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2006/0771

Befragung 'Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen' - Abschlussbericht

Magistratsvorlage 30.11.2006

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2006/0771

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
06.12.2006 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V  
 
Amt: Sozialverwaltung 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
   
Tagesordnung:  I  II 
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2006/0771 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Befragung "Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen" - Abschlussbericht 
 
Vorlage vom: 30.11.2006 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Magistrat nimmt den Bericht zur Kenntnis. 
2. Der Bericht ist den Stadtverordneten zur Kenntnis zu geben. 
 
Anlagen: Abschlussbericht Arheilgen 
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 30. November 2006: 
 
In Kooperation mit der Fachkonferenz Altenhilfe und unter Federführung des Beratungs- und 
Servicezentrums für ältere Menschen (BuS) ist seit 2004 ein Projekt implementiert, das im Stadtteil 
Arheilgen die Umsetzung erster konkreter Schritte zur Entwicklung eines „altersgerechten Stadtteils“ 
vorantreibt, wobei der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und der Vernetzung der vor 
Ort ansässigen Akteure ein besonderer Stellenwert zukommt. Von Anfang an wurde der direkten 
Partizipation der älteren Menschen eine hohe Priorität beigemessen. 
 
Die Entscheidung dieses Projekt im Stadtteil Arheilgen anzusiedeln hatte folgende Gründe: 
 
/square4 Arheilgen ist ein in sich abgeschlossener Stadtteil. 
 
/square4 Der Stadtteil besitzt eine hohe Identität. 
 
/square4 Der Anteil der Menschen im Alter von 60 Jahren und älter liegt mit 26,5 % (4270 Personen) im 
Vergleich zu anderen Stadtteilen im oberen Drittel (Stand 31.12.2003). 
 
/square4 In anderen Stadtteilen mit hohem Anteil älterer Menschen sind bereits Projekte installiert, so z.B. 
in Eberstadt („Soziale Stadt“). 
 
/square4 In Arheilgen entsteht durch das laufende Projekt mittlerweile ein tragfähiges Netzwerk sozialer 
Dienste, das bei der Umsetzung von Angeboten hilfreiche Unterstützung bieten kann. 
 
Der Magistrat hat am 15. November 2005 die Befragung ältere Menschen in Arheilgen beschlossen. 
Die Befragung wurde von der Abteilung für Psychologische Alternsforschung des Psychologischen 
Instituts und dem Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg im Zeitraum vom 01.01.2006 bis 
31.08. 2006 durchgeführt. Der Abschlussbericht wurde der Sozialverwaltung am 11.10.06 offiziell 
übergeben. 
 
 
Ziele der Befragung waren dabei: 
 
/square4 Welche Rolle kommt dem Stadtteil Arheilgen für ein selbstbestimmtes und zufriedenes, für ein 
gelingendes Älterwerden, für das seelische und körperliche Wohlbefinden und der Teilhabe am 
gesellschaftlichen Leben zu? 
 
/square4 Vor diesem Hintergrund war es wichtig zu erfahren, wie gut die Wohnungen und die 
Wohnumgebung älterer Menschen ausgestattet und erreichbar sind; 
 
/square4 Des Weiteren war es beabsichtigt festzustellen, wie ältere Menschen in Arheilgen sich selbst und 
ihr Umfeld erleben und welche Auswirkungen dies auf ihre Lebensqualität hat.  
 
 
 
 
 
 
Die Inhalte der Befragung waren demnach:

3 
... 
/square4 allgemeine soziodemografische Aspekte; 
/square4 Aspekte der räumlichen Umwelt:  
Aktuelle Wohnsituation sowie Wohnbedürfnisse und Wohnzukunft; wobei das unmittelbare 
Wohnumfeld und Aspekte der ausserhäuslichen Mobilität berücksichtigt werden.  
/square4 Fragen zur sozialen Umwelt:  
Häufigkeit sozialer Kontakte, das Vorhandensein nahe stehender Personen und Aspekte des je 
individuellen bedarfsgerechten sozialen Austauschs.  
/square4 Informationen zum Leben im Alter allgemein:  
Aspekte der Persönlichkeit wie beispielsweise Lebenseinstellungen/-bewertungen und 
Zufriedenheit mit dem Leben insgesamt.  
 
Die Zielgruppe waren Männer und Frauen im Alter von 65 bis 79 Jahren und von 80 bis 94 Jahren. 
Insgesamt wurden 773 Fragebögen und je ein Begleitschreiben der Wissenschaftsstadt Darmstadt an 
ältere Menschen in Arheilgen gesendet. Die Anzahl der auswertbaren Fragebögen liegt bei 392 (50,7 
Prozent). 
 
Mit den vorliegenden Daten sollen Chancen und Risiken eines gelingenden Alterns im Stadtteil 
aufgezeigt werden. Ziel ist es dabei, Risiken auf Seiten der Person wie auf Seiten der Umwelt zu 
minimieren, um gelingendes Altern im Stadtteil zu fördern. Daneben sollen individuelle Wünsche, 
Bedürfnisse und Möglichkeiten sowie grundlegende Lebenseinstellungen in den Mittelpunkt gerückt 
werden. 
 
Darmstadt, den 30. November 2006 
Dr.M-Linck, Nst.: 37 83 
 
 
Dezernat V 
 
 
 
 
Jochen Partsch 
Stadtrat

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Selbstbestimmt Älterwerden 
in Arheilgen 
 
Eine Befragung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
- Sozialverwaltung -  
 
 
 
 
 
 
 
und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 
 
- Psychologisches Institut - 
Abteilung für Psychologische Alternsforschung 
 
- Institut für Gerontologie - 
 
 
 
Abschlußbericht 
 
Annette Hieber 
Frank Oswald 
Christoph Rott 
Hans-Werner Wahl 
 
unter Mitarbeit von Felix Dinger und Sarah Wiegering 
 
September 2006 
 
Bergheimer Strasse 20, 69115 Heidelberg 
Tel.: 0 62 21 - 54 81 11; Fax: 0 62 21 - 54 81 12 
E-Mail: frank.oswald@psychologie.uni-heidelberg.de   
http://www.psychologie.uni-heidelberg.de

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
1
Inhalt 
 
1. Einführung.......................................................................................................... 7 
1.1 Hintergrund und Ziele der Studie ....................................................................... 7 
1.2 Die Ausgangssituation........................................................................................ 8 
1.2.1 Die Debatte um den demografischen Wandel .................................................... 8 
1.2.2 Vier wichtige Erkenntnisse im Hinb lick auf den demographischen Wandel... 10 
1.3 Vertiefende theoretische Grundlagen ............................................................... 12 
1.3.1 Gesundheit im Alter.......................................................................................... 12 
1.3.2 Aspekte der Person ........................................................................................... 14 
1.3.3 Soziale Umwelt ................................................................................................ 16 
1.3.4 Räumliche Umwelt........................................................................................... 17 
1.3.5 Eine Unterscheidung quer zu den Inha lten: "Drittes" und "Viertes" Alter ...... 20 
1.4 Fragestellung .................................................................................................... 22 
1.5 Beschreibung des Stadtteils Arheilgen............................................................. 25 
2. Methodisches Vorgehen und Stichprobe.......................................................... 28 
2.1 Inhalte der Untersuchung ................................................................................. 28 
2.2 Art der Untersuchung ....................................................................................... 30 
2.3 Gewinnung der Stichprobe ............................................................................... 31 
2.4 Statistische Prüfverfahren................................................................................. 35 
2.5 Stichprobenbeschreibung.................................................................................. 36 
2.6 Zusammenfassung ............................................................................................ 48 
3. Ergebnisse......................................................................................................... 49 
3.1 Gesundheit........................................................................................................ 49 
3.1.1 Selbsteingeschätzte Gesundheit........................................................................ 49 
3.1.2 Objektive Gesundheit ....................................................................................... 55 
3.1.3 Zusammenfassung ............................................................................................ 69 
3.2 Psychische Aspekte .......................................................................................... 69 
3.2.1 Lebensbewertung: Persönliche Ei nstellungen und Überzeugungen................. 70 
3.2.2 Lebenszufriedenheit.......................................................................................... 71 
3.2.3 Zukunftserleben................................................................................................ 71 
3.2.4 Zusammenfassung ............................................................................................ 82 
3.3 Aspekte der räum lichen Umwelt ...................................................................... 83 
3.3.1 Objektive Wohnindikatoren ............................................................................. 83 
3.3.2 Genutzte Informationsquellen .......................................................................... 93

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
2 
3.3.3 Außerhäusliche Mobilität ................................................................................. 96 
3.3.4 Subjektives Wohnerleben............................................................................... 102 
3.3.5 Zur Passung von Wohnbedürfn issen und Wohnbedingungen:  
"Sehr wichtige" und "vorhandene" Merkmale der Wohnung und des 
Wohnumfeldes................................................................................................ 116 
3.3.6 Zusammenfassung .......................................................................................... 127 
3.4 Aspekte der sozialen Umwelt......................................................................... 129 
3.4.1 Objektive Aspekte der sozialen Umwelt ........................................................ 129 
3.4.2 Subjektive Aspekte der sozialen Umwelt....................................................... 134 
3.4.3 Zusammenfassung .......................................................................................... 136 
4. Gesamtresümee und Empfehlungen ............................................................... 139 
4.1 Gesamtresümee............................................................................................... 139 
4.1.1 Lebensbedingungen im Stadtteil .................................................................... 139 
4.1.2 Subjektive Wohnbedürfnisse, objektive Wohnbedingungen und  
zukünftiges Leben und Wohnen im Stadtteil ................................................. 144 
4.1.3 Wohn- und Lebenssituation im "D ritten" und "Vierten" Alter ...................... 146 
4.1.4 Risiken für Selbständigkeitsverlust insbesondere im "Vierten" Alter............ 147 
4.2 Empfehlungen................................................................................................. 148 
4.3 Grenzen der vorliegenden Befragung............................................................. 152 
4.4 Ausblick.......................................................................................................... 152 
5. Literatur .......................................................................................................... 155

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
3
Tabellen 
 
Tabelle 1. Stichprobengewinnung..............................................................................33 
Tabelle 2. Ausfallgründe ............................................................................................34 
Tabelle 3. Stichprobe n ach Altersgruppen, Geschlecht, Altersgruppen und 
Geschlecht (zwei und sechs Altersgruppen)..............................................37 
Tabelle 4. Familienstand ............................................................................................39 
Tabelle 5. Anzahl lebender Kinder und E nkel (allgemein und in Darmstadt u.  
Umgebung)................................................................................................40 
Tabelle 6. Haushaltsform, Anzahl der Personen im Haushalt, Lebensmittelpunkt....42 
Tabelle 7. Schulbildung..............................................................................................44 
Tabelle 8. Berufstätigkeit im Lebe nslauf; Aktuelle Berufstätigkeit...........................45 
Tabelle 9. Haushaltsnettoeinkommen im Monat........................................................47 
Tabelle 10. Zufriedenheit mit der finanziellen Situation..............................................48 
Tabelle 11. Gehen ohne Schwierigkeiten.....................................................................50 
Tabelle 12. Einschätzung der subjek tiven Sehfähigkeit und Hörfähigkeit ..................52 
Tabelle 13. Zufriedenheit mit der Gesundheit..............................................................54 
Tabelle 14.  Einzelitems zu grundlegenden bzw. instrumentellen Aktivitäten des  
täglichen Lebens........................................................................................56 
Tabelle 15. Grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebens (Einzelitems) ................58 
Tabelle 16. Instrumentelle  Aktivitäten des täglichen Lebens (Einzelitems)................62 
Tabelle 17. Grundlegende Aktivitäten de s täglichen Lebens (Summenscore).............66 
Tabelle 18. Instrumentelle  Aktivitäten des täglichen Lebens (Summenscore) ............67 
Tabelle 19. Einschränkung von Aktivitäten durch Gesundheit....................................68 
Tabelle 20. Lebensbewertung: Persönlic he Einstellungen und Überzeugungen..........70 
Tabelle 21. Lebenszufriedenheit ..................................................................................71 
Tabelle 22. Vermutlich zu erreichendes und gewünschtes Lebensalter.......................73 
Tabelle 23. Persönliche Zukunft...................................................................................76 
Tabelle 24. Zukünftige Wohn- und Lebensbe dingungen für ältere Menschen in 
Arheilgen ...................................................................................................77 
Tabelle 25. Wohnzukunft: Beibeha ltung der bisherigen Wohnung ohne  
Veränderung und Umbau der jetzigen Wohnung......................................78 
Tabelle 26. Wohnzukunft: Umzug in  eine andere Privatwohnung ..............................79 
Tabelle 27. Wohnzukunft: Betreutes W ohnen und Gemeinschaftliches Wohnen .......80 
Tabelle 28. Wohnzukunft: Bei den Kindern, Alten- und Pflegeheim ..........................81 
Tabelle 29. Wohnstatus (Miete / Eigentum).................................................................84

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
4 
Tabelle 30. Alter der Wohnung (Jahre)........................................................................85 
Tabelle 31. Wohndauer in Darmstadt, Arheilgen und der jetzigen Wohnung .............86 
Tabelle 32. Wohnfläche (m 2) und Anzahl der Wohnräume .........................................87 
Tabelle 33. Stockwerk..................................................................................................90 
Tabelle 34. Wohnausstattung: Zentra l- oder Sammelheizung und Toiletten...............93 
Tabelle 35. Genutzte Informationsquellen ...................................................................94 
Tabelle 36. Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.........................................................97 
Tabelle 37. Verfügbarkeit und Nutzung eines PKW....................................................98 
Tabelle 38. Fahrrad im Haushalt und Fahrradnutzung...............................................100 
Tabelle 39. Einrichtungen zu Fuß erreichbar .............................................................101 
Tabelle 40. "Drinnen-Draußen-Typ"..........................................................................103 
Tabelle 41. Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtungen in Arheilgen...............104 
Tabelle 42. Zufriedenheit mit Mobilitätsmöglichkeiten.............................................105 
Tabelle 43. Stadtteilver bundenheit mit Arheilgen......................................................106 
Tabelle 44. Lieblingsplatz in Ar heilgen vorhanden und erreichbar...........................107 
Tabelle 45. Lieblingsplatz in Arheilg en: Konkrete Nennungen der Befragten..........108 
Tabelle 46. Nennung genutzter und noch fe hlender Angebote in Arheilgen .............110 
Tabelle 47. Veränderungen von Aktivitäten durch den Bau des  
Gemeinschaftshauses...............................................................................116 
Tabelle 48. Als "sehr wichtig" be wertete Wohnmerkmale der Wohnung .................118 
Tabelle 49. Als "sehr wichtig" bewert ete Wohnmerkmale im Stadtteil.....................119 
Tabelle 50. Als "zutreffend" bewertete Wohnmerkmale der Wohnung.....................121 
Tabelle 51. Als "zutreffend" bewert ete Wohnmerkmale im Stadtteil........................122 
Tabelle 52. Möglichkeiten de r Passung von Wohnbedürfnissen und 
Wohnbedingungen...................................................................................123 
Tabelle 53. Persönlicher Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit ...................130 
Tabelle 54. Telefonischer Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit .................131 
Tabelle 55. Kontakte zu Kindern und Jugendlichen außerhalb der Familie in 
Arheilgen .................................................................................................132 
Tabelle 56. Ehrenamt ausgeübt, Ehrenamt in Arheilgen ausgeübt ............................133 
Tabelle 57. Kontaktwünsche ......................................................................................134 
Tabelle 58. Vertrauensperson vorhanden...................................................................135 
Tabelle 59. Einsamkeitsgefühle vorhanden................................................................136

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
5
Abbildungen 
 
Abbildung 1. Fortschreibung der Lebens erwartung (LE) bei Frauen in  
Deutschland und in den rekordhaltenden Ländern bis 2050 .......................9 
Abbildung 2. Das ICF-Gesundheitsmodell .....................................................................13 
Abbildung 3. Einige Unterschiede zwis chen "Drittem" und "Viertem" Alter ................21 
Abbildung 4. "Gutes" Altern im Stadtteil........................................................................24 
Abbildung 5. Stadt Darmstad t mit Stadtteil Arheilgen....................................................25 
Abbildung 6. Einschätzung der Sehfähigkeit (Anzahl Nennungen der Kategorien).......53 
Abbildung 7. Einschätzung der Hörfähigkeit (Anzahl Nennungen der Kategorien) ......53 
Abbildung 8. Zufriedenheit mit der Gesundhe it (Anzahl Nennungen der Kategorien) ..55 
Abbildung 9. Differenz zwischen aktu ellem Lebensalter und vermuteter 
Lebenserwartung bzw. erwünschter Lebenserwartung .............................74 
Abbildung 10. Übersicht zur erwarteten Re stlebenszeit: Durchschnittliches,  
vermutliches und gewünschtes Lebensalter ..............................................75 
Abbildung 11. PKW-Verfügbarkeit und Nu tzung nach Geschlecht und Alter im 
Überblick ...................................................................................................99 
Abbildung 12. Genutzte und fehle nde Angebote (nach Inhalt).......................................111 
Abbildung 13. Genutzte Angebote in Arheilgen.............................................................112 
Abbildung 14. Genutzte Angebote in Arheilgen nach Altersgruppen.............................113 
Abbildung 15. (Noch) fehlende Angebote in Arheilgen .................................................114 
Abbildung 16. (Noch) fehlende Angebote in Arheilgen nach Altersgruppen.................115 
Abbildung 17. Indizes der Passung von Wohnbedürfnissen und -bedingungen  
(Vergleich von zwei Altersgruppen) .......................................................126 
Abbildung 18. Indizes der Passung von Wohnbedürfnissen und -bedingungen  
(Vergleich von sechs Altersgruppen) ......................................................127

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
6

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
7
1. Einführung 
1.1 Hintergrund und Ziele der Studie 
Eine lebensnahe Kommunalpolitik steht heute mehr denn je vor der Aufgabe, Antworten 
auf die aktuellen und zukünftigen Herausford erungen des demographischen Wandels auf 
der Ebene der unmittelbaren Wohnumwelt von Menschen zu finden (Bertelsmann Stif-
tung, 2006). Altern findet heute zu einem gr oßen Teil in der unmittelbaren Wohnumwelt, 
das heißt beispielsweise im Stadtteil statt. Zu den vielen Aufgaben kommunaler Altenpoli-
tik gehört daher auch eine am Stadtteil orientierte Auseinandersetzung mit Fragen der Ge-
sundheitsvorsorge und Pflegeplanung, Infr astrukturplanung, W ohnraumplanung und 
Wohnraumnutzung sowie der Freizeitnutzung heut e und morgen Älterer. Viele der vorlie-
genden Konzepte und Altenpläne orientieren si ch dabei an einem einseitigen, häufig ein-
seitig defizitorientierten Altersbild der Ve rgangenheit oder basieren nicht auf aktueller 
empirischer Evidenz. Diese Befragung soll ei nen Beitrag leisten zur Verbesserung der 
aktuellen Kenntnis über kommunales Altern im Stadtteil Arheilgen. Sowohl auf nationaler 
als auch auf kommunaler Ebene ist dabei ei n selbstständiges und ei genverantwortliches 
Leben bis ins höchste Alter die Leitlinie der Altenpolitik (Bundesministerium für Familie, 
Senioren, Frauen und Jugend, 2001; Wissenschaf tsstadt Darmstadt, 2003a, b). Allerdings 
kann der Anspruch des Titels nach selbstbe stimmtem Älterwerden nicht in der ganzen 
Breite des Begriffs der Selbstbestimmung erfüllt werden. 
 
Vor diesem Hintergrund wandte sich die Wisse nschaftsstadt Darmstadt an die Abteilung 
für Psychologische Alternsforschung des Psycho logischen Instituts und an das Institut für 
Gerontologie der Universität Heidelberg. Ei ne gemeinsam von diesen  Einrichtungen zu 
planende und durchzuführende Befragung soll te wichtige Hinweise zur Umsetzung der 
Empfehlungen des Berichts der Altenhilfeplanung liefern. Kernaspekte sollten dabei sein: 
• Bestimmung der aktuellen Wohnsituation 
• Wünsche/Bedarfe nach alternativen Wohnformen 
• Erfassung der gesundheitlichen Situation 
• Bedürfnisse ambulanter Versorgung 
• Untersuchung der sozialen Kontakte 
• Bewertung der Infrastruktur. 
 
Die Vorbereitung der Befragung erfolgte in en ger Zusammenarbeit mit der Sozialverwal-
tung - Altenhilfe und Grundsicherung - Beratu ngs- und ServiceZentrum  für ältere Men-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
8 
schen (BuS) (Frau Dr. W. Mohr, Frau B. Kr oh, Herr W. Linck) und dem Amt für Wirt-
schaft und Stadtentwicklung, Statistik und St adtforschung (Herr G. Bachmann, Herr M. 
Schäfer) der Wissenschaftsstadt Darmstadt.  
 
1.2 Die Ausgangssituation 
1.2.1 Die Debatte um den demografischen Wandel 
Die zunehmende Alterung der Ge sellschaft wird seit vielen Jahren unter dem Stichwort 
"Demografischer Wandel" in Wissenschaft und Politik behandelt. Spätestens seit Erschei-
nen von Frank Schirrmachers Buch "Das Methusalem-Komplott", in dem festgestellt wird, 
dass die Menschheit in unvorstellbarem Ausmaß altert, ist die Thematik auch weiten Krei-
sen der Bevölkerung bewusst geworden. Trot z umfangreicher Fors chungsaktivitäten und 
öffentlicher Berichterstattung herrscht nach wi e vor große Unsicherheit über das Ausmaß 
und die Folgen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung. 
 
Unsere Gesellschaft wie viele andere auch altert rasend schnell, jedes Jahr um ca. 3 Mona-
te, zumindest bei den Frauen. Diese beispiellose und unumkehrbare Entwicklung wird von 
vielen in ihrem Ausmaß und ihren Konsequenzen nicht zur Kenntnis genommen. Der De-
mograph James Vaupel hat den Begriff der de mografischen Ignoranz in die öffentliche 
Diskussion eingeführt, indem er vor zwei Jahren festgestellt hat: "Nicht der demographi-
sche Wandel an sich, sondern die demographi sche Ignoranz stellt die eigentliche Gefahr 
für Deutschland dar." Demografische Ignoranz hat viele Facetten. In der Wissenschaft z.B. 
wird nach wie vor erklärt, dass bald ein Ende des Zuwachses der Lebenserwartung erreicht 
sein wird. Auch die offiziellen Stellen in De utschland beharren hartnäckig auf dieser Be-
hauptung. Bis auf die Prognose der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1999 wurden alle 
sich angeblich abzeichnenden Obergrenzen se hr schnell von der Real ität überholt (vgl. 
Oeppen & Vaupel, 2002). Zurzeit beträgt die Lebenserwartung in Hessen 81,8 Jahre 
(Frauen) bzw. 76,4 Jahre (Männer). Der Bunde sdurchschnitt liegt be i 81,6 Jahre für die 
Frauen und 75,9 Jahre für die Männer. 
 
Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock haben 
Berechnungen angestellt, mit welcher Lebenser wartung zu rechnen sei,  wenn sich die in 
den letzten 45 Jahren erfolgte Zunahme fo rtsetzt (Schnabel, von Kistowski & Vaupel, 
2005). Bisher gibt es lediglic h Spekulationen, aber kein e Belege, dass diese Prognose 
nicht zutreffend sein könnte. Die geschätzte n Lebenserwartungen für das Jahr 2050 betra-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
9
gen über 92 Jahre bei den Frauen und übe r 85 Jahre bei den Männern und liegen um 6 
Jahre (Frauen) bzw. 4 Jahre (Männer) übe r den mittleren Varianten der 10. koordinierten 
Bevölkerungsvorausberechnung. Immer noch zu we nig beachtet wird, dass sich die größ-
ten und nachhaltigsten Veränderungen im hohen Alter jenseits von 80 Jahren, der Hochalt-
rigkeit, vollziehen. So ist in den letzten drei Jahrzehnten die Lebenserwartung in dieser 
Altersgruppe bei den Männern um 35% und bei den Frauen um 40% angestiegen (s. Ab-
bildung 1). 
 
Abbildung 1. Fortschreibung der Lebenserwartung  (LE) bei Frauen in Deutschland und in 
den rekordhaltenden Ländern bis 2050 
 
 
Aber auch auf individueller Ebene ist dem ographische Ignoranz zu finden. Nicht viele 
Deutsche haben sich bisher mit der wahrsche inlichen Perspektive eines sehr langen Le-
bens beschäftigt. 58% der Deutschen haben keine Vorstellung wie lange sie leben möch-
ten oder möchten es nicht entscheiden können. Nur 14% wollen 90 Jahre und älter wer-
den. Die aktuellen Restlebenserwartungen für 65jährige in Hessen betragen momentan 
20,1 Jahre bei den Frauen und 16,5 Jahre bei de n Männern. Nach aktuellen Sterbetafeln 
für Deutschland erreichen 66% der Frauen und 46% der Männer das Alter von 80 Jahren. 
Frauen dieses Alters können in Hessen mit weiteren 8,8 Jahren rechnen, Männer gleichen 
Alters mit weiteren 7,4 Jahren. Setzt sich der seit ca. 1970 auftretende Rückgang der

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
10 
Sterblichkeit im hohen Alter fort, werden minde stens die Hälfte der jetzt lebenden jünge-
ren Generation, sowohl Männer als auch Frauen, das zehnte Lebensjahrzehnt erreichen. 
 
Hinsichtlich der Konsequenzen der weiter steigenden Lebenserwartung und insbesondere 
der zunehmenden Hochaltrigkeit herrscht wie bei dem Ausmaß ebenfalls große Unstim-
migkeit. Drei Szenarien werden zurzeit diskutiert (vgl. Robine & Michel, 2004): 
1. Eine Pandemie von Beeinträchtigungen : mehr Hochaltrige bedeutet mehr Gebrech-
lichkeit, mehr Morbidität und mehr Pflege ("apokalyptische Demografie"). 
2. Ein dynamisches Gleichgewicht  zwischen Auftretenshäufigkeit und Schwere von 
chronischen Erkrankungen sowie deren Auswirkungen auf eine selbstständige Lebens-
führung. 
3. Eine Kompression der Morbidität: Verdichtung von chronischen Erkrankungen und 
Beeinträchtigungen auf eine kurze Phase vor dem Tod eines langen Lebens. 
 
1.2.2 Vier wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf den demographischen 
Wandel  
Zahlreiche Einzelbefunde, die seitens der Ge rontologie in den letzten Jahrzehnten hervor-
gebracht wurden, können in ihrer Vielfalt hier nicht dargeste llt werden. Vielmehr wollen 
wir vier wichtige allgemeinverständliche Erke nntnisse präsentieren, die im Wesentlichen 
auf Überlegungen des Entwicklungspsychologie zurückgehen (Baltes, 2003, 2005). 
 
Alter ist nicht Alter 
Obwohl Alter und Altern immer auf den Tod hi nauslaufen, gibt es dennoch positive Be-
funde, die für eine gerontologische Aufbru chstimmung sorgen. Die erste wichtige, wenn 
auch nicht neue Erkenntnis: Alter ist nicht Alter. Das Alter hat viele Gesichter. Je älter wir 
werden, umso größer ist diese Variationsbreite , also die interindividuellen Unterschiede 
zwischen gleich alten Personen. Das längere Leben individualisiert, die durch Anlage und 
Umwelt sowie Lebensstil entstehenden Unters chiede zwischen Einzelpersonen werden 
größer und größer. Das führt dazu, dass es auch  im höheren Alter viele Personen gibt, die 
vor allem mental außerordentlich fit sind. Di e Unterschiede zwischen Personen betreffen 
aber nicht nur deren Niveau, sondern auch  den weiteren Verlauf der individuellen Ent-
wicklungsprozesse. Diese sind vielfältig in Richtung und Form. Homogene Alternsprozes-
se, die bei allen Personen in einem bestimmten  Alter in gleicher We ise ablaufen, gibt es 
nicht. Die gesellschaftlichen Implikatione n dieser Altersdiffere nzierung sind klar. Die

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
11
Variabilität zwischen den Ältere n ist viel zu groß für alters fixierte Standardlösungen. Al-
terspolitik, die auf die Homogen ität der Älteren setzt, ist langfristig zum Scheitern verur-
teilt. 
 
Alte Menschen werden immer jünger 
Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass ältere Menschen immer funktionstüchtiger wer-
den, körperlich und geistig. Die heutigen Älteren si nd, was ihre Gesamt-Vitalität angeht, 
„jünger“ als die Gleichaltrig en früherer Generationen. Di e Lebenszeit für ein aktiv-
gesundes Alter dehnt sich aus, in den letzten 30 Jahren um etwa fünf Jahre. Die heutigen 
70jährigen sind beispielsweise mindestens genaus o geistig und körperlich fit, wie die fünf 
Jahre jüngeren, also die 65j ährigen der vorangegangenen Generation. Wissenschaftliche 
Befunde legen nahe, dass diese Vitalisierung des Alters weiter geht. Die Steigerung der 
durchschnittlichen Lebenserwartung und der al lgemeinen Funktionstüchtigkeit ist das Re-
sultat der gesellschaftlich-kulturellen Evolution, also vor allem ein Erfolg der Kultur, nicht 
der Genetik. 
 
Es gibt mehr Potenziale als vermutet 
Die dritte wichtige Erkenntnis, die auf wissenschaftliche Befunde zurückgeht und dem 
negativen Altersbild widerspricht, ist die, da ss es mehr Potential im Alter gibt, als man 
gemeinhin glaubt. Das durchschnittliche Lern - und Wissenspotenzial älterer Menschen ist 
insgesamt deutlich größer, als man allgemein ve rmutet. Dies trifft vor allem auf das junge 
Alter, die 60- und 70jährigen, zu. Ältere Mens chen lernen zwar nicht so gut und schnell 
wie jüngere, aber die meisten lernen noch recht gut. Die Grundlagen für lebenslanges Ler-
nen sind gegeben. Es gibt also auch im A lter ein Entwicklungspoten tial hinsichtlich der 
geistigen Leistungsfähigkeit - das haben di e Psychologen gezeigt - und insbesondere auch 
hinsichtlich der körperlichen Fitness - das ha ben die Sportwissenschaftler nachgewiesen. 
Diese latenten Reserven liegen aber oft br ach, weil sie aus den unterschiedlichsten Grün-
den nicht abgerufen und zur Entfaltung gebracht werden.  
 
Das hohe Alter – bisher (noch) keine Erfolgsgeschichte 
Es gibt aber auch weniger gute Nachrichten über das Alter, die die eigentliche Herausfor-
derung der Zukunft darstellen. Viele Gerontologen und Gesellschaftspolitiker dachten und 
denken immer noch, dass der gesellschaftliche Fortschritt auch dem hohen Alter eine gol-
dene Zukunft bescheren würde. Dieser Gla ube konnte so lange aufrechterhalten werden,

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
12 
so lange es keine gegenteiligen Befunde ga b. Zwar findet man auch unter den Ältesten 
einige, die auf einem guten Funktionsniveau agieren; doch mit stei gendem Alter werden 
das rasch weniger und weniger. Vor allem körperliche Funktionen geraten in hohen Jahren 
immer stärker und länger aus dem Tritt – en tgegen dem überkommenen Bild, wonach je-
ne, die lange leben, von den negativen Erfahr ungen des Alters verschont bleiben können. 
Im hohen Alter bildet sich womöglich eine Schere zwischen Lebenslänge und Lebensqua-
lität. Zwar ist die durchschnittliche körperl iche und geistige Leistungsfähigkeit älterer 
Menschen in neuer Zeit erheb lich höher als früher, doch di ese positive Entwicklung kann 
die negativen Folgen des hohen Alters allenfalls mildern, doch bisher jedenfalls nicht aus-
gleichen. Der Negativeffekt des hohen Alters ist um ein Vielf aches größer als der gesell-
schaftliche, historische Fortsc hritt in der Vitalität des Alters. Die Hochaltrigkeit wird zu 
einer echten Herausforderung, und sie konfrontiert uns mit einer großen, bisher ungelösten 
Frage zur Zukunft des Alters: Wie kann die mens chliche Würde in den späten Jahren des 
Lebens erhalten werden. 
 
1.3 Vertiefende theo retische Grundlagen 
Die hier vorliegende Befragung basiert auf th eoretischen und empirischen Arbeiten der 
Psychologie, Medizin, Gerontol ogie und Soziologie, die hier  nur ansatzwe ise und nur 
dann, wenn sie der Begründung der ausgewählten Inhalte dienen, erläutert werden.  
 
1.3.1 Gesundheit im Alter 
Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung fü r körperliche Leistungsfähigkeit, Teilhabe 
und Wohlbefinden, also für "gutes" Altern. Fü r die Lebensphase Alter, insbesondere das 
hohe Alter, ist empirisch gut belegt, dass sich  im Vergleich zu jüngeren Menschen folgen-
schwere gesundheitliche Veränderungen ergeben. Diese sind zum einen durch ein gehäuf-
tes Auftreten von chronisch-degenerativen Erkrankungen sowie einer Zunahme sogenann-
ter "Multimorbidität", das heißt, des gleichzeitigen Auftretens verschiedener behandlungs-
bedürftiger Krankheiten, gekennzeichnet. In  Folge dieser Entw icklung können schwere 
Körperbehinderungen und Funktionseinbussen auft reten, die ihrerseits wiederum die Auf-
rechterhaltung einer selbstständigen Lebens führung einschränken (Borchelt et al., 1996; 
Steinhagen-Thiessen & Borchelt, 1996). Di e Betrachtung von Ges undheit im Alter um-
fasst die Messung des Gesundheitszustandes an sich (objektiv und subjektiv, s.u.) sowie 
darüber hinausgehend die Betrachtung von krankheitsbedingten Funktionseinschränkun-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
13
gen. Diese werden üblicherweise mit Hilf e von Skalen zu grundlegenden und instrumen-
tellen Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs, IADLs) (z.B. Lawton & Brody, 1969; Fil-
lenbaum, 1988) erfasst . Annahmen über den Zusammenhang von Gesundheit/ Krankheit 
und Funktionsfähigkeit, die über die rein körperlich-medizini sche Betrachtungsweise hi-
nausgehen und auch sozialwissenschaftlich-ps ychologische Aspekte beinhalten, finden 
sich in einem Modell der ICF (International Classification of Func tioning, Disability and 
Health). Danach wird der aktuelle Gesundheitszustand be einflusst durch Person- und 
Umweltaspekte, die sich im körperlichen F unktionsstatus, dem Aktivitätsniveau und der 
(sozialen) Teilhabe widerspiegeln ( http://www3.who.int/icf/icftemplate.cfm/) (s. Abbil-
dung 2).  
 
Abbildung 2. Das ICF-Gesundheitsmodell 
 
Quelle: http://www3.who.int/icf/icftemplate.cfm/  
 
Das Modell macht einerseits deutlich, dass Gesundheit und Kra nkheit im Alter kein rein 
biologisch-medizinisches Gesc hehen darstellen, das man nur  schwer beeinflussen kann. 
Andererseits weist es auch nachdrücklich darauf hin, welchen großen Einfluss Gesundheit 
und Krankheit auf die Alltagsfunktionsfähigke it, die Aktivitäten des Einzelnen und die 
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben. Schließlich weist das Modell der Umwelt 
eine prominente Rolle zu, was der inhaltlichen Orientierung der Befragung entspricht.  
 
In der Gerontologie werden Gesundheitsmaße auf unterschiedlichen Ebenen erfasst. Ob-
jektive Gesundheitsmaße spiegeln den mess- und beobachtbaren Gesundheitszustand wi-
GesundheitsbedingungenGesundheitsbedingungen
(disorder/disease)(disorder/disease)
UmweltfaktorenUmweltfaktoren PersonfaktorenPersonfaktoren
KörperKörper
FunktionFunktion & & Struktur  Struktur  
(Impairment(Impairment))
AktivitätenAktivitäten
(Limitation)(Limitation)
PartizipationPartizipation
(Restriction)(Restriction)
GesundheitsbedingungenGesundheitsbedingungen
(disorder/disease)(disorder/disease)
UmweltfaktorenUmweltfaktoren PersonfaktorenPersonfaktorenUmweltfaktorenUmweltfaktoren PersonfaktorenPersonfaktoren
KörperKörper
FunktionFunktion & & Struktur  Struktur  
(Impairment(Impairment))
AktivitätenAktivitäten
(Limitation)(Limitation)
PartizipationPartizipation
(Restriction)(Restriction)
KörperKörper
FunktionFunktion & & Struktur  Struktur  
(Impairment(Impairment))
AktivitätenAktivitäten
(Limitation)(Limitation)
PartizipationPartizipation
(Restriction)(Restriction)
KörperKörper
FunktionFunktion & & Struktur  Struktur  
(Impairment(Impairment))
AktivitätenAktivitäten
(Limitation)(Limitation)
PartizipationPartizipation
(Restriction)(Restriction)

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
14 
der, wie er beispielsweise im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung ermittelt wird. Sub-
jektive Gesundheitsmaße geben Auskunft darüber, wie älte re Menschen selbst ihren Ge-
sundheitszustand wahrnehmen und erleben - unabhängig vom Arzturte il. Der subjektive 
Gesundheitszustand kann in Form von Selbst einschätzungen der Gesundheit durch den 
älteren Menschen abgebildet werden. Darüber hinaus finden sich über die Selbsteinschät-
zung hinausgehende Maße zur Bedeutung der Ge sundheit für die aktuelle Lebenssituation 
bzw. für das eigenen Leben insgesamt, wor unter beispielsweise Zufriedenheitsmaße sub-
summiert werden. Da ein Arzturteil im Rahmen der schriftlichen Befragung nicht möglich 
war, beschränken sich die Befunde im vorlie genden Bericht auf die Einschätzung und Be-
deutung der Gesundheit für die Befragten (subjektive Perspektive).  
 
Wie bereits erwähnt, belegen empirische Date n eine Verschlechterung des objektiven Ge-
sundheitszustandes mit zunehmendem Alter. Für die subjektive Gesundheit trifft dies nicht 
gleichermaßen zu. Es gilt als widerlegt, dass sich ältere Menschen überwiegend krank 
fühlen. So zeigen die Befunde der Berliner  Altersstudie, dass übe r zwei Drittel der 
70jährigen und älteren Befragte n (ca. 67%) ihre Gesundheit als gut bis sehr gut bzw. als 
befriedigend einschätzen. Zudem konnte gezeigt werden, dass sich die subjektive Gesund-
heitseinschätzung im hohen Alte r nicht verschlechtert und da ss ein Vergleich mit Gleich-
altrigen hinsichtlich der Gesundheit im hohen Alter sogar zugunsten der eigenen körperli-
chen Gesundheit ausfällt (Borchelt et al., 1996).  
 
1.3.2 Aspekte der Person 
Nicht nur objektive Aspekt e des alltäglichen Lebens (z.B. Wohnbedingungen, Infrastruk-
tur), sondern auch die Art und Weise, wie die Alltagswelt erlebt wird, steuert das Verhal-
ten von Individuen. Daher interessiert im Ra hmen einer bürgernahen Kommunalpolitik - 
neben dem Einfluss sozialstruktureller Variablen (Bildung, Finanzen etc.) - auch die Fra-
ge, wie sich der ältere Mensch selbst erlebt bzw. wie er seine soziale und räumliche Um-
welt erlebt. Im Rahmen dieser Befragung könne n lediglich einige grundlegende Bewer-
tungen (z.B. Zufriedenheit) und Einstellungen (z.B. zum eigenen Leben) abgefragt wer-
den. Zukunftsaspekte werden mit Bezug auf die eigene Person, das Wohnen sowie die 
zukünftige Situation älterer Menschen in Arheilgen untersucht. 
 
Andererseits muss davon ausgegangen werde n, dass globale Bewertungen der Zufrieden-
heit, z.B. der allgemeinen Lebenszufriede nheit mit zunehmendem Alter grundsätzlich

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
15
immer positiver werden, unabhängig von den, oftmals durchschnittlich schlechter werden-
den objektiven Lebensbedingungen (z.B. Staudinger, 2000). Man nennt diese Erscheinung 
auch das sogenannte "Zufriedenheitsparadoxon" . Ein neuerer Ansatz zur Erfassung der 
Lebenszufriedenheit verwendet die umfassende Bewertung des eigenen Lebens  (im Origi-
nal: "valuation of life", Lawton et al., 1999, 2000). Dazu liegt auch ein Instrument vor, das 
sich insbesondere für Personen eignet, dere n Lebensende abzusehen ist. Diese Bewertung 
des eigenen Lebens ist ein Ausdruck für den subjektiv erlebten Wert des Lebens einer Per-
son, der sich aus dem Abwägen positiver und ne gativer Merkmale ergibt, die wiederum in 
der Person selbst oder in der Umwelt liege n können. Das Konstrukt der Lebensbewertung 
spiegelt somit eine Art "aktive Bindung" der Person an das Leben wider. Inhaltlich um-
fasst die Lebensbewertung Aspekte positiver psychischer Gesundheit, bereichsspezifischer 
Lebensqualität sowie Absichten im Leben. Eine positive Lebensbewertung weist außer-
dem eine stärkere Beziehung zum gewünschten Lebensalter auf als ei ne negative Lebens-
bewertung. Das heißt, Menschen möchten nich t so lange leben, wenn die vor ihnen lie-
gende Zeit negativ bewertet wird (Lawton et al., 1999; 2000). In Bezug auf die Bewertung 
des eigenen Lebens belegen Befunde der Berlin er Altersstudie für Menschen im "Dritten" 
und "Vierten" Alter insgesamt eine hohe Zufr iedenheit, wobei diese in der Tendenz für 
hochaltrige Personen etwas nega tiver getönt ist als für jü ngere (Smith & Baltes, 1996; 
Smith et al., 1996). Vor dem Hintergrund der vor allem im "Vierten" Alter zunehmenden 
Anforderungen und Belastungen verweisen die Be funde insgesamt auf das Vorhandensein 
psychischer Mechanismen (Anpassungsstrategi en), die die Aufrechterhaltung eines psy-
chischen Gleichgewichts trotz dieser Ei nschränkungen ermöglichen, die aber nicht Ge-
genstand dieser Befragung sind. 
 
Zukunftsbewertungen können ebenfalls als Besta ndteil des Erlebens und Verhaltens be-
trachtet und somit den psychischen Aspekten zugeordnet werden. Lange Zeit war in der 
Gerontologie das Bild vorherrschend, dass älte re Menschen eher vergangenheitsorientiert 
als gegenwarts- oder zukunftsbezogen leben. Die Befunde der Berliner Altersstudie zeigen 
ein deutlich anderes Bild und widerlegen som it dieses negative Alte rsstereotyp (Baltes & 
Mayer, 1996). Insgesamt stellen zukunftsb ezogene Inhalte von Hoffnungen und Befürch-
tungen eine zentrale Quelle der Handlungsmotivation und des Selbstwertes dar (Smith & 
Baltes, 1996), weshalb auch in  dieser Befragung einige Fragen zur eigenen Zukunft im 
Stadtteil gestellt werden. Solche bereichsspezifis chen Einschätzungen, beispielsweise im

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
16 
Hinblick auf die zukünftig gewünschte Wohnform oder das Leben im Stadtteil können zur 
Beschreibung der Zukunftsaussichten älterer Menschen herangezogen werden.  
 
Die wahrgenommene Restlebenszeit gibt darüber hinaus indirekt ebenfalls Aufschluss über 
die Zukunftsperspektive der Befragten. So wird angenommen, dass in Abhängigkeit von 
der Restlebenszeit unterschiedliche soziale Ziele verfolgt werde n. Lang und Carstensen 
zeigen im Zusammenhang mit sozialen Kontakten, dass bei als begrenzt wahrgenommener 
Restlebenszeit bewusst eher emotional wich tige Kontakte ausgewählt werden, während 
bei als unbegrenzt wahrgenommener Zeitperspe ktive wissensbezogene und instrumentelle 
Inhalte des sozialen Austauschs im Vorder grund stehen (Lang & Carstensen, 2002). Die 
wahrgenommene Restlebenszeit steht zude m im Zusammenhang mit dem tatsächlichen 
Lebensalter und der positiven Lebensbewertung.  
 
1.3.3 Soziale Umwelt 
Soziale Beziehungen stellen eine wichtige Ressource älterer Menschen dar, die Bedürfnis-
se nach Austausch, Teilhabe und Intergenerativ ität befriedigen, aber auch eine Funktion 
im Sinne von Hilfe und Unterstü tzung erfüllen können. Eine in  der gerontologischen For-
schung eingeführte Unterscheidung ist die zwis chen objektiver und subjektiver sozialer 
Umwelt. Hinsichtlich der objektiven Perspektive  finden sich in der Literatur zahlreiche 
Befunde, die eine Reduktion sozialer Netzwe rke mit zunehmendem Alter belegen (Cars-
tensen, 1993; Wagner, Schütze & Lang, 1996; Smith & Baltes, 1996). Dies geht aber nicht 
zwangsläufig mit einer nachlassenden subjektiven Bedeutsamkeit einher. So besagt bei-
spielsweise die Theorie der "Sozioemotionalen Selektivität", dass ältere Menschen zwar 
insgesamt weniger soziale Kontakte haben, di ese vergleichsweise se lteneren Kontakte 
aber mit emotional bedeutsamen Personen pfle gen. Das heißt, ältere n Menschen ist ein 
emotional bedeutsamer Kontakt zu wenigen nahestehenden Personen (z.B. zu einer Ver-
trauensperson) wichtiger als viele Kontakte mit hoher Kontaktfrequenz (Lang & Carsten-
sen, 1994). Auch das Vorhandensein einer Vert rauensperson sowie das Erleben von Ein-
samkeit sind wichtige Parameter der subjek tiv erlebten sozialen Einbindung. So finden 
sich beispielsweise in der Berliner Alters studie Hinweise darauf , dass Verwitwete (und 
dies sind im hohen Alter vor allem Frauen) im  Vergleich zu Verheirateten und Geschiede-
nen häufiger Einsamkeitsgefühle erleben. Im  Hinblick auf die Art der Beziehungen wird 
in der Literatur zwischen familialen (Familie, Kinder, Enkel, Geschwister, weitere Ver-
wandtschaft) und außerfamilialen sozialen Beziehungen  (z.B. Freundschaften oder Kon-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
17
takte zu Kindern und Jugendlichen im Stadtte il) differenziert (Wa gner, Schütze & Lang, 
1996).  
 
Neben den privaten sozial en Beziehungen kann auch Bürgerschaftliches Engagement als 
ein wichtiger Aspekt der Teilh abe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben verstan-
den werden. Dies ist insbesondere mit Aktiv ität und Lebensfreude sowie dem Gefühl ver-
bunden, (noch) etwas für sich und andere/ m it anderen tun zu können. Auch wenn die ge-
sellschaftliche Teilhabe, zu der auch das ehrenamtliche Engagement zählt, im höheren 
Alter vergleichsweise seltener anzutreffen ist, bedeutet dies nicht zwangsläufig ein Ende 
der Teilhabechancen für hochaltrige Mensch en (Naumann, 2006). In der Berliner Alters-
studie finden sich Hinweise auf Kontinuität und Diskontinuität gesellschaftlicher Beteili-
gung älterer Menschen. Speziell im Kontext eh renamtlicher Tätigkeiten wird deutlich, 
dass sich die Art der Tätigkeit mit dem Alter verändert und gesc hlechtsspezifisch variiert. 
Während in jüngeren Jahren führende Positione n in Sportvereinen dominierend sind (für 
jüngere Männer), ist im hohen A lter Unterstützung für kranke Nachbarn (für hochaltrige 
Frauen) ausschlaggebend (Maas & Staudinger,  1996). Dies bestätigt die Annahme eines 
geschlechtsdifferenziellen "sozialen" und "politischen" Ehrenamtes (Backes, 1991).  
 
