3028/2023
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 22.08.2023 (AN/1458/2023) betreffend Regionale Zusammenarbeit im Verkehrsbereich
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle III/68/681/1 Vorlagen-Nummer 28.11.2023 3028/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Unterausschuss Regionale Zusammenarbeit Verkehrsausschuss 23.01.2024 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 22.08.2023 (AN/1458/2023) betreffend Regionale Zusammenarbeit im Verkehrsbereich „Zum Gelingen der Verkehrswende in Köln ist die regionale Zusammenarbeit mit Kölns Nach- barkommunen vor allem vor dem Hintergrund der erheblichen Pendler*innen-Ströme von gro- ßer Bedeutung. Um einen Überblick über bestehende und geplante Projekte der regionalen Zusammenarbeit im Verkehrsbereich zu erhalten, bittet die SPD-Fraktion um Beantwortung der folgenden Fragen: 1. Welche Projekte der regionalen Zusammenarbeit laufen derzeit im Dezernat für Ver- kehr? (Aufstellung gerne in tabellarischer Form) 2. Sind Projekte der regionalen Zusammenarbeit in der Vergangenheit gescheitert? Wenn ja, warum? 3. Gibt es perspektivische Überlegungen zur strategischen Zusammenarbeit in der Re- gion? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht? 4. Sind aus der Beteiligung der umliegenden Gebietskörperschaften bei der Erarbeitung des SUMP-Leitbildes bereits gemeinsame Projekte entstanden bzw. wird beabsichtigt aus dem Erstellungsverfahren Projekte entstehen zu lassen? Wenn ja, inwieweit sind die beiden überregionalen Zusammenschlüsse Metropolregion Rheinland e.V. und Re- gion KölnBonn e.V. daran beteiligt?“ Antworten der Verwaltung zu 1.: Die Projekte der regionalen Zusammenarbeit des Dezernates für Mobilität können der Anlage entnommen werden. zu 2.: Bislang ist keines der verkehrlichen Projekte mit regionaler Zusammenarbeit geschei- tert. zu 3.: Köln ist mit dem Umland in vielfältiger Weise verflochten. Dies gilt auch und insbeson- dere für die Mobilität. Eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Stadt Köln und den Städten und Gemeinden, Kreisen und Institutionen der Region ist für die Weiterentwicklung der Verkehrsnetze daher elementar und wird von der Verwal- 2 tung auf unterschiedlichen Ebenen gelebt. Zu nennen sind hier exemplarisch die regio- nalen Zusammenschlüsse Metropolregion Rheinland e. V., der Region Köln/Bonn e. V., das Stadt-Umland-Netzwerk (S.U.N. – mit linksrheinischen Nachbarkommunen) und die Kooperation Köln und rechtsrheinischen Nachbarn (K & RN – mit rechtsrheini- schen Nachbarkommunen). So hat die Stadt Köln sich beispielsweise intensiv in die Erarbeitung des Agglomerationskonzepts des Region Köln/Bonn e.V. eingebracht und dieses wiederum als eine wichtige Grundlage in die Erarbeitung der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ einfließen lassen. Insofern ist ein gemeinsames strategi- sches Verständnis schon heute gelebte Praxis. Dies gilt auch für konkrete Projekte, wie etwa die Fortschreibung von Nahverkehrsplä- nen, bei denen ein intensiver Austausch zwischen den jeweiligen ÖPNV-Aufgabenträ- gern stattfindet, um gemeinsame Projekte zu identifizieren, zu fördern und umzuset- zen. Beispielprojekte sind die Stadtbahnverlängerung der Linie 4 in den Rhein-Erft- Kreis, die Stadtbahn Bonn – Niederkassel – Köln oder auch interkommunale Buslinien wie die vom Rhein-Erft-Kreis initiierte Schnellbuslinie 91. Zusätzlich finden grundsätz- lich Abstimmungsrunden bei konkreten Projekten bspw. bei Straßenplanungen wie der Ortsumgehung Meschenich oder dem geplanten Ausbau der Rodenkirchener Brücke (A 4) statt. Wo immer es sinnvoll erscheint, wird die Verwaltung auch in Zukunft die strategische Zusammenarbeit mit der Region aktiv suchen und sicherstellen. zu 4.: Aktuell sind noch keine gemeinsamen Projekte aus der Erarbeitung des SUMP heraus entstanden. Der nachhaltige Mobilitätsplan ist ein strategisches Konzept. Derzeit wird an der Chan- cen- und Mängelanalyse gearbeitet. Darauf wird eine Strategieentwicklung folgen. Nach der Entscheidung für eine Zielstrategie wird erst in der nächsten Phase ein Maß- nahmenkatalog entwickelt. Der SUMP wird durch vielfältige Beteiligungsformate unterstützt, die auch die regionale Verflechtung des städtischen Mobilitätsangebots berücksichtigen. Hierzu zählt unter anderem das Regionalforum, das im Juni 2023 zum ersten Mal getagt hat. Weiterhin ist der Region Köln/Bonn e.V. Mitglied des Mobilitätsbeirats, der eine beratende Funk- tion bei der Erarbeitung des SUMP einnimmt und ca. alle drei Monate tagt. Gez. Egerer
