietet Orientierung in welchen Sektoren und wie suffizientes Verhalten möglich ist und mittels eines politischen Beschlusses auch Rückhalt bei der Umsetzung. Als Be ispiel sei hier die Stadt Münster genannt, die bereits eine Suffizienzstrategie erarbeitet und dabei die Themenfelder Konsum und Ernährung, Mobilität, Wohnen und Energie betrachtet hat. Zu den Handlungsstrategien gehören die Reduktion, die Substitution und die Anpassung g esellschaftlicher Normen. Aufgrund des notwendigen gesellschaftlichen Kulturw andels sollte die Erarbeitung der Suffizienzstrategie u.a. unter einer breiten Akteur sbeteiligung erfolgen, z.B. mit Akteuren der Kommunikation/Medien und aus dem Bereich Bildung. Handlungsschritte zur Umsetzung • Ausschreibung und Erarbeitung der Suffizienzstrateg ie • Aufbau und Bekanntmachung der Angebote • Umsetzung • Monitoring und Anpassung Ziel der Maßnahme Schaffung der strategischen Grundlage für die Initi ierung von Suffizienzmaßnahmen bis 2030 KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 53 Ausgangslage in Köln Durch verschiedene bereits vorhandene Kölner Initia tiven und Projekte ist eine gute Basis für die ergänzenden Projekte der Stadt Köln gegeben. Ein Au stausch und die Kooperation können eine noch größere Breitenwirkung erzielen. Flankierende Maßnahmen Konkrete Maßnahmen wie eine stadtteilbezogene Kampa gne mit Informationen zu lokalen Suffizienzanbietern, eine mobile Ausstellung zur In formation für Bürger an öffentlichen Orten , klimaneutrale Veranstaltungen und klimaoptimiertes Essen in öffentlichen Einrichtungen Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Stadt Köln – Koordinationsstelle Klimaschutz, weitere Ämter Bürgerinnen und Bürger, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Keine direkte THG -Minderung quantifizierbar. Jeder BRD-Bürger verursacht jedoch laut BMU 3 1,75 t THG/a für Ernährung und Konsum. Das würde pauschal für Köln mit 1,08 Mio. Einwohnern Emissionen in Höhe von 1,9 Millionen t THG/a bedeuten. Wenn davon 5% einspart würden, könnten 94.925 t THG/a der derzeitigen THG-Emissionen aus Strom (oder Strom und Wärme) reduziert werden. Der Sektor Ernährung und Konsum wird in der gesamtstädtischen THG-Bilanz aber nicht berücksichtigt, er ist nur in Teilen in den Sektore n Privathaushalte, Gewerbe und Industrie enthalten. Umsetzbarkeit der Maßnahme Gute Umsetzbarkeit durch zentrale Initiierung. Einmalige Kosten Kosten für die Erarbeitung einer Suffizienzstrategi e bei externer Vergabe bis 80.000 € Laufende Kosten Keine Personalaufwand 20 -30 Arbeitstage pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Langfristiger Nutzen bei begrenztem Aufwand in Erstellungsphase Positive Zusatzeffekte Wirkung über anschließende Maßnahmenumsetzung – – –– 3 s. https://www.bmu.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen-tourismus/produkte-und-konsum/produktbereiche/konsum- und-ernaehrung/ KölnKlimaAktiv 2022 54 | Gertec, Wuppertal Institut Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Strategieerstellung umgesetzt 2. Strategie als Prüf-Element bei Entscheidungen gefestigt Erhebung: Zu Indikator 1: Beschlussauswertung über Umgang mit Strategie Zu Indikator 2: Stichprobenhafte Überprüfung, ob die Strategie bei Entscheidungen berücksichtigt wurde. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 55 5.7 Handlungsfeld Mobilität Im Handlungsfeld Mobilität wird – ergänzend zu den bereits durch das Verkehrsdezernat geplanten Maßnahmen – ein Schwerpunkt auf Maßnahmen der Kommunikation und der Anreize für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten gelegt. Hierzu zählt die Förderung von Betrieblichem Mobilitätsmanagement (BMM), mit dem Arbeitgeber die Bedingungen ihrer Beschäftigten verbessern, klimaschonend zur Arbeit zu kommen und ihre dienstliche Mobilität nachhaltig gestalten. Mit einer Maßnahme zur nachhaltigen Mobilität in der Stadtverwaltung werden ähnliche Instrumente auch in der Stadtverwaltung umgesetzt. Ein CO 2-Monitoring erhebt die Reduktionswirkungen aller mobilitätsbezogenen Maßnahmen der Stadt Köln und nutzt die Ergebnisse zur Nachsteuerung von Projekten und Maßnahmen. Maßnahmen der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit vermitteln bestehende und neue Möglichkeiten der klimaschonenden Mobilität an die Bürgerinnen und Bürger. Mobilitäts-Aktivitäten des Smart City-Prozesses sollen durch eine Koordination „Smart Mobility“ gebündelt und vorangebracht werden. Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 1 Betriebliches Mobilitätsmanagement Betriebliches Mobilitätsmanagement ist eine Strateg ie zur effizienten und nachhaltigen Organisation von Verkehren und zur Beeinflussung de s individuellen Mobilitätsverhaltens. Da die Mobilitätsbedarfe und –bedürfnisse je nach Ziel gruppe und Wegezweck unterschiedlich sind, wird Mobilitätsmanagement zielgruppenspezifisch aus gestaltet. Erfolgreiches Mobilitätsmanagement setzt an Verkehrszielen an und ist dort organisatorisch verankert – etwa in Betrieben, Schulen, Freizeiteinrichtungen, Einka ufszentren u.a. Diese Maßnahme fokussiert zum einen auf der Fortset zung beziehungsweise Vertiefung bestehender Ansätze und der Umsetzung/Etablierung v on betrieblichem Mobilitätsmanagement (BMM) wo des noch nicht erfolgt. Dies umfasst die G estaltung aller im Kontext eines Betriebs anfallenden Verkehre: Die Mitarbeitermobilität, Die nstfahrten, Kunden-, Besucher- und Lieferverkehre. Zudem umfasst es den betrieblichen Fuhrpark einschließlich persönlicher Dienstwagen. Maßnahmen sind u.a. Mobilitätstage, fi nanzielle Vorteile durch die Förderung von persönlichen Diensträdern und Jobtickets, Parkraumb ewirtschaftung, die Förderung von Fahrgemeinschaften, der Einsatz von E-Fahrzeugen in der Flotte, die Reduzierung oder nachhaltige Auswahl persönlicher Dienstwagen. Obwohl Studien gezeigt haben, dass BMM nicht nur ök ologische Vorteile hat, sondern auch Unternehmen und Mitarbeiter durch bessere Fitness u nd Gesundheit, höhere Arbeitszufriedenheit und Kosteneinsparungen profiti eren, wird BMM nur von wenigen Unternehmen umgesetzt. Grund hierfür sind fehlende Kenntnisse über die Vorteile und der Mangel an Umsetzungserfahrungen, da die Beschäftigu ng mit Mobilität in der Regel nicht zum Kerngeschäft gehört. Ein Angebot mit integrierter I nformation, Analyse und Beratung zur Maßnahmenumsetzung kann dazu beitragen, BMM in Betr ieben umzusetzen, wie verschiedene good practices zeigen (etwa das Bundesprojekt „effi zient mobil“ sowie die kommunale Unterstützung von BMM in München). Besonders sinnvo ll ist dabei eine quartiersorientierte Herangehensweise, da dann in Zusammenarbeit mit wei teren Akteuren wie Quartiersmanagern, der städtischen Verkehrsplanung, der KVB oder Carsh aring-Anbietern flankierend infrastrukturelle Maßnahmen oder Mobilitätsdienstle istungen den Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden können. KölnKlimaAktiv 2022 56 | Gertec, Wuppertal Institut Die Maßnahme umfasst die Schaffung der Stelle eines eigenen Mobilitätsmanagers oder einer Mobilitätsmanagerin bei der Koordinationsstelle Kli maschutz, der oder die jährlich etwa fünf Unternehmen in der Stadt Köln, idealerweise im räum lichen Kontext in einigen Quartiers- Clustern, umfassend bei der Umsetzung eines Mobilit ätsmanagements begleitet. Handlungsschritte zur Umsetzung • Schaffung einer Stelle für Mobilitätsmanagement (St ellenumfang 0,5) • Erarbeitung eines Konzepts für Betriebliches Mobili tätsmanagement in Köln • Umsetzung: a) Unternehmensansprache b) Beratung zu Maßnahmen in den Feldern Beschäftigtenmobilität, Dienstreisen, Fuhrpark in 5 Kölner Betrieben pro Jahr • c) Umsetzungsbegleitung • Prozess-Monitoring und Wirkungsevaluation Ziel der Maßnahme Durch betriebliches Mobilitätsmanagement sowie Komm unikationsmaßnahmen für nachhaltige Mobilität wird die Verlagerung von Verkehren auf de n Umweltverbund sowie der Einsatz effizienterer und klimaschonenderer Fahrzeuge beför dert; daneben werden weitere ökonomische, soziale und ökologische Vorteile für Unternehmen un dMitarbeitende, Städte und Quartiere, Umwelt und Gesellschaft erzielt und ein Beitrag zu weniger motorisiertem Individualverkehr, zur Kosteneinsparung und Mitarbeiterzufriedenheit gelei stet. Ausgangslage in Köln In der Stadt Köln wurden bereits einzelne Kampagnen (etwa der KVB) und verkehrsträger- spezifische Kommunikationsformate (etwa zum Radverk ehr) umgesetzt. Ein Konzept für eine kommunale Unterstützung und Beratung von in Köln an sässigen Unternehmen zu Betrieblichem Mobilitätsmanagement ist noch zu entwickeln. Flankierende Maßnahmen Nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung; Kommu nikation zur nachhaltigen Mobilität Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Dezernat VIII , KVB, VRS, NVR, IHK, Kommunikationsagentur, Mobilitätsberater In Köln ansässige Unte rnehmen und deren Beschäftigte Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Unter der Annahme, dass jährlich 5 Betriebe mit je 1000 Beschäftigten beraten werden und dort jeweils 5% de r Mitarbeiter vom MIV auf Rad und ÖV umsteigen, könne n bei durchschnittlichen Wegelängen von rund 17,7 Kilometern für Arbeitswege (MiD 2006) 1,9 Mio. Personenkilometer verlagert werden und 395 t CO 2 eingespart werden. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 57 Umsetzbarkeit der Maßnahme Voraussichtlich g ut umsetzbar, da erste Überlegungen in der Verwaltung schon erfolgt sind Einmalige Kosten Keine Laufende Kosten Honorarkosten für externe Beratung und Umsetzung im Umfang von geschätzt 30.000 Euro Erstellung von Kommunikations- und Aktionsmaterial, im Umfang von etwa 20.000 € / Jahr, Personalaufwand 0,5 Person en / Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Hoch Positive Zusatzeffekte Nachhaltige betriebliches Mobilitätsgestaltung wirkt sich neben der CO 2–Einsparung positiv auf Schadstoffe, Lärm und Lebensqualität aus, Rad- und Fußverkehr fördert die Gesundheit. Zudem sind Multiplikatoreffekte auf das private Mobilitätsverhalten zu erwarten Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Anzahl der teilnehmenden Betriebe an BMM/Jahr 2. Umfang der Veränderung des Mobilitätsverhaltens: Mitarbeitermobilität (Weg zur Arbeit), Dienstreisen; jeweils vor und nach Maßnahmenumsetzung 3. Wahrnehmung Kommunikationsaktivitäten: Anzahl Besuche Website, Anzahl Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Aktionen Er hebung: Zu Indikator 1: Daten zur Anzahl der teilnehmenden Betriebe Zu Indikator 2: (Online-)Befragung in teilnehmenden Betrieben (ex ante und ex post) Zu Indikator 3: Auswertung Web-Traffic, Zählung bei Veranstaltungen KölnKlimaAktiv 2022 58 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 2 Nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung Kurzbeschreibung Mit einem Mobilitätsmanagement in der Stadtverwaltu ng in den Bereichen Mitarbeitermobilität, Dienstreisen/-gänge, Fuhrpark und Besucherverkehr w ird ein ganzheitliches Konzept für eine nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung entwic kelt und umgesetzt. Als einer der größten Betriebe der Stadt Köln ist d ie Stadtverwaltung ein relevanter Hebel, um Maßnahmen des Mobilitätsmanagements mit gesamtstädt ischer Wirkung umzusetzen. Zugleich trägt die Maßnahme dazu bei, die Stadtverwaltung al s Akteurin zu etablieren, die mit einem guten Beispiel die Verkehrswende mitgestaltet. Aufg rund der öffentlichen Vorbildfunktion und einer guten Sichtbarkeit im öffentlichen Raum kann damit auch eine Multiplikatorfunktion erreicht werden. Ein integriertes Konzept zum kommunalen Mobilitätsm anagement umfasst alle Bereiche, in denen die Stadtverwaltung Verkehr erzeugt. In der M itarbeitermobilität wirken Anreize wie ein deutlich vergünstigtes Jobticket und ein geförderte s Jobrad sowie neue Regeln in der Parkraumbewirtschaftung zusammen mit individueller Information und Beratung darauf hin, Mitarbeitende auf dem Weg zur Arbeit für nachhaltig e Alternativen zum Auto zu gewinnen. Die Regeln für dienstliche Fahrten werden so geände rt, dass die Nutzung privater Fahrzeuge nicht mehr gefördert / erstattet wird. Stattdessen wird ein ämterübergreifender, standortbezogener Fahrzeugpool nachhaltiger Flotten fahrzeuge (vorzugsweise mit E- Fahrzeugen) aufgebaut, der für dienstliche Fahrten genutzt wird. Damit werden nicht nur die spezifischen Emissionen je Fahrt vermindert, sonder n es wird auch der Anreiz reduziert, mit dem eigenen Fahrzeug zur Arbeit zu kommen. Eine kosteng ünstige Mobilitätskarte mit umfassenden Funktionen ermöglicht den Mitarbeitern und Mitarbei terinnen die Nutzung des ÖV (Jobticket), des kommunalen Fahrzeugpools sowie verschiedener Ca r-/Bike-Sharing-Angebote. Zur Umsetzung und Begleitung der Maßnahmen und Proz esse und die Koordination flankierender Aktivitäten wird ein Mobilitätsmanage r oder eine Mobilitätsmanagerin eingesetzt. Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle • Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer umfassenden Befragung der Beschäftigten der Kölner Stadtverwaltung zu ihrem M obilitätsverhalten auf dem Weg zur Arbeitsstelle • Schaffung der Stelle eines kommunalen Mobilitätsman agers oder einer Mobilitätsmanagerin • Erhebung und Auswertung der Nutzung der Fuhrparke d er Stadtverwaltung (eingesetzte Fahrzeuge, zurückgelegte Distanzen, relevante Ziele , Nutzungshäufigkeit der Fahrzeuge, Energieverbräuche und Energiekosten der Fahrzeuge.. .) • Ggf. Ausweitung dieser Befragung auf den Konzern St adt oder Teile des Konzerns Stadt • Entwicklung eines Konzepts nachhaltiger Mobilität i n der Stadtverwaltung, ggf Rollout auf den Konzern Stadt • Umsetzung des Konzeptes: Gestaltung neuer Leitlinie n für Mitarbeitermobilität, Fuhrpark, Dienstreisen; Umsetzung der Anreizsysteme (u.a. Zus chuss zum Jobticket), und Kommunikationsaktivitäten Ziel der Maßnahme Die Maßnahme zielt darauf ab, die Mobilität der Sta dtverwaltung (Berufsverkehre derMitarbeitenden, dienstliche Mobilität sowie die Ausstattung des Fuhrparks) nachhaltig zu organisieren und Verhaltensänderungen zu erwirken. Auf diese Weise werden sowohl durch die KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 59 Verlagerung auf klimafreundliche Verkehrsmittel als auch durch emissionsärmere Fahrzeuge Treibhausgasemissionen eingespart. Ausgangslage in Köln Erste Ansätze eines Mobilitätsmanagements in der St adtverwaltung bestehen bereits, oftmals jedoch noch dezentral organisiert: Es gibt das Ange bot eines Jobtickets, zudem wird der Fuhrpark sukzessive modernisiert, ist aber nach wie vor auf die Ämter aufgeteilt und weitgehend mit konventionellen Fahrzeugen ausgestattet. Teilau fgaben des Mobilitätsmanagements werden aktuell durch die KVB übernommen – die KVB bewirbt und informiert über Jobtickets, ihr Fahrradverleihsystem sowie Car-Sharing-Angebote; ei n konsistentes Gesamtkonzept sowie eine Koordination aller Aktivitäten besteht jedoch noch nicht. Im Green City Masterplan ist eine Maßnahme zur Förderung des Mobilitätsmanagement mit Schaffung einer Referentenstelle vorgesehen, die sich jedoch nicht auf das Mobilität smanagement in der Stadtverwaltung selbst, sondern in allen Unternehmen in Köln bezieht. Zudem widmet sich das Klimaschutzteilkonzept Verkeh r für die Stadt Köln aus dem Jahr 2012 in einem eigenen Kapitel dem Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung. Es ist für ausgesuchte Verwaltungsstandorte in verschiedenen stadträumlich en Lagen und verschiedenen MIV- und ÖV-Anbindungsqualitäten der Status Quo der Beschäft igtenmobilität erhoben und Maßnahmen zur klimaschonenden betrieblichen Mobilität einschl ießlich einer Abschätzung der jeweils mit der Maßnahmenumsetzung verbundenen möglichen CO2-Minder ungswirkung entwickelt worden. Flankierende Maßnahmen Die Verbesserung der Infrastruktur und der Verkehrs angebote insbesondere für den Radverkehr und den ÖPNV unterstützen die Umsetzung des Mobilit ätsmanagements. Die ebenfalls in diesem Konzept vorgeschlagene Maßn ahme zum betrieblichen Mobilitätsmanagement ist in ihrer inhaltlichen Stru ktur ähnlich aufgebaut, hier können Synergien entstehen, in dem die Umsetzung in der St adtverwaltung als „Good-practice-Beispiel“ für andere Unternehmen entwickelt wird. Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Dezernat I, Dezernat VIII, KVB, VRS, Personal- und Verwaltungsmanagement, AWB Stadtverwaltung, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, ggf. bei Rollout Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Konzern Stadt KölnKlimaAktiv 2022 60 | Gertec, Wuppertal Institut Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Annahme Mitarbeitermobil ität : bei 17.000 Mitarbeitern verlagern 2,5% ihren Weg zur Arbeit von MIV zu glei chen Teilen auf ÖV und Rad, bei durchschnittlichen Arbeitswegelängen von 17,7 Kilometern (nach MiD) entspricht dies rund 3,25 Mio Personenkilometern; d amit werden 670t CO 2 eingespart Annahme Fuhrpark: durch den Ersatz von 10 Bestandsfahrzeugen mit Verbrennungsmotor durch E- Fahrzeuge werden bei einer Fahrleistung in Höhe von 15.000 km/Jahr und dem Betrieb mit Ökostrom 22,5 t CO 2/Jahr eingespart. Umsetzbarkeit der Maßnahme Da es sich um eine interne Maßnahme handelt besteht kein Konfliktpotenzial mit externen Akteuren; ggf. Konflikte mit einzelnen Ämtern wegen Zusammenlegung von Fuhrparks möglich. Ein weiterer möglicher Hinderungsgrund sind die Kosten. Einmalige Kosten Sukzes sive Fuhrparkumstellung : 10 Fzg/Jahr bei Mehrkosten gegenüber konventionellen Fahrzeugen von 5000 € nach Förderung (insgesamt 50.000 €); da dies im Rahmen der üblichen Fahrzeugersatzbeschaffung stattfindet, müssen über die Mehrkosten hinaus kein e weiteren Investitionsmittel verfügbar gemacht werde n. Die höheren Anschaffungskosten von E-Fahrzeugen werden kompensiert durch geringere Laufende Kosten (ab einer Fahrleistung bei Kleinwagen von rund 12.0 00 km/a, bei Kompaktwagen rund 18.000 km/a). Investitionen für Fahrradförderung (z. B. Abstellanlagen): 30.000 € Laufende Kosten Mitarbeitermobilität: Kombinierte Nutzung des Jobtickets mit weiteren Mobilitätsangeboten wie Car - Sharing: 10.000 €/a; Fuhrpark: Abhängig von Fahrzeugtyp, Annahme der Reduzierung um 10.000 € Laufende Kosten p.a. gegenüber der Kostenerstattung für Dienstfahrten mit Privat-Pkw Personalaufwand 0,5 Personen pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Hoch Positive Zusatzeffekte Vorbildfunktion der Stadtverwaltung, Motivation und Gesundheit der Mitarbeiter, Lerneffekte für die Förderung der Umsetzung von Betrieblichem Mobilitätsmanagement in Unternehmen, Multiplikatoreffekte (z.B. auf privates Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter) Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Modal Split der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Beschäftigtenverkehr 2. Anteil E-Fahrzeuge im Fuhrpark, durchschnittliche spezifische CO 2- Fahrzeugemissionen des konventionellen Fuhrparks, Strommix E-Fahrzeuge Erh ebung: 1. Ex-Ante und Ex-Post Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterbefragung 2. Daten des Fuhrparkmanagements KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 61 Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 3 CO 2-Monitoring von Maßnahmen im Verkehrsbereich Kurzbeschreibung Für die in Köln, beispielsweise im Rahmen des Green City-Masterplans oder des Luftreinhalteplans bereits in Umsetzung befindliche n oder geplanten verkehrlichen Klimaschutzmaßnahmen wird ein Monitoring-Konzept zu r Ermittlung der CO2-Einsparungen entwickelt und angewendet. Um die Wirksamkeit der M aßnahmen hinsichtlich ihrer CO2- Einsparungen abschätzen und bei Bedarf Fehlentwickl ungen entgegensteuern zu können, werden für die relevanten Maßnahmen Indikatorensets und Vo rgehensweisen zur Erhebung und Auswertung dieser Indikatorensets entwickelt. Insbe sondere können hierbei folgende Datenquellen und Erhebungen zum Einsatz kommen: MIV und Straßengüterverkehr: Anhand der Entwicklung des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) und