1.3.4 Räumliche Umwelt 
Im Zentrum so genannter ökogerontologischer Forschungsansätze steht die Frage nach der 
Wechselwirkung zwischen Individuen und der sie umgebenden räumlich-sozialen Umwelt 
sowie deren Bedeutung für den Alternsprozess.  Ein zentrales Anliegen dieser Ansätze 
besteht darin, dass anregende und fördernde Umwelten Verluste im Alter kompensieren 
und somit zu einer selbständigen Lebens führung und dem Erhalt von Wohlbefinden bei-
tragen können. Ein weiteres Anliegen ökologischer Forschungsansätze ist es, nicht nur die 
objektiven Gegebenheiten zu betrachten, sondern die subjektive Wahrnehmung und Be-
wertung der Person mit einzubeziehen, denn objektiv gleiche Umweltbedingungen führen 
nicht zwangsläufig zu einer identischen Einschätzung auf Seiten der Person.  
 
Das Thema "Wohnen" nimmt als zentraler Be standteil des menschlichen Lebens auch 
einen bedeutsamen Stellenwert in der Alte rsforschung ein (Wahl, 2001). "Wohnen" findet 
nicht nur auf der Mikroebene der privaten Wohnung, sondern da rüber hinaus auch in der 
nahen und weiteren Wohnumwelt (Wohnviertel, Stadtteil, Landkreis, Bundesland) statt 
(Wahl, Mollenkopf & Oswald, 1999). Insbesond ere im höheren Alter gewinnen die Woh-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
18 
nung und das unmittelbare Wohnumfeld infolge ei nes durchschnittlich kleiner werdenden 
Aktionsradius und der erhöhten Wahrschein lichkeit gesundheitlicher und körperlicher 
Beeinträchtigungen an Bedeutung. Empirische Befunde verweisen darauf, dass ältere 
Menschen ungefähr 4/5 des Tages in der eigenen Wohnung verbringen und die verblei-
bende Zeit vor allem für Aktivitäten in der unmittelbaren Wohnumgebung (Stadtteil) nut-
zen (Baltes, Maas, Wilms & Borchelt, 1996; Küster, 1998; Saup, 1993; BMFSFJ, 1998). 
Insbesondere im höheren Lebensalter kann  daher die Wohnumwelt als ein wichtiger  Ent-
wicklungskontext verstanden werden (vgl. Oswald, Schmitt, Sperling & Wahl, 2000), die 
im Verlauf des Alternsprozesses einem Be deutungswandel unterlieg t. Was die Auswir-
kungen des Alternsprozesses betr ifft, so wird angenommen, dass mit zunehmendem Alter 
die Lebensqualität, im Sinne einer selbständigen Lebensführung, Zufriedenheit und Wohl-
befinden auch von der Qualität der Wohnung und des Wohnumfeldes abhängt. Diese ist 
nicht nur geprägt durch unterstützende Aspe kte der Ausstattung, sondern auch durch Bei-
behaltungsmöglichkeiten und den Anregungsgehalt von Wohn- und Umweltbedingungen 
(Lawton, 1989b). Heute wird davon ausgegangen, dass ältere Menschen bis ins sehr hohe 
Alter ihrer Wohnumwelt, auch wenn sie barrierebehaftet ist, nicht passiv ausgeliefert sind, 
sondern sich aktiv an deren Gestaltung und Veränderung beteiligen können (Lawton, 
1985; Wahl, Mollenkopf & Oswald, 1999), was nach Lawton maßgeblich zu einem "gu-
ten" Altern (im Original: "good" life in old age) beiträgt (L awton, 1983, 1989a). Daher 
wird angenommen, dass nicht nur die objektiv e Ausstattung der Wohnung oder die Ange-
bote in der Wohnumgebung, sondern vielmehr die individuelle "Passung" von objektiven 
Wohnbedingungen einerseits und s ubjektiver Möglichkeiten bz w. Bedürfnisse der woh-
nenden Person andererseits maßgeblich zu Zu friedenheit und Wohlbefinden im Alter bei-
tragen (Carp & Carp, 1984; Kahana, 1982; Hieber et al., 2005; Oswald et al., 2005).  
 
Die Aneignung von Raum über den Lebenslauf kann aber auch als Ausdruck der Soziali-
sation verstanden werden. Unter welche n Bedingungen die Aneignung des Raumes ver-
läuft, wird im Wesentlichen durch das Zu sammenspiel gesellschaftlicher Bedingungen 
und die Aneignungskompetenzen des Individuums b eeinflusst. Ein weiterer Faktor ist das 
Lebensalter bzw. die dem Alter annähernd en tsprechenden Statuspassagen im Lebenslauf. 
Jugendliche stehen beispielsweise erst am  Anfang einer selbstbestimmten Raumaneigung 
im Sinne der Gestaltung einer Wohnbiografie . Im mittleren Erwachsenenalter hingegen 
sind sowohl Raumsouveränität (zum Beispiel  Eigentumsbildung) als auch Diskontinuität 
(zum Beispiel neue Wohnentscheidungen / Umzug) anzutreffen. Die Raumaneignung im

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
19
höheren Alter kann schließlich als Ergebnis der Lebensgeschichte interpretiert werden, ist 
aber andererseits auch durch den aktuellen Bewegungsradius der Person  (Gesundheit, 
Mobilität) beeinflusst. Die Raumerfahrungen aus den Lebensphasen bauen somit aufein-
ander auf und kumulieren im Alter, sie könne n im Verlauf des Lebens zur Herausbildung 
von Identität beitragen (Herlyn, 1990).  
 
Die Aktionsraumforschung schließlich stellt ei nen weiteren verhaltens relevanten Zugang 
zur Person-Umwelt-Beziehung dar. Sie untersucht die Aktionspotentiale von Menschen in 
einem abgegrenzten Gebiet: wer, wann, wie of t, wo, welche Aktivitäten ausübt. Ansätze 
zur Beeinflussung von Aktivitäten wurden in  einer Studie über Ak tionsräume von Stadt-
bewohnern vor allem in der Beeinflussung de r Quartiersausstattung und der Sozialstruktur 
gesehen (Dangschat, Droth, Friedrichs, & Ki ehl, 1982). In einer weiteren Untersuchung 
mit dem Focus auf benachteiligte Wohngebiet e wurde herausgefunden, dass die Effekte 
eines Stadtteiles, zum Beispiel die Ausstattungsmerkmale Versorgungseinrichtungen, 
Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung  und naturräumliche Bedingungen, um so stärker 
wirken, je mehr Zeit eine Person dort verbring t und je stärker die sozialen Kontakte auf 
dieses Gebiet beschränkt sind (Friedrichs & Blasius, 2000).  
 
Was die subjektive Wahrnehmung der Wohnumwe lt betrifft, ist aus Studien mit älteren 
Menschen bekannt, dass Wohnen im höheren Alter vielfältige Bedeutungen haben kann, 
unabhängig von vorliegenden Kompetenzeinb ußen (Oswald, 1996; Oswald & Wahl, 
2001) und unabhängig von gesellschaftspolitisc hen Gegebenheiten (Oswald & Wahl, 
2005). Das heißt nicht, dass subjektives W ohnerleben unabhängig ist von objektiv vor-
handenen Bedingungen; unterschiedliche ta tsächliche Wohnbedingungen können unter-
schiedliches Wohnerleben bedingen (Oswald, Schmitt, Sperling & Wahl, 2000). Daraus 
resultierende Wohnzufriedenhe it kann dabei sowohl auf As pekte des Wohnerlebens als 
auch auf objektive Wohnbedingungen zurückzu führen sein. Zudem "hat die Beziehung 
zum weiteren Wohnumfeld und zur sozialen Umwelt einen eige nständigen Einfluss (...), 
der unabhängig von objektiven Bedingungen ist" (Oswald, Schmitt, Sperling, & Wahl 
2000, S. 215), was auch im Kontext der vor liegenden Untersuchung von Bedeutung ist. In 
diesem Zusammenhang konnten bisher auch fü r verschiedenen Altersgruppen unabhängig 
von der Wohnregion unterschiedliche Wohnstile gefunden werden (ebd.). Ein weiterer 
Aspekt des subjektiven Umwelterlebens umfasst das sogenannte "Place Attachment" 
(Ortsverbundenheit) (Rubinstein & Parmelee,  1992). "Place Attachment" meint die Ver-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
20 
bundenheit mit einem Ort und beschreibt auch  den Prozess hin zur Verbundenheit mit 
einem Ort, an dem sowohl Personfaktor en, Umweltfaktoren und Faktoren der Person-
Umwelt-Passung beteiligt sind.  
 
Für die Erfassung von Wohnverbundenheit ist zu beachten, dass man davon ausgeht, dass 
die erlebte Zufriedenheit eine eher rationale Einschätzung der Wohnumwelt darstellt, wäh-
rend die erlebte Verbundenheit mit der Wohnumw elt eine umfassendere Bewertung ist, in 
die auch gefühlsmäßige und verhaltensb ezogene Elemente eingehen (Oswald, 1996). 
Menschen können sich auch bei relativer  Unzufriedenheit mit den Wohnbedingungen e-
motional stark an ihre W ohnumwelt gebunden fühlen. Neue re Untersuchungen konnten 
belegen, dass die erlebte Verbundenheit unabh ängig von der erlebten Zufriedenheit mit 
einem Umweltausschnitt, also zum Beispiel dem Stadtteil ist und dass sie zudem unter-
schiedlich auf das gezeigte umweltrelevante Verhalten in diesem Umweltausschnitt wirkt 
(Stedman, 2002).  
 
Eine empirische Befragung zum selbstbestimmten oder "guten" Altern in Arheilgen macht 
vor dem Hintergrund der genannten Zugänge  eine mehrdimensionale Erhebung notwen-
dig. Im Zusammenhang mit der Fokussierung der Befragung auf die unmittelbare räumli-
che und soziale Wohnumwelt älte rer Menschen werden dahe r die genannten Aspekte, 
nämlich innerhäusliche und außerhäusliche Ausstattung , infrastrukturelle Wohnbedin-
gungen, aber auch individuelle Vorlieben und emotionale Bewertungen  (Verbundenheit), 
sowie schließlich die Person-Umwelt Passung besonders differenziert erhoben. 
 
1.3.5 Eine Unterscheidung quer zu den Inhalten: "Drittes" und "Viertes" 
Alter 
Greift man die bisher dargestellten Befunde  und öffentlichen Diskussionen zum demogra-
phischen Wandel auf, so ist es, unabhängig von einzelnen Themen der Befragung, unum-
gänglich, in einer empirisc hen Datensammlung zum kommunale n Altern die verschiede-
nen Lebensphasen - insbesondere mit Abgren zung zum sehr hohen Alter hin - entspre-
chend  zu berücksichtigen. Begründer der hi er zugrunde gelegten Unterteilung in ein 
"Drittes" und ein "Viertes" Alter sind der Historiker Peter Laslett sowie die Entwicklungs-
psychologen Paul B. Baltes und Jacqui Sm ith (Laslett, 1989, 1995; Baltes, 1997, 1999; 
Baltes & Smith, 1999). Obwohl die Autoren kein e festen Altersgrenze n setzen, hat sich 
doch eine Trennlinie bei 80 Jahren als prag matische Lösung herausgebildet. So umfasst

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
21
das "Dritte" Alter die Lebe nsphase zwischen ungefähr 60 und 80 Jahren. Im "Vierten" 
Alter befinden sich dementsprechend alle Personen, die älter als 80 Jahre sind.  
 
Laslett beschreibt das "Dritte" Alter sehr positiv, als Höhepunkt bzw. Blüte des Lebens, 
als Zeit der persönlichen Erfüllung und des Sinnerlebens. Auf der Grundlage der Ergeb-
nisse der Berliner A ltersstudie (Mayer & Ba ltes, 1996) kommt auch Baltes zu einer ähn-
lich positiven Einschätzung. Kennzeichnend für das "Dritte" Alter ist eine hohe Verhal-
tenskompetenz, geringe Morbidität, wenig Verlusterfahrungen (Ausnahme: Rollenverluste 
z.B. aufgrund des Übergangs in die nachberu fliche Phase) sowie insgesamt gute Kompen-
sationsmöglichkeiten im Falle von Einbussen.  
 
Beide Autoren sehen das "Vierte" Alter eher  negativ, "als Zeit de r unabänderlichen Ab-
hängigkeit, der Altersschwäche und des Todes" (Laslett) bzw. als "sehr vulnerable Le-
bensphase mit zunehmender Unmöglichkeit de r effektiven Kompensation von Defiziten" 
(Baltes). Im Vergleich zum "Dritten" Alter zei gt sich in den Studien zum "Vierten" Alter 
eine eher gegenläufige Ei nwicklung. Diese ist gekennzei chnet durch das Auftreten von 
Multimorbidität und damit einhergehenden Funktionseinbussen sowie einem erhöhten 
Risiko für Hilfe- und Pflegebedarf. Verluste rfahrungen (sozial, gesundheitlich, gesell-
schaftlich) sind im hohen Alter wahrscheinlicher , insgesamt zeigt sich eine geringere An-
passungsfähigkeit an Veränderungen und/oder Einbussen (s. Abbildung 3.).  
 
Abbildung 3. Einige Unterschiede zwis chen "Drittem" und "Viertem" Alter 
Das "Dritte" Alter (ca. 60-80 Jahre alt) ist u.a. gekennzeichnet durch 
• Hohe Verhaltenskompetenz 
• Geringe Morbidität 
• Wenig Verlusterfahrungen (außer Rollenverlust) 
• Gute Kompensationsmöglichkeiten 
Das "Vierte" Alter (ca. ab 80 Jahren) ist u.a. gekennzeichnet durch 
• Funktionseinbussen, erhöhtes Risiko der Hilfsbedürftigkeit 
• Erhöhtes Risiko der Multimorbidität 
• Häufung von Verlusterfahrungen 
• Geringere Anpassungsfähigkeit 
(Quelle: z.B. Baltes & Smith, 1999)

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
22 
Zusammenfassend zeigt sich für das "Vierte"  Alter eine ungünstigere Tendenz vor allem 
in den Bereichen Gesundheit (körperliche und psychische Gesundheit, z.B. Demenz) und 
Alltagskompetenz / Pflegebedarf, psychische Leistungsfähigkeit, Persönlichkeit, soziale 
Beziehungen sowie im sozioökonomischen Status. Unterschiede werden auch in den Be-
reichen Wohnen (Anteil der Heimbewohner stei gt mit dem Alter) und Mobilität (Anteil 
der in der Wohnung und unmittelbaren Wohnumg ebung verbrachten Zeit steigt mit dem 
Alter) sichtbar. So ist beispielsweise auch be kannt, dass hochaltrige  Personen häufiger in 
weniger gut ausgestatteten Wohnungen / Wohnb estand leben, was gerade vor dem Hinter-
grund einer zunehmenden Verlet zlichkeit dieses Personenkreis es bezüglich gesundheits-
bezogener Aspekte die Aufrechterhaltung eine r selbständigen Lebensführung in den eige-
nen vier Wänden erschweren oder gar verhindern kann (Oswald et al., 2003, 2004). 
 
Befunde zur Entwicklung der gesunden Lebens erwartung über die Zeit (z.B. Doblhammer 
& Kytir, 2001) zeigen eine insgesamt positive Entwicklung bis zum Alter von 85 Jahren. 
Eine schwedische Studie stellte aber auch fest, dass si ch der Gesundheitszustand der Älte-
ren (77 Jahre und älter) von 1992 bis 2002 sowohl in  vielen selbst berichteten Indikatoren 
als auch in zahlreichen objektiven Funktionen verschlechtert hat (Parker et al., 2005). Es 
ist also nicht gerechtfertigt darauf zu vert rauen, dass die immer älter werdende Bevölke-
rung zunehmend gesünder und fitter wird, so dass sich die heute prekäre Situation der 
Hochaltrigen ohne große Interventionen quasi von selbst verbessern wird.  
 
Im Zusammenhang mit kommunaler Altenpolit ik ist diese Unterscheidung grundlegend 
von Bedeutung, da sich im "Dritten" und "Viert en" Alter ganz unterschiedliche alltägliche 
Anforderungsprofile ergeben können und die Be reithaltung einer Angebotsstruktur für 
Frauen und Männer beider Altersgruppen Sc hwierigkeiten bereiten kann. Mit anderen 
Worten, die "Buntheit" des Alterns kann au ch zur kommunalen Herausforderung werden. 
Hinzu kommt, dass Personen beider Alters gruppen unterschiedli che Biografien und ko-
hortenspezifische Erfahrungen im Umgang m it Angebotsstrukturen und kommunaler Par-
tizipation mitbringen. Auf eine Konfundi erung von Altersgruppen und Geburtskohorten 
kann an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. 
 
1.4 Fragestellung 
Vor dem Hintergrund der bish er dargestellten empirische n gerontologischen Befundlage 
erfolgte eine inhaltliche Ausrichtung der Befragung auf folgende Schwerpunkte:

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
23
1. Erfassung der aktuellen Lebensbedingungen älterer Menschen im Stadtteil Arheil-
gen, getrennt nach grundlegenden Indi katoren seitens der Person (z.B. sozioökono-
mischer Status, Gesundheit) und seitens der unmittelbaren Umwelt (z.B. Wohnbe-
dingungen, Infrastruktur im Stadtteil, soziale Kontakte). 
2. Erfassung der berichteten objektiven Wohnbedingungen und der subjektiv wahrge-
nommener Wohnbedürfnisse unter Einbezi ehung räumlich-sozialer inner- und au-
ßerhäuslicher Wohnmerkmale sowie eige ner Vorstellungen zum zukünftigen Leben 
und Wohnen in Arheilgen mit dem Ziel, Aussagen über deren Übereinstimmung ma-
chen zu können. 
3. Gegenüberstellung der Wohn- und Lebenssitu ation und des Lebens im Stadtteil von 
Frauen und Männern im so genannten "Dritten" und "Vierten" Alter (s.u.). 
 
Mit den durch die Befragung gewonnenen Befunden wird unter anderem das Ziel verfolgt, 
praxisrelevante Vorgaben zur Verbesserung selbständigen Lebens im Alter aus individuel-
ler, altersspezifische r und städtischer Perspektive zu liefern und zur Optimierung städti-
scher Wohnumwelten beizutragen. 
 
In konzeptueller Eingrenzung des Begriffes der Selbstbestimmtheit bot es sich an, die vor-
liegende Befragung am Konstrukt des "guten" Alterns (im Original: a "good" life in old 
age, Lawton, 1983, 1989a) zu orientieren. Dabe i wird dieser Begri ff als übergeordnetes 
Konstrukt verstanden. Aussagen über "gutes" Altern im Stadtteil erfolgen dabei aus öko-
gerontologischer Perspektive immer vor de m Hintergrund einer umfassenden Betrach-
tungsweise der Person in ihrer jeweiligen räm lich-sozialen Lebensumwelt. Das heißt, es 
werden Aspekte der Person und der sozialen sowie der i nnerhäuslichen und außerhäusli-
chen räumlichen Umwelt gemeinsam betrachtet (s. Abbildung 4).  
 
Auf der Ebene der Person sind aus gerontologischer Perspe ktive beispielsweise Aspekte 
wie objektive Gesundheit und Alltagskompetenz (A ktivitäten des täglichen Lebens) sowie 
subjektive Einstellungen (Lebenszufriedenheit, Zukunftserleben) von zentraler Bedeutung, 
da sie Einfluss auf gutes Leben im Stadtteil im hohen und sehr hohen Alter haben können.  
 
Auf der Ebene der sozialen Umwelt hat sich in der Gerontologie die Betrachtung aus ob-
jektiver (z.B. Kontakthäufigke it) und subjektiver Sicht (z.B . Zufriedenheit mit sozialen 
Beziehungen) bewährt. Empirische Befunde verweisen darauf, dass soziale Netzwerke mit 
zunehmendem Alter zwar kleiner werden, langj ährige Kontakte jedoch nicht an Intensität

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
24 
verlieren, sondern bis ins höchste Alter hinein aufrechterhalten und gepflegt werden. Das 
soziale Netzwerk umfasst Beziehungen zur Familie, aber auch außerfamiliäre Kontakte zu 
Freunden und Bekannten, zur Nachbarschaft oder zu Kindern und Jugendlichen im Stadt-
teil, denen jeweils unterschiedliche Funkti onen im Hinblick auf Austausch sowie Hilfe 
und Unterstützung zukommen.  
 
Abbildung 4. "Gutes" Altern im Stadtteil 
 
Quelle: Eigene Darstellung. Erläuterungen im Text. 
 
Hinsichtlich der räumlichen Umwelt werden ebenfalls objektive und subjektive Aspekte 
unterschieden. Die objektiven Wohnmerkmale umfassen vor allem die tatsächlich vorhan-
denen Wohnbedingungen (z.B. Wohnungsgröße,  Wohnungsalter, Ausstattung der Woh-
nung), die nach Stadtteil und Wohngegend, aber zum Teil auch nach Lebensalter variieren 
können. Subjektive Wohnmerkmale beziehen si ch auf die Wahrnehmung der räumlichen 
Umwelt (beispielsweise der Wohnung und des Wohnumfeldes) durch die Person (Zufrie-
Altern im Stadtteil
(im „Dritten“ und „Vierten“ Alter)
Person
objektiv: z.B. Gesundheit
subjektiv: z.B. Lebenseinstellung
Soziale Umwelt
objektiv: z.B. Kinder in der Nähe
subjektiv: z.B. Kontaktwünsche
Räumliche Umwelt
objektiv: z.B. Wohnausstattung
subjektiv: z.B. Verbundenheit
Altern im Stadtteil
(im „Dritten“ und „Vierten“ Alter)
Person
objektiv: z.B. Gesundheit
subjektiv: z.B. Lebenseinstellung
Soziale Umwelt
objektiv: z.B. Kinder in der Nähe
subjektiv: z.B. Kontaktwünsche
Räumliche Umwelt
objektiv: z.B. Wohnausstattung
subjektiv: z.B. Verbundenheit

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
25
denheit mit der Wohnung und dem Wohnumfeld, erlebte Verbundenheit, als wichtig be-
wertete Aspekte der Wohnung und des Wohnumfeldes usw.).  
 
1.5 Beschreibung des Stadtteils Arheilgen
1 
Der Stadtteil Arheilgen liegt in der Peripherie Darmstadts ca. 4 km nördlich der Innenstadt 
Richtung Frankfurt/Main (s. Abbildung 5).  
 
Abbildung 5. Stadt Darmstad t mit Stadtteil Arheilgen 
 
 
 
Auf einer Fläche von 1.126,8 ha befinden sich di e Ortsteile Alt-Arheilgen, Arheilgen-Süd, 
Arheilgen-West und Arheilgen-Ost (Wissenschaf tsstadt Darmstadt, 2005a). Im Stadtteil 
Arheilgen leben insgesamt 16.468 Personen (H auptwohnsitz), 765 sind mit einem Neben-
                                                
 
1 Informationen ohne Quellenangabe sind sämtlich einem unveröffentlichten Dokument entnommen, das uns 
dankenswerter Weise von Herrn Andreas Schmidt, Bezi rksverwalter in Arheilgen, für diesen Bericht zur 
Verfügung gestellt wurde.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
26 
wohnsitz gemeldet. Von den 16.468 mit Haupt wohnsitz in Arheilgen  lebenden Personen 
sind 3.346 über 65 Jahre alt.2 Im Vergleich dazu zählen 954 Personen zur Gruppe der 0 bis 
6jährigen, 1.957 zur Gruppe der 6 bis 18jährigen und 2.281 zur Gruppe der 18 bis 
30jährigen. Der Stadtbezirk Arhe ilgen-Süd zählt darüber hinaus  zu den Stadtbezirken, in 
denen der Anteil der über 60jährigen Persone n mit 35,9% mehr als ein Drittel der im 
Stadtviertel lebenden Bevölkerung ausmach t (Gesamtstadt Darmstadt Durchschnitt: 
23,9%) (Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2003a; 2005b). 
 
Stadtgeschichtlich ist Arheilgen älter als die Stadt Darmstadt. Bereits vor der ersten ur-
kundlichen Erwähnung einer Ansi edlung unter der Bezeich nung "Darmundestat" aus dem 
11. Jahrhundert finden sich Hinweise auf ei nen Ort namens "Araheiligon", dessen erste 
urkundliche Erwähnung auf das Jahr 836 datiert ist ( http://www.darmstadt.de/
 
kultur/geschichte/02662/; Schmidt-Rohde, 1986). Etwa 700 Jahre später, 1569, wurde 
Arheilgen durch einen Brand zerstört. An fang des 17. Jahrhunderts folgten weitere Ver-
wüstungen im Dreißigjährigen Krieg, im 18. Jahrhundert wurde der Ort wieder aufgebaut 
und bestand als eigenständige Gemeinde bis 1937.  
 
Im Jahr 1937 wurden Arheilgen und Eberstadt in die Stadt Darmstadt eingemeindet. Mit 
dieser Maßnahme überschritt Darmstadt die Zahl von 100.000 Einwohnern, wodurch es 
den Status einer "Großstadt" erhielt. Im 2. Weltkrieg wurd e Darmstadt durch Bombenan-
griffe schwer zerstört, der Stadtteil Arheilgen blieb davon weitgehend verschont.  
 
Nach 1945 entstanden in Arheilgen eine Reih e neuer Wohngebiete. So wurde beispiels-
weise Ende der vierziger Jahre die sogenannt e "Fritz-Wernath-Siedlung" erbaut. In den 
sechziger Jahren wuchs Arheilgen im Südosten weiter, in den siebziger Jahren erfolgte 
eine Ausdehnung in Richtung der Main-Neck ar-Bahn. 1998 entstand das Baugebiet süd-
lich der Weiterstädter Straße am neuen Bahndamm gelegen - und damit auch in unmittel-
barer Nähe zum neuen S-Bahnhof, der Arheilg en mit dem gesamten Rhein-Main-Gebiet 
verbindet. Nördlich davon nimmt auf dem eh emaligen "Schenck-Gelände" ein weiteres 
neues Wohngebiet "Am Ohlenbachgraben" ko nkrete Gestalt an, ebenso wie im Osten 
                                                
 
2 Aus dieser Gruppe wurde vom Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
die von uns befragte Stichprobe von n=773 älteren Personen geschichtet nach Altersgruppen (65 bis 79 Jahre 
und 80 bis 94 Jahre) und Geschlecht zufällig ausgewählt.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
27
Arheilgens das vermutlich letzte neu erschlos sene Wohngebiet in Darmstadts Norden, der 
"Schlägelsgraben". 
 
Der wirtschaftliche Aufschwung Arheilgens, das zuvor von der Landwirtschaft dominiert 
war, kann auf das Ende des 19. Jahrhunderts datiert werden. So erfolgte im Jahr 1898 die 
Ansiedlung der Firma Schenck sowie die E rrichtung des Kranichsteiner Bahnbetriebs-
werks nebst Güterbahnhof. Ab 1903 erfolgte die Niederlassung der Firma Merck am süd-
lichen Ortsrand, mit der auch die Ansiedlung von den dort neu beschäftigten Arbeitneh-
mern einherging. Auch die weltbekannte Gese llschaft für Schwerionenforschung (GSI) ist 
in Arheilgen ansässig. Neben den genannten Wi rtschaftsgrößen finden sich in Arheilgen 
zahlreiche kleinere und mittlere Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie das Gewerbege-
biet an der Weiterstädter Landstraße, das Mitte der siebziger Ja hre entstand und bis zum 
heutigen Tag stetig gewachsen ist. Auch die Nähe zum Frankf urter Flughafen ist ein wirt-
schaftlicher Standortvorteil, der allerdings den Nachteil hohe r Fluglärmbelastung mit sich 
bringt.  
 
In Arheilgens Ortsmitte steht das markante Gebäude des Bürgerzentrums "Zum Goldnen 
Löwen", das unter anderem örtlichen Verein en für kulturelle Veranstaltungen und den 
Arheilger Bürgern für die unterschiedlichsten Feierlichkeiten zur Ve rfügung steht. In der 
warmen Jahreszeit steht ein großer Biergarten  als Entspannungsoase bereit. Ein hervorzu-
hebendes Projekt der Stadtsan ierung ist die Neugestaltung des Ruthsenbachs inklusive 
Bachstraße zwischen der Rückenmühle und de r Messeler Straße, die das Bild des Arheil-
ger Ortskerns neu geprägt hat: vier Absenkunge n im Uferbereich etwa machen den Bach-
lauf zugänglich und erlebbar. Di e Weiterführung der Straßenba hnlinie über das Stadtteil-
zentrum um den "Goldnen Löwen" herum bis zum Ortsende im Norden steht unmittelbar 
vor dem Baubeginn im Oktober 2006. Verbunden mit dieser Maßnahme soll eine komplet-
te Neugestaltung des Straßenraums der Haupt verkehrsader des Stadtteils einhergehen, 
ebenso wie die sich daran an schließende Neugestaltung des Arheilger Ortskerns rund um 
das Bürgerzentrum "Zum Goldnen Löwen" ( http://www.darmstadt.de/freizeit/stadtplan/
 
index.html).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
28 
2. Methodisches Vorgehen und Stichprobe 
2.1 Inhalte der Untersuchung 
Im Rahmen einer schriftlichen Befragung (s . auch 2.2) wurden Aspekte der Gesundheit, 
der Person, sowie der sozialen und räumlichen Umwelt untersucht.  
 
Aspekte der Gesundheit 
Angaben zur Gesundheit wurden ausschließlich als subjektive Einschätzungen der Befrag-
ten erhoben, es handelt sich also nicht um obj ektive Informationen, wie beispielsweise ein 
Arzturteil. Erfragt wurden die Einschätzung der Gehfähigkeit sowie der Seh- und Hörfä-
higkeit, die allgemeine Zufriedenheit mit der Gesundheit, erlebte Einschränkung von Ak-
tivitäten durch schlechte Gesundheit sowie ei ne Bewertung der Selbstständigkeit in der 
Ausführung grundlegender und instrumenteller Aktivitäten des täglichen Lebens.  
 
Aspekte der Person 
Sozialstrukturelle Variablen 
Als Hintergrundvariablen wurden neben Geschlecht und Alter (zwei Altersgruppen: 65-79 
Jahre und 80-94 Jahre), der Familienstand, di e Anzahl lebender Kinder und Enkel allge-
mein sowie in Darmstadt und Umgebung, Anga ben zur Haushaltsform (Einpersonen-, 
Zweipersonen-, Mehrpersonenhaushalt) sowie zum Lebensmittelpunkt im Lebenslauf 
(Deutschland, Ausland) erfasst. Darüber hinaus wurden der Bildungsstand (zuletzt besuch-
te Schulart), Angaben zum monatlichen Ha ushaltsnettoeinkommen (<500 Euro, 500-1000 
Euro, 1000-1500 Euro, 1500-200 Euro, >2000 Euro) und zur Erwerbstätigkeit (aktuell und 
im Lebenslauf) erhoben.  
 
Psychische Aspekte 
Angaben zu persönlichen psychischen Ress ourcen der Teilnehmer wurden in Form von 
Aussagen zu allgemeinen Lebenseinstell ungen und Überzeugungen sowie einer Einschät-
zung der Lebenszufriedenheit (0-10 von "überhaupt nicht" bis "ganz und gar") erhoben. 
 
Zukunft  
Die Angaben zur Zukunft umfassen Aspekte der persönlichen Zukunft, der Wohnzukunft 
sowie der Zukunft älterer Menschen im Stadtte il Arheilgen. Informationen zum vielleicht 
zu erreichenden bzw. zum gewünschten Lebe nsalter ermöglichen ebenfalls Aussagen zur 
(zeitlichen) Zukunftsperspektive der Befragten.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
29
Aspekte der sozialen Umwelt 
Hinsichtlich der sozialen Umwelt wird eben falls zwischen objektiven und subjektiven 
Aspekten unterschieden. Die objektiven Aspekte der sozialen Umwelt wurden mit den fol-
genden Variablen erfasst:  
• Kontakthäufigkeit mit wichtigen Personen (persönlich und telefonisch)  
• Kontakte zu Kindern und Jugendlichen in Arheilgen  
 
Die subjektiven Aspekte der sozialen Umwelt wurden mit den folgenden Variablen erfasst: 
• Kontaktwünsche zu wichtigen Personen 
• Vorhandensein einer Vertrauensperson  
• Vorhandensein von Einsamkeitsgefühlen 
• Bürgerschaftliches Engagement allgemein bzw. im Stadtteil Arheilgen 
 
Aspekte der räumlichen Umwelt 
Die Aspekte der räumlichen Umwelt werden zum Zwecke eines besseren Überblicks im 
Folgenden aufgelistet. Unterschieden wird zwischen objektiven und subjektiven Aspekten 
der aktuellen Wohnumwelt. 
 
Die aktuelle objektive Wohnumwelt wurde mit Hilfe der folgenden Variablen erfasst: 
• Wohnstatus (Miete vs. Eigentum)  
• Alter der Wohnung (Jahre)  
• Wohndauer (Jahre in der Wohnung, im Stadtteil, in der Stadt)  
• Wohnfläche (Anzahl der Wohnräume und m
2)  
• Wohnungsausstattung (Stockwerk und Aufzug)  
• Wohnungsausstattung (Heizung, Sanitäranlagen) 
• Genutzte Informationsquellen (Stadtteilze itung, Tageszeitung, Radio, Fernsehen, In-
ternet, Sonstige)  
• Außerhäusliche Mobilität (Verkehrsmittelnut zung: ÖPNV, Auto, Fahrrad; fußläufige 
Erreichbarkeit von Einrichtungen) 
• Wohnbedingungen in der Wohnung und im Wohnumfeld (siehe Abschnitt 3.4.3)

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
30 
Die aktuelle subjektive Wohnumwelt wurde mit Hilfe der folgenden Variablen erfasst: 
• 'Drinnen-Draußen-Typ' (0-10 von "Am liebs ten würde ich immer zu Hause sein" bis 
"Am liebsten würde ich immer draußen sein")  
• Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtungen  in Arheilgen (0-10 von "überhaupt 
nicht" bis "ganz und gar") 
• Zufriedenheit mit Mobilitätsmöglichkeiten in sgesamt, 0-10 von "übe rhaupt nicht" bis 
"ganz und gar") 
• Verbundenheit mit dem Stadtteil Arheilgen (0 -10 von "überhaupt nicht" bis "ganz und 
gar")  
• Lieblingsplatz in Arheilgen (vorhanden und erreichbar, konkrete Nennungen) 
• Genutzte und fehlende Angebote in Arheilgen (offen erfragt)  
• Konkretes Bauvorhaben "Gemeinschaftsha us" in Arheilgen und Auswirkungen auf 
eigene Aktivitäten 
• Wohnbedürfnisse bezüglich der Wohnung und des Wohnumfeldes (siehe Abschnitt 
3.4.3) 
 
2.2 Art der Untersuchung 
Die Erhebung erfolgte in Form einer sc hriftlichen Befragung. Die Verwendung des Beg-
riffs 'schriftliche Befragung' bezieht sich im allgemeinen auf die Durchführung einer Be-
fragung, bei der Fragebögen an Befragte postalisch versandt werden mit der Bitte, diese 
Fragebögen ausgefüllt zurückzusenden  (Schnell, Hill, & Esser, 1999). Die Vorteile einer 
schriftlichen Befragung (bspw. im Vergleich zum persönlichen Interview) liegen im tech-
nischen und ökonomischen, aber auch im methodi schen und inhaltlichen Bereich. Postali-
sche Befragungen sind in der Regel kosteng ünstiger, da vor allem Interviewerkosten 
(Betreuung, Schulung, Koordination  des Personals) nicht anfa llen. Andererseits werden 
Aspekte wie das Vermeiden von Interviewerfeh lern, ehrlichere Antworten als bei Anwe-
senheit eines Interviewers (soziale Erwünsch theit der Antworten ist geringer), überlegtere 
Antworten und höhere Konzentration und Motivat ion aufgrund der frei wählbaren Zeit 
zum Ausfüllen des Fragebogens als Argument e für eine postalische  Befragung angeführt 
(Schnell et al., 1999). Neben den Vorteilen sind auch die Nachteile der Methode zu be-
rücksichtigen. Ein hauptsächlich er Nachteil besteht in der geringen Rücklaufquote. Diese 
wird in der Literatur mit Zahlen zwischen 15 und 60% der versa ndten Fragebögen ange-
geben (Berekoven, 1999). Häufige Ursachen für schlechte Rücklaufquoten sind die Un-
verbindlichkeit der pe rsönlichen Ansprache und die ve rsäumte Motivierung der Teilneh-
mer. Vor diesem Hintergrund erfolgte ein hohes Investment dieser Befragung in die ge-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
31
zielte Ansprache und inhaltlic he Aufklärung der potenzielle n Teilnehmer. Ziel war es, 
insgesamt eine höchstmögliche Rücklaufquot e zu erreichen (ca. 50%). Als weitere 
Nachteile werden die Unkontrollierbarkeit de r Situation (z.B. Beei nflussung des Teilneh-
mers oder Beantwortung des Fragebogens durch  eine andere Person) sowie Unklarheit 
über Gründe und Motive einer unvollständigen Beantwortung genannt.  
 
Nach Ablauf der Rücksendefrist ist es me ist notwendig, an die Personen, von denen noch 
keine Rückmeldung vorliegt, ein "Erinnerungs schreiben" mit der Bitte um Rücksendung 
sowie einem Hinweis auf die Bedeutung der Te ilnahme zu versenden (Mayer, 2002). Im 
Rahmen der vorliegenden Befragung wurde dies e "Erinnerung" telef onisch durchgeführt. 
Dabei erfolgte insbesondere eine gezielte Nachfrage in der Gruppe der hochaltrigen poten-
ziellen Teilnehmer (80-94 Jahre), was zur nachträglichen Gewinnung von 63 Männern 
und Frauen führte.  
 
2.3 Gewinnung der Stichprobe 
Zur empirischen Untersuchung der vorgestellt en Fragestellungen wurde aus dem Melde-
register der Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Ausgangsstichprobe von n=773 gezogen. 
Dabei handelt es sich um eine nach Alter (zwei Altersgruppen: zwischen 65-79 Jahre alt 
und zwischen 80-94 Jahre alt) und Geschlecht (Männer und Frauen) geschichtete Zufalls-
stichprobe privatwohnender, das heißt nicht in  stationären Einrichtungen lebender, älterer 
Personen im Stadtteil Arheilgen, aus der da nn die Stichprobe de r Untersuchung hervor-
ging. Altersgruppen sowie Männer und Frauen so llten in dieser Stichprobe annähernd 
gleich verteilt sein, um Unterschiede zwischen älteren Menschen im "Dritten" (< 80 Jahre) 
und "Vierten" (> 80 Jahre) Alter herausar beiten zu können. Bezogen auf die Gesamtpopu-
lation älterer Menschen in Arheilgen ist die Stichprobe nicht repräsentativ. Der Datensatz 
der Untersuchung enthielt nach Prüfung aller Kriterien Namen und Anschriften derjenigen 
773 Männer und Frauen, die zum Untersuchung szeitpunkt zwischen 65 und 94 Jahre alt 
waren. Um die Zielgruppe zu er reichen, erhielten alle Personen per Post je ein Anschrei-
ben der Universität Heidelberg und des Bürger meisters der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
sowie den Fragebogen mit frankiertem Rückum schlag. Das Anschreiben beinhaltete In-
formationen über Anliegen und Ziele der Studie,  Hinweise zur Freiwi lligkeit der Teilnah-
me und zum Datenschutz. Im folgenden Abschnitt werden Angaben zur Stichprobenge-
winnung sowie Gründe für Nichterreichung und Ve rweigerung dargelegt. Die Darstellung

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
32 
in den Tabellen zur Stichprobengewinnung erfolgt nach Anzahl der Personen (n) und Pro-
zent (%).  
 
Ausgangstichprobe 
Ziel war es, insgesamt ca. 400 privatw ohnende Personen gleichverteilt nach Alter (ca. 
50% im Alter zwischen 65-79 Jahren und ca. 50% im Alter zwischen 80-94 Jahren) und 
Geschlecht (ca. 50% Männer und Frauen) in die Befragung einzubeziehen. Die Ausgangs-
stichprobe umfasste insgesamt 773 (bezogen auf die Gesamtpopulation älterer Menschen 
in Arheilgen) nichtrepräsentative, zufällig ausgewählte Personen aus den Listen des Mel-
deamtes, die nach der Prüfung der Einschlussk riterien von der Universität Heidelberg an-
geschrieben wurden. Bis zum Stichtag ginge n insgesamt 302 Rückantworten ein, wobei 
insbesondere die über 80 bis 94jährigen Männer und Frauen im Vergleich zu den jüngeren 
Personen eine geringere Antworttendenz aufwie sen. Durch gezielte telefonische Nachfra-
ge konnten in der Gruppe der hochaltrigen Teilnehmer noch 63 Personen hinzugewonnen 
werden. Zudem gingen nach Ablauf der Frist weitere 38 Fragebögen ein, so dass schließ-
lich Angaben von insgesamt 403 Personen vorl agen. Insgesamt 370 Personen reagierten 
nicht auf das Anschreiben und verweigerten die Teilnahme durch Nicht-Antwort. Von 181 
der 370 Personen liegen nachträglich erfragte  Gründe für die Nicht-Teilnahme vor. Die 
konkret genannten Ausfallgründe finden sich zusammengefasst in Tabelle 2. Zu 189 der 
370 Personen bestand kein Kontak t, entweder aufgrund fehlenden Telefonanschlusses (47 
Personen) bzw. aufgrund der Komplettierung der Stichprobe (142 Personen).  
 
Kennwerte der Gesamtstichprobe 
Die Ausgangsstichprobe (Listen des Meldeamtes) umfasste insgesamt 773 Personen: 420 
(54,3%) in der Altersgruppe der 65-79jähri gen und 353 (45,7%) in der Altersgruppe der 
80-94jährigen. Die Antwortrate, das heißt die Anzahl aller eingegangenen Fragebögen, lag 
in der jüngeren Altersgruppe bei rund 56%, in  der älteren Altersgruppe mit ca. 47% etwas 
darunter. Die Verweigerungsrate, das heißt, die Anzahl alle r Personen, die nicht an der 
Befragung teilgenommen haben, lag dementspre chend bei etwa 44% (65-79jährige) und 
ca. 52% (80-94jährige). Die Ausschöpfungsquote umfasst alle Personen, die im entgülti-
gen Datensatz enthalten sind und setzt sich  aus den insgesamt 403 eingegangenen Frage-
bögen abzüglich 11 Personen (Fragebögen mit mangelhafter Datenqualität bzw. nicht von 
Zielperson ausgefüllt) zusammen. Die Aussc höpfungsquote bezieht sich auf n=392 und 
entspricht mit ca. 51% ungefähr der Hälfte der Ausgangsstichprobe, was als sehr hoch

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
33
bewertet werden kann und voll und ganz der Zielsetzung entspricht, ca. 400 ältere Männer 
und Frauen im Stadtteil Arheilgen zu erreichen (s. Tabelle 1).  
 
Tabelle 1. Stichprobengewinnung 
 Häufigkeit (n) Prozent (%) 
Ausgangsstichprobe (Listen des Meldeamtes) 773 100,00 
Eingänge (gesamt) 
• Rücklauf bis Stichtag 
403 
302 
52,13 
39,07 
• Rücklauf nach Stichtag 
- Nach telefonischem Kontakt 
- Ohne telefonischen Kontakt 
101 
63 
38 
13,07 
8,15 
4,92 
Ausfälle (gesamt) 
• Gründe bekannt 
370 
181 
47,87 
23,42 
• Gründe unbekannt 
- Keine Telefonnummer  
- Kein Kontaktversuch aufgrund komplettierter 
Stichprobe 
189 
47 
142 
24,45 
6,08 
18,37 
   
Kennwerte der Gesamtstichprobe   
Ausgangsstichprobe (Listen des Meldeamtes) 
• 65-79 Jahre 
• 80-94 Jahre 
773 
420 
353 
100,00 
54,33 
45,67 
Antwortrate1 
• 65-79 Jahre  
• 80-94 Jahre  
403 
234 
167 
52,13 
55,71 
47,31 
Verweigerungsrate2 
• 65-79 Jahre  
• 80-94 Jahre  
370 
185 
185 
47,87 
44,05 
52,41 
   
Ausschöpfungsquote3 
• 65-79 Jahre  
• 80-94 Jahre  
392 
232 
160 
50,71 
55,24 
45,33 
Anmerkung. 1 Alle eingegangenen Fragebögen bezogen auf die Ausgangsstichprobe (Zwei  
  Bögen konnten aufgrund fehlender ID nicht zugeordnet werden).  
2 Alle Personen, die nicht teilgenommen haben. 
3 Alle im endgültigen Datensatz enthaltenen Fragebögen (insgesamt 11 Fragebögen  
  wurden aufgrund mangelnder Datenqualität [>50% fehlende Angaben] nicht  
  aufgenommen, zwei, weil sie nicht von der Zielperson ausgefüllt wurden).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
34 
Ausfallgründe 
Durch gezielte telefonische Nachfrage war es nicht nur möglich, weitere Teilnehmer zu 
gewinnen, sondern auch Gründe für die Nichtt eilnahme zu erfragen. Die Angaben bezie-
hen sich im Folgenden jeweils auf die Gr uppe der 181 Personen, fü r die Ausfallgründe 
identifiziert werden konnten. Der prozentuale Anteil dieser Gruppe an der Ausgangsstich-
probe (773 Personen) beträgt ca. 23%. Da die telefonische Nachfrage gezielt in der Al-
tersgruppe der 80 bis 94jährigen durchgeführt wu rde, besitzen die in Tabelle 2. dargestell-
ten Ausfallgründe auch nur für diese Teilgruppe Gültigkeit. 
 
Tabelle 2. Ausfallgründe  
Ausfallgründe % (Häufigkeit der Nennungen)
• Gesundheit 33,8 (61) 
- körperlich 
- geistig 
       (39) 
       (22) 
• Kein Interesse 29,8 (54) 
• Verweigert Telefongespräch 9,9 (18) 
• Verstorben 5,5 (10) 
• Keine Zeit 5,0 (9) 
• Zielperson auch nach 8 Anrufversuchen nicht  
erreichbar 3,3 (6) 
• Sonstiges 12,7 (23) 
- Kind untersagt Teilnahme / Telefongespräch  
- Ehemann ist gegen die Teilnahme 
- Zweifel an der Anonymität der Befragung 
- (Ehe)Partner im Krankenhaus/ psychische Belastung
- Teilnehmer wohnt mittlerweile im Pflegeheim 
- Private Gründe (nicht spezifiziert) 
- Teilnehmer ist für längere Zeit verreist 
- Fragen sind zu persönlich 
- Teilnehmer ist verzogen 
- Tod des Partners   
- Deadline (nach Telefongespräch) abgelaufen 
        (6) 
        (1) 
        (3) 
        (2) 
        (2) 
         (1) 
         (2) 
         (1) 
        (1) 
        (1) 
        (3) 
• Gesamt 100,0 (181) 
Anmerkung. Verweigerungsgründe für die Teilnahme im  Projekt "Selbstbestimmt Älterwerden 
in Arheilgen", Erläuterungen im Text. 
 
Etwa ein Drittel aller Personen, für die Ausfallgründe vorliegen  (ca. 34%), be richtete (er-
wartungsgemäß) Einschränkungen im gesundheitlichen Bereich, aufgrund derer eine Teil-
nahme abgelehnt wurde. Ein knappes Drittel (ca. 30%) nannte mangelndes Interesses als 
Grund für die Nichtteilnahme. Etwa 10% alle r Ausfallgründe waren auf eine Verweige-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
35
rung des Telefongespräches zurückzuführen. Fünf Prozent der Angerufenen gaben an, 
keine Zeit für die Teilnahme zu haben, weitere  fünf Prozent waren in der Zwischenzeit 
verstorben. In drei Prozent der Fälle war ei n Kontakt mit Zielperson auch nach 8 Anruf-
versuchen zu unterschiedlichen Tages- und Wochenzeiten nicht möglich. Für insgesamt 
rund 13% der angerufenen Personen wurden so nstige Gründe für eine Nichtteilnahme er-
mittelt (s. Tabelle 2). 
 