Anlage - Übersicht über die regionale Projekte
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Anlage zu 3028/2023 – Übersicht über die regionalen Projekte 1/3 Nr. Amt Projekte mit regionaler Zusammenarbeit 1 64 Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme, hier VSR-Anschluss (Kurzbezeichnung - DIGI 4 VSR-Anschluss) Bei diesem Projekt sollen kommunale Verkehrssysteme digitalisiert werden. Dazu sollen insgesamt 37 Kölner Lichtsignalanlagen des Landesbetriebs Straßenbau NRW ertüchtigt und an den Verkehrsrechner der Stadt Köln angeschlossen werden. Dies dient der verbesserten Störfallerkennung und ermöglicht bedarfsgerechte Schaltungen im Übergangsbereich zwischen dem regionalen und dem lokalen Verkehrsnetz. 2 64 SEVAS - Software zur Eingabe, Verwaltung und Ausspielung von Vorrangrouten und Restriktionen im Schwerlastverkehr Es handelt sich um eine seit Jahren landesweit laufende Kooperation. Das Ziel ist relevante Informationen zur stadtverträglichen Lkw-Navigation bereitzustellen. Es werden folgende Daten bereitgestellt: Lkw-Vorrangroutennetz, Lkw-Restriktionen (Höhen- und Breitenbeschränkungen, Durchfahrtsverbote, Tempo 30 - Zonen). Die gesammelten Daten werden auf Mobilithek publiziert. 3 64 Umgestaltung Verkehrskalender Durch die Umgestaltung des Verkehrskalenders wird die Reisendeninformation als Grundlage des intermodalen Routings (lokal, regional, überregional) als durchgängige Reisekette verbessert. Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen: - Integration von "Verkehr.NRW" in den Verkehrskalender, - Darstellung von Kölner Verkehrsinformationen bei Verkehr.NRW, - Ausgabe der aktuellen Verkehrsprognose (jeder Zeit möglich) und - Fusion von Verkehrskalender und Verkehrskalender-Parken. 4 64 Publikation von Mobilitätsdaten in der Mobilithek Die Daten in der Mobilithek können von anderen Nutzenden abonniert werden. Die Mobilithek ist der nationale Zugangspunkt für Mobilitätsdaten, der von zahlreichen Kommunen und Landesbetrieben mit Mobilitätsdaten beliefert wird. 5 66, 69, KVB Kapazitätserweiterung der Ost-West-Achse (Linie 1) Die Kapazitäten der Linie 1 auf der Ost-West-Achse sollen zwischen Weiden West und Bensberg ausgebaut werden. In der Innenstadt teilt die Linie ihre Gleise mit den Stadtbahnlinien 7 und 9, sodass eine Takterhöhung nicht möglich ist. Deshalb sollen künftig längere Züge eingesetzt werden. Diese sind 90 statt 60 Meter lang und können rund 50 Prozent mehr Fahrgäste aufnehmen. Das bedeutet, dass fast alle Haltestellen der Linie 1 umgebaut und die Bahnsteige verlängert werden müssen. Vorlagen-Nr. 3211/2018 und 1137/2019 6 68 Stadtbahn Bonn-Niederkassel-Köln (Linie 17) Zusammen mit dem Rhein-Sieg-Kreis (Federführung) und der Stadt Bonn plant die Stadt Köln derzeit eine Stadtbahnverbindung zwischen Köln über Niederkassel nach Bonn. Die linksrheinische Rheinuferbahn Linie 17 soll mit einer Rheinquerung ins Rechtsrheinische und weiter Richtung Süden verlängert werden. Vorlagen-Nr. 0054/2022 Anlage zu 3028/2023 – Übersicht über die regionalen Projekte 2/3 7 68 Stadtbahnvorhaben Köln-Niederaußem (Linie 4) Zusammen mit dem Rhein-Erft-Kreis und den Städten Pulheim und Bergheim soll die Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 von Köln-Bocklemünd über Pulheim- Brauweiler und -Dansweiler nach Bergheim-Niederaußem in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden. Die Federführung liegt bei der Stadt Köln. Vorlagen-Nr. 3454/2021 8 68 Neue S15 (Elektrifizierung Eifelstrecke RB24, Ausbau Oberbergische Bahn RB25), Teil des "Ausbauprojekts S-Bahn Köln" Die künftige S15 soll zwischen Marienheide und Kall (über Köln) im 20-Minuten- Takt verkehren. Hierfür sollen die Eifelstrecke und die Strecke der Oberbergische Bahn elektrifiziert sowie die