Straßengüterverkehrs k ann die Stadt Köln Rückschlüsse auf die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen in diesen Handlungsfeld ern ziehen. Dabei kann sie zum einen auf Daten zurückgreifen, die vom Landesbetrieb Straßenb au Nordrhein-Westfalen flächendeckend im Fünf-Jahres-Rhythmus erhoben werden (Pkw sowie l eichte und schwere Nutzfahrzeuge). Die Stadt Köln kann diese durch zusätzliche Zählungen i m Netz der Gemeindestraßen ergänzen. So kann die Verkehrsleistung im Stadtgebiet zu verschi edenen Zeitpunkten verglichen und Rückschlüsse zur Wirksamkeit durchgeführter Maßnahm en gezogen werden. ÖPNV und SPNV: Zur Untersuchung der Wirkung von Maßnahmen zur ver stärkten Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind Fahrgastzählungen und Fahrgastbefragungen die effizienteste Erhebungsmethode. Anhand der Zählungen und Befragun gen können die Auswirkungen der Maßnahmen räumlich differenziert abgebildet werden . Ergänzend liefern die Ergebnisse wertvolle Hinweise, an welcher Stelle im SPNV- und ÖPNV-Angebot noch Handlungsbedarf besteht und nachgebessert werden könnte oder sollte . Entsprechende Befragungen, auf deren Ergebnissen aufgebaut werden könnte, werden bereits regelmäßig vom Verkehrsverbund Rhein- Sieg durchgeführt. Zudem kann eine Befragung von Ni cht-Nutzern des SPNV und ÖPNV für die Identifizierung von Schwächen im bestehenden Angebo t zielführend sein. Rad- und Fußverkehr: Zum Monitoring von Rad- und Fußverkehr sind Hausha ltsbefragungen eine sinnvolle Erhebungsmethode. Vergleichbar dem Ö V können auch für den Fuß- und Radverkehr Hemmnisse identifiziert und zielgerichte te Maßnahmen zum Abbau dieser Hemmnisse entwickelt werden. Fahrzeugtechnische Maßnahmen: Unterstützt die Stadt die Verbreitung beispielswei se elektrisch betriebener Fahrzeuge, dann lässt sich d ie Wirkung der Förderaktivitäten anhand der Entwicklung der Zulassungszahlen für die entspreche nden Fahrzeuge in Köln ermitteln (Daten der Zulassungsbehörde). Des Weiteren wird an dieser Stelle auf das Klimaschutzteilkonzept Verkehr für Köln aus dem Jahr 2012 und das Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung für 100% Klimaschutzkommunen hingewiesen. Beide Arbeiten benennen relevante Daten, Datenquellen, Wege der Erhebung un d gängige Monitoring-Tools. KölnKlimaAktiv 2022 62 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle Klimaschutz • Festlegung der zu betrachtenden Maßnahmen in enger Absprache mit den für die Umsetzung zuständigen Fachabteilungen innerhalb der Kölner Ve rwaltung • Entwicklung von für das Monitoring geeigneten maßna hmenspezifischen Indikatoren (beispielsw eise Entwicklung des Modal Splits, Entwicklung der Zahl der in Köln zugelassenen Fahrzeuge, Entwicklung der Verkehrssicherheit, Entw icklung durchschnittlicher Wegelängen...) • Entwicklung eines Erhebungsdesigns • Erhebung der Indikatoren in enger Abstimmung mit de n zuständigen Fachplanungen • Auswertung der Indikatoren in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachplanungen • Kommunikation der Ergebnisse gegenüber den zuständi gen Fachplanungen Ziel der Maßnahme Das Ziel dieser Maßnahme ist es, durch ein kontinui erliches Monitoring der Umsetzung verkehrlicher Klimaschutzmaßnahmen die CO2-Minderun gswirkung von in Köln umgesetzten Maßnahmen im Mobilitätsbereich sicherzustellen. Zud em kann ein kontinuierliches Monitoring der Umsetzung verkehrlicher Klimaschutzmaßnahmen da zu beitragen, Fehlentwicklungen frühzeitig zu identifizieren und zeitnahes Gegenste uern ermöglichen. Ausgangslage in Köln Bisher fällt das Monitoring verkehrlicher (Klimasch utz)Maßnahmen in die Zuständigkeit der Fachplanungen, die auch für die Initiierung und Ums etzung der Maßnahmen zuständig sind. Zu einer Vielzahl von Maßnahmen gibt es bislang kein C O 2-Monitoring Flankierende Maßnahmen Hier ist die Schaffung eines Formates zur Sicherste llung eines kontinuierlichen fachlichen Austausches zwischen der Koordinationsstelle Klimas chutz und den umsetzungsrelevanten Abteilungen der Kölner Verwaltung sinnvoll. Dies ka nn beispielsweise ein Jour fixe oder ein sich regelmäßig austauschender Arbeitskreis sein. Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, für die Umsetzung verkehrlicher Maßnahmen zuständige Fachabteilungen innerhalb der Stadtverwaltung Für die Umsetzung verkehrlicher Maßnahmen zuständige Fachabteilungen innerhalb der Stadtverwaltung Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Eine direkte Minderung verkehrsbeding ter CO 2- Emissionen ist mit der Umsetzung dieser Maßnahme nicht verbunden. Umsetzbarkeit der Maßnahme Die Umsetzung der Maßnahme soll von der Koordinationsstelle Klimaschutz federführend gewährleistet werden, sodass keine zusätzliche Arbeitsbelastung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verkehrsdezernates entsteht. Daher wird die Umsetzbarkeit als hoch eingeschätzt. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 63 Einmalige Kosten Diese entstehen durch die Erhebung relevanter Daten beispielsweise im Rahmen einer Befragung der Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Mobilitätsverhalten und sind abhängig von Art und Umfang der Erhebung (es werden beispielsweise Daten für die Gesamtstadt für Teilräume erhoben). Laufende Kosten Siehe Einmalige Kosten Personalaufwand 1 Person pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Sehr hoch Positive Zusatzeffekte Innerhalb der Verwaltung kann diese Maßnahme durch die klare Zuweisung von Zuständigkeiten und Aufgaben zu einer Optimierung der Einbindung der Koordinationsstelle in die Arbeit des Verkehrsdezernates beitragen. Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für da s Monitoring Indikatoren: 1. Anzahl der Maßnahmen für die ein Monitoring erfolgt / nicht erfolgt ist 2. Umfang der Entwicklung und Umsetzung von Modifizierungen für laufende Maßnahmen Erhebung: Zu Indikator 1 und 2: (Online-) Erhebungsbogen, je Maßnahme auszufüllen durch Verkehrsdezernat KölnKlimaAktiv 2022 64 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 4 Kommunikation zur nachhaltigen Mobilität Kurzbeschreibung Im Rahmen dieser Maßnahme werden die Aktivitäten de r Stadt Köln zur Umsetzung einer Verkehrswende kommunikativ begleitet und durch Kamp agnen und Mitmach-Aktionen den Bürgerinnen und Bürgern nahegebracht. Dies kann ent sprechend den jeweiligen Anlässen beispielsweise an den Ausbau des Radverkehrs-Netzes , die Verbesserung der ÖPNV-Qualität oder die Einführung neuer Mobilitätsangebote anknüpfen. Dabei ist es wichtig, dass eine Informations-Kampag ne an tatsächliche infrastrukturelle Verbesserungen des Radverkehrs anknüpft, um diese p ositiv kommunizieren zu können. Sinnvoll ist ein jeweils lokaler Kampagnenfokus in einzelnen Quartieren, in denen gerade Änderungen der Radinfrastruktur umgesetzt worden sind. Mitmachaktionen zur Stärkung der Motivation zum Rad fahren können zum Beispiel Probefahrten mit Pedelecs umfassen, die Nutzungshem mnisse abbauen, oder Radfahr- Wettbewerbe mit einem App-basierten Tracking, bei d enen gesammelte Punkte zum Beispiel in Belohnungen bei teilnehmenden Einzelhändlern einget auscht werden können. Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle Klimaschutz • Evaluierung und Abstimmung gemeinsamer Kommunikatio nsziele zur nachhaltigen Mobilität • Entwicklung von Kampagnen und Aktionen zu nachhalti ger Mobilität durch Kommunikationsagenturen. • Umsetzung durch die Stadt, unterstützt durch eine K ommunikationsagentur, unter Einbeziehung von Bürger*innen, lokalen NGOs, Einzel handel, Arbeitgebern und anderen relevanten Akteuren Ziel der Maßnahme Das Ziel dieser Maßnahme ist es, durch gezielte, zi elgruppenspezifische Kommunikation und Ansprache der Bevölkerung nachhaltiger Mobilität zu fördern. So sollen die Bürger*innen für die Belange verkehrlicher Nachhaltigkeit sensibilisiert und eine dauerhafte Veränderung im Mobilitätsverhalten und der damit einhergehenden Mo bilitätskultur erreicht werden. Ausgangslage in Köln In Köln erfolgt bereits Öffentlichkeits-, Kommunika tions- und Kampagnenarbeit zur Förderung nachhaltiger Mobilität. Diese Arbeiten erfolgen jed och bisher meist direkt durch die für das jeweils adressierte Handlungsfeld zuständigen Organ isationen (beispielsweise die Öffentlichkeit- und Kampagnenarbeit der Kölner Verkehrsbetriebe). E ine zum einen intensivere und zum anderen gesamtstädtische und akteursübergreifende K ommunikation kann dazu beitragen, die Vorteile einer nachhaltigen Mobilität zu vermitteln und aktuelle infrastrukturelle Verbesserungen direkt zu kommunizieren. Flankierende Maßnahmen Unabdingbar sind Maßnahmen, die zu einer tatsächlic hen und für die Kölner Bürgerinnen und Bürger spürbaren Verbesserung der Nutzungsbedingung en für Alternativen zum Pkw führen. Dies sind beispielsweise infrastrukturelle und ordn ungsrechtliche Maßnahmen zur Förderung des Radfahrens, des Zufußgehens oder der Nutzung öf fentlicher Verkehrsmittel. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 65 Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Dezernat VIII, Bezirksvertretungen, Verkehrs- und Umweltverbände, lokale Agendagruppen oder ähnliche zivilgesellschaftliche Gruppen, in Köln aktive Verkehrsunternehmen, Agenturen für Umsetzung Bü rgerinnen und Bürger Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Die isolierte Abschätzung der CO2 - Minderungswirkung von Kommunikations- maßnahmen ist nicht exakt möglich, da diese „weichen“ Maßnahmen nur im Zusammenspiel mit der entsprechenden Ausgestaltung der notwenigen Verkehrsinfrastruktur wirken. Die Evaluation vergleichbarer Kampagnen und Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Radlhauptstadt München) können beispielhaft auf Köln übertragen werden; durch die Verlagerung vom MIV auf das Rad ließen sich 2022 rund 1.072 Tonnen CO 2 einsparen, ausgehend von einer Modal-Split-Änderung zugunsten des Radverkehrs um 0,15 Prozent der Wege zulasten des MIV aufgrund der Kampagne. Die indirekten, langfristigen Wirkungen gehen aber über diese Einsparung hinaus. Umsetzbarkeit der Maßnahme Da die Radverkehrsförderung politischer Konsens ist , mit der Kampagne keine verkehrlichen Einschränkungen einhergehen und die Kosten in einer überschaubaren Größenordnung bleiben, sind keine größeren Umsetzungshemmnisse zu erwarten. Jedoch ist hierfür eine zeitliche und inhaltliche Kopplung an infrastrukturelle Verbesserungen nötig, damit durch die Kampagne auch relevante Verbesserungen der Radverkehrssituation beworben werden können. Einmalige Kosten keine Laufende Kosten Die Kosten für e ine umfassende Image - und Informationskampagne wird in Köln auf etwa 200.000 Euro pro Jahr geschätzt. Die Kosten für ein e kontinuierliche Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit sind abhängig von deren Art u nd Umfang. Personalaufwand 1 Person pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation hoch Positive Zusatzeffekte Die mit der Kommunikations - und Öffentlichkeitsarbeit verbundene Verlagerung oder Reduzierung von motorisierten Verkehren mindert neben den CO 2-Emissionen zusätzlich die Emissionen von Luftschadstoffen und Verkehrslärm. KölnKlimaAktiv 2022 66 | Gertec, Wuppertal Institut Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für das Mon itoring Indikatoren: 1. Wahrnehmung und Bewertung der Kampagne durch Bürgerinnen und Bürger 2. Änderung des Verkehrsverhaltens aufgrund der Kampagne / Steigerung Radverkehrsanteil am Modal Split Erhebung: Zu Indikator 1 und 2: Repräsentative Telefon- Befragung der Bürgerinnen und Bürger zur Kampagne sowie zum Mobilitätsverhalten KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 67 Handlungsfeld Mobilität / Nr. 7. 5 Smart Mobility Kurzbeschreibung Die Koordinationsstelle Klimaschutz koordiniert und begleitet die im Rahmen des SmartCity Cologne-Prozesses auf verschiedenen Ebenen stattfin denden und von verschiedenen Akteuren und Akteurinnen vorangetriebenen verkehrlichen Akti vitäten, unter anderem im Zusammenarbeit mit der städtischen Tochtergesellsch aft RheinEnergie AG. Die Koordinationsstelle identifiziert und initiiert wei tere Pilotprojekte und testet diese in urbanen Reallaboren. Zudem wird durch die SmartCity Cologne -Plattform die Kooperation der verschiedenen Akteure und Akteurinnen innerhalb des Prozesses gefördert und dauerhaft sichergestellt. Mögliche Foren des Austauschs sind hierbei ein Arbeitskreis, SSC-Konferenzen oder regelmäßige Treffen der Projektteams der im Ra hmen von SCC umgesetzten Projekte. Auch die Kommunikation der SmartCity-Cologne-Aktivitäten innerhalb der Stadtverwaltung sowie gegenüber den Kölner Bürgerinnen und Bürgern erfolg t durch die Koordinationsstelle. Die Aktivitäten der Koordinationsstelle Klimaschutz umfassen dabei unter anderem die Unterstützung des Dezernates VIII • beim Roll-out der derzeitigen Einrichtung von Mobil stationen auf Basis von GrowSmarter und der derzeit in Erstellung befindlichen NVR-Untersuc hung zur Etablierung von Mobilstationen in der Region in Kooperation mit dem Dezernat VIII Mobilität und Verkehrsinfrastruktur (insbesondere mit dem Amt für Verkehrsmanagement (6 4) und dem Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung (66)) • durch Verknüpfung des Themas Verkehr mit weiteren T hemen der Stadtentwicklung und Digitalisierung, durch Vermittlung von Partnern, Te chnologien, Fördermöglichkeiten sowie durch Informieren über überregionale, nationale und globale mobilitätsbezogene Entwicklungen, Trends und Innovationen (beispielsw eise Sensorik für Verkehrszählungen, automatisierte Erhebung von Bewegungsmustern und Ve rkehrsströmen, Tools für Erreichbarkeitsanalysen bestimmter Zielorte für die verschiedenen Verkehrsmittel (beispielsweise für Standorte von Großveranstaltung en zur Unterstützung der Einsatzplanung von Polizei und Rettungskräften oder die Bereitstel lung von ÖPNV-Angeboten für Zu- und Abbringerfahrten)). Handlungsschritte zur Umsetzung durch die Koordinati onsstelle • Ansprache der in den SmartCity Cologne-Prozess invo lvierten Akteure und Akteurinnen innerhalb und außerhalb der Verwaltung • Entwicklung eines Formates zur Sicherstellung einer dauerhaften Kooperation der involvierten Akteure und Akteurinnen • Durchführung des Formates, Identifizierung und Entw icklung von Kooperationsmöglichkeiten • Entwicklung konkreter Schritte der Kooperation • Entwicklung und Umsetzung einer Kommunikationsstrat egie • Entwicklung einer Roll Out-Strategie Ziel der Maßnahme Das Ziel der Maßnahme ist es, die Koordinierung und Kooperation der im Teilbereich Mobilität des SmartCity Cologne-Prozesses involvierten Akteur e und Akteurinnen zu verbessern und zu verstetigen. Durch die Kommunikation der Maßnahmen zur Förderung smarter Mobilität gegenüber der Kölner Bevölkerung soll zudem die Wir ksamkeit und Akzeptanz der Maßnahmen erhöht werden. KölnKlimaAktiv 2022 68 | Gertec, Wuppertal Institut Ausgangslage in Köln Im Rahmen des SmartCity Cologne-Prozesses werden ve rschiedene Strategien und Maßnahmen aus dem Feld der Smarten Mobilität verfolgt. Dabei handelt es sich unter anderem um die Förderung der Nutzung alternativer Antriebe, die Et ablierung innovativer multimodaler Mobilitätsangebote, Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses, Maßnahmen zur Reduzierung von Parksuchverkehren und Maßnahmen zur Schaffung verkehrsberuhigter Bereiche. Flankierende Maßnahmen Flankierend sind (weiterhin) die infrastrukturellen , organisatorischen und sonstigen Maßnahmen zu verfolgen, mit denen eine Verbesserung der Nutzungsbedingungen für den Umweltverbund verbunden ist. Durchführungszeitraum: ab 2019 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz (Federführung), in den SmartCity Cologne- Prozess eingebundene Akteurinnen und Akteure innerhalb und außerhalb der Kölner Stadtverwaltung (beispielsweise die Kölner Verkehrsbetriebe und die RheinEnergie AG), Dezernat VIII Mobilität und Verkehrsinfrastruktur (z.B. Ämter 64 und 66) Bürgerinnen und Bürger , Unternehmen, Akteur*innen des SmartCity-Prozesses Kriterienbewertung Anmerkung Energie- und Treibhausgaseinsparung Mit dieser Maßnahme ist keine direkte Minderung der verkehrsbedingten CO 2-Emissionen in Köln verbunden. Umsetzbarkeit der Maßnahme Da bei einer effizienten Maßnahmengestaltung die Arbeit der Koordinationsstelle eine finanzielle und personelle Entlastung der weiteren in den SmartCity - Prozess eingebundenen Akteure und Akteurinnen bedeutet, ist von einer hohen Umsetzbarkeit auszugehen. Dafür sind zusätzliche Aufwände bei anderen Beteiligten (etwa durch Monitoring) möglichst gering zu halten. Einmalige Kosten Die Kosten für eine kontinuierliche Akteursansprache, Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit sind abhängig von deren Art und Umfang und können an dieser Stelle nicht abgeschätzt werden. Laufende Kosten Siehe Einmalige Kosten. Personalaufwand 0,5 Personen pro Jahr Nutzen-Aufwand-Relation Hoch KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 69 Positive Zusatzeffekte Mit den im SmartCity -Prozess verfolgten Maßnahmen ist sowohl eine Verlagerung motorisierter Verkehre als auch deren klima- und umweltschonendere Abwicklung erreichbar. Daher wäre neben einer Minderung der verkehrsbedingten CO 2-Emissionen zusätzlich die Minderung der Emissionen verkehrsbedingter Luftschadstoffe und von Verkehrslärm möglich. Monitoring der Maßnahme und Indikatoren für das Monitoring Indikatoren: 1. Umfang der Kooperation: Qualitativ, Anzahl Abstimmungen 2. Umfang der Öffentlichkeitsarbeit: Anzahl Pressemitteilungen, Website-Visits Erhebung: Zu Indikator 1: Auswertung durch Koordinationsstelle: Anzahl Abstimmungstreffen der Prozessakteure; qualitative Akteursbefragung Zu Indikator 2: Auswertung Pressearbeit, Website- Auswertung KölnKlimaAktiv 2022 70 | Gertec, Wuppertal Institut 6 Monitoring Für die erfolgreiche Umsetzung des Programms bedarf es eines kontinuierlichen Monitorings. Dabei gilt es zum einen auf gesamtstädtischer übergeordneter Ebene eine kontinuierliche Endenergie- und THG-Bilanzierung durchzuführen bzw. dieses kontinuierlich fortzuführen und die Zielerreichung nachzuvollziehen. Zum anderen gilt es, ein einzelmaßnahmen-bezogenes Monitoring durchzuführen, um bei sich ändernden Rahmenbedingungen und Fehlentwicklungen rechtzeitig gegensteuern zu können und einen Überblick über den laufenden Umsetzungsstand zu wahren. Darüber hinaus gehört zum Monitoring ein jährlicher Klimaschutzbericht, wie er bereits bei der Koordinationsstelle Klimaschutz eingeführt wurde. Hier sollten die Ergebnisse des Monitorings einfließen. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Indikatoren, anhand derer sich je nach Indikator die Umsetzung der Maßnahmen selbst monitoren lässt (Output), sowie – falls ableitbar - die Maßnahmenwirkung auf Energieverbrauch, Mobilitätsverhalten und andere jeweils relevante Wirkungsdimensionen (Outcome) abschätzen lässt. Aus letzteren lässt sich in einem weiteren Schritt die jeweilige CO2- Minderungswirkung (Impact ) ableiten. Zudem wird für jede der Maßnahmen dargestellt, wie die notwendigen Indikatoren jeweils erhoben werden können. Tabelle 2: Indikatoren und Erhebungsinstrumente zum Monitoring der Maßnahmenumsetzung und Wirkung Nr. Maßnahme Indikatoren Erhebung 1.1 Optimierung des Internetauftritts 1. Webseiten-Nutzung: Klickzahlen pro Monat / bei spezifischen Veranstaltungen / Projekten 2. Bewertung des Inhaltes der Webseite 1. Auswertung des Web -Traf fic 2. Umfrage auf der Webseite für die Nutzer zur Klärung, ob die Angebote zielgruppengerecht dargestellt, welche Informationen nachgefragt werden und ob Angebote auch Handlungen ausgelöst haben. 