2.4 Statistische Prüfverfahren 
Die Datenanalyse wurde mit dem Statistik-P rogramm SAS durchgefü hrt (SAS Institute 
Inc., 2006). Neben der beschreibe nden, also deskriptiven Darstellung von Prozentangaben 
(%), Häufigkeiten (n), Mittelwerten (M) und Standardabweichungen (SD) erfolgten Un-
terschiedstestungen zwischen den beiden Al tersgruppen (65-79 versus 80-94 Jahre alt) 
insgesamt sowie für Frauen und Männer beider Altersgruppen getrennt. Zu diesem Zweck 
wurden, je nach Skalenniveau, sogenannte χ
2-Tests oder T-Tests durchgeführt (Bortz, 
2005). Eine statistische Unters chiedstestung zwischen Mä nnern und Frauen allgemein 
ohne Berücksichtigung des Alters erfolgte hing egen nicht. Bei allen statistischen Testun-
gen wurde aufgrund der Größe der zugrundelieg enden Stichprobe das Signifikanzniveaus 
auf die folgenden Grenzen festgelegt: Unterschiede auf dem 0,1%-Niveau  = p < .001*** 
(hochsignifikant); Unterschiede auf dem 1%-Niveau  =p < .01** (signifikant); Keine Un-
terschiede = n.s. (nicht signifikant). 
 
Die Tabellen des vorliegenden Berichtes sind demnach jeweils nach folgendem Schema 
aufgebaut: In der linken Spalte findet sich der Name der Variable und die Maßangabe Pro-
zent (%) und Häufigke it (n) oder Mittelwert (M) und Standardabweichung (SD). In den 
beiden folgenden Spalten werden die Werte fü r die beiden Altersgr uppen berichtet. Die 
vierte Spalte beinhalte t die jeweiligen Unters chiede zwischen den Altersgruppen (z.B. in 
Prozentwerten), wobei positive Differenzen au f höhere Werte in der Altersgruppe der 65-
79jährigen verweisen, negative Differenzen hi ngegen auf höhere Werte in der Altersgrup-
pe der 80-94jährigen. Die fünfte Spalte beri chtet über das Ergebnis der statistischen Un-
terschiedstestung. Die Befunde werden jeweils  für die Gesamtgruppe und zudem getrennt 
für Männer und Frauen berichtet (drei Spalten). Am Schluss der Tabelle findet sich in der 
Regel eine Anmerkung mit Informationen zu ve rwendeten statistischen Tests, zum Signi-
fikanzniveau sowie tabellenspezifische Hinweise.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
36 
2.5 Stichprobenbeschreibung 
Im Folgenden wird die Stic hprobe der entgültigen Teiln ehmer der Befragung "Selbstbe-
stimmt Älterwerden in Arheilgen" beschrieben. An erster Stel le findet sich eine Übersicht 
mit der Darstellung der Stratifizierung der Stichprobe sowie Informationen zum durch-
schnittlichen Lebensalter der Befragten. Im Anschluss daran werden weitere Merkmale 
der Stichprobe wie Familienstand, Anzahl der Personen im Haushalt und überwiegender 
Lebensort (Deutschland oder Ausland) sowi e Indikatoren zum sozi oökonomischen Status 
(Schulbildung, Berufstätigkeit [aktuelle und im Lebenslauf] und monatliches Haus-
haltseinkommen) berichtet. Die Ergebnisse finden sich in den Tabellen 3 bis 10. 
 
Für die Befragung wurde vom Amt für Stadte ntwicklung und Statistik der Wissenschafts-
stadt Darmstadt eine Stichprobe älterer Mens chen, stratifiziert n ach Altersgruppen (65-
79jährige und 80-94jährige) und Geschlecht (Mä nner, Frauen) für den Stadtteil Arheilgen 
zur Verfügung gestellt. Um eine Gleichverte ilung auch innerhalb der Altersgruppen erzie-
len zu können, erfolgte eine Differenzierung in 5-Jahresschritten. Die Auswahl zweier 
Altersgruppen beruht auf der Annahme, dass sich Menschen im sogenannten "Dritten" (ca. 
bis 80 Jahre) und "Vierten" Alter (ca. ab 80  Jahre) im Hinblick auf ihre Wohn- und Le-
bensbedürfnisse, aber auch hinsichtlich ihrer Wohn- und Lebensbedingungen unterschei-
den, so dass unterschiedliche Bedürfnis- und Bedingungsstrukturen vorausgesetzt werden 
können, die auch für die vorliegende Befragung grundlegend sind (Baltes & Smith, 1999). 
Da die stratifizierte Zufallsstichprobe nicht repräsentativ ist, erfolgen keine Aussagen über 
die Gesamtpopulation der älteren Bevölkerung in Arheilgen; dies  könnte jedoch durch 
eine Gewichtung in weiteren Analysen geleistet werden (s. Tabelle 3).  
 
Im Juli 2006 wurde die Datenerhebung mit insgesamt 392 zugesendeten Fragebögen abge-
schlossen. Bei der Erschließung der Stichprobe wurden möglichst viele der den zugrunde-
liegenden Kriterien entsprechenden Personen angesprochen. In den Altersgruppen der 85-
94jährigen Männer handelt es sich um eine Vollerhebung, das heißt, es wurden alle 
Arheilger Männer über 85 Jahre in die Stichpro be einbezogen. Dies gilt ebenso für die 
Gruppe der über 90jährigen Frauen. Die Stic hprobe umfasst insgesamt 392 Teilnehmer, 
wovon 59,2% der jüngeren Altersgruppe (65-79  Jahre) und 40,8% de r älteren Altersgrup-
pe (80-94 Jahre) angehören. Der Anteil an Männern und Frauen ist ungefähr gleichverteilt, 
52,0% der Befragten sind Frau en, 48,0% Männer. Die differ enzielle Betr achtung von 
sechs Altersgruppen zeigt vergleichsweise große Teilnehmergruppen bis ca. 85 Jahre.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
37
Trotz der Bemühung um Gleichverteilung der Ze llbesetzungen ist der Anteil an Frauen 
insbesondere in den höheren Altersgruppen deu tlich höher, was bei der Interpretation der 
Befunde berücksichtigt werden muss. Hinsich tlich des durchschnittlichen Lebensalters 
zeigt sich, dass die jüngeren Männer und Frauen mit 71,8 bzw. 71,9 Jahren ungefähr 
gleich alt, während das Durchschnittsalter der hochbetagten Frauen mit 86,0 Jahren um ca. 
1,8 Jahre höher ist als das der Männer mit 84,2 Jahren (s. Tabelle 3).  
 
Tabelle 3. Stichprobe nach  Altersgruppen, Geschlecht, Altersgruppen und Geschlecht 
(zwei und sechs Altersgruppen) 
 Stichprobe nach Altersgruppena (%; n) 
Gesamt 100 (392) 
65-79 Jahre 59,2 (232)  
80-94 Jahre 40,8 (160)  
 Stichprobe nach Geschlechta (%; n) 
Männer 48,0 (188)  
Frauen 52,0 (204)  
 Stichprobe nach zwei Altersgruppen und Geschlechta (%; n) 
 65-79 Jahre  
100 (232) 
80-94 Jahre  
100 (160) 
Männer  50,4 (117) 44,4 (71) 
Frauen  49,6 (115) 55,6 (89) 
 Durchschnittliches Lebensaltera (M; SD) 
Männer  71,8 (4,3) 84,2 (3,3) 
Frauen  71,9 (4,5) 86,0 (4,2) 
 Stichprobe nach sechs Altersgruppen und Geschlechta (%; n) 
 65-69 Jahre 
100 (79) 
70-74 Jahre
100 (78) 
75-79 Jahre
100 (75) 
80-84 Jahre
100 (76) 
85-89 Jahre 
100 (54) 
90-94 Jahre
100 (30) 
Männer 50,6 (40) 50,0 (39) 50,7 (38) 51,3 (39) 48,1 (26) 20,0 (6) 
Frauen 49,4 (39) 50,0 (39) 49,3 (37) 48,7 (37) 51,9 (28) 80,0 (24) 
 Anteil an der Gesamtstichprobea (%) 
 20,2 19,9 19,1 19,4 13,8 7,6 
Anmerkung. a Prozentwerte bezogen auf die jeweilige Gruppe.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
38 
Im Folgenden finden sich Angaben zu den Aspekten Familienstand (auch Anzahl der Kin-
der und Enkel), Haushaltsform, Lebensmittelpunkt (Deutschland oder Ausland) sowie 
Schulbildung, Berufstätigkeit und Einkommen. Diese Aspekte sind wichtige Parameter 
der Stichprobe, die Rückschlüsse auf den sozialen Hintergrund der Teilnehmer zulassen.  
 
Familienstand 
In Tabelle 4 werden Ergebnisse zum Familienstand der Teilnehmer vorgestellt. Insgesamt 
berichten mehr als zwei Drittel der 65-79jäh rigen Befragten (68%) und etwas weniger als 
die Hälfte der 80-94jährigen Befragten (42 %), dass sie verheiratet sind und mit ihrem E-
hepartner zusammenleben. Im Gegensatz dazu sind die Hälfte der ho chaltrigen (51%), 
aber nur etwas weniger als ein Viertel der jüngeren Befragten (22%) bereits verwitwet. 
Zwischen 7% und 10% der jüngeren und hochalt rigen Befragten geben als Familienstand 
verheiratet/getrennt le bend, verheiratet zusammenlebend, ge schieden oder ledig an. Die 
Unterschiede in Familienstand und Haushaltsfo rm spiegeln die verschiedenen Lebensbe-
dingungen im "Dritten" und "Vierten" Alter wider (s. Tabelle 4).  
 
Anzahl lebender Kinder und Enkel
3 
Insgesamt geben etwa 88% der jüngeren und ca. 85% der hochaltrigen Befragten an, min-
destens ein Kind zu ha ben. Etwa 72% der jüngeren und ca.  76% der hochaltrigen Befrag-
ten berichten, mindestens ein E nkelkind zu haben. Die Anzahl lebender Kinder liegt für 
die jüngeren und hochaltrigen Befragten gleich ermaßen bei etwa zwei Kindern, wovon im 
Durchschnitt eines in Darmstadt und Umgebung lebt. Die Unterschiede zwischen den Al-
tersgruppen insgesamt sowie getrennt nach Mä nnern und Frauen sind statistisch nicht sig-
nifikant. Rein deskriptiv zei gt sich, dass die hochaltrigen Männer durchschnittlich etwas 
weniger Kinder (allgemein ca. 2 und in Darm stadt 1,3) angeben als beispielsweise die 
jüngeren Frauen (M=2,2 vs. M=1,7) (keine statistische Testung) (s. Tabelle 5).  
 
Die Anzahl lebender Enkel ist für die jüngeren und hochaltrigen Befragten mit durch-
schnittlich drei Enkeln etwas höher als die Zahl der Kinder. Durchschnittlich zwei der drei 
Enkel leben auch in Darmstadt und Umgebung. Die Unterschiede zwischen den Alters-
gruppen insgesamt sowie getrennt nach Männern  und Frauen sind statistisch nicht signifi-
kant. Rein deskriptiv zeigt sich, dass die jüngeren und hocha ltrigen Frauen durchschnitt-
                                                
 
3 Die Berechnungen zur Anzahl lebender Kinder und Enkel beziehen sich nur auf die Personen, die angeben, 
Kinder (n=341) und Enkel (n=288) zu haben.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
39
lich mehr Enkel (allgemein und wohnhaft in  Darmstadt und Umgebung) angeben als die 
gleichaltrigen Männer (keine statistische Testung) (s. Tabelle 5).  
 
Tabelle 4. Familienstand 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Familienstand     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- Verheiratet, zus'lebend 
- verheiratet, getr. lebend 
- nicht verheir., zus'lebend 
- geschieden 
- verwitwet 
- ledig 
68,3 (157) 
1,3 (3) 
2,6 (6) 
3,9 (9) 
22,2 (51) 
1,7 (4) 
42,1 (67) 
1,3 (2) 
0,6 (1) 
2,5 (4) 
50,9 (81) 
2,5 (4) 
26,2 
0,0 
2,0 
1,4 
-28,7 
-0,8 
*** 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- Verheiratet, zus'lebend 
- verheiratet, getr. lebend 
- nicht verheir., zus'lebend 
- geschieden 
- verwitwet 
- ledig 
81,0 (94) 
1,7 (2) 
2,6 (3) 
3,5 (4) 
11,2 (13) 
0,0 (0) 
70,0 (49) 
2,9 (2) 
0,0 (0) 
2,9 (2) 
22,9 (16) 
1,4 (1) 
11,0 
-1,2 
2,6 
0,6 
-11,7 
-1,4 
n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- Verheiratet, zus'lebend 
- verheiratet, getr. lebend 
- nicht verheir., zus'lebend 
- geschieden 
- verwitwet 
- ledig 
55,3 (63) 
0,9 (1) 
2,6 (3) 
4,4 (5) 
33,3 (38) 
3,5 (4) 
20,2 (18) 
0,0 (0) 
1,1 (1) 
2,3 (2) 
73,0 (65) 
3,4 (3) 
35,1 
0,9 
1,5 
2,1 
-39,7 
0,1 
*** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unter 
schiede = n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
40 
Tabelle 5. Anzahl lebender Kinder und E nkel (allgemein und in Darmstadt u.  
Umgebung)  
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Anzahl lebender Kinder     
Gesamtgruppe  (n=205) (n=136)   
 2,1 (1,3) 2,0 (1,0) 0,1 n.s. 
Männer (n=105) (n=59)   
 2,0 (1,0) 2,0 (0,9) 0,0 n.s. 
Frauen (n=100) (n=77)   
 2,2 (1,5) 2,1 (1,0) 0,1 n.s. 
Anzahl lebender Kinder in Darmstadt/ Umgebung    
Gesamtgruppe  (n=205) (n=136)   
 1,6 (1,3) 1,4 (0,9) 0,2 n.s. 
Männer (n=105) (n=59)   
 1,4 (1,0) 1,2 (0,9) 0,2 n.s. 
Frauen (n=100) (n=77)   
 1,7 (1,6) 1,6 (0,9) 0,1 n.s. 
Anzahl lebender Enkel     
Gesamtgruppe  (n=166) (n=122)   
 3,1 (2,7) 3,4 (2,2) -0,3 n.s. 
Männer (n=83) (n=49)   
 2,7 (1,4) 3,3 (1,9) -0,6 n.s. 
Frauen (n=83) (n=73)   
 3,6 (3,6) 3,4 (2,3) 0,2 n.s. 
Anzahl lebender Enkel in Darmstadt / Umgebung    
Gesamtgruppe  (n=166) (n=122)   
 2,3 (2,6) 2,2 (2,0) 0,1 n.s. 
Männer (n=83) (n=49)   
 2,0 (1,6) 1,9 (1,7) 0,1 n.s. 
Frauen (n=83) (n=73)   
 2,7 (3,2) 2,4 (2,1) 0,3 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
41
Haushaltsform und Anzahl der Personen im Haushalt  
Familienstand und Haushaltsform stehen in engem Zusammenhang, so dass sich zwischen 
beiden Parametern und den jeweils beschriebene n Mustern Parallelen aufzeigen lassen. In 
Tabelle 6 werden die Ergebnisse zur Haushaltsform dargestellt. Insgesamt geben über 
90% der 65-79 und der 80-94jährigen Befragte n an, in einem Ein- oder Zweipersonen-
haushalt zu leben, wobei sich für jüngere  und hochaltrige Teilnehmer erwartungsgemäß 
unterschiedliche Muster aufzeigen lassen. So leben insgesamt etwas weniger als die Hälfte 
der Hochaltrigen jeweils in Ein- oder Zwei personenhaushalten (ca. 47%), während rund 
zwei Drittel der jüngeren Befragten (ca. 67%) in Zweipersonenhaushalten und nur rund 
ein Viertel in Einpersonenhaushalten lebt (ca. 24%). Lediglich zwischen ca. 6% der hoch-
altrigen und etwa 9% der jüngeren Befragte n sind Bewohner eines Drei- oder Mehrperso-
nenhaushaltes. Während also für die befragten Männer der Zweipersonenhaushalt die häu-
figste Haushaltsform darstell t (81 vs. 67%), sind die Haus haltsformen zwischen den jün-
geren und hochbetagten Frauen verschieden. Von den 65-79jährige n Frauen leben die 
meisten in Zweipersonenhaushalten (ca. 52%), von den 80-94jährigen leben die meisten in 
Einpersonenhaushalten (ca. 62%). Dies spiege lt sich auch in der Zahl der Mitbewohner 
wider. Die Anzahl der Personen im Haushalt ist insgesamt höher für die jüngeren als für 
die älteren Teilnehmer, wobei wiederum die Unterschiede innerhalb der Gruppe der Frau-
en am deutlichsten sind (s. Tabelle 6).  
 
Lebensmittelpunkt im Lebenslauf 
Angaben zum Lebensmittelpunkt der Befragten (Deutschland oder Ausland) finden sich 
ebenfalls in Tabelle 6. Die überwiegende Mehr heit (95%) der Befragten (insgesamt sowie 
Männer und Frauen) gibt an, dass sich ihr Lebensmittelpunkt in der Vergangenheit über-
wiegend in Deutschland befunden hat. Nur r und 6% der 65-79jähri gen und lediglich 3% 
der 80-94jährigen Männer und Frauen berichte n, dass sie überwiegend im Ausland gelebt 
haben. Statistisch bedeutsame Unterschiede  zwischen den Altersgruppen sowie nach 
Männer und Frauen getrennt finden sich nicht (s. Tabelle 6).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
42 
Tabelle 6. Haushaltsform, Anzahl der Personen im Haushalt, Lebensmittelpunkt  
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Haushaltsform     
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
- Einpersonenhaushalt 
- Zweipersonenhaushalt 
- Drei- u. Mehrpers.'haushalt 
24,3 (55) 
66,8 (151) 
8,9 (20) 
46,8 (74) 
46,8 (74) 
6,3 (10) 
-22,5 
20,0 
2,6 
*** 
Männer
 (n=117) (n=71)   
- Einpersonenhaushalt 
- Zweipersonenhaushalt 
- Drei- u. Mehrpers.'haushalt 
12,1 (14) 
80,9 (93) 
7,0 (8) 
27,5 (19) 
66,7 (46) 
5,8 (4) 
-15,4 
14,2 
1,2 
n.s. 
Frauen
 (n=115) (n=89)   
- Einpersonenhaushalt 
- Zweipersonenhaushalt 
- Drei- u. Mehrpers.'haushalt 
36,9 (41) 
52,3 (58) 
10,8 (12) 
61,8 (55) 
31,5 (28) 
6,7 (6) 
-24,9 
20,8 
4,1 
** 
Anzahl der Personen im Haushalt   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
 1,9 (0,7) 1,6 (0,8) 0,3 ** 
Männer (n=117) (n=71)   
 2,0 (0,6) 1,8 (0,8) 0,2 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
 1,8 (0,8) 1,5 (0,8) 0,3 ** 
Lebensmittelpunkt im Lebenslauf   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
- übwiegend Deutschland 
- übwiegend Ausland 
93,9 (217) 
6,1 (14) 
96,8 (152) 
3,2 (5) 
-2,9 
2,9 n.s. 
Männer (n=117) (n=71)   
- übwiegend Deutschland 
- übwiegend Ausland 
94,9 (111) 
5,1 (6) 
95,8 (68) 
4,2 (3) 
-0,9 
0,9 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
- übwiegend Deutschland 
- übwiegend Ausland 
93,0 (106) 
7,0 (8) 
97,7 (84) 
2,3 (2) 
-4,7 
4,7 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
43
Schulbildung  
In Tabelle 7 finden sich Ergebnisse zur Schulbildung der Teilnehmer, konkret gefragt 
wurde nach der zuletzt besuch ten Schulart. Insgesamt zeigt sich, dass ca. 17% der jünge-
ren und etwa 26% der hochaltrigen Befragte n die Volksschule besucht und abgeschlossen 
haben. Jeweils etwa ein Viertel der jüngere n und hochaltrigen Befragten (25 vs. 24%) 
kann einen gymnasialen Schulabschluss vorwe isen. Während rund 15% der 65-79jährigen 
als letztbesuchte Schulart die Universität angeben, trifft dies in der Gruppe der 80-
94jährigen nur auf etwa 8% de r Befragten zu. Lediglich rund  2% der jüngeren Befragten 
(insgesamt 5 Personen) geben an, die Volk sschule ohne Abschluss verlassen zu haben 
oder gar keinen Schulabschluss vorweisen zu k önnen; dies trifft auf keinen der hochaltri-
gen Befragten zu. Die Unterschiede zwisch en den Altersgruppen sind insgesamt und nach 
Männer und Frauen getrennt statistisch ni cht bedeutsam. Dennoch zeigen sich (erwar-
tungsgemäß) sozialisationsbedingte alters- und geschlechtsdifferenzielle Tendenzen (keine 
statistische Testung). So geben beispielsweise rund ein Dritt el der jüngeren und hochaltri-
gen Frauen (36% vs. 30%) an, eine Berufsau sbildung absolviert zu haben, bei den jünge-
ren und hochaltrigen Männern sind dies deutlich mehr (rund di e Hälfte bis zwei Drittel: 
46% bzw. 60%). Im Gegensatz dazu berichte n die befragten Frauen (jüngere und ältere) 
(23% bzw. 42%) wesentlich hä ufiger, zuletzt die Volksschule besucht zu haben als die 
befragten Männer (12% bzw. 6%). Die Date n verweisen insgesamt auch auf den bekann-
ten Befund, dass ca. zwei Drittel der Männer und  nur ca. ein Drittel der Frauen einen Be-
rufsabschluss (im Sinne von Berufsausbildung oder Universität) haben (s. Tabelle 7).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
44 
Tabelle 7. Schulbildung 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Schulbildunga     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- Kein Schulabschluss 
- Volksschule o. Abschluss 
- Volksschule 
- Berufsausbildung 
- Gymnasium 
- Hochschule/ Universität 
0,9 (2) 
1,3 (3) 
17,3 (40) 
41,1 (95) 
24,7 (57) 
14,7 (34) 
0,0 (0) 
0,0 (0) 
25,5 (40) 
43,3 (68) 
23,6 (37) 
7,6 (12) 
0,9 
1,3 
-8,2 
-2,2 
1,1 
7,1 
n.s. 
Männer
 100,0 (117) 100,0 (71)   
- Kein Schulabschluss 
- Volksschule o. Abschluss 
- Volksschule 
- Berufsausbildung 
- Gymnasium 
- Hochschule/ Universität 
0,8 (1) 
1,7 (2) 
12,0 (14) 
46,2 (54) 
18,8 (22) 
20,5 (24) 
0,0 (0) 
0,0 (0) 
5,6 (4) 
59,2 (42) 
22,5 (16) 
12,7 (9) 
0,8 
1,7 
6,4 
-13,0 
-3,7 
7,8 
n.s. 
Frauen
 100,0 (115) 100,0 (89)   
- Kein Schulabschluss 
- Volksschule o. Abschluss 
- Volksschule 
- Berufsausbildung 
- Gymnasium 
- Hochschule/ Universität 
0,9 (1) 
0,9 (1) 
22,8 (26) 
35,9 (41) 
30,7 (35) 
8,8 (10) 
0,0 (0) 
0,0 (0) 
41,9 (36) 
30,2 (26) 
24,4 (21) 
3,5 (3) 
0,9 
0,9 
-19,1 
5,7 
6,3 
5,3 
n.s. 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede  
= n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Es wurde nach der zuletzt besuchten Schulart gefragt. 
 
Berufstätigkeit aktuell und im Lebenslauf  
In Tabelle 8 werden Befunde zur Berufstätigke it vorgestellt. Das Re nteneintrittsalter ist 
normativ zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr festgesetzt. Es zeigt sich jedoch immer 
wieder, dass ältere Menschen auch jenseits  dieser Altersgrenzen einer Berufstätigkeit 
nachgehen, nachgehen möchten oder sogar nachgehen müssen. Von den 392 befragten 
Männern und Frauen in Arheilgen berichtete n auch 16 Personen (je 8 Männer und Frauen 
der jüngeren Altersgruppe) über eine aktuelle Berufstätigkeit.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
45
Hinsichtlich der zurückliegenden Berufstätigkeiten geben insgesamt rund 72% der Befrag-
ten an, dass sie in ihrem Leben überwiege nd berufstätig waren. Die Unterschiede zwi-
schen den Altersgruppen insgesamt und getrennt nach Männern und Frauen sind statistisch 
nicht bedeutsam. Jedoch setzt sich das für di e untersuchten Generationen typische alters- 
und geschlechtsdifferenzielle Muster der Schulbildung erwartungsgemäß auch im Hin-
blick auf die Berufstätigkeit fort. Während alle befragten Männer angeben, im Lebenslauf 
überwiegend berufstätig gewesen zu sein, trifft  dies nur für etwas über die Hälfte der jün-
geren (53%) und sogar nur für etwas über ein Dr ittel der hochaltrigen Frauen (38%) zu (s. 
Tabelle 8).  
 
Tabelle 8. Berufstätigkeit im Lebenslauf; Aktuelle Berufstätigkeit 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Berufstätigkeit im Lebenslauf   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
- überwiegend berufstätig 
- überwiegend zu Hause 
76,9 (176) 
23,1 (53) 
66,5 (103) 
33,5 (52) 
10,4 
-10,4 n.s. 
Männer (n=117) (n=71)   
- überwiegend berufstätig 
- überwiegend zu Hause 
100,0 (117) 
0,0 (0) 
100,0 (71) 
0,0 (0) 
0,0 
0,0 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
- überwiegend berufstätig 
- überwiegend zu Hause 
52,7 (59) 
47,3 (53) 
38,1 (32) 
61,9 (52) 
14,6 
-14,6 n.s. 
Aktuelle Berufstätigkeit     
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
- ja 7,1 (16) 0,0 (0) 7,1 *** 
Männer (n=117) (n=71)   
- ja 7,1 (8) 0,0 (0) 7,1 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
- ja 7,0 (8) 0,0 (0) 7,0 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
46 
Haushaltsnetto-Einkommen im Monat 
Die Ergebnisse zum Haushaltsnetto-Einkommen fi nden sich in Tabelle 9. Insgesamt zeigt 
sich, dass die überwiegende Mehrzahl der Be fragten (91% der 65-79jährigen und 78% der 
80-94jährigen) über ein monatliches Haushaltsnetto-Einkommen von 1000 Euro und mehr 
verfügt. Während allerdings mehr als zwei Drittel der jüngeren Befragten über mindestens 
1500 Euro im Monat verfügen, berichten immerh in 9% der jüngeren und etwa doppelt so 
viele der hochaltrigen Befragten (22%), übe r weniger als 1000 Euro im Monat zu verfü-
gen. Das Muster der Gesamtgruppe zeigt sich fa st identisch in der Gruppe der jüngeren 
und hochaltrigen Männer sowie in der Gr uppe der jüngeren Frauen. Davon grundlegend 
verschieden bilden sich die Einkommensverhä ltnisse der hochaltrigen Frauen ab. Hier 
geben etwa zwei Drittel an, 1000 Euro und mehr im Monat zur Verfügung zu haben, wäh-
rend ein Drittel über 1000 Euro und weniger im Monat verfügt. Die Unterschiede zwi-
schen den Altersgruppen sind insgesamt sowie innerhalb der Gruppe der Frauen statistisch 
signifikant. Das heißt, jüngere  und hochaltrige Befragte und insbesondere jüngere und 
hochaltrige Frauen unterscheiden sich hins ichtlich ihres Haushaltsnettoeinkommens. Wie 
bei den Variablen Schulbildung und Berufstäti gkeit zeigen sich auch in bezug auf das 
Haushaltsnettoeinkommen Unterschiede insbesondere zuungunsten der hochaltrigen Frau-
en. Da sich die Frage nicht auf das mona tliche Einkommen pro Person, sondern pro Haus-
halt bezog, können die Unterschiede zwischen  jüngeren und hochalt rigen Befragten auf-
grund der unterschiedlichen altersbezogenen Verteilung der Haushaltsformen (vor allem 
für Frauen) auch als Unterschiede zwischen Ein- bzw. Zwei- und Mehrpersonenhaushalten 
interpretiert werden (s. Tabelle 9).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
47
Tabelle 9. Haushaltsnettoeinkommen im Monat 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Haushaltsnetto-Einkommen im Monata   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
- weniger als 500 Euro 
- 500-1000 Euro 
- 1000-1500 Euro 
- 1500-2000 Euro 
- mehr als 2000 Euro 
1,8 (4) 
6,9 (15) 
24,2 (53) 
23,7 (52) 
43,4 (95) 
2,7 (4) 
19,2 (28) 
32,2 (47) 
23,3 (34) 
22,6 (33) 
-0,9 
-12,3 
-8,0 
0,4 
20,8 
*** 
Männer
 (n=117)  (n=71)   
- weniger als 500 Euro 
- 500-1000 Euro 
- 1000-1500 Euro 
- 1500-2000 Euro 
- mehr als 2000 Euro 
0,9  (1) 
7,2 (8) 
15,3 (17) 
25,2 (28) 
51,4 (57) 
1,5  (1) 
7,7 (5) 
29,2 (19) 
27,7 (18) 
33,9 (22) 
-0,6 
-0,5 
-13,9 
-2,5 
17,5 
n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
- weniger als 500 Euro 
- 500-1000 Euro 
- 1000-1500 Euro 
- 1500-2000 Euro 
- mehr als 2000 Euro 
2,8  (3) 
6,5  (7) 
33,3 (36) 
22,2 (24) 
35,2 (38) 
3,7  (3) 
28,4 (23) 
34,6 (28) 
19,7 (16) 
13,6 (11) 
-0,9 
-21,9 
-1,3 
2,5 
21,6 
*** 
Anmerkung. a Angaben von n=27 Personen fehlen. 
Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Zufriedenheit mit der finanziellen Situation des Haushaltes  
Nicht nur das Haushaltsnetto-Einkommen an sich, sondern auch die Zufriedenheit mit 
dem zur Verfügung stehenden Einkommen ist au fschlussreich für die Beschreibung der 
Einkommenssituation im Alter. Die Zufriedenheit mit der finanziellen Situation des Haus-
haltes wurde auf einer 11-stuf igen Skala von 0="ganz und ga r unzufrieden" bis 10="ganz 
und gar zufrieden" erfasst. Trotz objektiv vorh andener Differenzen zeigen sich in der Ein-
schätzung der Zufriedenheit mit der finanziell en Situation keine Un terschiede zwischen 
den Altersgruppen (auch nicht getrennt für Männer und Frauen). Te ndenziell bewerten 
hochaltrige Frauen ihre finanzielle Situation allerdings am schlechtesten (s. Tabelle 10).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
48 
Tabelle 10. Zufriedenheit mit der finanziellen Situation 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Zufriedenheit mit der finanziellen Situationa   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
 7,4 (2,5) 7,0 (2,7) 0,4 n.s. 
Männer (n=117) (n=71)   
 7,5 (2,5) 7,3 (2,5) 0,2 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
 7,4 (2,4) 6,8 (2,8) 0,6 n.s. 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Skala von 0="ganz und gar unzufrieden" bis 10="ganz und gar zufrieden". 
 
2.6 Zusammenfassung  
Die Ausgangsstichprobe der Befragung "Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen" wurde 
aus den Listen des Meldeamtes der Wissenschaftsstadt Darmstadt gezogen, mit dem Ziel, 
ca. 400 ältere Menschen zu befragen. Di e Befragung umfasst insgesamt 392 Personen, 
davon gehören 232 der Altersgruppe der 65-79j ährigen an (177 Männer und 115 Frauen). 
Der Altersgruppe der 80-94jährigen gehören 160 Personen an (71 Männer und 89 Frauen). 
Die Befunde zu Familienstand, Haushaltsform, Schul- und Berufsbildung sowie sozioöko-
nomischem Status spiegeln eine leichte Überrepräsentanz von Personen mit gehobener 
Bildung und gutem Einkommen wider und ents prechen damit tendenziell anderen Studien 
(z.B. Mayer & Baltes, 1996). Inhaltlich zei gen sich erwartungsgemäß insbesondere für 
hochaltrige Frauen andere Mu ster als für jüngere Frauen und jüngere sowie hochaltrige 
Männer. Charakteristisch für die hochaltrigen  Frauen ist, dass sie mehrheitlich verwitwet 
sind und in der Regel in einem Einpersonenha ushalt leben, dass sie aufgrund unterschied-
licher Sozialisationsbedingungen in diesen Jahrgängen zumeist weniger Schul- und Be-
rufsjahre vorweisen können als gleichaltrige Mä nner, was sich auch in einer schlechteren 
finanzielleren Situation des Haushaltes widerspiegelt. Im Gegensatz zu den anderen Grup-
pen befinden sie sich somit in einer spezielle n Lebenssituation, die im Falle von sich ver-
ändernden Bedingungen, beispielsweise im Be reich der Gesundheit, zum Risiko werden 
kann, insbesondere dann, wenn es um Aspekt e der Alltagsselbstständigkeit und des 
Verbleibens im eigenen Haushalt auch bei eingeschränkter Gesundheit geht.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
49
3. Ergebnisse 
Im Folgenden werden die Ergebnisse der St udie "Selbstbestimmt Älterwerden in Arheil-
gen" dargestellt. In Kapitel 3.1 – 3.2 werden Befunde zur Person (Gesundheit, Psychische 
Aspekte und Zukunft) dargeste llt. Ergebnisse zum Thema Räumliche Umwelt (Wohnen) 
finden sich in Kapitel 3.3, wobei insbesondere auf objekti ve und subjektive Indikatoren 
sowie Aspekte der Person-Umwelt-Passung eing egangen wird. In Kapitel 3.4 werden Be-
funde zur Sozialen Umwelt dargestellt, wobei wiederum zwischen objektiven und subjek-
tiven Aspekten differenziert wird. Das Kapitel 4 enthält eine Zusammenfassung der zent-
ralen Ergebnisse der Studie und daraus abge leitete Empfehlungen als mögliche Grundlage 
für eine lebensnahe Zukunftsplanung der Wissenschaftsstadt Darmstadt.  
 
3.1 Gesundheit 
Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung dafü r, bis ins hohe Alter selbstständig und 
unabhängig in der eigenen Wohnung leben zu können. Mit der Zunahme des Lebensalters 
ist auch eine Zunahme gesundheitlicher B eeinträchtigungen (körpe rlich und psychisch) 
verbunden, wobei die Wahrscheinlichkeit eine r sogenannten Multimorbidität, das heißt 
dem gleichzeitigen Auftreten, zumeist chr onischer Erkrankungen, insbesondere für hoch-
altrige Personen (d.h. etwa ab dem 80. Lebe nsjahr) steigt (Borchelt, 1996; BMFSFJ, 
2002). Für das alltägliche Leben älterer Mensch en sind vor diesem Hintergrund zwei As-
pekte bedeutsam. Zum einen ist es nicht nur das Vorliegen von Erkrankungen an sich, 
sondern vielmehr die daraus resultierende n Funktionseinbussen, die Alltagsaktivitäten 
erschweren oder gar unmöglic h machen können. Zum anderen hat nicht nur die objektiv 
gemessene Gesundheit, sondern mehr noch die subjektiv erlebte Gesundheit Einfluss auf 
die Lebenszufriedenheit und ein "gutes" Leben im Alter.  
 
3.1.1 Selbsteingeschätzte Gesundheit 
Die selbsteingeschätzten Gesundheitsmaße der vorliegenden Befragung umfassen neben 
der Gehfähigkeit, die sensomotorischen Aspekte Seh- und Hörfähigkeit sowie Angaben zu 
grundlegenden (körperbezogenen) und instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens.  
 
Einschätzung der Gehfähigkeit  
Die Fähigkeit, Wege zu Fuß und ohne Schwie rigkeiten zurücklegen zu können, ist eine 
zentrale Voraussetzung für außerhäusliche Mobilität. Da ältere Menschen die Mehrzahl 
ihrer Wege zu Fuß bewältigen und somit di e eigenen Füße das wichtigste "Verkehrsmit-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
50 
tel" für sie darstell en, können Einschränkungen dieser Fä higkeit gravierende Folgen für 
die Alltagsversorgung, für die Durchführung von Freizeitaktivitäten, für die inner- und 
außerhäusliche Mobilität insgesamt haben oder diese sogar unmöglich machen (Mollen-
kopf & Flaschenträger, 2001; Mollenkopf, Oswald & Wahl , 2006). Die Ergebnisse der 
Befragung sind in Tabelle 11 dargestellt. 
 
Tabelle 11. Gehen ohne Schwierigkeiten 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Gehen ohne Schwierigkeiten   
Gesamtgruppe  100% (232) 100% (160)   
- weniger als 100 m 
- zwischen 100 m und 500 m 
- zwischen 500 m und 1 km 
- mehr als 1 km 
4,8 (11) 
10,4 (24) 
14,7 (34) 
70,1 (162) 
22,7 (36) 
28,9 (46) 
17,6 (28) 
30,8 (49) 
-17,9 
-18,5 
-2,9 
39,3 
*** 
Männer 100% (117) 100% (71)   
- weniger als 100 m 
- zwischen 100 m und 500 m 
- zwischen 500 m und 1 km 
- mehr als 1 km 
4,3 (5) 
8,5 (10) 
10,3 (12) 
76,9 (90) 
12,9 (9) 
21,4 (15) 
21,4 (15) 
44,3 (31) 
-8,6 
-12,9 
-11,1 
32,6 
*** 
Frauen 100% (115) 100% (89)   
- weniger als 100 m 
- zwischen 100 m und 500 m 
- zwischen 500 m und 1 km 
- mehr als 1 km 
5,3 (6) 
12,3 (14) 
19,3 (22) 
63,1 (72) 
30,4 (27) 
34,8 (31) 
14,6 (13) 
20,2 (18) 
-25,1 
-22,5 
4,7 
42,9 
*** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Von den befragten älteren Menschen berichte n lediglich rund 5% der 65-79jährigen, dass 
sie ohne Schwierigkeiten nur noch weniger als 100 Meter gehen können, in der Gruppe 
der 80-94jährigen sind dies übe r fünf mal so viele Befragte  (knapp 23%). Im Gegensatz 
dazu können gut 70% der 65-79jährigen Befra gten ohne Schwierigkeiten noch mehr als 
einen Kilometer gehen, während dies in de r Gruppe der 80-94jährigen nur noch rund ein 
Drittel der Befragten (ca. 31%) können. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen 
insgesamt sowie für Männer und Frauen getrennt sind auch statistisch hoch signifikant.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
51
Die Schwierigkeiten, insbesondere im sehr hohe n Alter zu Fuß zu gehen, zeigen sich of-
fenbar deutlicher für Frauen als für Männe r. So können beispielsweise immerhin noch 
etwa 44% der befragten 80-94jährigen Männer aber nur knapp 20% de r Frauen mehr als 
einen Kilometer ohne Schwierigkeiten zu F uß gehen, während dies für ca. 77% der 65-
79jährigen Männer und für ca. 63% der gleichal trigen Frauen kein Problem ist. Schwie-
rigkeiten, bereits weniger als 100 Meter zu Fuß zu gehen, ha ben ebenfalls deutlich mehr 
hochbetagte Frauen (ca. 30%) als Männer (ca. 13%) im Vergleich zu 65-79jährigen Frau-
en (ca. 4%) und Männern (ca. 5%).  Dies zeigt sich rein deskri ptiv (keine statistische Tes-
tung) schon in deutlicheren Unterschieden zwischen den Altersgruppen für Frauen im 
Vergleich zu den befragten Männern (siehe Unterschiede der Prozentwerte). 
 
Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass  die schlechtere s ubjektive Einschätzung 
der Gehfähigkeit im hohen Alter aufgrund der Zunahme körperlicher Einschränkungen 
ungünstiger ausfällt als in der Gruppe der jünge ren Befragten. Dies zeigt sich besonders 
deutlich im Kontrast von kürzeren (z.B. we niger als 500 m) und weiteren (mehr als 1 km) 
Entfernungen. So geben nur rund 15% der jüngeren Befragten an, dass sie weniger als 500 
Meter ohne Schwierigkeiten zu Fuß gehen können, während dies in der Gruppe der Hoch-
altrigen für über die Hälfte der Befragten zutrifft. Mehr als einen Kilometer können hinge-
gen über zwei Drittel der jüngeren, aber nur weniger als ein Drittel der hochaltrigen Be-
fragten ohne Schwierigkeiten zu Fuß gehen (s. Tabelle 11).  
 
Einschätzung der subjektiven Sehfähigkeit und Hörfähigkeit  
Die eigene Sehfähigkeit wird auf einer vierstufigen Skala (1 = "ausgezeichnet", 2 = "gut", 
3 = "mäßig", 4 = "schlecht") als gut bis mäßig eingestuft (M=2,1 jüngere Teilnehmer, 
M=2,5 ältere Teilnehmer). Die befragten Männ er und Frauen tendieren  allerdings erwar-
tungsgemäß zu einer schlechteren subjektive n Bewertung ihrer Sehfähigkeit. Dabei sind 
die Unterschiede als statistisch signifikant zu  bewerten (s. Tabelle 12). Die eigene Hörfä-
higkeit wird auf derselben vier stufigen Skala ebenfalls als gu t bis mäßig eingestuft, aller-
dings im Mittel insgesamt etwas schlechter al s die Sehfähigkeit (M=2,2 jüngere Teilneh-
mer bzw. M=2,8 ältere Teilnehmer). Auch hi er tendieren die hochaltrigen Männer und 
Frauen erwartungsgemäß zu einer schlechtere n subjektiven Bewert ung, die ebenfalls als 
statistisch signifikant zu bewerten ist (s. Tabelle 12).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
52 
Tabelle 12. Einschätzung der subjek tiven Sehfähigkeit und Hörfähigkeit 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Einschätzung der Sehfähigkeita   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
 2,1 (0,5) 2,5 (0,8) -0,4 *** 
Männer (n=117) (n=71)   
 2,0 (0,5) 2,4 (0,8) -0,4 *** 
Frauen (n=115) (n=89)   
 2,1 (0,5) 2,5 (0,7) -0,4 *** 
Einschätzung der Hörfähigkeita   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
 2,2 (0,7) 2,8 (0,9) -0,6 *** 
Männer (n=117) (n=71)   
 2,3 (0,7) 2,7 (0,9) -0,4 *** 
Frauen (n=115) (n=89)   
 2,2 (0,8) 2,8 (0,9) -0,6 *** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.. 
a Skala von 1="ausgezeichnet" bis 4="schlecht"; SD = Standardabweichung. 
 
Betrachtet man zusätzlich die Häufigkeit, mit der die jeweilige Kategorie ("ausgezeich-
net", "gut", "mäßig", "schlecht") zur Eins chätzung der Seh- und Hörfähigkeit genannt 
wird, so fällt im Altersgruppenvergleich (ins gesamt sowie getrennt nach Männern und 
Frauen) auf, dass die überwiegende Mehrheit  der Teilnehmer ihre Seh- und Hörfähigkeit 
als "gut" einschätzt, wobei die Hochaltrigen im Vergleich zu den Jüngeren häufiger auch 
die Kategorie "mäßig" wählen. Im Vergleic h der Einschätzungen der Seh- und Hörfähig-
keit fällt auf, dass von den hochaltrigen Befrag ten die Kategorie "schlecht" insgesamt, 
aber vor allem auch bei der Ei nschätzung der Hörfähigkeit, hä ufiger gewählt wird als bei 
der Einschätzung der Sehfähigkeit (s. Abbildungen 6 und 7).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
53
Abbildung 6. Einschätzung der Sehfähigkeit (Anzahl Nennungen der Kategorien) 
 
 
 
Abbildung 7. Einschätzung der Hörfähigkeit (Anzahl Nennungen der Kategorien) 
 
 
0%
20%
40%
60%
80%
100%
g 65-79 g 80-94 m 65-79 m 80-94 w 65-79 w 80-94 
Altersgruppen (Jahre): Gesamt, Männer, Frauen
Prozent
ausgezeichnet gut mäßig schlecht
0%
20%
40%
60%
80%
100%
g 65-79 g 80-94 m 65-79 m 80-94 w 65-79 w 80-94 
Altersgruppen (Jahre): Gesamt, Männer, Frauen
Prozent
ausgezeichnet gut mäßig schlecht

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
54 
Einschätzung der subjektiven Gesundheit  
Zufriedenheit mit der Gesundheit  
Die Zufriedenheit mit der Gesundheit wird auf de r bereits erwähnten vierstufigen Skala (1 
= "ausgezeichnet", 2 = "gut", 3 = "mäßig", 4 = "schlecht") ebenfalls als gut bis mäßig ein-
gestuft (M=2,4 jüngere Befragte bzw. M=2,7 ältere Befragte). Die hochaltrigen Männer 
und Frauen tendieren erwartungsgemäß zu ei ner schlechteren subjektiven Gesamtbewer-
tung ihrer Gesundheit. Dabei sind die Unterschiede  als statistisch sign ifikant zu bewerten 
(s. Tabelle 13). 
 
Tabelle 13. Zufriedenheit mit der Gesundheit  
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Zufriedenheit mit der Gesundheita   
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
 2,4 (0,7) 2,7 (0,7) -0,3 *** 
Männer (n=117) (n=71)   
 2,4 (0,6) 2,6 (0,8) -0,2 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
 2,5 (0,7) 2,7 (0,6) -0,2 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Skala von 1="ausgezeichnet" bis 4="schlecht" 
 
Betrachtet man zusätzlich die Häufigkeit, mit der die jeweilige Kategorie ("ausgezeich-
net", "gut", "mäßig", "schl echt") zur Zufriedenheit mit der Gesundheit genannt wird, so 
fällt im Altersgruppenvergleich (insgesamt sowie innerhalb der Subgruppen der Männer 
und Frauen) auf, dass die überwiegende Mehr heit der jüngeren und älteren Teilnehmer 
(zwischen 80 und 90%) mit ihrer Gesundheit "gut" bzw. "mäßig" zufrieden sind (s. Abbil-
dung 8).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
55
Abbildung 8. Zufriedenheit mit der Gesundhe it (Anzahl Nennungen der Kategorien) 
 
 
3.1.2 Objektive Gesundheit  
Durchführung grundlegender und instrumenteller Aktivitäten des täglichen Lebens 
Die Durchführung grundlegender und instrumenteller Aktivitäten des täglichen Lebens ist 
eine zentrale Voraussetzung für Selbstständigke it im Alltag und somit auch für ein selbst-
ständiges und unabhängiges Leben im Alter. Ei n hoher Hilfebedarf in diesen Aktivitäten 
stellt demzufolge eine Bedrohung der selbstständigen Lebensführung dar und erfordert ein 
hohes Maß an Anpassung an diese Situation se itens der Person wie seitens der Umwelt. 
Die grundlegenden Aktivitäten des täglichen Lebens umfassen eher körperbezogene not-
wendige alltägliche Fertigkeiten wie Nahr ungsaufnahme, An- und Auskleiden, sich Käm-
men, Gehen, Aufstehen, Duschen/ Baden. Die instrumentellen Aktivitäten des täglichen 
Lebens beinhalten eher we itergehende Handlungen und zu grundeliegende Kompetenzen, 
die die eigene Versorgung, aber auch Bedürfn isse nach sozialem Kontakt und Mobilität 
ansprechen (s. Tabelle 14)). 
 
Einschränkungen in der Ausübung alltäglicher Ak tivitäten ergeben sich zumeist nicht für 
alle Bereiche gleichzeitig. Einbussen hinsic htlich der instrumentellen Aktivitäten im Al-
ternsverlauf können zeitlich früher stattfinde n und müssen nicht zur unmittelbaren Bedro-
hung für die eigene Selbständigk eit werden. Ältere Menschen sind bestrebt, solange wie 
0%
20%
40%
60%
80%
100%
g 65-79 g 80-94 m 65-79 m 80-94 w 65-79 w 80-94 
Altersgruppen (Jahre): Gesamt, Männer, Frauen
Prozent
ausgezeichnet gut mäßig schlecht

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
56 
möglich ihren Alltag trotz eingeschränkter verbleibender Ressourcen aufrechtzuerhalten. 
Erst wenn grundlegende (körperbezogene) Akti vitäten des täglichen Lebens nicht mehr 
selbstständig oder nur mit Schwierigkeiten ausgeübt werden können, ist die Aufrechterhal-
tung der eigenen Selbständigkeit und damit au ch der eigenen Haushaltsführung gefährdet 
(siehe Baltes, Maas et al., 1996).  
 