Schieneninfrastruktur stellenweise ausgebaut werden. An der mittlerweile abgeschlossenen Machbarkeitsstudie zum Ausbau der Oberbergischen Bahn (Federführung: Zweckverband go.Rheinland) hat sich die Stadt Köln beteiligt. Vorlagen-Nr. 2222/2023 9 68 Verknüpfung der Linie S1 und S17 (Köln-Leverkusen-Solingen-Düsseldorf) Der Zweckverband go.Rheinland (Federführung) lässt derzeit die Verlängerung der künftigen S-Bahn-Linie 17 von Köln über Leverkusen-Opladen bis Solingen und die dortige Verknüpfung mit der S-Bahn-Linie S1 aus Düsseldorf kommend untersuchen. Die Stadt Köln beteiligt sich an der Durchführung dieser derzeit laufenden Machbarkeitsstudie. Vorlagen-Nr. 1534/2021 10 68 Einrichtung eines Wasserbussystems auf dem Rhein Die Machbarkeitsuntersuchung erfolgte auf regionaler Ebene mit den Städten Wesseling und Leverkusen. In Erarbeitung ist derzeit die Umsetzung im Pilotbetrieb mit ersten Linien zunächst innerhalb des Kölner Stadtgebiets. Bei erfolgreichem Dauerbetrieb ist grundsätzlich eine Ausweitung in die Region möglich. Vorlagen-Nr. 3512/2021 11 68 Schnellbuslinie SB 91 Das vom Rhein-Erft-Kreis initiierte Projekt wurde mit Zustimmung und finanzieller Beteiligung der Stadt Köln zunächst in einem Pilotbetrieb umgesetzt. Nach Nachweis des Linienerfolges durch den Rhein-Erft-Kreis soll nun ein regulärer Betrieb bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 fortgesetzt werden. Die weitere Fortsetzung muss noch mit dem Rhein-Erft-Kreis im Hinblick auf die in 2025 entfallenden Fördermittel eruiert werden. Vorlagen-Nr. 3204/2023 12 68 RadPendlerRouten-Netz Köln Das RadPendlerRouten-Netz Köln soll Pendler*innen, die im Umland wohnen, sowie Kölner*innen aus den äußeren Stadtbezirken den Umstieg auf das Rad ermöglichen. Hierzu müssen folgende Projektschritte umgesetzt werden: die Definition eines regionalen Radverkehrsnetzes (Korridore, Verbindungen, Standards), die Auswahl von Pilotstrecken zur Umsetzung sowie die Planung und dervAusbau dieser Pilotstrecken. Mit diesem Projekt sollen die Ziele der Verkehrswende zur Verbesserung der Stadt-Umland-Verknüpfung im Radverkehr, zur Verkehrsverlagerung auf den Umweltverbund auf Stadt-Umland-Relationen sowie zur Einhaltung von Klimaschutzstandards gefördert werden. Vorlagen-Nr. 2810/2023 Anlage zu 3028/2023 – Übersicht über die regionalen Projekte 3/3 13 68 RadRegionRheinland Die RadRegionRheinland (RRR) wird sich zukünftig nicht mehr verstärkt touristischen Themen und Verkehren widmen, sondern sich auf fahrradfreundliche Infrastruktur und planerischen Aufgaben konzentrieren. Ziel ist es, Bürger*innen zum Radfahren zu animieren und den Radverkehr in der Region zu fördern. Die Zusammenarbeit in der RRR wird weiter fortgeführt. 14 68 MIV Grundnetz Städte wie Köln stehen vor einer besonderen Herausforderung. Sie müssen als Wachstumsregion eine moderne, leistungsfähige Mobilität erhalten und gleichzeitig die Ziele für den Klimaschutz und die Luftreinhaltung erreichen. Die Stadt Köln setzt dabei auf ihre Leitziele aus dem Mobilitätskonzept Köln 2025: Durch die gezielte Stärkung des ÖPNV, der Förderung des Radverkehrs und des verbesserten Zugang zu weiteren umweltverträglichen Fortbewegungsformen (z. B. Car-Sharing) im Personen- und Güterverkehr werden attraktive Alternativen für das Autofahren angeboten. Durch Digitalisierung der Verkehrsinfrastruktur soll der Verkehrsfluss optimiert und Stauungen vermieden werden. Um auch das Umland besser anzubinden, wird im Rahmen einer Nachhaltigen Urbanen Mobilitätsplanung der Mix der verschiedenen Verkehrsträger neu ausgerichtet. Ziel soll es sei, den Umweltverbund zu stärken. Gleichzeitig soll der urbane Raum aufgewertet werden, um die Innenstadt zu beleben und vor Verödung zu schützen. Um diesen Prozess zu forcieren, soll definiert werden, welcher (Straßen-) Raum für den notwendigen MIV benötigt wird. So sollen künftig schneller Stadträume für eine entsprechende Aufwertung oder bessere Nutzung identifiziert werden. Vorlagen-Nr. 1490/2022 und 3801/2022
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3028/2023
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 28.11.2023
- Erstellt
- 20.09.2023 09:23