1.2 Lobbyarbeit für Klimaschutz auf internationaler Ebene 1. Entscheidungen in Folge eingebrachter Stellungnahmen 1. Auswertung der politischen Entscheidungen, in deren Vorfeld Stellungnahmen eingereicht wurden 2.1 Strategische Energieplanung 1. Sachstand zum Austausch, Layer, Energiekonzepte: Anzahl Maßnahmen/Projekte mit Austausch, Anzahl umgesetzte Energiekonzepte 1. Jährliche Überprüfung des Umsetzungsstandes durch Koordinierungsstelle Klimaschutz 2.2 Leitlinie für Klimaschutz und bei Konversion und Neubau 1. Politischer Beschluss der Leitlinie 2. Anwendung der Leitlinie: Anzahl geprüfter Maßnahmen und dazugehöriger Berichte 1. Prüfung Beschlussfassung 2. Jährliche Erfassung der geprüften Maßnahmen und der dazugehörigen Berichte 2.3 Integrierte Quartierslösungen im Bestand 1. Anzahl initiierter energetischer Sanierungen differenziert nach Umfang 2. Endenergie- und THG- Minderung 1. Befragung der Quartiersbewohner im 2 Jahres- Rhythmus 2. Erstellung einer Endenergie- und THG-Bilanz für das Quartier im 2 Jahres-Rhythmus KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 71 3.1 Sanierungskampagne 1. Inanspruchnahme des Förderprogrammes in den Kampagnenquartieren: Anzahl und Umfang der Förderungen 1. Prüfung der Förderprogrammanträge 1. Auswertung der Beratungsnotizen 3.2 Fortführung des Förderprogrammes "Altbausanierung und Energieeffizienz" 1. Anzahl der Förderungen und Summe der ausgeschütteten Förderung pro Jahr 2. Erzielte Energie- und THG- Einsparung insgesamt und pro genehmigten Förderantrag 3. Ausgelöste Investition pro 1 Euro Förderung 1, 2, 3: Auswertung der Fördermittelanträge und - bewilligungen 1, 2, 3: Stichprobenhafte Befragung der geförderten Personen 4.1 Stromsparinitiative für private Haushalte 1. Eingesparte kWh/Haushalt 2. Eingesparte Energie insgesamt 1 und 2: Jährliche Auswertung der Fördermittelanträge und - bewilligungen 1 und 2: Stichprobenhafte Befragung der geförderten Personen 4.2 Sromsparinitiative für Unternehmen und Institutionen 1. Eingesparte kWh je Unternehmen 2. Eingesparte Energie insgesamt 1 und 2: Jährliche Auswertung der Fördermittelanträge und - bewilligungen 1 und 2: Stichprobenhafte Befragung der geförderten Unternehmen 4.3 Niederschwellige Energieberatung für kleine und mittlere Unternehmen 1. Nutzung des Beratungsangebotes 2. Eingesparte kWh je Unternehmen 3. Eingesparte Energie insgesamt 1. Jährliche Auswertung der Beratungsprotokolle und der Übersicht angesprochener Unternehmen 2. und 3. Stichprobenhafte Befragung der geförderten Unternehmen 5.1 Koordinationsstelle Photovoltaik-Ausbau 1. Bekanntheit der Koordinationsstelle innerhalb des Konzerns und außerhalb 2. Initiierter PV-Ausbau 3. Eingesparte Emissionen insgesamt 1. Abfrage der Bekanntheit der Koordinationsstelle 1. Auswertung der Klickzahlen 1. Auswertung der Anzahl der durchgeführten und umgesetzten Veranstaltungen / Maßnahmen und Anzahl der Teilnehmer; 2. und 3. Auswertung des PV- Anlagenzubaus zur groben Orientierung 5.2 Photovoltaik-Ausbau auf privaten Dachflächen 1. Entwicklung PV-Ausbau auf Dachflächen (Anlagenzahl und installierte Leistung) 1. Auswertung des PV - Anlagenzubaus zur groben Orientierung 1. Anfrage bei einzelnen Solarteuren und RheinEnergie AG bzgl. Nachfrage 5.3 Photovoltaik im Gewerbe 1. Entwicklung PV-Ausbau auf Dachflächen (Anlagenzahl und installierte Leistung) 1. Auswertung des PV - Anlagenzubaus in den Gewerbegebieten 1. Anfrage bei einzelnen Solarteuren und RheinEnergie AG bzgl. Nachfrage 6.1 Erarbeitung einer Suffizienzstrategie 1. Strategieerstellung umgesetzt 2. Strategie als Prüf-Element bei Entscheidungen gefestigt 1. Beschlussauswertung über Umgang mit Strategie 2. Stichprobenhafte Überprüfung, ob die Strategie bei KölnKlimaAktiv 2022 72 | Gertec, Wuppertal Institut Entscheidungen berücksichtigt wurde. 7.1 Betriebliches Mobilitätsmanagemen t 1. Anzahl der teilnehmenden Betriebe an BMM/Jahr 2. Umfang der Veränderung des Mobilitätsverhaltens: Mitarbeitermobilität (Weg zur Arbeit), Dienstreisen; jeweils vor und nach Maßnahmenumsetzung 3. Wahrnehmung Kommunikationsaktivitäten: Anzahl Besuche Website, Anzahl Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Aktionen 1. Daten zur Anzahl der teilnehmenden Betriebe der Stelle für Mobilitätsmanagement 2. (Online-)Befragung in teilnehmenden Betrieben (ex ante und ex post) 3. Auswertung Web-Traffic, Zählung bei Veranstaltungen 7.2 Nachhaltige Mobilität in der Stadtverwaltung 1. Modal Split der Mitarbeitenden im Beschäftigtenverkehr 2. Anteil E-Fahrzeuge im Fuhrpark, durchschnittliche spezifische CO 2- Fahrzeugemissionendes konventionellen Fuhrparks, Strommix E-Fahrzeuge 1. Ex-Ante und Ex-Post- MitarbeiterInnenbefragung 2. Daten des Fuhrparkmanagements 7.3 CO 2-Monitooring von Maßnahmen im Verkehrsbereich 1. Anzahl der Maßnahmen für die ein Monitoring erfolgt / nicht erfolgt ist 2. Umfang der Entwicklung und Umsetzung von Modifizierungen für laufende Maßnahmen 1. und 2.: (Online-) Erhebungsbogen, je Maßnahme auszufüllen durch Verkehrsdezernat 7.4 Kommunikation zur nachhaltigen Mobilität 1. Wahrnehmung und Bewertung der Kampagne durch Bürger*innen 2. Änderung des Verkehrsverhaltens aufgrund der Kampagne / Steigerung Radverkehrsanteil am Modal Split 1 und 2: Repräsentative Telefon- Befragung der Bürgerinnen und Bürger zur Kampagne sowie zum Mobilitätsverhalten 7.5 Smart-Mobility 1. Umfang der Kooperation: Qualitativ, Anzahl Abstimmungen 2. Umfang der Öffentlichkeitsarbeit: Anzahl Pressemitteilungen, Website- Visits (für die Maßnahmen innerhalb des SmartCity- Prozesses liegen diese bereits vor) 1. Auswertung durch Koordinationsstelle: Anzahl Abstimmungstreffen der Prozessakteure; qualitative Akteursbefragung 2. Auswertung Pressearbeit, Website-Auswertung KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 73 Vorgehensweise zur Umsetzung des Monitoring durch die Koordinationsstelle Klimaschutz Schritt 1: Zieldefinition • Für jede der im Gutachten aufgeführten und somit zu monitorenden Maßnahmen werden qualitative und soweit möglich auch quantitative Ziele beziehungsweise Zielwerte entwickelt. Hier sollte ein breiter Partizipationsprozess unter Einbeziehung der jeweils thematisch zuständigen Dezernate und Ämter erfolgen. • Die Ziele umfassen dabei verschiedene Wirkungsdimensionen: o die umgesetzten Maßnahmen selbst (Output-Ebene). Beispiele hierfür sind: Anzahl umgesetzter Beratungen, installierte Leistung von Anlagen, Anzahl von Fahrzeugen u.a. o die erzielten Effekte (Outcome-Ebene): Dies sind etwa die Menge des erneuerbar erzeugten Stroms oder der vom Auto aufs Rad verlagerten Verkehre o die daraus resultierenden Wirkungen (Impact-Ebene), insbesondere eingespartes CO 2, daneben aber auch weitere Wirkungsdimensionen, beispielsweise auch Reduktion von Lärm, Luftschadstoffen oder umgewidmete Flächen, Entwicklung der Unfallzahlen, etc. Schritt 2 • Definition und Auswahl der qualitativen und quantitativen Indikatoren, anhand derer der Erfolg einer Maßnahme abgelesen werden kann. Hierfür liefert das vorliegende Konzept Vorschläge (vgl. Tabelle 2). Schritt 3 • Beschreibung der Vorgehensweise bei der Erhebung dieser Indikatoren oder Nennung / Identifizierung von Quellen, an welchen die Indikatoren bereits vorliegen Schritt 4 • Umsetzung des Monitoring: Erhebung und Analyse der gewonnenen Daten Schritt 5 • Auswertung der Monitoring-Ergebnisse: Schlussfolgerungen für die Anpassung / Umgestaltung von Maßnahmen, ggf. Anpassung des Monitoring-Konzepts, Veröffentlichung der Ergebnisse des Monitoring Des Weiteren sollte neben der gesamtstädtischen Bilanzierung und dem auf Einzelmaßnahmen bezogenen Monitoring auch ein konzernübergreifender Austausch über die Wirkungen von Klimaschutzmaßnahmen erfolgen, die sich nicht in diesem Programm wieder finden, sondern von anderen Ämtern und Konzerntöchtern umgesetzt werden, um Synergien zu schaffen und Doppelarbeit zu vermeiden. Als methodische Grundlage kann auf dem Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren European Energy Award aufgebaut werden. Hierbei können KölnKlimaAktiv 2022 74 | Gertec, Wuppertal Institut Entwicklungen in den vom Konzern Stadt Köln beeinflussbaren Handlungsfeldern nachvollzogen werden und zielgerichtet Maßnahmen ergriffen werden. Unter anderem lassen sich über Indikatoren Entwicklungen aufzeigen. Wichtig ist eine Institutionalisierung und regelmäßige Durchführung des Monitorings sowie die Nutzung von Synergien. Die Stadt Essen verknüpft beispielsweise seit vielen Jahren ein konzernübergreifendes Einzelmaßnahmen- Klimaschutzmonitoring mit dem European Energy Award und der CO 2-Bilanz. 4 Ein solches datenbankbasiertes System verbessert den Überblick und die Steuerungsmöglichkeiten deutlich und bildet die Grundlage für den Klimaschutzbericht. Die CO 2-Bilanz sollte regelmäßig, das heißt alle zwei bis vier Jahre, fortgeschrieben werden. Die Ergebnisse der CO 2-Bilanz sollten bürgerfreundlich aufbereitet und veröffentlicht werden. Bei der Auswahl der Erhebungsmethode und der Datenquellen kann über die Nachverfolgung der eigenen Aktivitäten wie beispielsweise durch Zählungen, Befragungen, Auswertungen von Beratungsergebnissen und Veranstaltungsteilnahmen, Auswertungen von Nutzung der Homepage, hinaus auch auf einige wenige überregionale Quellen zurückgegriffen werden, die ein mittelfristiges Monitoring erlauben. Dazu gehören unter anderem der EnergieAtlas.NRW, der die lokale Entwicklung des Ausbaus erneuerbarer Energien (nur EEG-Anlagen) im Stadtgebiet darstellt, zum Monitoring von Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien oder Daten des Landesbetriebs Straßenbau NRW zu Verkehrsaufkommen der Verkehrsträger MIV, Straßengüterverkehr und Radverkehr, die im Fünf-Jahres-Rhythmus erhoben werden, zum Monitoring von Mobilitätsmaßnahmen. – – –– 4 https://media.essen.de/media/wwwessende/bilder/aemter/ordner_gha/gha_dokumente/IEKK_Bilanzbericht_2017_web.pdf KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 75 7 Ausblick Durch die Umsetzung der in KölnKlimaAktiv 2022 verankerten Maßnahmen lassen sich im Jahr 2022 in Köln schätzungsweise 11.678 Tonnen CO2 einsparen. Vor dem Hintergrund der bis 2030 notwendigen Einsparung von 3,9 Mio t CO 2 jährlich im Vergleich zum heutigen Stand wird deutlich, dass weitere ambitionierte Aktivitäten notwendig sind. Daher liegt eine wesentliche Bedeutung von KölnKlimaAktiv 2022 darin, dass mit dem nun vorliegenden Maßnahmenprogramm eine strategische Grundlage für die kommunalen Klimaschutzprojekte der Koordinationsstelle Klimaschutz in den Jahren 2019 bis 2022 und darüber hinaus geschaffen wird. Der politische Beschluss des Programms trägt dazu bei, dass die Verstetigung der Klimaschutzaktivitäten in Köln auf allen Ebenen durch die Unterstützung der Koordinationsstelle Klimaschutz gesichert wird und die Klimaschutzbemühungen nicht abreißen. Angesichts der Einsparziele bedarf es vielmehr einer noch stärkeren Anstrengung. Neben der Ausschöpfung der Einsparpotenziale beim Strom- und Wärmeverbrauch in allen Sektoren und des Ersatzes konventioneller Energieträger durch erneuerbare Energien werden Themen wie Suffizienz eine noch größere Bedeutung einnehmen müssen, damit ausreichende Beiträge zur Zielerreichung geleistet werden können. Viele der Maßnahmenempfehlungen sollten konsequent über das Jahr 2022 hinaus umgesetzt werden. Dabei sollten Erfolge und Hemmnisse kontinuierlich überprüft und Maßnahmen entsprechend weiterentwickelt werden. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund sich fortlaufend ändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen und Veränderungen in den Bedarfen wie beispielsweise einem tendenziell steigenden Stromverbrauch durch Elektromobilität und dem verstärkten Nutzen elektrischer Geräte sowie Reboundeffekten. Für das Handlungsfeld Mobilität wird vor dem Hintergrund der ganz erheblichen Herausforderungen und der konstant hohen THG-Emissionen empfohlen, den Umweltverbund stärker gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu priorisieren. Dies sollte im Rahmen einer konsistenten Push-Pull-Strategie umgesetzt werden. Die Pull-Maßnahmen zielen dabei darauf ab, die Atraktivität nachhaltiger Mobilität zu steigern, etwa durch die Förderung des Rad- und Fußverkehrs, eine Taktverdichtung im öffentlichen Verkehr in den Tagesrandlagen und eine digital gestützte, intermodale Integration des Umweltverbundes, etwa durch ein Netz aus Mobilstationen. Parallel dazu zielen die Push-Maßnahmen darauf ab, das Autofahren in Köln weniger attraktiv zu machen, etwa durch eine flächenhafte Verkehrsberuhigung, eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, die Neuverteilung von Straßenraum oder die Einrichtung zeitlicher und räumlicher Zufahrtsbeschränkungen. Das Strategiepapier Köln mobil 2025 bietet eine geeignete Basis für solch einen Wandel in der Kölner Verkehrsplanung, dessen konsequente Umsetzung kann zur Erreichung der Klimaschutzziele erheblich beitragen. Insgesamt gilt es für die Koordinationsstelle Klimaschutz und auch für alle weiteren Abteilungen in der Verwaltung zukünftig das Mitdenken der Aspekte des Klimaschutzes in der Verwaltung noch stärker zu etablieren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortlaufend für die Belange des Klimaschutzes zu sensibilisieren. KölnKlimaAktiv 2022 76 | Gertec, Wuppertal Institut Es zeigt sich die Notwendigkeit einer stärkeren Kooperation innerhalb des Konzerns, die große Chancen für neue gemeinsame Projekte und Erfolge bietet. Auch ist die Nutzung der kommunalen Potenziale im Sinne der Vorbildfunktion der Stadt Köln wichtig. Die Koordinationsstelle sollte hier initiierend und motivierend agieren. Darüber hinaus sind die lokalen und regionalen Kooperationsmöglichkeiten zu nutzen, um Synergien zu schaffen. Mit dem Programm KölnKlimaAktiv 2022 wird der Handlungsrahmen der Koordinationsstelle Klimaschutz aufgezeigt. Darüber hinaus sollte perspektivisch geprüft werden, welche weiteren Potenziale im Konzern Stadt Köln bestehen und ein gesamtstädtisches Handlungskonzept zum Klimaschutz aufgelegt werden. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 77 8 Quellen/ Literatur • Fricke, Barbara; Schöttler, Mirjam; Steininger, Sebastian; Kluczka, Sven; Venjakob, Johannes, Gröne, Marie-Christine; Jansen, Ulrich; Schäfer-Sparenberg, Carolin; Schüwer, Dietmar; Hanke, Thomas; Buddeke, Mathis; Merten, Frank; Naegler, Tobias; Simon, Sonja; Stökler, Steffen; Sperber, Evelyn (2016): Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung: Kommunale Masterpläne für 100 % Klimaschutz. Aachen. Online verfügbar unter www.klimaschutz.de. • Greenpeace (2018): Radfahrende schützen - Klimaschutz stärken Sichere und attraktive Wege für mehr Radverkehr in Städten. Hamburg. • Industrie- und Handelskammer zu Köln (2015): Stadtmobilität aus Sicht der Wirtschaft am Beispiel Köln. Köln. • ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbHh (2012): Fortschreibung der Energie-und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2015 und eine erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen, 2018. Online verfügbar unter https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/klimaschutz • Industrie- und Handelskammer zu Köln (2018): Pendlermobilität – Die Schiene im Fokus. Köln. • Jansen, Ulrich; Koska, Thorsten; Müller, Miriam; Schäfer-Sparenberg, Carolin (2016): Mobilität in Nordrhein-Westfalen: Situation und Zukunftsperspektiven. Berlin. Online verfügbar unter www.rosalux.de. • Stadt Köln (2014): Köln mobil 2025. Online verfügbar unter https://www.stadt- koeln.de/mediaasset/content/pdf66/koeln-mobil-2025.pdf • Stadt Köln (2017): Rahmenkonzept SmartCity Cologne. Online verfügbar unter https://politik-bei-uns.de/file/5a050f2a1ae6a0592a909e34 • Stadt Köln (2018): Mobilitätswende auch in Köln in vollem Gang. Pressemitteilung, 16. Juli 2018. Online verfügbar unter https://www.stadt-koeln.de/politik-und- verwaltung/presse/mobilitaetswende-auch-koeln-vollem-gang • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft, ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbHh (2012): Integrierte Klimaschutzkonzepte Energie und Verkehr für die Stadt Köln. Köln. • https://www.klimaschutzcommunity.koeln/ • https://www.rheinenergie.com • http://www.smartcity-cologne.de KölnKlimaAktiv 2022 78 | Gertec, Wuppertal Institut 9 Anhang: Themenspeicher Zusätzlich zu den oben beschriebenen prioritären Maßnahmen werden im Folgenden mittels eines Themenspeichers zusätzliche Maßnahmenskizzen für Projekte vorgeschlagen, die zwar wichtig, aber zunächst nicht prioritär umzusetzen sind. Die Priorisierung erfolgte unter anderem mittels der Faktoren Aufwand, Nutzen und Umsetzbarkeit. Handlungsfeld Klimaschutz allgemein / Nr. 1. 3 (Themenspeicher) Klimaschutzkoordinator Wirtschaft Kurzbeschreibung Mehrere Akteure bieten derzeit Angebote für Unterne hmen und Institutionen rund um die Themen Energie und Klimaschutz an. Es sollte ein ze ntraler Ansprechpartner für das Thema Klimaschutz in Unternehmen in der Koordinationsstel le Klimaschutz benannt werden. Dieser soll die Angebote des Amtes für Wirtschaftsförderun g, des Umweltamtes, der RheinEnergie AG und der Koordinationsstelle Klimaschutz inkl. Smart City ebenso wie die externen Angebote erfassen und aufeinander abstimmen. Hierzu soll eine enge gemeinsame Abstimmung innerha lb des Konzerns Stadt Köln ebenso wie mit den externen Akteuren, wie beispielsweise der I HK, der Kreishandwerkerschaft, der EnergieAgentur.NRW und der EFA Rheinland, erfolgen. Dabei sollen Chancen erkannt und Hemmnisse gemeinsam beseitigt werden. Neben der internen Koordination gilt es auch die An gebote aktiv bekannt zu machen (z.B. über Internet und Veranstaltungen). Ziel der Maßnahme Bessere gebündelte Übersicht für Unternehmen über A ngebotsvielfalt und Sicherung eines Austausches und der Weiterentwicklung relevanter An gebote für die Unternehmen. Ausgangslage in Köln Derzeit besteht nur eine geringe Übersichtlichkeit über die Vielfalt der Angebote und eine schlechte Auffindbarkeit geeigneter Angebote für da s jeweilige Unternehmen. Flankierende Maßnahmen Optimierung des Internetauftritts zum Thema Klimasc hutz für die Stadt Köln Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Am t für Wirtschaftsförderung, Umwelt- und Verbraucherschutzamt, IHK, Kreishandwerkerschaft, RheinEnergie AG Unternehmen und Organisationen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 79 Handlungsfeld Stadtplanung/ Stadtentwicklung / Nr. 2. 4 (Themenspeicher) Ressourceneffiziente Gewerbegebiete Kurzbeschreibung Erarbeitung und Umsetzung von Energie- und Klimasch utzkonzepten für bestehende Gewerbegebiete und Gewerbegebietsmanagement mit dem übergreifenden Ziel des Ressourcenschutzes. Dabei geht es um den aktiven Ei nbezug und die Beratung der Unternehmen vor Ort über die Umsetzung von Maßnahmen im eigenen Betrieb; ergänzt um ggf. öffentliche Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur (z.B. Verkeh rsanbindung, Entwässerung). Die Erarbeitung eines Konzeptes erfolgt unter breit er Beteiligung der Unternehmen sowie der städtischen Infrastrukturdienstleister. Für die Ums etzung sollte zum einen die verstärkte Bewerbung / Nutzung der etablierten Angebote (z.B. Energieberatungsangebote) erfolgen. Ebenso sollten Kosten für Infrastruktur- und Anreiz angebote berücksichtigt werden, um nicht nur in den Unternehmen Verbesserungen zu initiieren , sondern auch im öffentlichen Raum Infrastrukturoptimierung zu ermöglichen. Ziel der Maßnahme Reduktion des Ressourcenverbrauchs in bestehenden G ewerbegebieten Ausgangslage in Köln Beratungsangebote bisher insbesondere für Unternehm en zum Thema Energie (RheinEnergie AG, Umwelt- und Verbraucherschutzamt) und Mobilität (z.B. Amt für Wirtschaftsförderung). Angebote zum Thema Ressourcenverbrauch über Ökoprof it. Zu berücksichtigen sind das StEK Wirtschaft und das Einzelhandelskonzept. Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für Wirtschaftsförderung, RheinEnergie AG Unternehmen in Gewerbegebieten KölnKlimaAktiv 2022 80 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Photovoltaik/ Nr. 5. 