Tabelle 14.  Einzelitems zu grundlegenden bzw. instrumentellen Aktivitäten des  
täglichen Lebens 
Grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebens Instrumentelle Ak tivitäten des täglichen Lebens
• Selbstständig Essen • Telefonieren 
• Alleine An- und Auskleiden • An Orte kommen, die man nicht zu Fuß 
erreichen kann 
• Sich alleine um das eigene Aussehen küm-
mern (z.B. Kämmen, Rasieren) • Einkaufen gehen 
• Alleine Gehen • Mahlzeiten zubereiten 
• Selbstständig ins Bett gehen und Aufstehen • Hausarbeit allein erledigen 
• Alleine Duschen / Baden • Medikamente selbstständig einnehmen 
• Schwierigkeiten, rechtzeitig die Toilette zu 
erreichen • Geldangelegenheiten selbstständig regeln 
 
In einem ersten Schritt werden auf Einzelite m-Ebene die Häufigkeiten berichtet (s. Tabel-
len 15 und 16). In einem zweiten Schritt werd en die Einzelitems zu jeweils einem Sum-
menscore (ADL und IADL) zusammengefasst (s. Tabellen 17 und 18). Die vorgegebenen 
Antwortmöglichkeiten zum Ausmaß der Selbstständigkeit in der Ausführung der Aktivitä-
ten lauteten: 2="ohne Hilfe", 1="mit einiger Hilfe", 0="nicht mehr möglich"4. 
 
Ausübung grundlegender Aktivitäten des täglichen Lebens (Häufigkeiten) 
Hinsichtlich der Ausübung grundlegender Aktivitä ten des täglichen Lebens zeigt sich ins-
gesamt, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten (über 95% der 65-79jährigen und 
zwischen 70 und 93% der 80-94jährigen) di e grundlegenden Aktivitäten des täglichen 
Lebens ohne Hilfe bewältigen kann. So beri chten beispielsweise über 99% der jüngeren 
und auch über 93% der hochaltrigen Befragten, selbstständig und ohne Hilfe essen  zu 
können. Die Unterschiede zwischen den Alte rsgruppen sind nur in der Gesamtgruppe sta-
                                                 
4 Die Kategorie "Schwierigkeiten, rechtzeitig die Toilette zu erreichen" ist ein besonders sensibles Maß und 
lässt Rückschlüsse auf eine möglicherweise vorliegende Inkontinenz zu. Aus diesem Grund wird dieses Item 
kodiert mit 1="ja" (Schwierigkeiten vorhanden), 0="nein" (keine Schwierigkeiten).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
57
tistisch signifikant. Sich selbstständig und ohne Hilfe an- und auskleiden  zu können, ge-
ben ca. 97% der jüngeren und rund 81% der hochaltrigen Teilnehmer an. Rund 2% der 
jüngeren und mehr als fünf mal so viele de r hochaltrigen Befragten berichten, dies nur 
noch mit einiger Hilfe tun zu können, ca. 6% der Hochaltrigen ist dies gar nicht mehr ohne 
Hilfe möglich. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind in der Gesamtgruppe 
sowie getrennt nach Männern und Frauen statistisch signifikant. Für den Aspekt, sich al-
lein um das Aussehen kümmern (kämmen, rasieren) finden sich ähnliche Werte; rund 98% 
der jüngeren und auch noch ca. 88% der hochaltrigen Teilnehmer können dies ohne Hilfe 
tun. Statistisch bedeutsame Un terschiede zwischen den Alte rsgruppen finden sich nur in 
der Gesamtgruppe sowie in der Gruppe der weiblichen Befragten. Alleine und ohne Hilfe 
gehen zu können berichten über 95% der 65-79jährigen Befragten, in der Gruppe der 
Hochaltrigen trifft dies immerhin auch noch auf rund drei Viertel de r Befragten zu (ca. 
71%). Die Unterschiede zwischen den Alters gruppen sind insgesamt sowie getrennt nach 
Männern und Frauen statistisch signifikant. Rein deskriptiv (keine statistische Testung) 
zeigen sich innerhalb der Gruppe der hochalt rigen Befragten unterschiedliche Muster. 
Während noch ca. 81% der Männer angeben, ohne Schwierigkeiten gehen zu können, trifft 
dies nur noch auf etwa 63% der gleichaltrigen  Frauen zu. Umgekehrt heißt das aber auch, 
dass trotz der vorhandenen Unters chiede immerhin noch zwei Drittel bis vier Fünftel der 
Hochaltrigen ohne Hilfe gehen können. Ein ähnliches Muster zeigt sich für den Aspekt 
alleine duschen oder baden. Etwa 96% der jüngeren und ca. 75% der hochaltrigen Befrag-
ten berichten, dies ohne Hilfe ausführen zu können. Statistis ch signifikante Unterschiede 
zwischen den Altersgruppen finden sich insgesamt sowie getrennt für Männer und Frauen. 
Rein deskriptiv fällt auf (keine statistische Testung), dass ca. drei mal so viele der hochalt-
rigen Frauen wie Männer berichten, diese Aktivitäten ohne Hilfe nicht mehr selbst ausfüh-
ren zu können. Alleine aus dem Bett aufstehen  zu können, berichten ca.  98% der jüngeren 
und 87% der hochaltrigen Befragten. Statistisch  signifikante Unterschiede zwischen den 
Altersgruppen zeigen sich wiederum für die Gesamtgruppe sowie innerhalb der Gruppe 
der Frauen. Während nur rund 6% der jüngeren Befragten angeben, Schwierigkeiten beim 
rechtzeitigen Erreichen der Toilette  zu haben, trifft dies auf mehr als 20% der hochaltri-
gen Befragten zu (ca. 21%). Die Unterschie de zwischen den Alte rsgruppen sowie inner-
halb der Gruppen der Frauen si nd statistisch signifikant. Tende nziell (keine statistische 
Testung) scheinen Frauen dabei noch häufig er Schwierigkeiten zu haben als Männer (s. 
Tabelle 15).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
58 
Tabelle 15. Grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebens (Einzelitems) 
Aktivitäten des täglichen 
Lebens (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Selbstständig essen     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
99,6 (228) 
0,4 (1) 
0 (0) 
93,0 (147) 
5,1 (8) 
1,9 (3) 
6,6 
-4,7 
-1,9 
 
** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
99,1 (115) 
0,9 (1) 
0,0 (0) 
89,9 (62) 
7,2 (5) 
2,9 (2) 
9,2 
-6,3 
-2,9 
 
n.s. 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
100,0 (113) 
0,0 (0) 
0,0 (0) 
95,5 (85) 
3,4 (3) 
1,1 (1) 
4,5 
-4,3 
-1,1 
 
n.s. 
 
Allein an- und auskleiden     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
97,4 (222) 
1,7 (4) 
0,9 (2) 
81,1 (129) 
13,2 (21) 
5,7 (9) 
16,3 
-11,5 
-4,8 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
97,4 (112) 
1,7 (2) 
0,9 (1) 
81,4 (57) 
14,3 (10) 
4,3 (3) 
16,0 
-12,6 
-3,4 
 
*** 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
97,3 (110) 
1,8 (2) 
0,9 (1) 
80,9 (72) 
12,4 (11) 
6,7 (6) 
16,4 
-10,6 
-5,8 
 
***

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
59
 
Aktivitäten des täglichen 
Lebens (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Allein um das Aussehen kümmern    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
98,2 (225) 
0,9 (2) 
0,9 (2) 
88,0 (140) 
6,3 (10) 
5,7 (9) 
10,2 
-5,4 
-4,8 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
98,3 (114) 
1,7 (2) 
0,0 (0) 
88,6 (62) 
7,1 (5) 
4,3 (3) 
9,7 
-5,4 
-4,3 
 
n.s. 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
98,2 (111) 
0,0 (0) 
1,8 (2) 
87,7 (78) 
5,6 (5) 
6,7 (6) 
10,5 
-5,6 
-4,9 
 
** 
 
Allein gehen     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,6 (219) 
3,1 (7) 
1,3 (3) 
70,9 (112) 
22,8 (36) 
6,3 (10) 
24,7 
-19,7 
-5,0 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,7 (111) 
3,4 (4) 
0,9 (1) 
81,2 (56) 
14,5 (10) 
4,3 (3) 
14,5 
-11,1 
-3,4 
 
** 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,6 (108) 
2,6 (3) 
1,8 (2) 
62,9 (56) 
29,2 (26) 
7,9 (7) 
32,7 
-26,6 
-6,1 
 
***

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
60 
 
Aktivitäten des täglichen 
Lebens (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Allein aus dem Bett aufstehen    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
97,8 (224) 
1,3 (3) 
0,9 (2) 
88,6 (140) 
6,3 (10) 
5,1 (8) 
9,2 
-5,0 
-4,2 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
97,4 (113) 
1,7 (2) 
0,9 (1) 
91,2 (63) 
4,4 (3) 
4,4 (3) 
6,2 
-2,7 
-3,5 
 
n.s. 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
98,2 (111) 
0,9 (1) 
0,9 (1) 
86,5 (77) 
7,9 (7) 
5,6 (5) 
11,7 
-7,0 
-4,7 
 
** 
 
Allein duschen oder baden    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,6 (219) 
2,6 (6) 
1,8 (4) 
75,2 (118) 
12,7 (20) 
12,1 (19) 
20,4 
-10,1 
-10,3 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,7 (111) 
2,6 (3) 
1,7 (2) 
82,3 (56) 
11,8 (8) 
5,9 (4) 
13,4 
-9,2 
-4,2 
 
n.s. 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,6 (108) 
2,6 (3) 
1,8 (2) 
69,7 (62) 
13,5 (12) 
16,8 (15) 
25,9 
-10,9 
-15,0 
 
***

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
61
 
Aktivitäten des täglichen 
Lebens (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Schwierigkeiten, rechtzeitig zur Toilette zu kommen   
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 
- nein 
6,4 (14) 
93,4 (205) 
21,1 (31) 
78,9 (116) 
-14,7 
14,7 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 
- nein 
6,4 (7) 
93,6 (102) 
18,5 (12) 
81,5 (53) 
-12,1 
12,1 
n.s. 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 
- nein 
6,4 (7) 
93,6 (103) 
23,2 (19) 
76,8 (63) 
-16,8 
16,8 
*** 
 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Ausübung instrumenteller Aktivitäten des täglichen Lebens (Häufigkeiten) 
Bezüglich der Ausübung instrumenteller Aktivität en des täglichen Lebens zeigt sich ein 
der Ausübung grundlegender Aktivitäten ähnliche s Muster, wobei die Werte in der jünge-
ren wie der hochaltrigen Gruppe insgesam t vergleichsweise etwas geringer sind. Alleine 
und ohne Hilfe telefonieren zu können, berichten ca. 99% der 65-79jährigen und auch 
noch ca. 88% der 80-94jährigen Befragten. St atistisch bedeutsame Unterschiede finden 
sich in der Gesamtgruppe sowie in der Gruppe der Männer. Noch ohne Hilfe an Orte zu 
gelangen, die nicht zu Fuß erreichbar sind , berichten ca. 85% der jüngeren, aber nur noch 
weniger als die Hälfte der hoc haltrigen Befragten (ca. 45%).  Die Unterschiede zwischen 
den Altersgruppen sind insgesamt sowie getren nt nach Männer und Frauen statistisch sig-
nifikant. Rein deskriptiv (keine statistische Testung) zeigt sich, dass der Anteil der Frauen, 
die nur noch mit Hilfe oder alle in gar nicht mehr an weiter  entfernte Orte gelangen kön-
nen, in beiden Altersgruppen etwa doppelt so hoch ist wie der der gleichaltrigen Männer. 
Einkaufen können noch rund 92% der jüngeren, aber  nur noch etwas mehr als die Hälfte 
der hochaltrigen Befragten (ca. 56%) ohne H ilfe. Umgekehrt heißt dies wiederum, dass 
auch noch gut die Hälfte der Hochaltrigen Ei nkäufe selbstständig erledigen kann. Statis-
tisch bedeutsame Unterschiede finden sich insgesamt sowie getrennt nach Männern und 
Frauen. Tendenziell zeigt sich, dass der An teil der hochaltrigen Frauen, die ohne Hilfe 
nicht mehr einkaufen können, et wa drei mal höher ist als der der Männer (kei ne statisti-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
62 
sche Testung). Mahlzeiten selbstständig und ohne Hilfe zubereiten  zu können, berichten 
rund 93% der jüngeren und auch noch etwa zwei Drittel der hochaltrigen Befragten (ca. 
63%). Die Unterschiede zwischen den Alters gruppen sind insgesamt sowie getrennt nach 
Männern und Frauen statistisch signifikant. Be im rein deskriptiven Vergleich der hochalt-
rigen Männer und Frauen fällt auf (erwartungs gemäß und aufgrund der unterschiedlichen 
Sozialisation), dass noch etwa zwei Drittel der Frauen (72%), aber nur noch rund die Hälf-
te der Männer (ca. 51%) keine Hilfe bei der Zubere itung von Mahlzeiten benötigen. Zu-
dem ist der Anteil der Männer, die einige H ilfe benötigen etwa dreimal so hoch wie der 
der Frauen (keine statistische Test ung). Hinsichtlich der Regelung von Geldangelegenhei-
ten findet sich eine ähnliche Tendenz. Allerdings zeigt sich im deskriptiven Vergleich von 
Männern und Frauen eine umgekehrte Tende nz in die Richtung, dass Männer Geldangele-
genheiten noch eher ohne Hilfe regeln können als Frauen (Sozialisation). Die Unterschie-
de zwischen den Altersgruppen sind insgesamt statistisch bedeutsam. Hausarbeiten allein 
und ohne Hilfe erledigen scheint jüngeren wie hochaltrige n Befragten insgesamt schwer 
zu fallen. Etwa drei Viertel der jüngeren (ca. 78%) und nur noch ca. ein Drittel der hoch-
altrigen Befragten (ca. 34%) geben an, Haus arbeiten ohne Hilfe er ledigen zu können. Die 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind insgesamt und getrennt nach Männern und 
Frauen statistisch signifikant. Medikamente einnehmen ist für rund 97% der jüngeren und 
ca. 84% der hochaltrigen Befragten ohne Schw ierigkeiten möglich. Unterschiede finden 
sich in der Gesamtgruppe sowie innerhalb der Gruppe der Frauen (s. Tabelle 16).  
 
Tabelle 16. Instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens (Einzelitems) 
Instrumentelle Aktivitä-
ten des täglichen Lebens 
(%; n) 
65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Telefonieren     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
98,7 (226) 
0,4 (1) 
0,9 (2) 
88,0 (140) 
10,1 (16) 
1,9 (3) 
10,7 
-9,7 
-1,0 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
99,1 (115) 
0,0 (0) 
0,9 (1) 
85,7 (60) 
11,4 (8) 
2,9 (2) 
13,4 
-11,4 
-2,0 
 
***

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
63
 
Instrumentelle Aktivitä-
ten des täglichen Lebens 
(%; n) 
65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
98,2 (111) 
0,9 (1) 
0,9 (1) 
89,9 (80) 
9,0 (8) 
1,1 (1) 
8,3 
-8,1 
-0,2 
 
n.s. 
 
Orte zu Fuß erreichen     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
84,6 (192) 
11,9 (27) 
3,5 (8) 
45,2 (70) 
33,5 (52) 
21,3 (33) 
39,4 
-21,6 
-17,8 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
90,5 (105) 
7,8 (9) 
1,7 (2) 
57,4 (39) 
29,4 (20) 
13,2 (9) 
33,1 
-21,6 
-11,5 
 
*** 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
78,4 (87) 
16,2 (18) 
5,4 (6) 
35,6 (31) 
36,8 (32) 
27,6 (24) 
42,8 
-20,6 
-22,2 
 
*** 
 
Einkaufen     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
91,7 (210) 
6,1 (14) 
2,2 (5) 
56,3 (89) 
21,5 (34) 
22,2 (35) 
35,4 
-15,4 
-20,0 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
96,5 (112) 
2,6 (3) 
0,9 (1) 
70,0 (49) 
20,0 (14) 
10,0 (7) 
26,5 
-17,4 
-9,1 
 
*** 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
86,7 (98) 
9,7 (11) 
3,6 (4) 
45,5 (40) 
22,7 (20) 
31,8 (28) 
41,2 
-13,0 
-28,2 
 
***

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
64 
 
Instrumentelle Aktivitä-
ten des täglichen Lebens 
(%; n) 
65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Mahlzeiten zubereiten     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
93,0 (213) 
4,8 (11) 
2,2 (5) 
62,9 (100) 
20,1 (32) 
17,0 (27) 
30,1 
-15,3 
-14,8 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
90,5 (105) 
6,9 (8) 
2,6 (3) 
51,4 (36) 
32,9 (23) 
15,7 (11) 
39,1 
-26,0 
-13,1 
 
*** 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,6 (108) 
2,6 (3) 
1,8 (2) 
71,9 (64) 
10,1 (9) 
18,0 (16) 
23,7 
-7,5 
-16,2 
 
*** 
 
Hausarbeit allein erledigen    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
77,6 (177) 
19,8 (45) 
2,6 (6) 
33,5 (53) 
42,4 (67) 
24,1 (38) 
44,1 
-22,6 
-21,5 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
76,5 (88) 
21,7 (25) 
1,8 (2) 
36,2 (25) 
40,6 (28) 
23,2 (16) 
40,3 
-18,9 
-21,4 
 
*** 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
78,8 (89) 
17,7 (20) 
3,5 (4) 
31,5 (28) 
43,8 (39) 
24,7 (22) 
47,3 
-26,1 
-21,2 
 
***

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
65
 
Instrumentelle Aktivitä-
ten des täglichen Lebens 
(%; n) 
65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Medikamente einnehmen     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
96,5 (221) 
3,1 (7) 
0,4 (1) 
84,3 (134) 
11,3 (18) 
4,4 (7) 
12,3 
-8,2 
-4,0 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
95,7 (111) 
4,3 (5) 
0,0 (0) 
85,7 (60) 
10,0 (7) 
4,3 (3) 
10,0 
-6,7 
-4,3 
 
n.s. 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
97,3 (110) 
1,8 (2) 
0,9 (1) 
83,1 (74) 
12,4 (11) 
4,5 (4) 
14,2 
-10,6 
-3,6 
 
** 
 
Geldangelegenheiten regeln    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
94,3 (216) 
3,9 (9) 
1,8 (4) 
69,8 (111) 
19,5 (31) 
10,7 (17) 
24,5 
-15,6 
-8,9 
 
*** 
 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
96,6 (112) 
1,7 (2) 
1,7 (2) 
78,6 (55) 
15,7 (11) 
5,7 (4) 
18,0 
-14,0 
-4,0 
 
*** 
 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ohne Hilfe 
- mit einiger Hilfe 
- nicht mehr möglich 
92,0 (104) 
6,2 (7) 
1,8 (2) 
62,9 (56) 
22,5 (20) 
14,6 (13) 
29,1 
-16,3 
-12,8 
 
*** 
 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**; p < .05*. 
 
Ausübung grundlegender und instrumenteller Aktivitäten des täglichen Lebens (Summen-
scores) 
Die Werte des ADL-Index' bestätigen die Bef unde der Einzelitem-Analysen. So liegt das 
Ausmaß der Kompetenz in der Ausführung grun dlegender Aktivitäten des täglichen Le-
bens für die beiden Altersgruppen und auch  für die befragten Männer und Frauen mit

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
66 
Werten von M=13,6 und M=12,0 (jüngere vs. hoch altrige Befragte) insgesamt im oberen 
Bereich, allerdings mit einer erwartungsgemä ßen und bereits aufgezeigten Tendenz zur 
ungünstigeren Einschätzung in der Gruppe der Hochaltrigen. Die Unterschiede zwischen 
den Altersgruppen sind insgesamt und auch getr ennt nach Männern und Frauen statistisch 
hoch bedeutsam. Trotz der bestehenden Alters differenzen zeigt sich dennoch für die Be-
fragten beider Gruppen ein hohes Maß an Selbstständigke it in der Ausführung grundle-
gender Aktivitäten des täglichen Lebens (s. Tabelle 17). 
 
Tabelle 17. Grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebens (Summenscore) 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebensa   
Gesamtgruppe  (N=232) (N=160)   
 13,6 (1,5) 12,0 (3,5) 1,6 *** 
Männer (N=117) (N=71)   
 13,5 (1,5) 12,3 (3,4) 1,2 *** 
Frauen (N=115) (N=89)   
 13,6 (1,4) 11,8 (3,3) 1,8 *** 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Summenscore von 0-14: Ausführung von Aktivitäten des täglichen Lebens. 
 
Ein vergleichbares Muster zeigt sich für den IADL-Index hinsichtlich der Ausführung 
instrumenteller Aktivitäten des täglichen Lebe ns. Für beide Altersgruppen sowie getrennt 
nach Männern und Frauen finden sich We rte zwischen M=13,2 und M=10,4 (jüngere vs. 
hochaltrige Befragte). Dies ist insgesamt als hoch zu bewerten, allerdings zeigt sich eben-
falls eine erwartungsgemäße Tendenz zur ungü nstigeren Einschätzung in der Gruppe der 
Hochaltrigen. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind insgesamt sowie ge-
trennt nach Männern und Frauen (erwartungsgemäß) statistisch hoch bedeutsam. Trotz der 
bestehenden Altersdifferenzen zeigt sich ab er dennoch für die Befragten beider Gruppen 
ein hohes Maß an Selbstständigkeit in der Ausführung instrumenteller Aktivitäten des 
täglichen Lebens (s. Tabelle 18).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
67
Tabelle 18. Instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens (Summenscore) 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte)  
Statistische 
Signifikanz 
Instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebensa  
Gesamtgruppe  (N=232) (N=160)   
 13,2 (1,9) 10,4 (3,6) 2,8 *** 
Männer (N=117) (N=71)   
 13,3 (1,7) 10,8 (3,5) 2,5 *** 
Frauen (N=115) (N=89)   
 13,1 (2,1) 9,9 (3,7) 3,2 *** 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Summenscore von 0-14: Ausführung von instrumentellen Aktivitäten des  
  täglichen Lebens. 
 
Zwei Aspekte sollen abschließend noch ges ondert herausgestellt werden. Trotz eines ins-
gesamt hohen Ausmaßes an Selbstständigke it zeigt sich (erwartungsgemäß) zum einen, 
dass Hilfebedarf vor allem in der Gruppe der Ho chaltrigen anzutreffen ist. Dieser Bedarf 
findet sich vor allem in bezug auf mobilitätsrelevante Aspekte (allein gehen, abgelegene 
Orte zu Fuß erreichen, ei nkaufen) sowie Mahlzeitenber eitung und Erledigung von Geld-
angelegenheiten. Für beide Altersgruppen lässt sich zudem ei n deutlicher Hilfebedarf hin-
sichtlich hauswirtschaftlicher Aktivitäten identifizieren. Diese Befunde könnten insgesamt 
ein Hinweis sein auf den eingangs erwähnt en Zusammenhang zwischen Gesundheit und 
Alltagsaktivitäten. Zum anderen zeigt sich im Vergleich der beiden Aktivitätsbereiche, 
dass die Durchschnittswerte der instrumentelle n Aktivitäten insgesamt niedriger ausfallen 
als die Durchschnittswerte der grundlegenden Aktivitäten. Diese Tendenz zeigt sich in 
beiden Altersgruppen, ausgeprägter jedoch in  der Gruppe der hochaltrigen Teilnehmer. 
Das heißt, dass es auch in der jüngeren A ltersgruppe bereits Personen gibt, die einen ge-
wissen Hilfebedarf aufweisen. Dieses Ergebnis verweist ebenfalls auf die schon erwähnten 
Befunde, wonach die Selbstständigkeit in der Ausübung grundlegender, körperbezogener, 
Aktivitäten als primär im Vergleich zur Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit in der 
Ausübung instrumenteller Alltagsaktivitäten angesehen werden kann. Denn nicht die Ein-
bussen in instrumentellen Aktivitäten gefährde n die Aufrechterhaltung einer selbstständi-
gen Lebensführung an sich, sondern erst gravierende Einbussen in der Ausführung grund-
legender körperbezogener Alltagsaktivitäten. Allerdings können Einbußen Älterer im in-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
68 
strumentellen Bereich im Hinblick auf die kommunale Altenplanung womöglich als eine 
Art "Frühwarnsystem" fungieren, weil sich daran ein anbahnender Unterstützungsbedarf 
ableiten lässt. 
 
Das Erleben des eigenen Gesundheitszustandes und Einschränkungen bei der Ausübung 
von Aktivitäten  
Ein weiteres Maß für das Erleben der eigene n Gesundheit im Alter ist die Frage danach, 
inwieweit der Gesundheitszustand die Ausübung von Aktivitäten (noch) ermöglicht bzw. 
einschränkt (s. Tabelle 19).  
 
Tabelle 19. Einschränkung von Aktivitäten durch Gesundheit 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Einschränkung von Aktivitäten durch Gesundheit  
Gesamtgruppe  100% (232) 100% (160)   
- überhaupt nicht 
- ab und zu 
- fast immer 
27,9 (63) 
62,4 (141) 
9,7 (22) 
10,8 (17) 
57,3 (90) 
31,9 (50) 
17,1 
5,1 
-22,2 
*** 
Männer 100% (117) 100% (71)   
- überhaupt nicht 
- ab und zu 
- fast immer 
22,8 (26) 
68,4 (78) 
8,8 (10) 
12,8 (9) 
58,6 (41) 
28,6 (20) 
10,0 
9,8 
-19,8 
** 
Frauen 100% (115) 100% (89)   
- überhaupt nicht 
- ab und zu 
- fast immer 
33,0 (37) 
56,3 (63) 
10,7 (12) 
9,2 (8) 
56,3 (49) 
34,5 (30) 
23,8 
0,0 
-23,8 
*** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Im Vergleich der Altersgruppen insgesamt zeigt sich, dass jeweils et wa zwei Drittel der 
jüngeren und hochaltrigen Befr agten angeben (62% bzw. 57%), dass sie ab und zu Ein-
schränkungen von Aktivitäten aufgrund ihres Gesundheitszustandes erleben. Während 
etwas weniger als ein Drittel der jüngeren Befragten (28%) überhaupt keine Aktivitäts-
seinschränkungen berichtet und nur 10% fa st immer Aktivitätseinschränkungen erleben, 
findet sich in der Gruppe der hochaltrigen Befragten erwartungsgemäß eine umgekehrte

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
69
Tendenz. Rund 11% der hochaltrigen Teilneh mer erleben keine Aktivitätseinschränkun-
gen aufgrund ihrer Gesundheit, demgegenüber be richten etwa zwei Drittel der Hochaltri-
gen (32%), dass sie sich aufgrund ihres Ge sundheitszustandes fast immer bei der Aus-
übung von Aktivitäten eingeschränkt fühlen. In den Subgruppen der Männer und Frauen 
finden sich ähnlichen Tendenzen. Die Unters chiede zwischen den Altersgruppen und ge-
trennt nach Männern und Frauen sind statistisch signifikant (s. Tabelle 19).  
 
3.1.3 Zusammenfassung  
Die Befunde zur Gesundheit verweisen insges amt auf ein differenzielles Bild mit insge-
samt erwartbaren schlechteren Ergebnissen und  Bewertungen in "Vierten" im Vergleich 
zum "Dritten" Alter. Die Einschätzungen zu r Zufriedenheit mit der Gesundheit allgemein 
sowie zum Sehen und Hören liegen in den Bere ichen gut bis mäßig, wobei die hochaltri-
gen Befragten zu einer schlechteren Einsch ätzung tendieren. Im Hinblick auf die Ein-
schätzung der zu Fuß zurücklegbaren Ge hstrecke und der Ausübung von Aktivitäten des 
Täglichen Lebens werden Unterschiede zw ischen jüngeren und hochaltrigen Befragten 
besonders deutlich. Die Bewältigung von Fußweg en ist dabei vor allem für hochaltrige 
Frauen beschwerlicher als für die anderen Vergleichsgruppen, ebenso die Ausübung jener 
grundlegenden und instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens, die Körperkraft und 
Ausdauer erfordern (Duschen / Baden; Z ubereitung von Mahlzeiten; hauswirtschaftliche 
Aktivitäten). Insgesamt zeigen sich im Hinblic k auf die Aktivitäten des täglichen Lebens 
für alle Befragten niedrigere Durchschnittsw erte für instrumentelle als für grundlegende 
Aktivitäten. Diese Tendenz findet sich ausgep rägter in der Gruppe der hochaltrigen Be-
fragten. Das heißt, Einschränkungen finden sich eher in der letztgenannten Gruppe, aber 
auch in der jüngeren Altersgruppe können die Befunde als "Frühwarnsystem" eines sich 
anbahnenden Hilfebedarfs interpretiert werden. Dazu passt, dass über zwei Drittel der jün-
geren und ca. 89% der hochaltri gen Befragten angeben, ab und zu oder fast immer durch 
ihre gesundheitliche Situation in der Ausübung von Aktivitäten eingeschränkt zu sein.  
 
3.2 Psychische Aspekte 
Unter psychischen Aspekten werden Merkmale verstanden, die sich auf das Verhalten und 
Erleben des Menschen beziehen. Dazu gehören  auch Fragen der Pe rsönlichkeit, des Den-
kens und Fühlens sowie Einstellungen und Überzeugungen. In di eser Befragung konnte 
kein objektives Verhalten be obachtet werden. Es war aber möglich, subjektive Bewertun-
gen zum Leben allgemein abzufragen. Aspe kte der Lebensbewertung und -zufriedenheit

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
70 
wurden in der vorliegenden Befragung mit ei ner Skala zur Lebensbewertung (Einstellun-
gen und Überzeugungen) sowie einer allgemeine n Einschätzung der Lebenszufriedenheit 
(0-10) zum Zeitpunkt der Befragung erhoben. Be funde anderer Studien belegen für Men-
schen im "Dritten" und "Vierten" Lebensalte r insgesamt ein hohes Maß an Zufriedenheit, 
die in der Tendenz allerdings für hochaltrig e Personen etwas negative r getönt ist als für 
jüngere (Smith & Baltes, 1996; Smith et al., 1996).  
 
3.2.1 Lebensbewertung: Persönliche Einstellungen und Überzeugungen  
Um Aussagen zu den persönlichen Einste llungen und Überzeugungen der befragten Per-
sonen treffen zu können, wurden die insgesam t 13 Items der Skala "Valuation of life" (je-
weilige Antwortmöglichkeiten 2="ja", 1="weder /noch", 0="nein") zu einem Summensco-
re von 0-26 zusammengefasst (s. Tabelle 20).  
 
Tabelle 20. Lebensbewertung: Persön liche Einstellungen und Überzeugungen 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Persönliche Einstellungen und Überzeugungena  
Gesamtgruppe  (N=232) (N=160)   
 21,7 (4,4) 18,1 (6,5) 3,6 *** 
Männer (N=117) (N=71)   
 22,3 (3,7) 18,9 (6,1) 3,4 *** 
Frauen (N=115) (N=89)   
 21,0 (4,9) 17,5 (6,8) 3,5 *** 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 a  Summenscore von 0-26: Lebensbewertung: Persönliche Einstellungen und Über-
zeugungen (höhere Werte entsprechen einer positiveren Lebensbewertung). 
 
Insgesamt zeigt sich im Wertebereich von 0- 26 eine durchschnittlich positive Lebensbe-
wertung sowohl für die 65-79jährigen als auch für die 80-94jährigen (M=21,7 vs. 
M=18,1). Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind insgesamt sowie getrennt für 
Männer und Frauen statistisch signifikant. Das heißt, es finden sich trotz der insgesamt 
positiven Lebensbewertung Unterschiede zwischen jüngeren und hochaltrigen Befragten. 
Die Lebensbewertung der hochbetagten Teilne hmer fällt durchschnittlich etwas negativer 
aus als die der jüngeren Befragten. Im Vergle ich von Männern und Frauen  zeigt sich rein

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
71
deskriptiv, dass die Werte de r Männer in beiden Altersgr uppen über denen der Frauen 
liegen (keine statistische Testung) (s. Tabelle 20).  
 
3.2.2 Lebenszufriedenheit  
Die Einschätzung der allgemeinen Lebenszufrie denheit erfolgte mit der bereits eingeführ-
ten Skala von 0="ganz und gar unzufrieden" bi s 10="ganz und gar zufrieden" (s. Tabelle 
21).  
 
Tabelle 21. Lebenszufriedenheit 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Lebenszufriedenheita     
Gesamtgruppe  (N=232) (N=160)   
 8,1 (1,7) 7,1 (2,6) 1,0 *** 
Männer (N=117) (N=71)   
 8,2 (1,7) 7,0 (2,6) 1,2 *** 
Frauen (N=115) (N=89)   
 8,0 (1,8) 7,2 (2,6) 0,8 n.s. 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Skala von 0="ganz und gar unzufrieden" bis 10="ganz und gar zufrieden". 
 
Insgesamt zeigt sich eine hohe Zufriedenheit  mit dem Leben und zwar gleichermaßen für 
die Teilnehmer beider Altersgruppen (M=8,1 jüngere Befragte vs. M=7,1 hochaltrige Be-
fragte). Statistisch bedeutsame Unterschiede  finden sich zwischen den Altersgruppen ins-
gesamt sowie innerhalb der Gr uppe der Männer. Eine gleichge richtete, wenn auch statis-
tisch nicht signifikante Tendenz, zeigt sich auch für die Frauen. Trotz der insgesamt hohen 
Lebenszufriedenheit wird auch  hier deutlich, dass die Eins chätzung der hochaltrigen Be-
fragten deutlich niedriger ist als die der jüngeren Befragte n, wobei die hochaltrigen Män-
ner den geringsten Wert aufweisen (M=7,0) (s. Tabelle 21).  
 
3.2.3 Zukunftserleben  
Lange Zeit war in der Gerontologie das Bild  vorherrschend, dass ältere Menschen eher 
vergangenheitsorientiert als gegenwarts- oder zukunftsbez ogen leben. Die Befunde der 
Berliner Altersstudie zeigen ein deutlich ande res Bild und widerlegen somit dieses negati-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
72 
ve Altersstereotyp (Mayer & Baltes, 1996). Im Rahmen dieser für die deutsche Geronto-
logie wegweisenden Studie zeig te sich, dass insgesamt nur 6% der Teilnehmer angaben, 
keine Hoffnungen oder Befürchtungen im Hinblick auf die Zukunft zu haben. Für 94% der 
Befragten fand sich eine Vielfalt von Bereic hen und Entwicklungszielen hinsichtlich der 
Zukunft, wobei die Bereiche Selbstakzeptanz, Autonomie und soziale Beziehungen für die 
Befragten von besonderer Bedeutung waren. Trot z großer interindividu eller Unterschiede 
zeigten sich nur wenige Alters- bzw. Kohor tenunterschiede. Insgesamt stellen zukunftsbe-
zogene Inhalte von Hoffnungen und Befürchtunge n eine zentrale Quelle der Handlungs-
motivation und des Selbstwertes dar (Smith & Baltes, 1996).  
 
Die wahrgenommene Restlebensze it gibt indirekt Aufschlu ss über die Zukunftsperspekti-
ve der Befragten. So wird angenommen, da ss in Abhängigkeit von der wahrgenommenen 
Restlebenszeit unterschiedliche Ziele verfol gt werden. Lang & Carstensen zeigen bei-
spielsweise in Zusammenhang mit sozialen Ko ntakten, dass bei al s begrenzt wahrgenom-
mener Zeitperspektive eher emotional wichtig e Kontakte anvisiert werden, während bei 
als unbegrenzt wahrgenommener Zeitperspekti ve wissensbezogene und instrumentelle 
Inhalte des sozialen Austauschs im Vorder grund stehen (Lang & Carstensen, 2002). Die 
wahrgenommene Restlebenszeit steht zudem immer in Zusammenhang mit dem tatsächli-
chen Lebensalter der Befragten.  
 
Im Rahmen der vorliegenden Befragung wurd en zur Beschreibung des Themas "Zukunft" 
die Aspekte: Wahrgenommene Restlebenszeit (vielleicht zu erreichendes und gewünschtes 
Lebensalter), Einschätzung der persönliche n Zukunft, Bewertung der Zukunftsaussichten 
für ältere Menschen in Arheilgen sowie der Bereich Wohnzukunft ausgewählt.  
 
Wahrgenommene Restlebenszeit (vermutlich zu erreichendes und gewünschtes  
Lebensalter) 
In der vorliegenden Befragung geben die 65-79jä hrigen Befragten an, dass sie vielleicht 
ein Lebensalter von durchschnittlich 83 Jahren erreichen werden, die 80-94jährigen be-
richten ein vielleicht zu erreichendes Lebensalter von etwa 91 Jahren. Diese Tendenz zeigt 
sich insgesamt sowie für Männer und Frauen. Die Unterschiede zwischen den Altersgrup-
pen sind statistisch bedeutsam,  was sich naturgemäß aufg rund des unterschiedlichen Le-
bensalters der Befragten ergibt. Die Unterschie de sind vielmehr so zu interpretieren, dass 
auch bei hochaltrigen Teilnehmern eine kl ar über mehrere Jahr e hinausreichende Zu-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
73
kunftsperspektive besteht. Das vielleicht zu erreichende Lebensalter der jüngeren und 
hochaltrigen Befragten liegt jeweils über dem durchschnittlichen Lebensalter der jeweilige 
Gruppe, die Differenz beträgt bei den 65-79jährigen Teilnehmern rund 11 Jahre, bei den 
80-94jährigen rund sechs Jahre (s. Tabelle 22). 
 
Tabelle 22. Vermutlich zu erreichendes und gewünschtes Lebensalter  
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
Mittelwerte 
Statistische 
Signifikanz 
Tatsächliches Le-
bensalter (Jahre) 71,8 (4,4) 85,2 (3,9)   
Vermutlich zu erreichendes Lebensalter (Jahre)  
Gesamtgruppe  (N=232) (N=160)   
 82,6 (5,9) 90,7 (4,5) -8,1 *** 
Männer (N=117) (N=71)   
 82,7 (6,9) 89,8 (4,3) -7,1 *** 
Frauen (N=115) (N=89)   
 82,4 (4,4) 91,7 (4,6) -9,3 *** 
Gewünschtes Lebensalter (Jahre)  
Gesamtgruppe  (N=232) (N=160)   
 85,9 (7,1) 93,2 (5,4) -7,3 *** 
Männer (N=117) (N=71)   
 86,6 (8,1) 93,0 (5,9) -6,4 *** 
Frauen (N=115) (N=89)   
 85,2 (5,9) 93,3 (5,0) -8,1 *** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Mit der Frage: "Wie alt möchten Sie denn gerne werden?" wurden die Befragten gebeten - 
im Gegensatz zur Frage nach dem vermutlich zu erreichenden Alter - das Alter anzugeben, 
das sie gerne erreichen möchten ("Wunschalter"). Für die jüngeren Befragten beträgt das 
"Wunschalter" rund 86 Jahre, für die Hoch altrigen rund 93 Jahre und liegt in beiden 
Gruppen über dem vermutlich zu erreichende n Alter. Die Differenz zwischen durch-
schnittlichem Lebensalter und "Wunschalter" beträgt bei den 65-79jährigen Teilnehmern 
rund 14 Jahre und bei den 80-94jährigen rund acht Jahre. Die Unterschiede zwischen den 
Altersgruppen sind (erwartungs gemäß) ebenfalls statistisch signifikant. Insgesamt zeigen

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
74 
die Befunde für die 65-79jährigen Befragte n, dass diese glauben, im Durchschnitt ca. 11 
Jahre älter zu werden und sich wünschen, etwa 14 Jahre älter zu werden als sie derzeit 
sind. Für die 80-94jährigen Befragten zeigt sich, dass diese glauben, im Durchschnitt viel-
leicht sechs Jahre älter zu werden und sich wünschen, etwa acht Jahre älter zu werden als 
sie derzeit sind (s. Tabelle 22). 
 
Darüber hinaus zeigt sich, dass die Differenz zwischen  tatsächlichem Lebensalter und 
vermuteter Lebenserwartung ei nerseits und tatsächlichem Lebensalter und erwünschter 
Lebenserwartung andererseits mit zunehmende m Alter geringer wird und sich die Diffe-
renzen in der Altersgruppe der 90-94jährig en fast entsprechen. Für die 75-79jährigen und 
die 80-84jährigen zeigt sich im Hinblick auf beide Differenzen ein fast identisches Muster 
(s. Abbildung 9).  
 
Abbildung 9. Differenz zwischen aktuellem Lebensalter und vermuteter Lebenserwartung 
bzw. erwünschter Lebenserwartung 
 
Zusammenfassend zeigt sich für die 65-79 jährigen Befragten, ausgehend von einem 
durchschnittlichen Lebensalter von ca. 72 Jahre n, ein vermutlich zu erreichendes Lebens-
alter von 83 (72+11) Jahren sowie ein gewüns chtes Lebensalter von 86 (72+14) Jahren. 
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
65-69jährige 70-74jährige 75-79jährige 80-84jährige 85-89jährige 90-94jährige
Altersgruppen
Jahre
Differenz zwischen aktuellem Lebensalter
und vermuteter Lebenserwartung
Differenz zwischen aktuellem Lebensalter
und erwünschter Lebenserwartung

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
75
Für die 80-94jährigen Befragten zeigt sic h, ausgehend von einem durchschnittlichen Le-
bensalter von ca. 85 Jahren, ein verm utlich zu erreichendes Lebensalter von 91 (85+6) 
Jahren sowie ein gewünschtes Lebensalter von 93 (85+8) Jahren. Die Differenz der Mit-
telwerte zwischen den Altersgruppen hinsicht lich des durchschnittlic hen Lebensalters be-
trägt ca. 13 Jahre, die Differenz der Mittelwerte zwischen diesen Gruppen im Hinblick auf 
das vermutlich zu erreichende bzw. das gewünschte Lebensalter 8 bzw. 7 Jahre (s. Abbil-
dung 10). 
 
Abbildung 10. Übersicht zur erwarteten Restlebenszeit: Durchschnittliches, vermutliches 
und gewünschtes Lebensalter  
Alter (Jahre) Tatsächliches  
Lebensalter  
Vermutliches Lebensalter Gewünschtes Lebensalter 
65-79 Jahre 72 83 86 
Differenz 13 8 7 
80-94 Jahre 85 91 93 
Anmerkung. Übersicht zur Restlebenszeit: Durchschn ittliches, vielleicht zu erreichendes und 
gewünschtes Lebensalter (Erläuterungen im Text). 
 
Persönliche Zukunft  
Die persönliche Zukunft wurde auf einer vierstufigen Skal a (1 = "ausgezeichnet", 2 = 
"gut", 3 = "mäßig" bis 4 = "schlecht") erfragt. Es handelt sich hierbei um eine allgemeine 
(globale) Einschätzung der persönlichen Z ukunft aus Sicht der Befragten. Die Befunde 
zeigen, dass die persönliche Zukunft insgesam t als gut eingeschätzt wird (M=2,2 jüngere 
Befragte vs. M=2,3 hochaltrige Befragte). Di e Unterschiede zwischen den Altersgruppen 
sind gering und daher statistisch nicht bedeutsa m. Jüngere und ältere Befragte unterschei-
den sich also nicht hinsichtlich der Einsch ätzung ihrer persönlic hen Zukunft (s. Tabelle 
23).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
76 
Tabelle 23. Persönliche Zukunft 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Persönliche Zukunfta     
Gesamtgruppe  (N=232) (N=160)   
 2,2 (0,5) 2,3 (0,6) -0,1 n.s. 
Männer (N=117) (N=71)   
 2,1 (0,5) 2,2 (0,6) -0,1 n.s. 
Frauen (N=115) (N=89)   
 2,3 (0,6) 2,4 (0,7) -0,1 n.s. 
Anmerkung.  a Skala von 1="ausgezeichnet" bis 4="schlecht".  
   Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede  
   = n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Zukünftige Wohn- und Lebensbedingungen für ältere Menschen in Arheilgen 
Im Folgenden geht es um die Einschät zung der zukünftigen Wohn- und Lebensbedingun-
gen für ältere Menschen in Arheilgen, so wie sie von den befragten Personen derzeit beur-
teilt werden. Gefragt wurde konkr et danach, ob in Zukunft St abilität oder Veränderungen 
(Verbesserungen, Verschlechterungen) für ältere Menschen in Arheilgen erwartet werden. 
Die Ergebnisse finden sich in Tabelle 24. Insg esamt geben jeweils etwa zwei Drittel der 
65-79jährigen (ca. 63%) und rund drei Viertel der 80-94jährigen Befragten (74%) an, dass 
sie zukünftig keine Veränderungen für ältere Me nschen im Stadtteil Arheilgen erwarten. 
Zwischen 11 und 12% der jüngeren und hochaltri gen Befragten befürchten Verschlechte-
rungen, im Gegensatz dazu gehen ca. 25% de r jüngeren und auch noch 15% der hochaltri-
gen Befragten von Verbesserungen aus. Da die Antworttendenzen über alle Gruppen hin-
weg eine hohe Ähnlichkeit aufweisen, finden sich im Vergleich de r Altersgruppen insge-
samt sowie getrennt nach Männern und Frauen  keine statistisch bedeutsamen Unterschie-
de. Das heißt, ohne auf konkrete stadtteilbezoge ne Inhalte einzugehen, erwarten ältere 
Bürgerinnen und Bürger in Arheilgen für die Zukunft ihres Stadtteils  deutlich mehr Ver-
besserungen (25%, 15%) als Verschlechterungen (12%, 16%) was die Wohn- und Le-
bensbedingungen betrifft. Von den hochaltrige n Befragten wird zude m mehr Stabilität, 
seltener Verbesserungen, aber dabei nicht häufiger Verschlechterungen für die Zukunft 
erwartet als von den 65-79jährigen (s. Tabelle 24).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
77
Tabelle 24. Zukünftige Wohn- und Lebensbedin gungen für ältere Menschen in Arheilgen 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Zukünftige Wohn- und Lebensbedingungen für ältere Menschen in Arheilgen 
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- Keine Veränderungen  
- Verschlechterungen 
- Verbesserungen 
62,6 (137) 
12,3 (27) 
25,1 (55) 
74,0 (108) 
11,0 (16) 
15,0 (22) 
-11,4 
1,3 
10,1 
n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- Keine Veränderungen  
- Verschlechterungen 
- Verbesserungen 
62,5 (70) 
13,4 (15) 
24,1 (27) 
73,8 (48) 
12,3 (8) 
13,9 (9) 
-11,3 
1,1 
10,2 
n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- Keine Veränderungen  
- Verschlechterungen 
- Verbesserungen 
62,6 (67) 
11,2 (12) 
26,2 (28) 
74,1 (60) 
9,9 (8) 
16,0 (13) 
-11,5 
1,3 
10,2 
n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Wohnzukunft 
Bei den Erwartungen der eigenen Wohnwoh nzukunft konnten die Befragten aus einer 
Reihe von Antwortvorgaben wählen, wobe i Mehrfachnennungen möglich waren. Die 
Antwortmöglichkeiten umfassten die Kategor ien: Beibehaltung der bisherigen Wohnung 
ohne Veränderung, Umbau der jetzigen Wohnu ng, Umzug in eine andere Privatwohnung, 
Umzug ins Betreute Wohnen, Umzug ins Ge meinschaftliche Wohnen, Umzug zu den 
Kindern, Umzug in ein Alten- und Pflegehe im sowie sonstige Wohnformen. Die Ergeb-
nisse zur Wohnzukunft finden sich in den Tabellen 25 bis 28.  
 
Bisherige Wohnung ohne Veränderung und Umbau der jetzigen Wohnung 
Insgesamt berichten jeweils r und vier Fünftel der 65-79jährig en sowie der 80-94jährigen 
(ca. 81% bzw. 82%), dass sie ihre Wohnung ohne Veränderungen auch in Zukunft beibe-
halten wollen. Die Unterschiede zwischen de n Altersgruppen insgesamt sowie innerhalb 
der Gruppen der männlichen und weiblichen Befrag ten sind statistisch nicht signifikant, 
die Werte weisen insgesamt in dieselbe Rich tung. Rein deskriptiv zeigt sich, dass die 
Männer im Altersgruppenvergleich im hohen Alter seltener an den bisherigen Wohnbe-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
78 
dingungen festhalten, während Frauen im gleichen  Alter häufiger Kontinuität zeigen (kei-
ne statistische Testung) (s. Tabelle 25).  
 
In bezug auf den Wunsch nach einem Umbau der jetzigen Wohnung  zeigt sich (erwar-
tungsgemäß) ein genau umgekehrtes Bild. Nur jeweils etwa ein Fünftel der jüngeren 
(18%) und hochaltrigen (15%) Befragten gebe n an, dass sie sich für die Zukunft einen 
Umbau der jetzigen Wohnung wünschen. Die Un terschiede zwischen den Altersgruppen 
insgesamt und innerhalb der Gruppen der Mä nner und Frauen sind st atistisch nicht be-
deutsam. Rein deskriptiv zeigt sich, dass ein Wunsch nach Umbau am ehesten noch von 
den jüngeren Frauen geäußert wird, während hochbetagte Frauen dieser Option am skep-
tischsten gegenüberstehen (keine statistische Testung) (s. Tabelle 25).  
 
Tabelle 25. Wohnzukunft: Beibehaltung de r bisherigen Wohnung ohne Veränderung 
und Umbau der jetzigen Wohnung  
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Wohnzukunft: Beibehaltung der bisherigen Wohnung ohne Veränderung  
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 80,9 (186) 81,9 (127) -1,0 n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 86,1 (99) 77,9 (53) 8,2 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 75,7 (87) 85,1 (74) -9,4 n.s. 
Wohnzukunft: Umbau der jetzigen Wohnung   
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 18,3 (42) 14,8 (23) 3,5 n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 17,4 (20) 16,2 (11) 1,2 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 19,1 (22) 13,8 (12) 5,3 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
79
Umzug in eine andere Privatwohnung 
Der Umzug in eine andere Privatwohnung wird nur von einer Minderheit der Befragten als 
wünschenswerte Alternative zur jetzigen Wohnform gesehen. So bejahen dies nur ca. 9% 
der jüngeren und sogar nur 2% (3 Personen) de r hochaltrigen Befragten. Die Unterschiede 
zwischen den Altersgruppen sind nur in der Gesamtgruppe statisti sch signifikant, für 
Männer und Frauen zeigen sich annähernd glei che Tendenzen, die allerdings statistisch 
nicht bedeutsam sind. Dies spiegelt die grund sätzlich bekannte hohe Verbleibenstendenz 
bzw. die grundsätzliche Ablehnung von Umzügen insbesondere im sehr hohen Alter wi-
der. Anders sieht dies aus, wenn das Betreu te Wohnen als eine Form gemeinschaftlichen 
Wohnens als Umzugsziel anvisiert wird (s. Tabelle 26).  
 
Tabelle 26. Wohnzukunft: Umzug in  eine andere Privatwohnung 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Wohnzukunft: Umzug in eine andere Privatwohnung  
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 9,1 (21) 1,9 (3) 7,2 ** 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 10,4 (12) 2,9 (2) 7,5 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 7,8 (9) 1,1 (1) 6,7 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Betreutes Wohnen und Gemeinschaftliches Wohnen 
Das Betreute Wohnen wird von etwas mehr als einem Drittel der jüngeren (ca. 37%) und 
von mehr als einem Viertel der hochaltrigen Befragten (ca. 28%) als zukunftsweisende 
Alternative zur jetzigen Wohnform genannt. Im Vergleic h zu den anderen bisher genann-
ten Zukunftswohnformen scheint das Betreute  Wohnen für einen substanziellen Teil der 
Befragten eine Alternative darzustellen (kei ne statistische Testung). Die Unterschiede 
zwischen den Altersgruppen si nd statistisch nicht signifika nt, für Männer und Frauen zei-
gen sich annähernd gleiche Te ndenzen. Rein deskri ptiv ist dennoc h bemerkenswert, dass 
das Betreute Wohnen bei den jüngeren Frauen besonders beliebt ist (40%), während hoch-
altrige Frauen diese Alternative am seltensten angeben (24%) (s. Tabelle 27).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
80 
Im Gegensatz dazu zeigen die Ergebnisse zum Gemeinschaftlichen Wohnen (gemeinsames 
Wohnen mit Freunden in einem Haus, aber in  getrennten Wohnung), das diese Wohnform 
- häufiger als der Umzug in eine andere  Privatwohnung - aber dennoch nur von einer 
Minderheit der Befragten als Zukunftswohnwunsch genannt wird. Nur ca. 10% der jünge-
ren und lediglich ca. 6% der hochaltrigen Befragten geben an, das Gemeinschaftliche 
Wohnen als zukünftige Wohnform zu bevorzugen. Die Unterschiede zwischen den Alters-
gruppen sind statistisch nicht bedeutsam (s. Tabelle 27).  
 
Tabelle 27. Wohnzukunft: Betreutes W ohnen und Gemeinschaftliches Wohnen 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Wohnzukunft: Betreutes Wohnen    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 36,5 (84) 27,7 (43) 8,8 n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 33,0 (38) 32,3 (22) 0,7 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 40,0 (46) 24,1 (21) 15,9 n.s. 
Wohnzukunft: Gemeinschaftliches Wohnen    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 10,0 (23) 5,8 (9) 4,2 n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 8,7 (10) 2,9 (2) 5,8 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 11,3 (13) 8,1 (7) 3,2 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Wohnen bei den Kindern, Alten- und Pflegeheim 
Das Wohnen bei den Kindern sowie die Übersied lung in ein Alten- un d Pflegeheim sind 
Wohnformen, die erst im Bedarfsfall gewäh lt werden (oder die von Angehörigen ent-
schieden werden). Als Wunschform des zukünftigen Wohnens treten sie eher nicht in Er-
scheinung. Für beide Kategorien findet sich insgesamt ein weitgehend übereinstimmender 
Verlauf (s. Tabelle 28).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
81
Tabelle 28. Wohnzukunft: Bei den Kindern, Alten- und Pflegeheim 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Wohnzukunft: Bei den Kindern    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 12,2 (28) 16,1 (25) -3,9 n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 13,0 (15) 17,7 (12) -4,7 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 11,3 (13)  14,9 (13) -3,6 n.s. 
Wohnzukunft: Alten- und Pflegeheim    
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 11,7 (27) 14,8 (23) -3,1 n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 13,9 (16) 22,1 (15) -8,2 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 9,6 (11) 9,2 (8) 0,4 n.s. 
Wohnzukunft: Sonstiges   
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 1,7 (4) 1,3 (2) 0,4 n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- ja 1,7 (2) 2,9 (2) -1,2 n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- ja 1,7 (2) 0,0 (0) 1,7 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
So zeigt sich, dass das Wohnen bei den Kindern  sowie die Übersiedlung in ein Alten- und 
Pflegeheim nur von einer Minderheit der Be fragten, von rund 12% de r jüngeren und von 
ca. 15-16% der hochaltrigen als wünschenswert eingeschätzt wi rd. Das heißt, hochaltrige 
Befragte entscheiden sich nicht häufiger fü r diese Wohnform als Befragte im "Dritten" 
Alter. Die Unterschiede zwischen den Alte rsgruppen sind statistisch nicht bedeutsam. 
Rein deskriptiv zeigt sich, dass beide Ka tegorien vor allem von den hochaltrigen Männer 
als Alternative zur jetzigen Wohnform genannt  werden (keine statistische Testung). Wei-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
82 
tere sonstige Wohnformen spielen keine Rolle und werden nur von insgesamt rund 2% der 
Befragten (sechs Personen) genannt (s. Tabelle 28).  
 
3.2.4 Zusammenfassung  
Hinsichtlich der psychischen Situation der Be fragten zeigt sich ein insgesamt positives, 
wenngleich differenzielles Bild im Vergleich jüngerer und hochaltriger Befragter. So be-
werten die jüngeren Teilnehmer ihr Leben so wie die Zufriedenheit damit tendenziell posi-
tiver als die hochaltrigen. Geschlechtsdiffere nziell wird deutlich, dass Männer im Mittel 
eine positivere Einschätzung ih res Lebens berichten als Frau en. Insgesamt bestätigen die 
vorliegenden Ergebnisse den bereits bekannten  Befund zur Lebenszufriedenheit, wonach 
Personen im "Vierten" Lebensalter im Vergleich zu Personen im "Dritten" Lebensalter 
tendenziell niedrigere Werte aufweisen (Smith & Baltes, 1996; Smith et al., 1996).  
 
Der Blick in die eigene Zukunft ist für jünge re und hochaltrige Befragte gleichermaßen 
positiv. Die wahrgenommene Restlebenszeit als ein Indiz für die Zukunftsaussichten weist 
deutlich nach vorn und die persönliche Zukunf t wird von den Befrag ten als "gut" einge-
schätzt. Im Hinblick auf zukünftige Wohn-  und Lebensbedingungen im Stadtteil Arheil-
gen zeigen sich im sehr hohen Alter zwar weniger erwartete Veränderungen zum Guten 
aber auch nicht mehr erwartete Verschlech terungen, was einer vorsichtig optimistischen 
und dabei realistischen Zukunftserwartung entspr icht. Trotz einer daran ablesbaren Offen-
heit für die Stadtteilzukunft, erwarten etwa vier Fünftel aller Befragten keine Veränderun-
gen mehr. Bezüglich der eige nen Wohnzukunft wird deutlich, dass die Mehrzahl der Teil-
nehmer ihre bisherige Wohnung ohne Veränder ungen beibehalten möchte. Etwa ein Vier-
tel der hochaltrigen und ein Drittel der jüngeren Befragte n können sich darüber hinaus 
auch das Betreute Wohnen als zukünftige Wohnalternative vorstellen. Ein Umbau der jet-
zigen Wohnung, das Wohnen bei den Kindern, di e Übersiedlung in ein Heim sowie der 
Umzug in eine andere Privatwohnung und Ge meinschaftliche Wohnformen werden ver-
gleichsweise seltener genannt . Insgesamt finden sich Hinwei se darauf, dass die jüngeren 
Befragten (insbesondere Frauen) tendenziell veränderungsfreudiger sind als die hochaltri-
gen Befragten. Die Befunde zur Wohnzukunft entsprechen somit durchaus den Erwartun-
gen, wenn man davon ausgeht, dass Wohne ntscheidungen oder die Planung möglicher 
Wohnalternativen eher in das jüngere Alter (zwischen 65 und 79 Jahren) als in das hohe 
Alter (80 Jahre und älter) fall en, in dem Wohnentsc heidungen meist schon getroffen wor-
den sind.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
83
3.3 Aspekte der räumlichen Umwelt 
Die räumliche Umwelt, insbesondere der Bere ich des Wohnens, stellt einen zentralen Teil 
der Befragung zum selbstbestimmten Älterwerde n in Arheilgen dar. Wie bereits in der 
Einführung dargelegt, werden dabei objektive  und subjektive Indikatoren des Wohnens 
erfragt, da sich sowohl objektive Aspekte der Ausstattung und Nutz ung als auch subjekti-
ve Aspekte des Erlebens und der Zufriede nheit maßgeblich auf den Alternsprozess aus-
wirken (z.B. Oswald & Wahl, 2004). 
 
3.3.1 Objektive Wohnindikatoren 
Objektive Wohnindikatoren umfassen in  dieser Befragung Informationen zur aktuellen 
Wohnsituation. Diese beinhalten Angaben zum Wohns tatus, zur Wohnfläche sowie zur 
Wohnausstattung (Stockwerk, Aufzug, Heizung, Sanitärausstattung). Eine Reihe von etab-
lierten und detaillierten Ausstattungsindika toren des unmittelbaren innerhäuslichen und 
außerhäuslichen Wohnbereichs wird in einem separaten Abschnitt behandelt, da sich hier-
an die Berechnung sogenannter "Person-Umwelt Passungsindikatoren" anschließt (s. Hie-
ber, Oswald, Wahl & Mollenkopf, 2005). Des we iteren werden in Ergänzung zu den klas-
sischen Indikatoren des Wohnens an di eser Stelle auch einige Daten zur Nutzung von In-
formationsquellen im Alltag  (Zeitung, Radio, Fernsehen, Inte rnet) berichtet. Zunächst er-
folgen Angaben zur aktuellen Wohnsituation.  
 
In Tabelle 29 werden Ergebnisse zum Wohnsta tus (Miete / Eigentum) vorgestellt. Unter-
scheidet man einerseits den Status Miete und sonstige nich t kostenfreie Wohnformen und 
andererseits Eigentum und sons tige kostenfreie Wohnformen, so zeigt sich ein deutlich 
höherer Eigentümeranteil als in der durchschnittlichen Gesamtbevölkerung im ehemaligen 
Bundesgebiet (44,6%, StBA, 2004, S. 148). Wä hrend ca. 73% der jüngeren und 68% der 
älteren Befragten über Wohneigentum oder s onstigen kostenfreien Wohnraum verfügen, 
wohnen nur rund 27% der jüngeren und 32% der älteren Befragten zur Miete. Der Anteil 
der Personen, die nicht in kl assischen Miet- vs. Eigentumsv erhältnissen, sondern ander-
weitig kostenfrei bzw. nicht kostenfrei (z.B. bei den Kindern) wohnen ist vergleichsweise 
gering und liegt für die hochaltrigen Befragte n im Vergleich zu den jüngeren Befragten 
etwas höher (11% vs. 6%). Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind insgesamt 
und getrennt für Männer und Frauen statistisch nicht bedeutsam (s. Tabelle 29).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
84 
Tabelle 29. Wohnstatus (Miete / Eigentum) 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Wohnstatus (Miete/ Eigentum)   
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- Miete 
- Eigentum 
- anderweitig kostenfrei  
- anderw. nicht kostenfrei  
25,5 (58) 
68,4 (156) 
4,8 (11) 
1,3 (3) 
30,6 (48) 
58,6 (92) 
9,5 (15) 
1,3 (2) 
-5,1 
9,8 
-4,7 
0,0 
n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- Miete 
- Eigentum 
- anderweitig kostenfrei  
- anderw. nicht kostenfrei 
24,1 (28) 
69,0 (80) 
4,3 (5) 
2,6 (3) 
29,4 (20) 
64,7 (44) 
4,4 (3) 
1,5 (1) 
-5,3 
4,3 
-0,1 
1,1 
n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- Miete 
- Eigentum 
- anderweitig kostenfrei  
- anderw. nicht kostenfrei 
26,8 (30) 
67,8 (76) 
5,4 (6) 
0,0 (0) 
31,5 (28) 
53,9 (48) 
13,5 (12) 
1,1 (1) 
-4,7 
13,9 
-8,1 
-1,1 
n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Alter der Wohnung  
Aufgrund der mit zunehmendem Alter bekannten wachsenden Verbleibenstendenz in der-
selben Wohnung, erlaubt die folgende Betr achtung der Variablen Alter der Wohnung und 
Wohndauer (insbesondere in de rselben Wohnung) eine Auss age über das Phänomen des 
sogenannten "doppelten Alterns". Damit wird umschrieben, dass mit zunehmender Wohn-
dauer gleichzeitig die Wohnung und die darin lebende Person älter wird. Dies führt häufig 
dazu, dass insbesondere hochaltrige Persone n über einen im Durchschnitt schlechteren 
Wohnstandard verfügen als jünger e Personen (s. später im Be richt) und damit einem er-
höhten Risiko ausgesetzt sind, nicht selbstbestimmt im Stadtteil älter werden zu können.  
 
In Tabelle 30 werden Angaben über das Alter der Wohnung berichtet. Erwartungsgemäß 
sind die Wohnungen der älteren Befragten um r und 12 Jahre älter als die der jüngeren Be-
fragten, was in Verbindung mit den weiter un ten aufgeführten Unterschieden in den An-
gaben zur mittleren Wohndauer in dersel ben Wohnung (nämlich ca. 33 vs. 40 Jahre) ins-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
85
besondere die mit dem Alter zunehmende Ve rbleibenstendenz widerspiegelt. Aufgrund 
der großen Streuung der Gebäudealter von 30,3 bzw. sogar 54,3 Jahren sollte insbesondere 
dem sich rechnerisch ergebenden mittle ren Baujahr der Wohnungen (1957/58 bzw. 
1945/46) keine große Bedeutung zugewiesen werden. Statistisch signifikante Unterschiede 
zwischen den Altersgruppen finden sich nur in der Gesamtgruppe (s. Tabelle 30).  
 
Tabelle 30. Alter der Wohnung (Jahre) 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Alter der Wohnung (Jahre)    
Gesamtgruppe  48,5 (30,3) 60,5 (54,3) -12,0 ** 
Männer 47,7 (26,5) 57,0 (44,5) -9,3 n.s. 
Frauen 49,3 (33,7) 63,2 (61,1) -13,9 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Wohndauer in Darmstadt, in Arheilgen und in der jetzigen Wohnung 
In Tabelle 31 werden Ergebnisse zur Wohndaue r in Darmstadt, im Stadtteil Arheilgen 
sowie in der jetzigen Wohnung berichtet. Älte re Menschen wohnen häufig schon sehr lan-
ge an ihrem Wohnort, vor a llem bezogen auf den Stadtteil und die Wohnung, was wieder-
um auf die mit dem Lebensalter steigende Ve rbleibenstendenz hinweist. Insgesamt leben 
die befragten älteren Menschen bereits seit ca. 51 Jahren (65-79jährige Befragte) bzw. seit 
rund 62 Jahren (80-94jährige Befragte) in Darmstadt, also im Mittel seit ungefähr 1955 
bzw. sogar seit 1944. Allerdings ist bei der An gabe solcher Mittelwerte immer einschrän-
kend auf die große Streuung der Wohndauer von 20,3 bzw. 23,3 Jahren hinzuweisen. Der 
Unterschied zwischen jüngeren und hochaltrigen Befragten ist als statistisch bedeutsam zu 
bewerten, sowohl insgesamt als auch getrennt für Männer und Frauen (s. Tabelle 31).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
86 
Tabelle 31. Wohndauer in Darmstadt,  Arheilgen und der jetzigen Wohnung 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Wohndauer in Darmstadt (Jahre)    
Gesamtgruppe  50,8 (20,3) 62,4 (23,3) -11,6 *** 
Männer 51,4 (20,9) 61,3 (21,4) -9,9 ** 
Frauen 50,0 (19,7) 63,3 (24,7) -13,3 *** 
Wohndauer in Arheilgen (Jahre)    
Gesamtgruppe  41,8 (21,6) 52,0 (27,4) -10,2 *** 
Männer 41,9 (21,7) 50,0 (25,4) -8,1 n.s. 
Frauen 41,7 (21,5) 53,5 (28,9) -11,8 ** 
Wohndauer in der jetzigen Wohnung (Jahre)   
Gesamtgruppe  32,6 (16,7) 40,4 (23,5) -7,8 *** 
Männer 31,4 (16,8) 40,6 (21,2) -9,2 ** 
Frauen 33,7 (16,5) 40,3 (25,2) -6,6 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Im Stadtteil Arheilgen leben die jüngeren Befragten se it etwa 42 Jahren, die hochaltrigen 
seit etwa 52 Jahren (also im Mittel se it ungefähr 1964 bzw. 1954). Die längste durch-
schnittliche Wohndauer in Arheilgen weisen die 80-94jährigen Frau en mit durchschnitt-
lich 54 Jahren auf. Auch im Hinblick auf di e Wohndauer im Stadtteil finden sich statis-
tisch bedeutsame Unterschiede zwischen den Altersgruppen insgesamt und bei den Frauen 
sowie Tendenzen in dieselbe Ri chtung für die Männer. In der jetzigen Wohnung leben die 
jüngeren Befragten seit etwa 33 Jahren, die hochaltrigen im Durchschnitt seit 40 Jahren. 
Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen insgesamt und bei den Männern sind statis-
tisch signifikant.  
 
Insgesamt zeigt sich hinsichtlich der Wohnda uer ein Muster, wonach  die Hochaltrigen 
erwartungsgemäß eine insgesamt längere Wo hndauer in Stadt, Stadtteil und Wohnung 
berichten als die jüngeren Befragten. Zudem wi ederholt sich das aus anderen Studien be-
kannte Bild, dass die befragten älteren Personen im Durchschnitt schon ca. 10 Jahre länger 
in Darmstadt als in Arheilgen und wiederum ca.  10 Jahre länger in Arheilgen als in ihrer 
jetzigen Wohnung leben (vgl. z.B. Hieber et al., 2005) (s. Tabelle 31).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
87
Wohnfläche (m2) und Anzahl der Wohnräume 
Die Wohnungsgröße hängt unter anderem ab von der Haushaltsform (Ein-, Zwei-, Mehr-
personenhaushalt), vom Wohnstatus (Miete / Eigentum) und vom Gebäudealter. Sie ist im 
höheren Lebensalter einerseits Indiz für komfortable Wohnbedingungen, kann aber ande-
rerseits beim Auftreten von Einbußen auch zu r Belastung werden. Grundsätzlich ist an-
zumerken, dass die in dieser Grundauswe rtung angegebenen W ohnungsgrößen sowohl 
alleinlebende und nicht alleinlebende, als auch zur Miete und im Eigentum wohnende 
Männer und Frauen beider A ltersgruppen umfassen. Weitere differenzierte Auszählungen 
sind daher nötig, bevor planungsrelevante Ableitungen für den Stadtteil erfolgen können.  
 
Die durchschnittliche Wohnfläche bei den befr agten Personen liegt zwischen rund 81m
2 
bei den hochaltrigen Befragten und über 100m2 bei den jüngeren Befragten. Das heißt, die 
80-94jährigen haben durchschnittlich etwa 19m 2 weniger Wohnfläche zur Verfügung als 
die 65-79jährigen Befragten. Diese Tendenz wird auch bei der getrennten Betrachtung von 
Männern und Frauen sichtbar, worin sich haupt sächlich die für insbesondere hochaltrigen 
alleinlebenden Frauen häufigeren und klei neren Einpersonenhaushalte widerspiegeln. In 
Folge dessen zeigt sich, dass die Differenz i nnerhalb der Gruppe der Frauen deutlich aus-
geprägter ist als innerhalb der Gruppe der Männer und dass hochaltrige Frauen mit ca. 
74m2 im Vergleich zu hochal trigen Männern mit rund 89m 2 15m 2 weniger Wohnfläche 
zur Verfügung haben (keine sta tistische Testung). Die Unterschiede zwischen den Alters-
gruppen insgesamt aber auch getrennt nach Geschlecht sind vor dem Hintergrund der aus-
geprägten Differenzen als statistisch signifikant zu bewerten (s. Tabelle 32).  
 
Tabelle 32. Wohnfläche (m 2) und Anzahl der Wohnräume 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Wohnfläche (m2)     
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
 100,2 (34,9) 80,5 (35,5) 19,7 *** 
Männer (n=117) (n=71)   
 104,2 (36,4) 88,9 (39,3) 15,3 ** 
Frauen (n=115) (n=89)   
 96,1 (33,0) 73,7 (30,7) 22,4 ***

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
88 
 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Wohnfläche (m2)     
Mieter (u. anders nicht kostenfrei) (n=61) (n=50)   
 75,0 (23,4) 65,1 (19,3) 9,9 n.s. 
Eigentümer (u. anders kostenfrei) (n=167) (n=107)   
 109,9 (33,9) 88,4 (39,3) 21,5 *** 
Anzahl der Wohnräume      
Gesamtgruppe  (n=232) (n=160)   
 3,9 (1,4) 3,3 (1,4) 0,6 *** 
Männer (n=117) (n=71)   
 4,0 (1,5) 3,6 (1,3) 0,4 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
 3,7 (1,3) 3,0 (1,4) 0,7 *** 
Anzahl der Wohnräume      
Mieter (u. anders nicht kostenfrei) (n=61) (n=50)   
 3,1 (0,8) 2,6 (0,8) 0,5 ** 
Eigentümer (u. anders kostenfrei) (n=167) (n=107)   
 4,2 (1,4) 3,6 (1,5) 0,6 ** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Ein fast identisches Muster ergibt sich folgli ch für die Anzahl der Wohnräume. Auch hier 
zeigt sich, dass die jüngeren  Befragten insgesamt mehr Wohnräume zur Verfügung haben 
als die hochaltrigen (durchschnittlich 3 vs . 4 Wohnräume) und dass die Differenz inner-
halb der Gruppe der Frauen sowie zwischen den hochaltrigen Männer und Frauen deutlich 
ausgeprägter ist als innerhalb der Gruppe der Männer sowie zwischen den jüngeren Män-
nern und Frauen (keine statistische Testung) (s. Tabelle 32).  
 
Die hier ausnahmsweise ergänzend aufgeführte weitere Differenzierung nach Eigentümern 
und Mietern verweist auf die für wohnbezoge ne Daten notwendige Unterscheidung des 
Wohnstatus bei der Betrachtung der Wohnfläch e. So verfügen erwartungsgemäß Eigen-
tümer in beiden Altersgruppen über deutlich  mehr Wohnraum als Mieter, sowohl in 
Wohnfläche als auch in der Anzahl verfügbarer Räume gemessen (s. Tabelle 32).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
89
Im Vergleich zu den hier vorgelegten Zahlen für Ältere in Arheilgen sei ergänzend ange-
merkt, dass die durchschnittliche Wohnfläche für die Gesamtbevölkerung im ehemaligen 
Bundesgebiet für Eigentümerwohnungen 115,7m 2 und für Mietwohnungen 70m 2 beträgt, 
die Befragten Personen in Arheilgen sich also durchaus in der Nähe des Bundesdurch-
schnitts befinden (StBA, 2005, S. 148).  
 
Wohnausstattung 
Im Weiteren folgen Angaben zu einigen grundlegenden Ausstattungsmerkmalen der 
Wohnung (Stockwerk, Aufzug bzw. Heizung und Sanitär)
5.  
 
Stockwerk und Aufzug 
In welchem Stockwerk ein älterer Mensch  wohnt, ob die Wohnung über mehrer Stock-
werke verteilt ist und ob gegebenenfalls ei n Aufzug vorhanden ist, um die Treppen zu 
überwinden, kann im Falle ge sundheitlicher Einschränkungen  entscheidend werden für 
das benötigte Ausmaß an Unterstützung, für die Aufrechterhaltung der Versorgung sowie 
der Entscheidung des Verbleibs in der eigenen Wohnung insgesamt.  
 
Informationen zum Stockwerk finden sich in Tabelle 33. Jeweils rund ein Drittel der jün-
geren und hochaltrigen Befragten wohnt im Erdgeschoss (32% bzw. 39%). Etwa ein Vier-
tel der 65-79jährigen (24%) und ein weiteres Dritt el der 80-94jährigen (39%) gibt an, eine 
Wohnung im ersten Obergeschos s oder darüber zu bewohnen. Im Vergleich der jüngeren 
und hochaltrigen Befragten berichten vergleic hsweise etwa doppelt so viele jüngere, dass 
ihre Wohnung über mehrere Stockwerke verteilt ist (43 bzw. 22%). Die Unterschiede zwi-
schen den Altersgruppen sind sta tistisch bedeutsam. Insgesamt zeigt sich aber, dass rund 
ein Drittel aller Teilnehmer im Erdgeschoss wohnt, wobei von dieser Angabe nicht auf 
Barrierefreiheit (im Sinne fehlender Schwellen, Stufen usw.) geschlossen werden kann. In 
beiden Altersgruppen geben allerdings ungefähr zwei Drittel der Befragten (67 bzw. 61%) 
an, entweder in einem höheren Stockwerk ode r sogar über mehrere Stockwerke verteilt zu 
wohnen, was im Falle massiver Kompetenzein bußen ein selbstbestimmtes Älterwerden 
bedrohen könnte.  
 
                                                
 
5 Weitere zentrale Aspekte der Wo hnausstattung werden in Abschnitt 3.3.5 im Kontext der Übereinstim-
mung von Wohnbedürfnissen und Wohnbedingungen vorgestellt.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
90 
Tabelle 33. Stockwerk 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Stockwerk     
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- Souterrain 
- Erdgeschoss 
- 1. OG oder höher 
- Wohnung über mehrere  
   Stockwerke verteilt 
0,9 (2) 
32,2 (74) 
24,3 (56) 
42,6 (98) 
0,0 (0) 
39,0 (60) 
39,0 (60) 
22,0 (34) 
0,9 
-6,8 
-14,7 
20,6 
*** 
Mieter (u. anders kostenfrei) (n=61) (n=50)   
- Souterrain 
- Erdgeschoss 
- 1. OG oder höher 
- Wohnung über mehrere  
   Stockwerke verteilt 
0,0 (0) 
31,2 (19) 
59,0 (36) 
9,8 (6) 
0,0 (0) 
26,5 (13) 
65,3 (32) 
8,2 (4) 
0 
4,7 
-6,3 
1,6 
n.s. 
Eigentümer 
(u. anders kostenfrei) (n=167) (n=107)   
- Souterrain 
- Erdgeschoss 
- 1. OG oder höher 
- Wohnung über mehrere  
   Stockwerke verteilt 
1,2 (2)
 
30,9 (51) 
12,1 (20) 
55,8 (92) 
0,0 (0) 
44,1 (45) 
26,5 (27) 
29,4 (30) 
1,2 
-13,2 
-14,4 
26,4 
*** 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Auch hier ist eine Unterscheidung von Miet ern und Eigentümern nötig. Dabei geben 59% 
der jüngeren und ca. 65% der hochaltrigen Mi eter an, im barrier etechnisch ungünstigen 
ersten Obergeschoss oder darüber zu wohnen. Jüngere und hochaltrige Mieter unterschei-
den sich statistisch nicht in bezug auf das bewohnte Stockwerk. Von den Eigentümern 
wohnen dagegen nur ca. 12% bzw. 27% im erst en OG oder darüber. Allerdings zeigt sich, 
dass ca. 56% der jüngeren und ca.  29% der hochaltrigen Eige ntümer über mehrere Stock-
werke verteilt wohnen, was auch zu Erreichba rkeitsproblemen führen kann. Günstig ist, 
dass von den hochaltrigen Eigentümern imme rhin knapp 44% im Erdgeschoss wohnen, 
gegenüber nur ca. 31% der jüngeren Eigentümer. Die Unterschiede zwischen jüngeren und 
hochaltrigen Wohnungseigentümern sind statistisch signifikant (s. Tabelle 33).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
91
Die Frage nach dem Vorhandensein eines Aufzugs wird von der Mehrzahl der Teilnehmer 
verneint. Nur 30 der insgesamt 392 Teilnehmer bejahen, dass es in ihrem Haus einen 
Fahrstuhl gibt (was vermutlich auch mit der hohen Anzahl an Wohnungseigentümern in 
Zusammenhang steht, die in der Regel ein ei n- maximal zwei- bis dreistöckiges Eigen-
heim bewohnen). Um Aussagen über das hilfre iche Vorhandensein eines Aufzugs speziell 
für die Personen treffen zu können, die ni cht im Erdgeschoss wohnen, wurden Erdge-
schossbewohner nicht berücksi chtigt. Von den Personen, die angeben, nicht im Erdge-
schoss zu wohnen (n = 250), beri chten (n = 24), dass sich in  ihrem Haus ein Fahrstuhl 
befindet, wobei hochaltrige (n = 15) häufiger das Vorhandens ein eines Fahrstuhls berich-
ten als jüngeren Teilnehmer (n = 9). Dies heiß t aber im Umkehrschluss, dass ca. 94% (n = 
147) der jüngeren und 84% (n = 79) der älte ren nicht im Erdgeschoss wohnenden Befrag-
ten potentiell von einem Aufzug profitieren würden.  
 
Heizung und Sanitärausstattung 
Befunde zur Ausstattung der Wohnung, speziel l zu Heizung und Sanitäranlagen, können 
Aufschluss darüber geben, ob es sich, nach we it verbreiteten Vorgaben (z.B. Kuratorium 
Deutsche Altershilfe, KDA: www.kda.de
), um eine moderne (Innentoilette, fließend war-
mes Wasser, Sammelheizung) oder um eine  Substandardwohnung (keine Innentoilette, 
kein fließend warmes Wasser) handelt. Als Indikatoren für die vorliegende Befragung 
verweisen mehrere Toiletten in der Wohnung  auf "gehobenen Standard", Sammelheizung 
auf "moderne Wohnungen" und eine Außentoilett e auf "Substandard". Ergebnisse anderer 
Untersuchungen deuten im Zusammenhang m it dem eingangs erwähnten Phänomen des 
"doppelten Alterns" an, dass insbesondere für die Gruppe der Hochaltrigen im Vergleich 
mit jüngeren Befragten häufig ein überdurch schnittlich hoher Anteil an Substandardwoh-
nungen identifiziert werden konnte, obwohl gute Umweltbedingungen gerade für Hochalt-
rige eine der zentralen Vora ussetzungen der Aufrechterhalt ung einer selbstständigen Le-
bensführung im eigenen Haushalt darstellen. Di es liegt unter anderem auch am oftmals 
lang zurückliegenden Einzugsdatum und der langen Wohndauer in derselben Wohnung. 
Auch wenn die Werte keinen direkten Ve rgleich zulassen, erbrachten Befragungen im 
Rahmen des Alters-Surveys beispielsweise, dass der Anteil nicht moderner Wohnungen 
bei den 55-69jährigen im ehemaligen B undesgebiet 7,6% und bei den 70-85jährigen 
10,5% betrug (Motel, Künemund & Bode, 2000).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
92 
Zentralheizung und Anzahl der Innentoiletten / Außentoilette 
Insgesamt berichten 92,9% aller Befragten, da ss in ihrem Haus bzw. in ihrer Wohnung 
eine Zentral- oder Sammelhe izung vorhanden ist, als Indika tor für modernen Wohnstan-
dard. Nur 5,7% (n = 13) der jüngeren und 6,3% (n = 10) der äl teren Befragten haben eine 
Einzelheizung. Statistisch bede utsame Unterschiede finden sich weder für die Gesamt-
gruppe noch getrennt für Männer und Frauen. En tsprechend ist das Fehlen einer Innentoi-
lette als Indikator für "Substandard" in der Gr uppe der hier Befragten die absolute Aus-
nahme. Nur etwa 2% der (hochaltrigen) Teil nehmer (zwei Männer und  eine Frau) berich-
ten, lediglich eine Außentoilette zur Verfügung zu haben (s. Tabelle 34).  
 
Als Indikator für gehobenen Wohnkomfort gilt das Vorhandensein mehrerer Innentoilet-
ten. Hier zeigen sich statistisch signifikanten  Unterschieden zwischen den Altersgruppen. 
In der Gruppe der 65-79jährigen berichten ca . 57% der Befragten, me hrere Innentoiletten 
in der Wohnung zu haben. In der Gruppe der 80- 94jährigen trifft dies auf etwa ein Drittel 
der Befragten (35,4%) zu. Der statistisch signi fikant bessere Komfort in der Gruppe der 
65-79jährigen spiegelt möglicherweise eine Kombination aus mehr Wohneigentum (s.o., 
ca. 73% vs. 68% bei den 80-94jährigen) und im Durchschnitt um 12 Jahre jüngere Woh-
nungen (s.o.) wider. Dies zeigt sich in den ergänzenden Unterschie dsanalysen zwischen 
Mietern und Eigentümern. Während insbesondere  Eigentümer im Vergleich zu Mietern 
häufiger mehrere Toiletten in der Wohnung ha ben, ist auch innerhalb der Eigentümer-
haushalte diesbezüglich ein Unterschied zwischen älteren und jüngeren Wohnungen abzu-
lesen, sichtbar an (statistis ch signifikant) weniger komfort abel ausgestatteten Wohnungen 
der hochaltrigen Befragten (s. Tabelle 34).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
93
Tabelle 34. Wohnausstattung: Zentra l- oder Sammelheizung und Toiletten  
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Zentral- oder Sammelheizung vorhanden   
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- ja 94,3 (216) 93,7 (148) 0,6 n.s. 
Männer (n=117) (n=71)   
- ja 95,7 (111) 89,9 (62) 5,8 n.s. 
Frauen (n=115) (n=89)   
- ja 92,9 (105) 96,6 (86) -3,7 n.s. 
Anzahl der Toiletten      
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- eine Innentoilette 
- mehrere Innentoiletten  
- nur Außentoilette 
43,4 (99) 
56,6 (129) 
0,0 (0) 
62,7 (99) 
35,4 (56) 
1,9 (3) 
-19,3 
21,2 
-1,9 
*** 
Mieter (u. anders kostenfrei) (n=61) (n=50)   
- eine Innentoilette 
- mehrere Innentoiletten  
- nur Außentoilette 
78,7 (48) 
21,3 (13) 
0,0 (0) 
86,0 (43) 
14,0 (7) 
0,0 (0) 
-7,3 
7,3 
0,0 
n.s. 
Eigentümer (u. anders kostenfrei) (n=167) (n=107)   
- eine Innentoilette 
- mehrere Innentoiletten  
- nur Außentoilette 
30,1 (50) 
69,9 (116) 
0,0 (0) 
51,4 (55) 
45,8 (49) 
2,8 (3) 
-21,3 
24,1 
-2,8 
*** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
3.3.2 Genutzte Informationsquellen  
Vor dem Übergang von der innerhäuslichen zu r äußerhäuslichen Wohnumwelt sollen an 
dieser Stelle, als Randgebiet des Themas Wohnen, einige Angaben zur Mediennutzung im 
Alter erfolgen, denn die Nutzung von Informati onsquellen im Sinne der geläufigen Me-
dien Zeitung, Radio, Fernsehen, Internet usw.  ist ein zentraler Be standteil des Wohnall-
tags. Für ältere und hochaltrige Menschen  gewinnt die Nutzung von Informationsquellen 
beispielsweise dann an Bedeutung, wenn außerhäusliche Aktivitäten abnehmen oder über-
haupt nicht mehr möglich sind. Aber auch ganz grundsätzlich sind Informationsquellen 
ein wichtiges "Tor" zur Außenwelt und damit ein Bestandteil selbstbestimmten Älterwer-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
94 
dens. Informationen zu den von den Teilneh mern genutzten Informationsquellen finden 
sich in Tabelle 35.  
 
Tabelle 35. Genutzte Informationsquellen 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Genutzte Informationsquelle: Stadtteilzeitung Arheilgen  
Gesamtgruppe  84,9 (196) 77,4 (120) 7,5 n.s. 
Männer 80,2 (93) 75,7 (53) 4,5 n.s. 
Frauen 89,6 (103) 78,8 (67) 10,8 n.s. 
Genutzte Informationsquelle: Tageszeitung   
Gesamtgruppe  82,3 (190) 76,8 (119) 5,5 n.s. 
Männer 86,2 (100) 81,4 (57) 4,8 n.s. 
Frauen 78,3 (90) 72,9 (62) 5,4 n.s. 
Genutzte Informationsquelle: Radio    
Gesamtgruppe  79,7 (184) 62,6 (97) 17,1 *** 
Männer 79,3 (92) 67,1 (47) 12,2 n.s. 
Frauen 80,0 (92) 58,8 (50) 21,2 ** 
Genutzte Informationsquelle: Fernsehen    
Gesamtgruppe  96,1 (222) 96,8 (150) -0,7 n.s. 
Männer 96,5 (112) 98,6 (69) -2,1 n.s. 
Frauen 95,7 (110) 95,3 (81) 0,4 n.s. 
Genutzte Informationsquelle: Internet    
Gesamtgruppe  17,3 (40) 4,5 (7) 12,8 *** 
Männer 23,3 (27) 7,1 (5) 16,2 ** 
Frauen 11,3 (13) 2,4 (2) 8,9 n.s. 
Genutzte Informationsquellen: Sonstige    
Gesamtgruppe  6,1 (14) 3,9 (6) 2,2 n.s. 
Männer 6,0 (7) 4,3 (3) 1,7 n.s. 
Frauen 6,1 (7) 3,5 (3) 2,6 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
95
Zwischen ca. 85% der jüngeren und rund 77% der hochaltrigen Befragen nutzen sowohl 
die Stadtteilzeitung Arheilgen als auch eine Tageszeitung als Informationsquelle. Dieses 
Muster trifft für Männer und Frauen gleicher maßen zu, die Unterschiede zwischen den 
Altersgruppen sind statistisch nicht signifikant. Während in b ezug auf die Stadtteilzeitung 
rein deskriptiv keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen sichtbar werden, scheint 
die Tageszeitung von Männern etwas häufiger genutzt zu werden als von Frauen (keine 
statistische Testung) (s. Tabelle 35).  
 
Radio und Fernsehen zeigen sich insgesamt al s sehr wichtige und häufig genutzte Infor-
mationsquellen, während dies für das Internet nicht in gleichem Ausmaß zutrifft. Das Ra-
dio wird von ca. 80% der jüngeren und von rund  63% der hochaltrigen Befragten als In-
formationsquelle genutzt. Die Unterschiede  zwischen den Altersgruppen sind signifikant. 
Insbesondere jüngere Frauen hören häufiger re gelmäßig Radio als ältere Frauen. Deskrip-
tiv zeigt sich auch, dass hocha ltrige Frauen das Radio etwas seltener zu nutzen scheinen 
als hochaltrige Männer (59 vs. 67%). Das Fernsehen wird von jeweil s ca. 96 bzw. 97% 
der jüngeren und hochaltrigen Teilnehmer genutzt und kann somit als die von den Befrag-
ten am häufigsten genutzte Informationsquelle betrachtet werden. In der Gruppe der hoch-
altrigen Männer beträgt die Nutzungsfrequenz sogar ca. 99%. Die Unterschiede zwischen 
den Altersgruppen sind statisti sch nicht bedeutsam. Für das Internet findet sich derzeit 
eine (noch) entgegengesetzte Tendenz. Insb esondere in der Gruppe der 80-94jährigen Be-
fragten berichten nur ca. 5% der Teilnehmer,  dass sie das Internet nutzen, Männer ver-
gleichsweise noch etwas häufiger als Fraue n. In der Gruppe der 65-79jährigen Befragten 
liegt die Nutzungsfrequenz mit rund 17% et was höher, wobei wiederum die jüngeren 
Männer das Internet erwartungsgemäß häufiger  nutzen als die jüngeren Frauen. Die Un-
terschiede zwischen den Altersgruppen sind statistisch bedeutsam (s. Tabelle 35).  
 
Sonstige Informationsquellen, die von den Befragten außer den bereits genannten berichtet 
werden, spielen so gut wie keine Rolle. Ledi glich zwischen ca. 4 und 6% der Befragten 
geben sonstige Informationsquellen an. Von den Teilnehmern konkret genannt werden in 
diesem Zusammenhang Wochenzeitungen (Spiegel, Stern, Focus, Die Zeit), überregionale 
Zeitungen (z.B. FAZ), Illustrierte, Fachzeitsch riften, Vereinsnachrichten, aber auch Per-
sonen wie beispielsweise die Nachbarn oder die eigenen Kinder (s. Tabelle 35).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
96 
3.3.3 Außerhäusliche Mobilität 
Mobilität stellt in der heutigen Gesellschaf t ein wichtiges gesell schaftliches und individu-
elles Gut, ein Symbol für Freiheit und Selbstbestimmung und einen Gradmesser für 
Wohlstand, Flexibilität und Fortschritt dar. Mobilität und Verkehrsteilnahme sind auch für 
ältere Menschen eine zentrale Voraussetzung für die Versorgung mit Gütern des täglichen 
Bedarfs, für Erholung, Bildung sowie die Teil nahme am gemeinschaftlichen Leben. Die 
Fähigkeit, Fußwege ohne Schwierigkeiten zu rücklegen zu können (siehe Abschnitt 3.1, 
Gesundheit), aber auch die regelmäßige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bzw. des 
eigenen Autos sind wichtige Indikatoren für die Mobilität einer (älteren) Person und damit 
für selbstbestimmtes Älterw erden im Stadtteil (z.B. Mo llenkopf, Oswald & Wahl, 2006). 
In den Tabellen 36 bis 39 finden sich Inform ationen zur Verkehrsmittelnutzung (ÖPNV, 
PKW, Fahrrad) (s. Tabellen 36 bis 39).  
 
Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel 
Für die Einschätzung der Nutzungsfrequenz ö ffentlicher Verkehrsmittel standen den Be-
fragten folgende Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: "nie", "mindestens einmal im 
Monat", "mindestens einmal in der Woche", "täglich" (s. Tabelle 36). 
 
Insgesamt zeigt sich, dass rund ein Vierte l der 65-79jährigen Befragten (ca. 25%) und 
etwa ein Drittel der 80-94jährigen Teilneh mer (ca. 30%) den ÖPNV täglich oder mindes-
tens einmal in der Woche nutzen. Etwa die Hälfte der jüngeren und ein weiteres Drittel der 
hochaltrigen Befragten geben an, den ÖPNV mindestens einmal im Monat zu nutzen. Den 
ÖPNV nie zu nutzen berichtet etwa ein Viertel der jüngeren (ca. 23%) und über ein Drittel 
der hochaltrigen Teilnehmer (38%). Die Unte rschiede zwischen den Altersgruppen sind 
erwartungsgemäß statistisch bedeutsam. Für Männer und Frauen zeigt sich insgesamt ein 
weitgehend ähnliches Muster, wobei Frauen (j üngere und hochaltrige, ca. 33% bzw. 26%) 
sowie hochaltrige Männer (34%) eine besonders  intensive, wöchentl iche bzw. tägliche 
Nutzung berichten, die für die jüngeren Männer nicht gleichermaßen zutrifft (ca. 17% täg-
liche bzw. wöchentliche Nutzung) (s. Tabelle 36).  
 
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings, wie aus anderen Studien bekannt ist, 
dass die Nutzungshäufigkeit des ÖPNV sehr st arken Schwankungen zwischen Stadtteilen 
und dem jeweiligen Angebot unterliegt. So konnte in einer Heidelberger Studie mit 51-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
97
80jährigen Befragten aus drei Stadtteilen regelmäßige Nutzungshäufigkeiten von 29-90% 
gefunden werden (Hieber et al., 2003).    
 