4 (Themenspeicher) Mieterstrom verbreiten Kurzbeschreibung Grundsätzlich regelt ein Mieterstromvertrag die Abn ahme von Strom zwischen dem Abnehmer sowie dem Erzeuger bzw. Anlagenbetreiber, der die E nergie bereitstellt. Dieser kann gleichzeitig auch Vermieter der gemieteten Immobilie sein (in Fo rm einer Einzelperson oder Wohnungsbaugesellschaft) oder aber ein spezieller D ienstleister für Mieterstrom-Modelle. Die Besonderheit des Vertrages besteht darin, dass der Strom in unmittelbarer Nähe der Erzeugungsstätte verbraucht werden muss, sodass die Nutzung des allgemeinen Stromnetzes entfällt und somit ein günstigerer Energiepreis ang eboten werden kann. Seit 2017 ist insbesondere das Anbieten von Solarstrom in einem M ieterstromvertrag nach dem EEG förderfähig. Diese Mieterstrommodelle mit Photovoltaik oder Bloc kheizkraftwerk (BHKW) (wird nicht gesondert gefördert) sollen unterstützt werden, ind em sie stärker von der Koordinationsstelle Klimaschutz beworben werden. Zudem soll ein Erfahru ngsaustausch initiiert werden, um weitere Mieterstromprojekte zu initiieren. Positive Erfahru ngsberichte von erfahrenen Mieterstrom- Kunden in der Zeitung und anderen lokalen Medien kö nnen helfen, das Thema bekannter zu machen und so mehr potenzielle Nutzer des Modells a nzusprechen. Mögliche Synergien mit der Kooperation mit der Wohnungswirtschaft, z.B. über d as Wohnungsbauforum sollten genutzt werden. Ziel der Maßnahme Schaffung weiterer Mieterstromangebote durch Anspra che potenzieller Anlagenbetreiber und Erhöhung der Nutzung bestehender Angebote durch der en Bewerbung bei den Mietern. Ausgangslage in Köln Mieterstromangebote stellen (Stand Sommer 2018) ang esichts der rechtlichen Anforderungen eine sehr komplexe Maßnahme mit begrenzter Wirtscha ftlichkeit für die Anbieter dar. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen auf höherer E bene (Bund) verbessert werden, um eine große Verbreitung zu ermöglichen. Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, cowelio GmbH Potenzielle Anbieter von Mieterstrom, wie große Wohnungsbaugesellschaften, sowie potenzielle Nutzer, die durch gezielte Bewerbung bereits existierender Angebote angesprochen werden sollen. KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 81 Handlungsfeld Photovoltaik / Nr. 5. 5 (Themenspeicher) Photovoltaik-Einsatz im Konzern Stadt Köln Kurzbeschreibung Neben dem Einsatz von Photovoltaik bei Neubauten is t vor allem die Nutzung von Solarstrom bei Bestandsgebäuden voranzutreiben, da diese die Mehrh eit der städtischen Immobilien ausmachen. Für eine bessere Präsenz des Themas ist die Schaffung von gut sichtbaren Anlagen als „Leuchttürme“ besonders wichtig. Innovative Tec hniken wie Fassadenphotovoltaik, PV- Carports oder PV-Module als Sonnenschutz-Elemente, eignen sich hierfür sehr gut. In diesem Zusammenhang soll auch die Nutzung von Elektromobil ität gefördert werden, da die Batterien der elektrischen Fahrzeuge als Speicher für den erz eugten Solarstrom dienen können. Ziel der Maßnahme Die Stadt soll durch die Schaffung von Leuchtturm-P rojekten im Bereich Photovoltaik mit gutem Beispiel vorangehen. Gut sichtbare, innovative PV-A nlagen bewerben sowohl die Nutzung von Solarenergie als auch den Einsatz von Elektromobili tät. Ausgangslage in Köln Auf städtischen Neubauten werden Photovoltaikanlage n wirtschaftlich betrieben Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, weitere Konzerntöchter Unternehmen und Bürger KölnKlimaAktiv 2022 82 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Suffizienz/ Nr. 6. 2 (Themenspeicher) Stadtteilbezogene Kampagne mit Information zu lokalen Suffizienzanbietern Kurzbeschreibung Erarbeitung einer quartiers- bzw. stadtteilbezogene n Kampagne zur Bewerbung von Möglichkeiten für einen suffizienteren Lebensstil. Dabei können die lokalen Anbieter von suffizienzfördernden Angeboten - wie beispielsweise Unverpackt-Läden, Lastenrad-Verleih, Repair-Cafés etc. - in die Kampagnenentwicklung ein gebunden werden, um die Wertschöpfung vor Ort zu verbessern. Ziel der Maßnahme Reduktion des Ressourcenverbrauchs durch bewusstere n Konsum Ausgangslage in Köln Suffizienz als notwendige Grundlage für die Erreich ung der Klimaziele Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Anbieter von Suffizienzangeboten (u.a. KVB) Bürger und Unternehmen KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 83 Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 3 (Themenspeicher) Wettbewerb Klimahaushalte Kurzbeschreibung Durchführung eines Wettbewerbes für Bürger über den Zeitraum eines Jahres zur Energieeinsparung (Strom und Wärme). Dieser Wettbew erb soll öffentlichkeitswirksam begleitet werden und auch andere Bürger zur Energieeinsparung motivieren, indem Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Ggf. kann auf den Erfahrungen des bereits in Köln v on 2011 bis 2013 durchgeführten Projektes Kölner KlimaHaushalt aufgebaut werden. Ziel der Maßnahme Reduktion des Ressourcenverbrauchs durch bewusstere n Konsum Ausgangslage in Köln Suffizienz als notwendige Grundlage für die Erreich ung der Klimaziele Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz Bürgerinnen und Bürger KölnKlimaAktiv 2022 84 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Suffizienz/ Nr. 6. 4 (Themenspeicher) Mobile Ausstellung Kurzbeschreibung Durch eine mobile Ausstellung sollen Bürgerinnen un d Bürger an öffentlichen Orten zum Thema Suffizienz und suffizientem Leben informiert werden . Mögliche Orte sind beispielsweise die VHS, Bürgerbüros, Schulen, große Institutionen wie die U niversität oder der WDR. Dort können beispielsweise Tipps gegeben werden zu leicht umset zbaren Maßnahmen für jedermann, wie Tauschbörsen in der Stadt, Repair-Cafés, Car-Sharin g-Angebote und Unverpackt-Läden. Auf Aufstellern können die unterschiedlichen Schwerpunk te, wie Mobilität, Wohnen, Ernährung und Konsumverhalten, behandelt werden. Als interaktives Element könnten Bürger auf einer Stadtkarte ihnen bekannte Orte eintragen, die ebenf alls zu einem suffizienteren Lebensstil beitragen. Hier sollte auch das Klimasparbuch bewor ben werden, was eine Ergänzung bzw. Weiterführung der Tipps zum suffizienten Leben dars tellt. Ziel der Maßnahme Bewusstseinsschaffung für einen suffizienten Lebens stil durch Information und Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger. Ausgangslage in Köln Suffizienz als notwendige Grundlage für die Erreich ung der Klimaziele Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz Bürgerinnen und Bürger KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 85 Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 5 (Themenspeicher) Neuauflage des Klimasparbuches der Stadt Köln Kurzbeschreibung Die Erstauflage des Klimasparbuches Köln erschien b ereits im Jahr 2011 und sollte neu aufgelegt werden. Es enthält praktische Tipps, Ideen und Anre gungen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit im täglichen Handeln wie beispielswe ise beim Thema Energieverbrauch. Zudem enthält das Klimasparbuch Gutscheine, mit denen ver günstigte oder kostenlose und natürlich nachhaltige Angebote in den Bereichen Essen, Konsum , Mobilität, Bauen und Wohnen in Anspruch genommen werden können. Den Bürgern wird g ezeigt, dass jeder einfach einen Teil zum Klimaschutz beitragen kann und häufig dabei sog ar Geld sparen kann. Ziel der Maßnahme Förderung von bewusstem, nachhaltigem Verhalten der Bürger in allen Lebensbereichen durch konkrete Tipps und Anwendungsbespiele. Ausgangslage in Köln Erfahrungen mit dem Klimasparbuch liegen bereits vo r. Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsste lle Klimaschutz, Amt für Wirtschaftsförderung, teilnehmende Unternehmen und Geschäfte Bürgerinnen und Bürger KölnKlimaAktiv 2022 86 | Gertec, Wuppertal Institut Handlungsfeld Suffizienz / Nr. 6. 6 (Themenspeicher) Informationsplattform Suffizienter Lebensstil in Köln mit Aktionskalender Kurzbeschreibung Angelehnt an die Klimawerkstatt Bremen soll eine Pl attform ins Leben gerufen werden, die neben Tipps und Anregungen zur Suffizienz auch Work shops und andere Aktionen anbietet. In diesen kann den Teilnehmern beigebracht werden, wie sie beispielsweise defekte Geräte, Kleidung oder Kleinmöbel reparieren können anstatt diese sofort auszutauschen. Müllsammelaktionen oder Kochabende mit Zutaten, die regional angebaut wurden, sind ebenfalls denkbare Angebote solch einer Plattform. Ziel der Maßnahme Schaffung konkreter Hilfen und Angebote für Bürgeri nnen und Bürger, die ihren Alltag nachhaltiger und klimaschonender gestalten möchten. Ausgangslage in Köln Auf bisherigen Erfahrungen und Kontakten kann aufge baut werden (z.B. Klimasparbuch) Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Klimaschutz - Community Köln Bürgerinnen und Bürger KölnKlimaAktiv 2022 Gertec, Wuppertal Institut | 87 Handlungsfel d Suffizienz / Nr. 6. 7 (Themenspeicher) Klimaneutrale Veranstaltungen der Stadt Köln Kurzbeschreibung Veranstaltungen der Stadt Köln sollten im Sinne der Vorbildfunktion klimaneutral erfolgen. Dabei sollte es darum gehen, insbesondere den Verbr auch von Ressourcen zu vermeiden bzw. mindestens zu verringern und den nicht vermeidbaren Ressourcenverbrauch letztlich zu kompensieren. Dabei sollten die Handlungsmöglichkeiten in allen P hasen einer Veranstaltung ausgeschöpft werden. Hierzu gehören die Vorbereitung der Veranst altung mit der begleitenden Kommunikation, die Materialbeschaffung, die Auswahl des Veranstaltungsortes sowie die Anreise der Teilnehmer. Während der Veranstaltung sollten die Möglichkeiten bei Catering, Abfall und Wasser sowie der Logistik ausgeschöpft werden, um im Nachgang zur Ve ranstaltung den nicht vermeidbaren Ressourcenverbrauch zu bilanzieren und zu kompensie ren. Ziel der Maßnahme Vorbildfunktion nutzen und für Ressourcenschonendes Verhalten werben Ausgangslage in Köln Erprobung in einzelnen Ämtern und Ausweitung auf de n Konzern Durchführungszeitraum: ab 2022 Umsetzungsrelevante Akteure Zielgruppe Koordinationsstelle Klimaschutz, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Zentrales Vergabeamt, ggf. weitere Ämter Ämter und Töchter im Konzern Stadt Köln
  • Beschlussvorlage Rat