Tabelle 36. Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel   
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- nie 
- mind. einmal / Monat 
- mind. einmal/ Woche 
- täglich 
23,0 (53) 
52,2 (120) 
20,0 (46) 
4,8 (11) 
38,0 (60) 
32,3 (51) 
21,5 (34) 
8,2 (13) 
-15,0 
19,9 
-1,5 
-3,4 
*** 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- nie 
- mind. einmal/ Monat 
- mind. einmal/ Woche 
- täglich 
27,6 (32) 
55,2 (64) 
16,4 (19) 
0,8 (1) 
28,6 (20) 
37,1 (26) 
24,3 (17) 
10,0 (7) 
-1,0 
18,1 
-7,9 
-9,2 
** 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- nie 
- mind. einmal/ Monat 
- mind. einmal/ Woche 
- täglich 
18,4 (21) 
49,1 (56) 
23,7 (27) 
8,8 (10) 
45,5 (40) 
28,4 (25) 
19,3 (17) 
6,8 (6) 
-27,1 
20,7 
4,4 
2,0 
*** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Verfügbarkeit und Nutzung eines PKW im Haushalt 
Etwa vier Fünftel der 65-79jährigen (ca. 81 %), aber nur etwa halb so viele der 80-
94jährigen (44%) bejahen, ein Auto im Haushalt  zur Verfügung zu haben. Fast 90% der 
jüngeren Männer und knapp drei Viertel der jüng eren Frauen (ca. 72%) berichten, ein Au-
to im Haushalt zu haben. Immerhin verfügt aber auch noch ein Dr ittel der hochaltrigen 
Frauen über ein Auto im Haushalt (31%), in der Gruppe der gleichaltrigen Männer sind es 
sogar etwa doppelt so viele (60%). Die Unte rschiede zwischen den Altersgruppen sind 
insgesamt sowie getrennt nach Männern und Fr auen statistisch hoch signifikant. Die Be-
funde reflektieren darüber hina us auch die in diesen Ge burtskohorten erwartbaren Unter-
schiede zwischen Männern und Frauen (keine statistische Testung).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
98 
Ein ähnliches alters- und geschlechtsdifferenz ielles Muster ergibt  sich erwartungsgemäß 
für die Autonutzung. Insgesamt geben jeweils etwas über die Hälfte der jüngeren und 
hochaltrigen Befragten (57% bzw. 52%) an, das Auto ausschließlich selbst zu nutzen. Per-
sonen, die im Auto nur mitfahren, finden sich in der Gruppe der hochaltrigen häufiger als 
in der Gruppe der jüngeren Befragten (38% vs. 17%). Die Unterschiede zwischen den 
Altersgruppen sind insgesamt sowie in der Grup pe der Frauen statistisch bedeutsam. Rein 
deskriptiv finden sich wiederum erwartungsge mäße Unterschiede zw ischen Männern und 
Frauen (keine statistische Testung). Während jeweils etwa 70% der jüngeren und hochalt-
rigen Männer das Auto ausschließlich selbst nut zen, trifft dies nur auch rund 40% der jün-
geren, aber immerhin auch noch auf etwa ei n Viertel der hochaltrigen Frauen (26%) zu. 
Die befragten jüngeren und hochaltrigen Frauen  nutzen das Auto au sschließlich als Mit-
fahrerin zudem deutlich häufiger als ihre männlichen Altersgenossen (s. Tabelle 37). 
 
Tabelle 37. Verfügbarkeit und Nutzung eines PKW 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
PKW im Haushalt vorhanden    
Gesamtgruppe  80,5 (186) 44,0 (69) 36,5 *** 
Männer 88,9 (104) 60,0 (42) 28,9 *** 
Frauen 71,9 (82) 31,0 (27) 40,9 *** 
PKW-Nutzunga     
Gesamtgruppe  100,0 (186) 100,0 (69)   
- Selbstfahrer 
- Mitfahrer 
- Selbst- und Mitfahrer 
56,5 (105) 
17,2 (32) 
26,3 (49) 
52,2 (36) 
37,7 (26) 
10,1 (7) 
4,3 
-20,5 
16,2 
*** 
Männer 100,0 (104) 100,0 (42)   
- Selbstfahrer 
- Mitfahrer 
- Selbst- und Mitfahrer 
69,2 (72) 
5,8 (6) 
25,0 (26) 
69,0 (29) 
16,7 (7) 
14,3 (6)  
0,2 
-10,9 
10,7 
n.s. 
Frauen 100,0 (82) 100,0 (27)   
- Selbstfahrer 
- Mitfahrer 
- Selbst- und Mitfahrer 
40,2 (33) 
31,7 (26) 
28,1 (23) 
25,9 (7) 
70,4 (19) 
3,7 (1) 
14,3 
-38,7 
24,4 
*** 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Gruppe der Personen, die angeben, ein Auto im Haushalt zu haben (n = 255).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
99
Betrachtet man die Anteile der PKW-Nutzung nach Geschlecht und Altersgruppe getrennt, 
so zeigen sich derzeit noch deutliche Unters chiede zwischen Männern und Frauen im so-
genannten "Dritten" und "Vie rten" Alter (s. Abbildung 11). In Übereinstimmung mit Be-
funden zur äußerhäuslichen Mobi lität in verschiedenen Regione n Europas ist aber zu er-
warten, dass die Autonutzung zukünftig bis ins sehr hohe Alter von steigender Bedeutung 
sein wird, was insbesondere für nachwachsende Kohorten hochaltriger Frauen gelten wird 
(z.B. Mollenkopf, Marcellini, Ruoppila, Széman & Tacken, 2005). Auf mögliche Nachtei-
le einer PKW-Nutzung bis ins sehr hohe Alter wird an dieser Stelle nicht eingegangen 
(vgl. dazu z.B. Schlag & Megel, 2002). 
 
Abbildung 11. PKW-Verfügbarkeit und Nutzung nach Geschlecht und Alter im Überblick 
 
Anmerkung.
  Details zu den Einzelgruppen und Unterschiedstestungen in Tabelle 37. 
 
Verfügbarkeit und Nutzung eines Fahrrads im Haushalt 
Das Fahrrad ist ebenfalls ein wichtiges Verk ehrsmittel zur Aufrechterhaltung einer selbst-
bestimmten Lebensführung für die befragten Männer und Frauen in Arheilgen. Etwa drei 
Viertel der 65-79jährigen (78%) und ca.  42% der 80-94jährigen geben an, ein Fahrrad im 
Haushalt zu haben. Das Verhältnis in der Verfü gbarkeit eines Fahrrads zwischen den bei-
den Altersgruppen ist ähnlich wie beim PKW. Jüngere und hochaltrige Männer (85% bzw. 
66%) sowie jüngere Frauen (72%) berichten hä ufiger ein Fahrrad zu haben als insbeson-
dere hochaltrige Frauen (23%). Die Unters chiede zwischen den Altersgruppen insgesamt 
sowie getrennt nach Männern und Frauen sind statistisch signifikant (s. Tabelle 38).  
 
PKW im Haushalt
vorhanden genutzt (selbst)
65-79 Jahre alt:
80-94 Jahre alt:
88,9%
60,0%
davon 94,2%
davon 83,3%
65-79 Jahre alt:
80-94 Jahre alt:
71,9%
31,0%
davon 68,3%
davon 26,9%
PKW im Haushalt
vorhanden genutzt (selbst)
65-79 Jahre alt:
80-94 Jahre alt:
88,9%
60,0%
davon 94,2%
davon 83,3%
65-79 Jahre alt:
80-94 Jahre alt:
65-79 Jahre alt:
80-94 Jahre alt:
71,9%
31,0%
davon 68,3%
davon 26,9%

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
100 
Tabelle 38. Fahrrad im Haushalt und Fahrradnutzung 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Fahrrad im Haushalt vorhanden    
Gesamtgruppe  78,4 (181) 41,7 (65) 36,7 *** 
Männer 84,6 (99) 66,2 (45) 18,4 ** 
Frauen 71,9 (82) 22,7 (20) 49,2 *** 
Fahrradnutzunga     
Gesamtgruppe  100,0 (181) 100,0 (65)   
- nie 
- mind. einmal/ Monat 
- mind. einmal/ Woche 
- täglich 
7,2 (13) 
16,6 (30) 
37,0 (67) 
39,2 (71) 
35,4 (23) 
6,1 (4) 
30,8 (20) 
27,7 (18) 
-28,2 
10,5 
6,2 
11,5 
*** 
Männer 100,0 (99) 100,0 (45)   
- nie 
- mind. einmal/ Monat 
- mind. einmal/ Woche 
- täglich 
4,0 (4) 
17,2 (17) 
39,4 (39) 
39,4 (39) 
26,7 (12) 
6,7 (3) 
42,2 (19) 
24,4 (11) 
-22,7 
10,5 
-2,8 
15,0 
*** 
Frauen 100,0 (82) 100,0 (20)   
- nie 
- mind. einmal/ Monat 
- mind. einmal/ Woche 
- täglich 
11,0 (9) 
15,9 (13) 
34,1 (28) 
39,0 (32) 
55,0 (11) 
5,0 (1) 
5,0 (1) 
35,0 (7) 
-44,0 
10,9 
29,1 
4,0 
*** 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Gruppe der Personen, die angeben, ein Fahrrad im Haushalt zu haben (n = 246). 
 
Ein der PKW-Nutzung ähnliches alters- und geschl echtsdifferenzielles Muster ergibt sich 
erwartungsgemäß für die Fahrradnutzung. Insgesamt geben rund drei Viertel der jüngeren 
Männer (79%) und Frauen (73%) an, das Fahrra d einmal wöchentlich  oder häufiger zu 
nutzen. Erstaunlich ist, dass auch in der Gruppe der Hoch altrigen das Fahrrad noch von 
knapp 67% der Männer sowie von 40% der Frauen  mindestens einmal pro Woche genutzt 
wird. In der Gruppe der hochaltrigen Frauen fä llt darüber hinaus eine Diskrepanz auf, 
nämlich dass das Fahrrad von über der Hälfte de r Frauen (ca. 55%) gar nicht mehr, aber 
von über einem Drittel noch täglich genutzt wi rd (35%, hochaltrige Männer im vgl. ca. 
24%). Der Zweck der Nutzung wurde nicht erfragt (s. Tabelle 38).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
101
Einrichtungen zu Fuß erreichbar 
Neben der Nutzung von ÖPNV, PKW oder dem Fa hrrad wird aber mit zunehmendem Al-
ter das zu Fuß unterwegs sein und damit auch  die fußläufiger Erre ichbarkeit von Einrich-
tungen im Stadtteil immer wichtiger, da viel e Hochaltrige auch dann noch zu Fuß im 
Stadtteil unterwegs sind, wenn die Nutzung von Verkehrsmitteln nicht mehr möglich ist 
(siehe dazu noch einmal Tabelle 11). Die Ergebnisse hierzu finden sich in Tabelle 39
6. 
 
Tabelle 39. Einrichtungen zu Fuß erreichbar 
Variable (%; n) 
Gesamt 65-79 
Jahre 
80-94 
Jahre 
Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Einrichtungen zu Fuß erreichbar (ja)    
Lebensmittelgeschäft 81,3 (313) 87,4 (201) 72,3 (112) 15,1 ***1)  
yyy3) 
Bäcker 80,7 (309) 86,9 (199) 71,4 (110) 15,5 *** 
yyy 
Kirche 77,6 (295) 86,6 (200) 63,8 (95) 22,8 *** 
yyy 
Bank 77,5 (296) 83,8 (192) 68,0 (104) 15,8 *** 
yy 
Café / Gaststätten 76,5 (286) 84,2 (187) 65,1 (99) 19,1 *** 
yyy 
Post 67,5 (260) 75,3 (174) 55,8 (86) 19,5 *** 
yyy 
Seniorentreffpunkt 64,3 (238) 71,2 (158) 54,1 (80) 17,1 *** 
yyy 
Behörden (z.B. Be-
zirksverwaltung) 62,9 (241) 71,7 (165) 49,7 (76) 22,0 *** 
yyy 
Sport- / Freizeitmög-
lichkeiten 57,5 (215) 68,6 (155) 40,5 (60) 28,1 
*** 
xx2) 
yyy 
Beratungsstelle (z.B. 
Wohnberatung) 21,3 (72) 25,2 (52) 15,2 (20) 10,0 n.s. 
Theater / Kino 15,8 (58) 15,8 (35) 15,8 (23) 0,0 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test.  
1) Unterschiede zwischen den Altersgruppen insgesamt: n.s. (nicht signifikant),  
   Unterschiede = p < .001***; p < .01**.  
2) Unterschiede zwischen den Altersgruppen Männer: n.s. (nicht signifikant),  
   Unterschiede = p < .001xxx; p < .01xx. 
3) Unterschiede zwischen den Altersgruppen Frauen: n.s. (nicht signifikant),  
   Unterschiede = p < .001yyy; p < .01yy. 
                                                 
6 In Tabelle 39 finden sich in Spalte zwei die Werte für die Gesamtgruppe, in den Spalten drei und vier die 
Werte für die beiden Altersgruppen sowie anschließend die Differenz zwischen den Altersgruppen und sta-
tistische Signifikanz.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
102 
Inhalt dieses Teils der Befragung ist die potentielle Erreichbarkeit der Einrichtung an sich, 
nicht die eigene körperliche Vo raussetzung dazu (diese wird an anderer Stelle unter dem 
Thema Gesundheit abgehandelt). Dennoch ist ni cht auszuschließen, dass die eigene Geh-
fähigkeit mitunter die Beantwortung der hier gestellten Fragen beeinflusst (s. Tabelle 39). 
 
Lebensmittelgeschäfte und der Bäcker sind für über 80% der Befragten in fußläufiger Nä-
he prinzipiell erreichbar. Auch eine Kirche, Bank / Sp arkasse sowie Cafés und Gaststätten 
liegen so nah, dass sie von über drei Viertel der Befragten (ca. 77-78%) zu Fuß aufgesucht 
werden können. Für etwas mehr als die Hälfte bis rund zwei Drittel der Befragten (ca. 58-
68%) finden sich eine Post, Seniorentreffpunkt, die Bezirk sverwaltung Arheilgen sowie 
Sport- und Freizeitmöglichkeiten in fußläufi ger Nähe. Mit Abstand als weniger günstig 
gelegen, das heißt, als zu Fuß schwerer er reichbar, werden von de n Befragten Beratungs-
stellen (z.B. Wohnberatung) und kulturelle A ngebote wie Theater und Kino berichtet (ca. 
16-21%). Die Unterschiede zwischen den Al tersgruppen insgesamt sowie in der Gruppe 
der Frauen sind statistisch bedeutsam. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen müs-
sen nicht allein auf schlechtere infrastrukt urelle Anbindung zurückzuführen sein, sondern 
können zumindest teilweise auch der unbeabsi chtigten Berücksichtigung der eigenen kör-
perliche Verfassung geschuldet sein (s. auch Tabelle 11).  
 
Insgesamt zeigt sich darin allerdings auch, dass immerhin für knapp 20-25% der Befragten 
in Arheilgen Einrichtungen wie Lebensmittelgeschäft, Bäcker, Bank, Kirche und Gaststät-
ten nicht mehr zu Fuß erreichbar sind, was eine maßgebliche Beeinträchtigung der Le-
bensqualität bedeuten kann. Darüber hinaus wi rd deutlich, dass sich  die Mobilitätsbedin-
gungen der hochaltrigen Befragten und insbeson dere der hochaltrigen Frauen vergleichs-
weise ungünstiger darstellen als für die jüngeren Befragten.  
 
3.3.4 Subjektives Wohnerleben 
Neben den objektiven innerhäuslichen und außerhäuslichen Wohnbedingungen werden 
eine Reihe von Aspekten des Wohnerlebens da rgestellt. Wie eingangs dargelegt, gehören 
beide Bereiche objektiven und subjektiven Wohnens gerade im höheren Lebensalter un-
trennbar zusammen (z.B. Mollenkopf, Wahl, Oswald & Zimber, 2004). Subjektive Wohn-
indikatoren beinhalten in dieser Befra gung eine Reihe von persönlichen Einschätzungen 
und Bewertungen. Hierzu zählt beispielswei se die Einschätzung, ob jemand ganz grund-
sätzlich eher ein Mensch ist, der lieber Draußen unterwegs ist, oder der lieber zu Hause ist

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
103
("Drinnen-Draußen-Typ"), die auch ein Abbild der eige nen Persönlichkeit widerspiegelt, 
jedenfalls soweit es das Wohnen betrifft. Darüber hinaus geht es um die erlebte Zufrie-
denheit mit Einrichtungen und Di enstleistungen im Stadtteil  und mit den eigenen Mobili-
tätsmöglichkeiten sowie um die subjektiv erlebte Verbundenheit mit dem Stadtteil  Arheil-
gen. Während die Zufriedenheit  eine eher rationale Eins chätzung der Wohnumwelt dar-
stellt, handelt es sich bei der Verbundenhe it mit der Wohnumwelt eher um eine Bewer-
tung, in die auch gefühlsmäßige und verhalte nsbezogene Elemente eingehen. Weitere per-
sönlich bedeutsame Umwelta usschnitte sind sogenannte Lieblingsplätze in Arheilgen. 
Dies sind subjektiv wichtige Orte und Plätze,  die nicht unbedingt einen Zweck erfüllen 
müssen, die aber, wie man mittlerweile weiß, auch zur Erhaltung eines selbstbestimmten 
und vor allem erfüllten Lebens im Alter be itragen können (z.B. Oswald & Wahl, 2005). 
Darüber hinaus ist es von großem Inte resse, auf diesem Wege mehr über genutzte und als 
fehlend eingeschätzten Angeboten im Stadtteil  zu erfahren, die infolge der hier gewählten 
offenen Frageform ebenfalls zu subjektiv se hr unterschiedlichen Ergebnissen führen kön-
nen. Eigene Aktivitäten der befragten Personen infolge der Neueröffnung des Gemein-
schaftshauses in Arheilgen schließen die Ergebnisse zu subjektivem Wohnen ab.   
 
"Drinnen-Draußen-Typ" 
Die Frage: "Sind Sie eher ein Mensch, de r grundsätzlich lieber zu  Hause ist oder ein 
Mensch, der lieber draußen unterwegs ist" , wurde anhand der bereits eingeführten 11-
stufigen Skala von 0 = "Am liebsten würde ich immer zu Hause sein" bis 10 = "Am liebs-
ten würde ich immer draußen sein" erhoben. Die Ergebnisse finden sich in Tabelle 40.  
 
Tabelle 40. "Drinnen-Draußen-Typ" 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
"Drinnen-Draußen-Typ"a   
Gesamtgruppe  5,8 (2,1) 4,9 (2,3) 0,9 *** 
Männer 6,0 (2,2) 5,2 (2,1) 0,8 ** 
Frauen 5,5 (2,1) 4,7 (2,4) 0,8 n.s. 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**.  
a Skala von 0 = "Am liebsten würde ich immer zu Hause sein" bis 10 = "Am liebs 
  ten würde ich immer draußen sein"; 5 = "weder/noch" bzw. "Hält sich die Waage".

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
104 
Für die Befragten (insgesamt und getrennt n ach Männern und Frauen) zeigt sich erwar-
tungsgemäß, dass sich die 65-79jährigen tendenziell eher zum Pol des "Draußen"-Typ, die 
80-94jährigen eher zum Pol des "Drinnen-Typ"  zugehörig einschätzen. Diese tendenziel-
len Unterschiede zwischen den Altersgruppen werden auch in der statistischen Testung 
sichtbar und treten sowohl in der Gesamtgr uppe als auch in der Gruppe der Männer deut-
lich hervor. Für die Gruppe der Frauen ist die gleiche Tendenz zutreffend, wenn auch sta-
tistisch nicht bedeutsam. Besonders ausgeprä gte Differenzen zeigen sich zwischen den 
jüngeren Männern, die sich am deutlichsten nach Draußen orientieren (6,0) und den hoch-
altrigen Frauen, die stärker an die innerhäusl iche Wohnumwelt orientiert sind (4,7) (keine 
statistische Testung) (s. Tabelle 40).  
 
Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtungen in Arheilgen 
Befunde zur Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtungen in Arhe ilgen finden sich in 
Tabelle 41.  
 
Tabelle 41. Zufriedenheit mit Angebot en und Einrichtungen in Arheilgen 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtungen in Arheilgena  
Gesamtgruppe  7,2 (2,1) 6,7 (2,4) 0,5 n.s. 
Männer 7,3 (2,1) 7,1 (2,2) 0,2 n.s. 
Frauen 7,2 (2,2) 6,4 (2,5) 0,8 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Skala von 0="ganz und gar unzufrieden" bis 10="ganz und gar zufrieden". 
 
Die Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtungen wurde mittels der 11-stufigen Selbst-
einschätzungsskala von 0 = "ganz und gar unzufrieden bis 10 = "ganz und gar zufrieden" 
gemessen. Für alle Befragten (insgesamt sowie für Männer und Frauen getrennt) kann eine 
mittlere Zufriedenheit berichtet werden. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen 
sind statistisch nicht bedeutsam. Das heißt, jüngere und hochaltrige Befragte unterschei-
den sich nicht im Hinblick auf die Zufriede nheit mit Angeboten und Einrichtungen in 
Arheilgen. Allerdings zeigt sich deskriptiv  eine Tendenz dahingehend, dass insbesondere 
die 80-94jährigen Frauen mit dem vorhandene n Angebot vergleichsweise unzufriedener 
zu sein scheinen als beispielsweise die glei chaltrigen Männer (keine statistische Testung)

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
105
(s. Tabelle 41). Zur besseren Einschätzung de r Werte sei erwähnt, da ss dieselbe Zufrie-
denheitsabfrage in drei Heidelberger Stad tteilen mit 51-80jährige n privat wohnenden Be-
fragten Werte von 4,4 - 6,1 Punkten erbrachte, also zu deutlich niedrigeren Zufrieden-
heitswerten führte (Hieber et al., 2003).    
 
Zufriedenheit mit Mobilitätsmöglichkeiten 
Hinsichtlich der Zufriedenheit mit den vorha ndenen Mobilitätsmög lichkeiten zeigt sich 
ebenfalls ein im Durchschnitt mittlerer bis hoher Wert, wobei die Zu friedenheit der hoch-
altrigen Befragten hierbei deutlich niedrige r ausfällt als die der jüngeren Befragten. Be-
sonders deutlich wird dieser Unterschied in der Gruppe der Frauen. Hier zeigt sich, dass 
gerade die hochaltrigen Frauen mit ihren Mobilitätsmöglichkeiten vergleichsweise unzu-
frieden sind. Diese Differenzen  zeigen sich auch in der st atistischen Testung. Die Unter-
schiede zwischen den Altersgruppen insges amt sowie innerhalb der Gruppe der Frauen 
sind statistisch bedeutsam, für die Männer ergibt sich eine ä hnliche Tendenz in gleicher 
Richtung, allerdings statistisch nicht bedeutsam (s. Tabelle 42).  
 
Tabelle 42. Zufriedenheit mit Mobilitätsmöglichkeiten 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Zufriedenheit mit Mobilitätsmöglichkeitena   
Gesamtgruppe  8,3 (2,1) 7,0 (2,9) 1,3 *** 
Männer 8,3 (2,2) 7,7 (2,6) 0,6 n.s. 
Frauen 8,3 (2,1) 6,5 (3,0) 1,8 *** 
Anmerkung.  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Skala von 0="ganz und gar unzufrieden" bis 10="ganz und gar zufrieden". 
 
Unterschiede in der Zufriedenheitsbewer tung müssen immer vor dem Hintergrund des 
sogenannten Zufriedenheitsparadoxons interpre tiert werden (z.B. Staudinger, 2000). Da-
nach sind gerade ältere Menschen genauso zu frieden wie jüngere, auch wenn ihre objekti-
ven Lebens- und Wohnbedingungen schlechter sind als die der jüngeren. Befunde in der 
dargestellten Richtung (ältere Personen unzufriedener als jüngere Personen) unterschätzen 
die tatsächlichen Unterschiede daher eher noch, als dass sie diese überschätzen.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
106 
Verbundenheit mit dem Stadtteil Arheilgen 
Ergebnisse zur Verbundenheit mit dem Stadtteil Arheilgen finden sich in Tabelle 43. Die-
ser Aspekt wurde wiederum mit der bereits erwähnten 11-stufigen Selbsteinschätzungs-
skala von 0 = "überhaupt ni cht verbunden" bis 10 = "gan z und gar verbunden" erhoben. 
Für alle Befragten (insgesamt sowie für Männer und Frauen getrennt) zeigt sich ein mittle-
res Maß an Verbundenheit mit dem Stadtteil (M = 6,7 bzw. 6,8). Di e Unterschiede zwi-
schen den Altersgruppen sind st atistisch nicht bedeutsam, da s heißt, jünger e und hochalt-
rige Befragte fühlen sich gleichermaßen mit Arheilgen verbunden. Das heißt, auch wenn 
es Unterschiede in der Bewertung einzelner Stadtteilangebote (z.B. Mobilitätsmöglichkei-
ten) gibt, muss dies nicht bedeuten, dass man sich mit dem Stadtteil nicht mehr verbunden 
fühlt (s. Tabelle 43).  
 
Tabelle 43. Stadtteilver bundenheit mit Arheilgen 
Variable (M; SD) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Mittelwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Stadtteilverbundenheit mit Arheilgen   
Gesamtgruppe  6,7 (2,7) 6,8 (2,9) -0,1 n.s. 
Männer 6,6 (2,9) 7,0 (2,6) -0,4 n.s. 
Frauen 6,7 (2,6) 6,6 (3,1) 0,1 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Zum Vergleich sind Verbundenheitswerte, dies mal der 71-80jährigen Befragten aus drei 
Heidelberger Stadtteilen mitgeteilt, die mit Werten von 7,4 bis 8,1 deutlich über denen aus 
Arheilgen liegen, was eine stärkere Stadtt eilverbundenheit signalisie rt (Hieber et al., 
2003). Vergleiche dieser Art sind in ihrer Aussagefähigkeit aber nur begrenzt belastbar.     
 
Lieblingsplatz in Arheilgen: vorhanden und erreichbar 
Lieblingsplätze sind Orte a ußerhalb des innerhäuslichen Wohnbereichs, die von den Be-
fragten als bedeutsam erlebt werden. Dies ka nn beispielsweise heißen, dass man sich zu 
einem solchen Lieblingsplatz gefühlsmäßig hingezogen fühlt. Gefragt wurde in einem 
ersten Schritt nach dem Vorhandensein und de r Erreichbarkeit eines Lieblingsplatzes (Ta-
belle 44). In einem zweiten Schritt besta nd für die Teilnehmer die Möglichkeit, ihren 
Lieblingsplatz konkret zu benennen (Tabelle 45).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
107
Tabelle 44. Lieblingsplatz in Arheilgen vorhanden und erreichbar 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Lieblingsplatz in Arheilgen vorhandena   
Gesamtgruppe  37,5 (84) 39,2 (58) -1,7 n.s. 
Männer 35,3 (41) 43,3 (29) -8,0 n.s. 
Frauen 39,8 (43) 35,8 (29) 4,0 n.s. 
Lieblingsplatz in Arheilgen erreichbarbc   
Gesamtgruppe  96,4 (80) 87,7 (50) 8,7 n.s. 
Männer 95,1 (39) 96,4 (27) -1,3 n.s. 
Frauen 97,6 (41) 79,3 (23) 18,3 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede  
= n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
a Angaben von n=20 Personen fehlen.  
b Gruppe der Personen, die angeben, einen Lieblingsplatz in Arheilgen zu  
  haben (n = 142). 
c Angabe von n=1 Person fehlt.  
 
Insgesamt geben jeweils rund ein Drittel der jüngeren und hochaltrigen Befragten an (ca. 
38-39%), im Stadtteil einen Lieblingsplatz zu  haben. Die Unterschie de zwischen den Al-
tersgruppen sind statistisch nich t bedeutsam. Von den Person en, die einen Lieblingsplatz 
in Arheilgen haben, berichten bis ins sehr hohe  Alter fast alle (95% der jüngeren und 88% 
der hochaltrigen Teilnehmer), dass sie diesen auch noch gut erreichen können, auch wenn 
der Anteil in der Gruppe der Hochaltrigen et was geringer ausfällt. Die Unterschiede zwi-
schen den Altersgruppen sind statistisch nicht sign ifikant. Rein deskriptiv zeigt sich aller-
dings, dass insbesondere hochaltrige Frauen ihren Lieblingsplatz am häufigsten nicht mehr 
selbst erreichen können (s. Tabelle 44).  
 
Lieblingsplatz in Arheilgen: Konkrete Nennungen der Befragten 
Die von den Teilnehmern konkret genannten Li eblingsplätze finden sich in Tabelle 45. 
Diese Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können, ebenso wie alle 
anderen Angaben, nicht auf die ältere Bevöl kerung Arheilgens verallgemeinert werden. 
Insgesamt werden von den jüngeren und hochaltrigen Befragten gleichermaßen der eigene 
Garten, das Gebiet um den Ruthsenbach, das Arheilger Mühlchen, Spazierwege in Wald 
und Feld rund um Arheilgen sowie das eigene  Zuhause (Balkon, Terrasse) als Lieblings-
plätze genannt. Auch sonstige Grünanlagen und die Ortsmitte rund um den "Goldnen Lö-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
108 
wen" werden in beiden Altersgruppen beri chtet. Speziell die jüngeren Befragten nennen 
darüber hinaus Sportanlagen und das Gebiet ru nd um den Kalkofen, für die Hochaltrigen 
wird der Friedhof als bedeutsamer Ort häufiger genannt (s. Tabelle 45).  
 
Tabelle 45. Lieblingsplatz in Arhe ilgen: Konkrete Nennungen der Befragten 
Variable (%; Nennungen) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Gesamt 
Lieblingsplätze in Arheilgena 100,0 (85) 100,0 (57) 100,0 (142) 
Garten 18,8 (16) 22,8 (13) 20,4 (29) 
Rund um den Ruhtsenbach 12,9 (11) 10,5 (6) 12,0 (17) 
Arheilger Mühlchen 11,8 (10) 12,3 (7) 12,0 (17) 
Zuhause (z.B. Balkon, Terrasse) 9,4 (8) 10,5 (6) 9,9 (14) 
Spazierwege um Arheilgen, Wald, Feld 8,2 (7) 8,8 (5) 8,5 (12) 
Sonstige Grünanlagen 7,1 (6) 7,0 (4) 7,0 (10) 
Sportanlagen 9,4 (8) 1,8 (1) 6,3 (9) 
Umgebung Goldner Löwe, Ortsmitte 4,7 (4) 7,0 (4) 5,6 (8) 
Rund um den Kalkofen 5,9 (5) 0,0 (0) 3,5 (5) 
Friedhof 1,2 (1) 7,0 (4) 3,5 (5) 
Speckgartengelände 2,4 (2) 0,0 (0) 1,4 (2) 
Sonstige Nennungen 8,2 (7) 12,3 (7) 9,9 (14) 
Anmerkung. a Häufigkeit und berichtete Anteile beziehen sich auf die Anzahl der genannten  
  Lieblingsplätze pro Kategorie, nicht auf die Anzahl der Teilnehmer insgesamt oder  
  je Altersgruppe. 
 
Genutzte und (noch) fehlende Angebote in Arheilgen 
Neben den persönlich bedeutsamen Plätzen in Arheilgen sollten die Befragten auch offene 
Aussagen treffen über grundsätzlich von ihne n genutzte sowie gleichermaßen über noch 
fehlenden Angebote in ihrem Stadtteil. Die Fr agen zu den drei wich tigsten genutzten und 
(noch) fehlenden Angeboten in Arheilgen wurden offen gestellt. Das heißt, die Teilnehmer 
waren aufgefordert, an dieser  Stelle ohne Antwortvorgaben die von ihnen genutzten bzw. 
noch fehlenden Angebote zu berichten. Dara us können in weiteren Planungsschritten sei-
tens der Stadt möglicherweise Hinweise auf die von älteren Menschen tatsächlich genutzte 
Infrastruktur im Stadtteil sowie ihre individuelle Bedarfslage abgeleitet werden.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
109
Häufigkeit der Nennung genutzter und noch fehlender Angebote in Arheilgen  
In Tabelle 46 finden sich Informationen übe r den Anteil der befragten älteren Menschen, 
die Angaben zu von ihnen genutzten und noch fehlenden Angeboten in Arheilgen gemacht 
haben. Insgesamt zeigt sich, dass ca. vier Fünftel der jüngeren (79%) und knapp zwei Drit-
tel der hochaltrigen Befragten (62%) die Option wahrgenommen haben, Angaben zu ge-
nutzten Angeboten zu machen. Noch wenige r nennen noch fehlende Angebote (51% bzw. 
28%). Im Vergleich der Häufigkeiten in den Nennungen genutzter und noch fehlender 
Angebote in Arheilgen werden insgesamt zwei  Tendenzen deutlich sichtbar. Zum einen 
werden von jüngeren wie von hochaltrigen Befragt en fehlende Angebote seltener genannt 
als genutzte Angebote. Zum anderen berich ten hochaltrige Teilnehmer genutzte und feh-
lende Angebote insgesamt seltener als jünge re, wobei die Anzahl der Nennungen fehlen-
der Angebote noch einmal deutlich unter dene n der genutzten Angeboten liegt. Die Unter-
schiede zwischen den Altersgruppen sind statistisch bedeutsam und besonders deutlich bei 
den weiblichen Befragten. Mögliche Erklärung en für die Altersunterschiede könnten sein, 
dass aufgrund des hohen Alters und einer mög licherweise eingeschränkten Mobilität die 
Erreichbarkeit und somit auch die Einschätzung von Angeboten  erschwert ist. Es wäre 
auch denkbar, dass das bereits erwähnte "Zuf riedenheitsparadoxon" eine Rolle spielt, wo-
nach trotz ungünstiger Bedingungen eine hohe Zu friedenheit älterer Menschen vorliegt. 
Möglicherweise kommen auch Aspekte sozialer Erwünschtheit zum Tragen, aufgrund 
derer es hochaltrigen noch weniger als jüng eren Befragten möglich ist, beispielsweise 
"Kritik" (z.B. im Sinne fehlender Angebote) an den bestehenden Bedingungen zu äußern. 
 
Die weitere Betrachtung der konkreten Anga ben zu genutzten und fehlenden Angeboten 
im Stadtteil müssen aber insgesamt mit Vorsic ht betrachtet werden, vor dem Hintergrund 
dass sich insgesamt etwa 28% der Befragten (109 Personen) nicht zu genutzten Angeboten 
und sogar knapp 58% (228 Personen) nicht zu fe hlenden Angeboten äußerten. Es sei auch 
darauf hingewiesen, dass aus diesem Ergebnis nicht die Schlussfolgerung gezogen werden 
kann, dass 28% keine Angebote im Stadtteil me hr nutzen oder gar, dass 58% der Befrag-
ten mit allen Angeboten im Stadtteil so wi e sie sind einverstande n und zufrieden sind, 
denn dies war nicht Gegenstand der zugrundeliegenden Fragen (s. Tabelle 46).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
110 
Tabelle 46. Nennung genutzter und noch fehlender Angebote in Arheilgen 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Nennung genutzter Angebote in Arheilgen 
Gesamtgruppe  79,2 (183) 61,9 (99) 17,3 *** 
Männer 78,5 (91) 64,8 (46) 13,7 n.s. 
Frauen 80,0 (92) 59,5 (53) 20,5 ** 
Nennung noch fehlender Angebote in Arheilgen 
Gesamtgruppe  51,1 (118) 28,1 (45) 23,0 *** 
Männer 50,0 (58) 29,6 (21) 20,4 ** 
Frauen 52,2 (60) 27,0 (24) 25,2 *** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = 
n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Genutzte und noch fehlende Angebote in Arheilgen: Konkrete Nennungen 
Die weiteren Analysen zu genutzten Angeboten basieren auf insgesamt n = 761 genannten 
Angeboten von 282 Personen, bzw. auf n = 312  fehlenden Angeboten, die von 163 Perso-
nen genannt wurden. Die Fragen nach den wi chtigsten von den Befrag ten genutzten bzw. 
ihrer Ansicht nach noch fehlenden Angebote waren mit offenem Antwortformat gestellt, 
das heißt, die Vielzahl der Einzelnennungen wurde mit Hilfe eines Kategorisierungsver-
fahrens zusammengefasst. In einem ersten An alyseschritt wurde geprüft, ob eine Zusam-
menfassung der Angaben zu genutzten und fehl enden Angeboten zu bestimmten Oberbe-
griffen (Kategorien) möglich ist. Die Kate gorienbildung basierte auf der Annahme, dass 
die Wohnumwelt für ältere Mensch en nicht nur beibehaltenden und unterstützenden Cha-
rakter hat, sondern auch anregende Aspekte eine Rolle spielen. Unterstützende Aspekte 
der Wohnumwelt sind solche, die der Aufrechte rhaltung einer selbstständigen Lebensfüh-
rung dienen, anregende Aspekte erfüllen eher ästhetische und rekreative Bedürfnisse und 
sind nicht unbedingt zur Aufrechterhaltung einer selbstständigen Lebensführung notwen-
dig (Lawton, 1989b). In einem weiteren Analys eschritt wurden die Globalkategorien "Un-
terstützung" und "Anregung" in jeweils drei Subkategorien untergliedert. Die Globalkate-
gorie "Unterstützung" umfasst die Aspekte: Infrastruktur, Gesundheit/ Medizin und Mobi-
lität, die Globalkategorie "Anregung" die As pekte Restaurant/ Café, Kultur/ Kirche und 
Sport (s. Abbildung 12).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
111
Abbildung 12. Genutzte und fehlende Angebote (nach Inhalt)  
 Genutzte und fehlende Angebote (1073 Nennungen = 100%) 
(Kategorisierung der berichteten Einzelmerkmale in insgesamt 6 Gruppen) 
Gesundheit / Medizin (17,2%) 
Infrastruktur (54,9%) 
Unterstützung 
(76,0%) 
Mobilität (3,9%) 
Restaurant / Café (6,0%) 
Kultur / Kirche (15,1%) 
Anregung 
(24,0%) 
Sport (2,9%) 
Anmerkung. Kategorisierung genutzter und (noch) fehlender Angebote in Arheilgen,  
Erläuterungen im Text.  
 
Um eine weitgehende Vergleichbarkeit zu ge währleisten, wurden dieselben Kategorien 
sowohl für genutzte als auch für fehlende  Angebote verwendet. Die Zuordnung der ein-
zelnen Nennungen zu den gebildeten Katego rien wurde von fünf Personen mit unter-
schiedlichem professionellen Hintergrund unabhängig voneinander vorgenommen. Die 
Einschätzungen führten bei 84 von insgesamt 114 Kategorien zu einer 100%igen Überein-
stimmung der Urteile. In 21 von 114 Fällen konnte eine Übereinstimmung von vier der 
fünf Beurteiler (Übereins timmung von etwa 82%) und in 9 von 114 Fällen eine Überein-
stimmung von drei der fünf Beurteiler (Ü bereinstimmung von rund 92%) erzielt werden. 
Die Übereinstimmung in der Zuordnung der Einzelnennungen beträgt somit insgesamt 
rund 91% und ist damit als hoch bzw. als sehr hoch zu bewerten. Im Folgenden werden in 
einem ersten Schritt die Erge bnisse zu genutzten und in einem zweiten Schritt die Ergeb-
nisse zu (noch) fehlenden Angeboten in Arheilgen beschrieben. 
 
Inhaltliche Beschreibung genutzter Angebote in Arheilgen 
Differenziert nach unterstützungs- und anregu ngsbezogenen Aspekten zeigt sich, dass 
etwas mehr als drei Viertel aller Nennungen zu  genutzten Angeboten in Arheilgen (ca. 
78%) auf unterstützungsbezogene Aspekte, aber  nur etwas weniger als ein Viertel (22%) 
auf anregungsbezogene Aspekt e der Wohnumwelt entfallen. Wie sich in Abbildung 13. 
erkennen lässt, entfallen mehr als die Hälf te aller Nennungen genutzter Angebote auf die 
Kategorie "Infrastruktur" (ca.  55%). Von den Befragten werd en hier am häufigsten Ge-
schäfte, die Bank und die Post genannt. Der zweitwichtigste Bereich ist "Gesund-
heit/Medizin". Knapp ein Viertel aller Nennungen (ca. 20%) beziehen sich hierauf, so zum

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
112 
Beispiel die Angaben Apotheke, Arzt und Fachärzte. Rund 3% der Nennungen finden sich 
für den Bereich "Mobilität" (z.B. Straßenba hn und Bus). Innerhalb der anregungsbezoge-
nen Aspekte bildet die Kategorie "Kultur/ Kirche" mit ca. 14% der Nennungen die größte 
Kategorie. Konkret genannt werden hier beis pielsweise Aspekte wi e Kirche, Sportverein 
und Seniorentreffen. Auf die Kategorien "S port" (z.B. Sportanlagen, Schwimmbad) und 
"Restaurant/Café" (z.B. Gastst ätte, Restaurant) entfallen jeweils nur etwa 4% aller Nen-
nungen (s. Abbildung 13).  
 
Abbildung 13. Genutzte Angebote in Arheilgen 
 
Auf die beiden größten Gruppen von Nennungen soll noch einmal ausführlicher eingegan-
gen werden. Im Bereich Infrastruktur werd en von den Befragten Einkaufsmöglichkeiten 
(Bäcker, Lebensmittelgeschäft, Post, Markt) , Geldinstitute (Bank, Sparkasse) sowie ver-
schiedene Dienstleistungen (z.B. Friseur, Reinigung, Wäscherei, Sc hneiderei, Handwer-
ker, Ortsverwaltung, Angebote eines Mittagstisc hs für Senioren) genannt. Im Bereich Ge-
sundheit/ Medizin berichten die Befragten, dass  sie insbesondere Apotheke, Ärzte sowie 
Massage- und Gymnastikpraxen in Anspruch nehmen.  
 
Im Folgenden werden zudem genannte Angebot e in Arheilgen getrennt für 65-79jährige 
und für 80-94jährige Befragte dargestellt. Di e Unterschiede zwisch en den Altersgruppen 
in der Gesamtgruppe sowie getrennt nach Männern und Frauen sind statistisch nicht signi-
fikant, das heißt jüngere und hochaltrige Männe r und Frauen unterscheiden sich nicht im 
3%
55%20%
4%
14%
4%
Mobilität Infrastruktur
Gesundheit/Medizin Sport
Kultur/Kirche Restaurant/Café

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
113
Hinblick auf die inhaltliche Ausprägung genut zter Angebote im Stadtteil Arheilgen. (s. 
Abbildung 14). 
 
Abbildung 14. Genutzte Angebote in Arheilgen nach Altersgruppen 
 
65-79 Jahre         80-94 Jahre 
  
 
 
Inhaltliche Beschreibung (noch) fehlender Angebote in Arheilgen 
Hinsichtlich der genannten noch fehlenden Ange boten zeigt sich, sortiert nach unterstüt-
zungs- und anregungsbezogenen Aspekten, dass wiederum mehr als zwei Drittel aller 
Nennungen zu (noch) fehlenden Angeboten in Arheilgen auf unterstützungsbezogene As-
pekte (ca. 71%), aber nur etwas mehr als ein Viertel auf anregungsbezogene Aspekte der 
Wohnumwelt entfallen (29%) (s. Abbildung 15). 
 
Die meisten Nennungen sind wiederum in der Ka tegorie "Infrastruktur" zu finden (53%). 
Hier wird am häufigsten das Fehlen von Gesc häften, speziell von Lebensmittelgeschäften, 
einer Metzgerei sowie Fachgeschäften (z.B. Kurzwaren, Nähartikel, Textil) erwähnt. E-
benso werden von den befragten älteren Menschen Briefkäste n in fußläufiger Nähe ver-
misst. Auch spezielle Angebote für Senioren  werden thematisiert. Erwähnung finden in 
diesem Zusammenhang seniorengerechte W ohnungen, ein Fahrdienst zum Einkaufen so-
wie ein Besuchsdienst für immobile Personen. Das Fehlen von Sitz- und Ruhemöglichkei-
ten (Bänke) unterwegs wird ebenfalls ange merkt. Die zweithäufigsten Nennungen finden 
sich im Bereich "Kultur/Kirche" (19%). Hier  wünschen sich die Befragten insbesondere 
eine Verschönerung des Ortskerns. Auch Freizeitangebote wie Kino und Hallenbad wer-
den thematisiert, ebenso der Wunsch nach  mehr "Kommunikationsangeboten", konkret 
2%
58%19%
5%
12% 4% 4%
54%20%
0%
18%
4%
Mobilität Infrastruktur
Gesundheit/Medizin Sport
Kultur/Kirche Restaurant/Café

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
114 
genannt wird beispielsweise auch ein Tre ffpunkt mit Restauration, Unterhaltung, Musik, 
Tanz. Etwa 10 bzw. 11% der Nennungen entfallen auf die Kategorien "Gesund-
heit/Medizin" und "Restaurant/Café". Im Be reich "Gesundheit/Medizin" wird insbesonde-
re das Fehlen von Fachärzten allgemein sowi e speziell eines Augenarztes erwähnt. Die 
überwiegende Mehrheit der Nennungen zum Bereic h "Restaurant/Café" bezieht sich auf 
das Fehlen eines schönen, gemütlichen Cafés in der Ortsmitte. Rund 6% der Nennungen 
entfallen auf den Bereich Mobilität. Hier we rden beispielsweise Wünsche nach Kurzstre-
ckentarifen geäußert. Lediglich zwei Nennung en im Rahmen fehlender Angebote (1%) 
finden sich im Bereich "Sport".  
 
Abbildung 15. (Noch) fehlende Angebote in Arheilgen 
 
Hier dargestellt werden zudem wieder die genannten noch fehlenden Angebote in Arheil-
gen getrennt für 65-79jährige und für 80-94jähri ge Befragte. Die Unterschiede zwischen 
den Altersgruppen in der Gesamtgruppe sowie getrennt nach Männern und Frauen sind 
statistisch nicht signifikant, das heißt jüngere  und hochaltrige Befragte  unterscheiden sich 
nicht im Hinblick auf die inhaltliche Ausprä gung (noch) fehlender Angebote im Stadtteil 
Arheilgen (s. Abbildung 16). 
6%
53%
11%
1%
19%
10%
Mobilität Infrastruktur
Gesundheit/Medizin Sport
Kultur/Kirche Restaurant/Café

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
115
Abbildung 16. (Noch) fehlende Angebote in Arheilgen nach Altersgruppen 
 
65-79 Jahre     80-94 Jahre 
  
 
Insgesamt können die vergleichbaren Profile  der genutzten und fehlenden Angebote und 
Einrichtungen im Stadtteil mit aller gebotenen Vorsicht so interpretiert werden, dass zwi-
schen dem, was einem (unabhängig von Alter und Geschlecht) im Alltag als nützliches 
und notwendiges Angebot widerfährt und dem, was darüber hinaus zudem noch als nütz-
lich und notwendig erachtet wird, keine grundsätzliche inhaltliche Diskrepanz besteht. Mit 
anderen Worten, die Kritik an nicht vorhandenen Angeboten  (z.B. m Bereich der Infra-
struktur) kann beispielsweise als ein "bitte  noch mehr" des bereits vorhandenen und ge-
nutzten interpretiert werden. Im Detail, d.h. auf der Ebene von konkreten Angeboten und 
Einrichtungen, können genutzte und geforderte Einrichtungen sich dennoch unterscheiden.    
 
Bauvorhaben Gemeinschaftshaus in Arheilgen und Auswirkungen auf eigene Aktivitäten 
Derzeit wird ein neues Gemeinschaftshaus fü r den Stadtteil gebaut. Vor diesem Hinter-
grund war es im Rahmen der vorliegenden Befragung interessant zu erfahren, ob von den 
befragten älteren Menschen durch die Existenz dieses Gemeinschaftshauses auch Auswir-
kungen auf eigene Aktivitäten erwartet werd en. Knapp drei Viertel der jüngeren und 
hochaltrigen Befragten geben an, dass sich durch den Bau des Gemeinschaftshauses ihre 
Aktivitäten nicht verändern we rden (78% bzw. 71%). Jewe ils rund 11% der jüngeren und 
ca. 9% der hochaltrigen Befrag ten berichten, dass sie dann wahrscheinlich mehr Aktivitä-
ten durchführen werden, ca. 11% der jünger en und rund 20% der hochaltrigen Befragten 
geben an, dass sie dann wahrscheinlich wenige r aktiv sein werden. Es kann erneut nicht 
ausgeschlossen werden, dass eine für die pe rsönliche Zukunft vermutete geringere Selb-
ständigkeit die Befragungsergebnisse zum Ange bot des Gemeinschaftshauses beeinflusst 
6%
53%11%
1%
20%
9%
52%
8%13%
15%
0%
12%
Mobilität Infrastruktur
Gesundheit/Medizin Sport
Kultur/Kirche Restaurant/Café

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
116 
hat. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind insgesamt und getrennt für Män-
ner und Frauen statistisch nicht bedeutsam. Insbesondere hochaltrige Frauen vermuten 
aber, durch dieses Angebot deutlich weniger aktiv zu sein als bisher (s. Tabelle 47). 
 
Tabelle 47. Veränderungen von Aktivitäten durch den Bau des Gemeinschaftshauses 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz
Veränderungen von Aktivitäten durch den Bau des Gemeinschaftshauses 
Gesamtgruppe  100,0 (232) 100,0 (160)   
- mehr Aktivitäten 
- weniger Aktivitäten 
- gleich viele Aktivitäten 
10,9 (21) 
10,9 (21) 
78,2 (151) 
9,1 (10) 
20,0 (22) 
70,9 (78) 
1,8 
-9,1 
7,3 
n.s. 
Männer 100,0 (117) 100,0 (71)   
- mehr Aktivitäten 
- weniger Aktivitäten 
- gleich viele Aktivitäten 
8,7 (9) 
12,5 (13) 
78,8 (82) 
6,0 (3) 
14,0 (7) 
80,0 (40) 
2,7 
-1,5 
-1,2 
n.s. 
Frauen 100,0 (115) 100,0 (89)   
- mehr Aktivitäten 
- weniger Aktivitäten 
- gleich viele Aktivitäten 
13,5 (12) 
9,0 (8) 
77,5 (69) 
11,7 (7) 
25,0 (15) 
63,3 (38) 
1,8 
-16,0 
14,2 
n.s. 
Anmerkung. Von N=89 Personen liegen ke ine Angaben vor. Die Unterschiedstestung erfolgte 
mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede = n.s. (nicht signifikant), Unter-
schiede = p < .001***; p < .01**. 
 
 
3.3.5 Zur Passung von Wohnbedürfnissen und Wohnbedingungen: "Sehr wich-
tige" und "vorhandene" Merkmale der Wohnung und des Wohnumfeldes 
Die Passung von Wohnbedürfni ssen und Wohnbedingungen ist ei n zentraler Aspekt, um 
die Übereinstimmung von Wohnbedürfnissen der Befragten mit ihren tatsächlich vorhan-
denen Wohnbedingungen abbilden zu können.  
 
Dazu werden in einem ersten Schritt deskri ptiv und getrennt voneinander die von den Be-
fragten als "sehr wichtig" bewerteten Wohnmerkmale (Wohn bedürfnisse in Wohnung und 
Stadtteil) und im Anschluss daran die al s "vorhanden" eingest uften Wohnmerkmale 
(Wohnbedingungen in Wohnung und Stadtteil) berichtet.  In einem zweiten Schritt wird 
das Ausmaß der Übereinstimmung "sehr wich tiger" und "vorhandene r" Wohnmerkmale

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
117
mit Hilfe verschiedener "Passungsindizes" ab gebildet. Dabei wird Bezug genommen auf 
die Übereinstimmung subjektiv bedeutsamer Ausschnitte der Wohnung und des Wohnum-
feldes und dem objektiven Vorhandensein di eser Aspekte zum Zeitpunkt der Untersu-
chung. Inhaltlich wird generell zwischen Grundwohnbedürfnissen und -bedingungen  
(Wohnmerkmale, die eine zentrale Voraussetz ung für die Aufrechterhaltung einer selbst-
ständigen Lebensführung dars tellen) sowie zwischen Komfortwohnbedürfnissen und  
-bedingungen sowie sozialen Wohnbedürfnissen und -bedingungen unterschieden. 
 
Wohnbedürfnisse 
Im folgenden werden aktuelle Wohnbedürfnisse der befragten Personen als Teil der erleb-
ten Wohnwirklichkeit beschrieben. Dazu ha ben die Teilnehmer insgesamt 29 einzelne 
Aspekte des Wohnens innerhalb und außerhalb der eigenen vi er Wände bewertet. Die Be-
fragten konnten ihrer jeweiligen subjektiven Bedeutsamkeit entsprechend einschätzen, ob 
die jeweiligen Aspekte für sie zum Erhebungs zeitpunkt "sehr wichtig", "weniger wichtig" 
oder "unwichtig" waren. Die Befunde zu den als "sehr wichtig" bewerteten Wohnmerkma-
len der Wohnung und des Stad tteils werden in den Tabellen  48 und 49 dargestellt. Die 
Anordnung der einzelnen Merkmal erfolgt n ach Häufigkeit der Nennungen (Gesamt) und 
beginnt mit den am häufigsten genannten Aspekten.  
 
Als "sehr wichtig" bewertete Wohnmerkmale der Wohnung  
Insgesamt zeigt sich, dass über 95% der Befr agten vor allem anregungsbezogene Aspekte 
der Wohnung (z.B. gemütlich, hell und sonnig) als sehr wichtig erachten. Zwischen 82% 
und 88% der Teilnehmer geben an, dass ihnen an  einer Wohnung die ruhige Lage mit an-
genehmer Hausgemeinschaft, eine gute Verkehrsverbindung, die Größe der Wohnung 
sowie eine Wohnung, die sich ni cht in einem Wohnblick befinde t, sehr wichtig ist. Für 
etwa 74% bis 79% der Teilnehmer ist es be deutsam, dass die Wohnung preiswert ist, ei-
nen schönen Ausblick bietet sowie mit Balkon, Terrasse oder Loggia ausgestattet ist. Zwi-
schen 52% und 60% der Befragten berichten, dass ihnen neben den eher anregungs- und 
komfortbezogenen Merkmalen (Garten, gute Pa rkmöglichkeiten und Komfortausstattung) 
auch die für die Erhaltung der Selbstständi gkeit zentralen Aspekte Erreichbarkeit der

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
118 
Wohnung ohne Treppen (ca. 60%) sowie Barrie refreiheit der Wohnung (ca. 53%) bedeut-
sam sind (s. Tabelle 487).  
 
Tabelle 48. Als "sehr wichtig" be wertete Wohnmerkmale der Wohnung 
Variable (%) 
Gesamt 65-79 
Jahre 
80-94 
Jahre 
Unterschie-
de (%) 
Stat. 
Sig. 
Als "sehr wichtig" bewertete Wohnmerkmale der Wohnung   
gemütlich 97,2 97,0 97,5 -0,5 n.s. 
hell und sonnig 94,5 93,9 95,4 -1,5 n.s. 
ruhig 88,3 88,3 88,2 0,1 n.s. 
gute Hausgemeinschaft 87,8 86,1 90,3 -4,2 n.s. 
gute Verkehrsverbindung 87,1 89,6 83,3 -6,3 n.s. 
nicht in einem Wohnblock 85,2 86,0 83,9 2,1 n.s. 
groß genug 81,8 83,3 79,5 3,8 n.s. 
preiswert 79,2 81,0 76,3 4,7 n.s. 
Balkon vorhanden 77,6 82,9 69,7 13,2 ** 
yy 
schöner Ausblick 74,0 73,5 74,7 -1,2 n.s. 
erreichbar ohne Treppen 59,9 55,0 67,1 -12,1 n.s. 
Garten vorhanden 58,8 60,9 55,6 5,3 n.s. 
gute Parkmöglichkeiten 54,5 63,8 40,5 23,3 
***
xxx
yy 
barrierefrei 53,3 51,1 56,6 -5,5 n.s. 
mit Komfort ausgestattet 52,4 60,1 41,1 19,0 ***
yy 
Bad und WC getrennt 44,1 49,6 35,7 13,9 ** 
Garage vorhanden 42,8 50,4 31,4 19,0 
***
xxx
yyy 
nicht zu groß 36,5 33,2 41,6 -8,4 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test. Keine Unterschiede = n.s. (nicht 
signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen insgesamt: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001***; p < .01**.  
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Männer: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001xxx; p < .01xx. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Frauen: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001yyy; p < .01yy. 
 
                                                 
7 In Tabelle 48 finden sich in Spalte zwei die Werte für die Gesamtgruppe, in den Spalten drei und vier die  
   Werte für die beiden Altersgruppen sowie anschließend die Differenz zwischen den Altersgruppen und  
   statistische Signifikanz.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
119
Weniger als der Hälfte der Teilnehmer (z wischen 37% und 44%) is t eine Garage, die 
Trennung von Bad und WC sowie der Aspekt, dass die Wohnung nicht zu groß ist, sehr 
wichtig. Unterschiede zwisch en den Altersgruppen finden sich kaum und betreffen vor 
allem komfortbezogene Wohnaspekte wie Balkon und Garage sowie Parkmöglichkeiten 
(s. Tabelle 48).  
 
Als "sehr wichtig" bewertete Wohnmerkmale des Stadtteils  
Hinsichtlich der Wohnmerkmale des Stadtteils  zeigt sich, dass 90-98 % der Befragten die 
Sicherheit im Wohngebiet, eine gute me dizinische Versorgung, saubere Umweltbedin-
gungen sowie eine ruhige Wohnlage als hoch bedeutsam erachten (s. Tabelle 498). 
 
Tabelle 49. Als "sehr wichtig" bewertete Wohnmerkmale im Stadtteil 
Variable (%) 
Gesamt 65-79 
Jahre 
80-94 
Jahre 
Unterschie-
de (%) 
Stat. 
Sig. 
Als "sehr wichtig" bewertete Wohnmerkmale im Stadtteil   
sichere Gegend 97,6 96,9 98,7 -1,8 n.s. 
medizinische Versorgung 96,3 95,6 97,4 -1,8 n.s. 
saubere Umweltbedingungen 95,7 96,0 95,3 0,7 n.s. 
ruhige Wohnlage 90,2 89,4 91,5 -2,1 n.s. 
Verkehrsbedingungen 89,7 92,4 85,7 6,7 n.s. 
nachbarschaftlicher Kontakt 85,9 87,6 83,4 4,2 n.s. 
Einrichtungen in der Nähe 83,5 83,0 84,4 -1,4 n.s. 
Freunde und Verwandte nah 69,3 68,4 70,6 -2,2 n.s. 
im Grünen wohnen 61,9 63,6 59,5 4,1 n.s. 
kulturelle Angebote nah 33,7 40,8 23,2 17,6 
*** 
xx 
yy 
dass etwas los ist 6,4 7,1 5,4 1,7 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test. Keine Unterschiede = n.s. (nicht 
signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen insgesamt: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001***; p < .01**.  
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Männer: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001xxx; p < .01xx. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Frauen: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001yyy; p < .01yy. 
                                                 
8 In Tabelle 49 finden sich in Spalte zwei die Werte für die Gesamtgruppe, in den Spalten drei und vier die  
   Werte für die beiden Altersgruppen sowie anschließend die Differenz zwischen den Altersgruppen und  
   statistische Signifikanz.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
120 
Gute Verkehrsbedingungen und eine angenehm e Nachbarschaft sowie Einrichtungen in 
der Nähe sind für 84% bis 90% der Befragten sehr wichtig. Freunde und Verwandte in der 
Nähe zu haben und im Grünen zu wohnen eracht en etwa zwei Drittel der Befragten als 
bedeutsam (62% bis 69%). Kulturelle Angebote in der Nähe zu haben ist lediglich einem 
Drittel der Teilnehmer, insbesondere den 65-79jährigen, sehr wichtig. Das etwas los ist im 
Stadtteil scheint für die Befragten insgesamt kaum bedeutsam zu sein (ca. 6%). Unter-
schiede zwischen den Altersgruppen finden sich  nur hinsichtlich de s Merkmals kulturelle 
Angebote nah. In bezug auf die als sehr wichtig erachteten Wohnmerkmale im Stadtteil 
fällt auf, dass Aspekte, die die Aufrechterhaltung einer selbstständigen Lebensführung 
unterstützen (medizinische Versorgung, Vorhandensein von Einrichtungen) mit 96% bzw. 
84% der Nennungen häufiger als sehr wichtig erachtet werden als bei den wohnungsbezo-
genen Wohnmerkmalen (s. Tabelle 49).  
 
Wohnbedingungen 
Im folgenden finden sich die Ergebnisse zu den als "zutreffend" bewerteten Wohnmerk-
malen der Wohnung und des Stadtt eils. Diese werden mit Bez ug zu den eben geschilder-
ten Befunden zu Wohnbedürfnissen berichtet (s. Tabellen 50 und 51).  
 
Insgesamt zeigt sich ein hohes Maß an Üb ereinstimmung zwischen wohnungs- und stadt-
teilbezogenen Wohnbedürfnissen und Wohnbedi ngungen. Da Unterschiede zwischen den 
Altersgruppen insgesamt eher selten zu finden sind und wenn, nur hinsichtlich komfortbe-
zogener Aspekte, aufscheinen, die nicht unbedi ngt zur Aufrechterhaltung einer selbststän-
digen Lebensführung notwendig sind, kann insg esamt von einer annähernd gleichen Ein-
schätzung jüngerer und hochaltriger Befrag te im Hinblick auf Wohnbedürfnisse und 
Wohnbedingungen ausgegangen werden. Rein deskri ptiv finden sich allerdings Differen-
zen, auf die im Folgenden näher eingegangen wird. 
 
Dabei werden lediglich die Unterschiedstendenzen in den Blick genommen (keine statisti-
sche Testung), die auf einen ungedeckten Be darf schließen lassen (Wohnmerkmal wird 
häufig als "sehr wichtig" erachtet, aber verg leichsweise weniger häufig als "zutreffend" 
bewertet). Diese Entwicklung zeigt sich au sgeprägt insgesamt für 6 Wohnmerkmale 
(Wohnung
: ohne Treppen erreichbar, barrierefrei; Stadtteil: medizinische Versorgung nah, 
Einrichtungen nah, ruhige Wohnlage, saubere Umweltbedingungen). Vier dieser Merkma-
le können den für eine selbstständige Lebe nsführung zentralen Aspekten zugeordnet wer-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
121
den, wobei zwei eher personbezogenen (e igene Wohnung) und zwei eher umweltbezoge-
nen (Stadtteil) Interventionsbedarf nahe le gen. Hinsichtlich der Differenz zwischen 
Wunsch und Wirklichkeit beim Merkmal ruhige  Wohnlage sei an dieser Stelle auf den 
immer wieder erwähnten "Fluglärm" verwiese n. Dieser wird als immense ruhestörende 
Belastung erlebt, sowohl tagsüber als auch nachts (s. Tabellen 50 und 51). 
 
Tabelle 50. Als "zutreffend" bewertete Wohnmerkmale der Wohnung 
Variable (%) Gesamt 65-79 
Jahre 
80-94 
Jahre 
Unterschie-
de (%) 
Stat. 
Sig. 
Als "zutreffend" bewertete Wohnmerkmale der Wohnung   
gemütlich 99,2 99,6 98,7 0,9 n.s. 
groß genug 99,2 98,7 100,0 -1,3 n.s. 
hell und sonnig 95,5 93,4 98,7 -5,3 n.s. 
gute Verkehrsverbindung 91,6 93,4 89,0 -4,4 n.s. 
Balkon vorhanden 85,8 92,5 75,7 16,8 
*** 
xx 
yyy 
gute Parkmöglichkeiten 84,5 89,7 76,7 13,0 *** 
gute Hausgemeinschaft 84,1 81,9 87,2 -5,3 n.s. 
ruhig 83,6 78,0 92,2 -14,2 *** 
xx 
preiswert 82,4 80,0 86,2 -6,2 n.s. 
nicht zu groß 81,9 79,6 85,1 -5,5 n.s. 
Garten vorhanden 78,4 81,0 74,7 6,3 n.s. 
schöner Ausblick 77,5 78,1 76,5 1,6 n.s. 
nicht in einem Wohnblock 77,2 75,4 79,9 -4,5 n.s. 
Garage vorhanden 70,7 74,2 65,4 8,8 n.s. 
mit Komfort ausgestattet 66,4 78,2 49,4 28,8 
*** 
xxx 
yyy 
Bad und WC getrennt 
46,7 51,8 39,2 12,6 n.s. 
erreichbar ohne Treppen 38,2 35,8 41,7 -5,9 n.s. 
barrierefrei 25,8 22,7 30,5 -7,8 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test. Keine Unterschiede = n.s. (nicht 
signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen insgesamt: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001***; p < .01**.  
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Männer: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001xxx; p < .01xx. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Frauen: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001yyy; p < .01yy.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
122 
Tabelle 51. Als "zutreffend" bewert ete Wohnmerkmale im Stadtteil 
Variable (%) Gesamt 65-79 
Jahre 
80-94 
Jahre 
Unter-
schiede 
(%) 
Stat. 
Sig. 
Als "zutreffend" bewertete Wohnmerkmale im Stadtteil   
nachbarschaftlicher Kontakt 92,3 92,9 91,4 1,5 n.s. 
sichere Gegend 91,5 89,9 93,9 -4,0 n.s. 
Verkehrsbedingungen 91,4 94,2 87,3 6,9 n.s. 
medizinische Versorgung 83,8 83,6 84,1 -0,5 n.s. 
saubere Umweltbedingungen 78,2 73,6 84,8 -11,2 n.s. 
xxx 
ruhige Wohnlage 75,5 71,1 82,1 -11,0 n.s. 
Einrichtungen in der Nähe 74,1 76,8 69,9 6,9 n.s. 
Freunde und Verwandte nah 72,6 71,6 74,2 -2,6 n.s. 
im Grünen wohnen 69,7 69,1 70,7 -1,6 n.s. 
kulturelle Angebote nah 37,7 40,7 33,1 7,6 n.s. 
dass etwas los ist 9,2 9,5 8,8 0,7 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test. Keine Unterschiede = n.s. (nicht 
signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen insgesamt: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001***; p < .01**.  
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Männer: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001xxx; p < .01xx. 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen Frauen: n.s. (nicht signifikant),  
Unterschiede = p < .001yyy; p < .01yy. 
 
Passung von Wohnbedürfnissen und Wohnbedingungen 
Um einen Vergleich von Wohnbedürfnissen und -bedingungen nicht nur anhand der Ein-
zelmerkmale aufzeigen zu können, wurden drei Übereinstimmungs-Indizes oder Person-
Umwelt-Passungs-Indizes gebildet, in denen 27 der soeben abgehandelten Wohnmerkmale 
("sehr wichtig" und "zutreffend") gegenübergestellt wurden.  
 
Jeder Index ist ein I ndikator für die Passung zwischen subjektiv bedeutsamen Ausschnit-
ten der Wohnung und des Wohnumfeldes einers eits und dem objektiven Vorhandensein 
derselben Aspekte zum Zeitpunkt der Unters uchung andererseits. Die Entscheidung über 
die Passung (ja/nein) wurde für jedes der 27 Einzelmerkmale getrennt getroffen, die dann 
zu drei inhaltlichen Summenscores zusamme ngefasst wurden. Jeder I ndex stellt dabei die 
relative Häufigkeit dar (0-1), die sich au s einer unterschiedlichen Anzahl von Einzel-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
123
merkmalen zusammensetzt und wiederspiege lt, ob die jeweiligen Wohnbedürfnissen und 
Wohnbedingungen übereinstimmen, oder nicht (Hieber, Oswald, Wahl & Mollenkopf, 
2005; Oswald, Hieber, Wahl & Mollenkopf, 2005). Es soll an dieser Stelle ausdrücklich 
darauf hingewiesen werden, dass die hier vorgestellte Methode zur Bildung von Passungs-
indizes nur eine Möglichke it darstellt, Aussagen zur Übereinstimmung von Wohnbedürf-
nissen und Wohnbedingungen zu machen. Dies betr ifft sowohl die Auswahl der berück-
sichtigten Wohnmerkmale als auch den zugrundeliegen den Berechnungsalgorhythmus. 
Dennoch erlauben die vorgeschlagenen Indizes unseres Erachtens eine komplexere Aus-
sage zur Wohnwirklichkeit Älterer, als die Berücksichtigung vorhandener Wohnmerkmale 
oder Wohnwünsche allein.  
 
Für jedes einzelne Wohnmerkmal ergeben sich  theoretisch vier Möglichkeiten der Pas-
sung bzw. Fehlpassung von Wohnbedürfnissen und Wohnbedingungen (s. Tabelle 52).  
 
Tabelle 52. Möglichkeiten der Passu ng von Wohnbedürfnissen und Wohnbedingungen 
Wohnmerkmal Bedeutsam Nicht bedeutsam 
Vorhanden Person-Umwelt-Passung 
(positiv) 
Weder Person-Umwelt-Passung
noch Fehlpassung 
Nicht vorhanden Person-Umwelt-Fehlpassung 
aufgrund fehlender Ressourcen 
Person-Umwelt-Passung 
(negativ) 
Anmerkung. Person-Umwelt-Passung im Projekt "Selbs tbestimmt Älterwerden in Arheilgen", 
Erläuterungen im Text. 
 
Da unser Ziel die Darstellung der positiv en Übereinstimmung von Wohnbedürfnissen und 
Wohnbedingungen war, entschieden wir uns dafü r, ausschließlich dann von einer vorhan-
denen Person-Umwelt-Passung zu sprechen, wenn ein Wohnmerkmal sowohl als bedeut-
sam eingeschätzt wurde, als auch vorhanden war. Bei der Bildung der drei Passungsindi-
zes wurde die Unterscheidung inner- und außerhäuslicher Wohnmerkmale aufgegeben und 
einen andere inhaltliche Differenzierung vorgenommen. Dabei handelt es sich um die Un-
terscheidung von sogenannten  (1) räumlichen Grundwohnbedür fnissen vs. -bedingungen, 
(2) räumlichen Komfortwohnbedürfnissen vs . -bedingungen und (3) sozialen Wohnbe-
dürfnissen vs. -bedingungen.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
124 
(1) Der Index zur Übereinstimmung räumlicher Grundwohnbedürfnisse und -bedingungen 
("Basic") bezieht sich auf die Aufrechterhaltung  und Unterstützung einer selbständigen 
Lebensführung im Alter. Er umfasst die folgenden 7 Merkmale: 
• Wohnung ist nicht zu groß, 
• Wohnung ist preiswert, 
• Wohnung ist barrierefrei, 
• Wohnung ist erreichbar ohne Treppen, 
• gute Verkehrsanbindung der Wohnung, 
• gute Verkehrsbedingungen im Stadtteil, 
• medizinische Versorgung in der Nähe im Stadtteil vorhanden / erwünscht, 
 
(2) Der Index zur Übereinstimmung räumlic her Komfortwohnbedürfnisse und  
-bedingungen ("Komfort") bezieht sich auf die Anregungsfunktion des Wohnens, auf die 
positive Beeinflussung der Lebensqualität und die Verwirklichung von Wohnwünschen im 
Alter. Er umfasst die folgenden 17 Merkmale:  
• Wohnung ist groß genug, 
• Wohnung ist mit Komfort ausgestattet, 
• Wohnung ist gemütlich, 
• Wohnung ist hell und sonnig, 
• Wohnung ist ruhig, 
• Bad und WC sind getrennt, 
• Balkon ist vorhanden / erwünscht, 
• Garage ist vorhanden / erwünscht, 
• Garten ist vorhanden / erwünscht, 
• Wohnung hat schönen Ausblick, 
• Wohnung liegt nicht in einem Wohnblock, 
• gute Parkmöglichkeiten vorhanden / erwünscht, 
• saubere Umweltbedingungen im Stadtteil vorhanden / erwünscht, 
• sichere Gegend im Stadtteil, 
• ruhige Wohnlage im Stadtteil, 
• im Grünen wohnen im Stadtteil, 
• dass etwas los ist im Stadtteil. 
 
(3) Der Index zur Übereinstimmung sozialer Wohnbedürfnissen und –bedingungen ("Sozi-
al") bezieht sich auf soziale Beziehungen im näheren und weiteren Wohnumfeld im Alter. 
Er umfasst die folgenden 3 Merkmale: 
• gute Hausgemeinschaft vorhanden / erwünscht, 
• guter nachbarschaftlicher Kontakt im Stadtteil vorhanden / erwünscht, 
• Freunde und Verwandte in der Nähe.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
125
Die unterschiedliche Anzahl von Einzelmerk malen, die der Bildung der Indizes zugrunde 
liegen, wurde berücksichtigt, indem standard isierte Passungswerte berechnet wurden. Es 
spielt daher im weiteren keine Rolle mehr , ob in einen Passungsindex 3 oder 17 Einzel-
merkmale eingehen. Die im Folgenden berich teten Indizes haben jeweils die Ausprägung 
von 0 = "vollständige Fehlpassung" bis 1 = "vollständige Passung". Dargestellt werden die 
drei genannten Indizes getrennt nach Altersgruppen und Geschlecht. 
 
Indizes der Passung räumlicher Grundwohnbedürfnisse vs. -bedingungen, Komfortwohn-
bedürfnisse vs. -bedingungen, sozialer Wohnbedürfnisse vs. -bedingungen  
Die hohe Übereinstimmung von Wohnbedürfni ssen und -bedingungen, die bei der Be-
trachtung der Einzelmerkmale deut lich wurde, findet sich auch in den Indizes wieder und 
zwar für die drei Bereiche gl eichermaßen. Dabei zeigt sich re in deskriptiv, dass die Über-
einstimmung sozialer Wohnbe dürfnisse und -bedingungen vergleichsweise ausgeprägter 
zu sein scheint als die Übereinstimm ung von Grund- und Komfortwohnbedürfnissen und  
-bedingungen. Auffällig ist auch, dass die Passung von Grundwohnbedürfnissen und  
-bedingungen vergleichsweise am  geringsten ist (keine stat istische Testung). Die Unter-
schiede zwischen den Altersgruppen sind statis tisch nicht signifikant. Als mögliche Grün-
de für die tendenziell unters chiedliche Ausprägung der einzelnen Passungsindizes können 
verschiedene Aspekte angeführt werden. Zum einen ist die soziale Einbindung der Befrag-
ten in Arheilgen sowohl objek tiv als auch subjektiv als außerordentlich hoch einzuschät-
zen (siehe auch Abschnitt 3.4, Befunde zur so zialen Umwelt). Die Übereinstimmung von 
Komfortwohnbedürfnissen und -bedingungen spie gelt die Befunde zum Wohnen wider, 
die einen hohen Wohnstandard der Befragte n belegen (siehe oben: Größe der Wohnung, 
Anzahl der Wohnräume, kaum Substandar d, hohes Maß an Übereinstimmung von Wohn-
bedürfnissen und -bedingungen auf Einzelitemeb ene). Der vergleichsweise geringeren 
Übereinstimmung von Grundwohnbedürfnissen und -bedingungen liegen vermutlich die 
im Rahmen der Beschreibung der Einzelmerkma le identifizierten Differenzen zugrunde 
(Wohnung barrierefrei, ohne Treppen erreichbar; Einrichtungen und medizinische Versor-
gung nah), die sich für Komfort- und sozi ale Wohnbedürfnisse und -bedingungen nicht 
gleichermaßen zeigen (s. Abbildung 17).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
126 
Abbildung 17. Indizes der Passung von Wohnbedü rfnissen und -bedingungen (Vergleich 
von zwei Altersgruppen) 
 
 
Anmerkung. Standardisierter Passungsindex von 0-1,  höhere Werte entsprechen besserer Pas-
sung. Unterschiedstestung erfolgte mittels Varianzanalyse (ANOVA).  
Haupteffekte: Altersgruppe:  F = 0.8, 3.8, 0.6,  n.s.; Geschlecht: F = 0.1, 1.5, 0.7 n.s.;  
Interaktion:  F = 0.4, 1.9, 0.2 n.s. 
 
Vergleicht man darüber hinaus die Pa ssung von Wohnbedürfnissen und -bedingungen für 
die in Fünf-Jahres-Schritten differenzierten Altersgruppen zeigt sich, dass die Überein-
stimmung von Grundwohnbedürfnissen und -bedingungen sowie sozialen Wohnbedürfnis-
sen und -bedingungen, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau, keine Altersunterschiede 
aufweist, während sich für die Passung von Komfortwohnbedürfnissen und -bedingungen 
ein Rückgang insbesondere für die über 80jährigen Befragten zeigt (s. Abbildung 18).  
 
 
 
 
0
0,5
1
65-79 80-94
Basic
Komfort
Sozial
Jahre
0
0,5
1
65-79 80-94
Basic
Komfort
Sozial
Jahre

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
127
Abbildung 18. Indizes der Passung von Wohnbedü rfnissen und -bedingungen (Vergleich 
von sechs Altersgruppen) 
 
Anmerkung. Standardisierter Passungsindex von 0-1,  höhere Werte entsprechen besserer Pas-
sung. Unterschiedstestung erfolgte mittels Varianzanalyse (ANOVA).  
Haupteffekte: Altersgruppe:  F = 0,6 n.s., 3.0 (*), 0.5 n.s.; Geschlecht:  F = 0.1, 1.5, 0.7 n.s.;  
Interaktion:  F = 1.6, 1.5, 0.8 n.s. 
 
3.3.6 Zusammenfassung 
Die räumliche Umwelt, vor allem das Thema Wohnen, stellt einen zentralen Teil der Be-
fragung in Arheilgen dar, wobei zwischen objektiven und subjek tiven Wohnmerkmalen 
sowie der Übereinstimmung dieser Parameter unt erschieden wird. Hinsichtlich objektiver 
Wohnmerkmale finden wir in Arheilgen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt einen ho-
hen Anteil älterer Menschen, die im Wohneig entum leben (über 50% der Befragten). Die 
Wohnfläche sowie die Anzahl de r Wohnräume für Mieter und Ei gentümer entspricht dem 
Bundesdurchschnitt, wobei Mietern (erwar tungsgemäß) weniger Wohnfläche und -räume 
zur Verfügung stehen als Eigentümern. Die Kombination aus bekannter hoher Verblei-
benstendenz und langer Wohndauer in dersel ben Wohnung führt zu einer schlechteren 
Ausstattung der hochaltrigen Befragte n, wobei der Anteil von Substandardwohnungen 
insgesamt verschwindend gering ist. Die befragten älteren Menschen leben im Durch-
schnitt seit ca. 57 Jahren in Darmstadt, seit  ca. 47 Jahren in Arheilgen und seit etwa 37 
Jahren in ihrer derzeitigen Wohnung. Einen indirekten Hinweis auf die Barrierefreiheit der 
0
0,5
1
65-69 70-74 75-79 80-84 85-89 90-94
Basic
Komfort
Sozial
Jahre
0
0,5
1
65-69 70-74 75-79 80-84 85-89 90-94
Basic
Komfort
Sozial
Jahre

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
128 
Wohnsituation liefert der hohe Anteil von Mietern im 1. OG und höher sowie von Eigen-
tümern, deren Wohnfläche über mehrere Stockwer ke verteilt ist. Gleichzeitig berichten 
nur wenige der Befragten übe r einen Aufzug, von dem sicher viele der älteren Menschen 
profitieren könnten. Ältere Befragte in Arheilgen informieren sich, ähnlich wie in anderen 
Regionen, regelmäßig über Printmedien (Sta dtteilzeitung, Tageszeitung), Radio und ins-
besondere über das Fernsehen.  
 
Die Daten zur außerhäuslichen Mobilität zeig en ein noch offenes Nutzungspotential hin-
sichtlich der aktiven Verkehrsmittelnutzung (ÖPNV, PKW, Fahrrad), insbesondere im 
sehr hohen Alter. Speziell im Hinblick auf die PKW-Nutzung zeigen sich für Frauen und 
Männer derzeit noch unterschied liche Muster (geringere ak tive Nutzung bei hochaltrigen 
Frauen), wobei von einer Angleichung in de n kommenden Jahren ausgegangen werden 
kann. Sowohl die Probleme bei der zu-Fuß-Erre ichbarkeit von Einrichtungen als auch die 
offene Nennung genutzter und noch fehlender Ange bote im Stadtteil zeigt Defizite in den 
Bereichen Infrastruktur, Kultur und Gesundheit. Dabei handelt es sich vor allem um Wün-
sche in bezug auf alltagsnahe  und für eine selbstständige  Lebensführung notwendige An-
gebote wie z.B. nahräumlich verfügbare Ve rsorgungseinrichtungen (z.B. Bäcker, Lebens-
mittelgeschäft, Bank, Post, Arzt, Restaurants,  Kirche). Vergleichbare Muster der genutz-
ten und fehlenden Einrichtungen lassen anderers eits auf keine grundsätzlichen Versor-
gungsprobleme schließen. Im Hinblick auf die subjektiven Wohnindikatoren zeigt sich 
eine durchschnittlich vergleichsweise hohe Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtun-
gen im Stadtteil bei einer vergleichsweise ni edrigen erlebten Stad tteilverbundenheit. Was 
den Anregungsaspekt der Wohnumgebung betrifft , berichtet ca. ein Drittel der Befragten, 
einen Lieblingsplatz im Stadtteil zu habe n, der von der überwiegenden Mehrzahl der Be-
fragten auch als erreichbar beschrieben wird.  
 
In einer Zusammenführung objektiv vorhande ner und subjektiv bede utsamer Wohnmerk-
male der Wohnung und des Stadtteils  zeigen sich rein deskrip tiv eher hohe Übereinstim-
mungswerte. Im Detail findet man aber durchau s ungedeckte Bedarfe, das heißt, vorhan-
dene, aber nicht erfüllte Wohnwünsche, vor al lem im Bereich der für eine selbstständige 
Lebensführung notwendigen Grundwohnmerkmale, und zwar in allen Altersgruppen. Die-
se Befunde stimmen weitgehend mit den offe n geäußerten Wohndefiziten überein. Im Be-
reich der Komfortwohnmerkmale wurde ein Rückgang der Übereinstimmung von Wohn-
wunsch und Wohnwirklichkeit mit dem Alter festgesellt.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
129
3.4 Aspekte der sozialen Umwelt 
Soziale Beziehungen sind eine wichtige Ressource älterer Menschen, die Bedürfnisse nach 
Austausch, Teilhabe und Intergenerativität befr iedigen, aber auch eine Funktion im Sinne 
von Hilfe und Unterstützung erfüllen können. In der vorliegenden Befragung wird zwi-
schen objektiven und subjektiven Aspekten der sozialen Umwelt differenziert.  
 
3.4.1 Objektive Aspekte de r sozialen Umwelt 
Im Folgenden finden sich Informationen zu den objektiven Aspekten der sozialen Um-
welt, die als Kontakthäufigkeit mit wichtigen Personen in letzter Zeit (persönlich und tele-
fonisch), Kontakt zu Kindern und Jugendlichen in Arheilgen sowie als Bürgerschaftliches 
Engagement erfragt worden sind.  
 
Persönlicher Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit 
Insgesamt geben jeweils etwas mehr als die Hä lfte sowohl der 65-79jährigen als auch der 
80-94jährigen Befragten (59% bzw. 57%) an, dass sie in letz ter Zeit ein bis sechs Mal pro 
Woche Kontakt zu für sie wichtigen Persone n gepflegt haben. Jeweils etwa 40% bzw. 
41% der jüngeren und hochaltri gen Befragten berichten von täglichen Kontakten. Teil-
nehmer, die überhaupt keinen Kontakt zu Pe rsonen haben, die ihnen wichtig sind, bilden 
in beiden Altersgruppen eher die Ausnahme. Lediglich 1% der 65-79jährigen und rund 2% 
der 80-94jährigen geben an, ke inen Kontakt zu wichtigen Personen zu haben. Die Unter-
schiede zwischen den Altersgruppen sind statistis ch nicht signifikant. Rein deskriptiv las-
sen die Zahlen zum einen erkennen, dass hocha ltrige Personen im Vergleich zu jüngeren 
tendenziell seltener Kontakt zu wichtigen Pers onen berichten. Zum anderen wird im Ver-
gleich der hochaltrigen Männer und Frauen de utlich, dass etwa zwei  Drittel der Männer, 
aber nur knapp die Hälfte der Frauen einen Kontakt von zweimal pro Woche oder häufiger 
angeben (keine statistische Testung). Ein entgeg engesetztes Verhältnis zeigt sich für den 
täglichen bzw. häufigeren Kontakt. Hier berichtet knapp die Hälfte der hochaltrigen Frau-
en täglich oder häufiger Kontakt zu ihnen wichtigen Personen zu haben (49%), was ledig-
lich auf weniger als ein Drittel der hochaltrigen Männer zutrifft (31%) (s. Tabelle 53).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
130 
Tabelle 53. Persönlicher Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Persönlicher Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit  
Gesamtgruppe  100,0% (232) 100,0% (160)   
- überhaupt nicht 
- 1 Mal pro Woche 
- 2-6 Mal pro Woche 
- täglich oder häufiger 
0,9 (2) 
20,1 (46) 
38,4 (88) 
40,6 (93) 
2,0 (3) 
27,2 (41) 
29,8 (45) 
41,0 (62) 
-1,1 
-7,1 
8,6 
-0,4 
n.s. 
Männer 100,0% (117) 100,0% (71)   
- überhaupt nicht 
- 1 Mal pro Woche 
- 2-6 Mal pro Woche 
- täglich oder häufiger 
0,9 (1) 
20,9 (24) 
39,1 (45) 
39,1 (45) 
2,9 (2) 
35,3 (24) 
30,9 (21) 
30,9 (21) 
-2,1 
-14,4 
8,2 
8,2 
n.s. 
Frauen 100,0% (115) 100,0% (89)   
- überhaupt nicht 
- 1 Mal pro Woche 
- 2-6 Mal pro Woche 
- täglich oder häufiger 
0,9 (1) 
19,3 (22) 
37,7 (43) 
42,1 (48) 
1,2 (1) 
20,5 (17) 
28,9 (24) 
49,4 (41) 
-0,3 
-1,2 
8,8 
-7,3 
n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede  
= n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Telefonischer Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit 
Im Hinblick auf den Telefonkontakt mit wichtigen  Personen in letzter Zeit zeigt sich ins-
gesamt, dass die 65-79jährigen häufiger als die 80-94jährigen (79 vs. 63%) über wöchent-
liche Telefonkontakte berichten. Hochaltrige halten den telefonischen Kontakt im Ver-
gleich zu den 65-79jährigen dagegen häufiger  entweder gar nicht oder mindestens einmal 
täglich aufrecht. Einen täglich oder häufiger  stattfindenden Telefonkontakt berichten etwa 
29% der hochaltrigen, aber nur  rund 19% der jüngeren Befra gten. Die Unterschiede zwi-
schen den Altersgruppen sind nur in der Gesa mtgruppe statistisch signifikant. Rein de-
skriptiv zeigt sich, dass dies er Altersunterschied insbesonde re auf Differenzen innerhalb 
der Gruppe der Frauen zurückzuführen ist. Was die Unterschiede zwischen Männern und 
Frauen betrifft (keine statistische Testung) , so zeigt sich, dass jüngere und hochaltrige 
Männer nur jeweils zu etwa 17% einen täg lichen oder häufiger stattfindender Telefonkon-
takt berichten, während dies auf rund 22% der jüngeren und sogar auf über ein Drittel der 
hochaltrigen Frauen (ca. 38%) zutrifft (s. Tabelle 54).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
131
Tabelle 54. Telefonischer Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Telefonischer Kontakt zu wichtigen Personen in letzter Zeit  
Gesamtgruppe  100,0% (232) 100,0% (160)   
- überhaupt nicht 
- 1 Mal pro Woche 
- 2-6 Mal pro Woche 
- täglich oder häufiger 
2,2 (5) 
36,5 (84) 
42,2 (97) 
19,1 (44) 
8,6 (13) 
31,8 (48) 
31,1 (47) 
28,5 (43) 
-6,4 
4,7 
11,1 
-9,4 
** 
Männer 100,0% (117) 100,0% (71)   
- überhaupt nicht 
- 1 Mal pro Woche 
- 2-6 Mal pro Woche 
- täglich oder häufiger 
2,6 (3) 
36,5 (42) 
44,4 (51) 
16,5 (19) 
10,6 (7) 
37,9 (25) 
34,8 (23) 
16,7 (11) 
-8 
-1,4 
9,6 
-0,2 
n.s. 
Frauen 100,0% (115) 100,0% (89)   
- überhaupt nicht 
- 1 Mal pro Woche 
- 2-6 Mal pro Woche 
- täglich oder häufiger 
1,7 (2) 
36,5 (42) 
40,0 (46) 
21,8 (25) 
7,1 (6) 
27,1 (23) 
28,2 (24) 
37,7 (32) 
-5,4 
9,4 
11,8 
-15,9 
n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede  
= n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Kontakt zu Kindern und Jugendlichen außerhalb der Familie in Arheilgen 
Gemeinsam im selben Stadtteil zu leben, heißt nicht unbedingt auch, Kontakt zu haben. So 
weiß man über den intergenerationellen Austau sch innerhalb der regionalen Struktur noch 
relativ wenig. Insgesamt geben knapp 30% de r 65-79jährigen und lediglich ca. 17% der 
80-94jährigen Befragten an, Kontakt zu Kindern und Jugendlichen in Arheilgen außerhalb 
der Familie zu haben. Dieser Unterschied zwischen den Altersgruppen ist statistisch signi-
fikant. Betrachtet man die Angaben der männ lichen bzw. weiblichen Teilnehmer getrennt, 
findet sich eine ähnliche, wenn auch statistisch nicht bedeutsame Tendenz. Rein deskriptiv 
zeigt sich, dass die hochaltrige n Befragten (insbesondere di e hochaltrigen Frauen) insge-
samt vergleichsweise seltener Kontakt zu Kindern und Jugendlichen außerhalb der Fami-
lie berichten als die jüngeren Befragten, was vielerlei Gründe haben kann (s. Tabelle 55).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
132 
Tabelle 55. Kontakte zu Kindern und Jugendl ichen außerhalb der Familie in Arheilgen 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Kontakte zu Kindern und Jugendlichen außerhalb der Familie in 
Arheilgen (ja/nein)  
Gesamtgruppe  100,0% (232) 100,0% (160)   
- ja 30,3 (67) 17,3 (27) 13,0 ** 
Männer 100,0% (117) 100,0% (71)   
- ja 33,3 (37) 20,3 (14) 13,0 n.s. 
Frauen 100,0% (115) 100,0% (89)   
- ja 27,3 (30) 14,9 (13) 12,4 n.s. 
Wunsch nach Kontakt zu Kindern und Jugendlichen außerhalb der 
Familie in Arheilgena (ja/nein)  
Gesamtgruppe  100,0% (154) 100,0% (129)   
- ja 19,2 (29) 12,4 (15) 6,8 n.s. 
Männer 100,0% (74) 100,0% (55)   
- ja 21,9 (16) 16,0 (8) 5,9 n.s. 
Frauen 100,0% (80) 100,0% (74)   
- ja 16,7 (13) 9,9 (7) 6,8 n.s. 
Anmerkung. a Personen, die angeben, (noch) keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen  
  außerhalb ihrer Familie in Arheilgen zu haben. 
  Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ
2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede  
  = n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
 
Allerdings verweisen die Ergebnisse zur Frage nach erwünschten außerfamilialen Kontak-
ten zu Kindern und Jugendlichen darauf, dass die befragten Männer und Frauen gar nicht 
unbedingt mehr Kontakte anst reben; Dies bejahen nur et wa 19% der 65-79jährigen und 
nur ca. 12% der 80-94jährigen Befragten. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen 
sind insgesamt sowie getrennt nach Männern und Frauen statistisch nicht bedeutsam. Rein 
deskriptiv zeigt sich wiederum , dass nicht nur der Kontakt, sondern auch der Wunsch da-
nach von den hochaltrigen Frauen vergleichsweis e seltener geäußert wird (keine statisti-
sche Testung) (s. Tabelle 55). 
 
Bürgerschaftliches Engagement 
Bürgerschaftliches Engagement ist ein wich tiger Aspekt der Teilhabe älterer Menschen 
am gesellschaftlichen Leben, verbunden mit Aktivität und Lebensfreude sowie dem Ge-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
133
fühl, (noch) etwas für sich und andere/ mit anderen zu tun. Auch wenn die gesellschaftli-
che Teilhabe, zu der auch das ehrenamtlic he Engagement zählt, im höheren Alter ver-
gleichsweise seltener anzutreffen ist, bedeutet  dies nicht zwangsläufig ein Ende der Teil-
habechancen für hochaltrige Menschen (Naumann, 2006).  
 
Die Befunde zeigen erwartungsgemäß, dass r und ein Viertel der 65-79jährigen (24%), 
aber nur noch ca. 5% der 80-94jährigen ange ben, ein Ehrenamt auszuüben, gleichermaßen 
für Männer und Frauen. Die Unterschiede zw ischen den Altersgruppen insgesamt sowie 
getrennt nach Männern und Frau en sind als signifikant zu be werten. Personen, die ange-
ben, ein Ehrenamt auszuüben, tun dies mehrheitlich im Stadtteil Arheilgen (s. Tabelle 56).  
 
Tabelle 56. Ehrenamt ausgeübt, Ehrenamt in Arheilgen ausgeübt 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Ehrenamt ausgeübt (ja/nein)    
Gesamtgruppe  100,0% (232) 100,0% (160)   
- ja 23,5 (53) 5,2 (8) 18,3 *** 
Männer 100,0% (117) 100,0% (71)   
- ja 25,2 (29) 6,0 (4) 19,2 *** 
Frauen 100,0% (115) 100,0% (89)   
- ja 21,6 (24) 4,6 (4) 17,0 *** 
Ehrenamt in Arheilgen ausgeübta (ja/nein)   
Gesamtgruppe  100,0% (53) 100,0% (8)   
- ja 67,9 (36) 87,5 (7) -19,6 n.s. 
Männer 100,0% (29) 100,0% (4)   
- ja 65,5 (19) 75,0 (3) -9,5 n.s. 
Frauen 100,0% (24) 100,0% (4)   
- ja 70,8 (17) 100,0 (4) -29,2 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test. Keine Unterschiede 
= n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < .01**. 
  a Personen, die angeben, ein Ehrenamt zu haben.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
134 
3.4.2 Subjektive Aspekte der sozialen Umwelt 
Untersuchungen zu sozialen Beziehungen haben mehrfach bestätigt, dass nicht allein An-
zahl und Häufigkeit sozialer Kontakte, sonde rn vor allem deren subjektive Bewertung 
einen Einfluss auf das Gefühl des "Eingebund enseins" haben (Wagner et al., 1996). Im 
Folgenden finden sich Informationen zu den subjektiven Aspekten der sozialen Umwelt, 
die in der vorliegenden Befra gung als Fragen nach der Häufigkeit und Erwünschtheit so-
zialer Kontakte, nach dem Vorhandensein einer Vertrauensperson sowie nach Einsam-
keitsgefühlen gestellt wurden. 
 
Kontaktwünsche 
Die Mehrheit der Befragten, nämlich rund 74% der 65-79jährigen und ca. 68% der 80-
94jährigen Befragten berichtet, die Menschen , die ihnen wichtig sind, so oft sehen zu 
können wie sie wollen. Die Unterschiede zwis chen den Altersgruppen insgesamt und ge-
trennt für Männer und Frauen sind statistisch nicht signifikant (s. Tabelle 57).  
 
Tabelle 57. Kontaktwünsche 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Ich sehe Menschen, die mir wichtig sind, so oft ich will  
Gesamtgruppe  100,0% (232) 100,0% (160)   
- ja 73,9 (170) 68,2 (105) 5,7 n.s. 
Männer 100,0% (117) 100,0% (71)   
- ja 79,3 (92) 68,1 (47) 11,2 n.s. 
Frauen 100,0% (115) 100,0% (89)   
- ja 68,4 (78) 68,2 (58) 0,2 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test.  
Keine Unterschiede = n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***;  
p < .01**. 
 
Vertrauensperson  
Das Vorhandensein einer Vertrauensperson gi bt Auskunft darüber, ob ein Mensch zur 
Verfügung steht, dem man sich im Alltag, insbes ondere aber auch in schwierigen Lebens-
situationen, anvertrauen kann. Fast alle befragten älteren Menschen (etwa 96% der jünge-
ren und sogar ca. 99% der hochaltrigen) geben a n, eine Person ihres Vertrauens zu haben.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
135
Die Unterschiede zwischen den Altersgruppe n insgesamt sowie getrennt nach Männern 
und Frauen sind statistisch nicht bedeutsam (s. Tabelle 58).  
 
Tabelle 58. Vertrauensperson vorhanden 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Vertrauensperson vorhanden    
Gesamtgruppe  100,0% (232) 100,0% (160)   
- ja 96,1 (221) 98,7 (152) -2,6 n.s. 
Männer 100,0% (117) 100,0% (71)   
- ja 97,4 (113) 97,1 (67) 0,3 n.s. 
Frauen 100,0% (115) 100,0% (89)   
- ja 94,7 (108) 100,0 (85) -5,3 n.s. 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test.  
Keine Unterschiede = n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***;  
p < .01**. 
 