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V/7 Vorlagen-Nummer 3680/2018 Freigabedatum 24.01.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff KölnKlimaAktiv 2022 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln nimmt das Klimaschutzmaßnahmenumsetzungsprogramm „KölnKlimaAktiv 2022“ in der als Anlage dargestellten Fassung zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der im Konzept enthaltenen Maßnahmen. Die für diese Zwecke veranschlagten Haushaltsmittel werden im Haushaltsjahr 2019 um 400.000 € erhöht, ab dem Haushaltsjahr 2020 um jährlich 500.000 €. Die separat im Teilergebnisplan 1401 – Umweltordnung, -vorsorge, bei Teilplanzeile 15, Transferaufwendungen veranschlagten Mittel „Z an Zentrum für Energieeffizienz (ZEFF) zur Förderung der privaten Altbausanierung“ werden in diesem Umfang umgewidmet und bleiben damit für den vorgesehenen Zweck „Klimaschutz“ verfügbar. Verkehrsausschuss 29.01.2019 Ausschuss für Umwelt und Grün 31.01.2019 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 04.02.2019 Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft 04.02.2019 Stadtentwicklungsausschuss 07.02.2019 Finanzausschuss 11.02.2019 Rat 14.02.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Die Stadt Köln ist seit vielen Jahren im Klimaschutz aktiv. Sie hat sich mit dem Beitritt zum Klimabündnis der europäischen Städte e.V. im Jahr 1993 verpflichtet, ihre gesamtstädtischen CO2- Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren (im Vergleich zum Basisjahr 1990). Durch den Beitritt zum europäischen Bürgermeisterkonvent hat sich die Stadt Köln außerdem verpflichtet, die Energie- effizienz um mindestens 20% zu steigern sowie den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamt- städtischen Energieverbrauch bis 2020 auf mindestens 20% zu steigern. Verschiedene Klimaschutz- maßnahmen sind seitdem gemeinsam mit vielen Partnern aus der Stadtgesellschaft realisiert worden oder befinden sich derzeit in der Umsetzung. So war es bereits möglich die CO2 Emissionen um 17,6 % in 2015 (ggü. 1990) zu reduzieren. Zur Zielerreichung müssen noch weitere ehrgeizige Schritte unternommen werden. Dies zeigt auch der aktuelle IPCC Sonderbericht (Oktober 2018) über die Fol- gen einer globalen Erwärmung um 1,5°C. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ist ein sofortiges entschlossenes Handeln notwendig, weshalb ein radikales Umdenken gefordert wird. Die Zeit wird immer knapper, es muss jetzt gehandelt werden. Es gilt als Stadt Köln mit positivem Beispiel voran zu gehen, um auch weitere Akteure als Multiplikato- ren zu gewinnen und die Stadtgesellschaft zum Handeln zu überzeugen. Mit dem hier zum Beschluss vorgestellten Maßnahmenprogramm: KölnKlimaAktiv 2022 wird die Maßnahmenumsetzung in den Vordergrund gestellt und ein Fahrplan für die kommenden Jahre festgelegt. Der politische Beschluss eines Maßnahmenprogrammes für den Klimaschutz bildet die Grundlage für erfolgreiche kommunale Klimaschutzaktivitäten und die Bereitstellung entsprechend benötigter Res- sourcen. Ein verbindliches Maßnahmenprogramm führt außerdem zu erhöhter Wahrnehmung in der Stadtgesellschaft und stärkt die Durchschlagskraft für den Klimaschutz. Im Zuge der Umsetzung ver- schiedener Maßnahmen werden weitere positive Begleiterscheinungen (z.B. für die Luftreinhaltung und Wirtschaftsförderung) erreicht. Aus diesen Gründen wurden die externen Fachbüros: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Ener- gie und Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft mit der Erstellung des als Anlage beigefügten Klima- schutzmaßnahmenprogramms für die Stadt Köln beauftragt. Mit 19 Maßnahmen in sieben Hand- lungsfeldern bildet KölnKlimaAktiv 2022 den kurzfristigen Umsetzungsfahrplan im Klimaschutz. Die Maßnahmen wurden als Fortentwicklung der bereits bestehenden integrierten Klimaschutzkonzepte aus den Jahren 2011 und 2013 entwickelt und entsprechend ihrer Umsetzbarkeit und Klimaschutz- wirkung ausgewählt und priorisiert. In „KölnKlimaAktiv 2022“ wird mit Hilfe eines Themenspeichers, indem weitere Maßnahmen für die mittelfristige Umsetzung mit Kurzsteckbriefen beschrieben werden, außerdem ein Ausblick auf den Zeitraum bis 2030 gegeben. Die Umsetzung der beschriebenen Maß- nahmen führt zu einer geplanten CO2-Einsparung in Höhe von rund 11.678 t CO2 und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele. Ziel des Beschlusses von „KölnKlimaAktiv 2022“ ist es, eine verbindliche Verpflichtung für den Klima- schutz einzugehen, die mittels der Maßnahmenumsetzung die Erreichung der Kölner Klimaschutzzie- le befördert. Personelle Ressourcen/ Finanzierung Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt vornehmlich bei der Koordinationsstelle Klimaschutz und in Zusammenarbeit mit den für die Umsetzung relevanten Dienststellen entsprechend der im Konzept gesetzten Priorisierung und gemäß den vorhandenen und verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen. Sofern darüber hinaus ein zusätzlicher Personal- und Finanzbedarf für die mit der Um- setzung betrauten Dienststellen besteht, werden Beschlussvorlagen für die Umsetzung der Einzel- maßnahme dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. Im Teilergebnisplan 1401, Umweltordnung, -vorsorge, Teilplanzeile 11, Personalaufwendungen und Teilplanzeile 15, Transferaufwendungen, sind für die Maßnahme 3.2 Fortführung des Förderpro- gramms Altbausanierung und Energieeffizienz bereits 1.167.500 € pro Jahr enthalten. Mit der Umwidmung der separat im Teilergebnisplan 1401 – Umweltordnung, -vorsorge bei Teilplan- 3 zeile 15, Transferaufwendungen veranschlagten Mittel „Z an Zentrum für Energieeffizienz (ZEFF) zur Förderung der privaten Altbausanierung“ erhöht sich der Umfang dieser Maßnahme entsprechend. Die ursprünglich separat veranschlagte Maßnahme „ZEFF“ wird dauerhaft nicht umgesetzt. Die ent- sprechenden Beratungsleistungen werden von der Verbraucherzentrale und der RheinEnergie er- bracht. Ergänzend wird auf die mündlichen Ausführungen von Herrn Beigeordneten Dr. Rau in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün vom 17.12.2018 verwiesen. Anlage: KölnKlimaAktiv 2022 – Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in der Stadt Köln

Beratungsverlauf

  1. 31.01.2019

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    TOP 4.1.8, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  2. 04.02.2019

    Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft

    TOP 5.4, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ohne Votum in nachfolgende Gremien
  3. 04.02.2019

    Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales

    TOP 10.10, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ohne Votum in nachfolgende Gremien
  4. 07.02.2019

    Stadtentwicklungsausschuss

    TOP 6.14, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  5. 11.02.2019

    Finanzausschuss

    TOP 10.39, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: unter Vorbehalt beschlossen
  6. 14.02.2019

    Verkehrsausschuss

    TOP 1.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  7. 14.02.2019 zuletzt

    Rat

    TOP 10.32, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

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