Einsamkeitsgefühle  
Das Vorhandensein von Einsamkeitsgefühlen liefert Rückschlüsse auf das subjektiv erleb-
te Gefühl des Eingebundenseins. Dies kann auch bei objektiv als "ausreichend" bewerteten 
sozialen Kontakten vorhanden sein und stellt so mit einen Unterschied zur sozialen Isolati-
on, dem tatsächlichen Nichtvorhandensein sozialer Kontakte, dar.  
 
Etwa zwei Drittel der 65-79jährigen Befragte n (ca. 67%), aber nur etwas weniger als die 
Hälfte der 80-94jährigen Befragten (43%) gebe n an, dass sie sich fast nie einsam fühlen. 
Von Zeit zu Zeit (manchmal) fühlen sich ca. 30% der jünge ren, aber ca. 48% der hochalt-
rigen Teilnehmer einsam. Nur ein geringer Te il der Befragten, ca. 3% der jüngeren und 
etwa 9% der hochaltrigen, berichtet über hä ufige Einsamkeitsgefühle. Insgesamt wird 
deutlich, dass sich hochaltrige Befragte deutlich einsamer fühlen als jüngere Befragte, was 
sich auch in den statistisch signifikanten Unterschieden zwischen den Altersgruppen wi-
derspiegelt. Rein deskriptiv zeigt sich zudem eine Tendenz dahingehend, dass sich Frauen, 
insbesondere im sehr hohen Alter, (erwartungs gemäß) etwas häufiger einsam fühlen als 
Männer (keine statistische Testung). Interessant  ist die vergleichsweise hohe Auftretens-
häufigkeit von Einsamkeitsgefühlen vor dem Hintergrund, dass fast alle Befragten das 
Vorhandensein einer Vertrauensperson bejahen. (s. Tabelle 59).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
136 
Tabelle 59. Einsamkeitsgefühle vorhanden 
Variable (%; n) 65-79 Jahre 80-94 Jahre Unterschiede 
(Prozentwerte) 
Statistische 
Signifikanz 
Einsamkeitsgefühle vorhanden    
Gesamtgruppe  100,0% (232) 100,0% (160)   
- fast nie 
- manchmal 
- sehr oft 
67,4 (155) 
29,6 (68) 
3,0 (7) 
43,1 (66) 
47,7 (73) 
9,2 (14) 
24,3 
-18,1 
-6,2 
*** 
Männer 100,0% (117) 100,0% (71)   
- fast nie 
- manchmal 
- sehr oft 
78,3 (90) 
20,0 (23) 
1,7 (2) 
56,7 (38) 
35,8 (24) 
7,5 (5) 
21,6 
-15,8 
-5,8 
** 
Frauen 100,0% (115) 100,0% (89)   
- fast nie 
- manchmal 
- sehr oft 
56,5 (65) 
39,1 (45) 
4,4 (5) 
32,6 (28) 
57,0 (49) 
10,4 (9) 
23,9 
-17,9 
-6 
** 
Anmerkung. Die Unterschiedstestung erfolgte mittels χ2-Test oder T-Test.  
Keine Unterschiede = n.s. (nicht signifikant), Unterschiede = p < .001***; p < 
.01**. 
 
3.4.3 Zusammenfassung 
Für die befragten Männer und Frauen zeigt sich insgesamt ein hohes Maß an sozialer Ein-
bindung. Fast alle jüngeren und hochaltrigen Teilnehmer berichten einen persönlichen und 
telefonischen Kontakt mit ihnen wichtigen Pe rsonen in letzter Zeit von mindestens einmal 
in der Woche. Während sich jüngere und hoc haltrige Befragte bezüglich ihrer persönli-
chen Kontakthäufigkeit nicht unterscheiden, zeigen sich hinsichtlich des Telefonkontaktes 
Unterschiede zwischen den Altersgruppen. K ontakte zu Kindern und Jugendlichen außer-
halb der Familie sowie der Wunsch danach finden sich vergleichsweise seltener. Während 
rund ein Drittel der Jüngeren einen solchen K ontakt berichten, trifft dies nur für ca. 17% 
der hochaltrigen Befragten zu. Die Anzahl de r Personen, die den Wunsch danach äußern, 
ist mit ca. 19% der jüngeren und rund 12% de r hochaltrigen Befragten noch einmal deut-
lich geringer. Die Ausübung eines Ehrenamtes wird ebenfalls vergleichsweise selten be-
richtet, wobei jüngere Befr agte erwartungsgemäß häufiger ein Ehrenamt ausüben als 
hochaltrige. Personen, die ein Eh renamt ausüben, tun dies mehr heitlich in Arheilgen. Das 
hohe Maß an sozialer Einbindung zeigt sich au ch in der subjektiven Wahrnehmung der 
Teilnehmer, was auf eine insgesamt positive soziale Integration de r Befragten schließen

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
137
lässt. So berichtet beispielsweise die Mehrzahl der Teilnehme r die Erfüllung von Kon-
taktwünschen. Darüber hinaus bejahen ca. 95% der Befragten das Vorhandensein einer 
Vertrauensperson. Im Gegensatz zu der gut en sozialen Einbindung und der weitgehenden 
Erfüllung von Kontaktwünschen werden Einsamkeitsgefühle von den Teilnehmern ver-
gleichsweise häufiger berich tet, insbesondere von den hochaltrigen Befragten. Während 
zwei Drittel der jüngeren Teilnehmer fast nie Einsamkeitsgefühle erleben, trifft dies auf 
etwas weniger als die Hälfte der hochaltrigen Befragten, insbesondere Frauen, zu.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
138

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
139
4. Gesamtresümee und Empfehlungen 
Die Befragung "Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen" wu rde mit einer dreifachen 
Zielsetzung durchgeführt: 
1. Erfassung der aktuellen Lebensbedingungen älterer Menschen im Stadtteil Arheilgen, 
getrennt nach grundlegenden Indikatoren seitens der Person (z .B. sozioökonomischer 
Status, Gesundheit) und seitens der unmittelbaren Umwelt (z.B. Wohnbedingungen, 
Infrastruktur im Stadtteil, soziale Kontakte). 
2. Erfassung der berichteten objektiven Wohnbedingungen und der subjektiv wahrge-
nommenen Wohnbedürfnisse unter Einbezie hung räumlich-sozialer inner- und außer-
häuslicher Wohnmerkmale sowie eigene r Vorstellungen zum zukünftigen Leben und 
Wohnen in Arheilgen mit dem Ziel, Aussa gen über deren Über einstimmung machen 
zu können. 
3. Gegenüberstellung der Wohn- und Lebenssitu ation und des Lebens im Stadtteil von 
Frauen und Männern im so genannten "Dritt en" Alter (65-79 Jahre) und "Vierten" Al-
ter (80-94 Jahre). 
 
Die Zusammenfassung der wesentlic hen Ergebnisse orientiert si ch an diesen drei Aspek-
ten. Daran schließen sich erste, allgemein gehaltene, vorsichtige Bewertungen der Situati-
on in Alheilgen an, im Sinne erkennbarer Po tentiale und Risikofaktoren, auf die die 
Kommunalplanung reagieren sollte. Aus diesen werden in einem weiteren Schritt konkrete 
Empfehlungen für die Sozialverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt abgeleitet. 
 
4.1 Gesamtresümee 
4.1.1 Lebensbedingungen im Stadtteil 
Lebenseinstellung und Zukunftsperspektive : Die Ergebnisse der Befragung machen deut-
lich, dass es sich im Darmstädter Stadtteil Arheilgen insgesamt gut altern lässt. Dies zeigt 
sich zum einen darin, dass die Teilnehmer ihre persönliche Zukunft unabhängig von Alter 
und Geschlecht als gut bezeichnen. Trotz großen Anteilen erwarteter Stabilität hinsichtlich 
der Wohn- und Lebensbedingungen sind zwischen  einem Viertel und einem Drittel der 
befragten Personen offen für mögliche z ukünftige Veränderungen ihrer Wohn- und Le-
bensbedingungen in Arheilgen. Bis auf die A ltersgruppe der 90-94jährigen liegt bei Frau-
en und Männern die erwünschte restliche Lebe nslänge deutlich über der tatsächlich ver-
muteten. Dies kann als Ausdruck eines Le benswunsches und Lebenswillens verstanden 
werden.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
140 
• Ungebrochener Lebenswille bis ins sehr hohe Alter Æ Potential  
• Offenheit für Veränderung der Lebensbedingungen in Arheilgen Æ Potential 
 
Familienstand: Zwei Drittel der jüngeren und etwas weniger als die Hälfte der hochaltri-
gen Befragten sind verheiratet. Es gibt deutliche Geschlechtsunterschiede. Während 70 bis 
80% der Männer mit einer Partnerin zusammenleben, sind 55% der jüngeren und nur 20% 
der hochaltrigen Frauen verheiratet. Di ese sind überwiegend verwitwet (73%). Haushalts-
form: Über 90% aller Befragten leben in Ei n- oder Zweipersonenhaushalten. Während 
etwa zwei Drittel der jüngeren Befragten in  Zweipersonenhaushalten und rund ein Viertel 
in Einpersonenhaushalten lebt, wohnt etwas we niger als die Hälfte der Hochaltrigen in 
Einpersonenhaushalten und der gleiche Anteil in  Zweipersonenhaushalten; andere Haus-
haltsformen (z.B. bei den Kindern) sind selten. Kinder und Enkel: Über 85% der jüngeren 
und hochaltrigen Befragten haben Kinder, im Durchschnitt zwei. Eines davon wohnt in 
Darmstadt oder Umgebung. 70% der Befragten haben Enkel, im Durchschnitt drei, wovon 
im Mittel zwei in Darmstadt oder Umgebung leben. Die Schul- und Berufsbildung  der 
Befragten ist insgesamt hoch. Ein Viertel hat das Gymnasium besucht. Über zwei Drittel 
der Männer und ein Drittel der Fr auen haben eine Berufsausb ildung oder die Universität 
absolviert. Finanzielle Situation des Haushalts: Über 90% der Männer sowie der jüngeren 
Frauen verfügen über mehr als 1000 Euro im Mona t. Dies trifft aber nur für ca. zwei Drit-
tel der hochaltrigen Frauen zu (68%).  
 
• Durchschnittlich gute Schulbildung / Berufsausbildung ÆPotential  
• 1 von 2 Kindern und 2 von 3 Enkeln wohnt in der Nähe Æ Potential  
• > 90% verfügen über > 1000 € / Monat Æ Potential  
• > 90% leben in Ein- und Zweipersonenhaushalten Æ Risiko 
 
Gesundheit: Die Gesundheit allgemein wird zwischen  gut und mäßig ei ngestuft, ebenso 
das Seh- und Hörvermögen mit deutlichen Altersunterschieden zuungunsten der Hochalt-
rigen. Zwischen 70 und 90% fühlen sich dur ch ihren Gesundheitszustand ab und zu oder 
fast immer in ihren Aktivitäten eingeschränkt. Hinsichtlich der Alltagskompetenz und der 
Mobilität gibt es große Differenzen zwis chen Personen im "Dritten" und Personen im 
"Vierten" Alter. Darauf wird im Abschnitt 4.1.3 näher eingegangen.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
141
• 70-90% fühlen sich durch ihre Gesundheit im Alltag eingeschränkt ÆRisiko  
• Große Unterschiede zwischen "Drittem" und "Viertem" Alter Æ Risiko 
 
Wohnbedingungen: Der Anteil an Wohneigentum ist sehr hoch. Mit Ausnahme der älteren 
Frauen (etwas mehr als die Hälfte) sind ca. zwei  Drittel der Befrag ten Wohneigentümer. 
Die Wohnungen haben modernen Wohnstanda rd und repräsentieren gehobenen Wohn-
komfort, insbesondere wenn die Bewohner Eigentümer sind. Die Wohnungen der Perso-
nen im Dritten Alter sind ca. 50 Jahre alt, die der Hochaltrigen ca. 60 Jahre. Die hochaltri-
gen Frauen leben in den ältesten Wohnungen (Alter im Durchschnitt 63 Jahre). Die 65-
79jährigen wohnen seit ca. 50 Jahren in Darmstadt, seit ca. 40 Jahren in Arheilgen und seit 
ca. 30 Jahren in ihrer jetzigen Wohnung. Bei den 80-94jährigen sind diese Werte um 10 
Jahre höher. Damit bestätigt sich wieder einmal der bekante Befund, dass Menschen "mit" 
ihren Wohnungen altern, was gerade im sehr  hohen Alter auch zu Zugänglichkeitsproble-
men (Barrieren) führen kann. Personen  im "Dritten" Alter haben ca. 100 m
2 und vier 
Zimmer zur Verfügung, Personen im "Vierten" Alter ca. 20 m 2 und ein Zimmer weniger. 
Den wenigsten Wohnraum haben hochaltrige Frau en. Es gibt deutliche Unterschiede zu-
gunsten der Eigentümer im Vergleich zu de n Mietern. Problematisch im Zusammenhang 
mit möglichen Zugänglichkeitsproblemen könnte der hohe Anteil von Mietern mit Woh-
nungen im ersten Obergeschoß (59% bzw. 56 %) und darüber sein (Aufzüge sind nur äu-
ßerst selten vorhanden) sowie bei Eigent ümern der hohe Anteil von Wohnungen die über 
mehrere Stockwerke verteilt sind (56% bzw.  29%). Insgesamt nur ein Drittel der Woh-
nungen aller Befragten befindet sich im Erdgeschoss. 
 
• Zwei Drittel der Befragten sind Eigentümer Æ Risiko / Potential 
• Lange Wohndauer in DA / Arheilgen / jetziger Wohnung Æ Risiko / Potential 
• Durchschnittlich hoher Wohnstandard Æ Potential 
• Wohnungszuschnitt kann die Zugänglichkeit erschweren ÆRisiko 
 
Infrastruktur: Ungefähr ein Viertel der 65-79jähri gen und ein Dritte l der 80-94järhigen 
benutzt nie öffentliche Verkehrsmittel. Bei den älteren Frauen trifft dies bei fast der Hälfte 
zu. Die Mehrheit benutzt öffentliche Verkeh rsmittel ein- oder mehrmals im Monat. Bei 
80% der Jüngeren und 44% der Älteren ist ei n Auto im Haushalt vorhanden. Die Männer

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
142 
sind überwiegend Selbstfahrer, insbesondere die älteren Frau en überwiegend Mitfahrer. 
Ca. 80% der Jüngeren und über 40% der Ältere n haben im Haushalt ein Fahrrad, das sie 
häufig benutzen. Mehr als die Hä lfte der hochaltrigen Frauen benutzt nie ein Fahrrad. Ins-
besondere hochbetagte Frauen sind mit den Mobilitätsmöglichkeiten unzufrieden. 
 
• Ein Viertel bis ein Drittel nutzen nie den ÖPNV Æ Potential 
• 44-80% der Haushalte verfügen über einen PKW Æ Risiko / Potential 
 
Lebensmittelgeschäft und Bäcker sind für übe r 80% der Befragten in fußläufiger Nähe 
prinzipiell erreichbar. Auch  eine Kirche, Bank/Sparkasse  sowie Cafés und Gaststätten 
liegen so nah, dass sie von über drei Viertel der Befragten (ca. 77-78%) zu Fuß aufgesucht 
werden können. Für etwas mehr als die Hälfte bis rund zwei Drittel der Befragten (ca. 58-
68%) finden sich eine Post, Seniorentreffpunkt, die Bezirk sverwaltung Arheilgen sowie 
Sport- und Freizeitmöglichkeiten in fußläufiger Nähe. Dies be deutet aber auch, dass im-
merhin für knapp 20-25% der Befragten in Arheilgen Einrichtungen wie Lebensmittelge-
schäft, Bäcker, Bank, Kirche und Gaststätten nicht mehr zu F uß erreichbar sind, was eine 
maßgebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten kann. Mit Abstand als weniger 
günstig gelegen, das heißt, als zu Fuß schwer er erreichbar, werden von den Befragten Be-
ratungsstellen (z.B. Wohnberatung) und kulturelle Angebote wie Theater und Kino berich-
tet (ca. 16-21%). 
 
Die Teilnehmer der Befragung sind ganz allg emein mit den Angeboten und Einrichtungen 
in Arheilgen zufrieden, im Vergleich mit ande ren Studien (in Heidelberg) sogar sehr zu-
frieden. Offene Fragen zu genut zten und fehlenden Angeboten be ziehen sich in erster Li-
nie auf infrastrukturelle Aspekte, allerdings äußerten sich etwa 28% der Befragten nicht zu 
genutzten Angeboten und sogar knapp 58% nich t zu fehlenden Angeboten. Konkret wird 
am häufigsten das Fehlen von Geschäften, speziell von Lebensmittelgeschäften, einer 
Metzgerei sowie Fachgeschäften (z.B. Kurz waren) erwähnt. Ebenso werden von den be-
fragten älteren Menschen Briefkästen in fußl äufiger Nähe vermisst. Auch spezielle Ange-
bote für Senioren werden thematisiert. Er wähnung finden in diesem Zusammenhang seni-
orengerechte Wohnungen, ein Fahrdienst zum Einkaufen sowie ein Besuchsdienst für im-
mobile Personen. Das Fehlen von Sitz- und Ru hemöglichkeiten (Bänke) unterwegs wird 
ebenfalls angemerkt. Insgesamt können die ve rgleichbaren Profile der genutzten und der

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
143
fehlenden Angebote und Einrichtungen im Stadtt eil mit aller gebotenen Vorsicht so inter-
pretiert werden, dass zwischen dem, wa s einem (unabhängig von Alter und Geschlecht) 
im Alltag als nützliches und notwendiges Ange bot widerfährt und dem, was darüber hin-
aus zudem noch als auch nützlich und notwendig erachtet wird, keine grundsätzliche in-
haltliche Diskrepanz besteht. Mit anderen Worten, die Kr itik an nicht vorhandenen Ange-
boten (z.B. im Bereich der Infrastruktur) kann beispielsweise als ein "bitte noch mehr" des 
bereits vorhandenen und genutzten interpretiert werden. 
 
Im Vergleich zu anderen Studien (z.B. Heidelberg) ist die von den Teilnehmern berichtete 
Stadtteilverbundenheit vergleichsweise niedrig. Auch haben nur weniger als 40% einen 
Lieblingsplatz bzw. Lieblingsort im Stadtteil. 
 
• 20-25% können wichtige Einrichtungen nicht zu Fuß erreichen Æ Risiko 
• Allgemein hohe Zufriedenheit mit Angeboten und Einrichtungen Æ Potential 
• Häufige Kritik bezieht sich auf Versorgung und Infrastruktur Æ Potential 
• Vergleichsweise geringe Verbundenheit mit Arheilgen Æ Risiko 
 
Soziale Kontakte: Die befragten Einwohner von Arheilgen verfügen über sehr gute soziale 
Netzwerke und ein hohes Maß an sozialer Ei nbindung. Beinahe jeder hat eine Vertrauens-
person und bei zwei Drittel bis dr ei Viertel wird der Wunsch nach Kontakten erfüllt. Fast 
alle Teilnehmer berichten einen persönlichen und telefonischen Kontakt mit ihnen wichti-
gen Personen in letzter Zeit von mindestens einm al in der Woche. Kontakte zu Kindern 
und Jugendlichen außerhalb der Familie sowi e der Wunsch danach finden sich ver-
gleichsweise seltener. Während rund ein Dr ittel der jüngeren einen solchen Kontakt be-
richtet, trifft dies nur für 17% der hochaltrigen Befragte n zu. Von den Personen, die kei-
nen Kontakt zur jüngeren Generation haben, wünschen sich 19% de r jüngeren und rund 
12% der hochaltrigen Befragten mehr Kontak t zu dieser Altersgruppe. 24% der jüngeren 
und 5% der hochaltrigen Teilnehmer üben ein Eh renamt aus. Einsamkeitsgefühle werden 
selten berichtet. Während zwei Drittel der j üngeren Befragten fast nie Einsamkeitsgefühle 
erleben, trifft dies auf etwas weniger als di e Hälfte der hochaltrigen Befragten, insbeson-
dere Frauen, zu.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
144 
• Zwei Drittel bis drei Viertel haben regelmäßigen soz. Kontakt Æ Potential 
• Geringer Kontakt zu Jüngeren im Stadtteil wird nicht negativ erlebt  
 
4.1.2 Subjektive Wohnbedürfnisse, obje ktive Wohnbedingungen und zu-
künftiges Leben und Wohnen im Stadtteil 
Subjektive Wohnbedürfnisse: Zwischen 97% und 74% der Be fragten geben an, dass ihnen 
folgende Merkmale der eigenen Wohnung sehr wichtig sind (in absteigender Reihenfol-
ge): gemütlich, hell und sonnig, ruhig, gute Hausgemeinschaft, gute Verkehrsverbindung, 
nicht in einem Wohnblock, groß genug, prei swert, Balkon vorhanden und schöner Aus-
blick. Bis auf das Vorhandensein eines Balkons  treten keine Altersunterschiede auf. Hin-
sichtlich der Merkmale des Stadtteils werd en folgende Aspekte von 98 bis 84% der Be-
fragten als sehr wichtig erachtet (wiederum absteigende Reihenfolge): sichere Gegend, 
gute medizinische Versorgung, saubere Umweltbedingungen, ruhige Wohnlage, gute Ver-
kehrsverbindungen, guter nachbarschaftlicher Kontakt und Einrichtungen in der Nähe. 
Diese Aspekte sind älteren und jüngeren gleich wichtig. 
 
Objektive Wohnbedingungen: Wohnmerkmale die eigene Wohnung betreffend, die von 77 
bis 99% als zutreffend angegeben werden, sind (in absteigender Reihenfolge): gemütlich, 
groß genug, hell und sonnig, gute Verkehrsverbindung, Balkon vorhanden, gute Parkmög-
lichkeiten, gute Hausgemeinscha ft, ruhig preiswer t, nicht zu groß, Garten vorhanden, 
schöner Ausblick und nicht in einem Wohnbloc k. Bis auf Balkon vorhanden (höherer An-
teil bei den Jüngeren) und ruhig (höherer Anteil bei den Älteren) treten keine Unterschiede 
zwischen "Drittem" und "Viertem" Alter auf. Hinsichtlich des Stadtteils werden folgende 
Wohnmerkmale von 92 bis 84% al s zutreffend bezeichnet (in absteigender Reihenfolge): 
Nachbarschaftlicher Kontakt, sichere Ge gend, gute Verkehrsbedingungen und medizini-
sche Versorgung. Es gibt keine Altersunterschiede.  
 
Übereinstimmung Wohnbedürfnisse und Wohnbedingungen : Die eigene Wohnung betref-
fend wird insbesondere der Wunsch, dass die Wohnung gemütlich sowie hell und sonnig 
ist, in hohem Maße erfüllt. Darüber hinaus is t die Wohnung in nahezu allen Fällen auch 
groß genug und verfügt über gute Verkehrsbedingungen. Ihnen wichtige Wohnbedürfnisse 
im Stadtteil wie sichere Gegend, gute medi zinische Versorgung, saubere Umweltbedin-
gungen, ruhige Wohnlage, gute Verkehrsbedi ngungen, nachbarschaftl icher Kontakt und

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
145
Einrichtungen in der Nähe werden in hohem Maße erfüllt. Teilwei se unerfüllte Wünsche 
treten hinsichtlich der medizinischen Ve rsorgung, der Sauberkeit der Umwelt, Ruhe der 
Wohnlage und der Nähe von Einrichtungen zuta ge. Fasst man die Wohnwünsche und die 
Wohnwirklichkeit hinsichtlich der eigener Wohnung und des Stadtteils zusammen, ist die 
größte Übereinstimmung in den sozialen As pekten zu finden. Die Passung räumlicher 
Grundwohnbedürfnisse und Wohnbed ingungen ist am wenigsten gut, aber keineswegs 
schlecht. Die Erfüllung räumlicher Komfortw ohnbedürfnisse liegt zwischen denen von 
sozialen und basalen Wünschen. Lediglich im Komfortaspekt deutet sich eine immer grö-
ßere Diskrepanz im "Vierten" Alter an. 
 
• Übereinstimmung von Wohnbedürfnissen und Wohnbedingungen: 
• ist am größten im sozialen Bereich Æ Potential 
• ist grundlegend stabil im Bereich basaler Wohnausstattung Æ Potential 
• verschlechtert sich mit dem Alter im Bereich des Wohnkomforts  
 
Wohnzukunft: Ein sehr wichtiges Ergebnis ist, da ss die Mehrzahl der Teilnehmer (etwas 
über 80%) ihre bisherige Wohnung ohne Verä nderungen beibehalten möchte. Etwa ein 
Viertel bis ein Drittel der Befragten kann sich  darüber hinaus auch das Betreute Wohnen 
als zukünftige Wohnalternative vorstelle n. Ein Umbau der jetzigen Wohnung, das Woh-
nen bei den Kindern oder eine Übersiedlung in ein Alten- un d Pflegeheim wird von etwa 
12-18% der Befragten als Zukunftswohnform ge nannt. Im Gegensatz dazu werden eine 
andere Privatwohnung (nach Umzug) und Ge meinschaftliches Wohnen nur von wenigen 
Teilnehmern (zwischen 2 bis 10%) als Zukunf tswohnform erwogen. Es finden sich Hin-
weise, dass jüngere Befragte (insbesondere Fr auen) tendenziell verä nderungsfreudiger zu 
sein scheinen als die hochaltrigen Befragte n. Eine Ausnahme bilden das Wohnen bei den 
Kindern bzw. die Übersiedlung in ein Alten- und Pflegeheim. Diese Wohnalternative wird 
vor allem von (hochaltrigen) Männern bevo rzugt. Wohnentscheidungen oder die Planung 
möglicher Wohnalternativen fallen eher in das jüngere Alter (zwischen 65 und 79 Jahren) 
als in das hohe Alter (80-94 Jahre). Hier  sind die Wohnentscheidungen meist schon ge-
troffen worden.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
146 
• > 80% wollen weiterhin so wohnen wie bisher Æ Risiko 
• Ein Viertel bis ein Drittel kann sich "Betreutes Wohnen" vorstellen Æ Potential 
• Mehr Veränderungspotential im "Dritten" als im "Vierten" Alter Æ Risiko 
 
4.1.3 Wohn- und Lebenssituation im "Dritten" und "Vierten" Alter 
Obwohl die Befragung insgesamt ein durchau s positives Bild von der Wohn- und Lebens-
situation im Alter widerspiegelt, tritt aber auch die zunehmende Verletzlichkeit des hohen 
Alters zu Tage. Dies zeigt si ch in Aspekten der Person so wie der räumlichen und sozialen 
Umwelt. So ist z.B. die Lebenszufriedenhe it der hochaltrigen Männe r am geringsten. In 
dem Aspekt der positiven Lebensbewertung, in  dem der Wunsch weiter leben zu wollen 
zum Ausdruck kommt, weisen die Frauen im "Vierten" Alter das geringste Niveau auf. 
Seh- und Höreinbußen nehmen zu. Bei den El ementen der selbständigen Lebensführung 
(ADLs, IADLs) treten bei Frauen und Männern  im "Vierten" Alter vermehrt Einschrän-
kungen auf. Der Anteil derer, die eine Täti gkeit ohne Hilfe ausführ en können, verringert 
sich vom "Dritten" zum "Vierten" Alter zwis chen 8% (telefonieren) und 47% (Hausarbei-
ten erledigen). Die größten Unterschiede zw ischen "Drittem" und "Viertem" Alter treten 
in der Mobilität auf. Nur noch 2/3 Drittel de r hochaltrigen Frauen können ohne Hilfe ge-
hen und etwas über 1/3 von ihnen kann Orte oh ne Hilfe noch zu Fuß erreichen (im Ver-
gleich dazu 96% vs. 78% der jüngeren Frau en). Die Entfernung, die ohne Schwierigkeiten 
zu Fuß zurückgelegt werden kann, verringert sich stark. Wä hrend im "Dritten" Alter 70% 
einen Aktionsradius von 1 km und mehr haben, hat der gleiche Anteil im "Vierten" Alter 
einen Radius von unter 1 km. Insbesondere die hochaltrigen Frauen weisen starke Mobili-
tätseinschränkungen auf. Nur noch jede 5. von ihnen kann 1 km und mehr zu Fuß ohne 
Schwierigkeiten zurücklegen. Zw ei Drittel von ihnen können le diglich bis zu 500 m ge-
hen. Diese Einschränkungen führ en dazu, dass weniger als 50%  der hochaltrigen Frauen 
ohne Hilfe einkaufen können. Die Erreichbarkeit von Seniorentreffpunkt und Behörden zu 
Fuß sinkt im "Vierten" Alter auf ca. 50%. Sport- und Freizeitmöglichkeiten können jen-
seits von 80 Jahren von ca. 60% nicht mehr zur Fuß erreicht werden. 
 
Trotz der vielfältigen Funktionsverluste im "Vierten" Alter wird in dem Antwortmuster 
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber auch deutlich, dass sie noch über weitgehend 
effektive Anpassungsstrategien verfügen. Die berichteten Unterschiede in den IADL- und 
ADL-Fähigkeiten, der Mobilität sowie in den fi nanziellen Ressourcen führen nicht zu pa-

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
147
rallelen Resultaten in der Zufriedenheit mit der Gesundheit, den Finanzen und der Lebens-
zufriedenheit allgemein. Dieser Befund belegt  nachdrücklich, dass äl tere Menschen prin-
zipiell in der Lage sind, sich an veränderte Bedingungen ihre Person und ihre Umwelt 
betreffend psychologisch anzupassen. Allerdings  gibt es auch Anzeichen, dass im "Vier-
ten" Alter manche Personen an die Grenzen ihrer Anpassungsfähigkeit stoßen. 
 
• Starke Mobilitätseinschränkungen bei hochaltriger Frauen Æ Risiko 
• < 50% hochaltriger Frauen können ohne Hilfe einkaufen Æ Risiko 
• Dennoch Anzeichen für gute Anpassungsstrategien Æ Potential  
 
4.1.4 Risiken für Selbständigkeitsverlus t insbesondere im "Vierten" Alter 
Alle Teilnehmer dieser Untersuchung lebten  zum Zeitpunkt der Befragung in Privathaus-
halten. Personen, die in Institu tionen leben, wurden nicht be rücksichtigt. Trotz der über-
wiegend guten Wohn- und Lebenssituation der Älteren in Arheilgen, weist die Befragung 
auf Risikofaktoren und Risikokonstellationen hin, die eine selbständige Lebensführung 
gefährden und die weder den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern von Arheilgen, noch 
der Wissenschaftsstadt Darmstadt in ihren Konsequenzen bewusst sein dürften. Sie könn-
ten dafür verantwortlich sein, dass Personen im  "Vierten" Alter bereits gegenwärtig ihre 
Selbständigkeit und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nur unter erschwerten Be-
dingungen und mit hohen Anstrengungen aufrecht erhalten können oder sie in naher Zu-
kunft verlieren. Davon dürften auch ein Teil de r Personen im "Dritten" Alter betroffen 
sein, wenn sie das "Vierte" Alter erreiche n. Diese Faktoren und Konstellationen tragen 
unter Umständen auch dazu bei, dass im "V ierten" Alter ein vermeidbarer Selbstständig-
keitsverlust auftritt. 
 
Als besondere Risikogruppe tret en die hochaltrigen Frauen de utlich hervor. Sie haben in 
vielen Aspekten der Person, der räumliche n und sozialen Umwelt die ungünstigsten Vor-
aussetzungen für Selbständigkeit und Teilhabe.  Soziodemografisch betrachtet sind sie ü-
berwiegend verwitwet, leben häufig in Ein-Personen-Haushalten und verfügen über die 
geringsten finanziellen Ressourcen. Sie we isen die größten Einschränkungen bei den 
grundlegenden und instrumente llen Aktivitäten des täglic hen Lebens auf und verfügen 
über das geringste Ausmaß von Mobilitätsmö glichkeiten (zu Fuß, Fahrrad, Auto). Auch

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
148 
hinsichtlich psychischer Aspekte zeigen sich  erste Anzeichen, dass sie an der Grenze der 
Anpassungsmöglichkeiten leben. 
 
Eine zweite Risikogruppe bzw. Risikokonstellation stellen nach unserer Ansicht jene Per-
sonen dar, die als zukünftige Wohnform angeben, dass sie ihre Wohnung ohne Verände-
rungen beibehalten möchten, die aber nicht en tsprechend für das hohe Alter ausgestattet 
ist. Wir sehen hier eine große Diskrepa nz zwischen Wohnwunsch (wird von über 80% 
geäußert) und Wohnwirklichkeit. Nur etwas mehr als der Hälfte der Befragten unabhängig 
vom Alter ist es sehr wichtig, dass die Wohnung und auch der Zugang zur Wohnung bar-
rierefrei sind. Als tatsächlich barrierefrei bezeichnet werden sie aber nur von einem Vier-
tel der Befragten. Auch hier treten keine bedeutsamen Altersunterschiede zu Tage. Ähn-
lich verhält es sich mit dem Aspekt, ob die Wohnung ohne Treppen erreichbar ist. 60% ist 
dies sehr wichtig mit einer tendenziell größer en Bedeutsamkeit für die Hochaltrigen, aber 
nur bei 38% ist dies der Fall. Schwierigke iten beim Verlassen und Be treten der Wohnung 
sind vorprogrammiert. Da die Befragten zu  einem hohen Anteil Eigentümer ihrer Woh-
nungen sind, liegt es in ihrer Verantwort ung Anpassungen vorzunehmen. Da die Bereit-
schaft dazu aber nicht sehr ausgeprägt ist und gleichzeitig an der Wohnung festgehalten 
werden wird, können kritische Wohnsituationen entstehen. 
 
Abschließend soll aber betont werden, da ss die als Risikokonstell ationen aufgeführten 
Bedingungen auch als Chancen für eine Neuge staltung kommunaler Altenpolitik betrach-
tet werden können. So ist in sbesondere die Förderung der in dividuellen Mobilität sowohl 
durch Training als auch durch ein optimales Angebot bis ins sehr hohe Alter denkbar. Ge-
nerell kann die selbständige Lebensführung bis ins sehr hohen  Alter zukünftig durch eine 
barrierearme kommunale Infrastruktur und dur ch den Erhalt bzw.  die Förderung klein-
räumiger Versorgungsangebote (z.B. Lebensmittelgeschäfte) gestützt werden. 
 
4.2 Empfehlungen 
Insgesamt zeigt sich, dass der Stadtteil mit se inen jeweiligen Besonderheiten als zentraler 
alltäglicher Lebensort und als Ort sozialer und gesellschaf tlicher Partizipation bis ins 
höchste Alter nicht zu unterschätzen ist. N ach langer Wohndauer wollen Menschen in der 
Regel in ihrem Stadtteil selbstbestimmt und zu frieden älter werden. Für Entscheidungsträ-
ger auf kommunaler Ebene kann dies beispielsw eise bedeuten, noch stärker als bisher im 
Stadtteil selbst Ressourcen und Barrieren selb stständigen Alterns zu identifizieren und

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
149
auszubauen. Im Folgenden werden nun ab schließend, unter Berücksichtigung von Merk-
malen der Person und der Umwelt, konkrete Empfehlungen für ein "gutes" Altern in 
Arheilgen und eine lebensnahe  Zukunftsplanung der Wissens chaftsstadt Darmstadt abge-
leitet, soweit dies aus Sicht der Wissenschaft möglich ist. 
 
Wohnen zu Hause so lange wie möglich Æ Rechtzeitige Planung und besseres  
Angebot! 
Das Thema räumliche Umwelt / Wohnen ist ein Schwerpunkt der Be fragung zum selbst-
bestimmten Älterwerden in Arheilgen. Die hohe Verbleibenstendenz am Wohnort im Al-
ter bietet einerseits Chancen zur eigenve rantwortlichen Umgestaltung der Wohnung, birgt 
aber auch Risiken der Zugänglichkeit (z.B. in Folge schlecht erreichbarer Wohnungen). 
Dies zeigt sich auch daran, dass Bedürfnisse  nach barrierearmer Ausstattung (z.B. Woh-
nung ohne Treppen erreichbar) zwar vorhanden, aber weniger erfüllt sind als beispielswei-
se soziale Wohnbedürfnisse. Auch ist di e Übereinstimmung von Grundwohnbedürfnissen 
und -bedingungen im Vergleich zu sozial en und Komfortwohnbedürfnissen und  
-bedingungen vergleichsweise gering. 
 
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Wohnungs- und Wohnumfeldge staltung frühzeitig 
zu thematisieren und ältere Menschen (vor allem auch Männer) für dieses Thema zu sen-
sibilisieren, sei es durch Prävention im Sinne einer frühzeitigen Gestaltung und Anpas-
sung der Wohnung an die eigenen Bedürfnisse oder Intervention, wenn eine Umgestaltung 
als Voraussetzung des Verbleibs in der eige nen Wohnung bereits notwendig geworden ist. 
Zum anderen, ist es notwendig in stärker em Maße barrierearm e Wohnumwelten und au-
ßerhäusliche Lebensbereiche zu  schaffen, um einen langen Ve rbleib in den eigenen "vier 
Wänden" zu ermöglichen.   
 
Mobil bleiben so lange wie möglich Æ Persönliches Training und bessere Umwelt! 
Mobilität ist die Voraussetz ung selbstbestimmten Lebens im Stadtteil, insbesondere vor 
dem Hintergrund des Versorgungsaspektes mit Gü tern des täglichen Bedarfs. Insgesamt 
zeigt sich bei den jüngeren im Vergleich zu  den hochbetagten Befragen ein hohes Maß an 
Mobilität (z.B. Fußwege, Nutzung von Verkehrs mitteln). Insbesondere hochaltrige Frauen 
haben aber deutliche Schwierigkeiten, Wege zu Fuß zu bewältigen (z.B. Einkaufen).

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
150 
Hier könnten seitens der älteren Persone n präventive und aktivie rende Maßnahmen im 
Bereich Sport und Bewegung greifen, die es ä lteren Menschen ermöglichen, länger mobil 
zu bleiben und trotz vorhandener Einschränk ungen den status quo ihrer Mobilität länger 
aufrechtzuerhalten. Seitens der Kommune k önnten Nutzungsbarrieren verringert werden, 
zum Beispiel im Bereich der Verkehrsmittelg estaltung oder der Haltestellengestaltung des 
ÖPNV. Für die zunehmende Zahl hochaltriger  PKW-Nutzer könnten breitere Parkplätze 
für gehbeeinträchtige Personen (auch ohne Na chweis einer Körperbehinderung) an wich-
tigen Orten (Ärzte, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten) die Mobilität und Selbstversorgung 
erhöhen.  
 
Alles bekommen, was man braucht Æ Nahräumiges Angebot mit Alltagsgütern  
sichern!  
Die Zufriedenheit der Befragten mit Angebot en und Einrichtungen ist insgesamt hoch. In 
Anbetracht der offen erfragten Hinweise zu genutzten und fehlenden Angeboten im Stadt-
teil wird allerdings deutlich, dass insbes ondere nahräumlich erreichbarer Einkaufsmög-
lichkeiten, vor allem Lebensmittelgeschäfte, Metzgerei und Fachgeschäfte (z.B. Kurzwa-
ren) sowie Briefkästen in fußläufiger Nähe fehlen. Auch weitere Angebote für Senioren 
sowie ein Mangel an Sitz- und Ruhemöglichke iten (Bänke) unterweg s werden kritisch 
angemerkt. Viele der Befragten können wich tigen infrastrukturellen Einrichtungen nur 
noch schwer oder gar nicht mehr zu Fuß erre ichen. Da die Profile genutzter und fehlender 
Angebote annähernd ähnliche Strukturen aufw eisen, kann hier, mit aller Vorsicht, davon 
ausgegangen werden, dass es sich nicht um grundsätzliche infrastrukturelle "Mängel", 
sondern um die qualitative und quantitativ e Optimierung des Bestehenden (d.h. der ge-
nutzten Angebote) handelt. 
 
Vor diesem Hintergrund wären Überlegungen im  Hinblick auf eine Verbesserung der all-
täglichen dezentralen Versorgung mit den genannten Angeboten und die Vermeidung der 
Schließung weiterer Einrichtungen hilfreich . Diese Maßnahmen kämen nicht nur hochalt-
rigen und mobilitätseingeschränkten Personen zu Gute. 
 
Menschen im "Dritten" und "Vierten" Alter Æ Differenziertes Angebot schaffen! 
Die Unterscheidung des "Dritten" und "Vierten" Alters ist ebenfalls ein zentraler Aspekt 
der vorliegenden Befragung. Im Vergleich zu anderen Untersuchungen, die mit dieser 
Differenzierung gearbeitet haben (wie z.B. di e Berliner Altersstud ie, Mayer und Baltes,

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
151
1996), können Unterschiede zwischen Personen im "Dritten" und "Vierten" Lebensalter 
auch für den Stadtteil Arheilgen bestätigt werden. Diese verweise n erwartungsgemäß auf 
eine erhöhte Vulnerabilität (V erletzlichkeit) für Personen de s "Vierten" Lebe nsalters hin-
sichtlich verschiedener Lebensbereiche (nachlassende Gesundheit und steigender Hilfebe-
darf, Häufung von Verlusterfahrungen, geringere Anpassungsfähigkeit, s. Baltes & Smith, 
1999). Insgesamt jedoch fallen die Unterschiede  für die Älteren im Stadtteil Arheilgen 
etwas geringer aus als erwartet. Dies kann u.a. daran liegen, dass Personen in besonders 
schweren Lebenslagen (körperliche und demenzielle Erkrankungen) nicht erreicht wurden. 
Eine lebensnahe Zukunftsplanung für und mit älteren Menschen sollte immer unter Be-
rücksichtigung der Entwicklungsve rläufe im "Dritten" und "Vie rten" Lebensalter stattfin-
den, und dies mit Blick auf die Risikokonstellationen wie mit Blick auf die Potenziale und 
Chancen, die mit dieser für alle Beteiligten - die kommunalen Entscheidungsträger wie die 
älteren Menschen selbst - noch neuen Situa tion einhergehen. Dabei geht es um Aspekte 
der vorausschauenden Planung (Prävention), aber auch um die Erhaltung und Optimierung 
bestehender Lebenslagen (Intervention).  
 
Übertragen auf die beiden Altersgruppen k önnte dies bedeuten, Personen des "Dritten" 
Lebensalters Möglichkeiten der Gesundhe itsförderung, der Gestaltung der Wohnung, der 
Mobilitätsmöglichkeiten sowie der sozialen Teilhabe anzubieten, die einen möglichst lan-
gen und den je individuellen Bedürfnissen entsprechenden Ve rbleib in der Wohnung er-
möglichen und hier insbesonde re auch die benannten Risi kogruppen (Frauen; Personen 
ohne Veränderungswünsche hinsichtlich de r Wohnung) anzusprechen. Für Personen des 
"Vierten" Lebensalters, die aufgrund ihrer er höhten Vulnerabilität insbesondere auf gute 
Wohn- und Umweltbedingungen zur Aufrechterha ltung einer selbstständigen Lebensfüh-
rung angewiesen sind, wäre es wichtig, dies e Bedingungen bestmöglich dem vorhandenen 
Bedarf (Hilfebedarf und anrege nde / ästhetische Gesichtspu nkte) anzupassen, um (auch 
bei sich verschlechternden gesundheitlichen Bedingungen) den gewünschten Verbleib in 
der Wohnung und dem vertrauten Wohnumfeld zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund 
wäre eine Beratung zum Wohnen und Leben im  Alter angezeigt, die präventive Aspekte 
zur Verhinderung kritischer Wohn- und Lebens situationen genau so anbietet wie Lösun-
gen zur Optimierung bestehender Bedingungen im Falle von Veränderungen der Lebens-
lage.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
152 
4.3 Grenzen der vorliegenden Befragung 
Trotz der vielfältigen Befunde dieser Befragung müssen bei der Interpretation immer auch 
mindestens vier limitierende Faktoren berücksichtigt werden: 
 
• Erstens führte die Stratifizierung der S tichprobe nach Altersgruppen und Geschlecht 
dazu, dass insbesondere in der Altersgruppe der 80-94jährigen eine Positivauswahl der 
Teilnehmer (insbesondere bezüglich Ges undheit, Bildungsstand, Finanzen) nicht aus-
geschlossen werden kann. Unterschiede in den Daten zwischen Personen des "Dritten" 
versus des "Vierten" Alters werden demzuf olge im Vergleich zur tatsächlichen Le-
benssituation eher noch unterschätzt. 
 
• Zweitens ist zu berücksichtigen, dass Pe rsonen in besonderen Lebenslagen (ältere 
Menschen in stationären Einrichtungen; an  Demenz erkrankte Personen) nicht in die 
Befragung einbezogen wurden. Die Befunde lassen demzufol ge keine Aussagen über 
die Wohn- und Lebenssituation dieses wich tigen Personenkreises zu, sondern be-
schränken sich auf privatwohnende Personen. 
 
• Drittens gilt es zu bedenken, dass es sich "lediglich" um eine schriftliche Befragung 
handelt, die auf der Grundlage von Selbstauskün ften basiert. Verlässlichere Informati-
onen, insbesondere zum Thema Wohnen, erhä lt man in der Regel durch Beobachtun-
gen und Messungen vor Ort, was für weitergehende Untersuchungen berücksichtigt 
werden sollte.  
 
• Schließlich bleibt viertens zu beachten, dass die Befunde ausschließlich Gültigkeit für 
den Stadtteil Arheilgen besitzen; ein Vergle ich mit anderen Stadtteilen oder Regionen 
wäre für die Interpretation, z.B. des Ausmaßes  an Zufriedenheit et c. aber h ilfreich, 
wenn nicht notwendig. 
 
4.4 Ausblick 
Die aufgrund der demografischen Entwickl ung neu entstandene Situation der Zunahme 
älterer, insbesondere hochaltriger Mensche n, bei gleichzeitigem Rückgang der Bevölke-
rung in den jüngeren Kohorten, stellt die Verantwortlichen in  Politik und Verwaltung vor 
neue, bisher nicht gekannte Herausforderunge n. Diese bestehen zum einen in der Unter-
stützung von Personen zur Vermeidung von Risikol agen wie in der Chance, aus dieser

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
153
veränderten Situation heraus auch neue Pote nziale, beispielsweise in den Bereichen Eh-
renamt und neue Dienstleistungen, zu aktivi eren und umzusetzen. Die in der Befragung 
untersuchten Aspekte (Gesundheit, psychische  Aspekte, Umwelt) sind zum Teil eng mit-
einander verzahnt, was sich auch in der praktischen Zuständigkeit für diese Bereiche (Ein-
richtungen der Gesundheitsversorgung, ambulante , teilstationäre und stationäre Leistun-
gen für Ältere, Wohnberatung und Architektu r, soziale und kulturelle Angebote, Ver-
kehrsbetriebe usw.) zeigt. Dies bedeutet hinsichtlich der anwendungsorientierten Umset-
zung von Angeboten für Menschen im "Dritten" und "Vierten" Lebensalter mit ihren viel-
fältigen und unterschiedlichen Bedarfslagen, dass eine unter bedarfsdeckenden und wirt-
schaftlichen Gesichtspunkten initiierte Ve rnetzung bestehender A ngebote in Verbindung 
mit der Planung zukünftiger Bedarfe den Über blick und die Kenntnis verschiedener An-
bieter erhöhen und die Angebotsstruktur von Leistungen im Sinne der Kundenorientierung 
effizienter gestalten könnte. Die Schaffung einer ämterübergreifenden Demografiebeauf-
tragten-Stelle in Darmstadt könnte ein erster konkreter Schritt in di ese Richtung sein. Die 
Stadt Bielefeld hat als erste Stadt in Deutschland eine solche Stelle bereits geschaffen.

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
154

Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen  
 
 
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Details

Vorlagen-Nr.
2006/0771
Typ
Magistratsvorlage
Datum
30.11.2006
Erstellt
29.09.2026 00:00